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Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 8.

Jahrgang, Heft 3, November 2004


VffG Jahrgang 4, 2000 (1, 2: 120 S., 3&4: Doppelnummer, 232 S., €30,-) ISSN: 1370-7507
1: Prozeß David Irving gegen D.E. Lipstadt · »Schlüsseldokument« – alternative Interpretation · Vergasungslügen gegen Deutschland ·
Verfahrenstechniker zu Vergasungsbehauptungen · Treblinka-Archäologie · England – Aggressorstaat Nr. 1 · Churchill plante 3. Weltkrieg

Vierteljahreshefte
gegen Stalin · Englands Kriegsgründe für WKII · General Wlassow · Japan: Holocaust verschwindet · Einkreisung Deutschlands · Frei-
spruch für polnischen Historiker · Prozeß gegen Dr. Toben · Zwei Kronzeugen · u.a.m.; 2: Holo-Orthodoxie · Gedenken an Pfeifenberger
und Elstner · Deutschland – Sommer-Alptraum · Was geschah unregistrierten Juden? · “Schon 1942 wußte man…” · Leichenkeller von
Birkenau · Serienlügner Wiesel · Üben bis zur Vergasung! · Lügner Lanzmann · Gaskammer-Besichtigung · Juden unter NS-Herrschaft ·

für freie
Tod Himmlers · WK II: Wessen Krieg? · Wehrmacht zur Flüchtlingsrettung · Galileo Galilei · Neue Weltreligion · Nazifizierung der Deut-
schen · Unsere jüdischen Wurzeln? · u.a.m.; 3: Ganzjahres-Alptraum Deutschland · Ein „deutsches“ Jahrhundert? · Kongreß der Verfolg-
ten · Historische Vergangenheit, politische Gegenwart · Was widerfuhr ungarischen Juden? · Luftschutz in Birkenau: Neubewertung ·
Berichte zu Auschwitz · Amtlich sanktionierter Betrug in Dachau · Giftmordfall Marie Besnard · „Swing tanzen verboten“ · Das Ende von
U 85 · Armee von Nieten · Washington oder Wilson? · Entstehung des jüdischen Volkes · Wilhelm II. und T. Herzl · Sieg der verlorenen Revolution · u.a.m.

Geschichtsforschung
VffG, Jahrgang 5, Nr. 1, Mai 2001, 120 Seiten
Revisionismus und Zionismus · Großbritannien und Palästina · Englands Propagandanetz in den USA · US-Intrigen zur Ausweitung des 2. Weltkriegs · Roose-
velt und der Fall Kent · Pläne zur Ausrottung des deutschen Volkes · Grabschändung durch Behörde · Vergewaltigte E. Wiesel deutsche Mädels? · Der Holocaust
begann 1648 · Die Shoah: bloßer Glaube? · Esquire über Revisionismus · Bedrohung und Gewalt gegen Revisionisten · »Strafbarkeit des Auschwitz-Leugnens«
· Fälschungen zum Holocaust · Legenden des Sklavenhandels, u.a.m.
VffG, Jahrgang 5, Nr. 2, Juli 2001, 120 Seiten
Beirut: Die unmögliche revisionistische Konferenz · Die Führer der islamischen Staaten sollten ihr Schweigen zum „Holocaust“-Betrug bre-
chen · Auswirkung und Zukunft des Holocaust-Revisionismus · Zyklon B, Auschwitz und der Prozeß gegen Dr. Bruno Tesch · Neubewertung
Churchills – Teil 1 · J. Goebbels und die „Kristallnacht“ · Die Wiege der Zivilisation am falschen Ort? · Ein Volk gibt es unter uns… · Reali-
tät und Wirklichkeit · Der Angler, der Karpfen und der Revisionist · Jagd auf Germar Rudolf, Teil 3 · u.a.m. 8. Jahrgang • Heft 3 • November 2004
VffG, Jahrgang 5, Nr. 3, September 2001, 120 Seiten
Folgen des Großterrorismus · »den holocaust hat es nie gegeben« · Offener Brief an arabische Intellektuelle · N. Finkelstein über Juden,
Antisemitismus, Israel · Revisionisten sind schwer zu widerlegen · Schwimmbad in Auschwitz · Marschall Pétain · Finnischer Winterkrieg 1939 · Unternehmen

½ Sowjetischer Raumfahrtschwindel:
Barbarossa und Europas Überleben · Ardennenschlacht · Neubewertung Churchills – Teil 2 · Britische Kriegsverbrechen · Weiße “Mumien” von Ürümchi ·
Kelten in Westchina · Pressefreiheit abgeschafft · Der Fall Gamlich · Die Neuseeland-Saga · u.a.m.
VffG, Jahrgang 5, Nr. 4, Dezember 2001, 120 Seiten Lüge vom ersten Raumspaziergang, S. 256
Schützt unsere Demokratie! · Der Verfassungsschutz zum Revisionismus · Politische Romantik des Holocaust · J. Spanuth · Deportation
ungarischer Juden 1944 · Mythos von Gebrauchsobjekten aus Menschenhaut · Revision zur Französischen Revolution · Wendepunkt Erster Folterungen durch US-Armee:
Weltkrieg – Teil 1 · Unterdrückung Lettlands, 1918-1991 · OSI – US-Nazijäger · Stalins Säuberung der Roten Armee · Offene Fragen zu den
Terrorangriffen auf die USA · Amerika & England: Das Ende der Freiheit? · Gaskammern im Altreich? · Zeugen · u.a.m. Tradition einer Weltmacht, S. 150
VffG, Jahrgang 6, Nr. 1, April 2002, 120 Seiten
Politisch verfolgte Deutsche genießen Asyl … im Ausland · Fort Eben-Emael: Wendepunkt der Geschichte · Bombardierung von Bergen Geisterlöcher des Todes:
1944/45 · Durchbrach die Me 262 die Schallmauer? · Konzentrationslagergeld · Miklos Nyiszli · Israels Geburt durch Blut und Terror · Holocaust-Dynamik ·
Juden, Katholiken und der Holocaust · Revisionismus und die Würde der Besiegten · Globale Probleme der Weltgeschichte · N.G. Finkelstein in Beirut: Gegen-
Auf der verzweifelten Suche nach forensischen
veranstaltung arabischer Revisionisten · Jagd auf Germar Rudolf · Nachrufe · u.a.m. Beweisen in Auschwitz, S. 265-290
VffG, Jahrgang 6, Nr. 2, Juni 2002, 120 Seiten
Naher Osten: Lunte am Pulverfaß · Geopolitik des Afghanistankrieges · 11. September 2001 · Helden von Bethlehem · V. Frankl über Auschwitz Leugnung der Beweise:
· „Entdeckung“ des „Bunkers 1“ von Birkenau · Kosten von Auschwitz · Rückblick auf GULag · Kinderlandverschickung im 2. Weltkrieg ·
Antigermanismus · Totalitarismus in der Springer-Presse · Gutachten im Asylverfahren von G. Rudolf · Geistesfreiheit in Deutschland · Japan US-Professoren lügen über Holocaust, S. 291
knackte US-Funkverkehr im Sommer 1941 · Hitler ohne Völkermordprogramm gegen Slawen · Ausgrabungen in Sobibor? · u.a.m.
VffG, Jahrgang 6, Nr. 3, September 2002, 128 Seiten Sowjetische Kriegspropaganda:
IHR: Sinkt das Schiff? · Douglas: Revisionist oder Scharlatan? · »Keine Löcher, keine Gaskammer(n)« · V.E. Frankl in Auschwitz · Treblinka: Boris Polevoi als Märchenerzähler, S. 311
Vernichtungslager oder Durchgangslager? · C.A. Lindbergh: Prinzipien vor Privatleben · Trübe Machenschaften der Anti-Defamation League · Auch Kulturrevi-
sionismus ist dringend erforderlich · Ich, der Antisemit? · Stalins Vernichtungskrieg – amtlicher Verleumdungskrieg · Nachruf auf Thor Heyerdahl · Schwimmbad
im Ghetto Theresienstadt · Wie die USA den Vietnamkrieg vom Zaune brachen · Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses · u.v.a.m. Der Fall Walter Lüftl:
VffG, Jahrgang 6, Nr. 4, December 2002, 120 Seiten Etappensieg des Revisionismus, S. 316
Auschwitz-Opferzahl: Zahlen-Roulette dreht sich weiter · Russen recherchieren in “Sache Holocaust” · Sowjetischen Befragung der Topf-
Ingenieure · “Verbrennungsgruben” und Grundwasserstand in Birkenau · Die Stärkebücher von Auschwitz · Giftgas über alles, von Friedrich
Paul Berg · Vrba entlarvt Lanzmanns Film Shoah... und sich selbst · Mondlandung: Schwindel oder Wahrheit? · Männer beiderlei Geschlechts Die Mermelstein-Lüge:
und der kalte Verfassungsputsch · Von der Gefahr, Revisionist zu sein… · Hundert Jahre Leni Riefenstahl · Zensur im Internet, u.a.m. Verschwiegener Revisionisten-Sieg, S. 331
VffG, Jahrgang 7, Nr. 1, April 2003, 120 Seiten
E. Zündel: Kampf für Deutschland · Die 4-Mio. Zahl von Auschwitz: Entstehung, Revision, Konsequenz · Zigeuner-“Vergasung” in Auschwitz Prof. Werner Masers Husarenstück:
· Lodz-Ghetto in der Holocaust-Propaganda · Neues Gesicht des “Holocaust” · Der General im Eis · Klimaforschung: Wissenschaft oder Ideologie? · Umer- Alexei Leonow, sowjetischer Weltraumbetrüger Weltfachmann wird Revisionist, S. 348
ziehung an deutschen Schulen · Hintergründe der 68er-Kulturrevolution · Entstehung des Dt. Reiches · Warum die USA den Internationalen Strafgerichtshof
ablehnen · Revisionismus in Estland · Dissidentenverfolgung: Rennicke, Amaudruz, Plantin · u.a.m.
VffG, Jahrgang 7, Nr. 2, Juli 2003, 120 Seiten
Am Rande des Dritten Weltkriegs · Die Opiumkriege · Sind alle Menschen gleich? · Wie die Psychologie Darwin verlor · Gruppendenken ·
Dachau-Greuelmärchen bloßgelegt · Jüdische Mythen um die Berliner Olympiade (1936) · Walter A. Peltz als Holocaust-Falschzeuge · Schicksal
der jüdischen Familie Goldsteen aus Holland · KL Sachsenhausen · Verbrennungsexperimente mit Tierfleisch und -fett · Dissidentenverfolgung:
Kanada, Neuseeland, Deutschland · Die Versenkung des Schlachtschiffes Bismarck u.a.m
VffG, Jahrgang 7, Nr. 3&4, Dezember 2003 (Doppelnummer), 240 Seiten (als Einzelheft € 30,-)
Bush gegen Revisionismus · Alternatives Szenario zum 11.9.2001 · Mobiltelefon-Experimente in Linienflugzeugen · Die Untätigkeit der US-
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Luftwaffe · Krieg gegen Irak: In Israel konzipiert · Eine Übersicht über den Krieg gegen den Terrorismus · USA: Entweder Weltherrscher oder das Nichts · Die
furchtbaren Leiden der Palästinenser · Israelischer Planierraupen-Fahrer ermordet US-Friedensaktivistin · Nachruf auf Rachel · Simon Wiesenthals Kriegsjahre:
Neues Licht in eine düstere Vergangenheit · Die Leichenkeller der Krematorien von Birkenau im Lichte der Dokumente · Auschwitz: Gasprüfer und Gasrest-
probe · Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen · Humanes Töten · Revisionismus in Portugal · Der Holocaust-Revisionismus in den Massenmedien
· Pseudowissenschaft · Jean-Claude Pressac und der Revisionismus · Leni Riefenstahl – kein Abschied · Gerechtigkeit für Deutschland – vielleicht nächstes
Jahr · Die “Gaskammer” im KL Mauthausen – Der Fall Emil Lachout · Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocausts Verfolgten · Erpreßte
Geständnisse: Warum Unschuldige einen Mord gestehen · Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 5 · u.a.m.
VffG, Jahrgang 8, Nr. 1, April 2004, 128 Seiten
Faurisson 75: Anfänge · Integrer Mann · Buddhistisch-christliches Gleichnis · Faurisson und Italien · Wissenschaftler gegen Wissenschaft ·
Revisionismus in Karikaturen · Faurissons Methode · Die Kula-Säule · Biographie R. Faurissons · Abgesang auf die “Offenkundigkeit” · Die
Kontroverse Piper-Meyer · Geheimnis um Wallenberg gelüftet · Neuseeland-Saga, Fortsetung · J. Hayward: vom Historiker zum Holocaust?
· Treblinka: außergewöhnlicher Zeuge · Dekonstruktivismus · Leros – letzter Sieg · Biologische Kriegführung im 2. Weltkrieg · u.a.m
VffG, Jahrgang 8, Nr. 2, Juli 2004, 120 Seiten
Gaskammer-Teufel im Detail · “Leugnung der Geschichte”? – Leugnung der Beweise!, Teil 1 · Berichte des polnischen Widerstands über
Gaskammern von Auschwitz · Das Lachout-Dokument · Der wahre Brand · Stalingrad an Wolga & Spree · Vertreibung der Deutschen aus Japan · 60 Jahre
20.7.1944 · Antisemitismus und Untermenschentum · Auschwitz unwiderlegbar bewiesen!? · Schönheit tat weh · Holocaust-Museum: Erziehung zum Haß ·
Totale Internetzensur in Deutschland · Juden im NKWD · Antike Mumien in Europa · Übertriebene Opferzahlen stacheln zum Haß auf · u.a.m.. Castle Hill Publishers
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1: Zyklon B · Selbstassistierter Holocaust-Schwindel · Französischer Hersteller von Zyklon B? · Affäre Garaudy/ Abbé
Seepost +30%, Luftpost +40%. bitten wir Sie herzlich, uns nach Kräften zu unterstützen, sei es Pierre · Historiker: Keine Beweise für Gaskammern! · Zur Legalität von Geiselerschießungen · Ein anderer Auschwitz-
Zahlungsbedingungen: 60 Tage rein netto. durch Abonnements, die Vermittlung neuer Abonnenten, durch Prozeß · Juden in Wehrmachtsuniform · Zur Wissenschaftsfreiheit in Deutschland · Bücherverbrennung in Deutschland
Zahlungsweise: Spenden oder durch aktive Mitarbeit. Vgl. www.vho.org/support heute · »Prawda«: Der Holocaust ist ein Mythos u.a.m; 2: Wannsee-Konferenz · Wieviele Juden überlebten Holocaust? ·
– bar: vorzugsweise €, SF, £ oder US$. für Informationen, wie Sie bei unserem Aufklärungsprojekt mit- Sonderbehandlung · Gespensterkrankheit · Loch in der Tür · Unbefohlener Völkermord · Völkermord durch Telepathie ·
– Schecks; vorzugsweise ausgestellt auf Germar Rudolf: helfen können. Spenden fließen zu 100% in die Erforschung und KGB-Novellist G. Fleming · Revisionismus im Cyberspace · Rudolf Gutachten in der Kritik · Zur Lage des Holocaust-
Revisionismus · Völkermord nicht gleich Völkermord · Deutschland verletzt Meinungsfreiheit u.a.m.; 3: Holocaust:
Dieselmotorabgase töten langsam · Revisionisten haben Luftüberlegenheit · Auschwitz-Kronzeuge Dr. Münch im Gespräch
Voraussetzungen für den Abdruck von Artikeln in den Vierteljahresheften für freie Geschichtsforschung: · „Wissenschaftler“ am Werk · A. Bomba, der Friseur von Treblinka · Auschwitz: Die Paradoxie der Erlebnisse · Über die
Feigheit des Establishments · Über den Mut von Einzelgängern · Grundlagen zur Zeitgeschichte: Gutachterliche Stellungnahme u.a.m.; 4: Rudolf
Inhaltliche Voraussetzungen: Vorgehensweise: Mit Ausnahme anonym zugesandter Beiträge Gutachten: »gefährlich« · Technik deutscher Gasschutzbunker · Sauna ein »Verbrechen«? · Was geschah den aus Frankreich deportierten Juden?
Themengebiete: Geschichte, insbesondere Zeitgeschichte; werden Korrekturbögen nach Erfassung zugesandt, ein · Wieviel Gefangene wurden nach Auschwitz gebracht ? · Himmler-Befehl zum Vergasung-Stop · NS-Sprache gegenüber Juden · Ch. Browning:
daneben auch Meinungs- und Forschungsfreiheit. Nach Recht auf Abdruck entsteht dadurch nicht. Das eventuelle unwissender Experte · Deutscher Soldat in Auschwitz und Buchenwald · Menschenrechtsorganisationen und Revisionismus u.a.m.
Möglichkeit neuartige, bisher unveröffentlichte Berichte, Erscheinungsdatum behält sich die Redaktion vor. Ein VffG, Jahrgang 2, 1998 (alle Ausgaben 82 Seiten)
1: Grundwasser in Auschwitz-Birkenau · Die »Gasprüfer« von Auschwitz · Zweimal Dachau · Ein Australier in Auschwitz
Übersichtsartikel bzw. Forschungsergebnisse; Autorenhonorar wird nur gezahlt, falls der Autor unter · Die Affäre Papon-Jouffa-Faurisson · Milliarden Franc den Juden geraubt… oder von Marschall Pétain? · Büchervernichter
Stil: systematischer Aufbau; sachlich; Belegung von Tat- gesellschaftlicher und/oder staatlicher Verfolgung wegen und ihre Opfer · Vom Holocaust Museum ausgeladen: Schriftsteller spricht beim Nationalen Presseclub u.a.m.; 2: Kurzwellen-
sachenbehauptungen; merkliche Trennung von Meinung und seinen Meinungsäußerungen leidet. Es wird jeweils nur ein Entlausungsanlagen in Auschwitz · ›Gaskammern‹ von Majdanek · Auschwitz: Krema-Zerstörung als Propaganda-Bremse
Tatsachenbehauptungen. Belegexemplar versandt. Auf ausdrücklichen Wunsch können · »Gaskammer« von Auschwitz I · Wiedergutmachung: Korrektur eines Fehlurteils · Der Mythos von der Vernichtung
bis zu fünf Belegexemplare zugesandt werden. Homosexueller im Dritten Reich · Guido Knopp: Meister der Gehirnwäsche u.a.m.; 3: »Schlüsseldokument« ist Fälschung
Äußere Voraussetzungen: Aus naheliegenden Gründen drucken · Dokumentation eines Massenmordes · Verdrängte Schiffskatastrophen · Vatikan und »Holocaust«: »Komplizenschaft«
wir Beiträge gegebenfalls auch unter Pseudonymen ab, die Daten: Wir bevorzugen Datenübertragung per Email oder per zurückgewiesen · Lügen über Waffen-SS-Division · Auschwitz Sterbebücher · Auschwitz-Überleben · Falsche Erinnerungen
wir selbstverständlich streng vertraulich behandeln. Anonym Post auf Datenträgern (PC, 3,5”/1,44MB; ZIP (100/250 MB); überall – nur nicht in der Zeitgeschichte · J. W. Goethe knapp BRD-Zensur entgangen u.a.m.; 4: »Gasdichte« Türen in
Auschwitz · Kurzwellen-Entlausungsanlage, Teil 2 · Redefreiheit, dissidente Historiker und Revisionisten, Teil 1 · 1944: Schreckensjahr im
zugesandte Beiträge, die ebenfalls willkommen sind, können CD; DVD). Die Dateiformate der üblichen Textverarbeitungs- Kaukasus · Repression gegen Dissidenten in Schweiz · Zensur findet nicht statt, es sei denn... u.a.m.
nur veröffentlicht werden, wenn sie inhaltlich annähernd programme können in der Regel alle verarbeitet werden,
VffG, Jahrgang 3, 1999 (alle Ausgaben 120 Seiten)
druckreif sind. vorteilhaft sind jedoch aus Gründen der Portabilität Dateien 1: Deutschlands Historiker anno 1999 · Eine Fallstudie früher integrierter Kriegführung · Redefreiheit…, Teil 2 · Rückblick
Es besteht keine Umfangsbeschränkung für eingereichte der Formate *.doc (Word) und *.rtf (Rich Text Format). Wir auf den Revisionismus · Wie die Siegerpropaganda aus Bäckereien »Krematorien« schuf · »Zur Bestreitung des Holocaust
Beiträge. Beiträge, die merklich 10 Seiten in unserer Zeitschrift selbst verwenden bevorzugt MS Word (97/2000/XP) sowie – Fakten und Motive« · Geschichte und Pseudogeschichte · Die 1998’er Konferenz in Adelaide, Australien · Das Rudolf
Gutachten in der Kritik, Teil 2 · Pyrrhussieg in der Schweiz für die jüdische Gedankenpolizei · Die Wilkomirski-Pleite ·
überschreiten (etwa 50.000 Zeichen, bzw. 9.000 Wörter), PageMaker 6.5;7.x/InDesign (MS Publisher und Quark Express Fragen an die UNESCO zum Thema Auschwitz; 2: Kriegsgründe: Kosovo 1999 – Westpreußen 1939 · Partisanenkrieg und
müssen damit rechnen, in mehrere Teile zerlegt in aufein- können gelesen werden). Bitte senden Sie Ihre Manusripte nicht Repressaltötungen · Der 1. Holocaust 1914-1927 · Polnische Bevölkerungsverluste während des 2. Weltkrieges · Lebensweg
anderfolgenden Ausgaben publiziert zu werden. In solchen per Fax, da dies ein automatische Erfassung (OCR) erschwert. eines tschechischen »Partisanen« · Geschichte und Pseudogeschichte, Teil 2 · Versuche der Widerlegung revisionistischer
Fällen ist dafür zu sorgen, daß der Beitrag eine Gliederung Bilder können sowohl in allen gängigen Bildformaten per Email, Thesen · Woher stammt der David-Stern? · Gewißheit um Heisenberg · Irrtümer und Unsinn über Wagner · Der Abfall eines
jüdischen Revisionisten · Redefreiheit…, Teil 3 · Zensur und Willkür ohne Ende · Kristallnacht in Barcelona, u.v.a.m.; 3:
aufweist, die eine solche Teilung erlaubt. auf Diskette als auch im Original zugesandt werden. KL Stutthof · Der große Patentraub · Wlassow in neuem Licht · Wandlungen der Totenzahl von Auschwitz · Wieviele Tote
Beiträge von zwei Seiten Länge oder mehr sollten mit 3,5”-Disketten, CDs sowie unverlangte Manuskripte werden gab es in Auschwitz? · Das Schicksal der Juden Deutschlands 1939-45 · Unbekannter Hunger-Holocaust · Sowjetische Bildfälschungen · Bri-
Abbildungen versehen sein, um den Text aufzulockern nicht zurückgesandt, verlangte Original-Manuskripte und tische Propaganda 1939-45 · Aufstieg und Fall von Lindbergh · Die Beneš-Dekrete · Konrad Henlein und die sudetendeutsche Frage · Grenzen
der Naturwissenschaft · Wahnwelten · Redefreiheit…, Teil 4 · Jürgen Graf: Urteil von Appelationsgericht bestätigt, u.v.a.m.; 4: Fremdarbeiter
(Buchumschläge behandelter Werke, Dokumenten-Faksimiles, Abbildungen nur auf ausdrückliche Bitte. im Dritten Reich · Deutsche Zwangsarbeit und ihr Entschädigung · Ist Amerika seit 250.000 Jahren besiedelt? · Wer waren die Ureinwohner
Portraits behandelter Personen und evtl. der Beitragsautoren, Falls Sie mit diesen Bedingungen einverstanden sind, Amerikas? · Perspektive in „Holocaust“-Kontroverse · Holocaust-Religion · 100 Mio. Kommunismus-Opfer: Warum? · Kulmhof/Chelmno · Sinti
Autorvorstellungen, Bilder historischer Ereignisse etc.). erwarten wir gerne Ihre Arbeiten. und Roma · Peenemünde und Los Alamos · Entmachtung der deutschen Vertriebenen · „Deutsche Geschichtsschreibung“ · Bundesprüfstelle
verweigert Political Correctness · Holocaust im Internet · Wissenschaft oder Ideologie?
* zuzüglich 10% Porto & Verpackung in Europa (außerhalb GB), 30% für Seepost, 40% für Luftpost außerhalb Europas.
Inhalt

Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?.............................................................................................. 250


Von Germar Rudolf
Der große sowjetische Raumfahrtschwindel ......................................................................................................................... 256
Von Georg Kausch
Folterungen als Methode der US-Streitkräfte ....................................................................................................................... 261
Von Georg Wiesholler
Die Geister-Löcher des Todes ................................................................................................................................................. 265
Von Germar Rudolf
Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1: Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz................. 267
Von Carlo Mattogno
Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2: Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau .............. 275
Von Carlo Mattogno
“Leugnung der Geschichte”? – Leugnung der Beweise!, Teil 2........................................................................................... 291
Von Carlo Mattogno
“Nichts ist erfunden”: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi............................................................................................. 311
Von Don Heddesheimer
Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus........................................................................................................... 316
Von Mag. Alfons Bauer
Warum wir belogen werden.................................................................................................................................................... 321
Von Ernst Manon
Nachruf
Erinnerungen an Russell Granata (22.8.1923 – 14.8.2004), von Carlo Mattogno ..............................................327
Legenden, Lügen, Vorurteile
Englands Keele-Universität macht Holocaust-Propaganda, von Germar Rudolf................................................329
Lügen über Marzobotto, von Walter Lüftl.............................................................................................................330
Die Mermelstein-Lüge, von Doris Hartmann .......................................................................................................331
Aus der Forschung
Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8, von Germar Rudolf ...............................................334
Bücherschau
Die Internationale Auschwitz-Kontroverse, von Germar Rudolf..........................................................................343
Der Erste Holocaust, von Bill Wright ...................................................................................................................346
Der Mut des sicheren Ruhestandes, von Germar Rudolf ......................................................................................348
Leserbriefe ................................................................................................................................................................................ 359
In Kürze .................................................................................................................................................................................... 363
Errata ....................................................................................................................................................................359

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 249


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?


Von Germar Rudolf

“Wenn Germar Rudolf die Zukunft des Revisio- was ich erwartet hatte. Anstatt neugierig zu sein, ob
nismus ist, dann ist der Revisionismus in Schwierig- dies denn wahr sei, und anstatt in diesem Sachverhalt,
keiten.” wenn er denn wahr wäre, eine gewisse Ironie oder viel-
Das war die Antwort eines gewissen Richard A. Sal- leicht gar einen Vorteil zu sehen, wurde ich scharf dafür
zer auf eine entsprechende Aussage des australischen getadelt, dies überhaupt geschrieben zu haben, selbst
Revisionisten Dr. Fredrick Toben. Ich kenne Herrn Sal- wenn es wahr wäre.
zer nicht, und ich bin mir sicher, daß er mich auch nicht Freilich beging ich bei der Abfassung den Fehler,
kennt, so daß ich mich nur wundern kann, wie er solche bei David Irving nicht selbst nachzufragen, ob das denn
Schlüsse ziehen kann. Auf eine Rückfrage von Dr. To- stimme. Ich hielt das Wort des deutschen Verlegers, der
ben, wie er das denn meine, hat Herr Salzer nie geant- in den letzten Jahren einige Bücher Irvings verlegt hat-
wortet. te, für ausreichend. Irving selbst berichtet auf seiner
Ähnliche Aussagen habe ich schon früher vernom- Webseite detailliert über seine Vorfahren, erwähnt je-
men, aber bisher ist es mir noch immer gelungen, die doch in keinem Fall deren Konfession, und auch die
Ansichten derer zu ändern, die sich so äußerten, etwa englischen Geburtsurkunden sagen darüber nichts aus.
indem ich sie persönlich kennengelernt habe. Im nachhinein hat David Irving freilich sehr wohl
Doch wie dem auch sei, wenn der Revisionismus nur reagiert und Ralf Hochhuths Behauptung als “Blödsinn”
aufgrund einer Person in Schwierigkeiten geraten kann, bezeichnet. Dabei wollen wir es belassen, es sei denn,
dann ist der Revisionismus bereits in Schwierigkeiten, man findet irgendeinen Beweis für das Gegenteil.
und zwar unabhängig davon, was es mit dieser Person Abgesehen davon, in Zukunft bezüglich Getratsche
auf sich hat. Wenn wir, so verfolgt und ausgegrenzt wie vorsichtiger zu sein, habe ich noch eine Lektion gelernt:
wir sind, nicht wie eine Gemeinschaft denken und han- Revisionisten sind aufgeregt und erfreut zu erfahren,
deln, dann sieht es wirklich finster aus. Einen Mit- wenn ein Jude wie zum Beispiel David Cole ein Revi-
Revisionisten ohne Begründung als nachteilig für den sionist wird und das Auschwitz-Museum beim Lügen
Revisionismus zu bezeichnen, wie es Salzer tut (einmal ertappt, indem er die Leute dort mit seinem Juden-
angenommen, er ist revisionistische eingestellt), ist Käppi in Sicherheit wiegt und dann kritisch interviewt.2
wohl kaum konstruktive Kritik. Sie sind ebenso erfreut zu sehen, wie der deutsche Jude
Nur nebenbei sei erwähnt, daß die Evolution mich Josef Ginsburg verbal auf Zionisten und Holocaust-
durch etwas Besseres ersetzen wird, falls ich den Revi- Lügner einschlägt.3 Die gleichen Revisionisten werden
sionismus wirklich in Schwierigkeiten bringen sollte, so aber fuchsteufelswild, wenn man auch nur andeutet, ein
wie auch das Institute for Historical Review unter Historiker mit Ansichten wie den ihren könnte jüdisch
schlechter Leitung schlicht durch etwas Besseres ersetzt sein. Kann mir jemand diese Irrationalität erklären?
wurde, denn sobald eine Nachfrage nach etwas Besserem Für den Holocaust-Mythos wäre es eine psychologi-
entsteht, öffnet sich eine neue Nische. sche Katastrophe, wenn ein prominenter jüdischer Hi-
storiker revisionistische Standpunkte vertreten würde.
***
Warum sollte dies anders sein, wenn sich herausstellte,
“Verpiß Dich!” daß der Name dieses Historikers Irving ist? Oder mei-
Das war die Reaktion von David Irving auf einen netwegen auch Germar Rudolf – obwohl ich weder
Artikel im Jahr 2004 in meiner englischsprachigen Zeit- prominent bin noch ein Historiker. Und all meine Groß-
schrift The Revisionist, in der ich über den Besuch eines eltern mußten zudem einen Ariernachweis erbringen,
deutschen Verlegers hier in Chicago berichtete.1 Dieser um heiraten zu können. Ich bin daher leider nur ein
teilte mir während eines Geschäftsessen nebenbei mit, nichtjüdischer Untermensch.
Ralf Hochhuth hätte ihm einst ein Manuskript einge- Ist hier irgend jemand paranoid wegen der Juden?
reicht, in dem David Irvings Mutter als jüdisch be-
***
zeichnet worden sei. Der Verleger habe daraufhin bei
David Irving nachgefragt, um herauszufinden, ob das “Du Dummkopf! Du denkst wohl immer noch, da
denn wahr sei, und Irving soll ihm mitgeteilt haben, das wäre irgend etwas Gutes an Provans Pferdemist.
dies zwar stimme, aber unerheblich sei, da seine Mutter Krieg erstmal Deinen Kopf in Ordnung.”
nicht praktiziert habe und er keinerlei jüdische Erzie- Das war Friedrich Paul Bergs Reaktion auf meine
hung genossen habe. Entscheidung, einen Beitrag von Charles Provan über
Die Reaktionen auf diesen Artikel entsprachen dem, die Frage zu veröffentlichen, ob die Opfer von Verga-

250 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

sungen mit Diesel-Abgasen blau sind oder nicht.4 Der


***
Beitrag sollte auch in dieser Zeitschrift auf deutsch er-
scheinen, aber er ist bisher noch nicht übersetzt worden Die Monate August und September 2004 waren für
– ein organisatorisches Problem, auf das ich weiter un- mich eine ständige emotionale und auch wirtschaftliche
ter noch zu sprechen komme. Achterbahnfahrt. Es fing damit an, daß man mir Anfang
Ich mag manchmal etwas undiplomatisch sein – das August einfach ohne Begründung meinen Internet-
ist die Kehrseite, wenn man sehr offenherzig und ehr- Server abdrehte. In diesem Augenblick erwies sich
lich ist – aber zumindest beschimpfe und verfluche ich mein Versuch als Fluch, meinen Server durch das Ver-
andere nicht. Könnten wir uns wenigstens darauf eini- mieten von Plattenplatz an Dritte mitzufinanzieren: Ich
gen, unseren Dampf zu Hause abzulassen, bevor wir mußte binnen weniger Stunden fünfzehn Webseiten si-
derartige Zeilen über andere Leute niederschreiben, mit chern, dann in den folgenden Tagen einen neuen Server
denen wir uns streiten? Dieser gute Ratschlag gilt frei- finden und alle zehn Seiten wieder einrichten sowie
lich für alle sozialen Situationen, sogar und insbesonde- meine Kunden in den neuen Server einweisen. Eine
re bei Auseinandersetzungen mit Gegnern und Feinden, ganze Woche ging dabei verloren. Direkt daran schloß
denn in einer Diskussion erscheint man immer dann sich eine Fahrt zu meinen Schwiegereltern in spe an, wo
überlegen, wenn man einen kühlen Kopf bewahrt. (Ich meine Verlobte und ich eine Heiratslizenz beantragen
weiß, ich sollte mich selbst reden hören…) mußten sowie die anstehende Hochzeit organisieren
Wir Revisionisten sind eine Gemeinschaft exzentri- durften. Unmittelbar danach kam meine Mutter mit
scher Persönlichkeiten. Daran ist an und für sich nichts meinem Sohn für zwei Wochen zu Besuch. Ich hatte
Falsches, denn wenn wir normal wären, würden wir es meinen nunmehr achtjährigen Sohn seit vier Jahren
nie wagen, jenseits des Gewöhnlichen zu denken und nicht mehr gesehen. Dementsprechend viel hatten wir
diesen ungleichen, Sisyphos-ähnlichen Kampf gegen beide nachzuholen.
den Holocaust-Moloch anzutreten. Uns würde nicht in Kaum im Büro zurück, stapelten sich die Beschwer-
den Sinn kommen, gegen den reißenden Strom sozialer den von Kunden, die ihre Bestellungen vom Juni, Juli
Hysterie anzuschwimmen, der uns umgibt. Solange wir und August nicht erhalten haben. Nach Tagen der
uns nur bewußt sind, daß wir uns zwar nicht gegenseitig Überprüfung von Dateien, Computern und Netzwerken
zu lieben brauchen, daß wir aber dennoch zusammen stellte sich heraus, daß die Email-Adresse meiner engli-
kämpfen in dieser Auseinandersetzung,
der wir unentrinnbar ausgesetzt sind.
In diesem Sinne möchte ich mich
für meine Schwächen entschuldigen,
die mein Verteidiger 1993 in Deutsch-
land als meine ununterdrückbare Ten-
denz beschrieb, zu sprechen und zu
schreiben, wie mir der Schnabel ge-
wachsen ist, und selbst dann nicht auf-
zuhören, wenn ich mich damit an den
Galgen schreibe. Das ist genau das
Material, aus dem wahre Revisionisten
gebaut sein müssen, ob sie nun Salzer,
Irving, Berg, Rudolf oder sonst wie
heißen. Ich liebe euch alle!
Ich reiche daher all jenen die Hand,
die ich mit meinen Schriften empört
habe oder in Zukunft noch empören
werde. Ich meine es nicht persönlich.
Ich kann einfach nicht meinen Mund
halten oder meine Finger von der Ta-
statur lassen. Aber das gereicht viel
mehr der Holocaust-Lobby zum Scha-
den als es je meinen Mit-Revisionisten
schaden kann, weshalb ich hoffe, daß
Sie uns Revisionisten – mich einge-
schlossen – auch in Zukunft unterstüt-
zen werden in unseren Einsatz gegen
den Holocaust-Wahnsinn…

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 251


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

anwalt Hans-Heiko Klein in seiner Begründung – seien


auch 55% meines gesamten Umsatzes auf diesem Konto
zu beschlagnahmen, da es sich dabei um Einkünfte aus
krimineller Tätigkeit handele:7
Nr. 41, 02. Oktober 2004
“Nach Ansicht der Ermittler stammten die Gelder
Neonazi-Helfer in Königsbronn verhaftet aus dem Verkauf von rechtsextremen Büchern und
Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Volksverhet-
Zeitschriften und sind deshalb genauso einzuziehen
zung hat die Staatsanwaltschaft Mannheim den im
baden-württembergischen Königsbronn lebenden
wie Drogengelder”
Rudolf G. verhaftet. Der pensionierte Physiker soll Womit mal wieder erwiesen wäre, daß revisionisti-
den bereits 1995 zu einer Haftstrafe verurteilten, sche Schriften im freiesten aller Staaten, die es je auf
aber untergetauchten Neonazi Germar Rudolf deutschem Boden gab, als ähnlich geistig verwirrend
beim Verbreiten seiner volksverhetzenden Bro- eingestuft werden wie Drogen. Daher werden in
schüren unterstützt haben. Nach den Ermittlungen Deutschland nicht nur beschlagnahmte Drogen in Müll-
der Staatsanwaltschaft soll G. für das Rudolf-
Konto 331785005 bei der Heidenheimer Volksbank
verbrennungsanlagen verbrannt, sondern auch Bücher.
als Bevollmächtigter eingesetzt worden sein. Über Sonst wär’s ja auch nicht Deutschland!
die Bankverbindung wickelte offenbar ein dem Daß ein Großteil der auf dem Konto eingehenden
flüchtigen Rudolf zugerechneter Verlag seine Ge- Beträge gar nichts mit dem Verkauf von Büchern zu tun
schäfte mit Schriften ab, in denen die Massenmor- hat, darauf ist die Staatsanwaltschaft freilich gar nicht
de an den Juden während der Zeit des Nationalso- gekommen.
zialismus abgestritten werden. G. soll regelmäßig
die eingegangenen Erlöse der volksverhetzenden
Selbstverständlich befand sich auf dem Konto auch
Broschüren an Rudolf weitergeleitet haben. Durch nicht annähern eine solche Summe. Der tatsächlich fi-
den Vertrieb der illegalen Zeitschriften sollen die nanzielle Schaden für mich hält sich in Grenzen, muß
beiden nach Erkenntnissen der Fahnder sechsstel- aber dennoch überwunden werden. Falls Sie mir dabei
lige Euro-Beträge erzielt haben. Deshalb wurden helfen wollen, so würde ich dies sehr begrüßen – vgl.
auch das Auto und das Wohnhaus von G. gepfän- den umseitigen Kasten mit mehr Infos.
det.
Wie Sie verstehen werden, muß ich nun sämtliche
5
Volksverhetzung der deutschen Medien. Tatsächlich Bankgeschäfte in Deutschland beenden und statt dessen
hat die betroffene Person keinen Pfennig verdient; die ausschließlich meine Konten in England und den USA
über das Konto laufenden Beträge waren Umsatz und benutzen. Dritte Personen boten mir zwar an, für mich
Spenden von vier Jahren, nicht Verdienst; verkauft ein Konto zu führen – darunter sogar ein Professor an
werden wissenschaftliche Studien, nicht Broschüren; einer Universität, der dafür ein Universitätskonto ver-
und Germar Rudolf ist kein “Neonazi” und war es auch
wenden wollte! – jedoch kann ich solche großzügigen
nie.
Angebote aus mehreren Gründen nicht annehmen.
schen Versandabteilung nicht funktionierte, so daß Erstens, weil Hans-Heiko Klein auch neu eingerich-
Rechnungen und Versandanweisungen seit zwei Mona- tete Konten in Deutschland pfänden lassen würde.
ten spurlose verschwanden. Es kostete also eine ganze Zweitens und weitaus wichtiger, weil jeder, der mir in
Woche, dieses Problem zu lösen. dieser Angelegenheit hilft, selbst Gefahr läuft, wegen
In der darauf folgenden Woche bekam ich dann die Beihilfe zur Volksverhetzung rechtlich belangt und mit
Hiobsbotschaft, das Amtsgericht Mannheim habe mein seinem eigenen Vermögen haftbar gemacht zu werden!
deutsches Bankkonto gepfändet (vgl. Abbildung), da Daß dies nicht weit hergeholt ist, erfuhr ich dann
ich dem Land Baden-Württemberg 213.927,63 Euro Anfang September. Ich hatte nämlich einem Freund für
schulde. Anstatt also als Verleger endlich wieder krea- mein deutsches Konto eine Unterschriftsvollmacht ge-
tiv arbeiten zu können, mußte ich allerlei Maßnahmen geben. Obwohl er weiter gar nichts mit meinen ge-
treffen, um sicherzustellen, daß meine Kunden kein schäftlichen Aktivitäten zu tun hatte und auch nicht
Geld mehr auf dieses Konto überweisen – angefangen wußte, was sich auf meinem Konto tat – er bekam keine
mit einer Vollbremsung beim Versand des neu heraus- Auszüge zu Gesicht –, bekam er wenige Tage vor mei-
gekommenen Buches Der Erste Holocaust, das schon ner Hochzeit Besuch von der Staatspolizei. Da das Land
teilweise verpackt war. Alle Päckchen mußten wieder Baden-Württemberg von mir die 213.927,63 Euro nicht
geöffnet und mit neuen Rechnungen versehen werden! eintreiben kann, wurde kurzerhand die Person, der
Es dauerte einige Zeit, bis mein Anwalt herausfand, Freund, der eine Unterschriftsvollmacht zu meinem
was der Hintergrund dieser Beschlagnahmung ist. Aus Konto hatte, als Gesamtschuldner haftbar gemacht: Man
dem Gerichtsbeschluß geht hervor,6 daß es sich bei dem pfändete sein ganzes Vermögen. Er hatte zudem den
angeblich geschuldeten Betrag um etwa 55% aller je auf “Fehler” begangen, einen Flug in die USA zu buchen,
dieses Konto eingezahlten Beträge handelt. Da etwa um bei meiner Hochzeit Trauzeuge zu sein. Daher wur-
55% meiner deutschen Bücher den Tatbestand der de er kurz vor dem Flug kurzerhand – vermutlich we-
Volksverhetzung erfüllten, so der Mannheimer Staats- gen des Verdachts der Beihilfe zur Volksverhetzung,

252 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

verbunden mit Flucht- und Verdunklungsgefahr – in hinterlegen, damit das Testament sowohl juristisch was-
Untersuchungshaft genommen, die er erst nach Hinter- serdicht ist als auch von einer neutralen Person durch-
legung einer Kaution von €300.000 wieder verlassen gesetzt werden kann. In einer Vielzahl von Fällen habe
konnte.7 ich nämlich miterleben müssen, wie die Hinterbliebenen
Ich hatte das deutsche Konto auch verwenden wol- eines Gönners alle Hebel ziehen, um zu verhindern, daß
len, um von da aus eine Werbekampagne zu finanzie- Revisionisten wie ich auch nur einen müden Euro be-
ren, mit der ich die absackenden Abonnementzahlen kommen. Häufig wird zudem alles Material vernichtet,
von VffG abfangen wollte. Selbstverständlich kann nun das im Verdacht steht, nicht linientreu zu sein: Bücher,
aus dieser Werbeaktion nichts werden, und zwar nicht Manuskripte, Adressen. Es gilt zusätzlich zu bedenken,
nur, weil es nun schwierig geworden ist, Anzeigen zu daß der deutsche Staat ein Interesse daran hat, alles
bezahlen, sondern auch, weil ich guten Gewissens nie- Geld, was für mich bestimmt ist, zu beschlagnahmen.
manden mehr dem Risiko aussetzen
kann, wegen einer Geschäftsverbin-
dung mit mir in derart massive Mögliche Zahlungsweisen
Schwierigkeiten zu geraten. Aus die- für Castle Hill Publishers / Germar Rudolf
sem Grunde werde ich nun für zu- Vorweg: Spenden können an den Verlag Castle Hill Publishers oder an
künftige Werbekampagnen eine völ- Germar Rudolf persönlich ausgestellt werden. Allerdings sind nur Spen-
lig neue Strategie entwickeln müssen. den, die auf G. Rudolf persönlich ausgestellt werden, für Herrn Rudolf
An dieses Tohuwabohu schloß steuerbefreit!
sich dann am Wochenende des 11. 1. Kreditkarte (Master, Visa, American Express, Discover)
September eine Traumhochzeit an, Online: gehen Sie einfach zu unserer Webseite www.vho.org und klicken
bei der mein Freund Dr. Fredrick To- dort auf die Menü-Option “Pay a Bill” (Rechnung zahlen) oder “Donate”
ben als Ersatz-Trauzeuge einsprang. (Spende) und folgen Sie dann den Anweisungen. Sie können dort auch
Um dem Ganzen die Krone aufzu- einen Spenden-Dauerauftrag per Kreditkartenzahlung eingeben!
Offline: Wir können Ihre Kreditkartenzahlung bzw. -Spende auch übers
setzen, kündigte in der Woche nach Telefon annehmen, allerdings dauert die Eingabe aller Daten etwa 5 Mi-
meiner Trauung dann auch noch meine nuten, die Sie mit uns am Telefon verbringen müssen. (Auslandsge-
Sekretärin, für die ich nun Ersatz fin- spräch in die USA!) Sie können uns Ihre Kreditkartendaten alternativ per
den muß, was auch wieder Wochen an Brief, Email oder Fax zukommen lassen. Um eine solche Kreditkartenbe-
Einstellungsgesprächen und Einarbei- lastung tätigen zu können, brauchen wir von Ihnen die folgenden Daten:
tungszeit kosten wird. Kreditkarten-Nummer, Auslaufdatum, Name (wie auf Karte angegeben),
Und zu guter Letzt hat mir der dreistellige Sicherheitsnummer von der Rückseite der Karte, Adresse, an
Schweizer Revisionist Arthur Vogt8 die Ihre Kreditkarten-Auszüge gesandt werden, Ihre Telefonnummer (für
in seinem letzten Willen zwar Rückfragen).
100.000 Franken vermacht, jedoch 2. Schecks:
hat er übersehen, daß er dreißig Jahre – Schecks können entweder auf den Verlag Castle Hill Publishers oder
früher mit seiner Ehefrau einen Ehe- auf den Eigentümer des Verlages, Germar Rudolf, ausgestellt werden.
– Schecks aus Euro-Ländern bitte immer auf Euro ausstellen!
vertrag abgeschlossen hatte, in dem
– Schecks britischer oder irischer Banken bitte immer in GB-Pfund aus-
festgeschrieben worden war, daß der stellen.
jeweils überlebende Ehepartner das – Schecks US- oder kanadischer Banken bitte immer in US-Dollar aus-
Gesamtvermögen erbt. Anstatt also stellen.
bei all dem auf mich gerichteten Ar-
3. Bar: Wir akzeptieren alle Währungen, bevorzugen jedoch Euro, Briti-
tilleriefeuer durch eine Erbschaft et- sche Pfund und US-Dollar. Bitte senden Sie größere Beträge nur als
was Entlastung zu bekommen, blieb Einschreiben.
ich auch hier nur auf Rechtsanwalts-
4. Überweisung:
kosten sitzen – zuzüglich zu den – Deutschland: Kein Konto mehr vorhanden!
18.000 US-Dollar, die mein hiesiger – Großbritannien: nur für persönliche Spenden: Germar Rudolf, HSBC
Anwalt für die im Frühjahr dieses Bank, 79 Seaside, Eastbourne, BN22 7NQ, UK, BIC: MIDL GB 2129
Jahres eingereichte Berufungsbegrün- U; BLZ: 402005, Konto: 71299948, IBAN: GB57MIDL402005-
dung in meinem Asylverfahren haben 71299948
will. Für Rechnungsbegleichungen: Castle Hill Publishers, dieselbe Bank,
Ich möchte daher all jene, die er- Konto: 91149156, IBAN: GB30MIDL402005-91149156
wägen, mich in ihrem Testament zu – USA (wegen generell hoher Gebühren nur für Beträge über €/$100):
bedenken, herzlichst bitten, ein sol- Germar Rudolf, Charter One Bank, 1215 Superior Ave., Cleveland, OH
44114, USA; BLZ: 241070417, Konto: 8714395508, weder Swift noch
ches Testament durch einen kompe-
IBAN (Anweisungen mit diesen vollständigen Angaben klappen aber
tenten Anwalt erstellen zu lassen und dennoch.) Castle Hill Publishers, dieselbe Bank, Konto: 8710111236.
in einer Ausfertigung bei diesem zu

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 253


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

Unter solchen Randbedingungen – d.h. von häufig sehr


***
feindlichen Verwandten und einem räuberischer Staat –
muß ein Testament durch Experten verfaßt werden. Wie Sie an dieser Ausgabe von VffG merken, hat
Wenn dies nicht gemacht wird, so besteht die Gefahr, sich das Aussehen der Zeitschrift etwas geändert. Der
daß mich meine ablebenden Unterstützer durch An- Grund dafür liegt daran, daß ich als Ein-Mann-Betrieb
waltskosten noch in den Bankrott erben. (mit Halbtags-Sekretärin) zwei Zeitschriften herausgebe
Daß es unter den oben beschriebenen Umständen – eine deutsche und eine englische. Um mit der be-
überhaupt noch einen deutschsprachigen revisionisti- grenzten Zeit wirtschaftlich umzugehen, habe ich be-
schen Verlag gibt, der noch etwas produziert, grenzt reits in den früheren Ausgaben dieses Jahres die Art
schon an ein Wunder. Und solange ich irgendwie kann, und Weise, wie zitiert wird, in beiden Zeitschriften an-
wird sich daran auch nichts ändern. Allerdings muß ich geglichen: Es wird nur noch eine Art von “Anführungs-
in naher Zukunft meine Arbeitsweise umstellen, da mit zeichen” verwendet, und Kursivsetzungen von Zitaten
wachsendem wissenschaftlichen Erfolg auch der Wider- im Fließtext bleiben aus.
stand gewachsen ist, was einen wirtschaftlichen Erfolg Auch werden Sie nun öfter isolierte Zeilen vor bzw.
sehr schwierig macht. Und davon soll der nächste Ab- nach Seiten- und Spaltenumbrüchen finden, denn die
satz handeln. Stunden, die ich damit verbringe, diese aus ästhetischen
Gründen zu vermeiden, sollte ich wirklich effektiver
Ihr Letzter Wille nutzen.
Sowohl einige der aktivsten Revisionisten Zudem muß ich nun einem Programmierfehler des
wie auch einige ihrer großzügigsten Unter- von mir für Satzarbeiten verwendeten Programms,
stützer versäumten es, ihren letzten Willen Microsoft Word, nachgeben, das mich bisher viel Zeit
aufzusetzen oder ihn sachgerecht zu ver- beim Umbruch gekostet hat: Word gleicht Spalten am
fassen (z.B. Artur Vogt,8 Gerhard Förster,9 Ende eines Absatzes nicht immer sauber ab und versagt
H.-J. Witzsch,10 Farell-Edison re. IHR11). In- manchmal ganz. Um trotzdem den Übergang von einem
folge dessen gingen sowohl materielle wie Beitrag zum nächsten auf ein und derselben Seite zu
auch wissenschaftliche Werte von unbe- ermöglichen, mußte ich manchmal wahre Kunststücke
kanntem Ausmaß verloren. vollbringen. Das hat nun ein Ende: Vollwertige Beiträ-
Ich appelliere daher an alle, die es mit ihrer ge beginnen von jetzt an immer auf einer neuen Seite,
Unterstützung des Revisionismus ernst einschließlich einer Kopfzeile mit den Literaturangaben
meinen, diesen Fehler zu vermeiden. Gehen des jeweiligen Beitrages, zumal Beiträge aus den Vier-
Sie beizeiten zu einem Anwalt und setzen teljahreshefte für freie Geschichtsforschung immer öfter
Sie Ihren Letzten Willen so auf, daß dieser kopiert und zitiert werden.
klar und eindeutig ist. Hinterlegen Sie eine Auch werde ich mich ab sofort nicht mehr sklavisch
Kopie dieses Testaments auch bei diesem an die 120 zu füllenden Seiten halten, denn das allein
Anwalt. Sehen Sie zu, daß eine vertrauens- kostet jede Menge Zeit. Es wird also ab nun Hefte ge-
würdige Person Testamentsvollstrecker ist. ben, die auch einmal ein paar Seiten weniger haben
Bedenken Sie: Ein fehlendes oder ein zwei- oder auch einmal am Ende ein paar wenige Leerseiten
deutiges Testament führt bei so umstritte- besitzen.
nen Themen wie dem Revisionismus fast Der Bitte vieler Leser nachkommend wurde schließ-
unvermeidbar zu teuren Prozessen. Wenn lich die Lesbarkeit erhöht durch Verwendung eines
Sie also Schaden von Ihren Verwandten und Erstzeilen-Einzug für jeden Absatz und einer etwas
größere Schrift (11pt statt 10pt).
vom Revisionismus abwenden wollen, sor-
Ab Spätsommer nächsten Jahres, wenn meine Frau
gen Sie bitte dafür, daß Ihr Letzter Wille klar
ihren Beruf wieder aufnimmt, werde ich zudem ab und
und eindeutig ist und daß er auch voll-
zu babysitten (-) und den Haushalt versorgen dürfen.
streckt werden kann!
Das heißt, daß meine Zeit noch knapper bemessen sein
Es ist nie zu früh für ein Testament! Ich
wird. Wie dies mit der Herausgabe von zwei Zeitschrif-
selbst habe meines vor Jahren verfaßt.
ten sowie Büchern in zwei Sprachen vereinbar sein
Niemand ist unsterblich, und wer es ernst
wird, steht noch in den Sternen. Vielleicht ist es unver-
meint mit seinem Einsatz für historische
einbar, aber ich sehe eine Möglichkeit, um es doch
Genauigkeit und Wahrheit, der sollte es
möglich zu machen: Ich bekommen Hilfe aus meiner
auch ernst meinen mit der Genauigkeit sei-
Leserschaft. Wenn wir uns alle als eine Gemeinschaft
nes Letzten Willens und dessen wahrhafti-
ansehen, die zusammenhalten muß, wenn diese einzige
ger Durchsetzung!
unzensierbare revisionistische Zeitschrift überleben
Bitte warten Sie damit nicht bis einen Tag
soll, dann kann es durchaus funktionieren.
nach ihrem unerwarteten Unfalltod!
Ich hoffe zum Beispiel auf Leser, die sich bereit er-

254 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Der Revisionismus ist in Schwierigkeiten – oder doch nicht?”, S. 250-255

klären, für mich den deutschen Bücher- gentum zu beschlagnahmen, dann hätte
markt bezüglich Neuerscheinungen zur ich schon längst meine ganzen Finanzen
Geschichte zu beobachten, insbesondere im Internet offengelegt, um Ihnen allen
natürlich alles, was kontrovers und revi- zu zeigen, daß ich hier ganz spartanisch
sionistisch ist. Sodann wäre gut, eine lebe. Aber da alles, was ich sage, gegen
kleine aber feine Gemeinde von Rezen- mich und andere verwendet wird, muß
senten zu haben, die diese Bücher dann ich mich mit finanziellen wie anderen
für VffG rezensieren können. Ich kann persönlichen Angelegenheiten leider zu-
die Bücher kostenlos zur Verfügung stel- rückhalten. Es bleibt mir lediglich die
len, und anschließend können sie ins Ei- Referenz zu angesehenen Revisionisten,
gentum des Rezensenten übergehen, wie Prof. Dr. Arthur Butz, Jürgen Graf
quasi als Bezahlung. und Dr. Fredrick Toben, die mich des öf-
Ein anderer Bereich, für den ich drin- teren besucht haben und wissen, wie be-
gend einen zentral verantwortlichen Frei- scheiden ich lebe. Wer sicher gehen will,
willigen suche sowie einige Zuarbeiter, daß Spenden bei mir wirklich in guten
wäre die Rubrik “In Kürze”, die immer recht zeitauf- Händen sind und nicht zur persönlichen Bereicherung
wendig ist. Dabei sollte Relevantes aus Meldungen der mißbraucht werden, kann diese Herren um Auskunft
Medien, von rechten Menschrechtsorganisationen und bitten.12
vor allem aus einigen Email-Listen gesammelt und Zu guter Letzt bleibt mir nur noch der Hinweis, daß
dreimonatlich zusammengefaßt werden. jede Korrespondenz mit mir am besten über meine Post-
Ein anderer Bereich betrifft die Übersetzung von Ar- fach hier in den USA läuft (oder noch besser: per
tikeln vor allem aus dem Englischen ins Deutsche. Ei- Email: chp@vho.org). Zwar besitze ich mein Postfach
gentlich sollte dazu mit etwas Übung fast jeder in der in England nach wie vor, jedoch wird die dort
Lage sein, der 50 Jahre und jünger ist. Ich habe dafür eingehende Post lediglich gesammelt und an mich hier
schon vor geraumer Zeit eine Webseite eingerichtet, auf in die USA einmal pro Monat weitergeleitet. Wer also
der man sich informieren kann, siehe den leichten Aufpreis für einen Brief in die USA nicht
www.vho.org/support/edit/trans.html. scheut, aber 6 Wochen Verzögerung vermeiden will,
Schließlich müßte ich eine Vollzeitkraft einstellen, der sollte seine Post direkt nach Chicago senden, vgl.
die mir hier in Chicago hilft bei der Akquisition von das Impressum dieser und früherer Ausgaben …
Autoren, bei der Recherche für Beiträge, Illustration,
Layout, Lektorat, sowie bei Aufbau und Verwaltung Anmerkungen
des Buchprogramms. Das Problem ist, daß ich dies zur 1
G. Rudolf, “A Footnote of Irony”, The Revisionist 2(2) (2004), S. 122.
Zeit nicht vollständig finanzieren kann, aber solange die 2
Vgl. David Cole, Bradley Smith, “David Cole Interviews Dr. Franciszek
Finanzierung nicht gesichert ist, kann ich niemandem Piper, Director, Auschwitz State Museum”,
(www.vho.org/GB/c/DC/gcgvcole.html); David Cole, “A Jewish revi-
guten Gewissens eine solche Stellung anbieten. Wenn sionist’s visit to Auschwitz.”, JHR, 13(2) (1993), S. 11-13.
3
es zum Beispiel gelänge, daß z.B. 500 Abonnenten von Vgl. Josef G. Burg, Zionnazi Zensur in der BRD, Ederer, München 1980
(www.aaargh.fr/fran/livres2/Zionnazi.pdf).
VffG jeden Monat etwa 4 Euro spenden (oder etwa 50 4
Ch. Provan, “The Blue Color of the Jewish Victims at Belzec Death
Euro pro Jahr), dann wäre eine solche Finanzierung ge- Camp – and Carbon Monoxide Poisoning “, The Revisionist 2(2) (2004),
sichert. Dann wäre auch die Zukunft der Vierteljahres- 5
S. 159-164 (www.vho.org/tr/2004/2/Provan159-164.html).
So auch der Südwest-Rundfunk, 4.10.2004,
hefte für freie Geschichtsforschung und des Revisionist www.swr.de/nachrichten/bw/2004/10/04/index6.html.
gesichert, den beiden einzigen wissenschaftlichen voll- 6
Vgl. online www.vho.org/GB/c/GR/AS.html
7
blütig revisionistischen Zeitschriften in diesen beiden Daniel Ernst, “Neonazi-Helfer ist wieder frei”, Stuttgarter Nachrichten,
6.10.2004.
entscheidenden Sprachen. Ein Weg, um dies zu be- 8
Vgl. Jürgen Graf, “Arthur Vogt, der erste Schweizer Revisionist (1917 –
werkstelligen, wäre zum Beispiel, wenn mehr Abonnen- 2003)”, VffG 8(1) (2004), S. 109f.
ten als bisher anstatt eines einfachen Abos ein Fördera- (www.vho.org/VffG/2004/1/Graf109f.html).
9
Vgl. VffG 2(4) (1998), S. 327 (www.vho.org/News/D/News4_98.html#7)
bo beziehen würden, das 45 Euro mehr im Jahr kostet 10
Vgl. I. Weckert, “Ein Lehrstück christlichen Nächstenhasses”, VffG 8(1)
als das einfache Abo. Alternativ können Sie auch Dau- (2004), S. 108 (www.vho.org/VffG/2004/1/Weckert108.html).
11
eraufträge für Belastungen auf Kreditkarten einrichten, Vgl. Germar Rudolf, “IHR: Sinkt das Schiff?”, VffG 6(3) (2002), S. 244-
258 (www.vho.org/VffG/2002/3/Rudolf244-258.html)
vgl. den Kasten mit Hinweisen auf mögliche Zahlungs- 12
Prof. Dr. Arthur Butz: ArtButz@aol.com; Jürgen Graf:
weisen. language@vho.org; Dr. Fredrick Töben: fred@adelaideinstitute.org
Wenn Hans-Heiko Klein nicht jeden Finanzbericht
von mir dazu verwenden würde, irgend jemandes Ei-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 255


Georg Kausch, “Der große sowjetische Raumfahrtschwindel”, S. 256-260

Der große sowjetische Raumfahrtschwindel


Von Georg Kausch

Kommunistische Propaganda hat es erfolgreich verstanden, auf vielen Feldern menschlicher Aktivitä-
ten Schwarz für Weiß auszugeben. Warum also sollte die westliche Welt, die in der Raumfahrt führend
ist, ungeprüft sowjetische Behauptungen glauben? Der Verfasser des nachfolgenden Aufsatzes hat die
sowjetischen Weltraumprojekte viele Jahre lang untersucht. Seine Schlußfolgerung ist, daß sie mit größ-
tem Mißtrauen betrachtet werden müssen. Es hat den Anschein, daß sogar westliche Wissenschaftler so
einfältig sein können wie die Politiker der westlichen Welt.

Der lärmende Medienjubel über das “Weltraumtref- auch über Oberst Leonow im besonderen sowie über
fen” zwischen drei amerikanischen Astronauten und dessen sonderbare Erlebnisse mit “Woschod 2” im Jah-
zwei russischen Kosmonauten im Jahre 1975 konnte re 1965.
nicht die unangenehme Tatsache verbergen, daß die Die gleichen Medien meldeten damals, die Sowjet-
Sowjetunion ein minderwertiger und ziemlich unbehol- union habe einen Vorsprung von fünf oder gar zehn
fener Weltraumpartner für die Vereinigten Staaten war. Jahren im “Wettlauf im Weltall”. Viele werden sich
Man erkannte dies so offensichtlich, daß die Begeiste- daran erinnern. Im März 1965, wenige Tage vor dem
rung in den westlichen Medien für die “Entspannung im Beginn des Gemini-Raumfahrtprogramms, gab es frei-
Weltraum” schnell abkühlte und weitere Berichte auf- lich noch wenig Erfahrung über bemannte Raumflüge.
fallend kurz wurden. Die Weltpresse hatte ihre Sensation, als über den Start
In Übereinstimmung mit dem allgemeinen Ausver- eines sowjetischen Raumfahrzeugs des Namens Wo-
kauf des Westens hatte “Apollo” “Sojus” aufzusuchen schod 2, bemannt von zwei Kosmonauten, berichtet
und zu treffen (sicher nicht nur, weil das russische wurde. Schon beim zweiten Erdumlauf hatte einer von
Raumfahrzeug nicht imstande war, größere Kursände- ihnen, Alexei Leonow, die Kapsel verlassen und
rungen im Raum durchzuführen). In einer eisigen Szene schwebte frei im Weltraum. Ein Film von miserabler
mußte US-Astronaut Oberst Stafford zu Kosmonaut Qualität über den “ersten Raumspaziergang” wurde
Leonow gehen, um ihm die Hand zu schütteln. Oberst über alle Fernsehsender der Welt verbreitet. Kommenta-
Stafford, ein Veteran von Gemini 6, Gemini 9 und re über diese “sowjetischen Weltraumsprung vorwärts”
Apollo 10, hätte das wahrscheinlich erheblich mehr er- waren niederschmetternd für viele Widersacher des
zürnt, wenn er nicht nur über das Benehmen von Kom- Kommunismus.
munisten im allgemeinen mehr gewußt hätte, sondern “Wie schon bei früheren Erstleistungen der so-
wjetischen Raumfahrt, so lief auch jetzt die
Reklamemaschinerie auf vollen Touren.”
(Gautier, Das Wettrennen zum Mond)
Zur Belohnung für ihre Leistung durften Pa-
vel Beljajew und Alexei Leonow zu westliche
Weltraumkongressen reisen. Was sie dort begie-
rigen Hörern erzählten, war ein bißchen Hiervon
und Davon, aber sehr enttäuschend bezüglich
technischer Einzelheiten. Über die Konstruktion
der “Woschod”-Kapsel wurde überhaupt nichts
mitgeteilt, und bis zum heutigen Tage sind keine
Bilder oder technischen Daten veröffentlicht
Links: “Alexei Leonows Raumspaziergang – Ein Fernseh-
worden. Aber im Laufe der Jahre, als mehr und
bild von Alexei Leonow während des ersten Raumspazier-
gangs. Bilder guter Qualität von Leonows Spaziergang au- mehr Interviews bekannt wurden, kam eine selt-
ßerhalb von Woschod 2 sind nicht erhältlich, da die außen an same Tatsache ans Licht: Die Geschichten, die
Woschod 2 angebrachte Kamera von der Schleuse aus, die Leonow erzählte, unterschieden sich beträchtlich
vor dem Wiedereintritt abgeworfen wurde, nicht sichergestellt voneinander, ja widersprachen sich manchmal.
werden konnte.” Seinem Gesprächspartner Charles Gautier er-
So die NASA auf ihrer Webseite.1 zählte er:
Rechts: Angeblich eine ähnliche Szene vom gleichen “Als wir über Afrika waren, hatte ich mit
Raumspaziergang – von einer russischen Webseite.2 Die der Vorbereitung zum Ausstieg begonnen.
Schläuche verlaufen unterschiedlich.

256 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Georg Kausch, “Der große sowjetische Raumfahrtschwindel”, S. 256-260

Über dem Mittelmeer war ich schon zur


Hälfte draußen. Kurz vor Simferopol stieg
ich ganz aus. Ich flog aus der Schleuse wie
der Stopfen aus der Flasche. Ich schaute
gleich hinunter: Wir flogen irgendwo über
Kertsch. Ich habe das Schwarze Meer gese-
hen, die blaue Schale der Bucht von Novo-
rissijsk, fern Wolkenschleier über dem Kau-
kasus. Dann zeigte sich das breite Band der
Wolga. Die Ural-Berge habe ich nicht be-
merkt: Ich machte gerade Purzelbäume. Ich
filmte auch. Dann zeigten sich die mächti-
gen Ströme Irtysch und Jenissej. Über dem
Jenissej befahl mir der Kommandant, wie-
der einzusteigen.
Der Einstieg gestaltete sich schwieriger Oben: Angeblich ein Bild
als der Ausstieg. Ich mußte die Zeit einhal- der Woschod-Kapsel, 2,3 Me-
ten. Für mich stand fest, daß ich kein Recht ter Durchmesser – aber wo
hatte, Risiken einzugehen. Ich beschloß, die konnte sich bloß die 2,3 m
Fangleine nicht um die Hand zu wickeln. lange zylindrische Luftschleu-
se befinden?2
Das war auch richtig. Ich ging rasch in die
Schleuse und gab das Zeichen. Der Kom-
Rechts: Schemazeichnung
mandant machte die Luke zu, pumpte Luft in von Woschod 2. Die Luft-
die Kammer und ich schwebte in die Kapsel schleuse war angeblich an der
hinein. Seite angebracht, abstehend
Der Kommandant arbeitete programm- wie ein erregierter Penis. Doch
gemäß weiter, während ich in das Bordbuch wie hätte man ein solches Ob-
meine Eindrücke vom Aufenthalt außerhalb jekt in der schlanken Spitze
des Raumschiffes eintrug. Ich schrieb etwa einer Rakete befördern kön-
anderthalb Stunden lang.” nen?3
Wir halten von dieser Aussage die bemerkenswert Der medizinische Raumforscher Dr. Herbert Pichler
kurze Vorbereitungszeit fest, die Leonow benötigte. Die schreibt:
Zeit vom Anfang über Afrika bis zur Öffnung der Luke “In diesen [Raumanzügen] muß der Druck we-
kann nicht mehr als zehn Minuten betragen haben. sentlich (auf 0,24 at) herabgesetzt werden. Würde
die mehrschichtige flexible Plastikhülle nämlich mit
Widersprüchliche Darstellungen des Atemluft normalen Druckes gefüllt werden, so ent-
“Raumspaziergangs” stünde gegenüber dem Weltraumvakuum ein zu gro-
Anscheinend leicht und zugleich nicht so leicht war ßer Druckunterschied, der zur Starrheit der aufge-
Leonows Weltraumaufenthalt in den ersten Pressemel- blasenen Hülle führen würde. Es tritt ein ähnlicher
dungen. In The Australian vom 24. März 1965 hieß es: Effekt ein wie bei einem aufgepumpten Autoreifen.
“In einem Interview in der sowjetischen Presse Für einen “weichen” Raumanzug ist ein Innendruck
sagte Oberst Leonow, daß sein Sprung in den Welt- von 0,5 at das Maximum. Höhere Werte hemmen die
raum nicht schwierig war – eher einfach. ‘Das Schiff Bewegungsfreiheit der Astronauten. Da aber ‘ge-
zitterte und schien etwas vorwärts zu gleiten von wöhnliche’ Luft bei so niedrigem Druck für die At-
dem Stoß der Bewegung’, sagte er. Seine Rückkehr mung nicht ausreichen würde, geht man auf reine
in die Kabine war schwieriger. Sauerstoffatmung über. Dazu ist eine Umstellungs-
Er sagte, die Erde sah flach aus, ihre Krümmung zeit von etwa einer Stunde notwendig; während die-
nur am Horizont erkennbar. ‘Vor mir war schwarzer ser Zeit wird der in den Körperflüssigkeiten gelöste
Himmel. Ich sah die Sterne hell, aber sie funkelten Stickstoff ‘ausgespült’.” (Pichler, Die Mondlandung,
nicht. Die Sonne hatte kein Halo und schien in einen Seite 245ff.; Hervorhebungen hinzugefügt)
schwarzen samtenen Hintergrund geschweißt.’ Leonow erzählte Kenneth Gatland, Vizepräsident
Alles, was er machte, brauchte ungeheure An- der Britischen Interplanetaren Gesellschaft, auf dem
strengung und er war ziemlich ermattet. Oberst Leo- Raumfahrtkongress in Athen 1965, was er sonst nir-
now bestritt Sorgen für seine Sicherheit, aber gab gendwo erwähnte:
zu, daß er nicht gewohnt war, in seinem Raumanzug “Bevor er die Kabine verließ, war der (Rauman-
zu arbeiten.” (Hervorhebungen von mir) zug-) Druck 0,27 at, als er in das Weltraum trat, war

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 257


Georg Kausch, “Der große sowjetische Raumfahrtschwindel”, S. 256-260

er 0.4 at. Und er verstellte ihn auf 0,2¼ bevor er zu- daß in der amtlichen Verlautbarung der TASS ein Ka-
rückkehrte. Er bestätigte, daß er [Leonow] außer- binendruck von 20% höher als auf der Erde bekanntge-
halb ungefähr zehn Minuten blieb, weitere zehn Mi- geben wurde! Wie konnte Leonow sich auf den Welt-
nuten verbrachte er in der Luftschleuse – insgesamt raumgang vorbereiten, ohne die Taucherkrankheit zu
20 Minuten im Vakuum.” bekommen oder zu ersticken? Zu welchem Zweck än-
So berichtet Mr. Gatland von Leonow. Dazu Dr. derte er den Druck im Raumanzug dreimal innerhalb
Pichler: von zehn Minuten? Kann sich jemand die technischen
“Das sowjetische Verfahren hat den Nachteil, Probleme vorstellen, in einem engen Raumschiff Luft
daß ein Aufenthalt im Weltraum eine sehr lange mit 80% trägem Stickstoff zu reinigen?
Vorbereitungszeit beansprucht.” (Herv. hinzuge- “In Genf sagte ein Kosmonaut heute, er und sei-
fügt) ne Kollegen hatten keine solchen Schweißausbrüche
Wer wurde hier zum Narren gehalten? und Atemschwierigkeiten wie der amerikanische
“In einer Zusammenfassung der letzten Meldun- Astronaut Richard Gordon bei seinem Aufenthalt im
gen sagte TASS, daß die Kosmonauten während der freien Weltraum.
letzten Nacht im Wechsel schliefen, ruhten und früh- Dr. Boris Jegorow, der an dem Drei-Mann-
stückten. Die Nachrichtenagentur sagte, daß die Raumflug im Oktober 1964 teilnahm, berichtete auf
Atemfrequenz der Kosmonauten zwischen 18 und 20 einer Pressekonferenz, der wahrscheinliche Grund
pro Minute, der Puls 72 bis 78 war. Kabinendruck sei, daß die Sowjet-Raumfahrer in vollständig nor-
war 1,2 Atmosphären, die Temperatur 18 Grad und malen atmosphärischen Verhältnissen arbeiteten”
die Feuchtigkeit 45%. TASS sagte, die Kosmonauten (The Australian, 22. September 1966)
sendeten Grüße an das Volk von Australien als sie Als Wissenschaftler, der sich mit der Bekanntschaft
über den Kontinent flogen.” (The Australian, 20. von Wernher von Braun brüstet, und als Raumforscher
März 1965) sollte Dr. Herbert Pichler (und alle sonstigen selbster-
Neben uninteressantem Geschwafel bemerken wir, nannten Raumfahrtexperten) den Unterschied zwischen
Dichtung und Wahrheit augenblicklich erfassen. Aber
er war kein Ebenbürtiger für den Genossen der KPdSU
Die absurde Landungsgeschichte Alexei Leonow, als er ihn auf dem Raumfahrtkongreß
von Woschod 2 1968 in Wien traf. Der abgebrühte Lügner erzählte
“Beim Wiedereintritt versagten die primären
Pichler von seinem Raumspaziergang in einer wieder-
Bremsraketen. Eine manuelle Zündung erfolgte um anderen Lesart und legte dabei den guten Doktor
einen Orbit später (vielleicht [sic!!!] mit den mühelos aufs Kreuz.
Feststoffbremsraketen an der Nase der Kapsel “Das Durchschleusen geht genau so vor sich wie
– die es bei Wostok nicht gab). Das Servicemo- das Durchschleusen eines Schiffes, nur hat die
dul löste sich nicht vollständig ab, was zu wil- Schleuse natürlich kleinere Abmessungen. Sie hat
den Schlingerbewegungen der mit dem Ser- eine zylindrische Form, etwa einen Meter im
vicemodul verbundenen Wiedereintrittssphäre Durchmesser, und ist 2,3 Meter lang. Zuerst wird
führte, bis die Verbindungskabel durchgebrannt die innere Luke geöffnet und ein Druckausgleich
waren. Woschod 2 landete schließlich nahe zwischen Schleusenkammer und Raumschiffkabine
Perm im Ural in einem dichten Wald 59:34 N,
durchgeführt. Nachdem der Druck in der Schleuse
55:28 O, am 19. März 1965 9:02 GMT. Die Besat-
zung verbrachte die Nacht im Wald, umgeben gleich dem in der Kabine war, bin ich im Rauman-
von Wölfen, bevor sie entdeckt wurde. Die Ret- zug in die Schleuse hineingeschwommen – man kann
tungsmannschaft mußte Bäume fällen, um eine nicht sagen: gekrochen – und habe die Luke hinter
Landungslichtung zur Hubschrauber-Bergung mir geschlossen. Durch ein Ventil strömte nun die
der Besatzung zu schaffen, die mit Schiern von Atmosphäre der Schleuse in den Weltraum ab, und
der Kapsel zur Lichtung fuhr. Die Kapsel selbst als der Druck in der Schleuse dem Außendruck ent-
konnte erst einige Tage später geborgen wer- sprach – etwa den milliardsten Teil des normalen
den.”4 Luftdruckes – öffnete ich die äußere Luke. Alles an-
Eine wild schlingernde Wiedereintrittsspähre würde dere war einfach. Ich bin in den Weltraum hinaus-
in der Atmosphäre verglühen… Sowjetische Kosmo- geglitten, bin ein bißchen herumspaziert und zu-
nauten waren anscheinen mit Schiern ausgerüstet, rückgekehrt. Auf der Erde während des Fluges wa-
aber sowjetische Rettungshubschrauber waren offen- ren alle Vorkehrungen getroffen, um mir ein Maxi-
bar nicht mit Seilen ausgerüstet, um die Kosmonauten mum an Sicherheit zu geben. Im Augenblick des Ab-
aus dem Wald zu fischen. Wie gelangte die Ret-
stoßens vom Raumschiff haben alle erwartet, es
tungsmannschaft, die die Bäume fällte, dorthin? Was
machen sowjetische Rettungshubschrauber, wenn sie werde ein scharfer emotioneller Höhepunkt eintre-
Schiffbrüchige aus dem Meer retten? Pumpen sie das ten, begleitet von einer Erhöhung der Atem- und
Wasser aus? Pulsfrequenz. Ich hatte jedoch keinerlei Gefühle der

258 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Georg Kausch, “Der große sowjetische Raumfahrtschwindel”, S. 256-260

Angst. Ich bin, wenn ich arbeite, ein sehr ernster wjetische Leistungsfähigkeit anzweifelten und alles für
Mensch, ich will ja nicht sagen, daß ich eine eiserne einen propagandistischen Betrug hielten. Wie er aufge-
Natur habe, aber der Puls hat sich nur um zwei zogen wurde, wird hier zum ersten Male enthüllt.
Schläge pro Minute erhöht. Das kommt wohl daher,
daß ich den sehr starken Wunsch hatte, dieses Expe- Ein Unglück im Weltraum – oder[…] ?
riment durchzuführen. (Pichler, Die Mondlandung, Am Sonnabend den 20. März 1965 meldete The
S. 246, Hervorhebungen von mir) Australian:
Wie kann jemand, eingeschlossen in einem Raum- “Eine Funkortungsstation in Bochum, West-
anzug und in einem Rohr von einem Meter Durchmes- deutschland, hörte die sowjetische Bodenleitstelle
ser, die Luke über seinem Kopf schließen und dann die den Kosmonauten Anweisung geben, die Fallschirm-
andere unter seinen Füßen öffnen? Wie kann er Frei- landung um 10:30 abends EAT durchzuführen, aber
übungen in einem Raumanzug (oder meinetwegen auch Woschod war eine Stunde danach immer noch im
ohne) machen, mit nur zwei Herzschlägen über normal? Umlauf. Die sowjetische Bodenleitung strahlte Lan-
Wie kann ein bloß starker Wunsch den Puls niedrig hal- dungsbefehle mit höchster Lautstärke beinahe unun-
ten? (diese Frage geht an den Arzt Pichler.) Solche Lüg- terbrochen aus und ersuchte um Bestätigung.
nerei wird in unserer Zeit hingenommen, geglaubt und Die Bodenkontrolle rief: ‘Achtung, Achtung,
gedruckt! meldet euch, meldet euch, wir senden neue Anwei-
sungen […] bestätigt durch telegraphischen Code.’
Weitere Unsinnigkeiten Signale, die andeuteten daß die Männer gelandet
Das ist nicht die einzige Widersinnigkeit des Raum- waren, wurden ungefähr um Mitternacht EST aufge-
fluges unseres Genossen Leonow. Zum Beispiel weiß fangen. In der Zeit davor hatten die Bochumer Fun-
niemand irgendetwas über die Luftschleuse, trotz Leo- korter Signale empfangen, wonach Woschod 2 wei-
nows Beschreibung. Gautier schreibt merkwürdig un- ter im Erdumlauf war, aber die Umlaufbahn verän-
genau: dert hatte.
“Leonow [hat] durch eine Art Schleuse das Dann kamen neue Zeichen, auf derselben Fre-
Raumschiff verlassen.” quenz wie die Woschod-Signale, aber anderer Qua-
Dr. Pichler glaubt, sie war innerhalb der Kabine. lität. Zuerst glaubten die Bochumer Wissenschaftler,
Aber der abgefallene und in den Westen geflüchtete daß sie von einem zweiten sowjetischen Raumschiff
sowjetische Raumfahrtjournalist Leonid Wladimiriow gesendet wurden. Weitere Beobachtungen führten zu
behauptete, daß die “Woschod” Raumkapsel mit der der Vermutung, daß sie während oder nach der
vorherigen “Wostok”-Ein-Mann-Kugel identisch war Landung gesendet wurden.”
und nur 2,3 Meter Durchmesser hatte. Wenn das zu- Hier offenbaren sich einige Fingerzeige, was sich so
trifft, dann mußte Leonow sich in den Weltraum hin- während sowjetischer Raumflüge in den sechziger Jah-
ausbegeben, um in die Schleuse “hineinzuschwimmen”! ren abspielte. Die Funkorter der Bochumer Universität
Wladimirow, der einige Brocken von seinen Oberen waren nahe daran, das große Geheimnis des Weltraum-
aufgepickt hat, aber keineswegs alle ihre Geheimnisse rennens wie einen Luftballon zerplatzen zu lassen – hät-
und keinem Start beigewohnt hat, glaubte, die Schleuse ten sie ihre Beobachtungen unvoreingenommen ausge-
sei außerhalb der Kugel befestigt gewesen. Das wirft wertet. Sie hatten entdeckt:
die unangenehme Frage auf, wie so ein Murks den Auf- – Signale, die anzeigten, daß Woschod 2 noch im
stieg durch die Atmosphäre mit Überschallgeschwin- Erdumlauf war, nachdem es hätte landen müssen.
digkeit überstehen konnte. Eine ganz idiotische Erklä- – Sie hatten bemerkt, daß Woschod die Umlaufbahn
rung fand ich im Buch eines westlichen Raumfahrtex- geändert hatte.
perten, der “die Luftschleuse anscheinend aufblasbar” – Ihnen war aufgefallen, daß Woschod seine Signale
für seine Leserschaft vorstellte. So willig möchten west- auf derselben Frequenz, aber nun ganz anderer Qua-
liche “Experten” alles glauben, was sie von der Sowjet- lität sendete, so daß sie zuerst vermuteten, ein ande-
propaganda vorgesetzt bekommen. Keiner von ihnen res Raumschiff befinde neben oder an der Stelle von
wagt es, ihre Lügenhaftigkeit zu erkennen bzw. bekannt Woschod 2.
zu machen! Die Sowjets arbeiteten tatsächlich Überstunden, um
Nun wollen wir sehen, ob die Geschichten über den der Weltöffentlichkeit zu erklären, was mit Woschod 2
“sowjetischen Raumfahrtveteran” nicht auf den Urheber nach Leonows angeblichem Raumspaziergang schief-
zurückfallen! Wenn es nach alledem unglaubwürdig ist, gegangen war. Die beiden Kosmonauten gaben später,
daß Leonow tatsächlich im Weltraum spazieren ging, viel später an, daß “das Bremsraketensystem versagte”
wie viel weniger wahrscheinlich ist es dann, daß die und sie “manuell” landeten. Sowjetische Verlautbarun-
Sowjets “im Weltraumrennen” voraus waren? In der gen behaupteten, die Antennen seien bei oder vor der
Tat, es gibt bekannte Kritiker wie Lloyd Mallan, Leonid Landung beschädigt worden. Aber solche Erklärungen
Wladimirow und Professor Anthony Sutton, die die so- genügen keineswegs; sie stimmen nicht mit den Beob-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 259


Georg Kausch, “Der große sowjetische Raumfahrtschwindel”, S. 256-260

achtungen überein. Am 24. März 1965 berichtete The zu einem wirklichen Raumfahrzeug. Wir verstehen
Australian erneut, daß “Woschod ernsthaft von seinem dann auch Jegorows Erklärung, “die Kosmonauten ar-
Kurs abwich und in einer sehr gefährlichen Lage war.” beiten in vollständig normalen atmosphärischen Ver-
(Hervorhebungen von mir) hältnissen”, typisch kommunistische Dialektik, was
“Woschod” soll, wie “Wostok”, eine Raumkapsel heißt: Sie verließen niemals den Erdboden bei diesen
ähnlich der amerikanischen “Mercury”-Kapsel gewesen “Flügen”. Und das große Rätsel, wie die Sowjetunion
sein, nicht imstande, im Weltraum zu manövrieren. Da ein schweres Raumfahrzeug mit zwei Kosmonauten und
Woschod 2 seine Umlaufbahn änderte (wofür es nicht technisch unmöglicher Ausrüstung an Bord in den Erd-
gebaut war), muß bestritten werden, daß Bejajew und umlauf schießen konnte, während sie die dafür benötig-
Leonow an Bord waren, denn die wußten und erzählten ten Raketen damals noch gar nicht zur Verfügung hatte,
nichts von einer geänderten Umlaufbahn. Ihr Ge- ist somit auch gelöst.
schwätz, sie seien “manuell” gelandet, ist technisch un- Es ist unwahrscheinlich, daß die sowjetischen Bo-
sinnig. Sie haben nie erklärt, wie sie ihr Raumschiff denkontrolle es fertig brachte, ihren Schwindel-Satel-
manuell ausrichteten, einen bestimmten Knopf drück- liten heil zur Erde zurückzubringen. Sie hat ihn an-
ten, und wunderbarerweise feuerten die Raketen dann scheinend durch Funkbefehl gesprengt. Das war näm-
doch. Die Beobachtung war aber, daß Woschod diesen lich das Schicksal des Satelliten Cosmos 57, der vier
ungeplanten 18. Umlauf “ernsthaft von seinem Kurs Wochen vorher, am 22. Februar 1965, gestartet worden
abweichend” machte. Es kann deshalb ausgeschlossen war. Und Cosmos 47 wurde nach 24 Stunden herunter-
werden, daß die Bremsraketen versagten. Sie zündeten gebracht. “Es war ein Versuchslauf für Woschod 1”, so
beim 17. Erdumlauf, nur sie feuerten in der falschen erzählt uns Mr. Gatland. Sowjetische Satelliten mit
Richtung. Das Raumschiff änderte deshalb seine Um- Stimmen auf Tonband wurden bei anderen Gelegenhei-
laufbahn. Wahrscheinlich geriet es ins Taumeln, wie al- ten beobachtet. Die Amerikaner haben erfolgreich seit
le unkontrollierten Satelliten, deshalb nun die unter- 1960 Satelliten wieder gelandet und Tonbandgeräte
schiedliche Qualität seiner Signale im Vergleich zur schon 1959 eingebaut. Genug Zeit für die Sowjetspio-
Zeit davor. Wiederum: falls Kosmonauten an Bord die- nage, sie auszukundschaften und zu kopieren.
ses verunglückten Raumschiffes waren, wären sie ret- Wir verstehen jetzt, weshalb Widersprüche in die-
tungslos verloren gewesen. sem Meisterstück sowjetischen Weltbetruges sich in je-
Die sowjetische Bodenkontrolle war offensichtlich der Einzelheit finden lassen. Einige berichteten über ei-
verwirrt und hilflos. Eine Katastrophe stand nicht auf ne Landung in der Arktis, einige in der Nähe des Ural,
dem Flugplan. Sie versuchten, zu improvisieren, aber einige nahe Perm. Es hieß, die Kosmonauten seien eini-
Probleme und Zeitdruck überwältigten sie. Es gab kein ge Stunden später oder erst nach Tagen gefunden wor-
Gespräch zwischen Kosmonauten und Bodenkontrolle. den in der Nähe eines Dorfes oder im Urwald, wo sie
Warum meldeten sich die Kosmonauten nicht? Warum ein Feuer angezündet hatten, um sich warm zu halten
blieben sie stumm in ihrer verzweifelten Lage? Sie soll- (welch eine Voraussicht ihrer Helfer, sie mit Zündhöl-
ten durch “telegraphischen Code” antworten. Was alles zern zu versehen!).
konnte dafür gelten? Aus offensichtlichen Gründen wa- All das würde man vergessen haben, wenn nicht die
ren diese Hinweise an westliche Funklauscher “mit Sowjetpropaganda den Genossen Leonow aus neunjäh-
höchster Lautstärke” gerichtet, nicht an Männer in ei- riger Versenkung für das “Treffen im Weltraum Apollo-
nem hoffnungslos angeschlagenen Raumschiff. Darum Soyuz” hervorgeholt hätte. Wahrscheinlich war beab-
noch einmal: Beljajew und Leonow antworteten nicht, sichtigt, mit diesem Trick den großen Schwindel von
weil sie gar nicht an Bord von “Woschod 2” waren! 1965 nachträglich aufzuwerten, der so blamabel endete
und sie haarscharf um ihr weltweites Prestige gebracht
Ein gigantisches Täuschungsunternehmen! hätte. Er sollte nicht nur ein älterer Raumfahrt-Veteran
Was für eine Art von Sowjetraumschiff hatte also sein als Stafford, sondern zudem der “erste Mann frei
die Erde umkreist, wenn es nicht eines war mit zwei im Weltraum” – eine niederträchtige Schmähung des
Kosmonauten an Bord? Alle aufgezeigten Widersprü- verunglückten Astronauten Ed White, der tatsächlich
che und Lügen verraten das Geheimnis von Leonows der erste frei im All schwebende Mensch war.
“Raumflug”: Was die Sowjetpropaganda “Woschod 2” Alexei Leonow, der sowjetische “Kosmonauten-
nannte, war tatsächlich ein winziger Satellit, der auf Held”, ist wahrlich ein Musterexemplar kommunisti-
Tonband aufgenommene Stimmen, Herzschlag usw. scher Falschheit.
und (gefälschte) telemetrische Daten zur Erde sandte für
ein gigantisches Täuschungsunternehmen! Anmerkungen
Wir verstehen dann auch die absolute Geheimnistue- 1
http://starchild.gsfc.nasa.gov/docs/StarChild/space_level2/leonov_spacewalk.html
rei um das “bemannte Raumfahrzeug Woschod” bis 2
http://www.april12.de/voskhod/voskhodmain.htm
3
zum heutigen Tag: Es existierte überhaupt nicht! Veröf- http://perso.club-internet.fr/molaire1/cosmos/albleon.htm
4
http://www.astronautix.com/flights/voskhod2.htm
fentlicht wurden nur Zeichnungen ohne jede Beziehung

260 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Georg Wiesholler, “Folterungen als Methode der US-Streitkräfte”, S. 261-264

Folterungen als Methode der US-Streitkräfte


Von Georg Wiesholler

Entsetzen herrscht in den USA über die Folterungen sezieren:5


in Irak, schreibt die Frankfurter Allgemeine vom 4. Mai “Amerika war immer schon heuchlerisch. Seit
2004. Ziemlich sauer reagierte Präsident George W. dieses Land von religiösen Fanatikern entdeckt
Bush über diese Folterbilder, die durch die Weltmedien wurde, hat sich vieles auf Gewalt und Verbrechen
liefen. Solche Missetaten, meinte er in seiner Rede am gegründet, aber wir tun immer so, als ob es diese
29. Mai, repräsentieren nicht die wahre Natur der ame- Tradition der Gewalt nicht gäbe. Dieser Aufschrei
rikanischen Soldaten. Es seien nur einige, die Verbre- ist deswegen so stark in Amerika, weil sich Amerika
chen begangen hätten, und diese würden auf das streng- gern zum Anwalt der Menschenrechte aufschwingt
ste bestraft werden. Die im Irak eingesetzten Truppen und sich berufen fühlt, Noten zu verteilen. Nur: so
kämpften, wie schon ihre Kameraden im Zweiten Welt- ein Aufschrei wird, wenn es sich um Menschen-
krieg, ritterlich im Kampf gegen das Böse. rechtsverletzungen in Amerika handelt, ungehört
Dieser Präsident ist ungebildet, oder er hat ein kur- und unverstanden verhallen. Und Abprallen wird
zes Gedächtnis. Aber die Mitglieder des heeresinternen der Vorwurf, die Vereinigten Staaten hätten eine
Untersuchungsausschusses meinten auch, “dies seien Konsularkonvention mißachtet, den Internationalen
Einzelfälle und deuteten nicht auf ein strukturelles Pro- Gerichtshof ignoriert, kurz: das Völkerrecht gebro-
blem hin.” chen. Genau das ist die Krux mit der Welt- und Hy-
So haben im Zweiten Golfkrieg diese Ritter ent- permacht: Dem Völkerrecht unterwirft sie sich dann,
waffnete irakische Soldaten erschossen1 und mit gepan- wenn es ihren Interessen dient. Instrumental ist auch
zertem Gerät die Schützengräben, in denen noch ver- die Haltung zu internationalen Organisationen. Man
wundete Soldaten lagen, einfach mit Sand zugeschüt- bedient sich ihrer, wenn ein Kosten-Nutzen-Kalkül
tet.2 Dies wiederholte sich im Dritten Golfkrieg, im Jah- dies nahelegt; man schiebt sie beiseite, wenn man
re 2003. Unter Jubel erschossen amerikanische Soldaten freie Hand haben will.”
am Boden liegende, verwundete Iraker.3 Folterungen und Morde (body count) ziehen sich
Professor Jean Bérard aus Anglet, Frankreich, wun- wie ein roter Faden durch die Geschichte der Vereinig-
dert sich:4 ten Staaten von Amerika. Auch Martin Jacques hat dies
“daß Bürger des amerikanischen Volkes, eines kürzlich in einem Artikel in der britischen Zeitung The
religiösen Volkes, das sich bei jeder Gelegenheit auf Guardian den Amerikanern vorgehalten. Aus seiner
Gott beruft, das sein Land und seine Währung unter Sicht zeigen die Bilder einer Ausstellung, die in den
Gottes Schutz gestellt hat, daß also diese frommen USA stattfand, die wahre Natur Amerikas. Sie erinnert
Bürger – zwischen ihrem morgendlichen und abend- an die Ausrottung der Indianer, an die Negersklaverei
lichen Gebet – Menschen auf die schlimmste Art de- und an die Ermordung Hunderttausender von Vietna-
mütigen und peinigen, denen sie die kostbaren west- mesen. Nicht gezeigt wurden auf dieser Ausstellung die
lichen Werte beibringen sollen, kommt einem Folterungen an den Deutschen und die Ermordung
schrecklichen Scheitern der religiösen Erziehung, Hunderttausender deutscher Soldaten im und nach dem
der christlichen Moral gleich, von denen sie von der Zweiten Weltkrieg. Irgendwie scheint dies für gewisse
Wiege an durchdrungen sind. In welcher Weise un- Amerikaner im Bereich der Gerechtigkeit gelegen zu
terscheidet sich ihr Verhalten von dem gottloser, haben. Nun waren es wieder Juristen des US-
ungläubiger, nichtswürdiger Heiden.” Justizministeriums, die zugestimmt haben, daß die USA
Professor Bérard hat vergessen, daß die Amerikaner als demokratischer Staat das Recht habe, Folter anzu-
einen göttlichen Auftrag haben. Somit heiligt der wenden, um die Sicherheit des Landes zu gewährlei-
Zweck die Mittel. Denn, so sagte Senator Albert Beve- sten.6
ridge am 9. 1. 1900 im US-Senat: So hat auch eine Regierungskommission in Israel
“Gott hat uns zu Zuchtmeistern einer Welt be- empfohlen, wegen Folterungen keine Disziplinarmaß-
stimmt, in der das Chaos herrscht. Er hat uns regie- nahmen und keine Strafverfahren gegen Staatssicher-
ren gelehrt, auf daß wir über senile und wilde Völ- heitsbeamte einzuleiten, damit die Abwehrfähigkeit ge-
ker unsere wohltätige Herrschaft ausüben.” gen den Terrorismus nicht geschwächt werde.7
Man könnte hinzufügen: Wo gehobelt wird, da fal- So dachten auch die Deutschen im Kampf gegen die
len Späne! Partisanen und Terroristen in den besetzten Gebieten!
Kein Geringerer als der Hollywood-Star Kevin Aber Deutschland war kein demokratischer Staat, somit
Costner hatte den Mut, die US-amerikanische Seele zu waren Folterungen durch Deutsche ein Kriegsverbre-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 261


Georg Wiesholler, “Folterungen als Methode der US-Streitkräfte”, S. 261-264

chen. Wie solche Folterungen vor sich gingen, so am La-


Der US-General Schurz, ein gebürtiger Deutscher, gerkommandanten von Auschwitz, Rudolf Höß, berich-
sah sich aufgrund der Grausamkeiten der US-Soldaten tete uns nun auch der Spiegel-Redakteur Fritjof Mayer
auf den Philippinen veranlaßt, an den nicht einflußlosen in der Zeitschrift Osteuropa:
Großindustriellen Andrew Carnegie einen Brief zu “Nach drei Tagen Schlafentzug (41; Butler:
schreiben:8 Clarke thrust his service stick under the man’s ey-
“Es werden Grausamkeiten begangen, die an lids){steckte ein Streichholz unter die Augenlieder},
Dschingis Khan und Tamerlan erinnern. Um Ge- gefoltert, nach jeder Antwort verprügelt, nackt und
ständnisse zu erpressen, wurden die Einwohner ge- zwangsweise alkoholisiert (Clarke nach Butler, Le-
foltert, wie dies bei der Inquisition der Fall war. Ein gions of Death (Fn.40), S. 236 f. : “We had rammed
System zur Sammlung wurde eingeführt (a system of a dorch in his mouth” {wir rammten einen Stab (Of-
concentration), um derentwillen wir zum Krieg ge- fiziersstock?) in seinen Mund}; “the blows and scre-
gen Spanien gezwungen wurden. Wie soll die Welt ams were endless” {die Schläge und Schreie hörten
uns unsere hehren Kriegsziele abnehmen?” nicht auf}, Butler, S. 236 f. : Clarke’s hands crashed
“Zu Tausenden wurden die ‘gooks’ ermordet [so into the face of his prisoner) {Clarke schlug dem Ge-
nannten die Auserwählten die Philippiner], deren fangenen die Faust ins Gesicht}, war die erste Ver-
Sprache und Kultur sie nicht verstanden und die nehmung ‘unter schlagenden Beweisen’ zustandege-
nicht willens waren, die amerikanische anzuneh- kommen; so berichtet auch Höß selbst: ‘Was in dem
men.”9 Protokoll drin steht, weiß ich nicht, obwohl ich es
Sie wollten von dem wohltuenden göttlichen Auf- unterschrieben habe. Doch Alkohol und Peitsche
trag der Amerikaner nichts wissen! waren auch für mich zuviel.’ (43; Broszat, Kom-
Die US-War Crimes Commission lastete 1945 1100 mandant (Fn. 17), S. 149); er unterzeichnete um
ehemaligen Angehörigen der 1. SS-Panzerdivision an, 2.30 nachts mit angestrengter Unterschrift diese
gefangene US-Soldaten ermordet zu haben. Es kam Sätze: In Auschwitz selbst sind meiner Schätzung
zum sogenannten Malmedy-Prozeß. Die meisten wur- nach ca. (sic) 3 000 000 Menschen ums Leben ge-
den zum Tode verurteilt und in Landsberg am Lech kommen. Schätzungsweise, nehme ich an, daß (sic)
hingerichtet. davon 2 500 000 vergast worden sind; (44; Nbg.
Die Geständnisse wurden durch Foltern erreicht. Dok. NO - 1210).”
Wie solche Quälereien vor sich gingen, berichtete am Die lizensierte Süddeutsche Zeitung zitierte nun als
23.1.1949 der Sunday Pictorial unter der Schlagzeile Beweis für Vergasungen Höß’ Geständnis vor dem
“Americans Torture Germans to Extort ‘Confessions’” Nürnberger Tribunal:10
(Amerikaner foltern Deutsche, um ‘Geständnisse’ zu “Nach Dachau und Sachsenhausen kam er 1941
erpressen): als Leiter in das Lager Auschwitz, das er aus einer
“Eine scheußliche Geschichte barbarischer Fol- polnischen Artilleriekaserne in ein Lager für politi-
terungen, die im Namen alliierter Gerechtigkeit be- sche Häftlinge umgestalten sollte. […] Die ersten
gangen wurde.” Gaskammern, die auf Himmlers Befehl für alle Ar-
Dies ersehen wir aus einem Auszug aus dem Bericht beitsuntauglichen eingerichtet wurden, waren noch
des amerikanischen Richters Edward L. van Roden, der sehr primitiv und bestanden aus umgebauten Bau-
als Mitglied einer amtlichen Untersuchungskommission ernhütten. 1942 wurden moderne Gaskammern ge-
Anschuldigungen dieser Art nachgegangen war. Der baut, die wie Duschräume aussahen und sich mei-
Richter fand, daß gefangene Deutsche verschiedenen stens untertags befanden. Dazu gehörten 5 Öfen, die
Formen der Mißhandlung unterworfen wurden, bis – täglich insgesamt 2500 Leichen verbrennen konnten.
mit den Worten Pictorials – “starke Männer zu gebro- Bis zum Weggang von Höß am 1.12.43 waren insge-
chenen Wracks wurden, bereit, jedes Geständnis zu samt 2 Millionen Menschen erledigt worden. Unge-
murmeln, das ihre Ankläger von ihnen verlangten.” fähr 70% der ankommenden Juden wurden sofort in
Zu den von Richter van Roden enthüllten Überre- die Gaskammer geschickt.”
dungsmethoden gehörte, daß brennende Streichhölzer So beklagte sich auch Weihbischof Neuhäusler über
unter die Fingernägel der Gefangenen getrieben, daß die diese Methoden schon 1948 in einem Gespräch mit dem
Hoden (in 137 von 139 untersuchten Fällen) durch Fuß- Münchner Rundfunk, das aber damals nicht gesendet
tritte unheilbar beschädigt, daß den Gefangenen eine werden durfte. Es wurde erst nach seinem Tode in der
schwarze Haube über den Kopf gestülpt und ihre Ge- Münchner Katholischen Kirchenzeitung vom 7.1.1974
sichter dann mit Schlagringen bearbeitet, und daß fal- veröffentlicht. Er schrieb u.a.:
sche Priester – mit Kruzifix und Kerze – zur Abnahme “Mich leitet nicht etwa die Absicht, von mir re-
der Beichte zu den Gefangenen geschickt wurden, in den zu machen oder gegen amerikanische Justiz zu
der Hoffnung, auf diese Weise belastende Aussagen zu hetzen oder gegen einzelne Zeugen vorzugehen, […]
erlangen. auch nicht die Absicht, einzelne Personen zu vertei-

262 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Georg Wiesholler, “Folterungen als Methode der US-Streitkräfte”, S. 261-264

digen, sondern einzig und allein der Wunsch zu hel- Der evangelische Landesbischof von Württemberg,
fen, daß die Wahrheit gefunden und Gerechtigkeit D. Theophil Wurm,13
geübt werden kann und daß Zweifel beseitigt [wer- “wandte sich nach einer Mitteilung des ev. Pres-
den], besonders wenn Todesurteile vorliegen und sedienstes in einem Brief an Professor Robert M.
vollstreckt werden.” Kempner, gegen die angeblich durch Dokumente be-
Weihbischof Neuhäusler machte im Zusammenhang legte Tatsache, daß bei den Kriegsverbrecherprozes-
mit dem Briefwechsel zwischen Bischof Wurm und sen verbrecherische Methoden und abscheuliche
Kempner (Stellvertretender Hauptankläger in Nürnberg) Quälereien angewandt worden sein sollten. Wurm
einem CDN-Vertreter gegenüber folgende Erklärung:11 gründete seine Beschuldigungen auf Dokumente, die
“Anknüpfend an meine Besprechung mit fünf ihm vor Augen gekommen seien und aus denen er
amerikanischen Kongreßmitgliedern habe ich am ersehen habe, daß bei den Vorbereitungen der An-
24.3.1948 Material von mehreren hundert Seiten klage in Prozessen, die mit Todesurteil geendet hät-
über den in Dachau geführten Malmedy-Prozeß (43 ten, verbrecherische Methoden und abscheuliche
Todesurteile, 22 lebenslänglich, 2 zu zwanzig Jah- Quälereien angewandt worden seien, um Aussagen
ren, 1 zu 15 und 5 zu zehn Jahren) an diese Kon- und Geständnisse zu erpressen. […] In einem Tele-
greßmitglieder gesandt. Darunter auch einige Dut- gramm forderte Bischof Wurm die Zurückstellung
zend eidesstattliche Erklärungen von Verurteilten der Vollstreckung von Todesurteilen. Sie soll bis zur
über schwere Mißhandlungen und Täuschungen in Errichtung einer Appellationsinstanz aufgeschoben
der Voruntersuchung, durch die von ihnen Protokol- werden.”
le erpreßt worden seien. Selbst der amerikanische Wie ich aus einem Vortrag von Monsignore Mor-
Verteidiger Colonel Everett habe während der Ver- genschweis, dem Beichtvater der Angeklagten in
handlung diese Protokolle scharf, jedoch erfolglos Landsberg, weiß, hat der amerikanische Kriegsminister
angegriffen.” Kenneth Royal eine Zurückstellung angeordnet. Aber
“Davon müssen wir dann Fälle unterscheiden, in General Lucius Clay ordnete die Hinrichtung an:
denen zweifelhafte Zeugen aufgetreten sind in ei- “Das Jahr 1948 war ein ganz schlimmes Jahr.
gentlichen KZ-Prozessen. Ich habe heute gerade Da sind zum Teil die größten Verbrechen geschehen
charakteristische Fälle auf den Schreibtisch bekom- insofern, als man damals 110 Mann nacheinander
men. Da trat in einem Prozeß, der mit einem Todes- hingerichtet hat, obwohl eine eigene [amerikanische]
urteil endete, ein H. H. – der volle Name kann natür- Kommission eingesetzt worden war, die auf Antrag
lich jederzeit genannt werden – auf als Kronzeuge. von Neuhäusler und Bischof Wurm gekommen war
Er hatte folgende falsche Angaben gemacht, die ich und festgestellt hat, daß die Urteile [aufgrund von
mir von der Polizei in München bestätigen ließ: Er Schein- und Berufszeugen] nicht rechtens waren, so
heißt sich Rechtsanwalt, ist aber Kaufmann. Er heißt daß von 139 zum Tode Verurteilten 29 sofort freige-
sich Doktor, ist es aber nie gewesen. Er gibt oder lassen wurden und bei 110 das Verfahren wieder
gab als Geburtsort Berlin an, ist aber in Hagen ge- aufgenommen werden sollte. Wir haben also im Juli
boren (Grund für die falsche Angaben: Damit man 1948 einen Hinrichtungsstop bekommen. Und was
seine Strafliste nicht hat nachsehen können). Das geschah darauf durch General Clay? Er begann am
Strafregister sagt von ihm: ‘Verbrecherisch veran- 14. Oktober 1948 und ließ jede Woche 10 bis 15
lagt, sechsmal wegen Diebstahl, Unterschlagung Mann aufhängen. Bis Anfang Dezember wurden 110
und Urkundenfälschung bestraft.’ Er behauptet, sie- Mann hingerichtet, ohne daß die Verantwortlichen
ben Jahre im KZ gewesen zu sein, in Wirklichkeit gefragt hätten, ob sie schuldig oder unschuldig wa-
waren es bloß 1 1/2 Jahre. ren, ob sie den Tod verdient hatten oder nicht.”
Er gab wohl zu, in Dachau als Zeuge aufgetreten Laut eines überlieferten Gedächtnisprotokoll aus
zu sein, sagte aber, er hätte nicht geschworen. Die Clays Arbeitsstab sagte dieser:14
Kriminalpolizei in München besitzt aber Fotos, wo “Er werde wahrscheinlich in die Geschichte, zu-
er mit erhobenem Schwurfinger dasteht und auf dem mindest in die deutsche Geschichte eingehen als ei-
Zeugenstuhl sitzt. ner der größten Henker aller Zeiten. Er habe bereits
Ein anderer Fall ist mir heute noch auf den etwa 200 Todesurteile unterzeichnet, und dies seien
Schreibtisch gekommen: Ein A. gab eine eidesstattli- mehr als jemals einer unterschrieben hätte, mit der
che Erklärung in einem Fliegertötungsprozeß ab Ausnahme von vielleicht Hitler und Stalin.”
und behauptete, daß von den Angeschuldigten ein Dieser Verbrecher Clay erhielt die Medaille der
allgemeiner Schießbefehl für abgeschossene ameri- christlichen (?) “Adenauer Stiftung.” Außerdem ist
kanische Flieger erlassen worden sei. […] nach ihm in der BRD eine Erinnerungsmedaille gestiftet
Besonders wichtig wäre es, die Frage der soge- worden. Im Jahre 1997 wurde sie dem feigen bayri-
nannten Berufszeugen zu klären.”12 (Hervorh. hin- schen Ministerpräsidenten Stoiber überreicht und dieser
zugefügt) hat sie trotz Kenntnis der verbrecherischen Tätigkeiten

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 263


Georg Wiesholler, “Folterungen als Methode der US-Streitkräfte”, S. 261-264

dieses US-Generals – er wurde von mir per Einschrei- teile und die Schuldfrage nie gestellt werden – Seite:
ben informiert – entgegengenommen. 264
Weil Ludwig Thoma nach dem Ersten Weltkrieg ganz zu schweigen von einer Strafverfolgung alliierter
“antisemitische” Schriften verfaßte, obwohl er mit einer Kriegsverbrecher. Dagegen werden im freiesten Rechts-
Jüdin zusammenlebte, wurde die Verleihung der von staat deutscher Geschichte ehemalige SS-Männer als
der Stadt München gestifteten “Ludwig-Thoma- Greise auf der Bahre in die Gerichtssäle getragen.
Medaille für Zivilcourage” 1989 von der Stadt Mün-
chen eingestellt. (Duo cum faciunt...) Anmerkungen
Im Jahre 1946 wurden in Landsberg 35; 1947 113; 1
Süddeutsche Zeitung, 16.5.2000
1948 158 und 1949 227 Soldaten hingerichtet. Am 29. 2
Neue Zürcher Zeitung, 14.9.2000
3
4. 1945 wurden nach der Übergabe des Konzentrations- Panorama, ARD, 26.2.2004
4
“Scheitern der Moral”, Frankfurter Allgemeine, 12.5.2004
lagers Dachau 550 Männer an die Wand gestellt und 5
Frankfurter Allgemeine, 5.3.1999
6
ohne irgendwelche Gerichtsurteile mit den Maschinen- Georg Cederskog, Korrespondent in den USA, in Dagens Nyheter vom
9.6.2004
gewehren “niedergemäht”. Am selben Tag wurden in 7
“Schüsse auf Palästinenserinnen, Neuer Skandal um Geheimdienst”, We-
Webling 43 SS-Männer ohne irgendwelche Gerichtsur- ser-Kurier, 12.11.1987
8
teile niedergemetzelt, nachdem sie sich ergeben hatten. Carl Schurz, Speeches, correspondence and political papers, New York
1913, Bd. VI
Ohne Zweifel kann man behaupten, daß Morde und 9
Süddeutsche Zeitung, 12.12.1998
Folterungen zu den “strukturellen” Maßnahmen US- 10
Süddeutsche Zeitung, 22.3.1948
11
amerikanischer Kriegs- und Besatzungspolitik gehören. Süddeutsche Zeitung, 22.5.1948
12
Münchner Katholische Kirchen Zeitung, 6.1.1974; der Artikel wurde erst
Mit solchen Methoden wird heute die SS diffamiert. nach dem Tode Neuhäuslers veröffentlicht.
Da davon nicht mehr viele leben, können sie sich nicht 13
Süddeutsche Zeitung, 5.6.1948
14
wehren, und diejenigen, die es wollen, werden sofort als Dr. Alfred Schickel, Meinungsfreiheit im Wandel, Manuskript im Besitz
des Verfassers
Neonazi beschimpft. Aufgrund des Überleitungsvertra-
ges darf von deutscher Seite die Rechtmäßigkeit der Ur-

264 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Die Geister-Löcher des Todes”, S. 265f.

Die Geister-Löcher des Todes


Von Germar Rudolf

Am 28. August 2002 empörte sich Sven Felix Kel- gen in der Decke in Blechdraht-Säulen im Keller-
lerhoff in der Welt über die halbrevisionistischen The- raum. Binnen einer halben Stunde tötete der durch
sen des leitenden Spiegel-Redakteur Fritjof Meyer, den die Körperwärme der Opfer verdunstende Zyanwas-
Kellerhof als “Kronzeugen” der “Holocaust-Leugner” serstoff jedes menschliche Leben.”
bezeichnete. Die von Meyer ausgelöste Kontroverse Die Frage des angeblichen Mißbrauchs der Keller-
wurde in den VffG aus revisionistischer Perspektive räume der Krematorien II & III im Lager Auschwitz-
ausgiebig behandelt.1 Einen vorläufigen Schlußpunkt Birkenau für den Massenmord mit Giftgas steht im Zen-
unter diese Auseinandersetzung machte Meyer selbst. In trum der revisionistischen Diskussion zum Holocaust.
einem offenen Brief vom 12. Februar 2004 erklärte er Schon mehrfach wurden dazu in den VffG ausführliche
u.a.:2 Beträge abgedruckt,5 wobei einer davon ganz ausdrück-
“Jetzt wächst der Eindruck, daß es ihnen [den lich die angeblichen Zyklon B-Einwurflöcher zum
“Rechtsradikalen” bzw. “Auschwitz-Leugnern”] ge- Thema hatte.6 Kellerhoffs Zusammenfassung des revi-
lingen könnte, meine Thesen wiederum zu instru- sionistischen Standpunktes bringt es dabei auf den
mentalisieren: für eine Propaganda der Verharmlo- Punkt:
sung. Deshalb möchte ich die Debatte nicht auf dem “Faurisson, Irving & Co. behaupten, in den Dek-
Markt fortsetzen.” ken habe es gar keine Öffnungen gegeben. Also habe
Im letzten Satz seines Briefes läßt Meyer schließlich kein Zyklon B in die Mordkammern hineingeworfen
die Maske fallen, und zum Vorschein tritt der zur Ge- werden können. Also sei der Holocaust eine Erfin-
walt als Mittel der Auseinandersetzung aufrufende dung.”
Linksextremist: Anschließend jedoch begibt sich Kellerhoff auf das
“Angesichts der aktuellen Gefahren in Italien, Minenfeld der Beweise, wo er seine ganze Inkompetenz
Frankreich, Russland, den USA muss es dabei blei- an den Tag legt, wenn er behauptet, “ein Foto aus der
ben, die Faschisten zu schlagen, wo man sie trifft.” Bauzeit der Mordfabrik und zwei Luftaufnahmen der
Damit hat sich Meyer zwar als Diskussionspartner Alliierten von August 1944” würden die Existenz von
völlig diskreditiert, jedoch heißt das nicht, daß mit sei- Einwurflöchern beweisen. Dem ist durchaus nicht so,
nem Schlußwort die Diskussion beendet ist. Einer der wie schon vielfach nachgewiesen wurde.7 Kellerhoffs
eifrigsten Gegner der Revisionisten, John C. Zimmer- Behauptung ruht auf einer falschen Interpretation dieser
man,3 Dozent für Buchhaltungswesen (sic!) an der Uni- Bilder, was sogar von Anhängern der Gaskammerthese
versität von Nevada in Las Vegas, hat die Thesen zugegeben wird.8
Meyers jüngst einer harschen Kritik unterzogen.4 Das völlige Fehlen dokumentarischer Beweise für
Der letzte Angriff gegen die Revisionisten aber die behaupteten Einwurflöcher sowie das von Revisio-
kommt von unserem alten Bekannten Sven Felix Kel- nisten seit über einem Jahrzehnt behauptete völlige Feh-
lerhoff in der Welt vom 23. August 2004. Unter dem Ti- lern materieller Spuren dieser Löcher in der noch teil-
tel “Die Löcher des Todes” greift er Robert Faurissons weise erhaltenen Decke der Kellerruine des Krematori-
provokativen Spruch “No holes, no Holocaust” auf und ums II in Birkenau zwang die Holocauster schließlich,
schreibt: sich dieses Themas anzunehmen. Sven Kellerhoff ver-
“Der französische Revisionist Robert Faurisson kündet frohlockend das Ergebnis:
wiederholt es immer wieder; auch David Irving ver- “In der Zeitschrift ‘Holocaust and Genocide Stu-
wendet es sinngemäß. Im Kern geht es der flapsigen dies’ klären drei Mitarbeiter des Forschernetzwerks
Formulierung zum Trotz um die Frage, ob jeweils ‘Holocaust History Project’[9] die Frage der Löcher
der kleinere der beiden Kellerräume der Krematori- in den Decken erschöpfend. Daniel Keren, Jamie
en II und III im Vernichtungslager Birkenau als McCarthy und Henry W. Mazal haben die Trümmer
Gaskammer benutzt wurde. der beiden Gaskammern in Birkenau sowie die Gas-
Im größeren, in der Achse des oberirdischen Kre- kammer im Stammlager Auschwitz untersucht.
matoriumsbaus gelegenen Keller mussten sich die Ihr Ergebnis passt genau zu den erhaltenen und
Opfer ausziehen, bevor sie dann manchmal zu tau- schon bisher bekannten Indizien: Der kleinere Keller
send in den nur 210 Quadratmeter messenden, im des Krematoriums II hatte vier ungefähr 60 Zentime-
rechten Winkel angelegten kleinen Keller gezwängt ter im Quadrat messende Öffnungen in der Beton-
wurden. Dann warfen SS-Leute das Gift, in Kiesel- decke. […] Drei der vier Öffnungen haben die US-
gur gebundene Blausäure (Zyklon B), durch Öffnun- Wissenschaftler in den Trümmern identifizieren kön-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 265


Germar Rudolf, “Die Geister-Löcher des Todes”, S. 265f.

nen, die vierte ist von Schutt bedeckt. Alle vermeint- Anmerkungen
lichen ‘Argumente’ der Auschwitz-Leugner sind da- 1
Germar Rudolf, “Vorsichtiger Spiegel-Revisionimus”, VffG 6(4) (2002),
mit auf der Ebene physikalisch nachweisbarer Fak- S. 371-378; Carlo Mattogno, “Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”,
ten widerlegt: Die kleinen Kellerräume der beiden Ebenda, S. 378-385; ders., “Die Viermillionenzahl von Auschwitz: Ent-
stehung, Revisionen und Konsequenzen”, VffG 7(1) (2003); S. 16-28;
Krematoriumsbauten waren als Gaskammern gebaut Jürgen Graf, “Mensch Meyer! – Ein Abgesang auf die ‘Offenkundig-
und wurden als solche benutzt, um Hunderttausende keit’”, VffG 8(1) (2004), S. 65-68; C. Mattogno, “Über die Kontroverse
Piper-Meyer: Sowjetpropaganda gegen Halbrevisionismus”, ebenda, S.
Menschen zu ermorden. Komplizierter liegt der Fall 68-76.
der Dachöffnungen der Gaskammer im Krematori- 2
www.idgr.de/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof-meyer/meyer-
um des Stammlagers. […]” 3
040212.php
Vgl. sein Buch Holocaust Denial. Demographics, Testimonies, and Ide-
Wie oben schon angedeutet, liegt jedoch nicht nur ologies, University Press of America, Lanham, MD, 2000; vgl. auch die
der Fall des Krematoriums im Stammlager komplizier- Kritiken Mattognos an Zimmermans Ausführungen: “John C. Zimmer-
ter. Was Kellerhoff wohl hartnäckig leugnen wird, ist man and Body Disposal at Auschwitz: Preliminary Oberservations”, onli-
ne: www.vho.org/GB/c/CM/jcz.html; “Supplementary Response to John
die unumstößliche Tatsache, daß in dieser Streitfrage C. Zimmerman on his ‘Body Disposal at Auschwitz’”, online:
entgegen seiner dogmatischen Einstellung eine endgül- http://www.vho.org/GB/c/CM/Risposta-new-eng.html.
4
tige Antwort erst dann gegeben werden kann, wenn die John C. Zimmerman, “Fritjof Meyer and the number of Auschwitz vic-
tims: a critical analysis”, Journal of Genocide Research, 6(2) (2004), S.
Argumente aller Seiten objektiv gewogen wurden. Es 249-266. Vgl. die Besprechung zu Zimmermans Ausführungen weiter un-
ist schon bezeichnend, daß die drei von Kellerhoff als ten in diesem Heft.
5
Experten zitierten Autoren Keren, McCarthy und Mazal Vgl. zuletzt Carlo Mattogno, “Die Leichenkeller der Krematorien von
Birkenau im Lichte der Dokumente”, VffG 7(3&4) (2004), S. 357-380.
noch nie zuvor auf dem Felde der Holocaust-Forschung 6
Carlo Mattogno, “Keine Löcher, keine Gaskammer(n)”, VffG 6(3) (2002),
publiziert haben und daß sie sich nicht dazu herablie- 7
S. 284-304.
Z.B. in Germar Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill
ßen, die knapp zwei Jahre zuvor vorgelegte ausführliche Publishers, Hastings 2001, S. 78-92.
Studie Mattognos6 zum gleichen Problem auch nur zu 8
Charles D. Provan, No Holes? No Holocaust?[8] A Study of the Holes in
erwähnen. Da wurden von Keren, McCarthy und Mazal the Roof of Leichenkeller 1 of Krematorium II at Birkenau, Eigenverlag,
Zimmer Printing, 410 West Main Street, Monongahela, PA 15063, 2000;
also keine Argumente gewogen, sondern Vorurteile be- online: www.revisingrevisionism.com.
stätigt, die von der Holocaust-Lobby flugs das Siegel 9
D. Keren, J. McCarthy, H.W. Mazal, “The Ruins of the Gas Chambers: A
der wissenschaftlichen Offenkundigkeit erhielten, in- Forensic Investigation of Crematoriums at Auschwitz I and Auschwitz-
Birkenau”, in: Holocaust and Genocide Studies, 9(1) (2004), S. 68-103;
dem die angesehenste Zeitschrift dieser Völkermord- vgl. deren Webseite www.holocaust-history.org.
Forscher zur Veröffentlichung dieses Papiers herhalten 10
Vgl. dazu G. Rudolf, “Some considerations about the ‘Gas Chambers’ of
mußte. Auschwitz and Birkenau”. online: www.vho.org/GB/c/GR/Green.html;
ders., “Character assassins”, online:
Nun überlassen wir dem weltweit unangefochtenen www.vho.org/GB/c/GR/CharacterAssassins.html; ders., “Dr. Richard
Experten zu Auschwitz, Carlo Mattogno, das Wort, Green’s Evasions”, online: www.vho.org/GB/c/GR/Evasions.html
durch das es Kellerhoff und seinen Löcher-Helden wo-
möglich die Worte verschlagen wird, worauf sie sich,
wie schon so oft zuvor, wohl auf Angriffe unter die
Gürtellinie verlegen werden.10
Letztlich zeigt sich an dieser weiteren Fortsetzung
der Holocaust-Kontroverse zwischen Revisionisten und
Exterminationisten – frei nach Galileo Galilei –: Und es
bewegt sich doch etwas!

266 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:


Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz
Von Carlo Mattogno

1. Die Umbauten am Krematorium I (1944 – 1947) werden, ohne vorherige Durchführung der sonst übli-
Am 16. Juli 1944 genehmigte der SS-Obergruppen- chen bürokratischen Formalitäten.4
führer Pohl bei seinem Besuch in Auschwitz den “Aus- Am 2. November 1944 verfaßte der SS-Obersturm-
bau eines gasdichten Behandlungsraumes und Splitter- führer Werner Jothann, Leiter der Zentralbauleitung, ei-
schutzraumes im ehemaligen Krematorium für den nen “Erläuterungsbericht zum Ausbau des alten Krema-
Standortarzt;”1 der Bau wurde unter der Bezeichnung toriums als Luftschutzbunker für SS-Revier mit einem
BW 98M geführt. Operationsraum im K.L. Auschwitz O/S. BW 98 M.”5
Am 26. August 1944 schrieb der SS-Obersturmfüh- Am gleichen Tage erstellte Jothann auch einen “Ko-
rer Heinrich Josten, der den Posten eines “Luftschutz- stenüberschlag zum Ausbau des alten Krematoriums als
leiters” innehatte, einen Brief an den Lagerkommandan- Luftschutzbunker für SS-Revier mit einem Operations-
ten mit Betreff “Ausbau des alten Krematoriums für raum im K.L. Auschwitz O/S. BW 98M” mit einer Ge-
Luftschutzzwecke.”2 samtsumme von 4300 RM6 und eine “Lageskizze für
Das Projekt mit dem Titel “Ausbau des alten Krema- den Ausbau eines Luftschutzbunkers für SS-Revier.”7
torium. Luftschutzbunker für SS-Revier mit einem Ope- Die Arbeiten wurden in der zweiten Hälfte November
rationsraum” (Plan Nr. 4287) wurde am 21. September beendet.
1944 erstellt.3 Laut Plan Nr. 1241 vom 10. April 1942 hatte das
Am 17. Oktober 1944 schrieb der SS-Sturmbannf- Krematorium I eine Leichenhalle von 17 m × 4,60 m,
ührer Karl Bischoff, Leiter der Bauinspektion der Waf- dahinter einen Waschraum von 4,17 m × 4,60 m und ei-
fen-SS und Polizei “Schlesien”, einen Brief an die Zen- nen Aufbahrungsraum von 4,10 m × 4,60 m.8
tralbauleitung, in dem er den Baubeginn verlangte; die- Folgt man der offiziellen Darstellung, so wurde die
ser durfte, “der Dringlichkeit wegen” sofort angesetzt Leichenhalle Ende September 1941 zu einer Menschen-

Dokument 1: Bestandsplan des Gebäudes Nr. 47a. B.W. 11. Krematorium. Plan Nr. 1241 vom 10. April 1942.
RGVA, 502-2-146, S. 21.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 267


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Dokument 2: Ausbau des alten Krematoriums. Luftschutzbunker für SS-Revier mit einem Operationsraum. Plan
Nr. 4287 vom 21. September 1944. RGVA, 502-2-147, S. 20.

gaskammer umgebaut, indem man zwei gasdichte Türen Gas durch die Öffnungen in die Leichenhalle war-
einbaute und in das flache Dach für die Einbringung fen.”
von Zyklon B eine unbestimmte Anzahl von Öffnungen Die Umwandlung des Krematoriums in einen Luft-
brach. Die Zahl dieser Öffnungen wird von Stanisáaw schutzbunker wurde nach dem Plan Nr. 4287 vom 21.
Jankowski9 und Hans Stark10 mit zwei und von Pery September 1944 so durchgeführt, daß man die Leichen-
Broad11 und Filip Müller12 mit sechs angegeben. Rudolf halle mit drei Zwischenwänden in vier Räume unterteil-
Höß, seinerseits, sagt dazu bei seinem Prozeß in der Sit- te (vgl. Dok. 2). Im ersten Raum, dem auf der Südseite,
zung vom 12. März 1947, es habe nur eine Öffnung ge- der als Schleuse fungierte, wurden ein Eingang von au-
geben:13 ßen und ein Windfang von 2 m × 2 m geschaffen. Fer-
“Die Vergasung verlief so: in die Decke wurde ner wurde der Vorraum, der sich hinten zum Hauptein-
ein Loch gemacht und durch dieses Loch wurde das gang des Krematoriums öffnete, mit einer Zwischen-
Gas in den Raum geworfen – eine kristalline Mas- wand verschlossen und die anderen Wände wurden ver-
se.” stärkt, so daß eine zweite Schleuse von 3,87 m × 3,45 m
Der angebliche Handwerker, der die Löcher gemacht entstand.
haben soll – der Häftling Czesáaw Suákowski – und nun Der oben erwähnte Brief von Josten erwähnt zwar
eigentlich am besten über ihre Anzahl, ihre Größe, ihre den Einbau von “7 St Türen gas- und splittersicher”,15
Form und ihre Position Bescheid wissen müßte, weiß in aber der Kostenüberschlag von Jothann vom 2. Novem-
dieser Hinsicht gar nichts. In seinem Bericht vom 28. ber 1944 spricht von “6 Stück einfache Innentüren.”16
September 1971 beschränkt er sich darauf, ausweichend Tatsächlich ließ die Lagerverwaltung, um zu sparen,
zu sagen:14 nur drei “gas- und splittersichere” Türen einbauen – in
“Wir hatten vorher einen Ofen im Krematorium den (noch bestehenden) zwei Schleusen und im Durch-
installiert. Ich selbst habe die Öffnungen in der Dek- gang zum Ofenraum, während die sechs inneren Zwi-
ke der Leichenhalle gemacht, in der anfangs die so- schenwände mit normalen Türen bestückt wurden. Die
wjetischen Kriegsgefangenen vergast wurden. Ich Tür zum Ofenraum lehnte bis 1993 noch an einer Wand
habe die Russen gesehen, als sie [dort] hingeführt des Raumes. Die beiden kleinen Räume für das Trok-
wurden. Sie standen auf der Straße bei der Block- kenklosett bekamen zwei Türen von 70 mal 200 cm,
führerstube, zwischen dem jetzigen Hotel und dem wie sich aus dem Plan Nr. 4287 und dem oben erwähn-
Krematorium, zu Hunderten, nackt, und warteten auf ten Brief Jostens vom 26. August 1944 ergibt:17
die Vergasung. Ich habe gesehen wie SS[-Leute] das “2 St Türen einflügelig 70 x 200 cm.”
268 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3
Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Man fragt sich natürlich, wo denn nun die beiden nommenen Serie von Stanisáaw Luczko;20 das Bild zeigt
sogenannten gasdichten Türen der vermeintlichen Men- das flache Dach von Krematorium I.21 Der französische
schengaskammer geblieben sind. Die eine – welche die Autor gibt ihm den Titel “Tanz auf dem Dach des alten
Leichenhalle vom Ofenraum trennte – soll (weil die ent- Krematoriums” und sagt dazu folgendes:21
sprechende Öffnung zugemauert worden war) abgebaut “Ansicht der Decke von Krematorium I, Richtung
und durch eine normale gasdichte Tür ähnlich den zwei Süd-Nord, 1945 (Mai?). Der Schornstein ist noch
Außentüren ersetzt worden sein; die andere, die den nicht wieder errichtet. Das Dach zeigt:
Waschraum vom Aufbahrungsraum trennte, soll einfach – Zwei Belüftungsschächte für den Ofenraum (zwei
ausgebaut und durch eine normale Tür ersetzt worden Farbtöne, mit dunklem Aufsatz)
sein.18 – Zwei andere, gemauerte Schächte, wegen ihres
Man braucht gar nicht zu sagen, daß bei der Befrei- neuen Aussehens wahrscheinlich für die Belüftung
ung des Lagers keine Spur von den beiden gasdichten des Luftschutzraumes
Türen der Menschengaskammer aufgefunden wurde – Außerdem sind auf einer Linie parallel zu und
und von ihnen auch keine Spur in der Dokumentation links von jener, auf der die beiden gemauerten
der Zentralbauleitung zu finden ist. Schächte stehen, DREI Stellen sichtbar, an denen
Um den “Urzustand” der angeblichen Gaskammer die ehemaligen Klappen für die Einbringung des
wiederherzustellen, beseitigten die Polen zwischen Zyklon B aufgefüllt worden sind, somit ein Beweis
1946 und 1947 nicht nur die drei oben erwähnten Zwi- dafür, daß die Leichenhalle als Gaskammer be-
schenwände, sondern zusätzlich auch die Wand zwi- nutzt worden war.
schen dem Waschraum und der
Leichenhalle und brachen in die
Decke des so entstandenen Raumes
vier Öffnungen durch – die angeb-
lichen Öffnungen für die Einbrin-
gung des Zyklon B. In diese Löcher
setzten sie dann vier kleine Holz-
schächte mit Deckel ein (vgl. Do-
kumente 11-13). Heute ist also die Dokument 3: Zeichnung der Leichenhalle im Krematorium I mit Neben-
angebliche Gaskammer von Kre- räumen (ursprünglicher Zustand) A,B,C,D: Lage der jetzigen Öffnungen auf
matorium I 21,32 m lang, d.h. 4,32 dem Dach der Räumlichkeiten. 1, 2, 3, 4: Lage der ursprünglichen Öffnun-
m länger als der ursprüngliche gen des Luftschutzbunkers. T: Ursprüngliche Tür zum Ofenraum; T1: Jet-
Raum. “Wiederhergestellt” wurde zige Tür.
von den Polen auch der von der SS © Carlo Mattogno.

zugemauerten Türdurchbruch, der


die Leichenhalle mit dem Ofen-
raum verbunden hatte, indem eine
grobe Öffnung etwa einen halben
Meter vom ursprünglichen Ort der
originalen Tür durchgebrochen
wurde.
Diese verpfuschte “Rekonstruk- Dokument 4: Zeichnung der Leichenhalle mit Nebenräumen nach der
tion”, die sich nicht um den doku- Umwandlung in einen Luftschutzbunker. A,B,C,D: Lage der jetzigen Öff-
mentierbaren Originalzustand des nungen auf dem Dach der Räumlichkeiten. 1, 2, 3, 4: Lage der ursprüngli-
chen Öffnungen des Luftschutzbunkers. T: Ursprüngliche Tür zum Ofen-
Gebäudes kümmerte, veranlaßte raum. T1: Jetzige Tür. S1, S2: Lage der beiden Lüftungsschächte. © Carlo
1995 den französischen Journali- Mattogno.
sten Eric Conan zu dem Ausruf:19
“Dort ist alles falsch.”

2. Die angeblichen
Einfüllöffnungen für das Zyklon
B
2.1. DIE ANSICHT VON JEAN-
CLAUDE PRESSAC
Dokument 5: Zeichnung der Leichenhalle mit Nebenraum im jetzigen Zu-
Im Jahre 1989 veröffentlichte J.- stand. A,B,C,D: Lage der jetzigen Öffnungen auf dem Dach der Räumlich-
C. Pressac eine Fotografie aus der keiten. 1, 2, 3: Lage der ursprünglichen Öffnungen des Luftschutzbunkers.
vermutlich im Mai 1945 aufge- T: Ursprüngliche Tür. T1: Jetzige Tür. © Carlo Mattogno.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 269


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Über der Bühne mit ihrem roten Stern und Ham- nur in Bezug auf den heutigen Zustand der Leichenhal-
mer und Sichel flattern die Fahnen Polens (links) le. Es ist nämlich klar, daß die Lage der Schächte von
und der Sowjetunion (rechts), darüber Lampen. den äußeren Querwänden des heutigen Raumes ausge-
Das Foto beweist, daß auf dem Dach von Krema- hend berechnet wurde, indem man die verfügbaren etwa
torium I im Jahre 1945 eine Tanzveranstaltung statt- 21,3 m vernünftig aufteilte: Die Schächte A und D ste-
fand und daß Leute tatsächlich über der Menschen- hen somit 5,10 m, Schächte B und C 7,10 m vor der
gaskammer tanzten. So etwas erscheint fast unglaub- nächstliegenden Wand. Der entsprechende Abstand für
lich und sehr bedauerlich, die Motive dafür sind un- Schacht B ist aber merkwürdigerweise nicht von der
bekannt. Das Foto beweist auch, daß die heutige hinteren Wand an gemessen worden, sondern von der
Auflage von Dachpappe und die Umrandung aus Trennwand zum kleinen Vorraum und dadurch kam es
Zinkblech nicht dem Original entsprechen.” zu der Versetzung von Schacht B um 2 m gegenüber
Diese Argumentation ist erstaunlich: Pressac ver- dem Schacht D. Zum Zeitpunkt des angeblichen ur-
sucht hier nichts anderes, als den Einbau von drei Öff- sprünglichen Einbaus der Schächte in der Leichenhalle
nungen in der Decke der Leichenkammer im Jahre 1941 gab es jedoch den kleinen Vorraum gar nicht, sondern
auf der Basis einer Fotografie aus dem Jahre 1945 zu statt dessen eine Trennwand zwischen dem Waschraum
beweisen. Wir wollen diese Frage gründlich untersu- und der Leichenhalle; also hat die Positionierung der
chen. Schächte nur im heutigen zustand des Krematoriums ei-
Der ehemalige Häftling Adam ĩáobnicki sagte in ei- nen Sinn und kann daher nicht der Urzustand sein.
nem Bericht vom 18. November 1981 folgendes:22 Wenn wir den Urzustand der Leichenhalle betrach-
“Ich weiß noch genau, daß auch[23] die Einfül- ten (vgl. Dok. 3), ist die Positionierung der Schächte
löffnungen für das Zyklon B wiederhergestellt wur- völlig unvernünftig, denn der Schacht D läge zwar wei-
den, die sich auf dem flachen Dach dieses Kremato- terhin bei 5,10 m von der Rückwand entfernt, der
riums befanden. Der Wiederaufbau wurde dadurch Schacht B aber 9,10 m von dieser, der Schacht A 0,7 m
erleichtert, daß an den Stellen der alten Einfüllöff- vor der Trennwand zum Waschraum und der Schacht C
nungen nach ihrer Verfüllung mit Zement noch klare ca. 2,8 m vor dieser Wand. Die Sinnlosigkeit einer sol-
Spuren der vorherigen Öffnungen vorhanden waren. chen Auslegung wird noch klarer, wenn man sich vor
An diesen Stellen wurden also neue Öffnungen reali- Augen hält, daß in einem solchen Falle die Hälfte der
siert und die kleinen Schächte aufgemauert.[24] Auch Leichenhalle zum Waschraum hin (8,5 x 4,60 = 39,1
diese Arbeiten wurden in den Jahren 1946-1947 qm) mit drei Schächten (A, B und C) bestückt worden
durchgeführt.” wäre, die andere, gleich große Hälfte nur mit einem
Die vier von den Polen rekonstruierten Schächte ha- Schacht (D)!
ben eine Auslegung, wie sie aus meiner Zeichnung her- Wenden wir uns der Fotografie von 1945 bei Pressac
vorgeht (Dokument 5). Sie bestehen aus zwei parallelen zu. Die drei Verdunklungen (in Dokument 6 mit den
Paaren entlang der inneren (A-B) und äußeren (C-D) Ziffern 1, 2 und 3 bezeichnet) sind parallel zu den bei-
Wand der Leichenhalle. Die
Schächte C und D sind 82 cm von
der äußeren Wand entfernt, der
Schacht A 90 cm von der inneren
Wand und der Schacht B 85 cm
von dieser. Die vier Schächte bil-
den also die Eckpunkte eines unre-
gelmäßigen Parallelogramms, des-
sen Höhe 2,40 m beträgt.
Das Interessante dabei ist, daß
sich im heutigen Zustand des Rau-
mes der Schacht D 5,10 m von der
Wand mit dem Eingang von außen
befindet, der Schacht C 7,10 m von
der gegenüberliegenden Wand, die
den Waschraum vom Aufbewah-
rungsraum trennte; der Schacht be-
fand sich 7,10 m von der Wand Dokument 6: Das Dach des Krematoriums I, Fotografie von Stanisáaw
zum kleinen Vorraum am Eingang Luczko (vermutlich Mai 1945). Aus: J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique
and operation of the gas chambers. The Beate Klarsfeld Foundation, New
und der Schacht 5,10 m von der
York 1989, S. 149. 1,2,3,4: Viereckige Verdunklungen in der Dachpappe.
gegenüberliegenden Wand. Der Strich verbindet die beiden linken Seiten der Verdunklungen 1 und 4.
Eine solche Auslegung hat Sinn © Carlo Mattogno.

270 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Dokument 7: Fotografie der Öffnung 1 an der Decke Dokument 8: Fotografie der Öffnung 2 an der Decke
der Leichenhalle. © Carlo Mattogno. der Leichenhalle. © SB.

Dokument 9: Fotografie der Öffnung 3 an der Decke Dokument 10: Fotografie der Öffnung 4 an der Dek-
des Waschraums. © Carlo Mattogno. ke des Waschraums. © Carlo Mattogno.

den gemauerten Belüftungsschächten angeordnet, deren das SS-Krankenrevier umgebaut werden sollte, erwähn-
erster (am nächsten zur Kamera) auf der Leichenhalle ten die Planungsdokumente die “Herstellung der für die
steht. Die erste Verdunklung befindet sich außerdem Beheizungsöfen, sowie für die Ent- und Belüftung er-
deutlich rechts von dem zweiten Lüftungschacht (2 in forderlichen Mauerdurchbrüche und Schläuche,” und
Dok. 3-5), während sich der vom Auschwitz-Museum im Einzelnen “5 Stück Mauerdurchbrüche für die In-
eingebaute Einwurfschacht B links von diesem Lüf- stallation.”25
tungsschacht befindet (vgl. Dokumente 3-6). Wenn die- Die Wände der Leichenhalle weisen jedoch keine
se Verdunklungen Spuren angeblicher Einfüllöffnungen Spuren von Öffnungen auf, außerdem war und ist die
für Zyklon B waren und wenn, wie der Zeuge ĩáobnicki Außenmauer auch heute noch mit einer Erdanschüttung
angibt, die jetzigen Öffnungen an den Stellen angelegt versehen, dies gilt auch für die Rückwand, ausgenom-
wurden, an denen Spuren der ursprünglichen Öffnungen men natürlich der enge Durchgang zwischen den beiden
vorhanden waren, warum wurde dann an der Stelle, an Erdwällen, der zu der Eingangstür führte. Die Vorder-
der die Verdunklung 1 zu sehen ist, keine Öffnung an- seite ist dagegen völlig frei und hat nur auf der Seite der
gelegt? Umgekehrt erstellt das Museum Auschwitz eine Leichenhalle ein Fenster. Schließlich weist die Trenn-
Öffnung (in Dokument 3-5 mit C bezeichnet) an einer wand zwischen der Leichenhalle und dem Ofenraum
Stelle, an der auf der besagten Fotografie keine Ver- keine Spuren von Öffnungen auf, wobei es ohnehin un-
dunklung zu sehen ist. sinnig gewesen wäre, dort Öffnungen für Ofenrohre
Als das Krematorium zu einem Luftschutzraum für oder für Lüftungen anzulegen.
Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 271
Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

Es ist also klar, daß die fünf oben erwähnten Öff- Da die Leichenhalle 17 m lang war, befand sich die
nungen durch die Decke der zu einem Luftschutzbunker vierte Öffnung in der Decke des Raumes, in dem sich
umgebauten Räume geführt wurden. 1942 der Waschraum für die Leichen befand. Dies ist
An der Decke der Leichenhalle kann man heute noch der erste Beweis dafür, daß die Öffnungen nichts mit
die Spuren von vier kreisförmigen und grob vermauer- der angeblichen Einbringung von Zyklon B zu tun hat-
ten Öffnungen erkennen.26 Sie hatten ursprünglich ei- ten. Der zweite Beweis ist ihre Form – rund anstatt qua-
nen Durchmesser von etwa 35 cm. Der Mittelpunkt die- dratisch.
ser Öffnungen war 1 m, 7,20 m, 8,50 m bzw. 18,30 m
von der Rückwand der Leichenhalle (mit dem Eingang) 2.2. DIE ANSICHT DES HOLOCAUST HISTORY PROJECTS
und zwischen 1 m und 1,40 m von der Trennwand zwi- Vor kurzem haben drei Mitglieder des Holocaust Hi-
schen Leichenhalle und Ofenraum entfernt (vgl. die story Projects – Daniel Keren, Jamie McCarthy und
Abb. dieser Öffnungen in Dok. 7-10). Harry W. Mazal – die von Pressac veröffentlichten Fo-
tografien wieder hervorgeholt mit dem Anspruch, “ei-
nige landläufige Mißverständnisse über die Gaskammer
von Krematorium I richtigzustellen, insbesondere in
Bezug auf die Position der Zyklon-Löcher.”27
Diese Autoren schließen selbst aus, daß die Spuren
der Öffnungen 3 und 4 den quadratischen Vertiefungen
auf dem von J.-C. Pressac veröffentlichten Foto zuzu-
ordnen sind, und zwar gerade weil sie eine runde Form
hatten:28
“An zwei anderen Stellen wurden Löcher ver-
schlossen, doch waren dies runde Lüftungslöcher.”
Die Autoren behaupten, auf dem Dach des Kremato-
riums hätten sich ursprünglich fünf Einfüllöffnungen
Dokument 11: Fotografie des Daches der Leichenhal-
für das Zyklon B befunden – eine Zahl, die mit keiner
le. Die vier von den Polen gebauten Schächte. © Car-
lo Mattogno. Zeugenaussage übereinstimmt. Sie identifizieren auf der
oben erwähnten Fotografie die Spuren der vierten Ver-
dunklung in der Dachpappe auf der Decke des Krema-
toriums, die J.-C. Pressac offensichtlich entgangen ist
(vgl. Dokument 6, Verdunklung Nr. 4). Sie behaupten
dann, daß vier der fünf von den Polen in der Nach-
kriegszeit hergestellten angeblichen Einfüllöffnungen
für Zyklon B genau dort gesetzt wurden, wo sich die
oben erwähnten Verdunklungen befanden und bezeich-
neten sie mit Z3 [= 3 in meinem Dokument 6], Z2 [= 2],
Z4 [= 4]; die Verdunklung Z1 [= 1] wurde den Verfas-
sern zufolge nicht wieder geöffnet, während die Ver-
Dokument 12: Fotografie des Daches der Leichenhal- dunklung Z5, die sie zwischen Z3 und Z2 plazieren, auf
le. Einer der vier von den Polen gebauten Schächte. ©
der Fotografie gar nicht erscheint. Die Verfasser be-
Carlo Mattogno.
haupten, Spuren der angeblichen Öffnung Z1 an der
Decke der Leichenhalle gefunden zu haben und zeigen
eine Fotografie davon.29
Es handelt sich um Spuren der von mir mit Nr. 2 be-
zeichneten Öffnung, die aber nicht quadratisch, wie die
Autoren behaupten, sondern rund war und sich außer-
dem nicht an der Stelle Z1 sondern 2 m weiter (Rich-
tung Schacht B) lag (vgl. Dok. 8).
Die Verdunklung Z1 befand sich praktisch senkrecht
zur Verdunklung Z4, wie sich durch Verlängerung der
entsprechenden Seiten zeigt (vgl. Dok. 6), sie lag somit
auf der Verlängerung der Achse A-B vor der heutigen
Öffnung D (vgl. Dok. 3-5). In diesem Bereich ist dage-
gen in der Decke der Leichenhalle keine Spur von ver-
Dokument 13: Fotografie der Decke der Leichenhalle. mauerten Öffnungen.
Einer der vier von den Polen gebauten Schächte. © Car-
lo Mattogno. Also entspricht der Verdunklung Z1 keine (ehemali-

272 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

ge oder jetzige) Öffnung im Dach der Leichenhalle. zur angeblichen Gaskammer gehörte. Daher kann der
Aber warum sollen dann die Verdunklungen Z2, Z3 und Gehalt an Cyaniden in Muster Nr. 28 nicht mit Men-
Z4, die ebenfalls keine Lageentsprechung mit (ehemali- schenvergasungen begründet werden, sondern nur mit
gen oder jetzigen) Öffnungen besitzen, solchen Öffnun- normalen Entwesungen (oder mit analytischen Unsi-
gen entsprechen? cherheiten bzw. Schwankungen). Dann erhebt sich na-
Die Verfasser behaupten, daß die angeblichen Ein- türlich die Frage, welchen Beweiswert ähnliche Cya-
füllöffnungen für Zyklon B verschlossen wurden, als nidwerte in der Leichenhalle überhaupt haben können.
das Krematorium zu einem Luftschutzbunker umge-
wandelt wurde,30 doch hat diese Behauptung, die sie 3. Schlußfolgerungen
von Franciszek Piper herleiten,31 keinerlei dokumentari- Die vier Öffnungen, die heute im Dach der Leichen-
sche Basis und widerspricht sogar dem oben erwähnten halle zu finden sind, sind keine ursprünglichen Öffnun-
Kostenvoranschlag vom 2. November 1944, der nicht gen, und die Verdunklungen, die auf J.-C. Pressacs Fo-
nur von keiner Vermauerung irgendwelcher Öffnungen tografie zu sehen sind, sind keine Spuren von Öffnun-
spricht, sondern sogar 5 Mauerdurchbrüche vorsieht, gen (wie es die Tatsache beweist, daß zur Verdunklung
die, wie gesagt, die Decke betrafen. Z1 keine Spur einer Öffnung in der Decke gehört).
Die Verfasser sprechen des weiteren von Beweisen Ferner hätte das Verschließen eventueller Öffnungen
chemischer Art:30 auf dem Dach des Krematoriums schwerlich so genau
“In gleicher Weise wie an den anderen Verga- ausgeprägte Verdunklungen hinterlassen: zum Glätten
sungsstellen des Lagers können Cyanidverbindun- der Oberfläche einer mit Sandmörtel und Zement aufge-
gen noch in den Wänden der Kammer nachgewiesen füllten Öffnung genügt es, den Verputz über den Rand
werden; dies wird von den forensischen Untersu- der Öffnung selbst hinauszuführen, aber um genaue
chungen im gerichtstechnischen Institut in Krakau Verdunklungen zu hinterlassen, hätte man den Zement
bestätigt.” von der Oberfläche der Mörtelverfüllung abkratzen
Sie beziehen sich dabei auf den Artikel von Jan müssen.
Markiewicz, Wojciech Gubaáa und Jerzy àabĊdĨ “Eine Es wäre auf eine Art Sabotage seitens des Maurer-
Studie des Gehalts an Cyanidverbindungen in den kommandos herausgelaufen, augenfällige Spuren von
Wänden der Gaskammern der vormaligen Konzentrati- den angeblichen Öffnungen zu hinterlassen, und kein
onslager Auschwitz und Birkenau.”32 Von den 7 Mu- Häftling hätte ein solches Risiko auf sich genommen,
stern, die in der angeblichen Gaskammer entnommen weil auf der Innenseite, an der Decke der Leichenhalle,
wurden (Nummer 16-22) waren 3 (die Muster 18, 19 ohnehin sichtbare Spuren der Verfüllung solcher Öff-
und 21) negativ, die anderen wiesen einen Maximalwert nungen sichtbar geblieben wären.
von 292 Mikrogramm (=0,292 Milligramm) Cyanid pro Auch die Häftlinge vom Dachdeckerkommando hät-
Kilogramm Substanz auf.33 Abgesehen von der sonder- ten eine entsprechende Sabotage begehen und die
baren Entscheidung der polnischen Chemiker, das Ei- Dachpappe genau an die Ränder dieser angeblichen
senblau (Berliner oder Preußisch Blau), aus der Zahl viereckigen Verdunklungen im Zement anpassen müs-
der chemisch zu analysierenden Cyanide herauszuneh- sen, um deren Form hervortreten zu lassen.
men (dadurch erklären sich die sehr geringen Werte, die Die Erklärung solcher Verdunklungen ist viel einfa-
so gefunden wurden, gegenüber den von Fred Leuchter cher: sie entstanden durch ein Zerquetschen der durch
und Germar Rudolf entnommenen Proben, die auf den die Sonne erweichten Dachpappe unter einem flachen
Gesamtcyanid-Gehalt untersucht wurden),34 gibt es und sehr schweren Objekt, wie etwa Zementkübel oder
noch einen anderen Punkt, den man den polnischen andere Schmuckelemente für das sowjetisch-polnische
Chemikern ankreiden muß, nämlich den Ort der Probe- Tanzvergnügen; dies erklärt, warum die Dachpappe an
entnahmen nicht angegeben zu haben. den Rändern so auffällig aufgefaltet ist, und nicht nur
Fred Leuchter dagegen hat dies getan. Der Plan von leicht konkav.
Krematorium I in Anhang III von Leuchters Bericht35 Pressacs Fotografie beweist, daß die Sowjets und die
zeigt die Punkte an, wo er seine 7 Muster in der jetzigen Polen im Frühjahr 1945 dermaßen an die Geschichte
Leichenhalle entnommen hat. Eines, das Muster Nr. 28, der Menschengaskammer im Krematorium I glaubten,
enthielt 1,3 mg Gesamtcyanid pro kg Substanz (d.h. daß sie ganz ruhig einen Ball auf seinem Dach organi-
1300 Mikrogramm), ein Wert, der größenordnungsmä- sierten!
ßig mit den anderen Mustern (außer einem36) überein-
stimmt. Diese anderen Muster stammen aus dem Be- 4. Zusammenfassung
reich der ursprünglichen Leichenhalle, während das 1. Es gibt keinen Beweis dafür, daß die angeblichen
Muster Nr. 28, wie schon Enrique Aynat angemerkt hat, Öffnungen für die Einbringung von Zyklon B in die
von Leuchter aus der Wand zwischen dem Waschraum Leichenhalle von Krematorium I jemals existiert ha-
und dem Aufbewahrungsraum entnommen wurde, die ben.
nicht zur ursprünglichen Leichenhalle und somit nicht 2. Es gibt keinen Beweis dafür, daß die Leichenhalle

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 273


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1:
Die Decke der Leichenhalle von Krematorium I in Auschwitz “, S. 267-274

mit zwei gasdichten Türen ausgerüstet worden ist. Anmerkungen


3. Gegen jede Logik sollen diese angeblichen Türen Aus dem Italienischen übersetzt von Heinrich Köchel.
später von der SS bei der Umwandlung des Kremato- 1
Brief von SS-Sturmbannführer Bischoff an die Zentralbauleitung vom 17.
riums in einen gasdichten Bunker entfernt und durch Oktober 1944. RGVA, 502-2-147, S. 124.
2
RGVA, 502-1-401, S. 34.
eine einfache und eine normale gasdichte Tür ersetzt 3
RGVA, 502-2-147, S. 20. Vgl. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and
worden sein. operation of the gas chambers, The Beate Klarsfeld Foundation, New
York 1989, S. 156.
4. Die Cyanidspuren in den Wänden der Leichenhalle 4
Brief von SS-Sturmbannführer Bischoff an die Zentralbauleitung vom
beweisen nicht, daß der Raum als Menschengas- 17.Oktober 1944. RGVA, 502-2-147, S. 124.
5
kammer verwendet wurde. 6
RGVA, 502-2-147, S. 125.
RGVA, 502-2-147, S. 126-126a.
5. Die Anzahl der von den Polen in der Nachkriegszeit 7
RGVA, 502-2-147, S. 122.
erstellten Öffnungen (vier) widerspricht allen vor- 8
RGVA, 502-2-146, S. 21; vgl. Dokument 1.
9
handenen Zeugenaussagen, dies gilt auch für die An- “Aussage von Stanisáaw Jankowski (Alter Feinsilber)”, in: Inmitten des
grauenvollen Verbrechens. Handschriften von Mitgliedern des Sonder-
zahl, die von den Mitgliedern des Holocaust History kommandos. Hefte von Auschwitz, Sonderheft I. Verlag des Staatlichen
Projects angegeben wird (fünf). Auschwitz-Birkenau Museums, 1972, S. 42.
10
6. Die polnische “Rekonstruktion” beruht auf keiner Vernehmungsniederschrift Hans Stark, Köln, 23. April 1959. ZStL, Az:
AR-Z 37/58 SB6, S. 947.
dokumentarischen oder durch Aussagen bezeugten 11
“Erinnerungen von Pery Broad”, in: Hefte von Auschwitz. Wydawnictwo
Grundlage, und zwar sowohl in Bezug auf den Ort PaĔstwowego Muzeum w OĞwiĊciumiu, 9, 1966, S. 31
12
der Öffnungen, als auch in Bezug auf die Struktur F. Müller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gas-
kammern von Auschwitz. Verlag Steinhausen, München 1979, S. 62.
und die Größe der angeblichen Einfüllschächte für 13
AGK, NTN, 105, S. 110-111.
14
das Zyklon B. 15
APMO, OĞwiadczenia, t. 74, S. 6f.
RGVA, 502-1-401, S. 34.
7. Es gibt keinen Beweis dafür, daß die vier viereckigen 16
RGVA, 502-2-147, S. 12a.
Verdunklungen, die sich auf der von Pressac veröf- 17
RGVA, 502-1-401, S. 34.
18
fentlichten Fotografie auf dem Dach des Krematori- 19
Die heutige Tür hat sogar ein Fenster.
“Auschwitz: la mémoire du mal”, L’Express, 19.-25. Januar 1995; siehe
ums abzeichnen, Spuren von ehemals vorhandenen dazu auch Robert Faurisson, “Sur Auschwitz, lentement, la vérité reprend
und später verschlossenen Öffnungen darstellen; im ses droits”, 4. Feb. 1995 (online: www.aaargh.fr/fran/archFaur/1995-
Gegenteil, der Verdunklung 1 entspricht keine Fund- 2000/RF950204.html)
20
APMO, sygn. 5149; vgl. Dokument 6.
stelle an der Decke der Leichenhalle selbst. 21
J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 3), S. 149.
8. Die vorhandenen Spuren sind rund und stammen oh- 22
APMO, OĞwiadczenia, t. 96, S. 59.
23
ne Zweifel von Maßnahmen im Zusammenhang mit Vorher hatte der Berichterstatter vom Nachbau des Schornsteins des
Krematoriums gesprochen, der zwischen Ende 1946 und Anfang 1947
der Umwandlung des Krematoriums in einen Luft- vorgenommen worden war.
schutzbunker. 24
Die kleinen Holzschächte, die in der Zwischendecke der Leichenhalle
9. Die von den Polen erstellten Öffnungen haben nur im eingesetzt sind, sind nicht gemauert.
25
Kostenüberschlag zum Ausbau des alten Krematoriums als Luftschutz-
Zusammenhang mit der jetzigen Form der Leichen- bunker für SS-Revier mit einem Operationsraum im K.L. Auschwitz O/S
halle eine geometrische Logik, sind aber in jeder Be- 26
– BW 98 M. RGVA, 502-2-147, S. 126.
Der Raum, in dem sich ursprünglich der Aufbahrungsraum befand und in
ziehung asymmetrisch und unvernünftig in Bezug auf dem der Kori-Ofen mit Ölfeuerung aus dem Krematorium von Trzebinia
den Originalzustand; dies ist ein weiterer Beweis da- aufbewahrt wird, ist Besuchern nicht zugänglich. Ich konnte daher nicht
für, daß sie mit den angeblichen ursprünglichen Öff- überprüfen, ob seine Decke Spuren einer Verschließung der beiden ande-
ren Öffnungen aufweist.
nungen nichts zu tun haben. 27
D. Keren, J. McCarthy, H.W. Mazal, “The Ruins of the Gas Chambers: A
© Carlo Mattogno, Juni 2004 Forensic Investigation of Crematoriums at Auschwitz I and Auschwitz-
Birkenau”, in: Holocaust and Genocide Studies, 9(1) (2004), S. 97-99.
28
Ebenda, S. 98.
Abkürzungen 29
Ebenda, Abb. 31 auf S. 92.
AGK: Archiwum Gáównej Komisji Badania Zbrodni 30
Ebenda, S. 97
31
Przeciwko Narodowi Polskiemu Instytutu Pa- F. Piper, “Gas Chambers and Crematoria”, in: Yisrael Gutman, Michael
Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana Uni-
mieci Narodowej (Archiv der Hauptkommission versity Press, Bloomington and Indianapolis, 1994, S. 177 Anm. 16:
zur Untersuchung der Verbrechen gegen das “When crematorium I was converted into an air-raid shelter, the openings
polnische Volk, Warschau were bricked up.” (Als Krematorium I in einen Luftschutzbunker umge-
wandelt wurde, wurden die Öffnungen vermauert).
APMO:Archiwum PaĔstwowego Muzeum OĞwiĊcim- 32
“A study of the cyanide compounds content in the walls of the gas cham-
Brzezinka (Archiv des staatlichen Museums von bers in the former Auschwitz and Birkenau concentration camps”, Z Za-
gadnieĔ Nauk Sądowych, z. XXX, 1994, pp. 17-27.
Auschwitz-Birkenau) 33
Ebenda, Tafel III auf S. 23.
RGVA:Rossiiskii Gosudarstvennii Vojennii Archiv 34
Vgl. dazu Rudolfs Kritik, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill
(Staatliches russisches Kriegsarchiv) 35
Publishers, Hastings 2001, S. 169-171.
Fred A. Leuchter, An engineering report on the alleged execution gas
ZStL: Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen, chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland. Fred A. Leuch-
Ludwigsburg ter Associates,. Boston, Massachussetts, 1988.
36
Die Werte sind in der entsprechenden Reihenfolge: 1,9, 1,3, 1,4, 1,3, 7,9,
1,1 mg/kg.

274 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:


Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau
Analyse einer “Forensischen Untersuchung”
Von Carlo Mattogno

1. Einleitung gabe aus, daß im Dach des Leichenkellers 1 im Krema-


Im Frühjahr 2004 haben Daniel Keren, Jamie torium II vier Öffnungen existiert haben (die mit äuße-
McCarthy and Henry Mazal im Rahmen des Holocaust ren Schutzschächten und inneren Einfülleinrichtungen
History Project unter der Überschrift “Die Ruinen der für das Zyklon B ausgestattet waren) und nehmen sich
Gaskammern: Eine forensische Untersuchung der Kre- dann vor, diese Stellen auf Fotografien und in den Rui-
matorien von Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau”1 nen des Baues wiederaufzufinden.
einen Artikel veröffentlicht, in dem sie sich mit der Im Unterschied zu Provan stellen die Autoren aber
Frage der vermuteten Einfüllöffnungen in der Decke nicht alle verfügbaren Aussagen zur Sache dar, um sie
des Leichenkellers 1 im Krematorium II von Birkenau dann zu diskutieren, sondern legen lediglich die Erklä-
und in der Leichenhalle des Krematoriums I in Au- rung von Henryk Tauber vom 24. Mai 1945 zugrunde,
schwitz befassen. Dem zweiten Teil dieser “Forensic die sie zudem nur von Pressac6 übernehmen – und das,
Investigation” (kriminaltechnischen Untersuchung) ha- ohne auch nur eine Zeile davon zu zitieren! Es ist dann
be ich bereits einen speziellen Artikel gewidmet, in dem auch nicht erstaunlich, daß sie ebensowenig den
ich nachgewiesen habe, daß die Beweisführung dieser Hauptzeugen für die angeblichen Einfülleinrichtungen
Autoren völlig haltlos ist.2 für das Zyklon B erwähnen, Michaá Kula. Seine Aussa-
Hier sollen nun die entsprechenden Thesen in bezug ge steht in zu starkem Widerspruch zu ihren angebli-
auf den Leichenkeller 1 im Krematorium II untersucht chen “Funden” und wird deshalb ignoriert!
werden. Überprüfen wir zunächst die Aussage von Tauber:7
Bevor wir die Diskussion beginnen, muß erwähnt “Das Gewölbe der Gaskammer ruhte auf Ze-
werden, daß diese Verfasser nicht einmal nebenbei mentpfeilern, die der Länge nach in ihrer Mitte an-
meinen 2002 veröffentlichten Artikel erwähnt haben, geordnet waren. Links und rechts von diesen Pfei-
der die bislang umfassendste revisionistische Studie zu lern befanden sich vier Säulen. Deren äußerer Teil
diesem Streitpunkt darstellt.3 Sie haben es vorgezogen, bestand aus Gittern aus grobem Draht, die bis zur
die von mir vorgebrachten Beweise und Argumente zu Decke und ins Freie reichten. Innerhalb[8] dieses
ignorieren, die daher gültig bleiben und ihren
Wert in vollem Umfang bewahren.
Die Entscheidung der drei Autoren, sich
nicht mit meinem Artikel zu befassen, war na-
türlich eine gewollte und leicht verständliche
Taktik, genau wie die, auch Charles D. Provans
Schrift No Holes? No Holocaust?4 unerwähnt zu
lassen, welche die ernsthafteste Studie der Holo-
caust-Partei zu diesem Thema beinhaltet. Hier
war die Motivation freilich eine andere: man Dokument 1: Ort der von D. Keren et al. vermuteten Öffnun-
gen für die Einfüllung von Zyklon B auf der Decke des Lei-
wollte die positiven Angaben von Provan ver-
chenkellers 1 im Krematorium II von Birkenau.5
werten, ohne sich mit dessen Kritik an den offi-
ziellen Thesen auseinanderzusetzen.
So bringen die Autoren auch keinerlei neue
Beweise vor, die über die Arbeit von Provan
hinausgehen und übernehmen von ihm sogar die
Argumentationsweise in Bezug auf Zeugenaus-
sagen, Fotografien und Luftaufnahmen (Provans
S. 3-5).
Dokument 1a: Ort der Objekte 1 und 2 auf der Decke des Lei-
2. Eine hinterlistige Methode
chenkellers 1 im Krematorium II im Vergleich zu den von D.
Die Methode der Autoren ist simpel und hin- Keren et al. vermuteten Einfüllöffnungen für Zyklon B und den
terlistig: Sie gehen stillschweigend von der Vor- Stützpfeilern des Raumes. Quelle: siehe Dokument 1.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 275


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Teils gab es ein zweites Netz mit


kleineren Maschen und Öffnun-
gen, und innerhalb des letzteren
ein drittes, enges [Netz]. In die-
sem dritten Netz bewegte sich
eine Schachtel, mit der man mit-
tels eines Eisendrahtes den
Staub entnahm, aus dem das
Gas nun entwichen war.”
In seiner ersten Vernehmung,
durch sowjetische Stellen, am 27.-
28. Februar 1945 hatte Tauber je-
doch erklärt:9
“Das Zyklon-Gas diffundier-
te in die [Gas]kammer durch
Netzsäulen mit rechteckigem
Querschnitt und Wänden aus ei- Dokument 2: Ausschnitt einer Fotografie des Krematoriums II in Birkenau,
nem doppelten Netz.” Februar 1943.10
Hier war also die angebliche
Einrichtung noch nicht dreilagig,
sondern nur zweilagig und hatte
auch noch keinen quadratischen,
sondern einen rechteckigen Quer-
schnitt.
Wie stark der historische
Scharfsinn und die Liebe zur
Wahrheit bei diesen Autoren sind,
sieht man aus ihrem Bezug auf ei-
nen weiteren Zeugen, Shaul Chazan
(Chasan):
“Waren die Drahtnetzsäulen Dokument 2a: Ausschnitt aus Dokument 2. Die Nummern 1, 2 und 4 be-
nun an den Betonstützen befe- zeichnen die vermuteten Schächte für Zyklon B auf der Decke des Lei-
chenkellers. Der Buchstabe “C” bezeichnet ein Objekt mit zylindrischer
stigt? Diese Annahme klingt
Form.
vernünftig, doch haben wir we-
nig gefunden, das dafür sprä- rien II und III gearbeitet hatten. Sowohl Herr Shaul
che, und vieles, das dagegen spricht. Herr Gideon Chazan als auch Herr Lemke Phlishko haben ange-
Greif von Yad Vashem, ein Fachmann für das Son- geben, daß die Vorrichtungen nicht an den Stützpfei-
derkommando Auschwitz-Birkenau, hat sich auf un- lern befestigt waren.” (S. 72)
sere Bitte mit zwei Überlebenden des Sonderkom- In dem Buch dieses angeblichen “Fachmanns für das
mandos in Verbindung gesetzt, die in den Kremato- Sonderkommando Auschwitz-Birkenau” erscheint auch

Dokument 2b: Ausschnitt aus Dokument 2. Diagramm der Lage der drei Objekte auf dem Leichenkeller.

276 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

die Aussage von Shaul Chazan, als Dialog über die an- Struktur der angeblichen Einfülleinrichtungen für Zy-
geblichen Einfülleinrichtungen:11 klon B zusammenhängen:
“[Greif] Sie sagten, das Gas wurde durch Öff- 1. Die Ziegelschächte mit Zementdeckel
nungen in der Decke eingeschüttet. Fiel das direkt 2. Die Öffnungen an und für sich
auf den Fußboden oder auf die Köpfe der Men- 3. Die eigentlichen Drahtnetzeinrichtungen.
schen? Die Autoren befassen sich ausschließlich mit den er-
[Chasan] Nein, nein, nein: es waren dort einige sten beiden Punkten ohne Berücksichtigung des dritten,
Öffnungen. Von jeder Öffnung führte ein runder Git- für den es keinen dokumentarischen oder materiellen
terpfeiler herunter. Das Gitter war aus Metall, vol- Anhaltspunkt gibt. Sie behaupten, daß die vier “Draht-
ler Durchlässe, von dem Fenster in der Decke bis netzeinschiebvorrichtung[en]”, die bei der Übergabe-
auf den Fußboden, und das Giftgas in der Form verhandlung von Krematorium II (31. März 1943) für
kleiner Steine wurde durch diesen hohlen Pfeiler das Kellergeschoß aufgeführt werden, den “inneren
geworfen. Dann verbreitete sich der Geruch, das
war das Gas.
[Greif] Reichte der Gitterpfeiler, durch den man
das Gas einwarf, bis auf den Fußboden?
[Chasan] Fast bis auf den Fußboden. Man hatte
einen kleinen Zwischenraum gelassen, der es ermög-
lichte, dort zu putzen. Man schüttete Wasser aus und
fegte die restlichen Steinchen zusammen.” (meine
Hervorhebungen).
Dieser “Augenzeuge”, der nicht einmal die Anzahl
der angeblichen Öffnungen kennt, spricht also von einer
Einrichtung mit rundem und nicht quadratischem Quer- Dokument 2c: Ausschnitt aus Dokument 2, Objekte 1
schnitt, aus Lochblech und nicht aus einem Drahtnetz, und 2.
und ohne innere Schiebevorrichtung zur Rückführung
des inerten Trägermaterials von Zyklon B, denn in sei-
ner Einrichtung fielen die Gipskörner direkt auf den
Boden unter der Metallsäule und wurden von innen und
nicht von außen beseitigt. Wie man sieht, entspricht sei-
ne Aussage “voll und ganz” der von Tauber!
Außerdem hätte ein Gitterpfeiler, der nicht bis zum
Boden reichte, sehr wohl an den Betonstützpfeilern be-
festigt sein müssen, sonst wäre er von den hypotheti-
schen, in Panik geratenen Opfern demoliert worden.
Wenn Gideon Greif also von Shaul Chazan vor kurzem Dokument 2d: Ausschnitt aus Dokument 2, weiterge-
tatsächlich eine Aussage zur Frage der angeblichen Be- hende Vergrößerung der Objekte 1 und 2.
festigung der behaupteten Drahtnetzsäulen erhielt, so
kann es sich dabei um nichts weiter handeln als um eine
zielgerichtete, abgesprochene Antwort. Wer könnte zu-
dem ernsthaft behaupten, sich nach 60 Jahren noch an
Details wie die Verankerungsweise einzelner Einrich-
tungsgegenstände in bestimmten Räumen erinnern zu
können?
In meinem oben erwähnten Artikel habe ich er-
wähnt, daß der Augenzeuge Miklos Nyiszli schon 1946
eine ähnliche Version wie Chazan vorbereitet hatte, als
er sagte:12
“[…] viereckige, aus gewalztem Eisen gefertigte
Röhren, deren Seiten zahlreiche Löcher aufwiesen,
wie ein Drahtgitter.”
Dokument 2e: Ausschnitt Dokument 2f: Aus-
3. Das Problem als solches
aus Dokument 2. Vergrö- schnitt aus Dokument 2.
Die Frage der Öffnungen in der Decke des Leichen- ßerung des Belüftungs- Vergrößerung des Krema-
kellers 1 im Krematorium II von Birkenau besteht aus kamins von Leichenkeller toriumskamins.
drei voneinander abhängigen Teilaspekten, die mit der 1.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 277


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
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Kern” dieser angeblichen Einrichtungen darstellen (S. gestützt wird.


69), übersehen aber, daß in diesem Dokument13 diese Die Autoren lassen des weiteren eine sicher nicht
Teile dem Leichenkeller 2 zugeschrieben werden und unerhebliche Frage aus, und zwar die nach den Maßen
nicht dem Leichenkeller 1,14 der angeblichen Gaskam- der Öffnungen, über die der Zeuge Kula klare Angaben
mer, und daß ihnen außerdem “vier Holzblenden” zu- macht. Wir werden weiter unten klären, woher dieses
geordnet werden, welche die Deckel der Schächte für Schweigen kommt.
das Zyklon B sein müßten. Der Zeuge Tauber hat je-
doch ausgesagt, diese angeblichen Deckel seien aus 4. Die Schächte auf dem “Eisenbahnfoto”
Zement gewesen, daher ziehen es die Autoren vor, die Um das Vorhandensein der vier angeblichen Schäch-
“Holzblenden” lieber nicht zu erwähnen. te auf dem Dach des Leichenkellers 1 zu beweisen,
Wie ich aber schon in dem Artikel “Keine Löcher, stützen sich die Autoren auf drei Fotografien: eine Bo-
keine Gaskammer(n)” ausgeführt habe, sind die angeb- den- und zwei Luftaufnahmen.
lichen Drahtnetzvorrichtungen für die Einführung von Die erste ist das wohlbekannte Bild aus der “Ka-
Zyklon B nie hergestellt worden, so daß die “überein- mann”-Serie vom Februar 1943, das schon Jean-Claude
stimmenden” Aussagen von Kula und Tauber tatsäch- Pressac veröffentlicht und analysiert hat.18 Weil dort im
lich nur in ihrer Unwahrheit übereinstimmen.15 Vordergrund eine kleine Lokomotive mit einigen ange-
In Bezug auf die ersten beiden Punkte nehmen die hängten Loren erscheint, nennen die Verfasser es “Train
Autoren an, daß auf dem Dach des Leichenkellers 1 – photograph”, also Eisenbahnfoto.19
nach Aussage von Tauber – vier gemauerte Schächte Der Mittelgrund dieser Aufnahme zeigt den Lei-
mit Zementdeckeln16 aufgebracht waren, die vier Öff- chenkeller 1 von Krematorium II, auf dem sich vier
nungen abdeckten, welche sich wie die Schächte ab- schlecht erkennbare Gegenstände befinden, von denen
wechselnd rechts und links vom Längsträger befanden; D. Keren und Kollegen drei als Einfüllschächte für Zy-
sie stellen dies in der Zeichnung 2a auf S. 79 dar (vgl. klon B ansehen. Wie aus ihrer Abb. 4 auf S. 80 hervor-
Dok. 1). Tauber hat jedoch nie ausgesagt, die Öffnun- geht, geben sie an, die ersten beiden Schächte (vom Sü-
gen hätten sich neben den Pfeilern 1, 3, 5 und 7 befun- den gesehen) identifiziert zu haben, der dritte sei “völlig
den, so daß diese Hypothese insofern von Zeugen nicht vom [Lokomotiv]schornstein verdeckt” (S. 71), wäh-
rend sich der vierte “direkt links vom Lokomotiv-
schornstein” (S. 71) befinden soll (vgl. Dok. 2a). Die
Analyse dieser Aufnahme durch die Autoren ist äußerst
oberflächlich und übergeht konsequent viele wesentli-
che Elemente.
1. Ich schicke voraus, daß das Vorhandensein des
Schachtes Nr. 3 hinter dem Schornstein der Lokomo-
tive eine reine Vermutung ist und nicht aus der Auf-
nahme hervorgeht.
2. Es ist ferner ebenfalls eine nicht nachgewiesene und
nicht nachweisbare Vermutung, daß die drei unschar-
fen Gegenstände, die man auf der Decke des Lei-
Dokument 2g: Ausschnitt aus Dokument 2. Vergröße- chenkellers 1 sieht, Einfüllschächte für Zyklon B sei-
rung des zylindrischen Objekts vor der Südwand von en. Dies widerspricht sogar, wie wir unter Punkt 7
Leichenkeller 1. sehen werden, der Beweislage.
Die Autoren versuchen diese Vermutung durch
Rückgriff auf zwei ebenfalls bekannte Luftaufnah-
men von Birkenau am 25. August 1944 aufzuwerten,
auf die ich im nächsten Abschnitt zurückkommen
werde. Im Vorgriff auf ihre spätere Darlegung kom-
men die Verfasser zu folgendem Schluß:
“Daß die Löcher in Krematorium II sich ab-
wechselnd (auf beiden Seiten) befinden, geht aus
der Luftaufnahme, dem Eisenbahnfoto, den materi-
ellen Funden und Taubers Aussage hervor.” (S.
72)
3. Tatsächlich aber befinden sich die unscharfen Objek-
Dokument 2h: Fotografie aus der Kamann-Serie von te, die von den Autoren mit Schacht 1 und 2 für Zy-
Januar 1943. Vergrößerung eines zylindrischen Ob- klon B bezeichnet werden, beide auf der östlichen
jekts (Metallfaß) im Vordergrund.17 Hälfte der Decke des Leichenkellers, wie aus dem

278 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
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entsprechenden Diagramm (Dok. 2b) hervorgeht, und


dies widerspricht somit ihrer Hauptthese.
4. Wenn man den Ort der Objekte 1 und 2 auf der Mit-
tellinie der Oberfläche des Leichenkellers berechnet,
zeigt sich auf diesem Diagramm, daß sie etwa 7,2
bzw. 10,5 m von der Südkante des Leichenkellers
entfernt lagen. Dies stimmt voll und ganz mit Pro-
vans Diagramm überein, auf dem ich ebenfalls mit 1
und 2 die Lage dieser Objekte angegeben habe (vgl.
Dok. 2i).
Das bedeutet, daß sich das Objekt 1 neben Pfeiler
Nr. 2 und östlich vom Längsträger befand, während
der angebliche Schacht Nr. 1 sich nach Ansicht von
D. Keren et al. neben Pfeiler 1 und westlich vom
Längsträger hätte befinden müssen. Das Objekt Nr. 2
ist von Objekt 1 etwa 3,3 m entfernt, während die
angeblichen Schächte 1 und 2 laut D. Keren et al. et-
wa 7,6 m voneinander entfernt liegen müßten. In Do-
kument 1a, dem Schema von D. Keren et al., habe ich
die Lage der Objekte 1 und 2 zu den vermuteten Ein-
füllschächten für Zyklon B eingetragen.
5. Das Objekt Nr. 4 müßte sich, folgt man D. Keren et
al., etwas vor dem letzten Pfeiler des Leichenkellers
befinden, also ca. 4 m vor der Wand des Krematori-
ums. Es lehnt jedoch gegen die Wand und ist ca. 45
cm hoch, denn seine Höhe nimmt die Hälfte des Ab-
stands zwischen der Unterkante des doppelten Fen-
sters links davon und der Oberfläche des Leichenkel-
lers ein (vgl. Dok 2b). Die Fenster des Krematoriums
befanden sich nämlich etwa 90 cm über der Oberflä-
che des Leichenkellers 1, wie aus der Zeichnung
1173-1174(p)21 hervorgeht und vom “Eisenbahnfoto”
bestätigt wird; das Objekt hatte daher eine Höhe von
etwa der Hälfte dieses Abstands.
Wenn es sich statt dessen an der von D. Keren at
al. angegebenen Stelle befunden hätte, so wäre es aus
Gründen der Perspektive noch niedriger. Schon auf
der Zeichnung des Krematoriums, Nr. 936 vom 15
Januar 194222 und den späteren, war eine Erdschicht
auf dem Leichenkeller 1 vorgesehen; die Zeichnung
109/16A vom 9. Oktober 1943 gibt die Dicke dieser
Erdschicht genau an: 50 cm.23 Es folgt daraus, daß
das Objekt Nr. 4 mit seiner Höhe von weniger als 50
cm ab Betondecke des Leichenkellers in der Erd-
schicht untergegangen wäre; es kann daher kein
Schacht für Zyklon B gewesen sein.
6. Links neben Objekt 2 befindet sich ganz offensicht-
lich noch ein weiteres Objekt auf dem Dach. Da es
aber eine auffällig andere Schattierung und Form hat
und weil es sich an einer unpassenden Stelle befindet, Dokument 2i: Winkeldiagramm der Objekte 1 und 2
gehen D. Keren et al. davon aus, daß es sich hierbei auf der Decke des Leichenkellers 1 von Krematorium
nicht um einen Zyklon-B-Schacht handelt. Aber II, gezeichnet von C.D. Provan.20 Meine Nummern 1
wenn feststeht, daß sich auf dem Dach zumindest ein und 2 bezeichnen die Lage der jeweiligen Objekte.
Das dritte Segment bezieht sich auf ein Objekt, das
anderes Objekt befand, warum können dann nicht
sich ebenfalls auf dem Dach befindet, das Keren,
auch die Objekte 1,2 und 4 einfach “andere” Objekte McCarthy und Mazal aber nicht für einen Schacht für
sein? Zyklon B halten.
Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 279
Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

7. Was können diese Objekte gewesen sein? Das fragli- gendermaßen:


che Foto erteilt uns darauf keine Antwort, jedoch gibt “David Irving hat spekuliert, daß es sich um
es ein weiteres Foto, ebenfalls aus der Kamann-Serie ‘Trommeln mit Dichtungsmasse’ handele, doch ist
und einige Wochen früher aufgenommen, das den klar, daß dies nicht der Fall sein kann: ein zylin-
Leichenkeller von Krematorium II genauer zeigt (vgl. drischer Gegenstand würde ein verlaufendes Hel-
Dok. 3). Auf diesem Foto erscheinen die angeblichen ligkeitsmuster zeigen, während die obigen Objekte
Schächte für Zyklon B nicht. In meinem eingangs einen scharfen Wechsel von gleichmäßigem Licht
schon erwähnten Artikel habe ich nachgewiesen, daß zu gleichmäßigem Schatten aufweisen.” (S. 71)
die Hypothese einer Durchbrechung der Decke des In Wirklichkeit ist dies alles andere als “klar”.
Leichenkellers 1 zwecks Herstellung von Einfüllöff- Wie eine Vergrößerung der Objekte 1 und 2 zeigt,
nungen für Zyklon B technisch sinnlos ist und in to- haben diese oben und unten eine gerundete Form
talem Widerspruch zu einem der Angelpunkte des of- (vgl. Dok. 2c und 2d), was mit den Schattenzonen
fiziellen Dogmas steht, der auch von den Autoren ge- auf einem Quader nicht in Einklang zu bringen ist,
teilt wird.24 wie sich auch aus dem Vergleich mit einem der Ent-
Auf dem erwähnten Bild erscheint auf der Decke lüftungsschächte des Krematoriums und dem Schorn-
des Leichenkellers links vom dritten Paar der Fenster stein der Öfen ergibt (vgl. Dok. 2e und 2f).
ein gegen die Wand des Krematoriums stoßendes Es ist also klar, daß die Objekte eine zylindrische
Objekt mit quadratischen Seiten, das wie aufeinan- Form haben.26 Ein zylindrischer Gegenstand er-
derstehende Kisten aussieht, vgl. Dok. 3 und 3a. Wir scheint aber auch deutlich genau vor der Südwand
haben hier also eine andere mögliche Erklärung für des Leichenkellers, vgl. Dok. 2g. Seine Abmessun-
das Objekt Nr. 4. gen sind, wenn man berücksichtigt, daß er sich fast
8. In Bezug auf die anderen beiden Objekte nehmen die parallel zur Wand befindet, ähnlich denen der beiden
Autoren als gegeben an, daß sie quaderförmig sind, Objekte auf dem Leichenkeller. Es handelte sich oh-
denn sie entgegnen auf D. Irvings Hypothesen fol- ne Zweifel um Fässer, die bei den Bauarbeiten ver-
wendet wurden. Ein ähnlicher Zylinder, den man als
Metallfaß ansehen kann, erscheint auch im Vorder-
grund auf einer Fotografie des Baues des Schorn-
steins von Krematorium III, vgl. Dok. 2h. David Ir-
vings Hypothese bleibt also weiterhin als die ver-
nünftigste bestehen.

5. Die Schächte in den Luftaufnahmen vom 25.


August 1944
Befassen wir uns jetzt mit dem zweiten angeblichen
Beweis für das Vorhandensein der vier Schächte für
Zyklon B auf der Decke des Leichenkellers 1 im Kre-
matorium II.27 Die beiden Luftaufnahmen vom 25. Au-
gust 1944, insbesondere die Aufnahme 3185 (vgl. Dok.
4), zeigen auf dieser Decke vier dunkle unregelmäßige
Dokument 3: Fotografie von Krematorium II in Bir- Flecke, zu denen die Autoren folgendes sagen:
kenau.25
“Die Flecke sind zu groß, als daß sie zu den Lö-
chern selbst gehören könnten. Sie entsprechen wahr-
scheinlich einem Trampelpfad, den die SS-Männer
bei dem Transport der Kanister auf der Decke hin-
terlassen haben. Die Aufnahme zeigt, daß die Lage
der Flecken etwas wechselt, Loch 1 und 3 sind nach
Westen, Loch 2 und 4 nach Osten versetzt. Ein Über-
lebender des Sonderkommandos, Henryk Tauber,
der für glaubwürdig gehalten wird, hat ausgesagt,
daß die Löcher in Krematorium II ‘auf Luke’ ange-
legt waren.” (S. 72)
Die Autoren haben die beiden oben erwähnten Auf-
nahmen von einem “Fachmann für die Interpretation
von Luftaufnahmen” analysieren lassen – kein anderer
als der Experte, der schon von John C. Zimmerman,28
Dokument 3a: Ausschnittsvergrößerung aus Dok. 3. diesem Fachmann für Mogeleien, angeschleppt worden

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war. Einige Seiten weiter bringen sie seine Beurteilung: Schlag.


“Man kann die Zyklon-Löcher selbst auf keiner Ihr Kommentar hinsichtlich der Beobachtungen von
der Aufnahmen erkennen. Lucas ist ebenfalls wirklich unglaublich: sie behaupten
Mr. Lucas hat die beiden Aufnahmen der Decke
des Krematoriums II vom 25. August analysiert. […]
Nach genauer Betrachtung hat er vier kleine Objekte
innerhalb der Flecken identifiziert, die alle etwas
über das Niveau dieser Decke hinausgehen. Durch
Stereomethoden kann man auch kleine Objekte in
grobkörnigen Bildern beobachten, die in Einzelbe-
trachtungen nicht oder nur sehr schwer zu entdecken
wären, wie dies durch ‘random dot stereograms’
nachgewiesen worden ist. Aller Wahrscheinlichkeit
nach entsprechen diese (Objekte) den vier ‘Schäch-
ten’ über den Löchern in der Decke, die auf dem
‘Eisenbahnfoto’ klar erkennbar sind. Die Luftauf-
nahmen bestärken daher die Zeugenaussagen und
das Eisenbahnfoto.”
In Bezug auf die dunklen Flecke und die damit ver-
bundenen Funde hat Mr. Lucas seine Meinung wie folgt
zusammengefaßt:
a. “Das Dach des teilweise in die Erde eingelas-
senen Flügels des Krematoriums wies vier erhöhte
(Lüftungs)schächte (‘vents’) auf, sowie möglicher-
weise Abdeckungen, die etwas größer als die Aus-
laßöffnungen waren.”
b. “Die vier (auf Positiven) dunklen Stellen, die
man auf dem Dach von Krematorium II sieht, sind
zusammengetretenes Erdreich, das durch die ständi-
ge Bewegung von Personal bei der Arbeit im Be-
reich der Schächte auf dem Dach zurückgeht.”
c. “Die (auf Positiven) dünnen schwarzen Linien
zwischen den dunklen Stellen sind ein Pfad zusam-
mengetretener Erde, der von dem sich von Schacht Dokument 4: Das Krematorium II in Birkenau in der
zu Schacht bewegenden Personal stammt.” Luftaufnahme vom 25. August 1944.29
d. “Die dunkle Fläche, die diesen Pfad an dem
zum Krematorium nächstgelegenen Schacht mit dem
Rande des Daches verbindet, ist eine Fortsetzung
dieses Pfades und zeigt an, wo das Personal auf das
Dach gelangte – möglicherweise mittels einer an das
Dach gelehnten kurzen Leiter.”
e. “Die Ergebnisse dieser Analyse stützen die
Tatsache, daß die Schächte existierten und in einer
Weise verwendet wurden, die mit den Aussagen di-
verser Zeugen übereinstimmt”. (S. 95f.) Dokument 4a: Ausschnitt aus Dok. 4.
Wir wollen die Stichhaltigkeit dieser Angaben näher
untersuchen.
Zunächst stellt man fest, daß die Behauptung der
Autoren “daß die Lage der Flecken etwas wechselt,
Loch 1 und 3 […] nach Westen, Loch 2 und 4 nach
Osten versetzt” seien, falsch ist. Es genügt, die Form
des Leichenkellers nachzuziehen und den Längsträger
zu markieren, um festzustellen, daß sich die vier Flecke
alle in der Osthälfte des Daches befanden, wie aus Do-
kument 4b deutlich hervorgeht. Dadurch erleidet die Dokument 4b: Ausschnitt aus Dok. 4. Lageschema der
These der Autoren einen weiteren entscheidenden schwarzen Flecken.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 281


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

“man kann die Zyklon-Löcher selbst auf keiner der


Aufnahmen erkennen”, aber dennoch soll Lucas “vier
kleine Objekte innerhalb der Flecken” identifiziert ha-
ben, die aber in Einzelbetrachtungen “nicht oder nur
sehr schwer zu entdecken wären”. Mit anderen Worten,
die “vier kleinen Objekte” kann man nicht sehen, aber,
gleichviel, der Glaube will, daß es sie gibt! Schließlich
sollen auch noch diese unsichtbaren Objekte “aller
Wahrscheinlichkeit nach” den Schächten für das Zyklon
B entsprechen!
Sehen wir uns die Ergebnisse von Lucas näher an.
a. Er behauptet, daß sich auf der Decke des Leichen-
kellers “vier erhöhte Schächte” befinden, sowie
“möglicherweise Abdeckungen”: aber wie kann er
so etwas behaupten, wenn es nicht möglich ist, die
vier angeblichen Objekte in Einzelbetrachtungen zu
erkennen? Und woran erkennt er schließlich die Ab-
deckungen (!) der angeblichen Schächte?
Hier war unser “Fachmann” etwas unvorsichtig,
denn er hat den Ausdruck “vents” (Lüftungsöffnun-
gen o.ä.) verwendet. Nun werden, wie die Autoren
in der Einleitung darlegen, die angeblichen Einfül-
löffnungen für Zyklon B “manchmal ‘vents’ ge-
nannt” (S. 68). Da die vermuteten Objekte unsicht-
bar und daher nicht identifizierbar sind, ist Lucas’ Dokument 5: Krematorium II in Birkenau in der
Behauptung nicht technischer, sondern propagandi- Luftaufnahme vom 31. Mai 1944.30
stischer Natur: er hat einfach das gesehen, was die
Autoren wollten, daß er sehe. Der ideologisch-pro-
pagandistische Charakter seiner Angaben tritt auch
in den weiteren Beobachtungen klar zu Tage.
b. Er behauptet, die Flecke, die man auf der Decke des
Leichenkellers sieht, “sind zusammengetretenes Erd-
reich, das durch die ständige Bewegung von Perso-
nal bei der Arbeit im Bereich der Schächte auf dem
Dach zurückgeht”. Auch wenn man unterstellt, daß
dies technisch richtig ist (was aber, wie wir sehen
werden, nicht der Fall ist), so zeigt sich auch hier
wieder das Propaganda-Motiv: die Flecke stammen
vom Vergasungspersonal! Woher will er das wissen?
Tiefstes Geheimnis.
Sehen wir uns seine technische Erklärung an.
Das Gelände von Birkenau ist bekanntermaßen san-
dig. In der Luftaufnahme ist der gesamte Hof von
Krematorium II (aber auch von Krematorium III)
weiß, außer an den Stellen, wo sich Beete oder ir-
gendwelche Vegetation befinden. Durch welches
ungewöhnliche physikalisch-chemische Phänomen
soll denn nun der Sand dunkel geworden sein, wenn
immer wieder ein paar SS-Leute32 darauf herumlie-
fen?
Die Autoren bringen noch eine weitere, doch
nicht weniger abwegige Erklärung an: der “innere
Kern” der Säulen, d.h. die angebliche bewegliche
“Dose”, in die das Zyklon B hineingeschüttet wurde,
war “zeitweilig herausgenommen und gegen den Dokument 6: Krematorium II von Birkenau in der
31
kleinen Schacht gelehnt, in dem sich die Einfüllvor- Luftaufnahme vom 21. Dezember 1944.

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Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

richtungen für das Zyklon B befanden” (S. 97). Je- ders bei der Gaskammer sich mit der Zeit änderte.
doch war diese “Dose” Kula zufolge “eine leere Säu- […]
le aus dünnem Zinkblech mit einem Durchmesser Man kann daher vernünftigerweise annehmen,
von rund 150 mm.”33 daß die (seitliche) Erdanschüttung zwischen dem 31.
Sie wurde von Pressac34 richtig gezeichnet. Wenn Mai und dem 8. Juli abgeflacht und das Dach mit
jedoch die Schächte für das Zyklon B, die den Auto- Erde bedeckt wurde. Diese frische Erde wurde zu-
ren zufolge “etwa 60 mal 60 cm” groß waren (frei sammengetreten, wenn die SS-Leute auf das Dach
erfundene Dimensionen), auf den fraglichen Fotos kletterten und sich zwischen den Löchern beweg-
völlig unsichtbar sind, wie kann man dann behaup- ten.” (S. 96)
ten, daß Gegenstände 15 auf 15 cm und höchstens Ich betone zunächst einmal, daß die Vermutung der
einen Meter lang solche 3-4 m lange Flecke produ- Autoren in Bezug auf die Entstehung der Flecke unbe-
zieren? gründet ist. Zweitens bestand die Tarnung der Kremato-
c. Die Behauptung von Lucas, die vier Flecke seien rien lediglich aus einer um diese herum zu errichtenden
“ein Pfad zusammengetretener Erde, der von dem Einfriedung. Der Befehl dazu wurde der Zentralbaulei-
sich von Schacht zu Schacht bewegenden Personal tung von SS-Brigadeführer Hans Kammler von der
stammt” ist gleicherweise propagandistisch. Wie Amtsgruppe C im SS-WVHA mittels Telegramm am
kommt man angesichts des weiterhin gültigen Ein- 12. Mai 1944 erteilt.35 Am 16. Mai erstellte SS-Ober-
wands in Bezug auf die Farbänderung des zertram- sturmführer Werner Jothann, Leiter der Zentralbaulei-
pelten Sandes zu dem Schluß, dies sein ein “Tram- tung, die Bedarfsliste für den notwendigen Stahl für ei-
pelpfad”, der von dem angeblich für die Vergasun- nen Zaun.36 Dieser bildete, nach dem entsprechenden
gen eingesetzten SS-Personal stammt? “Lageplan”, ein 100 m × 125 m großes Rechteck um
d. Lucas behauptet ferner, westlich vom vierten dunk- jedes der Krematorien II und III, bzw. 75 m × 100 m für
len Fleck den Zugang identifiziert zu haben, “wo das die Krematorien IV und V.37
Personal auf das Dach gelangte”. Man braucht schon Die Luftaufnahmen vom 31. Mai 1944 zeigen einen
eine gehörige Portion Phantasie, um aus diesem aus- fast fertigen Zaun um das Krematorium II (es fehlte nur
laufenden Fleck einen Pfad zu machen, vor allem, noch die SO-Ecke, vgl. Dok. 5). Ein Brief von SS-
wenn dieser Auslauf auf halbem Wege zwischen Sturmbannführer Karl Bischoff (damals Leiter der Bau-
dem Fleck und dem äußeren Rand des Leichenkel- inspektion der Waffen-SS “Schlesien”) vom 17. Mai
lers endet (vgl. Dok. 4a). 1944 besagt, daß die Zäune “Sicherungsmaßnahmen
Daß die Beobachtungen Lucas’ keinen technischen (Tarnung) der Krematorien im KL Lager II Au-
Wert haben, sondern reine Propaganda-Behauptungen schwitz38“ waren. In dieser Hinsicht versteht man nicht
sind, zeigt sich schließlich an einem Punkt, dem er of- den Sinn einer vermuteten “Tarnung” von Leichenkeller
fenbar keinerlei Beachtung geschenkt hat. Der Boden 1 durch Aufbringung einer Erdschicht. Wir haben be-
des Hofes der Krematorien II und III bestand aus dem reits gesehen, daß die Erdschicht schon am 15. Januar
gleichen Sand, der auch (vermutlich) die Leichenkeller 1942 auf der Zeichnung Nr. 936 für das Krematorium
1 und 2 abdeckte. Wenn nun Lucas’ Erklärung richtig vorgesehen war. Ein weiteres, von Pressac veröffent-
wäre, so hätten die Tausende und Abertausende von Ju- lichtes Foto39 aus der Serie Kamann, das wohl aus dem
den, die nach der offiziellen Geschichtsschreibung die- Sommer 1943 stammt, zeigt den Südteil von Leichen-
sen Sand zertraten, um dann in diesen beiden Kremato- keller 1, der mit Erde und Gras40 bedeckt war, das daher
rien vergast zu werden, eine wahre Autobahn als dunkle perspektivisch bis fast an das siebente und achte Paar
Spur im Sande hinterlassen müssen, vom Hoftor bis an Fenster (von Norden) heranreichte. Dagegen erscheint
den Eingang zum Leichenkeller 2 (dem angeblichen auf dem “Eisenbahnfoto”, das Pressac auf der folgenden
Auskleideraum). Die Luftaufnahmen zeigen jedoch Seite zeigt, die Decke des Leichenkellers viel tiefer in
auch nicht die geringste Spur von solchem angeblich Bezug auf die Fenster des Krematoriums.
zertrampelten dunklen Sand. Wie kann man dann aber Zusammenfassend heißt das alles, daß im Sommer
ernsthaft behaupten, die Flecke auf dem Leichenkeller 1943 der Leichenkeller 1 von Krematorium II ohne
würden von zwei Leuten stammen, die dort ab und zu Zweifel von einer Erdschicht bedeckt war; den Autoren
herumgelaufen seien? zufolge soll die Erde dann später vom Dach entfernt
Man sieht daraus, welchen Wert die Meinung dieses und zwischen dem 31. Mai und dem 8. Juli 1944 wieder
“Fachmanns” hat. aufgebracht worden sein. Diese Hypothese ist wohl
Die Luftaufnahmen vom 31. Mai 1944 zeigen be- kaum “vernünftig”.
kanntlich keine dunklen Flecke auf dem Dach von Lei- In meinem oben erwähnten Artikel habe ich die
chenkeller 1 des Krematoriums. Die Autoren erklären Flecke auf dem Leichenkeller mit der Vermutung er-
dies folgendermaßen: klärt, daß die Decke 1944 kein Erdreich aufwies, wie
“Eine mögliche Erklärung ist, daß die Tarnung dies klar aus der ersten Fotografie der Ruinen von Lei-
im Bereich der Krematorien allgemein und beson- chenkeller 1 aus dem Jahr 1945 hervorgeht.41

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Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Die Luftaufnahme vom 21. Dezember 1944 bestätigt dort, wo auf der Fotografie vom 25. August 1944 die
diesen Befund (vgl. Dok. 6). Sie zeigt Krematorium II Flecke 3 und 4 erscheinen. Parallel zu diesen sind am
in der Abbauphase. Der Leichenkeller 2 erscheint abge- Ostrand der Decke noch zwei Flecke. Ein weiterer, aber
deckt; das Dach und ein großer Teil des Kamins sind schwächerer Fleck zeigt sich etwa dort, wo man den er-
abgebaut. Der Leichenkeller 1 zeigt klare rechteckige sten Fleck auf dem Foto vom 25. August erkennt, ver-
Formen, die Decke aus Beton liegt daher sicherlich frei. längert sich aber nach Osten bis zu einem anderen,
Auf der Decke erkennt man zwei dunkle Flecke, etwa ebenfalls schwachen Fleck. Der zweite Fleck des Fotos
vom 25. August 1944 erscheint nicht. All dies stützt die
Aussage, daß die von den Autoren angenommene Er-
klärung der Flecke ganz und gar unbegründet ist.

6. Die Öffnungen in den Ruinen der Decke von


Leichenkeller 1 im Krematorium II
Die Autoren behaupten, in den Ruinen des Leichen-
kellers 1 im Krematorium II “erhebliche materielle Be-
weise” (S. 73) für drei der vier Einfüllöffnungen von
Zyklon B gefunden zu haben.
Bevor wir uns mit ihren “Entdeckungen” befassen,
muß man einige Bemerkungen vorausschicken.
1. Die Autoren berufen sich vor allem auf eine “bau-
technische Regel”, die schon Provan verzerrt hat,
nach welcher43
“wenn auf eine Betonstruktur heftiger Druck
ausgeübt wird, sich Risse an vorher existierenden
Löchern zeigen, da die Löcher an jener Stelle die
Struktur schwächen.”
Die Autoren benutzen nun Provans unhaltbare
Hypothese und meinen, daß die heftige Explosion
die glatten Ränder der vermuteten Löcher so verun-
staltet hätte, daß sie nicht mehr als solche zu erken-
nen wären. Wie ich jedoch schon mittels Fotografien
nachgewiesen habe, sind die glatten Ränder der fünf
rechteckigen Öffnungen der Ofenhalle von Kremato-
rium III, sowie der runden Öffnung für das Entlüf-
tungsrohr im Leichenkeller 2 des Krematoriums II
trotz der heftigen Explosion, welche diese Räume
Dokument 7: Die vermutete Öffnung 4 für Zyklon B.42 zerstört hat, praktisch intakt geblieben und die ent-
sprechenden Öffnungen sind als solche klar erkenn-
bar.44
2. Die Identifizierung der vermuteten Öffnungen haben
die Autoren am grünen Tisch vorgenommen, und
zwar auf sehr gekünstelte Weise: unter den zahlrei-
chen unregelmäßigen Öffnungen, die es im Schutt
der Decke von Leichenkeller 1 gibt, haben sie dieje-
nigen ausgewählt, die ihrem vermuteten Schema der
Lage der Einfüllöffnungen für das Zyklon B am
nächsten kommen.
3. Bei dieser Scheinidentifizierung haben die Autoren
vorsichtshalber die wichtigste Zeugenaussage bezüg-
lich der Größe dieser angeblichen Öffnungen ver-
schwiegen, weil keines der von ihnen vorgeblich
identifizierten Löcher diesen Dimensionen ent-
spricht.
Michaá Kula, der selbsternannte Hersteller der
Dokument 7a: Wie Dok. 7, Bezeichnung des Stützpfei- Metallnetzsäulen für die Einfüllung von Zyklon B,
lers und der gebogenen Betoneisen. hat nämlich erklärt, daß diese einen quadratischen

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Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Querschnitt von 70 cm × 70 cm und eine Höhe von 3 sichtbare Öffnung Nr. 2 später erweitert worden,
m hatten; sie überragten also die Decke um (300 – insbesondere auf der östlichen Seite.”
241 – 18 =) 41 cm.45 Um eine solche Vorrichtung Was die Größe der Öffnung betrifft, geben die Auto-
aufstellen zu können, war es also nötig, in der Be- ren an, sie habe 0,5 m im Quadrat betragen. Im Juni
tondecke eine etwas größere Öffnung als 70 cm × 70 1990 hatte die Öffnung eine trapezartige Form, mit ei-
cm zu schaffen. Irgendwelche Schächte hätten, weil ner langen Seite von 86 cm und einer maximalen Breite
die Ziegel vom Typ “altes Reich” eine Breite von 12 von 50 cm; an der schmalsten Stelle war sie 43 cm
cm hatten, ihrerseits ein Maß (12+70+12=) 94 cm × groß. Der Zeuge Kula hat jedoch, wie schon gesagt, an-
94 cm gehabt (und nicht von 60 cm × 60 cm, wie die gegeben, sie wäre mindestens 70 cm × 70 cm groß ge-
Autoren angeben). wesen. Man versteht also leicht, warum die Autoren den
4. Schließlich gehen die Autoren davon aus, daß die Zeugen Kula nicht einmal nebenbei erwähnen!
Ruinen zum Zeitpunkt ihrer Untersuchungen (1998 Van Pelt hatte schon einen kleinen Trick vorbereitet,
– 2000) genau so aussahen, wie dies im Urzustand um dieses Problem zu lösen. Er hat nämlich eine Zeich-
der Fall war, als die SS das Krematorium Ende 1944 nung vorgelegt,48 mit der er darstellen will, wie Kulas
sprengte – wie wir noch sehen werden, eine unhalt- Vorrichtung aussah, die aber ein widersprüchliches und
bare Hypothese. willkürliches Element beinhaltet: eine Verengung der
Säule in Höhe der Decke dergestalt, daß die Seitenlänge
6.1. ÖFFNUNG 1 der Vorrichtung von 70 cm im Leichenkeller 1 auf 48
Die Autoren stellen fest: cm in der Betondecke und außen zurückspringt. Die
“Loch 1 ist die Öffnung in der Decke bei Pfeiler Autoren werden ohne Zweifel, wenn sie sich mit der
1 (Fig. 11a). Der Pfeiler steht noch und ragt (Fig. Aussage von Kula befassen müssen, auf diesen listigen
10b) aus der Decke heraus, die sich beim Zurückfal- Ausweg zurückgreifen.
len verschoben hat. Während man natürlich bei er-
ster Ansicht vermuten könnte, das Loch habe sich 6.2. ÖFFNUNG 2
genau so gut bei der Explosion bilden können, zeigt Die Öffnung Nr. 2 ist, wie bei den Autoren aus Abb.
die nähere Untersuchung, daß dies nicht der Fall 12 auf S. 85 hervorgeht, mit der Öffnung Nr. 6 bei Pro-
war. Grade und flache Ränder sowie eine rechtwink- van identisch. Es handelt sich in Wirklichkeit um einen
lige Ecke sind erhalten geblieben, obwohl der Beton einfachen Riß als Folge des Aufpralls der Decke auf
am Rand größtenteils bei der Explosion beschädigt den Pfeiler Nr. 6, wie sich dies klar in meinen Fotogra-
wurde. Das Loch befindet sich 4,1 m von der Süd- fien 27 und 2849 zeigt. Um den Eindruck zu erwecken,
kante der Betondecke und 0,75 m westlich der Mit- daß dieser Riß eine bereits vor der Explosion bestehen-
tellinie der Decke. Wir schätzen die Größe auf etwa de Öffnung war, müssen die Autoren mühevoll ein
0,5 m im Quadrat; das Loch liegt daher 0,3 m west- punktiertes Quadrat auf diesen unregelmäßigen Riß
lich der Westkante des Firstbalkens.” (S. 74f.) aufbringen, das die Ränder der angeblichen Original-
Diese Öffnung entspricht Öffnung Nr. 2 bei Provan.
In dem eingangs erwähnten Artikel habe ich schon de-
tailliert nachgewiesen, daß eine solche Öffnung keine
Originalöffnung ist, sondern von den Sowjets oder den
Polen 1945 eingearbeitet wurde.46
Hier soll noch angemerkt werden, daß die Behaup-
tung der Autoren, “gerade und flache Ränder sowie eine
rechtwinklige Ecke sind erhalten geblieben, obwohl der
Beton am Rand größtenteils bei der Explosion beschä-
digt wurde”, richtig ist. Aber, wie ich schon mit den
von mir über die Jahre aufgenommenen Fotografien
nachgewiesen habe, ist diese Öffnung zwischen 1992
und 1997 von einer frommen Hand aus dem Museum
Auschwitz geschaffen worden, die auf diese Weise das
Geschichtchen der Öffnungen für Zyklon B glaubhaft
machen wollte. Diesbezüglich habe ich nämlich schon
festgestellt:47
“Zwischen 1992 (s. Fotografie 14) und 1997 (s.
Fotografie 15) ist die Öffnung mit einem Meißel
Dokument 8: Leichenkeller 1 im Krematorium II von
grob vergrößert und quadratisch gerichtet worden. Birkenau. Aus der Stahlbetondecke ragender Stütz-
Wie sich aus einem Vergleich der Fotografien 16, pfeiler und die von diesem verursachten Risse. Au-
17 und 18 ergibt, ist die auf dem Bild von 1945 gust 2000. © Carlo Mattogno.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 285


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Dokument 9: Einer der Befestigungsblöcke für Lampen Dokument 10: Weiterer Befestigungsblock für Lam-
in der Decke von Leichenkeller 1 im Krematorium II von pen in der Decke von Leichenkeller 1 im Krematorium II
Birkenau. Oktober 1991. © Carlo Mattogno. von Birkenau. Oktober 1991. © Carlo Mattogno.

Dokument 11: Aussparung im Beton der Decke von Lei- Dokument 12: Leichenhalle im Krematorium I von
chenkeller 1 im Krematorium II von Birkenau für einen Auschwitz. Einer der in der Mitte des Stützbalkens der
Befestigungsblock für Lampen zur Raumbeleuchtung. Decke eingelassenen Holzblöcke. Oktober 1991. © Car-
Juli 1992. © Carlo Mattogno. lo Mattogno.

Öffnung darstellen soll! Diesem Quadrat schreiben sie (von Osten Richtung Westen),50 um zu erkennen, daß
Seitenlänge von 0,5 m × 0,5 m zu, die auch wieder nicht diese Zone nicht besonders “stark zerstört und mit
den von Kula angegebenen Werten von 0,7 m × 0,7 m Schutt bedeckt ist”, daß dort aber wohl zwei lange Risse
entspricht. auftreten (einer davon ist Provans Loch Nr. 8). Diese
Risse stimmen so wenig mit einer vermuteten Öffnung
6.3. ÖFFNUNG 3 für Zyklon B überein, daß die Autoren es vorgezogen
Hierzu schreiben die Autoren: haben, nichts darüber zu sagen, um die Illusion aufrech-
“Der projizierte Ort von Loch Nr. 3 ist in einem zuerhalten, daß es eine unsichtbare vermutete Öffnung
Bereich des Daches, der stark zerstört und mit Nr. 3 gibt!
Schutt bedeckt ist.”
Leider haben sie vom Museum Auschwitz nicht die 6.4. ÖFFNUNG 4
Erlaubnis erhalten, die Trümmer (S. 75) wegzuräumen, Die Identifizierung der Öffnung 4 ist entschieden
und so gibt es dieses Loch zwar theoretisch, nur kann phantasievoller. Die Autoren erklären uns:
man es nicht sehen! “Loch 4 kann am äußersten Nordrand der Über-
Die Lage der Dinge ist auch hier wieder so, daß die reste des Daches durch ein Muster im Betonstahl
Autoren einen simplen Trick anwenden. Ihre Aufnahme identifiziert werden (Fig. 16). […] Das Loch 4 kann
der fraglichen Zone (Fig. 15 auf S. 85) hat nämlich ein durch die unbeeinträchtigte quadratische Öffnung,
sehr kleines Blickfeld und ist von Westen aus in Rich- die im Jahre 1943 in den Betonstahl eingefügt wur-
tung Osten aufgenommen. Man braucht den Blickwin- de, identifiziert werden. Der Rand [des Loches]
kel nur zu erweitern und die Blickrichtung umzudrehen wurde von der Explosion und der Verwerfung des

286 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Daches zerrissen, nur das verräterische Gitterwerk Veränderungen erfahren: im Jahre 1990 wies sie fünf
des Betonstahls blieb übrig. Es mißt 0,5 mal 0,5 m. bis zu 40 cm lange, nach hinten gebogene Stäbe auf –
[…] Der absichtlich verbogene Stahl beweist, daß im Jahre 2000 war die Öffnung grob gerichtet und vier
dieses Loch, wie aller Wahrscheinlichkeit nach auch Stäbe abgeschnitten worden.53
die anderen drei, zur Zeit des Aufbringens des Be- Wie kann man dann also ernsthaft behaupten, der
tons im Januar 1943 geformt wurde.” (S. 75f.) Zustand der Stäbe des angeblichen Loches Nr. 4 im Jah-
Sehen wir uns das Foto dieser vermuteten Öffnung re 1998 sei der ursprüngliche? Und wie kann man eine
für Zyklon B näher an (vgl. Dok. 7, 7a). Was man so- solche Dummheit als “Beweis” ansehen? Die Autoren
fort sieht, ist ein Stützpfeiler für die Decke des Lei- hatten einfach keine Ahnung, auf was für Dinge sie sich
chenkellers, der aus diesem Riß herausragt; die senk- stützen sollten, um die Existenz des vierten angeblichen
rechten Spuren der Schalungsbretter für diesen Pfeiler Loches “nachzuweisen”!
sind gut sichtbar, wie auch die Reste der Moniereisen,
die aus seiner Stirnfläche hervortreten. Der Riß stammt 7. Die Hypothese von Robert Jan van Pelt
ganz offensichtlich vom Aufprall der Decke auf diesen In seinem Bericht für den Irving-Lipstadt-Prozeß hat
Pfeiler. Wie nämlich auch die Autoren einräumen, “ver- van Pelt es als “logisch” bezeichnet, daß die vermuteten
schob sich das Dach erheblich, als es nach der Explosi- Löcher für das Zyklon B im Leichenkeller 1 von Kre-
on zusammenbrach”, d.h die Decke hatte sich gehoben matorium II von der SS vor der Sprengung der Decke
und war wieder zurückgefallen, und zwar mit dem Mit- verfüllt wurden.54
telbalken außerhalb der Stützpfeilerreihe, wobei sich Die Autoren halten diese Hypothese für unbegründet
einige von diesen durch das Dach bohrten. Dies stimmt und untermauern ihre Kritik mit folgenden Argumen-
um so mehr, als sich neben der vermuteten Öffnung 1 ten:
das Ende des ersten Betonpfeilers zeigt, der die Decke “Es ist ferner vermutet worden, daß die Schwie-
durchstoßen und dort ein weiteres Loch verursacht hat rigkeit, die vier Löcher zu finden, darauf zurückzu-
(vgl. Dok. 8). führen ist, daß sie vor der Zerstörung der Kammer
Des weiteren hat dieser Riß keine klaren Ränder, verfüllt worden sind. In Bezug auf Krematorium II
von glatten Kanten gar nicht zu reden, die sich ja nicht und III erscheint dies unwahrscheinlich. Das ur-
in Luft hätten auflösen können, wie die Fotografien der sprüngliche Dach bestand aus drei Lagen: unten ei-
Lüftungsöffnungen im Ofenraum von Krematorium III ne Schicht aus grobkörnigem Beton, oben eine
und der Entlüftung von Leichenkeller 2 im Krematori- Schicht aus Beton mit Zuschlag von feinerem Sand
um II zeigen. und dazwischen eine wasserundurchlässige Lage
Drittens sind in dem vom Betonstahl gebildeten Dachpappe.
Quadrat, dem die Autoren eine so erhebliche Bedeutung Es ist unwahrscheinlich, daß die SS diese Struk-
zuschreiben, die seitlichen Stäbe nicht zerschnitten, wie tur nacharbeitete, oder das sie dies überhaupt an
es für die Aufmauerung der Schächte innerhalb der vier Stellen tun konnten, ohne Spuren zu hinterlas-
Öffnung nötig gewesen wäre, sondern nur verbogen: in sen. Es bestehen noch erhebliche Flächen der ur-
Dokument 7 habe ich die am besten sichtbaren dersel- sprünglichen Decke, die von unten sichtbar sind,
ben mit den Ziffern 1 – 5 und mit “P” den Pfeiler be- diese zeigen aber keine Spuren irgendwelcher Mani-
zeichnet. pulationen. In Krematorium I wurden die Löcher
Die Annahme der Autoren, dieses Quadrat aus Stahl- verfüllt, als das Gebäude zu einem Luftschutzraum
stäben habe einen direkten Beweiswert, weil daraus her- für die SS umgewandelt wurde (Datum unbekannt).”
vorgehe, es sei im Jahre 1943 geschaffen worden, ist (S. 73)
einfach lachhaft. Im Laufe der Jahre sind in den Ruinen Man stellt fest, daß Keren, McCarthy und Mazal sich
des Leichenkellers 1 von Krematorium II mehrmals Ar- aus einer Art verständlichem Schamgefühl heraus nicht
beiten und Veränderungen vorgenommen worden. Ich entschließen konnten zu sagen, daß der Verfasser eines
will hier nur die bestdokumentierten anführen. solchen Unsinns niemand anders als ihr großer Fach-
Schon im Jahre 1946 hat hier der Sachverständige mann in Sachen Auschwitz ist, Robert Jan van Pelt!
Roman Dawidowski auf Weisung des Richters Jan Sehn Das Wichtigste hier ist jedoch die Tatsache, daß die
in den Ruinen des Leichenkellers 1 Nachforschungen Argumente der Autoren genau die sind, die ich in mei-
und Untersuchungen vorgenommen.51 nem eingangs erwähnten Artikel dargelegt habe, ein-
Im Jahre 1968 hat eine deutsche Gruppe hier genaue schließlich des Hinweises auf die Decke der angebli-
archäologische Untersuchungen und Grabungen durch- chen Gaskammer im Krematorium I,55 in der sich deut-
geführt. Pressac hat hierzu vier Fotografien veröffent- liche Spuren von drei runden vermauerten Öffnungen
licht.52 finden lassen, die jedoch nichts mit etwaigen Einfül-
Ferner ist in der Zeit von 1990 bis 2000 die angebli- löffnungen für Zyklon B zu tun haben.2
che Öffnung 1 – wie bereits dargelegt – erweitert und Ein Einzelfall? Wie auch immer, so haben die Auto-
gerichtet worden. Auch Provans Öffnung 7 hat ähnliche ren doch jedenfalls die Vollgültigkeit meiner Argumen-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 287


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

te akzeptiert. ordnet, die Einrichtung einer “Brauseanlage für die


Häftlinge” im Kellergeschoß der Krematorien II und III
8. “Weitere Funde” vorsah und daß die 14 Duschen, die in der Niederschrift
Die Autoren legen ferner noch “weitere Funde” vor, der Übergabeverhandlung für Krematorium III vom 24.
von denen die wichtigsten in Bezug auf die vermutete Juni 1943 (Inventar des Leichenkellers 1) aufgeführt
Ausrottung die folgenden drei sind: sind, zu diesem Projekt gehören und echte Duschen
sind.58
1. EINE KLEINE ÖFFNUNG
Der erste ist “eine kleine rechteckige Öffnung, 4 mal 3. HOLZSTÜCKCHEN
10 cm” in der Decke des Leichenkellers (S. 93). Die Die letzte der “Entdeckungen” der Autoren ist eine
Verfasser erklären ihre Funktion wie folgt: Reihe von rechteckigen Brettchen oder Blöcken, die in
“Sie war wahrscheinlich mit einer herausnehm- die Decke des Leichenkellers eingelassen sind:
baren Dichtung ausgestattet, welche die Einführung “Eine Anzahl von kleinen (ca. 10 mal 15 mal 4
einer Sonde zur Bestimmung der Gaskonzentration cm) gegossenen Vertiefungen kann man in der Dek-
erlaubte: bekanntermaßen waren die Krematorien ke der Gaskammer erkennen. Mindestens sechs da-
entsprechend eingerichtet.” (S. 93f.) von sind sichtbar in den Deckenbereichen, die der-
Davon abgesehen, daß es keinen Beweis dafür gibt, zeit von innen zugänglich sind. […] Ein wesentlicher
daß es sich hier um eine ursprüngliche Öffnung handelt, Gesichtspunkt muß hier hervorgehoben werden: die
ist die Erklärung der Autoren nicht nur unbegründet, Vertiefungen mit den Holzblöcken wurden absicht-
sondern zudem auch noch komisch, denn sie meinen, lich von Anfang an in das Dach eingebracht.” (S.
wie viele Einfaltspinsel ihresgleichen, daß die “Sonde” 94)
für Blausäure eine mechanische Vorrichtung war, die Diese Blöckchen wurden schon von Pressac in den
man in der “Gaskammer” anbringen konnte. Wie alle achtziger Jahren bemerkt; in seinem ersten Buch über
kundigen Revisionisten wissen, führte man die “Gas- Auschwitz hat er dazu zwei Fotografien veröffentlicht
restprobe” auf Blausäure mittels Papierstreifen durch, und dabei vermutet, es handle sich um Holzdübel für
die mit einer für den jeweiligen Test direkt angesetzten falsche Duschen.59 Die Autoren sagen es nicht aus-
chemischen Lösung getränkt wurden.56 Daher konnte drücklich, lassen es aber anklingen, weil sie behaupten,
diese Öffnung, wenn sie denn ein Originalelement ist, “dieses Teil” – also die Lochscheibe der angeblichen
zu allem, nur nicht zu dem Zweck, den die Autoren vor- falschen Dusche und die rechteckigen Brettchen – “ge-
schlagen, verwendet werden. hörte ohne Zweifel zu dem ausgefeilten Plan, die Opfer
so lange wie möglich im Ungewissen über ihr Schicksal
2. DUSCHKOPF-ÜBERREST zu lassen” (S. 95). Hat diese Erklärung irgendeine
Die zweite “Entdeckung” besteht aus dem Fund, im Grundlage?
Bereich von Leichenkeller 1, der Lochscheibe eines Als ich mich im Juni 1990, nachdem ich Pressacs er-
“wahrscheinlich falschen Duschkopfes” (Abb. 22 und stes Buch über Auschwitz gelesen hatte, in Begleitung
23 auf S. 88), von dem man nicht weiß, wann oder von zweier Ingenieure erstmals nach Birkenau begab, betraf
wem er dorthin geworfen worden ist, wo ihn die Auto- eine unserer ersten Untersuchungen eben diese Brett-
ren dann gefunden haben. Ereignisse dieser Art sind chen, die ich mehrmals, auch bei späteren Besuchen fo-
nicht ungewöhnlich. tografiert habe (vgl. Dok. 9f.). Im Leichenkeller fand
Schon Pressac hat in den achtziger Jahren in der Nä- ich insgesamt acht, einschließlich der leeren Löcher im
he des Loches, das die Autoren für Öffnung 1 halten, Beton, die ursprünglich einmal Brettchen enthielten
einen Zementdeckel von einem Inspektionseinlaß zur (vgl. Dok. 11). Sie bilden zwei parallele Reihen rechts
Kanalisation des Krematoriums gefunden, den ich im und links vom Längsträger, etwa 1,35 von diesem und
Jahre 1991 innerhalb der Öffnung57 gefunden habe: wie 1,90 m voneinander entfernt. Die Größe ist etwas unter-
wir oben gesehen haben, hatte Tauber angegeben, die schiedlich (10 cm × 11 cm; 9 cm × 12 cm) die Dicke ist
vermuteten Schächte für das Zyklon B hätten Zement- 4 cm. Die einzelnen Paare der Brettchen (oder der lee-
deckel gehabt, und irgendein übereifriger seiner Be- ren Löcher im Beton) sind in Längsrichtung des Lei-
wunderer hatte es wohl für seine Pflicht gehalten, einen chenkellers in Bezug auf die Pfeiler versetzt montiert.
“übereinstimmenden Beweis” durch diese Inszenierung Wozu dienten diese Brettchen? Nach Pressacs Hypo-
herzustellen. these sollten sie die angeblichen Opfer “täuschen” – die
Was nun die Fabel der falschen Duschen angeht, die Architekten der Zentralbauleitung hätten also auf einer
der Holocaustliteratur so lieb ist, habe ich schon in ei- Fläche von 210 qm für einige tausend Leute 14 falsche
nem anderen Artikel dargelegt, daß die Zentralbaulei- Duschen angebracht: etwas wenig, um all diese Men-
tung im Rahmen der “Sondermaßnahmen für die Ver- schen zu “täuschen”!
besserung der hygienischen Einrichtungen” im Lager Die Untersuchung der angeblichen Gaskammer von
Birkenau, wie von Kammler Anfang Mai 1943 ange- Krematorium I liefert die Lösung dieses scheinbaren

288 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290

Rätsels. In diesem Raum besitzen nämlich acht Quer- 2b. Der angebliche Schacht Nr. 3 erscheint auf dem Foto
träger in ihrer Mitte rechteckige in den Beton eingelas- nicht und seine Existenz ist eine willkürliche Ver-
sene Brettchen vom gleichen Typ (vgl. Dok. 12). In mutung.
dreien davon sind die Lampen befestigt, die heute den 2c. Die drei unscharfen Objekte, die die Autoren für
Raum beleuchten. Zyklon-B-Schächte halten, befinden sich alle auf der
Also waren diese Brettchen einfach Dübel, an denen Osthälfte des Daches des Leichenkellers, und dies
die Lampen für Leichenkeller 1 angebracht waren. Da- widerspricht ihrer grundsätzlichen These.
für gibt es auch eine dokumentarische Bestätigung. Die 2d. Das Objekt Nr. 3 (Kerens Nr. 4) ist mit dem Gegen-
Zeichnung 2197 [b](r) für Krematorium II vom 19. stand in gleicher Position auf der Fotografie vom Ja-
März 194360 zeigt die Auslegung der Lampen in Lei- nuar 1943 identisch und war daher kein Zyklon-B-
chenkeller 1: acht Lampenpaare sind in zwei Reihen Schacht.
beiderseits des Mittelbalkens in gleichem Abstand zu 2e. Die Objekte Nr 1 und 2 hatten eine runde Form, da-
den Pfeilern, also 1,90 m voneinander, eingetragen. Das her können sie keine Zyklon-B-Schächte sein.
entspricht der Lage der oben erwähnten Brettchen. Was 2f. Das Objekt Nr. 1 steht östlich von Stützpfeiler Nr. 2
die Breite des Leichenkellers betrifft, so befinden sich anstatt westlich von Stützpfeiler Nr. 1.
die Lampen im Plan dicht neben dem Längsträger, aber 2g. Ein weiteres Objekt auf dem Dach wird von Keren
es wäre vernünftiger, sie in der Mitte der beiden Hälften et al. ignoriert, weil es nach Lage und Form nicht in
des Raumes anzubringen, d.h. mittig zwischen dem deren Konzept paßt: Es ist kein Zyklon-B-Schacht.
Träger und der gegenüberliegenden Wand (3,3 m), also 2h. Keren et al. erfinden Schacht Nr. 3 ohne Beweis.
etwa 1,65 m vom Träger entfernt. Und genau dort be- 3a. Auf den Luftaufnehmen vom 25. August 1944 sind
finden sich auch die Brettchen. In Wirklichkeit hätten die Schächte absolut unsichtbar, und die Autoren
die Lampen, wenn sie nach Plan angebracht gewesen können deren Existenz nur mit phantasievollen
wären, eine Hälfte des Raumes nur schlecht ausgeleuch- Vermutungen untermauern.
tet, und die andere Seite noch schlechter, denn der 3b. Die Erklärung für die Flecke auf dem Dach von Lei-
Längsträger mit seinen 55 cm Dicke hätte eine breite chenkeller 1, die die Autoren vorbringen, ist nicht
Schattenzone verursacht. stichhaltig.
Die merkwürdige Positionierung der Lampenpaare 3c. Die Flecke sind alle auf der Osthälfte der Decke des
auf dem Plan zu beiden Seiten des Hauptbalkens könnte Leichenkellers, was ebenfalls zur Grundthese der
auch folgende Erklärung haben: auf der Westseite des Autoren im Widerspruch steht.
Leichenkellers erscheint in der Zeichnung für diesen 4a. Die vermuteten Öffnungen für die Einbringung von
Raum auch der Verlauf des Entwässerungskanals, der in Zyklon B, die angeblich von den Autoren “gefun-
Längsrichtung zwischen Balken und Wand verlief, so den” wurden, sind keine ursprünglichen Öffnungen
daß, wenn die Lampen an den Stellen, wo sich die 4b. Öffnung Nr. 1 ist nach 1945 von den Sowjets oder
Brettchen befinden, eingetragen worden wären, sich ih- den Polen geschaffen worden.
re Markierung (ein kleiner Kreis mit einem schrägen 4c. Öffnung Nr. 2 ist ein einfacher Riß, der an dieser
Kreuz) über dem Verlauf des Kanals befunden hätte Stelle durch den Aufprall dieses Bereichs der Decke
und somit unklar gewesen wäre. auf den Stützpfeiler Nr. 6 entstanden ist.
4d. Öffnung Nr. 3 ist, den Autoren selbst zufolge, nicht
9. Zusammenfassung sichtbar.
Die Autoren behaupten, übereinstimmende Beweise 4e. Öffnung Nr. 4 wurde durch den Pfeiler verursacht,
für das Vorhandensein der angeblichen Öffnungen für der sie durchstößt.
die Einbringung von Zyklon B in den Leichenkeller 1 4f. Die vermuteten Öffnungen für die Einbringung von
im Krematorium II von Birkenau vorgelegt zu haben, Zyklon B, die von den Autoren “gefunden” wurden,
und zwar auf der Basis der Aussage von Tauber, des haben allesamt Dimensionen, die den Angaben des
“Eisenbahnfotos”, der Luftaufnahmen vom 25. August Zeugen Kula widersprechen.
1944 und ihrer eigenen archäologischen Funde. 4g. Die Öffnungen sind unregelmäßig in Form und ha-
Die Übereinstimmung ist jedoch in Wirklichkeit er- ben keine sauber gearbeitete Ränder; die Beweh-
funden, und zwar aus folgenden Gründen: rungseisen wurden nicht entfernt; es finden sich nir-
1. Die Drahtnetzvorrichtungen für das Zyklon B, die gendwo Mörtelspuren.
angeblich von Kula angefertigt wurden, haben nie 4h. Es finden sich keinerlei Hinweise im Beton (Decke,
exisitert, daher ist Tauber, der angibt, sie gesehen zu Pfeiler, Boden), daß irgendwelche Stahlsäulen zur
haben, ebenso wie Kula ein falscher Zeuge. Einfüllung des Zyklon B verankert waren.
2a. Das “Eisenbahnfoto” zeigt unscharfe Objekte unre- 5. Die in die Betondecke eingelassenen Holzbrettchen
gelmäßiger Größe, die nur mit großer Phantasie als dienten nicht zur Befestigung von falschen Duschen,
Einfüllschächte für Zyklon B angesehen werden sondern für die Lampen zur Beleuchtung des Rau-
können. mes.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 289


Carlo Mattogno, “Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 2:
Die Decke des Leichenkellers von Krematorium II in Birkenau”, S. 275-290
18
Die vorgebliche “kriminaltechnische Untersuchung” 19
J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 340. Vgl. Dokument 2.
Erste Analysen dazu wurden von Jean-Marie Boisdefeu (La controvers
von Daniel Keren, Jamie McCarthy und Harry W. Ma- sur l’extermination des Juifs par les Allemands, Bd. 1, Vrij Historisch
zal hat also keinen Wert, weder einen historischen, noch Onderzoek, Berchem 1994, S. 168) und von G. Rudolf (Das Rudolf Gut-
einen technischen. achten, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 79) durchge-
führt, allerdings anhand schlechter Vorlagen.
© Carlo Mattogno, Juli 2004 20
Aus: C.D. Provan, “No Holes? No Holocaust? A Study of the Holes in
the Roof of Leichenkeller 1 of Krematorium 2 at Birkenau”, Selbstverlag,
Abkürzungen Zimmer Printing, 410 West Main Street, Monongahela, PA 15063, S. 33.
21
Daten aus den Plänen für Krematorium II bei Pressac, ebenda, S. 286 und
APMO: Archiwum PaĔstwowego Muzem w OĞwiĊci- 325.
miu (Archiv des Staatlichen Museums Au- 22
J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 268f.
23
schwitz) Ebenda, S. 329. Die Fenster des Krematoriums befanden sich daher kaum
40 cm über der Oberfläche der Erdschicht, was auch aus der Fotografie
GARF: Gosudarstvenni Archiv Rossiskoi Federatsii der Karmann-Serie vom Sommer 1943 hervorgeht; vgl. nächsten Ab-
(Staatsarchiv der russischen Föderation), Mos- schnitt.
24
kau C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 290f.
25
Kamann-Serie, Januar 1943. APMO, Negativ Nr. 20995/506.
NA: National Archives, Washington D.C. 26
Die Kamera befand sich etwas oberhalb der Ebene des Leichenkellers,
RGVA: Rossiiskii Gosudarstvennii Vojennii Archiv dadurch erklärt sich die abgerundete Form auch der Oberteile der Objek-
te.
(Russisches Staatskriegsarchiv), Moskau. 27
Vgl. dazu erstmalig J.C. Ball, Air Photo Evidence, Auschwitz, Treblinka,
Majdanek, Sobibor, Bergen Belsen, Belzec, Babi Yar, Katyn Forest, Ball
Anmerkungen Resource Service Ltd., Delta, B.C., Canada 1992, S. 65, 67; sowie G.
Rudolf, Das Rudolf Gutachten, hgg. von R. Kammerer und A. Solms,
Aus dem Italienischen übersetzt von Heinrich Köchel. Cromwell Press, London 1993, S. 22f.; ders., aaO. (Anm. 19), S. 81-83.
1 28
Daniel Keren, Jamie McCarthy, Henry Mazal, “The Ruins of the Gas J.C. Zimmerman, Holocaust Denial. Demographics, Testimonies and
Chambers: A Forensic Investigation of Crematoriums at Auschwitz I and Ideologies, University Press, Lanham, New York, Oxford 2000, S. 243.
Auschwitz-Birkenau”, Holocaust and Genocide Studies, 9(1) (2004), S. 29
NA, Mission 60 PR/694 60 SQ. Can F 5367. Exposure 3185f., hier 3185.
68-103. 30
NA, Mission 60 PRS/462 60 SQ. Can D 1508. Exposure 3055.
2 31
“Die Einfüllöffnungen für Zyklon B – Teil 1: Die Decke der Leichenhalle NA, Mission 15 SG/995 5PG. Can D 1535. Exposure 4018.
von Krematorium I in Auschwitz”, in diesem Heft. 32
Lt. M. Nyiszli waren immer zwei SS-Leute bei den angeblichen Verga-
3
C. Mattogno, “‘Keine Löcher, keine Gaskammer(n).’ Historisch- sungen eingesetzt. Auschwitz. A Doctor’s Eyewitness Account, Fawcett
technische Studie zur Frage der Zyklon B-Einwurflöcher in der Decke Crest, New York 1961, S. 45; Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Ge-
des Leichenkellers 1 im Krematorium II von Birkenau”, VffG, 6(3) richtsmediziner in Auschwitz, Dietz Verlag, Berlin 1992, S. 36.
(2002), S. 284-304. 33
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 292.
4 34
C.D. Provan, No Holes? No Holocaust? A Study of the Holes in the Roof Ebenda, S. 299.
of Leichenkeller 1 of Krematorium 2 at Birkenau, Selbstverlag, Zimmer 35
RGVA, 502-1-229, S.11.
Printing, 410 West Main Street, Monongahela, PA 15063, 2000; online: 36
RGVA, 502-1-229, S. 12f.
www.revisingrevisionism.com. 37
RGVA, 502-1-229, S. 14.
5 38
D. Keren, J. McCarthy, H.W. Mazal, aaO. (Anm. 1), S. 79. RGVA, 502-1-313, S. 4.
6 39
Es handelt sich um die englische Übersetzung der französischen Überset- J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 341.
zung des polnischen Originals, die Pressac veröffentlicht hat, in: Au- 40
Auf diesem Foto, das die Ostseite des Leichenkellers entlang der Diago-
schwitz: Technique and operation of the gas chambers, The Beate Klars- nale SW-NO zeigt, bildet das Gras einen dichten dunklen Fleck, der si-
feld Foundation, New York 1989, S. 481-502. cherlich mindestens den Südteil dieses Dachbereichs bedeckte und der
7
Prozeß Höß, Bd. 11, Vernehmung von Henryk Tauber am 24. Mai 1945, auf einer Luftaufnahme genauso als dichter dunkler Fleck erschienen wä-
S. 129f. re.
8 41
“Za”, wörtlich: Hinter. C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 287.
9 42
Aussage von H. Tauber am 27. Februar 1945. GARF, 7021-108-13, S. 5. Daniel Keren u.a., aaO. (Anm. 1), S. 85.
10 43
Kamann-Serie, APMO Negativ Nr. 20995/504. C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 293
11 44
G. Greif, Wir weinten tränenlos... Augenzeugenberichte der jüdischen Ebenda, S. 294f.
“Sonderkommandos” in Auschwitz, Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 45
Ebenda, S. 292-294.
1985, S. 237. G. Greif hat sich darauf beschränkt, sieben selbsternannten 46
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 294-299.
Überlebenden des sog. “Sonderkommandos” historisch oberflächliche 47
Ebenda, S. 296f.
Fragen zu stellen, aus denen man sehen kann, wie schwach seine Kennt- 48
R.J. van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial,
nis der Geschichte des Lagers ist. So hat dieser “Fachmann” seine Ge- Indiana University Press, Bloomington/Indianapolis 2002, S. 208.
sprächspartner nicht einmal nach der Zahl der angeblichen Öffnungen für 49
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 300.
Zyklon B gefragt! 50
Ebenda, S. 300, Fotografien 28-30.
12 51
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 286. C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 296.
13 52
RGVA, 502-2-54, S. 79. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 265.
14 53
Pressac hat festgestellt, daß Plan 2197 des Krematoriums II vom 19. März C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 298, Fotografien 20-25.
1943 “aussagt, daß Leichenkeller 1 16 Lampen und 3 Wasserhähn und 54
R.J. van Pelt, The Pelt Report, Pelt Report, Gutachten im Verfahren von
Leichenkeller 2 10 Lampen und 5 Hähne hatte”, während die Inventarli- David John Cawdell Irving ./.. (1) Penguin Books Limited, (2) Deborah
ste Leichenkeller 1 fünf Hähne und Leichenkeller 2 drei Hähne zu- E. Lipstadt, Queen’s Bench Division, Royal Courts of Justice, Strand,
schreibt, daher sind die beiden Zeilen vertauscht; er nimmt also eine ent- London, Az. 1996 I. No. 113., S. 295; R.J. van Pelt, aaO. (Anm. 48), S.
sprechende Vertauschung auch für die 4 Drahtnetzeinschubvorrich- 406.
tung[en] und die 4 Holzblenden vor, die somit zu Leichenkeller 1 gehö- 55
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 301.
ren würden. (aaO. (Anm. 6), S. 430, 231). Da aber die Zahl der Lampen 56
C. Mattogno, “Die ‘Gasprüfer’ von Auschwitz”, in: VffG, 2(1) (1998), S.
für jeden der Leichenkeller richtig ist, beweist nichts, daß die Zeilen für 13-22; ders., “Auschwitz: Gasprüfer und Gasrestprobe”, in: VffG, 7(3&4)
die 4 Drahtnetzeinschubvorrichtung[en] und die 4 Holzblenden ver- (2003), S. 380-385.
tauscht worden sind. Es ist daher unbestreitbar, daß diese Gegenstände 57
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 300, Fotografie 26.
zum Leichenkeller 2 gehören. 58
C. Mattogno, “Die Leichenkeller der Krematorien von Birkenau im Lich-
15
C. Mattogno, aaO. (Anm. 3), S. 301f. te der Dokumente”, in: VffG, 7(3&4) (2003), S. 362-364.
16 59
Prozeß Höß, Bd. 11, Vernehmung von Henryk Tauber am 24. Mai 1945, J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 488.
S. 139. 60
J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), S. 312.
17
Aus: J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6), Fotografie 11 auf S. 337.

290 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

“Leugnung der Geschichte”? – Leugnung der Beweise!, Teil 2


Keine “Beweiskonvergenz” im Holocaust · Antwort an M. Shermer und A. Grobman
Von Carlo Mattogno

1. Die Gaskammern von Majdanek ich das eine oder andere von mir bereits früher Ge-
Die Autoren widmen dem KL Majdanek einen Ab- schriebene wiederholen, angefangen bei der folgenden
satz, in dem sie sich mit den angeblichen Menschentö- Tabelle. Da man ohne genaue Kenntnis dieser Anlagen
tungsgaskammern dieses Lagers auseinandersetzen (S. Gefahr läuft, die Argumente der beiden Verfasser sowie
161-167). Selbstverständlich ist ihnen die von mir in meine Antwort darauf nicht zu verstehen, schickte ich
Zusammenarbeit mit Jürgen Graf verfaßte Studie über meinen Darlegungen die wichtigsten Daten über die an-
Majdanek,1 in der ich das Thema der Gaskammern in geblichen Menschentötungsgaskammern von Majdanek
einem langen Kapitel2 behandle, vollkommen unbe- voraus, so wie sie in der polnisch-sowjetischen Experti-
kannt. Anhand von Dokumenten weise ich dort nach, se vom 4. bis 23. August 1944 beschrieben werden (vgl.
daß die vermeintlichen Menschentötungsgaskammern Tabelle).
als Entwesungsanlage nach dem System der Blausäure- Kammer VII befindet sich im Krematorium. J.-C.
Entwesung geplant und gebaut wurden3 und niemals zur Pressac berichtet, die stellvertretende Direktorin des
Menschentötung Verwendung gefunden haben.4 Zum Museums habe ihm mitgeteilt, diese Kammer sei “sehr
Zeitpunkt, als Shermer und Grobman ihr Buch schrie- wenig, aber auch wirklich nur sehr wenig” benutzt wor-
ben, war diese Studie zwar noch nicht auf Englisch ver- den, was laut dem französischen Forscher bedeutet, daß
fügbar (die englische Version5 wurde erst im Juni 2003 sie “im Klartext überhaupt nicht benutzt worden” sei.6
veröffentlicht), doch bereits anno 2000 war im Sam- Um den Eindruck zu erwecken, dieser Raum sei eine
melband Dissecting the Holocaust eine englische Kurz- Gaskammer zur Menschentötung gewesen, haben die
fassung des Kapitels über die Gaskammern erschienen, Polen eine grobe, quadratische Öffnung durch die Dek-
so daß sich die beiden Autoren nicht mit ihrer Unkennt- ke gebrochen, ohne eine Schließungsvorrichtung anzu-
nis der deutschen Sprache herausreden können. fertigen, ja sogar ohne die Bewehrungseisenstäbe des
Der betreffende Artikel stellt eine Zusammenfassung Eisenbetons durchzuschneiden!7
der Geschichte der Entwesungskammern von Majdanek Shermer und Grobman gehen nicht auf diesen Raum
dar; ich dokumentiere dort die Planung, den Bau und ein und beginnen ihre Ausführungen mit den beiden
den Zweck dieser Anlagen, weise nach, daß sie sich Räumen in der Baracke 28 (Kammern V und VI). Sie
nicht als Menschentötungskammern eigneten, und re- schreiben:
konstruiere die Entstehung der Geschichte von den “Die beiden ersten Gaskammern, in denen an-
Menschenvergasungen. Trotz der relativen Kürze dieses scheinend sowohl Zyklon-B als auch Kohlenmonoxid
Artikels reicht es völlig aus, ihn mit den Darlegungen zum Einsatz gelangte, waren im Zentrum des Lagers
von Shermer und Grobman sowie ihrer Quelle, Michael nahe bei einer Wäscherei und einem Krematorium in
Tregenza, zu vergleichen, um einerseits aufzuzeigen, einer Holzbaracke eingerichtet worden.” (S. 162)
wie erbärmlich dilettantisch letztere vorgehen, und an- Diese Information ist dem bereits erwähnten Artikel
dererseits nachzuweisen, daß der Revisionismus eine J.-C. Pressacs entnommen, der jedoch diesbezüglich zu
positive Form der Geschichtsschreibung darstellt, bisher folgender Schlußfolgerung gelangt:8
unveröffentlichte Originaldokumente präsentiert und “Es ist wahrscheinlich, daß diese beiden Gas-
anhand dieser Geschehnisse rekonstruiert, die für die kammern glücklicherweise [lediglich] zur Entwesung
offiziellen Historiker – angefangen bei den polnischen – von Kleidern mit Zyklon-B (Zyanwasserstoffgas) ge-
immer noch unentwirrbar und unbegreiflich sind. Im dient haben. Die Nähe zur Wäscherei ist ein zusätz-
folgenden Abschnitt werde ich im wesentlichen die liches Argument für diese Deutung.”
notwendigen Argumente ins Feld führen, um die Be- Anschließend zitieren die Autoren eine “Analyse”
hauptungen des Autoren-Duos zu widerlegen; dazu muß des Historikers M. Tregenza, der behauptet, in diesen

Nummer Lage und Bezeichnung Größe [m×m] Fläche [m2]


Kammer I Baracke 41, Südosten 4,50 × 3,80 17,1
Kammer II Baracke 41, Nordosten 4,50 × 3,80 17,1
Kammer III Baracke 41, Entlausungskammer Westen 9,27 × 3,80 35,2
Kammer IV Baracke 4, Gaskammer, neben dem Duschraum 107,7
Kammer V Baracke 28, Trockenraum 11,75 × 6 70,5
Kammer VI Baracke 28, Trockenraum 11,75 × 6 70,5
Kammer VII Krematorium, zwischen Leichenkammer und Autopsieraum 6,10 × 5,62 34,9

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 291


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

Kammern seien “sowohl das Gas HCN [Zyklon-B] als hätte einschlagen können. Der Rahmen des Fensters
auch CO [Kohlenmonoxid] zur Anwendung gekommen, scheint sich im Originalzustand zu befinden, da das
auch wenn dies nicht offiziell bestätigt worden ist”, je- Holz, aus welchem er besteht, mit blauen Zyklon-B-
doch hinzufügt: Flecken übersät ist (wie auch der Rest des Raums).”
“Die gegenwärtigen Theorien geben freilich der (S. 162)
Hypothese den Vorzug, wonach diese Kammern le- Freilich hat noch 1997 in diesem Raum ein fünfspra-
diglich zur Entwesung benutzt worden sind…” (S. chiges Schild gehangen, auf dem man las:12
162) “Experimentelle Gaskammer zum Töten der
Shermer und Grobman kommentieren: Häftlingen mit Zyklon B. Dieses wurde durch die
“Doch diese Theorie liefert keine Erklärung für Öffnungen in der Decke hineingeschüttet.”
den Einsatz von Kohlenmonoxid, das gegen Läuse Wenn nun, wie Shermer und Grobman schreiben,
unwirksam ist. Die einzige plausible Verwendung ist bereits eine “oberflächliche Inspektion” dieses Raums
die gegen Menschen.” (S. 162) ergibt, daß er nicht als Menschentötungsgaskammer ge-
In Wirklichkeit existiert kein einziges Dokument dient haben konnte, warum wurde er dann jahrzehnte-
und keine einzige Zeugenaussage über die Verwendung lang als solche ausgegeben?
dieser beiden Räume zu menschenmörderischen Zwek- Allerdings wurden die von den beiden Autoren ins
ken. Laut den Zeugenaussagen wurden die Opfer in ei- Feld geführten Argumente bereits 1998 von mir vorge-
nem dazu eingerichteten Raum im ersten Krematorium bracht, und zwar in erheblich überzeugenderer Form. In
getötet, indem man ihnen mit einer Eisenstange ins Ge- meiner bereits mehrfach erwähnten Studie über Ma-
nick schlug. jdanek habe ich nämlich die Pläne und Dokumente zu
Andererseits wurde laut der offiziellen Geschichts- dieser Gaskammer veröffentlicht und die Ergebnisse
schreibung in den Kammern V und VI niemals Koh- meiner Untersuchung an Ort und Stelle dargelegt, ein-
lenmonoxid verwendet, sondern einzig und allein Zy- schließlich der Tatsache, daß das Netzwerk des Fensters
klon-B. Im ausführlichsten, offiziellen Buch über das Blausäureflecken aufweist.13 Doch da ich ja ein “Leug-
Lager Majdanek widmet der polnische Historiker Czes- ner” bin, blieb meine Beweisführung gänzlich unbeach-
áaw Rajca, der sich mit der “direkten Ausrottung” der tet, während die oberflächliche und teils sogar unrichti-
Häftlinge auseinandersetzt, den Kammern V und VI ei- ge14 Argumentation Shermers und Grobmans zweifellos
ne einzige (!) Zeile; er behauptet, vor Oktober 1941 sei- als “beweiskräftig” anerkannt werden wird.
en “Häftlinge in einer hölzernen Gaskammer mit Zy- Als Menschentötungsgaskammern bleiben also nur
klon-B umgebracht worden, die sich in der Nähe des noch die Kammern I, II und III jener Anlage übrig, die
Bades[9] befand.”10 Die Geschichte von den Menschen- sich östlich der Baracke Bad und Desinfektion I befin-
vergasungen in der Baracke 28 wurde von der polnisch- det und über welche die Autoren schreiben:
sowjetischen Untersuchungskommission erfunden, die, “Im folgenden baute die SS zwei kleinere Kam-
obgleich sie ermittelt hatte, daß die Baracke als Trok- mern aus Zement, mit eisernen Türen (auf der Hin-
kenraum diente, den Schluß zog, “tatsächlich” habe es terseite des Gebäudes, und damals durch andere
sich bei den beiden Räume um Gaskammern gehandelt, Räume getrennt), und diese beiden dienten unserer
weil es auf dem Dach des Gebäudes zwei mit Deckel Auffassung nach zur Tötung von Gefangenen mit
versehene Entlüftungskamine gab, durch welche die Gas. Aus welchem anderen Grund hätte die SS denn
heiße Luft abziehen konnte! Die beiden Kamine mau- diese neuen Räume mit Gucklöchern sowie mit Tü-
serten sich flugs zu Zyklon-B-Einwurfstutzen, wie man ren errichten sollen, welche mit Schlössern ab-
es in der Bildlegende zu jener berühmten Fotografie le- schließbar waren – Vorrichtungen, die sich in keiner
sen kann, auf der ein sowjetischer Soldaten vor einem Entwesungskammer finden? […] Schließlich wissen
dieser Kamine steht und den Deckel in den Händen wir, daß in den Gaskammern des Gebäudes Bad und
hält.11 Desinfektion Kohlenmonoxid zum Einsatz gelangt
Die Verfasser räumen ein, daß Kammer IV, die sich ist, ein Zeichen dafür, daß sie zum Massenmord
in der heute als Bad und Desinfektion genannten Barak- Verwendung fanden.” (S. 163)
ke befindet, nicht zur Menschentötung durch Gas dien- Ein paar Seiten später kommentieren die beiden die
te: Fotografie Nr. 29 auf S. 167 ihres Buchs (sie zeigt
“Der Originalraum mißt 9,2 x 3,62 m und ist Kammer III, die von der Baracke Bad und Desinfektion
2,05 m hoch. Schon eine oberflächliche Inspektion aus gesehen auf der linken Seite lag) mit folgenden
des großen Raums mit der Gaskammer zeigt, daß er Worten:
zur Entwesung von Kleidern und Decken gebraucht “Dieser Raum besitzt eine Stahltür mit Riegel,
wurde und nicht zur Massenvernichtung; die Türen Guckloch und Gasanzeigegerät, und vom Fußboden
öffnen sich nämlich nach innen, können nicht per bis zur Decke sind Zyklon-B-Flecken zu sehen. […]
Schlüssel abgeschlossen werden, und es gibt ein Bezüglich dieser Gaskammer und der anderen,
großes Glasfenster (ca. 30 x 60 cm), das man leicht gleich gebauten, bemerkt Tregenza, daß ‘diese bei-

292 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

den Kammern auch zum Einsatz von CO geeignet Bekleidungswerkstätte Lublin”;


waren, das nur zu Menschentötungszwecken Ver- – August 1942: Anfertigung der Zeichnung “K.G.L.
wendung finden kann. CO ist zur Entwesung nutzlos Lublin. Entwesungsanlage. Bauwerk XIIA”;
und lediglich für Warmblüter tödlich.’ Was wir hier – 11. September 1942: Die Zentralbauleitung bestellt
sehen, ist folglich ein Raum, wo das Gas gegen zwei “Heißluftapparate” bei der Firma Theodor Klein
Menschen und nicht zur Entwesung von Kleidern - Maschinen- und Apparatebau Ludwigshafen, Rhein,
eingesetzt wurde.” (S. 165) Knollstraße 26, für die “Entwesungsanlage”;
Demnach hätten wir hier also zwei echte Menschen- – 22. Oktober 1942: Auf der Liste der bereits fertigge-
tötungsgaskammern vor uns! Doch die Wirklichkeit stellten Bauwerke erscheint die “Erstellung einer
sieht ganz anders aus. Im Gegensatz zur Ansicht der Entwesungsanlage” für die “Pelz- und Bekleidungs-
beiden Autoren – die hier übrigens genau das tun, was werkstätte Lublin”.
sie den Revisionisten vorwerfen, indem sie unkritisch Später wurde die im Osten gelegene Kammer (kam
die Argumente eines Gesinnungsgenossen wiederkäuen man von der Baracke “Bad und Desinfektion I” her, so
– ist der betreffende Raum zur Entwesung geplant und lag sie auf der rechten Seite) durch eine Zwischenwand
gebaut worden. in zwei Hälften getrennt.
Das ursprüngliche Projekt, von dem eine nachträg- Kein Dokument, keine Zeugenaussage spricht für
lich angefertigte Zeichnung die Benutzung dieser Anlage
erhalten ist – sie stammt von zu menschenmörderischen
der Bauleitung “K.G.L. Lu- Zwecken. Was die von den
blin”, stellt die “Entwesungs- Verfassern vorgebrachten
anlage. Bauwerk XIIA” dar diesbezüglichen “Beweise”
und trägt das Datum des Au- anbelangt, so ist zunächst die
gust 1942 –, zeigt einen Behauptung, wonach die Tü-
rechteckigen Block von 10,76 ren dieser Kammern “mit ei-
x 8, 64 x 2,45 m Größe, in nem Schlüssel” abschließbar
dem sich zwei “Entlausungs- gewesen seien, falsch und ge-
kammern” befinden, die je- radezu lächerlich. Ich habe
weils 10 x 3,75 x 2 m mes- anderswo die Bilder gezeigt
sen. Auf den kürzeren Seiten und die Funktionsweise der
der Räume befanden sich je Systeme, mit denen diese Tü-
zwei Türen von 0,95 x 1,80 ren geschlossen wurden, er-
m Größe, die in drei Meter klärt.17 Wie ich bereits im
Entfernung nebeneinander Zusammenhang mit Au-
lagen.16 schwitz erläutert habe, be-
Fassen wir die Entstehung weist das Vorhandensein ei-
dieser Anlage chronologisch nes Gucklochs an der Tür
zusammen: rein gar nichts, weil auch die
– 27. Mai 1942: Das Amt IIB Türen der Entwesungskam-
des WVHA fordert die Er- mern mit einem solchen aus-
Michael Shermer15
richtung einer “Entwe- gestattet waren (damit man
sungsanlage” für das “Bekleidungswerk Lublin”; den Entwesungsspezialisten, der die Kammer betreten
– 19. Juni 1942: Der Chef des Amtes Zentrale Bauin- hatte, von außen her beobachten und ihm notfalls, d.h.
spektion des SS-WVHA, SS-Sturmbannführer Len- im Fall einer Gasvergiftung, zu Hilfe eilen konnte).
zer, unterrichtet die Bauinspektion der Waffen-SS Wenn Shermer und Grobman von einem angeblichen
und Polizei Generalgouvernement über das eben er- “Gasprüfer” in einer Tür (!) sprechen,18 enthüllen sie
wähnte Gesuch zum “Bau einer Entwesungsanlage damit nur, wie beklagenswert wenig sie von den Entwe-
nach dem System der Blausäure-Entwesung”; sungskammern (und angeblichen Menschentötungsgas-
– 10. Juli 1942: Der Chef der Zentralbauleitung stellt kammern) wissen. Die betreffende Tür (Foto auf S.
der Bauinspektion der Waffen-SS und Polizei Gene- 222) besitzt nämlich links zwei Schließhebel, einen
ralgouvernement die administrative Dokumentation oben und den anderen unten, sowie einen Griff in der
über die Entwesungsanlage zu; Mitte, ferner eine Öffnung zur Einführung des stabför-
– 10. Juli 1942: Erstellung des “Erläuterungsberichts migen Thermometers, darunter ein Guckloch sowie
zur Errichtung einer Entwesungsanlage für die Pelz- schließlich eine metallene Platte unten rechts.19
und Bekleidungswerkstätte Lublin”; Was ist nun von der Behauptung zu halten, in diesen
– 10 Juli 1942: Erstellung des “Kostenanschlags über Kammern sei Kohlenmonoxid zur Verwendung ge-
Errichtung einer Entwesungsbaracke für die Pelz- und langt”?

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 293


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß kein ein- – Eine Abflußrinne mit Metallgitter;
ziger offizieller Historiker je eine Erklärung dafür zu – eine aus 5 horizontalen Metallröhren bestehende Hei-
liefern vermocht hat, warum die Lager-SS, obwohl sie zung;
über zwei mit Lufterhitzern ausgerüstete angebliche – eine bis in ca. anderthalb Meter Höhe reichende Ver-
Menschentötungsgaskammern verfügte, Kammer II in kleidung aus Fliesen;
zwei Teile untergliedert und nur den ersten davon (er – eine runde Metallplatte, die eine durch die Decke ge-
maß ca. 17 m2) zur Kohlenmonoxidgaskammer umge- brochene runde Öffnung verschließt.
modelt, Kammer I hingegen, die mit Zyklon-B betrie- Die Autoren definieren den Raum als “falsche Du-
ben wurde, zusätzlich noch mit einer Einrichtung zur sche” (S. 165) und sprechen von “falschen Duschköp-
Einlassung von Kohlenmonoxid ausgerüstet haben soll. fen” (S. 172), was freilich seinerseits falsch ist, weil die
Dabei gelangte in Majdanek permanent Zyklon-B zum Dusche echt ist und früher funktioniert hat. Das Wasser,
Einsatz, auch wenn es zuweilen Engpässe gab: Von Ju- das sich auf dem Fußboden ansammelte, floß durch die
ni 1942 bis Juni 1944 erhielt das Lager insgesamt 6.961 Rinne ab. Die Behauptung, wonach die Dusche samt ih-
kg dieses Pestizids.20 ren Köpfen “falsch” sei, beruht keinesfalls auf einer Un-
Noch bedeutend stärker ins Gewicht fällt aber ein tersuchung der im Raum vorhandenen Duschvorrich-
anderes Argument: Es gibt keinen einzigen Beweis da- tung, sondern auf einer simplen Deduktion:
für, daß die in den beiden oben erwähnten Räumen in- “Es ergibt wenig Sinn zu behaupten (wie es die
stallierten Rohrwerke zur Einleitung von Kohlenmon- Negationisten tun), daß die angrenzende Gaskam-
oxid gedient hätten. Kein Dokument, keine Zeugenaus- mer (Abb. 32) ein Duschraum oder eine Entwe-
sage berechtigt zu einer solchen Annahme. Der einzige sungskammer gewesen sein soll. Schließlich gab es
diesbezügliche “Beweis” besteht in zwei Stahlflaschen beim Eingang zum Lager (wo man es auch erwarten
in einem angrenzenden Kämmerchen. Ein Schild in fünf würde) bereits eine Dusche sowie eine Entwesungs-
Sprachen verkündet: kammer, und zweitens: Wieso hätten die Nazis die
“Von hier aus wurde die Zufuhr des Kohlenmon- Dusche neben einem Autopsieraum und einem Kre-
oxyds in zwei Kammern reguliert.” matorium einrichten sollen?” (S. 172).
Doch was für ein Beweis liegt dafür vor, daß die Der umwerfenden Logik des Autoren-Duetts zufolge
beiden Flaschen tatsächlich Kohlenmonoxid enthielten? konnte es, da sich am Lagereingang bereits eine Dusche
Keiner. Ganz im Gegenteil, es existieren Gegenbeweise. befand, also in keinem anderen Gebäude des KL eine
Auf den beiden Stahlflaschen ist nämlich noch folgende zweite Dusche geben. Mit derselben Logik könnte man
Aufschrift lesbar:21 geltend machen, weil es in Birkenau in den Bauwerken
“Dr. Pater Victoria Kohlensäurefabrik Nußdorf 5a und 5b (durchaus nicht am “Eingang zum Lager”!)
Nr. 6196 Full. 10 kg [unleserlich] und Fluid Wars- bereits zwei Duschanlagen gab, seien die 50 Duschköp-
zawa Kohlensäure [unleserlich] Fluid Warszawa fe der Zentralsauna “falsch”!
Lukowski. Pleschen 10,1 kg CO2 gepr.” Dies gilt selbstredend auch für die “Entwesung-
Die beiden Flaschen enthielten also kein Kohlen- kammer”. In diesem Fall ist die Deduktion der Verfas-
monoxid (CO), sondern Kohlendioxid (CO2), das be- ser noch unsinniger, weil das, was sie eine “Entwe-
kanntlich ungiftig ist. sungskammer” (delousing chamber) nennen und auf der
Natürlich haben sich weder die beiden Verfasser Fotografie auf S. 169 abbilden, in Wahrheit eine Auto-
noch ihr Gewährsmann Tregenza noch irgendein ande- klave ist, die, wie schon aus ihrem Namen hervorgeht
rer Verfechter der offiziellen Geschichtsschreibung je (Dampf-Desinfektionsapparat), mit Dampf und nicht
um dieses kleine, aber ganz gewiß nicht unwesentliche mit Zyklon B betrieben wurde; dementsprechend
Detail geschert; sie alle zitieren einander fleißig gegen- schließt die Existenz dieser Autoklave jene einer Zy-
seitig und wiederholen gebetsmühlenhaft die unrichtige klon-B-Entwesungskammer anderswo im Lager erst
Behauptung, die zwei Flaschen hätten Kohlenmonoxid recht nicht aus. Dies ist ein weiteres schlagendes Bei-
enthalten. spiel dafür, wie Shermer und Grobman die von ihnen
beschworenen “Regeln der Vernunft” anwenden…
2. Die Gaskammer von Mauthausen Als nächstes weisen die beiden Autoren auf die Hei-
Als nächstes nehmen sich die Herren Shermer und zung hin, deren Röhren jener “in einem Büro in Au-
Grobman die Gaskammer von Mauthausen vor. Sehen schwitz” ähneln (S. 171f.), und fahren fort:
wir uns die von ihnen beschworenen “konkordanten “Es scheint, daß die Röhren in der Gaskammer
Beweise” für deren Existenz ein wenig näher an. installiert worden sind, um den Raum zu heizen und
Im heutigen Zustand weist dieser – 3,59 m × 3,87 m dadurch die Verdampfung der Blausäure aus den
(=13,89 m2) große und 2,42 m hohe22 – Raum folgendes Zyklon-B-Granulaten zu beschleunigen.” (S. 172)
auf: Die in Fußnote 85 sowie auf S. 277 erwähnten Quel-
– zwei gasdichte Metalltüren mit Guckloch; len sind das klassische Werk von Hans Maršálek über
– eine Wasserleitung mit 16 Duschen; Mauthausen (die Verfasser buchstabieren ihn fälschli-

294 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


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cherweise “J. Marzalek”, da sie ihn offenbar nicht so zipiert: Letztere besaß ebenfalls eine echte Duschanla-
recht von dem polnischen Historiker und Majdanek- ge. Also konnten beide Entwesungskammern auch als
Spezialisten Józef Marszaáek unterscheiden können!), Duschräume benutzt werden.
sowie fünf (!) Werke über Majdanek, obgleich es hier Mit gespielter Treuherzigkeit fragen die beiden Her-
doch gar nicht um Majdanek geht, sondern um die ren, warum “die Nazis die Dusche neben einem Autop-
Funktionsweise der Gaskammer von Mauthausen! sieraum und einem Krematorium” (S. 172) hätten er-
Es erübrigt sich fast schon, darauf hinzuweisen, daß richten sollen. Aus hygienischen Gründen natürlich, aus
beim Hinweis auf das Buch von H. Maršálek die Anga- Rücksicht auf das mit der Handhabung der Leichen be-
be der betreffenden Seitenzahl fehlt, damit allfällige auftragte Personal! Wer hätte eine Dusche wohl nötiger
neugierige Leser, welche die Richtigkeit des Quellen- gehabt als jene, welche die Leichname oft an Seuchen
verweises prüfen wollen, gebührend abgeschreckt wer- verstorbener Häftlinge herumschleppen mußten? Das-
den. Wer sich dadurch jedoch nicht entmutigen läßt und selbe gilt auch für die Entwesung ihrer Kleider (was na-
so lange sucht, bis er die betreffende Stelle gefunden türlich nicht ausschließt, daß die Entlausungskammer
hat, bemerkt, daß die Aussage Shermers und Grobmans dem ganzen Lager zugute kam).
durchaus nicht der zitierten Quelle entspricht; bei Nach dieser Sturzflut logischer Kurzschlüsse haben
Maršálek heiß es nämlich:23 die beiden Verfasser die Stirn, zu schreiben:
“In dieser Kammer [dem Raum neben der Gas- “Das gesamte Beweismaterial aus diesen ver-
kammer] befanden sich ein Tisch, Gasmasken und schiedenen Quellen legt diesen makabren Schluß
das Gaseinfüllgerät, vom dem ein Zuleitungsrohr in nahe” (S. 172)
die Gaskammer führte. Der heiße Ziegelstein wurde Sie fügen hinzu:
auf den Boden des Gas-Einfüllbehälters gelegt; er “Es reicht nicht aus, wenn die Negationisten eine
diente dazu, die Umwandlung der Zyklon-B-Kri- alternative Erklärung ausbrüten, die nur in der Wi-
stalle in flüssiges Gas zu beschleunigen.” derlegung der einzelnen Beweise besteht. Sie müssen
In einer den angeblichen Menschenvergasungen in eine Theorie vorlegen, welche nicht nur alle Zeu-
Mauthausen gewidmeten Schrift beschreibt Hans Mar- genaussagen erklärt, sondern dies auch auf bessere
šálek die Funktion der Gaskammer ausführlich: Im Weise tun als die gegenwärtig vorherrschende Theo-
Raum neben der Gaskammer gab es einen Apparat zur rie. Dies haben sie nicht getan. Unsere Schlußfolge-
Einführung des Gases (eine Art Metallkiste mit gasdich- rung fußt auf dieser Grundlage der historischen
tem Deckel), der mit einer einen Meter langen Metall- Wahrheit.” (S. 172)
röhre verbunden war; letztere wies einen 80 cm langen Genau das, was Shermer und Grobman von den
und einen halben Zentimeter breiten Spalt auf und ver- “Negationisten” fordern, habe ich in diesem Kapitel ge-
lief im Inneren der Gaskammer. Die SS-Leute legten tan: Einerseits habe ich die völlige historische Haltlo-
einen Ziegelstein in eine Muffel des nahen Krematori- sigkeit der von den beiden aufgestellten Theorien nach-
umsofens, und wenn er glühend heiß war, nahmen sie gewiesen, andererseits habe ich der historischen Wahr-
ihn aus den Ofen und legten ihn auf den Boden des Ga- heit, gestützt auf Dokumente, zu ihrem Recht verholfen.
seinführungsapparats, worauf sie den Inhalt einer Zy-
klon-B-Dose darauf schütteten und den Deckel auf den
Apparat setzten.24 Auf diese Weise verdampfte die Dritter Teil:
Blausäure unverzüglich, und ihre Dämpfe drangen Die “Konvergierenden Dokumenten-
durch den erwähnten Spalt in die Gaskammer. Die Ab-
führung der Gasmischung erfolgte mittels eines Ventila- beweise” für den Holocaust
tors an der Decke in einer Ecke des Raumes.
Dieser Schilderung zufolge brauchte es die Heizung 1. Die Definition des “Holocaust”
also gar nicht, um den Betrieb der Gaskammer zu ge- Will man die revisionistischen Thesen korrekt wie-
währleisten – warum in aller Welt wurde sie dann in- dergeben, so muß man zunächst einmal eine präzise De-
stalliert? Und wozu sollten bloß die funktionsfähigen finition des Begriffs “Holocaust” liefern. Zu diesem
Duschen gut sein? Punkt schreiben die beiden Verfasser:
Wie ich in einen größtenteils dem KL Sachsenhau- “Wenn die Historiker vom ‘Holocaust’ sprechen,
sen gewidmeten Artikel dargelegt habe,25 konnte die beziehen sie sich ganz allgemein darauf, daß rund
Gaskammer von Mauthausen nicht auf die eben be- sechs Millionen Juden von den Nazis vorsätzlich und
schriebene Art und Weise funktionieren; sie war ur- systematisch getötet wurden, wobei verschiedene
sprünglich nichts anderes als eine Zyklon-B-Entwe- Mittel einschließlich der Gaskammern zum Einsatz
sungskammer mit einem dem Raum angepaßten De- kamen. Laut dieser – allgemein anerkannten – Defi-
gesch-Kreislauf-Apparat gewesen und nach gleichem nition des Holocaust tun die sogenannten Holo-
Muster wie die Entwesungskammer (und angebliche caust-Revisionisten nichts anderes, als ihn zu leug-
Menschentötungsgaskammer) von Sachsenhausen kon- nen, weil sie die drei fundamentalen Komponenten

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Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

in Abrede stellen: Den Mord an sechs Millionen Die Haltlosigkeit dieses Arguments und die Unehr-
Menschen, die Gaskammern und die Vorsätzlich- lichkeit jener, die es ins Feld führen, sind nur allzu of-
keit.” (S. XV) fensichtlich. Bekanntlich schnellte in den westlichen
Dieser Definition können wir uns durchaus an- Konzentrationslagern die Sterblichkeit unter den Häft-
schließen, freilich mit der Präzisierung, daß die ent- lingen erst nach dem Ende des angeblichen Programms
scheidenden Faktoren die Gaskammern und die Vor- zur Massenausrottung tragisch in die Höhe.
sätzlichkeit sind (also die geplante und systematische Hierzu einige Zahlen. In Buchenwald starben von
Tötung von Juden einzig und allein deshalb, weil sie den laut der Statistik des Lagerlazaretts verstorbenen
Juden waren). Der numerische Faktor ist weniger ge- 32.878 Gefangenen nicht weniger als 12.595 innerhalb
wichtig, denn – zumindest grundsätzlich – würden der ersten dreieinhalb Monate des Jahres 1945; in den
sechs Millionen Opfer allein noch keinen Beweis für sechs Jahren zuvor hatte die Opferzahl 20.283 betra-
das Vorhandensein eines Plans zur systematischen Aus- gen.27 In Dachau gab es insgesamt 27.839 Sterbefälle,
rottung sowie dessen Verwirklichung mittels Gaskam- davon 15.384 in den ersten fünf Monaten des Jahres
mern darstellen. In diesem Sinne kann man den Autoren 1945 und 12.455 in den fünf Jahren zuvor.28 In Maut-
beipflichten, wenn sie – freilich mit anderer Stoßrich- hausen zählte man insgesamt 86.024 Verstorbene, von
tung als wir – schreiben: denen 36.043 von Januar bis Mai 1945 und 49.981 von
“Ob es fünf oder sechs Millionen waren, ist für 1938 bis 1944 umkamen.29 Für Sachsenhausen stellt
die Opfer fundamental wich- sich das Bild weniger extrem
tig, doch irrelevant für die dar, aber auch dort starben von
Klärung der Frage, ob der den 19.900 Opfern des Lagers
Holocaust tatsächlich stattge- 4.821 in den ersten vier Monaten
funden hat.” (S. 174) des Jahres 1945 und 15.079 in
Was in erster Linie zählt, ist den fünf Jahren zuvor.25 Doch
nicht die Anzahl der Toten, son- laut der orthodoxen Geschichts-
dern die Frage, ob die Opfer ge- schreibung soll der angebliche
mäß einem Regierungsplan mas- Himmler-Befehl zur Einstellung
senweise in Gaskammern er- des Judenvernichtungspro-
mordet worden sind. – Auf diese gramms im Oktober 1944 erlas-
Frage komme ich in § 4 noch zu- sen worden sein,30 was parado-
rück. xerweise darauf hinausläuft, daß
die Häftlinge erst nach dem En-
2. Die Befreiung der Lager de der Massenvernichtung mas-
Die beiden Autoren verges- senhaft zu sterben begannen…
sen die eingangs aufgestellte De-
finition schon sehr bald wieder 3. Die Einsatzgruppen
und scheren bei dem Begriff Um keinen Deut besser ist es
“Holocaust” alles und jedes über um die Behauptung der beiden
einen Kamm. Verfasser bestimmt, wonach “die
Alex Grobman26
So erklären sie auf S. 173, Einsatzgruppen beweisen, daß
nachdem sie zuvor G.M. Gilbert zitiert haben, der “die der Holocaust stattgefunden hat” (S. 182). Die von den
Reaktionen der Naziführer auf einen Film über die von Einsatzgruppen durchgeführten Erschießungen liefern
den Amerikanern befreiten Konzentrationslager” schil- nämlich durchaus keinen Beweis dafür, daß es einen
dert: Plan zur Ausrottung der Juden wegen ihrer Rasse
“Diese während des Nürnberger Prozesses ent- und/oder Religion gegeben hat, und zudem wird das
standene ungeschminkte Schilderung der Verblüf- Vorkommen solcher Erschießungen von keinem Revi-
fung sowie des Horrors, den einige Naziführer ange- sionisten bestritten.
sichts der Tragweite und der Ausmaße des Holo- Zunächst zum ersten Punkt. Die parallel zu den Ak-
caust an den Tag legten, vermittelt uns eine gewisse tivitäten der Einsatzgruppen verfolgte NS-Politik ge-
Vorstellung davon, wie sehr die Massenvernichtung genüber den Ostjuden schließt aus, daß die Einsatz-
selbst die Vorstellungskraft jener übertraf, die sie gruppen einen allgemeinen Befehl zur Vernichtung der
verübt hatten.” Juden als solcher erhalten hatten. Hierzu schreibt Chri-
Somit wird die Situation im Frühjahr 1945, als stopher R. Browning unter Hinweis auf den angeblichen
Deutschland in totales Chaos versunken war, als in den Befehl zur Ausrottung sämtlicher russischer Juden:31
Lagern Seuchen wüteten und die Häftlinge scharenwei- “Die Judenpolitik der Nazis änderte sich nicht
se dahinrafften, zu einem “Beweis” für den Holocaust, sofort. Man redete weiterhin von Emigration, von
also für eine vorsätzliche Massenvernichtung! Aussiedlung und von Plänen zu einer künftigen Neu-

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ansiedlung.” litauischen Ghettos lebende Juden arbeitstauglich gewe-


Die Auswanderung der Westjuden wurde erst am 23. sen sein (die nicht arbeitsfähigen habe man erschossen),
Oktober 1941 verboten,32 und die Wannsee-Konferenz doch laut einer Ende Mai 1942 im Ghetto von Vilnius
wurde, wie wir noch sehen werden, für den 9. Dezem- durchgeführten Erhebung gab es dort 14.545 Juden, de-
ber desselben Jahres geplant,33 um die zuständigen Be- ren Namen (samt Geburtsdatum, Beruf und Anschrift)
hörden über dieses Verbot und seine Auswirkungen in vom jüdischen Museum Vilnius publiziert worden sind.
Kenntnis zu setzen. Die Statistik zeigt, daß von den 14.545 erfaßten Juden
Gehen wir zum zweiten Punkt über. Die Revisioni- nicht weniger als 3.693 (oder 25,4%) Kinder waren.
sten bestreiten folgendes: Auferstanden aus den Gräbern?
– Daß die Einsatzgruppen den Befehl hatten, die Juden Der “Tätigkeits- und Lagebericht Nr. 6 der Einsatz-
als solche auszurotten; gruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der
– Die Zahl der tatsächlich Erschossenen. UdSSR” für den Zeitraum vom 1. bis zum 31. Oktober
In meiner gemeinsam mit Jürgen Graf verfaßten 1941 erwähnt die Erschießung von 33.711 Juden in Ba-
Studie über Treblinka habe ich triftige Argumente zur bi Jar bei Kiew, die sich am 29. und 30. September zu-
Unterstützung dieser beiden Thesen angeführt.34 Bei- getragen haben soll, jedoch hat sich ein solches Rie-
spielsweise heißt es in der aus dem Juni 1941 stammen- senmassaker niemals ereignet, und die Geschichte von
den “Braunen Mappe”, die “Sowjetjuden” (d.h. bol- der Massenverbrennung der Leichen ist eine reine Er-
schewistischen Juden) seien zu erschießen, nicht jedoch findung. Der einzige “Beweis”, den die Sowjets an Ort
der Rest der jüdischen Bevölkerung; dieser sei in Ghet- und Stelle vorfanden, bestand in ein paar verrotteten
tos zusammenzufassen. Und der Abschnitt “Richtlinien Schuhen und einigen Lumpen, die man fleißig fotogra-
für die Behandlung der Judenfrage” desselben Doku- fierte und über die es in einem Fotoalbum über Babi Jar
ments beginnt mit folgenden Worten:35 heißt:
“Alle Maßnahmen zur Judenfrage in den besetz- “Überreste von Schuhe und Kleidern sowjeti-
ten Ostgebieten müssen unter dem Gesichtspunkt ge- scher Bürger, die von den Deutschen erschossen
troffen werden, daß die Judenfrage nach dem Kriege wurden”!
für ganz Europa generell gelöst werden wird. Sie Nicht viele Worte verlieren will ich hier über jene
sind daher als vorbereitende Teilmaßnahmen anzu- Geister-Operation, die den Namen “Aktion 1005” ge-
legen und bedürfen der Abstimmung mit den sonst tragen haben soll und auf welche die beiden Verfasser
auf diesem Gebiet getroffenen Entscheidungen. An- auf S. 107 zu sprechen kommen. Es handelt sich um die
dererseits können die bei der Behandlung der Juden- angebliche Ausgrabung und Verbrennung der Leichen
frage in den besetzten Ostgebieten gemachten Erfah- aus den Massengräbern, die unter dem Kommando Paul
rungen für die Lösung des Gesamtproblems rich- Blobels vollzogen worden sein soll. Obgleich Blobel
tungweisend sein, da die Juden in diesen Gebieten und seine Mannen auf einem gigantischen Territorium
zusammen mit den Juden des Generalgouvernements von über 1.200.000 Quadratkilometern während eines
das stärkste Kontingent des europäischen Judentums Zeitraums von 13 Monaten an Hunderten von Orten sat-
bilden. Rein schikanöse Maßnahmen sind, als eines te 2.100.000 Leichen aus Tausenden von Massengrä-
Deutschen unwürdig, auf jeden Fall zu unterlassen.” bern geborgen und anschließend eingeäschert haben
In der eben erwähnten Studie habe ich des weiteren sollen, gibt es für all dies weder irgendeinen dokumen-
etliche Beweise dafür erbracht, daß die in den Berichten tarischen Hinweis noch einen materiellen Beweis!
der Einsatzgruppen genannten Erschossenenzahlen un-
zuverlässig sind. Hierzu ein Beispiel. Im Bericht der 4. Die sechs Millionen
Einsatzgruppe A für den Zeitraum vom 16. Oktober Im Abschnitt “Wie viele Juden starben, und woher
1941 bis zum 31. Januar 1942 heißt es, in Lettland hät- wissen wir das?” (S. 174) greifen die beiden Verfasser
ten beim Einmarsch der deutschen Truppen 70.000 Ju- zu dem ebenso abgedroschenen wie trügerischen Ar-
den gelebt, doch andererseits wird die Zahl der erschos- gument mit den sechs Millionen:
senen lettischen Juden mit 71.184 angegeben, und au- “Um die Negationisten herauszufordern, begin-
ßerdem heißt es, 3.750 lettische Juden lebten nun in Ar- nen wir mit einer einfachen Frage: Wenn sie nicht
beitslagern! In Litauen soll es laut demselben Bericht gestorben ist, was ist dann aus den sechs Millionen
153.743 Juden gegeben haben, von denen 136.421 er- Juden geworden?” (S. 174f.)
schossen und weitere 34.500 in den Ghettos von Kau- Doch daß wirklich sechs Millionen Juden ver-
nas, Vilnius und Schaulen interniert worden sein sollen; schwunden sind, wäre noch zu beweisen. Shermer und
addiert man diese beiden Ziffern, so kommt man auf Grobman versuchen dies in erster Linie mit dem Hin-
170.921 Juden, also bedeutend mehr als die Ausgangs- weis auf das – bereits erwähnte – Affidavit Wilhelm
zahl! Höttls vom 26. November 1945, in dem Höttl behaupte-
Doch nicht genug der Ungereimtheiten. Immer noch te, Eichmann habe ihm mitgeteilt, die Zahl der getöteten
nach demselben Bericht sollen sämtliche 34.500 in den Juden müsse “über sechs Millionen” betragen (S. 175).

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Nun ist aber eine bloße Behauptung, die zu allem nach oben revidiert worden sind, beispielsweise jene
Überfluß noch aus zweiter Hand stammt, in der Ge- der während und nach der Invasion der Sowjetunion
schichtsschreibung bar jeden Wertes, und die beiden von den Einsatzgruppen ermordeten Juden. Die Ge-
Autoren wissen dies sehr gut. Sie berufen sich darum samtziffer der toten Juden – rund sechs Millionen –
auf die “Bestätigung” der Höttlschen Zahl durch den ändert sich nicht.” (S. XVI)
deutschen Historiker Wolfgang Benz, den Herausgeber Betrachten wir die Frage vom numerischen Stand-
der statistischen Studie Dimension des Völkermords. punkt. Von den sechs Millionen entfielen ursprünglich
Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialis- vier Millionen auf Auschwitz,43 und da diese später auf
mus,36 wobei sie es noch fertigbringen, den Verlag eine Million schrumpften, müssen die nun plötzlich feh-
falsch anzugeben (Anmerkung 6 auf S. 277). Es erüb- lenden drei Millionen halt von den Einsatzgruppen er-
rigt sich beinahe, darauf hinzuweisen, daß Shermer und mordet worden sein, damit sich “die Gesamtziffer der
Grobman die gründlichste statistische Studie von revi- toten Juden – rund sechs Millionen – nicht ändert”. Dies
sionistischer Seite, jene von Walter N. Sanning, nicht ist eine alberne Lüge.
der Erwähnung für würdig befinden, obgleich diese In dem von W. Benz herausgegebenen Sammelband
immerhin zuerst in den USA erschienen ist.37 findet sich eine vergleichende Statistik der von G. Wel-
Germar Rudolf hat die Arbeitsmethoden des Benz- lers, G. Reitlinger, R. Hilberg sowie in der Enzyklopä-
Teams sowie Sannings in einer Studie38 miteinander die des Holocaust genannten Statistiken. Hinsichtlich
verglichen und dabei nachgewiesen, daß von den der UdSSR (Aktivität der Einsatzgruppen) schwanken
6.277.441 jüdischen Opfern, auf die Benz und sein Au- die Opferzahlen zwischen 750.000 (Reitlinger) und
torenkollektiv kommen, nicht weniger als 533.193 von 2.100.000 (Benz). Es stimmt also, daß ab 1953, als
vorne herein erfunden sind, da es sich bei ihnen um Reitlingers Buch erstmals erschien, die Zahl der den
Doppelzählungen handelt (tatsächlich oder angeblich Einsatzgruppen zugeschriebenen Opfer “nach oben re-
verschwundene Juden in Gebieten, die während des vidiert” worden ist, jedoch “nur” um 1,35 Millionen.
Krieges ihren Besitzer wechselten, wurden zweifach Wenn man von den drei Millionen Juden, die nach der
gezählt);39 er verweist darauf, daß Sanning auf Reduzierung der Auschwitz-Opferzahl nicht in jenem
1.113.153 verschwundene Juden kommt.39 Nicht min- Lager umkamen, diese 1,35 Millionen abzieht, fehlen
der bedeutsam ist die Tatsache, daß von den angebli- immer noch 1.650.000 Opfer; diese müßte man nach
chen 6.277.441 laut Benz verschwundenen Juden weni- den Geboten der Logik von den sechs Millionen abzie-
ger als drei Millionen auf die angeblichen “Vernich- hen, aber nein: mit irgendwelchen kabbalistischen Zau-
tungslager” entfallen und Benz den Einsatzgruppen bertricks wird dafür gesorgt, daß sich an der Sechsmil-
bloß einen Teil der fast 3,3 Millionen fehlenden Opfer lionenzahl “nichts ändert”.
anlasten kann.40 Doch nicht genug der Merkwürdigkeiten. Bezüglich
Raul Hilberg, der namhafteste Vertreter der offiziel- der UdSSR kommen einige Gelehrte wie z.B. W. Benz
len Holocaust-Geschichtsschreibung, errechnet insge- auf 2,1 Millionen jüdische Opfer und andere auf weni-
samt 5,1 Millionen umgekommene Juden, von denen ger als die Hälfte. R. Hilberg schreibt nämlich:44
aber lediglich 2,7 Millionen in den sogenannten Ver- “Nach diesen Korrekturen gelangt man also im-
nichtungslagern den Tod gefunden haben sollen.41 In ih- mer noch auf zwischen 850.000 und 950.000 fehlen-
rer Tabelle auf S. 128 zählen Shermer und Grobman de Juden, und von dieser Zahl muß man wenigstens
3.062.000 in den “Vernichtungslagern” umgebrachte fünf Kategorien von Opfern abziehen, die nicht auf
Juden, wobei sie freilich nicht berücksichtigen, daß die das Konto des Holocaust verbucht werden können:
von F. Piper angegebene und zur Zeit als autoritativ gel- 1) Im Kampf gefallene russische Soldaten der Roten
tende Zahl von 1,1 Millionen Auschwitz-Opfern auch Armee; 2) In Kriegsgefangenschaft verstorbene Ju-
rund 100.000 Nichtjuden umfaßt,42 so daß ihre Ziffer den, die nicht als solche identifiziert worden waren;
auf 2.962.000 zu vermindern wäre. 3) Von 1939 bis 1959 in sowjetischen Arbeitslagern
Wie ernstzunehmen die offiziellen Statistiken sowie umgekommene Juden; 4) In der Kampfzone verstor-
die Historiker, von denen sie stammen, in Wirklichkeit bene jüdische Zivilisten, insbesondere die Opfer der
sind, läßt sich unschwer folgendem Zitat des Autoren- Belagerungen von Leningrad und Odessa; 5) An
Duos entnehmen: Entbehrungen umgekommene Juden, die aus Furcht
“Sie [die “Negationisten”] verweisen gerne dar- vor antijüdischen Maßnahmen der Deutschen ge-
auf, daß Franciszek Piper, Direktor der Abteilung flüchtet oder aus verschiedenen Gründen evakuiert
für Holocaust-Studien beim staatlichen Museum Au- worden waren.”
schwitz-Birkenau, die Zahl der in Auschwitz Getöte- Laut Hilberg fallen insgesamt ca. 100.000 bis
ten von vier auf 1,5 Millionen vermindert hat, und 200.000 Juden in diese fünf Kategorien, so daß sich die
sie behaupten, dies sei ein Beweis für die Richtigkeit Opferzahl des Holocaust in der UdSSR laut ihm auf
ihrer These. Doch unterlassen sie es wohlweislich, 650.000 bis 850.000 beläuft und somit auf 1,3 bis 1,45
hervorzuheben, daß inzwischen andere Opferzahlen Millionen unter der von Benz genannten Ziffer liegt.

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Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

Die von Hilberg genannten Gründe, die außerhalb Umstände, unter denen diese Verjagung vor sich ging
des Holocaust zu einer Verringerung der jüdischen Be- sowie die Zahl der dadurch Betroffenen einfach unter
völkerung führten (zu diesen hinzufügen müßte man den Teppich kehren. Wir zitieren nun einen Auszug aus
beispielsweise noch den Partisanenkrieg und den Ster- dem Protokoll:49
beüberschuß), gelten in erheblichem Maße auch für die “Im Vollzug dieser Bestrebungen wurde als ein-
Juden in den Ländern westlich von der Sowjetunion, zige vorläufige Lösungsmöglichkeit die Beschleuni-
namentlich für die polnischen. Laut dem Korherr- gung der Auswanderung der Juden aus dem Reichs-
Bericht war allein in Deutschland, Österreich und Böh- gebiet verstärkt und planmäßig in Angriff genom-
men/Mähren die Zahl der Juden durch Sterbeüberschüs- men.
se um 82.776 gesunken.45 Wie viele mögen es da in Auf Anordnung des Reichsmarschall wurde im
ganz Europa bis 1945 gewesen sein? Januar 1939 eine Reichszentrale für jüdische Aus-
Werfen wir schließlich noch die Frage nach der Zu- wanderung errichtet, mit deren Leitung der Chef der
verlässigkeit der offiziellen Statistiken auf. Auf welcher Sicherheitspolizei und des SD betraut wurde. Sie
Grundlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Zahl hatte insbesondere die Aufgabe:
der jüdischen Überlebenden errechnet? a/ alle Maßnahmen zur Vorbereitung einer ver-
In Frankreich galten nur Juden, die sich bis Ende stärkten Auswanderung der Juden zu treffen,
1945 beim Ministerium für Kriegsveteranen zurückge- b/ den Auswanderungsstrom zu lenken,
meldet hatten, als Überlebende.46 In Polen wurde die c/ die Durchführung der Auswanderung im Ein-
allgemeine Liste jüdischer Überlebender am 15. Juni zelfall zu beschleunigen.
1945 erstellt,47 und registriert werden konnte natürlich Das Aufgabenziel war, auf legale Weise den
bloß, wer sich bei irgendeinem Ministerium gemeldet deutschen Lebensraum von Juden zu säubern.”
hatte. Man wird wohl annehmen können, daß diese Pra- Als Folge dieser Politik, fährt das Dokument fort,
xis in den anderen europäischen Ländern dieselbe war. waren vom 30. Januar 1933 bis zum 31. Oktober 1941
Wieviele Überlebende mögen es aber vorgezogen ha- ungeachtet allerlei Schwierigkeiten ungefähr 537.000
ben, nicht in das Land zurückzukehren, wo sie vor dem Juden aus dem Altreich, Österreich und dem Protektorat
Krieg gelebt hatten? Und wieviele haben sich nicht bei Böhmen und Mähren ausgewandert, und zwar:
einer Behörde gemeldet, um kundzutun, daß sie noch – ab dem 30.1.1933 aus dem Altreich: ca. 360.000 Ju-
am Leben waren? Schließlich: Woher nimmt man die den;
Gewißheit, daß die ersten Statistiken und Volkszählun- – ab dem 15. 3. 1938 aus der Ostmark: ca. 147.000 Ju-
gen nicht manipuliert worden sind? den;
Die numerische Frage ist also weiß Gott nicht so – ab dem 15.3.1939 aus dem Protektorat Böhmen und
einfach, wie uns die beiden Autoren weismachen wol- Mähren: ca. 30.000 Juden.50
len. Wie sie selbst hervorgehoben haben, kommt es zur Da diese Daten in grellem Widerspruch zum angeb-
Beantwortung der Frage, ob der Holocaust stattgefun- lichen Ausrottungswillen Hitlers stehen und somit den
den hat, übrigens gar nicht auf die Zahlen an. vorgefaßten Thesen der beiden Verfasser förmlich ins
Gehen wir nun zu den anderen angeblichen “kon- Gesicht schlagen, lassen letztere sie einfach unter den
vergierenden Beweisen” über. Tisch fallen.
Was Shermer und Grobman bezüglich des dritten
5. Das Wannsee-Protokoll Teils des Dokuments von sich geben, stellt ein wahres
Die Verfasser betrachten das sogenannte Wannsee- Meisterwerk der Verdrehung und Verfälschung dar.
Protokoll als “zusätzlichen Beweis dafür, daß Hitler die “Im dritten Teil erkennen wir einen klaren Hin-
Endlösung befohlen hat” (S. 216). Um diese Behaup- weis auf Mordpläne. Eichmann kündigt an, es sei ein
tung zu belegen, greifen sie tief in die Trickkiste und neuer Plan erarbeitet worden:
bedienen sich haargenau jener pseudohistorischen ‘Anstelle der Auswanderung ist nunmehr als wei-
Scheinargumente, die sie den revisionistischen Ge- tere Lösungsmöglichkeit […] die Evakuierung der
schichtsforschern unterstellen. Juden nach dem Osten getreten.’
Anfangs fassen sie die vier Teile zusammen, in die ‘Evakuierung’ ist eine recht durchsichtige Tarn-
das Dokument48 untergliedert ist. Im ersten Teil werden bezeichnung für ‘Verschickung in die östlichen To-
die Funktionäre aufgezählt, die an der Konferenz teil- deslager’. Warum stellen wir diese Mutmaßung auf?
nahmen. Der zweite Teil stellt einen Rechenschaftsbe- Eichmann hatte eben die zwei ersten Versuche zur
richt über die Maßnahmen dar, die bis dahin in die We- Lösung der Judenfrage beschrieben und beide für
ge geleitet worden waren, um die “Endlösung der euro- unzureichend erklärt, so daß nun ‘eine andere Lö-
päischen Judenfrage” zu bewerkstelligen. Diesen Teil sung’ erforderlich sei.” (S. 219f.)
resümieren Shermer und Grobman äußerst tendenziös, Laut den beiden Verfassern geht die Art dieser neu-
indem sie das Schwergewicht auf die “Verjagung” der en Lösung aus jener bekannten Passage des Dokuments
Juden aus dem deutschen Lebensraum legen, jedoch die hervor, in der es um die Judendeportation nach Osten

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geht und die wie folgt schließt: im Außenministerium52 (ein Dokument, über das sich
“Der allfällig endlich verbleibende Restbestand die beiden Autoren aus leicht erkennbaren Gründen
wird, da es sich bei diesem zweifellos um den wider- ausschweigen), bis hin zu den zahlreichen Judentrans-
standsfähigsten Teil handelt, entsprechend behan- porten aus dem Altreich, Österreich, dem Protektorat
delt werden müssen, da dieser, eine natürliche Aus- sowie der Slowakei, die ab März 1942 in den Distrikt
lese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines Lublin abgingen.53
neuen jüdischen Aufbaues anzusprechen ist. (Siehe Die Behauptung, wonach der Begriff “Evakuierung”
die Erfahrung der Geschichte.)” (S. 220) bedeutet habe, daß die Juden zwecks Ermordung in die
Shermer und Grobman kommentieren: “östlichen Lager” verschickt wurden (also nach Belzec,
“Die von Eichmann beschriebene ‘Evakuierung Sobibor und Treblinka), ist schon deshalb absurd, weil
der Juden’ kann nicht einfach Deportation und Wei- zum Zeitpunkt der Wannsee-Konferenz noch keines
terleben der Juden an einem anderen Ort bedeuten, dieser Lager bestand.
da die Nazis bereits mit der Deportation der Juden Gehen wir zum Ausdruck “entsprechend behandelt”
nach Osten angefangen hatten und Eichmann diese über. Auch in diesem Fall muß das Verfasser-Tandem
als unzureichend bezeichnete. Das, wovon er den Sinn des Textes entstellen, um die Formulierung
spricht, ist hingegen eine neue Lösung. Die Ver- zum Synonym für “Ermordung” erklären zu können. Im
schickung nach Osten wird für die Arbeitsfähigen Protokoll steht nämlich folgendes: Jene, die nach der
Zwangsarbeit bis zum Tod bedeuten (wie wir aus “natürlichen Auslese” noch übrig sind, werden “bei
anderen Quellen wissen), für die nicht Arbeitstaugli- Freilassung” die Keimzelle einer jüdischen Wiederge-
chen den sofortigen Tod. Und was ist mit denen, die burt darstellen, weshalb sie nicht freigelassen werden
arbeiten können und nicht sterben? ‘Der allfällig dürfen. Träfe die Deutung der beiden Autoren zu, so
endlich verbleibende Restbestand wird […] entspre- müßte im Text anstelle von “bei Freilassung” etwa
chend behandelt werden müssen’. Mit dem Ausdruck “falls sie dann noch leben” stehen, doch dies ist nicht
‘entsprechend behandelt werden müssen’ ist einfach der Fall, und eben darin besteht die Mogelei der Verfas-
die Ermordung gemeint.” (S. 220f.) ser. Das Gegenstück von “Freilassung” ist nämlich
Der ganzen Argumentation liegt eine bewußte, be- nicht “Ermordung”, sondern “fortgesetzte Gefangen-
trügerische Fehlinterpretation zugrunde. Bezüglich der schaft”. Wieder einmal setzen sich Shermer und Grob-
Aufgaben der Reichszentrale für jüdische Auswande- man also über die von ihnen so hoch gerühmten “all-
rung heißt es nämlich im Wannsee-Protokoll:51 gemeinen Regeln der Vernunft” souverän hinweg.
“Das Aufgabenziel war, auf legale Weise den Betrachten wir schließlich noch einige der anderen
deutschen Lebensraum von Juden zu säubern. von den Verfassern vorgenommenen schwerwiegenden
Über die Nachteile, die eine solche Auswande- Auslassungen, die den Zweck verfolgen, dem Lesern
rungsforcierung mit sich brachte, waren sich alle den wahren Sinn des Wannsee-Protokolls vorzuenthal-
Stellen im klaren.” ten und die Bedeutung des Dokuments willkürlich zu
Im Dokument steht also rein gar nichts von “zwei verzerren.
ersten Versuchen zur Lösung der Judenfrage”, weil es Bereits erwähnt habe ich das Schweigen der Autoren
hier lediglich um die erzwungene Auswanderung in an- zu der Auswanderung von 537.000 Juden aus dem deut-
dere Staaten geht; ebenso wenig heißt es, beide Versu- schen Machtbereich im Zeitraum von 1933 bis Oktober
che seien “unzureichend” gewesen, sondern es ist die 1941. Hier drei weitere Auslassungen:
Rede davon, daß die erzwungene Auswanderung Der Zweck der Wannsee-Konferenz lag darin, den
“Nachteile” mit sich gebracht habe, und daß verschie- zuständigen Behörden mitzuteilen, daß die Politik der
dene Faktoren, angefangen bei finanziellen Schwierig- erzwungenen Auswanderung in andere Staaten einge-
keiten, sie “erschwert” hätten.51 Mit einem neuen fre- stellt worden und daß an deren Stelle die Deportation
chen Trick behaupten Shermer und Grobman nun, die nach Osten getreten war:54
Deutschen hätten “bereits mit der Deportation der Juden “Inzwischen hat der Reichsführer-SS und Chef
nach Osten angefangen” und Eichmann habe diese “als der Deutschen Polizei im Hinblick auf die Gefahren
unzureichend” bezeichnet. Somit wird die erzwungene einer Auswanderung im Kriege und im Hinblick auf
Auswanderung der Juden in andere Staaten zur “Depor- die Möglichkeiten des Ostens die Auswanderung von
tation der Juden nach Osten”, und den Nationalsoziali- Juden verboten.
sten wird unterstellt, diese angebliche Deportation als Anstelle der Auswanderung ist nunmehr als wei-
“unzureichend” eingestuft zu haben! tere Lösungsmöglichkeit nach entsprechender vor-
Die Behauptung, wonach “Evakuierung” ein “Tarn- heriger Genehmigung durch den Führer die Evaku-
ausdruck” sei, ist willkürlich und unbegründet und wird ierung der Juden nach dem Osten getreten.
von mehreren Dokumenten widerlegt, angefangen bei Diese Aktionen sind jedoch lediglich als Aus-
dem vom 21. August 1942 stammenden Memorandum weichmöglichkeiten anzusprechen, doch werden hier
Martin Luthers, des Leiters der Abteilung Deutschland bereits jene praktischen Erfahrungen gesammelt, die

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im Hinblick auf die kommende Endlösung der Ju- Osten als das beschrieben wird, was sie war, nämlich
denfrage von wichtiger Bedeutung sind.” eben eine Evakuierung ohne jede mörderische Absicht.
Somit war auf Befehl des Führers an die Stelle der Wie schon erwähnt, existierten die sogenannten östli-
Auswanderung der Juden ihre Evakuierung in die be- chen Vernichtungslager im September 1941 noch gar
setzten Ostgebiete getreten, jedoch lediglich als “Aus- nicht. Dies hindert die Herren Shermer und Grobman
weichmöglichkeit”, und es ist klar, daß eine biologische allerdings nicht daran, mit unerhörter Dreistigkeit zu
Ausrottung nach den Geboten der Logik nicht als schreiben, dieses Dokument sei ein – selbstverständlich
“Ausweichmöglichkeit” bezeichnet werden kann. Dar- “konvergierender” – Beweis für einen Beschluß Hitlers
um haben Shermer und Grobman diesen Absatz auch zur Ausrottung der europäischen Juden, und dies, ob-
verschwiegen. wohl sich die beiden der Abwegigkeit dieser Behaup-
Zur zweiten Auslassung. Im Protokoll heißt es:55 tung durchaus bewußt sind:
“Die evakuierten Juden werden zunächst Zug um “Witte[57] folgert: ‘Diese Terminologie stellt in
Zug in sogenannte Durchgangsghettos verbracht, der Praxis bereits ein Todesurteil für die Juden dar,
um von dort aus weiter nach dem Osten transpor- denen die Deportation bevorsteht, ganz unabhängig
tiert zu werden.” davon, daß zu jenem Zeitpunkt noch keine Vernich-
Wenn die Judenevakuierung gleichbedeutend mit tungslager einsatzbereit waren.’” (S. 265)
der Verschickung zum “Tod in den östlichen Lagern” Diese Schlußfolgerung ist ein Affront gegen jede
war, was waren dann die “Durchgangsghettos”? Eben- wissenschaftliche Geschichtsschreibung sowie gegen
falls ein “Tarnausdruck”? Auf diese Frage komme ich die “allgemeinen Regeln der Vernunft”.
am Ende dieses Abschnitts zurück.
Die dritte Auslassung bezieht sich auf einen Absatz, 6. “Ausrottung” und “Vernichtung”
der die haltlose “Mutmaßung” der Autoren klipp und Als “konvergierende Beweise” für die Realität des
klar widerlegt. Träfe diese zu, so hätten die ersten Opfer Holocaust tischen die beiden Verfasser auch die sattsam
der “Evakuierung” die Arbeitsuntauglichen sein müs- bekannte Palette von aus dem Zusammenhang gerisse-
sen, also vor allem betagte Menschen. Doch im Proto- nen Zitaten führender Nationalsozialisten auf, in denen
koll steht folgendes:55 die Begriffe “vernichten/Vernichtung” oder “ausrot-
“Es ist beabsichtig, Juden im Alter von über 65 ten/Ausrottung” vorkommen. Diesem Thema ist ein
Jahren nicht zu evakuieren, sondern sie einem Al- (auf S. 205 beginnender) eigener Absatz gewidmet, in
tersghetto – vorgesehen ist Theresienstadt – zu über- dem der Beleg dafür erbracht werden soll, daß diese
stellen.” Ausdrücke, die in der NS-Rhetorik geradezu inflationär
Wir haben hier also wieder ein schlagendes Beispiel verwendet wurden, auf eine Absicht zur biologischen
für die Betrügereien und Auslassungen vor uns, mit de- Ausrottung der Juden hindeuteten.
nen Shermer und Grobman den Sinn eines Dokumentes Bekanntermaßen gilt als obligatorischer Ausgangs-
verzerren und ihre Leser an der Nase herumführen! punkt bei dieser der offiziellen Geschichtsschreibung so
Ehe wir dieses Kapitel abschließen, wollen wir uns teuren, aber nichtsdestoweniger höchst willkürlichen
der Frage der Durchgangsghettos zuwenden. Auf S. Deutung die sogenannte “Prophezeiung”, die Hitler in
204f. verweisen die Autoren auf den deutschen Text ei- seiner Rede vom 30. Januar 1939 von sich gab:58
nes Briefes von Himmler an Gauleiter Arthur Greiser “Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es
vom 18. September 1941. Darin heißt es unverblümt, dem internationalen Finanzjudentum in und außer-
daß Himmler, um den Willen Hitlers zu erfüllen, sich halb Europas gelingen sollte, die Völker noch ein-
verpflichte, die Juden aus dem Altreich sowie dem Pro- mal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das
tektorat in die von den Deutschen zwei Jahre zuvor er- Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und
oberten Ostgebiete zu verbringen, und zwar “als erste damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Ver-
Stufe” und wenn möglich noch im Jahre 1941, ehe sie nichtung der jüdischen Rasse in Europa”
dann “noch weiter nach dem Osten” abgeschoben wür- Keiner der eifrigen Interpreten, die in diesen Worten
den. Himmler tat seine Absicht kund, 60.000 Juden aus eine Ankündigung des Holocaust erblicken, hält es für
dem Altreich und dem Protektorat “für den Winter” ins nötig, die Fortsetzung der Rede zu zitieren, die eindeu-
Ghetto von Lodz zu schaffen, wonach sie im folgenden tigen Aufschluß über deren Sinn vermittelt:58
Frühling noch weiter nach Osten verfrachtet werden “Denn die Zeit der propagandistischen Wehrlo-
sollten (S. 264).56 Daraus läßt sich entnehmen, daß sigkeit der nicht-jüdischen Völker ist zu Ende. Das
Lodz als Durchgangsghetto zu dienen hatte, was einen nationalsozialistische Deutschland und das faschi-
weiteren Beweis dafür darstellt, daß die Durch- stische Italien besitzen jene Einrichtungen, die es
gangsghettos, von denen im Wannsee-Protokoll die Re- gestatten, wenn notwendig, die Welt über das Wesen
de ist, tatsächlich solche waren und gar nichts anderes. einer Frage aufzuklären, die vielen Völkern instink-
Wir haben also ein Dokument (eines von vielen!) tiv bewußt und nur wissenschaftlich unklar ist.”
vor uns, in denen die Evakuierung der Juden nach Unter der “Vernichtung” der jüdischen Rasse in Eu-

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ropa war also einfach zu verstehen, daß andere Völker große und gewaltige Staaten erobert, und meine
mit den deutschen und faschistischen Institutionen ver- Prophezeiung wird ihre Erfüllung finden, daß durch
traut gemacht werden sollten, die eine wissenschaftliche diesen Krieg nicht die arische Menschheit vernich-
Kenntnis der “Judenfrage” vermittelten. tet, sondern der Jude ausgerottet werden wird.”
Genau zwei Jahre später, am 30. Januar 1941, sagte Am 21. Juli 1942 hieb Hitler in seinem Hauptquar-
Hitler in einer Rede:59 tier in die gleiche Kerbe:62
“Und nicht vergessen möchte ich den Hinweis, “Denn – da er [Hitler] mit Beendigung dieses
den ich schon einmal, am 1. September 1939 [rich- Krieges auch den letzten Juden aus Europa hinaus-
tig: am 30.1.1939], im deutschen Reichstag gegeben geworfen haben werde – wäre dann die kommunisti-
habe. Den Hinweis darauf nämlich, daß, wenn die sche Gefahr aus dem Osten mit Stumpf und Stiel
andere Welt von dem Judentum in einen allgemeinen ausgerottet.”
Krieg gestürzt würde, das gesamte Judentum seine Im gleichen, übertragenen Sinn gebrauchte Hitler
Rolle in Europa ausgespielt haben wird!” das Verbum “ausrotten” sowie das Substantiv “Ausrot-
Wenn das Judentum also “seine Rolle in Europa tung” auch in seiner Rede vom 30. September 1942:63
ausgespielt” hatte, so war die am 30. Januar 1939 ange- “ Ich habe am 1. September 1939 in der damali-
drohte “Vernichtung” rein politischer Art. gen Reichstagssitzung zwei Dinge ausgesprochen:
Dies wird durch eine Rede erhärtet, die Hitler – Erstens […] und zweitens, daß, wenn das Judentum
abermals an einem 30. Januar, aber diesmal im Jahre einen internationalen Weltkrieg zur Ausrottung etwa
1942 – im Sportpalast hielt:60 der arischen Völker Europas anzettelt, dann nicht
“Wir sind uns dabei im klaren darüber, daß der die arischen Völker ausgerottet werden, sondern das
Krieg nur damit enden kann, daß entweder die ari- Judentum”
schen Völker ausgerottet werden, oder daß das Ju- In einer weiteren, am 8. November 1942 gehaltenen
dentum aus Europa verschwindet. Ich habe am 1. Rede erinnerte Hitler an seine “Prophezeiung” vom 30.
September 1939 im Deutschen Reichstag es schon Januar 1939:64
ausgesprochen – und ich hüte mich vor voreiligen “Sie werden sich noch der Reichstagssitzung er-
Prophezeiungen –, daß dieser Krieg nicht so ausge- innern, in der ich erklärte: Wenn das Judentum sich
hen wird, wie es sich die Juden vorstellen, nämlich etwa einbildet, einen internationalen Weltkrieg zur
daß die europäisch-arischen Völker ausgerottet Ausrottung der europäischen Rassen herbeiführen
werden, sondern daß das Ergebnis dieses Krieges zu können, dann wird das Ergebnis nicht die Ausrot-
die Vernichtung des Judentums sein wird. […] Und tung der europäischen Rassen, sondern die Ausrot-
es wird die Stunde kommen, da der böseste Welt- tung des Judentums in Europa sein!”
feind aller Zeiten wenigstens auf ein Jahrtausend Abermals erläutert Hitler anschließend den Sinn die-
seine Rolle ausgespielt haben wird.” ser “Ausrottung”: Die europäischen Völker würden sich
Kann man diesen Worten denn ernsthaft entnehmen, der jüdischen Gefahr bewußt werden und eine antihe-
daß Hitler glaubte, der Krieg werde im Falle einer Nie- bräische Gesetzgebung nach dem Muster der deutschen
derlage zur biologischen Ausrottung der arischen Völ- einführen:64
ker führen? “In Europa ist diese Gefahr erkannt, und Staat
Das eben angeführte Zitat bestätigt außerdem, daß um Staat schließt sich unseren Gesetzgebungen an.”
mit der in der Rede vom 30. Januar 1939 angekündigten Schließlich kam Hitler auch in seiner Rede vom 24.
“Vernichtung” der jüdischen Rasse in Europa durchaus Februar 1943 auf das Thema zurück:65
keine biologische Ausrottung gemeint war, spricht Hit- “Dieser Kampf wird deshalb auch nicht, wie man
ler doch davon, daß bei einem deutschen Sieg das Ju- es beabsichtigt, mit der Vernichtung der arischen
dentum “aus Europa” verschwinden werde. Hält man Menschheit, sondern mit der Ausrottung des Juden-
sich vor Augen, daß Hitler auch ein Ende der politi- tums in Europa sein Ende finden.”
schen Rolle des Judentums in Europa vorausgesagt hat- Letzteres Zitat zeigt auch, daß Hitler die Begriffe
te, so konnte dieses Zitat nur eine Anspielung auf die “Vernichtung” und “Ausrottung” als Synonyme ver-
Pläne zur Deportation der Juden in die besetzten Ostge- wendete.
biete darstellen, die als nicht mehr zu Europa gehörend Fassen wir zusammen: Entweder glaubte Hitler, eine
betrachtet wurden. Niederlage Deutschlands werde nicht nur für die Deut-
Am 24. Februar 1942 kehrte der Führer auf das schen, sondern für sämtliche europäischen Völker (!)
Thema zurück. Nachdem er versichert hatte, die Ver- die biologische Ausrottung mit sich bringen – eine of-
schwörung der plutokratischen Welt und des Kreml ver- fenkundig groteske Vorstellung! –, oder aber er ge-
folge ein einziges und gemeinsames Ziel – “die Ausrot- brauchte die Begriffe “Vernichtung” und “Ausrottung”
tung der arischen Völker und Rassen” – fuhr er fort:61 auch im Zusammenhang mit den Juden in übertragenem
“Heute haben die Gedanken unserer nationalso- Sinne. Letzteres stimmt voll und ganz mit den verschie-
zialistischen und die der faschistischen Revolution denen Zitaten und dem Hintergrund überein, vor dem

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sie zu sehen sind. zahl weiterer aus dem Kontext gerissene Zitate promi-
Daß letztere Interpretation die korrekte ist, wird, nenter Nationalsozialisten betrachten, die laut den bei-
wenn es überhaupt noch einer zusätzlichen Bekräfti- den Verfassern einen Beweis für den Holocaust darstel-
gung bedarf, auch von einem des Revisionismus ganz len.
und gar unverdächtigen Historiker bestätigt, nämlich
Joseph Billig, ehemaliger Forscher beim Jüdischen Do- 7.1. HANS FRANK
kumentationszentrum in Paris:66 “Hans Frank beweist, daß der Holocaust stattge-
“Der Begriff Vernichtung wies auf den absoluten funden hat.” (S. 186)
Willen hin, die jüdische Präsenz im Reich zu been- Shermer und Grobman zitieren einen Satz aus einer
den. Da dieser Wille absolut war, erwies er sich not- angeblich am 7. Oktober 1940 gehaltenen Rede Hans
falls zu allen Extremen bereit. Der erwähnte Begriff Franks, in welcher dieser gesagt haben soll:
bedeutete nicht etwa, daß es schon zur Ausrottung “I could not eliminate (ausrotten) all lice and
gekommen wäre, oder daß auch nur die klare Ab- Jews in only one year.” (S. 186, Hervorhebung im
sicht bestand, eine solche durchzuführen. Einige Ta- Original)
ge vor der zitierten Rede (derjenigen vom 30. Januar “Ich habe nicht alle Läuse und Juden in einem
1939) empfing Hitler den tschechoslowakischen Au- einzigen Jahr eliminieren (ausrotten) können.”
ßenminister. Er warf seinem Gast mangelnde Ener- In Wirklichkeit wurde die Rede am 20. Dezember
gie der Prager Regierung bei ihren Bemühungen um gehalten, und den Ausdruck “ausrotten” haben Shermer
Verständigung mit dem Reich vor und empfahl ihm und Grobman selbst in den Text hineingeschmuggelt.
insbesondere ein energisches Vorgehen gegen die Tatsächlich gesagt hat Hans Frank damals folgendes:
Juden. In diesem Zusammenhang sagte er beispiels- “Man kann natürlich in einem Jahre nicht sämt-
weise: ‘Bei uns werden sie vernichtet.’ Glaubt man liche Läuse und Juden hinaustreiben.”
denn ernsthaft, Hitler habe bei einer diplomatischen Wie schon früher festgehalten, ist die von den bei-
Unterredung, die in den Archiven des Außenministe- den Autoren angegebene Referenznummer falsch (es
rium schriftlich festgehalten wurde, ein Massaker im handelt sich um das Dokument PS-2233 und nicht um
Dritten Reich enthüllt, das sich zudem zu jenem PS-3363).67 Die beiden Herren, die sich anheischig ma-
Zeitpunkt noch gar nicht zugetragen hatte? chen, die Revisionisten über saubere wissenschaftliche
Zwei Jahre darauf, am 30. Januar 1941, erinner- Arbeitsmethoden zu belehren, haben also eine Fäl-
te Hitler an seine ‘Prophezeiung’ von 1939. Doch schung und zwei Irrtümer aufs Mal begangen!
diesmal erklärte er ihren Sinn wie folgt: Jene Rede, welche die Verfasser auf den 13. Dezem-
Und nicht vergessen möchte ich den Hinweis, ber 1941 datieren, hielt Frank am 16. Dezember, in ihr
den ich schon einmal, am 1. September 1939 [rich- erscheint auch der von Shermer und Grobman anschlie-
tig: am 30. Januar 1939], im deutschen Reichstag ßend zitierte Abschnitt, von dem sie den deutschen Ori-
gegeben habe. Den Hinweis darauf nämlich, daß, ginaltext wiedergeben (Anmerkung 30 auf S. 278),
wenn die andere Welt von dem Judentum in einen nicht aber die Quelle vermelden, bei der es sich eben-
allgemeinen Krieg gestürzt würde, das gesamte falls um PS-2233 handelt68
Judentum seine Rolle in Europa ausgespielt haben “Wir haben im Generalgouvernement schät-
wird! zungsweise 2,5, vielleicht mit den jüdisch Versippten
In seiner Unterredung mit dem tschechoslowaki- und dem, was alles daran hängt, jetzt 3,5 Millionen
schen Außenminister brachte Hitler Großbritannien Juden. Diese 3,5 Millionen Juden können wir nicht
und die USA zur Sprache, die seiner Ansicht nach erschießen, wir können sie nicht vergiften, werden
den Juden Gebiete zur Ansiedlung zur Verfügung aber doch Eingriffe vornehmen können, die irgend-
stellen konnten. Im Januar 1941 sagte er, die Juden wie zu einem Vernichtungserfolg führen, und zwar
würden ihre Rolle in Europa bald ausgespielt haben, im Zusammenhang mit den vom Reich her zu be-
und fügte hinzu, dies werde darum eintreten, weil sprechenden großen Maßnahmen. Das Generalgou-
die anderen Völker begreifen würden, daß dies auch vernement muß genau so judenfrei werden, wie es
bei ihnen eine Notwendigkeit sei. Damals glaubte das Reich ist. Wo und wie das geschieht, ist eine Sa-
man an die Schaffung eines Judenreservats. Doch che der Instanzen, die wir hier einsetzen und schaf-
dieses war für Hitler lediglich außerhalb Europas fen müssen und deren Wirksamkeit ich Ihnen recht-
akzeptabel. Wir haben bereits hervorgehoben, daß zeitig bekanntgeben werde.” (S. 186f.)
Hitler am 30. Januar 1941 lediglich die Liquidie- Die beiden Autoren kommentieren:
rung der Rolle der Juden in Europa ankündigte.” “Wenn die Endlösung lediglich die Deportation
aus dem Reich bedeutete, warum verweist Frank
7. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate dann auf die Erreichung des Vernichtungserfolgs
Nachdem wir diese notwendigen historischen Be- der Juden mittels anderer Methoden als der Er-
merkungen vorausgeschickt haben, wollen wir eine An- schießung und der Vergiftung? Der Satz ‘die ir-

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gendwie zu einem Vernichtungserfolg führen’ unter- Holocaust stattgefunden hat”, und zwar lediglich, weil
streicht seine mörderischen Absichten.” (S. 187) darin der Ausdruck “Vernichtung” vorkommt!
Selbst wenn diese Deutung richtig wäre – und sie ist Das erste Zitat stammt aus einem Vermerk vom 19.
es nicht –, würde der Absatz lediglich das beweisen, August 1941, bei dem Goebbels unter Bezugnahme auf
was die Autoren “mörderische Absichten” nennen, nicht Hitlers “Prophezeiung” vom 30. Januar 1939 festhält:72
jedoch, wie sie unterstellten, daß “der Holocaust statt- “Der Führer ist der Überzeugung, daß seine da-
gefunden hat”. Doch wie gesagt ist die Deutung unrich- malige Prophezeiung im Reichstag, daß, wenn es
tig, weil das Zitat vor dem Hintergrund der von der NS- dem Judentum gelänge, noch einmal einen Krieg zu
Regierung betriebenen Politik der Judendeportation zu provozieren, er mit der Vernichtung der Juden enden
sehen ist und im Licht anderer – von den beiden Verfas- würde, sich bestätigt.”
sern selbstverständlich verschwiegener – Frank-Zitate Wir haben bereits feststellen können, daß die Inter-
betrachtet werden muß, die uns das Verständnis seines pretation der beiden Verfasser auf äußerst schwachen
wahren Sinns ermöglichen. Füßen steht. Sie beruht auf einer Art abergläubischer
In H. Franks Dienst-Tagebuch erscheint unter dem Überzeugung, daß die Wörter, unabhängig vom Zu-
Datum des 17. Juli 1941 folgender Eintrag:69 sammenhang, in dem sie stehen, immer nur eine einzi-
“Der Herr Generalgouverneur wünscht keine ge, fest umrissene Bedeutung haben können. Das kras-
weitere Ghettobildung mehr, da nach einer aus- seste Beispiel für diese Denkart liefern sie auf S. 214,
drücklichen Erklärung des Führers vom 19. Juni d.J. wo es um Albert Speer geht:
die Juden in absehbarer Zeit aus dem Generalgou- “1977 wurde Speer um eine Aussage gegen die
vernement entfernt würden und das Generalgouver- Verbreiter einer holocaustleugnenden Schrift mit
nement nur noch gewissermaßen Durchgangslager dem Titel ‘Starben wirklich sechs Millionen?’ gebe-
sein solle.” ten. Seine dreiseitige Stellungnahme endet drama-
Am 13. Oktober 1941 hatten H. Frank und Reichs- tisch: ‘Bis zum heutigen Tage halte ich für meine
minister Rosenberg eine Unterredung, in dem sie auch Hauptschuld, meine stillschweigende Billigung der
die Deportation der Juden aus dem Generalgouverne- Verfolgung und Ermordung von Millionen von Ju-
ment erörterten:70 den.’ Speer bestätigte in einer Fußnote für die Über-
“Der Generalgouverneur kam dann auf die Mög- setzung, daß er mit ‘Billigung’ ‘Wegsehen’ meinte,
lichkeit der Abschiebung der jüdischen Bevölkerung nicht die Kenntnis eines Befehls oder seiner Ausfüh-
des Generalgouvernements in die besetzten Ostge- rung. Das eine ist so schwerwiegend wie das ande-
biete zu sprechen. Reichsminister Rosenberg be- re.”
merkte, daß ähnliche Wünsche bereits seitens der Shermer und Grobman erheben gegen diese Erklä-
Militärverwaltung von Paris an ihn herangetragen rung den Einwand, “Billigung” heiße laut dem deutsch-
worden seien.[71] Im Augenblick sehe er jedoch für englischen Wörterbuch “approval” (S. 214). Wörter-
die Durchführung derartiger Umsiedlungspläne buch, Wörterbuch über alles! Natürlich dient diese blin-
noch keine Möglichkeit. Für die Zukunft erklärte er de Wortgläubigkeit lediglich dazu, den Sinn der aus
sich jedoch bereit, die Judenemigration nach dem dem Zusammenhang gerissenen Wörter zu entstellen,
Osten zu fördern, zumal die Absicht bestehe, über- und es versteht sich von selbst, daß die beiden Verfasser
haupt die asozialen Elemente innerhalb des Reichs- auch hier alle Gegenbeweise gegen ihre Deutung mit
gebiets in die dünn besiedelten Ostgebiete zu ver- Schweigen übergehen.
schicken.” Doch kehren wir zu Goebbels zurück. Am 20. Au-
Andererseits sollte laut dem von Shermer und Grob- gust vertraute er nach einem Besuch im Führerhaupt-
man zitierten Ausschnitt das Generalgouvernement “ju- quartier seinem Tagebuch folgendes an:73
denfrei” werden, “wie es das Reich ist”, und wenn letz- “Darüber hinaus aber hat mir der Führer zuge-
teres – zumindest großenteils – “judenfrei” war, dann sagt, daß ich die Juden aus Berlin unmittelbar nach
einzig und allein dank der Auswanderung von ca. Beendigung des Ostfeldzugs in den Osten abschie-
537.000 Juden in andere Länder. Es ist somit klar, daß ben kann.”
H. Frank nichts anderes getan hat, als die drohende Am 24. September 1941 hatte Goebbels eine Unter-
Terminologie Hitlers (“Ausrottung”, “Vernichtung”) zu redung mit Heydrich im Führerhauptquartier; anschlie-
übernehmen, wobei diese Begriffe für ihn dieselbe Be- ßend nahm er folgenden Tagebucheintrag vor:74
deutung hatten wie für Hitler. “Das wird der Fall sein können, sobald wir im
Osten zu einer Bereinigung der militärischen Lage
7.2. JOSEPH [SIC!] GOEBBELS gekommen sind. Sie [die Juden] sollen am Ende alle
“Joseph [!] Goebbels beweist, daß der Holocaust in die von den Bolschewisten angelegten Lager […]
stattgefunden hat.” (S. 187) transportiert werden”
Die beiden Autoren führen zwei Zitate an, die an- Ähnlich verhält es sich auch bei einem Tagebuchein-
geblich einen Beweis dafür darstellen sollen, “daß der trag, den die beiden Verfasser auf den 24. Februar 1942

304 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

datieren, obgleich er vom 14. Februar jenes Jahres “Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei
stammt. Dort steht angeblich, daß die Juden “zusam- Lublin beginnend, die Juden nach dem Osten abge-
men mit der Zerstörung ihrer Feinde ihre eigene Ver- schoben. Es wird hier ein ziemlich barbarisches und
nichtung erleben werden” (S. 187). Im Original heißt es nicht näher zu beschreibendes Verfahren ange-
jedoch: “Sie werden mit der Vernichtung unserer Fein- wandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr
de auch ihre eigene Vernichtung erleben”.75 viel übrig. Im großen und ganzen kann man wohl
Shermer und Grobman greifen hier zu dem Trick, feststellen, daß 60 Prozent liquidiert werden müssen,
das im deutschen Satz zweimal vorkommende Wort während nur 40 Prozent in die Arbeit eingesetzt
“Vernichtung” auf zwei verschiedene Weisen zu über- werden können” (S. 190)
setzen, das erste Mal mit “annihilation”, das zweite Mal Shermer und Grobman kommentieren:
mit “destruction”, einem Wort, das im Englischen die “Am 7. März 1942 trug Goebbels in sein Tage-
Grundbedeutung “Zerstörung” besitzt. Es ist nämlich buch ein, es gebe noch elf Millionen Juden in Euro-
klar, daß die “Vernichtung des Feindes” nicht notwen- pa. Wenn, wie er zwanzig Tage später vermerkt,
digerweise die biologische Ausrottung sämtliche Ange- 60% von diesen ‘liquidiert’ werden müssen, spiegelt
höriger der Feindnation zu bedeuten braucht, und die dies die Ziffer von sechs Millionen recht genau wie-
beiden Verfasser, die das natürlich kapiert haben, ver- der und stellt eine Bestätigung seitens eines der
wenden darum das Wort “destruction”, “Zerstörung”, höchsten Führers des Naziregimes dar.” (S. 190)
wenn Hitler von der “Vernichtung” der Feindstaaten Beginnen wir mit diesem Kommentar. Es stimmt
spricht! durchaus, daß Goebbels am 7. März in einem Tage-
Bei ihrem anschließenden Verweis auf eine Goeb- bucheintrag vom elf Millionen Juden spricht, doch un-
bels-Rede vom 23. September 1942 stützt sich das Au- terlassen es die beiden Autoren wohlweislich, diese Zif-
toren-Duett auf eine obskure und unkontrollierbare fer in ihren Kontext einzubetten. Der Eintrag lautet
Quelle und spricht dadurch wieder einmal seinen eige- nämlich wie folgt:76
nen zehn Geboten der Wissenschaftlichkeit Hohn, wel- “Die Judenfrage muß jetzt im gesamteuropäi-
che die Überprüfung der Zuverlässigkeit von Quellen schen Rahmen gelöst werden. Es gibt in Europa
vorschreiben. Die betreffende Rede wurde nämlich noch über 11 Millionen Juden. Sie müssen später
“von der polnischen Widerstandsbewegung einmal zuerst im Osten konzentriert werden. Eventu-
transkribiert und im Mai 1943 dem britischen Au- ell kann man ihnen nach dem Kriege eine Insel, etwa
ßenminister übergeben.” (S. 188) Madagaskar, zuweisen. Jedenfalls wird es keine Ru-
D. Irving hat “den authentischen, polnischen Ur- he in Europa geben, wenn nicht die Juden restlos im
sprung” dieser Rede gefunden sowie “die Personen, die europäischen Gebiet ausgeschaltet werden.”
sie produziert haben, Leute vom polnischen Geheim- Zunächst sei darauf hingewiesen, daß die Konzentra-
dienst” (S. 189), doch nichtsdestoweniger meinen tion dieser elf Millionen Juden im Osten keineswegs de-
Shermer und Grobman, dies tue “der Substanz dieser ren biologische Ausrottung bedeuten sollte, denn
Rede keinen Abbruch”! (S. 189). Da in dieser Rede der schließlich wollte ihnen Goebbels ja nach dem Krieg
Ausdruck “physische Ausrottung” auftaucht (S. 188), eine Insel zuweisen lassen. Zweitens entstammt die
ziehen es die beiden Verfasser aus persönlichen und po- Elfmillionenziffer dem Wannsee-Protokoll (wo sie auf
litischen Gründen vor, auf jegliche kritische Regung zu S. 6 steht); dies heißt, daß Goebbels sehr wohl über die
verzichten und ihren Verstand zu beurlauben: Es gibt neue Politik der Judendeportation in die Ostgebiete un-
keinen Beweis dafür, daß diese Rede jemals gehalten terrichtet war, die Heydrich bei der Konferenz verkün-
worden ist; es gibt keinen Beweis dafür, daß Goebbels, det hatte.
wenn er sie gehalten haben sollte, den einschlägigen Nach dieser notwendigen Vorausbemerkung wollen
Ausdruck verwendet hat; man kann, wenn die Rede ge- wir den Eintrag vom 27. März 1942 untersuchen. Es be-
halten wurde, nicht sicher sein, daß Goebbels darin von steht kein Zweifel daran, daß er sich auf die Politik der
den Juden gesprochen hat; man weiß nicht, ob die eng- Deportation nach Osten bezieht, doch die spezifischen
lische Übersetzung der polnischen Übersetzung des Ausführungen Goebbels’ finden keinen Widerhall in
deutschen Goebbels-Textes richtig ist, doch dies alles den Dokumenten und stehen zudem im Widerspruch zu
tut nichts zur Sache: Für unsere beiden famosen Histo- den Fakten.
riker “tut dies der Substanz der Rede keinen Abbruch!” Die Deportation der polnischen Juden an die Ost-
Wie ich zuvor dargelegt habe, waren sich die beiden grenze des Lubliner Distrikts hatte bereits Anfang Janu-
nicht zu fein, ein Zitat von Hans Frank zu verfälschen, ar begonnen.77 Einer der ersten bekannten Berichte dar-
indem sie das Wort “hinaustreiben” durch “ausrotten” über geht auf den 6. Januar 1942 zurück und bezieht
ersetzten. Auch in diesem Fall tut eine solche Mogelei sich auf die “Aussiedlung von 2.000 Juden aus Milec”.
natürlich “der Substanz der Rede keinen Abbruch”! Es heißt dort:78
Es folgt noch der wohlbekannte Tagebuch-Eintrag “1.000 Juden kommen nach der Kreishaupt-
vom 27. März 1942. Goebbels schrieb damals: mannschaft Hrubeszow, Zielstation Hrubeszow.

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Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

1.000 Juden kommen nach der Kreishauptmann- dem SS-Hauptsturmführer Hans Höfle, dem Beauftrag-
schaft Cholm; davon 400 Zielstation Wáodawa, 600 ten für die Judenumsiedlung im Lubliner Distrikt ge-
Zielstation Parczew. Aufnahmebereit ab 15. Januar führte Unterredung nahm.83 Bezüglich Belzec heißt es
1942.” dort:
In einem späteren Bericht wurden die lokalen Be- “Es wäre zweckmäßig, die in den Distrikt Lublin
hörden gemahnt:79 kommenden Judentransporte schon auf der Ab-
“Ich bitte Sie, unbedingt dafür zu sorgen, das auf gangsstation in arbeitseinsatzfähige und nicht ar-
bei den [sic!] Zielstation die Juden empfangen und beitseinsatzfähige Juden zu teilen. […]
richtig dort hingeleitet werden, wo es von Ihnen be- Nichteinsatzfähige Juden kommen sämtlich nach
stimmt wird; nicht, daß es so passiert wie in anderen Bezec [Belzec], der äußersten Grenzstation im Krei-
Fällen, daß die Juden ohne Aufsicht an der Zielsta- se Zamosz.
tion ankommen und sich nun über das Land ver- Hstuf. Höfle ist daran, ein großes Lager zu bau-
streuen.” en, in welchen die einsatzfähigen Juden nach ihren
Die Anweisungen des mit der Umsiedlung beauf- Berufen karteimäßig erfaßt und von dort angefordert
tragten Regierungsbüros wurden den örtlichen Behör- werden können. […]
den vom oberen Verwaltungsrat des Distrikts, Wei- Abschließend erklärte er, er könne täglich 4-5
rauch, mitgeteilt. Sie sahen folgendes vor:80 Transporte zu 1.000 Juden mit der Zielstation Bezec
“Das Amt des Distriktes Lublin, Abteilung Innere [sic] aufnehmen. Diese Juden kämen über die Gren-
Verwaltung u. Abteilung Bevölkerungswesen und ze und würden nie mehr ins Generalgouvernement
Fürsorge, bleibt mir dafür verantwortlich, daß die zurückkommen.”
einzusiedelnden Juden nach Maßgabe der Möglich- Demnach ergibt sich aus diesem Dokument:
keit ausreichende Unterkünfte zugewiesen erhalten. 1. Es war eine Unterteilung der Juden in arbeitsfähige
Den umzusiedelnden Juden ist zu gestatten, ihr Bett- und nichtarbeitsfähige vorgesehen.
zeug mitnehmen zu dürfen. An sonstigem Gepäck 2. Die arbeitsfähigen Juden sollten zu Arbeitseinsätzen
und Hausrat darf pro Kopf 25 kg mitgenommen verwendet werden.
werden. Die Juden sind nach Ankunft in ihren neuen 3. Belzec sollte zu einem Lager werden, wo die arbeits-
Siedlungsgebieten 3 Wochen lang ärztlich zu über- tauglichen Juden “nach ihren Berufen karteimäßig er-
wachen. Jeder Fall von Verdacht einer Erkrankung faßt” wurden. Dies paßt ganz und gar nicht zu einem
an Fleckfieber ist ungesäumt dem zuständigen “reinen Vernichtungslager”.
Kreisarzt zu melden.” 4. Die arbeitsunfähigen Juden sollten alle nach Belzec
Am 22. März fand eine Überstellung von Juden aus kommen. Das Lager sollte “täglich 4-5 Transporte zu
Bilgoraj nach Tarnogrod statt, einem Weiler, der 20 km 1.000 Juden mit der Zielstation Be[l]zec aufnehmen”,
südlich jener Stadt gelegen ist. Im entsprechenden Be- offenbar arbeitsunfähige Juden, die “über die Gren-
richt hieß es:81 ze” abgeschoben werden und nie mehr ins General-
“Am 22. 3. 42 fand eine Evakuierung von 57 Ju- gouvernement zurückkommen sollten. Deshalb wur-
denfamilien mit insgesamt 221 Personen von Bilgo- de Belzec als “die äußerste Grenzstation im Kreise
raj nach Tarnogrod statt. Jede Familie erhielt ein Zamosz” bezeichnet. Dieser Satz ergibt nur im Zu-
Fahrzeug, um die notwendigen Möbelstücke und sammenhang mit einer Aussiedlung über die Grenze
Betten mitzunehmen. Die Regelung und Überwa- hinaus einen Sinn.
chung übernahm die poln. Polizei und das Sonder- Somit bedeutete die “Liquidierung” von 60% der
dienstkommando. Die Aktion ging planmäßig ohne deportierten Juden deren Evakuierung in die Ostgebiete.
Zwischenfälle vor sich. Die Evakuierten wurden an Dementsprechend besitzt der Ausdruck “Liquidierung”
demselben Tag in Tarnogrod untergebracht.” in diesem Goebbels-Tagebucheintrag dieselbe Bedeu-
Und das soll ein “ziemlich barbarisches Verfahren” tung wie “Vernichtung” und “Ausrottung” bei Hitler.
gewesen sein?
Was nun die Unterteilung der Deportierten in 40% 7.3. HEINRICH HIMMLER
Arbeitsfähige und 60%, die “liquidiert werden müssen”, “Heinrich Himmler beweist, daß der Holocaust
betrifft, so steht diese im Widerspruch sowohl zur offi- stattgefunden hat.” (S. 190)
ziellen These über die “östlichen Vernichtungslager”, in Dieser vorgebliche “Beweis” besteht aus drei Zita-
denen die Juden einschließlich der Arbeitstauglichen ten. Das erste stammte vom Januar 1937. Himmler
ausnahmslos ausgerottet worden sein sollen,82 als auch spricht dort von den “römischen Kaisern, welche die er-
zu den deutschen Plänen für Belzec im März 1942. sten Christen ausrotteten”. Daraus schließen die Auto-
Am 17. März 1942 verfaßte Fritz Reuter, ein Ange- ren, “ausrotten” sei mit “ermorden” gleichzusetzen (S.
stellter der Abteilung Bevölkerungswesen und Fürsorge 191), und folglich sei das Wort “Ausrottung” bei
des Amts des Generalgouverneurs des Distrikts Lublin, Himmler immer ein Synonym für Ermordung. Wieder
einen Vermerk, in dem er Bezug auf eine am Vortag mit ein prägnantes Beispiel dafür, wie Shermer und Grob-

306 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

man einzelne Begriffe aus dem Zusammenhang reißen! die Juden nicht verstehen, weil sie nie Hunderte oder
Das zweite Zitat zeugt von geradezu unerhörter Tausende von Leichen gesehen haben: “Von allen, die
Dreistigkeit, entstammt es doch einer Erklärung, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchge-
Himmler angeblich gegenüber Rudolf Höß abgegeben standen.” Damit können offenbar keine jüdischen Lei-
haben soll und für die es keinen anderen Beweis gibt als chen gemeint sein, denn wenn die Deutschen mit ihren
die Aussagen des – damals in britischer Haft einsitzen- “prima Juden” Hunderte jüdischer Leichen gesehen hät-
den – Auschwitz-Kommandanten. Es handelt sich um ten, würden sie die anti-jüdischen Maßnahmen wohl
jene ebenso bekannte wie abwegige Passage, in der Höß noch weniger verstanden haben, ja sie wären auf die
(oder einer seiner britischen Kerkermeister) behauptet, Barrikaden gegangen. Seine Soldaten-Zuhörer aber –
Himmler habe für den Sommer 1941 (!) von der Exi- allesamt hochrangige Soldaten von SS, Waffen-SS und
stenz der sogenannten “östlichen Vernichtungslager” Wehrmacht – verstehen die antijüdischen Maßnahmen,
Belzec und Treblinka gesprochen:84 weil sie Leichen gesehen haben. Aber das Sehen jüdi-
“Die bestehenden Vernichtungsstellen im Osten scher Leichen würde auch diese nicht geneigt machen,
sind nicht in der Lage, die beabsichtigten großen harte Maßnahmen gegen Juden zu verstehen. Harte
Aktionen durchzuführen.” Maßnahmen versteht man nur, wenn man davon über-
Selbstverständlich hüten sich die beiden Verfasser, zeugt ist, daß sie gerecht sind, also als Strafe. Strafe
diesen Auszug zu zitieren, da er allein schon ausreicht, aber für was? Für das massenhafte Sterben von Men-
um die ganze von Rudolf Höß erzählte Geschichte ganz schen; für die Verantwortung für den Krieg. Man be-
unglaubhaft erscheinen zu lassen. achte hierbei Hitlers oft wiederholte Redewendung:
Das dritte Zitat ist der obligate Auszug aus Himm- “Wenn es dem internationalen Finanzjudentum […] ge-
lers Rede in Posen, wo der Reichsführer-SS in einem lingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg
Abschnitt mit der Überschrift “Die Judenevakuierung” zu stürzen”, dann wehe ihnen! Das Judentum, so Hitler,
diesen Ausdruck mit “Ausrottung” gleichsetzt:85 “hat die zwei Millionen Toten des [ersten] Weltkrieges
“Ich meine jetzt die Judenevakuierung, die Aus- auf dem Gewissen, jetzt wieder Hunderttausende” (vgl.
rottung des jüdischen Volkes.” nächster Abschnitt). Das sind die Leichen, die den
Und da Himmler das Verb “ausrotten” im Januar Deutschen die anti-jüdischen Maßnahmen verständlich
1937 als Synonym für “ermorden” benutzt hat, folgt machen würden, und die es Himmlers Zuhörer ver-
daraus, daß in seiner Rede vom Oktober 1943 mit “Aus- ständlich machen, warum harte Maßnahmen gegen Ju-
rottung” “Ermordung” gemeint sein muß! den gerechtfertigt sind und warum Himmler und seine
Natürlich hat sich keiner dieser selbsternannten Spe- Zuhörer emotional abgehärtet sind und keine Gnade
zialisten für historische Methode je gefragt, ob viel- walten lassen.
leicht “Ausrottung” nicht “Evakuierung” bedeutet statt Selbstverständlich kann dem Trick mit den aus dem
umgekehrt. In den oben zitierten Himmler-Reden hieß Zusammenhang gerissenen Zitaten nur dann Erfolg be-
“Vernichtung” bzw. “Ausrottung” des jüdischen Volkes schieden sein, wenn man Zitate verschweigt, die nicht
schlicht und einfach die “Vernichtung” oder “Ausrot- ins ideologische oder politische Raster der beiden Auto-
tung” seiner politischen Macht durch Deportation oder ren passen, wie beispielsweise folgende Erklärung
“Evakuierung” in die Ostgebiete, die man damals ge- Himmlers in Bad Tölz vom 23. November 1942:88
meinhin nicht mehr Europa zurechnete. “Völlig gewandelt hat sich auch die Judenfrage
Der Hinweis auf 100, 500 oder 1.000 Leichen – in Europa. Der Führer sagte einmal in einer Reichs-
“von Euch werden die Meisten wissen, was es heißt, tagsrede: Wenn das Judentum einen internationalen
wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 dalie- Krieg etwa zur Ausrottung der arischen Völker an-
gen oder wenn 1000 daliegen” – paßt nicht so recht zu zetteln sollte, so werden nicht die arischen Völker
der behaupteten Politik der Judenausrottung, weil in ausgerottet, sondern das Judentum. Der Jude ist aus
den “östlichen Vernichtungslagern” immerhin einige Deutschland ausgesiedelt, er lebt heute im Osten
tausend Tote pro Tag angefallen sein sollen. Hingegen und arbeitet an unseren Straßen, Bahnen usw. Die-
lassen sich die von Himmler genannten Ziffern sehr ser Prozeß ist konsequent, aber ohne Grausamkeit
wohl mit einigen der von den Deutschen durchgeführ- durchgeführt worden.”
ten Repressalien vereinbaren, beispielsweise der Nie-
derschlagung des Warschauer Ghetto-Aufstandes, bei 7.4. ADOLF HITLER
der rund 7.500 Juden erschossen wurden. Aus dem Auf S. 201 diskutieren die Verfasser die alte These
Warschauer Ghetto erfolgte offiziell eine “Judenevaku- David Irvings, laut der Hitler nichts von der angebli-
ierung” in die Ostgebiete.86 chen Judenvernichtung gewußt habe; sie schreiben:89
Germar Rudolf hat eine weitere, sehr plausible In- “Den Gegenbeweis gegen diese Behauptung [D.
terpretation dieser Passage angeboten.87 Demnach be- Irvings in seinem Buch Hitler’s War] stellt ein Hit-
zieht sich diese Passage auf jene Deutschen mit ihren ler-Zitat dar, das Bormanns Adjutant Heinrich Heim
“anständigen Juden”, die die harten Maßnahmen gegen am Abend des 25. Oktober 1941 notiert hat:

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 307


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

Vor dem Reichstag habe ich dem Judentum 25. Oktober 1941 erwähnte Versendung der Juden “in
prophezeit, der Jude werde aus Europa verschwin- die Sumpfgebiete Rußlands” sehr wohl in diesen Zu-
den, wenn der Krieg nicht vermieden bleibt. Diese sammenhang, ebenso wie der Satz “Es ist gut, wenn uns
Verbrecherrasse hat die zwei Millionen Toten des der Schrecken vorangeht, daß wir das Judentum ausrot-
Weltkrieges auf dem Gewissen, jetzt wieder Hun- ten” (der belegt, daß es keinen solchen Plan gab) in den
derttausende. Sage mir keiner: Wir können sie historischen Zusammenhang der Politik zur Judenaus-
doch nicht in den Morast schicken! Wer kümmert wanderung paßt. Wir haben es hier mit einem anschau-
sich denn um unsere Menschen? Es ist gut, wenn lichen Fall von Konkordanz zu tun, allerdings einem,
uns der Schrecken vorangeht, daß wir das Juden- der gegen die These der beiden Verfasser spricht.
tum ausrotten.” Gehen wir zu Himmlers Aufzeichnung vom 30. No-
Die beiden Autoren bezeichnen Irvings Vorgehen, vember 1941 über. Auf den ersten Blick scheint die
das darin besteht, einzelne Dokumente vorzulegen, die Deutung Shermers und Grobmans einwandfrei, aber die
für oder gegen seine These sprechen, als “trügerischen “Sequenz von Aufnahmen”, in die sie diese “Momen-
Rückgriff auf die Momentanaufnahme” und fahren fort: tanaufnahme” einbetten, ist gekünstelt. Der wahre histo-
“In Hitler’s War führt Irving die Aufzeichnungen rische Hintergrund ist folgender.
an, die Himmler am 30. November 1941 im Zusam- Im “Gesamtbericht vom 16. Oktober 1941 bis 31.
menhang mit einem Telefongespräch machte, nach- Januar 1942” der Einsatzgruppe A (die angeblich mit
dem ihn Hitler zu einem Gespräch geladen hatte. der Ausrottung der aus dem Reich eingetroffenen Ju-
Diese Aufzeichnungen belegen, daß der SS-Führer den, einschließlich der mit dem Transport vom 27. No-
Reinhard Heydrich (den Chef des Reichssicherheits- vember aus Berlin angelangten, beauftragt gewesen sein
hauptamtes) um 13.30 Uhr aus Hitlers Bunker in der soll), findet sich ein Absatz unter der Überschrift “Ju-
Wolfsschanze anrief und befahl, die Juden ‘nicht zu den aus dem Reich”, wo man liest:95
liquidieren’ (siehe Zitat 20). Nachdem Irving diese “Seit Dezember 1940 [richtig: 1941] trafen aus
‘Momentanaufnahme’ aus ihrem Kontext herausge- dem Reich in kurzen Abständen Judentransporte ein.
rissen hat, schließt er: ‘Der Führer hatte befohlen, Davon wurden 20.000 Juden nach Riga und 7.000
daß die Juden nicht zu liquidieren seien.’ Doch be- Juden nach Minsk geleitet. Die ersten 10.000 nach
trachten wir diese Momentanaufnahme in der Se- Riga evakuierten Juden wurden z.T. in einem provi-
quenz der anderen Aufnahmen vor und nach ihr. Wie sorischen Auffanglager, z.T. in einem neu errichte-
Raul Hilberg hervorhebt, wäre eine genauere Über- ten Barackenlager in der Nähe von Riga unterge-
setzung folgende: ‘Judentransport aus Berlin. Keine bracht. Die übrigen Transporte sind zunächst in ei-
Liquidierung.’ Anders gesagt, Himmler bezieht sich nen abgetrennten Teil des Rigaer Ghettos eingewie-
auf einen spezifischen Transport, nicht auf alle Ju- sen worden.
den. Ironischerweise, ergänzt Hilberg jedoch (und Der Bau des Barackenlagers wird unter Einsatz
Irving stimmt ihm in Hitler’s War zu). “wurde dieser aller arbeitsfähiger Juden so weiter geführt, daß im
Transport liquidiert. Der Befehl wurde ignoriert, Frühjahr alle evakuierten Juden, die den Winter
oder traf zu spät ein. Der Transport war bereits in überstehen, in dieses Lager eingewiesen werden
Riga angelangt, und man wußte nicht, was man mit können.
diesen Tausenden von Menschen anfangen sollte, al- Von den Juden aus dem Reich ist nur ein gerin-
so erschoß man sie noch am selben Abend.” (S. 201- ger Teil arbeitsfähig. Etwa 70-80% sind Frauen und
203) Kinder sowie alte, arbeitsunfähige Personen. Die
Die Notiz bezieht sich auf den Judentransport, der Sterblichkeitsziffer steigt ständig, auch infolge des
am 27. November 1941 von Berlin nach Riga abfuhr. außergewöhnlich harten Winters.
In Wirklichkeit sind es Shermer und Grobman Die Leistungen der wenigen arbeitsfähigen Juden
selbst, welche diese “Momentanaufnahme” in einen von aus dem Reich sind zufriedenstellend. Sie sind als
ihnen selbst geschaffenen Kontext einbauen. Zunächst Arbeitskräfte auf Grund ihrer deutschen Sprache
einmal verschweigen sie nämlich andere Hitler-Zitate und ihrer verhältnismäßig größeren Sauberkeit mehr
zur Aussiedlung der europäischen Juden in verschiede- begehrt als die russischen Juden. Bemerkenswert ist
ne außereuropäische Gebiete, beispielsweise nach Ma- die Anpassungsfähigkeit der Juden, mit der sie ihr
dagaskar,90 oder ganz allgemein nach Afrika,91 oder Leben den Umständen entsprechend zu gestalten
nach Rußland;92 ebenso verschweigen sie die Absicht, versuchen.
“nach dem Krieg alle Juden aus Europa zu evakuieren”, Die in allen Ghettos vorhandene Zusammen-
die Hitler bereits im August 1940 zum Ausdruck brach- drängung der Juden auf kleinstem Raum bedingt na-
te,93 sowie über die von Hitler “wiederholt” abgegebene turgemäß eine größere Seuchengefahr, der durch
Erklärung, daß er “die Lösung der Judenfrage bis nach den Einsatz jüdischer Ärzte weitestgehend entgegen-
dem Kriege zurückgestellt wissen wolle”.94 gewirkt wird. In einzelnen Fällen wurden ansteckend
Somit paßt die von Hitler in seiner Erklärung vom erkrankte Juden unter dem Vorwand, in ein jüdi-

308 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


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sches Altersheim oder Krankenhaus verbracht zu gänglich auf den Tisch gelegt”, so wird sich die Wahr-
werden, ausgesondert und exekutiert.” heit zwangsläufig durchsetzen.
Somit wurden von den aus dem Reich nach Riga de-
portierten Juden, jene mit dem Transport vom 27. Janu- Abkürzungen
ar 1941 nicht ausgenommen, lediglich “in einzelnen AGK Archiwum Glównej Komisji Zbrodni Przeci-
Fällen” mit ansteckenden Krankheiten Behaftete liqui- wko Narodowi Polskiemu Instytutu Pamieci
diert; eine Massenvernichtung dieser Juden erfolgte Narodowej (Archiv der Hauptkommission für
nicht. Betrachtet man die Lage vor diesem Hintergrund, die Untersuchung der Verbrechen gegen das
so spricht vieles für den Schluß, daß der Ausdruck polnische Volk, Institut des nationalen Geden-
“keine Liquidierung” sich auf diese einzelnen Tötungen kens), Warschau.
bezog, die Hitler also verbot. APMM Archiwum PaĔstwowego Muzeum na Majdan-
ku (Archiv des Staatlichen Majdanek-
Museums)
Schlußfolgerung APMO Archiwum PaĔstwowego Muzeum w OĞwiĊ-
Nach dieser wahren Niagaraflut von Betrügereien, cimiu (Archiv des Staatlichen Auschwitz-
die – um den Jargon der Autoren zu parodieren – “kon- Museums)
vergierend” auf die Vertuschung der Wahrheit abzielen, CDJC Centre de Documentation Juive Contemporai-
verleihen Shermer und Grobman unverfroren ihrer ne (Zeitgenössisches Jüdisches Dokumentati-
Hoffnung Ausdruck, daß ihr Buch onszentrum), Paris
“nicht nur eine umfassende und durchdachte GARF Gosudarstvenni Archiv Rossiskoi Federatsii
Antwort auf sämtliche Thesen derer darstellt, die (Staatliches Archiv der Russischen Föderati-
den Holocaust leugnen, sondern auch mit aller on), Moskau
Klarheit die Konvergenz der Beweise darlegt, dank NA National Archives, Washington D.C.
denen wir wissen, daß der Holocaust (oder jedes be- RGVA Rossiiskii Gosudarstvennii Vojennii Archiv
liebige andere Ereignis der Geschichte) geschehen (Staatliches Russisches Kriegsarchiv), früher:
ist.” (S. 259) TCIDK - Tsentr Chranenija Istoriko-
Was die beiden wirklich geliefert haben, ist eine di- dokumental’nich Kollektsii, (Zentrum zur Auf-
lettantische und konfuse Antwort auf einen kleinen Teil bewahrung historisch-dokumentarischer
der Argumente eines kleinen Teils der revisionistischen Sammlungen), Moskau
Forscher, und was sie vorgelegt haben, ist ganz offen- ROD Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie
kundig nichts weiter als eine Konvergenz von logischen (Staatliches Institut für Kriegsdokumentation),
Kurzschlüssen, Auslassungen und willkürlichen Deu- Amsterdam
tungen, welche die völlige Haltlosigkeit der “Beweise” WAPL Wojewódzkie Archiwum Pastwowe w Lubli-
für den Holocaust belegen. nie (Staatliches Provinzarchiv Lublin)
Was das Autoren-Tandem widerlegt hat, ist nicht der
historische Revisionismus, sondern bloß eine lächerli- Anmerkungen
che Parodie desselben. Shermer und Grobman haben ih- 1
J. Graf, C. Mattogno, KL Majdanek. Eine historische und technische Stu-
re eigenen methodischen zehn Gebote zum Gespött ge- die, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings, Großbritannien, 2004.
2
macht, indem sie bei der Auswahl der behandelten hi- Ebenda, Kap. VI, “Die Gaskammern”, S. 121-163.
3
Ebenda, VI.2., “Planung, Bau und Zweck der Gaskammern”, S. 132-141.
storischen Fakten Willkür walten ließen, unüberprüfte 4
Ebenda, VI.3., “Die Verwendung der Gaskammern zum Zweck der Men-
Quellen benutzten, kritiklos bei anderen Verfassern ab- 5
schentötung”, S. 141-158.
Concentration Camp Majdanek. A Historical and Technical Study. The-
schrieben und nie versuchten, ihre eigenen Thesen zu ses & Dissertations Press, Chicago, Juni 2003.
hinterfragen, sondern lediglich nach Beweisen suchten, 6
J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 1), S. 157. Das Zitat stammt aus J.-C.
die ihre Ansichten erhärteten, niemals aber nach Ge- Pressacs Artikel “Les carences et incohérences du rapport Leuchter”, in
Journal J, Dezember 1988, S. IX.
genbeweisen; indem sie sich ferner eine rein fiktive 7
Ebenda, Foto XXI auf S. 317.
“Konvergenz der Beweise” aus den Fingern sogen und 8
J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 6).
9
schließlich ihre Schlußfolgerungen ihren persönlichen Richtig wäre “der Wäscherei”.
10
Cz. Rajca, “Eksterminacja bezpoĞrednia”, in: T. Mencel (Hg.), Majdanek
Überzeugungen sowie ihren Vorurteilen anpaßten. 1941-1944. Wydawnictwo Lubelskie, Lublin, 1991, S. 270.
In einem Punkt haben die beiden freilich vollkom- 11
J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 1), Foto X auf S. 307).
12
men Recht. Sie schreiben (auf S. 17), daß die Wahrheit Von mir im Juni 1997 gesehenes und fotografiertes Schild.
13
J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 1), 149-152.
stets obsiege, “wenn die Beweise für jedermann zu- 14
Nur eine der beiden Türen (die auf der Südseite) geht nach innen auf; au-
gänglich auf den Tisch gelegt werden”. ßerdem besaßen, worauf ich bereits hingewiesen habe, die gasdichten Tü-
Dies gilt ganz besonders für die beiden Verfasser ren keine “Schlösser”, sondern Hebelverschlüsse (jede Tür der Kammer
IV hatte drei davon). Vgl. die diesbezüglichen Farbfotos ebenda, Bildteil
selbst, die, wie alle Schreiberlinge ihres Schlages, auf ohne Seitennumerierung.
15
die Unwissenheit ihrer Leser bauen: Werden die Bewei- 16
www.ntskeptics.org/2002/2002december/shermergeivett.jpg
Der Plan ist abgebildet bei J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 1), Doku-
se für ihre Mogeleien erst einmal “für jedermann zu-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 309


Carlo Mattogno, “‘Leugnung der Geschichte’? – Leugnung der Beweise!, Teil 2”, S. 291-310

ment 31, S. 290. nalsozialistische Politik der Judenauswanderung”, S. 223-251.


17 53
Siehe die Farbfotos dieser Räume in meinem Artikel “Auschwitz: The Ebenda, S. 302-306.
54
Samuel Crowell Bomb Shelter Thesis: A Historically Unfounded Hypo- NG-2586-G, S. 5 des Originals.
55
thesis”, online: www.vho.org/GB/c/CM/Crowell-final-eng.html. Ebenda, S. 8 des Originals.
18 56
Der Apparat zur Messung von Zyklon B-Rückständen hieß Gasrestnach- Zum Text des Dokuments sowie seinem historischen Hintergrund siehe
weisgerät für Zyklon B und war ein Kasten mit Chemikalien und Indika- C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 52), S. 241-242ff.
57
torpapier. Siehe die Beschreibung sowie Fotografie eines solchen Appa- Der deutsche Historiker Peter Witte, von dem Shermer und Grobman die-
rats in meiner Studie “Auschwitz: Das Ende einer Legende”, in: H. Ver- se Information haben.
58
beke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1995, S. 147, 153, Max Domarus, Hitler Reden und Proklamationen 1932-1945, R. Löwit,
155. Wiesbaden 1973, Band II, Erster Halbband, S. 1058.
19 59
Die Tür wurde vom Verfasser 1997 untersucht und fotografiert. Der in Ebenda, Band II – Zweiter Halbband, S. 1663.
60
Anmerkung 17 zitierte Artikel enthält ein Farbfoto dieser Tür (Bild 8 und Ebenda, Band II – Zweiter Halbband, S. 1828-1829.
61
9, Vergrößerung). Ebenda, S. 1844.
20 62
J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 1), Kap. VIII, “Die Zyklon-B Lieferun- H. Picker, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier, Wilhelm
gen an das KL Majdanek”, S. 199-214. Goldmann Verlag, München 1981, S. 449.
21 63
Ebenda, S. 149. An Ort und Stelle vom Verfasser vorgenommene Unter- Max Domarus, aaO. (Anm. 58), Band II, Zweiter Halbband, S. 1920.
64
suchung sowie bestätigender Brief der Direktorin des Archivs des Ma- Ebenda, S. 1937.
65
jdanek-Museums an C. Mattogno, datiert auf den 30.1.1998. Ebenda, S. 1992.
22 66
Vom Verfasser an Ort und Stelle vorgenommene Messungen. Joseph Billig, La solution finale de la question juive. Hgg. von Serge et
23
H. Maršálek, Die Geschichte des Konzentrationslager Mauthausen. Do- Beate Klarsfeld, Paris 1977, S. 51.
67
kumentation. Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, Wien, Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen
1980, S. 211. Militärgerichtshof, Nürnberg 1948, vol. XXIX, S. 415f.
24 68
H. Maršàlek, Die Vergasungsaktionen im Konzentrationslager Mauthau- Ebenda, S. 503.
69
sen. Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, Wien, 1988, S. 10. Martin Broszat, “Hitler und die Genesis der ‘Endlösung’. Aus Anlaß der
25
“KL Sachsenhausen: Stärkemeldungen und ‘Vernichtungsaktionen’ 1940 Thesen von David Irving”, in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Nr.
bis 1945”, in Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 7(2) 25/4, 1977, S. 748f.
70
(2003), S. 173-185. Faschismus – Getto – Massenmord, Röderberg-Verlag, Frankfurt/Main,
26
www.fasspr.com/fsb/images/AlexGrobman.jpg 1960, S. 252.
27 71
1937 und 1940-1944. Konzentrationslager Buchenwald. Bericht des in- Eine unverkennbare Anspielung auf den – später vom Führer gutgeheiße-
ternationalen Lagerkomitees Buchenwald, Weimar, ohne Jahresangabe, nen – Vorschlag des SS-Sturmbannführer Carltheo Zeitschel vom 22.
S. 84-85. August 1941, die “Judenfrage” dadurch zu lösen, daß man die im deut-
28
G. Neuhäusler, Wie war das im KZ Dachau?, Karmel Heilig Blut schen Herrschaftsbereich befindlichen Juden in die besetzten Ostgebiete
Dachau, München, ohne Jahresangabe, S. 26. abschiebe.
29
H. Maršálek, Mauthausen, La Pietra, Milano, 1977, S. 121-123. C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 52), S. 228-230.
30 72
G. Reitlinger, La soluzione finale, Il Saggiatore, Milano 1965, S. 555. M. Broszat, aaO. (Anm. 69), S. 749f.
31 73
C. B. Browning, “La décision concernant la solution finale”, in Ebenda, S. 750.
74
L’Allemagne nazie et le génocide juif, Gallimard-Le Seuil, Parigi, 1985, Ebenda, S. 751.
75
S. 198. Ebenda, S. 758.
32 76
T-1209. R. Manvell, H.Fraenkel, Goebbels eine Biographie, Verlag Kiepenheuer
33
PS-709; NG-2586-F. & Witsch, Köln-Berlin, 1960, S. 256.
34 77
C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 52), Kap. VII, S. 253-289. Siehe hierzu C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 52), S. 291-306.
35 78
“Richtlinien für die Führung der Wirtschaft in den besetzten Ostgebieten” Dr. Józef Kermisz, Dokumenty i materiaáy do dziejów okupacij niemiek-
(Grüne Mappe), Berlin, September 1942. EC-347. IMG, Bd. XXXVI, S. kiej w Polsce, Tom II, “Akcje” i “Wysiedlenia”. Varsavia-àódĨ-Cracovia
348. 1946, S. 10.
36 79
Wolfgang Benz, Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Ebenda, S. 11.
80
Opfer des Nationalsozialismus, R. Oldenbourg Verlag, München, 1991. Ebenda, S. 15.
37 81
Walter N. Sanning, The Dissolution of Eastern European Jewry, Institute Ebenda, S. 46.
82
for Historical Review, Torrance, Kalifornien, 1983. Ausgenommen einer geringen Zahl von Juden, die zur Aufrechterhaltung
38
G. Rudolf, “Holocaust Victims: A Statistical Analysis. W. Benz and des Lagerbetriebs erforderlich waren.
83
W.N. Sanning – A Comparison”, in G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Józef Kermisz, ebenda, S. 32f.
84
Holocaust. The Growing Critique of “Truth” and “Memory”, 2. Aufl., Martin Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz. Autobiographische
Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S. 183-216. Aufzeichnungen des Rudolf Höß, Deutscher Taschenbuch Verlag, Mün-
39
Ebenda, S. 203. chen 1981, S. 157.
40 85
Ebenda, S. 205-206. PS-1919. Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem interna-
41
R. Hilberg, La distruzione degli Ebrei europei, Einaudi, Torino, 1995, S. tionalen Militärgerichtshof, Norimberga, 1948, Band XXIX, S. 145.
86
1318. C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 52), Kap. IX, “Durchgangslager
42
F. Piper, Die Zahl der Opfer von Auschwitz, Verlag des Staatliches Mu- Treblinka”, S. 341-372. Laut dem Stroop-Bericht wurden bei der Nieder-
seum in OĞwiĊcim, 1993, S. 202. schlagung des Warschauer Ghetto-Aufstandes (April 1943) 7.564 jüdi-
43
Es stimmt zwar, daß in der polnischen Geschichtsschreibung nie behaup- sche Widerstandskämpfer an Ort und Stelle getötet. Ebenda, S. 352f.
87
tet wurde, die angeblichen vier Millionen Auschwitz-Opfer seien alle Ju- G. Rudolf, Vorlesungen über den Holocaust, Castle Hill Publishers, Ha-
den gewesen. Doch die Zeugen, z.B. H. Tauber, sprachen von vier Mil- stings, Kapitel 4.1., im Druck.
88
lionen “Vergasten”, und vergast worden sollen praktisch nur Juden sein. Bradley F. Smith, Agnes F. Peterson (Hg.), Heinrich Himmler. Geheim-
44
R. Hilberg, aaO. (Anm. 41), S. 1317. reden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen, Propyläen Verlag, Frank-
45
NO-5196, S. 4. furt 1974, S. 200.
46 89
S. Klarsfeld, Le mémorial de la déportation des Juifs de France, Edité et Siehe D. Irving, La guerra di Hitler, Edizioni Settimo Sigillo, Roma
Publié par Beate et Serge Klarsfeld, Parigi, 1978, S. 10 (meine Seitennu- 2001, S. 539f.
90
merierung). H. Picker, aaO. (Anm. 62), S. 189 (24. Juli 1942).
47 91
“Statystyka ludnoĞci Īydowskiej w Polsce”, in Biuletyn Gáównej Komisji Ebenda, S. 340 (29. Mai 1942).
92
Badania Zbrodni Niemieckich w Polsce, I, 1946, S. 203. W. Jochmann (Hg.), Adolf Hitler. Monologe im Führerhauptquartier
48
NG-2586-G. Fotografie des Originals in R.M. Kempner, Eichmann und 1941-1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, Knaus, Hamburg 1980,
Komplizen, Europa Verlag, Zürich-Stuttgart-Wien 1961, S. 133-147. S. 241: “Der Jude muß aus Europa hinaus!”, 27.1.1942.
49 93
Ebenda, S. 3 des Originals. Documents on German Foreign Policy 1918-1945, Series D, Vol. X,
50
Ebenda, S. 4 des Originals. London, 1957, S. 484.
51 94
Ebenda, S. 4 des Originals. PS-4025.
52 95
Siehe C. Mattogno, J. Graf, Treblinka. Vernichtungslager oder Durch- RGVA, 500-4-92, S. 64.
gangslager?, Castle Hill Publishers, Hastings 2002, Kap. VI: “Die natio-

310 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Don Heddesheimer, “ ‘Nichts ist erfunden’: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi”, S. 311-315

“Nichts ist erfunden”: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi


Von Don Heddesheimer

“Krushinsky und ich waren die ersten Korre- beschränkten sich bei weitem nicht auf Auschwitz oder
spondenten in Oswiecim gewesen, das damals noch den Holocaust. Als Propagandist verstand er es wie nur
seinen deutschen Namen – Auschwitz – trug. Wir wenig andere, die deutsche Barbarei zu brandmarken
waren nach dem Einmarsch unserer Truppen einge- und den sowjetischen Heroismus zu verherrlichen. Sei-
flogen worden und hatten dieses riesige Todeslager ne zahlreichen Kriegsschriften, veröffentlicht in der ein-
noch in beinahe funktionstüchtigem Zustand gese- flußreichsten Zeitung der UdSSR, waren nicht nur ein
hen. […] Als Sergei Krushinsky und ich Birkenau Musterbeispiel für die sowjetische Propaganda, sondern
erreichten, waren alle Gebäude dieses falschen Ei- übten direkten Einfluß auf das Verhalten der Sowjet-
senbahnknotenpunkts und die Gaskammern in die menschen aus. Ziel dieses Artikels ist es, dem Leser die
Luft gesprengt worden, und nur ein Gewirr von Zug- Gestalt Boris Polevois, seine Schriften sowie gewisse li-
schienen war noch übrig. Ein gewöhnlicher Fahr- terarische Techniken näherzubringen, welche den Ef-
plan ragte aus den Haufen zertrümmerten Betons: fekt seiner Publikationen steigerten.
‘Zugabfahrten nach Wien […] Belgrad […] Paris
[…] Mailand […] ‘ Wir trafen einen polnischen Par- Ein Leben für die Sowjetunion
tisanen, der eine Eisenbahneruniform sowie eine Nur wenige Berichterstatter des Zweiten Weltkriegs
viereckige Mütze trug und russisch konnte. Er er- verstanden ihr Handwerk so gut und waren dermaßen
zählte uns von allem, was hier vorgegangen war. Er einflußreich wie Boris Nikolajewitsch Kampov (1908-
zeigte uns das in Trümmern liegende sogenannte 1981), der unter dem Pseudonym Boris Polevoi schrieb.
Badehaus und graue Kügelchen einer Substanz, die Kampov, Sohn eines Arztes, war jüdischer Abstam-
mit steinernen Fragmenten vermengter Kohlenasche mung und kam in Moskau zur Welt. Als junger Autor
glich. Dies war Asche, menschliche Asche aus den legte er genügend Talent an den Tag, um in eine aus-
Öfen, den ‘Feuerplätzen’, wie man sie hier nannte. gewählte Gruppe sowjetischer Schriftsteller aufgenom-
Sie knirschte recht seltsam, als stöhne sie vor men zu werden, die von Maxim Gorki unter seine Fitti-
Schmerz und bitte um Vergeltung.”1 che genommen wurden.6 Doch erst im Zweiten Welt-
Diese emotionsgeladenen Worte, mehr als 30 Jahre krieg wurde er in der ganzen UdSSR berühmt. Vom
nach dem Zweiten Weltkrieg niedergeschrieben, stam- Winterkrieg gegen Finnland (1939-1940) bis zum Fall
men von dem sowjetischen Journalisten Boris Polevoi.2 Berlins stand Polevoi als Frontberichterstatter der
Dieser war in der UdSSR weiland ein gefeierter Autor; Prawda in vorderster Linie, wobei er zuletzt den Rang
heute ist er Revisionisten noch als Verfasser einer der eines Oberstleutnants der Roten Armee bekleidete. Er
ersten Berichte über Auschwitz nach dessen Einnahme verbrachte sechs Monate in Stalingrad und war zuge-
durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 bekannt. gen, als General von Paulus sein Hauptquartier im Kel-
Dank den Forschungen von Faurisson,3 Walendy und ler eines Geschäftshauses verließ und sich ergab. Pole-
anderen weiß man nun, daß sich seine am 2. Februar in voi berichtete über den Vormarsch der Roten Armee
der Prawda erschienene Beschreibung des Lagers dra- von Charkow durch Bessarabien und Polen bis ins Herz
stisch von der späteren Darstellung in der orthodoxen Deutschlands. Als sich amerikanische und sowjetische
Geschichtsschreibung unterschied. Polevoi schilderte, Truppen an der Elbe begegneten, war Polevoi dabei,
wie die Auschwitz-Häftlinge nicht in Gaskammern,4 und er besuchte Hitlers unterirdischen Bunker in Berlin,
sondern auf einem elektrifizierten Fließband ausgerottet während in der deutschen Hauptstadt noch die Kämpfe
wurden, jeweils Hunderte auf einmal, und wie ihre Lei- tobten.7 Nach dem alliierten Sieg berichtete Polevoi als
chen dann in einen Feuerofen entladen wurden. Er be- Führer einer sowjetischen Journalistengruppe in seiner
richtete von riesenhaften Massengräbern, die mit wenig- Eigenschaft als Prawda-Sonderkorrespondent über den
stens vier Leichenschichten gefüllt waren. Auch erzählte Nürnberger Prozeß.
er von zinkverkleideten Bänken mit Riemen zum Fest- Polevois Bücher, Artikel und politische Kommentare
schnallen widerspenstiger Häftlinge, die man dann mit brachten ihm bereits vor Kriegsende eine internationale
Knüppeln aus den Dresdener Krupp-Werken totprügelte.5 Leserschaft ein. Sein Einfluß währte bis zu seinem Tod
Revisionistische Forscher haben ihre Aufmerksam- im Jahre 1981, als er Sekretär des mächtigen sowjeti-
keit hauptsächlich den Widersprüchen zwischen dieser schen Schriftstellerverbandes war. Im Verlauf seines
Darstellung und dem offiziellen Auschwitz-Bild ge- Lebens war er mit zahlreichen hohen Auszeichnungen
widmet. Natürlich sind solche Untersuchungen unge- bedacht worden: Er war Held der sozialistischen Arbeit,
mein wichtig, doch Polevois Aktivitäten als Journalist Stalinpreisträger für Literatur, erhielt drei Leninorden,

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 311


Don Heddesheimer, “ ‘Nichts ist erfunden’: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi”, S. 311-315

zwei Rote Banner, den Roten Stern sowie die Goldme- Reportage in Rot
daille des Weltfriedensrates. Bis zum heutigen Tag trägt Während des Krieges schrieb Polevoi tagebuchähn-
ein Handelsschiff seinen Namen;8 über ihn wurde eine liche Berichte über seine Tätigkeit als Prawda-
Oper komponiert,9 und zumindest einer seiner Bewun- Korrespondent bei der Roten Armee. Die Schilderung
derer ist noch heute Oberhaupt einer Nation: Fidel seiner eigenen Erlebnisse sowie seine Interviews mit
Castro, der eines der Bücher Polevois bei einem Treffen Soldaten und Zivilisten folgten stets stramm der Partei-
mit Leonid Breschnew gelobt hat.10 linie. Polevoi porträtierte die deutschen Invasoren als
technologisch hochentwickelte Barbaren, welche die
Gorkis Einfluß friedliebende UdSSR verräterisch und unprovoziert
Polevois Mentor Maxim Gorki (Alexei Maximo- überfallen und somit einen Krieg zwischen dem Guten
witsch Peschkow, 1868-1936), dessen Pseudonym “bit- – personifiziert durch die Völker der Sowjetunion – und
ter” bedeutet, war ein enger Freund Lenins gewesen. dem Bösen – verkörpert durch den “Nazifaschismus” –
Obgleich seine Einstellung gegenüber der Sowjetunion ausgelöst hatten. Was Polevois Schriften über die ande-
bisweilen zwiespältig war, mauserte er sich in seinen rer Autoren erhob, waren aber nicht abstrakte Propa-
letzten Lebensjahren zum engagierten Kommunisten. gandaklischees, sondern jene eindrücklichen, greifbaren
Gorki war die führende sowjetische Autorität für die und oft alltäglichen Details, die seinen Worten schein-
komplexe, außerordentlich bedeutsame Frage der Be- bare Glaubwürdigkeit und Emotionalität zugleich ver-
ziehung zwischen Politik und Literatur und das wichtig- liehen.
ste Bindeglied zwischen vorrevolu- Typisch für diese Art seiner Re-
tionärem und sowjetischem Schrift- portagen war Regimental Colors
tum.11 Sein Ziel bestand in der (Regimentsfarben),14 eine Erzäh-
Schaffung einer Literatur, welche lung, die 1945 in England erschien,
die Ideale der bolschewistischen aber jedenfalls schon vorher in der
Revolution ausdrücken und deren Sowjetunion publiziert worden war.
Ziele fördern sollte. Für ihn war Hier wird berichtet, wie acht Über-
“das Volk” und nicht die Religion lebende einer in der Schlacht aufge-
der einzige unversiegbare Quell riebenen Panzereinheit der Roten
geistiger Werte. Die von Gorki ge- Armee das Banner ihrer Abteilung
leitete sowjetische Schriftsteller- retteten und anschließend hinter der
schule strebte recht eigentlich da- Frontlinie als Partisanen weiter-
nach, eine Literatur zu schaffen, kämpften. Gestapoleute nahmen
welche die Massen mit einer Loya- drei von ihnen gefangen und ver-
lität und Hingabe gegenüber dem hörten sie, doch sie taten den Mund
Sowjetregime erfüllen sollte, wie nicht auf. Nachdem sie die sowjeti-
sie sie früher gegenüber der Religi- schen Helden entkleidet und der
on empfunden hatten:12 schneidenden Kälte des russischen
“Diese Auffassung vom Volk Boris Polevoi Winters ausgesetzt hatten, gossen
und dem neuen, kommunisti- die satanischen Nationalsozialisten
schen Rußland, in dem es lebte, erzeugte ein Gefühl Wasser über die Gefangenen, bis diese zu gefrorenen
für das Mutterland, das die Menschen dazu bewegen Statuen wurden. Welches Geheimnis nahmen sie mit in
konnte, für dieses in den Tod zu gehen.” ihren grausigen Tod? Das Versteck ihrer Fahne! Als
Gorki stellte diese Ziele in den zwanziger und drei- nächstes knüpften sich die bösen “Nazis” die Bauern
ßiger Jahren des 20. Jahrhunderts auf. Sie wurden von vor. Polevoi versichert seinen Lesern, sie hätten “ihre
vielen seiner Jünger verwirklicht und sollten in den dar- Leiber mit glühenden Eisen versengt, ihnen Nägel in
auf folgenden Jahrzehnten einen tiefen Einfluß auf die Arme und Beine getrieben, die Ohren abgeschnitten, die
Sowjetliteratur ausüben. Seine Schüler, so mahnte Gor- Nasen aufgeschlitzt und die Augen ausgedrückt”, doch
ki, sollten von den großen russischen Schriftstellern der “die Bauern starben lieber, als zu verraten, wo sich das
Vergangenheit lernen. Es ist ein schriftlicher Ratschlag Banner befand”. In der Tat fiel dieses den Deutschen
erhalten, den er Polevoi im Jahre 1928 erteilt hat. Darin nie in die Hände: Eine holde Kolchosen-Maid hatte es
kommentierte er ein Manuskript des jungen Autors in sauberes Linnen gehüllt und um ihren Leib gewun-
(vermutlich Die Fälscherwerkstatt) mit den Worten:13 den. Sie trug es Tag und Nacht bis zum Eintreffen sei-
“So wie ein Dreher Holz oder Metall formt, muß ner rechtmäßigen Träger, der Rotarmisten.
der Literat sein Material beherrschen: Sprache und Eine Prawda-Nummer15 erzählt dieselbe einfache
Worte.” Geschichte roter Loyalität und Heldengesinnung bei der
Verteidigung sowjetischer Ideale gegen das angebliche
Wüten der Nationalsozialisten. Doch die Prawda-

312 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Don Heddesheimer, “ ‘Nichts ist erfunden’: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi”, S. 311-315

Erzählung läßt Polevois Ziel erkennen, als Gorki-Jünger Moskauer Krankenhaus spricht ihm ein ebenfalls ver-
den religiösen Eifer des Volkes in leidenschaftliche wundeter Genosse, Kommissar Vorobyev, Trost zu. Der
Hingabe an das kommunistische Regime umzuwandeln. Kommissar berichtet Alexei von sozialistischen Helden,
Polevoi schildert, wie glühend die sowjetischen Leser welche ähnliche Prüfungen durchgemacht und es dann
die führende Sowjetzeitung zur Zeit der deutschen Be- zu hohen Positionen in der Partei gebracht haben.
setzung verehrten, und zitiert einen von ihnen wie folgt: Vorobyev macht seinen Einfluß geltend, um die Hei-
“In unserem Dorfe kursieren allerlei Legenden lung Alexeis sowie seine Rückkehr an die Front zu er-
über diese Zeitung. Es heißt, die Deutschen hätten möglichen. Der Pilot bekommt Fußprothesen angepaßt,
sie ins Feuer geworfen, doch sie habe nicht ge- lernt wieder gehen und – nicht minder wichtig – wieder
brannt; dann hätten sie sie in den Fluß geschleudert, fliegen. Er stößt zu seiner alten Einheit und fliegt von
doch sie sei nicht untergegangen. Nun wurden die neuem Kampfeinsätze. Im dramatischen letzten Kapitel
Deutschen wütend, zerknitterten sie, stopften sie in mißt er sich im Zweikampf mit einem Flieger vom
eine Granate und feuerten diese ab, doch ging die Richthofen-Geschwader, bei dem der Deutsche den
Zeitung nicht verloren, und nun gibt es Tausende kürzeren zieht, nicht der sowjetische Mann aus Stahl.
davon.” Der wahre Mensch ist in viele Sprachen übersetzt
So erweist sich in Polevois Erzählung eine einsame worden und hat Kommunisten überall auf der Welt be-
Prawda-Nummer als unzerstörbar und (im metaphori- flügelt. Eine sowjetische Literaturzeitschrift vermeldete,
schen Sinne) sogar imstande, sich von allein bis ins Un- nordvietnamesische Soldaten hätten handgeschriebene
endliche zu vermehren. Die Ironie, die darin lag, daß Kopien davon verteilt, und es heißt, ein Exemplar sei
ein Exemplar des weltweit mächtigsten Sprachrohres von einer Kugel durchbohrt und mit dem Blut eines
des dialektischen Materialismus sich wie ein Zauberge- griechischen Partisanen getränkt worden.18 Zum Pech
genstand in einem Märchen verhielt, wird wohl den al- für Polevois Glaubwürdigkeit erweckten die große Po-
lerwenigsten Lesern aufgefallen sein. pularität des Werkes sowie die dadurch hervorgerufene
Polevoi verstand es, im Dienste der sowjetischen Neugierde bei den Lesern den brennenden Wunsch,
Propaganda Rührseliges ebenso zu beschwören wie mehr über Alexei und Kommissar Vorobyev zu erfah-
Übernatürliches. Eine seiner Depeschen aus Berlin trug ren. Es gelang Polevoi zwar, einen Piloten aufzutreiben,
den Titel “Frontlinie an der Eisenstraße”; letztere be- der seine Füße verloren hatte, doch mußte er schließlich
schrieb er als von alten Birken umsäumte Allee, die einräumen, daß Kommissar Vorobyev ein Phantasie-
durch das Niemandsland verlief. Er meldete, ein kraus- produkt war.19
haariges deutsches Mädchen, nicht mehr als zwei oder
drei Jahre alt, sei mutterseelenallein und weinend zwi- Wahrscheinlichkeit und Hühnersuppe
schen den beiden Fronten hin- und hergeirrt. Es wurde Viele von Polevois Erzählungen beginnen mit Wor-
von einem Sowjetsoldaten gerettet, doch kaum hatte ten wie “Nichts ist erfunden worden”, oder “Alle Perso-
dieser den heroischen Akt vollbracht, streckte ihn die nen in diesem Buch haben wirklich gelebt”, oder “An
Kugel eines SS-Mannes nieder (eine Statue, welche an diesem Buch ist nichts Imaginäres”. In offenkundigen
diese behauptete Heldentat gemahnt, steht heute noch in Romanen würde man solche Einleitungen als literari-
Ostberlin). Nun gab und gibt es in Berlin zwar keine sche Kunstgriffe einstufen. Doch bei den Polevoi-
“Eisenstraße”, doch dieser kleine Schönheitsfehler wur- Reportagen, die Anspruch auf Realität erheben, bildet
de rund 30 Jahre später von den kommunistischen seine Aussage, er erzähle nichts als die reine Wahrheit,
DDR-Behörden berichtigt, die entschieden, Polevoi ha- die Grundlage für eine konkret und wirklichkeitsgetreu
be tatsächlich die “Elsenstraße” gemeint, und das “l” anmutende Schilderung ihm bekannter Personen und
auf dem Straßenschild müsse von einer Kugel getroffen von ihm erlebter oder gehörter Dinge. Polevoi erzählt
worden sein, so daß es wie ein “i” aussah.16 Wie es auch seinen Lesern, wie, wo und wann er die – echten und
immer um den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte be- erfundenen – Heroen seiner Berichte getroffen hat. Er
stellt sein mag, jedenfalls stellt sie das wirkliche Ver- läßt bei der Wiedergabe seiner Szenen prosaische Ge-
halten der Sowjettruppen gegenüber den deutschen Zi- nauigkeit walten. Was darauf folgt – eine Greueltat, ein
vilisten auf den Kopf. Epos von rotem Heldenmut oder ein fiktiver Kommissar
Polevois erfolgreichste und meistgelesene Erzählung –, wird glaubhaft, weil es sich scheinbar natürlich aus
war Der wahre Mensch.17 Sie diente als Grundlage für den gewöhnlichen, konkreten Details entwickelt hat, die
eine Prokofjew-Oper sowie einen populären sowjeti- den Anstoß zu ihm bildeten. In diesen Polevoi-Schriften
schen Film und brachte ihrem Verfasser 1951 den Sta- walten Kommissar Vorobyev, eine Prawda-Nummer,
lin-Preis ein. Held dieses halbdokumentarischen, da- die Regimentsflagge, um deretwillen Deutsche foltern
mals als “Sachbuch” bezeichneten Romans ist Alexei, und Sowjets sterben, die nicht existierende Berliner
ein Sowjetpilot, der hinter den feindlichen Linien abge- Straße, wo ein Rotarmist sein Leben opfert, um ein
schossen wurde und durch Wundbrand beide Füße ver- deutsches Mädchen zu retten, sowie die Menschenasche
liert, ehe er von Partisanen gerettet wird. In einem in Auschwitz, die knirscht, als stöhne sie und bitte sie

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 313


Don Heddesheimer, “ ‘Nichts ist erfunden’: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi”, S. 311-315

um Rache, allesamt als Kennzeichen der Wahrhaftig- endgültige Abrechnung: Nürnberger Tagebücher) be-
keit, obgleich ihre Botschaft durch und durch emotions- ruht auf seinen Prozeßaufzeichnungen, enthält herzzer-
befrachtet ist. reißende Beschreibungen, die liebevolles Mitgefühl für
Polevoi baut seine Erzählungen sorgsam so auf, daß die Opfer verraten, und inzwischen gründlich diskredi-
sie beim Leser ein Höchstmaß an Gefühlswallungen tierte Schauergeschichten wie die von der angeblich
hervorrufen. Man nehme als Beispiel seine simple von den Deutschen hergestellten “Seife aus Menschen-
Schale Hühnersuppe. Die meisten Leuten mögen sich ja fett” oder von einem menschlichen Kopf, der in einem
vage bewußt sein, daß Hühnersuppe aus Hühnern ge- Konzentrationslager geschrumpft und zum Dekorati-
macht wird und daß jede Hühnersuppe vom Leben und onsobjekt gemacht worden sein soll. Man beachte die
Sterben eines Huhnes kündet. In Der wahre Mensch Detailtreue, mit der Polevoi diesen Kopf beschreibt:22
bekommt der Held Alexei hinter den feindlichen Linien “Ein menschlicher Kopf stand auf einem elegan-
von einer alten Frau in einem Dorf Hühnersuppe ser- ten Marmorsockel unter einer Glasglocke. Jawohl,
viert. Polevoi webt eine rührende Episode ein: Die ein menschlicher Kopf mit langem, zurückgekämm-
Deutschen haben die ganze Familie erschossen, außer tem Haar, der auf unbegreifliche Art auf das Format
einem Huhn. Dieses versteckt sich immer, wenn die einer großen Faust geschrumpft war. Offensichtlich
Deutschen auftauchen, auf einem Dachboden und erhält handelte es sich um eines der von den monströsen
deshalb von den Dorfbewohnern den Spitznamen ‘Kunsthandwerkern’ in einem Konzentrationslager
“Partisanka”. Um Alexei eine Hühnersuppe aufti- hergestellten Ornamente und Ziergegenstände, die
schen zu können, muß die alte Frau prominenten Besuchern vom
Partisanka schlachten. Somit wird die Lagerkommandanten gezeigt wurden.
Verabreichung von Hühnersuppe an Wenn ein Häftling dem – männlichen
einen Soldaten Anlaß zu einem Opfer, oder weiblichen – Gast unangenehm
wenn nicht gar zu einem Sakrament. auffiel, wurde er getötet; man zog
mittels irgendeiner Technik Gehirn und
Greuelgeschichten Knochenteile via Hals aus dem Kopf,
ließ den Kopf irgendwie schrumpfen,
Im Licht des bisher Gesagten stopfte ihn aus und stellte ihn als Statue
wirken die von Polevoi und vielen oder Ornament auf.”
anderen Propagandisten erzählten Ge- Polevoi bereicherte die albernen
schichten über deutsche Greueltaten Seifen- und Menschenkopfgeschichten
recht durchsichtig. Beispielsweise um phantasievolle Varianten:22
reicht es Polevoi nicht, zu berichten, “Auf Anweisung des Staatsanwalts
daß die Deutschen die Universität von wurden alle Tücher von den Ständen
Charkow für ihre Truppen requiriert und Tischen entfernt. Wir sahen eine
haben. Er behauptet, sie hätten die Ge- Auswahl menschlicher Haut in ver-
bäude in Schweineställe verwandelt schiedenen Stadien der Verarbeitung:
und die Parkettböden mit Stroh und Frisch abgezogene, von Fleisch
Exkrementen bedeckt.20 Im gleichen “Notizbuch eines gesäuberte, gegerbte sowie schließlich Lederartikel
sowjetischen Kriegskorrespondenten”, in dem sich die – elegante Damenschuhe, Handtaschen, Geldbeu-
Horrormeldung über Charkow befindet, erwähnt Pole- tel, Notizbücher und sogar Jacken. Schachteln mit
voi eine Schule in Moldawien, welche die Deutschen zu verschiedenen Arten von Seife lagen ebenfalls auf
einem Stall umfunktioniert hätten; im Schulhof hätten den Tischen: Gewöhnliche Seife, Haushaltsseife,
sie einen Schießstand aufgebaut, zum Ulk mit den Babyseife, Industrieseife sowie duftende Toiletten-
Schulglobussen Fußball gespielt, wobei sie “den Sprit seife in ansprechenden farbigen Verpackungen.”
aus Gläsern mit zoologischen Ausstellungsstücken tran- Nürnberger Tagebuch ist ein leicht lesbares Buch
ken und Schweinefleisch auf einem Feuer aus Schulbü- und gibt den Geist der Prozesse zweifellos realistisch
chern rösteten.”21 wieder. Doch wie Polevoi in einer kurzen Einleitung
Es versteht sich von selbst, daß Polevoi in Nürnberg schreibt, ging es ihm nicht zuletzt um die Bekämpfung
in seinem Element war, denn dort wurde demselben des aufkommenden Revisionismus:23
verleumderischen Unsinn, den er für das sowjetische “Unlängst begannen im Westen Bücher zu er-
Publikum verzapft hatte, von den alliierten Richtern die scheinen, deren Verfasser Zweifel an der Gerechtig-
Weihe der Offizialität verliehen. Er gehörte zu den be- keit des Internationalen Militärgerichts säten und
kanntesten Schreibern unter dem ganzen sowjetischen den Prozeß sogar zu einem historischen Fehler er-
Journalistenkorps, zu dessen Mitgliedern auch der be- klärten.”
rüchtigte Ilja Ehrenburg zählte. Sein später erschienenes
Buch The Final Reckoning: Nuremberg Diaries (Die

314 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Don Heddesheimer, “ ‘Nichts ist erfunden’: Kriegsjournalismus von Boris Polevoi”, S. 311-315

“Prüfe meine Worte doch nach” 12


tellectual Life, New York, Random House 1966.
Otto Hoetsch, The Evolution of Russia, Thames and Hudson, London
Der junge Boris Nikolajewitsch Kampov wird den 1966, S. 196f.
Namen Polevoi vermutlich in Erinnerung an den im 19. 13
I. Weil, Gorky[…] , aaO. (Anm. 11), S. 116.
14
Jahrhundert lebenden klassischen russischen Schriftstel- B. Polevoi, To the Last Breath, Hutchinson and Co., New York 1945. Pi-
kanterweise wurde dieses Buch von der Library of Congress als “Sach-
ler Nikolai Polevoi gewählt haben. Dieser schrieb Ro- buch” eingestuft.
mane, die auf berühmten historischen Ereignissen fuß- 15
Ebenda, S. 46.
16
ten, wobei er manche Tatsachen abänderte oder verzerr- S. Dagulov, “Boris Polevoy: New Works”, Soviet Literature, Februar
1980.
te, um sie ins Prokrustesbett seiner Erzählung einzwän- 17
Auf Englisch erstmals als A Story about a Real Man 1952 von Foreign
gen zu können. In der Einleitung zu An Oath at the Ho- Languages Publishing House, Moskau, veröffentlicht. 1970 von Green-
ly Sepulcher (Ein Schwur am Heiligen Grab), einem wood Press, Westport, Connecticut nachgedruckt; dt.: Der wahre
Mensch, Sachsenverlag, Dresden 1950.
1832 veröffentlichten historischen Roman, kommt es zu 18
Soviet Literature, Band 4. Foreign Languages Publishing House, Moskau
folgendem imaginären Wortwechsel zwischen dem er- 1968, S. 152-156.
19
sten der beiden Polevois und seinem Leser: Ebenda, S. 154.
20
B. Polevoi, From Beograd to the Carpathians: From a Soviet War Cor-
“Leser: ‘Sollen wir alles glauben, was Du uns respondent’s Notebook, Hutchinson and Company Ltd., New York 1945.
berichten wirst? Du behauptest, eine wahre Ge- Das betreffende Kriegstagebuch deckt den Zeitraum vom August 1943
bis zum April 1944 ab.
schichte zu erzählen, doch vielleicht wird sich alles 21
Ebenda, S. 144.
als Erfindung erweisen.’ 22
B. Polevoi, aaO. (Anm. 1), S. 112.
23
Nikolai Polevoi: ‘Wo liegt denn das Problem? Ebenda, S. 53.
Prüfe meine Worte doch nach.’”
Diesen Rat des echten Polevoi sollte man unbedingt
beherzigen: Er gilt nämlich nicht nur für die Schriften
des kommunistischen Journalisten und Romanciers, der
sich seinen Namen zulegte, sondern auch für viele ande-
re Kriegschronisten – vergangene, gegenwärtige und
zukünftige.

Anmerkungen
Zuerst erschienen als ““Nothing Has Been Invented”: The War Journalism of
Boris Polevoy” im Journal of Historical Review 21(1) (2002), S. 23-28; aus
dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.
1
Boris Polevoi, The Final Reckoning: Nuremberg Diaries. Progress Pu-
blishers, Moskau 1978, S. 113, 161; dt.: Nürnberger Tagebuch, Verlag
Volk und Welt, Berlin 1971.
2
Im englischen Text “Polevoy” geschrieben.
3
Vgl. R. Faurisson, “Entdeckung oder “Wiederentdeckung”“, VffG, 2(3)
(1998), S. 224-226.
4
Der Artikel erwähnt freilich “Gaskammern” im “östlichen Lagerteil” (al-
so nicht in Birkenau!), ohne sie näher zu beschreiben. Anmerkung des
Übersetzers.
5
http: www.fpp.co.uk/Auschwitz/docs/Prawda020245.html.
6
Vadim Kozhevnikov, “In Memoriam, Boris Polevoy”, in: Soviet Litera-
ture, November 1981, S. 189-191.
7
B. Polevoi, aaO. (Anm. 1), Klappentext.
8
Die Boris Polevoi, ein Schiff der Metz Container Line, die Büros in Bei-
rut, Montreal, Ägypten, Rumänien, Großbritannien und anderswo unter-
hält.
9
David Finko, That Song, Oper in einem Akt. Finko, ein russisch-jüdischer
Emigrant, unterrichtete Musik an mehreren US-Universitäten, darunter
Yale, der University of Pennsylvania und der University of Texas.
10
“Conversation with Comrade Fidel, February 20, 1974”.
http://lanic.utexas.edu/la/cb/cuba/castro/1974/19740220.
11
Irwin Weil, Gorky, His Literary Development and Influence on Soviet In-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 315


Alfons Bauer, “Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus”, S. 316-320

Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus


Von Mag. Alfons Bauer

Am 26. August 1994 schrieb der “Alt-Nazi-Jäger” richtshofes, beim Justizminister, bei Chefredakteuren,
Dr. h.c.mult. Dipl.-Ing. Simon Wiesenthal einen Brief kurz: bei vielen, die in Österreich etwas zu sagen und
an den österreichischen Justizminister Nikolaus Micha- entscheiden hatten.
lek (Eine Kopie davon sandte er an Reuter um 7:00:12 Wie war Lüftl dazu gekommen, solche Aktivitäten
PDT). Darin beklagte er die Einstellung des Verfahrens zu setzen?
nach §3g Verbotsgesetz gegen Walter Lüftl. Ihm war bekannt geworden, daß eine gewisse Lobby
Das österreichische Verbotsgesetz ist ein menschen- auch in Österreich ein sogenanntes “Haßgesetz” er-
rechts- und verfassungswidriges Sondergesetz zur Un- zwingen wollte. Ein Gesetz, nach dem derjenige bestraft
terdrückung jedweder nationaler Opposition, das heut- werden sollte, “der die Tatsache leugnet, daß in den
zutage mit Vorliebe zur Unterdrückung der Forschung deutschen Konzentrationslagern Millionen von Juden
über die historische Wahrheit angewendet wird. vergast worden sind.”
Wiesenthal wörtlich: Lüftl ging es vorerst nicht darum, die Fakten zu prü-
“Das ist ein großer Sieg für diejenigen, die den fen, sondern bloß darum, dagegen aufzutreten, für künf-
Holocaust leugnen in den USA und anderen Län- tige Gerichtsverfahren “Tatsachen” festzuschreiben, für
dern”. die erst im Gerichtsverfahren Beweis erhoben werden
Er forderte eine Wiederaufnahme des Verfahrens sollte. Insbesondere trat er dagegen auf, daß “die von
gegen Lüftl. Die Einstellung des Verfahrens schaffe den den Zeitzeugen belegten Greuel” nicht durch Sachver-
Eindruck, “die österreichische Justiz sei der Meinung, ständigenbeweis widerlegt werden könne.
daß es keine Vergasungen gegeben habe”. Es war ja gesicherte Rechtsprechung in Österreich,
Schon am 15. Juni 1994 hatte laut Bericht der Wie- daß Sachverständigengutachten nicht durch Zeugenaus-
ner Zeitung ein Dr. Wolfgang Neugebauer vom DÖW sagen widerlegt werden können, sondern daß ein Sach-
(“Dokumentationsarchiv des österreichischen Wider- verständigengutachten so beschaffen sein müsse, daß
standes”) beklagt, das Gericht danach die Glaubwürdigkeit von Zeugen-
“daß ein schwerer Rückschlag bei der Bekämp- aussagen überprüfen könne.
fung der Leugnung des Holocaust eingetreten ist und Er hatte deswegen auch zwei Fachartikel im Amts-
ein Freibrief für alle zukünftigen Holocaust-Leugner blatt der Bundesingenieurkammer Konstruktiv verfaßt,
ausgestellt worden sei. ohne allerdings das wahre Thema explizit zu erwäh-
Die Verfahrenseinstellung verifiziere den Inhalt nen.2 Er war nämlich als routinierter Gerichtssachver-
des ‘Gutachtens’ und bestätige, daß dieses eine ‘se- ständiger und designierter künftiger Präsident des
riöse wissenschaftliche Arbeit sei.’”1 Hauptverbandes der allgemein beeideten gerichtlichen
Was war geschehen? Sachverständigen Österreichs in Sorge, daß er oder sei-
Der damalige Präsident der österreichischen Bun- ne Kollegen sich etwa in einem Verfahren gegen einen
desingenieurkammer – eine Körperschaft öffentlichen “leugnenden Revisionisten” bei wahrheitsgemäßen
Rechtes als Standesvertretung aller freiberuflich tätigen Gutachten dann gleich zum Angeklagten auf die Ankla-
akademisch gebildeten Architekten und Ingenieure – gebank setzen müßten.3 Es war ihm nämlich schon nach
Baurat h.c. Dipl.-Ing. Walter Lüftl, ein hochangesehe- kürzester Zeit klar geworden, daß da vieles, das als “no-
ner und fachlich unbestrittener Zivilingenieur und all- torisch und offenkundig” galt, bei Betrachtung unter
gemein beeideter gerichtlicher Sachverständiger, hatte wissenschaftlichen und technischen Kriterien nur bloße
es gewagt, nach erheblichen Zweifeln an einigen “noto- Märchen sein konnten. Bei unbefangenen Technikern
rischen und offenkundigen Tatsachen” der “Zeitge- ist das Aha-Erlebnis bei der Beschäftigung mit dem Ho-
schichte 1933-1945” diese Zweifel zu Papier zu bringen locaust ja nur eine Frage von Minuten! Die “Zeitzeugen
und einer Reihe von “Meinungsführern” Österreichs zur für die Greuel” hatten häufig geflunkert und gelogen,
Kenntnis zu bringen. Er hatte keineswegs revisionisti- daß sich die Balken bogen.
sche Propaganda betrieben, nein, er hatte im Stillen Da die angesprochenen “Meinungsführer” skeptisch
Beweise vorgelegt, hatte mit technischen und wissen- reagierten, begann Lüftl mit Kurzdarstellungen (Dis-
schaftlichen Fakten interveniert. Beim Vorsitzenden des kussionsbeitrag eines Abgeordneten des österreichi-
Justizausschusses, bei Klubobmännern (Fraktionsvor- schen Nationalrats: “Sie können mir schon was schik-
sitzenden) von Nationalratsfraktionen, bei Abgeordne- ken, aber mehr als zwei Seiten lese ich nicht”) zu den
ten zum Nationalrat, beim Präsidenten des Obersten Ge- Kernfragen des Holocaust: Anwendung des Zyklon B;
richtshofes, bei Senatspräsidenten des Obersten Ge- sind Dieselauspuffgase in 32 Minuten tödlich?4 Sind die

316 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Alfons Bauer, “Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus”, S. 316-320

Gaskammern zu (industriellen) Massentötungen geeig- würden die beweisen?”


net? Welche Kapazitäten haben Krematorien?5 Schla- In den bisherigen Verfahren hatten die “Zeitzeugen
gen aus Krematoriumskaminen bei einschlägigem Be- für die Greuel” häufig objektiv die Unwahrheit erzählt
trieb meterlange Flammen?2 und technisch Unmögliches von sich gegeben. “Physi-
Die Schriften waren so verfaßt, daß sie auch von ker”, also Sachverständige, wurden nicht vernommen.
Laien mit dem Kenntnisstand der Matura (Abitur) – al- Sonst wäre ja z.B. der Schwindel mit den meterlangen
so auch ohne Hochschulstudium – “nachvollzogen” und Flammen aus den Krematoriumskaminen längst aufge-
auf Plausibilität geprüft werden konnten. Auch eine Re- flogen – etwa schon im Frankfurter Auschwitz-Prozeß.
plik auf dilettantische Versuche, das Leuchter- Lüftl stellte im Konstruktiv schon die Frage, warum
Gutachten zu widerlegen, war vorhanden. die Richter, wenn sie schon keine Sachverständigen
Die Angesprochenen und Angeschriebenen hielten vernommen hätten, nicht wenigstens ihren Schornstein-
sich bedeckt, und die Antworten waren z.T. nichtssa- feger (Rauchfangkehrer) zur Information befragt hätten.
gend. Manche verwiesen auf “die Freiheit der Wissen- Selbst die Verteidiger im Frankfurter Auschwitz-Prozeß
schaft”. Diese Naiven konnten aber nicht ahnen, daß (Dr. Laternser) glaubten an die Gaskammern und die
nach der späteren Gerichtspraxis auch wissenschaftlich Arbeitsweise und Kapazität der Krematorien. Warum
einwandfreie Arbeiten mit dem Begriff “pseudowissen- hatte nicht einmal Dr. Laternser seinen Rauchfangkeh-
schaftlich” oder “sich in wissenschaftlich erscheinender rer gefragt?7
Weise gebend” etikettiert werden sollten. Lüftl legte zwar die Finger auf die Wunden des “No-
Von der Tätigkeit Lüftls erfuhr auch ein deutscher torischen und Offenkundigen”, erkannte aber rasch, daß
Anwalt (Hajo Herrmann als Verteidiger von General- er mit den Details als gelernter Bauingenieur überfor-
major a.D. Remer) und beauftragte Lüftl, ein Gutachten dert war. Er machte den Auftraggeber des Gutachtens
über “die behaupteten Massenvergasungen in Au- darauf aufmerksam, das die Zuziehung von Chemikern,
schwitz” zu erstellen. Medizinern, Verfahrenstechnikern und Maschinenbau-
Nun ging Lüftl “ad fontes”, wie es auch der Gutach- ern unumgänglich sei, wenn ein Gutachten resultieren
ter Professor Dr. Jagschitz während des Honsik- sollte, das mit den Geschichtsmärchen ein für alle Mal
Prozesses in Wien angekündigt hatte. Als Nichttechni- aufräumen würde. Die Erkenntnisse, die er bis dahin
ker war Jagschitz aber mit dieser Aufgabe hoffnungslos gewonnen hatte, faßte er in den beiden Schriften “Holo-
überfordert. Vor dem Wiener Landesgericht für Strafsa- caust, Glaube und Fakten”8 und “Die neue Inquisition”
chen erzählte er dann auch bloß vom Hörensagen und zusammen. Die erstgenannte Schrift erschien auch im
zitierte aus Sekundär- und Tertiärquellen. Mangels aus- Journal of Historical Review auf Englisch,9 ist aber
reichender Ausbildung und Kenntnisse war er ohne jede auch im Internet (neben anderen Artikeln von Lüftl) ab-
Möglichkeit einer technischen Prüfung, und so gab er zurufen.10
letztlich fast ausnahmslos bloß “Notorisches und Of- Da aber die Interventionen Lüftls erfolglos geblie-
fenkundiges” wieder, obwohl er Anfang 1991, also vor ben waren, gab er seine Tätigkeit nach dem Beschluß
dem Prozeß noch geschrieben hatte, daß die Beweislage des österreichischen Nationalrates zur verschärfenden
unsicher sei:6 Novellierung des Verbotsgesetzes auf. Bürgerliche Ab-
“Zudem sind […] substantielle Zweifel an grund- geordnete waren noch stolz darauf, daß die Bestimmun-
legenden Fragen [bezüglich der Gaskammern in Au- gen nicht ins Strafgesetz (§283a, einfaches Gesetz, da-
schwitz] verstärkt worden, so daß die […] Fort- her durch einfache Mehrheit wieder zu ändern; gefor-
schreibung einschlägiger Gerichtsurteile […] nicht derte Höchststrafe 1 Jahr), sondern ins Verbotsgesetz
mehr ausreichen, Urteile in einem demokratischen aufgenommen wurden (§3h, verfassungswidriges Ver-
Rechtsempfinden darauf aufzubauen.” fassungsgesetz, nur mit Zweidrittelmehrheit zu ändern;
Man stützte sich auf Zeugenaussagen und nicht auf Mindeststrafe 1 Jahr, Höchststrafe 10 Jahre, unter be-
Sachbeweise. Man hatte übersehen, bei Wittgenstein stimmten Umständen 20 Jahre!).
nachzulesen. Wittgenstein ist als jüdischer Philosoph Da Lüftl mit seiner Tätigkeit gegen ein Tabu versto-
darüber erhaben, als Revisionist zu gelten. Er hat in ßen hatte, ließ die Rache der “politisch Korrekten”, also
Über Gewißheit folgendes geschrieben: der vereinigten Lobby der Gutmenschen und Antifa-
“Satz 441: Im Gerichtssaal würde die bloße Ver- schisten nicht lange auf sich warten. Die “linksliberale”
sicherung des Zeugen ‘ich weiß...’ niemanden über- Wochenpresse gab den Startschuß. Ein Schreiberling
zeugen. Es muß gezeigt werden, daß der Zeuge in namens Hans Reichmann verfaßte einen Artikel “Die
der Lage war zu wissen;” Nazisprüche des Walter Lüftl”.11 Obwohl in den ganzen
“Satz 604: In einem Gerichtssaal würde die Aus- Schriften kein einziges Wort zu politischen Fakten zu
sage eines Physikers, daß Wasser bei 100°C koche, finden war. Und dann ging es los. Der herbeigeschrie-
unbedingt als Wahrheit angenommen. Wenn ich die- bene Skandal war da. Da das Amt des Präsidenten der
ser Aussage nun mißtraute, was könnte ich tun, um Bundesingenieurkammer ein (unbezahltes und zeitauf-
sie zu entkräften? Selbst Versuche anstellen? Was wendiges) Ehrenamt war, trat Lüftl mit Rücksicht auf

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 317


Alfons Bauer, “Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus”, S. 316-320

seine Familie zurück.12 Die Meldungen, daß er zum satzungszeit die Aufhebung des Verbotsgesetzes als
Rücktritt gezwungen worden sei, sind antifaschistische Knebelgesetz im Parlament beantragt.
Desinformation. Als Präsident war er unabsetzbar. Er Da Lüftl aber nicht einmal in der Studienzeit betrun-
hatte sich aber König August von Sachsen zum Vorbild ken das “Horst-Wessel-Lied” gesungen hatte,14 tat sich
genommen (1918: “Ihr seid mir scheene Rebubliganer, die Justiz sehr schwer. Es wurde lang geprüft, ob seine
macht doch euren Scheiß alleene!”). Lüftl vermißte Schrift nicht von Revisionisten in leugnender Absicht
nämlich die Solidarität seiner Kollegen. Er hatte fälsch- gebraucht werden konnte und er dies hätte wissen müs-
lich angenommen, daß eben gerade die Techniker zuerst sen! Und das zu einer Zeit, wo in Ottenstein (Nieder-
prüfen und dann richten würden. Aber beim Holocaust österreich) bei der Richterwoche diskutiert wurde, ob
sind ja alle Regeln des anständigen Umganges mitein- ein Messerschmied jemandem, der angekündigt hatte,
ander außer Kraft gesetzt. seine Ehefrau umbringen zu wollen, ein Messer verkau-
Daher widmete Lüftl seither alle Kraft seinem Büro, fen dürfe. “Er darf” war das Ergebnis der Diskussion
und das florierte, da er nunmehr die Zeit, die er bisher der Leuchten der österreichischen Jurisprudenz.
der Kammer gewidmet hatte, mehr Nutzen bringend Nachdem sich so das Verfahren über zweieinhalb
verwenden konnte. Jahre hingeschleppt hatte, wurde es am 8. Juni 1994
Aber bald erreichte ihn die Ladung des Landesge- eingestellt. Das Amtszeugnis darüber erreichte Lüftl üb-
richtes für Strafsachen Wien. Er war vom DÖW13 und rigens später, als das DÖW eine Kopie davon in den
vom BSA (Bund Sozialdemokratischer Akademiker) – Händen hielt. Lüftl wurde nämlich von einem befreun-
nicht jedoch von Wiesenthal! – nach §3h angezeigt deten Rechtsanwalt unterrichtet, daß sich “der Neuge-
worden. bauer in der ‘Wiener Zeitung’ über die Einstellung auf-
Den Eiferern war gar nicht aufgefallen – übrigens geregt habe; Seite 2, 1. Spalte, unten”. Ist ja merkwür-
auch der Staatsanwaltschaft und dem Untersuchungs- dig, daß die Antifaschisten das früher gewußt haben als
richter nicht! –, daß der §3h gar nicht auf Lüftl an- der Betroffene. Amtsgeheimnis, Datenschutz, was ist
wendbar war, da es ein Grundprinzip des Strafrechtes das? Gibt es Berichtspflicht an das DÖW?
ist (nulla poena sine lege!), daß es da keine Rückwir- Die gutmenschliche Presse war ganz aufgeregt. Aber
kung gibt. Bisher war ja dieses Prinzip nur beim Inter- die Staatsanwaltschaft gab fernmündlich die Auskunft,
nationalen Militärtribunal in Nürnberg, also bei brutaler daß die lange Prüfung ergeben hätte, Lüftl habe “aus
Siegerjustiz durchbrochen worden. Lüftl war ja gegen rein wissenschaftlicher Gesinnung” gehandelt.”15 Als
die Gesetzeswerdung aufgetreten, nach Eintritt der auch darüber Empörung ausbrach, konnte sich der
Wirksamkeit hatte er aber als gesetzestreuer Staatsbür- Staatsanwalt an diese Marginalie nicht mehr erinnern.
ger nichts Einschlägiges mehr unternommen. Es ist aber ausnahmsweise dem Profil zu glauben, denn
Die Anzeigen hätten daher legaliter sofort im “Run- so etwas kann auch ein Reporter eines als Nachrichten-
darchiv”, also dem nächsten Papierkorb archiviert wer- magazin getarnten Meinungs(mache)magazin nicht er-
den müssen. Nachdem die Justiz diesen Lapsus nach finden!
längerer Zeit endlich zur Kenntnis genommen hatte Da man bei Lüftl somit weder einen bestraften Ge-
(Lüftl hatte als genauer Kenner der Strafprozeßordnung sinnungssünder vorführen konnte, noch ihn in irgendei-
schon bei der ersten Einvernahme protestiert) wurde das ner Weise wirtschaftlich schädigen konnte – auch das
Verfahren nach dem alten §3g weitergeführt. So einfach Ehrengerichtsverfahren beim Hauptverband der Sach-
ist das: Man streicht auf dem Aktendeckel das h aus und verständigen und das Disziplinarverfahren bei der Inge-
schreibt ein g hin. Der Haken für die Justiz war dabei nieurkammer endeten sang- und klanglos mit der Ein-
aber, daß man Lüftl beim §3g nachweisen mußte, daß er stellung – war guter Rat teuer.
seine Tätigkeit in nationalsozialistischer “wiederbetäti- Den vereinten Gutmenschen und Antifaschisten
gender” Absicht entfaltet hätte. dämmerte es langsam, daß sie sich ins Knie geschossen
Frage: Wie kann sich jemand “wiederbetätigen”, der hatten. Hätte man nichts gegen Lüftl unternommen, so
beim Eintritt Österreichs in das Großdeutsche Reich 4 wäre auch nichts publik geworden. So wachten Legio-
oder 5 Jahre und bei der “Befreiung vom Hitlerjoch” nen von Ingenieuren (in Deutschland und Europa, in
11,5 Jahre alt war und der als Zwangsmitglied der HJ den USA, in Australien und Neuseeland, überall!) auf
ab 10 Jahre als einzige politische Tätigkeit das Schrei- und vollzogen nach, was Lüftl geschrieben hatte. Und
ben des Aufsatzes “Der Lebenslauf unseres Führers damit entstanden aus Gläubigen und indifferenten
Adolf Hitler” vornahm? Daran merkt doch schon der Zweiflern täglich neue Revisionisten – wenn auch zu-
Unbefangene, daß dies ein Gesetz des Jahres 1945 ist, nächst nur “Katakombenrevisionisten”. Es ist ja das
das erzwingen sollte, daß etwa “Werwölfe” von Feme- Problem auch der Überzeugten, daß sie wegen der all-
morden an mit den Alliierten kooperierenden Bürger- gemeinen Umerziehung und pausenlos getrommelten
meistern abgehalten werden. Schon der spätere Bundes- “Propaganda” ihre nunmehr aufgetauchten und auch
kanzler Gorbach, selbst als Beinamputierter vorher jah- bald gefestigten Zweifel oft nicht einmal im Freundes-
relang im KZ Dachau einsitzend, hatte noch in der Be- kreis diskutieren können, ohne bald als “Aussätziger”

318 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Alfons Bauer, “Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus”, S. 316-320

dazustehen. Die Gehirnwäsche funktioniert ja leider nicht argumentieren.”


noch immer. Es ist halt schwer, gegen den scharf ins Das Eingeständnis ist unumgänglich, daß Geistes-
Gesicht blasenden Zeitgeist zu argumentieren. Das wissenschaftler und Ideologiekritiker in dieser Frage
wußte schon Goethe. Wie schrieb der so schön in den nicht mitreden können.
“Xenien”: Nach der Einstellung des Verfahrens fragte natürlich
“Ursprünglich eignen Sinn laß dir nicht rauben, Lüftl bei allen, die ihn diskriminiert hatten, an, wie es
woran die Menge glaubt, ist leicht zu glauben”. denn nun um seine Rehabilitierung stehe. Überall Fehl-
Man versuchte zunächst, die Angaben Lüftls als anzeige. So entschloß sich Lüftl, bei den nächsten
falsch zu bezeichnen. Dazu bediente man sich der Ab- Kammerwahlen wieder anzutreten. Er gewann in seiner
sonderungen eines Joe Bailer, dem Gatten von Brigitte Sektion von 12 Mandaten mit seiner Namensliste 3, was
Bailer-Galanda, einer Angestellten des DÖW.16 Offen- den Schluß zuläßt, daß ein Teil seiner Kollegen auf die-
bar fand sich kein besser Qualifizierter. Diese Absonde- sem Wege ihm (anonym) das Vertrauen ausgesprochen
rungen hat schon Germar Rudolf postwendend mit wis- hat. Die gutmenschliche und antifaschistische Szene in-
senschaftlicher Akribie marginalisiert.17 Danach war ei- terpretierte das aber bezeichnenderweise dahingehend,
ne Zeitlang Ruhe. Da Lüftls Angaben nicht widerlegt daß offenbar 25% der österreichischen Ziviltechniker
werden konnten, vielmehr durch die weitergeführten Nazis seien. Bemerkenswert.
und laufend erscheinenden Arbeiten der Revisionisten Die Antifa-Lobby konnte es nicht lassen, den Ju-
(und später paradoxerweise auch stizminister noch weit ins Jahr
von “Nichtrevisionisten”) weitge- 1995 mit parlamentarischen An-
hend verifiziert wurden, einigte fragen wegen Lüftl zu quälen. Er-
man sich zur Sprachregelung, “daß folglos.
Lüftl von falschen Voraussetzun- Die Rache der Antifa-Lobby
gen ausgegangen sei”. Das war der traf dafür einen Unschuldigen. Der
nächste Schuß ins Knie, denn Lüftl Herausgeben der freiheitlich-
war nachweislich und ausschließ- patriotischen Zeitschrift Aula, der
lich von nichtrevisionistischen einen Artikel veröffentlicht hatte,
Quellen ausgegangen, was den der die Einstellung des Verfahrens
Beilagen und Quellenangaben zu gegen Lüftl begrüßte, wurde 1995
seinen Schriften leicht zu entneh- zu 240.000,- Schilling (ca.
men war. Ein Beispiel für alle: das €17.000,-) Geldstrafe und 10 Mo-
Merkblatt M 002 12/89 der Be- naten auf Bewährung verurteilt –
rufsgenossenschaft der chemischen wegen “nationalsozialistischer
Industrie “Cyanwasserstoff, Blau- Wiederbetätigung”! Man glaubt es
säure, Cyanide” ist z.B. mit abso- kaum! Der Mann hatte einen gro-
luter Gewißheit kein Werk revisio- ben Fehler begangen. Er begrüßte
nistisches Propaganda. die Einstellung und betrachtete das
Lüftl begann in der Folge einen als Verifizierung dessen, was Lüftl
interessanten Schriftwechsel mit Prof. Dr. Ernst Nolte, 2003 geschrieben hatte. Das war jedoch
Professor Ernst Nolte, der ihm falsch! Er hätte schreiben müssen:
letztlich bestätigte, daß “Der Lüftl hat doch das und das geschrieben. Das ist
“die Darlegungen Lüftls im Kern unemotional gegen die “Notorietät und Offenkundigkeit” und jetzt
und argumentierend sind. Was er geschrieben habe, strafbar. Wieso ist das Verfahren gegen Lüftl eingestellt
gehöre offensichtlich in den Bereich der Wissen- worden?” Fragen wird man ja noch dürfen. Dann hätte
schaft und nicht in denjenigen der Agitation. Sie die Antifa-Lobby eingestehen müssen, daß das eben
sollten nicht zum Gegenstand eines Strafverfahrens damals (vor der Einführung des §3h Verbotsgesetz) bei
gemacht werden.” Lüftl nicht strafbar war. Dann hätte aber das Publikum
Dies zu einer Zeit, als Nolte noch an die Massenver- gefragt, wieso das jetzt strafbar ist, und sich Gedanken
gasungen etwa in Auschwitz glaubte. Erst später konnte gemacht über die Unterschiede des §3g und §3h.
Nolte von der Wahrheit überzeugt werden. Das manife- Durch diesen Fehler kam aber der unschuldige “Au-
stierte sich in Der kausale Nexus, wo Nolte auf Seite la-Chef” in den Ruch eines “Auschwitz-Leugners”, was
122 schreibt:18 korrekt eigentlich “Auschwitz-Bestreiter” heißen müß-
“Gegen die immer wieder vorgebrachte These, te. Aber man nimmt es ja heutzutage in gewissen Krei-
daß das naturwissenschaftlich oder technisch Un- sen nicht mehr so genau. Leugnen kann man ja bekannt-
mögliche nicht stattgefunden haben könne, selbst lich nur wider besseres Wissen.
wenn Hunderte von Geständnissen und Zeugenbe- Lüftl hat sich in der Folge darauf spezialisiert, “Epi-
richten das Gegenteil sagten, läßt sich im Prinzip soden der Zeitgeschichte” aufzuarbeiten. Er vergleicht

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 319


Alfons Bauer, “Der Fall Lüftl: Ein wichtiger Sieg des Revisionismus”, S. 316-320

10
jetzt bei “Einzelfragen des geschichtlichen Geschehens” Vgl. http://vho.org/i/a.html oder http://vho.org/cgi-
bin/dbs/dbman/db.cgi?db=default&uid=default&LastName=l%FCftl&vie
das “Notorische und Offenkundige” mit der Wahrheit w_records=View+Records
und kommt da häufig auf interessante Details.19 Da aber 11
Wochenpresse/Wirtschaftswoche Nr. 11/92.
12
auch schon “rechtsextreme” Zeitschriften übervorsich- Vgl. “Rücktritt nach Zweifel an Holocaust”, Süddeutsche Zeitung
14.3.1992.
tig geworden sind, bleiben oft zeitgeschichtliche Lek- 13
Einer kryptokommunistische Organisation, von der sich die (echte) öster-
kerbissen unveröffentlicht. Tut so ein veröffentlichter reichische Widerstandsbewegung sehr entschieden distanziert hat und die
zeitgeschichtlicher Leckerbissen aber den Gutmenschen man straflos als “Privatstasi” und “Denunziantenstadel” und ähnlich be-
zeichnen darf. Nur “Eiterbeule” darf man sie nicht nennen: Dozent Fried-
weh, wird das von denen sofort unter “Neues von rich Romig wurde dafür vor Jahren mit S 65.000,-, allerdings bedingt be-
Rechts” ins Internet gestellt oder in den einschlägigen straft.
14
Gazetten angeprangert. Im Gegensatz zum von der Stasi gekauften Chef der österreichischen
Staatspolizei, der für DM 4.000,- monatlich Volk und Staat verraten hat-
Das ist allerdings der dritte Schuß ins Knie. Auf die- te. Er wurde nach der Enttarnung nicht bestraft, weil er bald danach an
se Art wird das breitere Publikum nämlich erst auf- Kehlkopfkrebs starb!
15
merksam und informiert sich an der Quelle. Eine besse- Profil 25/94 vom 20.6.1994.
16
Josef Bailer, “Die ‘Revisionisten’ und die Chemie”, Brigitte Bailer-
re Werbung für die Verbreitung der Wahrheit als das Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hg.), Wahrheit und
weinerliche Hinweisen im “Neuen von Rechts” gibt es 17
Auschwitzlüge, Deuticke, Wien 1995, hier S. 100f.
G. Rudolf, “Zur Kritik an ‘Wahrheit und Auschwitzlüge’”, in: ders., Kar-
nicht. dinalfragen zur Zeitgeschichte, VHO, Berchem 1996, S. 91-108.
Und die Beschäftigung mit Einzelfragen des ge- 18
E. Nolte, Der kausale Nexus. Über Revisionen und Revisionismen in der
schichtlichen Geschehens ist unabhängig vom Ergebnis Geschichtswissenschaft. Studien, Artikel und Vorträge 1990 – 2000, Her-
big, München 2002.
erlaubt, auch wenn es der vereinten Antifa-Lobby miß- 19
Vgl. W. Lüftl, “Die Lügen unserer Zeit”, VffG 5(3) (2001), S. 325f.;
fällt. Wer das nicht glaubt, der lese in 387 der Beilagen ders., “Der Fall Jedwabne und das Verbotsgesetz”, ebenda, S. 337f.;
zu den Stenographischen Protokollen der XVIII. Ge- ders., “Der General im Eis”, VffG 7(1) (2003), S. 43f.; ders., “Dachau-
Greuelmärchen bloßgelegt”, VffG 7(2) (2003), S. 165.
setzgebungsperiode des Nationalrates der Republik
Österreich nach. Solange nicht die Verwerflichkeit der
(Ergänzung: wirklich geschehenen!) nationalsozialisti-
schen Untaten in Frage gestellt wird, kann man auch zu
“volkspädagogisch unerwünschten” oder “sozialethisch
verwirrenden” Ansichten gelangen, ohne sich strafbar
zu machen.
So ist das! Einfach so!

Anmerkungen
Zum Fall Lüftl vgl. auch W. Rademacher, “Der Fall Lüftl oder: Die Justiz zur
Zeitgeschichte”, in Ernst Gauss (HG., = G. Rudolf), Grundlagen zur Zeitge-
schichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 41-60.
1
Mitteilungen DÖW, Folge 120, Februar 1995, Seite 8
2
W. Lüftl, “Sachverständigenbeweis versus Zeugenbeweis”, Konstruktiv
166 (1991) 31f.
3
W. Lüftl, “‘Damoklesschwert’ über dem Haupt eines Gutachters!”, Recht
und Wahrheit, November/Dezember 1992, S. 8.
4
W. Lüftl, “Sollen Lügen künftig Pflicht sein?”, Deutschland in Geschich-
te und Gegenwart, 41(1) (1993), S. 13f.
5
W. Lüftl, “Die Feuerbestattung in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts”,
Deutschland in Geschichte und Gegenwart 41(2) (1993), S. 14-16.
6
Tätigkeitsbericht des Sachverständigen Prof. Jagschitz an das Landesge-
richt für Strafsachen, Abt. 26b, Wien, vom 10.1.1991.
7
Vgl. H. Laternser, Die andere Seite im Auschwitz-Prozeß, Seewald-
Verlag, Stuttgart 1966.
8
W. Lüftl, Holocaust – Glaube und Fakten, Wien 1991.
9
W. Lüftl, “The Lueftl Report”, The Journal of Historical Review (J. Hist.
Rev.) Winter 1992/93, Vol. 12, No. 4, 391-420.

320 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

Warum wir belogen werden


Von Ernst Manon

Wahrheitsfreunde zitieren gerne ein Bonmot von Derrida schlägt vor, wirkliche Ereignisse als “ungere-
Abraham Lincoln, wonach man eine Zeitlang die ganze gelte Ausnahmen” aufzufassen, über welche nur im
Welt belügen, die ganze Zeit einen Teil der Welt belü- Modus des “Möglich-Unmöglichen”, des “Vielleicht”
gen, aber nicht dauernd die ganze Welt belügen kann. gesprochen werden kann.7
Aber man kann es jedenfalls versuchen! Da klärt uns Die “behutsame Weiterentwicklung” des Völker-
ein Insider der politischen Szene auf, der mit den Mäch- rechts hat nun einen entscheidenden Durchbruch erfah-
tigen unserer Zeit verkehrt, nämlich Timothy Garton ren:8
Ash – er lehrt Zeitgeschichte in Oxford und Stanford – “Die intelligenteste Stimme, die der amerikani-
und zwar 2003, in dem Jahr, in dem Orwells hundertster schen Außenpolitik das Wort spricht, ist die Stimme
Geburtstag gefeiert wurde:1 Robert Kagans. Er redet nicht wie die anderen um
“Diese systematischen Versuche, die meisten die Tatsache herum, daß die Vereinigten Staaten mit
Leute die meiste Zeit für dumm zu verkaufen, werden dem Irak-Krieg das Völkerrecht verletzt haben. Er
von einigen der intelligentesten, bestinformierten leugnet nicht, daß das Angriffskriegsverbot der
und höchstbezahlten Männern und Frauen der west- Charta der Vereinten Nationen gebrochen wurde. Er
lichen Gesellschaften unternommen. […] Wie jenes greift nicht zu den haltlosen Konstruktionen oppor-
Parteimitglied O’Brien in George Orwells ‘1984’ tunistischer Völkerrechtler, die von einem neuen
wissen sie natürlich, was sie tun. […] Keiner kann Völker-Gewohnheitsrecht sprechen oder sagen,
mehr die Augen davor verschließen, daß sich die ‘Präemption’ sei vorweggenommene Verteidigung.
demokratische Politik des 21. Jahrhunderts in einer Kagan spielt in aller Gelassenheit die Trumpfkarte
Medienwelt der virtuellen Realität entfaltet, in der der Macht aus. Das Völkerrecht sei für die Schwa-
Auftritt und Schein den Vorrang vor der Wirklichkeit chen da, sagt er. Die einzige Supermacht habe kei-
genießen.” nen Anlaß, sich an es zu halten.”
Dann aber gilt, was der amerikanische Journalist Dazu braucht Amerika im “Alten Europa” ein neues
Isador F. Stone feststellte:2 Selbstverständnis. Im Zusammenhang mit den Wehr-
“Die Tatsachen sind subversiv.” machtsausstellungen schreibt Michael Jeismann von der
Schließlich meint Sonja Margolina, die Autorin von FAZ:9
Das Ende der Lügen:3 “Denn in der Zwischenzeit war der Kalte Krieg
“Von den internationalen Akteuren ist nicht zu der Erinnerungen in Europa längst zu Ende gegan-
erwarten, daß sie einander die letzte Wahrheit ins gen. Der Zweite Weltkrieg mit allen seinen Greueln,
Gesicht sagen.” selbst der Holocaust wurde nach und nach zu einer
Und uns natürlich erst recht nicht. gemeinsamen Erinnerung. […] Was wir in den ver-
Worum aber geht es eigentlich? Wolfgang Schäuble gangenen zehn Jahren erlebt haben, ist eine Revolu-
sprach in einem vom CDU-Bundesvorstand beschlosse- tion des historischen Gedächtnisses, die nach und
nen Papier zur deutschen Außenpolitik von der nach die historische Topographie völlig neu gestal-
“Schicksalsgemeinschaft” zwischen Europa und Ame- tete.”
rika und von der Notwendigkeit, daß das Völkerrecht Er spricht von einer “Zäsur der politischen Identifi-
“behutsam weiterentwickelt” werden muß:4 kation innerhalb der Nationalstaaten, die für viele
“Die Fragen, die der neuen amerikanischen Si- schmerzlich ist”. Man habe “gelernt, daß Opfer- und
cherheitsstrategie zugrunde liegen, müssen auch von Täterrolle Kategorien sind, die nicht historisch fixiert
uns aufgenommen und beantwortet werden.” sind, sondern politische Identitätsmuster darstellen, de-
Christian Geyer, 1960 geborener FAZ-Redakteur im rer man sich bedienen kann.” Jeismann zitiert in diesem
Ressort Geisteswissenschaften, schreibt dazu:5 Zusammenhang Karl Heinz Bohrer, der auf die Konse-
“Noch nie wurde es so deutlich ausgesprochen quenz aufmerksam machte:9
wie heute von Wolfgang Schäuble: Entrechtlichung “Je mörderischer und je verbrecherischer die
durch Verrechtlichung des Rechtsbruchs – das ist deutsche Vergangenheit gewesen sei, um so größer
die ‘globale Agenda’.” der Gewinn, sie verbrannt zu haben. […] Es gehe
Um diese Denkweise verständlich zu machen, be- der [Wehrmachts-]Ausstellung nicht um Aufklärung,
zieht sich Geyer auf den französisch-jüdischen Philoso- sondern um die Inszenierung einer neuen Identität.”
phen Jacques Derrida und seine Schrift Eine gewisse Das ist die heutige dialektische Form der deutschen
unmögliche Möglichkeit, vom Ereignis zu sprechen.6 Selbstumerziehung, doch die Wurzeln sind so alt wie

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 321


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

unsere Nachkriegszeit. Aspektarmut des Denkens und als weitgehende Re-


Kurz nach dem Krieg hatte General Eisenhower in duktion der Fähigkeit zum komplexen Denken, […]
einem Brief an General McClure geschrieben:10 Affektive Denkhemmungen verhindern Problemlö-
“The Psychological Warfare Division, Supreme sungen entweder ganz oder führen zu schlechten Lö-
Headquarters, Allied Expeditionary Force, may well sungen beziehungsweise zu nur scheinbaren Pro-
be proud of the part it played in combating the en- blembewältigungen.”
emy, […] and finally, in beginning the vital task of Bei starker Zunahme dieses Syndroms fürchtet Prof.
re-education the misguided people of Germany Süllwold, “wird der Ausgang der neueren Geschichte
through control of the various media of public ex- der Deutschen wahrscheinlich tragisch sein”.14
pression. Without doubt, psychological warfare has Orwell hatte in seinem Roman 1984 einen ähnlichen
proved its right to a place of dignity in our military Vorgang beschrieben; er nannte ihn “Delstop” oder
arsenal.” “Deliktstop”:15
Nach erfolgreicher Aktion kann man sogar offen “Delstop bezeichnet die Fähigkeit, geradezu in-
darüber sprechen. So schreibt etwa Roswin Finkenzel- stinktiv auf der Schwelle jedes riskanten Gedankens
ler:11 haltzumachen. Es schließt die Gabe mit ein, Analo-
“In vielen Städten wurden Amerikahäuser errich- gien nicht zu begreifen, logische Fehler zu überse-
tet oder eingerichtet, zu deren Zwecken die ‘re- hen, die simpelsten Argumente mißzuverstehen […]
education’ des deutschen Volkes gehörte. Sie verlief und von jedem Gedankengang, der in eine ketzeri-
so sanft, daß die meisten Leute sie nicht bemerkten sche Richtung führen könnte, gelangweilt und abge-
und heutzutage der bayerische Innenminister Beck- stoßen zu werden. Kurz gesagt, Delstop bedeutet
stein die ‘Umerziehung’ für eine Erfindung von schützende Dummheit.”
Rechtsradikalen hält.” Die Erfahrung des Zweiten Weltkrieges und des sog.
Salomon Korn, der Nachfolger des famosen Michel Holocausts soll nun zu einem “gemeinsam geteilten
Friedman als Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Fundamentalkonsens” führen. Das soll viel mit dem zu
Deutschland, definiert es so:12 tun haben, was Nietzsche im Nutzen und Nachteil der
“Was die Nachkommen der ‘Tätergeneration’ zu Historie für das Leben als “Notwahrheit” rechtfertigte.
leisten haben, die Integration von Auschwitz in eine Dazu der FAZ-Redakteur Michael Jeismann:9
notwendigerweise ‘gebrochene’ nationale Identität, “Die leidenschaftliche Abtrennung von einer na-
ist von den Nachkommen der Opfer auf einer ande- tionalen Identifikationskontinuität und die kühle
ren Ebene zu erbringen: die fortwährende Ausein- Einbettung des Grauens in eine ferne Vergangen-
andersetzung mit einer vom Holocaust ‘negativ’ de- heit, die zur Chiffre wird. Wenn es bei diesem Vor-
finierten Identität in Deutschland.” gang unbehaglich wird, dann deshalb, weil hinter
Prof. Ernst Nolte hatte ein paar Jahre zuvor ge- der Notwahrheit Europas sich auch historische Not-
schrieben:13 lügen verbergen können.”
“Zwar waren seit der Zeit des Kyros immer wie- Warum wir belogen werden, wird uns also doch hin
der Ratschläge und Empfehlungen zu verzeichnen, und wieder mitgeteilt, verbrämt mit einigen philoso-
wie man die Besiegten physisch weiterleben lassen, phisch klingenden Verklausulierungen. Gilt doch an-
aber geistig vernichten könne, doch einen so von in- sonsten die “Strategie der Diskursvermeidung als eine
nen her erfolgreichen Versuch dieser Art hatte es in Variante der politischen Kultur Mitteleuropas”, “in der
der ganzen Weltgeschichte bis dahin nicht gege- das, worum es eigentlich geht, grundsätzlich nie direkt
ben.” angesprochen wird”, wie es ein anderer FAZ-Redakteur,
Prof. Fritz Süllwold führt zum Thema an:14 Karl-Peter Schwarz, in bezug auf die Beneš-Dekrete
“Die ‘Vergangenheitsbewältigung’ und das Be- formulierte.16
wältigungssyndrom sind immer mit einem starken Da gibt es dann immer wieder kenntnisreiche und
negativen Affekt verbunden, den man kurz als ‘Be- mutige Zeitgeschichtsforscher und Zeitzeugen, die in
wältigungsaffekt’ bezeichnen kann. Starke negative Offenen Briefen dem Bundeskanzler, dem Bundesprä-
Affekte führen leicht zu affektiven oder affektbeding- sidenten, anderen Politikern, auch prominenten Juden
ten Denkhemmungen, […] Affektive Denkhemmun- oder den Zeitungsredaktionen mitteilen, wie es denn
gen bewirken in einer Problemsituation eine hoch- tatsächlich war, und die die historische Wahrheit ein-
gradige kognitive Einengung und Erstarrung (Rigi- fordern. Aber kann ein Bundeskanzler, der sich für den
dität), eine drastische Reduktion des Aufmerksam- Ersten Weltkrieg entschuldigt oder ein Außenminister,
keits- und Auffassungsumfangs und dementspre- der sich wegen der deutschen Beteiligung an der Skla-
chend erhebliche Einbußen bei der Informationsauf- verei entschuldigt, wirklich so dumm sein, daß er nicht
nahme und Informationsintegration. Derartige wüßte, wie es mit der Wahrheit steht? Der promovierte
Denkhemmungen äußern sich als Primitivierung des Historiker und Altbundeskanzler Helmut Kohl sagte
Problemlösungsverhaltens (Schablonendenken), als einmal:17

322 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

“Deutsche müssen sich der Freiheit würdig er- der übrigen Menschheit unterscheidet.”
weisen. […] Dazu gehört vor allem die Absage an Dr. Günter Zehm, Professor für Philosophie, schrieb
jegliche Form von politischem Extremismus und in der Welt noch vor der sog. Wende:23
ideologisch begründeten Wahrheits- und Machtan- “So hofft man über den Umweg deutschen Selbst-
sprüchen.” hasses doch noch endlich zum großen Kladdera-
In Deutschland herrscht “Dicke Luft – Kein Lächeln datsch zu kommen, in dem man die traditionellen
liegt über diesem Deutschland” berichtet Heinrich We- Lebensverhältnisse verbrennen und endlich der
fing in der FAZ:18 ‘wahre Sozialismus’ entstehen kann.”
“Diese Republik hat sich, so scheint es, mit ihrer Kein Geringerer als der Zionistenführer Nahum
fortschreitenden Depression arrangiert. Sie hat sich Goldmann sah im Selbsthaß bzw. in der Tatsache, sich
in ihrer Aggressivität eingerichtet und jede Sehn- nicht restlos selbst zu bejahen, eine der augenfälligsten
sucht danach aufgegeben, anders zu werden.” Gemeinsamkeiten der jüdischen und der deutschen Tra-
Auch das dient vermutlich dem Aufbau einer neuen ditionen. Generell bemerkt Edmund Silberner:24
europäisch-antinationalen Identität. Während der Nor- “Haß gegen die eigene, ursprüngliche Nationali-
malbürger nicht viel zum Lachen oder auch nur zum tät ist bei assimilierten Individuen oder solchen, die
Lächeln hat, stellen die Politiker eine ständig aufge- es unbedingt werden wollen, keine seltene Erschei-
kratzte Fröhlichkeit zur Schau. In der Werbung wird ei- nung und kann bei Juden wie Nichtjuden festgestellt
ne exaltierte Lebensfreude vorgespiegelt, die mit der werden.”
Realität absolut nichts mehr zu tun hat. Zum Vergleich Der jüdische Literaturnobelpreisträger Elias Canetti
die Lage zur Zeit der “nationalsozialistischen Gewalt- notierte Anfang 1945 in seinem Tagebuch:25
herrschaft” laut Denis Sefton Delmer, später im Krieg “Hitler hat die Deutschen zu Juden gemacht, in
einer der übelsten Hetzer gegen Deutschland:19 wenigen Jahren, und ‘deutsch’ ist nun ein Wort ge-
“Man mag heute darüber sagen, was man will: worden, genauso schmerzlich wie ‘jüdisch’.”
Deutschland war im Jahre 1936 ein blühendes, Natürlich war es nicht Hitler, sondern das jüdisch-
glückliches Land. Auf seinem Antlitz lag das Strah- amerikanische Umerziehungsprogramm nach dem
len einer verliebten Frau. […] Hitler hatte die Ar- Krieg. Der US-Historiker und Völkerrechtler Alfred M.
beitslosigkeit bezwungen und ihnen eine neue wirt- de Zayas wundert sich ebenfalls:26
schaftliche Blüte gebracht. Er hatte den Deutschen “Wenn mich etwas im heutigen Deutschland
ein neues Bewußtsein ihrer nationalen Kraft und ih- stört und beunruhigt, ist es gerade diese Neigung zur
rer nationalen Aufgabe vermittelt.” übertriebenen Selbstkritik, die für mich bedeutet,
Und die jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein for- daß viele Deutsche den Sinn für Realität, für Ge-
derte wiederholt den Friedensnobelpreis für Hitler, weil schichte, für Verhältnismäßigkeit verloren haben.
er die Unruheelemente aus Europa hinauswarf.20 Oder schlimmer, daß manche Deutsche anscheinend
Kann die oben skizzierte Notlügen-Strategie zum an einer Megalomanie leiden – sie wollen die größ-
Ziel führen? In einem Festvortrag anläßlich des Jahres- ten Verbrecher der Geschichte sein und zugleich die
tages der Wiedervereinigung sagte Lennart Meri, der größten Büßer. Dies halte ich für pathologisch.”
damalige estnische Ministerpräsident in Berlin: Und der ungarische Essayist Lászlò Földényi berich-
27
“Man kann einem Volk nicht trauen, das sich tet:
rund um die Uhr in intellektueller Selbstverachtung “Der bezeichnendste Charakterzug der Deut-
übt.” schen ist vor allem der, undeutsch sein zu wollen.
Der amerikanische Historiker Harry Elmer Barnes […] Nirgends in Europa erlebte ich einen solchen
schrieb:21 Grad an nationaler Zerrissenheit. Und nirgends traf
“Das deutsche Kriegsschuldbewußtsein stellt ei- ich auf ein solches Maß an Selbsthaß wie in
nen Fall von geradezu unbegreiflicher Selbstbezich- Deutschland. Paradoxerweise scheint gerade dieser
tigungssucht ohnegleichen in der Geschichte der Haß auf viele wie Balsam zu wirken.”
Menschheit dar. Ich kenne jedenfalls kein anderes Einen Schlußstrich unter die sogenannte Vergangen-
Beispiel dafür in der Geschichte, daß ein Volk diese heitsbewältigung und antideutsche Hetze zu ziehen, das
nahezu wahnsinnige Sucht zeigt, die dunklen Schat- wagt heute kaum jemand, der im öffentlichen Leben ei-
ten der Schuld auf sich zu nehmen an einem politi- ne Rolle spielt. Wer es dennoch wagt, sieht sich lebens-
schen Verbrechen, das es nicht beging.” lang gezeichnet. Dabei ist es bemerkenswert, daß be-
Der amerikanische Historiker und Politologe David reits 1947 ein prominenter britischer Jude, Victor Gol-
P. Calleo meint in seinem Buch The German problem lancz, die “Entnazifizierung” kritisierte, die die Atmo-
reconsidered:22 sphäre vergifte und ein großzügiges Programm zur Be-
“Viele deutsche Autoren scheinen eine Art per- endigung vorschlug.28 Das sollte eigentlich jeden be-
versen Vergnügens daran zu finden, ihrem Volk eine schämen, der annähernd sechzig Jahre nach Kriegsende
einzigartige Schlechtigkeit zuzuschreiben, die es von immer noch – und man kann wohl sagen, in immer noch

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 323


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

zunehmendem Maße – Deutschland und uns Deutsche Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn
verleumdet. es dann kein großes Geschrei gibt und keine Auf-
Ein weiteres Paradoxon spricht Prof. Franz W. Seid- stände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da
ler in seinem neuesten Werk Avantgarde für Europa beschlossen wurde, dann machen wir weiter –
an:29 Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
“Die deutschen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg Ein Jahr später ging der FAZ-Redakteur Dirk Schü-
waren die größte multinationale Streitmacht der mer immerhin soweit, zu schreiben:33
Weltgeschichte. Sie entstand, um den Bolschewismus “Jenseits der spektakulären Mediengipfel weist
zu bekämpfen und Europa zu retten. In dem Maße, in die EU erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem Machtsy-
dem die deutschen Soldaten ihre ausländischen Waf- stem des späten Sowjetsystems auf, wo man gleich-
fengefährten als gleichberechtigte Kämpfer aner- falls mit Mafiamethoden versuchte, ein Großreich
kannten, verwässerte sich die NS-Ideologie. Weit zusammenzuhalten. Solange in Brüssel auch weiter-
entfernt von den ursprünglichen Konzeptionen, ent- hin fünfzehn pressure groups versuchen, einander
wickelte sich insbesondere die Waffen-SS am Ende über den Runden Tisch zu ziehen und die jeweils ei-
des Krieges zu einer europäischen Truppe. Die Idee gene Seilschaft um jeden Preis durchzuboxen, wer-
der ‘rassischen Ordensgemeinschaft’ fiel weg, wäh- den sich allenfalls die Namen der Generalsekretäre
rend man die ethischen Prinzipien zu erhalten such- ändern. Doch das System wird bleiben bis zum Zu-
te: Hochschätzung von Familie und Sippe, Treue sammenbruch.”
gegenüber der Idee, der man verpflichtet war, Ge- Bereits 1992 hatte der Wiener Verschwörungstheo-
horsam gegenüber der militärischen und politischen retiker Dr. Karl Steinhauser ein Buch veröffentlich mit
Führung, Verpflichtung zur Ehre, Heiligkeit des Ei- dem Titel EG – Die Super-UdSSR von morgen.34 Und
gentums, Ritterlichkeit, Heldentum.” der im spanischen Exil lebende Gerd Honsik weist in
“Auf alle, die sich während des Zweiten Welt- seinem jüngsten Buch Der Juden III. Reich anhand von
krieges dafür entschieden hatten, aktiv an der Ab- 28 Thesen Graf Coudenhove-Kalergis nach, daß wir
wehr des Bolschewismus mitzuwirken, wartete nach Zeugen der Verwirklichung eines Planes sind, der im
dem Krieg die Rache der Sieger und ihrer Mitläufer Gegensatz zu den Protokollen der Weisen von Zion
in Form von Existenzvernichtung, Zuchthaus, GU- nicht in Frage gestellt werden kann.35
Lag und Scharfrichter. Ihre Vision paßte nicht in die Schümer machte auch eine andere Fehlentwicklung
neue Zeit, ihre Stimme wurde eliminiert. Hatten die der Europäischen Gemeinschaft zum Thema, die im
europäischen Freiwilligen ‘zu früh europäisch ge- bolschewistischen System – wenn auch ungleich grau-
dacht’?”30 samer – als Kulakenvernichtung bekannt ist:36
Das ist für heutige political correctness eine höchst “[Es ist eine] irrsinnige Agrarpolitik, die eine bil-
provokante These. Aber worüber man nicht gerne lige Grundversorgung der Konsumenten mit einem
spricht, ist, daß im Zweiten Weltkrieg Elemente eines auskömmlichen Dasein der – angesichts der Welt-
vereinten Europas bereits nahe der Verwirklichung wa- marktpreise – vielerorts überflüssigen europäischen
ren, so etwa in der Logistik, in der Aussöhnung mit Bauern verband. Seit den Ansätzen für einen Grünen
Frankreich und eben nicht zuletzt in einer “rechten” Plan, also einen gemeinsamen Agrarmarkt in den
Werteordnung, im Gegensatz zur heutigen linken Ord- sechziger Jahren, hat diese Politik der planwirt-
nung. All das mußte zunichte gemacht werden, aus dem schaftlichen, an Schutzgelderpressung der Bauern-
Gedächtnis der Menschen gelöscht werden, um das heu- verbände erinnernden Subventionsausschüttung dem
tige neue Europa zu gestalten. Es ist die Politik des Zer- Kontinent eine nie gekannte Kulturrevolution be-
störens und Wiederaufbauens, von der schon Churchill schert. Das Bauernleben, das eigentlich für giganti-
1920 schrieb und die er dann selbst betrieb:31 sche Summen gestützt und erhalten werden sollte,
“diese weltweite Verschwörung zur Stürzung von hat seine bürokratische Bemächtigung nicht über-
Zivilisationen und den Wiederaufbau von Gesell- lebt. […] Am Ende war das europäische Landleben,
schaften unter kontrollierter [jüdischer] Entwick- das alle Systemwechsel und Ideologien überdauert
lung.” hatte, ein Fall fürs Freilichtmuseum.”
Dafür bekam er ja dann auch den Karls-Preis in Aa- Im Prinzip gilt das hier Gesagte natürlich auch für
chen. (Immer diese Verschwörungstheoretiker!) andere Bereiche der Produktion. “Wer im Land bleibt,
1999 verkündete Dirk Koch im Spiegel:32 finanziert den eigenen Untergang” heißt es in einer
“Im 21. Jahrhundert wächst der europäische Wirtschaftszeitung für die deutsche Industrie:37
Bundesstaat heran. Er wird ein Multikulti-Staatsvolk “Es ist schon pervers: Mit den Euro-Milliarden,
von wenigstens 440 Millionen Menschen umfassen.” die die EU-Beitrittsländer vor allem aus Deutsch-
Jean-Claude Juncker, Luxemburgs Ministerpräsi- land erhalten, senken die neuen Mitglieder ihre
dent, verriet, wie es gemacht wird:32 Steuern und ziehen damit Industrieproduktion aus
“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Deutschland ab.”

324 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

Doch das System wird bleiben bis zum Zusammen- ihren Beziehungen zur Bundeswehr stellt. Da ich
bruch!? Wie leicht das so dahingesagt wird von einem mich mein ganzes Leben lang mit der Geschichte be-
politisch korrekten Redakteur! Wird der Zusammen- schäftigt habe, kann ich behaupten (und jeder, der
bruch vielleicht ebenso schon geplant oder doch billi- die Fakten kennt, wird mir zustimmen), daß die
gend in Kauf genommen, wie es vielleicht der Zusam- Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges Dinge
menbruch der Sowjetunion auch war? vollbracht hat, die zu den außergewöhnlichsten der
Als Hitler einmal Mitte der 1930er Jahre mit Lord Militärgeschichte der Welt gehören. […] Die
Beaverbrook, dem Besitzer des Evening Standard, zu- Kriegsverbrechen waren nicht das Monopol der
sammentraf, erklärte er ihm, wie er sich das zukünftige deutschen Armee. Die großflächigen Terrorangriffe
Europa vorstellte. gegen die deutschen Städte, bei denen nicht zwi-
Karlfried Graf Dürckheim, der das Treffen arrangiert schen zivilen und militärischen Zielen unterschieden
hatte, – nach damaliger Definition übrigens ein Viertel- wurde, waren von der britischen Royal Air Force
jude – berichtet:38 bereits Jahre vor dem Krieg geplant und vorbereitet
“Der Lord war begeistert. Er sagte: ‘Ich schreibe worden.
nie mehr einen schlechten Aufsatz über Hitler! Das Die deutschen Soldaten können sich ohne zu zö-
ist ja großartig, diese Konzeption, die er von Europa gern am Beispiel ihrer Väter orientieren, die tapfere
hat!’ […] Nach acht Tagen war Lord Beaverbrook Soldaten waren; sie müssen sich energisch dagegen
natürlich wieder auf der alten Linie.” wehren, in irgendeiner Weise die moralische Mit-
1940 wurde Beaverbrook im Kabinett Churchill Mi- schuld für Verbrechen übertragen zu bekommen, die
nister für Luftwaffenrüstung und Materialbeschaffung. die gesamte zivilisierte Welt verdammt. Eine andere
Es trägt damit Mitschuld am Bombenterror gegen die Einstellung als die bisherige würde dazu beitragen,
Zivilbevölkerung Kontinentaleuropas. die Probleme zu überwinden, die der Entwicklung
Ein Wort des eingangs schon erwähnten Historikers eines gesunden und ausgeglichenen politischen Be-
T.G. Ash dürfte die Lage Deutschlands treffend charak- wußtseins in der Bundesrepublik im Wege stehen.”
terisieren. Es ist die wie ein Bann über uns verhängte Wer aber ein gesundes Selbstbewußtsein auch nur in
“Asymmetrie der Nachsichtigkeit”.39 Betracht zieht oder gar einfordert, der wird von Dienst
Aber nicht nur Nachsichtigkeit hätte Deutschland suspendiert, wie wir im Fall des Offiziers Reinhard
verdient. Erich Schwinge gab zu bedenken:40 Günzel gesehen haben.
“Daß die kommunistische Gefahr bis zum Er- Arnold Gehlen fand:43
scheinen der Amerikaner und Engländer von West- “[…] teuflisch ist, wer das Reich der Lüge auf-
europa abgewendet worden ist, ist allein dem deut- richtet und andere Menschen zwingt, in ihm zu le-
schen Rußlandkämpfer zu verdanken. Und das stellt ben. Das geht über die Demütigung der geistigen
vielleicht die größte Leistung des deutschen Solda- Abtrennung noch hinaus, dann wird das Reich der
ten im Zweiten Weltkrieg dar.” verkehrten Welt aufgerichtet. […] Der Teufel ist
Eine große Tageszeitung wie die FAZ darf aufgrund nicht der Töter, er ist Diabolos, der Verleumder, ist
der Anforderungen der “political correctness” solche der Gott, in dem die Lüge nicht Feigheit ist, wie im
Erkenntnisse natürlich nicht offen präsentieren. Immer- Menschen, sondern Herrschaft. Er verschüttet den
hin tauchen sie gelegentlich im Forum der Leserbriefe letzten Ausweg der Verzweiflung, die Erkenntnis, er
auf. So konnte Prof. Dr. Karl-Hartmut v. Wangenheim stiftet das Reich der Verrücktheit, denn es ist Wahn-
darauf hinweisen,41 sinn, sich in der Lüge einzurichten.”
“daß es Stalin 1941 nur infolge eines besonderen Ein Leserbriefschreiber bekannte der FAZ:44
Umstandes nicht gelang, ganz Europa durch einen “Nur eine Träne des unendlichen Leids kann ich
mit gewaltiger Übermacht geführten Überra- hier vergießen, das Geschichtsbeuger oder – mit
schungsangriff zu unterwerfen.” ‘political correctness’ – ‘Erfinder’ auf ihr Gewissen
Auch der Zeitgenosse, der die revisionistische Lite- geladen haben. Erbrechen müßte ich wie ein Vulkan,
ratur nicht zur Kenntnis nimmt, kann so erfahren, wie es gereizt durch widerwärtige Geschichtsverdrehun-
denn wirklich war. gen.”
Auch ausländische Fachleute nehmen Anstoß an un- Die Lüge also ist die Grundlage der neuen Europäi-
serem antideutschen Gedenkkult. So schrieb bereits schen Gemeinschaft unter dem Banner der zwölf Ster-
1986 ein Professor für moderne Geschichte an der Uni- ne, die die zwölf Stämme Israels symbolisieren, hat
versität Rom und Mitglied des Europäischen Parlaments doch die Schriftstellerin Ida Friederike Görres, gebore-
in Straßburg, Rosario Romeo, in einem Leserbrief:42 ne Gräfin Coudenhove-Kalergi, das “Logo der zwölf
“Ich habe mit einer gewissen Verwunderung fest- Sterne” für die Europäische Gemeinschaft entworfen,
gestellt, daß man sich in Deutschland immer noch unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Mitglieds-
ernsthaft die Frage nach der Rolle der Wehrmacht staaten.45 Die Idee geht auf den Text der Apokalypse
in der deutschen Militärgeschichte und damit nach (Offenbarung) zurück. Den Text dieses letzten Buches

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 325


Ernst Manon, “Warum wir belogen werden”, S. 321-326

28
der Bibel hatte der britische Autor Will Self für die 29
Germany Revisited; Victor Gollancz, London 1947, S. 24-26.
Avantgarde für Europa - Ausländische Freiwillige in Wehrmacht und
Buchreihe des schottischen Verlages Canongate nach- Waffen-SS; Pour le Mérite, Selent 2004, S. 12.
gelesen: “Ich habe die Offenbarung einmal gelesen und 30
Ebenda, S. 6.
31
ich wollte sie nie wieder lesen.” Sie sei heute Focus für “Zionism versus Bolshevism - A struggle for the soul of the jewish peo-
ple” in: Illustrated Sunday Herald vom 8. Februar 1920, S. 5.
die geistig Verwirrten geworden, die archaische Poesie 32
“Die Brüsseler Republik” in: Der Spiegel Nr. 52/1999, S. 136.
lebe in der modernen Vorstellung von der Apokalypse 33
“Im Brüsseler Sowjetsystem” in: FAZ vom 10. Mai 2000, S. 13.
weiter.46 Louis de Berières, der das Buch Hiob lesen
34
S. Gruber, Wien.
35
Bright-Rainbow, La Mancha 2003.
sollte, meinte, man müsse schließen, daß “Gott ein 36
“Schlachthaus Europa” in: FAZ vom 29. November 2000, S. 65.
wahnsinniger, blutdürstiger und kapriziöser Despot ist, 37
Produktion Nr. 20, vom 13. Mai 2004, S. 1.
38
oder daß wir in all dieser Zeit versehentlich den Teufel Der Weg ist das Ziel; Lamuv, Göttingen 1995, S. 36 f.
39
Zitiert in der FAZ vom 15. April 1998, S. 41.
angebetet haben.”47 40
Bilanz der Kriegsgeneration - Ein Beitrag zur Geschichte unserer Zeit. 6.
Na ja – vielleicht hat er ja an diese Stelle im Johan- Aufl., N. G. Elwert, Marburg 1981, S. 54.
41
nesevangelium gedacht:48 42
“Nichts für einen Quisling” in: FAZ vom 23. Dezember 1995, S. 11.
“Kriegsverbrechen nicht Monopol der Deutschen” in: FAZ vom 10. April
“Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach 1986, S. 10.
43
eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder 44
Moral und Hypermoral; 3. Aufl., Athenäum, Frankfurt a.M. 1973, S. 185.
Harry Lauterbach in: FAZ vom 20. November 1997, S. 15.
von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; 45
Leserbriefhinweis in: FAZ vom 13. Februar 1995, S. 10 und in: Die Welt
denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge vom 26. August 1998, S. 12.
46
redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist Petra Steinberger: “Am Anfang war der Mord – Wie 12 Autoren die Bi-
bel besser machen wollten” in: SZ vom 30. Oktober 1998, S. 13.
ein Lügner und ein Vater derselben.” 47
Ebenda.
48
Kap. 8, 44. Manchmal hat die Bibel ja vielleicht doch recht.
Anmerkungen
Hervorhebungen durch den Verfasser.
1
“Es existiert gar nicht” in: SZ vom 7./8./9. Juni 2003, S. 13.
2
Ebenda.
3
“Die Erosion der Demokratie im Westen” in: SZ vom 14./15. August
2003, S. 12.
4
Ebenda.
5
“Treuherzig - Wolfgang Schäuble schminkt der CDU das Völkerrecht ab”
in: FAZ 30. April 2003, S. 37.
6
Merve Verlag, Berlin 2003; s.a. meinen Artikel “Was Sie schon immer
über Dekonstruktivismus wissen wollten, sich aber nicht zu fragen ge-
trauten” in: VffG 1/2004, S. 99 ff.
7
Möglicherweise hat ja auch Saddam Hussein selbst nicht gewußt, daß er
keine Massenvernichtungswaffen im Lande hatte.
8
Sibylle Tönnies: “Altes Spiel - Robert Kagan räumt auf” in: FAZ vom 7.
April 2004, S. N 3.
9
“Unsere Notwahrheiten” in: FAZ vom 31. Januar 2004, S. 33.
10
Daniel Lerner: Sykewar; G. W. Stewart, 1949, S. 285.
11
“Bayern bezahlt Amerika” in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
vom 7. Oktober 2001, S. M 2.
12
Dieter Bartetzko, “Korn” in: FAZ vom 28. September 1999, S. 49.
13
Historische Existenz, Piper, München 1998, S. 658.
14
“Das Bewältigungssyndrom” in: Die politische Meinung, Nr. 338/Januar
1998, S. 35.
15
1984; Ullstein, Frankfurt a. M.1984, S. 212/213.
16
“Das Beneš-Gesetz als Schutzwall” in FAZ vom 6. März 2004, S. 12. Es
dürfte außer Frage stehen, daß es noch zahlreiche weitere Gründe gibt,
weshalb wir belogen werden.
17
FAZ vom 9. November 1994, S. 1.
18
FAZ vom 3. April 2004, S. 33.
19
Die Deutschen und ich; Henry Nannen, Hamburg 1961, S. 288.
20
New York Times Magazine vom 6. Mai 1934.
21
Die deutsche Kriegsschuldfrage, Grabert, Tübingen 1968.
22
Zitiert in Rudolf Czernin: Das Ende der Tabus. Aufbruch in der Zeitge-
schichte; 5. Aufl., Leopold Stocker, Graz/Stuttgart 2001, S. 13.
23
24. November 1986; zitiert in VffG Heft 2/2002, S. 200.
24
Edmund Silberner: Sozialisten zur Judenfrage; Berlin 1962, S. 292; hier
nach Heinz Nawratil: Vertreibungsverbrechen an Deutschen - Tatbe-
stand, Motive, Bewältigung; Universitas, München 1982, S. 220/221.
25
Nach Heinz Nawratil: Der Kult mit der Schuld - Geschichte im Unterbe-
wußtsein; Universitas, München 2002, S. 81.
26
Ebenda, S. 80; hier zitiert nach Konrad Löw: Die Schuld - Christen und
Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart; Ingo Resch,
Gräfelfing 2002, S. 282.
27
FAZ vom 14. Januar 1998.

326 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Carlo Mattogno, “ Nachruf: Erinnerungen an Russell Granata (22.8.1923 – 14.8.2004)”, S. 327f.

Nachruf

Erinnerungen an Russell Granata (22.8.1923 – 14.8.2004)


Von Carlo Mattogno

Meine ersten revisionistischen Schriften erschienen Dolmetscher, sondern auch mein Mitredner, weil auch
1985. Einige Jahre darauf knüpfte ich erste Kontakte er das Podium bestieg und neben mir stand; ich las je-
mit dem Institute of Historical Review, zu dessen eifrig- weils einen Abschnitt auf Italienisch, und er übersetzte
sten Anhängern Russell damals bereits gehörte. Er war ihn ins Englische. Wir hatten oft üben müssen, ehe die
italienischer Abstammung, doch seine Eltern wollten Synchrondarstellung klappte! Nach vollbrachter Aufga-
angesichts der zu jener Zeit in den USA herrschenden be brachte mich Russell mit dem Auto an die Küste der
Atmosphäre zu ihrem eigenen Besten das Band kappen, Halbinsel Baja California. Es war eine herrliche Reise
das die Familie mit ihrem Mutterland verband, und be- an die Strände Mexikos.
schlossen, ihrem Sohn die italienische Sprache nicht Im folgenden war Russell mehrfach Gast in meinem
beizubringen. Dadurch, so hofften sie, würden sie ihn Hause, manchmal alleine, manchmal mit Doris zusam-
vor dem schlechten Ruf bewahren, der den italienischen men. So lernte er die Erde seiner Vorfahren besser ken-
Emigranten zu jener Zeit durch die nen und sog deren Lebenselixier in
Schuld einer kleinen Minderheit von vollen Zügen ein, doch genoß er auch
Verbrechern anhaftete. ihre Speisen und Weine in höchstem
Als er bereits ein reifes Alter er- Maße. Seine Jugendhaftigkeit prägte
reicht hatte, spürte Russell, wie das auch seinen inbrünstigen Wunsch
Blut seiner Ahnen in ihm wach wur- nach Kontakten zu seinen Mitmen-
de, und er wollte zu seinen Wurzeln schen. Manchmal verschwand er mir
zurückkehren, indem er vor allem die nichts dir nichts, und ein wenig später
Sprache seiner Eltern erlernte und fand ich ihn in einem Laden wieder,
sich dem italienischen Kreis anschloß, wo er in aller Seelenruhe mit irgend
der nicht weit von seiner Wohnung jemandem plauderte. Sämtliche meine
entfernt entstanden war. Der nächste, Freunde wurden auch zu den seinen,
logische Schritt war dann, daß er Ita- und sie alle empfingen ihn stets herz-
lien besuchte, die Heimat seiner Vor- lich und begegneten ihm mit größter
fahren, zu der er sich inzwischen im- Umgänglichkeit.
mer stärker hingezogen fühlte. Vielleicht war auch dies 1994 weilte ich zum zweiten Male als Gast in sei-
ein Grund dafür, daß er sich mit mir in Verbindung set- nem Haus, und zwar anläßlich meiner Teilnahme an der
zen wollte. 12. internationalen Revisionisten-Konferenz. Bei die-
Unserem ersten telefonischen Kontakt schloß sich sem Treffen von Gelehrten fiel er durch seine Beschei-
schon sehr bald ein lebhafter Briefwechsel an. Russel denheit auf; er vermied es stets, sich in den Vorder-
war an meinen Schriften interessiert und begann, sie ins grund zu drängen und begnügte sich damit, sich als
Englische zu übersetzen. Es dauerte nicht lange, und er mein Freund und Übersetzer vorzustellen. Er war sich
wurde zum wertvollen Verbindungsmann zwischen mir sehr wohl bewußt, daß sein Talent in erster Linie auf
und dem Institute for Historical Review. Wahrschein- dem organisatorischen Gebiet lag, und dieses Talent
lich war es seiner Beharrlichkeit zu verdanken, daß man machte er sich zunutze, indem er seine eigene, wichtige
mich zur 9. internationalen Revisionistenkonferenz im Website sowie einen Verlag – Granata Publishing – ins
Jahre 1989 einlud. Schon bei unserer ersten persönli- Leben rief. Auf seiner Website erhielt ich eine eigene
chen Begegnung lernte ich seine Freundlichkeit, seine Seite, die mit der Zeit Dutzende von Artikeln umfaßte,
würdevolle Gesetztheit, seinen praktischen Sinn und welche er regelmäßig ins Englische übertrug.
dann auch seine Großzügigkeit schätzen. Im Anschluß an die Konferenz erörterten Russell,
Russell nahm mich in sein Haus auf, wo sich seine Jürgen Graf und ich das Projekt einer Reise nach Mos-
Gattin Doris als liebenswerte und leutselige Gastgeberin kau, wo das Archiv der Zentralbauleitung von Au-
erwies. Mir bot sich auch Gelegenheit, seine drei präch- schwitz aufbewahrt wurde. Nachdem Jean-Claude Pres-
tigen Töchter kennenzulernen, auf die er unmäßig stolz sacs zweites Buch erschienen war, das sich in erhebli-
war. chem Maße auf die Moskauer Dokumente stützte, nahm
Bei der Konferenz war er nicht nur mein offizieller unser Plan rasch konkrete Gestalt an.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 327


Carlo Mattogno, “ Nachruf: Erinnerungen an Russell Granata (22.8.1923 – 14.8.2004)”, S. 327f.

Vor meiner Heimkehr nach Italien organisierte Doris zwanzig Personen – durchwegs enge Freunde – am
für uns eine Reise in den Giant Forest, den Riesenwald, fürstlich gedeckten Tisch eines Restaurants mit ihm an.
der im Sequoia National Park liegt. Eine Glanzidee! Der Am 6. und 7. Oktober 2002 fand in Triest die erste
Anblick der gigantischen, viele Jahrhunderte alten internationale italienische Revisionistenkonferenz statt,
Mammut-Bäume erfüllte Russell und mich mit ehr- die eine Alternative darstellten sollte zu der im März
fürchtigem Staunen. desselben Jahres vom Institute for Historical Review
1995 wollte Russell an unserem russischen Abenteu- sowie der Schweizer Vereinigung Vérité et Justice in
er teilhaben. Er fand sich frühzeitig in meinem Haus Beirut geplanten, jedoch aus politischen Gründen ver-
ein, denn vor der Reise wollten wir noch einige Kon- botenen Konferenz über Revisionismus und Zionismus
taktpersonen in Deutschland besuchen. Auf dem Rück- darstellten sollte. Russell gehörte zu den Rednern. Mit
weg machten wir in Basel halt, wo wir Jürgen Graf tra- bewundernswertem Schneid und beneidenswerten En-
fen. Drei Wochen darauf, Mitte Juli, flogen Russell und thusiasmus flog er allein von Los Angeles nach Italien
ich in die russische Hauptstadt, wo Jürgen am Flugha- und hielt bei der Konferenz ein antikonformistisches
fen auf uns wartete. Referat über den Anschlag auf die Zwillingstürme in
Ich erinnere mich an einen kuriosen Zwischenfall. New York. Ehe er in die Heimat zurückflog, hatte ich
Vor der Abreise bat mich Russell, ihn nach Rom zur noch das Vergnügen, ihn ein paar Tage als Gast zu ha-
US-Botschaft zu begleiten, wo er eine 100-Dollar-Note ben und von seinen Erfahrungen berichten zu hören.
in Eindollarnoten wechseln wollte. Irgend jemand hatte Vor einem Jahr, im August 2003, begleitete Doris
ihm nämlich weisgemacht, in Moskau sei dies das beste ihren Mann anläßlich dessen achtzigsten Geburtstags
Zahlungsmittel. Wir merkten dann aber rasch, daß dies nach Valledolmo, jenem sizilianischen Weiler, von wo
gar nicht stimmte, denn nur die Touristenstände akzep- aus seine Großeltern ihre Reise über den großen Teich
tierten die kleinen Dollarnoten. angetreten hatten und wo noch entfernte Verwandte von
Die Moskauer Erfahrung war unvergeßlich, nicht ihm lebten. Für Russell war es also eine Art Heimkehr
nur, weil wir Zugang zu den Archiven mitsamt ihren zu den Ursprüngen. Bald darauf fand meine letzte Be-
Urkunden erhielten, sondern vor allem auch, weil wir gegnung mit ihm statt. Er hatte mich rechtzeitig über
das Alltagsleben russischer Durchschnittsmenschen sein Kommen unterrichtet, und wir holten ihn in Fiumi-
kennenlernen konnten. Russell und ich wurden bei einer cino ab, jener Stadt, wo sich der internationale Flugha-
Familie untergebracht, die dann bald verreiste und uns fen Leonardo da Vinci befindet.
die ganze Wohnung zur Verfügung stellte. Jürgen lebte Er bezog mit Doris in einem Hotel Quartier, wo ich
bei einer anderen Familie. Da wir auf uns gestellt wa- mitsamt meiner Familie zu ihm stieß. Vom Granatap-
ren, mußten wir alles selbst tun: Einkaufen, kochen, felbaum meines kleinen Gartens hatte ich für ihn die
Geschirr waschen, putzen. Wir mußten uns auch selb- schönste Frucht gepflückt, wußte ich doch, daß er den
ständig fortbewegen, zumindest bis zu dem Ort, wo wir Granatapfel – auf italienisch “Granata”, wie auch sein
uns jeweils mit Jürgen trafen. Nach anfänglichen Familienname lautete – als Symbol seines Geschlechts
Schwierigkeiten wurden auch diese kleinen Reisen zum betrachtete. Wir verbrachten einen ausgelassenen und
Vergnügen, da wir das System der Untergrundbahn bald heiteren halben Tag zusammen, taten uns an Wein güt-
begriffen hatten. Nachdem wir mehrere Archive aufge- lich, prosteten einander zu und spazierten die Strand-
sucht hatten, trafen wir auch zu zweit im Russischen promenade entlang.
Zentralen Staatsarchiv ein, wo wir dank Russell zuge- Voller Stolz überreichte er mir eine CD. Bei den
lassen wurden. Festlichkeiten anläßlich seines Geburtstages hatte er aus
Unser amerikanischer Freund trug stets seine Video- voller Inbrunst gesungen und sich an ein professionelles
kamera bei sich, von der er auch in den unerwartetsten Aufnahmestudio gewandt, wo er mit melodiöser Stim-
Augenblicken Gebrauch machte, wobei er die Aufnah- me alte italienische und amerikanische Schlager sang
men auf einem Tonband kommentierte. In Moskau und aufnehmen ließ. Für mich ist dies die letzte, klang-
drehte er einen lehrreichen Film mit vielen Szenen aus volle Erinnerung an einen aufrichtigen und treuen
dem Alltag, doch auch mit zahlreichen Bildern der Freund, der mit Leidenschaft und Eifer zum Fortschritt
künstlerischen Sehenswürdigkeiten der Stadt, die wir der revisionistischen Sache beigetragen hat.
zusammen mit Jürgen und seiner russischen Gastgebe- Aus dem Italienischen übertragen von Jürgen Graf
rin in unserer Freizeit rege besuchten.
Nach unserer Rückkehr aus Moskau blieb Russell Anmerkungen der Redaktion: C. Mattognos Inter-
noch einige Wochen bei mir, weil er bei uns seinen 72. net-Dokumente befinden sich nun auf
Geburtstag feiern wollte. Am 22. August stießen rund www.vho.org/GB/c/CM.

328 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Legenden, Lügen, Vorurteile: Englands Keele-Universität macht Holocaust-Propaganda”, S. 329f.

Legenden, Lügen, Vorurteile


Englands Keele-Universität macht Holocaust-Propaganda
Von Germar Rudolf

Ich glaube, es war Ende der neunziger Jahre, als ein die Seite zeitweise geschlossen werden mußte.
kleiner Nachrichtenartikel in England erwähnte, daß Wie üblich, war die Aufregung der Medien über die-
Millionen von Luftbildern der englischen Luftwaffe aus se “Entdeckung” — die durch den selbstlosen Einsatz
der Zeit des Zweiten Weltkriegs (und vielleicht auch ei- eines einzigen, fast unbekannten Revisionisten ermög-
nige von den Briten nach Kriegsende erbeutete deutsche licht wurde – angefüllt mit den üblichen Lügen. So gab
Luftwaffen-Bilder) im Archiv der Universität Keele la- der Spiegel zum Beispiel am 19.1.2004 unter der Über-
gern. Niemand sonst schien dem Artikel viel Aufmerk- schrift “Fünf Millionen Bilder des Grauens” eine Agen-
samkeit zu schenken. Ich lebte damals in England, und turmeldung von Reuters wieder:
während einer meiner Treffen mit meinem revisionisti- “Brennende Leichen im KZ [...] KZ Auschwitz am
schen Freund Jeff Roberts diskutierten wir dieses The- 23. August 1944: Weiße Rauchwolke von brennen-
ma. (Roberts hat Carlos W. Porters Website den Leichen [...]. Eines der Fotos zeigt das Konzen-
www.cwporter.com geschaffen). Wir kamen überein, trationslager von Auschwitz auf dem Höhepunkt des
daß es notwendig sei, Zugang zu diesem Archiv zu be- Vernichtungswahns. Auf dem Bild wälzt sich eine
kommen, in der Hoffnung, mehr Luftbildbeweise zu weiße Wolke über das Land. Sie stammt nach Anga-
angeblichen Tatorten des Holocaust zu bekommen. ben des Nationalarchivs aus einem Massengrab und
Jeff reiste anschließend viele Male zur Universität nicht aus dem Schornstein eines Krematoriums.
Keele. Er fand, daß die Universität neben britischen 1943 und 1944 wurden rund 430.000 ungarische
auch eine große Menge erbeuteter deutscher Luftbilder Juden in Auschwitz ermordet – zu viele, um in den
besaß, viele davon von Gebieten an der Ostfront. Die Verbrennungsöfen des Vernichtungslagers einge-
Filme waren in völliger Unordnung, äschert zu werden. [...] ‘Die Bil-
und das Archiv war wegen Geld- der haben mich sehr bewegt’,
mangels von der Auflösung bedroht. sagt Allan Williams von den bri-
Nach vielen Besuchen und vielen tischen Aerial Reconnaissance
Gesprächsstunden mit den Verant- Archives an der Keele University.
wortlichen gelang es Jeff schließlich, ‘Meines Wissens gibt es sonst
ein Projekt zur Organisation dieser keine Aufklärungsfotos von Au-
Bilder zu starten, bei dem er selbst- schwitz aus dieser Zeit.’”
los mithalf, und er erwähnte mir ge- Das ist freilich falsch, zumal die
genüber sogar vor etwa zwei Jahren, USA einige ihrer Bilder dieses La-
daß er anscheinend Erfolg damit ha- gers, die von U.S. und kanadischen
be, die Universität Keele davon zu Luftaufklärern gemacht wurden, be-
überzeugen, diese Bilder der Öffent- reits 1979 veröffentlichten,2 und
lichkeit mittels des Internets zugäng- John C. Ball veröffentlichte seine
lich zu machen. Analyse vieler der in den U.S. Na-
Mitte Januar 2004 verkündeten tional Archives lagernden Luftbilder
dann tatsächlich die internationalen bezüglich angeblicher Holocaust-
Medien, daß die Universität Keele Bild wie vom Spiegel veröffentlicht;1 Tatorte bereits 1992.3
unten: Ausschnittsvergrößerung mit
nun einige dieser Luftbilder auf ihrer Aus der Serie der nun veröffent-
Beschriftung (Smoke=Rauch, Fi-
Webseite anbietet, erhältlich über re=Feuer) lichten britischen Bilder errang eines
www.evidenceincamera.co.uk/. Lei- besondere Aufmerksamkeit: ein Foto
der aber scheinen bisher nur briti- des Lagers Auschwitz-Birkenau vom
sche Luftbilder angeboten zu wer- 23. August 1944 (siehe unten sowie
den, nicht aber die erbeuteten deut- den erwähnten Spiegel-Artikel).
schen. Darauf erkennt man Rauch, der aus
Wegen des massiven öffentlichen einem kleinen Areal nördlich des
Interesses überschritt der Daten- Krematoriums V aufsteigt, also dem
durchsatz des Servers der Universität gleichen Gebiet, wo schon auf einem
allerdings die erlaube Menge, so daß Bild vom 31.5.1944 ein wenig

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 329


Germar Rudolf, “Legenden, Lügen, Vorurteile: Englands Keele-Universität macht Holocaust-Propaganda”, S. 329f.

Rauch zu sehen ist, was bereits von Ball veröffentlicht legt, daß am 23.8.1944 ein Feuer mäßiger Größe nörd-
und ausgewertet wurde. lich des Krematoriums V brannte, so zeigt es nicht, was
Aber bevor man ausruft “Da ist der Beweis für die in diesem Feuer verbrannt wurde. Aber das Bild wider-
Gaskammern, für die Vernichtung, für Massenmord, für legt – genau wie alle anderen ähnlichen kanadischen
den Holocaust!”, darf ich den Leser daran erinnern, daß und US-amerikanischen Bilder – die Behauptungen
in diesem Bild Rauch aus einem Areal von maximal über eine Massenvernichtung mit anschließender Mas-
100 m2 aufsteigt. Wenn man allerdings Zeugenbehaup- senverbrennung in riesigen Gruben. Dieses auf der gan-
tungen sowie der etablierten Version des “Holocaust” zen Welt verbreitete Bild, das angeblich den Holocaust
folgt, so lagen jene Gruben, in denen Zigtausende von in Auschwitz beweisen soll, beweist daher das genaue
Juden eingeäschert worden sein sollen, außerhalb des Gegenteil: der Holocaust ist eine Lüge, und die Medien
eigentlichen Lagergeländes nahe der sogenannten Bun- lügen zu diesem Thema weiterhin, daß sich die Balken
ker, und sie würden eine Fläche von vielen zigtausend biegen.
Quadratmetern bedeckt haben, wenn man in der Lage
gewesen wäre, dort derart viele Leichen einzuäschern. Anmerkungen
Zusätzlich dazu müßten wir erwarten, in diesen Bildern 1
www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-282533,00.html
nicht nur Rauch zu sehen, sondern zudem andere offen- 2
D.A. Brugioni, R.G. Poirer, The Holocaust Revisited: A Retrospective
sichtliche Spuren von: Gruben, Hügel von Erdaushub, Analysis of the Auschwitz-Birkenau Extermination Complex, U.S. De-
partment of Commerce, National Technical Information Service, Spring-
Stapel von Holz als Brennstoff, eine weite Gegend um field 1979.
3
diese Dinge herum gezeichnet von menschlicher Aktivi- J.C. Ball, Air Photo Evidence. Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Sobibor,
Bergen Belsen, Belzec, Babi Yar, Katyn Forest, Ball Resource Services
tät (d.h. vom Transport von Leichen, Brennstoff, Asche Limited, Delta, B.C. Canada, 1992. Online: www.air-photo.com; vgl.
usw.), was zur Zerstörung der Vegetation in dieser Ge- auch die aktualisierte Fassung in Germar Rudolf (Hg.), Dissecting the
gend geführt hätte. Holocaust, 2. Aufl, Theses & Dissertations Press, Chicago, IL, 2003, S.
269-282 (www.vho.org/GB/Books/dth/fndaerial.html)
Nichts dergleichen ist auf den zwischen Mai und
September 1944 über Auschwitz aufgenommenen Luft-
bildern zu erkennen.
Obgleich dieses Foto der britischen Luftwaffe nahe-

Lügen über Marzobotto


Von Walter Lüftl

Seit kurzem stehen in La Spezia, Italien, drei Greise kommunistischen Partisanen umgebrachte nichtkom-
vor Gericht, allesamt ehemalige deutsche SS-Offiziere: munistische Partisanen und von Partisanen umgebrachte
Gerhard Sommer, Ludwig Sonntag und Alfred Schö- Faschisten, ferner Opfer alliierter Bomber und Artille-
nenberg. Alle drei gehörten im Zweiten Weltkrieg zur rie.
16. Panzergrenadierdivision “Reichsführer SS”. Ihnen Die “mehr als 1800 Toten” des Presse-Korrespon-
wird vorgeworfen, sich in Italien an Massenmorden an denten sind also keinesfalls alle Opfer eines Blutrau-
der Zivilbevölkerung beteiligt zu haben. sches der SS. Wie viele Opfer die SS tatsächlich zu ver-
Im Zusammenhang mit diesem Prozeß verbreitet treten hat, ist mir unbekannt. Aber es ist auch hinsicht-
Paul Kreiner in der Nummer vom 12. August 2004 der lich der von Kreiner erwähnten “mindestens 560 Opfer
österreichischen Tageszeitung Die Presse eine ausge- in Sant Anna” jedenfalls zu bezweifeln, daß die SS-
sprochene Desinformation über die Vorgänge im italie- Männer “sogar Ungeborene aus den Bäuchen ihrer Müt-
nischen Ort Marzobotto gegen Ende des Zweiten Welt- ter geschnitten hätten.” Bei allem Respekt für die Er-
krieges. Dort soll die deutsche SS ein Massaker verübt zählungen der überlebenden “Zeitzeugen”, aber welche
haben, bezüglich dessen Kreiner schreibt: Truppe der Welt hat bei Partisaneneinsätzen Zeit für
“eines der schlimmsten Überfälle in Marzabotto solche Greueltaten? Und warum sollten sie sich die
Ende September 1944 mit mehr als 1800 Toten.” Uniformen blutig machen? Diese Meldung erinnert an
Unter dem Titel “Eine kolossale Mystifikation” die abgehackten Hände der belgischen Kinder im Ersten
konnte man der italienischen Wochenzeitung Gente in Weltkrieg.
einer Fortsetzungsserie vom 3. November bis zum 1. Ich bin neugierig, was das Beweisverfahren im
Dezember 1961 (sic!) entnehmen, daß die “1830 Toten Strafprozeß diesbezüglich in der Hauptverhandlung vor
von Marzabotto” alle Menschen beinhaltet, die je in der dem Militärtribunal in La Spezia ergeben wird. Paul
Zeit vom 8. September 1943 bis zum 1. November 1944 Kreiner (offenbar in der Gnade der späten Geburt!)
(nach anderen Quellen gar bis zum 25. April 1945) in möchte ich raten: er soll nicht gleich alles glauben, son-
der ganzen Region aus irgendeinem Grunde umge- dern sorgfältiger recherchieren.
kommen sind. Darin eingeschlossen sind auch von
330 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3
Doris Hartmann, “Legenden, Lügen, Vorurteile: Die Mermelstein-Lüge”, S. 331-333

Die Mermelstein-Lüge
Von Doris Hartmann

Einer der aktivsten deutschen Revisionisten-Gegner, “Die Schmach des Vergessens” ausgestrahlt, der den
Jürgen Langowski, betreibt im Internet eine Seite mit Prozeß und auch das Urteil des Richters im “Mermel-
Namen “Holocaust-Referenz. Argumente gegen Au- stein-Prozeß” wiedergibt.
schwitz-Leugner” (h-ref.de). Sie ist eng mit dem “In- Ein sehenswerter Film. Allerdings entspricht er nicht
formationsdienst gegen Rechtsextremismus” (idgr.de) ganz der vorstehenden Darstellung des IDGR.
von Margret Chatwin verknüpft. Das IHR bot demjenigen eine Summe von $50.000
Unter dem Titel “Das ‘Institute for Historical Re- an, der “nachweisbare Sachbeweise für die Vernichtung
view’ – Die kalifornische Denkfabrik der Holocaust- von Juden in Gaskammern” erbringen könne. Das IHR
Leugner”1 liest man dort: sah in den Behauptungen von Zeugen diesen Beweis als
“Deutsche ‘Revisionisten’ wollen uns einreden, nicht erbracht an - und verweigerte die Zahlung an
die deutschen Gesetze wären der objektiven For- Mermelstein. Darauf klagte dieser in einem “Zivilpro-
schung im Weg und der große Durchbruch werde zeß” auf die Geldsumme.
kommen, sobald man die Geschichte der Judenver- Bei jedem Prozeß liegt die “Beweislast” beim An-
nichtung frei von Zwängen untersuchen dürfe. Sie kläger. Folglich ist es nicht die Aufgabe des “Beklag-
übersehen dabei, dass das IHR seit seiner Gründung ten”, überzeugendes Material zu präsentieren und nach-
frei forschen darf und dass es angeblich sogar ei- zuweisen, daß die (vom “Kläger” behaupteten) Massen-
gens zu diesem Zweck (‘research’) gegründet wor- vergasungen nicht stattgefunden haben. Das Argument,
den ist. In den USA gibt es, anders als in Deutsch- daß in einem Mordprozeß schon die Aussage eines ein-
land, keine Gesetze, die einen ‘Revisionisten’ beim zigen Augenzeugen genügt, wäre evtl. als gegeben an-
Lügen stören könnten. zusehen, wenn eine solche nicht “physikalischen und
Eine erstklassige Gelegenheit wäre der Fall Mer- technischen Erkenntnissen der Wissenschaft” wider-
melstein gewesen. Das IHR hat 50.000 Dollar dem sprechen würde. Dazu ein Beispiel aus dem Protokoll
versprochen, der nachweisen könnte, dass in Au- des Frankfurter Auschwitz-Prozesses:2
schwitz Vergasungen stattgefunden haben. “25.000 Ermordete in 24 Stunden
Mel Mermelstein, ein Auschwitz-Überlebender Der 42 Jahre alte Prager Beamte Filip Müller,
und damit ein Augenzeuge, hat sich gemeldet. Was der in der eigentlichen Mitte des Vernichtungslagers
in jedem Mordprozess reicht - ein Augenzeuge -, war Birkenau arbeiten mußte, vor den Vergasungs-
den Herren ‘Revisionisten’ nicht genug. Das IHR anlagen und den Verbrennungsöfen, berichtet als
weigerte sich zu zahlen. Zeuge:
Mel Mermelstein hat geklagt, und das IHR wurde ‘[…] 1944, zur Zeit der Ankunft der Judentrans-
schließlich zur Zahlung von 90.000 Dollar (die aus- porte aus Ungarn, sei die Todesfabrik mit höchster
gelobte Summe plus 40.000 Dollar Schmerzensgeld) Kraft gelaufen. Das Sonderkommando habe etwa
verurteilt. neunhundert Mann umfaßt, es wurde an verschiede-
Dieser Prozess wäre eine
hervorragende Gelegenheit für
das IHR gewesen, überzeugen-
des Material zu präsentieren
und nachzuweisen, dass die
Massenvergasungen – wie vom
IHR behauptet – nicht stattge-
funden haben.
Aber wie es aussieht, sollte
das IHR nach mehr als zwei
Jahrzehnten sogenannter ‘For-
schung’ allmählich in Erwä-
gung ziehen, das Verfahren ein-
zustellen: aus Mangel an Bewei-
sen.”
Am 29.08.2000 wurde vom TV-
Sender TM3 ein als authentisch be-
zeichneter Film unter dem Titel
h-ref.de: Webseite der Mermelstein-Lügner

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 331


Doris Hartmann, “Legenden, Lügen, Vorurteile: Die Mermelstein-Lüge”, S. 331-333

nen Arbeitsstätten gearbeitet, ende schriftlich niedergelegt


ununterbrochen. und den Engländern überge-
Es kam in vierundzwanzig ben hat. Nach einigem Zögern
Stunden zur Vergasung von gibt Broad zu, daß er der al-
25.000 Menschen. In 46 gro- leinige Verfasser dieses Be-
ßen Öfen wurden die Leichen richts sei, schränkt jedoch ein,
verbrannt.’ er könne sich nicht für den
(Auf die Frage) Ob es noch ganzen Inhalt verbürgen, da er
eine andere Art gegeben habe, manches auf Hörensagen ge-
Kinder zu töten? schrieben habe.
‘Es war 1944, daß es zu […] Die Verhältnisse in
solchen Szenen gekommen ist Birkenau waren noch bei wei-
unter Oberscharführer Moll. tem unerträglicher als es
Er nahm das Kind von der schon in Auschwitz der Fall
Mutter weg, hat es weggetra- war. Mit jedem Schritt sank
gen, was ich gesehen habe im man tief in den zähen Morast
Krematorium IV, wo es zwei ein. […] Der täglich zweimal
große Gruben gegeben hat. Er durchgeführte Zählappell be-
hat die Kinder hineingeworfen deutete für die Gefangenen
in das kochende Fett von die- stundenlanges Stehen in Näs-
sen Leuten.’ se, Kälte und Sumpf. […]
[…] Staatsanwalt Kügler: Schließlich beschloß die
Ob es richtig sei, daß Häftlin- Lagerführung, auf ihre Weise
ge das in den großen Verbren- Von allen Holocaustern totgeschwiegen: Die diesem Elend ein Ende zu be-
nungsgruben von den Leichen Entlarvung von Mel Mermerlstein, dem Au- reiten. Tausende von Kriegs-
schwitz-Überlebenden und Auschwitz-
heruntertropfende Fett auf Lügner gefangenen wurden in einem
neue Leichen hätten schütten Wäldchen bei Birkenau er-
müssen? schossen und in mehreren
‘Das ist vollkommen richtig.’ Schichten übereinander in großen Massengräbern
Die vierzig Meter langen und ungefähr sechs bis vergraben. Die Gräber waren etwa 50 bis 60 Meter
acht Meter breiten und zweieinhalb Meter tiefen lang, 4 Meter tief und mochten ebenso breit sein.”
Gruben hatten an den Enden Vertiefungen, in die Wie man in einem Sumpfgelände in tiefen Gruben,
das Menschenfett hineingeflossen ist. Mit diesem (laut Filip Müller 2,5 m, laut Pery Broad sogar 4 m tief)
Fett mußten die Häftlinge die Leichen übergießen, Leichen “verbrennen” kann, (der Grundwasserspiegel
damit sie besser brannten.” lag laut Drainageplan zwischen 0,30 und 1,20 m unter
Lesen wir eine weitere Aussage des gleichen “Au- dem Gelände5) – bleibt ein noch zu lösendes physikali-
genzeugen” zum Grundwasser. Ein Zeuge berichtet sches Rätsel.
über Grundwasser in den Gruben. Es ist Filip Müller in Auch, wie man das “in den großen Verbrennungs-
seinem Buch Sonderbehandlung. Müller ist Angehöri- gruben von den Leichen heruntertropfende Fett” (unter
ger eines Sonderkommandos gewesen. Er berichtet von Wasser) auf neue Leichen schütten kann.6
einer Grube, in die Grundwasser eingesickert ist und in Soviel zu dem Wert von “ungeprüften” eidlichen
der man prüfte, wie hoch es stand:3 Aussagen von “Augenzeugen”. Im Mermelstein-Prozeß
“Dann forderte man uns auf, die Leichen in die konnte vom Kläger kein “sachlicher” Beweis erbracht
Grube zu werfen. […] Wir packten die Toten an den werden. Dennoch hat der Richter in einem “Zivilpro-
Händen und Füßen und warfen sie mit Schwung zeß” die “Tatsache des Holocaust und die Tötung in
möglichst weit zur Mitte der Grube hin. Sobald sie Gaskammern durch Zyklon-B” festgestellt und jede Re-
klatschend auf die Wasserfläche fielen, spritzte es vision seines Urteils durch eine höhere Instanz ausge-
nach allen Seiten. Danach lief das Wasser, wenn sie schlossen:7
wie die Mühlsteine auf den flachen Grund sanken, “Gemäß Beweisregel-Paragraph 452(h) stellt
über ihnen zusammen. “ dieses Gericht die Offenkundigkeit der Tatsache fest,
Ein weiterer Auszug dazu aus Bernd Naumanns daß Juden im Konzentrationslager Auschwitz in Po-
“Auschwitz” mit einer Beschreibung des Geländes in len während des Sommer 1944 zu Tode vergast wur-
4
Auschwitz-Birkenau: den. […] Zu diesem Sachverhalt gibt es keinen ver-
“Am 7. Juni wird der Broad-Bericht verlesen, je- nünftigen Disput, und er kann sofort und genau be-
ne Darstellung des Konzentrationslagers Auschwitz, stimmt werden durch den Rückgriff auf Quellen von
die der Angeklagte Pery Broad kurz nach Kriegs- vernünftigerweise unstrittiger Genauigkeit. Er ist

332 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Doris Hartmann, “Legenden, Lügen, Vorurteile: Die Mermelstein-Lüge”, S. 331-333

einfach eine Tatsache.” Anmerkungen


Damit wurde dem Beklagten das Recht verwehrt, ir- 1
http://www.h-ref.de/ar/ihr/ihr.shtml
gendeinen gegenläufigen Beweis vorzubringen: Ist ein 2
Bernd Naumann, Auschwitz, Athenäum-Verlag, Frankfurt 1965; zum
solches Urteil, das sich ohne sachliche Beweisprüfung, Frankfurter Prozeß gegen Mulka u. a., 4 Ks 2/63 (20. Dez. 1963), Auszug
aus der Beweisaufnahme am 1. Oktober 1964, S. 333f.
also ohne Beiziehung fachlicher Gutachter lediglich auf 3
Filip Müller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und
eine “Augenzeugenaussage” beruft und jede Revision 4
Gaskammern von Auschwitz, Verlag Steinhausen, München 1979, S. 36.
AaO. (Anm. 2), S. 200ff.
ausschließt, die “Bestätigung einer historischen Tatsa- 5
Siehe dazu Michael Gärtner, Werner Rademacher, “Grundwasser im Ge-
che”? Entspricht dies den (siehe oben) geforderten wis- lände des KGL Birkenau”, VffG, 2(1) (März 1998) S. 2-12.; C. Mattogno,
senschaftlichen Kriterien? “‘Verbrennungsgruben’ und Grundwasserstand in Birkenau”, VffG 6(4)
(2002), S. 421-424.
Entscheidend ist nun aber, daß es wenig später noch 6
Vgl. C. Mattogno, “Verbrennungsexperimente mit Tierfleisch und Tier-
einmal zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwi- fett”, VffG 7(2) (2003), S. 185-194.
7
schen dem IHR und Mel Mermelstein in der gleichen Im Original: “Under Evidence Code Section 452(h), this court does take
judicial notice of the fact that Jews were gassed to death at the Auschwitz
Sache kam. Da ein damaliger Mitarbeiter das IHR nach Concentration Camp in Poland during the summer of 1944 [...] It is not
diesem Verfahren Mel Mermelstein in einer Publikation reasonable subject to dispute, and it is capable of immediate and accurate
als Holocaust-Lügner bezeichnete,8 verklagte dieser das determination by resort to sources of reasonably indisputable accuracy. It
is simply a fact.”, nach: IHR Newsletter, Nr. 82, Oktober 1991, sowie M.
IHR erneut, und zwar diesmal auf Zahlung von 11 Mil- Weber, The Journal of Historical Review 3(1) (1982), S. 31-51.
lionen Dollar Schmerzensgeld. Während des im Jahr 8
Bradley Smith, IHR Newsletter, September 1985; vgl. IHR Special Back-
1991 durchgeführten Verfahrens konnte das IHR aller- ground Report, September 1991.
9
Mark I. Pinsky, “Doubters of Holocaust Win a Round in Court”, Los An-
dings durch mannigfache Beweise überzeugend darle- geles Times, (Orange County Edition), 25.9.1991, S. B9; vgl. auch IHR
gen, daß es sich bei Mermelstein tatsächlich um einen 10
Newsletter, No. 82, October 1991.
Theodore J. O’Keefe, “‘Best Witness’: Mel Mermelstein, Auschwitz and
mehrfachen Lügner handelt, so daß diesmal Mermel- the IHR“, in: The Journal of Historical Review, 14(1)(1994), S. 25-32;
stein am 19.9.1991 klein beigeben mußte. Dies sorgte Michael C. Piper, Best Witness. The Mel Mermelstein Affair and the Tri-
seinerzeit für ein relativ großes Medienecho.9 Mermel- umph of Historical Revisionism, Center for Historical Review, Washing-
ton 1994.
steins Berufung wurde am 28.10.1991 abgelehnt.10 Da- 11
Etwa Wolfgang Benz, “‘Revisionismus’ in Deutschland”, in: Brigitte
mit wäre der Beweiswert der Zeugenaussagen von Bailer-Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hg.), Wahr-
Mermelstein als angeblicher Zeuge der Gaskammern heit und Auschwitzlüge, Deuticke, Wien 1995, S. 43; Deborah E. Lipstadt
(Betrifft: Leugnen des Holocaust, Rio-Verlag, Zürich 1994, S. 174 bzw.
von Auschwitz hinreichend dargelegt. Fußnote 14, S. 300) gibt fälschlich an, das Verfahren sei im Mai 1992
Die Holocaust-Referenz erwähnt diese kapitale Nie- noch nicht abgeschlossen gewesen. Dort erwähnt sie ein Berufungsge-
derlage Mermelsteins nicht, genauso wie andere Revi- such Mermelsteins vom 4.5.1992, obwohl dessen Berufung bereits am
28.10.1991 vom kalifornischen Appellationsgericht abgelehnt worden
sionisten-Gegner.11 war.
Wer versucht nun, die “Geschichte zu klittern”? Wer
bringt an Stelle sachlich überprüfbarer Nachweise nur
diffamierende Bezeichnungen für Wahrheitssuchende
ein? Ja, bezichtigt sie sogar der Lügen! Ob damit die
Holocaust-Referenz IDGR (Informationsdienst gegen
Rechtsextremismus) den Anforderungen “wahrheitsge-
mäßer” Information entspricht, - oder nur ein weiteres
Organ zur Aufrechterhaltung der etablierten (lediglich
von Augenzeugen behaupteten, oder von “gefangenen
Tätern” wie Pery Broad bestätigten) Holocaustge-
schichte ist?
Darüber möge sich jeder selbst eine Meinung bilden.

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 333


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

Aus der Forschung

Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8


Von Germar Rudolf

Am 6.4.1958 ergeht gegen Klaus Dylewski ein dann bis zum Februar 1943 nach Auschwitz-Birkenau,
Haftbefehl mit dem Vorwurf, an Aussortierungen und wo er am Bahnhof Auschwitz Baumaterialien für die
Vergasungen von Häftlingen in Auschwitz beteiligt ge- Firma Huta abladen mußte (S. 1007). Am 5.5.1943
wesen zu sein (S. 988).1 Während seiner sich daran an- wurde er schließlich aus Auschwitz entlassen und arbei-
schließenden Vernehmung gibt Dylewski an, im Krieg tete bis Kriegsende in Salzgitter als Bergmann (S.
bei der Politischen Abteilung im Lager Auschwitz für 1008). Bei seiner Vernehmung am 25.4.1959 gibt Di-
Fluchtsachen verantwortlich gewesen zu sein. Auf bowski an, Grabner und Boger zwar dem Namen nach
Flucht und Fluchtversuch, so Dylewski, stand damals zu kennen, er weiß jedoch nichts Konkretes zu berich-
die Todesstrafe. In diesem Zusammenhang gibt er an, ten.
daß sein damaliger Vorgesetzter Grabner zu erwarten- Zu Vergasungen im Stammlager gibt er folgendes an
den Hinrichtungsbefehlen aus Berlin bisweilen vorgriff, (S. 1009):
wenn die Arrestzellen im Block 11 überbelegt waren. Er “Als die ersten russischen Kriegsgefangenen ins
sei damals davon ausgegangen, daß Grabner
dafür durch einen Sonderbefehl befugt gewe-
sen sei (S. 990). Bei den eigentlichen Hin-
richtungen will Dylewski nicht anwesend
gewesen sein, wohl aber bei Aussortierungen
ankommender Häftlinge, jedoch lediglich be-
obachtend, da diese Aktionen von der
Schutzhaftlagerführung durchgeführt worden
seien, ohne daß die Politische Abteilung
Handlungsbefugnisse gehabt hätte. Ihm habe
lediglich die Abschirmung der Transporte
obgelegen sowie die Durchsuchung der Wag-
gons auf sich versteckt haltende Häftlinge.
Daß diese Aussortierungen willkürlich erfolgt
seien, sei ihm damals nicht bewußt geworden.
Auch sei es bei seinen Verhören höchstens zu
Ohrfeigen gekommen, nicht aber zu schlim-
meren Mißhandlungen (S. 990R).
In einem längeren Schriftsatz argumentiert
Dylewskis Anwalt, sein Mandant habe unter
Befehlsnotstand gehandelt (S. 1002). Zudem
führt er entlastend an, Dylewski habe in ei-
nem Strafverfahren der SS, das gegen Grab-
ner wegen dessen unrechtmäßigen Handelns
Abbildung 1: Lageplan des Kriegsgefangenenlagers Au-
eingeleitet worden war, als Zeuge ausgesagt schwitz I (Stammlager), nach Informationsbroschüre des Staatli-
(S. 1004) wie auch sein Kollege Wilhelm chen Museums Auschwitz 1991.
Boger.2 Block 1 - 28: Wohnblocks. In Block 11 befand sich der Straf-
bunker, wo die erste Vergasung stattgefunden haben soll. Zwi-
Entlastender Belastungszeuge schen Block 10 und 11 befand sich die “Schwarze Wand”, wo Er-
Wegen seiner früheren Mitgliedschaft in schießungen durchgeführt wurden.
der KPD kam Wilhelm Dibowski im Mai a: Kommandantenwohnhaush: Krematorium I mit “Gaskammer”
1939 “für die Dauer des Krieges” in “Schutz- b: Hauptwache i: Wache beim Eingangstor
haft”, auch wenn damals noch gar kein Krieg c: Lager-Kommandantur (Blockführerstube)
herrschte. Im Januar 1941 kam er ins Stamm- d: Verwaltungsgebäude j: Lagerküche
e: SS-Lazarett (SS-Revier) k: Aufnahmegebäude
lager Auschwitz und im Winter 1941/1942 f,g: Politische Abteilung l: Warenlager, Theatergebäude

334 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

Lager kamen – es mögen insgesamt etwa 10000 ge- erregt. Wie hätte man denn diese Drohung bei Tausen-
wesen sein – habe ich eines Tages im Spätherbst den von Häftlingen in ihren Schlafblocks durchsetzen
1942 gesehen, wie Boger und Palitsch mit Gasmas- sollen? Hätte man bei Nacht wie eine wilde, besoffene
ken vom Block 18 – dem Block der Strafkompanie – Wildwest-Gang auf dunkle Fenster geballert, wenn man
kamen. Unter den Häftlingen wurde danach erzählt, dort auch nur schemenhaft Häftlingsgesichter erkannte?
es seien im Keller dieses Blocks etwa 800 russische Das Grundmuster von Dibowskis Aussage sieht tat-
Kriegsgefangene vergast worden. […] Am Tage des sächlich durchgehend wie folgt aus: “weiß ich aus eige-
dieser Vergasung vorausgegangenen Appells der nem Erleben nicht”, “Ich habe gehört”, “selbst nie ge-
russ. Kriegsgefangenen war bekannt gegeben wor- sehen”, “weiß ich nicht” “Er soll sich gebrüstet haben”
den, daß sich keiner am Fenster sehen lassen dürfe (S. 1010), “Durch polnische Häftlinge […] war […] be-
und daß bei Nichtbeachtung sofort geschossen wer- kannt geworden”, “Diese beiden […] haben mir er-
de. Ich will mich berichtigen; diese Bekanntgabe ge- zählt”, “Über Selektionen kann ich nichts angeben […].
schah beim Abendappell an dem Tage, als ich Boger Ich weiß auch nur von Hörensagen” “ich kenne kei-
und Palitsch mit der Gasmaske gesehen hatte. nen”, “aus einem Buch weiß ich den Namen Mengele”,
Trotzdem konnte ich von Block 9 aus sehen, wie ein “weiß ich aber nicht”, “sagt mir nichts” … (S. 1011) “
Häftlingskommando – ich habe 15 Mann so unge- Es war im Lager bekannt […]. Näheres darüber kann
fähr gezählt – auf einem Gummibereiften [sic] Wa- ich allerdings nicht aussagen.”, “Ich weiß […]. Doch
gen die Leichen der vergasten Russen zum kleinen auch hierüber kann ich keine näheren Angaben ma-
Krematorium gefahren hat. Dieses Kommando hatte chen” (S. 1012).
die ganze Nacht zu tun. Dieses Häftlingskommando Doch eines weiß er wenigstens mit Bestimmtheit (S.
muß aus Häftlingen des Krankenbaus bestanden ha- 1011):
ben, denn sie hatten weiße Anzüge an. Später hat “Über die großen Vergasungen in Birkenau kann
man gesprochen, daß dieses Kommando erschossen ich nichts aussagen, da diese m. Erachtens, da diese
wurde.” erst nach meiner Zeit in Auschwitz durchgeführt
Dies ist eine typische Aussage vom Hörensagen – wurden.”
“Unter den Häftlingen wurde danach erzählt”, “Später Dieser Zeuge war vom Winter 1941/1942 bis zum
hat man gesprochen” – angereichert mit persönlichen Februar 1943 in Birkenau, also genau zu jener Zeit, als
Eindrücken, die das Gerücht untermauern sollen: Die in den sogenannten Bunkern Zigtausende von Juden
Gasmasken – die von jeder x-beliebigen Entlausungsak- vergast worden sein sollen. Der Zeuge war zudem beim
tion stammen konnten –, der Wagen mit den Leichen – Aufbau des Lagers Birkenau beschäftigt, wußte also,
deren Todesursache bei Nacht und aus der Ferne kaum was dort vorging. Aber er wußte mit Bestimmtheit, daß
auszumachen war –, und die Drohung beim Appell da- es damals keine “großen Vergasungen” gab. Halleluja!
vor, die aus unendlich vielen anderen Gründen erfolgt Wie fürchterlich die SS in Auschwitz war, erkennt
sein kann. man an folgenden Passagen (S. 1012f.):
Die Probleme beginnen bei den Details. Die etablier- “Ich kannte noch den Oscha. Bischof, der bei der
te Geschichtsschreibung geht davon aus, daß dieser als Bauleitung war. […] Bischof hat nach 1945 in Essen
“erste Vergasung” beschriebene Vorfall im Spätsommer gewohnt, und ich [habe] ihn selbst einmal in Essen
1941 stattfand, nicht im Spätherbst;3 daß sie im Keller in seiner Wohnung aufgesucht. Ich besuchte ihn im
des “Bunker”-Blocks 11 durchgeführt wurde, nicht im Jahr 1950 und er wohnte damals in Essen, Klappstr.
Block 18; daß der direkte Weg vom Block 18 zum 78. Später verzog er nach Essen-Steele. […] Ich ha-
Krematorium nicht am Block 9 vorbeigeführt hat, von be einen Nachbarn, der bei der SS-Wachmannschaft
dem aus der Zeuge den Leichenwagen gesehen haben im KZ-Auschwitz war. […] ich kann über ihn nichts
will (vgl. Abb. 1). Schlechtes sagen, im Gegenteil, ich kann nur Gutes
Darüber hinaus straft auch die Logik den Zeugen über ihn sagen.”
Lügen: Denn wenn die SS einen Massenmord wie die-
sen geheimhalten wollte, so hätte sie ihn bestimmt nicht Clownerie
unter den Augen der Häftling durchgeführt, und sie hät- Auf ähnliche Weise vom Hörensagen weiß auch der
te schon gleich gar nicht erst mit dieser dramatischen, ehemalige Häftling Anton Glinski zu berichten, der
aber leeren Drohung die Aufmerksamkeit der Häftlinge ebenfalls am 25.4.1959 vernommen wurde. So führt er
aus, der SS-Mann Fritsch sein “ein
furchtbarer Mensch” gewesen,
“Einzelheiten” jedoch “vermag” er
“nicht mehr zu sagen”, was die
wohl am häufigsten verwendete
Formulierung dieses Zeugen ist, ne-
Wilhelm Dibowski weiß von nix… (Akten, S. 1011) ben seinem stereotypen “Es war im

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 335


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

Lager allgemein bekannt” (vgl. S. 1016).4 Häftlinge anschließend vergast worden sein sollen, weil
Ein anderes Stereotyp ist die Ansicht Glinskis, ledig- er danach von diesen Ausgesonderten “nie mehr einen
lich Polen seien in Auschwitz Opfer der wütenden gesehen” haben will (S. 1021). Schade bloß, daß es im
Gestapo geworden (“Es waren ausschließlich polnische Herbst 1941 in Auschwitz noch gar keine Gaskammer
politische Häftlinge”, die erschossen wurden, S. 1018), gab. Und die im Januar 1942 von ihm erlebte Verlegung
und am 11.11. jedes Jahres, dem polnischen National- einiger Häftlinge aus dem Krankenbau im Stammlager
feiertag, habe die Gestapo willkürlich Blutbäder an den nach Birkenau läuft bei Glinski selbstverständlich auch
polnischen Häftlingen verübt (S. 1918-1020, 1028f.), unter der Kategorie “Vergasung”: “uns war in diesem
eine Behauptung, die sich mit keinem Beweis stützen Augenblick allen klar, daß diese Häftlinge zur Verga-
läßt. Glinski wuchs in Polen auf und siedelte nach dem sung bestimmt waren” – doch warum? – und “wie mir
Krieg nach Deutschland über, nahm jedoch nie die später mit Sicherheit bekannt wurde, wurden diese mit
deutsche Staatsbürgerschaft an. Es ist offenbar, daß Lkw nach Birkenau verbracht” – durch wen oder was?
Glinskis polnischer Patriotismus seinen Blick für die Sogar laut etablierter Geschichtsversion soll im Januar
Realität getrübt hat. 1942 in Birkenau noch gar keine Gaskammer funktion-
Wie sehr Glinskis Erzählungen Märchencharakter stüchtig gewesen sein. Damals war angeblich gerade
haben, wird aus folgender Passage klar (S. 1019): mal das alte Krematorium für Vergasungen hergerichtet
“An einen weiteren Fall kann ich mich noch gut worden – wenn überhaupt.
erinnern. So mußte erinnerlich im Sommer 1943 der Über Wilhelm Boger weiß Glinski zu berichten:
Blockschreiber von Block 16 zur PA. Von hier wurde “Dieser Häftling war vollkommen erschöpft. Bo-
er zu Block 11 und an die ‘Schwarze Wand’ geführt. ger fuhr neben ihm mit dem Fahrrad und trieb ihn
Beim Aufrufen seines Namens, die Kleider hatte er mit Fußtritten vor sich her.”
schon abgelegt, färbten sich seine Haare plötzlich Auch das kommt einer Zirkusnummer gleich, denn
weiß. Als dann seine Nummer aufgerufen wurde, während dem Radfahren kann man kaum jemanden mit
stellte sich heraus, daß hier eine Verwechselung vor- Fußtritten malträtieren, ohne dabei selbst das Gleichge-
lag. Er wurde nicht erschossen, sondern der Häft- wicht zu verlieren und auf die Nase zu fallen.
ling gleichen Namens aber mit der richtigen Num- Anton Glinskis Aussage ist eine der jämmerlichsten
mer wurde von seinem Arbeitskommando herbeige- in den Auschwitz-Akten. Seine Mischung aus unkon-
holt und erschossen. Ihre Namen jedoch sind mir trolliertem Hörensagen mit frei erfundenen Märchen
nicht mehr in Erinnerung. Diesen Vorgang hat mir macht diese Aussage völlig wertlos.
der Häftling, der nicht erschossen wurde, selbst er-
zählt.” Ahnungslose Wachmänner
Da kann sich jeder in Ehren ergraute Mann ein Vor- Die am 27.4.1959 vernommenen Hermann Hager-
bild nehmen, mit welchen phanta-
stischen Geschichten man den
Mangel an Haarpigmenten im Al-
ter entschuldigen kann! Und auf
der gleichen Seite fährt Odysseus
fort:
“Von auf der Flucht Betrof-
fenen weiß ich zu berichten,
daß diese sich als Clowns ver-
kleiden und auf eine Trommel
schlagend, bei den angetrete-
nen Häftlingen vorbeigehen
und laut sagen mußten: ‘Hur-
ra, ich bin wieder da.’”
Es gab also nicht nur Theater,
Konzerte, Kindergarten, Sport-
plätze, Schwimmbäder, Saunas
usw. in Auschwitz, sondern sogar
Zirkusvorstellungen! Oder nennt
man das Kasperletheater?
Glinski weiß zu berichten, daß
er im Herbst 1941 sogar selbst an
einer Selektion teilnehmen mußte,
wobei die 20-30 ausgesonderten Die Münchhausen-Lügen des Anton Glinski (Akten, S. 1019)

336 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

hoff und Walter Otto waren beide als Wachmänner in trüger Grande Glauben schenken will. Daran schloß
Auschwitz eingesetzt. Beide haben aus der Kriegszeit sich eine Stellung beim Sicherheitsdienst Israels an, von
keine eigenen Kenntnisse über Vergasungen. Während wo er jedoch 1953 wieder nach Deutschland zurück-
Hagerhoff meint, über Greuel in Auschwitz erst aus der kehrte (S. 1051).
Nachkriegspresse erfahren zu haben (S. 1039f.), gibt Grande war seit Anfang 1941 bis zum Frühjahr 1944
Otto an, es sei “allgemein bekannt” gewesen, daß in im Lager Auschwitz III–Monowitz als Schreiber einge-
Birkenau vergast worden sei (S.
1047). Allerdings erwähnt Otto an
anderer Stelle wie nebenbei, daß er
von Greueln in Auschwitz während
eines alliierten Tribunals erfuhr, das
1947 in Lüneburg abgehalten wur-
de, wo er als Angeklagter zugegen
war (S. 1046). Es liegt daher nahe,
daß Ottos “Allgemeinwissen” nicht
in der Kriegszeit seine Wurzeln hat,
sondern in der Nachkriegszeit.
Völlig ahnungslos geben sich die
beiden ehemaligen SS-Leute Fritz
Frenzel (Wachmann, S. 1107-1117)
sowie Theodor Grewe und Ernst
Romeikat (Häftlingseigentumsver-
waltung, S. 1118-1124 bzw. S.
1138-11445).

Ein Berufsverbrecher als


Märtyrer
Der ehemalige Auschwitz-
Häftling Gerhard Grande verspielt
seine Glaubwürdigkeit gleich zu
Anfang seiner am 28.4.1959 abge-
legten Aussage. Dort führt er aus,
wie er als Sohn eines jüdischen Va-
ters verfolgt wurde und schließlich
in Konzentrationslagern inhaftiert
war (S. 1049f.). Aus den Eintragun-
gen seines polizeilichen Führungs-
zeugnisses geht jedoch hervor, daß
es sich bei Grande um einen Be-
rufsverbrecher handelt, der zwi-
schen 1932 und 1939 insgesamt
zehnmal wegen Urkundenfäl-
schung, wiederholten Betrugs, Un-
terschlagung, Diebstahl und ver-
suchter Erpressung straffällig ge-
worden war.
Das hinderte Grande allerdings
nicht daran, Geschäftsführer eines
nicht näher genannten Häftlingsko-
mitees zu werden und als solcher
zuerst bei der Stadtverwaltung Han-
nover und später gar beim Innenmi-
nisterium von Niedersachsen für die
Angelegenheiten ehemaliger KZ-
Häftlinge zuständig gewesen zu sein Gerhard Grandes Märchenstunde: “Birkenau II, Feuerstätte” (Akten, S.
– wenn man dem Lügner und Be- 1058f.)

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 337


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

setzt (S. 1058). In dem Zusammenhang schreibt er über Politischen Abteilung in Auschwitz tätig, wo er Zivilsa-
den dortigen Schutzhaftlagerführer Schöttl:6 chen bearbeitete. Es kann daher nicht verwundern, daß
“Ich persönlich könnte Nachteiliges über ihn die Untaten, derer Boger durch eine Vielzahl von Häft-
nicht sagen, und ich habe auch nachteiliges über ihn lingen bezichtigt wird, auch Broad zur Last gelegt wer-
nicht gehört” den. Während seiner Vernehmung am 30.4. und
Zum Verhängnis wird ihm sein ununterbrochener 1.5.1959 wird Broad daher auch mit den Aussagen einer
Aufenthalt in Monowitz in dem Augenblick, als er et- ganzen Reihe von Häftlingen konfrontiert, die ihn als
was über die in Birkenau angeblich begangenen Greuel Folterer und Massenmörder schwer belasten (S. 1079-
beitragen möchte. So berichtet er über etwas, was er 1086, 1092). Broads Reaktion darauf gleicht einer per-
1943 in Birkenau erlebt haben will, obwohl er damals fekten Verteidigungsstrategie: Er bestreitet nicht, daß
doch gar nicht in Birkenau war (S. 1058): die von den Zeugen behaupteten Untaten begangen
“Im Hauptlager befand sich innerhalb des Män- wurden, führt aber entweder aus, sich an derartige Vor-
nerlagers im Block 18 ein Kinderlager […]. H o f- kommnisse nicht mehr erinnern zu können, oder aber er
m a n n störten nun diese Kinder, und ich habe meint, er werde mit einer anderen Person verwechselt.
selbst einem Gespräch zwischen Hofmann und Er selbst gibt sich das Image des untätigen Beobachters,
Schwarz zufällig zugehört, wie beide über diesen der nie geschossen, nie geschlagen, nie aussortiert, nie
Punkt sprachen. […] ich selbst hatte etwas in der vergast hat, – “daß ich von mir aus […] nie Verbrechen
Küche zu erledigen und war auch auf der Lager- an Häftlingen begangen habe” (S. 1082) – ja den Unta-
straße. […] ten innerlich ablehnend gegenüberstand (“weil ich zu-
Was Hofmann daraufhin sagte, konnte ich nicht mindest ab dem Jahre 1943 die Maßnahmen gefühlsmä-
mehr hören, denn ich konnte ja nicht stehen bleiben. ßig als verbrecherisch erkannte” (ebd.)).
Ich weiß aber ganz genau, daß nach diesem Ge- Pery Broad ist wohl einer der am häufigsten zitierten
spräch, und zwar nach einer Zeit von höchstens zwei Zeugen für Vergasungen in Auschwitz. Sein nach dem
Monaten, es kann aber auch eine kürzere Zeitspanne Krieg für die Briten niedergelegter schriftlicher Bericht7
gewesen sein, auf Anordnung von Hofmann in Bir- bewahrte ihn vor dem Henker und machte ihn zum will-
kenau vergast worden sind. kommenen Belastungszeugen während der Nürnberger
Ich weiß dieses deshalb so genau, weil ich die Li- Nachfolgeprozesse. Während Broads damalige Aussage
sten dieser Kinder selbst bearbeitet habe. Ich erhielt sehr umfangreich und ausführlich ist – der dramatisch-
die sogenannten Transportlisten. Waren nun solche antideutsch fanatische Stil weist ihn als Propagandatext
Listen mit dem Vermerk ‘B II F’ versehen, so bedeu- aus – fällt seine Aussage vor dem Untersuchungsrichter
tete dieses, daß die auf diesen Listen aufgeführten 24 Jahre später recht karg aus.
Personen für die Vergasung bestimmt waren. B II F Zunächst muß berücksichtigt werden, daß Broad bei
bedeutet: Birkenau II, Feuerstätte. Dieser Vermerk seinem Verhör offen zugibt, selbst nur vom Hörensagen
war die amtliche Bezeichnung für die Vergasungen zu berichten. Von seiner Ankunft in Auschwitz im
und so wurde es auch nach Berlin durchgegeben.” April 1942 bis zum Juni 1942 war Broad als Hauptge-
B II F war die Bezeichnung des im Bauabschnitt II freiter (Rottenführer) bei einer Wacheinheit eingesetzt.
des Lagers Birkenau gelegenen Krankenreviers für Dazu meint er (S. 1080a, 1081):
Häftlinge. Da Grande Häftlingsschreiber in Monowitz “In diesem Zusammenhang möchte ich noch er-
war, hat er bestimmt keine Unterlagen des Stammlagers klären, daß die Tatsache, daß in größerem Umfange
oder aus Birkenau in die Hände bekommen, und es ist und später auch Vergasungen innerhalb des Haupt-
auch unwahrscheinlich, daß er jemals ein Gespräch die- lagers I durchgeführt wurden, vor den SS-Angehö-
ser Natur zwischen SS-Führern in einem anderen Lager rigen niedrigerer Dienstgrade sowie insbesondere
hätte mitbekommen können. Es ist aber bezeichnend, vor den Angehörigen des Wachsturmbannes streng
daß Grande die Verlegung von Häftlingen ins Kranken- geheim gehalten wurde. Es durfte hierüber nie ge-
revier von Birkenau für eine Tarnbezeichnung für Ver- sprochen werden. Gerade die Angehörigen der
gasungen hält, denn viele der auch in Monowitz erfolg- Wachabteilung können über die Zustände nur ge-
ten Aussortierungen kranker Häftlinge werden tatsäch- rüchteweise erfahren haben.”
lich mit dem Ziel “BIIF” – Krankenhaus – erfolgt sein. Hier spricht Broad über sich selbst, denn er war an-
Grande hat also ein wahres Stück aus seiner Erinnerung fangs ein Wachmann und kam auch später nie über den
aufgrund seiner damaligen Tätigkeit irrtümlich(?) mit Rang eines Hauptgefreiten (Rottenführers) hinaus. Mit
den Kriegs- und Nachkriegsgerüchten vermengt, daß anderen Worten, hier baut Broad für sich ein Alibi auf:
nämlich Aussortierungen mit Vergasungen gleichzuset- Alles, was er sagt, kann er nur gerüchteweise kennen,
zen seien. denn ihm, dem kleinem Gefreiten, hat man ja nie etwas
gesagt.
Pery Broad Über Vergasungen im alten Krematorium des
Wie Wilhelm Boger, so war auch Pery Broad bei der Stammlagers berichtet er sodann tatsächlich gerüchte-

338 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

halber folgendes (S. 1085): sechs besonders zuverlässige Männer heraus. Er be-
“Aus Gesprächen, mit wem, weiß ich nicht mehr, vorzugt Leute, die schon lange Jahre Angehörige
habe ich erfahren, daß bereits im Herbst des Jahres der schwarzen Allgemeinen SS waren. Sie müssen
1941 beim kl. Krema. Vergasungen durchgeführt sich bei SS-Hauptscharführer Hössler melden. Er
worden sind. Es war hierzu ein Raum des Kremas, empfängt sie und macht sie eindringlich darauf auf-
mit besonders dichten Türen und meiner Erinnerung merksam, dass sie gegen jedermann über alles, was
nach 6 Einfüllöchern in der Decke, die mit Klappen sie in den nächsten Minuten zu sehen bekommen
versehen waren, hergerichtet worden ist [sic]. Diese werden, strengstes Stillschweigen zu bewahren ha-
Vergasungen wurden hauptsächlich an Russen vor- ben. Andernfalls droht ihnen die Todesstrafe. Die
genommen.” Aufgabe dieser sechs Männer besteht darin, in einem
Während dies noch Gerüchte
sind, weiß Broad aus seiner Zeit
nach dem Juni 1942 folgendes zu
berichten (S. 1086):
“An Vergasungen im kl.
Krema in Auschwitz habe ich
selbst nie teilgenommen. Ledig-
lich einmal konnte ich aus einem
Fenster des Obergeschosses der
SS-Revierbaracke, die sich ge-
genüber vom kl. Krema. befand,
einen [sic] Vergasungsvorgang
zusehen. Ich kann mich jedoch
nur daran erinnern, 2 SS-Leute
mit Gasmasken auf dem flachen
Dach des Vergasungsraumes
stehend gesehen zu haben. Ich
sah, wie diese beiden zunächst
die Dosen mit Zyclon B auf-
hämmerten und sodann das Gift
in die Öffnung schütteten. Er-
wähnen möchte ich noch, daß
bei Vergasungen alles herme-
tisch abgeriegelt wurde, so daß
es auch außenstehenden SS-
Angehörigen nicht möglich war,
heranzukommen. Ich habe auch
nichts gehört, denn ich könnte
mir denken, daß die Häftlinge,
nachdem sie in dem Vergasungs-
raum waren, aus Todesangst ge-
schrien haben, denn auf der
Straße vor dem SS-Revier und
dem Krema. stand ein Lkw, des-
sen Motor auf vollen Touren lief.
Ich brachte diesen mit der Ver-
gasung in Verbindung, damit
man evtl. Schreie oder Schießen
nicht hören konnte.”
In seiner Erklärung unmittelbar
nach dem Krieg las sich dies noch
so:8
“Bei der ersten Kompanie
des SS-Totenkopfsturmbanners
KL-Auschwitz sucht der Spiess,
SS-Hauptscharführer Vaupel, Pery Broads’ Aussage vom 30.4. & 1.5.1959 (Akten, S. 1085f.)

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 339


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

gewissen Umkreis um das Auschwitzer Krematorium schen Unternehmens lässt es sich nicht nehmen, für
alle Wege und Strassen hermetisch abzusperren. Bruchteile einer Sekunde noch einmal den Deckel
Ohne Berücksichtigung des Dienstgrades darf nie- einer Einfüllöffnung abzunehmen und in die Halle zu
mand durch. Die Büroräume der Gebäude, von de- spucken. Nach etwa zwei Minuten ebben die Schreie
nen aus man das Krematorium sehen kann, müssen ab und gehen in ein summendes Stöhnen über. Die
geräumt werden. Im SS-Truppenrevier, das im ersten meisten sind schon ohne Bewusstsein. Nach weiteren
Stock eines dicht beim Krematorium stehenden Hau- zwei Minuten senkt Grabner die Uhr. Alles ist vorbei
ses eingerichtet ist, darf sich niemand ans Fenster […] Das im Krematorium arbeitende Häftlings-
begeben, da man von dort aus sowohl auf das Dach kommando öffnet, nachdem einige Zeit später das
als auch in den Vorhof dieser finsteren Stätte Aus- Gas durch den Exhaustor abgesaugt worden ist, die
blick hat […] Türe zur Leichenkammer. Mit weit aufgerissenem
Die ersten begaben sich durch den Vorraum in Mund lehnen etwas in sich zusammengesackt die
die Leichenhalle. Alles ist peinlichst gesäubert. Nur Leichen aneinander. An der Türe sind sie besonders
der eigenartige Geruch wirkt auf einige beklem- eng aneinander gepresst. Dorthin hatte sich in der
mend. Vergebens suchen sie an der Decke nach Todesangst alles gedrängt, um sie zu sprengen. Die
Brausen oder Wasserleitungen. Unterdessen füllt völlig apathisch und empfindungslos gewordenen
sich die Halle. Scherzend und sich harmlos unter- Häftlinge des Krematoriums verrichten wie Roboter
haltend kommen einige SS-Leute mit hinein. Unauf- ihre Arbeit. Es ist schwer, die ineinander verkrampf-
fällig behalten sie den Eingang im Auge. Als der ten Leichen aus der Kammer zu zerren, weil durch
Letzte hereingekommen ist, setzten sie sich ohne das Gas die Glieder steif geworden ist. Dicke
Aufhebens ab. Plötzlich fliegt die mit Gummiabdich- Qualmwolken quellen aus dem Schornstein. So fing
tungen und Eisenverschlägen versehene Tür zu und es an im Jahre 1942!”
die Eingeschlossenen hören schwere Riegel fallen. Wenn Pery Broad im Jahre 1959 vor dem deutschen
Mit Schraubverschlüssen wird sie luftdicht zuge- Untersuchungsrichter die Wahrheit sagte, daß er nur
presst. Ein bleiernes, lähmendes Entsetzen packt al- nebenbei aus einem Fenster des SS-Krankenhauses
le. Sie pochen gegen die Türe, hämmern in ohn- schauend gesehen hat, wie zwei SS-Leute mit aufge-
mächtiger Wut und Verzweiflung mit den Fäusten setzten Gasmasken Zyklon-B-Büchsen öffneten und de-
dagegen. Höhnisches Gelächter ist die Antwort. ren Inhalt in Decklöcher kippten, woher wußte er dann
‘Verbrennt euch nicht beim Baden’, ruft irgendeiner 1945:
durch die Türe. Einige bemerken, dass die Ver- – Daß SS-Hauptscharführer Vaupel welche Anzahl von
schlussdeckel von den sechs Löchern an der Decke SS-Leuten suchte?
abgenommen werden. Sie stossen einen lauten – Welche Befehlsempfänger dieser SS-
Schrei des Grauens aus, als in dem Ausschnitt ein Hauptscharführer Vaupel bevorzugte?
Kopf mit einer Gasmaske erscheint. Die ‘Desinfekto- – Daß diese sich bei SS-Hauptscharführer Hössler mel-
ren’ sind am Werk. Einer ist der bereits mit dem den mußten?
KVK (Kriegsverdienstkreuz) geschmückte SS- – Worauf Hössler diese SS-Leute eindringlich auf-
Unterscharführer Euer. Mit einem Ringeisen und ei- merksam machte?
nem Hammer öffnen sie ein paar ungefährlich aus- – Daß er ihnen mit der Todesstrafe drohte?
sehende Blechbüchsen. Die Aufschrift lautet: ‘Zy- – Welchen Befehl Hössler diesen SS-Leuten gab?
klon, zur Schädlingsbekämpfung. Achtung Gift! Nur – Daß alles im Krematorium peinlich sauber war?
von geschultem Personal zu öffnen!’ Bis an den – Daß die Opfer nur den (welchen?) eigenartigen Ge-
Rand sind die Dosen mit blauen, erbsengrossen Kör- ruch beklemmend fanden?
nern gefüllt. Schnell nach dem Öffnen wird der In- – Daß und warum sie vergebens nach Brausen und
halt der Büchsen in die Löcher gefüllt. Der Ver- Wasserleitungen suchten?
schluss wird jedesmal schnell auf die Öffnung ge- – Daß sich die SS-Leute scherzend unterhielten?
deckt. Grabner hat unterdessen einem Lastwagen, – Daß die SS-Leute unauffällig den Eingang im Auge
der neben dem Krematorium vorgefahren ist, ein behielten?
Zeichen gegeben. Der Fahrer hat den Motor ange- – Daß sie sich nach Eintritt des letzten Opfers ohne
worfen, und sein ohrenbetäubender Lärm übertönt Aufhebens absetzten?
den Todesschrei Hunderter den Gastod erleidender – Daß anschließend die mit Gummiabdichtungen und
Menschen. Grabner betrachtet mit wissenschaftli- Eisenverschlägen versehene Tür zuflog und schwere
chem Interesse den Sekundenzeiger seiner Arm- Riegel fielen? (solche Türen gab es in Auschwitz
banduhr. Zyklon wirkt schnell. Es besteht aus Zyan- nie!!!)
wasserstoff in gebundener Form. Wenn man die Ich spare mir die weiteren Punkte. Tatsache ist, daß
Büchsen ausschüttet, entweicht den Körnern das Broad über diese Dinge nur hätte berichten können,
Blausäuregas. Einer der Teilnehmer dieses bestiali- wenn er selbst einer jener SS-Männer gewesen wäre,

340 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

die von SS-Hauptscharführer Vaupel ausgesucht wor- mung der Umgebung tatsächlich hätte stattfinden müs-
den sein sollen, von Hössler die Befehle erhalten und sen, und zwar nicht aus Geheimhaltungsgründen – eine
diese dann auch durchgeführt haben sollen, einschließ- solche Räumung zieht die Aufmerksamkeit der Umge-
lich der Vergasung selbst. Dies war aber, so Broad, bung ja geradezu auf sich, wäre als kontraproduktiv –,
nicht der Fall. sondern aus Sicherheitsgründen. Es ist also durchaus
In seiner Aussagenkritik hat Jürgen Graf auf einige möglich, daß es im Zuge von Entlausungsaktionen im
inhaltliche Unmöglichkeiten von Broads Aussage hin- Krematorium, im SS-Krankenhaus oder in den Büro-
gewiesen, angefangen damit, daß er die Kapazität von räumen der Politischen Abteilung tatsächlich zu Räu-
Gaskammern wie Kremierungsöfen übertreibt, bis hin mungen der umgebenden Gebäude kam.
zu der falschen Behauptung, die Schornsteine der Kre- Wie wenig Pery Broad tatsächlich über die Greuel
matorien hätten bestialischen Gestank, dicken Rauch weiß, die man allgemein über Auschwitz berichtet, be-
und Stichflammen ausgespuckt.9 weisen seine kargen Ausführungen bei der Vorlage von
Entscheidend ist hier aber folgendes: Mit seiner Namen anderer SS-Leute. Noch nicht einmal zum “To-
Aussage aus dem Jahre 1959 brachte Broad klar zum desengel von Auschwitz”, Dr. Josef Mengele, fällt
Ausdruck, daß seine Darstellung aus dem Jahre 1945 Broad irgend etwas ein (S. 1089), ja er kann ihn noch
nichts weiter ist als die theatralische Ausmalung einer nicht einmal anhand eines Lichtbildes identifizieren (S.
Legende, über die Broad lediglich vom Hörensagen 1092).
bzw. aus Gerüchten “wußte”. Pery Broad wurde am 30.5.1959 verhaftet und bis
Wie sagte es die Treblinka-Lügnerin Rachel Auer- zum Prozeß wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft
bach doch so schön:10 gehalten. Am 20.8.1965 wurde er vom Schwurgericht
“Se non è vero, è ben trovato” Frankfurt wegen seiner vom Gericht festgestellten Be-
“Wenn es nicht stimmt, so ist es doch gut erfun- teiligung an Hinrichtungen und Aussortierungen, also
den.” wegen gemeinschaftlicher Beihilfe zum gemeinschaftli-
Was die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen von chen Mord in 22 Fällen zu 4 Jahre Zuchthaus verurteilt,
1959 anbelangt, so gilt hier das gleiche wie für jene aus die bei Urteilsverkündung aufgrund seiner Untersu-
dem Jahre 1945: chungshaft abgegolten war. Broad verließ daher den
Wenn man plante, den Massenmord sogar vor den Gerichtssaal als freier Mann.
nicht direkt damit beteiligten SS-Leuten geheim zu hal-
ten, so ist es undenkbar, daß man ihn im Krematorium Im Widerspruch liegt die Erlösung
in Stammlager durchgeführt hätte. Der am 4.5.1959 verhörte Hans Röhrig saß als ehe-
Wenn man andererseits doch diesen Versuch ge- maliger Kommunist seit 1936 wegen Hochverrats in
macht hätte, so wäre das SS-Krankenhaus sicherlich das Gefängnissen bzw. danach in verschiedenen Lagern. Im
erste Gebäude gewesen, das evakuiert und gesperrt August 1940 kam er nach Auschwitz. Im Februar 1942
worden wäre, denn darin hielten sich fast ausschließlich wurde er nach Birkenau verlegt “zum Aufbau des La-
SS-Leute auf, die mit dem Massenmord selbst nichts zu gers”. Im Sommer 1942 kam er dann für ein Jahr zum
tun hatten. Geflügelhof nach Harmense (S. 1126), und danach dann
Andererseits befanden sich gleich neben dem alten zum Luftwaffenbergepark. Röhrig berichtet, wie einmal
Krematorium die Bürogebäude der Politischen Abtei- ein Wachmann, der einen Häftling ohne Grund erschos-
lung, also jener Abteilung, die im Lager direkt mit allen sen hatte, von der SS verhaftet und abgeführt wurde (S.
Hinrichtungen befaßt war, und in diesem Gebäude ar- 1127). Willkürliche Tötungen wurden also durchaus
beitete Pery Broad jeden Tag ab Juni 1942. Wieso er strafverfolgt!
dann nur einmal zufällig, und dann auch nur vom SS- Wenig später berichtet er, es sei ihm gelungen, die
Krankenhaus aus, eine solche Vergasung beobachtet Vergasung von 30 Russen einfach dadurch abzuwen-
haben will, wenn sie doch tagtäglich quasi vor seiner den, indem er beim Lagerführer Schwarzhuber interve-
Nase durchgeführt worden sein sollen, bleibt ein Myste- niert habe, “daß die Sache in Ordnung gebracht wird.”
rium. Daran erkennt man, wie einfach es war, Häftlinge vor
Man könnte dies damit wegzuerklären versuchen, dem sicher geglaubten Tod zu retten! (S. 1129; wahr-
daß auch die Verwaltungsgebäude der Politischen Ab- scheinlich aber war eine Vergasung der Russen ohnehin
teilung jedesmal geräumt wurden, wenn es im Kremato- nicht vorgesehen.)
rium zu Vergasungen kam – doch was wollte man vor Über Folterungen, die berüchtigte “Boger-Schaukel”
der PA geheimhalten? Und wenn dem doch so gewesen und Erschießungen weiß Röhrig nur aus “Lagerge-
sein sollte, so hätte sich Broad zu jener Zeit auch nicht spräch” – sprich aus der Gerüchteküche (S. 1130).
im SS-Krankenhaus aufhalten können, das ebenso hätte Als völlig wertlosen Beweis für die Behauptung, daß
geräumt werden müssen. “alte Leute, Frauen mit Kindern sowie Kinder selbst
Nebenbei sei erwähnt, daß bei der massenhaften vergast wurden”, führt Röhrig an (S. 1132):
Anwendung von Zyklon B im Krematorium eine Räu- “Daß diese Personen tatsächlich vergast wurden,

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 341


Germar Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 8”, S. 334-342

konnte ich daran sehen, daß die zur Vergasung Be- tiert wird und in – nein, nicht in die Gaskammer, son-
stimmten an uns vorübergehen mussten, wenn die dern in das Krankenhaus des Stammlagers geschickt
Kremas I und II bereits voll waren.” wird, wo er seine Erkrankung bis zum August 1942
Über Vergasungen selbst weiß Röhrig eine einzige dank der medizinischen Versorgung der SS auskurieren
Episode zum besten zu geben (S. 1133): darf. Das hindert ihn freilich nicht daran zu behaupten,
“In den Sommermonaten des Jahres 1942 kann arbeitsunfähige Häftlinge seien damals im Krankenhaus
ich mich erinnern, wie ich teilweise Zeuge einer “abgespritzt” worden. Als Beweis dafür führt er an, er
Vergasung wurde. Ich arbeitete zur genannten Zeit habe gesehen, wie vor dem Krankenhaus ein Lkw mit
mit meinem Kommando unmittelbar am Krema II. Leichen beladen worden sei (S. 1134). Da die Fleckfie-
Ich sah nun 2 SS-Männer, und zwar einen Uscha. berepidemie in Auschwitz im Juli/August 1942 ihren
und einen Rttf., an die Namen der beiden SS-Leute ersten dramatischen Höhepunkt erreichte, mit mehreren
kann ich mich nicht erinnern, wie diese an das Kre- hundert Opfern pro Tag, wäre es wohl eher seltsam ge-
ma. herangingen und an den Wänden befindliche wesen, wenn Röhrig dort keinen Lkw mit Leichen ge-
Einwurfstellen die Klappen öffneten und aus etwa 30 sehen hätte. Doch wenn arbeitsunfähige Häftlinge wirk-
cm hohen Blechbüchsen irgend etwas in die Schlitze lich abgespritzt wurden, so wäre Röhrig wohl unter den
hineinschüttete. Sie machten blitzschnell die Klap- Opfern gewesen. Wer will schon Häftlinge, die drei
pen wieder zu und entfernten sich. Insgesamt befan- Monate lang bettlägerig sind und mit ihrer tödlichen
den sich an den zwei Frontseiten je 2 und an einer Krankheit Hunderte von Gesunden anstecken können,
Giebelseite 2 50 mal 30 cm große Einwurfstellen. als Ballast mit sich herumschleppen? Die SS offenbar,
Unmittelbar während die SS-Leute das Giftgas in die denn sie spritze Röhrig nicht ab.
Öffnungen schütteten, hörte ich ein fürchterliches Insofern kann man die Röhrigschen Märchen vom
Schreien aus dem Innern des Kremas. Das Schreien Massenmord ruhigen Gewissens dahin verbannen, wo-
dauerte etwa 8 Minuten lang an und wurde immer her sie wahrscheinlich stammen: ins Land der Fleckfie-
schwächer. Nun kam das Judenkommando, beste- ber-Alpträume.11
hend aus ca. 30 jüdischen Häftlingen und öffneten
die Türe von der Giebelseite. Ich konnte sehen, daß Anmerkungen
sich im Krema. eine große Menge vergaster Men- 1
Falls nicht anders angegeben, beziehen sich sämtliche Band- und Seiten-
schen befanden. Sie lagen kreuz und quer durchein- angaben auf: Staatsanwaltschaft beim LG Frankfurt (Main), Strafsache
ander und waren teilweise furchtbar entstellt. Auch beim Schwurgericht Frankfurt (Main) gegen Baer und Andere wegen
Mordes, Az. 4 Js 444/59; Bd. VII, S. 987-1144.
sah ich eine Frau, die während der Vergasung ein 2
Vgl. dazu Teil 6 dieser Serie, VffG 8(1) (2004), S. 117; Akten, Bd. V, S.
Kind geboren hatte, das noch unmittelbar vor ihr 3
825.
Wenngleich die Beweislage diesbezüglich äußerst widersprüchlich ist;
lag. Der Gesamtanblick war so schauerlich, daß ich vgl. C. Mattogno, Auschwitz: Die erste Vergasung, Castle Hill Publis-
mich erbrechen mußte. Der an der Vergasung betei- hers, Hastings, in Vorbereitung.
4
ligte SS-Oscha. hat dies gesehen und fragte mich “Laut einer Lagerparole”, S. 1021; “doch war allgemein bekannt”, S.
1026; “Aus Lagergespräch konnte man entnehmen”, S. 1028; “es war
darauf: ‘Was machst Du denn?’ Als ich ihm erwi- auch anschließend jedem Mann bekannt”, “auch mir war lagergesprächs-
derte, mir ist übel geworden, sagte er: ‘Dann bist weise”, S. 1029; “bekannt ist mir nur durch allgemeines Lagergespräch”,
Du kein Mann’. Von Angehörigen dieses Sonder- S. 1030; “wie mir später bekannt wurde”, S. 1031.
5
Romeikat berichtet von den Untersuchungen des SS-Richters Konrad
kommandos habe ich erfahren, daß den Vergasten Morgen wegen Unterschlagung von Häftlingseigentum, S. 1142f.
nachher die Haare abgeschnitten und evtl. Goldzäh- 6
Genauso wie auch der Zeuge Jakob Lewinski, vgl. Bd. 3, S. 305, 305R.;
ne oder Goldblomben entfernt bezw. ausgebrochen vgl. G. Rudolf, “Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses,
Teil 3”, VffG 7(1) (2003), S. 95-101, hier S. 99f.
wurden.” (www.vho.org/VffG/2003/1/Rudolf95-101.html).
Der Zeuge berichtete zuvor, er sei zwischen Februar 7
Pery Broad, “Erinnerungen”, in: Auschwitz in den Augen der SS, Krajowa
und Sommer 1942 beim Aufbau des Lagers Birkenau Agencja Wydawniczna, Katowice, 1981, S. 154-195.
8
Pery Broad, “Erinnerungen”, ebenda, S. 170-173.
eingesetzt worden. Zu jener Zeit jedoch waren die Kre- 9
Jürgen Graf, Auschwitz: Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holo-
matorien von Auschwitz noch nicht einmal geplant, ge- caust, Neue Visionen, Würenlos 1994, S. 168-176
(www.vho.org/D/atuadh/II23.html)
schweige denn errichtet. Außerdem trifft die Beschrei- 10
Rachel Auerbach, “In the fields of Treblinka”, in: A. Donat, The Death
bung Röhrigs grob auf die Krematorien IV & V zu, Camp Treblinka, Holocaust Library, New York 1979, S. 48.
11
nicht aber auf das Krematorium II. (Die Krematorien IV Vgl. dazu Otto Humm, “Die Gespensterkrankheit”, VffG 1(2) (1997), S.
75-78 (www.vho.org/VffG/1997/2/Humm2.html).
& V hatten je drei Fensterchen an ihren Längsseiten
und nur eine Luke an der Giebelseite).
Im Juni 1942 schließlich wird Röhrig wegen einer
Fleckfieberinfektion arbeitsunfähig, so daß er aussor-

342 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Die Internationale Auschwitz-Kontroverse”, S. 343-345

Bücherschau
Die Internationale Auschwitz-Kontroverse
Von Germar Rudolf

John C. Zimmerman, “Fritjof Meyer and the 251)


number of Auschwitz victims: a critical analysis”, “Keine Informationen” heißt auf gut deutsch doch:
Journal of Genocide Research, 6(2) (2004), S. 249- auch keine Informationen bezüglich deren angeblicher
266. Ermordung mittels Giftgas.
“[Danuta] Czech hatte keine Informationen über
Die vom Leitenden Redakteur des Spiegel Fritjof die Personenzahl dieser Transporte. Sie hat Infor-
Meyer ausgelöste Kontroverse um die Opferzahl des mationen über etwa 2.700 registrierte Juden aus
ehemaligen Lagers Auschwitz hat sich nun auf die in- Lodz, aber keine Informationen über die Anzahl der
ternationale Eben ausgeweitet, denn mit dem hier be- Deportierten in diesen Transporten. Dies konnte so
sprochenen Artikel hat sich erstmals ein englischspra- sein, wenn ein Transport sofort bei der Ankunft li-
chiges Medium mit Meyers Thesen auseinandergesetzt.1 quidiert wurde oder wenn Tausende nicht-
John C. Zimmerman ist Dozent für Buchhaltungs- registrierter Juden aus Ungarn und Polen im Jahr
wesen an der Universität von Nevada in Las Vegas. Der 1944 im Durchgangslager untergebracht wurden,
Verteidigung des Holocaust-Dogmas widmet er sich in um aus Auschwitz fortgeführt zu werden (siehe un-
seiner Freizeit. Im Jahr 2000 veröffentlichte er eine ten). […] Zweitens wurden viele ungarische Juden
“Widerlegung” des Revisionismus,2 und viele seiner im Durchgangslager untergebracht, ohne eine Regi-
Essays werden im Internet vornehmlich auf den Seiten striernummer zu erhalten.” (S. 252)
des Holocaust History Project (holocaust-history.org) Zwar kann Zimmerman mit keinem Dokument auf-
ausgehängt. Mit dem nun veröffentlichten Beitrag wur- warten, das von einem Massenmord unregistrierter
de Zimmerman quasi amtlich in die Reihe der offiziel- Häftlinge berichtet, aber sehr wohl mit einem, das von
len Auschwitz-Experten aufgenommen. Das wirft frei- einer Massen-Überführung in andere Lager berichtet:
lich die Frage auf, wieso die vielen weltweit approbier- “Am 29. Mai 1944 schrieb Ferency[3] einen Ak-
ten vollberuflichen Holocaust-Experten nicht willens tenvermerk, in dem er ausführte, daß bis zum Vorta-
oder in der Lage sind, sich der Meyerschen Thesen an- ge über 184.000 Juden in 58 Zügen deportiert wor-
zunehmen. den seien. Er schrieb, die Sicherheitspolizei habe
Gleich zu Anfang stellt Zimmerman klar, warum er gewünscht, daß die Juden Lebensmittel für fünf Tage
sich überhaupt mit Meyer auseinandersetzt: mitbrächten, da ‘sie anschließend an die Selektion
“weil seine Opferzahl das Potential hat, in den nach ihrer Ankunft in Auschwitz, sofort per Zug in
Mainstream zu gelangen und (1) von Autoren und verschiedene Arbeitslager weitergeleitet werden.’”
Historikern, die mit der Demographie von Auschwitz (S. 253)
nicht vertraut sind, zitiert zu werden und (2) von sol- Zimmerman argumentiert, alle jene Juden, die nicht
chen Personen als eine Zahl der möglichen Gesam- in Auschwitz oder in anderen Lagern nachweislich regi-
topferzahl akzeptiert zu werden.” (S. 249) striert worden sind und über die wir auch keine anderen
Und das, so Zimmerman, gilt es zu verhindern. Auf Dokumente besitzen, seien in Auschwitz vergast wor-
den Seiten 250 bis 255 widmet sich Zimmerman der den.
Frage, wie viele Gefangene je in Richtung Auschwitz- Die ganze Rabulistik Zimmermanscher Beweisfüh-
Bahnhof deportiert wurden, wie viele davon im Lager rung muß man sich vor Augen halten:
registriert wurden, und wie viele der nicht-registrierten Vor Jahrzehnten galt als “gesichert”, daß jeder in
Häftlinge entweder weitergeleitet wurden oder aber im Auschwitz eintreffende Zug mit jüdischen Deportierten
Gas umkamen. Strittig zwischen Revisionisten und Ex- einer Selektion unterworfen wurde, bei der die Nichtar-
terminationisten ist lediglich, was mit jenen Häftlingen beitsfähigen von den Arbeitsfähigen getrennt und “im
geschah, über deren Schicksal wir außer pauschalen Gas” umgebracht wurden. Dies galt insbesondere für
Zeugenberichten keine Beweise haben. Dieser Mangel die aus Ungarn deportierten Juden. Nun hat sich über
an Beweisen wird von Zimmerman klar anerkannt: die letzten Jahrzehnte herausgestellt, daß viele der als
“So gab es zum Beispiel in den Jahre 1942, 1943 “vernichtet” geglaubten Juden gar nicht vergast wurden,
und 1944 Transporte, die in Auschwitz mit unregi- sondern daß sie lediglich in andere Lager weitergeleitet
strierten Gefangenen ankamen, die vergast wurden, wurden. Zimmerman erwähnt einige dieser Fälle selbst.
für die aber keine Informationen vorliegen.” (S. Jürgen Graf und Carlo Mattogno haben bei ihrer Studie

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 343


Germar Rudolf, “Bücherschau: Die Internationale Auschwitz-Kontroverse”, S. 343-345

über Stutthof weitere Fälle gefunden.4 Leistung als die Doppelmuffelöfen als einen Zeitge-
Mit anderen Worten: Häftlinge, über deren Schicksal winn von 1/3 (S. 258). Leistung ist der Fachbegriff für
man lange Zeit keine Information hatte, stellten sich als Energie pro Zeit und Leichnam. Das Drittel ergab
quicklebendig heraus. sich daraus, daß der Dreimuffelofen wie der Dop-
Wie kann man da wie Zimmerman ernsthaft behaup- pelmuffelofen zwei Feuerungen (Energiezufuhrstel-
ten, daß alle diejenigen Häftlinge, über deren Schicksal len) besaß, aber drei Verbrennungsmuffeln, so daß
wir heute immer noch keine Information besitzen, im annähernd die gleiche Energie zur Einäscherung von
Gas umkamen? drei statt von zwei Leichen verwendet wurde. Die
Zimmerman hat recht, daß viele deutsche Behörden benötigte Zeit pro Leiche war die gleiche.
bei Kriegsende angewiesen wurden, Aktenbestände zu 4. Er wiederholt die Mär, in den Birkenauer Öfen seien
vernichten (S. 256). Dies ist allerdings ein Vorgang, der regulär drei, wenn nicht gar bis zu acht Leichen auf
für alle Geheimnisträger aller Länder zutrifft, die in Ge- einmal verbrannt worden, wobei er die Aussage des
fahr sind, von feindlichen Mächten besetzt zu werden. überführten Lügners Henryk Tauber beizieht (S.
Wenn jede derartige Aktenvernichtungsaktion einen 258f.) Als Beweis, daß dies in Auschwitz möglich
Holocaust bewiese, so gäbe es überall in der Welt einen gewesen sei, zitiert er Zeitungsmeldungen aus den
Holocaust nach dem anderen. 1980ern und 1990ern über Fälle, in denen zivile
Tatsache ist und bleibt, daß die Abwesenheit von Krematorien auf illegale Weise mehrere Leichen auf
Beweisen nicht als Beweis für eine Behauptung herhal- einmal einäscherten, um durch den Zeitgewinn einen
ten kann. Aber genau das tut Zimmerman. Das spricht Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Zimmerman hätte
der wissenschaftlichen Methode geradezu Hohn. sich die Eigenschaften dieser modernen Krematorien
Auf welch schwachen Beinen Zimmermans Argu- zu Gemüte führen und mit denen in Birkenau ver-
mentation steht, ergibt sich auch in seinem auf S. 255 gleichen sollen, was seinen Irrtum womöglich ver-
beginnenden Abschnitt über die Frage der Kremie- hindert hätte. Im Vergleich zu den koksbefeuerten
rungskapazität in Auschwitz. Wie vor ihm schon Pres- Birkenauer Muffeln haben moderne Krematorien ge-
sac, so hält es auch Zimmerman offenbar für unnötig, radezu riesige Muffeln, denn a) es werden dort mit-
bei der Lösung dieses technischen Problems technische unter recht große Särge eingeschoben – in Auschwitz
Fachliteratur zu Rate zu ziehen oder selbst derartige wurde ohne Särge verbrannt – und b) moderne Kre-
technische Überlegungen und Berechnungen anzuferti- matorien arbeiten fast alle mit in den Muffelwänden
gen. Er verläßt sich lieber auf Zeugenaussagen und Do- eingelassenen Gasbrennern, die zwecks effektiver
kumente, die er gezielt auswählt, aber nicht kritisch Flammentfaltung einen Mindestabstand vom Sarg
überprüft. Bezeichnend auch, daß Zimmerman mit kei- haben müssen. Doch selbst in solchen Muffeln kann
nem einzigen Wort die Arbeiten seines Erzwidersachers eine Mehrleicheneinäscherung mit Zeitgewinn nur
Carlo Mattogno nennt. Bis vor kurzem noch war der dann gelingen, wenn man den Brennstoffverbrauch
Versuch einer Widerlegung Mattognos eine von Zim- entsprechend hochschraubt, was, wie Zimmerman
mermans Hauptfreizeitbeschäftigungen.5 Soviel also zur selbst schreibt, in einem Fall zu einem Feuer im
Frage der Wissenschaftlichkeit seiner Untersuchung. Krematorium führte, da die überfüllte Muffel zur
Um seine künstlich hochgerechnete Kapazität der Überhitzung von Ofen und Füchsen führte.
Birkenauer Krematorien zu rechtfertigen, greift Zim- 5. Zimmerman bezweifelt die von Meyer – mit Rück-
merman zu fünf Kunstgriffen: griff auf Mattognos Ausführungen – angeführten Zei-
1. Er erklärt, die Birkenauer Öfen seien ähnlich lei- ten, während der die Krematorien stillgelegt waren.
stungsfähig wie andere vergleichbare Öfen in ande- Er führt als Begründung an, daß Reparaturaufträge an
ren Lagern (Gusen, S. 257f.). Er übersieht, daß die Ofentüren nicht gleichbedeutend seien mit der Inak-
Birkenauer Öfen ohne Saugzuggebläse arbeiteten und tivität der Öfen. Dies mag richtig sein oder auch
daher bezüglich Kremierungszeit anderen Öfen un- nicht. Mangels exakter Daten kann man darüber nur
terlegen waren. spekulieren. Tatsache ist, daß Mattogno viele Fälle
2. Er behauptet, die in Auschwitz anfallenden ausge- belegt hat, während der die Krematorien tatsächlich
mergelten Leichen hätte schneller verbrannt werden stillgelegt waren – Zimmerman übergeht sie –, und in
können (S. 258), übersieht aber erstens, daß die von einigen Fällen, wo Mattogno unzureichende Daten
ihm behaupteten Vergasungsopfer nicht ausgemergelt hatte, hat er vorsichtig geschätzt. Über weite Strek-
gewesen waren – das traf nur auf Opfer zu, die eines ken der Betriebszeit der Krematorien sind bisher kei-
“natürlichen” Todes starben (Ruhr-, Fleckfieberop- nerlei Dokumente bekannt. Doch anstatt Zimmer-
fer). Zudem brennen Leichen mit extrem niedrigem mans Devise zu folgen: “Das Fehlen von Beweisen
Körperfettgehalt nicht schneller als Leichen mit nor- beweist, das die Krematorien nicht liefen”, hat Mat-
malem Fettgehalt. togno den für ihn schlimmsten Fall angenommen:
3. Er fehlinterpretiert Prüfers Anmerkung, die Bir- Wo es keine Beweise gibt, geht er vom ununterbro-
kenauer Dreimuffelöfen hätten eine um 1/3 höhere chenen Betrieb aus.

344 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Die Internationale Auschwitz-Kontroverse”, S. 343-345

An mehreren Stellen beweist Zimmerman, daß er die Hätte die Staatsanwaltschaft nicht eingegriffen,
Dokumentenlage nicht kennt. Er nennt die Heizer des so hätte man mich fertig gemacht – nicht nur phy-
Krematoriums “Sonderkommando” (S. 254), obwohl sie sisch, sondern zuerst psychisch.”
nie so genannt wurden.6 Er meint, der Bau von zusätzli- Obwohl er anschließend meint, er könne einiges
chen Leichenhallen in den Unterabschnitten des Lagers aushalten, gibt er an, die psychische Folter der Wärter
Birkenau beweise, daß die Leichenhallen im Kremato- sei für ihn zu viel gewesen.
rium nicht als solche zur Verfügung standen, also als Das ist die altbekannte Taktik von Zuckerbrot und
Gaskammern dienten (S. 255). Tatsächlich erfolgte der Peitsche, die insbesondere von den stalinistischen Hen-
Bau der Leichenhallen nur zur temporären Lagerung kern beherrscht wurde, in deren Händen sich Höß da-
von Leichen in den Unterabschnitten vor ihrem Trans- mals befand: Erst wird ein Gefangener von den “Bösen”
port in die Leichenhallen der Krematorien.7 Er zitiert mißhandelt, und danach sagen ihm die “Guten”, daß
wie Meyer eine Aussage von Höß falsch, die Kremato- dies nicht wieder vorkommen und es ihm gut gehen
rien hätten nur acht bis zehn Stunden täglich arbeiten werde, wenn er sich nur kooperativ zeige. Höß wurde
können (S. 260), wenngleich das polnische Originalpro- bekanntlich so gut behandelt, daß er kurze Zeit später
tokoll von Höß’ Aussage von “acht- bis zehnwöchigem am Galgen baumelte.
Einsatz” spricht.8 Die von Zimmerman behauptete Genauigkeit und
Zimmermans Ausführungen zu den angeblichen Zuverlässigkeit der Memoiren von Höß kann man an
Verbrennungen im Freien in Gruben enthalten nichts folgenden Zitaten ermessen:10
Neues, wenn man einmal von einer Referenz zu einem “Das Unterhalten des Feuers bei den Gruben,
jüngst veröffentlichten britischen Luftbild von Birkenau das Übergießen des angesammelten Fettes, […]
absieht, auf dem eine Rauchschwade zu sehen ist, die Beim Leichenschleppen aßen sie und rauchten […]”
hinter dem Krematorium V aufsteigt. Dazu meint Zim- (S. 126)
merman: “Die Leichen wurden zuerst mit Ölrückständen,
“Die jüngste Entdeckung eines Auschwitz-Fotos später mit Methanol übergossen […] Er versuchte
der britischen Royal Air Force vom 23. August 1944 auch durch Sprengung die Leichen zu vernichten,
zeigt Rauch von einem Massengrab [hinter Krema […]” (S. 157ff.)
V].” (S. 261) “Eine halbe Stunde nach dem Einwurf des Gases
Zwar steigt auf dem Bild hinter Krema V aus einer wurde die Tür geöffnet und die Entlüftungsanlage
kleinen Gegend Rauch auf, jedoch kann man nicht er- eingeschaltet. Es wurde sofort mit dem Herauszie-
kennen, daß es sich dabei um ein Massengrab oder eine hen der Leichen begonnen […]” (S. 166.)
Grube mit Leichen handelt. Außerdem fehlt auf diesem Solch einen Humbug muß ich hier nicht weiter kom-
Bild wie auf allen anderen bisher entdeckten, was Zim- mentieren.11
merman und seine Adepten behaupten: riesige Gruben So viel zu Zimmermans Genauigkeit und Zuverläs-
westlich und nördlich des Lagers mit riesigen Brenn- sigkeit.
stofflagern, Feuern und entsprechender Rauchentwick-
lung sowie ein weiträumiges Areal darum, das aufgrund Anmerkungen
der behaupteten Aktivitäten und wegen des hohen 1
Wohlwollend besprochen z.B. von Sven Felix Kellerhoff, “Interpretatio-
Grundwasserstandes in einen riesigen zertrampelten nen und Ideologie”, Die Welt, 21.9.2004.
2
Schlammorast hätte verwandelt worden sein müssen. Holocaust Denial. Demographics, Testimonies, and Ideologies, Univer-
sity Press of America, Lanham, MD, 2000.
Nichts davon kann man erkennen.9 3
Oberstleutnant Ferency, Beauftragter des ungarischen Innenministers für
Anschließend versucht Zimmerman, die Glaubhaf- 4
die Judendeportationen, IMT, Blaue Serie, Bd. 4, S. 367.
Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der
tigkeit der Anschließend versucht Zimmerman, die nationalsozialistischen Judenpolitik, Castle Hill Publishers, Hastings
Glaubhaftigkeit der durch die Briten von Höß erfolter- 1999, S. 110-114.
5
ten Aussage dadurch zu retten, daß er dieser die Aussa- Vgl. http://www.holocaust-history.org/auschwitz/body-disposal/;
~/auschwitz/response-to-mattogno/. Mattognos Repliken darauf:
ge von Höß entgegenstellt, die er in Polen niederlegte. www.vho.org/GB/c/CM/jcz.html; www.vho.org/GB/c/CM/Risposta-new-
Zimmerman meint zwar, Höß sei in polnischer Haft gut eng.html.
6
behandelt worden, doch übersieht er den ersten Teil von Sie werden dort “Heizer” genannt; C. Mattogno, Sonderbehandlung in
Auschwitz, Castle Hill Publishers, Hastings 2003, S. 118-120.
Höß’ Anmerkung über die Polen:10 7
Vgl. C. Mattogno, “Die Leichenkeller der Krematorien von Birkenau im
“In den ersten Wochen war die Haft ganz erträg- Lichte der Dokumente”, VffG, 7(1) (2004), S. 357-380.
8
lich, doch auf einmal wurden sie [die Kalfaktoren] Vgl. C. Mattogno, “Über die Kontroverse Piper-Meyer: Sowjetpropagan-
da gegen Halbrevisionismus”, VffG 8(1) (2004), S. 75.
wie umgewandelt. Aus dem Benehmen und den Ge- 9
Vgl. meinen Beitrag “Englands Keele-Universität macht Holocaust-
sprächen, die ich zwar nicht verstand, aber deuten Propaganda” in diesem Heft.
10
konnte, konnte ich entnehmen, dass man mich “fer- R. Höß, in: M. Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz, Deutsche Ver-
lags-Anstalt, Stuttgart 1958, S. 151.
tig” machen wollte. Ich bekam grundsätzlich das 11
Mehr dazu in meinem Gutachten, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Cas-
kleinste Stück Brot und kaum eine Kelle dünne Sup- tle Hill Publishers, Hastings 2001, S. 125f.
pe. […]

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 345


Bill Wright, “Bücherschau: Der Erste Holocaust”, S. 346f.

Der Erste Holocaust


Von Bill Wright

Don Heddesheimer, Der Erste Holocaust. Jüdi-


sche Spendenkampagnen mit Holocaust-Behaup-
tungen im Ersten Weltkrieg und danach, Castle Hill Zeittafel
Publishers, Hastings 2004, Paperback, 174 S., €10,-. 1900: Zionist Stephen Wise: 6 Mio. leidende Juden sind
Argumente für den Zionismus.
George Santanyana war für seinen Aphorismus be- 1916: Englische Propaganda behauptet, Österreicher hät-
ten in Serbien 700.000 Menschen erstochen und
rühmt “Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern vergast.
kann, ist dazu verurteilt, sie nochmals zu durchleben “. 1919: Martin H. Glynn, zuvor Gouverneur in New York, er-
Vielleicht haben diejenigen, die an den Mythos der klärt, 6 Mio. Juden in Osteuropa würden einen Holo-
“Sechs Millionen” glauben, vergessen, daß von Juden caust erleiden, wenn ihnen nicht geholfen würde.
1926: Eine seit Ende des Ersten Weltkriegs laufende
bereits früher ganz ähnliche Behauptungen aufgestellt Spendenkampagne findet ihren Höhepunkt: Millio-
wurden über “sechs Millionen in den Nachwehen des nen Dollar werden für die 5 bis 6 Mio. Juden ge-
Ersten Weltkrieges umkommener Juden”. sammelt, die in Osteuropa angeblich dem Tode ent-
Don Heddesheimer hat einen faszinierenden Bericht gegen sehen.
1936: Chaim Weizmann sagt vor der Peel-Konferenz, 6
über diese Behauptungen geschrieben. Immer wieder Mio. Juden seien in Europa eingesperrt, weshalb sie
waren die Spalten der New York Times und anderer eine freie Heimstätte bräuchten.
Zeitungen mit Ausführungen gefüllt, daß Juden – und 1942: Englische Propaganda behauptet, Deutsche hätten
zwar 6 Millionen – in Polen und anderen vom Krieg in Polen 700.000 Juden in mobilen Gaskammern
verheerten Ländern der unmittelbare Untergang durch ermordet. Die New York Times bringt Meldungen mit
steigender Opferzahl, wobei im Dezember erstmals
Hunger und Krankheit drohe, wenn nicht große Geld- indirekt die zukünftige Gesamtzahl von 6 Mio. ange-
summen aufgebracht und nach Übersee geschickt wür- deutet wird.
den. Tatsächlich gab es damals in Deutschland und in 1944: Noch vor der Befreiung von Auschwitz verkündet der
anderen vom Ersten Weltkrieg betroffenen Ländern sowjetische Chef-Propagandist Ilja Ehrenburg die
Opferzahl des Holocaust: 6 Mio..
sehr viel Hunger und Krankheiten, aber dies betraf nicht 1945: Im Juni behaupten Zionisten gegenüber dem alliier-
hauptsächlich die Juden. Den Beobachtungen amerika- ten Chefankläger Jackson, die Opferzahl des Holo-
nischer Militärsbediensteter und Diplomaten zufolge litt caust betrage 6 Mio.
vielmehr die allgemeine Bevölkerung, während reiche 1946: Mit der Auslieferung an die Sowjets bedroht, sagen
W. Höttl und D. Wisliceny vor dem IMT aus, sie hät-
Juden in Saus und Braus lebten. Damals wie heute ver- ten von Adolf Eichmann gehört, 6 Mio. Juden seien
suchten die Juden, im Vergleich zu ihrem angeblichen ermordet worden.
Leid das aller anderen verblassen zu lassen. 1953: Gerald Reitlinger legt als erster eine historische Stu-
Heddesheimer stellt fest, daß trotz all der Wehklagen die zum Holocaust vor. Behauptete Gesamt-
opferzahl: 4,2 bis 4,6 Mio. Spätere Werke sprechen
über tatsächliche und vermeintliche Leiden der Großteil
von 5-6 Mio.
des Geldes für jüdische Hilfe in Wirklichkeit für “ Ent- 1961: Während des Schauprozesses gegen Adolf Eich-
wicklungsvorhaben “ verwendet wurde – wie z.B. für mann in Jerusalem bestreitet dieser, jemals von 6
die Gründung von Genossenschaftsbanken in Polen, für Mio. gewußt zu haben.
die Finanzierung von Geschäfts- und Handwerksunter- 1979: Historiker Martin Broszat stellt vor Gericht fest, die
Zahl von 6 Mio. sei symbolisch zu verstehen.
nehmen und insbesondere für die Förderung jüdischer 1983: Die erste ausführliche statistische Untersuchung zur
Landwirtschaftssiedlungen. Es muß hervorgehoben Holocaust-Opferzahl schlußfolgert: ca. 300.000 Op-
werden, daß diese jüdische Finanzierung in Zusammen- fer.
hang mit drei wichtigen Geschichtsereignissen erfolgte, 1991: Zur propagandistischen Einstimmung auf den ersten
Irak-Krieg der USA verkünden jüdische Presseorga-
1. der kommunistischen Revolution in Rußland; ne in den USA: “Iraker haben Gaskammern für alle
2. dem Aufkommen des Zionismus in Palästina zusam- Juden”, “Deutsche produzieren Zyklon B im Irak
men mit dem anfänglichen britischen Palästina- (Iraks deutsche Gaskammer)”.
Mandat; 1991: Als Reaktion auf das Buch von 1983 (s.o.) veröffent-
licht das Institut für Zeitgeschichte eine Gegenunter-
3. dem Bestreben, Minderheitenrechte (besser: jüdische
suchung. Ergebnis: maximal knapp über 6 Mio. Op-
Sonderrechte) im antisemitischen Osteuropa durch- fer.
zusetzen. 1994: In einer Untersuchung wird die oben genannte regie-
In diesem Sinne diente die jüdische Hilfe als Tar- rungsamtliche Studie zur Opferzahl als irreführend
nung für eine viel umfassendere politische Zielsetzung. entblößt. Eine Woche danach wird das Anzweifeln
der Opferzahl von 6 Mio. und der Todesumstände
Der Großteil des Geldes wurde durch das Joint Dis- mit bis zu fünf Jahren Gefängnis unter Strafe ge-
tribution Committee verteilt, eine Organisation, die stellt.
noch heute existiert. Das Joint Distribution Committee
346 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3
Bill Wright, “Bücherschau: Der Erste Holocaust”, S. 346f.

wird von vielen informierten amerikani- standes im Hafen von Odessa


schen Diplomaten und Militärs (wie etwa ganze Bataillone jüdischer Revo-
Hugh Gibson, dem U.S. Botschafter im lutionäre durch die Straßen
Nachkriegs-Polen) beschuldigt, in die Fi- marschierten mit Transparenten,
nanzierung der Bolschewisten verwickelt auf denen proklamiert wurde:
gewesen zu sein (was dadurch erleichtert “Freiheit in Rußland, Land und
wurde, daß die meisten polnischen Bolsche- Freiheit in Palästina!”
wisten laut Gibson Juden waren). Wohlha- Es gibt ein Sprichwort, das da
bende amerikanische Juden wie Felix lautet: “Je mehr sich die Dinge
Warburg von der Kuhn-Loeb Bank in New
York halfen der sowjetischen Regierung, NEU! ändern, um so mehr bleiben sie,
wie sie sind.” Dieses ist der
jüdische Landwirtschaftssiedlungen in der grundlegende Gedanke des
Sowjetunion zu finanzieren. 1928 gab es Buches Der Erste Holocaust. Die
alleine auf der Krim 112 solche jüdische wesentlichen Elemente der nach
Landwirtschaftssiedlungen. dem Zweiten Weltkrieg erhobe-
Besonders zwei Organisationen waren in nen jüdischen Anklagen bezüg-
sowjetisch-jüdische Kollaboration lich der angeblichen Vernichtung
verwickelt: das schon erwähnte Joint Distribution des osteuropäischen Judentums waren bereits nach dem
Committee und die American Jewish Joint Agricultural Ersten Weltkrieg vorhanden mit der Behauptung des
Corporation – die sogenannte Agri-Joint, die durch Ju- drohenden Hungertodes von “sechs Millionen”. Der
lius Rosenwald, dem Eigentümer von Sears, großzügig einzige wichtige Unterschied fünfundzwanzig Jahre
mit Spenden bedacht wurde. Heddesheimer verstand es später war der Zusatz der behaupteten Vergasung. Der
ausgezeichnet, diese Kollaboration in den richtigen ge- Erste Holocaust spürt aber nicht nur die Vorläufer der
schichtlichen Zusammenhang zu stellen. Er zeigt, daß späteren Vernichtungsanklage auf. Das Werk beweist,
viele dieser jüdischen Niederlassungen zionistisch aus- wir mächtig und einflußreich das organisierte Judentum
gerichtet waren und als Trainingszentren für eine even- bereits vor dem Ersten Weltkrieg war: Zum Beispiel ge-
tuelle Übersiedelung nach Palästina dienten. Er verdeut- lang es ihm, die Aufhebung des langjährigen Handels-
licht auch, wie die zionistische und die kommunistische vertrags zwischen den USA und dem zaristischen Ruß-
Bewegung miteinander verbunden waren, in dem er ei- land durchzusetzen. Der Druck auf die U.S. Regierung
nige wichtige Tatsachen anführt, die weitgehend in ging damals fast ausschließlich von Juden aus.
Vergessenheit geraten sind. So geht er auf Dov Ber Bo- Mit 174 Seiten ist Der Erste Holocaust ein kompak-
rochovs Buch The National Question and the Class tes Buch, das aber eine Fülle gedankenweckender In-
Struggle ein, in dem das zionistische Verlangen nach formationen mit großer Sachkenntnis in ihren ge-
einem jüdischen Staat in Palästina als marxistischer schichtlichen Rahmen stellt. Jeder, der am Holocaust
Kampf einer unterdrückten Volksgruppe für ihre Auto- wie auch an der jüdischen Frage interessiert ist, wird
nomie dargestellt wird. Heddesheimer zitiert Nahum dieses Buch mit Gewinn und Genuß lesen können.
Sokolow, wie 1917 während des kommunistischen Auf-

Don Heddesheimer: Der Erste Holocaust. 174 S., €10,-


Die Zahl von sechs Millionen Juden, die einen Holocaust erlitten oder doch von ihm bedroht waren, wurde bereits
im Ersten Weltkrieg von jüdischen Gruppen verbreitet, um mit solchen Katastrophenmeldungen Geld zu sammeln.
Heddesheimer enthüllt eine offenbar recht alte jüdische Methode, das Mitleid von Nichtjuden schamlos zur Durch-
setzung jüdischer politischer Ziele auszunutzen. Er zeigt, wie schon seit einem Jahrhundert daran gearbeitet wird,
mit falschen Greuelmeldungen der Welt ein schlechtes Gewissen den Juden gegenüber einzureden.
BESTELLEN SIE DIESES BUCH NOCH HEUTE!
… Ja, ich möchte____ Exemplare von Don Heddesheimers Der Erste Holocaust für €10,- je Exemplar bezie-
hen (bei Mengenabnahme bitte wegen Rabatt anfragen.)
Bestellung bitte einsenden an: Castle Hill Publishers
Name Fax D: (0711) 50-890-53 (Email-Weiterleitung)
Telefon: 001 (773) 769-1121
Straße
Post: Castle Hill Publishers, PO Box 257768, Chicago,
IL 60625, USA
Email: chporder@vho.org
PLZ Wohnort
Internet: www.vho.org
Datum Unterschrift

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 347


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

Der Mut des sicheren Ruhestandes


Von Germar Rudolf

Werner Maser, Fälschung, Dichtung und Wahr- Das ist in groben Zügen das Bild des menschlichen
heit über Hitler und Stalin, Olzog, München 2004, Hitlers mit genialen Zügen, das Maser den vielen Fäl-
gebunden, 478 S., €34,- schungen entgegenstellt, untermauert mit einer großen
Zahl von Primärquellen. Die dunklen Seiten Hitlers,
Das Ende der Klischees seine Judenfeindschaft und sein skrupelloser Wille zur
Hatte Hitler jüdische Vorfahren? War er schwul? totalen Macht, behandelt Maser nur kurz, die Hinter-
War er ein teppichbeißender Psychopath? War er in sei- gründe für Hitlers ideologische Ansichten gar nicht.
ner Jugend ein unbegabter Postkartenmaler? Oder etwa
ein faulenzender Taugenichts? Oder litt er als junger Historische Korrekturen am laufenden Band
Mensch unter Minderwertigkeitskomplexen? War er Selbst wenn dies schon alles wäre, woraus dieses
dialogunfähig? War er psychisch oder physisch krank? Buch bestünde, so wäre es bereits sein Geld wert. Doch
Hat er seine Nichte in den Selbstmord getrieben? Maser hat mehr zu bieten als die Richtigstellung von
Es gibt wohl kein noch so an den Haaren herbeige- Getratsche über Hitler. Er stellt auch viele historische
zogenes Gerücht, das nicht irgendwann einmal über Legenden richtig, oft nur im Vorübergehen und unter
Hitler in die Welt gesetzt worden wäre. Da Hitler nun Hinweis auf andere Literatur. Einige dieser Fälle habe
einmal zum beliebtesten Fußabtreter der Welt geworden ich in der untenstehenden Tabelle grob zusammenge-
ist, an dem jeder seine eigenen Psychosen abreagieren faßt.
kann, scheint es wie eine Sisyphusarbeit, gegen derlei Sein ganzes Buch ist eine fortwährende Anklage ge-
historischen Unrat anschreiben zu wollen. In dem hier gen eine beträchtliche Zahl seine Kollegen von der Hi-
besprochenen Werk versucht Werner Maser, genau das storikerzunft, die er als ideologisch befangen oder in-
zu tun: In 42 voneinander unabhängigen Kapiteln wer- kompetent demaskiert. Mit diesem Buch raubt Maser
den ebenso viele Geschichtslegenden bzw. Fälschung auch noch dem letzten Leser den naiven Glauben, deut-
vornehmlich über Hitler richtiggestellt. Josef Stalin ist sche Historiker seien per se objektiv. In einer Fußnote
in diesem Buch jedoch lediglich ein Statist, der immer schreibt er zum Beispiel über den Historiker Hans-
dann auftaucht, wenn Hitlers Weg den Stalins kreuzte. Adolf Jacobsen, ihm
Prof. Dr. Werner Maser kann auf eine beeindruk- “wurde verschiedentlich unterstellt, nicht in der
kende Liste von Veröffentlichungen über die jüngere Lage zu sein, die ideologische ‘Hirnwäsche’ hinter
deutsche Geschichte verweisen, wobei sein Schwer- sich zu lassen, der er sich als junger Offizier wäh-
punkt der Erforschung des Dritten Reiches galt und gilt. rend seiner sowjetischen Kriegsgefangenschaft in
Viele seiner Bücher zum Dritten Reich wurden in meh- dem am 13. Juli 1943 in der Sowjetunion ins Leben
rere Sprachen übersetzt, und er gilt nicht ohne Grund gerufenen stalinistisch orientierten ‘Nationalkomitee
als einer der besten, wenn nicht gar als der beste Kenner Freies Deutschland’ unterzogen haben.” (S. 220,
der historischen Person Adolf Hitler. FN 18)
Um die trivialen Dinge gleich vorweg zu nehmen: Bezüglich der rechtlichen Probleme in Deutschland
Hitler hatte keine jüdischen Vorfahren, führt er offenherzig aus:
hatte nicht mit dem Selbstmord seiner “Das Schwert des Damokles
Nichte zu tun, war ein Zeit Lebens ak- schwebt (nicht nur in Deutschland)
tiver Heterosexueller, war als Maler über Historikern, die umstrittene
wie auch als Komponist (!) durchaus Phasen der Geschichte so darstel-
begabt; er war seit früher Kindheit ein len, wie sie ‘wirklich gewesen sind’
äußerst mutiger und willensstarker – und die häufig selbst amtlich kodi-
Mensch, zwar nicht akademisch gebil- fizierten ideologischen Vorgaben
det, aber dennoch sehr belesen; er war als Geschichtsfälschungen identifi-
ein virtuoser Redner, ein diplomatisch zieren.” (S. 220)
geschickter Verhandler, ein guter Zu- Anschließend führt Maser die gegen
hörer und Diskussionspartner, ein be- den Freiburger Historiker Joachim
gabter Militärstratege und obendrein Hoffmann versuchte Zensur durch sei-
auch noch psychisch normal und im nen Arbeitgeber, das Militärgeschichte
wesentlichen physisch gesund, wenn Forschungsamt (MGFA), an.1 Über das
man von kleineren Alterserscheinungen MGFA führt Maser aus, es habe sich
absieht. seither an einer politischen Leitlinie

348 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

orientiert, die der Geschichtsauffassung der ehemaligen und reichsdeutscher Juden. Die Vergasungen in Au-
DDR naheliege. Nach dem Zusammenbruch der DDR schwitz begannen im Frühjahr 1942. Nach dem Ver-
seien denn auch einige SED-Historiker in das MGFA lust Stalingrads Ende Januar 1943 nahmen die Tö-
übernommen worden. (S. 224) tungen zahlenmäßig erheblich zu, gingen in Au-
schwitz im Mai 1943 jedoch auf Himmlers Befehl
Im Minenfeld des Holocausts wieder wesentlich zurück. Im Herbst [gemeint: Früh-
Der wirkliche Sprengstoff dieses Buches liegt in je- jahr] 1944 nahmen sie dort jedoch erneut gravierend
nen Kapiteln, die sich dem Holocaust widmen, denn zu.” (S. 301)
auch da wagt sich Maser weiter vor, als jeder andere Der ansonsten nicht mit Belegen geizende Maser
etablierte Historiker vor ihm, auch wenn er dabei einige gibt für keine der hier gemachten Tatsachenbehauptun-
Fehler begeht, was nicht überraschen kann, denn Maser gen eine Quelle an, noch nicht einmal einen Hinweis
ist kein Holocaust-Experte. auf eine Enzyklopädie. Genauso verfährt er etwa 50
Zunächst gilt es festzustellen, daß Maser davon aus- Seiten später, wenn er pauschal erklärt:
geht, daß es eine Massenvernichtung von Juden in ei- “Anders als beispielsweise Auschwitz-Birkenau,
gens dafür geschaffenen Vernichtungslagern gab. Dies Treblinka, Sobibor und Belzec, die seit Anbeginn als
ergibt sich bereits auf der zweiten Seite seiner Beschäf- Vernichtungslager geplant waren, sollte das von der
tigung mit dem Thema, das er mit einer Diskussion der SS unterhaltene und unter Himmlers direktem Befehl
Wannsee-Konferenz einleitet. Er zitiert die existieren- stehende Lager Majdanek bei Lublin von Frühjahr
den Dokumente richtig, die alle auf eine Aussiedlungs- 1941 bis Ende 1942 eine große industrielle Produk-
bzw. Deportationspolitik hindeuten, in keinem Fall aber tionsstätte betreiben und die SS versorgungstech-
von einer Vernichtung sprechen. Doch, so wendet er nisch weithin unabhängig von der Wehrmacht ma-
ein: chen, was sich jedoch als unrealistisch erwies – und
“Das die Konferenz, die nicht einmal zwei Stun- Majdanek letztlich – für wahrscheinlich 250.000
den gedauert hatte, nichts oder nur nebenbei etwas Häftlinge – ebenfalls zu einem Vernichtungslager
mit der Massenvernichtung der Juden zu tun gehabt werden ließ.” (S. 353)
habe, wie von ‘Auschwitz-Leugnern’ kolportiert Daß er mit seiner Behauptung zu Auschwitz der eta-
wird, trifft nicht zu: denn bald danach, im Frühjahr blierten Geschichtsschreibung widerspricht – Au-
1942, begannen in Belzec im Osten des Generalgou- schwitz wurde durchaus nicht von Anfang an als Ver-
vernements die ersten Massentötungen polnischer nichtungslager geplant –, weiß er womöglich gar nicht.

LEGENDE WAHRHEIT
Drei Millionen sowjetische Soldaten wurden in deut- 1,784 Mio. sowjetische Soldaten kehrten nicht aus deutscher Gefan-
schen Gefangenenlagern dem Hungertod überlassen. genschaft zurück, zumeist als Resultat des Stalinschen Politik der
“Verbrannte Erde”, wodurch eine ausreichende Verpflegung weder
der deutschen Truppen noch der sowjetischen Gefangenen möglich
war. (S. 106)
Hitler ist für die Eskalation des Luftkrieges verant- Die britische Luftwaffe fing mit dem Luftkrieg an, und Hitler zögerte
wortlich. ungewöhnlich lange, diesen Fehdehandschuh aufzugreifen. (S. 111f)
Das Massaker nach dem angeblichen Röhm-Putsch Röhm plante einen wirklichen Putsch und war daher der Initiator ei-
geht auf Hitler zurück. nes Massakers, dem er dann selbst aufgrund Hitlers beherztem Ein-
greifen zum Opfer fiel. (S. 115)
Konzentrationslager waren eine Erfindung des Dritten Schon Friedrich Ebert ließ während der Weimarer Republik Linksex-
Reiches. tremisten in Konzentrationslager sperren, und die USA hatte im
Krieg Japaner in KLs eingesperrt. (S. 116)
Der Reichstagsbrand wurde von der SA inszeniert und Marius van der Lubbe war tatsächlich der Täter. (S. 143)
dem Kommunisten Marius van der Lubbe in die Schu-
he geschoben
Die alliierten Sieger behandelten ihre Gefangenen an- Nicolaus von Below, Adjutant Hitlers, berichtet detailliert, wie er so
ständig. lange in Beugehaft gehalten wurde, bis er “gestand”, was man von
ihm wollte. Er band “den Engländern einen Bären auf”. (S. 158f.)
Das geheime Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes Die Absteckung als “Interessensphäre” verstand das Dritte Reich
sah die Annexion des Baltikums, Bessarabiens und der nicht als Freigabe zur Annexion, wie ein Protest am 3.11.1940 ergibt.
Nordbukowina durch die UdSSR vor. (S. 197)
Hitler führte nach der Kapitulation von Paris einen Dies ist eine Filmfälschung. (S. 203)
wilden Freudentanz vor.
Hitler griff die friedliebende Sowjetunion grundlos an. Die deutsche Wehrmacht führte einen Präventivkrieg gegen eine Ro-
te Armee, die sich anstellte, ganz Kontinental-Europa zu überrennen.
(S. 216-261)

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Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

Seine Aussagen über Treblinka,2 Sobibor, Belzec3 und koll sagt jedoch nichts aus über einen geplanten Mord
Majdanek4 hängen genauso beleglos in der Luft. Aber an den Juden. Folgerung: Entweder wurde während der
wen kümmert es schon, schließlich ist das Behauptete ja Wannsee-Konferenz nicht über den Judenmord gespro-
offenkundig, gell? Doch selbst wenn es einen Massen- chen – was von allen jemals interviewten Teilnehmern
mord gab, bewiese das nicht, daß während der Wann- so behauptet wird –, oder das Protokoll stimmt inhalt-
see-Konferenz darüber gesprochen wurde. Das Proto- lich nicht mit dem Besprochenen überein. Folglich ist
koll jedenfalls spricht davon nicht. mindestens eine der Behauptungen Eichmanns falsch:
Auf den Seiten 317f. bildet Maser die beiden Fas- Entweder das Protokoll des Besprochenen wurde falsch
sungen des Begleitschreibens zum Wannsee-Protokoll wiedergegeben oder Hitler hat die Ermordung der Juden
ab, die erstmalig von Roland Bohlinger und Johannes nicht befohlen. Auf jeden Fall sollte man Eichmanns
Peter Ney als Fälschungen entblößt wurden,5 und be- Aussagen kritisch betrachten.
merkt dazu: Selbstverständlich weiß Maser, daß deutsche Offizi-
“Ein gefälschtes Dokument für den Nürnberger elle wie Höttl und Eichmann, wenn sie in alliiertem
Prozeß: Beide Briefe, vorgeblich am 25. Januar Gewahrsam waren, bisweilen die Wahrheit frisierten,
1942 von Reinhard Heydrich an den Unterstaatsse- um Folter und Beugehaft zu entgehen bzw. zu beenden
kretär Martin Luther geschrieben, stimmen textlich – er beschreibt es eingehend für den Fall von Below (S.
überein. Einer von ihnen ist eine Fälschung. Offen 158f.). Daß unter solchen Umständen die Aussagen un-
muß die Antwort auf die Frage bleiben, welchen zuverlässiger Zeugen wenig hilfreich sind, um histori-
Zweck diese Fälschung haben sollte.” schen Fakten zu erhellen, scheint ihm aber nicht in den
Maser verliert kein Wort darüber, daß es vom Wann- Sinn zu kommen.
see-Protokoll ebenso mindestens zwei Fassungen gibt – Auf S. 330 zeigt Maser dann ein erhebliches Maß an
SS einmal mit rundem, einmal mit Runen-S.6 Weiß er Naivität, wenn er meint, das israelische Gericht habe
es nicht? Adolf “Eichmann in einem fairen Prozeß zum Tode
Daß der Holocaust denn auch tatsächlich von Hitler verurteilt.” Ich darf hier auf Faktoren hinweisen, die
befohlen wurde – mündlich, also ohne irgendwelche diese Ansicht zweifelhaft erscheinen lassen.
dokumentarische Spuren zu hinterlassen, wie Maser Während die israelischen Ermittlungsbehörden über
versichert (S. 311, 371) –, dazu weiß er allerdings zwei viele Jahre mit einem mehrere hundert Fachleute um-
Quellen zu zitieren: Die Aussagen von Wilhelm Höttl fassenden Gremium und der Unterstützung aller Regie-
und Adolf Eichmann (S. 306). Daß Maser Höttl an an- rungen und aller Archive der Welt Ermittlungen gegen
derer Stelle als Aufschneider demaskiert (S. 329), sei Eichmann durchführten,8 hatten Eichmann bzw. sein
nur nebenbei erwähnt.7 Verteidiger Servatius im wesentlich keine Möglichkei-
Wenig später läßt Maser Eichmann dann ausführlich ten, das Verfahren auch nur annähernd ähnlich gründ-
zu Wort kommen, wobei er aus den Tonbandprotokol- lich vorzubereiten. Somit bestand eine ähnliche Waffe-
len der israelischen Verhöre zitiert: nungleichheit zwischen Anklage und Verteidigung, wie
“Auf die Frage […], ob das von ihm geführte sie während der alliierten Nachkriegsprozesse festzu-
‘Protokoll’ zutreffend sei, antwortete Eichmann: stellen war. Hannah Arendt selbst stellte diese Waffe-
‘Das Protokoll gibt die wesentlichen Punkte wieder nungleichheit analog zum IMT für den Eichmann-
[…]’” (S. 313) Prozeß in Jerusalem fest.9
Anschließend faßt dann Maser die wesentlichen Franz J. Scheidl hat ausgeführt, dem Verteidiger
Aussagen des Protokolls zusammen, wobei er klar zum Eichmanns sei nicht erlaubt gewesen, seinen Mandanten
Ausdruck bringt, daß das Protokoll von Evakuierung unter vier Augen zu sprechen, und daß ihm die Einsicht
nach dem Osten spricht, nicht aber von Massenmorden. in die Vernehmungsprotokolle Eichmanns verwehrt
Auch an anderer Stelle hebt Maser hervor, daß im Zu- worden sei.10
sammenhang der Endlösung der Judenfrage immer nur Deutsche Entlastungszeugen der “Täterseite” für
von Auswanderung bzw. Deportation die Rede war, et- Adolf Eichmann im Jerusalemer Prozeß wurden von der
wa wenn Hitler in trauter Runde darüber sprach (S. 310, Anklage grundsätzlich mit Verhaftung bedroht, so daß
312) oder wenn der allgegenwärtige Albert Speer beim sie sich von den Verhandlungen fernhielten.11
Arbeitseinsatz der Juden mit dem Thema in Berührung Erfrischend erscheint das offene Zugeständnis von
kam (S. 325). jüdischer Seite, die in Israel abgehaltenen Prozesse ge-
Halten wir fest: Maser behauptet, während der gen Eichmann und Demjanjuk hätten Schauprozeß-
Wannsee-Konferenz sei selbstverständlich über den Ju- Charakter gehabt.12 Angesichts der äußeren Umstände –
denmord als von Hitler befohlen gesprochen worden. Er Theater-Umgebung und Live-Übertragung in den israe-
ruft Eichmann als Zeuge dafür auf, daß es einen münd- lischen Medien – kann daran auch kein Zweifel beste-
lichen Befehl Hitlers gegeben hat. In seinem Interview hen.
in Israel 1961 bestätigte Eichmann, daß das Protokoll Unter solchen Umständen ist eine effektive Vertei-
den Inhalt der Konferenz richtig wiedergibt. Das Proto- digung meiner Ansicht nach praktisch unmöglich.

350 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

Wenn man sich dann noch die Verteidigungsstrategie cher Anwalt und sein Mandant den ganzen Zorn sowohl
Servatius’ anschaut, so wird vollends klar, daß die Ver- der Öffentlichkeit als auch des Gerichts gespürt hätten.
teidigung weder willens noch in der Lager war, dagegen Ich darf daher soweit gehen und behaupten, daß es in
anzusteuern. Dr. Servatius machte noch nicht einmal NSG-Verfahren – genauso wie in mittelalterlichen He-
den Versuch, dieses Verfahren wie jeden anderen nor- xenprozessen – aus psychologischen Gründen keine fai-
malen Prozeß zu führen, bei dem es um Kapitalverbre- ren Verfahren geben kann – jedenfalls nicht mit dem
chen geht: Kein einziger Zeuge wurde kreuzverhört; seit Kriegsende bis heute vorherrschenden Zeitgeist.
kein einziges Gutachten über die behaupteten Morde Obwohl Maser selbst massenweise Dokumente zi-
und Mordmethoden, über Spuren von Tätern, Opfern, tiert, die von einer “Evakuierung” der Juden sprechen,
Tatwaffen und Tatspuren wurde verlangt bzw. vorge- glaubt er Eichmann nicht, der zu seiner Verteidigung in
legt. Mit anderen Worten: Das war kein Prozeß, son- Jerusalem meinte, er habe nur die Evakuierung organi-
dern ein abgekartetes Spiel, und zwar weniger durch siert. Wenn das, was er organisiert hat, aber tatsächlich
Absprachen zwischen Anklage, Gericht und Verteidi- nur Evakuierungen waren – deren Umstände schlimm
gung, sondern vielmehr durch die paralysierende Wir- genug gewesen sind – was soll an dieser Aussage falsch
kung der Propaganda und der äußeren schauprozeßarti- sein? Und welche “Indizien” meint Maser, die “unwi-
gen Umstände auf alle Prozeßbeteiligten. derlegbar” eine andere Sprache sprechen? Er gibt auch
Wie kommt es, daß jedermann bei Strafverfahren nicht die Spur eines Hinweises.
gegen Serienmörder wie selbstverständlich davon aus- Kurz: Maser versucht noch nicht einmal, für die
geht, die Anklage habe mit forensischen Gutachten die These vom Massenmord an den Juden irgendeinen Be-
Spuren der Tat, der Opfer, der Täter und der Tatwaf- weis anzuführen. Er nennt dazu noch nicht einmal eine
fe(n) nachzuweisen, daß aber selbst die kompetentesten Sekundärquelle! Ich weiß nicht, ob er diesem Mangel
Strafverteidiger – zusammen mit dem Rest der Mensch- irgendwie abzustellen gedachte, jedenfalls griff er an
heit – wie selbstverständlich davon ausgehen, die Be- einer Stelle seines Buches zu einem Trick, um doch
hauptung eines noch schlimmeren Tatvorwurfes gegen noch die Illusion eines Beweises zu schaffen. Kurz:
einen Angeklagten, nämlich des Massenmordes an Maser hat auf Seite 307 “geschummelt”, indem er ein
sechs Millionen Menschen, bedürfe einer solchen Be- Dokument wie folgt untertitelt:
weisführung nicht? Das war so sowohl während des “Hitlers Anweisung (‘Geheime Reichssache!’)
IMT und der übrigen Tribunale der unmittelbaren vom Dezember 1942 an Himmler, nach Absprache
Nachkriegszeit, während der Jerusalemer Prozesse zwischen ihm und dem französischen Ministerpräsi-
(Eichmann, Demjanjuk) wie auch während sämtlicher denten Pierre Laval (1883-1945), der Hitler am 18.
(!) deutscher und westeuropäischer NSG-Verfahren. Dezember 1942 in Ostpreußen aufsuchte, 600.000
Nie kam auch nur ein einziger Verteidiger, Staatsanwalt bis 700.000 französische Juden ‘abzutransportieren’
oder Richter auf den Gedanken, nach forensischen Be- und zu vernichten.”
weisen für den größten Verbrechensvorwurf zu fragen, Im abgebildeten Dokument (vgl. Abb. 1) steht aber
der je gegen irgendwelche Angeklagten in der Mensch- kein Wort von vernichten, auch nicht in Worten der oft
heitsgeschichte erhoben wurde. Dieser gigantische Ver- bemühten “Tarnsprache”.
brechensvorwurf ist so traumatisierend und paralysie- Mit anderen Worten: Für Werner Maser steht das
rend, daß er die normalen rationalen Denk- und Hand- Ergebnis seiner Forschung schon von Anfang an fest:
lungsweisen lahmlegt. Hitler hat die Ermordung der Juden befohlen, und das
Freilich kann man sich fragen, was einem Verteidi- wurde auch so durchgeführt. Daß es weder für den Be-
ger geschehen wäre oder würde, würde er solche Be- fehl noch für dessen Ausführung irgendeinen greifbaren
weise fordern. Nach heutiger deutscher Rechtslage Beweis gibt, stört ihn nicht weiter.
macht sich ein Anwalt, der sich die Thesen eines Maser geht ausführlich auf die Rolle Speers im Drit-
“Leugners” zu eigen macht, etwa indem er Sachbeweise ten Reich ein und kritisiert Speers Autobiographie als
fordert, selbst strafbar.13 Diese neue Rechtsprechung einen Versuch der Weißwäsche (320-325). Maser hat
wurde eingeführt, weil einige Strafverteidiger (von insofern recht, als Speer sogar versucht, seiner Nach-
“Leugnern”) inzwischen aufgewacht sind und endlich welt einzureden, er habe nichts von der schlechten Be-
ihre Pflicht tun (namentlich: Hajo Herrmann, Ludwig handlung der Juden im allgemeinen gewußt. Eine Viel-
Bock, Günther Herzogenrath-Amelung, Jürgen Rieger, zahl von Dokumenten mit Speers Unterschrift zeigt, daß
Herbert Schaller, u.a.). Der Sturm der Entrüstung, der er sehr wohl wußte, was den Juden angetan wurde. Ma-
ausbrach, als ein Strafverteidiger es 1980 während des ser schießt allerdings über das Ziel hinaus, wenn er be-
Majdanek-Prozesses wagte, Widersprüche in Zeugen- hauptet, Speer habe vom Holocaust gewußt, denn die
aussagen bloßzulegen,14 deutet darauf hin, daß ein noch von ihm zitierten Dokumente belegen lediglich, daß
weitergehender Schritt hin zur Infragestellung der an- Speer von Zwangsdeportationen gen Osten wußte und
geklagten Verbrechen selbst dazu geführt hätte, eine davon, daß Juden nach Belieben für Sklavenarbeiten
Verteidigung effektiv unmöglich zu machen, da ein sol- eingesetzt wurden, denn schließlich war Speer es, der

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Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

diese Arbeiten zu einem wesentlichen Teil organisierte. ähnlich Sünde, doch im Gegensatz zu Prof. Diwald un-
Speer aus diesen Fakten allerdings eine Mitwisserschaft termauert Werner Maser seine These. Ob ihm das gegen
an einem angeblichen Massenmord anzulasten, wie es den Mob helfen wird? Wir werden sehen…
Maser zu tun versucht, ist aber unredlich. Nach dieser saftigen Einleitung behandelt Maser die
Nach dieser Schaumschlägerei um den Holocaust fragwürdige Grundlage der Gesamtopferzahl: Er stellt
geht Maser dann auf S. 332 ans Eingemachte: die 26 Millionen behaupteter Opfer der Berner Tag-
“Zwar gilt […] die Vernichtung der Juden zu den wacht vom 24.8.1945 der von den Baseler Nachrichten
am besten erforschten Aspekten der Zeitgeschichte am 13.6.1946 behaupteten Gesamtzahl von 1.5 Mio.
[…], doch das ist nicht der Fall. […] Doch ganze gegenüber – zwei klassische, oft von Revisionisten ge-
Territorien sind nach wie vor terra incognita, nicht nannte Quellen (S. 333). Anschließend bringt er aber
nur, […] sondern auch, weil […] deutsche Histori- die von Ehrenburg noch vor Kriegsende genannte Ge-
ker eine Scheu an den Tag legen, sich des grauen- samtopferzahl von sechs Millionen17 mit den 4 Mio.
vollen Anliegens anzunehmen und womöglich De- von den Sowjets während des IMT apodiktisch festge-
tails zu Tage zu fördern, die mit den seit Jahr und setzten Opfern des Lagers Auschwitz durcheinander. Im
Tag multiplizierten Darstellungen nicht überein- Zusammenhang mit der offiziellen Reduzierung der
stimmen.” (S. 332). Auschwitz-Opferzahl von 4 Mio. auf 1,5 Mio. zitiert er
Was hatte doch Prof. Hellmut Diwald noch 1979 in den polnischen Publizisten Ernest Skalski wie folgt:
der Erstausgabe seines Buches Geschichte der Deut- “Ich gebe zu, daß man manchmal die Wahrheit
schen geschrieben?:15 verheimlichen – also lügen muß, zuweilen sogar aus
“Was sich [unter dem Titel ‘Endlösung’] in den erhabenen Motiven, etwa aus Mitleid oder aus Fein-
folgenden Jahren [nach 1940] tatsächlich abgespielt gefühl. […] Wenn auch die Wahrheit nicht immer
hat, ist trotz aller Literatur in zentralen Fragen noch das Gute ist, so ist viel öfter die Lüge das Böse.
immer ungeklärt.” […]” (S. 334)
Das danach einsetzende Wutgeheul des politisch Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, daß
korrekten Mobs haben Armin Mohler und Robert Hepp Werner Maser meine Vorlesungen über Zeitgeschichte
ausführlich dokumentiert.16 Nun begeht Maser also eine gelesen hat, wo ich Skalski genauso zitiert habe.18
Sodann zitiert Maser Yehudah Bauer von der He-
bräischen Universität in Jerusalem sowie Léon Polia-
kov, Gerald Reitlinger und Raul Hilberg mit ihren je-
weiligen sich widersprechenden Opferzahlen zum Ho-
locaust. Die Argumentationslinie und die zitierten Quel-
len folgen seltsam revisionistischem Muster, auch wenn
deren Aneinanderknüpfung darauf hinweist, daß Maser
die Materie nicht 100% beherrscht.19 Und tatsächlich:
In Ermangelung “besserer” Quellen tauchen dann in
Fußnote 73 auf S. 334 zum ersten Mal die Vierteljah-
reshefte für freie Geschichtsforschung als Quellenanga-
be auf! Freilich mit dem üblichen Rechtfertigungs-
kommentar:
“Bei dieser Zeitschrift handelt es sich zwar ein-
deutig um ein obskures Organ rechtsradikaler Zeit-
genossen, doch die in ihnen faksimilierten Dokumen-
te, soweit sie nicht gefälscht sind, haben Quellen-
wert. Die Zeitschrift wird in diesem Buch nur jeweils
dort zitiert, wo dies eindeutig zutrifft.”
Der ungeheuerliche Fälschungsverdacht bleibt
selbstverständlich unbelegt. Ehrabschneidung nennt
man das.20 Anschließend zitiert Maser dann auch nur
solche Dokumente und Beiträge aus VffG, die seine
These bestätigen. Das Ausblenden von Beweisen und
Argumenten, die seinen Thesen zuwiderlaufen, nennt er
Abbildung 1: Plan zur Deportation der französischen Juden, dann Wissenschaft. Aber immerhin: Werner Maser liest
nachdem die ausländischen Juden bereits aus dem besetz- die VffG wenigstens und kommt nicht darum herum, sie
ten Frankreich abtransportiert worden waren. Das Vorhaben zu erwähnen. Das ist doch schon ein Anfang!
wurde nie durchgeführt. Werner Maser behauptet fälschlich,
Hitler habe mit diesem Dokument die Vernichtung dieser Ju-
Daß Maser nicht sonderlich viel vom Revisionismus
den befohlen. versteht, beweist er gleich in der Einleitung seines Bu-

352 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

ches auf den Seiten 25f., wo er eine Reihe peinlicher “Stalins 4-Million-Diktum hat die Entstehung
Fehler begeht: ganzer Bibliotheken initiiert, deren Autoren vor-
– Paul Rassinier war Lehrer (primär für Geographie), nehmlich bemüht waren, diese Stalin-Vorgabe nach-
nicht Professor. träglich zu stützen und durch ‘Quellennachweise’
– Rassinier hat niemals irgendwo behauptet, die “These nicht nur zu belegen, sondern in Anlehnung an Ilja
über 6 Millionen Juden” sei “vom Weltjudentum er- Ehrenburgs Fantasiezahl […] noch zu korrigieren.
funden” worden, so Masers Worte. Das wurde auch […] Weder er noch die anderen Chronisten haben
nie nachfolgend von irgendeinem Revisionisten “zu begriffen, daß es Stalin nur darum gegangen war,
einer erwiesenen Tatsache” “erhoben.” Maser befin- durch seine Übertreibungen sich selbst und seine
det sich mit dieser Behauptung zwar in ‘guter’ Gesell- jeweils zuständigen Funktionsträger durch konstru-
schaft – Michael Shermer und Alex Grobman haben ierte Kriterien vor der Weltöffentlichkeit […] davor
dies ebenso jüngst in ihrem Buch Denying History zu schützen, als Menschenrechtsverbrecher demas-
behauptet (2000, S. 106) –, aber das macht es nicht kiert zu werden. […] Daß Stalin die bis zu zwei Mil-
wahr. Dies weckt den Verdacht, daß Maser Rassiniers lionen Juden, die nach dem Krieg nicht mehr aus
Werke gar nicht gelesen hat. der UdSSR in ihre Ursprungsorte zurückkehren
– Maser zitiert revisionistische Literatur falsch: konnten, weil sie dort ihr Leben verloren hatten,
1. Emil Aretz wird als Verfasser der Broschüre Die wahrheitswidrig als Opfer des NS-Regimes darstell-
Auschwitz-Lüge ausgegeben, die aber von Thies Chri- te, war für viele von ihnen kein Thema.” (Unterstrei-
stophersen verfaßt wurde. Aretz ist Autor des Buches chung hinzugefügt)
Hexeneinmaleins einer Lüge.21 “An Hitlers 53. Geburtstag, dem 20. April 1942,
2. Den Titel des Buches von Prof. Dr. Arthur R. Butz’ meldete die deutsche Abwehr aus Krakau, daß die
Buch gibt er mit The Hoax of the Century an, er ver- polnische Untergrundbewegung tausende Plakate
gißt also das Twentieth. gedruckt habe, die in Aufmachung und Stil den deut-
– Maser schreibt fälschlich, Fred Leuchter und ich hät- schen ‘Bekanntmachungen’ glichen, in denen es
ten behauptet, daß die von uns “untersuchten Ge- hieß, daß das Generalgouvernement als ‘Bekannt-
steinsproben aus Auschwitz keine Blausäureverbin- machung Nr. 35’ angeordnet habe, ‘eine ... Exkursi-
dungen (Cyanidverbindungen) aufgewiesen hätten.” on für ein Komitee aller in Polen lebenden ethni-
Richtig wäre, wenn Maser geschrieben hätte, daß die schen Gruppen nach Auschwitz’ zu organisieren.
von uns “untersuchten Gemäuerproben aus den (an- ‘Die Exkursion soll untersuchen’, so lautete der
geblichen) Gaskammern von Auschwitz keine signifi- vermutlich aus der berüchtigten Lügen-’Giftküche’
kanten Blausäureverbindungen (Cyanidverbindungen) Sefton Delmers und Ellic Howes stammende iro-
aufgewiesen hätten.” Weder zum Leuchter-Gutachten nisch-schaudererregende Text, der erstmals öffent-
noch zu meinem Gutachten gibt Maser eine Quelle lich den ersten deutschen Meldungen über 3.000 ex-
an.22 humierte polnische Katyn-Opfer folgte, ‘wie huma-
Auf den Seiten 335f. zitiert Maser zustimmend die nitär im Vergleich zu den von den Bolschewisten
Arbeit Fritjof Meyers, mit der dieser die Auschwitz- angewendeten Methoden die Mittel sind, die zur
Opferzahl auf etwa eine halbe Million herabgesetzt hat Massenausrottung des polnischen Volkes benutzt
und die Krematorien als Orte der Massenvernichtung werden. Die deutsche Wissenschaft hat hier für die
dekommissionierte.23 Maser erzürnt sich zudem über europäische Kultur Wunder vollbracht; an Stelle ei-
polemische Kritiker wie den Welt-Mitarbeiter Sven Fe- nes brutalen Massakers an lästigem Pöbel kann man
lix Kellerhoff und Anzeigenerstatter gegen Meyer wie in Auschwitz die Gas- und Dampfkammern, elektri-
Horst Mahler. Zu einer sachlichen Auseinandersetzung schen Platten usw. sehen, mit denen Tausenden von
mit Meyers These reichen Masers Kenntnisse aber wohl Polen schnellstens vom Leben zum Tode verholfen
nicht aus.24 wird, und in einer Weise, die der ganzen deutschen
Auf S. 336 erwähnte Maser die in Auschwitz instal- Nation zur Ehre gereicht. Es genügt, darauf hin-
lierte Kurzwellen-Entlausungsanlage, plaziert sie aber zuweisen, daß allein das Krematorium jeden Tag
fälschlich in der Zentralsauna (BW 32). Tatsächlich 3.000 Leichen erledigen kann.” (S. 341, Unterstrei-
wurde sie im BW 160 eingebaut, dem neuen Aufnah- chung hinzugefügt)
megebäude des Stammlagers.25 In Fußnote 103 heißt es dazu:
Auf der gleichen Seite erwähnt Maser die angebliche “Ellic Howe gab am 12. Juni 1967 in einem per-
Vergasungs-Besichtigung Himmlers in Auschwitz im sönlichen Gespräch mit mir an, nicht mehr genau
Sommer 1942 – ohne Quellenangabe –, die jedoch von sagen zu können, wer ihn formuliert habe.”
Carlo Mattogno anhand umfangreichen Quellenmateri- So brisant wie Maser sich hier ausdrückt, so ist ihm
als als unwahre Behauptung bloßgelegt wurde.26 hier wahrscheinlich mit der Jahreszahl ein Fehler unter-
Auf Seite 339 kommt Masers Revisionismus dann laufen, denn die Massengräber von Katyn wurden erst
aber endlich in Fahrt: Ende März 1943 entdeckt und anschließend von der

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Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

deutschen Propaganda benutzt. Aber lassen wir Maser nen den Deutschen unterstellt wurde, aus Leichen
weiter seinen Faden spinnen: Fett produziert zu haben. ‘Ich bin überzeugt’, be-
“Dem Auschwitzer Untergrund gelang es erst- kannte er, ‘daß wir einen Fehler machen, wenn wir
mals im Mai oder Juni 1942 einen Bericht nach dieser Gaskammergeschichte offiziell Glauben
London zu schicken, in dem von ‘Vergasungen in schenken ... Was das Töten von Polen in Gaskam-
Gaskammern’ in ‘letzter Zeit’ die Rede war. Am 25. mern angeht, so glaube ich nicht, daß es irgendeinen
August 1942 erfuhr der britische Geheimdienst von Beweis dafür gibt, daß dies tatsächlich geschehen
ihm, daß Kranke durch Gas ermordet worden seien, ist.”
am 29. August, daß die SS zwei ‘speziell zu diesem Hätten die Briten publiziert, was ihr Geheim-
Zweck gebaute Kammern’ errichtet habe, in denen dienst seit Sommer 1941 wußte und was er vor allem
1.200. Häftlinge Platz fanden – und bis August 1942 in der Folgezeit zur Kenntnis nehmen konnte, hätten
bereits 300.000 Häftlinge ermordet worden seien, sie zwar zur Erhellung bestimmter Aspekte der Ju-
was die Briten ebenfalls schweigend hinnahmen, denvernichtung beigetragen, doch wären sie damit
obwohl für jedermann erkennbar war, daß es sich zugleich auch ihrem Bundesgenossen UdSSR in den
um eine Fantasiezahl handelte, die mit der Realität Rücken gefallen, der sich darum bemühte, seine
nichts zu tun hatte. Aber auch der Bericht des La- Propagandalüge über die von Stalin am 5. März
geruntergrundes vom 10. Oktober 1942, der fest- 1940 persönlich angewiesenen Morde von Katyn
stellte, daß 1942 lediglich insgesamt 30.000 männli- durch weitere wahrheitswidrige Propagandaversio-
che und 150 (vermutlich jedoch 15.000) weibliche nen zu stabilisieren und das von sowjetischen Ein-
Juden in das KZ Auschwitz eingeliefert worden sei- heiten begangene Verbrechen als Verbrechen der
en, von denen 10.000 umgebracht worden wären, deutschen Wehrmacht darzustellen. Darüber hinaus
bewirkte keine Korrekturen. wären auch sie, die Briten, gezwungen gewesen, sich
Entscheidender Anlaß für die Deckung der Lü- wegen der öffentlichen Weitergabe sowjetischer Ge-
genpropaganda aber war für den britischen Ge- schichtsfälschungen als authentische Darstellungen
heimdienst, daß er trotz seiner Kenntnisse über das verantworten zu müssen. So hatte beispielsweise der
Katyn-Verbrechen der Roten Armee und der verlo- vom britischen Geheimdienst betriebene und in pol-
genen Stalinschen Desinformationsmaßnahmen be- nischer Sprache sendende Rundfunksender ‘Swiet’
müht sein mußte, dem Erfolg der deutschen Propa- am 23. März 1943, – 37 Tage nach dem Beginn der
ganda, die sich auf authentische Tatsachen stützen Öffnung der Katyner Massengräber durch die
konnte, entgegenzuwirken. Doch nicht nur die Briten Wehrmacht, die – zusammen mit polnischen Helfern
ignorierten ihre Kenntnisse zu Stalins Gunsten: Die – im ersten Massengrab 3.000 durch Genickschüsse
Amerikaner taten es ebenfalls. So entschied das US- ermordete polnische Leichen exhumierte, die als
Office of War Information in London, ‘die Verbre- Gegenpropaganda erdachte Behauptung ihres Ost-
chen der Deutschen in Polen und anderen besetzten Agenten Stefan Karbonski publiziert, nach der die
Ländern hochzuspielen’. Deutschen im Krematorium in Auschwitz täglich
Die maßlosen Übertreibungen der Feindpropa- rund 3.000 Menschen, ‘vor allem Juden’, verbren-
ganda – nicht nur der Sowjets – über Auschwitz und nen würden. Die Zahl 3.000, die auch der Deutsche
das später errichtete KZ-Lager Birkenau basierten, Rundfunk am 13. April 1943 im Zusammenhang mit
was ihre Daten und Nachrichten betraf, auf Kassi- den ersten exhumierten polnischen Mordopfern pu-
ber-Meldungen der kommunistischen Auschwitz- blizierte, versuchte die ‘Prawda’ vom 15. April 1943
Häftlinge, die ihre Versionen über die Ereignisse im die Geschichte fälschend energisch zu konterkarie-
Lager – per Funk – über Krakau nach London sen- ren und die Opfer den Deutschen in die Schuhe zu
deten. ‘Ich glaube, es ist keine Übertreibung, wenn schieben.
ich sage’, erklärte der einstige kommunistische Da die Leichenkammer des Auschwitzer Konzen-
Funktionär Bruno Baum 1949, ‘daß der größte Teil trationslagers über ein Fassungsvermögen von 210
der Auschwitzpropaganda, die um die Zeit in der Quadratmetern verfügte, was dem britischen Ge-
Welt verbreitet wurde, von uns im Lager selbst ge- heimdienst aus herausgeschmuggelten Meldungen
schrieben worden ist.’ Daß die um Aufsehen bemüh- des stalinistisch orientierten Auschwitzer Unter-
ten Propagandaversionen übertrieben waren, gab grundes bekannt war, die angesichts der grauenhaf-
selbst Victor Cavendish-Bentinck, der Vorsitzende ten Situation und Lage, in der sich die Urheber be-
des alliierten Geheimdienstkomitees ‘Joint Intelli- fanden, keine Historiker-Berichte darstellen konn-
gence Committees’ im August 1943 zu, indem er er- ten, war den Briten klar, daß keineswegs 14 Perso-
klärte, daß die aus polnischen und jüdischen Quel- nen auf einem Quadratmeter Platz hatten. Dennoch
len stammenden Darstellungen über Vergasungen nahmen sie diese Version schweigend hin.” (S.
erfunden seien und der Propaganda der deutschen 342f., Unterstreichungen hinzugefügt)
Feindmächte des Ersten Weltkrieges glichen, in de- Und hier nun ein paar Geschmacksproben, was Ma-

354 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

ser zu einigen der bekanntesten Auschwitz-Zeugen zu Fett mit Eimern herausgeschöpft, die wir mit dicken
sagen hat: Fäustlingen anfaßten. Wenn das Fett an allen mög-
“[…] die Informationen von Wetzler und Vrba lichen Stellen in die Grube geschüttet wurde, schlu-
waren Wiedergaben von Darstellungen anderer gen Stichflammen unter heftigem Zischen und Pras-
Häftlinge; denn sie selbst hatten in Auschwitz weder seln in die Höhe. “
Vergasungen erlebt noch eine Gaskammer gesehen. Fette sieden jedoch nicht, sondern zersetzen und ent-
Was sie angaben, hatten sie in Auschwitz beispiels- zünden sich bei hohen Temperaturen von selbst, und sie
weise von ihrem KP-Genossen Filip Müller erzählt können sich in einem weißglühenden Feuer (1000ºC
bekommen. […] Was sie [die Alliierten] von Wetzler und mehr) auch nirgends ansammeln, denn der Flamm-
und Vrba erfuhren, waren ‘Hören-Sagen’-Schil- punkt von Fetten liegt bei 184ºC, was heißt, daß ab die-
derungen […]. Zudem konnten beide Berichterstat- ser Temperatur aus in Feuern liegenden Körpern austre-
ter nicht gerade als zuverlässige Kuriere bezeichnet tendes Fett automatisch brennt (vgl. das in die Glut
werden. Vrba neigte sichtlich zu Übertreibungen, tropfende Fett beim Grillen).
Wetzler […] erwies sich als verhinderter Poet […].” Doch weiter mit Masers Zeugenschelte:
(S. 344) “Nicht nur die ‘Zeugen’ Wetzler und Vrba zielten
Gefolgt wird diese Passage von einer flüchtigen, mit ihren Darstellungen auf den Einsatz militäri-
aber vernichtenden Kritik der Angaben von Wetz- scher Mittel zur Befreiung der Häftlinge ab. […] Um
ler/Vrba, denen Maser nicht nur Ungenauigkeiten son- dies zu bewirken, schienen ihm und auch Vrba Pro-
dern zudem maßlose Übertreibungen vorwirft, was de- pagandaversionen, Lügen und Fälschungen vertret-
ren “Auschwitz ‘Faktenliefertant’ Filip Müller später bar.” (S. 346, Unterstreichung hinzugefügt)
ebenfalls tat,” dessen 1979 erschienenes Buch27 Maser, In Masers Fußnote 145 bekommt auch Miklos
Pressac zitierend,28 “als einen auf wirklichen Geschich- Nyiszli sein Fett ab:
ten basierenden Roman” verstanden wissen will (S. “Nyiszli […] log in seinem 1947 im kommuni-
345). Mit einer seiner “Fakten” überführt sich Müller stisch regierten Rumänien erschienenen Buch […]
allerdings selbst als Lügner, was ich Herrn Maser hier- maßlos” (S. 348, Unterstreichung hinzugefügt)
mit gerne näher bringen möchte, damit er ein besseres Als Grund, warum die oft als Kronzeugen des Gas-
Verständnis des Umfangs dieser Zeugenlügen be- kammermordes zitierten Zeugen so maßlos logen, über-
kommt:29 trieben und fälschten, gibt Maser an:
“Die zwei Gruben, die ausgehoben worden wa- “Die Zeugen, die über den Gasmord in den Au-
ren, hatten eine Länge von 40 bis 50 Metern, waren schwitzer Krematorien I und II berichteten, die Häft-
etwa 8 Meter breit und 2 Meter tief. Die große Ver- linge Henryk Tauber und die Ärzte Charles Sigis-
nichtungsstätte war aber noch lange nicht einsatzbe- mund Bendel und Miklos Nyiszli, taten dies nicht un-
reit. Nachdem die grobe Arbeit getan worden war, ter rechtsstaatlichen Bedingungen, sondern unter
ging es an die Ausführung der von Moll ersonnenen dem psychischen und physischen Druck der Ver-
Details, die eine Vernichtungsphantasie von schau- nehmer.” (S. 348f.)
erlicher Erfindungskraft offenbarte. Mehr weiß Maser über Henryk Tauber nicht zu sa-
Zusammen mit seinem Helfer Eckart stieg der gen, ein Zeuge, von dem er meint, dieser habe “als Hei-
Mordingenieur in eine der Gruben hinunter und zer im Auschwitz Krematorium I” mehr gesehen als
markierte auf dem Grund einen 25 bis 30 cm breiten Vrba und Wetzler. Doch ähnlich wie Müller – und ge-
Streifen, der in Längsrichtung mitten hindurchlief. nauso übersehen von Maser –, so sprach auch Tauber
Hier sollte durch Ausstechen der Erde ein von der von einer31
Mitte nach beiden Seiten hin leicht abschüssiger “Grube nahe beim Krematorium, die voll sieden-
Kanal entstehen, damit das Fett der Leichen, wenn dem Menschenfett war. Zu jener Zeit wurden die
sie in der Grube brannten, in zwei Auffangbehälter Leichen in offenen Gruben verbrannt, aus denen das
abfließen konnte, die auf beiden Seiten am Ende des Fett in ein separates, in den Boden gegrabenes Re-
Kanals ausgehoben werden sollten.” servoir strömte. Dieses Fett wurde zur Beschleuni-
Und weiter:30 gung der Verbrennung über die Leichen gegossen.”
“Da der Leichenhaufen immer mehr in sich zu- Einen weiteren Gipfel seiner Lügengeschichten er-
sammensackte und von außen keine Luft mehr be- klimmt Tauber, wenn er über seine Tätigkeit als Heizer
kam, mußten wir Heizer die brennende Masse in der im Krematorium II schreibt:31
Grube ständig mit Öl, Methanol und Menschenfett “Bei der Einäscherung dieser Leichen benutzten
begießen, das sich in den Auffangbehältern an den wir Koks nur, um das Feuer zu entfachen, denn fette
beiden Stirnseiten der Grube reichlich angesammelt Leichen brannten von selbst, da ja ihr Körperfett
hatte und dort am Sieden war. Mit langen Rundei- brannte. Gelegentlich, wenn Koks knapp war, legten
sen, die am unteren Ende wie der Griff eines Spa- wir etwas Stroh und Holz in die Aschebehälter unter
zierstocks gebogen waren, wurde das brutzelnde den Muffeln, und wenn das Fett der Leichen einmal

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 355


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

in Brand geraten war, fingen die anderen Leichen Verantwortlichkeiten zu geben – das Ob stand schon
von selbst Feuer. […] Im allgemeinen verbrannten gar nicht mehr zu Diskussion –, konnten die britischen
wir 4 oder 5 Leichen auf einmal in einer Muffel, Vernehmer mit Erfolg melden:38
doch oft legten wir mehr Leichen in den Ofen. Man “Der Vernehmer ist zufrieden, daß der größte
konnte 8 Muselmänner auf einmal einlegen. Eine so Teil des Material dieses Berichts [von Aumeier] mit
große Anzahl von Leichen wurde ohne Wissen des der Wahrheit übereinstimmt, was die Fakten anbe-
Krematoriumsleiters zugleich verbrannt, wenn Luf- langt, aber die persönlichen Reaktionen Aumeiers
talarm geschlagen worden war; die besonders gro- und seine Denkweise mögen sich noch etwas ändern,
ßen, aus den Kaminen schlagenden Flammen sollten wenn sich sein Schicksal verschlimmert.” (Unter-
die Aufmerksamkeit der Piloten erwecken. Wir streichung hinzugefügt)
glaubten, auf diesem Wege unserem Schicksal einen Die Wahrheit stand also für die Briten schon im
Stoß geben zu können.” Sommer 1945 fest – die Sowjets hatten sie nämlich über
Bereits 1993 legte ich dar, daß diese Beschreibung “die Wahrheit” aufgeklärt. Man war aber zuversichtlich,
in vielerlei Hinsicht technisch absurd ist:32 Leichen be- daß man Aumeiers bereits erlahmten Widerstand noch
stehen zum großen Teil aus Wasser, weshalb eine völlig werde brechen können.
enorme Menge an Energie nötig ist, sie in einem Kre- Hat Aumeier also sein Geständnis, wie Maser be-
matoriumsofen in kurzer Zeit zu verbrennen. Ein kurzer hauptet, “ganz offensichtlich ohne Zwang” abgelegt, so
Anruf in einem Krematorium würde genügen, um her- daß sein Bericht “keine Zweifel über die Vergasungen
auszufinden, daß Leichen nicht von selbst brennen. zuläßt” (S. 347)? Allein schon der von Maser zitierte
Man braucht dazu keine Fachuntersuchungen zu kon- Inhalt von Aumeiers Erklärung bringt etwas anderes
sultieren.33 Erst die Beiziehung originaler Dokumente zum Ausdruck:
erhellt dagegen, daß die Behauptung, 4, 5 oder gar 9 “‘Meiner Erinnerung nach’, gestand er – ganz
Leichen hätten auf einmal in eine Muffel geschoben offensichtlich ohne Zwang, ‘war es im Monat No-
werden können, unwahr ist, genauso wie es unmöglich vember oder Dezember 1942, als die erste Verga-
ist, daß Flammen aus Krematoriumskaminen schlagen34 sung von ungefähr 50-80 jüdischen Häftlingen vor-
oder daß man ein Feuer im Aschenraum unterhalb der genommen wurde. […]
Muffel hätte entzünden können, denn dies hätte den Wir waren alle ganz erschreckt und aufgeregt,
Abgasstrom umgekehrt: Frischluft wäre durch die Ka- doch sagte er [der Lagerkommandant] weiter zu uns,
mine eingesogen und der Rauch in das Krematoriums- daß die ganze Angelegenheit geheime Reichssache
gebäude geblasen worden.35 Was ist also an Taubers ist und wir auf Grund unseres Diensteides beim
Aussage glaubhafter als an denen der anderen Lügner? Ausplaudern dieser Vorkommnisse durch den RFSS
Obgleich Maser den Häftlingszeugen zugesteht, sie mit dem Tode bestraft würden. Wir mußten auch …
hätten ihre Lügen und Übertreibungen nicht aus freiem eine Erklärung unterschreiben, welche beim L.K. zur
Willen, sondern “unter dem psychischen und physi- Aufbewahrung kam. […]
schen Druck der Vernehmer” gemacht – was soll man In der Zwischenzeit wurden in Birkenau, in der
sich unter physischen Druck vorstellen? – verweigert er Nähe der Beerdigungsstellen, 2 leerstehende Häuser
die gleiche Annahme für die SS-Zeugen. durch die Bauleitung mit Gaskammern ausgebaut.
So erwähnt er zwar, daß Höß im Krakauer Prozeß Ein Haus hatte 2, das andere 4 Kammern. Die Häu-
seine dem IMT vorgelegte Erklärung widerrief, doch ser wurden als Bunker I u. II bezeichnet. Jede der
verschweigt er völlig die inzwischen allgemein bekann- Kammern faßte ungefähr 50-150 Menschen. Ende
te und anerkannte Tatsache, daß Höß unter britischer Januar <1943> oder Februar wurden dort die er-
Folter zur Ablegung seines Geständnisses gezwungen sten Vergasungen vorgenommen.’” (S. 347f.)
wurde36 und auch von seinen polnischen Henkern be- Historisch ergibt Aumeiers Aussage keinerlei Sinn,
richtete, diese hätten ihn Anfangs auch nicht gerade denn sie widerspricht allen anderen Aussagen massiv:
zimperlich behandelt.37 Seine Chronologie der angeblichen Massenmord-
In einem Atemzug mit Henryk Tauber, der “mehr Ereignisse steht im eklatanten Widerspruch zu dem,
gesehen” hatte, erwähnt Prof. Maser den SS-Haupt- was die etablierte Geschichtsforschung aufgrund einer
sturmführer Hans Aumeier als zuverlässigen Zeugen für statistischen Mittelwertsbestimmung der “Wahrheit”
die Gaskammern. Aumeier, der vom 16.2.1942 bis zum mittels widersprüchlicher Zeugenaussagen als “wahr”
15.8.1943 Kommandant des Häftlingslagers im Stamm- behauptet. Die erste Vergasung soll laut herrschender
lager Auschwitz war, fiel den Briten am 11.6.1945 in Auffassung tatsächlich im Herbst oder Winter 1941 im
Norwegen in die Hände. In seinem ersten Verhör gab er Arrestbunker 11 durchgeführt worden sein.39 Die Bun-
noch naiv an, von Menschenvergasungen nichts zu wis- ker in Birkenau sollen nicht im Januar/Februar 1943 in
sen, doch nachdem Aumeier weiter verhört worden war, Betrieb genommen worden sein, sondern laut offizieller
während er angehalten wurde, exakte Antworten auf das Version im Frühjahr bzw. Sommer 1942.40 Die Anzahl
Wie und Wieviel der Vergasungen sowie die eigenen der Kammern und deren Fassungsvermögen stimmt

356 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

gleichfalls nicht mit dem überein, was heute als “wahr” film’ zu erklären, daß es im Lager eine Gaskammern
gilt. Auch Aumeiers Behauptung, man habe ihn und die gäbe. Was er unter massiven Drohungen als Gas-
anderen SS-Leute unter Androhung der Todesstrafe zur kammer vorzeigen und bezeichnen mußte, hat aller-
Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung ge- dings mit einer Gaskammern nichts zu tun.” (S. 358)
drungen, stimmt nicht mit den Ermittlungsergebnissen Maser behandelt ebenfalls die Gaskammerlüge von
verschiedener deutscher Gerichte überein: Es gab weder Buchenwald und geht auf die Problematik der angeblich
einen Notstand noch auch nur einen Putativ-Notstand, aus den Häuten getöteter oder verstorbener Häftlinge
denn niemand wurde je gezwungen, zu tun, was als Tat hergestellten Objekte (Lampenschirme, Handschuhe,
behauptet wird, noch wurde je die Unterzeichnung eines Handtaschen usw.) ein, ohne dazu allerdings eine “un-
solchen Dokumentes gefordert. anzweifelbare Wahrheit” anzubieten.
Warum also log Aumeier nach seiner “Vernehmung” Die einzige bis heute erhaltene, angebliche Men-
in seiner zweiten Erklärung, wenn er solche Lügen vor schengaskammer in einem Lager auf dem Gebiet des
seiner “Behandlung” nicht aussprach? Bezüglich der Altreiches jedoch, jene im vormaligen KL Dachau, be-
falschen Daten ist die Erklärung einfach: Er verlegte die handelt Maser nicht, obwohl sich hier das meiste Mate-
Vergasungsgeschichten schlicht in einen Zeitraum, rial für eine Untersuchung bietet, einschließlich einer
während dem er selbst in Auschwitz zugegen war forensischen Untersuchung vor Ort.42 Aber vielleicht
(Frühjahr 1942 bis Sommer 1943), denn nur so war er trifft ja auf Werner Maser auch zu, was Robert Fauris-
in der Lage, die von ihm geforderten Geständnisse zu son einmal über die meisten Historiker gesagt hat: viel-
diesen Ereignisse abzulegen. leicht ist er immer noch zu sehr ein Papier-Historiker.
Wer will da noch glauben, Aumeier habe ohne
Zwang ausgesagt? Fazit
Als letzter Satz von Masers Abschnitt über den Ho- Mit Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler
locaust befindet sich der folgende, alles zusammenfas- und Stalin hat Maser sein bisher revisionistischstes
sende Satz: Werk vorgelegt. Es enthält zwar kaum neue For-
“Und die Widersprüche [der offiziellen Holo- schungsergebnisse, doch die vielen Zusammenfassun-
caust-Version] waren in der Tat nicht selten ekla- gen älterer Studien sind es wert, gelesen zu werden.
tant. (S. 350) Wenn es um den Holocaust selbst geht, wird schnell of-
Es scheint, als habe Prof. Maser erst die Oberfläche fenbar, daß Maser hier kein Experte ist, denn er begeht
dieser Widersprüchlichkeiten erkannt. viele vermeidbare Fehler. Obwohl er generell an der of-
fiziellen Version des Holocaust festhält, sind seine Aus-
Gaskammern im Altreich führungen dermaßen mit revisionistischen Aussagen
Der sich an Masers Holocaust-Kapitel anschließende und Argumenten angefüllt, daß man das Buch als Sen-
nächste Abschnitt “Umstritten: Gaskammern zur Mas- sation bezeichnen muß, denn es stammt von niemand
senvernichtung auf deutschem Boden” ist vom revisio- geringerem als vom weltweit anerkanntesten Hitler-
nistischen Standpunkt aus betrachtet wohl der beste Experten selbst.
Beitrag Masers, da er sowohl neue Erkenntnisse als In privater Runde äußerte Werner Maser vor Jahren
auch eine gelungene Zusammenfassung der nunmehr einmal gegenüber einem gemeinsamen Freund,43 daß
seit 45 Jahren schwelenden Kontroverse enthält, wozu man als Historiker in Deutschland ja nicht alles sagen
er – horribile dictu – zwei weitere Male die VffG zitiert und schreiben könne, was man angesichts der Beweis-
(S. 354).41 lage sagen müßte, zumal man sonst seine Stellung ge-
Anschließend bespricht Maser den Fall der angebli- fährde oder gar mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten
chen Gaskammer im Lager Sachsenhausen im Detail, drohe. Er drückte sogar seine Scham darüber aus, daß er
wobei er auch die Zeugenaussagen von Fritz Dörbeck diesem Druck so feige ausweiche und lieber halbe Lü-
und Gerhart Schirmer zitiert, die berichtet hatten, im gen veröffentliche als die ganze Wahrheit.
Auftrag der sowjetischen Besatzer diese Kammer erst Sein neues Buch deutet an, daß er nun nach seiner
nach dem Kriege errichtet zu haben. Maser resümiert: Pensionierung, da er keine Karriere mehr zu verlieren
“Daß die Sowjets die Gaskammer [im KL Sach- hat, ein wenig mehr Mut gefunden hat. Ein weiterer
senhausen] im Herbst 1945 bauen ließen, hing offen- Grund dürfte das halb-revisionistische Vorpreschen
sichtlich mit den in aller Welt veröffentlichten und Fritjof Meyers sein, hinter dessen breitem antifaschisti-
diskutierten maßlos überhöhten Behauptungen der schem Kreuz sich gut Deckung finden läßt. Hoffen wir,
sowjetischen Anklagebehörden während des eben daß Masers Mut stetig wächst.
beendeten [gemeint: begonnenen] Nürnberger Pro-
zesses über die Zahl der in den Lagern ermordeten Anmerkungen
Häftlinge zusammen. Schon unmittelbar nach der 1
Vgl. dazu Michael Gärtner, “Deutsche Geschichtsschreibung”, VffG 3(4)
Einnahme Sachenhausens hatten sie einen gefange- (1999), S. 455-458.
2
nen SS-Offizier gezwungen, in einem ‘Dokumentar- Vgl. C. Mattogno, Jürgen Graf, Treblinka, Castle Hill Publishers, Hast-

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 357


Germar Rudolf, “Bücherschau: Der Mut des sicheren Ruhestandes”, S. 348-358

ings 2002 zeßbericht zitiert, der in der von Remer verbreiteten Fassung meines Gut-
3
Vgl. C. Mattogno, Belzec, Castle Hill Publishers, Hastings 2004, in Vor- achtens als Anhang ohne mein Wissen und meine Zustimmung abge-
bereitung. druckt worden war: “Da sitzt der Sachverständige und darf kein Wort sa-
4
Vgl. C. Mattogno, Jürgen Graf, KL Majdanek, 2. Aufl. Castle Hill Pub- gen. Ein Wissenschaftler des Max Planck Instituts wird abgewehrt! Und
lishers, Hastings 2004. der General soll ins Gefängnis? Das wollen Sie verantworten?” (E. Hal-
5
R. Bohlinger, J. P. Ney, Gutachten zur Frage der Echtheit des sogenann- ler, “Justiz in Deutschland 1992: ‘Todesurteil für General Remer’”, als
ten Wannsee-Protokolls und der dazugehörigen Schriftstücke, Deutscher Anhang in: Germar Rudolf, Gutachten über die Bildung und Nachweis-
Rechts- und Lebensschutz-Verband (Hg.), Verlag für ganzheitliche For- barkeit von Cyanidverbindungen in den ‘Gaskammern’ von Auschwitz,
schung und Kultur, Viöl 1992; vgl. auch Roland Bohlinger (ed.), Die Manuskript, Stuttgart 1992, S. 116-120; vgl. online:
Stellungnahme der Leitung der Gedenkstätte Haus der Wannsee- http://www.vho.org/D/Kardinal/Remer.html.) Die Verwendung von
Konferenz zu dem von Bohlinger und Ney verfaßten Gutachten zur Frage Briefbögen meines damaligen Arbeitgebers für private Zwecke sowie Dr.
der Echtheit des sogenannten Wannsee-Protokolls und der dazugehöri- Schallers Nennung des Instituts war für die Aufhebung des Arbeitsver-
gen Schriftstücke, Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl 1995. trages nur insofern relevant, als sie für die Öffentlichkeit den Zusammen-
6
H. Wahls, Zur Authentizität des “Wannsee-Protokolls”, Veröffentlichun- hang zwischen mir als privat tätigem Gutachter und dem MPI herstellten.
gen der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt, Band 10, Ingol- Der daraufhin einsetzende Druck durch Medien und den Zentralrat auf
stadt 1987. das MPI führten schließlich dazu, daß man sich gezwungen sah, mich zur
7
Vgl. auch die Rezension von Höttls Biographie: “Wilhelm Höttl – ein Aufhebung des Vertrages im gegenseitigen Einvernehmen zu bewegen.
23
zeitgeschichtlich dilettantischer Zeitzeuge”, VffG, 1(2) (1997), S. 116f. Maser erwähnt ein Meyersches Manuskript, mit dem dieser Vergasungen
8
So Adalbert Rückerl bezüglich im wesentlichen aller NSG-Verfahren, in den sogenannten “Bunkern” nachgewiesen haben will, S. 336, FN 82.
NS-Verbrechen vor Gericht, C.F. Müller, Heidelberg 21984, S. 242f., Vgl. dazu Carlo Mattogno, The Bunkers of Auschwitz. Reality and
262f. Propaganda, Theses & Dissertations Press, Chicago 2004, im Druck.
9 24
H. Arendt, Eichmann in Jerusalem, Reclam-Verlag, Leipzig 1990, S. Er erwähnt auch keine der erfolgten sachlichen Kritiken. Vgl. z.B. Carlo
352f. Mattogno, “Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”, Vierteljahreshefte für
10
Franz J. Scheidl, Geschichte der Verfemung Deutschlands, Selbstverlag, freie Geschichtsforschung 6(4) (2002), S. 378-385; ders., “Über die Kon-
Wien 1968, Band 4, S. 239f. troverse Piper-Meyer: Sowjetpropaganda gegen Halbrevisionismus”,
11
Rudolf Servatius, Verteidigung Adolf Eichmann, Harrach, Bad Kreuznach ebenda, 8(1) (2004), S. 68-77.
25
1961, S. 64. Hans-Jürgen Nowak, “Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz.
12
Bezüglich des Eichmann-Prozeß und zum Prozeß gegen J. Demjanjuk in Revolutionäre Entlausungstechnik als Lebensretter im Konzentrationsla-
Jerusalem: A. Melzer, “Ivan der Schreckliche oder John Demjanjuk, Ju- ger”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2) (1998), S. 87-
stizirrtum? Justizskandal!”, SemitTimes, Sondernummer März 1992. 106; Hans Lamker, “Die Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz,
13
Rechtsanwalt Jürgen Rieger wurde im Jahr 2002 wegen Volksverhetzung Teil 2”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(4) (1998), S.
verurteilt, weil er in einem Strafverfahren gegen einen “Leugner” den 261-273.
26
Antrag gestellt hatte, mich als sachverständigen Zeugen zum Beweis der Carlo Mattogno, Sonderbehandlung in Auschwitz, Castle Hill Publishers,
Behauptung zu laden, daß sein Mandant mit seinen Thesen zu Auschwitz Hastings 2003, hier insbesondere der Abschnitt “Der Himmler-Besuch in
recht habe; Bundesgerichtshof, Az. 5 StR 485/01, Neue Juristische Wo- Auschwitz” beginnend auf S. 19.
27
chenschrift 2002, S. 2115, Neue Strafrechts-Zeitung 2002, S. 539. Filip Müller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und
14
Heiner Lichtenstein, Im Namen des Volkes?, Bund, Köln 1984, S. 70f., Gaskammern von Auschwitz, Verlag Steinhausen, München 1979; Carlo
89, 97f. bez. RA Ludwig Bock, der zudem 1999 wegen zu forscher Be- Mattogno hat übrigens nachgewiesen, daß Filip Müllers Buch ein Plagiat
weisanträge in ähnlicher Sache verurteilt wurde, vgl. Rudi Zornig, der Darstellungen Miklos Nyiszlis ist: Auschwitz: un caso di plagio, Edi-
“Rechtsanwalt wegen Stellung von Beweisantrag verurteilt”, Vierteljah- zioni La Sfinge, Parma 1986.
28
reshefte für freie Geschichtsforschung 3(2) (1999), S. 208f. In Masers Fußnote 125, nach J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and
15
Hellmut Diwald, Geschichte der Deutschen, 1. Aufl., Propyläen, Frank- operation of the gas chambers, The Beate Klarsfeld Foundation, New
furt/M. -Berlin-Wien, 1978, S. 165. York 1989, S. 181
16 29
In: Rolf-Josef Eibicht (Hg.), Hellmut Diwald. Sein Vermächtnis für Filip Müller, aaO. (Anm. 27), S. 207f.
30
Deutschland. Sein Mut zur Geschichte, Hohenrain-Verlag, Tübingen Ebenda, S. 217.
31
1994, S. 110-147. Anhang 18, Bands XI, Höß-Prozeß, zitiert nach J.-C. Pressac, Auschwitz:
17
Unter Bezug auf die Soviet War News, 22.12.1944, vgl. die Faksimile- Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Founda-
Wiedergabe in Joachim Hoffmann, Stalin’s War of Extermination 1941- tion, New York 1989, S. 489.
32
1945, Theses & Dissertations Press, Capshaw, AL, 2001, S. 402-405. Ernst Gauss, aaO. (Anm. 18), S. 283f.
18 33
Ernst Gauss, Vorlesungen über Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1993, Die es freilich gibt, sogar von Fritjof Meyer in seinem Osteuropa-Beitrag
S. 26. mit dem Prädikat “wertvoll” versehen: C. Mattogno, F. Deana, “Die
19
Siehe im Vergleich dazu den Virtuosen Robert Faurisson, “Wieviele Tote Krematorien von Auschwitz-Birkenau”, in: Ernst Gauss (Hg.), Grundla-
gab es im KL Auschwitz?”, VffG, 3(3) (1999), S. 268-272. gen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994.
20 34
In die gleiche Kategorie fällt, daß Maser in bezug auf Fred Leuchter und Vgl. dazu C. Mattognos Studie “Flammen und Rauch aus Krematoriums-
mich das Wort “Gutachter” in Anführungszeichen setzt, obwohl wir ord- kaminen”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4)
nungsgemäß von der jeweiligen Verteidigung als sachverständige Zeugen (2003), S. 386-391.
35
vor Gericht geladen und ein von der Verteidigung beauftragtes Gutachten Detaillierte Querschnitte der Auschwitzer Krematoriumsöfen befinden
zu den Akten gegeben haben. Genauso macht Maser es mit dem Wort sich in Pressac, aaO. (Anm. 31).
36
“wissenschaftlich” in Bezug auf unsere Arbeiten, S. 26, 353. Robert Faurisson, “Wie die Briten zu dem Geständnis von Rudolf Höss,
21
1. Auflage: von Bebenburg, Pähl 1970, 3. Auflage: Verlag Hohe Warte, Kommandant von Auschwitz, gekommen sind”, Deutschland in Ge-
Pähl 1973) schichte und Gegenwart 35(1) (1987), S. 12-17; vgl. D. Irving, Nurem-
22
In einer Fußnoten schreibt Maser fälschlich und wieder ohne Quellenan- berg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 241-246.
37
gabe: R. Höss, in: M. Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz, Deutsche Ver-
“Germar Rudolf wurde fristlos entlassen, nachdem er rund 1.000 lags-Anstalt, Stuttgart 1958.
38
‘Gutachten’ […] verschickt und sich auf dem mit Institutskopf verse- Vgl. dazu C. Mattogno, Die Bunker von Auschwitz, Castle Hill Publis-
henen Bogen als ‘Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts’ bezeich- hers, Hastings 2005, in Vorbereitung, Abschnitt 6.5.2.
39
net hatte, […].” Vgl. dazu C. Mattogno, Auschwitz: Die erste Vergasung, Castle Hill Pu-
Tatsächlich wurde mein Anstellungsverhältnis im gegenseiten Einver- blishers, Hastings, in Vorbereitung.
40
nehmen aufgehoben. Es waren Otto-Ernst Remer und seine Mitarbeiter, Vgl. dazu allgemein C. Mattogno, aaO. (Anm. 38).
41
die etwa 1500 meiner Gutachten ohne mein Zutun versandten. Ich habe Mit Hinweis auf Reinhold Schwertfeger, “Gab es Gaskammern im Alt-
mich nie als “Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts” (MPI) bezeich- reich?”, VffG 5(4) (2001), S. 446-449.
42
net, und schon gar nicht auf Briefbögen des MPIs. Remers Verteidiger Vgl. Fred Leuchter, Robert Faurisson, The Second Leuchter Report,
Dr. Schaller tat dies gegen meinen Willen während seines Plädoyers in Samisdat Publishers, Toronto 1990; Journal of Historical Review 10(3)
jenem Strafverfahren gegen Remer wegen Volksverhetzung (“Holocaust- (1990), S. 261-322
Leugnung”), in dem ich als sachverständiger Zeuge auf Initiative der Ver- (http://vho.org/GB/Journals/JHR/10/3/LeuchterFaurisson261-322.html).
43
teidigung geladen worden war. Schallers Ausdruck wurde in einem Pro- Maser weiß allerdings nicht, daß wir diesen Freund gemeinsam haben.

358 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Leserbriefe, S. 359-262

Leserbriefe
Allgemeines Radlader war hellgrün: die Deutschen hatten dun-
kelgrüne Fahrzeuge.
Katakomben-Revisionisten
Wir waren total abgemagert und mußten mit kal-
Sehr geehrter Herr Rudolf! tem Wasser duschen, draußen waren -40qC [?]. In-
Was mich sehr interessiert hat, ist der Leserbrief HM nerhalb von 8 Tagen starben von uns 2000 Gefan-
aus Sachsen. Da sehen Sie, wie man Proselytenrevisio- genen 1800 an Lungenentzündung.”
nisten machen kann bzw. wie solche entstehen, und sei Mein Vater meinte, es gab sicher in Auschwitz glei-
es durch Zufall! Ich habe sie in meinem Beitrag “Kata- ches. Aber dies waren seine Kameraden.
kombenrevisionisten” genannt, weil sie wie die ersten In anderem Zusammenhang führte mein Vater aus:
Christen in Rom nur in den Katakomben überlebt ha- “Am Anfang meiner Kriegsgefangenschaft in Po-
ben, aber eben durch ihr Beispiel progressiv im Ketten- len mußte ich mit einigen Kameraden im KZ Ma-
briefsystem fortlaufend “Proselyten” erzeugt haben. jdanek von den 4 Öfen die 3 ungenutzten Öfen be-
HM ist auch so ein Katakombenrevisionist (anonym), heizen, damit diese schwarz wurden. Es sollte ein
aber durch meine Schrift über die Kremierung zum Pro- Film gedreht werden. Dieser Film mußte zweimal
selyten geworden. Sie glauben nicht, wieviele Leute ich gedreht werden, da im ersten Film die deutschen Of-
schon beim Heurigen zu Katakombenrevisionisten ge- fiziere weiße Koppeln trugen.
macht habe. Sie alle haben aber dann in der Folge, Mein Freund Wolf Rietz, Kapitän, sagte Ende der
wenn sie das nach dem Aha-Erlebnis erworbene Wissen 70er Jahre folgendes aus, was er nachher oft wiederhol-
über die Wahrheit weitergeben wollen, das Problem, in te:
ihrem Freundes- und Familienkreis anzuecken, weil die “1970 brachte ich Ware von Amerika nach Ruß-
Leute beim Holocaust eben “Glaube und Fakten” nicht land (Sibirien) in den Hafen Ygarka. Hier wurde
auseinander halten können. Deswegen habe ich ja schon mein Schiff von 3000 älteren Männern be- und ent-
1991 den Titel so gewählt. Mir war das ja bewußt. Ich laden. Diese sprachen alle deutsch, mit vielen Dia-
habe z.B. im Laufe von drei Jahren 2001-2004 einen lekten.”
ehemaligen “grünen” Bundestagsabgeordneten “umge- Keiner glaubte, daß es Deutschland noch gibt und al-
dreht” (Architekt Walter Sauermilch, MdB 1983-1985). le hielten den Kapitän für einen Spitzel. Diese waren al-
Ich habe auch Nolte “umgedreht”. Denken Sie daran, le deutsche Kriegsgefangene. Im Hafen lernte der Kapi-
daß ja Nolte zunächst geschrieben hat, er könne sich tän eine Lehrerin kennen, die ihm sagte, diese Men-
nicht vorstellen, daß ein deutscher Offizier falsche Ge- schen kämen aus dem Kriegsgefangenenlager Workuta.
ständnisse ablegt. Nach meiner Korrespondenz hat er Heinrich Mejer, Asendorf, 8.5.2003
sich das vorstellen können und auch im Der kausale
Nexus endlich klare Wort zum Spannungsfeld Natur- Re.: Mohammed A. Hegazi, “Palmen lügen nie”,
wissenschaftler/Geisteswissenschaftler (+ “Ideologie- VffG, 8(1) (2004), S. 113f.
kritiker”) geschrieben. Hallo G. Rudolf!
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Walter Lüftl Ich möchte darauf hinweisen, daß eine Erklärung
möglich ist für die Tatsache, daß es noch bis in den De-
Filmfälschung zember hinein gelbe Datteln gibt, wie sie auf dem Foto
Dies ist ein Erlebnisbericht meines Vaters, Friedrich zur Gefangennahme Saddam Husseins sichtbar sind. Ich
Mejer, Affendorf 5, 27330 Asendorf, geb. 20.6.1909, fand den folgenden Text auf einer Internetseite, die be-
gestorben 7.9.1995. züglich der Gefangennahme Saddams viele interessante
Drei Monate vor seinem Tod lag mein Vater auf dem Artikel und Links aufführt
Sofa und schaute im Fernsehen einen Bericht über Au- (http://globalresearch.ca/articles/ATW312A.html):
schwitz an. Plötzlich fing er am ganzen Körper an zu “Die gelben unreifen Datteln!
zittern, zeigte auf den Fernseher und wollte mir etwas Bezüglich der Gerüchte wegen der unreifen Dat-
sagen, aber seine Stimme war weg. Es war das erste teln, die an den Stellen gesehen wurden, wo Saddam
Mal, daß ich meinen Vater mit Tränen sah. Nach ein in Gefangenschaft geriet (bitte siehe auch meinen
paar Tagen fragte ich ihn, was los war. Er sagte: Artikel “Die unreifen Datteln vom 17.12.2002), ha-
“Die Leichenberge und der Radlader waren ben einige Reporter die Gegend von Al-Door be-
nicht in Auschwitz, sondern es waren meine Kame- sucht und dort Bauern getroffen. Die Tageszeitung
raden in russischer Kriegsgefangenschaft! Dieser Asharq Al Awsat hat versucht, jenes Bauerngebäude

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 359


Leserbriefe, S. 359-262

zu betreten, in dem Saddam festgenommen worden Auflagen von 1931 bis 1957 hat Dr. Mathilde Luden-
war, aber wurden von einer amerikanischen Pa- dorff auf den Zusammenhang zwischen Christentum
trouille gehindert. Sie gingen dann zu benachbarten und Buddhismus hingewiesen. Das Buch heißt Erlö-
Bauernhöfen. Die dortigen Bauern bestätigten, daß sung von Jesu Christo und wurde meines Wissens zu-
dort noch jede Menge gelbe Datteln vorhanden sei- letzt 1967 im Verlag Hohe Warte in Pähl aufgelegt.
en, die auch bis Ende März gelb bleiben werden. Sie Weitere Vorgänger sind in den Fußnoten angegeben. Da
erklärten, daß die fehlende Befruchtung der Blüten ich das Werk von Dr. Lindtner nicht kenne, weiß ich
den Reifungsprozeß der Datteln behindere, durch natürlich nicht, ob sich der Name Ludendorff in seinem
den die Datteln sich von gelb nach braun verfärben. Literaturverzeichnis findet. In Deutschland ist es nicht
Unbefruchtete Datteln werden Shees genannt. Sie gerade ratsam, sich auf Mathilde Ludendorff zu bezie-
bleiben bis Ende März des folgenden Jahres gelb. hen, denn im Vorwort zur Neuauflage von 1957 schrieb
Das war wohl mit dem Dattelbaum der Fall, der sich sie:
im Hof befand, wo sich Saddams Versteck befand. “Von der Verbreitung des Inhaltes dieses Werkes
Wie viele andere auch wurde auch dieser Baum we- hängt die Befreiung des einzelnen Deutschen, des
gen des Krieges nicht befruchtet. Normalerweise deutschen Volkes und aller Völker ab.”
wird die Befruchtung im Irak manuell durchgeführt, Zudem hatte sie mit ihrem Mann, dem General Erich
indem der Blütenstaub der männlichen Bäume zu Ludendorff, 1936 die Schrift Das große Entsetzen – die
den Blüten der weiblichen Bäume getragen wird. Bibel nicht Gottes Wort veröffentlicht.
Dies geschieht von Baum zu Baum durch eine oder Damit dürfte klar sein, daß es hier um den Kern des
mehrere Personen. Die Bauern ergänzten, daß die Wesentlichen geht und warum es in die “Schweigespi-
Angehörigen des Hussein-Regimes die Befruchtung rale” abgedrängt wird. Warum ist es für die meisten so
ihrer Bäume während des Krieges vernachlässigt schwer, derartige Erkenntnisse zu akzeptieren? Ich mei-
hätten.” ne, es geht schon lange nicht mehr um die harten Tatsa-
Ein Bericht, daß es im Dezember 2003 im Irak jede chen, sondern um die tiefenpsychologischen Wider-
Menge unreifer Datteln gab, erschien auch in einer ara- stände, sie anzuerkennen und womöglich Konsequen-
bischen Zeitschrift in den USA: Asharq Al-Awsat, 5252 zen daraus zu ziehen. Wahrscheinlich muß immer wie-
Cherokee Avenue, Ste 105, Alexandria, VA 22312. Der der erneut jemand kommen und es sagen. Es geht ja
Beitrag gab aber keine Bilder mit gelben Datteln wie- auch weniger darum, ob die Bibel bzw. die Torah nun
der. Es ist mir auch nicht gelungen, irgendwo sonst Bil- indischen Ursprungs ist oder nicht, sondern ob sie für
der gelber Datteln im Irak vom Dezember 2003 aufzu- uns irgendwie von Bedeutung ist. Der Staat Israel hat
treiben. bis heute keine Verfassung wie andere Staaten, da für
Herzlichst die “religiösen” Israelis die Torah die Verfassung dar-
Eric Harvey Richardson, Victoria, B.C., Kanada stellt. Zumindest für diese Juden gilt auch, daß die Tor-
ah das Naturrecht darstellt, also ein “überpositives
Zu W. Strauss, “Das Ende der Legenden”, VffG Recht, das unabhängig von menschlicher Verfügung
7(3&4) (2003), S. 451-460 gilt und als höherwertige Normordnung Maßstäbe für
die Bewertung jeglichen positiven Rechts definiert”.1
Liebe Redaktion!
Indem nun die “christliche Welt” sich auf diesen Text
Besonders den Artikel von Wolfgang Strauss habe bezieht, macht sie sich abhängig von “jüdischem Natur-
ich in dieser Ausgabe genossen. Herr Strauss hat damit recht”:
eine meisterhafte Arbeit geleistet. Meiner Ansicht nach “Jüdisch aufgefaßt ist die Bibel eine Bibliothek
sollte der Beitrag in dieser Ausgabe besonders hervor- der Menschen-, Volks- und Welterziehung.”2
gehoben werden. Ich kann mir vorstellen, daß er überall “Als Funktionäre stehen die Juden unter gewich-
im Internet herumgereicht und ausgehängt werden wird. tigeren Imperativen als andere Völker und Angehö-
Er enthält nicht nur Informationen, die besonders da- rige anderer Religionen, damit sie die ersten Erzo-
durch überzeugen, daß sie aus einer Reihe unterschied- genen seien, um andere zu erziehen.”3
licher Quellen kommen, sondern er strahlt zudem auch Auch kann jeder Jude mit der Erkenntnis leben, daß
brodelnde Leidenschaft und Zorn aus, die einem das jüdische Volk den Begrenzungen der Naturgesetze
manchmal den Atem verschlagen. nicht unterworfen ist, wie Akiwa Schmerling in Anleh-
Marge nung an den 1994 verstorbenen Rabbi Menachem Men-
del Schneerson, das Oberhaupt der orthodoxen Luba-
Zu Dr. Christian Lindtner, “Ein neues buddhistisch- witscher Juden, mitteilt.4
christliches Gleichnis”, VffG 8(1) (2004), S. 11-23 Erinnern wir uns der Worte von Ezer Weizmann im
Sehr geehrter Herr Rudolf! Deutschen Bundestag:
“Meine Damen und Herren, wir sind ein Volk der
So ganz neu ist das Gleichnis nicht. In mehreren Erinnerung und des Gebetes. Wir sind ein Volk der

360 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


Leserbriefe, S. 359-262

Worte und der Hoffnung. Wir haben keine Reiche Kommentar.


geschaffen, keine Schlösser und Paläste gebaut. Nur Mit den besten Wünschen und Grüßen
Worte haben wir aneinander gefügt. Wir haben R.R., Deutschland
Schichten von Ideen aufeinandergelegt, Häuser der
Erinnerungen errichtet und Türme der Sehnsucht Zu C. Mattogno, “KL Sachsenhausen”, VffG 7(2)
geträumt – möge Jerusalem wieder erbaut werden, (2003), S. 173-185.
möge Frieden schnell zu unseren Zeiten gestiftet und
Sehr geehrter Herr Rudolf,
bereitet werden, Amen.”
Unser Motto dürfte dann lauten: “Wir sind alle Palä- da Oranienburg meine Heimatstadt war, möchte ich
stinenser!” zum Vorspann dieses Beitrages sowie zum Haupttext
“Man sträubt sich meist gegen eine Gleichset- diverse Unrichtigkeiten klarstellen.
zung von Wahn und Glauben. Wahn wird negativ Sachsenhausen wurde nicht gelegentlich Oranien-
bewertet, Glaube positiv. Den Wahn hält man für burg genannt! Oranienburg ist eine märkische Klein-
krank, den Glauben für gesund. Den Wahn findet stadt, auf deren Stadtgebiet das KL Sachsenhausen lag.
man bei einzelnen, den Glauben bei einem Kollektiv. Es war dies eine Industriestadt nördlich Berlins, wo
Im Grunde ist diese Unterscheidung jedoch sehr erstmals eine chemische Industrie mit Weltruf durch F.
willkürlich. Was alle glauben, wird nicht Wahn ge- F. Runge begründet wurde. Die Erfindung der Anilin-
nannt, obwohl zwischen dem Wahn des einzelnen und Teerfarben durch ihn machte erst die riesigen An-
und dem Glauben eines Kollektivs in bezug auf die lagen der Leunawerke möglich.
Absurdität des Inhalts of kein Unterschied besteht.”5 Weitere Forschungsstätten und Industrieanlagen hat-
Ein Wahn wird auch nicht dadurch wahrer, daß er te dort die Firma Auer, deren Gründer und Forscher,
bereits zweitausend Jahre lang besteht. Karl Auer Freiherr von Welsbach, Anfang des Jahrhun-
Ernst Manon derts Gasglühlichtstrümpfe herstellte. Später produzier-
te diese Fabrik Gasmasken. Außerdem gab es dort Indu-
ANMERKUNGEN striebetriebe für Nahrungsmittel, Pharma, Metall
1
Metzler Philosophie Lexikon. (Heintze & Blanckerts) und Holz.
2
Jehuda T. Radday, Magdalena Schultz (Hg.), Auf den Spuren der Para- Nach 1933 baute die Firma Heinkel (Flugzeugbau)
scha. Ein Stück Tora. Zum Lernen des Wochenabschnitts; Bd. 1-8, Die- einen riesigen Komplex mit Wohnsiedlung für die Ar-
sterweg, Frankfurt am Main / Sauerländer, Aarau / Institut Kirche und
Judentum, Berlin 1989 ff., Bd. 8, S. 37. beiter und Angestellten, die im Flugzeugbau tätig wa-
3
Ebenda, S. 45. ren. Die Firma Bajanz fertigte Plexiglaskanzeln für
4 Flugzeuge.
Jüdische Rundschau Maccabi vom 11.11.1993, S. 7.
5
Leo Navratil, Schizophrenie und Religion, Brinkmann & Bose, Berlin Weiterhin gab es, bedingt durch die ländliche Um-
1992, S. 69.
gebung, agrarwissenschaftliche Forschungs- und Unter-
suchungsstätten und ein milchwissenschaftliches Insti-
Zu J. Heyne, “Der Fall Hans-Jürgen Witzsch”, VffG tut. Also alles sehr arbeitskräfteintensive Betriebe. Und
7(2) (2003), S. 212-222. um diese Arbeitskräfte ging es bei diesem KL.
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Konzentrationslager lag direkt am östlichen
Stadtrand, gehörte also mit zur Stadt Oranienburg und
Auf Seite 219 der obigen Ausgabe heißt es unten trug den Namen “Sachsenhausen”. Es war lediglich
links u.a.: eingezäunt, hatte einige Wachttürme und direkt dane-
“Mit dieser Gerichtsentscheidung ist, von der Öf- ben, zur Straße hin, waren die Einfamilienhäuser der
fentlichkeit bis jetzt unbemerkt, ein Teil der die Ju- verheirateten Mannschaften und SS Offiziere. Also es
denmorde betreffenden Offenkundigkeit erledigt, gab gar keine Geheimniskrämerei und es konnte auch
nämlich die behauptete Sechsmillionenzahl der Op- gar keine geben.
fer.” Die Inhaftierten wurden jeden Morgen mit geringer
Hierzu sei angemerkt, daß die zuständige Staatsan- Bewachung an unserem Hause vorbei zur Arbeit ge-
waltschaft in Nürnberg-Fürth sich weigert, meinem führt. Durch die Holzschuhe hörte man die einzelnen
Wunsch zu entsprechen, mir eine Abschrift des Urteils Kolonnen schon geraume Zeit vor ihrem Erscheinen. Es
vom erwähnten Datum, dem 27.7.2001, zukommen zu ist also vollkommen widersinnig, von “Vernichtungsak-
lassen. Unter Hinweis auf allerlei Paragraphen hat man tionen” zu sprechen, denn wer “vernichtet” die Arbeits-
meine mehrfach vorgetragene Bitte telefonisch(!) abge- kräfte, auf die er dringend angewiesen ist, um die
lehnt, obwohl es sich seinerzeit bei diesem Verfahren kriegswichtigen Betriebe zu erhalten?
um eine öffentliche Sitzung des Gerichts handelte! Man Es entspricht auch nicht den Tatsachen, daß das La-
versteckt sich hinter §475 StPO, da “ein berechtigtes In- ger im Februar 1945 evakuiert wurde. Davon wußte
teresse an der Informationserteilung nicht schlüssig auch das IKRK nichts zu berichten, welches das Lager
vorgetragen wurde.” Hierzu erübrigt sich wohl jeder Sachsenhausen noch bis vor dem Kriegsende aufsuchte

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Leserbriefe, S. 359-262

(Bericht liegt mir in Auszügen vor). darf man auch davon ausgehen, daß Krankheiten aus
Auch meine Mutter, die damals bis zu unserer Aus- mangelnder Hygiene mit dazu beitrugen.
bombung im März 45 dienstverpflichtet war, arbeitete Ein Gedenken dieser Toten an dem Ort ihrer Leiden
bei der Firma Bajanz noch mit Häftlingen gemeinsam. (nämlich in Sachsenhausen) wurde durch eine lautstarke
Luftaufnahmen der Alliierten vom März und April jüdische Lobby verhindert. In dem Zusammenhang fiel
1945 zeigen eine erheblich zerbombte Stadt und darin immer wieder der Name Esther Bejarano.
einen vollkommen unbeschädigten Lagerkomplex Bei meinem Besuch in Sachsenhausen, nach der
Sachsenhausen. Die alliierten Luftangriffe trafen also Wiedervereinigung, stieß ich auf einige interessante
lediglich die Industrieanlagen und Wohnbezirke der Dinge. In der einzigen noch erhaltenen Baracke waren
Stadt. Während einem dieser Angriffe wurde unser in Schaukästen übriggebliebene Stücke aus der Zeit des
Haus erheblich zerstört, so daß Soldaten der SS uns aus KL als Arbeitslager ausgestellt, unter anderem ein
dem Keller des Hauses befreien mußten. Sie brachten Schreibheft, in welchem mit Bleistift die Verhaltens-
uns dann in die zum KL gehörende Truppenunterkunft. maßregeln der Wachmannschaften gegenüber den Häft-
Dort lebten wir einige Tage, bis wir eine andere Unter- lingen aufgeschrieben waren, die Handgreiflichkeiten
kunft zur Verfügung gestellt bekamen. Bei den sich ausdrücklich untersagten. Wohl in Form einer Kladde
häufenden Luftangriffen brachte uns die SS zusammen aufgeschrieben von einem der Soldaten, die dort als
mit Häftlingen zum Schutz auf Lastwagen in den Wachen eingesetzt waren.
Schmachtenhagener Wald. Das Lager war also zu die- In der zum Komplex dazugehörigen Gedenkhalle für
sem Zeitpunkt mitnichten geräumt. die Inhaftierten bis 1945 stieß ich auf einen Namen,
Meine Mutter, Schwester und ich verließen am 18. welcher mir aus der Zeitung Die Welt als Journalist be-
oder 19. April 45 Oranienburg in Richtung Lübeck und kannt war. Es war der Name Peter Gillies, der Insasse
am 23. April 1945, nicht 27. April, wurde die Stadt des Lagers gewesen sein soll. Man sollte diese Leute
samt Lager von den Russen eingenommen. befragen, da sie Zeitzeugen sind. Jedoch habe ich sei-
Der Schmachtenhagener Wald erlangte nach der nen Namen nie im Zusammenhang mit Anschuldigun-
Wiedervereinigung traurige Berühmtheit, weil man dort gen gehört.
die Gebeine derer fand, die nach dem Ende des Krieges, Ich dachte, das sollte einfach zu diesem Thema an-
wahllos zusammengetrieben und inhaftiert, dort an gemerkt werden.
Hunger und Entkräftung starben. Da auch die Kanalisa- Mit freundlichen Grüßen
tion durch die Bombenangriffe erheblich zerstört war, Annemarie Körten

362 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


In Kürze, S. 363-366

In Kürze
Napoleons Todesursache revidiert – es war die gen wird. Es würden Auslieferungsanträge gestellt wer-
Medizin! den, so ein von der Knesset beschlossenes Gesetz. Al-
Nach bisheriger Auffassung soll Napoleon Bonapar- lerdings ist nicht damit zu rechnen, daß insbesondere
te am 5.5.1821 auf St. Helena im Alter von 51 Jahren an Länder, wo der Revisionismus nicht strafbar ist, ihre
Magenkrebs gestorben sein. Französische Forscher Staatsbürger an Israel ausliefern werden. (Jerusalem
meinen nun aber herausgefunden zu haben, daß er mit- Post, 19.7.2004) Und die anderen verurteilen die Revi-
tels täglicher Einläufe langsam umgebracht wurde. Der sionisten selbst.
durch die Einläufe verursachte Kaliummangel wirkte
sich letztlich durch die zusätzliche Verabreichung von Sondergericht gegen Antisemitismus in Israel
Abführmitteln tödlich aus. (Agence France Presse, Es gibt Bestrebungen in Israel, ein Sondergericht zur
22.7.2004) Verfolgung sogenannter antisemitischer Verbrechen zu
schaffen, da sich der Internationale Strafgerichtshof in
Alt-Schachmeister Bobby Fischer gejagt Den Haag weigere, Antisemitismus und andere Verbre-
Als er Japan mit einem abgelaufenen philippinischen chen gegen Juden zu verfolgen. Nach einem Gesetzes-
Paß verlassen wollte, wurde der frühere Schachwelt- vorschlag sollen antisemitische Straftaten selbst dann in
meister Bobby Fischer auf US-Antrag verhaftet. Fischer Israel verfolgt werden können, wenn sie im Ausland
wird vorgeworfen, das damals gegen Serbien verhängte begangen wurden. (Maariv International, 21.7.2004)
Embargo gebrochen zu haben, als er 1992 gegen den
russischen Großmeister Boris Spassky in Serbien spiel- Sharon und Klarsfeld: Juden sollen Frankreich
te. Fischer ist auch wegen seiner offenen Gegnerschaft verlassen
zum US-Imperialismus bekannt. Den 11. September Der angebliche Anstieg des Antisemitismus in
2001 kommentierte er wie folgt: Frankreich können am besten dadurch bekämpft wer-
“Das sind alles wunderbare Nachrichten. Ich den, daß die Juden Frankreich verlassen. “Eine Lektion
applaudieren dazu. Die USA und Israel haben die des Holocaust ist, daß man eine Welle des Antisemitis-
Palästinenser abgeschlachtet, Jahre lang einfach mus zwar bekämpfen kann, daß es aber am besten ist,
abgeschlachtet. Ausgeraubt und abgeschlachtet… wenn man geht,” so Serge Klarsfeld bei einem Besuch
Jetzt kriegen die USA es ab.” in Israel. Der Anstieg von Übergriffen gegen die etwa
(Chicago Tribune, 17.7.2004; AP, 22.7.2004) 600.000 Juden in Frankreich wird auf die in Frankreich
lebende 6 Mio. Moslems zurückgeführt. Klarsfeld
Medienlügner: Jüdisches Geständnis meinte, die Geschichte habe gezeigt, es wäre am besten
Jüdische Journalismus-Studenten verkündeten, daß gewesen, wenn “die Juden Polens und Österreichs Eu-
sie zuerst Juden sein wollen und dann Journalisten, ropa verlassen hätten solange sie konnten.” (Jerusalem
wenn es darum gehe, Kritik gegen Juden und Israel aus Post, 19.6.2004) Klarsfelds Anmerkungen wurde durch
den Medien fernzuhalten. (Jewish Bulletin of Northern einen ähnlichen Kommentar durch Israels Premiermini-
California, 23.11.2001) ster Ariel Sharon einen Monat später unterstrichen, wo-
durch es zu diplomatischen Spannungen zwischen
Israels Mauer: Urteil des IGH und UNO-Resolution Frankreich und Israel kam. (Daily Telegraph,
Mit 150 gegen 6 Stimmen bei 10 Enthaltungen be- 19.7.2004)
schloß die UNO eine lediglich symbolische Resolution,
mit der Israels Mauer an der Westbank als illegal be- ‘Antisemitischer’ Angriff erfunden
zeichnet wurde. Alle 25 Mitgliedstaaten der EU stimm- Eine 23-jährige französische Frau behauptete am
ten dem Antrag zu. “Der Bau des Zaunes wird weiter- 9.7.2004, eine Gruppe von sechs Jugendlichen habe sie
gehen,” sagte Raanan Gissin, Chefberater von Israels in einem Zug in einer Vorstadt von Paris überfallen, ih-
Premierminister Ariel Sharon. Israel überrasche die re Kleider zerfetzt und ihr ein Hakenkreuz auf den
nichtbindenden UNO-Resolution nicht, bei der es sich Bauch geritzt, weil sie sie irrtümlicherweise für eine Jü-
um eine “Tyrannei der Mehrheit” handele. (Jordan Ti- din hielten. Die Frau gab später zu, sich selbst Schnitt-
mes, 22.7.2004) wunden zugefügt und ein Hakenkreuz aufgemalt zu ha-
ben. Gegen sie wird nun wegen Vortäuschung einer
Israel verfolgt ausländische Holocaust-Revisionisten Straftat ermittelt, weswegen sie in U-Haft sitzt. Ihr
Holocaust-Revisionismus wird auch dann durch die drohten bis zu 6 Monate Haft und €7.500 Bußgeld.
israelische Justiz verfolgt, wenn er im Ausland began- (AFP, 14.7.2004)

Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3 363


In Kürze, S. 363-366

Britischer Politiker ein Holocaust-Lügner Letzte Chance für ‘Nazi-Jagd’


Der Vorsitzende der britischen Konservativen Mi- Als letzte Chance zur Ergreifung vergreister Welt-
chael Howard behauptet, seine väterlichen Großeltern kriegsveteranen hat das Simon-Wiesenthal-Zentrum ein
seien in Auschwitz umgekommen und seine Tante habe Kopfgeld von $10.000 ausgesetzt, so Efraim Zuroff
die Gaskammer überlebt: vom SWC in Jerusalem. Ähnliche Aktionen werden in
“Während sie in Auschwitz war, wurde sie drei- Österreich, Polen, Rumänien, Kroatien, Ungarn, der
mal in die Gaskammern geschickt, aber aus ver- Ukraine und in Argentinien durchgeführt. (BBC News
schiedenen Gründen – einmal ging ihnen tatsächlich Online, 16.6.2004)
das Gas aus – kam sie davon, um die Geschichte zu
erzählen.” (Independent, 3.7.2004) ‘Nazi-Jäger’ Wiesenthal zum Ritter geschlagen
Michael Howards Märchen ähnelt dem von Moshe Wegen seiner “lebenslangen Verdienste für die
Peer, der eine ähnliche Geschichte über sein sechsfa- Menschheit” durch seine “Nazi-Jagden” wurde Simon
ches Überleben in der nicht-existierenden Gaskammer Wiesenthal vom britischen Außenministerium zum Rit-
in Bergen-Belsen zum Besten gab (The Gazette, Mont- ter geschlagen. (Reuters, 19.6.2004)
real, 5.8.1993). Howard ist entweder inkompetent oder
ein Lügner – aber wahrscheinlich ist er beides. USA deportiert 80-jährigen Ukrainier
Jakiw Palij emigrierte nach dem Zweiten Weltkrieg
Wall Street Journal: Kaum Beweise für Holocaust in die USA und erhielt dort die US-Staatsbürgerschaft.
Das Auschwitz-Museum ist dabei, die Ruinen der Weil er zur Kriegszeit im Arbeitslager Trawniki einge-
Birkenauer Krematorien, die seit Kriegsende vergessen setzt war, wurde ihm jüngst diese Staatsbürgerschaft
und vernachlässigt waren, in Denkmäler umzuwandeln, aberkannt. Am 9.6.2004 ordnete die US-Einwande-
weswegen diese materiellen Beweise, die den Holo- rungsbehörde seine Deportation in die Ukraine an. Die
caust widerlegen, bestimmten Manipulationen = Fäl- US-Nazijäger des OSI warfen Palij keine Verbrechen
schungen unterzogen werden. Das Wall Street Journal vor, jedoch habe seine damalige Rolle als Bewacher das
meinte dazu: Töten von Häftlingen ermöglicht. (Forest Hills Ledger,
“[…] es gibt nur wenig forensische Beweise, die 17.6.2004; vgl. VffG 1/2003, S. 119)
die mörderische Intention belegen. […] Dieser
Mangel an harten Beweisen hat die wachsende In- Ende der Nazijagd in Deutschland?
dustrie der Holocaust-Leugner beflügelt. Der Bundesgerichtshof hob das im Jahr 2002 gefäll-
Der Einspruch der Revisionist ist einfach: Sie te Urteil des Hamburger Landgerichts gegen Friedrich
fordern die sprichwörtliche rauchende Pistole, um Engel, 95, auf und stellte den Fall ein, da der Angeklag-
nachzuweisen, daß die Nazis absichtlich und syste- te für ein neues Verfahren zu alt sei. Engel war vorge-
matisch ein industrielles Vernichtungssystem ent- worfen worden, an der Erschießung von 59 italieni-
warfen. Sie bestreiten nicht, daß Millionen europäi- schen Gefangenen beteiligt gewesen zu sein, die als Re-
scher Juden an Unterernährung, Erschöpfung und pressalie für Bombenanschläge auf deutsche Soldaten
Krankheiten starben. Sie bestreiten noch nicht ein- erschossen worden waren. (Reuters, 27.6.2004; vgl.
mal, daß Zyklon-B-Gas in Auschwitz angewandt VffG 1/2002, S. 118)
wurde, aber sie behaupten, daß es für Entlausungen
verwendet wurde anstatt für den Mord an Men- Estnische Veteranen feiern
schen.” (Wall Street Journal, 7.7.2004) Am 16.7.2004 organisierte die Vereinigung Estni-
Tatsächlich beweisen die Revisionisten, daß nicht scher Freiheitskämpfer ihr 12. Jahrestreffen in Tallinn,
Millionen von Juden in Gebieten unter deutscher Herr- zu dem über 1.500 estnische Veteranen des Zweiten
schaft umkamen, sondern Hunderttausende. Die Revi- Weltkrieges erschienen, um des Kampfes gegen die
sionisten fordern zudem, daß die materielle Spuren ei- Sowjetunion zu gedenken. Die üblichen jüdischen
nes behaupteten Verbrechens nicht manipuliert und in Gruppen protestierten, einschließlich eines Rabbis aus
Denkmäler verwandelt werden, sondern daß sie nach Rußland, weil nicht ein einziger der ehemaligen estni-
dem modernsten Stand der Technik analysiert werden, schen SS-Soldaten für angeblich begangene Verbrechen
um Fakten festzustellen und Mythen zu widerlegen. gegen das jüdische Volk strafverfolgt worden sei. (Ra-
dio Free Europe, 22.7.2004)
Euphorie ist Schuld!
In seinem jüngsten Buch The Origins of the Final Umstrittenes Belzec-
Solution meint Christopher Brownings, “deutsche Denkmal eröffnet
Euphorie” angesichts der anfangs überwältigenden Er- Nach Jahrzehnten der
folge im Krieg gegen die UdSSR habe zur Durchfüh- Vergessenheit hat nun auch
rung der Endlösung geführt. Nach Hilbergs Gedanken- das vormalige Durchgangs-
lesen nun Browings Euphorie. (Observer, 23.5.2004) lager Belzec sein eigenes Belzec-Denkmal in Polen

364 Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 3


In Kürze, S. 363-366

Holocaust-Mahnmal. 600.000 jüdische Opfer werden Griechischer Journalist wirft Juden Zensur vor
für dieses Lager behauptet, obwohl jüngste forensische Kostas Betinakis, früher Auslandskorrespondent von
Untersuchungen gezeigt haben, daß diese zahl wahr- Griechenlands größter Tageszeitung Ta Nea, beschul-
scheinlich um den Faktor 100,000 überhöht ist (vgl. C. digt die griechischen Juden, Marionetten der israeli-
Mattogno, Belzec, CHP 2004, im Druck). Da der Bau schen Regierung zu sein und jede Kritik an der Politik
dieses Mahnmals angeblich die jüdischen Gebeine ent- Israels zu zensieren. Jüdische Gruppen beschuldigten
weihe, wird die polnische Regierung nun von einer die Griechen des Antisemitismus, weil sie der israeli-
Gruppe von US-Juden verklagt. (JTA, 3.6.2004) Dieser schen Unterdrückungspolitik kritisch gegenüber stün-
Bau eines weiteren Holocaust-Mahnmals hat sicherlich den, was sich in einigen drastischen Karikaturen nieder-
einige forensische Spuren zerstört, und sie wird zukünf- schlug. Als Reaktion darauf drohten sogar einige jüdi-
tige Untersuchungen verhindern. sche Gruppen mit einem Boykott der Olympischen
Spiele. (JTA, 24.5.2004; vgl. VffG 1/2004, S. 125f.)
‘Holocaust’-Denkmal in Weißrußland
Am 18.7.2004 wurde in Gorodeya, 100 km südwest- Jüdischer Druck zur Durchsetzung von Internet-
lich von Minsk, ein ‘Holocaust’-Denkmal eröffnet. Zensur
Anwesend waren die Botschafter der USA, Deutsch- Ein höchst lesenswerter Beitrag der wachsenden jü-
lands, Frankreichs und anderer Länder. (AP, 18.7.2004) dischen Versuche zur Zensur des Internets – eine Vor-
aussicht dessen, was uns bevorsteht – wurden von Jeff
Dänemark soll Kollaboration untersuchen Hook im National Vanguard veröffentlicht
60 Jahre nach Kriegsende befindet sich die dänische (www.nationalvanguard.org/story.php?id=3149)
Regierung unter Druck, eine “Wahrheitskommission”
einzusetzen, um deutsche Kriegsverbrechen zu untersu- Irving aus Neuseeland verbannt
chen, nachdem ein jüngst veröffentlichtes Buch fest- Der jüdischen Gemeinde Neuseelands gelang, was
stellte, in welch großem Ausmaß die gewöhnlichen Dä- zuvor bereits in Australien gelungen war, nämlich dem
nen den Deutschen im Zweiten Weltkrieg halfen. (Inde- umstrittenen britischen Historiker David Irving ein Ein-
pendent, 16.6.2004) reiseverbot aufzuerlegen. (New Zealand Herald,
17.7.2004)
‘Holocaust-Überlebende’ verklagt
Holocaust-Überlebende, die die Firma Yaffa Golan Bücherverbrennung in Finnland
Investments and Finances Ltd. mit der Eintreibung von Finnische Staatsanwälte wollen eine finnische Über-
Forderungen gegen Deutschland beauftragt hatten, wer- setzung von Robert Wiltons Buch Die letzten Tage der
den nun von dieser