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Biedermeier (1815-1848)

Begriff: geht zurück auf Gedichte des Arztes Adolf


Kussmaul und des Juristen Ludwig Eichenrot, die
eine Parodie auf einen fiktiven Spießbürger
dichteten, der sich Biedermaier nannte;
veröffentlicht als „Auserlesene Gedichte von
Gottlieb Biedermaier“ in „Fliegende Blätter“;

Gottlieb Biedermaier steht stellvertretend für den


naiven, tugendhaften, pflichtbewussten Spießbürger;
glaubt an Recht, Ordnung und Autorität;
lebt ein anspruchsloses Leben

Carl Spitzweg, Der arme Poet


Geschichtlicher Hintergrund: 1815 Wiener Kongress
1848 Märzrevolution
→ patriotische Bewegung / Nationalgefühlerwacht
→ enttäuschung über konservative Entwicklung
→ Bedürfnis nach ruhe, Ordnung, Frieden
=> Bürgertum zieht sich ins Private zurück
=> kein politisches Recht und kein Interesse an politischer Beteiligung, ABER: erstarkende
wirtschaftliche Macht

Themen:
• Ruhe, Ordnung, bürgerliche Beschaulichkeit
• Bescheidenheit, Mäßigung

• Sehnsüchte, Resignation, Melancholie
• Unterordnung unter das Schicksal
• Liebe zur Geschichte und Natur
• Liebe zum kleinen/Alltäglichen (vgl. „Auf eine Lampe“)
• Überschneidung mit Romantik und Aufnahme realistischer Elemente
• Vernichtung des Dämonischen
• poetische Welt statt realer Welt
formen: klein, leise, unscheinbar → Novelle, Stimmungsbild, Skizze
Zeit:
• materieller Wohlstand, Bildung
• Zeit zum Lesen
=> Zahl der Schriftsteller steigt, Zahl der Buchhandlungen und Neuerscheinungen verdreifacht sich
Autoren: Annette v. Droste- Hülshoff
Franz Grillparzer
Adalbert Stifter
Eduard Mörike
Charles Dickens
Hans- Christian Andersen