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Wer Wie Was ???

Matjes gibt Antwort auf die drängendsten


Fragen unserer Zeit …
Alle Urheberrechte liegen bei mir – wo auch sonst – eine
Verbreitung in unveränderter Form ist aber ausdrücklich gestattet
(digital/gedruckt – wie auch immer). Sollte in irgendeiner Weise
Gewinn daraus erzielt werden, ist dieser zu spenden (und zwar an
gemeinnützige Einrichtungen – mutmaßlich vorschlagenswert
z. B.: die SOS-Kinderdörfer – das sollte man finden können).

Le Autor again
Klütz, 2010
Ein paar Worte zu Beginn …

Da die Welt ein zutiefst komplexer und an


einigen Stellen auch erschreckender Ort sein
kann (wer’s nicht glaubt: Einfach mal auf ein
Tokio-Hotel-Konzert gehen!) und auch, weil
ich mal wieder ein paar Dinge zum großen
Gesamtwust an Zusammengewustetem im
Internet besteuern wollte, begann ich
irgendwann am Ende des schönen Jahres 2007
damit, für meinen existierenden Kreative-
Anfälle-auslebe-Blog die Idee einer großen
„Matjes erklärt die Welt“-Reihe zu entwickeln,
in der ich versuchen wollte, auf die wichtigsten
Fragen des täglichen Lebens und der Welt an
sich Antworten zu geben.

Das Ganze führte dann exakt zu zwei


Einträgen – einer zu Vorbemerkungen, den ich
höchst effizient zu 80% in diesem Vorwort
habe aufgehen lassen, und einer zum Thema
Katzenfutter mit Mausgeschmack – auch da
bin ich mir, wie man sehen wird, für den
Menübefehl Copy nicht zu schade.
Insgesamt also, wie man berechtigterweise
festhalten darf, ein quantitativ durchaus nicht
unbedingt herausragender Output. Umso mehr
freut es mich jedoch, allen hinsichtlich
Lebenshilfe und Allgemeinwissen Bedürftigen
jetzt ankündigen zu können: Ich habe es – mit
reichlich Verzug – endlich doch geschafft, die
Motivation und die Zeit zu finden, alle
anderen, eher zweitrangigen Verpflichtungen
meines Lebens, wie z. B. Abschlussarbeiten
schreiben, Arbeiten-Gehen oder
Gesellschaftliche-Kontakte-Pflegen, links
liegen zu lassen und statt dessen den sicher
bisher umfangreichsten Ausdruck meines
eigenen Spinnertums erfolgreich zu vollenden
und in (E-)Buch-Form hiermit der sicherlich
schon sehnsüchtig wartenden Allgemeinheit
zugänglich zu machen.

Herausgekommen sind x + y Seiten, die, denke


ich, im Prinzip jetzt die entscheidendsten
individuellen und kollektiven Fragestellungen
unserer Zeit beantworten müssten. Sollte dem
nicht so sein bzw. nach Meinung des Lesenden
eine drängende Frage vorhanden zu sein, die in
diesem Buch hier nicht zu finden ist, bin ich
mir sicher, ihre Bedeutung wird grundsätzlich
überschätzt.

In jedem Falle wünsche ich schon mal viel


Spaß bei der Lektüre und beim Erleuchtet-
Werden und beende dann auch schon wieder
das Vorgeplänkel.

Nicht aber, ohne zum Schluss auch noch


einmal einen Dank auszusprechen an den
Typen, der einst mal das Internet erfunden hat:
Du hast wahrscheinlich nie geahnt, wozu man
das später so alles benutzen können wird, aber
trotzdem vielen Dank, Junge, vielen, vielen
Dank.
Inhalt – Die in diesem Buch beantworteten
Fragen

1.Was ist „Trick 17“?

2.Warum gibt es kein Katzenfutter mit


Mausgeschmack?

3.Ab wann ist man alt?

4.Bin ich gut im Bett?

5.Wem kann man eigentlich noch Glauben?

6.Wo ist eigentlich Papa?

7.Was war zuerst da – das Ei oder die Henne?

8.Gibt es ein Leben nach dem Tod?

9.Mutti, Papa, wo kommen eigentlich die


Babys her?

10.Und, was machst du so?


11.Wie parke ich richtig rückwärts ein?

12.Willst du mit mir gehen? Ja [ ] nein [ ]


vielleicht [ ]

13.Was ist mein chinesisches Sternzeichen?

14.Was jetzt?

15.Wie sieht meine Zukunft aus?

16.Zu mir oder zu dir?

17.Who the fuck is Alice?

18.Was ist eigentlich „Pimpen“?

19.Geld oder Liebe?

20.Wie kommt eigentlich das „Betreten


verboten“-Schild in die Mitte des Rasens?
21.Ist das dein Ernst?

22.Sind wir allein im Universum?

23.Was ist die größte Erfindung des


Menschen?

24.Wer hat den Längsten?

25.Wie bekomme ich meine Traumfrau, auch


wenn ich ein Loser bin?

26.Wer ist die schönste Frau der Welt?

27.Warum ist es am Rhein so schön?

28.Ich habe einen Porno gedreht – darf der


ungeschnitten im TV laufen?

29.Wie kriege ich DEN Fleck wieder raus?

30.Was gibt’s heut Abend zu essen?


31.Warum bin ich so fröhlich?

32.Duuuuu, …?

33.Who you gonna call?

34.Ist das Klima noch zu retten?

35.Warum wird in Pornos nie geheiratet?

36.Wie wird Zahnseide benutzt?

37.Wie konnte das nur passieren?

38.Wie spät ist es?

39.Was ist das ekligste Wort des Jahres?

40.Vorletzte Frage: Wussten Sie schon …?


41.Letzte Frage: Bist du schizophren?

41+1.OK, OK – eine hab ich jetzt noch – eins


wäre noch zu klären – eins! – und das wäre:
… Oder gibt es noch mehr dunkelweiße
Tassen?
„Hääähhhh??!?“
Irgendwer, irgendwo, irgendwann
Was ist „Trick 17“?

Eine berechtigte Frage!

Ja – beleuchten wir gleich zu Beginn einen


ewig jungen Klassiker an Fragesachverhalt:
Woher stammt der Begriff „Trick 17“ und vor
allem was verbirgt sich dahinter?

Auf jeden Fall muss es etwas sein, was


deutlich effektiver ist als Trick 1 bis
16 – würde man zumindest denken … Bei
weiterführender Recherche stößt man
allerdings auf den Umstand, dass z. B. die
Finnen zum gleichen Sachverhalt Trick 3
sagen, die Schweizer Trick 77. Das ließe sich
dann nur mit erstgenannter Unterstellung
übereinbringen, wenn die entweder nicht ganz
so viele oder sogar deutlich mehr Tricks
kennen als wir in Deutschland – oder sie die
komplett anders sortieren.

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Viel Wahrscheinlicher ist somit, dass der
Begriff nicht mehr ist, als das, was er
mutmaßlich trotz überbordender Simplizität
schlicht und einfach auch darstellt – nämlich
eine Stellvertreterbezeichnung für den
dahinterliegenden Sachverhalt einer besonders
genialen Lösung für ein Problem. „Trick 1“
oder „der Trick“ klingt dann einfach nur nicht
so gut, wie wenn man ganz nebenbei auch
noch mal kräftig aufs Gehölz hauen kann und
andeutet, dass man auch noch zig andere
Tricks im Repertoire hätte.

Jaah – damit könnte ich mich jetzt eigentlich


als rausgewunden betrachten und gut. Sehr
interessant ist aber, dass offenkundig auch
schon andere augenscheinlich mit sehr viel
Freizeit ausgestattete Personen sich mit der
Beantwortung dieser Frage auseinandergesetzt
haben. Und Letztere waren dabei sogar
teilweise noch deutlich eine Runde cleverer als
ich, da sie sich bei der Suche nach der
korrekten Antwort der Einfachheit halber diese

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höchst effizient und zugleich effektiv ganz
einfach mal selbst ausgedacht haben.

So hat ein Herr Jan Bruners laut eigener


Aussage für die Beantwortung der
Ausgangsfrage in einem entsprechenden
Fragenteil der TAZ kurzerhand einen
historischen Magier mit Namen Carlos
Luminoso erfunden, der angeblich alle seine
Zaubertricks in einem Buch festgehalten hat.
Trick 17 – der beste aller seiner Tricks – stand
ganz hinten und wurde leider irgendwann in
der einzigen Buchversion zerstört. Da die
Tricks immer ausgefeilter werden von
Nummer zu Nummer, wäre Trick 17 also der
ominöse beste Trick, den der „Meister“ zur
Überlieferung festgehalten hätte. Das wurde
dann auch so noch von einem anderen
Autor/einer Gruppe anderer Autoren in seinem
späteren Buch aufgegriffen und veröffentlicht
und dann final von Deutschlands
investigativstem Wissensmagazin („Galileo“!)
als Grundlage genommen um grade eben diese

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Frage endlich einmal abschließend für alle
wissensdurstigen Vorabend-Fernsehgucker
auseinanderzunehmen – und zwar mit der
Luminoso-Geschichte. Ziemlich peinlich, wie
ich finde – aber zugegebenermaßen habe ich
das mit den Finnen und Schweizern auch aus
Wikipedia abgeschrieben.

Was die Sache im Grundsatz angeht, zeigt das


Ganze aber auch wiedereinmal sehr schön, wie
Realität und als solche aufgefasste
Sachverhalte tatsächlich entstehen – und zwar
diesmal sogar ohne eine irgendwie geartete
Beteiligung der Bild-Zeitung.

Um selbst einmal entsprechend aktiv zu


werden, daher auch mal meine Erklärung, wo
der Begriff der „Arschkarte“ z. B. herkommt
bzw. was das ist: Es gab dabei mal einen
Magier namens Carlos Lumpinaso, der war
nebenbei Schiedsrichter und noch dazu ein
sehr erfolgreicher (Bundesliga, Champions
League, Werbung für Türschlosssysteme). Da

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er seine Tricks aber auch auf dem Fußballplatz
mit den vielen Zuschauern nicht recht
weglassen wollte, zeigte er besonders oft Rot
und schenkte nach jedem Platzverweis dem
jeweils Betroffenen das Exemplar, das er kurz
zuvor gezückt hatte. Das Verblüffende war,
dass er selbst nach drei oder vier
Herausstellungen trotz zuvor präsentierter
leerer Hosentasche immer noch eine neue
Karte hervorziehen konnte. Die Beschenkten
fanden’s wenig unterhaltsam und sprachen
angefressen nach dem Spiel nur noch davon,
schon wieder eine „Arschkarte bekommen“ zu
haben – aus „bekommen“ wurde „gezogen“
und so wird der Begriff noch heute benutzt …
Stimmt nicht? Egal! Haben wir ja grade
gelernt. Das wird aber die letzte nicht gänzlich
korrekte Antwort bleiben – ist hier hoch und
heilig versprochen – also zumindest bin ich
motiviert …

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Warum gibt es kein Katzenfutter mit
Mausgeschmack?

Eine berechtigte Frage!

Ich hab darüber mal etwas nachgedacht und


zwei Thesen entwickelt.

1. Ganz einfache Marketing-Produkt-Politik!


Welche Katzenfutter-Geschmacksrichtungen
gibt es denn? – z. B. Rind (also genauer: Kuh),
Geflügel (also genauer: Huhn) und Thunfisch
(also genauer: Delfin). Üblicherweise wird
Katzenfutter somit vorwiegend aus Tieren
gemacht, die Katzen nicht genauso gut selbst
erlegen könnten. Eine Kuh zu erlegen könnte
für eine Katze aufgrund vorhandener
Größendefizite schwierig werden, ein Huhn zu
erlegen wäre schon möglicher, aber ist auch
sehr unwahrscheinlich (wenn es auch mit einer
gewissen Sicherheit recht lustig aussehen
würde) und was das dritte Beispiel angeht,

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muss man sagen, dass Hochseefischerei
sicherlich nicht unbedingt zu den bevorzugten
Nahrungsbeschaffungsformen wasserscheuer
Stubentiger gehört. Damit stellen all diese
Geschmacksrichtungen eine interessante
Alternative zum dem dar, was Katzen auch
genauso gut selbst jagen und verzehren
können – nämlich Mäusen und wehrlosem
Singvogelnachwuchs.

Diese erste These hat allerdings einen Haken:


Marketing bedeutet ja, den zu bedienen, der
kaufen soll (also jetzt mal ganz stark
vereinfacht). Da die wenigsten Katzen aber
über die finanziellen Mittel oder die
Supermarkterfahrung verfügen, selbst
einkaufen gehen zu können, wird das in der
absolut überwiegenden Anzahl der Fälle ihr
Besitzer oder ihre Besitzerin für sie tun. Und
da Katzen zusätzlich im Normalfall relativ
ausgeprägte Probleme damit haben, einfach
mal auf einen Zettel zu schreiben, was sie
haben wollen, muss der Besitzer/die Besitzerin

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entscheiden, was er/sie denkt, was für
angesprochene Katze zum einen aber z. B.
auch für den eigenen Geldbeutel zum anderen
am Sinnvollsten ist. Damit wird somit
vielleicht nicht unbedingt immer exklusiv nach
dem Prinzip größtmöglicher Abwechslung
entschieden und die erste These ist schließlich
und endlich als geeignete Erklärungsvariante
eher unwahrscheinlich.

Ganz am Rande muss man obendrein ohnehin


bedenken, dass Katzen die Mäuse in ihrer
Umgebung ja gar nicht fangen, um sie zu
fressen. Sie fangen sie, um sie schön vor einer
Haus- oder Hof-Tür in die Sonne zu legen, bis
erst alle Fliegen der Nachbarschaft und dann
der Hausbesitzer den süßlich riechenden
Kadaver finden. Das wiederum hat dabei
anzunehmendermaßen weniger damit zu tun,
dass Maus grundsätzlich Sch…ße schmeckt.
Es ist eher wahrscheinlich so wie beim
Menschen auch: Die Katze kriegt ja abends
schön ihr portioniertes, kleingemachtes Futter

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in einer Schale – naja, und sagen wir mal so:
Der Mensch würde schließlich auch nicht
unbedingt eine Kuh ausweiden, wenn zuhause
ein schöner warmer Topf Gulasch steht (der
Mensch würde die Kuh aber auch nicht töten
und jemand anderem vor die Tür legen – aber
ich will jetzt nicht zu weit vom Thema
abkommen …).

Brauchbarer ist somit These 2.

2. Der Mensch isst keine Mäuse!


Weitaus wahrscheinlicher ist, dass es
deswegen kein Katzenfutter mit
Mausgeschmack gibt, da dafür keine
Restabfälle der Nahrungsmittelproduktion für
Menschen vorhanden sind. Menschen essen
nämlich keine Mäuse – so Namen wie „Tom-
und-Jerry-Menü“ können zwar vielleicht den
einen oder anderen irreführen, aber bis auf
einige Ausnahmen essen Menschen ungern
Katzen und noch weniger gern Mäuse
(„Milchmäuse“ mal außen vor gelassen – ich

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nehm’ auch nich’ jeden Kalauer mit …). Ja,
und da auch in Zeiten der Wegwerfgesellschaft
die allgemeine Wirtschaft bestrebt ist, immer
noch mehr Profit zu schlagen, und dabei das
alte indianische Prinzip für sich entdeckt hat,
einfach mal alles vom zuvor getöteten Tier zur
Produktion von irgendwas zu verwenden,
werden aus Rindergehirnen Gummibärchen
gemacht, aus Knochen und Fleischresten
McDonalds-Fleischeinlagen, aus Fellresten
unglaublich hässliche Kuhhosen und aus
allem, was ganz am Ende noch übrig ist und
sich selbst mit größten Anstrengungen nicht
mehr zu einem festen Burgerbelag
zusammenkleben lässt, unter Zugabe von
Asche und Konservierungsstoffen
Katzenfutter. Und weil Menschen keine Mäuse
essen, gibt es also keine Mausreste und damit
als Resultat kein Mauskatzenfutter.

So, ob diese These jetzt stimmt, können


natürlich nur die Marketing-Chefs und
Verkaufsmanager von Whiskas und Co.

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bestätigen oder eben nicht – ich denke aber,
ich lieg’ zumindest schon mal nahe dran.

Was unsere Katze zuhaus’ angeht – soviel sei


noch angemerkt – ist die Beantwortung dieser
Frage aber ohnehin obsolet, da sie, glaube ich,
so oder so weniger auf die
Geschmacksrichtung Wert legt, als vielmehr
darauf, dass ich als ungefragtermaßen zum
Fütterungsbeauftragten Erklärter möglichst oft
hoch und runter laufen muss, um ihr was
raufzumachen …

Nachtrag:
… – und das hat dann mit einem ganz anderen
Sachverhalt zu tun und läuft unter dem auch
beim Menschen gelegentlich sinnvoll
anzuwendenden Begriff Arschlochtum – aber
ich werd’ hier mal nicht näher ins Detail
gehen – nur soviel: Es gibt keinen Grund
anzunehmen, Tiere wären doof …

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Ab wann ist man alt?

Eine berechtigte Frage!

Einige Leute sagen ja „nie“, aber das ist


Quatsch. Aus reiner Erfahrung weiß ich, dass
man relativ schnell schon ziemlich alt wird,
sobald man erst die Schule verlassen hat. Um
zu merken, wann es soweit ist, muss man dabei
nur auf die kleinen Details im täglichen Leben
achten:

Junge Leute erzählen so z. B. beim Kiffen


ihren Kumpels stolz, dass sie letzten Samstag
ganz alleine an einem Abend eine ganze
Flasche Wodka leer gemacht haben, nicht-
mehr-junge Leute hingegen gehen mit ihrem
Partner/ihrer Partnerin und befreundeten
Paaren Eisessen und erzählen in
abwechselnder Rede von diesem tollen
indischen Tee, den’s bei Real gibt, der nach
Kakao und nach Zimt schmeckt und den man

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zu zweit an nur einem Wochenende komplett
ausgetrunken hat – die ganze Packung!

Nur falls es wen interessiert: Ich gehöre


mittlerweile übrigens leider zu der zweiten
Kategorie. Zu meiner Entschuldigung muss ich
dabei aber sagen, dass dieser Chai Latte auch
wirklich lecker is’ …

Bin ich gut im Bett?

Eine berechtigte Frage!

Diesmal aber eine, deren Antwort davon


abhängt.

Bist du ein Mann, lautet die Antwort mit hoher


Wahrscheinlichkeit „Nein“.

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Bist du eine Frau, bräuchte ich etwas mehr
Informationen – schicke doch bitte alle
Details + ausgiebige Beschreibung deines
Körperbaus und eines Fotos an
matjeses@freakmail.de – dann schaue ich mir
das gelegentlich mal an und gebe individuelles
Feedback.

Eins kann ich aber bereits vorneweg generell


schon mal sagen: Egal wie gut das auch ist,
was du für deinen Freund im Bett machst – es
wäre noch besser, wenn deine beste Freundin
dabei wäre …

Nachtrag 1:
Das gilt natürlich nicht, sollte dies z. B.
zufällig seine Schwester sein – Sonderfälle
beachten!

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Nachtrag 2:

Is das schon Diskriminierung? Ich hab alle


Homosexuellen ausgeklammert – sorry dafür.

Machen wir’s kurz: Wenn du ein Mann bist


und auf Männer stehst, kann ich dir mangels
Erfahrung leider nicht direkt
weiterhelfen – und ein längerer
Gefängnisaufenthalt für Recherche-Zwecke ist
mir ehrlich gesagt in diesem Moment auch
etwas zu aufwendig (den mangelnden Reiz,
den das auf mich ausübt, mal nicht extra
mitbetonend).

Da du aber auch als homosexueller Mann in


erster Linie mal immer noch Mann bist, ist
zumindest die Wahrscheinlichkeit nicht gering,
dass auch du zu jeder körperlichen, geistigen
oder „emo-zio-nalen“ Befriedigung deines
Partners in von ihm erwarteter Weise ähnlich
unfähig bist wie jeder Hetero-Sex-
Legastheniker auch. Einfach mal ansprechen

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bei deinem Partner – man sagt ja, Schwule
sind bei diesem Thema überdurchschnittlich
offen!

Ich selbst kann in diesem Falle jedenfalls, wie


gesagt, leider wenig weiterhelfen – weshalb
eine weitere Beschreibung konkreter Details
geschickt an oben genannte Adresse auch nicht
von Nöten ist.

Solltest du aber eine homosexuelle/lesbische


Frau sein, ist das anders. Hier gilt die
Aufforderung zu mehr Details wieder, bzw.:
Ich bitte hier DRINGEND um mehr
Informationen – gerne auch mit Foto(s)
und/oder – nein UND! – Video-Material. Nach
ausgiebigem Studium werde ich dann auf den
individuellen Einzelfall entsprechend
eingehen.

Ohne Sichtung der entsprechenden


Beschreibungen und Filme kann ich allerdings
hier erneut betonen, dass die Sache mit der

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dazugeholten besten Freundin natürlich auch
in diesem Fall entsprechend analog gilt – zwar
seid ihr sicher – und das ist mir klar – bereits
schon von Anfang an zu zweit, aber eine fünfte
oder sechste (weibliche!) Hand schadet
sicherlich nie – bei der Herstellung des
Videomaterials für die E-Mail an mich darf
das auch bereits gerne einmal ausprobiert
werden …

Wem kann man eigentlich noch Glauben?

Eine berechtigte Frage!

Da die Frage lautet, wem man glauben KANN,


lautet die Antwort letztendlich: grundsätzlich
jedem.

Grundsätzlich kann man erst mal alles und


jedem Glauben … Und tatsächlich ist es in

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vielen Situationen sogar angeraten, mit den
eigenen Überzeugungen und Glaubensinhalten
sowie der Antwort auf die Frage, wessen
Argumentation man folgt, möglichst flexibel
umzugehen. Wird einem von einem Taliban
eine Waffe an den Kopf gehalten und gefragt
„Wer hat recht?“, ist es äußerst vorteilhaft,
maximal überzeugend versichern zu können,
dass man der Meinung ist, damit könnte
eigentlich nur „Allah“ gemeint sein. Genauso
ist es, wenn man in Nordvorpommern wohnt
und eines Tages ein paar Nazis mit Baseball-
Schlägern im Vorgarten stehen und finden, auf
die Hausfassade würde super ein Wahlplakat
der NPD passen, herausragend nutzenstiftend,
effektiv glaubhaft machen zu können, dass
man das WIRKLICH für eine hervorragende
Idee hält.

Es hilft also gelegentlich, dass menschlichem


Glauben grundsätzlich keine Grenzen gesetzt
sind … Und das sind sie nicht! Wäre dem
nicht so, könnten Menschen nicht ernsthaft

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glauben, die Klangähnlichkeit zwischen
Obama und Osama wäre bereits ein klares
Indiz dafür, ein möglicher späterer
amerikanischer Präsident könne oder müsse
sogar in irgendeiner Verbindung zu den
Terroristen des 11. September stehen – und
wäre dem nicht so, würden auch z. B. nicht auf
der anderen Seite Leute stehen und dagegen
reden, die ernsthaft meinen, Menschen, die
Vorgenanntes für unbestreitbar halten,
tatsächlich durch nachvollziehbare Argumente
vom Gegenteil überzeugen zu können …

Nachtrag:
Wie beschrieben kann man grundsätzlich
jedem glauben – ein Hinweis sei aber noch
angefügt: Mädels, die ihr grad das erste Mal
mit eurem Freund schlafen wollt (oder einem
zehn Jahre älteren Typen, den ihr vor einer
halben Stunde in der Kinderdisco
kennengelernt habt – ich schaue zu selten
„Virgin Diaries“, um über das aktuelle

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Vorgehen zum Entjungfernlassen ausreichend
informiert zu sein) – also: Mädels – man
KANN natürlich auch einem Jungen/Mann
glauben, der sagt, er zieht „ihn“ rechtzeitig
raus, die Frage ist, ob man das auch
SOLLTE – und kurz und knapp: Nein, das
sollte man nicht!

Wo ist eigentlich Papa?

Eine berechtigte Frage!

Bzw.: eigentlich nur für den kleinen Timmy,


aber egal – ich möchte ja Lebenshilfe in jeder
Lage geben, deswegen muss dafür hier auch
mal Raum sein.

Also Timmys Mutter: Einfach mal laut


vorlesen!

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„Wo ist eigentlich Papa?“ – „Papa ist ein
ARSCHLOCH“ – los, weiter vorlesen, einfach
so, wie’s dasteht – „Papa ist ein riesengroßes
ARSCHLOCH – der ist nicht Zigaretten holen
und der ist auch nicht Geheimagent – der ist
einfach nur ein monströs großes
ARSCHLOCH – um Geheimagent sein zu
können, müsste man wenigstens so intelligent
sein, ein Kondom vernünftig benutzen zu
können – und wenn der Zigaretten holen wär’
und immer noch nicht zurück, müsst er die
schon direkt aus Südamerika holen – zu
Fuß …! Nein – dein Vater ist einfach nur ein
ARSCHLOCH und wohnt jetzt in irgendeinem
Land, wo es keine funktionierende Post gibt,
um Unterhaltschecks zu schicken, wo es aber
genug vollbusige Vakuum-Schädel-Blondinen
gibt, um sich auch als alter, fetter Sack mit
Halbglatze noch ordentlich das Hirn
taubzuvögeln.“ – Zeit für Frage
lassen! – „Taubvögeln? – Das ist ein
mikroskopisch kleines Ding, mit dem man
nicht umgehen kann, immer wieder

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vorschlaghammermäßig in was reinzuprügeln,
das man nicht versteht. Auf jeden Fall ist dein
Vater ein ARSCHLOCH – sprich mir nach:
A-R-S-C-H-L-O-C-H“ – Pause für
Nachsprechen – „Genau! – und wenn dich
irgendwer in der Schule fragen sollte, wo dein
Vater ist, dann sagst du ihm einfach, dein
Vater ist in Afrika, um was gegen die weitere
Ausbreitung der Syphilis zu
unternehmen – und zwar nicht die weitere
Ausbreitung in Afrika, sondern die weitere
Ausbreitung in Deutschland – PUNKT.“

Und wenn er, also Timmy dann 14 ist und mit


seiner Freundin Lindsay-Jennifer oder wie sie
heißen wird gerne mal dieses „Taubvögeln“
ausprobieren würde, dann bitte einfach den
Abschnitt „Mutti, Papa, wo kommen eigentlich
die Babys her?“ vorlesen und mal die
Rechnung demonstrieren, wie viel billiger ein
Kondom im Vergleich zu einem einzigen
(ernsthaft ausgefüllten und abgeschickten)
Unterhaltscheck ist!

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Nichts zu danken – man tut ja, was man
kann …

Was war zuerst da – das Ei oder die Henne?

Eine berechtigte Frage – natürlich die Henne!

Wobei … – das Ei!

Ne – die Hen… – Aaaah! Ich verstehe …

Das ist natürlich knifflig – da muss ich selbst


erst einmal recherchieren.

Vielleicht weiß irgendwer von diesen Fernseh-


Indern was – Aiman Abdallah kann ich aber ja
nicht mehr vertrauen (siehe „Was ist Trick
17?“), bleibt nur Ranga Jogischwa (oder wie
das geschrieben wird).

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Moment!

Ich suche mal!

Hihhhühmm. Hihhhühmmmm.

OK – hier steht was bei Quarks und Co. …

Jupp, jupp: Henne – Ei – Problem – OK …

Evolution – auch OK …

Bakiva-Huhn – uralt – auch OK …

Archäopteryx – auch OK …

Harte Eier – weiche Eier – auch OK …

Fische, Amphibien – auch OK …

Und Schwämme vor einer halben Milliarde


Jahren – OK, OK …

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Also ich hab’s: das Ei!

Warum? Weil es schon Eier gab, bevor es


Vögel gab. Die Hühner so in der auf dem
Hühnerhof ihren selbstverursachten Dreck
durchpickenderweise gibt’s seit ein paar
tausend Jahre, davor gab’s noch so bestimmte
Vorfahren für ein paar Millionen Jahre, die
man auch als Hühner ansehen kann. Die hatten
aber auch wieder Vorfahren, die auch – so,
dass man irgendwann bei den Fischen landet
und ganz am Ende bei den Schwämmen und
die hatten alle schon Eier zur Fortpflanzung
(also so Eier zum Befruchten). Und damit ist
das Ei älter …

Berechtigter Einwand natürlich: Aber es geht


um das Hühner-Ei – das ist damit natürlich
nicht abgefedert (*ganz breites Grinsen*) – da
muss ich nachrecherchieren – Moment
again …

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Netzzeitung – „Wissenschaft“ – das klingt
doch vielversprechend …

OK – der Philosoph sagt „das Ei“ – und der


Naturwissenschaftler und der Hühnerzüchter
sagen „Stimmt!“ – gut.

Und warum?

Häh?!? – Warum sollte ein Känguru ein


Straußenei legen?

OK – aber es wäre dann ein Straußenei,


stimmt …!

Embryo und Ei haben die gleiche


Erbsubstanz – OK …

Ei is’ zuerst da – macht dann Sinn …

Gut – aber genetische Entwicklungen können


auch an lebenden Tieren auftreten?

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Bääh – OK – also wohl Ei, aber sicher ist das
nicht.

Letzte Chance: Wikipedia (wenn die


Wissenschaftler das nicht genau wissen, dann
vielleicht ein lichtscheuer Rollenspielfan).

Hehe – es gab also kein „erstes Huhn“ oder


kein „erstes Hühnerei“ – so kann man sich
auch rauswinden. Offenbar fehlt die klare
Abgrenzung, wann das Huhn ein Huhn war
(Schade, dass ich die Grönemeyer-
Pressstimme, mit der ich die Worte grad
artikuliert habe, hier nicht adäquat darstellen
kann). Die Frage kann man also
wissenschaftlich nicht sinnvoll klären.

Sehr ernüchternd …

Wenigstens kann noch herhalten, was


jahrhundertelang geklappt hat und zur Not
auch heute noch helfen muss – ein
kreationistischer Ansatz:

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Was war zuerst da – die Henne oder das
Ei? – Die Henne! – Gott hat schließlich zuerst
die Tiere geschaffen und die haben
anschließend alles Mögliche irgendwohin
gelegt. Außerdem könnten die
Hühner – zumindest theoretisch – noch mal
irgendwann die Weltherrschaft übernehmen
und dann bin ich dran – das Ei sollte für solch
ein Vorhaben eher ungeeignet sein (wenn es
auch eine harte Schale hat … *noch mal sehr
breites Grinsen*).

Ja – gut, dass wir das noch klären konnten.


Wem das nicht reicht, der soll sich mal bitte an
Jan Bruners melden – bei solch kniffligen
Fragen darf man ja vielleicht doch noch mal
wieder kreativ sein (Kreativität bei der
Erfindung von Fakten ist ja auch so
grundsätzlich nichts Schlimmes – zumindest
kann es zielführend sein – man frage ruhig
noch mal bei George Doppel-U und Co. in
2002 nach).

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Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Eine berechtigte Frage!

Wenn ich mir den einen oder anderen „Star“


aus den 70ern und 80ern heute so im
Fernsehen bei Interviews anschaue, muss ich
sagen: ja.

Ernsthaft betrachtet sind die aber natürlich nur


partiell tot – so wie Michael Jackson seit den
80ern auch nur noch partiell schwarz war.

Hier geht’s aber um die ganz handfeste Frage:


Wenn man so richtig tot ist – gibt es dann
einen Tunnel, kann man durch den
durchgehen – und wird man da nicht nur
verarscht, weil am Ende noch ’n Tunnel ist,
der wieder zurückführt oder so was, sondern
ist da ein Himmelreich oder irgendwas
Vergleichbares in dem man weiterleben kann
und bestenfalls auch will?

49
Logischerweise bedarf das erst mal der
Klärung der Frage, wann man denn jetzt so
richtig tot ist.

Sehr interessant finde ich dabei z. B., dass in


Deutschland ein Mensch als tot deklariert
wird, wenn sein Gehirn keine entsprechende
messbare Aktivität mehr aufweist – in dem
einen oder anderen Land sonst achtet man da
allerdings weniger drauf und ein Mensch gilt
als verstorben, wenn sein Herz nicht mehr
schlägt. Ein Unterschied, der durchaus auch
Rückschlüsse auf die verschiedenen
Sichtweisen betreffender Kulturkreise auf die
Welt im Allgemeinen zulässt …

Als Deutscher (mit solchen Formulierungen


muss man ja immer noch vorsichtig
sein – besonders, wenn bekannt ist, dass man
aus der mecklenburgischen Provinz
kommt …) – also: Als Einwohner des
teutschen Landes übernehme ich mal die auf
diesem Erdendfleck gebräuchliche Sichtweise

50
und deklariere die eintretende Abwesenheit
nachweisbarer Gehirnaktivität als das Ende des
Lebens und damit den Tod. Das führt dann
vielleicht bei dem einen oder anderen oder
genauer ja eigentlich gefühlt mindestens jedem
zweiten der zu Anfang angesprochenen Alt-
Stars (Betonung zumeist deutlich auf ALT!)
immer noch zu Zweifelszuständen (ich kenn’
z. B. Jürgen Drews privat nicht – aber bei
Interviews auf RTL2 oder VOX wirkt er
gelegentlich schon wie ein Grenzfall …) – also
das lässt dann vielleicht immer noch viele
schwierige Fälle zurück, soll an dieser Stelle
aber erst mal reichen.

Die Frage ist dann, was kommt, wenn der


letzte Schalter klack macht – das Nichts?
Stille? Der berühmte Tunnel? Eine Wiese und
Petrus ruft Namen aus? Zwölf Jungfrauen und
viel Gleitcreme? Ein gnädiger Gott? Ein
rachsüchtiger Gott, der einen bestrafen will,
weil man nicht an ihn geglaubt hat? Elvis und
Tupac, denen Uns-Michael ein paar

51
Tanzschritte beibringt? Das Schlaraffenland?
Die Hölle? Ein unendlicher französischer
Kunstfilm mit Untertiteln in einem
umfunktionierten aber nicht gesäuberten
Pornokino? Ritter-Sport im Angebot? Was
erwartet einen?

Die Frage lässt sich natürlich schwer


beantworten, da es vom Tod bekanntlich für
die meisten von uns nicht unbedingt ein
Zurück gibt. Der eine oder andere, der (als
Resultat entsprechender medizinischer
Überprüfungen) nicht mehr als lebend
deklariert werden konnte, dann aber wieder zu
Bewusstsein kam, hat allerdings
berichtet – und interessanterweise gleichen
sich viele der Erzählungen. Demnach hätten
wir dann einen Tunnel, Licht und vielleicht
noch Stimmen, die sagen, in welche Richtung
man laufen muss. Unglücklicherweise kann
man aber dabei den Unterschied zwischen
einer kollektiven, anhand verschiedener
Zeitungsartikel und Filme gelernten

52
Wahnvorstellung im Nahtod-Delirium und der
tatsächlich jenseitig wahrgenommener Dort-
Realität dann wieder nicht abschließend
klären.

Somit verschiebt sich doch wieder alles auf die


Frage zwei Schritte davor: Gibt es einen Gott?

Und das ist dann eine andere sehr berechtigte


Frage!

Da ich nach wie vor nicht mit Liv Tyler


zusammen bin, war meine angenommen
richtige Antwort bisher immer: „Nein, das
kann nicht sein!“. Bei genauerer Betrachtung
muss ein Gott aber natürlich kein Interesse
daran haben, dass es mir als Individuum in
irgendeiner Weise gut geht – wenn er Spaß an
meinem persönlichen Unbehagen hätte, würde
das im Gegenteil sogar die vielen verpassten
Busse während meiner Abi-Zeit ziemlich gut
in Grundlage und vor allem Art und Weise des
Eintretens erklären. Außerdem bleibt ja zu

53
beachten, dass ich sogar eine noch viel tollere
Freundin gefunden habe (hallo – hab dich voll
lieb und so … *sehr lieb guck*). Damit fällt
das dann letztendlich komplett flach.

Und so lässt sich von meinem Standpunkt aus


für diese Frage unglücklicherweise auch mal
wieder nicht richtig gut eine abschließende
Antwort finden.

Matjes wäre aber natürlich nicht Matjes, wenn


er nicht auch hier zumindest noch mal
versuchen würde, sich effektvoll aus der Sache
rauszuwinden. Unbeabsichtigt an einer neuen
Weltreligion arbeitend, kann somit der Trick,
wie bereits eine Frage zuvor, erneut darin
liegen, einfach mal auf so nur
unverhältnismäßig aufwendig zu findende und
beschreibende Details wie Begründungen und
Beweise zu verzichten und die Antwort nach
dem Prinzip der möglichst kreativen
Behauptung zu finden.

54
Die mutmaßlich einzig richtige Antwort ist
dann:

Gibt es einen Gott? – Ja, es gibt einen


Gott – und er trägt einen blauen Irokesen.

Der besondere Clou dabei ist, dass mir ja


ohnehin keiner effektiv das Gegenteil
beweisen kann. Die Erkenntnistheorie ist mein
Freund – jeder Einwand und jede Anmerkung
lässt sich mit einfachsten Mitteln bzw.
entsprechenden Argumentationsketten
abschmettern. Damit wird zumindest jeder
Gegenbeweis gänzlich unmöglich und es heißt
eat my shorts, liebe Andersdenkende, eat my
shorts …

Außerdem lässt sich darauf aufbauend dann


natürlich auch eine Antwort auf die
ursprüngliche Frage, die mal Ausgangspunkt
der ganzen Sache war, entwickeln:

55
Gibt es ein Leben nach dem Tod? – Ja, das
gibt es – und es ist eine Riesen-Punk-Party und
vorne steht Gott mit seinem Irokesen.

Dabei ist dann auch egal, dass insbesondere


Letzteres manchem vielleicht eher wie die
Vorstellung von einer Hölle erscheinen wird,
denn a) ging’s ja auch nicht darum und b) ist
es ja ohnehin so, dass, wenn man sich mal die
klassischen Ideal-Vorstellungen vom
Himmelreich in unserer nur in Teilen Bibel-
oder sonst ein-Buch-der-Bücher-festen Welt
anschaut, dann auch nicht unbedingt gesagt ist,
dass die für alle und jeden angenehm wären:
Ganztägiges Rumsitzen auf einer Wolke in
zwei Kilometern Höhe – für Menschen mit
Höhenangst gar nicht so reizvoll. 12, 13 oder
mehr Jungfrauen in einem jenseitigen
Harem – große Masse ist nicht unbedingt
immer große Klasse. Den ganzen Tag
rumkämpfen und Met saufen im Walhall – ich
denke für den Durchschnittsjugendlichen heute
klingen Counter Strike und Marken-Cola bzw.

56
irgendwas mit Wodka und Red Bull deutlich
angenehmer.

Aber auch alles egal – unterm Strich steht, es


wurden erneut zwei zentrale Kernfragen
menschlicher Existenz aufgelöst.

Nach soviel Arbeit brauch ich dann aber erst


mal einen Apfelsaft – und kann dann nur
hoffen, dass die nächsten Fragen gegenüber
diesen dann wieder etwas einfacher werden …

Mutti, Papa, wo kommen eigentlich die


Babys her?

Eine berechtigte Frage – ich übernehme mal an


dieser Stelle, ist ja nicht so ganz einfach, das
zu erklären …

57
Also: Wenn ein Mann und eine Frau …

Nein – besser: Wenn Mutti und Vati sich lieb


haben … – ne, zu speziell …

Nun gut – also wenn ein männlicher


Mensch – dein Vater ist so einer – und ein
weiblicher Mensch – deine Mutter sollte so
einer sein – wenn die sich lieb
haben – genaugenommen auch wenn die sich
nich’ lieb haben und z. B. Alkohol im Spiel
ist – also ganz allgemein – bei deinen Eltern
weiß ich jetzt nicht, ob da Alkohol wichtig ist
oder nicht oder so – also: Wenn zwei nicht
gleichgeschlechtliche Menschen sich lieb
haben oder einfach irgendwie naja „geil sind“,
was du dir dann bitte aber doch von Papi
erklären lässt – oder mit 13 von seiner
Videosammlung – also: Wenn zwei nicht-
gleichgeschlechtliche Menschen aka ein Mann
und eine Frau gerne eine bestimmte Sache
machen wollen, dann machen die die. Die
Sache nennt sich dabei „Sex“ und ist im

58
Groben vergleichbar mit dem, was du
vielleicht schon mal in einer
Tierdokumentation gesehen hast.

Der Zweck ist dabei auch ähnlich:


Grundsätzlich kann man auf die Art Kinder
machen – da die Natur den Anreiz jedoch als
etwas zu klein angesehen hat, entsprechende
Zeit- und Kraftaufwendungen den potenziell
Beteiligten sinnvoll erscheinen zu lassen, hat
sie es nebenbei auch noch so eingerichtet, dass
die ganze Sache Spaß macht. Speziell auf den
Menschen bezogen, haben die beteiligten zwei
Leute mit der Zeit angefangen, das sogar nur
noch wegen des zweiten Faktes zu machen:
Sex macht Spaß – nicht unbedingt so sehr, wie
den Frauen in Papas Videosammlung, die du
irgendwann entdecken wirst, aber auch viel.

Damit beim Sex KEINE Kinder entstehen, hat


mit der Zeit dann nicht die Natur, sondern
irgendwer sonst das Verhütungsmittel
erfunden. Eine Variante davon sind z. B. diese

59
Mini-Gummi-Säcke, die man an Bahnhöfen
immer aus den Automaten ziehen kann und so.
Die streift man sich – also nur diese Mini-
Gummi-Säcke – über das „Werkzeug“, dass
der Mann für die Durchführung des Sexes
verwendet und dann kommt das Zeug, was aus
ihm raus kommt und am Ende die Kinder
macht, das kommt dann raus, aber kann nicht
in die Frau rein – zumindest weiter als bis zur
Gummi-Wand. Das ist jetzt alles recht
theoretisch – aber die Videos machen den
Grundakt plastischer. Die Stelle mit dem
Kondom – so heißt der Gummi-Sack
nämlich – wirst du nicht finden, aber achte auf
die Stelle, wo er „ihn“ ihr „reinsteckt“ (einer
von beiden wird das ankündigen) – spätestens
kurz davor würde man den überziehen.

Naja – klar ist jetzt aber auch: Wenn diese


Teile so gut sind, wirkt dass natürlich gegen
den Zweck der Paarung (= Sex) in der
Grundform, und dass ist natürlich der Natur
nicht ganz recht. Deshalb hat sie im Laufe der

60
Zeit etwas Neues erfunden, dass sich „Riss im
Kondom“ nennt. Damit konnte sie
sicherstellen, dass viele der eigentlich nicht
schwanger werden wollenden Mann-Frau-
Kombination letztendlich doch in den sauren
Apfel beißen musste. Zusammen mit einer
schon etwas älteren Erfindung – der
Dummheit – hat das auch ganz gut
funktioniert.

In diesem Zusammenhang kann ich dir dabei


auch schon mal empfehlen, dass „ihn
rechtzeitig ausziehen“ kein sinnvoller
Verhütungsansatz ist, auf den man sich
verlassen sollte. Wenn der männliche Körper
erst mal in der Situation ist, den Kindermach-
Saft abzusondern, befindet sich in der Regel
ein Großteil des Blutes, dass eigentlich zum
Erinnern an diesen Plan notwendig wäre,
längst an anderen Stellen davon. Als Mann
sollte man nicht so illusionistisch sein, man
selbst wäre da anders als andere – und als Frau
sollte man nicht so bescheiden klug sein,

61
diesen Vorschlag bei Nichtvorhandensein
eines geeigneten Verhütungsmittels als gute
Alternative zu empfinden.

Aber gut – das sollte das Wichtigste sein – wie


gesagt – den Rest erläutern dir dann die Videos
oder Papi. Frag ihn bei der Gelegenheit auch
gleich mal, was essbare Unterwäsche ist und
was „Neunundsechzig“. Vermutlich wird er
dabei etwas ins Schwitzen kommen, aber der
kann ja auch mal was tun. Wie deine Zeugung
konkret mit den vorgenannten
Kinderkriegursachen in Verbindung steht,
kann außerdem nur er wissen. Aber ein
Hinweis vorne weg: Wenn für dein
Selbstverständnis der Glaube, ein
„Wunschkind“ gewesen zu sein, wichtig ist,
solltest du es im Eigeninteresse vermeiden,
dabei zu stark nachzubohren …

62
Und, was machst du so?

Eine berechtigte Frage!

Naja – eigentlich eine belanglose Frage bzw.


genaugenommen nur der Versuch eines
Gesprächseinstieges, deswegen soll hier auch
keine Antwort gesucht werden, sondern eher
eine Hilfestellung beim eigenen Geben einer
solchen.

Was passend ist, hängt dabei vom bezweckten


Effekt ab.

Variante 1: Schenkelklopfer: „Atmen!“, „Mich


unterhalten!“, „Auf einer Party sein!“

Variante 2: abweisender Schenkelklopfer: „Dir


die Luft wegatmen!“, „Eine Unterhaltung
vermeiden!“, „Auf einer Party mit ätzenden
Menschen sein!“

63
Variante 3: aggressive, deutliche Abfuhr:
„Überlegen, welche Farbe dein Gesicht
annehmen würde, wenn ich zwei Minuten lang
fest deinen Hals zusammendrücke!“, „Darüber
nachdenken, wie stark dein Verlangen wäre,
dich mit mir zu unterhalten, wenn ich dabei
dein Gesicht ununterbrochen in die Bowle-
Schüssel da drüben presse!“, „Nachrechnen,
wie oft ich den Stuhl links neben mir auf
deinem Kopf schlagen müsste, um
sicherzugehen, dass ihr beide kaputt seit und
ich anschließend auf deiner Leiche den
Moonwalk tanzen kann!“

Variante 4: Psychopath: das Gleiche wie


Variante 3, aber mit ausschließlich den Augen
zum Ausdruck gebracht.

Variante 5: der Ansprechende ist der


Partygastgeber: „Ich mach was mit Medien
und Du?“

64
Variante 6: die heiße Schnitte vom Gastgeber
ist die Fragende: „Ich bin in der
Medienbranche und mach …“ und dann
kommt ein nicht zu langes Statement, warum
du eigentlich die tollere Partie für sie wärst als
ihr Macker, der mit hoher Wahrscheinlichkeit
auch in Medien macht, wobei genau darauf zu
achten ist, dies in maximal zwei bis fünf
Minuten abzuhandeln, um nicht den Eindruck
zu erwecken, du wärst ein Schwafler.

Variante 7: die heiße Schnitte des Gastgebers


ist die Fragende und neben ihr steht das – nur
um im Bild zu bleiben – schon leicht etwas
abgelaufene Wurstbrötchen, das zweifelsohne
ihre beste Freundin ist und mit dir verkuppelt
werden soll: „Naja – ich mach was mit
Medien – machen ja die meisten heutzutage,
nicht? – kann man zumindest den Eindruck
haben, meint meine Freundin
immer.“ – wahlweise auch „Was ich
mache? – Naja, ich fand Thomas Hermanns
immer so toll, da hab ich auch was

65
versucht – was mit Medien meine
ich“ – Letzteres ist aber gefährlich – als
offiziell schwul kann es passieren, dass man
mit zum Kuppeln eingespannt werden soll
und/oder das Thema in Modefragen
abdriftet – wenn’s ganz mies läuft, hat
außerdem die Gastgeberfreundin nicht nur ein
zu vermittelndes Wurstbrötchen vor Ort, das
an den Mann zu bringen ist, sondern auch ein
kleines, schüchternes, ja, sagen wir mal frisch
geoutetes Hörnchen, „was noch nicht lange in
der Szene“ ist und daher nur darauf wartet (ich
weiß, ich übertreibe langsam mit dem Bild,
aber egal), endlich aufgebacken zu
werden – und dann bleibt schließlich nur die
Wahl zwischen später Wahrheit oder einer
ganz neuen Erfahrung – die erste Version ist
deutlich vorzuziehen (aus meiner Sicht).

Damit hab ich aber nur die gängigen Varianten


aufgezählt, die auf einer langweiligen Party
oder ähnlichen Veranstaltungen auftreten
können. Trotzdem sollte sich dadurch bereits

66
der Großteil aller Anwendungssituationen
abbilden lassen – einfach, weil auf lustigen
und unterhaltsamen Feiern häufig Leute
rumlaufen, mit denen sich bereits frühzeitig
interessantere Gesprächsansätze
herauskristallisieren als, mit welcher
jeweiligen werktätigen Zeit- und
Arbeitskraftinvestition man sich das aktuelle
Wochenendbesäufnis legitimiert hat (und in
welcher Form das was mit Medien ist).

Wie parke ich richtig rückwärts ein?

Eine berechtigte Frage!

Das ist allerdings dann definitiv mal eine, auf


die ich wohl nie eine brauchbare Antwort
werde geben können, da ich leider zugeben
muss, der wahrscheinlich schlechteste
Autofahrer seit Stevie Wonder zu sein.

67
Insofern war es auch nachbetrachtend nach wie
vor nicht wirklich glücklich, mir für den
Zivildienst eine Stelle zu suchen, die zu
mindestens 70 bis 80 Prozent aus
Fahrdiensttätigkeiten bestand. Das Gute
ist – dadurch kann ich jetzt überhaupt ein paar
wertvolle Tipps anbringen:

So z. B. 1.: Wenn du am Tag zuvor bereits mit


deinem T4 in einen Maschendrahtzaun
gefahren bist und der halbwegs vom Besitzer
wieder zurechtgebogen immer noch an der
selben Stelle steht, dann ist davon auszugehen,
dass die Wahl des selben sinnfreien Harakiri-
Rückwärts-Einparkwinkels auch exakt zum
selben unerwünschten Resultat führt.

2.: Wenn’s mal richtig, richtig peinlich soll,


dann ist eine gute Herangehensweise, einfach
mal vor der Post auf einen von zwei freien
Parkplätzen zu parken und nach dem Gang
zum Postfach vor dem Ausparken nicht zu
schauen, ob der Parkplatz hinter einem immer

68
noch leer ist PLUS ein Stück zurückzusetzen,
während vor einem gerade der ehemalige
Fahrlehrer, der in leider nicht nur gefühlten
vier bis sechs Monaten versucht hat, einen
zumindest soweit hinzukriegen, dass der
Zivilschutz einen in Verbindung mit einem
Steuer nicht mehr als gefährliche Waffe
einstufen muss – also, während der zum
Grüßen ansetzt – um dann das nicht lange auf
sich warten lassende Kontaktgeräusch
entgegenzunehmen.

Schließlich ist es 3., um mal was zu bringen,


was nichts mit Einparken zu tun hat, auch
immer vorteilhaft sich zu vergewissern, ob das
Auto, das man tanke sollte, eigentlich wirklich
ein Benziner war – und im Falle einer längeren
Essenausfahrtstour ist es genauso sinnvoll, zu
schauen, ob alle Essenkübel wirklich vom
Küchenpersonal ordnungsgemäß verschlossen
wurden und ob auch nicht gerade der Kübel,
der das als einziger vielleicht nicht wurde,
ganz oben auf dem Stapel steht und bei der

69
Fahrt über einen Huckel 200 Meter vor dem
Ziel mit einem entschlossenen Hüpfer zur
Seite ein großzügiges Teilen mit dem vorher
allzu nahrungsmittellosen Fahrzeugboden
vorbereitet.

Ja – das alles soll damit auf den Weg


mitgegeben sein. Ich persönlich wurde damals
übrigens trotzdem bezahlt und auch,
wahrscheinlich nur zu freiwillig, rechtzeitig
aus dem Zivildienst wieder entlassen.

Meine Fahrkünste und allgemein


Autoumgangskünste haben sich seither aber
nur geringfügig verbessert. Das hat meine
Mutter allerdings wiederum nicht davon
abgehalten, mir in grenzenlos durchdachter
Weise nach dem TÜV-bedingten Abgeben
meines alten Wagens – einem Ford Fiesta, den
zwar in seinem Zustand wahrscheinlich nicht
mal Xzibit noch gepimmt hätte, der sich aber
zugleich dank seiner geringen Größe
zumindest vergleichsweise einfach rückwärts

70
einparken ließ – also nach dessen Abgabe vor
zwei, drei Jahren als neues Auto einen Renault
Laguna zu schenken, der zwar von den Extras
her dem Fiesta zuvor deutlich überlegen ist
(wichtiges neues Extra so z. B.: Lack statt
Rost), der aber zugleich für einen Einpark-
Legastheniker wie mich ein unpraktisch langes
Heck besitzt, was das rückseitige Kommen
eine Parklücke gegenüber vorher doch
vergleichsweise deutlich erschwert, weswegen
ich ihn bis heute noch mehr oder weniger
liebevoll nur „die Enterprise“ nenne.

Naja – wie Otto sagen würde: „Always look on


the bright side of life – Immer auf die
Breitseiten des Lebens achten!“ – ich versuch
seither einfach grundsätzlich nur noch
konsequent vorwärts einzuparken und auch so,
dass möglichst um mich herum nur leere
Parklücken und freie Sicht auf etwaige zu hohe
Bordsteine ist.

71
Unterm Strich läuft alles auf die alte Regel
hinaus: Man muss sein Kryptonit kennen. Das
ist ja letztendlich auch ein Fakt, den andere
schon schmerzhaft lernen mussten.

So hat Sarah Palin seinerzeit sicherlich


eindrucksvoll verinnerlicht, dass der Umgang
mit Medien oder allgemein Reden nicht zu
ihren großen Stärken gehört. Und Christoph
Daum hat noch zu guten alten „Staubsauger-
Vertreter-Mentalität“-Zeiten sicher gut gelernt,
dass man zwar glauben kann, der eigene
Körper würde Drogen drei- bis zehnmal
schneller abbauen, als der jedes anderen
Menschen auf dem Planeten – dass aber
zugleich sich die Realität nicht automatisch
dem Glauben anschließen und einen F… auf
biologische Gesetzmäßigkeiten geben muss.

Manchmal muss man einfach wissen, wann es


nötig ist, was sein zu lassen – sei es eine
unnötig komplizierte Einparkaktion, sei es der
Versuch des Gebens eines intelligenten

72
Interviews oder allgemein die Bewerbung um
ein Amt, zu dessen Bekleidung man zum
Geben des intelligenten Interviews in der Lage
sein sollte – oder sei es einfach und simple nur
das freiwillige Abgeben einer Haarprobe zu
Drogentest, obwohl man ziemlich genau weiß,
dass das weiße Zeug, das man seit Jahren
konsumiert hat, mit Sicherheit kein
Weizenmehl war.

Willst du mit mir gehen?


Ja [ ] nein [ ] vielleicht [ ]

Eine berechtigte Frage!

Wenn du Nora Tschirner bist: ja!

Wenn dein Name auf folgender Seite


auftaucht: www.die50heissestenFrauen.de
auch (es sei denn, du heißt Heidi Klum – das

73
menschliche Verdrängungspotenzial mag
nahezu unendlich sein, aber die Stimme
vertrag’ ich vielleicht abends noch grad so,
morgens aber mit Sicherheit nicht mehr).

In allen anderen Fällen: Wie siehst du aus?


Wie stehst du so zum Thema Mittellose-
Studenten-Hobby-Pseudo-Schriftsteller-
Aushalten? Und was genau beinhaltet
eigentlich alles „geh’n“?

Antworten bitte auf einen Zettel schreiben und


durchreichen …

Nachtrag:

Sonya Kraus: nein!

Annemarie Warnkross: Wie lange kannst du


den Mund halten?

Ach – lieber niemanden von ProSieben …

74
Weiterer Nachtrag:
Ich seh’ grad, dieser schon etwas ältere Eintrag
hat sich doch noch „dazwischen
gemogelt“ – natürlich gibt es zwischen mir
und der liebreizenden Frau P. aus P. in B. aka
meiner Freundin eine stille Übereinkunft
bezüglich der Ablehnung von Promiskuität
und der Zustimmung zur Sinnhaftigkeit der
Umsetzung der Monogamie – insofern: Das
soll zwar zuvor genannte Personen ggf. nicht
aufhalten, mir dennoch ihre Daten (auch
inklusive Adresse und Telefonnummer)
zukommen zu lassen – aus gegebenem Anlass
müsste ich aber darauf verweisen, dass ich
vermutlich in nächster Zeit nicht direkt darauf
eingehen werde. Das kann sich aber z. B.
ändern, wenn ich (wie zu befürchten steht)
schon recht bald oder zumindest mittelfristig
einen wichtigen Jahrestag oder so was
vergesse. Wenn ich im Anschluss daran
partnermäßig wieder unterversorgt bin, würde
ich natürlich ggf. gerne darauf zurückkommen.

75
Für die Geduld beim Warten wäre ich dann
auch schon mal im Voraus sehr dankbar …

Was ist mein chinesisches Sternzeichen?

Eine berechtigte Frage!

Zumindest offenkundig eine, die viele


interessiert.

Ich hab neulich mal wieder VIVA geschaut


und zwischen Werbespots für den „Furzalarm“
und die „Bad Manga Girls“ (ich schreib den
Slogan einfach unkommentiert noch mit hin:
„Zeige den Mädels, das du ein wahrer
Frauenheld bist, und schicke SEX an die
40800“) lief nicht nur auch ab und zu mal
etwas Programm, sondern – und das
überrascht, da sich VIVA sendungsinhaltlich
dem viel-gerühmten MTV-Mix aus Shows, in

76
denen als Gegenentwurf zur Abwrackprämie
selbst fahruntauglichste oder bei
Geschwindigkeiten über 20 km/h zumindest
massiv vom Zerfall und Auflösen in eine
riesige Rostwolke bedrohte Autos bzw.
Früher-mal-Autos „gepimpt“ werden (siehe:
„Was ist eigentlich ‚Pimpen‘?“), und Shows,
in denen irgendwer irgendwen irgendwo datet
und irgendwer Drittes schaut zu, weil er
Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Enkel, Bruder,
Neffe, Friseur, Chef, ehemaliger Sexpartner,
ehemaliger Lehrer, Kabeltechniker oder
Haustier eines der datenden ist, und Shows, die
irgendwas mit „of Love“ heißen, und Shows,
die nichts mit „of Love“ heißen und faktisch
aber das Gleiche sind also halt eben „Shows“
statt Musik-Television – obwohl sich VIVA
diesem MTV-Verständnis von effektiver
Sendegestaltung unter angestrengter
Verdrängung des ursprünglichen
Sendekonzeptes (und im Fall von „Music
Television“ auch des präsenten Sendernamens)

77
angeschlossen hat – obwohl dem so ist, gab es
Video-Clips zu bestaunen.

Die Videos waren aber nicht das Einzige, was


ich genießen durfte. In bester Interaktives-
Fernsehen-Manier beantwortete nämlich der
„SMS-Guru“ die Frage der zu so später Stunde
(lösen wir es gleich auf: Es war nach 0.00
Uhr – da gibt’s nämlich auf MTV/VIVA
tatsächlich noch Musik – vielleicht, damit man
sich noch etwas weiter „Musik-Sender“
nennen darf) – die Fragen also der zu so
fortgeschrittener Zeit noch wachen
Untermenge der „Generation Handy“. Das mit
„SMS-Guru“ dabei eine überteuerte Jamba-
Applikation a la „Partner-Tracker“ oder „X-
Ray – schaue dir alle Leute – auch die
unansehnlichen – nackt an“ etc. assoziiert
wird, ist legitim. Der Unterschied ist aber, dass
man bei VIVA die Antwort die der unbezahlte
Praktikant im achten Semester
Medienwissenschaften schnell mal per Google
rausgesucht und in 140 Zeichen gepackt hat,

78
eben nicht nur auf dem Handy-Display,
sondern auch auf dem TV-Bildschirm sehen
kann, während oben im besten Falle parallel
„Guten Tag“ von Wir sind Helden läuft.

Naja, und die häufigste Frage (gefühlt) war


tatsächlich „Ich hab am soundsovielten sound-
sovielten 19-hundert-soundsoviel
Geburtstag – wie lautet mein chinesisches
Sternzeichen?“

Die Antwort hab ich mir nur beim ersten Mal


durchgelesen (ich musste Musik-Videos
gucken – die kannte ich alle noch nicht) und
auch genaugenommen sogar nur den Anfang
des ersten Satzes, aber ich dachte spontan, das
wäre was, was ich auch gerne gelesen
hätte – dafür lohnen sich 2 Euro doch mal. Als
Antwort erschien: „Vom chinesischen
Sternzeichen bist du Schwein …“. Das hört
man doch gern.

79
Aber zurück zum eigentlichen Kern. Wie
gesagt: Diese Frage brennt offenkundig vielen
auf der Seele (zumindest vielen mit
Schlafstörungen). Daher will ich hier gerne
auch darauf eingehen – damit der SMS-Guru
die ganze Arbeit nicht allein machen muss (wir
sind ja quasi Kollegen und er hat mir schon
abgenommen, Alicia zu erklären, dass sie
leider nicht zu Tibor passt – auf welcher
Google-Seite das wohl steht …).

Also – chinesische Sternzeichen.

Laut www.chinaseite.de (ich gebe zu, mit


chinesischen Tierkreiszeichen kannte ich mich
auch nicht aus – und von allen Google-
Ergebnisse erschien mir das auf den ersten
Blick die lustigste Domain) – also: Laut
chinaseite.de entstammen die Kreiszeichen im
chinesischen Horoskop mythologisch einer
Einladung Buddhas an alle Tiere zu einer Party
(Neujahr, Von-der-Welt-Gehen – irgendwas)
und nur zwölf Tiere kamen. Die, die kamen,

80
bekamen die Aufsicht über ein Jahr (ich weiß
nicht, ob ich Spaß daran gehabt hätte, zu einer
Fete zu kommen und als Belohnung Arbeit
aufgedrückt zu bekommen – aber naja). Und
mit dem Wissen, dass chinesische Jahre so
Ende Januar/Anfang Februar beginnen, kann
man spitze ausrechnen, was man für ein
Tierkreiszeichen ist (welches Tier welchem
Jahr zugeordnet ist, ist ebenfalls mythologisch
festgelegt). Die Tierkreiszeichen wiederum
sagen keine Zukunft voraus, charakterisieren
aber angeblich den betreffenden Menschen
gut.

Für mich ausgewertet hieße das, dass ich auch


Schwein bin (ja – leider – auch ich – aber die
Menge der Tiere zeichnet sich allgemein durch
viele Tiere aus, die man mittel Lust hat, zu
sein: Affe, Ratte, Ziege, Büffel …).

Und das bedeutet u.a.:


1) Ich bin galant.
2) Ich bin ein guter Kavalier.

81
3) Ich setze immer bei allem meine volle
Energie ein.
4) Ich gebe nie auf.
5) Ich weiche auch nie zurück.
6) Ich habe meist das Glück des
Tüchtigen.
7) Ableitung: Ich bin tüchtig.
8) Ich bin NICHT sehr redselig.
9) Ich gehe Diskussionen und
Streitereien so gut es geht aus dem
Weg.

Neun Treffer würd’ ich sagen.

Außerdem werden Schweine-Menschen noch


als loyal bezeichnet (im tagtäglichen
Sprachgebrauch eine Kerneigenschaft von
jedem als Schwein bezeichneten Menschen)
sowie als wissensdurstig und stets gut
informiert.

Ich nehme an, zumindest das trifft auf mich


zu – wissensdurstig muss man sein, um das zu

82
recherchieren – und gut informiert bin ich jetzt
auch. Insofern: ein voller Erfolg.

Wer sich selbst auch demnächst etwas besser


kennenlernen und zugleich die SMS-Kosten
sparen will, kann also einfach mal auf die mit
Sicherheit mit aufwendigstem Javascript-Code
verbundene Combobox auf der Chinaseite
gehen und sein Geburtstag auswählen. Nach
Klick auf „ausrechnen“ wird dann angezeigt,
was für ein Tierkreiszeichen und somit was für
ein Typ man ist.

Als besonderes Gimmick muss dabei auch


noch mal herausgestellt werden, dass man im
Zuge der Errechnung ja sogar nicht nur erfährt,
wie man selbst so ist, sondern, wie
beschrieben, quasi simultan zusätzlich auch,
wie alle andern sind, die im selben
chinesischen Jahr geboren wurden.

Ein tolles Konzept. Für mich rückt mich das


z. B. in die Nähe von so duften Sympatho-

83
Typen wie Alexander Klaws oder Ekren Bora
alias „Eko Fresh“. Eko Fresh ist ja (neben ein,
zwei semi-erfolgreichen Hip-Hop-Songs) vor
allem dadurch bekannt geworden, mal selbst
die Polizei gerufen zu haben, als er einen Arzt
bestellen wollte, der ihm hilft das
zugegebenermaßen recht blöde Problem zu
lösen, dass er beim Backen der anschließend
verzerrten Haschkekse leider nicht wirklich ein
gutes Händchen für die Dosierungsmengen
hatte – somit ist der eindeutige Beweis
erbracht: 1983 war ein absoluter
Gewinnerjahrgang … – schön also, auch das
mal über sich bzw. seine Menschenschlag-
Zugehörigkeit so erfahren zu haben …

Was jetzt?

Eine berechtigte Frage – weiterlesen!

84
Wie sieht meine Zukunft aus?

Eine berechtigte Frage!

Die chinesischen Tierkreiszeichen hatten wir


ja schon – bleibt aber noch die Frage nach
Alternativen, die vielleicht sogar nicht nur den
Menschen charakterisieren können, sondern
auch seine Zukunft voraussagen.

Statt hier jetzt aber unkreativ Horoskope aus


der Ostsee-Zeitung vorzulesen, verweise ich
mal auf eine meiner all-time persönlichen
Lieblingsseiten, die ich jemals im Internet
gefunden habe. Sie trägt den sicherlich bereits
äußerst vielversprechenden Namen
www.astrogenital.de und wurde seinerzeit mal
zufällig von mir in einem Studentenforum
aufgelesen (mal fast schon intellektuelles
Wortspiel).

85
Da man den Inhalt, wie ich denke, unmöglich
adäquat beschreiben kann, sei jeder herzlich
aufgerufen, sich das Ganze selbst durchzulesen
und zu verarbeiten. Um dabei noch mal
effektives Recycling an den Tage zu legen,
füge ich hier allerdings trotzdem auch meine
ganz persönliche anno dazumal gebloggte
Einschätzung an. Man merkt sicherlich, dass
ich schon damals großer Fan war – ein
erneuter Seitenbesuch gerade eben hat das nur
noch verstärkt.

Nachtrag zum Thema von 2007:

Menschen sind toll! – Und Menschen haben


überragende Ideen: Die Zukunft und die
Eigenschaften von jemandem aus seinen
Genitalien lesen zu wollen – darauf muss man
erst mal kommen.

Vor Hunderten von Jahren in Georgien


(angeblich ist das ja eine jahrhundertelange

86
georgische Tradition) saßen also Menschen so
da und haben sich gesagt: „Hhhmm, is’ schon
irgendwie langweilig grad – und ’s Fernsehen
is’ auch noch nicht erfunden – und Monopoly
geht auch nich’, wegen gibt’s noch nich’ – lass
ma’ bei uns gegenseitig die Zukunft aus den
Genitalien lesen.“ Und dann haben die so,
bevor sie zwischen Kühen und Schafen
schlafen gegangen sind, geguckt, ob sie einen
Fleisch-, Blut- oder Fettpenis haben, was das
über ihre charakterlichen und sonstigen
Eigenschaften aussagen könnte und wie laut
hängenden oder nicht hängenden Hodensäcken
und dicken oder nicht dicken, sprich: dünnen
Schamlippen irgendwann mal ihre Zukunft
aussehen könnte – ein interessantes Bild.

Naja, ich geb’ zu, je mehr ich darüber


nachdenke, desto mehr zwängt sich schon der
Gedanke auf, dass die Seite von Martha
eventuell doch nicht so ganz ernst gemeint ist
und es sich eventuell doch nur um einen Fake
handelt (ansonsten, muss man auch mal sagen,

87
wär’ der Neffe für die Zensur des Gästebuches
auch eine absolute Fehlbesetzung). Trotzdem
gefällt mir (ich hab zugegeben aber auch ’nen
etwas, sagen wir mal, speziellen Humor) die
Vorstellung, wie so ein paar georgische
Bauersleute aus dem soundsovielten
Jahrhundert vor einem Lagerfeuer in einem
Stall sitzen und bei sich gegenseitig
Hodensack-Falten abmessen.

Und nicht nur das. Unabhängig davon, ob es


jetzt tatsächlich eine soundsoalte
Realschullehrerin namens Martha gibt, die aus
Georgien kommt und in ihrer Freizeit
Geschlechtsorgane von anderen Leuten
analysiert. Und auch unabhängig davon, ob
Genitalien-Lesen wirklich das Singstar
vergangener Tage ist. Ich könnte mir auf jeden
Fall vorstellen, dass das heute, bzw. heute
noch gut und problemlos an der einen oder
anderen Stelle für Unterhaltungszwecke
genutzt werden könnte – z. B. in einem
Dresdner Zwinger-Klub (hat jemand den

88
sächsischen Heimatkunde-Witz
verstanden?) – halt so ungefähr nach dem
Motto: „So Karl, an der leichten
Rechtsdrehung deines linken Hodens erkenne
ich, dass du heute noch Sex mit zwei Frauen
und drei Männern haben wirst – und dass
RTL2 dich dabei filmen wird“.

Nachtrag von heute:


Spätestens jetzt schaut jeder mal nach, oder?

Zu mir oder zu dir?

Eine berechtigt Frage!

Unterstellt, dass du ein Mann bist (50%-


Chance – über Otti Fischers Daumen gepeilt),
müsste sie aber lauten: zu ihr oder zu mir?

89
Die Antwort lautet: eindeutig zu ihr!
Nicht nur, dass so zumindest theoretisch die
Chance besteht, dass sie in einem
Studentinnen-Wohnheim wohnt und eine sehr
experimentierfreudige Mitbewohnerin hat. Vor
allem solltest du auch einmal überlegen, wie’s
bei dir zuhause aussieht und was dort für
Gefahren lauern.

Was befindet sich so z. B. in deinem


Nachtschrank in der untersten Schublade? Und
was ist unter deinem Bett versteckt?

Und, na, wer wohnt unten bei dir noch? Mit


75%iger Wahrscheinlichkeit (Otti Fischer …)
müsst ihr entweder an deiner Mutter (40%)
oder an deiner unwissenden Ehefrau (20%)
oder an deinem WG-Mitbewohner – dem
ekligen Sven – (15%) vorbei (wobei Letzterer
euch in Sabber getränkte Chips aus den
Mundwinkeln wischend so was nachruft, wie
„gute Nacht“ was in ihren Ohren aber nur

90
ankommt als „Ich horch nachher, ich horch
nachher!“).

Kurz zusammengefasst: Es ist unter keinen


Umständen gut und zu empfehlen, diesen
Kelch NICHT an dir vorübergehen zu lassen.

Bleibt aber noch die Frage, was zu tun ist,


wenn du eine Sie bist – oder anders: zu ihm
oder zu mir?

Klare Antwort erneut: dringend zu dir!

Er ist ein Typ – du weißt, was in seinem


Nachtschrank in der untersten Schublade
ist – und du weißt, was sich unter seinem Bett
befindet – und du weißt auch, dass unten
wahlweise seine Mutter oder sein ekliger,
Pornofilme und/oder Bier konsumierender
Mitbewohner wohnt und überlegt, was ihr
grade macht. Nichts davon willst du in deiner
Nähe wissen.

91
Da du dir also extra deine schwarze
Unterwäsche angezogen hast und so getan
hast, als ob der eine Witz von ihm über Jogi
Löws Schal wirklich geistreich und humorvoll
gewesen wäre, solltest du jetzt wirklich nicht
noch riskieren, dass dir auf den letzten Drücker
die Lust ausgeht. Geht zu dir!

Ach ja – und wenn ihr unterwegs seit – erzähl


ihm nicht schon zu früh, dass du in einer
Mietwohnung in der Innenstadt und dort auch
alleine wohnst – vielleicht wird er enttäuscht
sein, aber bis dahin wird er glücklich in
Hoffnung schwelgen – und Hoffnung ist doch
was Schönes …

Who the fuck is Alice?

Eine berechtigte Frage!

92
Ich könnt’s mir jetzt natürlich einfach machen
und auf die billige, durch mediale Präsenz des
entsprechenden Produkts unterstützte Pointe
setzen zu sagen „Eine DSL-Flatrate, die jetzt
in immer mehr Anschlussgebieten verfügbar
ist“ (wenn ich ganz hart darauf bin, noch mit
dem Zusatz: „… – auch im Wunderland“).

Ich verzichte aber darauf – is’ ja auch ’n biss’n


zu plump. Außerdem wäre zu offenkundig,
dass dies nicht die Antwort sein kann.

Eigentlich ist die Antwort aber auch gar nicht


wirklich die Frage. Im Text zum Song, für den
die vorgenannte philosophische Grundfrage,
die, gewohnt halbsynchron aus einer Mehrzahl
an Dutzend Kehlen geäußert, insbesondere im
Zentrum so manchen Schlagerumzugs durch
Hamburg oder neuerlicher Archivmaterial-
Recycling-Silvestersendung im ZDF steht,
lediglich ein nachträglich vor allem durch die
große Begeisterung des Publikums, also
meiner Lieblingsrasse, der Menschen, an

93
Kollektivität und Massenbewegung (die u.a.
auch 1989 zum Mauerfall und damit zu Gutem
und 2004 zum sinnfreien Gruppen-Mitgrölen
der Gitarren-Spur von „Seven Nation Army“
und damit zu eindeutig alles anderem als
Gutem geführt hat) – also ein aus diesem
Grund eingefügter und zu so hoher Bedeutung
gelangter Bestandteil geworden ist – dieser
Grundtext, den so manch einer mittlerweile
sicherlich nur noch als das Gesinge
zwischendurch wahrnimmt, bei dem man
darauf achten muss, wann „die Stelle“ wieder
kommt – in diesem Text ist ja die Antwort
bereits hinreichend gegeben: Alice wohnt
nebenan – seit ein paar Jahren – und ist der
heimliche Schwarm von „Howie-Baby“
Howard Carpendale (der, wie ich hier mal
festhalten möchte, seine Frisur eindeutig von
meinem Vater geklaut haben muss – ich hab
Fotos geseh’n …).

Eine wirkliche Frage besteht somit also nicht.

94
Trotzdem – und das kann wahrlich nicht jede
Frage von sich behaupten – lässt sie sich davon
nicht unterkriegen und existiert einfach
fröhlich weiter.

Die Erkenntnis, die sich daraus gewinnen lässt,


ist, dass es schon richtig gute Fragen gibt, auf
die es allem menschlichen Verständnis soweit
nach, gar keine eindeutige Antwort geben kann
und die einen somit höchstens zu
grundsätzlichem Nachdenken anregen (Wie
sähe eine perfekte Welt aus?, …). Noch
genialer sind aber möglicherweise gerade die
Fragen, die selbst, obwohl sie in ihrer
Peripherie die entsprechenden Antworten
gleich mitliefern, dennoch solche Popularität
erlangen.

Ich muss zugegeben – mehr fällt mir zu dem


Ganzen dann aber auch nicht ein. Vielleicht
hätte ich es beim Witz vom Anfang mit dem
Breitband-Internet doch belassen sollen …

95
Was ist eigentlich „Pimpen“?

Eine berechtigte Frage.

Zunächst einmal: Pimpen ist nicht Pimpern.

Auch wenn viele vorwiegend männliche


Menschen mit häufig überschaubarem
Einkommen aber für sie – Mitleid! – finanziell
unpraktisch hohem Bedarf an stets neuen
Alufelgen, „geilen“ Radkappen und/oder
„bösen Blicken“ eine für ihre Freundinnen hin
und wieder nur begrenzt nachvollziehbare
Zuneigung zu ihrem fahrbaren Untersätzen
verspüren („fahrbar“ bezieht sich hierbei
natürlich nur auf Nicht-Kopfsteinpflaster-
Straßen und allgemein alles als Untergrund,
bei dem es nicht zum Problem wird, wenn man
mit was drüberfahren will, das so tief gelegt
wurde, dass man es mit einem Collegeblock
aufbocken könnte) – also: Auch wenn die
„Liebe“ einiger Autofreunde tatsächlich soweit

96
geht, dass sie sich spezielle Jacken mit dem
Namen ihres „Schätzchens“ drauf besorgen,
bzw. genauer: dem Erbauer des guten Stücks
im Urzustand, damit auch jedem klar wird: „Er
und sein Opel – die gehör’n
zusammen!“ – auch wenn dem so ist, von auch
sexuell ausgelebten Beziehungen oder sogar
unchristlichem Schweinkram des Nachts in
einem Fuhrpark hab zumindest ich bisher noch
nichts gehört – und grade in Zeiten von
Youtube – oder in dem Fall besser:
Youporn – oder in dem Fall besser: rotten.com
(wenn’s das noch gibt) – kann man davon
ausgehen, dass etwaige Fälle im Falle häufigen
Auftretens schon im Netz zu bestaunen und in
den RTL2-News wiederzusehen gewesen
wären. Damit sollte klar sein, dass
Pimpen – zumindest im gebräuchlichen
Zusammenhang mit Autos – nichts mit
geschlechtlichen Varianten von Verkehr zu tun
hat.

97
Eine Analogie gibt es aber: Genauso, wie
geschlechtliches Beisammensein zweier
Menschen mit oder ohne Kameras (um mal
Paris Hilton und Gina-Lisa Lohfink nicht
auszugrenzen) mittlerweile nicht mehr
zwangsläufig der Nachwuchszeugung und
damit der Erreichung des früher mal
ursprünglichen Ziels dient (die Mädels bei
„Deutschland deine Teenies“ mit erschreckend
hoher Schwangerschaftsrate mal nicht
berücksichtigend, denn die hätten ja verhütet,
wenn sie gewusst hätten, dass sie grad Sex
haben), also: Genauso wie Sex keiner rein
pragmatischen Zielstellung mehr folgt, handelt
es sich bei der Art von Instandsetzung, die
durch das Pimpen abgebildet wird, auch nicht
um eine Handlung, die irgendwas mit der
Fahrtauglichkeit des jeweiligen
Fortbewegungsmittels zu tun hat.

Im Gegenteil: Häufig wird selbige durch die


vorgenommenen Handgriffe und an- und
eingebauten Neuteile (wie angedeutet) eher

98
noch reduziert, was sich ganz hervorragend
mal auf Mecklenburg-Vorpommerns Dorf-
Kopfsteinpflaster beobachten lässt, wenn
selbst Typen, die zuhause eigene Fotoalben für
ihre Blitzerfotos haben (hab ich
zugegebenermaßen auch – aber bei mir hat das
andere Gründe), also Typen, die
Geschwindigkeiten immer umrechnen nach
dem Prinzip: „Also wenn ein normales Auto
50 fahren darf, darf ich, hmmm, 120
fahr’n.“ – wenn solche Typen mit ängstlichster
Miene und der Panik von sich androhendem
Existenzberechtigungsverlust zehn Kilometer
pro Stunde fahren während ihr Doppelauspuff
bei jedem Stein, den er unbeschadet übersteht,
erleichtert aber auch ungewiss der Reststrecke
die gesammelten Angstfürze des diese
Schleiche gar nicht gut vertragenden Motors in
die Welt entlässt.

Der Grund dafür ist klar: Beim Pimpen geht es


nicht um die Fahrtüchtigkeit, sondern es geht
um den „Guck ma, was ich hab!“-Faktor.

99
Nun will ich mich aber an dieser Stelle auch
nicht zu sehr egomäßig nach oben drängen und
den Freizeitschraubern z. B. generell die
Daseinsberechtigung absprechen – jeder hat
natürlich sein Hobby und warum soll es nicht
auch Leute geben, die Lampen unter Autos
bauen, mit denen anschließend der
Straßenbelag angestrahlt wird?

Ich z. B. habe letztes Jahr (zum dritten Mal in


Folge) ein ganzes Wochenende im Dreck
verbracht – zwischen lauter Besoffenen und
von allen Seiten innen und außen bepinkelten
Dixi-Klos – nur um ein Paar Bands und nicht
mal alle davon, die ich gerne begutachtet hätte,
zu sehen und ihre Musik aus viel zu
lauten/wahlweise auch viel zu leisen Boxen
und in jedem Falle viel zu engagiert
mitgrölenden sächsischen „Team Porno“-
Mitglieder-Kehlen zu hören und hassen zu
lernen – und dafür auch noch eine dreistellige
Summe an Euros gezahlt. Das erscheint

100
natürlich heute und an dieser Stelle auch eher
in einem sinnfreien Licht.

Trotzdem verstehe ich den Nutzen von


Spielkonsolen und DVD-Playern in
Kraftfahrzeugen einfach nicht – besonders in
der Nähe des Fahrersitzes.

Aber muss ich dann halt auch nicht.


Hauptsache ist ohnehin, dass jetzt auch der
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
wieder ganz gut drin sein sollte. Irgendwie ist
Toleranz zwar anstrengend – aber mit diesem
Ertrag hätte sich das Nachschieben der letzten
Absätze doch wieder irgendwie gelohnt.
Schließlich ist das auch historisch ein ganz
guter Ansatz um sich nachhaltig für derlei
Preise zu empfehlen: erst einiges an
Abneigung und/oder Hass und dann wieder
etwas Entgegenkommen – das hat schon
damals bei Jassir Arafat geholfen – und jetzt ja
vielleicht dann auch bei mir …

101
Geld oder Liebe?

Eine berechtigte Frage.

Das kommt mal wieder darauf an. Wie viel


hast du denn in der Tasche an Geld bzw. auf
wie viel kannst du insgesamt zurückgreifen?

Ausreichend?

Dann Liebe – die kann man sich nämlich nicht


kaufen – nur osteuropäischen Tripper!

Wenn du aber (gefühlt) nicht genug hast,


könnte Geld natürlich leicht wichtiger
sein – das Stichwort der Stunde heißt „Anna
Nicole Smith“: Manchmal kann es sinnvoll
sein, nicht wegen der Liebe zu heiraten,
sondern wegen der Aussicht auf solide
finanzierte chirurgische Eingriffe …

102
Ob du dann trotzdem die Aussicht auf
osteuropäische Genitalkrankheiten ertragen
musst, hängt aber noch davon ab, ob dein
Mann/deine Frau sich neben dir noch andere
„Hobbys“ leistet.

Auch hier kann ein Blick auf die


Herangehensweise der Reichschlaf-Ikone Miss
Smith durchaus Aufschlüsse geben.

Wenn man sich nämlich einen sehr, sehr,


sehr – sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr – sehr,
sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr,
sehr, sehr, sehr, sehr, sehr alten Knacker sucht,
dem die Aussicht auf ein einziges finales Mal
Sex mutmaßlich völlig reicht und der dann
auch nicht versucht, den Löffel eine Sekunde
früher zu riskieren als bis zu eben diesem
Mal – und der dann diesen Löffel, wenn’s
drauf ankommt, vielleicht auch nicht
unbedingt noch ewig lange festhalten
kann – dann benötigt man wahrscheinlich
kaum mehr als einen halbwegs engagierten

103
fünf-minütigen Strip und zwei, drei
Geschichten von angeblichen Mit-Playmates
und den Begebenheiten in einem
kalifornischen Pool um das Problem sogar
final zu lösen, ohne auch nur ein einziges Mal
angestrengt an Brad Pitt denken zu müssen.
Ja – die Dummen sind halt manchmal die
Schlauen …

Dass vorhandenes Geld etwas gesünder ist,


wenn man auch noch ’nen Plan hat, was man
Sinnvolles und nicht körperlich Schädliches
damit anfangen will, hat Uns-Anna dann aber
auch noch bewiesen. Dass brauch man jetzt
hier aber nicht unbedingt näher erläutern und
ist wahrscheinlich auch schon ausreichend
beschrieben mit dem Klassiker-Plakatwandsatz
„Finger weg von Drogen!“.

Als Hinweis sei jedoch noch angefügt, dass


alle Mädels (und auch Jungs), die jetzt
Konzepte entwickeln, geraten werden muss,
sich einen ausreichend guten Anwalt schon

104
mal vorzubereiten oder zumindest nicht zu
vergessen, noch zu Lebzeiten in das Testament
des künftig Verstorbenen zu gelangen – das
hat bei Miss Smith nämlich nicht ganz so
geklappt, weswegen sich ihre eigenen Erben
bzw. deren Vertreter heute noch mit den
offiziellen Erben ihres ehemaligen Mannes
bzw. deren Vertretern – bzw. deren Erben
eigentlich genaugenommen – regelmäßig vor
Gericht treffen und permanent wechselt der
Rechtsanspruch. Ich schätze, manchmal sind
die Nicht-ganz-so-Schlauen halt dann doch
wieder eben genau das: nämlich nicht ganz so
schlau.

Dass dabei, nach kurzer Recherche ermittelt,


irgendwie jeder von den Beteiligten trotzdem
vermögender zu sein scheint als ich – das
verbuche ich jetzt auf jeden Fall mal unter
allgemeiner Ungerechtigkeit – vielleicht hätte
ich meinen Zivil doch in einem Altenheim
machen sollen – richtig reizvoll klingt das
jedoch nicht, weswegen ich wohl mal mit

105
meinem Aldi-Apfelsaft als Substitut für
Cristal-Champagner lebe, schätze ich …

Wie kommt eigentlich das „Betreten


verboten“-Schild in die Mitte des Rasens?

Eine berechtige Frage!

Eindeutige Antwort: Aliens!

Ist das dein Ernst?

Eine berechtigte Frage!

106
Nein! Diese Antwort wollte ich aber schon die
ganze Zeit einmal geben – endlich hat’s mal
gepasst.

Ich vermute aber, wenn extraterrestrische


Bewohner unseres oder eines andern
Sonnensystems erst die Technik für
interstellares Reisen entwickeln und dann den
beschwerlichen Weg zu unserem immer blauer
werdenden Planeten antreten, haben die
anschließend besseres zu tun, als Schilder auf
Grünstücke aufzustellen (z. B. den
Drehbuchschreibern von „Star Trek – The next
Generation“ einen Besuch abzustatten und sie
für die Falschaussagen zur Umsetzung der
Überlichtgeschwindigkeit zur Sau zu machen
oder zu George Lucas – Stichwort:
Lichtschwerter).

Aliens sind somit wohl eher nur eine


Randmöglichkeit.

107
Schon etwas wahrscheinlicher z. B.:
terrestrische und bekannte Flugobjekte
(wahlweise der Medicopter 117 oder
Airwolf) – oder noch viel wahrscheinlicher:
Das Schild wurde einfach von irgendwem in
die Mitte gebracht, der sich das vorher nicht
durchgelesen hat oder – und jetzt wird’s echt
philosophisch – der sich auch um das Schild
nicht scheren brauchte – es stand ja noch nicht
in der Mitte des Rasens, als er selbigen
betreten hat (hahaaah! – *ein Auge aufreiß,
eins zusammendrück* …).

Sind wir allein im Universum?

Eine berechtigte Frage!

Ich hab keine Ahnung – aber nach der


Rasengeschichte, komm ich jetzt ja nicht
drumrum.

108
Grundsätzlich muss man sagen – gut wär’s
wahrscheinlich nicht. Natürlich klingen
Darstellungen wie die von E.T. oder Alf
reizvoll – dass nette, sympathische Wesen
unserem Planeten einen Besuch abstatten, die
nur friedlich mal nachhause telefonieren
wollen oder die Katzen fressen, die früher oder
später ohnehin auf Nordwestmecklenburgs
Landstraßen vor ein Auto gelaufen wären.

Wenn man mal sinnvoll drüber nachdenkt, ist


die Wahrscheinlichkeit aber viel größer, dass
entsprechende Wesen hinsichtlich ihrer
Charakterzüge eher die Eigenschaften an den
Tag legen, die ja auch durch uns Menschen im
Verlaufe der Jahrhunderte so lehrbuchmäßig
Entsprechung gefunden haben.

An die naheliegenden Hitler, Stalin oder Mao


will man dabei gar nicht verweisen. Auch
Radovan Perry Mason Karadzic, der im
Gegensatz zu so manchem Nazi-SS-KZ-
Aufseher nicht mehr rechtzeitig genug vor

109
seinem Prozess alt geworden ist und jetzt mit
Taschenspielertricks und juristischem Eiertanz
eine Verhandlung und potenzielle Verurteilung
versuchen muss bis dahin herauszuschieben,
will ich nicht nennen.

Statt dessen ist ein Blick in die etwas weiter


zurückliegende Geschichte sinnvoll. Damals,
als man noch Leute mit Metallhelmen aber
ohne GPS auf großen Holzschiffen über die
Ozeane gejagt hat, um irgendwo Urvölker
wahlweise mit Glasperlen zu verarschen und
ein paar Jahre später einfach niederzumetzeln
oder auf das geschäftliche Vorgeplänkel
einfach gleich zu verzichten und die
technologische Überlegenheit direkt
auszuspielen.

Die menschliche Rasse hat es, mal evolutionär


gesprochen, soweit gebracht – nicht, weil sie
so stark oder so körperlich widerstandsfähig ist
(wer Bock auf einen kleinen Selbstversuch hat:
Einfach mal drei Stunden ohne Bekleidung

110
durch die Antarktis laufen und/oder ohne
zusätzliche Waffen mit einem Eisbären
kämpfen!) – die menschliche Rasse hat sich als
Gesamtheit an die „Spitze der Nahrungskette“
gearbeitet, weil sie gelernt hat, Dinge, wie
z. B. das Feuer, für sich zu nutzen und vor
allem auch eigene Werkzeuge etc. zu bauen
und entsprechend einzusetzen.

Damit setzte sie, ohne besondere Reflexion,


die vielleicht erfolgversprechendste Strategie
in einer auf das Wettbewerbs- und
Überlebensprinzip aufgebauten Welt um: Du
musst nur den Nippel durch die Lasche
zieh’n – am Ende hast’n Speer – und der ist
relativ effektiv sowohl gegen Säbelzahntiger
als auch gegen Mammuts, die kein Bock
haben, das Abendessen zu werden. Der eine
macht ein Barbecue – der andere ist das
Barbecue.

Das Problem nur: Das Wettbewerbsprinzip


macht ja auch nicht vor dem

111
zwischenmenschlichen Beziehungssystem
halt – unterm Strich geht’s immer nur darum,
möglichst weit oben zu schwimmen.

Und deshalb unterjochten die Europäer die


nord- und südamerikanischen sowie
afrikanischen Ureinwohner, deswegen werden
in einigen afrikanischen Staaten mittlerweile
als Gegenbewegung weiße Farmer faktisch
enteignet und deswegen ist auch China
mittlerweile als Volkswirtschaft erst dadurch
so richtig erfolgreich geworden, dass sie
perfekt gelernt haben, die evolutionärsten
Grundzüge des in der Außenwelt
vorherrschenden kapitalistischen
Wirtschaftssystems vortrefflich für die eigenen
Zwecke auszunutzen und dabei nicht nur
unbarmherzig eigene Wettbewerbspositionen
auszuspielen, sondern auch die landeseigene
Bevölkerung als das zu betrachten, was
wahrscheinlich im schlimmsten Kapitalismus-
Lehrbuch nicht deutlicher bezeichnet werden
könnte als im Überfluss vorhandene und

112
dadurch hemmungslos verschleißbare Human-
Ressourcen.

Auf die Außerirdischen-Frage angewendet,


wirft das aber die Frage auf, ob es wirklich so
wahrscheinlich ist, dass kleine mehr oder
weniger putzige Wesen Ewigkeiten durch das
All fliegen, um mit Drew Barrymore zu
spielen und in der Lenkertasche eines Fahrrads
durch den nordamerikanischen Abendhimmel
zu schweben, oder ob die leicht weniger
putzige Darstellung in „Independence Day“
mit der Analogie zu Heuschrecken, die alles
leer fressen und dann weiterziehen, nicht näher
an der wahrscheinlichen Wirklichkeit
liegt – immerhin hat die technologisch
wahrscheinlich höchststehende Rasse auf
diesem Planeten seit jeher ja kaum was
anderes gemacht (ganz besonders, als die Welt
noch viel unbegrenzter erschien, als heute).

Und damit hätt’ ich dann schon keine Lust


mehr auf Besuch von außerhalb auf unserem

113
Planeten. Aus diesem Grund will ich mich mal
hier auch ganz konkret gegen die weitere
ungefilterte Ausstrahlung des
Fernsehprogramms in der jetzigen Form
aussprechen. Wenn dass, was so täglich auf
RTL und Co. läuft, per entsprechendem Signal
irgendwo in der Zivilisation eines
entsprechenden außerirdischen Volkes
ankommt, bliebe einem nur noch zu hoffen,
dass denen die Herausforderung einfach
schlicht als zu klein erscheinen würde. Richtig
Angst aufgrund unserer überragenden
Intelligenz würden sie sicherlich nicht
bekommen …

Was ist die größte Erfindung des


Menschen?

Eine berechtigte Frage!

114
Einige Fans von Megan Fox werden jetzt
wahrscheinlich sagen: das Internet.

Auch das Rad ist immer wieder sehr beliebt


hierbei.

Beides ist aber nicht mein persönlicher


Favorit. Zwar kann man das Rad z. B. schon
als sehr wichtig ansehen. Nicht zuletzt
verdanken ja Leute wie Maren Gilzer oder
Sonya Kraus ihm ihre mehr oder weniger
persistente Karriere. Auch das Internet ist
natürlich eine mittlerweile zweifellos absolut
prägende Institution geworden (sei es für die
entsprechende Recherche nach neuestem
Material an Bildschirmschonern oder
Desktophintergründen mit Megan, Liv oder
sonst einem Michael-Bay-“Wir brauchen noch
was für die Sex-Quote“-Hottie, sei es, um sich
billig Dinge zu bestellen, die früher von
Leuten im Laden um die Ecke verkauft
wurden, deren Hartz-4-Grundsicherung man
heute mit der Mehrwertsteuer finanziert, oder

115
sei es, um herauszufinden, welcher äußerst
fragwürdigen Freizeitbeschäftigung zwei
Mädels so gerne mal nachgehen und welche
Rolle dabei ein Einmachglas spielt).

Ich bin aber eher für was ganz anderes – was


Universelleres vor allem: das Werkzeug – oder
vielleicht sogar noch universeller: der Idee.
Wobei das Werkzeug vielleicht besser ist, weil
eine Idee ja als geschenkt und eher
grundsätzlich eingeordnet werden kann. Das
Konzept der Nutzung eines Werkzeuges ist
dann aber eine Manifestation einer Idee.

Ja, was macht das Werkzeug aber zu einer so


herausragenden Erfindung? Sicherlich nicht
die Art und Weise, wie ich damals zu
Realschulzeiten mit welchen davon
umgegangen bin, um schiefen
Weihnachtsschmuck oder Pinnwand-Rahmen
auszusägen … Eher was anderes: Wie bereits
im Zusammenhang mit der vorherigen Frage
„Sind wir allein im Universum?“

116
angesprochen, sorgt erst die Fähigkeit zur
Nutzung von Hilfsmitteln dafür, dass die
Menschheit als solche sich mittlerweile mehr
oder weniger ungestraft als „Krone der
Schöpfung“ bezeichnen kann und keiner
kommt und verpasst ihr erst mal eine
entsprechende Tracht Prügel wegen
Überheblichkeit.

Die aktuelle hohe Position im Ranking von


Macht und Gewalt auf dem Planeten kommt
der Menschheit nur durch ihre Fähigkeit zu,
sich mittels der Nutzung von vorhandenen
Hilfsmitteln oder extra zu diesem Zwecke
hergestellten Werkzeugen über ihre sonstigen
Limitationen zu erheben. Dass dabei einige der
Hilfsgegenstände es bis zum Status der
kulturellen Huldigung in Büchern und Liedern
schaffen – andere aber nur in das
Dauerwerbeprogramm auf DSF (sorry – „Sport
1“!) und Eurosport, ist dabei eher
nebensächlich.

117
Auf jeden Fall – meine klare Antwort lautet:
das Werkzeug! Es soll sich aber bitte kein
Nerd, der sich schon zum 22ten Mal
nachgegoogled hat, ob Miss Fox endlich als
Nachfolgerin von Angelina Jolie für den
neuesten Teil der „Tomb-Raider-Reihe“
bestätigt ist, davon abgehalten sehen, die
Vorzüge, die das weltweite Vernetztsein mit
anderen Nerds, die bereits 43-mal gegoogled
und außerdem die entsprechende
Produktionsfirma per E-Mail persönlich zum
Stand der Dinge angeschrieben haben, höher
zu bewerten und das Internet somit zu seinem
Favoriten zu erklären. Genaugenommen hilft
mir dann aber der Umstand, ein so abstraktes
und universelles Konzept statt eines
Gegenstandes oder sonstigen Dings
ausgewählt zu haben, denn wenn man’s ganz
nüchtern sieht, ist ja das Internet gerade im
Falle des fan-gefeierten Fuchses auch
irgendwo nur ein Werkzeug …
(*hintersinniges Matt-Le-Blanc-als-Joey-
Tribbiani-in-Friends-Gesicht aufsetzt* …)

118
Wer hat den Längsten?

Eine berechtigte Frage!

Zunächst einmal: du nicht!

Ich aber auch nicht …!

Die genaue Antwort hat meine Freundin mal in


einem Hausaufgabenheft (!) gefunden und mir
ob des interessanten Fundortes geschildert (ich
hoffe, das war der Grund – sonst müsste ich
jetzt depressiv werden).

Und zwar handelt es sich bei besagtem


Menschen angeblich um einen Typ, der sich
selbst „Long Dong Silver“ nennt. Die genaue
Länge habe ich vergessen (ist vielleicht auch
gut so), aber zumindest weiß ich noch, dass er
selbst sehr unglücklich war, da er mit der
Länge keine Frau fürs Leben finden konnte.
Ich vermute, der Grund dafür lag darin, dass

119
Frauen zwar gerne (seltener als Männer aber
auch gelegentlich) Sex mit ihrem
Lebenspartner haben – das aber bevorzugt
natürlich nur dann, wenn sie dabei nicht
unbedingt das Gefühl haben müssen, gerade
aufgespießt zu werden.

Außerdem beklagte sich „Long Dong“


zusätzlich, dass auch sein persönlicher Spaß
bei Geschlechtsakten durch die Penislänge
leiden würde. Weil sein (OK – ich gebe zu, auf
das Wortspiel habe ich mich lange gefreut und
es senkt das Niveau des Ganzen hier noch mal
im Alleingang um zwei Punkte – aber
egal) – also: Weil sein Pornobalken
(spitze – oder? – ich find’ – hihi!), nun: Weil
seine Geschlechtsextremität so lang ist,
bräuchte der für eine zum Sexualkontakt
geeignete Grund-äh-ja-Steifigkeit eben auch
entsprechend viel Blut. Bei Männern wird
dieses ja – so ist zumindest mein Wissensstand
und auch persönlicher Eindruck – für diesen
Zweck größtenteils aus dem Hirn umgepumpt.

120
Gerade das ist auch OK, wenn man nur so die
üblichen 10 bis 20 cm hat – „Long Dong“ aber
wird bzw. wurde und wird, laut eigener
Aussage, wohl aus diesem Grund beim Sex
immer wieder bewusstlos.

Und naja – also nach dem einen oder anderen


One-Night-Stand unter Alkoholeinfluss (bzw.
genauer: One-Night-, Fünf-Minuten- und Mit-
einer-am-nächsten-Morgen-als-unheimlich-
unattraktiv-empfundenen-Frau-Stand) – also
nach einer Nacht zum Vergessen würde man
sich vielleicht wünschen, rechtzeitig genug
nicht nur partiell das Bewusstsein verloren
gehabt zu haben, sondern, dass auch der Teil,
der noch zum Ausbrüten dieser unglaublich
blöden Idee gereicht hat (oder zumindest der,
ihr vorher auch noch die eigene Handynummer
zu diktieren) – dass auch der Teil die Arbeit
eingestellt hätte. Wenn man aber guten alten
Nicht-unter-Alkohol-steh-und-den-am-
nächsten-Tag-verfluch-und-schwör-dass-das-
das-letzte-Mal-war-um-sich-nächste-Woche-

121
dann-wieder-die-Kante-zu-geben-Sex haben
will – also: Wenn man „normal“
geschlechtlich aktiv werden möchte, ist der
Verlust der eigenen Fähigkeit zur geistigen
Anwesenheit doch relativ unpraktisch.

Was ich jetzt bei einer Nachrecherche


allerdings feststellen musste, ist, dass wohl
auch der Hausaufgabenheft-Verlag, der die
Lektüre dieser Fakten als für die Nutzer seiner
Hefte so interessant und anstrebsam
eingeschätzt hat, wohl irgendwie nicht ganz
genau geprüft hat, ob es Zweifel an der
Echtheit der ihm zur Verfügung stehenden
Informationen geben durfte.

Laut Wikipedia (und es ist mir eine


persönliche Freude auch allen ehemaligen
Professoren gegenüber, die ich mal hatte, dass
jetzt so hinzustellen, als wären diese
Informationen gänzlich unbestreitbar und die
website-gewordene Wahrheit ohne
Angreifbarkeit seitens einer nicht mindestens

122
göttlichen Instanz) – laut Wikipedia hatte der
Großbrite (gute Wortschöpfung auch mal
wieder in diesem Zusammenhang – *Selbst-
Schulterklopf*), also: Der Brite Daniel Arthur
Mead, der wohl Träger dieses Pseudonyms
war und damit dem „Long Dong“ aus der
Beschreibung des Hausaufgabenheftes
entsprechen müsste, hatte in den 70er oder
80er Jahren des letzten Jahrhunderts für ein
Foto des Fotografen Jay Myrdal Modell
gestanden, das nach Fertigstellung ihn mit
einem etwa 45-cm-langen Geschlechtsorgan
zeigte. Das Problem ist nur, dass Jay Myrdal
laut eigener Aussage die Länge erst durch
Fototricks und entsprechende Attrappen
konstruieren konnte. Der echte Penis soll eher
bei 20 bis 25 cm einzuordnen gewesen sein.

Ob das reicht, um beim Sex entsprechend das


Bewusstsein zu verlieren, kann ich
(leider – bzw. weitestgehend leider) nicht ganz
einschätzen (also nicht ganz ganz
zumindest :)). Als für mich interessant nehme

123
ich allerdings aus der Sache mit raus, dass der
Fotograf, der nebenbei den Riesen-Penis-
Mythos, den er selbst geschaffen hat,
entsprechen in Pornofilmen verwurstet hat
(bzw. verarbeitet – wenn das weniger
phallus-/kalauermäßig rüberkommt) – dass der
auch später mit den Kunstfiguren „Moby
Dick“ und „Texas Longhorn“ weiteres Gespür
für genre-geeignete Künstlernamen bewiesen
hat.

Außerdem ergab eine Recherche in einigen


Internetforen zu der Ausgangsfrage,
dass – wenn Long Dong vielleicht doch nicht
der Spitzenreiter (äh – ach, kein
Kommentar) – also, wenn er’s nicht ist – dass
dann gleich mehrere Internet-User sich in der
engeren Auswahl sehen.

Der tatsächliche längste Penis gehört


allerdings wohl einem Typen namens Jonah
Falcon, der, wie man zumindest seiner Historie
entnehmen kann, sein Geld primär auch damit

124
verbringt, der Typ mit dem längsten
männlichen Geschlechtsorgan zu sein. U.a. trat
er 2006 in einer TV-Dokumentation in
Großbritannien auf (da ist es wieder), die den
Namen „World’s Biggest Penis“ trug und in
irgendeiner abstrusen Art und Weise den Blick
auf die gesellschaftliche Einordnung des
Themas Penislänge, die Vor- und Nachteile
eines langen Penises und die Beschreibung des
Sexuallebens des Blauwales miteinander
verband. Die Größe von Falcons Penis wird
dabei mit 34 cm im erigierten Zustand
beschrieben, was dann die gleichen Probleme
begründet, die weiter oben schon
angesprochen wurde.

Ob das dann allerdings schon das Ende vom


Lied ist (hähä – hier wäre soviel möglich),
bleibt abzuwarten. Ebenfalls zu lesen war
nämlich, dass das Guinness-Buch der Rekorde
sich ebenfalls der Frage angenommen hat und
jetzt um die Zeit das Ergebnis präsentieren
will.

125
Sollte man den Leute glauben, die die Längen
ihrer Geschlechtsverkehrsgehilfen
ungefragtermaßen in die Foren gepostet haben,
müsste eigentlich einer von denen dabei
erscheinen. Für eine abschließende Lektüre
(nene …) verweise ich aber mal auf die
Sekundärliteratur …

Nachtrag:
Die Foren, die ich gelesen habe, sollte man
nicht lesen …

Wie bekomme ich meine Traumfrau, auch


wenn ich ein Loser bin?

Eine berechtigte Frage!

Interessanterweise ist mir diese schon mal über


den Weg gelaufen – und zwar genau am

126
03.03.2007 um etwa 4:50 Uhr morgens, als ich
von einem Discobesuch nachhause gekommen
war und noch etwas ferngesehen hatte – und zu
folgender Überlegung inspiriert wurde.

Moment, ich kopiere mal …

Da isses:

Heute lief mal wieder Spiderman 1 im


Fernsehen und ich bin, auch mal wieder,
hängen geblieben, wobei mir dieses Mal zum
ersten Mal aufgefallen ist, dass man darin
richtig was lernen kann – und zwar zum
Thema „Wie bekomme ich meine Traumfrau,
obwohl ich ein Loser bin?“.

Um nämlich seine Traumfrau zu bekommen,


auf die man schon ewig steht – abstruserweise
sogar schon vor seiner Pubertät stand – muss
man nur:
 von einer genmanipulierten Spinne
gebissen werden,

127
 Superkräfte bekommen,
 seinen Onkel, der wie ein Vater für
einen ist, durch einen Verbrecher
verlieren,
 daraufhin Superheld werden,
 die Traumfrau von einem Balkon vor
einem grünen Kobold retten,
 die Traumfrau im Regen vor Räubern
und Vergewaltigern retten,
 die Traumfrau über einem Fluss vor
einem grünen Kobold retten,
 dabei auch noch massig Kinder
nebenbei retten,
 sich anschließend fast von dem
Kobold abmetzeln lassen,
 vom Sohn des Kobolds, der nicht
weiß, dass sein Vater der Kobold war,
aber der weiß, dass der Vater durch
einen zu Tode gekommen ist, hören,
dass er einen bezahlen lassen will,
woraus sich, ganz nebenbei, die
Handlung für den zweiten Teil erraten
lässt,

128
 und – ach ja – natürlich am Anfang
erst mal ein bis zwei Jahrzehnte
warten, in denen sie zuerst was mit
dem Football-Star der Schule und
dann mit deinem besten Freund hat.

Wenn man so drüber nachdenkt: eigentlich


doch ganz einfach, oder? – Zumindest
einfacher, als später in der Beziehung eine gute
Antwort auf die Frage zu finden, ob
irgendwelche speziellen Vorhänge für die
gemeinsame Wohnung einem gefallen, wenn
die Antwort nicht lauten darf „Weiß ich
nicht.“, „Ich hab von so was keine Ahnung.“
oder „Himmelswillen, es sind doch nur
Vorhänge!“.

Nachtrag:
Nicht unerwähnt soll auch ein Aspekt bleiben,
auf den mich ein Bekannter anschließend in
einem Kommentar hinwies – Zitat: „Ich
glaube, dass der enge overall auch eine

129
wichtige rolle spielt.„ Das kann ich natürlich
(inklusive fast durchgängiger Kleinschreibung)
so stehen lassen – ich denke aber mal, eine
entsprechende Berücksichtigung sollte nach
Erfüllung der oben genannten
Voraussetzungen nur noch ein kleines
zusätzlich zu bewältigendes Hindernis
darstellen …

Wer ist die schönste Frau der Welt?

Eine berechtigte Frage!

Und eine interessante – nicht umsonst


versuchen jedes Jahr etliche Sonderausgaben
von Männermagazinen sie auf genauso
wissenschaftlich-engagierte wie fleißig
bebilderte Weise zu beantworten.

130
Eine allgemeingültige Aussage hat dabei
allerdings noch niemand hinbekommen. Das
kann an zwei Gründen liegen. Zum einen
würde das sicherlich irgendwie ein bisschen
die Auflage des Folgejahres (oder
Folgemonats) gefährden. Zum anderen hängt
das Ganze letztendlich auch viel zu sehr vom
Kontext ab.

Für Männer gilt so z. B.: Bist du so Single,


heißt die schönste Frau der Welt Lucy Liu,
Beyoncé Knowles, Zooey Deschanel oder
Barbara Meier – je nach persönlichem
Geschmack und von wem grad was im
Fernseh’n läuft. Hast du hingegen eine
Freundin oder Frau, ist es für dein persönliches
Überleben ESSENTIELL, dass du im Falle
einer Kontrollfrage die einzig richtige Antwort
parat hast und erwiderst – nämlich „Du
natürlich“. Das wiederum setzt voraus, dass du
bereits frühzeitig jeden Ansatz einer
alternativen Ansicht restlos aus deinem Hirn
gelöscht hast.

131
Außerdem ist es wichtig, aus diesem Grund
auch die richtige Beantwortung in
regelmäßigen Abständen vor dem inneren
Auge durchexerziert zu haben, denn es kommt
nicht nur darauf an, dass ihr Inhalt im
entscheidenden Moment dringend dem
Obengenannten entspricht, sondern dass auch
unbedingt das richtige Timing angewendet
wird. Die Antwort auf den total spontanen
Einwurf nach der Frau, die du eigentlich so am
schönsten findest von allen, muss lange genug
auf sich warten lassen, dass der Eindruck
aufrecht erhalten werden kann, man hätte
innerlich kurz noch mal überprüft, ob einem
auch wirklich nicht doch noch jemand einfällt,
der hübscher ist. Der Zeitverzug muss aber
auch kurz genug sein, dass klar wird, dass man
eigentlich auch selbst nicht daran geglaubt hat,
irgendwen finden zu können. Wird das richtige
Timing eingehalten, besteht eine minimale
Chance, auch in dieser Nacht wieder in einem
richtigen Bett und nicht auf einer Couch
und/oder einer Luftmatratze zu schlafen …

132
Wichtig ist jedoch (!!!) sich wirklich streng an
die Regeln zu halten. Anflüge von Witzigkeit,
bei denen scherzhaft auf die rundliche
Renovierungstante aus dem Fernsehen
verwiesen wird, gehen definitiv daneben. Im
besten Fall führen sie noch nur zu einem
Streitgespräch beginnend mit der Aussage,
dass sie sich auch „alleine verarschen“ kann.
Im schlechtesten Falle sucht sie am nächsten
Tag erst mal alle nicht ihrem Hoheitsgebiet
zugeordneten Schränke und Sockenschubladen
nach Miss-Molly-Magazinen durch.

Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist


vielleicht auch, dass insbesondere in
Beziehungen, wo es dem weiblichen Teil
besonders viel Spaß macht, für verbales
Glatteis zu sorgen, die Frage eventuell
fieserweise von vornherein schon lauten kann
„Wen findest du eigentlich am
hübschesten – also außer mir?“ oder „Wer
wäre deine Traumfrau – außer mir?“. Die
einzig richtige und zu benutzende Antwort

133
hierauf muss lauten „Puh, da erwischst du
mich jetzt auf dem völlig falschen Fuß, keine
Ahnung, da fällt mir niemand ein“. Definitiv
nicht geeignet ist so was wie „Da hab ich auch
schon drüber nachgedacht“ – immer daran
erinnern, was Delilah laut Bibel mit Samson
im Schlaf gemacht hat – das mit dem
Abschneiden geht sogar noch ne Ecke
schlimmer …

Aber naja – es ging ja ursprünglich nur um die


Frage, wer eigentlich die schönste Frau der
Welt ist. Das hängt (Quintessenz,
Quintessenz), wie gesagt, grundsätzlich vom
Kontext ab.

Wobei – Hmmm … – Wenn ich das


Geschriebene noch mal so durchlese, möchte
ich das doch vielleicht lieber wieder Löschen
und eine ganz neue Antwort geben …

Also: Die schönste Frau der Welt ist natürlich


Sarah P. aus P. in B., jetzt W. in MV – also

134
meine Freundin – den oberen Teil mal bitte
wieder wegmachen aus dem Hirn und von der
Seite/aus dem Buch streichen. Vielen Dank …

Warum ist es am Rhein so schön?

Eine berechtigte Frage!

Aufgeschnappt habe ich die mal in einer (weil


aus den 80ern mutmaßlich sehr freien)
Synchronisation von Alf, was als Legitimation,
hier zu erscheinen, ausreichen sollte.

Aufschluss über die Antwort gibt deutsches


Liedgut gleichen Namens, das sich ausführlich
mit den Gründen dafür, dass es so schön am
Rhein ist, auseinandersetzt. Ich zitiere mal im
Einzelnen:

135
1. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Mädel so lustig


Und die Burschen so durstig,“

Alkohol und leichte Mädchen!

2. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil so heiß dort das Blut ist


Und der Wein dort so gut ist,“

Alkohol, Roland-Kaiser-Rhetorik und leichte


Mädels!

3. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Burschen so frank sind


Und die Schläger so blank sind,“

Keine Ahnung, worauf das jetzt anspielen


soll – aber speziell das Zweite könnte auch
Ost-Vorpommern beschreiben …

136
Etwas einfacher:
4. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Mädchen so treu sind


Und die Burschen so frei sind“

Erkenntnis: Gemeint sind offenkundig doch


keine leichten Mädels, sondern welche, die
wirklich nur lustig sind aka über jeden Quatsch
lachen – das aber, während sie zutiefst treu
sind – dafür huren aber die Jungs rum, was das
Zeug hält …

5. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Lieder so innig


Und die Worte so sinnig,“

Ja genau …

137
6. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil am Rheine man jeden


Frei und offen hört reden,“

Wer schon mal in einem Haus mit dünnen


Wänden gewohnt hat, weiß, dass das nicht
unbedingt eine Wohltat sein muss.

7. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil selbst aus den Burgruinen


Neuer Hoffnung Triebe grünen,“

Man entschuldige meine Ausdrucksweise:


Aber in Verbindung mit den vorherigen
Aussagen sollte das wahrscheinlich heißen „in
den Burgruinen“ – unterm Strich
gleichbedeutend mit „= weil immer und
überall gep…mpert wird“.

138
8. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil am Rhein die Geschichten


Uns von deutschem Ruhm berichten,“

Uuuuhuuhuh – jetzt wird’s heavy …

9. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil das Auge sich feuchtet,


Wenn’s von Heimatstolz leuchtet,“

Oohkaayyyy …

10. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Felsen hoch droben


So von Sagen umwoben,“

Ab dieser Stelle gingen dem Dichter


offenkundig etwas die Ideen aus …

139
11. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil uns fesseln ew’ge Bande


An die rheinischen Lande,“

Äh – jor …

12. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil der Rhein mit seinen Reben


Wird uns frohe Stimmung geben,“

So – zurück zum Altbewährten!

13. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil dort sorgenlose Herzen


Fröhlich lachen und viel scherzen,“

„LACHEN und viel SCHERZEN“!

140
14. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil aus Malz und aus Hopfen


Wird gemacht ein guter Tropfen“

Und die Frau’n gut Socken stopfen …

15. Warum ist es am Rhein so schön?

„Weil die Mädel fesch und fröhlich,


Trinkt der Bursch oft mehr als nötig,“

Offenkundig auch der dichtende „Bursch“ …

Unterm Strich: Leicht zu unterhaltende


Mädels, die äußerst treu sind, was häufigem
Geschlechtsverkehr in Burgruinen aber nicht
im Wege stehen muss (bzw. der treibenden
„Hoffnung“), + etwas Sagen und ganz viel
Nationalstolz – deshalb ist es am Rhein so
schön. Ganz nebenbei noch blanke Schläger
und Typen, die so frank sind, sie zu
benutzen – fertig ist das Paradies.

141
Zur Abrundung des Wissens kann ich noch
festhalten, dass der Text und die Musik laut
Internet übrigens (u.a.) von einem Adolf von
Bergsattel stammen – mehr habe ich dem,
glaub ich, spontan auch nicht
hinzuzufügen – die Gottfried-Fischer-Version
sollte sich aber, denke ich, auf Youtube finden
lassen …

Ich habe einen Porno gedreht – darf der


ungeschnitten im TV laufen?

Eine berechtigte Frage!

Ich liebe Wikipedia. Toll, dass irgendwann vor


einigen Jahren sich eine Gruppe von Nerds
gesagt hat, den ganzen Tag bzw. die ganze
Nacht sich Clearasil ins Gesicht schmieren,
Dragonball schauen oder ausprobieren, mit
welchen Tastenkombinationen man neue

142
anzügliche Stöhngeräusche aus Lara Croft
herauszaubern kann, reicht uns nicht – wir
wollen mehr – wir wollen der Welt – auch den
Tagmenschen – etwas zurückgeben und eine
Plattform entwickeln, auf der jeder
Hirnmasturbationsanhänger und/oder -süchtige
ohne Freunde dennoch jemandem erklären
kann, auf welchen Platz das American Film
Institute Charlie Chaplin mal unter den
"größten amerikanischen Filmhelden aller
Zeiten" gewählt hat und dass der Senat von
Maine nur 35 Sitze hat, das
Repräsentantenhaus aber 153 – eine Plattform,
über die sich jeder Professor als besonders
schlechte und verbotene Quelle aufregen und
die jeder Berufsschullehrer als geeignetes und
besonders hilfreiches Rechercheinstrument
anpreisen kann – einen Ort, an dem jedes
Unternehmen oder jeder liebestrunkene Fan
einer A-, B- oder YZ- (man beachte: Excel-
Witz!) Schauspielerin unausgewogene
Lobpreisungen hinzimmern kann – und einen
Platz, an dem hauptberufliche Spieletester oder

143
Versicherungskaufleute als Administratoren
vorgenannte Werbeartikel wieder löschen – es
sei denn es ist einer über Star Gate – weil Star
Gate ist cool – und warum läuft zurzeit
eigentlich nur wieder die alte Staffel auf RTL2
und die ganz alte auf Tele5?

Ach ja – und auf der nicht zuletzt ich, wenn


ich eigentlich was Vernünftiges machen sollte,
stattdessen nach der Biografie und Discografie
von Paul McCartney recherchieren kann, um
rauszukriegen, wie eigentlich noch mal diese
komische Band hieß oder der Song, mit dem
der nach den Beatles so erfolgreich war, was
ich damals mal bei Oliver Geißen und seiner
„Ultimativen Chartshow“ gesehen habe, als
die, und das muss man schwören, weil sonst
trau ich mich auch nicht mehr, tagsüber
rauszugehen, nicht so ausgenudelt war und
Versionen produzieren musste, wie das von
mir bald erwartete „Die besten weiblichen US-
Amerikanischen Sängerin mit Lederjacke, die
zwischen 1975 und 1983 einen Hit hatten, der

144
mittlerweile so oft auf Radiosendern der ARD
gespielt wurde, dass den quer durch die
Republik keiner mehr hören kann („Wir haben
die besten Hits der 80er“ – ja – und ich hab
’nen Knopf zum Umschalten …), den aber alle
auf der Couch – „Hallihallo – na, wie
geht’s – schön, dass du hier bist“ – sowie
Christian Neureuther und Rosi Mittermeier
dufte finden.“.

Wo war ich?

Ach ja – Wikipedia is’ toll!

Da kann man nicht nur Sachen über das


Paarungsverhalten der Regenwürmer lernen
oder einen meiner persönlichen All-Time-
Favorite-Sätze lesen: „Verschwinden Rechts-
und Linkskern, sind also die beiden
Abbildungen […] injektiv, so heißt die
Bilinearform nicht ausgeartet. Man spricht in
diesem Fall auch von einer perfekten
Paarung.“ (siehe Artikel zum Thema

145
„Bilinearform“ – wer sagt, Mathe und Sex
passen nicht zusammen … – is’ ja auch
Quatsch – schon mal die Vektor- oder
Differenzialrechnung ins Vorspiel eingebaut?
Ich sag nur: lokale Extrema bestimmen … :))

Aber zurück, bzw. nicht ganz. Wikipedia ist


toll und ich surfte nach eben dieser
Band/diesem Song, den in den 70ern oder
80ern alle wie blöde gekauft haben müssen
(wer tatsächlich glaubt, Musik war früher
besser – das auch besonders an Thomas
Gottschalk gerichtet: Ihr hattet den Ententanz,
ihr hattet die Schlümpfe – klar – nach 1990
kamen u.a. Snap!, Jeanette Biedermann und
irgendwann Schnappi – aber die 70er und 80er
waren auch nicht nur die Stones und U2 …).

Aber gut – ich surfte nach der Band/dem Song


und wurde auch fündig. Nachträglich viel
interessanter als, dass dieser bzw. zumindest
die Platte dazu „Mull of Kintyre“ hieß und in
Europa besser lief als alle Beatles-Stücke, in

146
den USA aber nicht (obwohl die damals noch
nicht jede Woche ’nen neuen Rap-/R’n’B-
Superstar hatten, der von Timbaland produziert
und von Justin Timberlake gefeatured
wurde) – also viel interessanter waren
eigentlich, die Infos, die beim Folgen des
Links auf den Artikel zu „Mull of Kintyre“
selbst aufgelistet wurden.

Interessant so z. B., dass (trotz


angegebenermaßen schlechten Erfolgs in
Amiland) der Song „Mull of Kintyre“ das
weltweit meistverkaufte Stück wurde, „das
kein Wohltätigkeits-Projekt zum Anlass
hatte.“. Damit ist z. B. mit hoher
Wahrscheinlichkeit geklärt, dass Bono nicht
beteiligt war.

Noch toller für mich (OK – ich hab ’nen


miesen Humor) war aber der sich
anschließende Absatz – und da kommen wir
auch schon zur Beantwortung der

147
Ursprungsfrage (und zu Fortsetzung des lange
begonnenen Talks about Sex).

Wenn du/Sie/du, geneigter Leser zuhause,


einen Heimporno gedreht hast und der soll im
TV laufen (zugegebenermaßen vielleicht kein
Standard-Anwendungsfall, aber zumindest für
den einen oder anderen Noch-Nicht-
Prominenten, der demnächst prominent
werden möchte, kann das ja interessant sein,
um für die Zeit in zwei Jahren vorzusorgen,
wenn er nicht mehr prominent ist und was
braucht, um wieder prominent zu
werden) – also: Wenn du einen Paris-Hilton-
Gedächtnis-Sexfilm produziert hast und willst
wissen, ob der zumindest in der Spätausgabe
von TAFF laufen könnte, hilft dir vielleicht
folgende Faustregel (das Wort für diesen
Kontext stammt nicht von mir).

Laut Wikipedia-Artikel und verlinkten Quellen


gab es nämlich – zumindest bis 2003 in
Großbritannien die inoffizielle „Faustregel“

148
(ja – da kommt das her, das Wort!), dass jeder
Film den „Mull-of-Kintyre-Test“ bestehen
musste. Das hatte er getan, wenn darin keine
Erektion zu sehen war, bei der der Penis einen
„höheren Winkel zur Senkrechten“ (diese
Stelle muss man jetzt natürlich zitieren)
einnahm, „als die auf einer Landkarte
penisähnlich aussehende) Kintyre-Halbinsel
zum Schottischen Festland“.

Wenngleich diese Regel so wohl selbst in


Großbritannien nicht mehr angewendet
wird – und wenngleich dass in Deutschland
wahrscheinlich ohnehin noch nie wer daran
festgemacht hat (wenn, dann hätte man
sicherlich deutsche Inseln genommen – da
muss man aber zugegeben, ließen sich, meiner
kurzen Recherche nach, höchstens ein, zwei
halbwegs brauchbare, unförmige
Entsprechungen im Profil von Schleswig-
Holstein finden), also: Obwohl das nicht
wirklich Sicherheit geben kann, kann den
angehenden Gina-Lisa Lohfinks dieser Welt

149
dennoch ein Studium der Topologie des
englischen Kanals (das Gewässer heißt doch
so, oder?) empfohlen werden.

Vorweg kann ich aber schon mal nehmen, dass


ich mir selbige natürlich angeschaut habe und
dass die Briten ihrem Ruf als eher prüdes Volk
dabei durchaus gerecht werden: Die
Neigungsachse (selbst das Wort kriegt in dem
Kontext eine tolle neue Bedeutung) – also: Die
Neigungsachse besagten Landstrichs (hihi) ist
meiner Meinung nach nicht unbedingt sagen
wir mal Katie Price, sondern statt dessen eher
Queen Elisabeth. In Filmen sollte also – analog
zu Handlung vieler öffentlich-rechtlicher
Krimis – lieber alles hängen und natürlich
noch besser nichts zu sehen sein, was nicht am
selben Tag auch schon bereits um 15 Uhr bei
Oli Geißen („Hallihallo – du willst uns heute
also deinen operierten Busen zeigen – schön
das du da bist.“) zu sehen gewesen wäre. Alles
andere hat eher schlechter Aussichten, im TV
gezeigt zu werden – dies entspricht auch dem

150
Ergebnis meiner zur Überprüfung
durchgeführten zweiwöchigen nächtlichen
DMAX-Studie …

In den 70ern hat man sich häufig (ich weiß gar


nicht, wie das in dem Heiner-Lauterbach-
Streifen ist) damit beholfen, dass man
entsprechende Symbole zur plastischen
Darstellung von Körperteilen und
Geschlechtsakten verwendet hat: Züge, die in
Tunnel fahren, Raketen, die in den Himmel
steigen, Löffel, die in den Pudding
gleiten – OK – Letzteres eher nicht – aber ich
krieg’ langsam Hunger – ich sollte mal Ende
machen …

Eins ist mir aber noch aufgefallen und will ich


noch schnell als Letztes kurz hier festhalten: Je
länger ich auf die Halbinsel in der Wikipedia-
Darstellung äh schaue – ich weiß nicht, was
das jetzt Tintenklecksmäßiges über mich
aussagt und ob das jetzt schon
politische/politisch-historische Satire ist, aber

151
irgendwie – je länger ich das tue, finde ich,
wenn man so’n bisschen schief drauf schaut
sieht das ’n bisschen so aus, als wäre die
irische Insel gegenüber der britischen Insel so
auf Pissoir-Höhe und, naja, als wenn sich die
britische Insel gerade auf den ehemals
durchgängig irischen Nachbarn – also … Soll
das so, ist das Zufall (die Frage auch an Erich
von Däniken)? Wahrscheinlich schwer zu
bestimmen …

Die tatsächliche Ausgangsfrage sollte


allerdings in jedem Falle hinreichend
beantwortet sein. Als Hinweis vorweg sei aber
schon mal angemerkt, dass, wenn jemand
tatsächlich die Vorstellung hat, schon mal ein
Sextape auf Vorrat anzufertigen die weiter
oben genannte Reihenfolge beachtet werden
soll. Pro 7, RTL und die anderen üblichen
Verdächtigen interessieren sich zwar
traditionell durchaus für kleine Sexfilme mit
Staraufgebot, aber man sollte vorher schon
bekannt sein, damit die das nehmen – sonst

152
landet das bestenfalls in der Hobby-Videothek
des Chefredakteurs. Selbst Paris Hilton war ja
vorher bekannt, bevor sie die berühmte Nacht
in Paris noch bekannter gemacht hat – wofür
ist bis heute etwas nebulös, aber zumindest der
eigene Name + das eigene Gesicht sollten
einen gewissen Wiedererkennungswert
besitzen.

So – damit dann aber auch genug. Jetzt gibt’s


erst mal Pudding …

Nachtrag 1 (während des Puddings):


Frage an Martha: Hätte man die Zukunft des
britischen Empires eigentlich aus einer
Halbinsel lesen können?

Nachtrag 2 (nach dem Pudding):


Kinder: für die Beantwortung der Fragen
„Papa, was ist eine Erektion?“, „Papa, was ist
ein Vorspiel?“ und „Papa, wie meint der das

153
mit Queen Elisabeth und Katie Price?“ siehe
„Mutti, Papa, wo kommen eigentlich die
Babys her?“ – und dann, ja, dann fragt halt
euren Papa oder wartet auf Teil 2 …

Wie kriege ich DEN Fleck wieder raus?

Eine berechtigte Frage!

Das hat sich Bill Clinton anno dazumal auch


gefragt. Der hatte das aber schwerer – der hatte
keinen Zugriff auf das Kleid, wo der Fleck
drin war …

Auf jeden Fall: Wie kriegst du/Sie/du den


Fleck jetzt raus?

Also sollte Seife, Ariel, Billig-Ariel aus’m


Aldi und all der andere Kram nicht geholfen

154
haben, hilft meiner Meinung nach nur noch
eins: Schere!

Zugegeben: dann ist da ein


Loch – sinnvollerweise heißt die Frage jedoch
ja nur, wie man den Fleck rauskriegt – wenn
Amerika Länder befreit, sagt es ja auch nie,
dass drei, vier Jahre nach der Befreiung nicht
schon irgendein anderes Regime wieder an der
Macht sein kann.

Außerdem ist ein Loch im Kleid so gesehen ja


ohnehin nicht mehr als der erste Schritt zum
Netzhemd – und zumindest bei Männern bzw.
genauer: bei Männern wie Lenny “Ich hab eine
Single in fünf Jahren – das reicht für dreimal
in der Woche Privatfitnesstrainer“ Kravitz ist
das ja schon wieder stilsichere Mode. Insofern:
halb so schlimm.

Wenn das jedoch keine Option ist, dann bleibt


nur das Credo Nr. 1 in diesen Tagen:
wegschmeißen, neu kaufen. Das hat Kinski

155
angeblich gemacht, wenn der Aschenbecher
seines Ferraris (oder was immer der gefahren
ist) leer war – und das machen heute alle
kleinen Mädels, wenn’s die Oberteile bei
H&M jetzt auch mit Lila-Steifen gibt (eine
bestimmte weibliche Person aus meinem
Umkreis wird den Wink jetzt verstehen, denk
ich … :)).

Nachtrag:
Im Übrigen: Ich hasse lila – lila ist die Farbe,
wenn man mit Zahnbluten zerkaute Blaubeer’n
ausspuckt – denkt mal drüber nach …

Was gibt’s heut Abend zu essen?

Eine berechtigte Frage!

Was wohl – Kacke mit Senf!

156
Ja genau: auch Senf …!

Warum bin ich so fröhlich?

Eine berechtigte Frage!

Lass mich mal raten: vielleicht Drogen?

Nein im Ernst: Wenn du tatsächlich


überschwänglich und auf den ersten Blick
ohne besonderen Grund glücklich bist, bist du
entweder manisch veranlagt und wir
analysieren in zwei Minuten, warum alles
Sch…ße ist – oder du bist einfach der
glücklicherweise auch noch vorhandene
Gegenentwurf zu allen depressiven Menschen,
von denen einige unglücklicherweise
manchmal sogar zu anonymen
Nebendarstellern in den Fahrprotokollen der
Deutschen Bundesbahn werden.

157
Was interessant ist, dass ich neulich
(zugegebenermaßen in einer Fernsehsendung
mit Dieter Nuhr – meine ehemaligen Profs
mögen mir jetzt auch noch verzeihen, dass ich
so schonungslos indirekte Quellen verwende)
gehört habe, dass miesepetrige Menschen laut
einer Studie tatsächlich erfolgreicher sein
sollen. Wer sieht, wie oft Wolfgang Schäuble
schon Minister war, kann dass durchaus
glauben – zumindest wenn man mal nur den
beruflichen Erfolg bewertet und sich z. B. auch
um Beliebtheit nicht so schert. Wenn man an
Gerhard Schröder denkt, erscheint das dann
allerdings auch wieder nicht ganz so
notwendig.

Naja – ist auch egal. Ein Stück zurück ließe


sich jetzt auf jeden Fall jetzt noch die etwas
seitwärts abgehende Frage aufwerfen, warum
eigentlich heute gefühlt so viele Menschen
manisch oder unipolar (schlimm genug, dass
man dieses Wort kennt) depressiv werden und
nicht wenige daran kaputt gehen. Das kann

158
wohl nur mit der an so vielen Stellen zu
findenden pathologischen Unfähigkeit allen
Seins und des Menschen im Besonderen
zusammenhängen, sich von Dingen zu lösen,
die so lange so gut geklappt haben. Aber wer
diesen semiphilosophischen Gedankengang
ohne Erläuterung nachvollziehen kann, kriegt
’n Schokoriegel umsonst …

Duuuuu, …?

Eine berechtige Frage!

Äh – eine verdächtige, ich meinte eine


verdächtige Frage!

Wenn deine Freundin einen Satz anfängt, bei


dem man das Fragezeichen schon vorm ersten
Komma hört und bei dem dann nach diesem
Komma außer einer langen Pause auch nichts

159
mehr kommt (schon gar kein Verb), kann das
eigentlich nichts Gutes bedeuten – im
Gegenteil: Dann kann das eigentlich nur böse
werden.

Eine Möglichkeit besteht dann darin, dass die


sadistische Postaustrageangestellte es doch mal
wieder geschafft hat, den IKEA-Katalog durch
den eigentlich für geschätzte 500 Seiten
Schnickschnack, Tünüf und Regale mit
sympathischen aber auch wahllos
ausgewählten Namen viel zu schmalen
Briefschlitz zu stopfen, und sie – also deine
Freundin – am Wochenende sooo gerne mit dir
da mal (!) hin würde (was dann der fiese Teil
ist – denn wer darf nachher immer schleppen
und aufbauen: der, der den ganzen Kram am
wenigsten haben will). Also Möglichkeit 1: Sie
möchte mit dir zu IKEA oder einer
vergleichbaren nur für Doppel-X-Chromosom-
Träger nachvollziehbaren Welt – natürlich am
Samstag – natürlich während der Bundesliga.

160
Eine zweite Möglichkeit ist darin gegeben,
dass die Schwiegermutter bzw.
Schwiegermutter in spe demnächst wieder mal
zu Besuch kommen soll/möchte/auf jeden Fall
wird und kollektiv bespaßt werden
muss – natürlich auch am Samstag – natürlich
auch während der Bundesliga – oder – ganz
hart – Mutter und Tochter am Besten gleich
zusammen ins gelobte Land der Schränke und
Platzsparkisten wollen – und du sollst
mit – weil wegen fahren – und (was natürlich
nur unterschwellig klar ist) wegen Schleppen
und wegen Aufbauen.

Noch viel schlimmer als in einer dieser beiden


Szenarien ist es aber, wenn ihr (also du und
deine Freundin) zum Zeitpunkt des Stellens zu
Anfang angesprochener Ein-Wort-Frage
gerade zusammen im Bett liegen solltet und
sie, während sie die Pause, die durch das
Satztrennzeichen angezeigt ist, gerade bis auf
das Maximum ausweitet, das man so eine
Pause ausweiten kann, ohne, dass das

161
Gegenüber annehmen muss, der Dialog wäre
bereits wieder beendet – also während sie das
tut, wenn sie da gerade aufreizend dich reizend
bzw. zu reizen versuchend an deinem Ohr
knabbert als hättest du über Nacht etwa zehn
Punkte auf der nach oben geschlossenen
Attraktivitätsskala (von eins bis zehn)
zugelegt.

Wenn das eintrifft, dann musst du aufpassen,


dann wird’s gleich richtig gefährlich. In
ungefähr fünf bis sieben Sekunden wird sie
kurz von deinem Ohr ablassen, um einen
zweiten Satz zu beginnen – und darin wird sie
dir – säuselnd und dein Ohrläppchen
küssend – erzählen, dass sie sich was überlegt
hat, dich zu fragen, wie du das findest – und
dir final gestehen, dass sie seit etwa zwei
Wochen schon nicht mehr die Pille nimmt.

Und dann heißt es für dich erst mal, klaren


Kopf zu behalten bzw. das Blut dafür von
seinem aktuellen Aufenthaltsort wieder in

162
selbigen zurück zu pumpen, was aber ob der
aggressiv fortgesetzten
Ohrmuschelbearbeitung dann gar nicht mehr
so einfach sein sollte!

Dabei kann ich schon mal vorne wegschicken,


dass die Anzeichen auf die drohende Gefahr
sich hilfreicherweise normalerweise häufig
bereits früher erkennen lassen: Sollte
sie – entgegen dem sonstigen Hang zu
Schlabber-T-Shirt, irgendwelchen
Lebensmittelmasken und Boxershorts – ohne
Essen im Gesicht und mit überdurchschnittlich
attraktiver Wäsche oder sogar gleich ganz
nackt im Bett erscheinen, kann es dafür nur
wenige Gründe geben. Einer davon ist, du bist
Johnny Depp, ein anderer, du bist gerade von
einem dreimonatigen Arbeitseinsatz auf einer
Bohrinsel zurückgekommen. Als dritte
Möglichkeit kommt nur infrage, dass ihre
beste Freundin oder deren beste Freundin oder
von der die beste Freundin oder die Schwester
der besten Freundin ihrer Schwester ihrer

163
besten Freundin … neulich den kleinen Sven,
Malte oder Sven-Malte mithatte und der war
so süüß und sie findet, bei euch wäre es
langsam auch schon an der Zeit, mal über
Kinder nachzudenken.

Tja – und dann heißt es halt Obacht! Selbst bei


schlechtem Setting – also wenn du nicht
rechtzeitig den großen Lauschlappenangriff
kommen gesehen hast und bereits als ein
Bestandteil von 1 ¾ ausnehmend
paarungsbereiten Insassen des Bettes inmitten
dieses die unerwartete Zuwendung
genießt – also: Selbst bei schlechter
Ausgangslage für selbstergründerische
Gedankenspiele gilt es, inne zu halten und sich
genau zu überlegen, ob mit den Ergebnissen
allzu zielgerichteten Intimlebens
klargekommen werden kann.

Klar birgt die Avance auch Chancen – z. B.


eine in der nächsten Zeit deutlich reduzierte
Migränedichte bis zu dem Zeitpunkt, an dem

164
der Schwangerschaftstest die Addition statt der
Subtraktion preist. Aber dieser Zeitraum kann
durchaus kurz sein – besonders auch im
Vergleich zu 18 Jahren erst Pampers
vollsch…ßen und dann einen auf Pimp
machen, wenn’s ein Junge wird, und erst
Pampers vollsch…ßen und dann mit Typen
ausgehen, die einen auf Pimp machen, wenn’s
ein Mädchen wird. Die Frage an dich lautet
also, ob du dich dem wirklich schon
gewachsen fühlst.

Außerdem bringt die Antwort auf diese


Fragestellung im Laufe der Zeit viele neue
Fragen mit sich, denn natürlich kommt mit ein
paar kleinen Enkeln im Haus auch die
Schwiegermutter demnächst öfter und nach
jedem Wachstumsschub müssen – ganz
logisch – auch neue Möbel in irgendwelchen
schwedischen Möbelhäusern gekauft werden.

Der einzige Trost kann lediglich sein, dass es


dem Freund der besten Freundin deiner

165
Freundin oder dem von deren bester Freundin
oder dem von deren Schwester/dem von der
Schwester der besten Freundin/dem von der
Freundin der besten Freundin der Schwester
der besten Freundin/der der Freundin der
besten Schwester der Freundin der besten
Freundin der Schwester der besten Freundin
der besten Freundin ihrer Schwester oder halt
von sonst irgendwem in der
Verwandtschaft/Bekanntschaft deiner besseren
Hälfte dann demnächst auch so gehen wird.

Aber das hilft dir natürlich nur wenig, wenn


man an neun Monate (noch stärker als sonst)
innerhalb weniger Zeitabschnitte wechselnder
Gefühlsregungen und die sich anschließenden
Jahre an gesetzlich aufoktroyierter
Versorgungspflicht für eine kleine Rotznase
denkt, die zwar „deine Augen“ haben wird,
ansonsten aber nur alle Eigenschaften, die
schon deine Eltern zurecht an dir gehasst
haben.

166
Insofern ist es also eigentlich kein wirklicher
Trost – und damit wie gesagt:
zusammenreißen! – jetzt gilt es, standhaft zu
sein (nicht bildlich) und alle Kräfte des
Verstands zu mobilisieren, um sich zu
überlegen, ob das wirklich das Ziel sein soll
bzw. ob dem nicht gegenzusteuern ist. Auf der
anderen Seite – sind wir mal ehrlich – du liegst
da so – und sie bearbeitet dich seit 20
Sekunden – aber dein Gehirn ist doch jetzt eh
schon Brei – und das letzte Viertel – die zwei
Gehirnzellen, denen entsprechende zur
Zeugung notwendige Körperteile mangels
überdurchschnittlicher Masse nicht das Blut
abgezogen haben – also: Die beiden
Gehirnzellen enthalten sich doch auch schon
längst der Stimme. Die Frauen wissen schon
ganz genau, warum die bei den Ohren
anfangen – das wissen die schon ganz
genau …

167
Who you gonna call?

Eine berechtigte Frage!

Ghostbusters! Kurz und knapp: Ghostbusters!


Gibt aber auch so’n Werbefilm dafür …

Ist das Klima noch zu retten?

Eine berechtigte Frage!

Meine Meinung: Zumindest könnt’s ja mal


einer versuchen (man muss nicht – man kann
stattdessen auch bangladeschischen Kindern
das Schwimmen beibringen – man muss
nicht – aber man kann).

Dabei würde es dann helfen, wenn man


weniger unsinnig Strom verbraucht und die

168
Quellen zur Energiegewinnung deutlich stärker
auf erneuerbare Energiequellen ohne
Schadstoffausstöße ausrichtet.

Vielleicht würde auch der Bau von neuen


Atomkraftwerken helfen – obwohl ich zugeben
muss, dass ich an die Unfehlbarkeit
menschlicher Konstruktionen jetzt vielleicht
nicht unbedingt unbedingt vertrauen würde
(befragen sie dazu mal – gerne auch
posthum – den Konstrukteur der Hindenburg,
den der Titanic – ganz besonders natürlich den
Typen, der das AKW in Tschernobyl gebaut
hat – und nicht zuletzt Bill Gates nach seinem
Internet Explorer).

OK – aber die Frage war ja: Ist das Klima noch


zu retten?

Wenn ich bedenke, dass meine Oma immer


noch in ihren hundertjährigen Kalender schaut,
um zu gucken, wie lang der Winter wird,
könnte man zwar den Eindruck gewinnen, es

169
gibt eh keine Veränderungen, gegen die man
etwas entgegensetzen müsste. Gehen wir aber
mal davon aus, dass das gefühlt extremere
Wetter durchaus objektiv vorhanden ist und
einen abwendenswerten Trend abzeichnet.
Dann stellt sich die Frage.

Ein Land, das dabei wenig von internationalen


Klimazielen hält, bei denen es mitmachen soll,
ist unter anderem auch China. Was aber im
ersten Moment wie eine Blockade-Haltung
wirkt, erscheint im zweiten Moment als
möglicherweise simpel dadurch begründet,
dass die Chinesen eine bessere
Herangehensweise entwickelt haben.

Wie ich (mal wieder) bei Dieter Nuhr gesehen


haben in dessen Sendung, deren Titel ich
vergessen habe, in der aber mit Sicherheit
irgendein Wortspiel aller „Nuhr mal kurz
hergeschaut“ vorkam – also wie ich dort
gesehen habe experimentieren die Chinesen
nämlich fleißig mit einer Wettermaschine, die

170
ja bei erfolgreichem Funktionieren alle
Probleme mit einem Schlag lösen würde.

Wie das Ganze funktioniert, weiß ich


nicht – aber mutmaßlich gabt’s die dafür
benutzte Technologie in irgendeinem
dummerweise nach China outsourcendem bzw.
outgesourct habenden Start-Up in Europa oder
Amerika schon vorher. Die Chinesen, wie
beim Transrapid, diskutieren aber weniger
lange und bauen den Kram einfach auch mal
und lassen sich zur Not auch nicht davon
verwirren, wenn man dafür ein- oder
zweitausend Menschen umsiedeln muss oder
die ersten 2 bis 20 Testreihen mit leichten
Kollateralschäden an Natur oder Bevölkerung
verbunden sind.

Kleine Anmerkung am Rande: Die Schlümpfe


hatten übrigens auch mal eine Wettermaschine.
Wozu die das hatten, und was dort am Ende
rausgekommen ist, weiß ich leider nicht – aber
eins ist zumindest klar – die Chinesen können

171
sich am Ende nicht damit rausreden, zum
Zeitpunkt ihres Tuns komplett blau gewesen
zu sein (der Witz ist zwar flach – aber sonst
komm ich hier aus dieser Geschichte nicht
mehr raus).

Warum wird in Pornos nie geheiratet?

Eine berechtigte Frage!

Aber wird doch … – ich hab mal


entsprechende Werke gesucht und hier alle
(gewissermaßen in einer Pornografie …)
zusammengetragen (sollten Sie nur schwarze
Balken sehen, haben Sie die
Jugendschutzversion, *zwinker, zwinker*):

„Drunk Sex Orgy – Jetzt wird geheiratet“

172
OK – das war’s – sorry for that. Aber
zumindest hab ich einen Vertreter gefunden, in
dem (mutmaßlich) geheiratet wird. Frei nach
Popper (och – äh – ach, egal) sollte damit die
Falsifikation bewerkstelligt sein.

Bleibt noch was für die Pointe, daher ein paar


unsortierte Pornofilmtitel, die mir während der
Recherche über den Weg gelaufen sind (die
besonders ekligen lass ich weg – auch
zugunsten meiner persönlichen Highlights, der
Wortspiele bzw. Anspielungen zu Hollywood-
Filmen):

1. „Fill Jill“,
2. „In Diana Jones“,
3. „Aliens vs. Penetrator“,
4. „Shaving Ryan’s Privates“ – und
(damit’s am Ende noch mal etwas
kuscheliger wird …) ganz, ganz
klasse auch:
5. „Fummeln im Sturm“ (- Teil 1 bis 6)

173
Wie wird Zahnseide benutzt?

Eine berechtigte Frage – ich habe keine


Ahnung.

Auf Ansage meiner Zahnärztin habe ich mir


jetzt auch mal so was besorgt, um damit die
Zahnzwischenräume zu reinigen. So wie sie
angedeutet hat, könnte es sonst der Fall sein,
dass meine Zähne bzw. mein Zahnfleisch
demnächst langsam zurückgeht, und ich hab
ehrlich gesagt keine Lust, dass sie da nachher
mit irgendwelchen Geräten operative Eingriffe
macht. Mir persönlich reicht schon immer das
Zahnsteinentfernen, wobei ich glaube, dass
mein Zahnfleisch wahrscheinlich weniger
wegen Essensresten zurückgeht, wie sie sagt,
als viel mehr aus Angst vor dem Zahnstein-
Entfernungs-Bohrer und ihrer Steven-Seagal-
Art, ihn zu benutzen. Hinterher komm ich mir
immer vor wie’n Vampir nach ’ner Sauftour.

174
Naja – jedenfalls – wie benutzt man jetzt diese
Zahnseide? – Ernsthaft – ich hab keine
Ahnung. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass
ich noch nie so viele Finger gleichzeitig im
Mund hatte – und ich komm vom Land …

Also theoretisch soll man, glaube ich, hier die


Zahnseide da abtrennen und dann hat man so’n
Stück und das fast man an jeder Seite an und
schiebt die Mitte so in einen
Zahnzwischenraum, um anschließend kräftig
hin und her zu ziehen, damit der Essenskram
und alles andere Böse daran hängen bleiben.

Soweit zur Theorie – Schade nur, dass ich statt


Hin-und-her-Ziehen immer nur damit zu tun
habe, den Faden irgendwie wieder aus meinen
Zähnen zur kriegen, wenn er sich nicht mehr
bewegt.

Naja – ich kann’s ja noch etwas probieren.


Wenn ich’s noch hinkriege, füge ich
demnächst eine geeignete Anleitung nach.

175
Ansonsten hab ich mich mit gewisser
Wahrscheinlichkeit aus Versehen erhängt oder
mir zumindest die Arme gebrochen …

Nachtrag:
Ich benutze wieder exklusiv elektrische
Zahnbürsten …

Wie konnte das nur passieren?

Eine berechtigte Frage.

Ich nutze mal die Wahrscheinlichkeit und


antworte: Alkohol.

Der Alkohol kann viel: Jahrhundertelang hat


man damit Wunden gereinigt oder Menschen
betäubt, denen man die Wunden im
Operationssaal anschließend erst zugefügt hat,

176
Gerhard Schröder hat er anno
dazumal – zumindest in seinem Kopf – noch
mal die Chance auf eine dritte Amtszeit
eröffnet und David Hasselhoff – ach lassen wir
das, das is’ jetzt zu leicht irgendwie grad …

Also: Wie konnte das passieren?


Wahrscheinlich mit Alkohol!

Wachst du neben einer wildfremden Frau auf


und findest bei Tageslicht extrem abstoßend?
Alkohol! Hast du dir einen grenzdebilen
Schmetterling mit Totenkopf auf den Oberarm
tätowieren lassen? Alkohol! Hast du aus
Versehen mal wieder was Dummes als US-
Präsident gesagt? Genau … – Alkohol!

Ja – Alkohol kann viel und taugt letztendlich


auch gut als Entschuldigung. Was Dummes im
Suff zu machen ist immerhin noch einige
Prozent cooler als z. B. langweilig zuhause
Star-Wars-Plots mit Legofiguren nachzustellen
(sorry, Youtube-Freaks, sorry).

177
ABER, und da hohl ich mal den erhobenen
Zeigefinger raus – „wehret den Anfängen“.
Der Unterschied zwischen „was Dummes“ und
„der GAU“ ist relativ fließend. Ein bisschen
Pech, und sie ist bei Tageslicht nicht nur „nicht
dein Typ“, sondern auch noch die Mutter
deines ungewollten ersten/nächsten Alimente-
Empfängers. Oder das tätowierte Fliegeinsekt,
das du auf deinem Körper entdeckst, hat nich’
die Form eines Totenkopfs mit Flügeln,
sondern eher eines flugfähigen
Geschlechtsorgans. Oder du wachst eines
Tages auf und dein Vizepräsident erklärt dir,
dass du entschieden hast, den Iran
anzugreifen – UND was Dummes gesagt.

Dir kann natürlich alles davon auch so


passieren. Aber die Geschichte belegt, dass die
Johnnys, Jacks oder auch ein Schado-
Knödelwort die Wahrscheinlichkeit
entsprechender Resultat deutlich erhöhen.

178
Wie spät ist es?

Eine berechtigte Frage!

Hmm … – 17:23 Uhr.

Stimmt nicht? OK, dann warte bitte noch einen


Moment und ließ den Absatz von vorn …

Was ist das ekligste Wort des Jahres?

Eine berechtigte Frage:


Schorfkäse …! – ziemlich eindeutig:
Schorfkäse …!

179
Vorletzte Frage: Wussten Sie schon …?

Eine berechtigte Frage – nein, wusste ich


nicht.

Ich hatte keine Ahnung, dass Erdbeeren


Sammelfrüchte sind, Pinguine leicht
kurzsichtig oder Koalabären 20 Stunden am
Tag schlafen.

Ich hatte auch keine Ahnung, dass es sogar ein


Panini-Sammelalbum von Barbie gibt, dass
Eskimos nur wegen ihres Sprachtyps so viele
Worte für Schnee besitzen und sogar
Schokolade mehr Eisen enthält als Spinat.

Und ich war auch nicht im Bilde, dass Harry


„S“ Truman gar keinen zweiten Vorname hat,
Descartes auf schielende Frauen stand und Rod
Steward mal als Totengräber gearbeitet hat.

180
Interessiert mich aber auch nicht. Im
Gegenteil – ihr nervt mich an, ihr Alleswisser
und vor allem Allesverbreiter.

Mich nerven Leute, die permanent ihr


Halbwissen und Zweifünftelwissen zur Schau
stellen müssen und die Leuten die Welt
erklären wollen.

Ihr nervt – ihr stinkt – ihr habt gelbe Zähne


und eure Frisur sitzt nicht.

Ihr kotzt mich an – ihr bringt mich zum


Kotzen – ihr macht, dass alle im gleichen
Raum wie ihr mich zum Kotzen bringen.

Ihr seit ein Universalbrechbeschleuniger.

Ihr seit Fußpilz. Ihr seit Vaginalherpes.

Ihr seit Bäh – Würg. Ihr seit „Kann mich mal


bitte jemand bewusstlos schlagen?“.

181
Ihr seit Hasenkacke.

Ihr seit Feldhamsterexkrement.

Ich bin gegen euch allergisch – und ihr seit


kein bisschen aus Gräsern …

Letzte Frage: Bist du schizophren?

Bescheuerte Frage – Nein!

182
OK, OK – eine hab ich jetzt noch – eins
wäre noch zu klären – eins! – und das wäre:

… Oder gibt es noch mehr dunkelweiße


Tassen?

Und die Antwort lautet: Keine Ahnung – da


hab ich jetzt nicht mal die Frage verstanden.

Aufgeschnappt hab ich sie neulich auf der


Arbeit – von einer Mitarbeiterin, die diese an
ihre mit ihr Pause machende Kollegin gestellt
hat, während die beiden am
Gemeinschaftsschrank nach Kaffee-
Behältnissen gekramt haben. Die Sätze davor
habe ich leider nicht wirklich mitbekommen,
weswegen ich auch nicht ernsthaft ne Chance
hatte, was Konstruktives beizutragen.

Ohne in ein Mario-Barth-Entsetzen verfallen


zu wollen, ließ mich das aber mal wieder
feststellen, das Frauen wirklich komplett

185
anders ticken als Männer. Für Frauen gibt es
Farben wie „dunkelweiß“ – und mutmaßlich
dann auch „hellschwarz“. Für Männer gibt es
nur die zwölf Farben, in denen man Autos
lackieren und Fineliner kaufen kann. Frauen
erkennen/erfinden ständig neue Farben (wie
den All-Time-Klassiker
„Eierschale“) – Männer kennen erst seit zwei
Jahren überhaupt die Farbe Lila (deren
Ausbreitung in dieser Zeit finde ich dafür aber
äußerst erschreckend – ich hab ja schon mal
was dazu gesagt …).

Ja – nachträglich also vielleicht wirklich kein


Wunder, dass ich in Kunst immer ziemlich
durchwachsene Noten nachhause gebracht
habe.

Auch, ob die beiden ihre Tasse, die sie


wahrscheinlich grad gesucht haben, gefunden
habe, weiß ich übrigens nicht. Dafür habe ich
noch mitbekommen, dass eine der beiden dann
noch ein für mich als überzeugter Nikotin-

186
Abstinenzler wunderbares Bonmot
nachgeliefert hat. Sie stellte nämlich die für so
vieles heute symbolhafte, ja irgendwie sogar
philosophische Frage, die ich mal
unkommentiert hier einfach niederschreibe:
„Erst rauchen – oder erst essen?“ Das zu
sezieren überlass’ ich allen angehenden
Soziologen und Hobby-Soziologen dieser
Welt – ich zumindest bin, was das angeht (und
auch allgemein), raus …

187
Widmung:

für alle

Matjes