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MJB Mission News Volume 3 / ISSN 1999-8414

Hartz 4: Weniger Geld für Wohnungen von armen Menschen


Regierung plant neue Kürzungen – arme Menschen sollen sich räumlich weiter einschränken
müssen

Von Andreas Klamm-Sabaot

Berlin. 24. Juli 2010. Nach neuesten Plänen der Bundesregierung und des
Bundesarbeitsministeriums und Informationen in Medien-Berichten, sind weitere Kürzungen
im Bereich von Wohn- und Mietkosten für arme, alte, chronisch kranke und benachteiligte
Menschen geplant. Von diesen Plänen sind auch betroffen Empfänger von Arbeitslosengeld II,
bekannter als Hartz 4. Das meldet das christliche Medien-Portal evangelisch.de und weitere
Medien in Deutschland.

Die Bundesregierung wolle jetzt „Ernst machen mit ihrem Vorhaben einer Wohnkosten-Pauschale”
für die Bezieher von Hartz 4, der sogenannten finanziellen Sozial-Transfer-Zahlungen. Die Pläne
wurden von dem Sprecher des Bundesarbeitsministeriums Jens Flosdorff gegenüber der Zeitung
„Financial Times Deutschland“ bereits bestätigt. Die individuellen Berechnungen der Miete, die
erstattet werden könne, sollte künftig nicht mir individuell berechnet werden, sondern durch
regional einheitliche Berechnungs-Modelle und Kriterien ersetzt werden, empfehle eine
Arbeitsgruppe. Eine solche Regelung sei in den Satzungen von Kommunen der Städte und
Gemeinden möglich.

Beschränkung des Wohnraums

Der Wohnraum für arme und alleinstehende Menschen soll nach den neuesten und geplanten
Regelungen auf nur 25 Quadratmeter beschränkt werden. Das sei jedoch noch nicht der offizielle
Maßstab der Bundesregierung oder des Bundesarbeitsministeriums. Der Richtwert für die Größe
einer Wohnung liegt bei alleinstehenden Menschen nach offiziellen Informationen zur Zeit bei 45
Quadratmeter.

Die CDU-CSU-Union und die FDP hatten bislang in ihrem Koalitions-Vertrag um eine
Vereinfachung in der Verwaltung zu erreichen, regionale Pauschal-Zahlungen für Miet-Kosten für
Menschen vereinbart, die finanzielle Sozialleistungen aufgrund von Erwerbslosigkeit, Krankheit
oder Alter beziehen. Dies solle, so das Arbeitsministerium, eine umfangreiche Prüfung im Einzelfall
über die Angemessenheit einer Wohnung, die von Menschen bewohnt wird und die finanzielle
Hilfen erhalten, überflüssig machen. Bei Wohnkosten, die unterhalb der vorgesehenen Finanz- und

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Ausgabe-Grenzen liegen, solle deren Angemessenheit „nicht pauschal geprüft“ werden. Mit der
neuen Regelung solle erreicht werden, dass die Obergrenzen für Wohnkosten von den Kommunen,
das meint Städte und Gemeinden, „auf Basis valider, transparenter und nachzuprüfender Kriterien“
festgelegt werden könnten. Regional wolle das Arbeitsministerium mit den Überlegungen „mehr
Differenzierungs-Möglichkeiten“ erreichen.

Sozial-Verbände und Sozial-Aktivisten üben Kritik an den neuen geplanten Kürzungen für arme
Menschen in Deutschland in Bezug auf die Wohnkosten. Es werde zunehmende die Kompetenz und
Verantwortung aus dem Grundgesetz vermisst, wonach Deutschland ein sozialer und
demokratischer Bundesstaat sei.

Andere Menschen, lassen die Pläne kalt, denn „behinderte, kranke, arme, chronisch kranke und alte
Menschen“, betreffen uns nicht, sagen viele Menschen in Deutschland, denen es zur Zeit finanziell
betrachtet noch etwas besser geht, als Menschen, die bei allen Anstrengungen, keine
Sozialversicherungs-pflichtige Erwerbs-Arbeit in Deutschland finden können. Inzwischen verstehen
mehr und mehr Menschen, dass es bei den neuen geplanten Kürzungen der Bundesregierung und
des Bundesarbeitsministeriums nicht nur um arme, behinderte, chronisch kranke und alte Menschen
geht, die keine Erwerbs-Arbeit mit Bezahlung mehr finden können

Die ersten Vermieter beginnen auch darüber nachzudenken, was wohl mit ihren Wohnungen
geschehen könnte, die die Vermieter und Hauseigentümer gerne vermieten wollen, natürlich zu
Mieten, die die Hauseigentümer und Vermieter zuvor festlegen und nicht das
Bundesarbeitsministerium.

Hier beginnt sich der Wirtschaftskreislauf in Deutschland zu schließen. Das


Bundesarbeitsministerium und die Regierung wollen die Kosten für Wohnungen kürzen und
Sozialleistungs-bedürftige Menschen werden nicht mehr, sondern weniger Geld für den
Lebensunterhalt und Miete erhalten. Folge: Häusle-Bauer, die darauf bisher gehofft haben, dass
diese die Kosten über Mieter refinanzieren und verteilen können, müssen sich in naher Zukunft mit
dem Fakt und der Tatsache vertraut machen, dass entweder die Wohnungen in Deutschland leer
stehen bleiben, weil es kaum noch Menschen gibt, die die Mietkosten bezahlen können oder
Vermieter von Wohnungen müssen die viel geringeren, von der Bundesregierung und dem
Bundesarbeitsministerium vorgegebenen Zahlungen für die Miete von Wohnungen akzeptieren, um
wenigstens noch einige Cent für Erträge aus Vermietungen auf ihren Konten verbuchen zu können.

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Die Liste der Verlierer in Deutschland wächst damit kontinuierlich und ständig: Nicht nur arme,
chronische kranke, behinderte, alte Menschen und Menschen ohne bezahlte Erwerbs-Arbeit
verlieren oder werden benachteiligt in Deutschland, sondern auch Eigentümer von Wohnanlagen,
Häusern und Miet-Wohnungen. So ungewöhnlich diese Konstellation sein mag: Sicher ist, dass
wenn die neuen Pläne realisiert werden die Gruppe der Verlierer in Deutschland und der
benachteiligten Menschen stark zunehmen wird. Bleibt nur der Tipp, sich einen Abgeordneten des
Landtags von Niedersachsen als neuen Mieter zu suchen, denn die Politiker und Politikerinnen
haben sich erst vor kurzem ihre monatlichen Diäten auf stolze 6.000 Euro im Monat erhöht und
künftig steigen die Diäten ab dem Jahr 2011 automatisch an. Der automatische Anstieg der Diäten
von Politikern und Politikerinnen wurde neu geregelt um künftig, so die offizielle Begründung,
„öffentliche Debatten über die Diäten von Politikern“ zu vermeiden. Der Bund der Steuerzahler und
andere Verbände kritisierten die Erhöhung der Diäten der Politiker unter anderem wegen der
fehlenden Transparenz in Zeiten der wirtschaftlichen Krise in Deutschland.

Kritik an den neuen Kürzungs-Plänen für Wohn- und Mietkosten

Während der Sprecher des Bundesarbeitsministeriums, Flosdorff, die Größe einer Wohnung von 25
bis 45 Quadratmeter für alleinstehende Menschen, die auf finanzielle Sozial-Zahlungen angewiesen
sind, als „sachgerecht“ bezeichnete, warnte der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB):
„Der Wohnungsmarkt in vielen Städten ist so eng, dass günstigere Wohnungen für
Langzeitarbeitslose (…) kaum vorhanden sind und deshalb Umzüge in größerem Umfang gar nicht
stattfinden können. Es wird nicht funktionieren, dass die Bundesregierung ein soziales Streitthema
auf die Kommunen abwälzt.”, sagte Uwe Zimmermann vom DStGB der WAZ-Mediengruppe.

Die Kritik von Bündnis 90 / Die-Grünen-Chef, Cem Özedmir, in einem Beitrag der WAZ-Gruppe
ist noch deutlicher, der Bund entziehe sich mit der Übertragung der Bestimmung der Höhe der
Mietkosten „seiner Verantwortung und setzt den Kommunen die Pistole auf die Brust: Entweder sie
werden ihrer sozialen Verantwortung wirklich gerecht und kommen damit in große Haushaltsnöte
oder sie gehen den sozial Schwächsten drastisch an die Gurgel.“

Mit den neuen geplanten Kürzungen für Miet- und Wohnkosten könnten soziale Kämpfe „neue
Dimensionen in Deutschland finden, die bisher nur mit Zeiten schwerster Krisen und von Krieg
oder von Nachkriegs-Jahren vergleichbar sein könnten“, befürchten Beobachter von sozialen
Initiativen und Gruppen. Für Vermieter müsse man auch als soziale Initiative „Verständnis und
Mitgefühl empfinden, denn wer lässt sich schon gerne als Vermieter, die Mietkosten vom
Bundesarbeitsministerium oder der Bundesregierung diktieren und wer lasse sich in Bezug auf
Wohnungen schon gerne gewissermaßen Zwangs-enteignen?“ Die neuen Regelungen

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verschlechtern nicht nur die Lebens-Situation bedürftiger, chronisch, kranker, armer und alter
Menschen, sondern diese Pläne führen zu einer Verschlechterung der Lebens-Situation aller
Menschen in Deutschland, seien es die Vermieter, die Mieter oder die Vertreter auch ehrenamtlich
tätiger Menschen in politischen Gremien in Städten, Kreisen und in Gemeinden.

Die Zahl der Menschen, die solche Pläne der Bundesregierung als sozial ungerecht und als
deutliche Benachteiligung empfinden, wächst. Auf der einen Seite erhöhen sich Politiker die Diäten
in Zeiten wirtschaftlicher und finanzieller Krisen, die auch noch dazu jetzt automatisch erhöht
werden und auf der anderen Seite, sollen die Menschen und Bürger in Deutschland finanzielle
Kürzungen stetig hinnehmen, höhere Steuern und Sozialabgaben bezahlen? Für wen, wozu und zu
wessen Vorteil ? – so die Frage vieler Menschen, die in klassischen Main-Stream-Medien nicht
gesendet und auch nicht gedruckt wird. Es gibt inzwischen mehr und mehr Menschen in
Deutschland, die laut und offen fragen: „Kann sich Deutschland das bisherige und mit sehr hohen
Kosten (Diäten) verbundene politische System noch leisten, das wenige Menschen finanziell
begünstigt und Millionen von Menschen in Deutschland bettelarm macht.“

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