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Bienengerechte Fütterung in der Praxis.

Ein Leitfaden zur bienengerechten Fütterung

Copyright: Nordzucker AG, Küchenstraße 9, 38100 Braunschweig


Telefon (05 31) 24 11-0, Telefax (05 31) 24 11-1 96, www.nordzucker.de

Text:
Klaus-Michael Fülle, Növenthien 50, 29562 Suhlendorf, (0 58 20) 6 41

Gestaltung:
deepblue networks AG, Schützenstraße 21, 22761 Hamburg, (0 40) 28 40 88-0
Inhalt
Ohne Futter läuft nichts 02

Physiologische Bedürfnisse 03

Erfolgreich imkern 05

Was ist Bienenfutter? 06

Wann beginnt ein Bienenvolk zu hungern? 12

Erhaltungsfütterung 13

Notfütterung 14

Zwischenfütterung 15

Ablegerfütterung 16

Auffütterung des Wintervorrats 18

Bienenpflege der Heidetrachtvölker 21

Der 16-kg-Cubitainer 24

Das 2,5-kg-Folienpaket 25

10 wichtige Punkte 27

ambrosia Lieferprogramm 28
_02
n
losse
Ohne Futter gesch
läuft nichts
Zu keiner Zeit darf ein Bienenvolk Not leiden – weder an Pollen,
an Wasser und schon gar nicht an energiereichem Futter. Futter-
mangel herrscht bereits, ungeachtet der Vorräte, wenn der Futter-
strom von außen unterbrochen ist. Daher sind Trachtlücken durch
eine Fütterung, die den Honig nicht verfälscht, zu überbrücken.
Hierfür ist ambrosia Bienenfutter-Teig hervorragend geeignet.

Großzügig und umgehend muss der Imker nach der letzten Honig-
ernte seine Bienenvölker versorgen, um das Brutgeschehen nicht
abbrechen zu lassen. Ab Ende Juli und im August werden die
überlebenswichtigen Winterbienen erzeugt. Das ist der einzige
Zeitraum, in dem über eine Erhaltungsfütterung die Bruttätigkeit be-
wahrt wird und mehr Bienen erzeugt werden. Ab September ist dies
über Fütterung nicht mehr zu erreichen. Im Sommer führt Hunger
und Unterversorgung immer zu rückläufiger Brut, nachlassender
Trachtbereitschaft und weniger Winterbienen. Wirtschaftliche
Einbußen sind die Folge, und eine optimale Überwinterung ist nicht
mehr gewährleistet.

Was bewirkt Futter?

Bei reichhaltigem Angebot:


Erhalt des Brutnests, der PoIlensammeltätigkeit, des Putzbetriebs,
der Vitalität, der Gesundheit und der Abwehrkraft gegen Bienen-
feinde.

Bei Mangel:
Einstellung der Brut, des Putzbetriebs, der Flugtätigkeit, Erzeugung
mangelhafter Pflege- und Winterbienen, Vitalitätsverlust, starke
wirtschaftliche Einbußen sowie Völkerverluste.
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Physiologische
Bedürfnisse
Die Bienenpflege, resultierend aus Gesundheitsvorsorge (biolo-
gische Milbenbindung und Entfernung), Futterversorgung (Pollen-
und Nektartracht, Trachtlückenfütterung und Wasserversorgung
des Standorts und der Wanderung) und den Fähigkeiten des Im-
kers, zieht sich wie ein roter Faden durchs ganze Bienenjahr und ist
notwendig, um den Ansprüchen der Bienen gerecht zu werden.

Die Fütterung ist unerlässlich bei Trachtlosigkeit, ebenso wie nach


Entnahme der Honigvorräte durch den Imker. Sie erhält das Brutge-
schäft, die Pollensammeltätigkeit, den Putzbetrieb, die Vitalität, die
Gesundheit, die Abwehrkraft gegen Bienenfeinde und die Überle-
bensfähigkeit der Bienen.

„Die Fütterung ist unerlässlich bei


Trachtlosigkeit, ebenso wie nach
Entnahme der Honigvorräte.“

Betrachtet man die heutige Situation in Europa, wird deutlich, dass


unsere Bienenvölker maßgeblich auf den Imker angewiesen sind.
Für die Entwicklung der Bienen im Februar/März ist entscheidend,
was an üppig eingelagertem Futter und mit Futter konservierten
Pollenwaben vorhanden ist. Weiterhin muss die Volksstärke und
die daraus resultierende Anzahl optimaler Pflegebienen mit prallem
Fett-Eiweiß-Polster stimmen. Eine Winterbiene ist in der Lage, aus
ihren körpereigenen Anlagen drei Sommerbienen aufzuziehen.

Zur Aufzucht einer Winterbiene bedarf es dreier vollwertiger Som-


merbienen. Eine schnelle und harmonische Frühjahrsentwicklung ist
also abhängig von der Spätsommerpflege und der Versorgung der
Völker. Eine sogenannte „Reizfütterung“ im Frühjahr bewirkt bei den
Bienen nichts, außer durch Futterumarbeitung vergeudete Kraft, die
viel dringender für die Pflege der Brut benötigt wird.
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Ab August bis weit in den Septem-


ber werden die überlebenswich-
tigen Winterbienen erbrütet. Dies ist der einzige Zeitraum, in dem
über eine Erhaltungsfütterung auf die Brut- und Pollensammeltätig-
keit, die Vitalität, den Putzbetrieb, die Gesundheit und die Abwehr-
kraft gegen Bienenfeinde Einfluss genommen werden kann.

In Bezug auf Futter sind Bienen sehr anspruchsvoll. Jegliche


Mängel wie falsche Zusammensetzung, Verderblichkeit, falsches
Zuckerspektrum und vor allem Unterversorgung werden früher oder
später bestraft. Dies drückt sich in nachlassender Vitalität und
Brutpflege, mangelndem Putzbetrieb, schlechter Gesundheit und
Überwinterung aus. Die Vererbbarkeit von Gewicht und Lebens-
dauer ist bei Bienen sehr gering. Hier ist die bienengerechte Pflege
entscheidend.

Direktes Auffüttern auf jungem Wabenbau, unmittelbar nach dem


Abschleudern der letzten Tracht, erhöht die Volksstärke. Die Bienen
haben genügend Zeit, das eingelagerte Futter zu invertieren. Gut
versorgte Völker fühlen sich wohler und halten das Brutgeschäft
der Jahreszeit entsprechend aufrecht.

Wurde eine erfolgreiche Milbendezimierung vor Erzeugung der


Winterbienen durchgeführt, steht einer verlustfreien Überwinterung
nichts mehr entgegen. Wegen einer drohenden Faulbrut- und Nose-
magefahr sollten die Bienen nie mit Honig, Pollen oder Pollenersatz
gefüttert werden. Das gilt grundsätzlich für die gesamte Bienen-
pflege.
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Honig
Erfolgreich Honig

imkern
Wer erfolgreich imkern will, benötigt Grundkenntnisse über:

1. Biologie der Bienen


2. Gesunderhaltung
3. Bienentracht
4. Zucht und Selektion
5. jahreszeitlich notwendige Betreuung und Fütterung

Diese Punkte sind Voraussetzung und Grundlage für erfolgreiches


Imkern. Sie begleiten uns wie ein roter Faden zu gesunden, leis-
tungsstarken Wirtschaftsvölkern.

Es gibt Einflüsse wie Klima und Wetter, die wir nicht ändern können.
So bestimmt die Temperatur im Frühjahr einerseits, wann mit der
Brut begonnen und das Brutnest ausgedehnt werden kann, und
im Herbst andererseits, wann die Bruttätigkeit eingeschränkt und
beendet wird.

Von der reichhaltigen Wintereinfütterung muss im Frühjahr noch


ausreichend Futter zur Verfügung stehen. Andere Aspekte wie
Pflege, Zucht, Selektion, Gesunderhaltung, Hygiene, Beute und Be-
triebsweise sind im Wesentlichen von den Fähigkeiten des Imkers
abhängig.

Sind genug Jungvölker als Ersatz vorhanden, muss nicht jedes


schwache Volk gerettet werden und Verluste sind leichter hinzu-
nehmen. Um Völkerverlusten entgegenzuwirken, sollten schwache
Völker im Herbst aufgelöst und mit starken Einheiten zusammen-
gebracht werden. Wer immer wieder Völkerverluste im Winter zu
beklagen hat, sollte seine Betriebsweise überprüfen.

Die Anzahl gut gemästeter, gesunder und gering belasteter Winter-


bienen, einhergehend mit einer guten Futterbevorratung im Volk,
ist für eine verlustfreie Überwinterung entscheidend und sichert
den Erfolg in der kommenden Saison.
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Was ist
Bienenfutter?
Honig, BlütenpoIlen und Wasser. Diese drei Komponenten
dienten den Bienen über 30 Millionen Jahre zur Arterhaltung. Heute
sind die Anforderungen an die Bienen um ein Vielfaches höher.
Gestresst durch Eingriffe des Imkers, Wanderungen, Varroose und
höhere Leistungsansprüche bedürfen Bienen mehr denn je einer
optimalen Pflege. Wichtige Bestandteile dieser Pflege sind eine den
Bedürfnissen der Biene angepasste Fütterung und die Qualität des
Bienenfutters.

Zuckerwasser
Zuckerwasser ist als Bienenfutter leicht herstellbar, weitgehend
ballaststofffrei, sehr rein, variabel in der Konzentration und leicht
anwendbar. Jedoch liegt der Nachteil des Zuckerwassers in seiner
sehr begrenzten Lagerfähigkeit (Verderb durch Pilze und andere
Mikroorganismen, Schlierenbildung), so dass schon bei der Abnah-
me durch die Bienen auf eine zügige Verwertung geachtet werden
muss. Durch Schlierenbildung belastetes Zuckerwasser ist für jede
weitere Fütterung unbrauchbar. Die häufigsten Anwendungsformen
des Zuckerwassers sind Mischungen von Zucker und Wasser im
Verhältnis 1 : 1 oder 3 : 2. Die Bienen haben es bei einer dickflüs-
sigeren Lösung erheblich leichter, die Umarbeitung zu bewältigen.
Dabei ist weniger Wasser zu verdunsten und somit ein geringerer
Energieaufwand nötig.

Zuckerwasser ist aber nicht geeignet, um während der Trachtlücken


verfüttert zu werden, denn die manchmal täglich notwendigen klei-
nen Futtergaben können den Honig verfälschen. Einem zu diesem
Zweck möglichen und empfehlenswerten Honigersatz stand die
Kostenorientierung der Imker entgegen. So entwickelten die Imker
den Teig, die Maische (auch Feuchtzucker genannt) und brachten
auch Trockenzucker zum Einsatz. Ein Bienenfutter kam zur Anwen-
dung, das wegen seiner begrenzten Aufnahmemöglichkeit durch
die Bienen nur einen geringen Futterstrom ermöglichte, der weitge-
hend sofort an die Brut verfüttert oder selbst verzehrt wurde.
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Teig
Die Teigherstellung ist schweißtreibend und relativ teuer, vor allem
bei größerem Bedarf. Zur Herstellung eines guten Teigs benötigt
man 4 kg Puderraffinade und 1 kg verflüssigten Honig. Die Masse
muss gut durchgeknetet werden, damit sie gebrauchsfertig ist.

In Zusammenarbeit mit den Imkern entwickelte die Zuckerindus-


trie – aus den Erfahrungen mit Fondant und Flüssigzucker – speziell
auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmte Produkte. So bietet
Nordzucker den Imkern seit einigen Jahren ambrosia Bienenfutter
als Teig und Sirup an.

ambrosia Bienenfutter-Sirup
ambrosia Bienenfutter-Sirup besteht, bezogen auf die Trockenmas-
se, aus 40 % hochreinem Fruchtzucker, je 30 % Traubenzucker
und Saccharose und Wasser. ambrosia Bienenfutter-Sirup ist dank
seiner hohen Konzentration (72,7 % Trockensubstanzanteil) nicht
anfällig für mikrobiologischen Verderb. Der hohe Fruchtzuckeranteil
verhindert die Bildung von Kristallen.

ambrosia Bienenfutter-Sirup ist ein ausgewogenes, flüssiges Fertig-


futter mit einem niedrigen HMF-Gehalt in idealer Zusammensetzung
und gewährleistet eine optimale Ausnutzung durch die Bienen.
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Besonders bei der Wintereinfütterung ist ambrosia Bienenfutter-


Sirup wirtschaftlich schonend und bringt folgende Vorteile:

– das flüssige Fertigfutter kommt einer natürlichen Bienennahrung


am nächsten
– ideal zur frühen und späten Wintereinfütterung
– resistent gegen mikrobiologischen Verderb und lange haltbar
– hygienische, zeitsparende und problemlose Handhabung
– mühelose Aufnahme durch die Bienen
– keine Räubereigefahr
– weniger Invertierungsarbeit und Energieverbrauch

Dies erhöht die Lebensdauer der Winterbienen und führt zu einer


verbesserten Trachtnutzung aus Raps- und Obstblüte.

Anwendungsbereiche
– zur schnellen und problemlosen Wintereinfütterung der Wirt-
schaftsvölker nach der Sommer- und Heidetracht
– zur Einfütterung und zum Aufbau der Ableger
– zur Behebung von Notsituationen bei Futtermangel vom zeitigen
Frühjahr bis zum Spätherbst

Praktische Hinweise zur Fütterung


von ambrosia Bienenfutter-Sirup im
14-kg-Eimer:
– den Verschlussdeckel mit dem Futterdeckel tauschen und auf
festen Verschluss prüfen
– den Eimer umstülpen und mit dem Deckel nach unten waagerecht
in die Beute stellen
– eine räumliche Trennung des Bienenvolks von der Futterabnahme-
fläche des gelochten Deckels durch eine Pappe mit zwei aufge-
legten Leisten, auf die der Eimer platziert wird, verhindert das
gelegentlich vorkommende Verkitten der Löcher im Futterdeckel
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– bedingt durch die Deckelbohrungen fließen ca. 0,5 Liter Sirup


heraus – anschließend bestimmen die Bienen durch die Abnahme
– den Verbrauch
– einfacher und besser ist die Abnahme durch die Bienen, wenn
der Eimer aufrecht auf die Rahmen gestellt wird, der Verschluss-
deckel entfernt und die Sirupoberfläche mit Schwimmmaterial
wie Stroh, Fichtenzweigen, Holzwolle, Kork oder Verdecklungs-
wachs bedeckt wird

ambrosia Bienenfutter-Teig
ambrosia Bienenfutter-Teig besteht aus mikrofeinen Zuckerkris-
tallen, die von den Bienen leicht aufgenommen werden können.
Die Kristalle des pastösen Fertigfutters sind von einem dünnen
Sirupfilm umgeben, der in geringer Menge andere Zuckerarten wie
Frucht-, Trauben- oder Malzzucker enthält. Wegen seines geringen
Wassergehalts bleibt ambrosia Teig monatelang lagerfähig.

Anwendungsbereiche
– zur Versorgung und Pflege der Ableger während der Entwick-
lungs- und Aufbauphase
– zur frühzeitigen Wintereinfütterung der Ableger und Wirtschafts-
völker von Ende Juli bis Mitte August (bei späterer Einfütterung
ab Mitte August ist Sirup zu bevorzugen, um die Winterbienen zu
schonen und eine schnellere Bevorratung zu erreichen)
– zur Erhaltung der Trachtbereitschaft und des Brutgeschäfts der
Wirtschaftsvölker vor Trachtbeginn und nach Trachtende
– zur Trachtlückenfütterung
– zur Bevorratung und Versorgung der Begattungsvölkchen im
EWK und MWK (Einwaben- und Mehrwabenkästchen)
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Blütenpollen
Blütenpollen sind bei entsprechender Standortwahl für Bienen
immer ausreichend vorhanden. Dieses natürliche Angebot gilt es
unbedingt zu nutzen, um den Bienen während der Vegetations-
phase eine optimale Pollenversorgung zu ermöglichen. Vor allem
die Frühjahrs- und SpätsommerpoIlenversorgung ist von großer
Bedeutung für die Aufwärtsentwicklung nach der Winterpause und
zur Anlage des Fett-Eiweiß-Polsters der Winterbienen im Spätsom-
mer. Bei standortbedingtem Blütenpollenmangel ist unbedingt ein
Wechsel des Standorts notwendig.

Der Pollenbedarf eines Bienenvolks während der Vegetation beträgt


zwischen 30 und 50 kg. Das Sammeln von PoIlenwaben aus dem
Pollenüberangebot während der Rapsblüte ist eine sehr gute Mög-
lichkeit zur Vorsorge und Behebung von Pollenmangel im Frühjahr.
PoIlenmangel löst in den Bienenvölkern Kannibalismus aus.

Was Pollenmangel bewirkt, veranschaulicht immer wieder das


Schrumpfen der Trachtvölker während der Waldtracht in den ausge-
dehnten Fichten- und Tannenforsten der Mittelgebirge – im Gegen-
satz zur Heideblüte im Norden. Oft versagt die Heidetracht, aber
das gute Pollenangebot aus der Heide bewirkt, dass sich gesund
und gut versorgte Wintervölker aufbauen.
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Pollenersatz ist zu keinem Zeitpunkt ein Ausgleich und auch keine


Ergänzung zu Blütenpollen. Die Bienen sind an die Struktur des
Pollenersatzes nicht angepasst. Eiweiß bleibt im Bienendarm zu-
rück und bildet einen idealen Nährboden für Nosema.

„Die Pollenversorgung ist


der Schlüssel zu gesunden
und vitalen Bienen.“

Wasser
Wasser wird von den Bienen nicht bevorratet. Deshalb ist eine
hygienisch einwandfreie Wasserversorgung in Standnähe sehr
wichtig, vor allem im Frühjahr, wenn die Bienen oft nur weniger als
eine Stunde täglich ausfliegen können, um sich mit Wasser zu ver-
sorgen. Bevorzugt wird Wasser im leicht sauren Bereich mit einem
pH-Wert von 5 bis 6.

Die Bienen benötigen Wasser zur Bereitung des Futtersafts für die
Fütterung der Brut, zum Eigenbedarf, zum Lösen von Futterteigga-
ben und zur Kühlung der Stocktemperatur an heißen Sommertagen.

Honig
Honig als Bienenfutter ist unübertroffen. In den Monaten April bis
Juli liegt der durchschnittliche Tagesbedarf bei 500 g. Als Winterfut-
ter ist Honig aber meist ungeeignet. Wald- und Heidehonig sind zu
ballaststoffreich (Ruhrgefahr) und auch im Verkaufspreis zu attraktiv,
als dass sie als Bienenfutter Verwendung fänden.
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Wann beginnt ein
Bienenvolk zu hungern?
Ein erfolgreicher Imker besitzt Kenntnisse in Biologie, über
Gesundheit, Trachtangebote und die jahreszeitlich angepasste und
notwendige Futterversorgung im Bienenvolk. Durch konsequentes
Umdenken müssen wir hier klar zwischen menschlichen Bedürfnis-
sen und denen der Bienen unterscheiden.

In der Not ist der Mensch zu Höchstleistungen fähig, die Bienen


hingegen schränken alle Tätigkeiten ein. Im Überfluss hingegen
neigt der Mensch zu Trägheit und Faulheit, ganz anders die Bienen:
Erst im Überfluss setzen sie uns immer wieder mit ihren enormen
Leistungen in Erstaunen.

Nähern sich die Futtervorräte im Bienenvolk der 5-kg-Marke und


versiegt der Futterstrom von außen, beginnt schon der Hunger.
Stellen die Bienen fest, dass nicht mehr uneingeschränkt Futter zur
Verfügung steht, verringern sie die Bruttätigkeit, schlimmstenfalls
gehen sie ganz aus der Brut. Dies zu erkennen und entsprechend
gegenzusteuern, ist die erste Pflicht des Imkers. An Hunger sterben
in Deutschland weit mehr Bienenvölker als an den allseits so ge-
fürchteten Bienenkrankheiten.

Es ist heute wichtiger denn je, durch kombinierte Maßnahmen die


Imkerei auf eine sichere und erfolgversprechende Grundlage zu
stellen. Diese Maßnahmen umfassen Bekämpfungsstrategien zur
Gesunderhaltung, den Einsatz junger und leistungsstarker Königin-
nen, die Verwendung eines hygienisch einwandfreien Wabenbaus,
den Aufbau starker Wintervölker mit langlebigen, gut gemästeten,
gering belasteten Winter-
bienen und reichhaltiger
Futterversorgung.
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Erhaltungs-
fütterung
Im Frühjahr sind die Blütenpollen und die steigende Temperatur
Motor und Impuls für das rasante Wachstum der Bienenvölker.
Futter muss als reichliche Wintereinfütterung im Überfluss vorhan-
den sein. Die Natur bietet im zeitigen Frühjahr in der Regel keine
Nektartracht. Eine Reizfütterung zu diesem Zeitpunkt ist widerna-
türlich, den Bienen abträglich und vergeudet nur deren Kraft, die
ausschließlich in die Pflege der Brut fließen soll.

Ist Futter nicht im Überfluss vorhanden, sollte vorsichtshalber eine


Fütterung mit ambrosia Bienenfutter-Sirup vorgenommen werden.

"Blütenpollen und steigende Tempe-


ratur sind Motor und Impuls für das
Wachstum der Bienenvölker.“

Störungen vermeiden
Das Bienenvolk will im Frühjahr um jeden Preis eine harmonische
und optimale Aufwärtsentwicklung erreichen. Jede Störung zu
dieser Jahreszeit gilt es zu vermeiden – jeder Eingriff bringt einen
Tag Verlust in der Entwicklung. Eine gute Fluglochbeobachtung
sagt dem versierten Imker alles über das Innenleben im dunklen
Bienenstock.

Entscheidend für eine optimale Frühjahrsentwicklung sind Anzahl


und Zustand der Bienen, d. h. Masse, Gesundheit und physiolo-
gische Beschaffenheit, Futtervorrat, Pollenangebot und genügend
leere Zellen zur Bruterzeugung. Die optimale Frühjahrsentwicklung
ist also abhängig von der Spätsommer- und Herbstversorgung der
Völker. Auf eine sogenannte Reizfütterung im Frühjahr sollte ver-
zichtet werden, da sie bei den Bienen nichts außer Kraftvergeudung
durch Futterumarbeitung bewirkt.
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Notfütterung
Die Notwendigkeit hierfür kann zu jeder Jahreszeit eintreten und
sie muss umgehend vorgenommen werden. Der erste Eingriff
beschränkt sich im Winter wie im Sommer auf ca. 0,5 I FIüssigfutter,
am besten als ambrosia Sirup. Die körperwarme Lösung wird in
die Wabengassen direkt auf die Bienen verteilt. 2 Stunden später
haben sich die Bienen gegenseitig sauber geleckt, sind erholt und
wieder mobil. Nun kann mit der notwendigen Fütterung von
ambrosia Sirup begonnen werden.

Winter-Notfütterung
Im Winter entfernt man die leeren Randwaben bis an den Bienensitz
und füllt diese Lücken mit angewärmten Futterwaben auf. Sind kei-
ne Futterwaben vorhanden, muss man eine Flüssigfütterung über
die Futtertasche einleiten. Hierzu eignet sich am besten angewärm-
ter ambrosia Bienenfutter-Sirup, der die Bienen in Notsituationen
am wenigsten belastet. Dabei ist es wichtig, dass ein Futtervorrat
von mindestens 5 kg geschaffen wird. Im zeitigen Frühjahr ist bei
günstiger Witterung eine Nachfütterung unerlässlich.

Sommer-Notfütterung
Im Sommer, bei noch ausstehender Trachtnutzung, darf eine Notfüt-
terung nur mit Honiglösung oder Honigwaben erfolgen, um eine
spätere Honigverfälschung auszuschließen. Eine Teigfütterung ist
im Winter und im zeitigen Frühjahr nicht anwendbar, da das Wasser
fehlt. Im Sommer ist sie möglich, wenn durch Flüssigfütterung
ein Vorrat geschaffen wurde und keine Tracht mehr genutzt wird.
Eine Notsituation im Bienenvolk hat immer einen Rückschlag in
der Entwicklung zur Folge, so dass wirtschaftliche Einbußen nicht
auszuschließen sind.
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Zwischenfütterung
Die Zwischenfütterung dürfte heute bei einem allgemein vor-
handenen Honigüberschuss eigentlich nicht mehr relevant sein.
Man belässt den Bienen zwischen den Trachten ein reichliches
Honigquantum, das hilft den Bienen und letztlich auch dem Imker.
Fütterungen zwischen den Trachten sind heute nicht nur relativ
teuer, sondern kosten auch viel Zeit und sind ein vermeidbarer
Arbeitseinsatz des Imkers.

In Notsituationen
Schrumpft dennoch einmal der Vorrat unter den Mindestwert von
5 kg – dies entspricht drei randvollen Honigwaben – beginnt die Not
im Volk. Hier helfen Honigwaben aus gut bevorrateten Völkern oder
wöchentliche Futtergaben von 2,5 kg ambrosia Bienenfutter-Teig im
Folienpaket. Das hilft über die nächsten kritischen Tage und Wochen
bis zum Einsetzen der Tracht hinweg. Die Völker bleiben vital, was
auch für die kommende Trachtnutzung von großer wirtschaftlicher
Bedeutung ist.
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Ableger-
fütterung
Ableger werden keiner Trachtnutzung zugeführt. Sie sind der
Garant und die Reserve fürs kommende Jahr. Man bildet 5–7 Wa-
benableger zur Zeit der Rapsblüte, die gut mit Futter und Pollen be-
vorratet werden. Bei Trachtangebot braucht man die Ableger nicht
zu füttern, ansonsten sollten sie alle 8–10 Tage
mit 2,5 kg ambrosia Bienenfutter-Teig von
unten mit dem Kunststoff-Futtergeschirr oder
dem praktischen 2,5-kg-Folienpaket versorgt
werden. Das ist arbeitssparend und die Auf-
wärtsentwicklung geht durch den ständigen
Futterstrom bei den Jungvölkern zügig voran.

Bei entsprechender Pflege und Erweiterung


mit Jungfernwaben aus der Rapstracht beset-
zen die Ableger Ende Juli zwei Zargen mit 20
NM-Waben. Die Auffütterung erfolgt ab Ende
Juli wie mit ambrosia Bienenfutter-Teig.

Züchtung
Bei der Zucht muss man in puncto Fütterung vorausschauend
denken und handeln. 3–6 Wochen vor Einleitung der Zucht werden
die Pflegebienen erzeugt und erbrütet. Währenddessen ist eine
gute Versorgung mit Blütenpollen und Futter äußerst wichtig. Die
optimale Aufzucht der Pflegebienen ist eine der wichtigsten Voraus-
setzungen, um eine gute Annahme und Pflege besten Zuchtstoffs
zu gewährleisten. Das Füttern während der Pflege ist eher von
Nachteil, denn es lenkt die für die Betreuung des Zuchtstoffs
nötige Kraft in eine andere, ungewünschte Richtung. Wichtig sind
ausreichende Vorräte an Futter und Pollen. Die geflügelten Sätze
wie „Sammeln geht vor Pflege“ oder „Gute Honigzeit – schlechte
Zuchtzeit“ bestätigen diese Tatsache.
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Nur gut versorgte Ableger mit intakter Königin bringen ihre volle
Leistungsfähigkeit. Im spätsommerlichen Bienengarten gehen die
Bienen gut versorgt ins Winterhalbjahr.

Bei gutem Trachtangebot oder zu üppiger Fütterung während der


Pflege des Zuchtstoffs lässt sich feststellen, dass die Weiselzellen
gern miteinander verbaut werden. Dies gilt es zu vermeiden. So
postiert man seine Pflegevölker nach der Gabe des Zuchtstoffs
besser dort, wo wenig Nektartracht zu erwarten, aber dennoch eine
gute Blütenpollenversorgung möglich ist.

„Von ausschlaggebender Bedeutung


ist heute [...] die hervorragende Quali-
tät unseres Honigs zu gewährleisten.“

Gefahr der Honigverfälschung


Zucker lässt sich heute problemlos im Honig nachweisen – wie
auch alle anderen Fremdstoffe, die nicht hineingehören. Die Qualität
des Honigs bestimmt den Absatz in der Imkerei. Wir werben mit
Unverfälschtheit, Reinheit und dem Slogan „Von der Wabe direkt ins
Glas“. Deshalb muss, solange der Honigraum auf dem Volk ist, eine
Flüssigfütterung, außer mit eigenem Honig, tabu sein!

Nicht die Gesunderhaltung und die Überwinterung unserer Bienen-


völker sind heute das Problem; von ausschlaggebender Bedeutung
ist heute die Unangreifbarkeit durch Presse und Verbraucherver-
bände. Daraus ergibt sich, dass die hervorragende Qualität unseres
Honigs zu gewährleisten ist.
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Auffütterung
des Wintervorrats
Zur Auffütterung des Wintervorrats werden im Folgenden drei
Varianten geschildert, die je nach Betriebsweise und Ansprüchen
des Imkers ihre Bedeutung und Berechtigung haben. Die folgenden
Aussagen gelten für eine zweiräumige Überwinterung mit 20 NM-
Waben. Der Raum muss der Bienenmasse angepasst sein.

Als Faustregel für die Einfütterung gilt: 1 Liter ambrosia Bienen-


futter-Sirup, 1 kg ambrosia Bienenfutter-Teig oder 1 kg Zucker pro
NM-Wabe.

Nur mit ambrosia Bienenfutter-Teig


Nach Trachtende um den 20. Juli bekommen die Völker nach Ent-
nahme des Honigs (ca. 3 kg Honig sollten im Volk verbleiben) und
dem Ordnen des Wintersitzes ein Paket von 15 kg ambrosia Bienen-
futter-Teig. Dazu entfernt man vom Teigpaket den Pappdeckel mit
der obenliegenden Folie und dreht das Futterpaket um 180°, damit
die Abnahmefläche direkt über dem Bienensitz auf dem Rahmen
liegt. Zur Gebrauchsfertigkeit: Leerzarge mit Deckel aufsetzen.

Nach 10–14 Tagen ist der Teig verzehrt und ein 1/2 Paket ambrosia
Teig ist nachzureichen. Mit dem belassenen Honig von ca. 3 kg
haben die Völker ihr volles Winterquantum an Futter erhalten und
sind um den 20. August fertig eingewintert. Eine spätere Nachfütte-
rung sollte immer mit ambrosia Bienenfutter-Sirup vorgenommen
werden, um die Winterbienen zu schonen. Der große Vorteil dieser
Variante liegt in dem für die Bienen lang anhaltenden Futterstrom
(Spätsommer-Erhal-
tungsfütterung). Das
Ergebnis sind optimal
gepflegte, unbelastete
und gut entwickelte
Winterbienen.
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Die „alten Tanten“ an Sommerbienen verrichten noch ihre nötige


Arbeit, bevor sie für immer aus dem Volk verschwinden.

Gut versorgte und unverbrauchte Wintervölker sind die Folge


dieser Auffütterungsweise. Ein weiterer Vorteil liegt im extensiven
Arbeitseinsatz des Imkers. Eine Bienentränke muss bei Teigfütte-
rung immer in Standnähe vorhanden sein, um den Wasserbedarf
zu decken. Räubereigefahr besteht bei Fütterung mit ambrosia
Bienenfutter-Teig nicht.

Mit ambrosia Bienenfutter-Teig


und ambrosia Bienenfutter-Sirup
Wie schon bei Variante 1 beschrieben, wird zunächst ein Paket
ambrosia Bienenfutter-Teig dazugegeben. Die Völker sind nun gut
versorgt und der ständige Futterstrom hält das Brutgeschäft in
Gang.

Eine Teigfütterung zu dieser Jahreszeit, also Ende Juli bis Anfang


August, wirkt sich physiologisch günstiger als eine Flüssigfütterung
auf die Qualität des entstehenden Wintervolks aus. Gerade in der
Urlaubszeit der Imker ist diese Variante ein großer Vorteil. Ende Au-
gust bis Anfang September wird die fehlende Restmenge mit 8–10
Liter ambrosia Bienenfutter-Sirup ergänzt. Diese Variante verbindet
die Spätsommer-Erhaltungsfütterung mit der schnellen und kaum
belastenden Restauffütterung im September.

Nur mit ambrosia Bienenfutter-Sirup


ambrosia Bienenfutter-Sirup entfaltet seine ganzen Vorteile bei
der späten Einfütterung und ist hier unübertroffen. Dies wirkt sich
besonders positiv für den Spättracht-Imker aus. Gestresste, stark
belastete Winterbienen nach Nutzung der Spättracht bedürfen be-
sonders schonender Behandlung. Hier zeigt sich ganz deutlich
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der Vorteil des ambrosia Bienenfutter-Sirups gegenüber der her-


kömmlichen Einfütterung mit Zuckerwasser im Verhältnis 3 : 2 oder
1 : 1. Begründet liegt dieser Vorteil in der Zusammensetzung von
ambrosia Bienenfutter-Sirup, bestehend aus Einfachzuckern wie
Fructose und Glucose und seiner hohen Nährstoffkonzentration von
72,7 % Trockensubstanzanteil. Hinzu kommt ein deutlich günsti-
gerer Energieverbrauch für die Futterumarbeitung. Die Einsparung
gegenüber der herkömmlichen Fütterung liegt bei ca. 15 %.

Die späte Wintereinfütterung beginnt um den 20. September und


dehnt sich oft bis Mitte Oktober aus. Mit 17 Liter eingefüttertem
ambrosia Sirup bei einer geringen Resthonigmenge im Volk von
1–2 kg lässt sich der Anschluss an die Frühtracht gut erreichen,
ohne dass Futtermangel herrscht. Bei der konventionellen Zucker-
wasser-Fütterung zur Einwinterung muss 20 kg Zucker, gelöst im
Verhältnis 3 : 2, eingefüttert werden, um die gleiche Futtermenge im
Volk zu haben wie bei der Fütterung mit 17 Liter ambrosia Bienen-
futter-Sirup.

Bei parallelen Fütterungsversuchen mit Zuckerwasser 3 : 2 und


ambrosia Bienenfutter-Sirup wurde festgestellt, dass die mit am-
brosia Bienenfutter-Sirup aufgefütterten Völker 3–6 Tage schneller
mit der Aufbereitung und Verdeckelung des Winterfutters fertig
waren.
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Bienenpflege
der Heidetrachtvölker
Für die rasante Frühjahrsentwicklung im März/April sind die
Vorräte einer reichhaltigen Wintereinfütterung mit ambrosia Bienen-
futter-Sirup, die ansteigende Temperatur, der Pollen von draußen
und die physiologische Beschaffenheit der Bienen entscheidend.
Winterbienen müssen gesund und während ihrer Aufzucht optimal
gepflegt und wenig durch Varroen belastet sein.

Brutpflege und Futterbereitung im Herbst sollten möglichst gering


zum Tragen kommen. Das gewährleistet ihre Langlebigkeit, ein
gutes Fett-Eiweiß-Polster garantiert bestmögliche Brutpflege und
Durchlenzung. Einmal während der Vegetationsphase müssen die
Bienen im Überfluss leben können. Hierzu eignet sich am besten
die Rapstracht im Mai/Juni. Jeder Imker sollte diese Gelegenheit
unbedingt nutzen. Die Rapsblüte ist ein wahrer Jungbrunnen für
die Bienen. Fünfzehn bis zwanzig Mittelwände werden ohne Pro-
bleme im Honigraum bestens ausgebaut und mit Honig gefüllt.

„Die Rapsblüte ist ein wahrer


Jungbrunnen für die Bienen.“

Die Ablegerbildung gegen Ende Mai, kurz vor Beginn des


Schwarmtriebes, wirkt sich bei diesem Überfluss an Tracht, Pollen
und Bienen nur positiv auf alle Belange der Bienenpflege aus. Die
Ablegerbildung mit der einhergehenden Rotation ist betriebswirt-
schaftlich in der heutigen Zeit ein absolutes Muss. Nach Ende
der Raps- und Frühtracht bis zum Einsetzen der Sommertracht
haben wir in unserer Region immer eine mehr oder minder lange
Trachtlücke von bis zu drei Wochen. Spätestens nach dem fünften
Tag Trachtlosigkeit muss mit einer ständigen Trachtlückenfütterung
begonnen werden, die bis zum einsetzenden Nektarfluss anhält.
2,5 kg ambrosia Bienenfutter-Teig im praktischen Folienpaket von
Nordzucker pro Woche erhalten die Trachtbereitschaft im Bienen-
volk aufrecht, ohne den Honig zu verfälschen. Im Sommer führen
Hunger und Unterversorgung immer zu rückläufiger Brut, nachlas-
sender Trachtbereitschaft und weniger Winterbienen.
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Anfang Juli ermittelt eine Milbendiagnose den augenblicklichen


Befallsgrad und das weitere Vorgehen. Spätestens um den 20. Juli
nach Trachtende muss der Sommerhonig abgeerntet werden. An
Vorräten müssen den Heidevölkern mindestens vier volle Honigwa-
ben belassen werden. Das entspricht mit den Honigkränzen in etwa
7,5 kg. Es müssen bis zum Einsetzen der Heidetracht wöchentlich
2,5 kg ambrosia Bienenfutter-Teig als Erhaltungsfütterung zur Verfü-
gung stehen.

Dieses Futterpaket mit einer täglichen Abnahme von ca. 400 g wird
komplett für Brutpflege und Eigenbedarf benötigt. Mit Einsetzen
der Heidetracht wird die Fütterung eingestellt. Sobald Nektar fließt,
vernachlässigen die Bienen den Teig. Bei Teigfütterung muss immer
für eine nicht versiegende Wasserquelle gesorgt werden.

Durch den ständigen Futterstrom bis zur Tracht werden das Brut-
nest und die Brutpflege aufrechterhalten. Die Gesundheit, Vitalität,
Trachtbereitschaft, Volksstärke und Erzeugung gering belasteter
und optimal gepflegter Winterbienen wird gefördert.

Bei guter Heidetracht und weiterem Nachlassen der Volksstärke ist


es von großem Vorteil, gegen Ende August eine Zarge mit reifen
Honigwaben abzuschleudern und das Volk um diese Einheit weiter
einzuengen. Damit wird schon ein wesentlicher Teil der Endab-
schleuderung erledigt, der eigentliche Vorteil liegt aber in der
Einengung und der daraus resultierenden besseren Verarbeitung
und Reifung des Heidehonigs durch die Bienen. Durch die Einen-
gung ist die Warmhaltung in der Beute optimiert und es entsteht
eine kompaktere Honigstapelung um das weiter zurückgehende
Brutnest.

Mit der Endabschleuderung verbinden sich gleichzeitig zwei Ar-


beitsgänge, die zusammen abgewickelt werden. Es ist effektiver
und für die Bienen schonender, alles in einem Eingriff zu erledigen,
als mehrmals von neuem zu beginnen. Das mindert die Räu-
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bereigefahr, die Stressbelastung für die Bienen ist wesentlich gerin-


ger. Von zehn Völkern werden die fünf zur Überwinterung vorgese-
henen als erste abgeerntet. Die gesamte verdeckelte Brut wird mit
entnommen, eine Perizin- oder Oxalsäurebehandlung durchgeführt
und die fehlenden Wabenlücken werden mit Pollenwaben in der
Mitte und mit einmal bebrüteten oder Jungfernwaben zum Rand hin
bestückt. Danach wird der Futtertrog aufgesetzt und mit ambrosia
Bienenfutter-Sirup. Vor das Flugloch kommen ein Absperrgitter und
eine Einlaufplatte, schräg bis zum Boden reichend.

„Bis zum Einsetzen der Heidetracht müs-


sen wöchentlich 2,5 kg ambrosia Bienen-
futter-Teig zur Verfügung stehen.“

Die fünf aufzulösenden Völker werden Wabe für Wabe auf die Ein-
laufplatte abgestoßen. Die Bienen laufen nach kurzer Orientierung
schnell in das zugeordnete Volk ein – ohne Beißerei. Die Königin
bleibt am Absperrgitter hängen und wird sofort abgedrückt.

Honigwaben, Brut- und Leerwaben müssen für die Bienen sofort


unzugänglich gemacht und verstaut werden. So lässt es sich ohne
Probleme zügig und belästigungsfrei arbeiten. Am nächsten Nach-
mittag gibt es die nächste Futtergabe, dann einen Tag Verarbei-
tungspause, anschließend die Restauffütterung. So wird bis Ende
September 17 Liter ambrosia Bienenfutter-Sirup pro Volk gefüttert.

Im November steht eine weitere Milbendiagnose an. Sie ist zwin-


gend notwendig, um sicher zu sein, dass der Befallsgrad gering ist.
Fällt weniger als eine Milbe pro Tag an, ist keine weitere Behand-
lung mehr nötig. So endet das Jahr und gut versorgte und gering
belastete Bienenvölker garantieren eine sichere Überwinterung mit
gesunden und vitalen Bienen für die kommende Saison.
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Der 16-kg-Cubitainer
Der 16-kg-Cubitainer hat sich in der Praxis bestens bewährt.
Diese einmalige Kombination von Flüssigfutter in Verbindung mit
Transport- sowie Verpackungsbehältnis und Futtergeschirr er-
leichtert die stressige Wintereinfütterung erheblich und bietet
weitere Vorteile:

– keine Räubereigefahr, da kein Verschütten oder Auslaufen mehr


möglich ist
– hygienisch einwandfreie und die Lebenskraft der Bienen scho-
nende Völkerversorgung
– kein weiteres Futtergeschirr mehr nötig
– beliebige Wiederverwendung und Nachfüllung möglich
– daraus resultierende Kosteneinsparungen
– extensiver Arbeitseinsatz
– bei jeder Tageszeit einsetzbar
– sehr lange haltbar und lagerfähig, da unanfällig für mikrobiolo-
gischen Verderb
– einfache, kräfteschonende Handhabung

Die praktische Anwendung


Beim Magazin von oben in einer Leerzarge oder bei der Hinterbe-
handlungs- und Trogbeute im ausgeräumten Honigraum findet der
16-kg-Cubitainer seinen Platz. Über ein Steigrohr (im Imkerfach-
handel erhältlich) ist es für die Bienen mühelos und sicher, ihr Futter
in den Waben als Vorräte zu deponieren. Ohne das Steigrohr mit
Boden darf eine Direkteinfütterung nicht vorgenommen werden, um
Bienenverluste durch Ertrinken zu vermeiden. Ein weiterer Hinweis:
Nach dem Entfernen der perforierten Öffnung den Verschlussdeckel
von der Hülle schrauben und das Steigrohr einführen. Dabei die
Hülle weder hochziehen noch herunterdrücken. Eine Rahmenleiste
über dem Steigrohr verhindert das Hochdriften desselben und
erleichtert den Bienen den Einstieg.
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Das 2,5-kg-Folienpaket
Neu im ambrosia Programm von Nordzucker ist das 2,5-kg-
Folienpaket. Der Bienenfutterteig ist im 12,5-kg-Paket mit jeweils
fünf Einheiten pro Karton erhältlich.

Hier ist dem Imker ein Produkt in gewohnter und bewährter


Nordzucker-Qualität an die Hand gegeben, das viele Vorteile in
sich vereint:

– praktisch, handlich, immer griffbereit


– hygienisch in der Anwendung
– lange Haltbarkeit
– extensiv in der Anwendung
– bestens geeignet zur Trachtlückenfütterung, zum Aufbau der
Ableger, der Versorgung der Heidevölker vor Trachtbeginn und
zur Bevorratung der Begattungsvölkchen in der Königinnenzucht
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Die praktische Anwendung

Ein schmaler Schlitz von ca. 2 cm Breite, mit einem Messer über
die flache Längsseite zur Abnahme durch die Bienen aufgeschnit-
ten, garantiert eine maximale Tagesabnahme von 300–400 g.
Diese Menge wird ohne Stapelung in den Waben für den täglichen
Eigenbedarf und zur Versorgung der Brut benötigt. So besteht keine
Honigverfälschung während der Trachtlückenfütterung. Ein Nachfüt-
tern alle sieben Tage ist unerlässlich, bis die Tracht wieder einsetzt,
damit die Bienen die Brut nicht vernachlässigen.

Bestens geeignet, da leicht portionierbar, ist das 2,5-kg-Folienpaket


zur Bevorratung der Begattungsvölkchen im EWK und MWK.
Vor dem Befüllen der Vorratskammer im aus Holz bestehenden
EWK ist diese mit flüssigem Bienenwachs zu versiegeln, damit das
Holz nicht die Feuchtigkeit aus dem Teig ziehen kann und eine leich-
te Abnahme durch die Bienen gewährleistet bleibt.

Viel Spaß und Erfolg wünscht Ihnen

Ihr Klaus-Michael Fülle


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10
wichtige Punkte
zum Start ins Bienenjahr mit gesunden und langlebigen Winter-
bienen:

1. Mit dem Trachtende ab 20. Juli muss über eine angepasste


Erhaltungsfütterung (am besten mit ambrosia Bienenfutter-Teig)
das Brutgeschehen auf hohem Niveau gehalten werden.

2. Eine Varroa-Befallskontrolle und die Reduzierung der Milben-


population müssen einhergehen. Dabei auf mögliche
Reinvasion achten.

3. Die „alten Tanten“ im Bienenvolk sollen noch die Arbeit der


Futterbereitung erledigen.

4. Die Larven müssen im Futtersaft schwimmen.

5. Ab September ist über eine Fütterung eine Winterbienen-


erzeugung nicht mehr möglich.

6. Die Winterbienen müssen noch ausfliegen können, um sich das


nötige Fett-Eiweiß-Polster anfressen zu können.

7. Winterbienen beginnen zu altern, sobald Brutpflegearbeiten


oder andere Drüsenarbeit wie Futterbereitung zum Tragen
kommt.

8. Den Alterungsprozess der Winterbienen durch eine möglichst


lange Brutpause hinauszögern.

9. Ab Mitte August nur noch ambrosia Bienenfutter-Sirup füttern,


der durch seine Invertierung und auf die Bedürfnisse der Bienen
optimal abgestimmte Zusammensetzung nur noch sehr gering
belastet.

10. Die Bevorratung eines starken und gesunden Bienenvolks sollte


Ende August 20 kg Winterfutter nicht unterschreiten.
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ambrosia
Lieferprogramm
Der ambrosia Bienenfutter-Sirup sollte kühl, aber nicht unter
10 °C gelagert werden. Große Temperaturschwankungen sind mög-
lichst zu vermeiden. Der Sirup ist in 14-kg-Kunststoffeimern, in
16-kg-Cubitainern zur rationellen Direkteinfütterung mit Steigrohr
und in 28-kg-Nachfüllcubitainern erhältlich. Der gelochte Futterde-
ckel für den 14-kg-Eimer und das Steigrohr für den 16-kg-Cubitai-
ner sind ebenfalls bei Ihrem Fachhändler zu bekommen. 14 kg ent-
sprechen 10 Liter Sirup, 1 Liter Sirup entspricht 1 kg Kristallzucker.

ambrosia Bienenfutter-Sirup ambrosia Bienenfutter-Teig


14-kg-Eimer 15-kg-Karton
16-kg-Cubitainer 5 x 2,5-kg-Folienpakete im Karton
28-kg-Cubitainer
160-kg-/290-kg-Fass
ab 5 t lose per Tankwagen

Preise bitte bei Ihrem Fachhändler erfragen.

Haltbarkeit von ambrosia


Bienenfutterprodukten

ambrosia Bienenfutterprodukte sollten kühl gelagert werden.


Zwischen +10 °C und +20 °C sind sie gut aufgehoben und im
Originalgebinde problemlos über ein Jahr lagerfähig. Dabei ist Kälte
weniger schädlich als Wärme. Bei Frost kann ambrosia Bienenfut-
ter-Sirup trüb werden, bleibt aber flüssig. Erhöht sich die Tempe-
ratur wieder, schwindet die Trübung. Lagerung von Teig und Sirup
über den Sommer in sich aufheizenden Garagen und Schuppen ist
zu vermeiden. Das beste Lager ist ein kühler Keller.

Durch den hohen Zuckeranteil im ambrosia Bienenfutter-Sirup von


72,7 % ist der Schutz vor mikrobiologischem Verderb gegeben.
Das gilt nicht mehr bei Verschmutzung durch Umfüllen in andere
Behälter. Auch einmal im Gebrauch gewesene Sirupreste oder mit
Wasser verdünnter Sirup müssen baldmöglichst verbraucht oder
vernichtet werden. Ihre Lagerfähigkeit ist stark vermindert.

ambrosia Bienenfutter-Teig muss mäusesicher aufbewahrt werden.


Resümee
1. Ein Bienenvolk darf nie darben. Eine Notsituation tritt schon ein,
wenn die Vorräte des Volkes 5 kg unterschreiten.

2. Solange der Honigraum auf dem Volk ist, darf keine Zucker-
fütterung stattfinden.

3. Bienen überwintern mit ambrosia Fütterung besser als mit


Honig.

4. Nur einwandfreies Futter anwenden. Überaltertes Zuckerwasser


wird schlierig und wird von den Bienen nicht vertragen.

5. Für reichhaltiges Blütenpollenangebot sorgen.

6. Bei Honigfütterung nur eigene Ernte verwenden (Faulbrutgefahr).

7. Für eine hygienisch einwandfreie Wassertränke in Standnähe


sorgen.

8. Die gute Pflege und die Gesundheit der Bienen sind auch eine
Frage der jahreszeitlich angepassten Fütterung und Bevorratung.

Deshalb

Bienenfutter von Nordzucker


Gerne nennen wir Ihnen Fachhändler in Ihrer Nähe.

Nordzucker AG, 38100 Braunschweig

Telefon (05 31) 24 11-0, Telefax (05 31) 24 11-1 96

www.nordzucker.com