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Pressestelle des Senats

30. Juli 2010/bsg30

Gemeinsame Empfehlungen
Runder Tisch „Sexuelle Dienstleistungen“ legt Ergebnisbericht vor

Erstmals ist es gelungen, die in Hamburg aktiven Akteure rund um das Thema „Sexuelle
Dienstleistungen“ an einem runden Tisch zusammen zu bringen. Wie im Koalitionsvertrag
zwischen CDU und GAL vorgesehen, haben sich die Beteiligten über das
Prostitutionsgesetz, Ausstiegshilfen und Rahmenbedingungen ausgetauscht. Nach 14
Monaten gemeinsamer Arbeit wurde nun der Ergebnisbericht vorgelegt. Darin werden
Empfehlungen ausgesprochen, die zum einen mögliche kriminelle Einflüsse oder
Aktivitäten im Prostitutionsmilieu erschweren bzw. verhindern sollen. Zum anderen werden
Möglichkeiten erörtert, um Prostituierte gezielt zu stärken. Der Bericht wird nun in den
Fachbehörden geprüft, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

„An diesem Runden Tisch ist es erstmalig gelungen, alle wesentlichen Akteure aus Behörden und
Beratungseinrichtungen zusammen zu bringen. Allein diese Tatsache, dass sich Fachleute getrof-
fen haben, die sich mit ganz verschiedener Aufgabenstellung und aus unterschiedlicher Perspekti-
ve mit dem Thema Prostitution beschäftigen, ist bereits ein Erfolg“, so Gesundheitssenator Diet-
rich Wersich. „Dass es neben einstimmig befürworteten Empfehlungen auch unbeantwortete Fra-
gen gibt, ist nicht überraschend und bedarf nun einer genauen Aufarbeitung. Die Ergebnisse wer-
den dazu beitragen, die Gleichbehandlung und Rechtssicherheit von Prostituierten auf der einen
Seite und die Bedarfe der Bevölkerung sowie auch Aspekte des Jugendschutzes auf der anderen
Seite miteinander in Einklang zu bringen.“

Am Runden Tisch waren neben Vertreterinnen und Vertretern der Fachbehörden und Bezirke
zahlreiche beratende und betreuende Einrichtungen aus ganz Hamburg vertreten. Zu den im
Bericht genannten Empfehlungen zählen u.a. die Forderung nach besseren Regelungen für
Prostitutionsstätten (z.B. durch Einführung einer Erlaubnispflicht), eine einheitliche Anwendung
bestehender Bestimmungen (z.B. aus dem Baurecht oder der Arbeitsstätten-Verordnung) oder die
Förderung der Selbstorganisation von Prostituierten (z.B. hinsichtlich Wissen um Rechte und
Pflichten oder zu Hilfe- und Beratungsmöglichkeiten). Eine Selbstorganisation könnte zudem
zukünftig die Informationsvermittlung bzw. den Austausch mit Prostituierten unterstützen, so dass
in weiteren Schritten nicht nur über sie, sondern auch direkt mit ihnen gesprochen werden kann.
Einig waren sich die Vertreterinnen und Vertreter am Runden Tisch auch, dass lokale Besonder-
heiten im Blick behalten werden müssen. Dies ist notwendig, um vor Ort, z.B. mit einem Runden
Tisch Sexuelle Dienstleistungen St. Georg, spezielle Konflikte aufzuarbeiten und zu lösen. Weiter
gilt es auch, das bestehende Angebot zum Ausstieg aus der Prostitution im Auge zu behalten, um
gesicherte Erkenntnisse über Ausstiegsmotivation oder über die Möglichkeiten, einen Einstieg in
die Prostitution zu verhindern, zu gewinnen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass hinsichtlich vieler Bewertungen oder Handlungsoptionen


Einverständnis hergestellt wurde. Hingegen wurde, z.B. in der Haltung zu einer Meldepflicht für
Prostituierte, keine gemeinsame Haltung gefunden.

Unter Koordination der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz waren
beim Runden Tisch Sexuelle Dienstleistungen neben anderen Fachbehörden (u.a. JB und BfI) und
verschiedenen Bezirken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Café Sperrgebiet (Diakonisches
Werk), von ragazza e.V, amnesty for women, TAMPEP/INDOORS, team.arbeit.hamburg,
Ratschlag Prostitution, Koofra e.V. (Koordinierungsstelle gegen Frauenhandel), der Kaffeeklappe
(Diakonisches Werk), Basis-Projekt e.V., der Agentur für Arbeit und des Grone Netzwerks
Hamburg vertreten. Die Empfehlungen werden nun mit den Spitzen anderer Behörden beraten, um
weitere Schritte absprechen zu können.

„Ich begrüße es, dass die zielgerichtete und effektive Zusammenarbeit der Beteiligten am runden
Tisch keineswegs mit dem Bericht endet“, so Gesundheitssenator Wersich. „Neben vielen
Empfehlungen, die es nun zu prüfen gilt, zeigt z.B. die geplante Einrichtung eins runden Tisches
sexuelle Dienstleistungen in St. Georg, dass die Beteiligten auch weiterhin gemeinsam an einem
Strang ziehen wollen.“

Der Bericht steht Ihnen als Anlage zu dieser Pressemitteilung im Internet unter
www.hamburg.de/bsg oder zusammen mit weiteren Informationen in Kürze unter
www.hamburg.de/gesundheitsfoerderung zur Verfügung.

Für Rückfragen der Medien:


Rico Schmidt,
Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz
Tel: (040) 4 28 63 - 34 78, Fax: (040) 4 28 63 - 38 49,
E-Mail: pressestelle@bsg.hamburg.de, Internet: www.hamburg.de/bsg