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Wie stelle ich ein Roggensubstratglas her?

Substratmischung, für Experimente bleibt später Zeit.
Substratmischung, für Experimente bleibt später Zeit.

Benötigt wird:

-Gläser für das Substrat (hier 440ml Einmachgläser) -Roggen -Aquarienfilter-Watte (Polyfill) als Luftfilter -Vermiculit -Klebeband (dickes tesa Tape) -DampfDruckKochTopf

Arbeitsablauf: (hier spielt Sterilität noch keine Rolle)

Man nehme für ein 440ml Einmachglas etwa 90g Roggen. Den Roggen lässt man jetzt im Wasser für etwa 3-4 Stunden aufquellen. (Ich übergieße ihn mit kochendem Wasser um eventuelle Keimung zu verhindern, klappt manchmal aber ist nicht tragisch wenn ein paar Keimlinge austreiben.) Nach dem Quellen wird der Roggen durch ein Sieb abgegossen und in einen Kochtopf getan. Hier wird wieder mit reichlich Wasser aufgegossen. Das Ganze lässt man jetzt ca. 15 Minuten ganz leicht köcheln. Ziel ist, dass der Roggen weiter aufquellt und sich schön vollsaugt. Nach dem Kochen wird der Roggen direkt in ein Sieb abgegossen, so verdampft unter gelegentlichem umwälzen die überschüssige Feuchtigkeit und ihr bekommt ein perfekt hydriertes Substrat. Nach ca. 1-2 Stunden ist das überschüssige Wasser verdampft und der Roggen ist bereit.

->Zu nasses Substrat führt fast immer zu einer Hefe Konti!

Nun werden die Gläser vorbereitet. Mit einem Nagel bekommt der Deckel 1 oder 2 Löcher zum Inokulieren der Sporen. In die Mitte des Deckels sticht man mit einem großen Schraubendreher ein etwa 1,5cm breites Loch. Damit die „verletzten“ Blechdeckelstellen nicht so sehr rosten, nimmt man einen Lackstift (z.B. edding) und malt zweimal über jede durchbohrte Stelle. (Rost könnte das Myzel schädigen) Wenn der Deckel nun fertig ist, nimmt man die Aquarienfilter-Watte und formt einen Pfropfen, sodass man ihn mit etwas Kraftaufwand durch das große Loch im Deckel stopfen kann. Das Polyfill guckt dann auf beiden Seiten des Deckels

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

etwas raus und das ist gewollt, es muss etwas straff drin stecken aber so, dass auch sicher etwas Luft durch passt.

Hier findet später der Gasaustausch statt.

Jetzt füllt man 1 cm Vermiculit auf den Boden des Glases. Darauf gibt man dann den vorbereiteten Roggen und lässt oben 2-3 cm Luft zum Deckel hin damit das Substrat wenn möglich nicht das Polyfill berührt. Nun wird der Deckel fest aufgeschraubt und mit einer doppelten Alufolie- Schicht oben rum zugedeckt. Der Polyfill-Knubbel wird dabei etwas die Folie wölben, das ist aber egal. (Die Folie soll schön andrücken, damit so wenig wie möglich Schmutz vor dem Beimpfen eindringen kann.) Nun nimmt man den Druckkochtopf und stellt etwas als Distanzstück auf den Topfboden damit die Gläser beim Kochen nicht den Boden berühren und kaputt gehen! Die Gläser werden jetzt in den Topf gestellt und genug Wasser wird hinzugefügt. Das ganze wird nun auf höchster Stufe für mindestens 90 Minuten sterilisiert.

Hat man keinen Druckkochtopf zur Verfügung kann man hier keine auseichende Sterilisation des Substrats versprechen! Nach den 90 Minuten wird das Ganze für mindestens 8 Stunden in Ruhe zum Abkühlen im geschlossenen Topf gelassen. Zu warmes Substrat tötet die Sporen!

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Ab jetzt muss man steril arbeiten.

Wie stelle ich eine Sporenspritze aus einem Print her?

Man nehme ein kleineres Einmachglas z.B. 250ml und füllt es ca. bis zur Hälfte mit Wasser und sterilisiert das Ganze mit gelockertem Deckel für ca. 45min im Druckkochtopf. (Topf erkalten lassen und warten bis letztendlich das Wasser für die Sporen auch kalt ist.) Dann packt man den Print auf und kratzt mit einem sterilen Messer einige Sporen in das Wasser.

Man achte darauf evtl. einen Mundschutz zu tragen und nicht zu viel Zeit mit geöffnetem Glas zu benötigen. Ich mache dies immer im Bad, dort kann ich alles mit Desinfektionsspray

vollsprühen.

 

Messer und andere Gegenstände sprüh ich mit Desinfektionsspray ein und flamme alles mit

einem Gasbrenner ab.

 

Wenn die Sporen im Glas sind, schließt man den Deckel fest und schüttelt kräftig, damit die Sporen sich gut im Wasser verteilen und nicht verklumpen. Dieses Glas kann man nun über Monate im Kühlschrank lagern und bei Spritzenbedarf wieder verwenden. Um eine Sporenfixe aufzuziehen, schüttelt man das Glas mit dem Sporenwasser kräftig, öffnet es und saugt mit der neuwertigen Spritze das Sporenwasser ein.

Fertig.

Wie beimpfe ich das Roggensubstrat? (sterile Umgebung ist Pflicht!)

Man bereitet sich seine Arbeitsflächte gut vor und nimmt sich die Substratgläser zur Hand. Nun wird die Nadel der Spritze etwas mit dem Gasbrenner abgeflammt und dann für 20sec wieder abgekühlt. Dann wird die Alufolie vom Substratglas etwas aufgezogen und man spritzt insgesamt ca. 2-3ml Sporenwasser in das Glas, dabei kann man die Fixe etwas drehen damit die Sporen überall im Glas landen. Gut ist es wenn das Sporenwasser an den Glasinnenseiten runter fließt, um eine ordentliche Verteilung zu garantieren. Ist man mit einem Glas fertig wird die Alufolie wieder ein wenig übergezogen, sodass die Löcher wieder verdeckt sind. Ist man mit allen Gläsern fertig entfernt man jeweils die Alufolie und klebt die zwei Inokulations- Löcher mit dickem Klebeband zu. (tesa Tape) Das Ganze geht nun für etwa 20-30 Tage in den Inkubator o.Ä

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Ich halte die Temperatur bei konstanten 26°C da ich finde, dass dadurch die Gläser nicht so schnell kontaminieren aber da sollte jeder seine Temperatur finden. 28°C ist am idealsten da das Myzel sich bei dieser Temperatur rasend schnell entwickelt. Mehr als 30°C bedeutet auf Dauer Exitus! Eventuelle Kontaminationen erkennt man am Geruch der sich entwickelt (wie verfaultes Obst=Hefe) oder der Farbe (bunt = schlecht). Solche Gläser werden sofort entsorgt! Die Gläser werden niemals während des Durchwachsens geschüttelt das führt fast immer zu Kontis!

Ich habe festgestellt, dass es nicht zwingend notwendig ist die Gläser zu inkubieren, ein

warmes Plätzchen genügt schön.

 

So um die 20°C lässt die Gläser auch einwandfrei durchwachsen. Ein Schrank bietet sich also

hervorragend an wenn man nicht extra einen Inkubator rumstehen haben möchte.

 

Ist das Glas dann komplett weiß dick flauschig durchwachsen, ist es bereit zum casen.

weiß dick flauschig durchwachsen, ist es bereit zum casen. Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Wie baue ich ein „casing“? (steril arbeiten!)

Benötigt wird:

-durchwachsene Roggengläser -Perlit oder Seramis -feuchtes, pasteurisiertes Vermiculit o. Vermiculit/Cocohum (Verhältnis 1:1) -Frühstückstütenbeutel (die aus Folie von der Rolle) -Casingschale (z.B. Microbox oder einfache Küchendose) -evtl. eine 20L Mülltüte

Perlit oder Seramis kommt unten als Feuchtigkeitsspender in das Casing. Dafür wird es im Kochtopf einfach ein paar Minuten kräftig durch gekocht und dann ab gesiebt. Dann gebe ich es zum Abkühlen in eine saubere Schüssel mit Deckel. Alternativ kann man das ganze auch in der Mikrowelle ca 5 min bei max. Power behandeln, klappt auch ;) Ist es kühl wird es in die Casingschale geschüttet. (1,5 2cm hoch genügt)

Man nimmt das durchwachsene Glas und die neue kleine Frühstückstüte und gibt dort den Glasinhalt rein. Vorsicht, dass nicht zu viel Umgebungsluft dazu kommt! In der Tüte kann man das Substrat schön kleinbröseln um es dann in das Case zu füllen. Diese Schicht soll etwa 3cm dick sein. Oben drauf kommt dann etwas abgekochtes und ausgekühltes Vermiculit. Dieses soll feucht sein aber nicht triefen vor Nässe.

Alternativ kann man auch Cocohum und Vermiculit mischen und als Deckschicht verwenden, auch einfach abkochen und auskühlen lassen. Ich drücke das Deckschichtmaterial in den Händen aus, bis nur noch wenige Tropfen Wasser ausdringen und verteile es auf dem Substrat.

Handschuhe anziehen und zwischen den Arbeitsschritten desinfizieren, aber darauf achten

Handschuhe anziehen und zwischen den Arbeitsschritten desinfizieren, aber darauf achten

das kein Desinfekt mit Substrat oder Deckschicht in Berührung kommt.

Arbeitsschritten desinfizieren, aber darauf achten das kein Desinfekt mit Substrat oder Deckschicht in Berührung kommt.

Wenn alles fertig ist wird das Casing wieder etwa eine Woche bei 26°C-28°C inkubiert damit das Substrat wieder zu einem Block wächst und auch evtl. die Deckschicht durchwächst. Ist das geschehen kann das ganze zur Fruchtung aufgestellt werden. Am besten man wässert das Casing komplett mit kaltem Leitungswasser oder stillem Mineralwasser und stellt es dann 4-6 Stunden in den Kühlschrank. Das soll die Fruchtung aktivieren. Die beste Fruchtungstemperatur beträgt 23°C-24°C und eine Luftfeuchtigkeit (RLF) von etwa 90%(max RLF -> Fruchtungskammer von innen beschlagen).

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Technik zum befeuchten oder um die Luft zu tauschen ist nicht notwendig, ein Schluck Wasser

Technik zum befeuchten oder um die Luft zu tauschen ist nicht notwendig, ein Schluck Wasser in die Fruchtungskammer genügt und mit Zimmertemperatur sind die Wichtel

zufrieden.

nicht notwendig, ein Schluck Wasser in die Fruchtungskammer genügt und mit Zimmertemperatur sind die Wichtel zufrieden.

Viel Erfolg beim Grow! & immer schön ans printen und den FSRE denken!

Diese Anleitung beinhaltet keine neuen Grow-Verfahren es ist lediglich eine Anleitung wie man erfolgreich mit Roggen growen kann. Hauptsächlich werden hier eigene Erfahrungen und nützliche Tips&Tricks von den

ShroomGöttern ;) zusammengefasst und für Neulinge mundgerecht bereitgestellt.

 

Etwas Grundwissen und ein wenig Gehirn + die Fähigkeit, Google zu benutzen darf ich aber voraussetzen.

 
Google zu benutzen darf ich aber voraussetzen.   Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen
Google zu benutzen darf ich aber voraussetzen.   Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen
Google zu benutzen darf ich aber voraussetzen.   Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen

Aktualisiert am Dienstag, 26. Januar 2010 Enten-Housen