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Nutzwertanalyse Autor: Markus Niederastroth

Emilies Waschmaschine
Emilie ist glücklich. Endlich hat sie einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf gefunden. Leider
liegt der Ausbildungsbetrieb 70 Kilometer vom Wohnort ihrer Eltern entfernt. Zu weit weg, um täglich
zu pendeln. Deshalb bereitet sie zurzeit ihren Umzug vor.

Dabei gestaltet sich die Frage, welche Waschmaschine sie kaufen soll, besonders schwierig. Denn die
verschiedenen Geräte unterscheiden sich im Preis, dem Fassungsvermögen, den Umdrehungen beim
Schleudern, dem Wasser- und Stromverbrauch.

Emilies Eltern können bei diesem Problem auch nicht helfen. Sie haben sich ihre letzte
Waschmaschine vor zehn Jahren gekauft und sind nicht mehr auf dem neuesten Stand.
Deshalb recherchiert Emilie im Internet nach geeigneten Waschmaschinen. Drei von Stiftung
Warentest mit „sehr gut“ ausgezeichnete Alternativen kommen für sie in die engere Wahl. Aber welche
dieser Waschmaschinen ist für sie die beste?

Alternative A ist sehr preisgünstig, fasst maximal 5 kg Wäsche, schleudert mit 1.000 U/min, verbraucht
pro Wäsche 60 l Wasser und 0,85 kWh.

Alternative B befindet sich im mittleren Preissegment, fasst maximal 6 kg Wäsche, schleudert mit
1.200 U/min, verbraucht pro Wäsche 55 l Wasser und 0,34 kWh.

Alternative C ist am teuersten, fasst maximal 8 kg Wäsche, schleudert mit 1.400 U/min, verbraucht pro
Wäsche 50 l Wasser und 0,65 kWh.

Emilie befürchtet, dass sie sich nicht für die beste Alternative entscheidet, wenn sie das Problem aus
dem Bauch heraus löst. Deshalb beschließt sie, ihre Kaufentscheidung mit Hilfe einer
Nutzwertanalyse zu fällen.

Die Nutzwertanalyse

Die Nutzwertanalyse ist eine Methode, die einem dabei hilft, komplexe Alternativen systematisch
mit einander zu vergleichen, um dadurch die Alternative herauszufinden, die für einen selbst die
beste ist. Dabei geht man folgendermaßen vor:

1. Schritt: Man wählt Entscheidungskriterien aus, die einem persönlich wichtig sind, und nach
denen man die Alternativen vergleichen will.

2. Schritt: Man bewertet bei jeder Alternative, wie gut diese die jeweiligen Kriterien erfüllt.

3. Schritt: Man überlegt sich, wie wichtig einem die verschiedenen Entscheidungskriterien sind,
und gewichtet diese dementsprechend.

4. Schritt: Man ermittelt mathematisch die Nutzwerte der einzelnen Alternativen.

Die Alternative mit den meisten Punkten ist dann die optimale Lösung.

Zunächst wählt Emilie also Kriterien aus, die ihr persönlich wichtig sind, und nach denen sie die
Waschmaschinen später bewerten will. Wichtig scheinen ihr der Preis, die Umdrehungen beim
Schleudern und der Strom- und Wasserverbrauch. Das Fassungsvermögen ist ihr nicht so wichtig,
weil sie alleine natürlich keine Wäscheberge produzieren wird.

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Nutzwertanalyse Autor: Markus Niederastroth

Die Alternativen und Kriterien bildet sie dann in einer Tabelle ab.

Alternative A Alternative B Alternative C


Preis
Umdrehungen
Stromverbrauch
Wasserverbrauch

Anschließend bewertet Emilie die Kriterien bei den einzelnen Alternativen. Sehr gut geeignete
Kriterien bekommen viele Punkte, schlecht geeignete Kriterien bekommen wenige Punkte. Insgesamt
beschließt sie - wie in der Schule – Punkte von 1 bis 6 zu vergeben. Nur dass eine 1 jetzt natürlich
„ungenügend“ und eine 6 „sehr gut“ ist.

Alternative A Alternative B Alternative C


Preis 6 3 1
Umdrehungen 2 4 5
Stromverbrauch 2 4 5
Wasserverbrauch 1 6 3

Weil Emilie nicht alle Kriterien gleich wichtig sind, gewichtet sie diese unterschiedlich. Kriterien, die ihr
persönlich wichtig sind, bekommen eine hohe Gewichtung und weniger wichtige Kriterien eine
niedrige:
• Weil sie wenig Geld hat, ist ihr der Preis am wichtigsten. Diesen gewichtet sie mit 0,5.
• Weil sie keinen Wäschetrockner hat, sind ihr auch die Umdrehungen beim Schleudern wichtig.
Denn je schneller geschleudert wird, desto trockener wird die Wäsche. Deshalb gewichtet sie
diesen Punkt mit 0,2.
• Auch der Stromverbrauch ist ihr wichtig – schließlich steigen hier ständig die Preise. Deshalb
gewichtet sie auch diesen Punkt mit 0,2.
• Den Wasserverbrauch gewichtet sie nur mit 0,1, weil alle Geräte bereits sehr sparsam im
Wasserverbrauch sind.

Gewichtung Alternative A Alternative B Alternative C


Preis 0,5 6 3 1
Umdrehungen 0,2 2 4 5
Stromverbrauch 0,2 2 4 5
Wasserverbrauch 0,1 1 6 3
Summe

Aufgabe:

Ermitteln Sie nun bitte mathematisch die Nutzwerte der einzelnen Alternativen, indem Sie bei jeder
Alternative die Gewichtung mit den Bewertungen multiplizieren. Anschließend addieren Sie bei jeder
Alternative die zuvor ermittelten Produkte und tragen das Ergebnis in das Feld Summe ein. Diese
Summe stellt dann den Nutzwert der jeweiligen Alternative dar.
Welche Alternative hat die meisten Punkte und soll von Emilie gekauft werden?

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