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X. VERHÄNGNISVOLLES SCHWANKENc
cc

SEIT DEM 29. OKTOBER NAHM DAS SCHICKSAL HOFERS EINE TRAGISCHE
WENDUNG. WAR DER SANDWIRT IM BISHERIGEN BEWEGTEN VERLAUF DES
JAHRES 1809 SICH STETS SELBST TREU GEBLIEBEN UND HATTE IN DER EIGENEN
BRUST DEN BESTEN HALT UND WEGWEISER GEFUNDEN, SO GERIET ER VON NUN
IMMER MEHR UNTER DEN EINFLUSS FREMDEN WILLENS UND VERLOR SEINE
SELBSTSICHERHEIT. SKRUPELLOSE, FANATISCHE KREISE, DIE NUR IN DER
FORTSETZUNG DES AUFSTANDES IHR HEIL SUCHTEN, ZOGEN HOFER IN IHREN
BANN, BRACHTEN SEINE ENTSCHLUSSKRAFT INS WANKEN, TRIEBEN IHN ZUM
WORTBRUCH UND BEREITETEN DAMIT SEINEM UNTERGANG VOR. c

DIE ENTTÄUSCHUNG DER LETZTEN WOCHEN, DIE WIDERSPRECHENDEN


NACHRICHTEN ÜBER FRIEDEN UND HERANNAHEN DER ÖSTERREICHER, HATTEN
HOFERS VERTRAUEN ZERMÜRBT; NUR ZU WI LLIG LIEH ER JENEN MÄNNER SEIN
OHR, DIE NUN IN STEINACH UND SPÄTER IM GASTHOF Å LAMM ´ IN MATREI DEN
OBERKOMMANDANTEN UMDRÄNGTEN, IHM DEN FRIEDEN AUSREDENT, NAHE
HILFE ANKÜNDIGTEN UND SO DIE ERLÖSCHENDE GLUT DES KAMPFESWILLEN IN
HOFER WIDER ENTFACHTEN. ZU HASPINGER HAT SICH AUCH IN DEN LETZTEN
TAGEN DES OKTOBERS AUCH DER EHEMALIGE PUSTERTALER KOMMANDANT, DER
UNBEHERSCHTE, IN SEINEN PHANTASIEN UND REDEN ZÜGELLOSE JOHANN
MARIA VON KOLB, FERNER DER OBERKOMMANDANT DES KÄRNTNER LANDSTURMS,
JOHANN BAPTIST TÜRK, E IN GEBORENER INNSBRUCKER, EBENFALLS EIN
ANHÄNGER DER WEITERFÜHRUNG DES KAMPFES, GESELLT. c
ALS ZU MATREI AM 30. OKTOBER EINIGE BESONNENE MÄNNER WIE SIEBERER
UND WÖRNDLE HOFER SPRECHEN WOLLTEN, VERMOCHTEN SIE ÜBERHAUPT NICHT
ZU IHM VORDRINGEN. JOSEF VON STOLZ TRAF ENDLICH DEN SANDWIRT, DEM
MAN SCHNAPS IN DEN WEIN GEMISCHT HATTE, UM SEINEN KLAREN SINN ZU
TRÜBEN. AUF DIE VORSTELLUNG DES SCHÖNBERGERS FREUNDES, HOFER MÖGE
DOCH NICHT GLAUBEN, DASS ERZHERZOG JOHANN HERANNAHE UND SICH NICHT
SOLCH TRÜGERISCHEN HOFFNU NGEN HINGEBEN, FUHR HOFER AUF: Å UND I
GLABS DECHT; MIR SEIN DIE GLÄUBIGEN UND ÖS SEIDS DIE UNGLÄUBIGEN!´ c

INZWISCHEN WAR GENERAL DROUETS ABSCHLÄGIGE ANTWORT AUF HOERS


WAFFENSTILLSTANDSANGEBOT GEKOMMEN. NUN GAB ES KEIN ZÖGERN MEHR,
HOFER ENTSCHLOSS SICH ZUM ANGRIFF AM 1. NOVEMBER. IN EINEM LÄNGEREN
SCHREIBEN AN STRAUB TEILTE DER OBERKOMMANDANT SEINEM HALLER
WAFFENGEFÄHRTEN MIT, DASS DAS VOLK TROTZ DES ANGEBLICHEN
FRIEDENS ENTSCHLOSSEN SEI, SICH AUCH WEITERHIN ZU VERTEIDIGEN, UND
FUHR DANN U. A. FORT:´ DENN WAS BLEIBT UNS ÜBRIG; WENN SIE INS LAND
KOMMEN, NEHMEN SIE UNS DIE GEWEHRE AB UND DANN KÖNNEN SIE MIT UNS
MACHEN WAS SIE WOLLEN. WIR WERDEN DAHER EINEN VERZWEIFELTEN
STREICH WAGEN MÜSSEN UND DIESER MUSS ENTSCHEIDEN MIT GOTTES HILFE.
WIE LÄNGER WIR WARTEN, DESTO GEFÄHRLICHER IST ES MIT UNS UND WENN
SIE UNS AUF MEHREREN PUNKTEN ZUGLEICH ANGREIFEN WÜRDEN, MÜSSTEN
WIR DANN UNTERLIEGEN. LIEBER STRAUB, TUN SIE, WAS SIE KÖNNEN; WIR
SIND AM ÄUSSERSTEN, WIR WOLLEN ALLES c WAGEN ² GOTT WIRD UNS HELFEN.
SO KÖNNEN WIR´ S NICHT HABEN; HIN SIND WIR AUF ALLE FÄLLE. BELEHREN
SIE DAS VOLK UND LEBEN SIE WOHL!´ c
OBWOHL DER OBERKOMMANDANT DEN ANGRIFFSBEFEHL FÜR DEN 1. NOVEMBER
ERTEILT HATTE, TÄUSCHTE ER SICH DOCH KAUM ÜBER DIE WIRKLICHE LAGE DER
TIROLER. DEM KOMMANDANT MARTIN FIRLER, DER VOM LIKEN INNUFER AUS DEN
ANGRIFF EINLEITEN SOLLTE, SCHRIEB HOFER: c

Å EINDERSPÖREN THUEN WIR DEN FEIND NIENDERST, WIE ICH ES VERSTEHE.


VON ALLEN ORTEN LAUFFEN KLAGEN EIN, DAS FOLCKH RENNT STILLE DURCH UND
MIT WENIG FOLCKH SEIN WIR NICHT IM STANDE. MEINE MEINUNG IST, DU
SOLLST DEN FEIND NICHT ANGREIFEN, DAMIT ER DURCH DIE SCHARNITZ
DURCHKOMMEN KANN DAMIT WIR IHN SO AUS DEM LAND BRINGEN.´ DIESEM
BEFEHL FÜGTE HOFER NOCH DIE BEMERKUNG HINZU:´ DAS IST BEI DIR ALLEINIG
ZU HALTEN!´ c

FIRLER, DEM MANCHER DARSTELLER DER GESCHEHNISSE DIE HAUPTSCHULD AN


DEM UNGLÜCKLICHEN AUSGANG DES TREFFENS GEBEN, WEIL ER VIEL ZU SPÄT
DEN ANGRIFF BEGONNEN HABE, SCHEINT DURCH DIESEN BRIEF HOFERS ZUM
TEIL GERECHTFERTIGT. c

SO KAM ES AM ALLERHEILIGENTAG, DEM 1. NOVEMBER, ZUR LETZTEN SCHLACHT


AM BERG ISEL. SCHWERER NEBEL VERHINDERTE DIE SICHT INS TAL, WO
DROUETS ARTILLERIE MIT 24 GESCHÜTZEN IN DEN WILTENER FELDERN STAND.
DAS ZENTRUM DER TIROLER AUF DEM BERG ISEL BEFEHLIGTE ASCHBACHER, DEM
DANEY ZUR SEITE STAND, DEN LINKEN FLÜGEL HOFERS ADJUDANT DELAMA, DEN
RECHTEN FLÜGEL SPECKBACHER MIT HASPINGER. SO STARK DIE TIROLER
ZAHLENMÄSSIGG WAREN, SO WENIG EINHEITLICH WURDE DER KAMPF GEFÜHRT.
SCHON NACH EINGEN STUNDEN HATTEN DIE BAYRISCHEN GESCHÜTZE DIE BERG
² ISEL ² SCHANZEN
ZERTRÜMMERT, DER SCHWACH BESETZTE HUSSELHOF WAR GENOMMEN,
NATTERS GEWONNEN UND DIE BAUERN IM ZENTRUM IN DIE FLUCHT
GESCHLAGEN. EINZELNE ERFOLGE SPECKBACHERS BEI HALL UND VOLDERS
VERMOCHTEN DAS SCHICKSAL DES TAGES NICHT MEHR ZU WENDEN. c

SCHON AM NÄCHSTEN MORGEN, DEM ALLERSEELENTAG, LIESS DER SIEGER


GENERAL DROUET DIE BEFESTIGUNGEN AM BERG ISEL ZERSTÖREN UND DEN
WALD NIEDERLEGEN. DER BLUTGEWEIHTE SCHAUPLATZ DER DREI SIEGREICHEN
SCHLACHTEN WAR SEINES BAUMSCHMUKES BERAUBT, SEINE VERHAUE UND
GRÄBEN WURDEN EINGEEBNET, KAHL UND SCHUTZLOS LAG ER IM
SPÄTHERBSTLICHEN LICHT, EIN TROSTLOSES BILD DER NIEDERBRECHENDEN
VOLKSERHEBUNG. c

DIE UNGLÜCKSKUNDE VOM BERG ISEL HATTE DEN SANDWIRT VON MATREI NACH
STEINACH ZURÜCKGETRIEBEN. WOHL WAR HOFERS GEMÜT DURCH DIE
NIEDERLAGE BEDRÜCKT, DOCH NOCH GAB ER DIE HOFFNUNG NICHT AUF; AM
BRENNER WOLLTE ER EINE LETZTE VERTEIDIGUNGSSTELLUNG BEZIEHEN. EINEN
BRIEF AN DEN MERANER KOMMANDANTEN, DER EILIGSTE ENTSENDUNG VON
MANNSCHAFTEN AUF DEN BRENNER ANBEFOHLEN WURDE, SCHLOSS H OFER MIT
DEN TROSTWORTEN: ´ LIEBE BRÜDER! NOCH IST NICHT ZU VERZAGEN, NOCH IST
NICHT ALLES VERLOREN. ES LEBT NOCH DER ALTE GERECHTE GOTT, VERTRAUET
AUF IHN UND WIR WERDEN MIT DER HILFE GOTTES SIEGEN. ´ c

AM 2. NOVEMBER WAR ES DEN LEUTEN STRAUBS GELUNGEN, EIN EN


FRANZÖSISCHEN KURIER, DEN STABSOFFIZIER SEVELINGES,
GEFANGENZUNEHMEN, WELCHER WICHTIGE DEPESCHEN MIT SICH FÜHRTE c UND
DER SOGLEICH ZU HOFER NACH MATREI GEBRACHT WURDE. UNTER DEN PAPIEREN
DES KURIERS FAND SICH EIN BRIEF DES VIZEKÖNIGS BEAUHARNAIS, WORIN ER
DEN FRIEDENSSCHLUSS BESTÄTIGT, DAS VORRÜCKEN STARKER FRANZÖSISCHER
TRUPPENTEILE NACH TIROL ANKÜNDIGTE UND DIE SCHONUNG DES LANDES IM
FALLE SEINER UNTERWERFUNG ZUGESICHERT WAR. DER INHALT DIESES
SCHREIBENS BEWOG DANAY MIT SIEBERER NACH MATREI ZU EILEN U ND IN
EINDRINGLICHEN WORTEN HOFER NOCHMALS DIE NOTWENDIGKEIT
DARZULEGEN, NUN, DA AM FRIEDEN NICHT MEHR GEZWEIFELT WERDEN KÖNNE,
SEIN KOMMANDO NIEDERZULEGEN, DEN LANDSTURM ZU ENTLASSEN UND DAMIT
DEM GANZEN LAND WEITERE NUTZLOSE BLUTOPFER ZU ERSPAREN. UM DIE SEN
AKT DER UNTERWERFUNG ZU BESTÄTIGEN, MÖGE HOFER AUCH GLEICH EINE
ABORDNUNG ZUM VIZEKÖNIG SENDEN. c

DEM EINDRUCK DES BRIEFES UND DER BEREDSAMKEIT DANEYS


VERSCHLOSSEN SICH WEDER HOFER NOCH SEINE
UNTERKOMMANDANTEN. DANEY VER FASSTE EIN SCHREIBEN AN DEN
VIZEKÖNIG, DAS HOFER ALS ERSTER MIT DEN WORTEN: Å NU IN GOTT S NAMEN;
S WIRD UNSER LIEBER HERRGOTT WOHL ALLES RECHT MACHEN!
UNTERSCHRIEB UND SIEGELTE. DER SANDWIRT HATTE SEINE WÜNSCHE MIT
DEM WORT AN DANEY ANGEDEUTET: SCHRE IBEN SIE HALT, MAN MÖCHTE ÜNS
A BISSL MIT ZAHLEN VERSCHONEN, ÜNS ÜNSERN ALTEN GLABN LASS N UND DIE
KAPUZINER UND DIE ANDEREN PATER WÖLLN UND MÜRSSEN MIR A HABEN. ALLE
ANWESENDEN , MIT AUSNAHME HASPINGERS, BEKRÄFTIGTEN DURCH IHRE
UNTERSCHRIFT DIE UNTERWER FUNG. DANEY UND SIEBERER ÜBERNAHMEN DIE
PERSÖHNLICHE ÜBERBRINGER DES SCHREIBENS AN DEN VIZEKÖNIG UND
REISTEN AM 2. NOVEMBER NACH VILLACH AB.c

HOFER GAB SIEBER NOCH DEN AUFTRAG, SEINE FAHRT NACH WIEN
FORTZUSETZEN UND EIN SCHREIBEN AN DEN KAISER ZU ÜBERBRING EN. IN
DIESEM BRIEF WIES HOFER MIT ALLEM NACHDRUCK AUF DIE Å UNENDLICH
GROSSEN SCHULDEN HIN. IN WELCHE DAS LAND DURCH DIESEN TRAURIGEN
KRIEG VERSETZT WURDE , UND STELLTE AN DEN HERRSCHER DIE FRAGE, WIE
DIESE SCHULDEN BEZAHLT WERDEN SOLLEN. DER BRIEF SCHLO SS MIT DEN
FLEHENDEN WORTEN: ÅWENN E. M . DIESE TRAURIGE LAGE NICHT ERWÄGEN UND
ZU HERZEN NEHMEN, SO IST UNSER VERWÜSTETES VATERLAND AUF IMMER
UNGLÜCKLICH. ICH FLEHE DAHER IM NAMEN DES GANZEN LANDES, E. M. MÖGE
DEM LANDE JENE GERECHTIGKEIT ANGEDEIHEN LASSE N, AUF DIE ES VERMÖGE
SEINER ANHÄNGLICHKEIT AN DAS KAISERHAUS VOR GOTT UND DER WELT
ANSPRUCH ZU HABEN MEINT. c
NUN SCHIEN DIE BERUHIGUNG DES LANDES EINGELEITET; ABER HOFER BERIEF
DEN LANDSTURM NICHT SOFORT AB, SONDERN TEILTE DEN KOMMANDANTEN
NUR MIT, DASS ER EINE ABORDNUNG ZUM VIZEKÖNIG ENTSAND HABE. BIS ZUR
RÜCKKEHR DIESER BOTEN SEI DER KAMPF EINGESTELLT, DIE POSTEN DÜRFEN
ABER NICHT VERLASSEN WERDEN, FEINDLICHE ANGRIFFE SEIEN MIT GEWALT
ABZUWEHREN. HOFER MISSTRAUTE ALSO IMMER NOCH DEM FRIEDEN UND LIESS
SEINE LEUTE ANGESICHTS DES FRIEDENS GEWISSERMASSEN GEWEHR BEI FUSS
NEHMEN. EINIGE DER UNTERKOMMANDANTEN, BESONDERS DER HEISSBLÜTIGE
SPECKBACHER, BEFOLGTEN ABER NICHT EINMAL DIESEN BEFEHL, SONDERN
TRIEBEN MIT SCHÄRFSTEN DROHUNGEN DIE LANDSTÜRMER ZU NEUEM
VORGEHEN AN. c

UNTERDESSEN MAHNTE GENERAL DROUET VON INNSBRUCK AUS MIT HINWEIS


AUF HOFERS FRIEDENSBEREITSCHAFT ENERGISCH ZUR RUHE UND DROHTE
JEDEM, DER NACH 24 STUNDEN NOCH MIT DEN WAFFEN IN DER HAND
ERGRIFFEN WERDE, MIT STANDRECHTLICHEM ERSCHIESSEN. c

IM SÜDEN TIROLS HAT SICH INZWISCHEN FOLGENDES ZUGETRAGEN: ENDE


OKTOBER RÜCKTE GENERAL VIAL VON TRIENT GEGEN BOZEN VOR, VON
EISENSTECKENS MANNEN KAUM MEHR BEHINDERT. NACH DER BESTÄTIGUNG DES
FRIEDENS BESCHLOSS EINE VERSAMMLUNG ZU BOZEN AM 1. NOVEMBER DIE
NIEDERLEGUNG DER WAFFEN, DOCH AUCH DIESER BESCHLUSS WURDE VON DEN
BEWAFFNETEN LANDSTÜRMERN VIELFACH MIT MISSTRAUEN AUFGENOMMEN
UND UNGLEICH BEFOLGT. ALS DIE BRIGADE DES GENERALS PEYRI BEI EINEM
GROSSEN UMGEHUNGSVERSUCH ÜBER GRÖDEN INS EISACKTAL VORSTOSSEN
WOLLTE, GERIET SIE IN DER ENGE DES KUNTERWEGES IN DAS FEUER DER
LANDSTÜRMER VON LAIEN, KLAUSEN UND WAIDBRUCK. PEYRI SCHLUG SICH MIT
GRÖSSTER MÜHE UND DEM VERLUST VON 400 MANN BIS BOZEN DURCH, DAS VIAL
AM 6. NOVEMBER MIT 8000 FRANZOSEN BESETZTE UND DAMIT DIE RUHE IM
UNTEREN EISACK- UND ETSCHTAL SICHERTE. c

WÄHREND DANAY UND SIEBERER SCHON AM 5. NOVEMBER IN VILLACH


ANGEKOMMEN UND VON BEAUHARNAIS HULDVOLL AUFGENOMMEN WORDEN
WAREN, FLAMMTE IM PUSTERTAL, DAS DER FANATISCHE KOLB NICHT ZUR RUHE
KOMMEN LIESS, UND AM BRENNER DAS KRIEGSFEUER WIEDER AUF. HOFER HATTE
ZWAR AM 3. NOVEMBER IN EINEM SCHREIBEN AN DROUET SEINE
FRIEDENSBEREITSCHAFT BETEUERT, UM SCHONUNG UND VERZEIHUNG FÜR DAS
VOLK GEBETEN UND DEN GENERAL ERSUCHT, DAS VORRÜCKEN EINIGE TAGE ZU
VERSCHIEBEN, DAMIT DIE LANDSTÜRM ER GEORDNET HEIMKEHREN KÖNNEN. IN
DIESEM BRIEF BEZEICHNETE SICH HOFER SCHON ALS Å GEWÖSTER ( GEWESENER
) OBERKOMMANDANT VON DIROLL´. c

DOCH AUF DEM BRENNER, DEN HOFER AM 4. NOVEMBER IN DER ABSICHT ,


HEIMZUKEHREN, PASSIERTE, TRAF ER ZU SEINEM UNGLÜCK EINIGE E ISACKTALER
FÜHRER, DARUNTER PETER MAYR, DIE DEN SANDWIRT DURCH DEN BERICHT ÜBER
IHREN ERFOLG IM KUNTERSWEG MIT ÜBERTREIBUNG, LEIDENSCHAFTLICHEN
REDEN UND UNVERHÜLLTEN DROHUNGEN WIEDER UMSTIMMTEN. DAHER RIEF
DER VERBLENDETE MANN WIEDER ZU DEN WAFFEN UND S CHRIEB AN STRAUB,
DASS IM PUSTERTAL UND IM VINSCHGAU ALLES AUFSTEHE, UM DEN FEIND ZU
VERTREIBEN, DER ÜBERALL IM RÜCKZUG SEI. c

WELCH PHANTASTISCHEN GERÜCHTEN HOFER GLAUBEN SCHENKTE, ZEIGT SEINE


MITTEILUNG IM GLEICHEN BRIEF, DASS DIE SCHWEIZER MIT 60.000 MANN ZUR
HILFE FÜR TIROL IM ANMARSCH
SEIEN. HOFERS FESTE ZUVERSICHT AUF GÖTTLICHE HILFE SPRICHT
ERGREIFEND AUS DEN LETZTEN ZEILEN DES BRIEFES. Å LIEBER PRUEDER, GOTT
WIRTH UNS NOCH AUF EINER CORIOSEN WEISS ERLÖSSEN !´ c

WIE GRÜNDLICH SICH HOFER IN DIESEN NOVEMBERTAGEN GEÄNDERT,


BEWEISST SEINE ANTWORT AN DEN BISCHOF VON BRIXEN, DER IN EINEM
SCHREIBEN ZUM FRIEDEN GEMAHNT HATTE. DER SONST SO EHRFÜRCHTIGE
SANDWIRT WEIST DEN KIRCHENFÜRSTEN ZURECHT, DASS ES BEI DER
GEGENWÄRTIGEN LAGE WOHL AM BESTEN SEI, ÅSICH NICHT IN DIE
KRIEGSGESCHÄFTE EINZUMISCHEN, NACHDEM DAS VOLK SICH ZU VERTEIDIGEN
EINMAL ENTSCHLOSSEN IST ´. DASS HOFER DAMALS SCHON c UNTER
STÄRKSTEM ÄUSSEREM ZWANG STAND, LIEST MAN AUS DER NACHSCHRIFT: Å
ICH KENNTE MICH UND IHNEN HOCHFÜRSTLICHE GNADEN KEINE SICHERUNG
GÖBN VON DIE PAUERN. ´ c

UNTERDESSEN HATTEN DANAY UND SIEBERER IHRE MISSION IN VILLACH


DURCHGEFÜHRT. EUGEN NAHM DIE SCHRIFTLICHE UNTERWERFUNGSERKLÄRUNG
HOFERS ENTGEGEN UND SICHERTE ALLEN TIROLERN, AUCH DEN ANFÜHRERN,
VOLLE AMNESTIE ZU. ÜBER DIE BESONDEREN WÜNSCHE DES LANDES SOLLTEN
EIGENE ABGEORDNETE BERICHTEN, FÜR DIE ZWANZIG OFFENE PÄSSE
AUSGESTELLT WURDEN. MIT EINEM SCHREIBEN UND FREUNDLICHEN GRÜSSEN
AN HOFER Å DEN BRAVEN MANN ´, ENTLIESS DER VIZEKÖNIG DIE BEIDEN BOTEN.
SIEBERER WURDE ALLERDING S DIE WEITERREISE AN DAS ÖSTERRREICHISCHE
HOFLAGER VERWEHRT, ER MUSSTE MIT DANAY NACH TIROL ZURÜCKKEHREN. c
SCHON IM PUSTERTAL ERKANNTEN DIE BEIDEN ZU IHREM SCHRECKEN, DASS DER
GEIST DER GEGENWEHR WIEDER ERWACHT IST. DIE FRANZOSEN, UNTER
BARAGUAY D´ HILLIERS UND RUSCA BIS BRUNECK VORRÜCKTEN, SPÜRTEN HIER
DEN WORTBRUCH HOFERS AM ZÄHEN WIDERSTAND DER BAUERN. ABER AUCH
DANAY UND SIEBERER MIT IHRER FRIEDENSBOTSCHAFT WÄREN VON DEN
WÜTENDEN BAUERN BEINAHE ERSCHLAGEN WORDEN, UND DANAY , DER IN
SEINEM EIFER VON DEN Å LUMPEN ´ SPRACH, DIE DEN SANDWIRT ZUM
WORTBRUCH VERLEITET HÄTTEN, MUSSTE DIE DROHENDEN WORTE HÖREN: Å
WAS LUMPEN ? UNS GEHT KOA KAISER UND KOA BISCHOF ÖPPAS AN, DIE
GEISTLICHEN SEIN A SCHON LUTHERISCH. ZUM SANDWIRT DARF MAN KOAN
HEEARISCHEN MEHR LASSEN, M ACHT ER SICH VON DIE HEARN NIT LOS, SO
 
SCHIESSEN WIR IHN NIEDER. HAT ER S ANGEFANGEN, SO SOLL ER S A

AUSMACHEN ! c
IN STERZING TRAFEN DANEY UND SIEBERER AM 8. NOVEMBER
DEN GÄNZLICH VERÄNDERTEN SANDWIRT. DANAY, DER IN SEINER
TEMPERAMENTVOLLEN ART HOFER MIT VORWÜRFEN ÜBERHÄUFTE, SCHILDERTE
DIESE DENKWÜRDIGE BEGEGNUNG: c

ÅICH WOLLTE NOCH WEITERSPRECHEN, ALLEIN HOFER UNTERBRACH MICH MIT


FOLGENDEN WORTEN UND ÄNGSTLICHER MIENE. >> MEI LIEBSTER GEISTLICHER
HEAR ! I HAN NIT ANDERST KÖNNT; WIE SIE UN D DIE DEPUTIERTEN VON MIR

FORT GWESET SEIN, UND I A HAN GEWÖLLT ÜBERN BRENNER FAHR N, SEIN
  
SELLA BRIXNER LUMPEN KEMMEN UND HAB N MIH AUFG FORDERT S VOLK
 
WIEDER AUFZ BIETEN. ICH HAN SELBER NIT G WÖLLT, ABER ES HAT NICHT
   
G NUTZT, ICH HAN GEMÜSST. SIE HATT N MIH DERSCHOSS N . SIE HAB N
 
G SAGT, SIE REISS N MIER DEN BART HAARLWEIS AUS, WENN IH NIT AUFBIET ;

ITZ WAS HÄTT ICH G SOLLT TIEN ? << c

>> WENN ICH AN IHRER STELLE GEWESEN WÄHRE UND IHREN KÖRPERBAU HÄTTE
<<, ERWIDERTE ICH ( DANAY ) IHM HALB RASEND, >> SO WÜ RDE ICH DIE
RAUBSÜCHTIGEN VATERLANDSMÖRDER ERGRIFFEN UND WO NICHT IN DER MITTE
ABGEDREHT, ZUM FENSTER HINAUS, WENIGSTENS ÜBER DIE TREPPE
HINABGEWORFEN HABEN. WAS WÄHRE VERNÜNFTIGER UND ZWECKMÄSSIGER,
EIN HALBES DUTZEND SO EHR- UND HEILLOSE HALUNKEN AUS DER WELT ZU
SCHAFFEN, ODER ZAHLLOSE FAMILIEN, JA DAS GANZE LAND INS ELEND UND
VERDERBEN ZU STÜRZEN ?<< c

>> MEI LIEB S PATERLE << , SAGTE NUN HOFER, >> IH BITT, SEIN SIE STILL, ICH

KANN KUAN HÜHNL NICHT LOAD S TIEN. << c

>>ABER<<; FUHR ICH ( DANAY ) FORT, >> STRÖME ZWECKLOS NOCH ZU


VERGIESSENDES MENSCHENBLUT, STÄDTE UND DÖRFER IN ASCHE, c
RAUCHENDE BRANDSTÄTTEN, TAUSENDE FAMILIEN AN DEN BETTELSTAB
GEBRACHT, UND UNS ALLE, DIE WIR SO GUT, SO AUFRICHTIG MIT EUCH
MEINTEN, AM GALGEN HÄNGEN KÖNNT IHR WOHL SEHEN ? ES IST HÖCHSTE
ZEIT, DAS GESCHEHENE WIEDER GUT ZU MACHEN! DIES ABER KÖNNT IHR NUR,
WENN IHR DEN LANDSTURM AUGENBLICKLICH ABBERUFT UND IN KENNTNIS
SETZT, DASS EURE MACHT AUFGEHÖRT HAT. DA SEHET UND HÖRET, WAS ICH
VOM VIZEKÖNIG MITGEBRACHT HABE !<< c
HIER ZEIGTE ICH IHM DIE 20 OFFENEN REISEPÄSSE, LAS IHM DIE ÜBERSETZUNG
DES HANDSCHREIBENS VOM VIZEKÖNIG VOR, ERZÄHLTE IHM UMSTÄNDLICH
UNSERE GANZE REISE UND FRAGTE IHN ENDLICH, WIE ES IM SÜDLICHEN TIROL
STEHE. IN BOZEN SAGTE ER MIR SIND DIE FRANZOSEN EINGERÜCKT; DER GANZE
LANDSTURM STEHT IN DER DORTIGEN GEGEND UND HAT DEN BEFEHL,
AM 10. MIT TAGESANBRUCH ANZUGREIFEN. c

>> IM GOTTES NAMEN<<, SCHRIE ICH NUN AUF, LASSET UNS EILEN UND DEN
LANDSTURM ABBERUFEN! FÜR JEDEN BLUTTROPFEN, DER VERGOSSEN WIRD,
WERDEN WIR VOR DEM RICHTERSTUHL GOTTES RECHENSCHAFT GEBEN MÜSSEN,
WEIL WIR DIE LAGE DES VATERLANDES KENNEN UND BESTIMMT WISSEN UND
EINSEHEN MÜSSEN, DASS DAS VOLK FREVELHAFT DER ZWECKLOSEN WUT
EINIGER SCHURKEN GEOPFERT WIRD.<< c

>> HOFER !<< SAGTE MAJOR SIEBERER, >> WAS NUN GESCHIEHT, KÖNNEN SIE AUF
IHRE SEELE NEHMEN, ICH WILL VON DER GANZEN GESCHICHTE NICHTS MEHR
WISSEN. WENN NICHT DER HERR DANAY MIT DEN FRANZÖSISCHEN GENERALEN
SO ZU SPRECHEN GEWUSST HÄTTE, WEISS GOTT, WAS MIT UNS GESCHÄHEN
WÄRE.<< c
>>ITZ MACHT MIR NIT LANG VORWÜRF<<, SAGTE HOFER, >> ICH HAN NIT ANDERST

KÖNNT. ICH WAR SELBST FROH, WENN DIE G SCHICHT A MAL EIN END HÄTT. ITZ
 
GEHT NU, MACHT, DAS S VOLK HUAM ZIECHT, ICH WUASST MIR NIT Z HELFEN.

TIET MEINETWEG N, WAS ÖS WÖLLT, UNSER LIEBER HERRGOTT UND D IE
  
MUTTER GOTTES WIRD S WOLL ALL S RECHT MACH N.<< c

OHNE VERZUG WURD NUN VON DANAY EIN AUFRUF VERFASST, DER AUF GRUND
DER RÜCKKUNFT DER BEIDEN ABGESANDTEN UND DER VOM VIZEKÖNIG
ZUGESICHERTEN GNADE HOFERS VOLLSTÄNDIGE UNTERWERFUNG AUSSPRICHT
UND MIT DEN WORTEN SCHLIESST: Å VON ÖSTERREICH VERLASSEN, MÜSSTEN
WIR DEM GRÖSSTEN ELEND PREISSGEGEBEN SEIN. ICH KANN EUCH FERNER
NICHT MEHR GEBIETEN, SOWIE ICH NICHT FÜR WEITERES UNGLÜCK UND
UNVERMEIDLICHEN BRANDSTÄTTEN GUTSTEHEN KANN. WIR WOLLEN UNS NUN
DURCH ERGEBUNG IN DEN GÖTTLICHEN WILLEN DES HIMMELS FERNERN SCHUTZ

UND DURCH BRÜDERLICHE LIEBE UND GEFORDERTE UNTERWERFUNG NAPOLEON S
GROSSMUTH UNS SEINER ALLERHÖCHSTEN GNADE WÜRDIG MACHEN. ANDRE

HOFER. c
NUN WAR AUCH HOFER SELBST ENDLICH ENTSCHLOSSEN, NACH NIEDERLEGUNG
DES KOMMANDOS VOM SCHAUPLATZ ABZUTRETEN. ER WOLLTE HEIMKEHREN UND
WAR BESTEN WILLENS, FORTAN IN FRIEDEN SEINEM GEWERBE UND
HAUSWESEN VORZUSTEHEN. ABER JENE SEINER FREUNDE, WELCHE DIE GEFAHR
EINER NEUERLICHEN UMSTIMMUNG DES SANDWIRTES IN SEINEM HEIMATTAL
FÜRCHTETEN, RIETEN IHM DRINGEND, DAS LAND ZU VERLASSEN. SIEBER UND
TÜRK WOLLTEN HOFER ZUR REISE NACH ÖSTERREICH BEWEGEN, DIE PÄSSE DES
VIZEKÖNIGS WÜRDEN FREIES GELEIT SICHERN, AUCH KÖNNE ER SICH JA, UM
NICHT SOGLEICH ERKANNT ZU WERDEN,
DEN BART ABNEHMEN LASSEN. ABER DER SANDWIRT WIESc SOLCHE
VERSUCHE BEHARRLICH AB, ER KÖNNE NICHT FORT, OHNE SEINE FAMILIE, DIE ER
SO LANGE NICHT MEHR GESEHEN, WIEDER AUFGESUCHT ZU HABEN, AUCH WÜRDE
IHM, DA JA AMNESTIE VERHEISSEN SEI, NICHTS GESCHEHEN AM
ALLERWENIGSTEN WOLLE ER SICH VON SEINEM BART TRENNEN. c

AN TAG DER NACH DER UNTERWERFUNGSORDRE, AM 9. NOVEMBER, STIEG HOFER


MIT SEINER ENGEREN BEGLEITUNG ÜBER DEN JAUFEN, ZUM LETZTENMAL DEN SO
OFT BEGANGENEN PASS ÜBERSCHREITEND. NOCH AM GLEICHEN ABEND KAM ER
IM SANDHOF AN, HERZLICH BEGRÜSST VON SEINEM BEKÜMMERTEN WEIB UND
KINDERN.c

ABER NICHT LANGE DAUERTE DIE ERHOFFTE RUHE. DIE NACHRICHT VON DER
ANKUNFT HOFERS VERBREITETE SICH RASCH IM GANZEN TAL, UND BALD
WIMMELTE ES IM SANDHOF VON UNRUHIGEN, ERREGTEN ELEMENTEN. VIEL E
LANDSTÜRMER BEGEHRTEN IHRE RÜCKSTÄNDIGE LÖHNUNG, ANDERE SUCHTEN
RAT UND HILFE BEIM Å VATER HOFER ´, WIEDER ANDERE KONNTEN SICH MIT
DEM FRIEDEN NICHT ABFINDEN UND BEDRÄNGTEN UND BESTÜRMTEN HOFER MIT
AUFGEHETZTEN WORTEN. AUSSERDEM GESELLTEN SICH EINIGE F REUNDE,
SCHÄRFSTE GEGENER DES FRIEDENS, ZU HOFER , SO SEIN SCHWAGER JOSEF
GUFLER, DER STERZINGER HAUPTMANN WILD UND SCHLIESSLICH JOACHIM
HASPINGER, WELCHER ENTGEGEN DEM BEFEHL SEINES ORDENSOBERN, DER DEN
ROTBART ZUR RUHE GEMAHNT UND IN DAS KAPUZINERKLOSTER NACH MÜNSTER
VERBANNT HATTE, NACH PASSEIER GEREIST WAR. IN DIESER UMGEBUNG VERLOR
HOFER WIEDER JEDEN HALT UND GERIET WIDERSTANDSLOS IN DIE GEWALT
FANATISCHER EINFLÜSTERUNGEN. MAN MEINT DIE STIMME HASPINGERS ZU
HÖREN, WENN MAN HOFERS UNTERSCHRIFT IN EINEM BRIEF AN DIE MERANER
KOMMANDANTSCHAFT VOM 10. NOVEMBER LIESST:ÅANDRE HOFER HAT GOTT
WIEDERUM GESTÄRKT, LEBT KREUZWOHL AUF IM NAMEN DES HERRN. ´ c
IN DIESEN TAGEN WURDE DER UNGLÜCKLICHE, VERZWEIFELTE
MANN VON SEINEN ENGSTEN LANDSLEUTEN MIT DEM TODE BEDROHT.
EIN GEWISSER ANDRÄ HAUSER UND DER KORBER VON ST. LEONHARD TRATEN
MIT GESPANNTEN STUTZEN VOR DEN SANDWIRT UND SCHRIEN, IHRE KUGELN
SEIEN AUCH FÜR DEN ANDER GEGOSSEN, WENN ER NICHT GLEICH WIEDER
LOSSCHLAGE, UM DEN VERHASSTEN FEIND ZU VERTREIBEN .c

SO KOMMT ES AM 11. NOVEMBER ZUM DRITTEN WORTBRUCH HOFERS. SEIN


LETZTER AUFRUF ZU DEN WAFFEN SCHLIESST MIT DEN WORTEN: Å FAST ALLE
GERICHTE TIROLS ERSUCHEN MICH,
GEGEN DEN FEIND AUF ZU SEIN. BRÜDER, ES IST NUR UM EIN KLEINES ZU
TUN! WENN WIR NACHGEBEN, IST GLAUBE, RELIGION, VOLK UND ALLES ANDER
HIN. WER WIDERSTREBT, IST EIN FEIND GOTTES UND DES VATERLANDES !´ c
HOFERS HALTUNG IN DIESEN SCHICKSALSCHWEREN TAGEN KENNZEICHNEN
BEDA WEBER TREFFENDE WORTE: Å ER WAR EIN DOPP ELWESEN DER ÄRGSTEN ART
GEWORDEN, ZU GLEICHER ZEIT DEN FRIEDEN UND DEN KRIEG WOLLEND, UND UM
SO EIFRIGER AN WUNDER ZUR BEFREIUNG DES VATERLANDES GLAUBEND, JE
MEHR SICH DER VERHÄNGNISVOLLE RING FRANZÖSISCH = BAYRISCHER GEWALT
UM IHN SCHLOSS. AUCH NOCH IN DIESEM KLÄGLICHEN ZUSTAND VON
UNFOLGERICHTIGEM HIN- UND HERSCHWANKEN WAR HOFER DAS TREUESTE
SPIEGELBILD DER VOLKSGÄRUNG, WELCHE IN DEN GEMÜTERN VERSTECKT WOGTE
UND BRANDETE. ES MACHTE SICH AN IHM IMMER MEHR DER DUNKLE GEIST DES
SCHICKSALS GELTEND, WELCHES SEINE OPFER, WOLLEND UND NICHT WOLLEND,
INS VERDERBEN REISST.´ c
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