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Madeira Blumeninsel im Atlantik

Die Insel im Atlantik ist ein ganzjäh-


rig blühender Garten. Primavera - der
Frühling - ist hier keine Jahreszeit,
sondern ein Dauerzustand.

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Blick vom Hotel Choupana Hills


Resort & Spa auf Funchal
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L auda Air brachte uns in ca. 41/2
Stunden von Wien direkt in die Insel-
genauso üppig wie hohe Rhododendren,
buttergelber Ginster, elegant-weiße Cal-
la, violette Palisanderblumen und zarte
Spa“. Wir waren während unseres Auf-
enthaltes in drei verschiedenen Hotels un-
tergebracht, die jedes für sich eine eigene
hauptstadt Funchal. Der angenehme und
problemlose Flug mit einigen Annehm- Orchideen. Wer in diesem Garten Eden Note bzw. eigenen Charme hatten.
lichkeiten stimmte uns schon angenehm unterwegs ist, begegnet auf Schritt und
auf die zu erwartenden Höhepunkte ein. Tritt wild wuchernden Farnwäldern und Hoch über Funchal inmitten ausgedehn-
saftigen Moosen. Eine Fruchtbarkeit, die ter Grünoasen, liegt das Hotel „Choupana
Dieses 545 Kilometer vor der Küste Afri- sich nicht zuletzt auch auf dem Speisezet- Hills Resort & Spa“. Von der Rezeption
kas und 1000 Kilometer südwestlich von tel der Insulaner niederschlägt: Bananen wurden wir mit einem Golfwagen zu un-
Lissabon gelegene Eiland ist für jeden und Papayas, Mangos und Zuckerrohr, serem Bungalow gebracht. Diese waren
Botanikfreund ein wahres Paradies: Ein Süßkartoffeln und die Trauben für den be- sehr eigenwillig gestaltet und boten von
ganzjährig ausgeglichenes Klima und die rühmten Süßwein gedeihen prächtig. der Terrasse einen herrlichen Blick auf
bis 1862 Meter hohen Vulkanberge, an Funchal und das Meer.
denen die vom Atlantik heranrauschenden Als besonders erfreulich erwies sich
Wolken abregnen, lassen die Fauna förm- der Shuttle (vom Flughafen) mit nettem Seinen Namen aber verdankt die Insel-
lich explodieren. Da wachsen die als „Na- Chauffeur und großem Mercedes zu un- hauptstadt einer Pflanze, die das Ufer be-
tionalblume“ Madeiras geltende Strelizie serem Hotel „Choupana Hills Resort & herrschte, als Madeira im 15. Jahrhundert

besiedelt wurde: Funcho heißt der wilde wert scheint uns dabei, dass es mehrmals
Fenchel auf portugiesisch, aus dem Wort täglich einen Hotelshuttle zur Hauptstadt
Funcho wurde Funchal. gibt (das bei den beiden anderen Hotels
nicht der Fall war).
Nicht nur für Besucher, sondern auch für
die Einheimischen ist Funchal bis heute Wir waren bereits vor ca. 10 Jahren in
Dreh- und Angelpunkt der Insel. Male- Madeira (Funchal), daher konnten wir uns
Links der von uns bewohnte risch ziehen sich die Häuser vom Hafen noch an einige „Punkte“ erinnern. Beson-
Bungalow des Choupana Hills die Hänge hinauf, und das schwarz-weiß ders die vielen steilen Straßen erfordern
Resort inmitten eines präch- gemusterte Pflaster in der Altstadt sieht eine gute Kondition. Positiv erscheint
tigen grünen Gartens. Diese nach einem Regenguss aus wie ein auf uns die Preissituation seit Einführung
Bungalows sind mit allem Hochglanz gewienertes Schachbrett. des Euro. Gemessen an einem Capuccino
Komfort ausgestattet und bie- in einem der vielen Cafés ist dieser we-
ten einen herrlichen Ausblick Für den nächsten Tag nahmen wir uns sentlich preiswerter als früher. Es macht
auf Funchal vor Funchal zu entdecken. Erwähnens- Spaß, hier zu bummeln, zwischen kleinen

Fotos dieser Seite: Zusätzlich


zu der außergewöhnlichen
Architektur bietet das Hotel
noch großartige Wellnessbe-
handlungen und eine hervor-
ragende Küche an.

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deutsch) führte uns durch das „Weinmu-
seum“ wo wir einiges über die Produkti-
on, Herkunft und Vertrieb der berühmten
Madeiraweine erfuhren. Es ist ein starker
Wein (Weinbrand zugesetzt) und einzig-
artig in der Herstellung. Der Wein wird
während der Reife behutsam gewärmt,
traditionell durch die Hitze der Sonne.

Es gibt vier verschiedene Sorten, trocken,


halbtrocken, halbsüß und süß. Der Wein-
brand wird erst dann zugesetzt, wenn die
Gärung den benötigten Grad des Zuckers
erreicht, und stoppt weitere Gärung.

Die Erwärmung des Weines, beruht auf


der Erfahrung, dass der Madeirer dadurch
verbessert wurde, um auf den Reisen nach
Amerika und Fernost im 17. und 18. Jahr-
hundert nicht zu verderben. Das Ergebnis
ist ein Wein von hervorragendem Ge-
schmack und erlesenen Charakter.
Wer diese Insel mit ihren aufregenden,

Oben: Restaurants, Bistros und Cafés reihen


sich in der Inselhauptstadt dicht aneinender. Es
ist oft schwer sich für eines zu entscheiden.

Der Hafen von Funchal wird auch oft von


großen Kreuzfahrtschiffen angesteuert und die
Stadt von ihren Passagieren überrannt.
Funchal bietet eine Bistros und lustigen Boutiquen, bunten
Fülle verschiedenster Krämerladen und hübschen Restaurants.
Fotomotive. Oben ein Müde vom Funchal-Trip ließen wir bei
Beispiel, die Straße einem hervorragendem Dinner den Abend
wurde durch einen ausklingen.
Kanal ersetzt.
Am nächsten Tag, ging es nach dem Früh-
Rechts: Blumen- und stück wieder nach Funchal. Drei High-
Pflanzenfreund kom- lights der Insel (die wir aber bereits vor
men in Madeira voll 10 Jahren besuchten) sind der Botanische
auf ihre Rechnung, an Garten (Jardim Botanico) mit seiner üp-
allen Ecken und Enden pigen Blütenpracht, Monte als meistbe-
blüht und grünt es. suchter Ausflugsort der Insel (Kirche mit
Grab des letzten Kaisers von Österreich,
Karl v. Habsburg). Hinunter kann man mit
dem Korbschlitten über Kopfsteinpflaster
sausen. Zuletzt die wirklich sehenswerte
Markthalle von Funchal, diese erfreut Au-

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gen und Gaumen gleichermaßen.

Ein interessanter Abstecher war der Be-


such der „Old Blandy Wine Lodges“.
68 Frau Rita als Ansprechperson (spricht gut 69
vielfältigen Landschaften und ganz ver- Oben links: Das Denkmal
schiedenen Klimazonen wirklich kennen des Entdeckers der Insel,
lernen will, muss raus aus dem Bus oder Joao Goncalves Zarco.
dem Mietauto und muss laufen: Rund
zwei Drittel von Madeira stehen unter Oben Mitte: Die Statue
Naturschutz und sind am besten auf Schu- der Kaiserin Sisi vor dem
sters Rappen zu bewundern. Casino.

Weil es hier zwar örtlich häufig regnet, Links und unten: Eingang
aber selten dort, wo der Boden richtig zur „Old Blandy Wine
fruchtbar ist, wurde schon im 15. Jahr- Lodge“, wo man alles über
hundert ein 2000 Kilometer langes Netz die berühmten Madeira-
an schmalen Bewässerungskanälen, Le- weine erfährt. Auf dem
vadas genannt, angelegt. An den Rändern historischen Foto unten
dieser Levadas aber entstanden zugleich sieht man die Verschiffung
schmale Wege, die sich als Wanderwege der Weine zu Beginn des
über die ganze Insel ziehen. 20. Jahrhunderts.
Foto oben links, die
sehenswerte Markthalle,
rechts daneben Blick Auf so einen „Wanderweg“ brachte uns
vom Hafen zum Monte. Cristiano von der Mountain Expeditions
Company mit seinem Allradwagen. Um-
geben von einer herrlichen, üppigen Ve-
Foto links die Kathe- getation bewältigten wir den leichten
drale Sé . Der Sakralbau Fußmarsch auf angenehme Weise. Außer-
wurde 1514 geweiht. dem wurden wir danach noch mit einem
Der Altar und die Decke Imbiss verwöhnt. Diese Tour ist vor allem
sind aus madeirischen auch für ältere Leute sehr zu empfehlen.
Zedernholz geschnitzt.
Das nächste Hotel befand sich direkt in
Funchal. Das „Quinta da Casa Branca“

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befindet sich ca. 500m bis zum Meer und
2 Kilometer in die Altstadt. Mit nur insge-
samt 43 Zimmer bietet es fast familiären
Flair. Modernste Architektur verbunden
mit einem 14.000m2 großen Garten ver- 71
mittelt Urlaubsfreude pur. Leider wurde
uns dieses Hotel keinen Shuttle in die
Stadt angeboten.

Da wir anschließend nach Hause fliegen


wollten, dies aber durch die Asche des Is-
land-Vulkans erst zwei Tage später mög-
lich war, mussten wir nochmals in einem
Hotel in Funchal einchecken.

Diesmal befand sich dieses am östlichen


Rand der Stadt am sogenannten „Lido“.
Das „Melia Madeira Hotel“ entpuppte
sich als ein modernes neues Hotel direkt
am Meer. Wir hatten ein großzügiges
Zimmer mit einer riesigen Terrasse. Der
Blick auf das Meer war herrlich. Unver-
ständlich war für uns, dass sich auf der
Terrasse bzw. auch im Hotel und im Ho-
telgarten kaum Pflanzen oder Blumen be-
fanden. Vielleicht wird dies noch nachge-
holt. Hier am Lido besteht eingeschränkte
Bademöglichkeit. Aber Madeira ist nun
einmal keine Badeinsel.

Wer baden möchte sollte sich auf der


kleinen „Schwester-Insel“ PORTO SAN-
TO einquartieren. Hier findet man aus-
gedehnte, goldfarbene Sandstrände. Auf
Grund ihrer Vielfalt und des angenehmen
Klimas ist Madeira zu jeder Jahreszeit
eine Reise wert.

Text: Ernst Jedlicka


Fotos: Renate Fleihsig

Oben: Der Levada Walk Es ist ein sehr modernes Hotel,


in Laurissilva Forest. Die die Quinta da Casa Branca.
leicht begehbaren Wege Direkt in Funchal gelegen,
sind auch optimal für bietet es sich besonders gut
ältere Touristen geeignet. an, um die Stadt zu erkunden.
Besonders reizvoll und üppig
bepflanzt präsentierte sich die
Rechts: Die Anfahrt von Gartenanlage des Hotels. Vor
Funchal erfolgte mit dem Zimmer befindet sich eine
einem Allradfahrzeug und kleine Terrasse. Man hat die
der freundliche Chauffeur Möglichkeit, die Liege in das
Cristiano erklärte uns so- Gras davor zu stellen, um so
gar zum Teil in deutscher die Sonne und den Garten bes-
Sprache! die Highlights. ser genießen zu können. Etwa
100 Meter entfernt befindet

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sich das Restaurant (Früh-


stück) und der gepflegte Pool.

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Oben: Diesen Ausblick hatten
Informationen KontakT: Cristiano Andrade
Tel. +351/969 677 679
wir von der Terrasse des
Hotels „Melia Madeira“ auf
Madeira Promotions Bureau
den Lido.
Unser zuletzt besuchtes Ho- Choupana Hills Resort & Spa
Travessa do Largo da Choupana Rua dos Aranhas, 24-26
tel war das Melia Madeira 9000-004 Funchal, Madeira Bild unten : Wieder eine der
9060-348 Funchal, Madeira
direkt am Lido gelegen. Tel. +351/291 20 60 20 Tel. +351/291 203 420 blühenden Schönheiten aus
Das Zimmer hatte eine Mail: info@choupanahills.com Mail: geral@ap-madeira.pt dem Prachtgarten der
riesige Terrasse, von wo wir www. choupanahills.com
* „Quinta da Casa“.
einen herrlichen Blick auf Flugverbindung: Direktflug ab Wien
Quinta da Casa Branca
die Piscino da Lido hat- Rua da Casa Branca, 7 jeweils montags mit Lauda Air.
ten. Hier besteht eine der 9000-088 Funchal, Madeira
wenigen Möglichkeiten im Tel. +351/291 700 770 Einreise: Madeira gehört zu Portugal,
Mail: estalagem@quintacasabranca.pt somit EU und Schengenzone.
Meer zu baden. Es ist ein
neuerbautes großes Haus www.quintacasabranca.pt
Zahlungsmittel: Euro, alle gängigen Kre-
mit allem Komfort. Uns Melia Madeira Hotel ditkarten und US-Dollar.
erschien es ein wenig zu kalt Rua leichlingen, 2-4
und steril. Der Pool und das 9000-003 Funchal, Madeira Klima: Äußerst angenehm, Temperaturen
Te.+ 351/291 724 140 zwischen 19 Grad im Dez/Jänner und 25
Jaccuzzi befindet sich nicht Grad im Juli/August.
am Strand, sondern in der melia.madeira@solmeliaportugal.com
www.meliamadeira.com
ersten Etage des Hotels. Zeitunterschied: Österreich minus
Ohne Hotelshuttle ist der The Old Blandy Wine Lodge 1 Stunde.
Weg in die Altstadt bereits Avenida Arriaga 28
9000-064 Funchal, Madeira Sprache: Portugisisch, Englisch in den
relativ weit.

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Tel. +352/291 740 110 touristischen Bereichen weit verbreitet.


www.theoldblandywinelodge.com
Buchbar: In allen guten Reisebüros.
Mountain Expeditions Company www.madeiratourism.org
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