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Die Gestaltpädagogik

Sie zieht das allgemeine Weltbild Mensch als Geist-Körper-Seele heran.


Dieses Weltbild ist wiederum eine Ableitung von der Dreifaltigkeit (Vater-
Sohn -Heiliger Geist).
Die Bedeutung der Gestaltpädagogik: Der Lehrer soll sich gesamtheitlich
um den Schüler kümmern mit Berücksichtigung der körperlich- geistigen
und seelischen Verfassung.
Körper, Geist und Seele als Einheit des Organismus, stehen in
wechselseitiger Beeinflussung.
Hauptpunkte des Gestaltpädagogik (Arthur Combs):
1.) Man muss die Schüler von einem bestimmten Inhalt, den sie lernen
sollen betroffen machen. Mensch als Ganzes in direkten Kontakt
Gebracht werden.
2.) Affektiven Bezug zum Unterricht herstellen. Je größer persönliche
Betroffenheit ist, desto größer wird mein Verhalten sein. Wenn
Unterricht nicht affektiv ist, dann ist es kein guter Unterricht nach
Combs.
Kritik: Betroffenheit führt eher zum Vorurteil. Aus besonderer
Betroffenheit wird oft etwas Unüberlegtes gemacht. Für das Lernen ist
persönliche Distanz besser.

3 Unterrichtsbeispiele für Gestaltpädagogik/ ganzheitliches


Lernen:

1.) Kommunikation unter Bienen: Kontakt zum Thema herstellen->


gelenkte Phantasiereise (guided phantasy). Kinder sollen Bienen
spielen, die einen sind ausgeschwärmt, die anderen im Bienenstock.
Wo befinden sich Blumen mit besten Nektar?

2.) Ägypten (Geschichteunterricht):


• in Thema Einführen
• guided phantasy – Sklave und Herr
• 10 minutiges Rollenspiel
• in Diskussion Sklave- Herr- Verhältnis erörtern.

3.) Beispiel in Vorarlberger Dorfschule:


Thema „Die Buche“
Nähern sich dem Thema, in dem sie in die Natur gehen. Kinder sollen
auf Buchen klettern, umarmen,..
Ab nun heißt die Klasse „Buchenklasse“.
Das Buchenwäldchen soll abgeholzt werden. Nun geht es über das Plan-
Soll. Brief wird an Landesregierung geschrieben, auch an EU.
Demonstration am Gemeindeamt, auch Bürgermeister schreibt jetzt
Briefe. Letztendlich geben Besitzer nach und das Buchenwäldchen
bleibt.
Doch was lernen die Kinder eigentlich über die Buche???
 ganzheitliches Thema oft sehr reduziert, wie hier das Beispiel mit
der Buche.

Verhältnis über Leben und Schule


Hegel (1811): Schule ist nicht das Leben selbst, sondern nur Vorübung.
Bei Hegel hat Lebensnähe des Unterrichts etwas Fatales. Unterricht ist nur
eine Simulation, nicht das Leben selbst.
Unterricht hat nichts politisch zu entscheiden.
Je lebensnäher der Unterricht wird, umso eher ist es eine Abrichtung
primitiver Fähigkeit, wenn man Schüler diese gleich selbst machen lässt.