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Deutsch: Bertolt Brecht /Fragen eines lesenden Arbeiters / Niko Henes / 13

Fragen eines lesenden Arbeiters

Form:

– 29 Zeilen ohne Reimschema


– Gedicht ohne gleichmäßige Rythmen, auffällige, äußere Form.
– Häufige verwendung von rhetorischen Fragen.
– Enjambement als Spannungsbogen.
– Titel als Einleitung und Darstellung des Hauptmotivs
– Gliederung in 4 Strophen; - historische Ereignisse (1-13)
- Eroberungen (14-21)
- Zusammenfassung (22-25)
- Schluss (27-29)

Sprachliche Gegensätze: Pathetische Geschichtsschreibung / Arbeiter.


Semantische Gegenüberstellungen: Cäsar / Koch ; Könige / herbeischleppen

Inhalt:

Schon zu beginn wird die Lektüre des Arbeiters deutlich, er ließt aus einem
Geschichtsbuch vor, indem die Vergangenheit auf repräsentative Träger
reduziert wird. Auf eine Reihe von Fragesätzen folgen Aussagesätze, die sich
der Leser jedoch selbst beantworten wird. Dadurch wird von Brecht der
Widerspruch zwischen den Repräsentanten der Kulturen und seinen Arbeitern
deutlich gemacht; was sich auch durch die sprachlichen Gegensätze bemerkbar
macht, da er zum einen auf die traditionelle, pathetische Geschichtsschreibung
zurück greift und ihr die prosaische Sprechweise des Arbeiters entgegenstellt.
Zusätzlich führen semantische Gegenüberstellungen zu einem Bruch der Form.
So kommt es immer wieder zum Widerspruch zwischen Form und Inhalt, eine
dialektische Form, die den Leser zum Nachdenken anregen soll. Am Schluss
kommt der Arbeiter zu der Auffassung, wer die Kosten zu tragen habe und zu
einer kritischen Analyse der gesamten Geschichtsschreibung.

Interpretation:

– Kritik an der Geschichtsschreibung der herrschenden Klasse.


– Aufruf zur kritischen Überprüfung der Geschichtsschreibung mit dem Ziel
Geschichte neu zu schreiben.
– Hinweis auf die Unterdrückung des Volkes als Bedingung für die falsche
Geschichtsschreibung.
– Hervorhebung des Kollektivs, mit dem Ziel der kritischen Analyse.
– Inszenierung eines Führerkults mit der Provokation; an den Siegen der
Sieger hätte das Volk niemals Teilgenommen und hätte nur die Kosten zu
tragen.

Projektwoche 28.01.2010 Große & Ennemoser