Sie sind auf Seite 1von 8

Block-/Feldabwehr mit 2er-Block

Manfred Eggensperger

Phase 2: Stabilisiertes Spiel auf dem Großfeld

Die Grundaufstellung in K1 und K2 entspricht der Phase 1

Feldverteidigungsaufstellungen gegen Angriffe von den Positionen II; III und IV (2er-
Block)
Situation I: Gegnerischer Angriff von der Pos. IV
• 2 und 3 bilden Doppelblock
• 5 und 1 sind Hauptverteidigungsspieler und verteidigen
außerhalb der Blockschattens in der Diagonalen bzw. der
Linie entlang
• 4 zieht sich zurück und verkleinert die Diagonale, befindet
sich ca. 3m vom Netz und 2m von der Seitenlinie entfernt
• 6 verteidigt in der Diagonalen als letzter Spieler an der
Blocknaht (Linie zwischen Abschlagpunkt und Blockhänden
von 2 und 3)
• Der Ball wird hoch in die Feldmitte ca. 2m vom Netz
verteidigt
• 3 löst sich schnell aus der Blockposition und spielt den
abgewehrten Ball im Hochpass auf die Außenpositionen 2
oder 4
• Für netznahe Lobs sind vor allem 1 bzw. 4 zuständig.
Situation II: Gegnerischer Angriff von der Pos. II
• 4 und 3 stellen einen Doppelblock
• Feldabwehr, Zuspiel und Gegenangriff entsprechen dem
gegnerischen Angriff von der Pos. IV.
• Für netznahe Lobs sind vor allem die 5 und die 2 zuständig.

Situation III: Gegnerischer Angriff von der Position III


• 4; 3 und 2 stellen einen Gruppenblock
• 5 und 1 verteidigen vor allem Lobs u. Blockabpraller
• 6 verteidigt lang, achtet auf Blocknähte und auf über den
Block geschlagene Driveschläge u. lange Lobs
• Gelingt die Gruppenblockformierung nicht, dann wird
entsprechend Situation III aus Phase 1 verteidigt
• Zuspiel und Gegenangriff entsprechen den vorherigen
Situationen
Phase 1: Übergang vom 4:4 zum 6:6

Komplex 1 (K1): Annahmesituation mit Standardangriff


Fünferriegel (2; 4; 5; 6; 1)
• 3 spielt Hochpass auf 2 oder 4, Angriff über
Außenpositionen
• Angriff von Position IV: 3:
• 6; 5 übernehmen Nahsicherung,
• 1 und 2 übernehmen Fernsicherung
• Angriff von Position II:
• 3; 6; 1 übernehmen Nahsicherung
• 4 und 5 übernehmen Fernsicherung
K2: Feldverteidigung (Grundaufstellung)
• 2; 3; 4 bereiten sich auf den Block vor:
• Orientierung: 2 und 4 außen 1m von der Antenne
• 3 in der Mitte
• 5; 6; 1 bereiten sich auf die Feldabwehr (FA) vor
• Orientierung: 1 und 5 etwa 4,5m vom Netz und
1,5m
von der Seitenlinie entfernt
• 6 in der Mitte und 2m vor der Grundlinie

VOLLEYBALL - TAKTIK
Die Spieltaktik im Volleyball besteht aus zielgerichteten und zweckmäßigen Handlungen der
Spieler im Wettkampf. Hierzu gehören alle Formen der Spielführung, die vom Ausbildungsstand der
eigenen Mannschaft, der Spielstärke der gegnerischen Mannschaft, dem Wettkampfziel, den äußere
Bedingungen sowie von der jeweiligen Spielsituation abhängig sind.
Ein Spielsystem stellt lediglich das Gerüst der Mannschaftstaktik dar. Jeder Spieler behält seinen
individuellen Entscheidungsspielraum. Der Erfolg im Volleyballspiel wird maßgeblich durch Spieler
bestimmt, die den Situationen entsprechend richtig handeln. Hier spielen Kommunikation und
Abstimmung eine entscheidende Rolle.
Die taktische Führung des Volleyballspiels stellt hohe Anforderungen an die Intelligenz, das
Reaktionsvermögen und an den Sinn für Zusammenarbeit jedes einzelnen Spielers.
Folgendes Schema stellt die Volleyballtaktik im Überblick dar:

Im Leistungsvolleyball gibt es speziell ausgebildete Spieler, die in einem Spielsystem gesonderte


Aufgaben (Steller, Hauptangreifer, Nebenangreifer) übernehmen. Diese Spieler nehmen im Verlauf des
Spieles die Positionen im Spielfeld ein, von denen aus die jeweiligen Aufgaben am erfolgreichsten zu
bewältigen sind. So wechselt z.B. der Hauptangreifer auf Position IV, der stärkste Blockspieler auf
Position III, der Steller auf Position II (oder als Hinterspieler auf Position I) usw. Die Besetzung dieser
Positionen ist von der Spielstärke der einzelnen Spieler abhängig.
Im Folgenden sollen nun die grundlegenden taktischen Elemente, die für das Volleyballspiel im
Schulsport von Bedeutung sind, erläutert werden.
Im Anfänger- (und Schul-) Volleyball ist die oben beschriebene Spezialisierung nicht erstrebenswert. Alle
Spieler sollen auf allen Positionen einsetzbar sein. Jeder Spieler, der auf Position III wechselt wird somit
im Angriff zum Steller. In der Abwehr hat sich das Spiel mit ,,vorgezogener VI" bewährt, d.h. der Spieler
auf Position VI verteidigt vor den Spielern auf Position I und V das Mittelfeld. Dies ist aus zwei Gründen
empfehlenswert:
1 . die Position wird während der gesamten Spielsituation beibehalten, d.h. es erfolgt kein Wechsel nach
der gegnerischen Aufgabe;
2. das System entspricht der Angriffsqualität des Gegners, d.h. Anfängermannschaften greifen
vorwiegend auf das Mittelfeld an.

ANGRIFFSAUFBAU
Zur Annahme und Weitergabe der gegnerischen Aufgabe werden bestimmte "Riegelformationen" (v.a.
Vierer- und Fünferriegel) eingesetzt. Der Ball wird von einem im Riegel stehenden Spieler angenommen
und zum Steller weitergeleitet. Der Steller auf Position III baut den Angriff über Position II oder IV auf.
Nebenstehende Abbildung zeigt den 5er-

Riegel. Die Mannschaft stellt sich zur

Annahme der gegnerischen Aufgabe mit


fünf Spielern in Form des Buchstaben ,,W"
auf. Der Steller auf Position III gehört nicht
zum Riegel.

Auch im laufenden Spiel erfolgt jeder Angriff über die Position III.
ANGRIFFSSICHERUNG
Jeder Angriff der eigenen Mannschaft muss gegen erfolgreiche Aktionen des gegnerischen
Blocks abgesichert werden. Der Angriff über die Position III wird von fünf Spielern abgesichert.
Gewöhnlich wird mit einer 2-3-Angriffssicherung gespielt, d.h. zwei Spieler übernehmen die
Nahsicherung und drei Spieler die Fernsicherung des Angriffs. Die Nahsicherung erfolgt immer
in tiefer, die Fernsicherung in mittelhoher Körperstellung.

BLOCK UND FELDABWEHR


Den Angriffen des Gegners von den Positionen II und IV wird gewöhnlich ein Zweierblock
entgegengestellt. Durch den Zweierblock schirmen die beiden Blockspieler einen Großteil der
Spielfeldfläche ab. Diese Fläche wird ,,Blockschatten" genannt. Die Hinterspieler auf Position I und V
und der nicht am Block beteiligte Netzspieler teilen sich die Flächen außerhalb des Blockschattens auf
und verteidigen sie gegen Angriffsschläge, die am Block vorbei gespielt werden. Der vorgezogene Spieler
auf der Position VI sichert den Block gegen Bälle ab, die kurz hinter den Block in den Blockschatten
gespielt werden.
Sollte ausnahmsweise ein Angriff des Gegners von Position III erfolgen, so muss dem Angreifer ein
Einerblock (evtl. auch Dreierblock) entgegengestellt werden.

Volleyball

Taktik auf dem Normalfeld


Mit welchem Spielsystem kann man die Feldverteidigung organisieren?

Die Feldverteidigung, also die Abschirmung des Feldes durch die


verteidigende Mannschaft, ist besonders bei Aufgaben von oben, frontalen
Angriffsschlägen und Angriffsfinten anzuwenden. Dabei muß berücksichtigt
werden ob, wo und mit wievielen Spielern ein Block gebildet wird. Es gibt die
Möglichkeit eines Einer- oder Zweierblockes. Doch beide Varianten müssen
sowohl das vom Gegner angegriffene Feld, als auch den Raum hinterm Block
sichern.
Eine einfache, aber wirkungsvolle Variante ist die Feldverteidigung mit
vorgezogener Position VI:
Beim Einerblock der Position II muß sich der Spieler auf der Position VI direkt
hinterm Block, in Höhe der Drei-Meter-Linie befinden. Die freien Netzspieler
sichern dabei den Raum des Vorderfeldes. Die Hinterspieler auf den
Positionen I und V passen dabei ihre Position im Hinterfeld der (vermutlichen)
Stärke des Angriffs an. Der Spieler auf der Position VI muß während des
Angriffaufbaus stets auf der Höhe des Balls sein, um die richtige Position
hinterm Block einzunehmen und so die Chance zu haben, die
durchkommenden oder abgeprallten Bälle abzuwehren. Variiert der
Angriffspunkt, so muß sich die Position des Spielers auf der Position VI
anpassen.

An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt!

Zweierblock und Einerblock beim Angriff aus der Mitte und von der Seite

Beim Zweierblock schließt der Spieler auf der Position III zum blockenden
Netzspieler auf, indem er dem gestellten Ball des gegnerische Spieler folgt.
Durch diesen Block wird ein größerer Teil vor direkten Schmetterbällen
geschützt als beim Einerblock. Die Position VI rückt wiederrum auf die Drei-
Meter-Linie im Blockschatten. Der hintere Teil des Blockschattens wird, wie
der Rest vom Hinterfeld, von den beiden Hinterspielern abgesichert. Der
verbleibende Netzspieler sichert den Vorderraum. Beim Angriff von der
gegnerischen Position III aus folgt der Netzspieler seinem
gegenüberstehendem Netzspieler in die Mitte und bildet dort mit dem Spieler
auf der Position III den Zweierblock.

Wie kann der Angriff gesichert werden, wenn die gegnerische


Mannschaft einen Block bildet?

Da die gegnerische Mannschaft zur Feldverteidigung einen Block aufbaut,


besteht die Gefahr, daß Schmetterbälle zurückprallen. Um diese
zurückprallenden Bälle abzuwehren, gibt es zwei Möglichkeiten der
Angriffssicherung: die “2-3-Sicherung” und die verstärkte Nahsicherung.
Bei der “2-3-Sicherung” von Angriffen von den Positionen II und IV bildet der
Spieler auf der Position VI als vorgezogener Spieler und der Spieler auf der
Position III eine kreisförmige Nahsicherung um den Angreifer. Auf einem
weiteren Kreis hinter dem Angreifer bilden die beiden Hinterspieler und der
freie Netzspieler die Fernsicherung.

An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt!

2-3-Sicherung mit vorgezogener Position VI

Beim Angriff von der Position III hingegen wird die Fernsicherung nur von den
beiden Hinterspielern gesichert. Die anderen drei Spieler positionieren sich
kreisförmig zur Nahsicherung um den Angreifer.
Ist der Block jedoch stets erfolgreich und ist der Angriffsschlag sehr hart,
kommt es zu einer verstärkten Nahsicherung. Dabei orientieren sich der freie
Netzspieler und der nähere Hinterspieler am Angreifer und gewährleisten so
eine bessere Nahsicherung. Der verbleibende Hinterspieler stellt sich in die
Spielfeldmitte und gewährleistet so eine Fernsicherung.

An dieser Stelle wurde eine Grafik entfernt!

verstärkte Nahsicherung

Beim Angriff von Position III können entweder beide Hinterspieler etwas zum
Netz rücken, oder einer rückt zur Nahsicherung vor, während der andere in
der Spielfeldmitte die Fernsicherung übernimmt.
Wie kann man durch den taktischen Einsatz von “Stellspielern” den
Angriff verstärken?

Trotz des Rotationssystems können bestimmte Stärken der einzelnen Spieler


durch taktische Maßnahmen ausgenutzt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei
auf den Positionen der Angreifer und der Stellspieler. Ein guter Stellspieler
zeichnet sich dadurch aus, daß er besonders gut das obere Zuspiel
beherrscht und den Angreifern zielgenaue Pässe zuspielt. Der Angreifer muß
im Gegenzug in der Lage sein, auch nicht optimal gespielte Vorlagen zum
Angriff auszunutzen. Um die Fähigkeiten der Stellspieler und Angreifer in
einem Spiel voll auszunuten, eignet sich das sogenannte “2:4-System”.

Das “2:4-System”
2:4 bedeutet, daß eine Mannschaft in zwei Stellspieler und vier Angreifer
aufgeteilt wird. Diese werden so aufgestellt, daß bei jeder Rotation immer
wenigstens ein Stellspieler am Netz, d.h. auf den Postitionen II, III oder IV,
steht. Wechselt also z.B. der eine Stellspieler von der Position V auf die
Netzposition, so rückt im selben Zug der andere Stellspieler von der Position
II auf die Position 1.

Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik!

Die Pfeile veranschaulichen den Postitionswechsel der Stellspieler.

Das “2:4-System” hat jedoch auch seine Nachteile:


Ein Zuspieler kann den Angreifern nur optimal zuspielen, wenn er auf der
Position III steht. Auf anderen Positionen ist es wesentlich schwieriger, weil er
erstens sehr weite Pässe spielen muß (z.B. von Position II aus auf Position
IV), und zweitens, weil es für einen rechtshändigen Angreifer, der auf Position
III steht, schwer ist, einen Paß anzunehmen von einem Zusteller, der auf
Position IV steht.

Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken, gibt es folgende Taktik:


Der Stellspieler wird zum “Seitenläufer”, d.h. er läuft jeweils nach dem Beginn
eines Ballwechsels (dann, wenn der Ball die Schlaghand des Aufschlagenden
verlassen hat) von den Postitionen II oder IV auf die Postition III. Dieser
Postitionswechsel widerspricht den Spielregeln nicht. Diese Taktik ist
besonders einfach, wenn die eigene Mannschaft den Aufschlag hat, da in
diesem Falle noch mehr Zeit für die Vorbereitung des Wechsels zu Verfügung
steht. Hat die gegnerische Mannschaft den Aufschlag, so tritt eine Taktik in
Kraft, die man “Fünferriegel” nennt.
Der Fünferriegel
Beim Fünferriegel steht nur ein Stellspieler vorne am Netz, alle anderen
Spieler konzentrieren sich auf die Annahme des gegnerischen Aufschlags.
Durch die Tatsache, daß er sich nicht auf die Annahme des Aufschlags
konzentrieren muß, wird er entlastet und kann sich besser darauf vorbereiten,
einem Angreifer den Ball zuzustellen.