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Das Protoprojekt

Und die Deutsche Sprache


– J.W. Richter -

Abb. 1 aus: Phallism in Ancient Worship


vom Hodder M. Westropp und C.S. Wake (1874)
Am Anfang...
stand die Idee, die mittlerweile zum größten Projekt aller
Zeiten angewachsen ist. Es ist wohl auch ein Projekt, das allen
nachfolgenden Projekten zugrunde gelegt wird: ein Prototyp
für projekte.
Um 3500 vor Christus haben am Nordufer des Schwarzen
Meeres einige Impulse und Gedanken die Kommunikation der
Völker revolutioniert.
Am Anfang hat man die Grundlagen für eine Sprache mit
integrierter religiösen Basis gelegt, die wir auch heute noch in
unserer Sprache und Geschichtsschreibung zurückverfolgen
können. Das Muster ist ablesbar in den sogenannten Swadesh-
listen und Etymologie der indoeuropäischen Sprachen. Für
diese Sprachen wurde mittlerweile eine proto-
indoeuropäischen1 Sprache entworfen, die man PIE-Sprache
nennt.
Die zugehörige PIE-Religion ist entstanden als ein
Fruchtbarkeitskult, der sich auf die beiden Symbole I für die
männlichen, sowie U für die weiblichen Elementen abstützt.
Mit der Hilfe von I und U definiert man den Himmelsgott und
die Pronomina „Ich“ und „Du“, die zur wichtigsten Wörtern
unseres Wortschatzes gehören2.

1
Die indogermanische Ursprache (Protoindoeuropäisch (PIE); auch
Indoeuropäisch oder Urindogermanisch UIG) oder indogermanische
Grundsprache
2
Die Rangordnung der Wörter geht eindeutig aus den Swadesh-ljsten
hervor
Du, ich und der Gott Duisco
Aus der nachfolgenden Tabelle kann man ablesen inwiefern die
bedeusamste Wörter (Du und Ich) in einer willkürlichen
Sprache mit dem Namen des Schöpfergottes übereinstimmen.
Im Provenzalischen Gedicht Mirèio3 ist mir erstmalig
aufgefallen, dass das Pronomen iéu der ersten Person singular
vollständig im Namen Gottes (Diéu) enthalten ist4. Dieses
Phänomen war mir bereits in den italienischen und spanischen
Sprachen aufgefallen5, aber in diesen Fällen betrifft es nur zwei
Buchstaben, die zudem nicht einmal vollständig mit den
bedeutendsten Symbolen I und U übereinstimmen. Dió enthält
das Pronomen ió und Dios das Pronomen yo. In Portugiesisch
enthält der Schöpfername Deus das Pronomen eu und in
Sizilianisch enthält Diu das Pronomen iu. Auch in alt-deutscher
Sprache enthält der Göttername Diu das Pronomen Ih, das man
an meinem schwäbischen Wohnort und allgemein im gesamten
süddeutschen Wohnraum noch deutlich wahrnehmen kann. Die
provenzalische Sprache erklärt jedoch besser wie die
Wortbildung verstanden werden muss.
Viele Pronomina (zum Beispiel iéu) basieren auf eine IU-
Kombination, in deren Mitte eine der übrigen Vokale (a, e, o)
platziert werden. Auffällig ist auch die Tatsache, dass auch die
jüdischen und arabischen Wörter „Gott“ auf Symbole basieren,
die einer IU-Kombination ähneln.

3
veröffentlicht in 1859 von Frederi Mistral
4
Siehe die Mirèio-Zitate in Das Buch Genesis Innerhalb Eines Wortes
5
Diese These wurde bereits in Der Himmelsgott Dyaeus und in Der
Brenner & Tuisc Codex (2006) - über die Bernsteinrouten und die teutsche
Religion, von Joannes Richter - ISBN: 9783830109655 veröffentlicht
Mit Hilfe der Swadesh-listen kann man nun ablesen, dass die
Ableitung der persönlichen Pronomina aus dem Namen des
Schöpfergottes in vielen Sprachen nach einer festen Regel
stattgefunden hat. Dieser Prozess lässt sich zurückverfolgen zu
den Jahren zwischen 3500 vor und etwa 500 nach Christus.

Sprache “Du” “Ich” Gott Quelle


(sing.)
Langue d'Oc Tu ieu , jo Dieu Swadesh
Sizilianisch Tu iu Diu Swadesh
(Iu-piter)
Romansch Ti jau, eau Dieu Swadesh
Sursilvaans jeu Dieu
Sutsilvaans jou Dieu
(Diou-piter)
Spanisch tú, usted yo Dios Swadesh
Portugiesisch Tu eu Deus Swadesh
Provenzalisch Tu iéu Diéu Swadesh
Alt-Deutsch Thu Ih Diu
Italienisch Tu ió Dió Swadesh
Französisch Tu je Dieu Swadesh
Arabisch ‫أنت‬ ‫أنا‬ ‫ا‬ Swadesh
Hebräisch IHVH Swadesh
Tabelle 1: Korrelation der persönlichen Pronomina der 1e & 2e
Person und dem Schöpfergott
Die Bedeutung des I und U
Die ersten religiösen Konzepte basieren auf den
Fruchtbarkeitskult, den man auch heute noch im Fernost in
Ehren hält. Die wichtigsten Symbole sind lingam und yoni, die
traditionell als Säule beziehungsweise als Kreis abgebildet
werden. Im Altertum hat man als weibliches Symbol auch
Schalengruben angewandt.

Fig. 1: U and I

Abb. 1 aus: Phallism in Ancient Worship


von Hodder M. Westropp und C.S. Wake (1874)
Schalengruben und Säulen
Schalengruben und Säulen bilden wohl die graphischen
Grundlagen des Fruchtbarkeitskults, die zunächst als
Skulpturen, beziehungsweise als Klänge und später als
graphischen Symbole, beziehungsweise Buchstaben
kommuniziert worden sind. Schalengruben wurden dabei als
der Vokal U und später als der zugehörige Buchstabe U (oder
V) festgelegt. Die Säulen wurden als der Vokal I und später als
der zugehörige Buchstabe I (oder Y bzw. J) definiert.

Die Farben Rot und Blauw


Der Fruchtbarkeitskult basierte auf eine bipolaren Struktur, in
dem die männliche, beziehungsweise weibliche Symbolik
Antipoden eines Paares bildet6. Wo wir auf bipolaren
Strukturen stoßen beruhen diese fast immer einer Symbolik aus
alter Zeit, auf den Fruchtbarkeitskult.
Zu diesen Antipoden gehören auch die Farben Rot und Blau,
die in der Bibel in den Büchern Exodus und Chronik 25 mal als
göttlichen Anweisungen zum Zeltbau bzw. Tempelbau
aufgeführt werden. Diese symbolische Farben sind auch heute
noch in den Farben vieler Länder, u.a. Niederlande,
Großbritannien, Frankreich, usw. ablesbar.
Im Mittelalter kann man Rot und Blau in den illuminierten
Bibeln7, in der fürstlichen Bekleidung, in Gemälden und
Grabstellen identifizieren8.

6
Erinnerungen an Adam und Eva
7
Details, siehe: Dyaeus - über die Farbcodes der Prachtbibeln, und
Übersicht der religiösen Farbcodes
8
Siehe die Beispiele in The Hermetic Codex
Zu den bekannten Malern, welche die Symbolik des
Fruchtbarkeitskults abgebildet haben gehört auch Hieronymus
Bosch. Im Der Garten unirdischer Gelüste symbolisiert Bosch
den Lebensbrunnen als eine rosaroten Säule über einem
dunkelblauen Teich, die wir als Symbole eines
Fruchtbarkeitskults verstehen dürfen.

Abb. 2: Garten der


Gelüste Jeroen.Bosch

Abb. 2 Detail aus Garten unirdischer Gelüste (c. 1480-1505) von


Hieronymus Bosch. Triptychon, 220 cm x 389 cm, zur Zeit im Museo del
Prado. - Wikipedia Commons -
Das indoeuropäische Konzept
Die Korrelation vieler Sprachen wurde bereits 1583 entdeckt9.
In diesem Jahr entdeckte der Jesuit Thomas Stephens dass
einige indischen Sprachen (namentlich Konkani)
übereinstimmen mit Latein und Altgrichisch. Er beschreibt die
Korrelation in einem Brief an seinem Bruder, der erst
Jahrhunderte später veröffentlicht wird.
In den darauf folgenden Jahrhunderten hat man das
indoeuropäische Sprachensystem genau untersucht und die
historischen Evolution kartographisch erfasst. Die
Indoeuropäische Sprache hat sich demnach aus einem Gebiet
nördlich des Schwarzen Meeres verbreitet.

Abb. 3: Spät-Proto-Indo-Europäische Sprache in der


Kurganhypothese (3500 vor Christus)

Alle Landkarten: Wikimedia Commons.


GNU-Lizenz der freien Dokumentation,

9
Quelle (Wikipedia): Indogermanische Sprachen–Die Landkarten befinden
sich in der niederländischen, bzw. englischen Fassung dieses Dokuments.
Griechisch, Rumänisch, Rätoromanisch

Abb. 4: Verbreitung der PIE-Sprache um 2500 v.Chr.


Um 3000 vor Christus erreicht die PIE-Sprache über die
Donau Griechenland und Österreich. In dieser Phase werden
Griechisch, Rumänisch und vielleicht auch schon Rumantsch
(Rätoromanisch) gebildet, das sich im Alpenbereich
angesiedelt hat. In der rumänischen Sprache ist das Pronomen
der 1e Person singular eu, das als Kern dem obersten Gott Zeu
(gleichzeitig auch der griechischen Schöpfergott Zeus) gilt. In
den Alpen bilden wohl auch die Pronomina jau, eau, jeu, jou
den Kern der Gottheit Diou (der sich später im Latein als Diou-
piter zum Jupiter entwickelt) und bleiben in der
Abgeschiedenheit des Gebirges nahezu unverändert erhalten.
Rumänisch eu Zeu, Dumnezeu
Rumantsch Ti jau, eau Dieu

Sursilvanisch jeu Dieu


Sutsilvanisch jou Dieu (Diou-piter ?)
Tabelle 2: Die Entstehung von Rumantsch in den Alpen
Italienisch, Dänisch und Schwedisch
Um 1500 vor Christus erreicht die PIE-Sprache entlang der
Elbe Dänemark und Schweden. Im Süden erreicht das PIE-
Konzept die Provence, das Hethiterreich in dem sich auf Troja
befindet und Mitten-Italien.

Abb. 5: Verbreitung um 1500 vor Christus

In der provenzalischen Sprache kann um 1500 v.C. das


Pronomen iéu als Kern des Schöpfergottes Diéu entstanden
sein. In der altdeutschen Sprache kann das Pronomen Ih als
Kern des Namens Diu entstanden sein.
Provençaals Tu iéu Diéu Swadesh
Oud-Duits Thu Ih Diu
Tabelle 3: Die Entstehung der provenzalischen und alt-
deutschen Sprache um 1500 vor Christus
Süd-Italien, Portugal, Südfrankreich
Erst um 500 vor Christus erreicht die PIE-Sprache Süditalien,
Frankreich, Großbritannien und den Süden Portugals.

Abb. 6: Verbreitung um 500 v. Chr.

In dieser Periode bildet sich wohl auch das Pronomen iu zum


Schöpfergott Diu in Sizilien, sowie das Pronomen eu zum
obersten Gott Deus. Auch ist eine Ausbreitung der
provenzalischen Sprache in südwestliche Richtung denkbar. In
der Langue d'Oc gilt das Pronomen ieu als Kern für den
Schöpfergott Dieu.
Langue d'Oc Tu ieu , jo Dieu Swadesh
Sizilianisch Tu iu Diu Swadesh
(Iu-piter ?)
Portugiesisch Tu eu Deus Swadesh
Tabelle 4: Die Entstehung der Langue d'Oc, Sizilianisch und
Portugiesisch
England, Italien und Portugal
Zur zeit der römischen Expansion und großen
Völkerwanderungverdrängen neue Sprachen das Keltisch aus
Frankreich, Spanien, Portugal und Süd-England. Das PIE-
Konzept erreicht nun auch den mittleren Osten und Nord-
Afrika.

Abb. 7: Verbreitung nach der großen Völkerwanderung

In dieser Phase bilden sich Spanisch, Italiänisch und wohl auch


das moderne Französisch (Langue d'oïl).
Spanisch tú, usted yo Dios Swadesh
Italienisch Tu ió Dió Swadesh
Langue d'oïl Tu je Dieu Swadesh

Englisch Thou, I Diu (?)


Niederländisch U Ic Tui(s)c (?)
Tabelle 5: Die Entstehung von Spanisch, Italienisch, Englisch
und Niederländisch
Niederdeutsch und Niederländisch
Die sehr späte Bildung der Englischen, Niederdeutschen und
Niederländischen Sprachen hat wohl einige Abweichungen
vom ursprünglichen Konzept ausgelöst. Die englischen
Pronomina “Thou” und “I” korrelieren jedoch gut mit den
altdeutschen Wörtern “Thu” und “Ih”, die auf die Gottheit
“Diu”, beziehungsweise “Tuisco” basieren. Analog zu dieser
Ableitung kann man in der niederländischen, bzw.
niederdeutschen Sprachen die Pronomina U und Ic dem
Schöpfergott Tui(s)c, beziehungsweise “Tuisto” zuordnen

Die Handschriften zur Germania bieten eine große


Schreibungsvielfalt des Namens; als Hauptvarianten sind
Tuistonem und Tuisconem auszumachen. Eine Entscheidung
zwischen den beiden Namensformen ist weder von der
Überlieferung noch von der Etymologie her möglich. Beide
können auf ein Element urgermanisch *twis- „zwei-“
zurückgeführt werden.
Bei Tuisconem läge eine Weiterbildung mit dem Suffix
urgermanisch *-ka- (urgermanisch *twis-ka- „zweifach“,
fortgesetzt in althochdeutsch zwisc, mittelhochdeutsch zwisch,
angelsächsisch twisc „zweifach“), bei Tuistonem dagegen eine
Weiterbildung mit dem Suffix urgermanisch *-ta-
(urgermanisch *twis-ta- „zweiteilig“, fortgesetzt in
neuhochdeutsch Zwist, altenglisch tvist „Gabel“, altisländisch
tvistr „zweigeteilt“, altisländisch tvistra „trennen“) vor.
Wie die Namensform auch anzusetzen ist, in beiden Fällen ist
der Name wohl als Zwitter zu verstehen. Der
zweigeschlechtige Tuisto ist zwar laut Legende ein aus der
Erde geborener Gott. Dessen Name ist jedoch eindeutig
verwandt mit Dyaus, der PIE-Name für den Himmelsgott.
Androgyne Götter
Zweigeschlechtige Urwesen kommen in der mythologischen
Vorstellung häufiger vor. Eine Parallele findet sich etwa in der
altnordischen Mythologie in Gestalt des Urriesen Ymir.
Nach Angaben von Wackernagel, der in der Deutschen
Mythologie von Jacob Grimm im Anhang (1844-1854) zitiert
wurde, ist auch Tuisco wiedie Mehrheit der Himmelsgötter ein
androgyner Gott. Wie diese Androgynität sich auf das PIE-
System auswirkt, werden wir in einem nachfolgendem Kapitel
verstehen.

Dyaus, Deister, Düster, Dis, Tuisco


Geographische Bezeichnungen wie der Deister, das nördlichste
Mittelgebirge und letzter Ausläufer des Weserberglandes gehen
wohl auch auf den Namen der Gottheit zurück. Es liegt hier
das Wort düster in dialektaler Form vor (zum
Benennungsmotiv vergleiche etwa Schwarzwald).
Nach Caesars Benennung10 Dis (der römische Gott der düsteren
Unterwelt) entspricht Tuisco der römischen Gottheit Dis11. Dis
(vielleicht auch Duis als Gotthei der Düsternis) ist analog am
Gott des Tageslicht Dius verwandt mit der PIE-Gottheit Dyaus.

10
Im Gallischen Krieg
11
Diese These wurde bereits in Der Himmelsgott Dyaeus und in Der
Brenner & Tuisc Codex (2006) - über die Bernsteinrouten und die teutsche
Religion, von Joannes Richter - ISBN: 9783830109655 veröffentlicht
Das Alte Testament
Das Alte Testament beschreibt nebst den kriegerischen
Historien der Hebräer und Israelis auch die Entwicklung der
jüdischen Religion seit Abrahams Zeiten. Abraham lebte um
1800 vor Christus. Zu dieser Zeit hatte die PIE-Sprache bereits
den Nordwesten Deutschland und die Niederlande erreicht.
Auch der Name IHVH basiert auf den Antipoden I und U. Die
jüdische Schrift kennt zwar keine Vokaldarstellung, aber mit
Hilfe der Lesezeichen “Matres Lectionis” sind wir doch in der
Lage den Buchstaben V in IHVH als ein U zu verstehen. Damit
entspricht IHVH den Anforderungen an den PIE-Namen eines
Himmelgott. Auch im vor-islamischen Wort ‫( ا‬Allah) kann
man eine UI-Struktur ablesen.
Das Wort "elohim" für den hebräischen Gott wird allgemein als
Pluralbildung betrachtet. Da nahezu alle PIE-Namen für
Himmelsgötter als androgyne Symbole betrachtet werden, ist
die Pluralbildung im Wort "elohim" ebenso verständlich wie für
Tuisco.

Die bipolare Struktur


Eine Vielzahl der oben genannten Pronomina wurde
offensichtlich mit Hilfe der Buchstaben I und U bipolar
strukturiert, der einer biblischen Aussage entspricht: und schuf
sie als Mann und Frau.
So kann man sich vorstellen, dass die Priester die gesamte
Schöpfungslegende in einem dreistelligen Wortkern (iéu)
codiert haben könnten:
Die Schöpfungslegende in einem Wort12.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,


Genesis 1-27

Sein Bild ist (in Provenzalisch) Diéu .

zum Bilde Gottes schuf er ihn;


zum Bilde Gottes (Diéu) schuf er iéu;

und schuf sie als Mann und Frau.


und schuf iéu als Mann (i) und Frau (u).

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar


1-28

und mehret euch.


1-28
Und Gott segnete iéu und sprach zu iéu, “Seid fruchtbar
und mehret euch“.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe,


Genesis 1-31

es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste
Tag.

Das mittlere Symbol é im Pronomen iéu wird vielleicht


herangezogen im nachfolgenden Zitat :

Hosea 11-9
Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch,
der Heilige in deiner Mitte.
Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.

12
Details werden dokumentiert (in englischer Sprache) in Etymology for
the Pronoun 'I'
Denn ich bin Diéu, nicht iéu; der Heilige (é) in deiner (iéu)
Mitte;

Die Farbcodes für die Elementarsymbolik I und U werden


wohl definiert im Bibelzitat:

Sie sollen also für deinen Bruder Aaron und für seine
Exodus 28-4

Söhne heilige Gewänder anfertigen, damit er mir als Priester


dient. 5 Sie sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur,
Karmesin und Byssus verwenden.

In dieser Schöpfungslegende symbolisiert iéu keinen Mann


oder Frau, sondern eine androgynen Gestalt, den wir aus der
historisch-religiösen Literatur als Adam-Qadmon kennen.
In der ursprünglichen Version der Schöpfungslegende, der von
Plato im Symposium dokumentiert wurde, ist das Ehepaar am
Anfang der Schöpfung am Rücken miteinander verwachsen
und haben sie sich noch nie in die Augen gesehen.
Aus Furcht oder Mitleid entscheidet Gott sich die beiden zu
trennen, schmückt die weiblichen Hälfte wie eine Braut und
führt sie dem männlichen Partner vor Augen - von Angesicht
zu Angesicht. Er befiehlt das Ehepaar sich zu vermehren.
Dieses Ehepaar, symbolisiert in der Buchstabenkombination
iéu, ist ein Abbild des Schöpfers (Diéu).

Das Wir-Konzept
Das “Ich” bildet sozusagen ein Ehepaar, d.h. zwei Personen,
die sich als Einheit (ein Fleisch) betrachten. Für dieses Ehepaar
ist die Bezeichnung „wir“ mehrdeutig.
Es kann das Ehepaar selbst („wir“ als Mann und Frau) oder
eine Gruppe von einigen Personen umschreiben.
In der Swadesh liste kann man für die Romanische Wörtern
ablesen::
• Französisch: nous, villeicht verwandt mit us, aus dem
Proto-Germanisch *uns (“us”), Deutsch uns,
• Latein: nos
• Italienisch: noi
• Spanisch: nosotros
Der Anfangsbuchstabe N dieser Wörter kann man als Negation
(das nicht-Ich) auffassen, die jeden einschließen kann außer
dem Ehepaar U und I, symbolisiert von iéu, iau und iou.
Das spanische Wort nosotros deutet schon an, dass man einen
anderen Kreis als U & I anspricht.
Das italienische noi gilt wohl als Negation des Pronomens “io”,
die alle Personen außerhalb „io“, d.h. „I und U“ umfasst. .

Du und Sie
Wer nun iéu als persönliches Pronomen “ich” anwendet kann
dieses Wort sowie Diéu in einer Dualis-, Plural-form oder gar
pluralis majestaticus einsetzen. Im Altertum wurde der Mann
oft als Repräsentant des Ehepaars und/oder Familie verstanden.
Diese Idee galt auch noch bis in den fünfziger Jahren des
letzten Jahrhunderts. In der Niederlande gibt es immer noch
einer Partei, die ein Wahlrecht für Frauen ablehnt13.

13
In den Niederlanden lehnt die SGP passive Frauenwahlrecht ab.
Bei genauer Anwendung des Ein_Fleisch-Konzepts, in dem
Mann und Frau während der Hochzeit einen Körper und ein
„Ich“ teilen, kann es allerdings in der Kommunikation
zwischen Ehepartnern zu einem Identitätsproblem führen, das
mit unterschiedlichen Pronomina für den Ehepartner, bzw. den
externen Partner in Diskussion mit Fremden gelöst werden
kann.
Im vertrauten Kreis der Ehe wurde ursprünglich wohl nur das
vertrauliche „Du“ angewandt. Eine solche Anwendung des
vertraulichen „Du“ beschreibt Khaled Hosseini14 in der
afghanischen Sprache. Das afghanische "Tu" (“Du”) bleibt
demnach für die Ehepartner reserviert, während man "shoma"
(“Sie”) ausschließlich für die distanzierten Beziehungen (auch
zwischen Eltern und Kinder) verwendet.

14
in dem Buch “The Kite Runner” (2003)
Die Wortbildung
Die Namen der aus Dyaus abgeleiteten indoeuropäischen
Himmelsgötter basieren auf dem Wortstamm *Iou bzw. ieu
(→dyeu), der nicht für den göttlichen Namen, sondern auch für
die göttlichen Justiz (ius) und die symbolischen (d..h
ehelichen) Unterjochung in der Gesellschaft symbolisierte.
Das Lateinische Wort ius ist die Basis für die Wörter Justiz,
Jura, just, usw....
Im Latein werden ius und iungo wie folgt gebildet:
• ieu + s → ius (Recht)
• ieu + g → iungo (ich verbinde)
Genau genommen sind alle damit zusammenhängende
Wortbildungen behaftet mit einer religiösen, bipolaren IU-
Symbolik, zum Beispiel: Jubel, Joch (von Latein: iugum),
Jury, justieren, Juwel15, Justiz, Jurisdiktion, just...

Geschlechtsregeln
Merkwürdig ist auch die Benutzungsregel für das Geschlecht
der Wörter: männlich-weiblich-sachlich. Das sachliche
Geschlecht (Neutrum) wird allgemein für kleine, noch nicht
ausgewachsenen Personen oder unvollständigen Sachen
benutzt. Das gilt insbesondere auch für Kinder und
ausnahmsweise auch für „das Weib“.

15
Juwel soll angeblich von Latein: jocalis = “zum Spiel zugehörig”
abstammen
Beispiele sind:
• das Mädchen, aber die Maid,
• das Kätzchen, aber die Katze,
• das Hündchen, aber der Hund und die Hündin,
• das Häuflein, aber der Haufen,
• das Männchen, aber der Mann,
• das Fräulein, aber die Frau.
Das sachliche Geschlecht für „das Weib“ wurde ggf. infolge
der negativen Beurteilung der Verführung durch Eva ausgelöst.
Offensichtlich hat man Kinder und ledige Personen im
Mittelalter kaum als vollwertige Mitbürger betrachtet 16. Nur
Erwachsenen und große Leute gehörten – sofern sie verheiratet
waren, zu den Abbildungen Gottes. Das Wort „Mensch“
beschrieb damals ein Ehepaar, in dem die individuelle Person
(d.h. der einzelne Mann und einzelne Frau) lediglich ein
halber Mensch darstellte. Abgesehen vom Klerus war jede
unverheiratete Person ein halber Mensch. Die oben
dokumentierte Wortbildung deutet an, in welchem Maße diese
Regel auch heute noch gilt.
In der niederländischen Sprache gibt es außerdem noch eine
sachliche Bezeichnung „het mens“ (übersetzt: „das Mensch“),
für weibliche Personen, die jedoch einen ausgesprochen
negativen Klang aufweist.

16
abgesehen natürlich vom klerikalen Stand, der sich der Gottheit geweiht
hatte.
UI-Wörter
In der deutschen Sprache sind die UI-Wörter nahezu17
vollständig verschwunden. In der niederländischen Sprache
sind UI-Wörter jedoch allgemein üblich, zum Beispiel Duits
(deutsch), duivel (Teufel), Tuig (Zeug).
Der niederländische Abschiedsgruß Dui, der offensichtlich
vom altgermanischen Schöpgergott Tuïsco abstammt, aber erst
seit etwa 1950 allgemein benutzt wird, hat vielleicht in einer
sprachlichen Nische überlebt.

17
Ausnahme z.B. Druide, Tuisco....
Das Runenalphabet Iuthark
Die erste Runenreihe wird älteres Futhark genannt. Sie besteht
aus 24 Zeichen, denen wie im lateinischen Alphabet jeweils ein
einzelner Laut zugeordnet ist. Dieses Futhark wurde bis ca.
750 n. Chr. von allen germanischen Stämmen in der gleichen
Form verwendet. Man nennt es deshalb auch
gemeingermanisches Futhark. Ab wann es verwendet wurde,
ist bis heute Anlass zur Diskussion. Der erste sichere Beleg für
eine Runeninschrift ist der Kamm von Vimose (160 n. Chr.).

Abb. 8: Der Kylverstein aus Gotland, Schweden (400AD)

Als älteste Abbildung einer Runenreihe gilt Kylver Runenstein


aus 400 nach Christus, die merkwürdigerweise nicht mit FUTH
sondern mit den religiösen Hauptsymbolen I, U und þ beginnt.
Abb. 9: Der Kylverstein mit dem IUþark Alphabet

Abb. 10: Iuþark oder Iuþork

Auf dem de Kylerstein befindet sich zudem eine weitere


Inschrift den man auch als Namen eines Himmelgottes
“Zueius” lesen kann.

Abb. 11: “Zueius”


Zusammenfassung
Der Umfang des Proto-Projekts lässt sich abschätzen am
umfangreichen Schatz an Konventionen, Volksbräuche, Bilder
und Legenden.
Infolge der relativ kurzen historischen Entwicklung (ab der
ersten Expansionsphase 3500 vor Christus, die das deutsche
Sprachgebiet um 2500 vor Christus erreicht haben mag, sind
noch eine Vielzahl an ursprünglichen PIE-Symbolen aktiv.
Von den in diesem Bericht dokumentierten PIE-Elemente sind
folgende Symbole im Einsatz:
• Das Wort Druide
• Das Wort Wiederhälfte als Bestandteil der
Schöpfungslegende in dem der erste Mensch Adam
Qadmon als ein Fleisch bezeichnet wurde. Das Wort
Wiederhälfte verdeutlicht das alte Bild der androgynen
Gottheit, der den Menschen Adam Qadmon nach
seinem Bild erschaffen hat.
• das persönliche Pronomen U als ein weibliches Symbol
in der niederländischen Sprache, sowie das persönliche
Pronomen I als ein männliches Symbol in der
niederländischen Sprache.
• der niederländische Abschiedsgruß Dui, der
offensichtlich vom altgermanischen Schöpgergott
Tuïsco abstammt.
• der Name Duisburg (Tuiscoburgum) und Doesburg
(Tuiscoburgum Batavorum).
• die Farben Rot und Blau, die als männliche,
beziehungsweise weibliche Symbole in einigen
Nationalflaggen (Frankreich, Niederlande,
Großbrittanien) wahrnehmen.
• verschiedene iu-Wörter, wie zum Beispiel Jubel, Joch
(von Latein: iugum), Jury, justieren, Juwel, Justiz,
Jurisdiktion, just...
Offensichtlich hat man Kinder und ledige Personen im
Mittelalter kaum als vollwertige Mitbürger betrachtet 18. Nur
Erwachsenen und große Leute gehörten – sofern sie verheiratet
waren, zu den Abbildungen Gottes. Das Wort „Mensch“
beschrieb damals ein Ehepaar, in dem die individuelle Person
(d.h. der einzelne Mann und einzelne Frau) lediglich ein
halber Mensch darstellte. Abgesehen vom Klerus war jede
unverheiratete Person ein halber Mensch.
Diese alte Religion hat die Gesellschaft damals so sehr
durchdrungen, dass die Merkmale auch nach
jahrhundertelangen Inquisition und Hexenjagd auf Dissidenten
immer noch sichtbar bleiben.

18
abgesehen natürlich vom klerikalen Stand, der sich der Gottheit geweiht
hatte.
Inhaltsverzeichnis
Am Anfang.................................................................................2
Du, ich und der Gott Duisco......................................................3
Die Bedeutung des I und U........................................................5
Schalengruben und Säulen....................................................6
Die Farben Rot und Blauw....................................................6
Das indoeuropäische Konzept....................................................8
Griechisch, Rumänisch, Rätoromanisch ..............................9
Italienisch, Dänisch und Schwedisch..................................10
Süd-Italien, Portugal, Südfrankreich...................................11
England, Italien und Portugal..............................................12
Niederdeutsch und Niederländisch......................................13
Androgyne Götter................................................................14
Dyaus, Deister, Düster, Dis, Tuisco....................................14
Das Alte Testament..................................................................15
Die bipolare Struktur...........................................................15
Die Schöpfungslegende in einem Wort..........................16
Das Wir-Konzept.................................................................17
Du und Sie...........................................................................18
Die Wortbildung.......................................................................20
Geschlechtsregeln................................................................20
UI-Wörter............................................................................22
Das Runenalphabet Iuthark......................................................23
Zusammenfassung....................................................................25
Anhang.....................................................................................28
Anhang
Die meisten Studien zu diesem Thema wurden in Englisch
veröffentlicht. Relevante Veröffentlichungen in deutscher
Sprache sind (in Reihenfolge der Veröffentlichung):
1. Der Himmelsgott Dyaeus
2. Notizen zu "Die Heiligen Symbole Von Mu"
3. Dyaeus - über die Farbcodes der Prachtbibeln
4. Die Kaisertracht in Rot und Blau
5. Eine neue Etymologie für Purpur
6. Tractatus der Unwörter - zur Etymologie unseres
Wortschatzes
7. Kurzübersicht der bipolaren Symbolik
8. Religionsunterricht 1954-1955
9. Dies Fasti - Das Entfesseln der Götter
10. Technologie Oder Evolution - Von der Suche nach
einem Schöpfer
11. Übersicht der religiösen Farbcodes
12. Die Verwebung als religiöses Symbol
13. Blau und Rot Im Mittelalter
14. Die Farbcodierung in Leonardos Abendmahl
15. Erinnerungen an Adam und Eva
16. Das Nonnenkirchle in Waiblingen