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Der Netbib-Newscast #1

Sehr geehrte Abonnenten des Netbib-Podcasts,

mit Sicherheit warten sie schon ungeduldig darauf, dass es neue Folgen des Netbib-Podcastes gibt.
Momentan allerdings möchte ich noch ein wenig warten um dann mit professionellerer Ausstattung
als bisher die Folge produzieren zu können. Bis dahin möche ich aber die Lücke nutzen und Ihnen
wenigstens in einfacher, schriftliche Form sozusagen ohne Schnickschnack in Schriftform die
Woche im Rückblick präsentieren. Sozusagen das Script ohne Ton. Haben Sie viel Spaß mit meinen
Anmerkungen und den Links. Falls Ihnen diese „Probenummer“ gefällt sagen Sie es mir bitte per
Kontaktformular – sie finden es natürlich unter log.netbib.de.

Ihr Christian Spließ,


Moderator des Netbib-Podcastes

Die Wirtschaftskrise hallt noch nach – während in Essen die Bibliothek wieder Geld für Bücher
ausgeben darf ringen die Kommunen generell um die Frage der Finanzierung. Wobei im
Kulturbereich nicht nur staatliche Einrichtungen sparen müssen, auch die Evangelische Kirche wird
in naher Zukunft bei der Kirchenmusik vermehrt die Kooperation suchen müssen. „Warum der
Bürger seiner Bibliothek nicht helfen kann“ - diese Frage klärte letzte Woche DerWesten -
http://log.netbib.de/archives/2010/10/10/notlage-der-ruhrgebietsbibliotheken/
Dort findet sich der Hinweise, dass Bücherspenden in der Regel eigentlich nicht so gerne gesehen
werden. Das heißt, wenn die Bücher aus dem eigenen Bücherschrank stammen:

Der Leiter der Essener Stadtbibliothek, Klaus-Peter Böttger, kann nachvollziehen, dass
Bürger versuchen wollen, wenigstens ihre Bücherei vor Ort zu retten. Dennoch ist er von
dem Vorschlag, Bücher vom heimischen Regal in die Bibliothek zu schleppen, eher mäßig
begeistert: „Leider decken sich Buchspenden nicht immer mit den Ansprüchen der
Bibliothek.“ Die Besucher erwarteten einen aktuellen Medienbestand: Einen Reiseführer
von 1992 oder eine uralte Phil-Collins-CD, wo doch gerade seine neue Scheibe erschienen
sei, könne die Stadtbibliothek einfach nicht gebrauchen.

Besser wären Projekte wie die Bücherpaten – ein Konzept, das wohl ursprünglich aus Köln stammt
und die Bürger aktiv in die Förderung der Bibliothek einbezieht. Weiteres kann man bei
DerWesten.de nachlesen.

Die Annahme, alles stünde im Internet ist falsch. Richtig ist: Digitalisierung von Beständen ist eine
Ergänzung. Dennoch ist natürlich der Einwurf von Jürgen Plieninger im Netbib-Blog berechtigt, der
zur aktuellen Diskussion um die Schließung der Augsburger Bibliothek schrieb -
http://log.netbib.de/archives/2010/10/11/schliesung-von-staats-und-stadtbibliothek-diskutiert/

Vielleicht sollte man – zynisch gesprochen – die Bestände vorher digitalisieren und virtuell
anbieten, so wie es jetzt im Nachhinein mit der Regensburger reichsstädtischen Bibliothek
gemacht wurde.

Kein Anschluss unter dieser Nummer heißt es demnächst in Emden. Dort wird die Telefonzelle
einer neuen Bestimmung zugeführt: Sie wird zu einer Minibücherei. Die Emder Zeitung berichtet -
http://www.emderzeitung.de/?id=20&nid=164235
Die Idee haben sich die Krummhörner aus dem Südbrookmerlander Dorf Upende geholt:
Eine Mini-Bibliothek in einer ausgedienten Telefonzelle öffnet in den nächsten Tagen am
Standort der Kreisvolkshochschule Norden im Gewerbegebiet Pewsum. Das sagte
Mitinitiator Heiner Müller von "Möbel und Mehr" (M.u.m.) auf Nachfrage der Emder
Zeitung.

Bisher verband ich mit dem Begriff „Krummhorn“ eigentlich ein sehr altes Musikinstrument – ich
bin mir nicht sicher ob die Bewohner des Dorfes sich selbst so bezeichnen, aber es steht in der
Zeitung, als muss das wohl wahr sein... ;-)

Zum Schluss dieser ersten „Probeausgabe“ noch der Hinweis, dass Hannover sich glücklich
schätzen kann: Während das Ruhrgebiet kaum offene Bücherschränke bietet – in Essen steht einer
vor dem Theater, Duisburg ging irgendwie leer aus, tsk – finden sich in Hannover tausende.
Gefühlsmäßig gesehen: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Offene-
Buecherschraenke-in-Hannover-sind-ein-Erfolgsmodell

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,


Christian Spließ