Sie sind auf Seite 1von 55

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele
So erreichen Sie Ihre Ziele Carlos Devis und Maria Mercedes De Beltran 1
So erreichen Sie Ihre Ziele Carlos Devis und Maria Mercedes De Beltran 1

Carlos Devis

und

Maria Mercedes De Beltran

1

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Maria Mercedes Perez de Beltran

wurde am 14.Dezember 1947 in Medellin, Kolumbien, geboren und ist Berufsjournalistin.

Sie absolvierte ein Universitätsstudium der Arbeitssoziologie und der Psychologie.

12 Jahre lang war sie hauptberuflich als Journalistin für die Tageszeitung „Espectador“ tätig und schrieb hier eine Kolumne zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und -unterstützung.

Sie war Kolumnistin bei einer der nationalen meinungsbildenden Fernsehstationen.

Mehrmals war sie als Direktorin und Mitarbeiterin bei Radio- und Fernsehsendern tätig.

Zudem wurde sie mit der Herausgabe eines Frauenmagazins betraut, das als Beilage des „Espectador“ erscheint.

Für ihre Kolumnen, Fotografien und Erzählungen wurde sie auf nationaler Ebene mehrmals ausgezeichnet.

Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Journalistin widmete sie sich hauptsächlich Interviews, die sie sowohl mit national und international berühmten Persönlichkeiten als auch mit gewöhnlichen Menschen führte. Mit ihnen diskutierte sie Strategien und Wege, die diese Menschen zum Erfolg geführt haben. Bei diesen Gesprächen sammelte sie äußerst wertvolle Informationen für ihre Tätigkeit als Referentin und Schriftstellerin im Bereich der Motivationskommunikati- on.

Maria Mercedes De Beltran ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

Carlos Devis Estrada

wurde am 9. April 1954 in Bogota, Kolumbien, geboren

Er ist ein international renommierter Redner und Experte für interpersonelle Beziehungen.

Im Jahre 1977 legte er an der Universität von Kolumbien sein Anwaltsexamen ab.

Von 1977 bis 1980 war er als Universitätsprofessor tätig.

Bei der Ausübung seiner anwaltlichen Tätigkeit wurde ihm klar, dass er seine Arbeit sehr viel effektiver gestalten könnte, wenn er nicht Paare oder Familien mit Trennungsproblemen be- treuen würde, sondern ihnen dabei helfen würde, ihre privaten und beruflichen Beziehungen erfolgreicher zu gestalten.

In Vorbereitung auf dieses neue Projekt bereiste er 12 Jahre lang die USA und Europa.

Er drehte mehr als 50 Videos zum Thema Persönlichkeitsentwicklung für den südamerikani- schen Raum sowie für spanische Zuschauer in den USA und hielt Seminare in den verschie- denen Ländern Europas und Amerikas.

2

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Neben dieser Tätigkeit war er als Geschäftsführer und Direktor zahlreicher nationaler Unter- nehmen im Industriesektor tätig.

Derzeit wirkt er an der Gestaltung von Seminaren in spanischer Sprache des „The Pacific In- stitute“ mit, einem nordamerikanischen Unternehmen mit Sitz in Seattle.

Er ist Mitbegründer des Unternehmens „Kommunikation und Entwicklung“ mit Sitz in San- tiago de Chile, Vigna del Mar, Miami, Los Angeles und Bogota. Die Tätigkeit des Unterneh- mens besteht darin, mit Hilfe von Seminaren, Videos und Massenmedien zahlreichen Men- schen zu Erfolg in ihrem Leben zu verhelfen und dabei die Kommunikation mit sich selbst und mit anderen zu verbessern.

Inhaltsübersicht

Reaktionsmöglichkeiten bei Problemen

12

Die Opferrolle - das Schlimmste, was Sie sich antun können

26

Die Strategie von Menschen, die Probleme in Chancen verwandeln

33

Nicht wissen, was man will

36

Schlusswort

53

3

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Inhaltsverzeichnis

Probleme bringen uns dazu, neue Wege zu gehen

7

Ein Problem ist immer auch eine Chance, denn es ist ein Alarmzeichen

8

Übung

9

Denken Sie an eine aktuelle Situation, die Sie gerne zum Besseren verändern würden

11

Reaktionsmöglichkeiten bei Problemen

12

Wann kann man etwas verändern?

13

Die Geschichte von Marie-Louise, einem Kind mit Down-Syndrom

13

Liegt das Problem in der Einstellung, dann ändern Sie diese!

14

Ihre subjektive Interpretation der Wirklichkeit ist Ihre Realität

15

Unbewusst erbringen Sie Beweise für die Richtigkeit Ihrer Überzeugungen

15

Wollen + Glauben = Können

16

Der Glaube an Grenzen erlegt uns Menschen Einschränkungen auf

17

Was Sie sehen, ist lediglich ein Ausschnitt der Wirklichkeit

18

Unsere Wahrnehmung wird durch das bedingt, was wir sagen

19

Sie haben das Recht, sich zu irren

19

Machen Sie sich Ihre eingeschränkte Wahrnehmung bewusst

20

Übung: Identifizieren Sie die Überzeugungen, die Sie einschränken

22

Die Opferrolle - das Schlimmste, was Sie sich antun können

26

Wenn Sie sich als Opfer fühlen, verlieren Sie Ihr Vertrauen in SICH

26

Es gibt keine Menschen ohne Fähigkeiten, es gibt nur Menschen, die sich ihrer nicht bedienen

 

27

Übung

27

Merkmale einer Opfergeschichte

28

Merkmale einer Geschichte, in der Verantwortung übernommen wird

28

4

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Vier Beispiele – Opfer oder Selbstverantwortung?

29

Die Scheidung meiner Eltern – Version „Opfer“

29

Die Scheidung meiner Eltern – Version „Selbstverantwortung“

29

Der Geschäftspartner, der mich übers Ohr gehauen hat – Version „Opfer“

30

Der Geschäftspartner, der mich übers Ohr gehauen hat – Version „Selbstverantwortung“ 31

Niemand hilft mir im Haushalt – Version „Opfer“

31

Niemand hilft mir im Haushalt – Version „Selbstverantwortung“

31

Ich bin arm – Version „Opfer“

32

Ich bin arm – Version „Selbstverantwortung“

32

Übung

33

Die Strategie von Menschen, die Probleme in Chancen verwandeln

33

Erfolgsfaktor 1: Wissen, was man will

34

Erfolgsfaktor 2: Arbeiten Sie konsequent auf das gewählte Ziel hin

34

Erfolgsfaktor 3: Machen Sie keine halben Sachen, geben Sie stets alles

35

Erfolgsfaktor 4: Stets wichtig – die richtige Balance

35

Nicht wissen, was man will

36

Übung: Grenzenlos fantasieren

38

Übung: Die Blitzliste

39

Anwendung

39

Mit Leidenschaft zum Erfolg

40

Wer klare Ziele hat

41

Wer kein Ziel hat

42

Nutzen Sie die Unterstützung Ihres Gehirns

42

Ihr retikuläres System – ein Radar, der programmiert werden muss

43

Formulieren Sie Ihre Ziele positiv

44

Seien Sie immer so konkret wie möglich

44

5

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Finden Sie Möglichkeiten, um Ihre Fortschritte in Richtung Ihres Ziels messen zu können

45

Gehen Sie in die richtige Richtung?

46

Haben Sie wirklich Einfluss auf die Erreichung Ihrer Ziele?

47

Planen Sie die gesamte Gewinnstrategie, nicht aber jeden einzelnen „Spielzug“

47

Wählen Sie Ziele in Übereinstimmung mit Ihren Werten

48

Ihre Ziele sind Ausdruck Ihrer Wünsche, unabhängig von Ihren gegenwärtigen Möglichkeiten

 

48

Halten Sie an dem „Was“ fest, nicht aber an dem „Wie“

48

So machen Sie Ihre Ziele greifbarer

50

Übung: Schreiben Sie Ihre Ziele auf

51

Schlusswort

53

Ein Problem ist stets eine Chance, weil Sie daran wachsen können

53

Sie können sehr viel mehr, als Sie glauben

54

6

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Wie kann man ein Problem in eine Chance verwandeln?

Die Probleme, mit denen wir Menschen konfrontiert werden, sind verschiedener Art. Einige scheinen die direkte Folge unserer Handlungen oder unserer Unterlassungen zu sein. Andere hingegen, die wir als „sinnlos bzw. überflüssig“ bezeichnen können, zeichnen sich dadurch aus, dass wir dafür keine Verantwortung zu tragen scheinen. Dies trifft beispielswei- se auf bestimmte Unfälle oder Krankheiten zu.

Es gibt Situationen, in denen Sie keinerlei Einfluss auf die Wirklichkeit haben. Doch selbst in derartigen Fällen können Sie immer noch Ihren Umgang mit dieser Situation verän- dern.

Sie werden sehen, dass man mit jedem familiären, beruflichen, zwischenmenschlichen oder auch rein persönlichen Problem so umgehen kann, dass sich daraus sehr aussichtsreiche Gelegenheiten ergeben, selbst wenn sie Schwierigkeiten und Leid mit sich bringen.

Probleme bringen uns dazu, neue Wege zu gehen

Probleme erfüllen einen oftmals sehr wichtigen Zweck in unserem Leben, denn sie zwingen uns dazu, unsere Bequemlichkeit aufzugeben. Mit anderen Worten, sie bringen uns dazu, ausgetretene Pfade zu verlassen oder auch mal Dinge zu tun, die wir normalerweise als „verrückt“ oder „unmöglich“ abtun würden.

Folgendes Beispiel eines jungen Kolumbianers verdeutlicht uns auf eindrucksvolle Weise, was damit gemeint ist. Die Rede ist von Jaïro Clopatofsky, der mittlerweile Abgeord- neter in der Nationalversammlung seines Heimatlandes ist. Im Alter von 21 Jahren war er ein sorgloser Ingenieurstudent und ein hervorragender Sportler. Im Hochsprung und im Tennis war er ungeschlagen und beim weiblichen Geschlecht seines Alters genoss er große Beliebt- heit.

Doch dann hatte er einen Verkehrsunfall und der sportliche junge Mann war von einem auf den anderen Tag querschnittsgelähmt. Anfangs empfand Jaïro eine ungeheure Wut gegen- über all jenen, die gehen konnten, und sogar darüber, dass er noch am Leben war.

„Warum gerade ich?“, fragte er sich immer wieder. „Warum musste mir das passie-

ren?“

Sein körperlicher Zustand ließ ihn nach und nach immer mehr verzweifeln. Er kapselte sich von seiner Außenwelt ab und haderte mit dem Leben. In den Augenblicken, in denen er weniger deprimiert war, dachte er jedoch über seine Zukunft nach.

Eines Tages, nach dem Abendessen, kündigte er seinem Vater an:

„Ich habe vor, mein Ingenieurstudium an den Nagel zu hängen und etwas anderes zu studieren.“

Sein Vater hörte mit großem Bedauern, dass Jaïro ungeachtet seiner körperlichen Ver- fassung die Vorteile aufgeben wollte, die er sich durch die bereits hinter ihm liegenden Studi- enjahre erworben hatte. Er antwortete ihm:

Ich respektiere deine Entscheidung, aber ich bitte dich, gut darüber nachzudenken, denn falls du so weitermachst wie in der letzten Zeit, besteht die Gefahr, dass du gar nichts

mehr aus deinem Leben machst

7

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Nach diesen offenen Worten konnte Jaïro nicht schlafen. „Werde ich wirklich in meinem Leben nichts mehr auf die Reihe bekommen?“, fragte er sich ängstlich. Es war das erste Mal seit dem Unfall, dass er sich ernsthafte Gedanken über seine Zukunft machte.

„Das Einzige, was ich verloren habe, ist die Bewegungsfähigkeit meiner Beine…Aber es gibt ja noch so viele andere Möglichkeiten…Ich habe meine Jugend nicht verloren und auch nicht meine Intelligenz. Ich habe die Fähigkeit, Menschen mitzureißen. Was hindert mich daran, eine politische Laufbahn einzuschlagen, wo es doch das ist, was mich am meisten interessiert?“

Sieben Jahre später hatte Jaïro Clopatofsky ein anderes Studium mit einem höheren akademischen Grad abgeschlossen. Er entschied sich für eine politische Laufbahn und rief eine unabhängige politische Bewegung ins Leben, als deren Vertreter er zum Abgeordneten gewählt wurde. In seinem neuen Leben ist er Universitätsprofessor, der seinen Tag um 4.30 Uhr mit Fitnessübungen beginnt, denn ungeachtet einer gegenteiligen Meinung der Ärzte ist er davon überzeugt, dass er eines Tages seine Beine wieder voll bewegen kann.

Heute empfindet er sein Leben als sehr viel erfüllender als früher. Er ist sich des Ein- flusses bewusst, den er auf eine große Menschenmenge ausübt. Er hält Vorlesungen und Se- minare zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und erzählt immer wieder allen, die es hören wollen:

„Nach meinem Unfall kam es zu einer radikalen Veränderung in meinem Leben. Das

mag eigenartig klingen, aber ich bin froh über das, was mir widerfahren ist

mich einen Lebensstil gefunden, den ich mir vorher niemals hätte vorstellen können.“

Das Hauptproblem nach dem Unfall war für Clopatofsky nicht unbedingt die körperli- che Einschränkung, sondern vielmehr seine Reaktion auf diese Einschränkung. Erst als er für sich einen Weg gefunden hatte, mit dieser neuen Realität zurechtzukommen, wurde das, was er ein „Problem“ nannte, zu einem „Weg“, über den er genau das erreichte, wovon er immer geträumt hatte.

Diese Geschichte mag ein Extremfall sein. Dennoch haben wir in Seminaren zum The- ma Persönlichkeitsentwicklung sehr häufig beobachten können, dass Menschen aktiv be- schlossen, sich in Zukunft nicht mehr zu beklagen, sondern aktiv zu handeln, nachdem sie alternative Umgangsweisen mit ihren Problemen für sich entdeckt hatten.

Ich habe für

Ein Problem ist immer auch eine Chance, denn es ist ein Alarmzeichen

Früher verwendete man bei einigen Industrieprozessen zahlreiche Dampfkessel. Dabei handelte es sich um riesige, mit Wasser gefüllte Behälter, die durch die Erhitzung auf hohe Temperaturen Wasser in Dampf verwandelten. Die Voraussetzung dabei war eine konstante Temperatur, was früher nur manuell durch die Kontrolle eines Mitarbeiters gewährleistet werden konnte. Verschiedene Alarmsysteme warnten diesen Mitarbeiter, sobald der Wasser- pegel abfiel – wurde es besonders kritisch, so wurde der Mitarbeiter mit Hilfe von Tonsigna- len, roten Kontrollleuchten und einer Sirene aufmerksam gemacht.

Der Mitarbeiter berücksichtigte diese Meldungen nach eigenem Ermessen. Der Tole- ranzbereich war sehr groß und die Alarmsysteme, die häufig nur als ungefähre Anhaltspunkte dienten, wiesen nicht unbedingt immer auf eine bevorstehende Gefahr hin. Der Mitarbeiter hatte daher die Wahl, ob er eingreifen und das Flüssigkeitsniveau wiederherstellen sollte oder ob er einen späteren Zeitpunkt abwarten wollte. Es ist anzunehmen, dass er im zweiten Fall

8

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

das Tonsignal ausschaltete, das ja recht störend ist. Nur die Lichtsignale blieben eingeschaltet, solange die Probleme andauerten.

Da die Dampfkessel pausenlos in Betrieb waren, gab es immer einen Augenblick, zu dem der Wasserpegel auf einen noch kritischeren Stand abfiel. Dadurch wurde eine noch lau- tere Sirene ausgelöst als die vorherige. Doch es gab eine Vorrichtung für den Fall, dass kein Bedienungspersonal rechtzeitig vor Ort sein könnte, um korrigierend einzugreifen: Wurde ein gewisses Niveau unterschritten, so dass Explosionsgefahr bestand, schaltete sich der Dampf- kessel automatisch ab. Mit diesen zahlreichen Alarmsignalen ließen sich irreparable Schäden des Dampfkessels vermeiden.

Auch wir Menschen sind mit einem vergleichbaren „inneren Warnsystem“ ausgestattet. Bei den Dampfkesseln ist es klar, dass die Alarmfunktionen kein Hindernis für die normale Funktion darstellte. Im Gegenteil, sie waren eine unerlässliche Hilfe, mit dem sich ein optima- les Wasserniveau halten ließ.

Unsere Probleme lassen sich mit diesem Alarmsystem vergleichen. Sie melden uns, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Wir können darauf eingehen oder nicht, aber wenn wir diese Signale mit Hilfe von Schmerzmitteln, Schlaftabletten oder einer selektiven Blindheit ausschalten, so heißt dies noch lange nicht, dass somit das Problem verschwindet. Und wahr- scheinlich blinken die Kontrollleuchten trotz allem noch.

Die Probleme können dabei ganz unterschiedlich sein und im zwischenmenschlichen, wirtschaftlichen, körperlichen, sozialen Bereich auftreten. Sie alle aber haben eine Gemein- samkeit – sie zwingen uns, unsere Verhaltensweisen zu überdenken. Wenn wir ein Bezie- hungsproblem haben, so können wir davon ausgehen, in dieser Hinsicht etwas korrigieren zu müssen. Das Problem weist uns darauf hin, dass es etwas gibt, was wir anders machen oder verbessern können.

Auch finanzielle Probleme wollen uns eine bestimmte Botschaft mit auf den Weg ge- ben. Finanzielle Engpässe sind meist ganz besonders dazu angetan, uns kritisch zu hinterfra- gen. Entweder sorgen wir nicht für genügend Einkünfte – was auch immer das für (gute) Gründe haben mag - oder wir geben mehr aus, als wir uns eigentlich leisten können. Und in beiden Fällen können wir etwas dagegen tun.

Im gesundheitlichen Bereich, wozu im Übrigen auch einige Unfälle gehören, überhören wir derartige Signale recht gerne. Und wenn wir nicht gegensteuern, nähern wir uns durch alle weiteren Handlungen oder Auslassungen dem kritischen Punkt auf gefährliche Weise immer weiter an.

Wenn Sie mit Problemen konfrontiert werden, sind Sie gezwungen, sich mit ihnen aus- einanderzusetzen und sie zu lösen. Sie helfen Ihnen auch zu entdecken, mit welchen Ihrer Reaktionsmechanismen Sie möglicherweise der Erreichung des angestrebten Ziels selbst im Wege stehen.

Übung

In der folgenden Übung geht es darum, sich in Erinnerung zu rufen, welche Fähigkeiten, Talente und welches Wissen Sie eingesetzt haben, um Ihre Probleme in der Vergangenheit zu lösen. Es ist durchaus sinnvoll, die Fragen, die wir Ihnen stellen werden, nicht nur im Geiste zu beantworten. Wir möchten Sie daher ganz stark dazu ermutigen, diese Fragen schriftlich zu beantworten und in eine Art Logbuch einzutragen. Wenn Sie Ihre Antworten schriftlich fest- halten, hat dies den Nutzen, dass Sie sich bei den Formulierungen noch mehr um Klarheit

9

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

bemühen müssen. Sie können diese Übung auch zusammen mit anderen durchführen. Dabei sollte Ihnen jemand die Fragen stellen, so als nähmen Sie an einem Seminar teil.

Bei der Durchführung der Übung ist es ganz wichtig, dass Sie Ihre Fähigkeiten aner- kennen, ohne sie herunterzuspielen oder sich für sie zu rechtfertigen. Einige Menschen sehen es als Prahlerei, wenn sie sich ganz offiziell zu ihren eigenen Fähigkeiten bekennen. Dabei ist dies kein Versuch, sich über andere zu erheben. Vielmehr tragen Sie auf diese Weise selbst dazu dabei, sich Ihrer Stärken bewusst zu werden und sie zum Ausdruck zu bringen.

Rufen Sie sich jetzt ein Problem oder eine schwierige Situation in Erinnerung, mit dem bzw. der Sie in der Vergangenheit konfrontiert wurden und das bzw. die Sie erfolgreich ge- meistert haben. Eine Situation, in der Sie auf Ihr Handeln stolz waren. Erinnern Sie sich da- ran, wie es war, als Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt den Entschluss fassten, das Problem aktiv anzugehen.

Auf welche Art und Weise veränderte sich die Situation, nachdem Sie beschlossen hatten, das Problem zu lösen?

Haben Sie in Ihrem Verhalten etwas erkennen können, wodurch Sie das Problem selbst er- schaffen oder verschlimmert haben?

Inwiefern hat diese Situation Sie dennoch weitergebracht?

Was für besondere Aktivitäten haben Sie entwickelt, um sich von dem Problem zu befreien?

10

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Welche Fähigkeiten oder Mittel haben Sie eingesetzt, um aus dieser Situation einen Erfolg zu machen?

Auf welche Konsequenzen können Sie stolz sein, weil Sie beschlossen haben, das Problem anzugehen?

Denken Sie an eine aktuelle Situation, die Sie gerne zum Besseren verän- dern würden

Welche innere Haltung könnten Sie einnehmen oder verändern, damit sich die Situation deut- lich verbessert?

Vielleicht sind Sie es leid, nach Schuldigen oder Entschuldigungen zu suchen und Sie wissen, dass es in jedem Fall an Ihnen und Ihrer inneren Einstellung liegt. Inwiefern trifft dies zu?

Mit welchem Handeln könnten Sie jetzt oder in der Vergangenheit zur Entstehung oder Ver- schlimmerung des Problems beigetragen haben?

11

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Sie sind traurig, enttäuscht oder verletzt, doch gibt es vielleicht trotz allem einen Nutzen, den Sie aus diesem Problem gezogen haben oder ziehen könnten?

Was genau könnten Sie tun, um das Problem hinter sich zu lassen?

Welche Ihrer Fähigkeiten und Talente könnten Sie einsetzen, um Ihr Problem in einen Erfolg zu verwandeln?

Reaktionsmöglichkeiten bei Problemen

Wissen Sie, wie die Chinesen das Wort „Krise“ darstellen? Sie verwenden ein Ideo- gramm, das aus zwei Elementen besteht – das eine bedeutet „Gefahr“, das andere „Chance“. Sie sehen diese beiden Aspekte also als zusammengehörig, so wie die beiden Seiten ein und derselben Münze.

Im Deutschen verwenden wir zur Beschreibung einer Krise Worte wie Rückschlag, wid- rige Umstände, Schwierigkeiten, Notlage, Unsegen, Entbehrung, Dilemma, Konflikt, Wid- rigkeiten, Durststrecke, schlechter Moment, Prüfung, Zwangslage oder Misserfolg. Dennoch sind auch wir in der Lage zu sehen, dass sich hinter jedem Problem eine Chance verbergen kann.

Einige Menschen gehen mit jeder Schwierigkeit so um, als handele es sich um ein gro- ßes Unglück, selbst wenn sie es mit so etwas Unbedeutendem wie einem Stau zu tun haben. Andere sind zwar über ihre Schwierigkeiten nicht gerade erfreut, sehen aber darin eine Chan- ce, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sie wissen, wenn sie eine derartige Herausforderung gemeistert haben, so erfüllt sie dies nicht nur mit berechtigtem Stolz, sondern fühlen sich da- rüber hinaus motiviert, es mit noch schwierigeren Situationen aufzunehmen und sie erfolg- reich zu bewältigen.

Wir sprechen in der Regel dann von einem Problem, wenn es UNSERER MEINUNG NACH eine negative Abweichung gibt zwischen dem, wie die Dinge sind und wie sie UN- SERER MEINUNG nach sein sollten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass wir, um die unse-

12

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

rer Meinung nach problematische Situation aus der Welt zu schaffen, eine Veränderung her- beiführen müssen, die diese Abweichung zwischen dem Istzustand und dem Sollzustand auf- hebt. Und dies kann, zumindest theoretisch, durch eine Veränderung in die eine oder in die andere Richtung geschehen.

In der Praxis gibt es viele Situationen, die so verändert werden können, dass sie unseren Erwartungen mehr entsprechen. Aber es gibt auch zahlreiche Umstände, die nun einmal so sind, wie sie sind, ohne dass wir in irgendeiner Form etwas verändern können.

Wann kann man etwas verändern?

Im Rahmen einer mittlerweile 15-jährigen Lehrtätigkeit haben wir immer wieder festge- stellt, dass wir Menschen oftmals nur Veränderungen für möglich halten, die für eine Verän- derung unserer Lebensumstände sorgen. So kommt es, dass wir darauf warten, dass sich die Realität verändert. Wir hoffen darauf, dass ein Mensch anders wird. Wir träumen von anderen Lebensumständen. Wir wünschen uns, dass das, was uns Sorgen bereitet, einfach verschwin- det oder dass sich unsere wirtschaftliche Situation verbessert. Auf den Gedanken, unsere Überzeugungen und unsere Erwartungen an die Dinge zu verändern, kommen wir nur selten, denn unsere Vorstellung von der Realität stellen wir praktisch niemals in Frage.

Laut Aussage des berühmten Autors Paul Watzlawick, Psychologe an der Universität von Palo Alto (Kalifornien) gibt es die „Veränderungen des Typs 1“ - jene, die versuchen, die Dinge zu verändern (die Wirklichkeit) - sowie die „Veränderungen des Typs 2“ - jene, die sich auf unsere Vermutungen beziehen (das, was wir von der Wirklichkeit erwarten).

Wir können unsere Probleme lösen, indem wir uns von einer dieser beiden Seiten nä- hern. Was diese beiden Ansätze ganz grundsätzlich unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir die Wirklichkeit im Gegensatz zu unseren Erwartungen häufig nicht verändern können. Wie diese Erwartungen aussehen, hängt zu 100% von uns ab, denn wir sind es, die diese Erwar- tungen erschaffen.

Auf ein und dasselbe Ereignis können verschiedene Menschen auf ganz unterschiedli- che Weise reagieren. Sogar ein und derselbe Mensch kann zu verschiedenen Zeitpunkten auf identische Situationen ganz unterschiedlich reagieren. All dies unterstreicht, dass es nicht die Wirklichkeit selbst ist, die ein Problem aufwirft, sondern dass der Knackpunkt vielmehr in der Art und Weise liegt, wie wir die Wirklichkeit auffassen.

Die Geschichte von Marie-Louise, einem Kind mit Down-Syndrom

Der Bericht einer Frau, die Mutter eines mongoloiden Kindes wurde:

„Als Marie-Louise zur Welt kam, war ich 32 Jahre alt, meine beiden anderen Mädchen waren drei und fünf Jahre alt. Am Tag der Niederkunft erfuhr ich es noch nicht. Erst am nächsten Tag bat der Arzt meine Mutter, sich das Neugeborene anzuschauen. Er hob das Ärmchen hoch und ließ es wieder fallen. Der Arm war absolut schlaff. Der Arzt sagte ihr da- raufhin:

„Dieses Kind leidet an Trisomie.“

13

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Ich hatte keine Ahnung von dieser Krankheit. Anfangs erschien mir meine Tochter ganz normal und absolut süß. Doch als man mir zu erklären begann, was diese Krankheit war und wie sie sich äußerte, wurde mir klar, dass mein Kind in der Tat davon betroffen war. Ich war am Boden zerstört. Ich sah es im Geiste ein Leben lang ans Bett gefesselt vor mir. Ich begann, die Kleine vor anderen zu verstecken. Ich wollte nicht, dass irgendjemand sie zu Gesicht be- kam. Nicht einmal die anderen Familienmitglieder durften sie sehen und schon gar nicht Fremde. 11 Monate lang versuchte ich einen Schuldigen zu finden.

Manchmal glaubte ich, meine Raucherei während der Schwangerschaft sei der Grund gewesen. Oder vielleicht war es auch auf ein Medikament zurückzuführen, das ich eingenom- men hatte. Ich fragte mich auch, ob mein Mann möglicherweise dafür verantwortlich war, weil er gerne viel Alkohol trinkt. Jedenfalls war ich fest davon überzeugt, dass sich an diesem Tag mein Glück für immer von mir verabschiedet hatte und die Stimmung bei uns zu Hause wurde mit jedem Tag drückender und schwieriger.

Eines Tages war ich mit meinen beiden älteren Töchtern in einem Park. Dort sah ich ein mongoloides Kind, ungefähr 12 Jahre alt, das mit einer absoluten Begeisterung auf einem Karussell fuhr. Ich muss es so intensiv beobachtet haben, dass seine Mutter zu mir kam und mich ansprach. Voller Stolz erzählte sie mir, dass ihr Sohn zu sprechen gelernt hatte, dass er ganz allein essen konnte und alle Buchstaben kannte. Diese Mutter war unglaublich stolz auf ihr mongoloides Kind! Sie erzählte mir voller Begeisterung, dass es das liebevollste und sen- sibelste all ihrer Kinder sei und darüber hinaus eine ungeheure Fingerfertigkeit besäße!

An diesem Tag verstand ich, dass ich meine Situation auch ganz anders erleben könnte. Ich wurde mir bewusst, dass es nichts bringen würde, weiterhin nach einem Schuldigen zu suchen. Ich musste nicht verstehen, warum mir dieses Schicksal widerfahren war, sondern ich musste lernen, wie ich am besten mit dieser Situation umgehen könnte. Ich wurde mir be- wusst, dass ich die Wahl zwischen zwei Einstellungen hatte – entweder würde ich meine Tochter weiterhin vor anderen verstecken und diese unglaubliche Last in meinem Herzen mit mir herumtragen oder aber ich würde einfach das Optimale aus dieser Situation machen, so wie diese Mutter es tat, die ich in dem Park getroffen hatte.

Ich lud die Frau zu uns nach Hause ein. Zum ersten Mal seit ihrer Geburt zeigte ich meine kleine Tochter Marie-Louise voller Stolz und ich begann, das ganze Potenzial zu sehen, das in ihr steckte. Die Bemühungen, die ich fortan unternahm, um mein Kind zu fördern, hat unsere Familie eng zusammengeschweißt. Als wir erfuhren, dass es Hilfseinrichtungen für Trisomie-Kinder gibt, nahmen wir sofort Kontakt auf. Ich hatte zunächst Angst, an einem sol- chen Ort jede Menge verbitterte Eltern zu treffen. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Wir haben Eltern kennen gelernt, die sich ebenso wie wir ganz für die Förderung ihres Kin- des einsetzten.“

Liegt das Problem in der Einstellung, dann ändern Sie diese!

Glücklicherweise müssen wir nicht alle mit solchen Problemen kämpfen wie diese Fa- milie. Doch jeder hat, wie man so schön sagt, sein eigenes Päckchen zu tragen. Und die glei- che Einstellung, die uns hilft, große Probleme zu bewältigen, hilft uns auch, mit kleinen Alltagsproblemchen fertig zu werden. Die Mutter von Marie-Louise konnte an der Krankheit ihrer Tochter nichts ändern, aber ihr hauptsächliches Problem war, dass sie die Wirklichkeit nicht akzeptieren konnte. Sie machte sich selbst fertig, indem sie verzweifelt über die Ursa-

14

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

chen der Geschehnisse nachdachte und die Situation vor jenen verbarg, die sie mit ihren Kommentaren möglicherweise verletzen konnten. Als diese Frau endlich die Einschränkun- gen ihrer Tochter akzeptieren konnte, sah sie sie auf einmal nicht mehr als Problem. Und so fand sie wieder Kraft, dem Kind die nötige Liebe zu geben, was es unter diesen Bedingungen so unbedingt benötigte.

Ihre subjektive Interpretation der Wirklichkeit ist Ihre Realität

Es gibt zwei Realitäten – jene, die unabhängig von Ihnen funktioniert sowie jene, die sich aus Ihrer persönlichen Interpretation der Wirklichkeit ergibt. Daraus folgt – das, was wirklich Ihr Leben beeinflusst, ist nicht die Realität selbst, sondern Ihre subjektive Wahrneh- mung der Realität. Wenn wir eine Situation als „real“ bezeichnen, dann ist sie für uns real aufgrund ihrer Konsequenzen, die sie für uns hat. Henry Ford sagte zu diesem Thema:

„Sie können glauben, dass eine Sache möglich ist oder dass sie es nicht ist. In beiden Fällen haben Sie recht.“

Und so ist es in der Tat, denn wie Sie Ihre Realität interpretieren, das ist Ihre Realität.

Unsere Überzeugungen sind die Ausgangspunkte dessen, was wir in unserem Leben er- reichen. Wenn jemand glaubt, die Menschen seien „schlecht“, so wird er alles, was die ande- ren tun, suspekt finden. Selbst wenn hinter ihren Handlungen wirklich keine böse Absicht steckt.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort „Überzeugung“ ein religiöses Credo oder eine politische Doktrin. Doch auch wenn wir dieses Wort nicht im engeren Sinne ver- wenden, so ist die Bedeutung dieselbe - „ein Gedanke, der unserem Leben eine Richtung gibt.“

Unbewusst erbringen Sie Beweise für die Richtigkeit Ihrer Überzeugungen

Wie alle haben bestimmte Überzeugungen, die wir für richtig halten, auch wenn sie uns eher schaden. Diese Überzeugungen können uns dazu verleiten, nur jene Informationen wahr- zunehmen, die uns in unserer Ansicht bestärken und Ergebnisse hervorbringen, die ihre Rich- tigkeit beweisen.

Eine Frau, die ein Modegeschäft in Paris besaß, kam mit einem Geschäftsmann ins Ge- spräch. Sie erzählte ihm von ihren Verkaufszahlen, die wie bereits seit fünf Jahren im März recht schlecht seien. Im Dezember hingegen sei sie mit den Verkaufszahlen immer sehr zu- frieden. Der Mann fragte sie, ob sie im Dezember immer etwas Außergewöhnliches täte und zählte ihm voller Begeisterung eine ganze Liste auf:

„Ich überlege mir immer ganz besondere Dekorationen für das Schaufenster. Ich mache Werbung im ganzen Viertel. Ich erweitere das Sortiment und es gibt Sonderaktionen. Ich stel- le übergangsweise eine zusätzliche Verkäuferin ein, damit wir einen optimalen Service bieten können. Zudem schenke ich, weil ja Weihnachtszeit ist, jeder Kundin etwas Süßes und natür- lich werden die Einkäufe in besonders schönes Geschenkpapier eingepackt!

„Und warum tun Sie das nicht im März?“, fragte der Geschäftsmann.

15

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

„Weil im März das Geschäft so schleppend läuft“, antwortete sie.

Etwas ist wahr, weil wir entscheiden, dass es wahr ist. Und genauso verhält es sich auch mit unseren Überzeugungen – sie erbringen unermüdlich Beweise ihrer Berechtigung und lassen uns immer wieder weitere Beispiele dafür finden, dass sie in der Tat richtig sind.

Sobald unsere Überzeugung Gestalt angenommen hat, neigen wir dazu, alle Beispiele, die diese Überzeugung widerlegen, einfach nicht wahrzunehmen oder sie als bedeutungslose Ausnahme zu sehen. Einige Autoren erklären diesen Mechanismus mit den Worten „unsere Überzeugungen sind sich selbst erfüllende Prophezeiungen.“ Dies bedeutet, wenn wir davon überzeugt sind, dass irgendetwas eintreten wird, dann tun wir alles dazu, damit dies auch wirklich der Fall ist.

Nehmen wir das Beispiel eines Menschen, der denkt, alle Menschen seien freundlich. Er sendet eine Reihe unterschwelliger Botschaften an seine Mitmenschen aus, handelt entspre- chend seiner eigenen Erwartung und man kann davon ausgehen, dass sein Umfeld ihm auch mit großer Wahrscheinlichkeit Recht geben wird. Wer hingegen glaubt, von feindlich gesinn- ten Menschen umgeben zu sein, verhält sich unbewusst meist so, dass er in der Tat bei ihnen ein feindseliges Verhalten hervorruft.

Wollen + Glauben = Können

Wenn ich glaube, dass ich irgendwas nicht tun kann, dann heißt das nicht, dass ich es nicht tun kann. Es bedeutet ganz einfach, dass ich glaube, es nicht zu können, und das reicht schon aus.

Ebenso wie eine positive Überzeugung eine ungeheure Kraft sein kann, die uns bei der Erreichung unserer Ziele unterstützt, sind Überzeugungen, die unsere Fähigkeiten in welchem Bereich auch immer verneinen oder anzweifeln eine große Bürde, die wir mit uns herumtra- gen und die es uns schwer macht, Erfolg zu haben. Wenn wir glauben, dass unser Leben in engen Grenzen verläuft, dann werden diese Grenzen wahr. Wie viele wirklich intelligente und fähige Menschen haben sich nicht dazu durchringen können, ein Hochschulstudium in Angriff zu nehmen, ein Unternehmen zu gründen oder sich für einen Partner zu entscheiden, weil sie einfach glaubten, ihre wirtschaftliche, soziale oder persönliche Situation erlaube es ihnen nicht? Und wie viel andere Menschen, die exakt die gleichen Voraussetzungen hatten, suchten sich bei Bedarf entsprechende Unterstützung und haben somit ihren Weg gemacht?

Einige Menschen fühlen sich zu bestimmten Dingen absolut außerstande, nicht weil ihre Möglichkeiten begrenzt wären, sondern weil sie aufgrund ihrer Überzeugungen einfach keine Alternativen sehen.

Wenn Sie sagen, dass Sie nicht in der Lage sind „etwas in die Tat umzusetzen“, dann kann es passieren, dass Sie von einer Ihrer einschränkenden Überzeugungen praktisch hypno- tisiert werden. Die Aussage „man muss nur wollen, um zu können“ ist eine große Wahrheit, wenn auch ein wenig zu vereinfacht ausgedrückt. Nach Jahren des Versuchens und des Schei- terns haben wir schließlich anerkannt, dass ein entschlossenes Handeln oftmals nicht aus- reicht, um sein Ziel zu erreichen (was aber nicht heißen soll, dass man mit der nötigen Ent- schlossenheit nicht zumindest einen Teil der gewünschten Ergebnisse erzielt…). Zudem wis-

16

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

sen wir, dass der Wille einzig und allein nicht ausreicht, um etwas Bestimmtes tun zu können. Das Wollen ist die erste Voraussetzung für das Können. Aber es ist eben nur der Anfang.

„WOLLEN HEISST KÖNNEN“ bedeutet nicht, dass man eine Aufgabe, die eines lan- gen Trainings bedarf, sofort beherrscht.

Die richtige Überzeugung entbindet Sie nicht von der Aufgabe der notwendigen Vorbe- reitung. Ist aber Ihr Wunsch groß genug, werden Sie alle Hürden nehmen können. Sie werden Ausdauer beweisen und wenn nötig wie ein Berserker daran arbeiten, um das zu erhalten, was Sie wirklich wollen.

Denn schließlich und endlich gibt es einen ganz fundamentalen Punkt – abgesehen von Ihrem Willen müssen Sie auch an Ihren Erfolg glauben. Aus diesem Grunde haben wir es uns erlaubt, diese alte Weisheit in einer etwas vollständigeren Form aufzuschreiben:

„WOLLEN + GLAUBEN + HANDELN = KÖNNEN“

Der Glaube an Grenzen erlegt uns Menschen Einschränkungen auf

Unsere Überzeugungen beeinflussen unser Handeln so stark, dass Menschen in einigen Fällen ihr Vorhaben allein schon deswegen schaffen, weil sie es unvoreingenommen angehen. Sie kennen sicherlich den Ausruf: „Dieser arme Irre wusste gar nicht, dass es unmöglich war, und so gelang es ihm!“

Der australische Landwirt Cliff Young nahm im Jahre 1983 mit 63 Jahren an einem Ult- ramarathon zwischen der Hauptstadt Sydney und Melbourne teil. Zwischen den beiden Städ- ten liegen rund 800 km. Weltweit berühmte Athleten nahmen an diesem Wettlauf teil. Cliff ging jedoch in seiner üblichen Kleidung an den Start, das heißt in seinem Overall und schwe- ren Stiefeln.

Das Unglaublichste aber an dieser Geschichte war, dass er nicht nur die Strecke bis zum Ende durchhielt, sondern dass er diesen Marathon mit einigen Stunden Vorsprung gewann. Was war geschehen? Dieser treuherzige Mann, der niemals zuvor an irgendeinem Wettlauf teilgenommen hatte, kannte nicht den Rhythmus, der als „einzig möglicher“ für den Lauf galt – d.h. 18 Stunden laufen und 6 Stunden schlafen am Tag. Cliff glaubte, während des Laufes ganz auf Schlaf verzichten zu müssen und genau das tat er auch. Dies war der Grund, warum er schließlich mit großem Vorsprung gewann.

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass es „unmöglich“ sei, seine Überzeugungen zu verändern. In unserem Buch werden Sie erfahren, wie Sie in den vergangenen Jahren Ihren Geist programmiert und ihn bis zu einem gewissen Grad gezwungen haben, gemäß Ihren Überzeugungen zu handeln und das Leben mit Ihren Augen zu sehen. In den ersten Kapiteln führen wir Ihnen vor Augen, nach welchem Prinzip Sie dabei Ihr ganzes Leben lang ohne es zu wissen vorgegangen sind. Danach werden wir Ihnen zeigen, wie Sie dieses Prinzip beherr- schen und ganz bewusst für Ihre Zwecke einsetzen können. All dies wird Ihnen dazu dienen, das zu erhalten, wofür Sie sich ganz bewusst entscheiden.

Es ist keine Zauberei, ein Problem als eine Gelegenheit zu betrachten. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man die Augen davor verschließt, dass eine Situation durchaus schmerzhaft und heikel sein kann.

17

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Es geht auch nicht darum, einfach nur gute Miene zum bösen Spiel zu machen, indem man sich vorstellt, das Problem sei verschwunden. Die Einstellung, die Sie der äußeren Reali- tät gegenüber annehmen, verändert diese Realität nicht. Sie verändert aber die Art und Weise, inwieweit Sie sich von der Realität beeinflussen lassen, und genau das ist es, was letztlich von Bedeutung ist.

Was Sie sehen, ist lediglich ein Ausschnitt der Wirklichkeit

Wir alle tragen eine Art persönliche Linse, über die wir die äußere Realität betrachten und interpretieren. Einige Psychologen bezeichnen die besondere individuelle Art, mit der jeder die Welt wahrnimmt, als die „subjektive Landkarte“ der Realität.

Wollen Sie einmal ganz bewusst spüren, „wie sich das anfühlt“?

Dann wagen Sie sich doch mal an die folgenden Übungen. Sie ist schwierig und ver- langt Ihre ganze Konzentration. Schauen Sie sich ganz aufmerksam die unten stehenden Figu- ren an, die in gewisser Weise an ägyptische Hieroglyphen erinnern:

die in gewisser Weise an ägyptische Hieroglyphen erinnern: Die erste Figur lässt sich leicht identifizie ren.

Die erste Figur lässt sich leicht identifizieren. Es handelt sich um einen seitlich stehen- den Hut mit einer Krempe. Die nächste Figur erinnert an einen Pokal. Auch der daneben ab- gebildete Hut lässt sich leicht identifizieren ebenso wie rechts daneben das kopflose Männ- chen mit ausgebreiteten Armen und schließlich die auf dem Kopf stehende 1.

Haben Sie’s?

Jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil der Übung: Sie müssen Buchstaben finden. Ein Buchstabe ist das „E“, ein anderer das „M“ und an letzter Stelle schließlich das „R“. Zu- sammen bilden sie das Wort MER, das französische Wort für Meer. Haben Sie das Wort „MER“ gesehen?

Noch nicht? Und es erscheint Ihnen unmöglich? Dann konzentrieren Sie sich bitte nochmals auf das Bild und schauen Sie ganz genau hin…

18

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Unsere Wahrnehmung wird durch das bedingt, was wir sagen

Die Worte, die wir verwenden, entfalten einen ungeheuren Einfluss auf unsere Wahr- nehmung der Welt.

Erinnern Sie sich beispielsweise daran, mit welcher Motivation Sie die Lektüre eines Buches begannen, über das Ihnen jemand gesagt hat: „Es ist sterbenslangweilig und ich kenne niemanden, der über das erste Kapitel hinausgekommen ist.“

Können Sie sich vorstellen, was ein Kranker empfindet, wenn seine Besucher ihm er- zählen, dass andere an eben dieser Krankheit bereits verstorben sind? Und was geht wohl in Ihnen vor, wenn ein Freund Ihnen erzählt, dass die Aufnahmeprüfungen für eine Schule, die Sie besuchen möchte, beim ersten Mal praktisch nicht zu schaffen sind und er hinzufügt: „Ich habe es jetzt geschafft, aber es hat drei Jahre gedauert…

Die Wahl der Worte, die wir verwenden, ist durchaus in der Lage, unsere Wahrneh- mung zu steuern.

Wir haben mit den vorherigen Übungen begonnen, indem wir vorausschickten, dass sie schwierig seien und „Konzentration“ erforderlich machten. Dann haben wir Sie dazu aufge- fordert, Ihre ganze Konzentration auf den Hut, den Pokal und das Männlein zu lenken. Und schließlich haben wir Ihnen gesagt, das Schwierigste an der ganzen Aufgabe sei es, die Buch- staben zu entziffern.

Es kann gut sein, dass Sie das Wort MER immer noch nicht gesehen haben. Wenn dem so ist, dann liegt das nicht daran, dass Sie das Wort nicht sehen können. Vielmehr ist es so, dass Sie mit den Augen nicht einfach nur Sinneseindrücke aufnehmen, sondern dass Sie die Realität durch eine Art Interpretationsschablone wahrnehmen.

Es ist Ihr Gehirn, welches das Gesehene ausgehend von seiner „Landkarte“ interpretiert. Die Landkarte ist unsere Interpretation der Realität, dessen, was wir sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken

Möchten Sie eine kleine Hilfe, damit Sie das Wort MER sehen können?

Dann schauen Sie bitte am Ende dieses Kapitels nach. Die Schwierigkeit kommt daher, dass Sie normalerweise darauf getrimmt sind, schwarze Buchstaben auf einem weißen Hin- tergrund zu lesen und nicht nach der Bedeutung weißer Freistellen zwischen den Buchstaben suchen. Das Wort „MER“ aber wird durch weiße Leerstellen geformt.

Sie haben das Recht, sich zu irren

Im Alltag gibt es viele Konditionierungen, die uns glauben machen, eine bestimmte „Si- tuation sei sehr schwierig“ oder „ganz einfach“, es gäbe „keine andere Möglichkeit“ oder aber alle Optionen „seien bereits ausgeschöpft“. Auf diese Weise erlegen wir uns selbst Einschrän- kungen auf, denn wir schließen von vornherein aus, dass es eine unendliche Menge an Alter- nativen geben kann. Wir selbst versagen es uns, neue Möglichkeiten zu erkunden, ganz ein- fach, weil wir beschlossen haben, dass unsere „mentale Landkarte“ die einzige Realität ist und dass wir gar nicht nach etwas anderem suchen müssen.

19

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Wenn uns jemand sagt, dass es auch andere Sehweisen der Realität gibt und dass es an- stelle eines Hutes auch einen Buchstaben geben kann, dann kann es passieren, dass wir diesen Menschen als „Narren“ oder „Träumer“ abtun und nur unseren Kopf über ihn schütteln.

Jene Menschen, die großartige und ungewöhnliche Dinge vollbringen, haben alle eine Gemeinsamkeit – sie sind offen für andere Ansichten und ziehen alternative Wege in Erwä- gung, um an ihr Ziel zu gelangen. Diese Menschen wissen, dass ihre Sehweise nicht die ein- zige ist und dass es, wenn sie ein Ziel nicht erreichen, nicht unbedingt daran liegt, dass es „unmöglich“ oder „unrealistisch“ ist. Sie wissen, dass sie vielleicht bisher noch keinen Erfolg hatten, weil sie die grundlegenden Dinge möglicherweise nicht wahrgenommen haben, die die Voraussetzung für den Erfolg wären, während ein anderer diese Elemente möglicherweise ganz klar vor sich sieht.

Die Wahl unserer Worte bedingt unsere Wahrnehmung. Leider gibt es immer noch Leh- rer, die ihren Unterricht mit dem Hinweis beginnen, dass der Stoff der kommenden Unter- richtsstunde „schwierig, kompliziert und heikel sein wird…dass man sich für die Erlernung sehr anstrengen muss und dass es nicht allen gelungen ist, die sich in der Vergangenheit da- mit beschäftigt haben…“ Ähnlich einschränkend wirkende Aussagen lauten „diese Gegend ist für den Verkauf sehr schwierig“, „das Arbeitsklima ist sehr belastend“…und „man kann wirklich niemandem vertrauen…“

Wer so mit einem Menschen spricht, der für andere Wahrnehmungen der Realität offen ist, trägt möglicherweise dazu dabei, in ihm eine eingeschränkte und blockierte Wahrneh- mung zu erschaffen, so wie es uns möglicherweise mit der Darstellung des Wortes „MER“ gelungen ist.

Wie oft haben Sie bereits darauf verzichtet, etwas zu tun, woran Sie eigentlich Spaß ge- habt hätten, nur weil jemand Ihnen gesagt hat – oder weil Sie sich selbst gesagt haben - dass Sie „dafür wirklich keinerlei Talent haben?“ Und andererseits, wie viele Male ist Ihnen be- reits etwas gelungen, wovon Sie sich trotz zahlreicher Warnungen Ihrer Mitmenschen nicht abhalten ließen, weil Ihr Selbstvertrauen doch größer war?

Wenn Sie das Wort MER immer noch nicht gesehen haben, dann zweifeln Sie mögli- cherweise schon an Ihrer Intelligenz? Vielleicht glauben Sie, nicht in der Lage zu sein, eine so einfache Prüfung zu bestehen?

Keine Sorge. Ihre Wahrnehmung hat mit Ihrer Intelligenz und Ihren Fähigkeiten nicht das Geringste zu tun. Sie hat etwas mit den zahllosen Einflüssen zu tun, die unsere Wahl der Worte auf Ihr Denken ausübt und ist zudem bedingt durch die Konditionierungen, die für Ihre ganz subjektive Wahrnehmung der Realität verantwortlich sind.

Machen Sie sich Ihre eingeschränkte Wahrnehmung bewusst

In seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität. Prinzipien für persönlichen und berufli- chen Erfolg“ gibt der Bestsellerautor Stephen Covey eine alte Geschichte wieder, die er in der Zeitschrift des Nautischen Instituts der Vereinigten Staaten gefunden hatte.

20

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

„Zwei Kriegsschiffe waren seit mehreren Tagen bei stürmischem Wetter auf dem Meer unterwegs. Ein Offizier drehte seine Wachrunde auf dem Admiralsschiff, als die Nacht her- einbrach. Der Nebel sorgte für schlechte Sicht und der Kapitän beschloss, auf der Komman- dobrücke zu bleiben, um alles beobachten zu können. Kurz nach Einbruch der Nacht meldete der Ausguck:

,Licht Steuerbord voraus!’

‚In welche Richtung bewegt sich das Schiff?’, fragte der Kapitän.

‚Es bewegt sich gar nicht’, lautete die Antwort des Ausgucks. Mit anderen Worten, man stand kurz vor einer Kollision. Der Kapitän gab den Befehl, das andere Schiff auf die Gefahr hinzuweisen und es zu einem Kurswechsel um 20 Grad aufzufordern. Da er ner- vös wurde, nahm er den Lautsprecher selbst in die Hand und rief:

,Hier spricht der Kapitän, bitte drehen Sie ab.’

Daraufhin erhielt er die folgende Antwort:

,Ich bin zwar nur Steuermannsmaat der Reserve, aber den Kurs wechseln sollten besser Sie.’

Der Kapitän war außer sich und schrie:

,Wir sind ein Admiralsschiff der Nationalen Marine und ich gebe Ihnen den Befehl, den Kurs zu wechseln.’

‚Ich bin ein Leuchtturm’, funkte es zurück.

Da änderte das Admiralsschiff seinen Kurs.“

Wer erkennt, dass unsere Interpretation der Wirklichkeit wie in dieser Geschichte mehr oder weniger von dem Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit geprägt ist, tut bereits den ersten Schritt in Richtung mehr geistiger Offenheit für andere Sehweisen.

Was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, ist nicht die „ganze“ Wirklichkeit. Wir kennen längst nicht alle Faktoren, die bei unserer Arbeit, unseren Liebesbeziehungen und bei der Er- ziehung unserer Kinder eine Rolle spielen. Wir haben nicht immer recht. Jeder von uns hat seine eigene subjektive Wahrheit. Diese mag zwar etwas anders aussehen als die Wahrheit der anderen, dennoch hat auch sie ihre Berechtigung.

Von Zeit zu Zeit passiert uns genau die gleiche Geschichte wie dem Kapitän: Wir disku- tieren heftig mit einem Leuchtturm, um ihn davon zu überzeugen, den Kurs zu wechseln. Der Grund? Intellektuell begreifen wir zwar, dass es verschiedene Sehweisen der Realität sind, dennoch sind wir tief in unserem Inneren fest davon überzeugt, die Bedeutung eines „Schlachtschiffs“ zu haben und wir sind der Ansicht, dass die anderen die Dinge nun einmal genauso sehen müssen wie wir.

Dabei können wir so viel gewinnen, wenn wir uns etwas bewusster werden, dass wir ei- ne „subjektive Landkarte“ besitzen und um uns herum „Nebel“ herrscht, dass wir viele Dinge

21

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

als wahr akzeptieren, ohne dies in irgendeiner Form zu überprüfen. Indem wir anerkennen, wie sehr die Wahl unserer Worte unsere „Wahrnehmung“ steuert, öffnen wir uns für neue Möglichkeiten, wir lassen uns darauf ein, anderen zuzuhören und deren Realität zu berück- sichtigen mit dem Ziel, möglicherweise neue Lösungsansätze für unsere Probleme zu finden.

Übung: Identifizieren Sie die Überzeugungen, die Sie einschränken

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung derjenigen Überzeugungen, auf die wir im All- tag am häufigsten treffen. Wir haben sie ganz bewusst nicht in „gute“ und „schlechte“ Über- zeugungen eingeteilt und sie nicht einander gegenübergestellt. Vielmehr möchten wir deutlich machen, dass man ganz unterschiedliche Überzeugungen hinsichtlich ein und derselben Situa- tion haben kann.

Bitte lesen Sie sich die folgenden Überzeugungen aufmerksam durch und versuchen Sie, jene herauszufinden, in denen Sie Ihre eigenen Verhaltensmuster wiedererkennen.

„Mann kann den Menschen nicht vertrauen.“

„Wenn man etwas von den Menschen will, muss man ihnen zunächst einmal vertrauen.“

„Arbeit ist eine Strafe.“

„Es ist die Arbeit, die unserem Leben einen Sinn gibt.“

„Deutschland ist ein Land, in dem man einfach keine Möglichkeiten mehr hat.“

„Deutschland ist ein Land voller Möglichkeiten.“

„Ich finde einfach keine Arbeit, weil ich zu jung bin.“

„Mein großer Vorteil bei der Arbeitsuche ist der, dass ich jung bin.“

„Ich finde einfach keine Arbeit, weil ich schon 50 bin.“

„Ich bin 50 und ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung bald schon eine Arbeit ge- funden haben werde.“

„Ich denke, man kann entweder im Beruf erfolgreich sein oder ein glückliches Fami- lienleben führen, aber beides geht nicht.“

„Ich glaube, dass ich sowohl im Beruf als auch in der Familie voll aufgehen kann. Das ist eine Frage der richtigen Balance zwischen diesen beiden Lebensbereichen.“

„Ich glaube nicht, dass ich irgendwann mal irgendetwas wirklich Bedeutendes auf die Reihe bekomme.“

„Ich glaube, ich habe eine ganze Menge zu geben.“

„Ich glaube, dass sich die Menschen schon nach wenigen Augenblicken mit mir lang- weilen.“

22

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

„Ich glaube, je mehr mich die Menschen kennen, umso mehr schätzen sie mich.“

„Ich bin kein Mensch, der sich der Autorität eines Vorgesetzten beugen kann.“

„Ich glaube, dass ich in der Lage bin, mit meinen Chefs sehr gut zurechtzukommen.“

„Ich glaube, dass man nur mit dem nötigen Kleingeld ein Hochschulstudium durchfüh- ren kann.“

„Ich glaube, dass heutzutage jeder, der es wirklich will, studieren kann.“

„Ich glaube, dass man in einem kleinen Unternehmen keine Aufstiegsmöglichkeiten hat.“

„Ich bin davon überzeugt, dass der Vorteil eines kleinen Unternehmens gerade darin liegt, dass man mit ihm wachsen kann.“

„Dieses Unternehmen ist so groß, dass die Arbeit des Einzelnen vollkommen unter- geht.“

„Dieses Unternehmen ist so groß, dass es vielfältige Möglichkeiten bietet.“

„Ich glaube, dass jemand, der wirklich aktiv ist, stets in Eile ist.“

„Ich denke, dass jemand, der es stets eilig hat, seine Zeit nicht richtig einzuteilen weiß.“

„Ich halte es für unvermeidbar, dass jemand mit großer Verantwortung unter großer Anspannung steht.“

„Ich halte es für möglich, entspannt und in Gelassenheit zu leben, auch wenn man gro- ße Verantwortung trägt.“

„Ich bin mir sicher, dass es nicht möglich ist, meine Überzeugungen zu verändern, denn sie haben sich bereits in meiner Kindheit gebildet.“

„Ich habe bereits eine ganze Menge meiner Überzeugungen verändert und ich bin mir sicher, dass ich alle meinen einschränkenden Überzeugungen über Bord werfen kann, wenn ich es nur will.“

Notieren Sie jetzt bitte andere Überzeugungen, die Sie einschränken – und suchen Sie sich einen positiven Weg, um sie anzugehen.

Überzeugung Nr. 1:

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Positive Neuformulierung

Überzeugung Nr. 2:

Positive Neuformulierung

Überzeugung Nr. 3:

Positive Neuformulierung

Überzeugung Nr. 4:

24

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Positive Neuformulierung

Überzeugung Nr. 5:

Positive Neuformulierung

MER

25

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Die Opferrolle - das Schlimmste, was Sie sich antun können

Was geschieht, wenn jemand seine eigenen Fähigkeiten nicht erkennt und nicht nutzt? Nun, er überträgt den anderen die Verantwortung für den Verlauf seines eigenen Lebens:

„Hätte ich nur…“; „Wenn meine Eltern reich gewesen wären…“; „Wenn mir dies und das nicht passiert wäre…“, „Wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte…“

Es gibt so viele Menschen, die sich vom Pech verfolgt, benachteiligt und von den Um- ständen ungerecht behandelt fühlen. Sie registrieren aufmerksam alle Böswilligkeiten und Ungerechtigkeiten, die man ihnen angedeihen lässt. Sie beklagen sich die ganze Zeit über ihr Leben, tun aber nichts, um irgendetwas zu ändern. Diese Menschen zerfließen vor Selbstmit- leid und lamentieren ohne Ende. Somit verneinen sie ihre Fähigkeit, auf ihr Schicksal Einfluss zu nehmen und schieben die Verantwortung ganz einfach auf die äußeren Umstände.

Wenn Sie denken, irgendjemand oder irgendetwas sei Schuld an Ihrer Misere, an der Sie darüber hinaus, gemäß Ihrer eigenen Überzeugung, nichts ändern können, dann begeben Sie sich in eine Opferrolle.

Die Lebensgeschichte einiger Menschen reduziert sich auf Ereignisse, die sie daran ge- hindert haben, dies oder jenes zu bekommen. Oder aber es war das Pech, das sie gehabt haben oder ungerechte Bestimmungen oder auch die Verantwortung des Chefs, den sie hatten.

Wenn wir solche Menschen klagen hören, haben wir meist zunächst Mitleid für ihr trau- riges Schicksal. Wir fühlen mit ihnen und kümmern uns besonders um sie. Doch dann verste- hen wir ganz schnell, dass hinter den verschiedenen Umständen immer ein und dieselbe Ge- schichte steht, die sie wieder und immer wieder durchleben. Ihre Erzählungen könnten unter ein und demselben Titel zusammengefasst werden „Meine Geschichte als Opfer“. Und in der Regel geht es in dieser Geschichte darum, anderen die Schuld für das zuzuweisen, was ihnen widerfährt.

„Ich hätte einfach nicht anders handeln können und nun muss ich ungerechterweise für die Konsequenzen bezahlen.“

Menschen, die sich selbst als Opfer sehen, lernen aus ihren eigenen Fehlern nicht. Folg- lich können sie sich zwar immer wieder ein neues Umfeld suchen und Beziehungen zu ganz neuen Menschen aufbauen, nach einiger Zeit werden sie aber schon wieder im gleichen Schlamassel sitzen.

Natürlich ist dafür nicht ihr „Pech“ verantwortlich, wie sie häufig selbst glauben. Viel- mehr rufen sie mit ihrer Einstellung und ihrem Verhalten ihre neuerlichen Schwierigkeiten auf den Plan.

Wenn Sie sich als Opfer fühlen, verlieren Sie Ihr Vertrauen in SICH

Sich als Opfer zu fühlen, ist auf kurze Sicht sicherlich eine ganz bequeme Position. Die Menschen haben Mitleid mit Ihnen, zeigen Ihnen ihre Zuneigung und verlangen nur wenig von Ihnen „angesichts der Umstände, die Sie derzeit durchmachen.“ Sie sind sogar bereit, Ihnen mittelmäßige Leistungen nachzusehen.

26

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Doch auf lange Sicht schaden wir uns nur selbst, wenn wir uns auf unsere Opferrolle zu- rückziehen. Wir verlieren nach und nach unser Selbstvertrauen und ergeben uns schließlich nur noch kampflos unserem Schicksal. Die anderen zählen irgendwann nicht mehr auf uns und verlieren immer mehr das Interesse an uns. Wer sollte sich auch noch an uns wenden, wenn wir den anderen zu verstehen geben, dass wir nicht mal mit unserem eigenen Leben zurechtkommen?

Denn natürlich sind die Menschen, die man bewundert, nicht jene, die ihr Leben damit verbringen, sich über ihre schlechte Situation zu beklagen oder darüber zu lamentieren, wegen der anderen nicht das tun zu können, was sie eigentlich tun wollen. Führungsqualität haben nur jene, die an ihre Handlungsfähigkeit glauben und die handeln, um das, was sie wollen, auch unter allen Umständen zu erhalten.

Es gibt keine Menschen ohne Fähigkeiten, es gibt nur Menschen, die sich ihrer nicht bedienen

Wenn wir uns in die Opferrolle begeben, vergessen wir unsere Fähigkeiten und unsere Kräfte.

Sicher, es gibt immer wieder Situationen, in denen wir einfach machtlos sind. Wir ha- ben uns die Familie nicht ausgesucht, in die wir geboren werden, und können auch nichts an dem Umfeld und an den Einflüssen ändern, die in den ersten beiden Jahren unserer Existenz auf uns einströmen. Ansonsten aber hat der Mensch seine ungeheure Fähigkeit unter Beweis gestellt, Dinge zu verändern, die ihm nicht gefallen und die seinen Plänen im Wege stehen. Es gibt Tausende von Geschichten von Menschen, die erfolgreich zum Wohlstand ihres Umfelds beigetragen haben, anstatt sich über ihr Pech, über soziale Ungerechtigkeit oder die Schwie- rigkeiten des Lebens zu beklagen.

Wenn Sie von einer schmerzlichen Episode Ihres Lebens erzählen, dann können Sie dies auf zwei verschiedene Arten tun: Entweder Sie berichten aus der Sicht des Opfers oder aus einer „proaktiven“ Sicht. Weiter hinten nennen wir Ihnen einige Merkmale einer typi- schen „Opfergeschichte“, doch zunächst möchten wir Ihnen eine kleine Übung vorstellen.

Übung

Suchen Sie in Ihrer Erinnerung nach einer Situation, in der Sie sich als Opfer fühlten. Schreiben Sie diese Version der Geschichte in Ihr Logbuch und betonen Sie, sofern nötig, wer in diesem Fall dafür verantwortlich war, dass Sie zum Opfer wurden. Die typischen Merkmale einer Opfergeschichte, über die wir bereits gesprochen haben, dürften Ihnen dabei helfen. Keine Sorge, Sie dürfen dabei auch ruhig übertreiben, denn es handelt sich lediglich um eine Übung.

Schreiben Sie dann genau dieselbe Geschichte noch einmal auf, aber stellen Sie sie die- ses Mal dar, als wenn Sie sich absichtlich in diese Lage manövriert hätten. Auch hier dürfen Sie ruhig wieder übertreiben. Bringen Sie dabei die Merkmale einer Geschichte mit ein, bei der Sie Selbstverantwortung übernehmen. In dieser neuen Geschichte darf von Ihrer Opferrol- le nichts mehr übrig bleiben. Das ist durchaus möglich, und denken Sie daran, es handelt sich lediglich um eine Übung…

27

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Merkmale einer Opfergeschichte

Der Erzähler spricht davon, dass er alles „verloren“ hat.

Er hebt am meisten die „Gemeinheit“ der anderen hervor.

Er sucht nach Schuldigen.

Er betont und übertreibt dabei, wie „schmerzhaft“, „furchtbar“ und „schrecklich“ alles war.

Er erzählt seine Geschichte, als sei sie ihm vollkommen unerwartet widerfahren. Als hätte es im Vorfeld keinerlei Hinweis darauf gegeben, dass etwas Derartiges passieren könnte.

Die Situation, unter der er so gelitten hat, überschattet sein ganzes Leben und somit „zeigt“ er, wie furchtbar alles war, was er mitgemacht hat. Er tut dies, weil er nach „Ver- ständnis“ für die schlechten Ergebnisse heischen möchte, die er zu alledem erzielt hat.

Beim Erzählen wirbt er um Mitgefühl, Unterstützung oder Aufmerksamkeit.

Er betont, wie schwer es für ihn war, diese Situation zu „ertragen“.

Er überzeugt sich und die anderen von der Richtigkeit der Geschichte und betont, dass „man anders hätte gar nicht handeln können.“

Merkmale einer Geschichte, in der Selbstverantwortung übernommen wird

Der Erzähler berichtet, was er aus seiner unschönen Geschichte alles gelernt hat.

Er gibt die Fehler zu, die er möglicherweise begangen hat.

Er hat nach möglichen Lösungen gesucht.

Er stellt auch die positiven Seiten dieser Situation heraus und betont, dass es noch schlimmer hätte kommen können, was aber Gott sei Dank nicht der Fall war.

Er gibt Tatsachen wieder, wobei er über die Informationen nachdenkt, die er bereits im Vorfeld hatte und über die er das Geschehene eigentlich vorausahnen könnte, die er aber nicht berücksichtigt hat, weil er glaubte, „auf ihn treffe all dies nicht zu“.

28

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Er versucht so gut es geht, sein weiteres Leben davon nicht beeinflussen zu lassen.

Beim Erzählen der Geschichte sucht er nach Alternativen und nützlichen Hinweisen, damit Derartiges nicht erneut geschieht.

Er ist stolz darauf, sein Problem aus eigener Kraft bewältigt zu haben und er freut sich über alles, was er aus dieser Angelegenheit gelernt hat.

Vier Beispiele – Opfer oder Selbstverantwortung?

Im Folgenden erzählen wir Ihnen vier Geschichten, die Ihnen zeigen, wie sich diese beiden Haltungen im Alltag äußern. Es handelt sich um ganz alltägliche Geschichten, die je- dem von uns widerfahren könnten. Was Sie sicherlich überraschen wird ist die Tatsache, wie unterschiedlich die Geschichten klingen je nach Perspektive, aus der sie erzählt werden, d.h. ob die Sehweise des Opfers wiedergegeben wird oder ob darin Selbstverantwortung über- nommen wird. Alle vier Geschichten sind wahre Erlebnisse von Menschen, denen wir im Laufe unserer Seminare begegnet sind.

Die Scheidung meiner Eltern – Version „Opfer“

„Meine Eltern trennten sich, als ich 8 Jahre alt war. Ich war das älteste von vier Kin- dern. Wir blieben bei unserem Vater, denn, sagen wir es einmal so, meine Mutter hatte nicht die nötige Reife, um sich um uns zu kümmern. All dies war ganz furchtbar für mich. Es ist sehr trostlos, ohne seine Mutter aufzuwachsen, vor allem, wenn man ein kleines Mädchen ist. Wenn niemand da ist, der einen tröstet und mit zu kleinen Spielkameraden nimmt, so macht einen das sehr traurig und hilflos.

Manchmal schämte ich mich richtig dafür, keine Mutter zu haben und ich wollte keines- falls, dass irgendjemand es erfuhr. Aus diesem Grund hatte ich niemals den gleichen Rückhalt wie meine Klassenkameraden, weder für das Lernen, noch für andere Dinge, die ich brauchte. Ich wusste niemals, ob das, was ich tat, gut oder schlecht war, denn niemand hat mit mir da- rüber gesprochen. Ich erinnere mich nicht gerne an meine Kindheit, denn dies weckt nur trau- rige Erinnerungen in mir. In dieser Zeit meines Lebens ist mir wirklich nichts Angenehmes widerfahren. Ich weiß, dass mich dies geprägt hat und das vieles, was mir jetzt widerfährt, auf meine unglückliche Kindheit zurückzuführen ist.“

Die Scheidung meiner Eltern – Version „Selbstverantwortung“

„Meine Eltern trennten sich, als ich 8 Jahre alt war. Danach habe ich meine Mutter nie wiedergesehen. Allerdings hat sich mein Vater sehr viel um uns gekümmert. Er hat stets da- rauf geachtet, dass wir uns nicht einsam fühlten, und das taten auch meine Tanten. Wenn ich ein Problem oder Schwierigkeiten in der Schule hatte, fehlte mir meine Mutter schon sehr, aber meine Tanten waren da, um sie zu ersetzen.

Mir wurde die Zuneigung von vielen Erwachsenen zuteil, Freunde meines Vaters sowie meine Onkels und Tanten waren stets für mich da und ich weiß heute, dass ich mich sehr häu- fig in die Opferrolle begeben habe, bewusst oder unbewusst, um ihre Aufmerksamkeit und ihr Mitgefühl zu erregen.

29

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Weil ich ständig die Rolle des kleinen hilflosen Mädchens spielte, hatte ich schließlich Mitleid mit mir selbst und war davon überzeugt, dass nichts das vergangene Unheil wieder gutmachen konnte.

Mittlerweile bin ich reifer geworden und ich bin durchaus in der Lage, mich an die schönen Seiten meiner Kindheit zu erinnern. Ich erinnere mich daran, dass mein Vater sehr viel Einfallsreichtum bewies, um mir immer wieder eine Freude zu machen.

Heute weiß ich, dass ich die Traurigkeit als Mittel gewählt habe, um die Erwachsenen manipulieren zu können. Dabei war mir allerdings nicht bewusst, dass ich mir damit nur selbst Schaden zufügte.

Es gibt immer noch viele Dinge, die nicht so laufen, wie ich es gerne hätte. Aber zu- mindest eine Sache hat sich vollständig geändert – ich fühle mich nicht mehr als Opfer und ich weiß nun, dass es voll und ganz in meiner Hand liegt, im Leben das zu erreichen, was ich von ihm erwarte.“

Der Geschäftspartner, der mich übers Ohr gehauen hat – Version „Opfer“

„Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Ich hatte mich mit einem Freund zusammen- getan oder sagen wir vielmehr mit jemandem, den ich als meinen Freund betrachtete. Ge- meinsam bauten wir ein Unternehmen auf, hinter dem wir beide voller Überzeugung standen. Ich gab, was ich konnte, sowohl Arbeit als auch Kapital. Das ging so weit, dass ich sogar mein Haus verkaufte und bis tief in die Nacht arbeitete, damit der Stein ins Rollen kam.

Anfangs lief alles sehr gut. Doch nach und nach fand mein Freund alle möglichen Aus- reden, um sich um seinen Teil zu drücken. Er kümmerte sich um die finanzielle Seite und begann irgendwann, sich kleine Vorschüsse zu geben, die er „später“ zurückzahlen wollte. Da uns die finanziellen Mittel fehlten, konnten wir oftmals nicht bar bezahlen, wodurch wir uns einen besseren Preis gesichert hätten. Zu alledem begann er, Familienmitglieder einzustellen und ließ ihnen absolut freie Hand.

Trotz allem lief unser Geschäft so gut, dass wir erste Gewinne erzielten. Doch das war der Anfang vom Ende, denn mein Partner wurde noch gieriger. Er versuchte, die Herstel- lungskosten für unser Produkt zu drücken, was allerdings auf Kosten der Qualität ging, womit ich absolut nicht einverstanden war. Unser Verhältnis wurde dadurch so angespannt, dass ich beschloss, mich aus dem Unternehmen zurückzuziehen.

Der absolute Tiefpunkt war erreicht, als wir über unsere Trennung verhandelten. Er er- kannte mir nicht einmal die Hälfte dessen zu, was ich als gerechte Entlohnung für meine Ein- lage gesehen hatte. Er verhielt sich wie ein Hai und setzte den Wert überall deutlich niedriger an, um mir so wenig wie möglich bezahlen zu müssen. Als ich endlich aus der Sache ausge- stiegen war, stand ich ohne Haus da, war über beide Ohren verschuldet und arbeitslos. Die Krönung aber ist, dass er allen, die es hören wollen, erzählt, es sei mein Fehler, dass das Ge- schäft den Bach runtergegangen ist. Er habe mich rauswerfen müssen, so behauptet er, um das Geschäft wieder auf Vordermann zu bringen!“

30

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Der Geschäftspartner, der mich übers Ohr gehauen hat – Version „Selbst- verantwortung“

„Ich kannte diesen Freund seit Jahren. In seinem Bereich war er absolut qualifiziert, al- lerdings wusste ich, dass er nicht gerade ein Arbeitstier war und sehr freigiebig mit Geld um- ging. Doch ich persönlich hatte niemals Probleme mit ihm gehabt und so ging ich davon aus, dass er sich derartige Nachlässigkeiten bei unserer Zusammenarbeit nicht erlauben würde. Es war also mein Fehler, dass ich davon ausging, er würde bei mir eine Ausnahme machen.

Ich wandte all meine Ersparnisse auf und verkaufte sogar mein Haus. Darum hatte er mich nicht gebeten, es war einzig und allein meine Entscheidung. Ich sah in diesem Geschäft ein solches Potenzial, dass ich die Sache von Anfang an groß aufziehen wollte.

Die Tatsache, dass ich mehr arbeitete als mein Freund, hieß nicht, dass er sich nicht an die Abmachungen hielt. Die Arbeit motivierte mich total und ich wollte persönlich ein Auge auf alles haben.

Wenn er in finanziellen Dingen nicht genau genug war und Posten an Familienmitglie- der vergab, so lag dies zum Teil daran, dass ich ihn gewähren ließ.

Die Verhandlungen, die wir anlässlich meines Ausstiegs führten, liefen wirklich unge- recht ab. Aber ich muss zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt einfach nur raus aus der Sache wollte und bereit war, Federn zu lassen, nur um ihn nicht mehr zu sehen, denn ich fühlte mich schrecklich verletzt durch alles, was er mir angetan hatte.

Ich weiß, dass er die Geschichte ganz arg zu seinen Gunsten „verschönert“, wenn er sie weitererzählt, weil er in den Augen seiner Bekannten keinesfalls der Buhmann sein möchte. Doch ich bin mir bewusst, dass auch ich das getan habe, indem ich meine Opferrolle stark übertrieben darstellte, obwohl ich an der ganzen Sache beinahe die gleiche Verantwortung trage wie er.“

Niemand hilft mir im Haushalt – Version „Opfer“

„Ich bin verheiratet, habe drei Söhne und bin vollkommen verzweifelt…ich arbeite ganztags und wenn mein Mann und ich abends nach Hause kommen, wartet die ganze Haus- arbeit auf mich. Mir reicht es mittlerweile, denn niemand verschwendet auch nur einen Ge- danken daran, mir zu helfen. Alles, was sie benötigen, muss bereitstehen und sie beklagen sich, wenn nicht alles ganz genau ihren Vorstellungen entspricht. Sie machen sich absolut keine Gedanken um mich und haben keinerlei Wertschätzung für das, was ich für sie tue. Es ist ihnen vollkommen egal, wenn ich vollkommen fertig bin und offenbar sehen sie gar nicht, wie sehr ich mich für sie abrackere. Wenn ich sie auffordere, mir zu helfen, sind sie angeblich „ausgelaugt“. Und dann sagen sie mir noch ins Gesicht, sie wüssten gar nicht, worüber ich mich eigentlich beklage.“

Niemand hilft mir im Haushalt – Version „Selbstverantwortung“

„Ich bin verheiratet und habe drei Kinder. Ich dachte eigentlich immer, es sei die Auf- gabe der Frau, sich um den Haushalt zu kümmern.

31

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Früher, wenn sie mir helfen wollten, hielt ich sie davon ab. Meist war es mir lieber, alles allein zu erledigen, weil ich der Ansicht war, dass dies schneller ging. Ich hätte ihnen sonst immer alles erklären und die Arbeit vielleicht sogar noch mal machen müssen.

Im Grunde habe ich selbst sie dazu erzogen, alles im Haushalt auf mich abzuwälzen. Ich habe mich auch schon dabei erwischt, wie ich sie kritisierte, weil sie in meiner Abwesenheit etwas gemacht haben, ohne mich vorher zu fragen. Ich beklage mich darüber, dass sie meine Arbeit zu Hause überhaupt nicht wertschätzen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass vor allem ich sie nicht wertschätze. Wenn ich ehrlich bin, mache ich alles selber, weil es mir im Grunde keiner recht machen kann. Die Arbeit strengt mich zwar an, aber ich kann mir nicht vorstellen, sie aus der Hand zu geben!“

Ich bin arm – Version „Opfer“

„Ich bin seit mehr als 10 Jahren berufstätig. Mein Gehalt ist mehr als dürftig und wir kommen damit kaum noch über die Runden. Früher konnten wir uns zumindest ein paar Fa- milienausflüge davon leisten. Jetzt geht das nicht mehr und wir müssen in den Ferien zu Hau- se bleiben. Manchmal nehme ich auch schon gar keinen Urlaub mehr.

Meine Hoffnungen, dass es finanziell mal wieder bergauf gehen könnte, rücken in im- mer weitere Ferne. Tag für Tag wächst die Konkurrenz in meinem Bereich und die Leute ver- kaufen sich für einen Apfel und ein Ei. Mich unter diesen Umständen selbständig zu machen, ist vollkommen aussichtslos. Um meine Familie ernähren zu können, müsste ich auf meine Reserven zurückgreifen und ich wüsste nicht, wie ich alles bezahlen sollte, bis ich die ersten Gewinne mache…“

Ich bin arm – Version „Selbstverantwortung“

„Ich arbeite schon seit mehreren Jahren in diesem Unternehmen, das mir keinerlei Auf- stiegschancen bietet. Und irgendwie hatte ich manchmal schon den Eindruck, dort zu versau- ern. Zwar sage ich mir immer wieder, dass ich mir etwas anderes suchen muss, aber in Wirk- lichkeit habe ich noch nie ernsthafte Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Meine Freunde haben mir mehrmals ihre Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Anstellung angeboten. Davon habe ich keinen Gebrauch gemacht, denn ich wollte lieber dort bleiben, wo ich war, denn irgendwie fühle ich mich dort sicher. Ich kenne alle Kollegen und verdiene mein Geld, ohne mich allzu sehr ins Zeug legen zu müssen. Hinzu kommt, dass ich in all den Jahren nichts getan habe, um mich weiterzubilden und somit up to date zu sein, im Gegensatz zu einigen Kollegen, die in dieser Hinsicht etwas mehr Initiative gezeigt haben als ich. Ich dachte immer, meine Kenntnisse seien ausreichend, um meine Arbeit zu tun. Aus diesem Grunde bin ich niemals vorangekommen. Ich hatte mehrere Möglichkeiten, mich selbständig zu machen. Andere Kollegen, die sich in derselben Situation befanden wie ich, haben diese Möglichkeiten genutzt und sind seither recht erfolgreich. Aber mir war die Sicherheit nun einmal wichtiger und ich fand es immer sehr beruhigend, am Ende des Monats mein Gehalt auf dem Konto zu haben. Es liegt mir nicht so, Risiken einzugehen und mich ohne Notwen- digkeit mit Existenzängsten herumzuplagen.“

32

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Übung

Denken Sie an ein Ereignis, bei dem Sie sich nach wie vor in der Opferrolle sehen. Er- zählen Sie die Geschichte aus der entsprechenden Sicht.

Denken Sie dann erneut an dasselbe Ereignis. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich die „Version Selbstverantwortung“ vor. Wenn Sie dieses Bild klar vor Augen haben, schreiben Sie sie bitte auf.

Die Strategie von Menschen, die Probleme in Chancen verwan- deln

Effizienz besteht darin, gute Erfolge mit einem minimalen Aufwand an Zeit, Geld und Energie zu erzielen, oder anders gesagt, ein Maximum der zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll einzusetzen. Dies lässt sich auf alle Bereiche anwenden, auf die Finanzen, auf die Industrie, den landwirtschaftlichen Bereich, den Sport und auch auf das menschliche Verhal- ten.

Man weiß heute, wie man einen Rekord beim Kurzstreckenlauf aufstellt, wie man mög- lichst viel Benzin in ein Fass Rohöl bekommt oder wie man Verkäufe in Millionenhöhe durchführt. Und genauso kennt man heute die universellste und sicherste Methode zur Ver-

33

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

wirklichung seiner Lebensziele. Dabei handelt es sich weder um „Magie“, noch um „Glück“, sondern ganz einfach um eine gezielte Strategie.

Genau diesen Weg gehen im Übrigen sehr viele prominente Menschen, die in ihrem Le- ben sehr viel erreichen. Man hat in verschiedenen Ländern Studien durchgeführt und Men- schen mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen zu diesem Thema befragt. So ist es gelungen, die wichtigsten Punkte ihrer „Strategie“ festzuhalten.

Wenn man über Themen wie „Erfolg“, „Effizienz“ oder auch „Hochleistungen“ spricht, dann hat man oft den Eindruck, die Menschen seien in zwei Kategorien eingeteilt – die be- rühmten Männer und Frauen, große Chefs und brillante Intellektuelle einerseits sowie „nor- male“ Menschen andererseits. Und es scheint, als seien nur die Menschen der ersten Katego- rie in der Lage, irgendetwas zu erreichen.

Wir werden sehen, dass es Millionen „normaler“ Menschen gibt, die ohne es zu wissen recht gute Erfolge in ihrem Leben erzielen. Und in der Regel handeln sie dabei gemäß jener Strategie, nach der auch außergewöhnliche Männer und Frauen handeln.

Jeder erreicht Dinge, die zum Teil für ihn selbst und für sein Umfeld von ungeheurem Wert sind. Mit anderen Worten, jeder Mensch erzielt Erfolge. Es kann sein, dass Sie glauben, alles Notwendige für ihren Erfolg in einem bestimmten Bereich getan zu haben, und dennoch aus Ihnen unerfindlichen Gründen ihrem Ziel immer noch fern zu sein. Die Erklärung liegt dabei nicht in Ihrer Persönlichkeit, sondern vielmehr in der Strategie, mit der Sie an der Errei- chung Ihres Zieles arbeiten.

In den folgenden Kapiteln möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie herausfinden, welche Ih- rer Verhaltensweisen Ihnen bei der Durchführung Ihrer Vorhaben nützlich sind und mit wel- chen Verhaltensweisen Sie sich selbst im Wege stehen.

Erfolgsfaktor 1: Wissen, was man will

Wohl jedem leuchtet ein, dass die genaue Definition dessen, was man will, ein ganz we- sentlicher Faktor für den Erfolg ist. Wie sollen Sie einschätzen können, wie weit Sie noch von Ihrem Ziel entfernt sind, wenn Sie gar nicht wissen, wohin Sie gehen? Aus diesem Grund besteht der erste Schritt in Richtung Erfolg darin, das, was Ihnen gelingen soll, in klare Worte zu fassen.

Erfolgsfaktor 2: Arbeiten Sie konsequent auf das gewählte Ziel hin

Die zweite Voraussetzung ist ein konsequentes Handeln. Was bringt es, ein Ziel zu wählen, wenn man es nicht ansteuert? Wie sagt doch ein chinesisches Sprichwort so schön:

Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ Sobald Ihre Entschei- dung gefallen ist und Sie den ersten Schritt getan haben, werden Sie den Eindruck haben, nicht nur Ihrem Ziel ein Stück näher gekommen zu sein, sondern vor allem das Wichtigste getan zu haben, nämlich sich in Bewegung gesetzt zu haben.

So viele Menschen warten ab, weil sie erst mehr innere Kraft, Schwung oder Motivation sammeln wollen. Dabei läuft der Prozess genau umgekehrt ab. Erst beim Handeln zeigen sich alle Kräfte, die man in sich birgt.

34

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Auch Sie kennen sicherlich das Beispiel von Menschen, die sich selbst unterschätzten und glaubten, anderen niemals das Wasser reichen zu können. Dann geraten diese Menschen eines Tages in eine unvorhergesehene Situation und sehen sich gezwungen zu handeln. Und je länger sie sich engagieren, umso mehr Energie und Kompetenzen entwickeln sie, so dass sie irgendwann sogar jene überflügeln, die sie eigentlich bewunderten und denen sie sich unterle- gen fühlten.

Beispiele von Hausfrauen, die von heute auf morgen gezwungen sind, auf eigenen Bei- nen zu stehen, gibt es viele. Häufig verwandeln sie sich in aktive Berufstätige und talentierte Geschäftsfrauen und man ist überrascht über die Tatsache, dass diese Frauen bei ihrem Han- deln Qualitäten und eine Stärke zeigen, die man bei ihnen niemals vermutet hätte. Doch die Umstände bringen diese Fähigkeiten an den Tag. Das heißt aber nicht, dass ihnen die Wand- lung unbedingt leicht fällt. Erst durch ihr aktives Handeln entwickeln sie die notwendige Kraft und finden Mittel und Wege, um ihre Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.

Erfolgsfaktor 3: Machen Sie keine halben Sachen, geben Sie stets alles

Der dritte Faktor für optimale Effizienz ist Leidenschaft. Darunter verstehen wir an die- ser Stelle Stärke, Intensität, Engagement, Abenteuerlust sowie die ständige Bereitschaft, stets mit Freude am Ball zu bleiben. Wenn Sie nur das letztendliche Ziel als wichtig ansehen, dann werden Sie häufig ängstlich, panisch und sogar frustriert sein, weil Sie nur daran denken, wie weit es noch bis zur Erreichung Ihres Zieles ist.

Sie können aber auch Ihr klar umrissenes Ziel als stabilen Referenzpunkt sehen und die Gestaltung des Weges dorthin zunächst einmal offen zu lassen. Wenn Sie sich dafür entschei- den, dann tun Sie gut daran, jeden einzelnen kleinen Erfolg regelmäßig zu feiern, sich jeden Ihrer Fortschritte bewusst zu machen und alles zu verwerten, was Sie bei der Überwindung Ihrer Hürden gelernt haben. So können Sie jeden einzelnen Tag Ihres Lebens genießen und jeder Situation etwas abgewinnen.

Stets mit Freude am Ball bleiben heißt auch, die Gegenwart bewusst zu genießen, denn nur auf sie können Sie wirklich definitiv zählen.

Fragen Sie doch mal einen erfolgreichen Künstler oder einen Geschäftsmann, warum er seine Arbeit in erster Linie tut. Weil es ihm Spaß macht, wird er Ihnen darauf wahrscheinlich entgegnen. Oder aber er wird Ihnen erklären, wie stark er sich dank seiner Tätigkeit persön- lich weiterentwickelt hat, und dass ihm seine Arbeit das Gefühl gibt, persönlich etwas erreicht zu haben und seine Kreativität ausleben zu können.

Abschließend wird er Ihnen sagen, dass seine tägliche Arbeit an sich weder besonders langweilig noch besonders aufregend ist. Was die Sache eigentlich spannend macht, ist die Einstellung, mit der er bei der Arbeit ist und die die Grundlage seines Erfolges bildet.

Erfolgsfaktor 4: Stets wichtig – die richtige Balance

Der vierte Erfolgsfaktor ist die richtige Balance. Es ist ebenso wichtig, das zu erhalten, was wir erreichen wollen, wie das zu bewahren, was wir lieben und in unserem Leben bereits schätzen. Was heute oft zählt, ist Erfolg um jeden Preis und man hat lange Zeit geglaubt, dass

35

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

jemand, der beruflich erfolgreich ist, Opfer bringen muss, die in der Regel auf Kosten der Familie gehen.

Doch oft war der Preis, der gezahlt wurde, einfach viel zu hoch. So begann man, den Blick auf jene zu richten, die im Beruf erfolgreich sind, ohne dabei andere Lebensbereiche zu vernachlässigen, d.h. Arbeit, Familie, Gesundheit, persönlicher Ausdruck und Persönlich- keitsentwicklung, gesellschaftliches Leben und Spiritualität. Daraus erwuchsen neue Er- folgsmethoden, die einem ganzheitlichen Ansatz folgen.

Die Erkenntnis, dass die verschiedenen Lebensbereiche nicht getrennt voneinander be- trachtet werden können, ist nicht neu. Mittlerweile wird niemand mehr bestreiten, dass famili- äre Schwierigkeiten die Arbeitsqualität beeinträchtigen und dass berufliche Konflikte uns daran hindern können, unser Privatleben zu genießen.

Was halten Sie von jemandem, der sich zwar ernährt, aber niemals schläft? Oder von jemandem, der ohne offensichtlichen Grund sich nur von flüssigen Nahrungsmitteln ernährt? Oder ausschließlich von festen Nahrungsmitteln? Das fänden Sie sicherlich eigenartig, oder nicht? Sie würden einem solchen Menschen sicherlich raten, sich etwas ausgewogener zu er- nähren.

Zu diesem Schluss kommen wir schnell, wenn es um den Bereich der Gesundheit geht, denn die Massenkommunikationsmittel, insbesondere die Werbung, haben uns schon seit lan- gem für dieses Thema sensibilisiert. Und doch scheinen die wenigsten zu wissen, wie wichtig diese Ausgewogenheit für ein ganzheitliches Lebenskonzept ist.

Für unsere westliche Gesellschaft ist es offenbar ganz normal, dass wirtschaftlicher Er- folg nur auf Kosten anderer Lebensbereiche möglich ist. Wir werden sehen, wie es wirklich effektiven Menschen gelingt, eine ausgeglichene Lebensbalance (Work-Life-Balance) zu hal- ten.

Sie werden sehen, es ist alles andere als kompliziert. Damit es Ihnen ebenso gelingt wie tausenden anderen Menschen auch, die die Effizienz dieser Strategie unter Beweis gestellt haben, müssen Sie sie nur anwenden. Viele Menschen, denen wir in unseren Seminaren diese Strategie vorgestellt haben, haben sich für ihre Nutzung entschieden und wir hörten in der Folge eine ganze Menge Erfolgsstorys. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass es bei Ihnen genau- so sein wird.

Nicht wissen, was man will

Wenn Sie ein Puzzle mit 1.500 Teilen ohne Vorlage machen sollten, wie lange würden Sie wohl dafür brauchen?

Gäbe es für dieses Puzzle eine Vorlage, auf der aber ein abstraktes und etwas unscharfes Bild mit schwer zu identifizierenden einzelnen Elementen zu sehen ist, wären Sie dann nicht von vornherein entmutigt?

Wäre auf diesem Puzzle jedoch ein klares und detailliertes Bild dargestellt, für das Sie auch eine Vorlage haben, wäre dann Ihre Arbeit nicht deutlich einfacher?

36

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Mal angenommen, all diese drei Puzzles haben die gleiche Anzahl an Teilen, welches von ihnen wird schon wohl am leichtesten zusammensetzen lassen? Die Antwort liegt auf der Hand. Je klarer die Vorstellung von Ihrem Ziel in Ihrem Kopf ist, umso leichter lässt es sich erreichen und umso mehr Spaß haben Sie dabei.

Einige Menschen sehen Ziele als etwas, was mit dem normalen Alltag nichts zu tun hat. Sie haben den Eindruck, es sei ein Konzept für Händler, Unternehmenschefs oder Sportler, die ihre Fortschritte überprüfen müssen. Und doch ist es absolut notwendig, sich Ziele zu set- zen, ganz gleich, welches Ergebnis man letztendlich erzielen möchte.

Wir alle kennen Menschen, die unbeirrt auf ihr Ziel hinarbeiten, während andere sich immer nur im Kreis drehen oder lediglich schleppend vorankommen. Dies bedeutet nicht, dass letztere faul oder mittelmäßig wären. Vielmehr bedeutet es, dass sie nicht wissen, was sie wollen.

Für viele sind die einzigen Ziele, die sie sich jemals gesetzt haben, die „guten Vorsätze zum Neuen Jahr“. Was man sich angesichts des Jahreswechsels für das Neue Jahr wünscht, ist meist etwas in der Art wie:

„Möge es ein gutes Jahr werden!“ „Hoffen wir, dass sich meine Situation verbessert!“ „Hoffentlich ist es ein Jahr ohne Unfall!“ „Ich wünsche mir gute Gesundheit!“ „Mein Gehalt soll steigen!“ „Die Verkaufszahlen sollen sich verbessern!“ „Ich möchte den Mann bzw. die Frau meines Lebens kennen lernen.“

Diese Wünsche vermitteln uns den Eindruck, dass wir mit unseren Fähigkeiten keinerlei Möglichkeit haben, das zu erreichen, was wir erreichen wollen. Indem wir untätig abwarten, dass die anderen für uns entscheiden, dass sie unseren wahren Wert erkennen und uns unsere Chance geben, verneinen wir, dass es an uns ist, unser Leben in die Hand zu nehmen.

Doch der erste Schritt in Richtung Erreichung Ihrer Ziele ist die bewusste ENTSCHEI- DUNG darüber, WAS SIE WIRKLICH WOLLEN.

Und dabei geht es nicht um das, was Sie glauben, möglicherweise wollen zu können. Oder was nach Meinung der anderen möglicherweise Ihr Wunsch sein könnte. Was hier zählt, ist das, was Sie in Ihrem tiefsten Inneren vom Leben erwarten.

Die Wünsche, die Ihnen in Ihrem Leben versagt geblieben sind, gingen deshalb nicht in Erfüllung, weil Sie es nicht wirklich wollten oder weil Sie sich nicht genügend darum bemüht haben. Sicherlich haben Sie diese Erfahrung bei sich oder bei anderen bereits machen können. Erinnern Sie sich an eine Situation in Ihrem Leben, in der Sie unbedingt etwas wollten und es schließlich auch durchsetzten? Sie waren von dem, was Sie wollten, absolut überzeugt und wussten auch, wann Sie es haben wollten. Und doch sagte man Ihnen: „Du bist verrückt, du hast dafür nicht das Geld, die Zeit oder die nötigen Verbindungen…das ist nichts für dich!“ Auf derartige Dinge haben Sie mit dem Gedanken reagiert: „Ich weiß noch nicht wie, aber irgendwie werde ich es schaffen!“ Und so war es auch, Sie haben es geschafft.

Wenn es ein solches Beispiel in Ihrem Leben gibt, dann geben Sie es in einigen Sätzen wieder. Dabei muss es sich nicht unbedingt um ein Meisterstück oder eine Heldentat handeln. Wichtig ist vor allem die Tatsache, dass Sie angesichts dieser Situation eine Strategie entwi- ckelt haben, um an Ihr Ziel zu gelangen.

37

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Und genau dieselbe Gewinnstrategie können Sie auf andere Vorhaben anwenden, ganz gleich, ob es sich dabei um kleinere oder größere Projekte handelt.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, um die folgenden Zeilen ausführlich zu lesen und die Übungen durchzuführen, die wir Ihnen vorschlagen. Auf diese Weise werden Sie mit Sicher- heit eine ganze Menge über sich selbst, über Ihre Lebensziele und Ihre Sehnsüchte erfahren.

Denken Sie zunächst darüber nach, wie Ihre wirklichen Wünsche aussehen. Träumen ist dabei absolut erlaubt. Zwar macht jeder Mensch Gebrauch von seinem Vorstellungsvermö- gen, doch nicht alle erlauben sich zu träumen. Und das kann unter Umständen der Grund sein, warum viele noch nicht wissen, was ihnen die nötige Motivation geben würde, die sie für die Erreichung ihrer Ziele benötigen.

Einige sind der Ansicht, Tagträume seien nur etwas für große Kinder oder Poeten. Da- bei haben alle visionären Staatsmänner, alle erfolgreichen Unternehmer, Erfinder und religiö- se Führer Träume. Häufig halten ihre Mitmenschen diese Träume zunächst für absurd, in ih- ren Augen sind diese Menschen realitätsfremd. Doch dieser Traum bildete die Grundlage für eine Idee, die sie in ihrem Kopf immer weiter reifen ließen, bis sie irgendwann von der Durchsetzbarkeit des Gedankens überzeugt waren. Nach und nach nahm ihr Traum immer konkretere Gestalt an und stieß auf immer breitere Akzeptanz, bis es eines Tages kein Traum mehr war, sondern Realität.

Übung: Grenzenlos fantasieren

Bei der folgenden Übung lesen Sie sich zunächst die Anweisungen durch.

Bereiten Sie Ihr Logbuch vor und überlegen Sie sich, was Sie hineinschreiben.

Machen Sie es sich an einem bequemen Ort gemütlich, an dem Sie nicht gestört werden. Entspannen Sie sich.

Beginnen Sie nun mit der Übung:

„Sie sind der Meister eines wunderbaren Königreiches – eines Traumlandes – in dem Sie alles bekommen, was Sie sich wünschen. Einfach ALLES. Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, ohne ihr in irgendeiner Form Grenzen zu set- zen…ohne sie zu zensieren…Sie sind ein Magischer König und haben alle denkbare Macht…Vergessen Sie, was Sie einmal waren…vergessen Sie Ihre derzeitigen Lebensum- stände…es gibt keine finanziellen Einschränkungen, kein körperliches, emotionales oder in- tellektuelles Handicap…alle Grenzen sind gefallen…Sie müssen nicht realistisch sein…es ist ein Königreich der Träume…Sie haben alle Rechte…jegliche Macht… Was möchten Sie (un- ter Berücksichtigung der Bedürfnisse Ihres Umfelds und Ihrer Umwelt) erreichen? Wo wollen Sie hin? Was ist so wichtig oder so motivierend für Sie, dass Sie wirklich alles dafür geben würden?“

Wie dem auch sei, lassen Sie diese Dinge in Ihrem Geist konkret Gestalt anneh- men…Erlauben Sie es sich, zu träumen….“

38

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Schreiben Sie jetzt auf, was Ihnen dabei in den Sinn gekommen ist. Bilder, das, was Sie sich gesagt haben, was Sie gefühlt haben, ohne aber darüber ein Urteil zu fällen.

Einige Menschen haben großartige Träume, sie träumen von Macht und Reichtum, schämen sich aber dafür, weil ihnen diese Sehnsüchte übertrieben, unangemessen oder auch verrückt erscheinen. Wenn wir so über unsere eigenen Träume urteilen, dann ersticken wir unsere wahren Wünsche im Keim, die sich dahinter verbergen. Keine Sehnsüchte, so über- trieben sie auch erscheinen mögen, dürfen von vornherein beiseite geschoben werden. Denn die Kriterien, nach denen wir unsere Sehnsüchte beurteilen, können unserer Selbstentfaltung im Wege stehen.

Übung: die Blitzliste

In ihrem Buch How to Get Whatever You Want Out of Life („So erreichen Sie Ihre Le- bensziele“) stellt die nordamerikanische Psychologin Joyce Brothers eine Methode vor, mit der sie zahlreichen Menschen bei der Erreichung ihrer Ziele geholfen hat. Sie nennt sie die „Technik der Blitzliste“.

Beginnt ein Mensch, über seine Lebensziele nachzudenken, so neigt er zu der Verwen- dung ungefährer, vager oder unklarer Ausdrücke. Bittet man ihn jedoch, seine Wünsche so zum Ausdruck zu bringen, als würde er sie dem guten Geist in Aladins Wunderlampe auftra- gen, so drückt er sich in der Regel konkreter und genauer aus.

Der Grund dafür ist der, dass man dem Lampengeist nicht um so etwas Vages wie „Glück“ bitten kann. Er kann nur Wünsche erfüllen, die man ihm ganz konkret benennen kann.

Anwendung

Nehmen Sie sich Ihr Logbuch und einen Stift zur Hand.

Stellen Sie sich vor, der gute Lampengeist stünde vor Ihnen und gäbe Ihnen 15 Sekun- den Zeit, um Ihre drei Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Genau 15 Sekunden und nicht eine Sekunde länger! Sie haben keine Zeit nachzudenken…Schreiben Sie das auf, was Sie derzeit am meisten wünschen und dann STOPP!

39

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Der tiefere Sinn der Übung besteht darin, dass Sie ganz spontan die ersten Gedanken aufschreiben, die Ihnen in den Sinn kommen. Deshalb spricht man hier auch von einer „Blitz- liste“.

Haben Sie dabei etwas über sich selbst gelernt? Die Erfinderin dieser Technik emp- fiehlt, diese Übung regelmäßig über einen Zeitraum von drei Monaten durchzuführen. Notie- ren Sie dabei jedes Mal drei Wünsche. Es kann sein, dass diese Wünsche von Mal zu variie- ren. Nach Ablauf dieser Zeit müssen Sie lediglich Ihre Blitzliste analysieren, um eine genaue Vorstellung davon zu erhalten, was Ihnen im Leben wirklich wichtig ist.

Schreiben Sie ohne nachzudenken die drei Personen auf, denen Sie am meisten nachei- fern. Dies dürfen ruhig Personen sein, bei denen Sie nur einen einzigen Aspekt oder eine ein- zige Eigenschaft bewundern.

Schreiben Sie außerdem die drei schönsten Komplimente auf, die Sie jemals erhalten haben oder die drei Erfolge, auf die Sie am meisten stolz sind. Versuchen Sie, bei diesen Übungen möglichst ehrlich sich selbst gegenüber zu sein. Sprechen Sie mit niemandem über das, was Sie hier zu Papier bringen. Nach einer gewissen Zeit lesen Sie sich Ihre Notizen nochmals durch. Denken Sie ernsthaft darüber nach, was dieses Material über Ihre Ziele und Erwartungen an das Leben preisgibt.

Mit Leidenschaft zum Erfolg

Louis Santos ist der Besitzer und Leiter einer der erfolgreichsten Schulen für lebende Sprachen in Kolumbien. Die Geschichte dieses Mannes, der in dem 5.000-Seelen-Dorf Zapatoca geboren wurde und aufwuchs, das sich in einer entlegenen Gegend seines Landes befindet, ist wirklich außergewöhnlich. Die Chancen, eines Tages hier herauszukommen, sind äußerst gering.

Als Kind wurde er eines Tages zufällig Zeuge einer Unterhaltung, in dem sein Vater nachdrücklich behauptete, dass es angesichts des Sieges der Alliierten Kräfte (während des zweiten Weltkriegs) nun gelte, Englisch zu erlernen.

„Wer kein Englisch spricht, wird immer hinterherhinken.“

Dieser Satz beeindruckte ihn ungemein. Er war zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt und beschloss, niemals hinterherzuhinken.

40

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Dass sein Vorhaben nicht so einfach zu bewältigen war, störte ihn nicht im Geringsten. Es verwendete alles, was ihm in die Hände fiel, um sein Vorhaben erfolgreich in die Tat um- zusetzen. Mit Hilfe eines kleinen Transistorradios empfing er spätabends „Die Stimme Ameri- kas“. Er verstand nichts von dem, was dort gesagt wurde, aber er konnte sich immerhin einige häufig wiederholte Werbeaussagen merken und lernte sie auswendig.

Ihm fehlte ein Lehrer und wirklich niemand im Dorf wusste auch nur annähernd, was die Sätze bedeuteten, die er lernte. Er versuchte, in einem Wörterbuch jene Worte ausfindig zu machen, die er noch niemals in geschriebener Form gesehen hatte. Aber er ließ sich nicht entmutigen. Er wusste ganz genau, was er wollte. Er hielt hartnäckig an seinen Bemühungen fest und begann, mit allen Mitteln Englisch zu lernen.

Angesichts eines solch unbeirrbaren Willens taten alle Schullehrer und Erwachsenen des Dorfes ihr Möglichstes, um ihm zu helfen. Vor allem brachten sie ihm alle schriftlichen Dokumente in englischer Sprache, die sie auftreiben konnten. Dem jungen Mann gelang es sogar, innerhalb eines guten Jahres das gesamte englische Wörterbuch komplett auswendig zu lernen.

Doch diese Bemühungen wurden an dem Tage entlohnt, als ein amerikanischer Fotograf in das Dorf kam, der sich auf der Durchreise befand.

Da er nun die englische Sprache einigermaßen beherrschte, bot er seine Dienste als Dolmetscher an. Der Fotograf willigte ein und wurde somit zu seinem ersten Lehrer. Von diesem Zeitpunkt an machte Louis Santos sehr schnelle Fortschritte bei der Erlernung der Sprache.

Zum Zeitpunkt seines Abiturs legte er an einer US-amerikanischen Universität eine Eignungsprüfung für das Fach Englisch ab und erzielte dabei die bestmögliche Note. Damals war er 18 Jahre alt und obwohl er das Dorf niemals verlassen hatte, sprach er beinahe ebenso gut Englisch wie ein Nordamerikaner.

Die Geschichte zieht sich fort bis in unsere Zeit. Heute liest, schreibt und spricht Louis Santos akzentfrei vier Fremdsprachen. Mit einer einzigartigen Methode, die er erfunden und weiterentwickelt hat, hilft er heute Tausenden von Menschen bei der Erlernung von Fremd- sprachen. Diese Methode ist allgemein anerkannt, nach ihr wird in verschiedenen Sprachschu- len in der ganzen Welt gelehrt.

Wer klare Ziele hat

Steckt voller Elan. Er führt ein intensives Leben und hat an allem Interesse.

Weiß, dass er seine Gelegenheiten selbst geschaffen hat und dass er es ist, der darüber entscheidet, was er tun will.

Ist lediglich zu den Dingen bereit, die ihn seinen kurz- und langfristigen Zielen näher bringen.

Kann sich angesichts mehrerer Alternativen schnell entscheiden, da er weiß, in welche Richtung er sich bewegt.

41

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Ist kreativ und einfallsreich. Er nutzt seine Zeit und seine Mittel optimal und erzielt so die besten Ergebnisse.

Neigt dazu, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, Neues auszuprobieren und aus seinen Fehlern zu lernen.

Wer kein Ziel hat

Hat den Eindruck, dass „in seinem Leben nie etwas Interessantes passiert“. Er langweilt sich schnell und verliert schnell den Mut.

Wartet darauf, dass sich Gelegenheiten ergeben oder dass andere ihm sagen, was sie mit ihm vorhaben.

Geht auf jeden beliebigen Vorschlag ein, der ihm in dem jeweiligen Augenblick in- teressant erscheint.

Fühlt sich ängstlich und durcheinander, wenn ihm mehrere interessante Alternati- ven angeboten werden, da er keine klaren Prioritäten setzen kann.

Ist recht antriebslos und wenig kreativ, weil er immer nur minimales Engagement zeigt.

Schreckt vor Risiken zurück, denn er fühlt sich nicht in der Lage, seine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Er ist vor allem damit beschäftigt, sich das zu be- wahren, was er bereits hat.

Nutzen Sie die Unterstützung Ihres Gehirns

Bisher haben Sie schon einige Ihrer Wünsche formulieren können. Aber leider ist es vom Wunsch bis hin zum Ziel ein weiter Weg. Ihr Wunsch kann beispielsweise lauten, sich in Richtung einer Tätigkeit zu orientieren, bei der Sie in erster Linie mit Menschen umgehen und nichts mit Maschinen oder Zahlen zu tun haben. Um daraus ein Ziel zu machen, müssen Sie den Wunsch etwas genauer formulieren, beispielsweise so: „Ich möchte Arzt, Anwalt, Psycho- loge oder Lehrer werden.“

Es ist wirklich überaus wichtig, sich genaue Ziele zu setzen, denn ohne Ziel lassen Sie eine wunderbare Fähigkeit Ihres Gehirns ungenutzt, die Sie bei der Erreichung Ihrer Ziele hervorragend unterstützen kann. Diese Fähigkeit hat ihren Sitz in einem Teil des Gehirns und wird „retikuläres System“ genannt.

Der amerikanische Autor Louis E. Tice beschreibt die Funktionsweise dieses Systems mit einer netten Metapher:

Das retikuläre System, so sagt er, ist wie eine gute Direktionssekretärin. Es weiß, wen es zu seinem „Chef“ vorlassen kann. Seine Arbeit besteht darin, unter den Hunderten von Botschaften, die gleichzeitig und dauerhaft auf Ihr Nervensystem einströmen, jene auszuwäh- len, die für Sie wichtig sind. Alle Botschaften werden empfangen, aber nur jene, die vom reti- kulären System ausgewählt wurden, gelangen bis zu Ihrem Bewusstsein vor.

42

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Sie sind der Chef Ihres retikulären Systems. Wenn Sie ihm klare Anweisungen darüber geben, welches Ihre Ziele sind, dann wird es stets jener Information Priorität geben, die im Hinblick auf Ihre Ziele am wertvollsten ist.

Das klassische Beispiel ist das der Mutter, die im Schlafzimmer neben ihrem kranken Säugling schläft. Nichts weckt sie, weder der Lärm auf der Straße, noch der laute Fernseher oder ihre anderen streitenden Kinder. Sobald ihr Säugling aber zu husten beginnt, wacht sie auf. Das liegt nicht daran, dass der Husten ihres Kindes lauter wäre als der Fernseher. Der Grund ist einfach der, dass ihr Gehirn darauf programmiert ist, nur die Information zu emp- fangen, die für sie derzeit am wichtigsten sind.

Häufig sind wir über die Vielzahl der Informationen überrascht, die wir plötzlich wahr- nehmen, sobald wir beispielsweise entschieden haben, einen bestimmten Gegenstand zu kau- fen, ein neues Geschäft auf die Beine zu stellen oder an einem Kurs zu einem ganz bestimm- ten Thema teilzunehmen. Wir müssen uns nur für eine ganz bestimmte Sache interessieren, schon stoßen wir überall darauf, so als wäre es ganz plötzlich in Mode gekommen.

Dieses Phänomen lässt sich sehr gut an Vornamen beobachten. Wenn wir für unser Kind einen „seltenen“ Vornamen aussuchen, stellen wir plötzlich voller Erstaunen fest, wie viele Eltern genau diesen Vornamen für ihr Kind ausgewählt haben. Was geschieht, ist Fol- gendes: Da dieser Vorname bzw. diese Informationen uns jetzt interessieren, nimmt unser retikuläres System diese Informationen auf, die bislang zwar da waren, uns aber zuvor absolut gleichgültig waren.

Ihr retikuläres System – ein Radar, der programmiert werden muss

Ein weiterer Vorteil Ihres retikulären Systems besteht darin, dass es in ständiger Alarm- bereitschaft ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie gerade mit etwas anderem beschäftigt sind. Ein Beispiel. Eine Frau ist mit ihrer Freundin im Auto unterwegs, um Einkäufe zu machen. Es regnet. Sie denkt an einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Eingangs, um nicht nass zu werden. Doch sie ist in eine interessante Unterhaltung mit ihrer Freundin vertieft. Gegenüber vom Geschäft ist ein freier Parkplatz. Sie stellt ihr Auto beinahe automatisch dort ab, ohne ihre Unterhaltung auch nur einen Augenblick lang zu unterbrechen.

Hätte die Frau nicht vorgehabt, sich direkt vor den Eingang des Geschäfts zu stellen, sondern hätte sie den ca. 100 Meter weit entfernten Parkplatz anvisiert, wäre sie wahrschein- lich an dem freien Platz vorüber gefahren, ohne ihn wahrzunehmen. Denn so arbeitet nun einmal unser retikuläres System. Wenn wir ihm genau sagen, was wir wollen, dann können wir uns auf seine Mithilfe verlassen. Tun wir das nicht, verschwenden wir sein ganzes Poten- zial.

Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie Weihnachtseinkäufe machen wollten und schließlich mit leeren Händen nach Hause kamen? Warum sind Sie nicht fündig geworden? Weil Sie im Vorfeld nicht wussten, wonach Sie eigentlich suchen. Sie haben Ihr retikuläres System nicht programmiert.

Hätten Sie schon eine genaue Vorstellung von dem gehabt, was Sie schenken wollen „Ein Spielzeugauto für den Neffen, das nicht mehr als … kostet und einen Pullover für den Vater, der ungefähr die und die Preislage hat“, so hätte Ihr retikuläres System Sie sofort an

43

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

den richtigen Ort geführt. Oder aber es hätte Ihnen beim Vorbeigehen an den Schaufenstern gesagt: „Hier gibt es eins, da ein anderes…“, ohne dass Sie sich bewusst darum hätten bemü- hen müssen.

Wir werden Ihnen im Folgenden einige Alltagshilfen an die Hand geben, mit denen es Ihnen gelingen wird, auf der Grundlage Ihrer Wünsche oder Interessen klare Ziele zu formu- lieren, die Sie dann bitte schriftlich in Ihrem Logbuch festhalten.

Formulieren Sie Ihre Ziele positiv

Sie haben Verhaltensweisen, die Sie stören und die Sie gerne verändern würden. Wenn Sie sich das vornehmen, denken Sie, Ihr Ziel ist es, dieses Verhalten nicht mehr an den Tag zu legen. Sie sind daher versucht, Ihr Vorhaben in Worte zu fassen wie „Ich möchte endlich kei- nen schlechten Charakter mehr haben.“ oder „Ich nehme mir vor, in diesem Semester in kei- nem Fach durchzufallen.“ Sie werden aber feststellen, dass diese negativ formulierten Sätze genau das Gegenteil von dem bewirken, was Sie erreichen möchten, und dass es sehr viel ef- fektiver wäre zu sagen: „Ich möchte einen guten Charakter haben“ oder „Ich möchte in die- sem Semester in allen Fächern meine Prüfungen bestehen.“

Unser retikuläres System kann nämlich auch eine Einschränkung darstellen, was wir im Folgenden einmal genauer unter die Lupe nehmen wollen. Es nimmt alles, was wir ihm sagen, wörtlich. Sagt man ihm beispielsweise „Dieser Hund ist nicht böse“, so ist das, was es sich merkt „böse…“ und unser ganzes Nervensystem ist von nun an auf diese vermeintliche Bösar- tigkeit gepolt. Hätte man gesagt, „dieser Hund ist lieb“ (positive Formulierung), wären wir sofort beruhigt gewesen.

Mit der bewussten Formulierung eines Ziels aktivieren wir also, wie wir soeben gesehen haben, unser retikuläres System. Dies beginnt sofort, wie ein Detektor zu arbeiten, der unter den Elementen, die uns umgeben, das sucht und auswählt, das gemäß unserer Programmie- rung interessant für uns ist. Wenn Sie sagen „Ich will, dass meine Geldprobleme aufhören“, dann hört Ihr retikuläres System nur „Geldproblem, Geldproblem…“ und es wird Ihnen den ganzen Tag über Beweise dafür bringen, dass es sich wirklich um ein unangenehmes Problem handelt. Wenn Sie ihm hingegen sagen „Ich möchte die finanziellen Mittel finden, um bezah- len zu können“, so wird es Ihnen im Vorübergehen alle Möglichkeiten aufzeigen, die Sie zur Begleichung der jeweiligen Summe haben. Achten Sie daher stets auf die Worte und die Wendungen, die Sie in den Sätzen verwenden!

Seien Sie immer so konkret wie möglich

Wenn Sie Ihre Ziele zu Papier bringen, dann benennen Sie bitte auch die wichtigsten Verhaltensweisen, die Ihnen zeigen, dass Sie sie erreicht haben. Wenn Sie beispielsweise sa- gen „Ich möchte ein guter Chef sein“, dann kann dies vieles beinhalten. Angesichts dieses Zieles schreiben Sie bitte auf, was es für Sie heißt, „ein guter Chef“ zu sein. Beschreiben Sie dabei Verhaltensweisen. Hier einige Beispiele:

Geduldig und im Detail jede Aufgabe erklären, die ich einem Mitarbeiter an- vertraue.

44

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Meinen Mitarbeitern ganz klar sagen, welche Ergebnisse ich von ihnen bei der Er- ledigung bestimmter Aufgaben erwarte und zu welchem Datum sie fertig sein sol- len.

Zumindest mit Worten eine qualitativ hochwertige Arbeit anerkennen, die man mir abliefert.

Zurechtweisungen nur unter vier Augen.

Es gibt Menschen, die sich als Ziel setzen „Mehr Zeit mit der Familie verbringen“. Doch diese Aussage ist nicht präzise genug. Um ein echtes Ziel daraus zu machen, müsste man es so formulieren: „Ich werde alle meine Wochenenden mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen und keine Arbeit mit nach Hause nehmen.“ Oder aber „Ich werde mindes- tens einmal die Woche mit meinen Kindern ins Kino gehen.“

Oder nehmen wir an, Sie wollen mehr Sport treiben, um in Form zu bleiben. In diesem Fall könnten Sie Ihr Ziel ungefähr so formulieren:

Ich nehme mir täglich vor Arbeitsbeginn eine halbe Stunde Zeit, um im benachbarten Park joggen zu gehen.

Finden Sie Möglichkeiten, um Ihre Fortschritte in Richtung Ihres Ziels messen zu können

Es ist ganz wichtig, dass Sie äußere Indikatoren haben, die Sie als Nachweis für die Er- reichung Ihrer Ziele akzeptieren. Wenn Sie beispielsweise reich werden wollen, dann sollten Sie genau spezifizieren, ab welchem Geldbetrag, Einkommensniveau oder Privatbesitz Sie Ihr persönliches Reichtumsziel erreicht haben.

Ein anderes Beispiel: Es gibt viele Menschen, die von „beruflichem Erfolg“ träumen. Doch was bedeutet ein solches Ziel für Sie und was bedeutet es für jemand anderen?

In einem bestimmten Unternehmen angestellt sein?

Für eine bestimmte Klientel arbeiten?

Sein eigenes Unternehmen gründen?

In einem bestimmten Bereich den Ruf als Experte genießen?

Zum Rektor einer Universität ernannt werden?

Bei einem internationalen Wettbewerb gewinnen?

Ein Team von mehr als zehn fähigen Mitarbeitern leiten?

Es gibt zahlreiche Faktoren, an denen Sie Ihren „beruflichen Erfolg“ messen können. Wenn Sie sich die Mühe machen, Ihre eigenen Kriterien zu notieren, dann werden Sie wissen, was Sie tun müssen, um sich Ihrem Ziel anzunähern. Sie werden auch wissen, welchen Teil des Weges Sie zu welchem Zeitpunkt bereits zurückgelegt haben und wann Sie Ihr Ziel als

45

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

erreicht betrachten können. Da Sie es sind, der sich sein eigenes Ziel setzt, können nur Sie allein wissen, wann genau das der Fall ist. „Beruflicher Erfolg“ bedeutet wahrscheinlich für jeden etwas anderes. Doch ist das nicht vollkommen gleichgültig? Was zählt, ist, dass Sie ganz genau wissen, was es für Sie bedeutet.

Es gibt Menschen, deren Ziel lautet, sich „unablässig zu verbessern“, wofür es natur- gemäß keine Grenze nach oben gibt. Unserer Ansicht nach beinhaltet diese Formulierung kein Ziel, denn sie ist weder konkret noch präzise. Die Tatsache, dass man sich ständig weiterent- wickeln möchte, hindert jedoch nicht daran, sich präzise Ziele zu setzen, ganz im Gegenteil. Es bedeutet ganz einfach, dass Sie sich immer wieder weitere Ziele setzen, sobald Sie eines erreicht haben, und das immer wieder aufs Neue, bis ans Ende Ihrer Tage. Wenn Sie aber auf die Hilfe Ihres retikulären Systems zurückgreifen möchten, dann geben Sie ihm konkrete und messbare Anhaltspunkte.

Gehen Sie in die richtige Richtung?

Wir haben gesehen, wie hilfreich konkrete Kriterien als Maßstab dafür sind, ob Sie Ihr Ziel erreicht haben. Wir werden sehen, dass es ebenso wichtig ist, gewisse Markierungspunk- te zu setzen, an denen Sie erkennen, ob Sie in die richtige Richtung gehen.

Markierungspunkte in Form eines zeitlichen Rahmens sind dabei sicherlich ganz beson- ders hilfreich. Wenn es beispielsweise Ihr Ziel ist, Ihr eigenes Unternehmen innerhalb von zwei Jahren auf die Beine zu stellen, dann sollten Sie eine Reihe von Etappen mit genauen Zeitvorgaben vorsehen, an denen Sie das Voranschreiten Ihres Vorhabens messen können:

„Ich will bis Ende des ersten Halbjahres Kontakte hergestellt und eine Marktstudie durchgeführt haben, um die Art von Produkten oder Dienstleistungen zu definieren, die ich anbieten möchte. Bis Ende des Jahres will ich meine Geschäftspartner ausgewählt und das nötige Kapitel bzw. die notwendigen Kredite zusammen haben. Im dritten Halbjahr des Vor- habens möchte ich mindestens fünf Interessenten gefunden haben, die gewillt sind, bei mir im Wert von monatlich ca. …. zu bestellen.

Im vierten Halbjahr werde ich Geschäftsräume anmieten und dort die ersten Bestellun- gen entgegennehmen.“

Wenn Sie ein Universitätsstudium anstreben, dann könnten Sie dies so formulieren: „Zu dem und dem Datum möchte ich mit diesem Studium an der Universität beginnen…“ Markie- rungspunkte mit zeitlichem Bezug können folgendermaßen aussehen: „Alle Dokumente für jenes Datum bereit haben“, „jenen Geldbetrag am … auf der hohen Kante haben…“ Die klare Nennung eines Datums für die Realisierung ist ebenso wichtig wie das Ziel selbst. Wir alle kennen diese Versprechen, die niemals gehalten werden wie z.B. „Morgen höre ich mit dem Rauchen auf…“, denn ein „Morgen“ gibt es schließlich immer. Unser Geist funktioniert nun einmal so. Wenn wir uns Aufschub bis zu einem ungewissen Datum in der Zukunft ge- währen, dann wird es für unseren Geist immer „später“ sein und es wird uns niemals gelin- gen.

46

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Haben Sie wirklich Einfluss auf die Erreichung Ihrer Ziele?

Sicherlich gibt es eine ganze Menge Dinge, die Sie gerne erreichen würden. Beispiels- weise dass Ihr Partner endlich seine schlechten Gewohnheiten ablegt oder dass Ihr Chef we- niger autoritär oder willkürlich handelt. Glücklicherweise sind die Menschen so gestrickt, dass es schwierig ist, sie von außen zu verändern. Man könnte sogar sagen, dass es unter nor- malen Umständen unmöglich ist (mal abgesehen von Extrembedingungen) und dass sie sich nur verändern, wenn sie dazu auch bereit sind. Insofern hängt die Erreichung derartiger Ziele nicht von Ihnen ab – es steht nicht in Ihrer Macht.

Die Erfüllung des Wunsches „Meine Kinder sollen glücklich sein“, entzieht sich eben- falls Ihres Einflusses.

Sich glücklich zu fühlen, ist ein persönlicher und ganz subjektiver Zustand, der in kei- nem Fall von außen auferlegt werden kann. Damit verhält es sich ebenso wie mit der Sponta- neität. Die Aufforderung „Sei doch mal spontan!“ ist absolut paradox, denn „spontan seinheißt, aus einem eigenen Impuls heraus zu handeln, ohne dass man Sie darum bittet.

Der Fortschritt meines Landes“ oder „Der Fortschritt der Wissenschaft“ sind hehre Ziele, zu deren Erreichung Sie natürlich beitragen können, aber der Erfolg wird niemals allein von Ihnen abhängen. Sie sind für die Formulierung eines persönlichen Ziels daher denkbar ungeeignet. Insofern wird es notwendig sein, sich etwas genauer festzulegen und Ihren per- sönlichen Beitrag in dieser Hinsicht zu präzisieren. Um sicherzugehen, dass die Erreichung eines Ziels, das Sie sich setzen, tatsächlich in Ihrer Macht steht, sollten Sie sich vergewissern, dass es sich um etwas handelt, worauf Sie direkten Einfluss haben. Ansonsten sind unnötige Frustrationen vorprogrammiert.

Planen Sie die gesamte Gewinnstrategie, nicht aber jeden einzelnen „Spiel- zug“

Wenn ein Fußballteam auf ein anderes trifft, so arbeitet der Trainer im Vorfeld eine Spieltaktik aus. Er setzt die Stärken seiner Spieler gezielt ein und versucht, Schwachstellen zu schützen, je nachdem, wo die Stärken des Gegners liegen. Er kann aber keinesfalls jeden ein- zelnen Spielzug der gegnerischen Mannschaft auf dem Rasen voraussehen, denn es gibt in dieser Hinsicht einfach zu viele Faktoren, die sich seiner Kontrolle vollkommen entziehen.

So verhält es sich auch mit unseren Zielen - wir können nicht jede einzelne Handlung planen, die wir im Alltag unternehmen. Wenn wir abwarten, bis wir alle Faktoren unter Kon- trolle haben, kommen wir niemals zum Zug. Es reicht, ein klar formuliertes Ziel und eine Ge- samtstrategie zu haben. Was den Rest angeht, so ergeben sich die Dinge Schritt für Schritt.

Es gibt Menschen mit klar definierten Zielen, die aber niemals aktiv werden, weil sie über die Phase des Planens nicht hinauskommen. Aus lauter Sorge, einen Fehler begehen zu können, versuchen sie, alles zu planen und sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Doch Hintergrund ist meist die Sorge, einen Fehler zu begehen. Meist kommt es dann gar nicht zur Umsetzung, weil er ständig auf bessere Umstände und Voraussetzungen wartet, die aber nie- mals alle eintreten werden. Die Furcht, einen Fehler zu begehen, kann uns lähmen. Wenn Sie

47

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

sich selbst dabei ertappen, dass Sie aus lauter Furcht vor einem Fehler am liebsten „kneifen“ würden, so bedenken Sie bitte, dass „nichts tun“ der Schlimmste aller Fehler ist.

Andere wiederum setzen sich Ziele und rennen gleich blindlings darauf zu, ohne über eine Strategie nachzudenken, die sie an ihr Ziel führt. Damit kann man durchaus Erfolg ha- ben, weil man sich vielleicht richtig ins Zeug legt. Es kann aber auch sein, dass sich diese Menschen nur im Kreise drehen. Wie viel Zeit und Energie hätten sie gespart, wenn sie ge- zielter gehandelt hätten? Aus diesem Grunde ist es absolut notwendig, eine Strategie auszuar- beiten, ohne dabei aber jeden einzelnen Schritt planen zu wollen.

Wählen Sie Ziele in Übereinstimmung mit Ihren Werten

Wenn Ihre Ziele mit Ihren Prinzipien und Ihren Werten und jenen Ihres Umfelds über- einstimmen, können Sie nicht nur auf Ihren eigenen Beitrag zählen, sondern auch auf den Ihres Umfelds. Ein Unternehmen, das Arbeitsplätze schafft, um das Wohl seiner Mitarbeiter bemüht ist und mit dem auch noch der Besitzer zufrieden ist, wird sehr viel mehr Unterstüt- zung erfahren als ein Unternehmen, das lediglich für den Besitzer einträglich ist.

Ihre Ziele sind Ausdruck Ihrer Wünsche, unabhängig von Ihren gegenwär- tigen Möglichkeiten

Es gibt Menschen, denen erst bei der Formulierung ihrer eigenen Ziele Einschränkun- gen und Unzulänglichkeiten so richtig bewusst werden.

„Ich habe kein Studium, wie soll ich das dann schaffen? Ich habe doch nur Schulden, wo soll ich denn jetzt Geld herbekommen?“

Wenn Sie Ihren Zielen aber große Bedeutung beimessen, werden Sie Mittel und Wege finden, um sie es zu erreichen, auch wenn es Ihnen anfangs nahezu unmöglich erscheint. Würden Sie dabei nur von den Möglichkeiten und Mitteln ausgehen, die Ihnen in diesem Au- genblick zur Verfügung stehen, so hätten Sie möglicherweise einen Teil Ihrer Vorhaben gar nicht erst in Angriff genommen, die Sie aber in Ihrem Leben erfolgreich in die Tat umgesetzt haben.

Halten Sie an dem „Was“ fest, nicht aber an dem „Wie“

Wenn Sie auf ein Ziel hinarbeiten, müssen Sie das „Was“, das „Wann“, das „Wie“ und die „genauen Umständen“ festlegen.

Das „Was“ bezeichnet das, was Sie erreichen wollen.

Das „Wann“ bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem Sie das Ziel erreicht haben wollen. Wie wir gesehen haben, ist die zeitliche Vorgabe absolut wichtig, denn nur so können Sie ein- schätzen, ob Sie auch in dem Tempo vorankommen, das Sie sich vorgenommen haben. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist dies ein nützlicher Hinweis darauf, dass es in Ihrem Handlungs- plan möglicherweise etwas gibt, was Sie überdenken oder überarbeiten müssen.

48

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

So macht es beispielsweise einen großen Unterschied, ob Sie 10 Kilo innerhalb von sechs Wochen oder drei Jahren abnehmen wollen. Zudem ist es etwas ganz anderes, ob man Ihnen anbietet, ein Buch über das Werk des Bundespräsidenten bis zum Ende des Jahres oder innerhalb von fünf Jahren zu schreiben.

Das „Wie“ bezeichnet, mit welchen Methoden und Mitteln Sie Ihr Ziel erreichen wol- len. Und wenn wir Sie bitten, an dem „Was“ festzuhalten und nicht an dem „Wie“, dann liegt das daran, dass man zwischen dem Ziel, das es zu erreichen gilt, und der Strategie, mit der Sie dorthin gelangen, unbedingt ganz deutlich unterscheiden muss.

Stellen wir uns beispielsweise vor, Ihr Ziel sei die Gründung Ihres eigenen Unterneh- mens. Um die finanziellen Mittel zusammenzubekommen, planen Sie den Verkauf Ihres Hau- ses auf dem Land. Wochen und Monate vergehen, doch es findet sich kein Käufer für dieses Haus. Verzweifeln Sie nicht, weil Sie denken, es würde Ihnen niemals gelingen, das nötige Geld zusammenzukriegen. Das Ziel ist es, Ihr eigenes Geschäft aufzubauen, und nicht Ihr Haus zu verkaufen! Ändern Sie Ihre Strategie, nicht Ihr Ziel.

Sie werden mit Sicherheit ein anderes „Wie“ finden, während das „Was“ unverändert bleibt.

Es gibt Menschen, die ihr Ziel für unerreichbar halten, weil sie es auf dem von ihnen gewählten Weg nicht erreichen konnten. So beschließen sie, sich ein neues Ziel zu setzen, obwohl es eigentlich viel logischer wäre, sich eine neue Strategie zu suchen. Das „Wie“ kommt nach dem „Was“ erst an zweiter Stelle. Und unser Geist vermag sehr viel Erfindungs- reichtum zu beweisen, solange das Ziel klar und eindeutig formuliert ist.

Der orientalische Philosoph Idris Shah sagt uns in dieser Hinsicht:

Sobald du das Ziel kennst, das du verfolgst, kannst du dir die Mittel ausdenken. Das Ziel rechtfertigt nicht die Mittel, sondern liefert sie.“

Und was ist mit dem Faktor „die genauen Umstände“? Wenn Sie ungeachtet unserer Empfehlungen ein ganz allgemeines Ziel formuliert haben, so etwas in der Art wie „mehr Verständnis für den Standpunkt anderer haben“, müssen Sie zumindest präzisieren „mit wem“ und „unter welchen Umständen“. So können Sie die Formulierung Ihres Ziels beispielsweise ergänzen durch „gegenüber meinem heranwachsenden Sohn, wenn er mir von seinen Klas- senkameraden erzählt.“

Sie müssen nicht denken, die Formulierung eines kurzfristigen Ziels bringe Einschrän- kungen mit sich. Es wird ganz einfach nur ein Zwischenziel sein, das Sie Ihrem letztendlichen Ziel ein Stück näher bringt. Dabei ist es aber stets wichtig, konkrete Umstände und Menschen zu benennen. Wenn Sie Ihre Formulierung „offen“ lassen, ohne genau zu bezeichnen, für wen und unter welchen Umständen sie gelten soll, setzen Sie die Grenzen nicht eng genug, denn Sie können sich immer sagen: „Ich war heute nicht unbedingt sehr verständnisvoll mit den Menschen. Morgen werde ich es besser machen.“ Dann aber wissen Sie nie, ob es bei „den Menschen“ um Ihre Nachbarn im Haus, um Ihre Kollegen oder um Ihre Kunden ging. Sie werden eine gute Entschuldigung haben, warum Sie sich heute Ihrem Ziel nicht angenähert haben und sich sagen „Morgen vielleicht“.

49

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Ein „Morgen“, das es möglicherweise niemals geben wird. Denn wie heißt es doch so schön: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“

So machen Sie Ihre Ziele greifbarer

Das Problematische an unseren Lebenszielen ist, dass sie, sobald man sie einmal formu- liert hat, oftmals abstrakt bleiben oder wir sie nicht als zu uns gehörig sehen. Eine Reihe von Fragen hilft Ihnen dabei, sie etwas greifbarer zu machen. Sie können sie sich durchlesen und dann beantworten. Aber es wäre sicherlich effektiver, jemanden zu bitten, Ihnen diese Fragen zu stellen.

1) Was wollen Sie?

Antworten Sie, indem Sie Ihr Ziel mit einigen Worten beschreiben. Beispielsweise „Ich möchte ein Buch zum Thema Persönlichkeitsentwicklung veröffentlichen.“

2) Woher wissen Sie, dass Sie kurz vor der Erreichung Ihres Zieles stehen?

Als Antwort beschreiben Sie bitte die Zeichen und Hinweise, die Sie als Beweis für Ihre Annäherung an Ihr Ziel sehen. Ein Beispiel: „Ich werde einen Vertrag mit dem Verlagshaus über die Veröffentlichung meines Manuskripts unterzeichnen.“

3) Was werden Sie kurz vor der Erreichung konkret tun?

Antworten Sie, indem Sie die letzten Aktivitäten kurz vor Erreichung Ihres Ziels be- schreiben.

Ein Beispiel: „Ich werde dabei sein, die Korrekturfahnen der Druckerei durchzusehen.“

4) Wann, wo und mit wem wollen Sie dies erleben?

In dieser Antwort spielen sicher auch einige Elemente eine Rolle, die bereits bei der Formulierung eines Ziels als wesentliche Faktoren genannt wurden. Allerdings sollten Sie in Abhängigkeit dessen, was Sie erreichen wollen, noch mehr Details nennen.

Ein Beispiel: „Dieses Werk wird bis zum 1. September in Deutschland veröffentlich werden, und zwar von dem Verlag, mit dem ich einen Vertrag unterschrieben habe.“

5) Inwiefern wird sich dies auf Ihr Leben auswirken?

Mit der Beantwortung dieser Frage vergewissern Sie sich, ob Sie von der Erreichung des Zieles wirklich eine wünschenswerte Wirkung erwarten können. Man kann sich nur dann entsprechend um die Erreichung eines Ziels bemühen, wenn man sich über den zu erwarten- den Nutzen im Klaren ist.

Ein Beispiel: „Die Veröffentlichung meines Buches wird mir den Bekanntheitsgrad ge- ben, den ich für die Weiterentwicklung meiner beruflichen Tätigkeit benötige.“

50

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

6) Hätten Sie in irgendeiner Form auch Vorteile, wenn Sie das Ziel nicht erreichen würden?

Hier muss man aufpassen, nicht in eine recht verbreitete Falle zu tappen, denn häufig sieht man unbewusst einen psychologischen Nutzen darin, sein Ziel nicht zu erreichen oder die Realisierung auf unbestimmte Zeit zu verschieben (was auf dasselbe hinausläuft). Wir kennen Autoren, die seit Jahren an ein und demselben Manuskript arbeiten. Wenn man sie fragt, was sie zu veröffentlichen gedenken, dann antworten sie: „Kann ein Menschenleben ausreichen, um so bedeutsames Werk zu vollenden?“

Erst wenn wir erkennen, dass es derartige „sekundären“ Nutzen gibt, können wir uns die dahinter stehenden Mechanismen bewusst machen und verhindern, dass wir uns auf diese „Hinhaltestrategie“ einlassen.

Ein Beispiel: „Wenn ich mein Werk nicht veröffentliche, dann vermeide ich, dass je- mand den Inhalt beurteilt.“ Oder auch: „Wenn ich mich im letzten Augenblick mit meinem Herausgeber in die Haare bekomme, so gäbe es einen Skandal und ich könnte darauf auf- merksam machen, wie sehr Autoren derzeit ausgebeutet werden.“

7) Was benötigen Sie für die Erreichung Ihres Zieles?

Hier geht es um die Mittel, die für die Realisierung eines Zieles notwendig sind. Bei al- lem, was wir tun, setzen wir finanzielle, materielle und menschliche Mittel ein. Hinzufügen kann man noch die Faktoren Zeit und Fachwissen. Um dieses Buch zu schreiben, benötigt man mit Sicherheit Zeit und vielleicht auch ein Textverarbeitungsprogramm. Ist das vorge- schlagene Datum vereinbar mit meinem Aufwand und mit der Zeit, die mir zur Verfügung steht?

8) Was ist der erste Schritt, den Sie jetzt tun können?

Sich ein Ziel setzen und einen Aktionsplan auszuarbeiten, mit dem man es erreichen kann, ist eine wichtige Voraussetzung für die die Effizienz. Doch dieses wunderbare Doku- ment kann natürlich in irgendeiner Schublade in Vergessenheit geraten. Wie viele Schlacht- pläne, Unternehmensgründungen oder Umbauarbeiten sind bereits im Stadium der Planung stecken geblieben, ganz einfach, weil der Urheber des Plans sich nicht zur Durchführung ent- schließen konnte?

Sobald Sie sich konkrete Gedanken über ein Ziel machen, sollten Sie daher den ersten Schritt, die erste konkrete Handlung genau definieren, die Sie durchführen müssen und diese in Ihr Logbuch eintragen.

Übung: Schreiben Sie Ihre Ziele auf

Nehmen Sie Ihr Logbuch zur Hand und lesen Sie sich noch einmal durch, was Sie bei der Übung „Grenzenlos fantasieren“ geschrieben haben. Jetzt geht es darum, Ihre Träume in Ziele zu verwandeln und sich dabei an die Empfehlungen zu halten, die wir Ihnen gegeben haben.

51

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Dabei kann es sich um kurz-, mittel- oder langfristige Ziele handeln. Begnügen Sie sich nicht damit, nur darüber nachzudenken. Es ist ganz wichtig, sie schriftlich festzuhalten, um sie zu analysieren und später erneut darauf zurückkommen zu können. Es kann sein, dass kleinere Ziele in größeren, allgemeineren Zielen beinhaltet sind. Wenn man sie geschrieben vor sich sieht, fallen Ihnen derartige Wiederholungen sofort ins Auge.

Schreiben Sie immer nur ein einziges Ziel auf einmal auf. Formulieren Sie es so detail- liert und präzise wie möglich und vergessen Sie nicht, sich Fristen zu setzen.

Nachdem Sie ein Ziel formuliert haben, schreiben Sie bitte auf, was Sie noch heute tun werden, um sich dem Ziel anzunähern. Erinnern Sie sich: „Auch eine Reise von tausend Mei- len beginnt mit dem ersten Schritt…“ Legen Sie dann die Etappe der kommenden Woche und der darauffolgenden Woche schriftlich fest. Beschränken Sie sich auf das, was Sie wirklich tun wollen oder können. Stellen Sie sich die Ergebnisse vor, die Sie bei jedem Schritt errei- chen werden. Denken Sie daran, dass Sie dafür messbare oder beobachtbare Kriterien heran- ziehen müssen.

Wenn Sie Ihr Logbuch nicht zur Hand haben, dann notieren Sie hier Ihr größtes Ziel:

Beantworten Sie dann bitte die sieben folgenden Fragen:

1. Was wollen Sie?

2. Woher wissen Sie, dass Sie kurz vor der Erreichung Ihres Zieles stehen?

3. Was werden Sie kurz vor der Erreichung konkret tun?

4. Wann, wo und mit wem wollen Sie dies erleben?

5. Inwiefern wird sich dies auf Ihr Leben auswirken?

6. Hätten Sie in irgendeiner Form auch Vorteile, wenn Sie das Ziel nicht erreichen würden?

7. Was benötigen Sie für die Erreichung Ihres Zieles?

8. Was ist der erste Schritt, den Sie jetzt tun können?

52

So erreichen Sie Ihre Ziele

So erreichen Sie Ihre Ziele

Schlusswort

Ein Problem ist stets eine Chance, weil Sie daran wachsen können

Wir kommen nun zum Ende dieses Ratgebers. Sie hatten die Gelegenheit, sich unter den verschiedensten Gesichtspunkten Gedanken über die die einzelnen Schwierigkeiten Ihres Le- bens zu machen und wir hoffen, dass wir Ihnen dabei geholfen haben, Ihr ganzes Potenzial zu entdecken. Ihr Logbuch hat sich nach und nach mit Notizen und Beobachtungen über Sie selbst und über Ihr Umfeld gefüllt. Sie haben verstanden, dass Sie Hilfe in erster Linie von sich selbst erwarten können. Warten Sie nicht mehr darauf, dass andere etwas für Sie tun – handeln Sie selbst!

Gemeinsam haben wir gesehen, dass Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen, wenn die Dinge nach Ihren Vorstellungen laufen und Sie motiviert daran arbeiten, Pläne zu schmieden und Ihre Ergebnisse zu verbessern. Zumindest profitieren Sie von der Ruhe und Gelassenheit, die Ihnen die Tatsache ermöglicht, dass Sie Ihre Situation bestens im Griff haben. In diesen Zei- ten fordern Sie weniger von sich und Ihre Fähigkeiten stellen sich auf dieses Anforderungsni- veau ein.

Es gibt Menschen, die es gewohnt sind, stets „alles“ zu geben und die sich langweilen, wenn es mal bei der Arbeit, in der Liebe oder auch im gesellschaftlichen Leben sehr ruhig zugeht. Sie haben in solchen Zeiten das Gefühl, ihr Potenzial zu verschwenden.

Einige Menschen laufen zur Bestform auf, wenn sie die Erfahrung machen, dass sich ih- re Lebensumstände beispielsweise durch einen Umzug ins Ausland radikal verändern. Die Tatsache, dass man selbst die elementarsten Alltagsdinge neu herausfinden muss, vermittelt ihnen den Eindruck, innerhalb von wenigen Tagen intensiver zu leben als ihr gesamtes bishe- riges Leben lang.

Auch Probleme können ähnlich motivierend wirken, denn sie konfrontieren uns mit Si- tuationen, in denen wir jede Menge Kreativität, Vorstellungsvermögen, Engagement und Er- findungsreichtum bei der Suche nach Alternativen beweisen müssen.

Wenn wir ein Problem in unserem Leben nicht in den Griff bekommen, müssen wir uns eingestehen, dass unsere bisherige Herangehensweise an die Sache nicht effektiv war und dass es noch andere Ansätze geben muss. Diese Erkenntnis ist ein ganz wesentlicher Schritt, da er uns neue Wege eröffnet.

Wenn Sie einen Psychotherapeuten aufsuchen, dann heißt das, dass