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Ein Naturreservat im Süden

Frankreichs

Wir befinden uns im


“Département de
l’Aude” in der Region
Languedoc-Roussillon.
Dieses “Département”
trägt seinen stolzen
Name durch den Fluss,
der es durchläuft.
Dieser Küstenfluss
entspringt in den
“Pyrénées Orientales”
in der Gemeinde
Angles in 2 185m Höhe
und fließt in “Grau de
Vendres” bei Narbonne ins Mittelmeer. Hauptort dieses malerischen
“Départements” ist die wohl gut bekannte Festungsstadt Carcassonne.

Hier befindet sich, 15km südlich von Narbonne, das so genannte “Oeuil de
Ca”: mehrere zu einem See umfunktionierte Salzgewinnungsbecken. Diese
vom Menschen verschonte Natur, sehr reich an Fauna und Flora, galt es in
den achtziger Jahren zu bewahren.

Etwas Geschichte vorweg

Im Jahre 1963 wurde eine interministerielle Mission gegründet, die Mission


Racine, die den Namen ihres Präsidenten trug. Diese hatte zur Aufgabe,
die 240 km lange Küste, von der Rhone-Mündung bis zur spanischen
Grenze in Süd-Frankreich, zu revalorisieren, sozusagen Fauna, Flora und
Tourismus in Einklang zu bringen.

Im Jahre 1972 wurde


grünes Licht für die
Realisierung eines
Naturparks gegeben,
der in seiner Art in
Europa einzigartig sein
soll. Oberste Priorität
soll das Erforschen und
das Züchten von
Tieren, vor allem afrikanischer Herkunft, sein, um somit vom Aussterben
bedrohten Arten eine neue Chance zu geben, sich in ihrem natürlichen
Umfeld zu entwickeln.

Auf die Initiativen zweier Männer, Paul de La Panouse und Daniel de


Monfreid, hin, kann die “Réserve naturelle de Siegean” am 8. April 1974
dem Publikum seine Tore öffnen.

Der Naturpark heute

Über die Jahre hinweg


konnte sich die
“Réserve naturelle”
stetig vergrößern und
ist mit seiner immer
größeren Artenvielfalt
in ein europäisches
Zuchtprogramm
integriert, die E.E.P. So
wurden auch nicht
afrikanische Arten
angesiedelt wie der
Tibetische Bär, der
durch sein schwarzes
Fell mit seinem weißen V auf der Brust auffällt und auch vom Aussterben
bedroht ist.

Ein Schlüsselpunkt, damit die einzelnen Tierarten sich in dem Naturpark


entfalten können, ist ihre Anpassungsfähigkeit an das Klima des
Languedoc: ein im Sommer sonniges und im Winter mildes Klima.

Es wird geschätzt, dass


etwa 900 Säugetiere,
600 Reptilien und 2000
Vögel hier leben. Eine
genaue Bezifferung
(Inventar) ist jedoch
eine Sache der
Unmöglichkeit.

Von den Zugvögeln


wird der Naturpark
alljährlich gerne als
Rastplatz genutzt, was
die enorme
Artenvielfalt an Zugvögeln beweist. Aber auch heimische Vögel haben sich
hier in großen Scharen angesiedelt.

Eine absolute Priorität wird der Forschung gewidmet. Dieses Erforschen


der vorhandenen Tierarten dient in erster Linie dazu, das Terrain
bestmöglich an die einzelnen Tiere zu adaptieren, um die Tiere auf diesem
Wege so nah wie möglich in ihrer heimischen Naturkulisse leben zu lassen.

Für den Touristen ein echter Augenschmaus

Wer in der Region


Languedoc – Roussillon
seine Ferien verbringt,
kommt quasi an einem
Besuch in der „Réserve
Naturelle de Sigean“
nicht vorbei.

Die mehrspurige
Einfahrt zum Park, der
auf der Straße als
„Réserve Africaine“
ausgeschildert ist, lässt
die Größe der Anlage
nur erahnen. Das
Durchqueren der Kasse erledigt man im Auto sitzend, denn die erste
Hälfte des Parkareals besucht man im Auto.

Hier beginnt eine wirklich aufregende Safarifahrt durch die „Brousse


Africaine, die Savanne, das Territorium der Bären oder der Löwen. Sind Sie
schon mal in Mitten einer Büffel- oder Gnuherde hindurch gefahren?
Mussten Sie schon einmal einer Nashorn- oder Straußenfamilie die
Vorfahrt abtreten? Hier können Sie dies alles erleben. So nah wie hier sind
Sie bestimmt noch keinem Bären oder Löwen begegnet.

Wer sich jetzt um das


heilige Blech seines
Autos Sorgen macht,
der sei beruhigt. Es
gibt klare
Sicherheitsregeln und
die werden Ihnen beim
Betreten oder besser
gesagt Befahren des
Parks gründlich erklärt.
An manchen Stellen ist es verboten stehen zu bleiben, wie bei den Bären
oder Löwen. Hier sind permanent extra Posten mit Rangern positioniert.
Es ist generell verboten, die Fenster des Autos offen zu halten. Wenn man
irgendwelche Hilfe benötigen sollte, so sollte man das Fahrzeug nicht
verlassen, sondern durch Hupzeichen einen Ranger alarmieren. Die findet
man wirklich überall. Die Tiere im Park sind an die Autos gewöhnt und
interessieren sich nicht für diese.

Die dreistesten
Bewohner des Parks
sind aber ohne Zweifel
die Strauße, diese
können sich schon mal
für einen Außenspiegel
interessieren. Wenn
man da mit
Schritttempo
weiterfährt, hat sich
dieses Interesse aber
auch schon schnell
erledigt. Zu Schaden
kommt auch hier
nichts.

Hat man den Parcours mit dem Fahrzeug abgeschlossen, kommt man auf
diverse Parkplätze, wo auch die Möglichkeit gegeben ist zu picknicken.
Oder man geht Richtung Fuß-Tour, wo man zuerst an den Sanitäranlagen
vorbei kommt sowie dem Restaurant mit Selbstbedienung. Im Restaurant
kriegt man gepflegt und gut zu Essen. Jedoch sollte man hier zeitig am
Ball sein, da seine sehr groß erscheinenden Sitzmöglichkeiten doch dem
Andrang nicht immer gerecht werden. Für Familien mit Kindern empfiehlt
sich hier, schon zeitig morgens mit der Parkvisite anzufangen und somit
auch zeitig zum Mittagessen zu kommen oder von der Picknickmöglichkeit
zu profitieren, was unter der knallenden Sonne Süd-Frankreichs jedoch
nicht immer
Jedermanns Sache ist.

Auf dem Fußweg durch


den Park kann man
unzählige Tierarten
erleben: Elefanten,
Giraffen, Affen,
Krokodile,
Stachelschweine und
Zebras sind nur ein kleiner Teil. Den obligatorischen Streichelzoo mit
kleinen Geißlein gibt es natürlich auch. Wer keine Angst vor Reptilien aller
Art hat, kann ruhig durch das Vivarium streifen, aber keine Angst: die
Reptilien befinden sich alle hinter Schutzwänden.

Ein absoluter
Augenschmaus ist
jedoch der See. Soviel
Vogelarten sieht man
doch äußerst selten auf
einen Schlag. Der Kauf
eines Begleitbuchs
empfiehlt sich. Hier
findet man alle
Informationen über den
Park und seine
Bewohner. Interessant
ist es auch, seine Visite
nach den Futterzeiten
der Tiere zu richten. Dies beschert auch vielerorts unvergessliche
Eindrücke.

Die meisten Wege sind für Rollstuhl oder Kinderwagen geeignet. Man
kommt mit der Kutsche oder einem Rollstuhl fast überall hin, muss jedoch
in Kauf nehmen, dass man an manchen Orten keinen kompletten
Rundgang abschließen kann, sondern über einen anderen Weg zu der
gewünschten Stelle hinkommt.

Die „Réserve naturelle de Sigean“ ist jedoch nicht nur was für
Tierliebhaber, sondern auch was für Florainteressierte. Um es den Tieren
so artgerecht wie möglich zu gestalten, wird auch sehr auf die richtigen
Pflanzen gesetzt, über die man auch eine ganz Menge an Informationen
erhält.

Ein Besuch lohnt sich immer

Die „Réserve Africaine“


ist das ganze Jahr über
geöffnet. Wenn Sie in
den Sommerferien dort
vorbei schauen
möchten, so müssen
Sie mit einem hohen
Andrang an Besuchern rechnen. Ich für meinen Teil empfehle einen
Besuch im Frühling.

Die Eintrittspreise für das Jahr 2008 liegen bei 24€ für Erwachsene und bei
19€ für Kinder von 4 bis 14 Jahre. Dieser Preis lohnt sich sicherlich. Auf
jeden Fall sollte man einen ganzen Tag zum Besuch der Parks einrechnen
und auch vielleicht nicht erwarten bei seinem ersten Besuch alles im
Detail erkunden zu können.

Erreichen kann man das Naturreservat über die Autobahn A6. Wenn Sie
aus Richtung Perpignan kommen, so nehmen Sie die Ausfahrt 39 in
Richtung Sigean und dann auf „départementale“ 6009 in Richtung
Narbonne. Kommen Sie auf der A6 aus Richtung Montpellier oder
Toulouse, dann verlassen sie die Autobahn in Narbonne-Süd (Ausfahrt 38),
dann folgen Sie der „départementale“ 6009 in Richtung Sigean/Perpignan.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite
http://www.reserveafricainesigean.fr/

Mike Schumacher / Nocher-Route.