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Anna Victoria Zoe Geller

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Anna Victoria Zoe Geller
Samtene Stimmen
Vorwort
„Was ist das?“ Naomi zögerte. Sie konnte sich an nichts mehr
erinnern. „Keine Ahnung, irgendein Tier. Komm schon, lass
uns rein gehen.“
„Aber...“ Sie konnte sich nicht rühren, stand nur da, die Arme
fest um den Körper geschlungen und mit den Zähnen klap-
pernd während sich ihre kleine Schwester gerade anschickte,
in einem fremden unheimlichen Gebäude zu verschwinden.
„Mandy, komm sofort zurück!“ Sie schloss die Augen und war-
tete. Nichts. Die Minuten vergingen, es wurde immer dunkler.
Mit der Dunkelheit kam auch die Kälte. Sie wusste nicht, wie
lange sie so da stand. Ein Schrei ließ sie hochfahren. „Mandy!
Mandy, lauf!“ Naomi rannte an die riesige Tür der alten Eisvil-
la und trommelte mit beiden Fäusten dagegen. Das Schreien
wurde immer lauter, bis es plötzlich verstummte. „Verdammte
Scheiße.“ Sie torkelte bis zum See und beobachtete ihr Spie-
gelbild. Die Vierzehnjährige sank in sich zusammen, zog die
Knie bis zum Kinn und vergrub das Gesicht in den Handflä-
chen. „Mandy!“ Sie flüsterte es fast. Warum hatte sie nicht auf
sie gehört! Sie war fünf Jahre älter und trug bei gemeinsamen
Spaziergängen die Verantwortung. Wie konnte sie es zulassen,
ihr Ein und Alles einfach gehen zu lassen!
Sie musste es noch einmal versuchen. Durch den Tränenschlei-
er konnte sie kaum etwas sehen. Es dauerte eine Weile bis sie
die wenigen Meter gelaufen war.
Diesmal ließ sich die Tür problemlos öffnen.
Kapitel 1
Der See lag bedrohlich vor ihnen. Dunkel spiegelte sich der Eiswald darin
wieder und ließ den letzten Schnee der Tannen in der Abenddämme-
rung glitzern. Niemand wagte, zu atmen. Schweigend zog Fina mit der
Schuhspitze Kreise in den Sand. „Und jetzt?“ Warnend legte Fina Tessa
den Zeigefinger auf die Lippen. „Schschscht“, wisperte sie und schloss
die Augen. Langsam bewegte sie sich auf die Villa gegenüber dem See
zu. Irgendeine Stimme, leise, aber deutlich und eindringlich, lockte sie
näher. Tessa wollte schreien, sie wollte rufen und Fina bitten, nicht hin-
einzugehen. Aber ihre Lippen waren wie miteinander verbunden. Bevor
sie losrennen konnte, war ihre Freundin bereits in den unheimlichen Ge-
mäuern verschwunden. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, sprang
sie ihr nach. Es dauerte nur wenige Augenblicke und die Dunkelheit hatte
sie verschluckt.

„Bitte, beruhigen sie sich!“ Eindringlich redete Kommissar Mandt auf die
Frau ein und versuchte, sie zu beruhigen. „Meine Tochter…meine arme
kleine Fina!“ Perplex griff Frau Schacht nach einem kleinen Handtuch
und trocknete ihre Tränen. Herr Schacht saß neben ihr und streichelte
unbeholfen ihren Rücken. „Wir haben unsere besten Männer beauftragt,
Fina zu suchen. Machen sie sich keine Sorgen.“
„Meine Tochter ist jetzt schon über zwei Tage weg. Was wenn…“ Der
Rest des Satzes wurde von lautem Schluchzen verschluckt. „Warum habe
ich sie auch in diesen Wald laufen lassen. Das ist alles meine Schuld!“
Diese Worte hatte Mandt in den letzten Wochen mehrmals zu hören be-
kommen. Es beunruhigte ihn, das in den letzten dreieinhalb Wochen so
viele Fälle von verschwundenen Kindern eingegangen waren. Doch das
konnte er dieser sowieso schon völlig aufgelösten Frau nicht auch noch
zumuten. Stattdessen sagte er: „Ich werde sie sofort informieren, wenn
wir neues wissen sollten. Ich würde vorschlagen, sie gehen jetzt erst ein-
mal schlafen, es ist schließlich schon spät. Morgen früh gegen neun werde
ich wiederkommen.“ Mit einem freundlichen Nicken verabschiedete sich
der dicke Kommissar und stieg schwerfällig in seinen silbernen Audi ein.
Da es schon nach elf Uhr abends war, hatte er sich mit seinem privaten
Wagen auf den Weg zu den Schachts gemacht. Er wusste, wie schlimm
es war, wenn die Tochter verschwand, deswegen machte ihm der Um-
stand nichts aus. Außerdem wurden ihm immer solche Aufgaben auf-
gebrummt. Die meisten auf der Dienststelle fanden nämlich, dass Herr
Mandt besonders gut mit verstörten oder traurigen Menschen umgehen
konnte. Müde fuhr er nach Hause, sodass der Schotter nur so spritzte.

Kerstins Atem ging schnell und ungleichmäßig. Sie ballte die Hände zu
Fäusten. Warum nur war Fina abgehauen? Warum würde ihre Schwester
vielleicht nie wiederkommen? Ärgerlich drückte sie beim Schreiben noch
fester auf, bis die Miene mit einem Knack! auseinanderbrach. Ihre Leh-
rerin, Frau Stoß, sah sie warnend an. In diesem Diktat würde Kerstin so-
wieso eine schlechte Note haben. Ohne Fina neben sich, die sie verblüffte
mit ihrer beschwingten, fröhlichen Art, konnte sie kein gutes schreiben.
Ihr Endschluss stand fest: Gleich heute Mittag nach der Schule würde sie
sich auf den Weg machen.

Fina schnaufte. Wo war Tessa? War sie ihr nicht nachgelaufen? Eigentlich
war sie ja froh, dass sich Tessa anscheinend nicht getraut hatte ihr zu fol-
gen, aber irgendwie fühlte sie sich gerade so verlassen und hilflos, dass sie
sich ihre Freundin mehr als je zuvor herbeiwünschte. Sie rüttelte so fest
sie konnte an der schweren Holztür und versuchte mit letzter Kraft, die
goldenen Griffe auseinander zu ziehen. Nichts half, kein Fluchen, kein
Rütteln, kein Schütteln, kein Drehen, kein Hoch- und kein Herunterzie-
hen. Verzweifelt ließ sie sich auf den kalten Steinboden sinken und ver-
schränkte die Arme vor der Brust; ein leichter Wind ließ sie frösteln. Fina
schloss fest die Augen und stellte sich vor, sie würde in ihrem Zimmer
sitzen, auf dem weichen, grünen Teppich, so fest, dass es wehtat. Plötzlich
spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter; sie war kalt und besaß schlan-
ke, lange Finger. Ein warmer Atem stob ihr ins Gesicht und Fina musste
unwillkürlich die Augen öffnen. Der Vorraum war in Nebel gehüllt und
sie hörte die Stimme in ihrem linken Ohr, leise, aber deutlich, die sie
vor wenigen Tagen bereits draußen gehört hatte. Die Finger strichen ihr
übers Gesicht, doch Fina schloss schnell wieder die Augen, aus Angst, zu
sehen, wer sie da mit dieser weichen Samtstimme hergelockt hatte und
nun nicht mehr gehen ließ. Fina hielt sich die Ohren zu, sie wollte diese
Stimme nicht mehr hören, genauso wenig wollte sie wissen, wem sie ge-
hörte und als die Finger ihr übers lange schwarze Haar fuhren, hätte sie
sie am liebsten abgeschüttelt. Wenn sie nur den Mut dazu gehabt hätte!
Vielleicht wäre dann alles ganz anders gekommen. Stattdessen saß sie nur
da, die Beine stark angewinkelt und hoffte, dass das alles nur ein böser
Traum war, aus dem sie jeden Augenblick erwachen würde.

Kommissar Mandt hatte schon vieles erlebt, doch so ein Fall wie dieser
war ihm in den letzten dreiunddreißig Dienstjahren auf der Polizeiwa-
che nicht untergekommen. Er wusste noch nicht einmal mehr, wie viele
Kinder verschwunden waren – fünf oder sechs? Oder sogar noch mehr?
Die Schachts bereiteten ihm momentan die größten Sorgen, besonders
die Mutter der kleinen Fina machte ihn noch verrückt. Andere hätten
wahrscheinlich abgewinkt und versucht, den Fall möglichst schnell zu
lösen. Das wollte Mandt natürlich auch, er versetzte sich nur zu sehr in
die Gefühlslage der Betroffenen hinein und fühlte viel zu stark mit ihnen
mit. Das war jedes Mal so, nur diese Jill Schacht war einfach sensibler als
viele andere besorgte Mütter und er versuchte, so viel wie möglich bei ihr
zu sein und ihr Beistand zu leisten. Schließlich wollte er helfen, wo er nur
konnte und gleichzeitig die verschwundenen Kinder finden – hoffentlich
nicht zu spät…
Kommissar Mandt wischte sich den Mund mit einer Serviette ab und
streifte sich seinen dunkelblauen Dienstmantel über. Gleich jetzt wollte
er zu den Schachts fahren und sie über den neuesten Stand der Dinge in-
formieren – auch wenn es nicht sonderlich viel zu erzählen gab. Es hatte
sich noch nichts geändert. Keines der Kinder war gefunden worden, ei-
nen Anhaltspunkt gab es nicht. Er würde zu jeder Familie fahren und die
Eltern der vermissten Kinder befragen – so bekam er vielleicht irgendei-
nen Hinweis, einen Tipp, damit er und seine Kollegen und Kolleginnen
wenigstens wussten, wo sie suchen mussten…

Kerstin wusste natürlich nicht, wo Fina sich gerade aufhielt, sie konnte es
nur vermuten: Tessa hatte Fina an diesem Morgen zur Schule mitgenom-
men; sie selbst hatte die erste Stunde frei gehabt. Liefen Kerstin und Fina
zusammen, gingen sie meist unten am Bach entlang und dann weiter mit-
ten durchs Dorf bis an die Schule. So gingen sie dann auch wieder nach
Hause. Tessa lief lieber den Weg durch den Eiswald, vorbei am Eissee und
der Villa, die seit Jahrzehnten leerstand. Sie konnte sich also eigentlich
nur dort aufhalten. Ein Restzweifel blieb jedoch zurück, schließlich war
sie nicht dabei gewesen. Hoffentlich würde sie nicht zu spät kommen…
Der Gedanke daran ließ Kerstin schaudern und sie rannte noch schneller
den steinigen Feldweg entlang, vorbei an hohen Buchen und Linden, zwi-
schen die sich immer mehr Kiefern und Tannen mischten – der Eiswald
begann. Der Weg ging langsam in eine Art lehmigen Sand über, auf dem
sie beinahe ausrutschte. Kerstin sprang über umgefallene Baumstämme,
überquerte die wacklige Holzbrücke, die über den Lindenbach hinüber
ragte, und versuchte, noch schneller über den immer feuchteren Boden
zu rennen. Sie schnitt sich die Waden, die Hände, die Arme und das Ge-
sicht an spitzen Dornbüschen auf, lief quer durch hohe Brennnesselfel-
der und ihr Haar verfing sich in hohen Sträuchern – das alles nur einer
Schwester wegen, die selbst Schuld daran war, verschwunden zu sein.
Kerstin krempelte die Ärmel ihrer Bluse hoch – sie waren zerfetzt und ein
wenig blutig –und kämpfte sich durch den letzten Dornbusch. Endlich
stand sie auf der Lichtung.
Lesen sie jetzt wie es weiter geht

Anna Victoria Zoe Geller


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