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LESEPROBE

Abscjehteznt baulsch im
Taandel erhältlich
H
Anna Victoria Reyes Dlugosch
Nachtschatten
Prolog

Ich rannte. So schnell ich nur konnte. Rette sie, dachte ich, ret-
te Mandy! Meine zweijährige Schwester lag friedlich schlafend
in meinen Armen während, ich nur noch rannte. Ab und zu
stahl sich eine einzelne Träne in meine Augenwinkel, wenn ich
an das Feuer und das Geschrei hinter mir dachte. Wenn ich
an Mom und Dad dachte. Der Wald teilte sich und ich stock-
te. Vor mir lag ein Irrgarten, so groß, dass ich das Ende nicht
erkannte. Nur Hunderte riesiger Maiskolben, die sich vor mir
auftürmten. Sie bildeten einen Weg, der sich plötzlich in zwei
Richtungen spaltete und kleinere Sackgassen beherbergte.
„Nein.“ Flüsterte ich. Wie sollte ich da durch-kommen!?Ich
brach auf der Stelle zusammen und fing an zu schluchzen. Das
konnte einfach nicht wahr sein!
„Oh, nein. Nein, nein, nein, nein, nein!“ Wütend ging ich ein
Paar Male auf der Stelle auf und ab. Ich musste da durch. Also
zog ich Mandy fest an mich heran und rannte weiter. Es gab
kein zurück mehr, uns verfolgten die Vampire.
Jagd
Ich wachte auf. Müde und verschlafen stand ich auf und stellte sofort
fest, dass mein Magen knurrte. Mandy schlief noch, also beschloss ich,
nach unseren Vorräten zu sehen. Es sah nicht gut aus, wir hatten kein
Wasser mehr und unser getrocknetes Fleisch wurde auch schon knapp.
Ich ging auf meine Schwester zu und rüttelte sanft an ihrer Schulter. „Ich
gehe Wasser holen.“ Flüsterte ich und schubste unsere fette Katze von der
Couch. Wir hatten sie gefunden, als wir hierher geflüchtet waren. Ihre Be-
sitzer waren offenbar Opfer der Vampire geworden und Mandy hatte mir
verboten, sie auszusetzen. Sie hieß Tiger und liebte getrocknetes Fleisch
über alles. Mein Rücken schmerzte. „Verdammt, Rose, Du wirst langsam
alt.“ Fluchte ich. Unsinn dachte ich.
Du bist sechzehn nicht sechzig. Ich musste ein wenig in unseren Vorräten
kramen, bis ich endlich eine leere Flasche gefunden hatte, und schlich
dann aus unserer Höhle. Meinen Körper rieb ich mit Melisse ein, damit
mein Geruch uns nicht an den Feind verriet. Die Höhlengegend befand
sich hinter einem riesigen Maisfeld und wir taten, was wir konnten, um
so viel Mais wie möglich stehlen zu können. Langsam und vorsichtig ging
ich die Höhle hinaus, sorgsam darauf bedacht, keine Spuren zu hinterlas-
sen. Ich stürzte in ein Gebüsch und schlug mich von den Höhlen bis hin
zum Maisfeld entlang durch. Am Fluss, der in der Mitte des Waldes lag, in
dem ich mich jetzt befand, kniete ich mich hin. Während ich den Deckel
der leeren Wasserflasche aufdrehte, horchte ich auf. Doch das Einzige,
was ich hörte, war das leise blubbern der Flasche, dessen Inhalt sich mit
Wasser zu füllen begann. Ein Vogel schrie kurz auf und flog aus den Ästen
der Bäume. Ich zuckte zusammen und blickte mich nach ihm um. Er war
nicht schwarz, stellte ich erleichtert fest, sondern braun, also konnte er
kein verwandelter Black Perl sein. Zitternd, wie immer wenn ich unsere
Höhle verließ, schloss ich hastig die volle Flasche zu und zog sie aus dem
kühlen Wasser des Flusses, dass mein langärmliges Hemd umspielte und
dessen Saum nass machte. Ein Paar Schritte lang sickerte Erleichterung
durch meinen Körper, doch dann hörte ich das Rascheln. Ich fuhr augen-
blicklich herum und zückte das Messer, das an meinem Gürtel befestigt
war.
„Wer ist da.“ Keuchte ich. Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Es raschelte erneut, diesmal viel näher als zuvor. So schnell rannte kein
Mensch!
„Scheiße …“ Mein Fluchen war kaum ein Flüstern, dennoch wusste ich,
dass er mich verfolgen würde. Dann achtete ich nicht mehr darauf, leise
zu sein, sondern rannte um mein Leben. Durch Büsche und an hohen
Bäumen vorbei, bis ich die schnellen Schritte hinter mir hörte, die sich
mir in rasender Geschwindigkeit näherten. Die Gegend war ein wenig
sumpfig und der aufgeweichte Boden unter meinen Füßen machte mir
das laufen schwer. Vor mir lag eine Weide und selbst ich konnte den wi-
derlichen Geruch nach Efeu riechen, der sie umgab. Ich schlug meine
rechte Hand vor meinen Mund um den Ekel zu verdrängen und schmiss
mich mit voller Wucht durch die hängenden Ranken des Baumes. Es war
wie eine Schicht aus Wärme zu durchbrechen, denn die Blätter und Äste
ließen kaum den Wind hindurch. Bitte, bitte lass ihn mich nicht finden,
betete ich verzweifelt. Ich muss überleben, bitte. Ein Schatten ging an der
Weide entlang und ich hörte das Wesen aufstöhnen, als es ebenfalls den
Geruch wahrnahm.
Ich kauerte mich an den Stamm und schloss die Augen. Du darfst jetzt
nicht kotzen, Rose Fillmore! Dachte ich, weil mein Magen pausenlos
Sprünge machte und sich selbst das Atmen schlecht anfühlte. Also hielt
ich den Atem an. Knacks. Ich war auf einen Stock getreten. Ruckartig
öffnete ich die Augen und blickte direkt auf die Gestalt, die innehielt. Sie
drehte sich mir zu und kam näher. „Lass es bald vorbei sein.“ knurrte
ich, als hinter mir ein erschrockenes Kaninchen vorbeischnellte und in
Richtung des Vampires rannte. Als es die dünne Wand aus den hängen-
den Ranken der Weide durchbrach, hörte ich ein hohes kreischen und
sah wie der Schatten der Gestalt in Sekundenschnelle den kleinen Körper
des Kaninchen packte und zerdrückte. Ich wimmerte und als sich mein
Gesicht seltsam feucht anfühlte, merkte ich, dass ich weinte. Nicht aus
Angst, verwandelt oder gar getötet zu werden.
Sondern aus Wut, aus Wut an mir selbst, weil ich es vermasselt hatte. Weil
ich Mandy alleine lassen würde, weil ich sie wahrscheinlich an die dunkle
Familie verraten würde. Ärgerlich richtete ich mich auf. Ich wartete. Der
Vampir ließ das vor Blut tropfende Kaninchen fallen und ging wie als
würde er schweben, weiter. Seine Figur war schlank, aber muskulös und
flink. Er war ein Mann. Keine Red Bird, dachte ich erleichtert. Vielleicht
auch kein Dash Snake, sonst hätte er mich selbst durch das Efeu hindurch
riechen können. Als sein Schatten verschwand, schlich ich leise unter
die Weide hindurch, in Richtung Maisfeld. Ich hatte keine Zeit zu verlie-
ren, ich musste zu Mandy. Weit war es nicht mehr weit bis zu den hohen
Hügeln die uns dank des starken Geruchs nach Zitronenmelisse gegen
Vampire schützten. Schnell stahl ich mich durch das Maisfeld und trabte
ungeduldig und nervös zwischen den hohen Kolben hindurch.
Mit einem schlag stand einen halben Kilometer vor mir wieder die Ge-
stalt und rannte auf mich zu. Selbst aus dieser Entfernung schien ich das
bedrohliche Knurren wahrzunehmen. Links von mir war eine schmale
Abzweigung. Ich konnte noch unmöglich erkennen, ob sie in einer Sack-
gasse endete, aber das war es wert. Ohne zu zögern verschwand ich au-
genblicklich aus der Sicht des sich mir nähernden Räubers. Zaghaft be-
schleunigte ich meine Schritte und blieb nur drei Meter später schlitternd
stehen.
„Verdammt!“ Eine Sackgasse. Nervös und ungeschickt kam ich schließ-
lich vom Weg ab und rannte in das Maisfeld hinein. Mein Verfolger war
schneller als ich, sehr viel schneller. Kaum war ich hundert Meter gerannt,
warf er mich um. Ich landete hart auf der Erde. Der Vampir stürzte sich
auf mich und drehte mich um.
Mit letzter Kraft federte ich den Sturz ab und versuchte mich wieder
aufzurappeln. Vergeblich. Der Vampir packte mich am Fußknöchel und
zerrte mich zurück auf den Boden. Er zog mich unsanft zu sich hin und
ich fühlte verzweifelt wie sich sein Griff zu meiner Kehle nach oben arbei-
tete. Gegen seine Kraft, die der einer Python glich, hatte ich nicht die ge-
ringste Chance. Ich versuchte an das Messer, das nun wieder an meinem
Gürtel hing, zu gelangen, doch der Vampir nagelte mich bereits am Bo-
den fest. Ich hatte sein Gesicht noch nicht ge-sehen, wozu sollte ich wis-
sen wollen, wer mich umbrachte. Dass es ein Mann war, war schließlich
kein Geheimnis. Auch direkten Hautkontakt mied ich, denn selbst durch
meine Kleidung spürte ich die Kälte die er ausstrahlte. Ich atmete tief ein
und aus und sog damit den sonderbaren Geruch des Vampires ein.
Er roch nach einer Mischung aus edelstem Parfüm, Leder und Gras. Un-
begreiflich sexy. Sein Griff war aus Stahl und ich hatte Angst, er könne
mir die Knochen brechen. Mein Hemd bewahrte mich nicht vor der Käl-
te seiner Haut und ich schloss die Augen als ich fühlte, wie seine rechte
Hand mir langsam, beinahe sanft die Haare aus dem Gesicht strich. Ich
fing an zu zittern als ich seinen Atem an meinem Hals spürte. Dann, als
sein Mund meine Haut berührte, durchfuhr es mich wie ein Stromschlag.
„ Ah!“ Schrie ich. Der Vampir ließ mich augen-blicklich los und wich von
meiner Seite.
„ Was machst du da!?“ Fuhr er mich an. Ich öffnete die Augen und blickte
in eine Türkise Unend-lichkeit. Seine Augen glichen dem Nachthimmel
und dem Meer gleichzeitig. Er besaß rabenschwarze Wimpern und leicht
zerzauste dunkelgoldene Haare die ihm verspielt ins Gesicht fielen.
Er hatte einen unglaublich vollen Mund in der Farbe des inneren einer
roten Rose. Seine Nase war zierlich und klein und die sandfarbene, son-
nen-gebräunte Haut schien im morgendlichen Sonnen-licht zu schim-
mern. Ich entdeckte keinen einzigen Makel, weder in seinem Gesicht,
noch an seinem schlanken, starken Körper. Es verschlug mir die Sprache.
Ich brachte ein verwirrtes „Was?“, zu-stande und konnte nicht anders als
dieses achte Weltwunder vor mir weiterhin anzustarren. Noch nie zuvor
hatte ich einen Vampir mit eigenen Augen gesehen, aber davon gehört,
dass sie den Menschen glichen. Der einzige Unterschied war, dass sie die
perfekte Version waren. Doch dieser schien ein Gott zu sein. Einen Au-
genblick lang trafen sich unsere Blicke und er erlaubte mir stumm, für
eine Weile in seinem zu versinken.
„Was… hast du getan?“ Fragte er ungläubig. Gerade fragte ich mich, ob
er bereits an Reaktionen wie meine gewohnt war, doch anscheinend hatte
er seine Opfer schneller getötet als dass sie ihn hätten richtig bewundern
können.
„Ich, ich weiß nicht.“ Mein Herz schlug schneller als er auf mich zu kam.
Etwas lief schief. Etwas lief unglaublich schief, auch er wusste das. Ich
rappelte mich auf. Eine sanfte Brise wehte an mir vorbei und zerzauste
meine langen karamellfarbenen Haare, die mir über den Rücken fielen.
Als die Brise mit meinem Geruch meinen Gegner erreichte, ballte dieser
seine Hände zu Fäusten. Er war durstig. Das einzige was mich beruhig-
te war, dass seine Augen türkis waren, nicht rot, wie die der weiblichen
Vampire. Warum, wusste ich nicht. Nun stand er vor mir und blickte for-
schend in mein Gesicht. Dann hob er seine rechte Hand und umschloss
meinen Hals damit. Er würde mich töten. Erneut durchfuhr es mich,
diesmal stärker aber kürzer.
„Nein!“ Schrie ich. „ Lass das! Aufhören!“ Er ließ los. Ich stolperte ein
Paar Schritte nach hinten und eine Träne wich aus meinem Augenwinkel
und fiel auf den aufgeweichten Boden. Zumindest glaubte ich das, denn
einen Augenblick später stand der Vampir vor mir und hielt seinen lin-
ken Zeigefinger hoch. Ein Wassertropfen lag auf seiner Fingerspitze, groß
und rund. Ich erkannte meine Träne wieder. Er war ein Blue Fire, er jagte
Menschen. Das verriet mir seine Schnelligkeit. Alle Vampire hatten ver-
schärfte Sinne, wie Katzen. Sie sahen besser, hörten besser, konnten bes-
ser riechen und rannten so viel schneller als wir. Sie waren uns in Maßen
überlegen. Insgesamt gab es vier verschiedene Vampir Arten.
„Wie heißt du?“ Fragte mich der, der vor mir stand. Ich sagte nichts. Da
waren die Black Perls, Vampire die sich in jedes Tier verwandeln konn-
ten, solange es schwarz war. Es gab noch die Dash Snakes, die hervorra-
gende Spürhunde waren und besser hören und riechen konnten als ande-
re Vampire. Ab und zu vernahmen sie sogar Gedanken ihrer Opfer. Der,
der vor mir stand, jagte Menschen und rannte übermenschlich schnell.
Er saugte seinen Opfern das ganze Blut aus dem Körper, bis nur noch die
schwache Seele übrigblieb. Den Körper mit der Seele brachte er dann zur
dunklen Familie. Sie war die Königsfamilie, die Familie, die die Invasion
verursacht hatte. Ihr Oberhaupt war Aris Cover, die dunkle Königin. Sie
war eine der wenigen Vampire in dessen Körper sich das Silbergift be-
fand. Aris war eine Red Bird. Es gab kaum Red Birds auf dieser Welt. Nur
Frauen konnten bei ihrer Verwandlung zu Red Birds werden.
Es war die mächtigste Vampir Art und die am wenigsten verbreitete. Sie
nahmen die fast leblosen Körper der Blue Fires und spritzten ihnen das
Gift ein. Dieses Gift war notwendig, um Menschen zu verwandeln. Meine
Ausbildung in Sachen Vampire reichte aus, um zu wissen, dass sie in re-
gelmäßigen Abständen in der ganzen Welt verbreitet waren. Sie alle hal-
fen Aris, weil sie keine Erinnerungen an ihr Leben als Menschen mehr
besaßen.
„Rose?“ Die Stimme des Vampires riss mich aus meiner Trance. Er lä-
chelte und spielte mit einer meiner vielen Haarsträhnen. Seine braunen,
dünnen Hände zwirbelten um karamellfarbene Haare.
„Du… weißt meinen Namen.“ Quiekte ich immer noch verängstigt. Er
nickte zur Antwort.
„Töte mich.“ Flüsterte ich verängstigt, ihm in die Augen blickend. Mir
wurde warm.
Von einem Moment auf den anderen schien es nur noch ihn zu geben.
Ihn und mich. Auch er spürte es, er nahm das Gefühl von Kopf bis Fuß
wahr.
„Wer bist du? Was ist los!?“ Ich schrie fast, meine Stimme klang panisch
und laut. Er zuckte kein bisschen zurück.
„Meinen Namen kennst du wahrscheinlich schon.“ In seinem Ton lag et-
was Sarkastisches. Ich schüt-telte wütend den Kopf. „ Ich bin Jake. Jake
Brian Cover. Aris Sohn.“
Lesen sie jetzt wie es weiter geht

Anna Victoria Reyes Dlugosch


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