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Oskar widmet die ersten zwei Kapitel seinen Großeltern Anna Bronski und Josef

Koljaiczek. Auf der Flucht vor Gendarmen findet der Brandstifter Josef Unterschlupf
unter den Röcken Anna Bronskis, die ihn dadurch vor der Verhaftung bewahrt.
Gemeinsam flüchten die beiden, nachdem sie geheiratet haben, an die Mottlau, wo
Oskars Mutter Agnes zur Welt kommt. Josef, der unter falschem Namen arbeitet,
wird wieder erkannt und bleibt nach seinem Fluchtversuch spurlos verschwunden.
Die heranwachsende Agnes lernt ihren Cousin Jan Bronski kennen. Obwohl sie Jan
liebt, entscheidet sie sich den biederen Alfred Matzerath zu heiraten. Oskar be-
schreibt seinen eigenen Geburtsvorgang als ein Kraftakt seinerseits; die schwere
Entscheidung zum Leben wird durch das Versprechen der Mutter, ihm zum dritten
Geburtstag eine Blechtrommel zu schenken, erleichtert.

Oskar durchbricht die Chronologie seiner Erzählung und widmet seinem Fotoalbum
ein Kapitel. Angeregt von den Bildern beleuchtet er blitzlichtartig wichtige Personen
und Momente seines Lebens, die die Biografie im weiteren Lauf bestimmen werden.
An seinem dritten Geburtstag
erhält Oskar die versprochene Blechtrommel. Gleichzeitig entscheidet er sich, von
diesem Tag an nicht mehr zu wachsen. Damit sein Zwergenwuchs eine rationale
Ursache erhalten kann, stürzt er sich die Kellertreppe hinunter und verletzt sich
dabei so schwer, dass er für vier Wochen ins Krankenhaus muss. Agnes macht Alfred
für den Sturz und die Folgen verantwortlich, denn er hat den Verschlag zum Keller
nicht geschlossen.
Oskar entwickelt die Fähigkeit, Glas mit seiner Stimme zerstören zu können. Da er
jede sprachliche Kommunikation verweigert, hilft ihm diese Fähigkeit sehr, seinen
Willen gegenüber den Erwachsenen durchzusetzen. Der Versuch Oskar
einzuschulen, scheitert, weil sich Oskar bereits am ersten Tag den autoritären
Anweisungen seiner Lehrerin Spollenhauer dadurch entzieht, dass er alle Fenster-
scheiben des Klassenzimmers und auch die Brillengläser seiner Lehrerin „zersingt".

Da Oskar die Schule als Anstalt der Bildungsvermittlung ablehnt, ist er gezwungen,
sich auf die Suche nach einer Privatlehrerin zu machen, denn er will unbedingt
Lesen lernen. In der kinderlosen Bäckersfrau Gretchen Scheffler glaubt er die
geeignete Person gefunden zu haben. Sie unterweist ihn in der Lektüre über
Rasputins Liebesleben und Goethes »Wahlverwandtschaften«. An Nachmittagen, an
denen auch Oskars Mutter Agnes mitkommt, leben beide Frauen ihre sexuellen
Fantasien beim Lesen der erotischen Literatur aus.
Dass Oskar von den Kindern der Nachbarschaft abgelehnt, verfolgt und auch gequält
wird, zeigt seine Erinnerung an die „Ziegelsuppe". Er wird von den Kindern
gezwungen, ein Gemisch aus allerlei Unrat, mit Urin vermischt, zu schlucken. Oskar
versucht daraufhin, mit seiner
Stimme die Fenster mehrerer Wohnungen über eine größere Distanz hinweg zu
zerstören, was ihm allerdings nicht gelingt. Mehr Erfolg hat er auf dem Stockturm,
als er die Fenster und Türen des Stadttheaters ruiniert. Einblick gewährt Oskar auch
in das Intimleben seiner Mutter, die mit ihrem Cousin Jan ein Verhältnis hat und sich
regelmäßig mit ihm trifft. Während dieser Stunden muss Oskar zum
Spielwarenhändler Sigismund Markus, der Agnes ebenfalls liebt. Dort kauft Agnes
regelmäßig neue Blechtrommeln.
Bei einem Zirkusbesuch im Jahr 1934 macht Oskar zum ersten Mal die
Bekanntschaft mit dem zwergwüchsigen Musicalclown Bebra, der Oskars willentliche
Wachstumsverweigerung sofort erkennt und ihn vor den Nazis warnt. Nur
prominente Menschen, die sich weigern, der Norm zu entsprechen, werden - so
seine treffsichere Vision - überleben und nicht verfolgt und ermordet werden. Das
Angebot der Zirkusgruppe beizutreten lehnt Oskar jedoch ab. Der aufkommende
Nationalsozialismus macht auch vor und in Oskars Familie nicht Halt; Alfred gehört
zu den Ersten, die der NSDAP beitreten. Eine Ahnung davon, welche Macht Oskar
mit seiner Trommel auf Menschen ausüben kann, bekommt er, als er eine
Kundgebung der Nazis sabotiert. Versteckt unter der Tribüne, stört er die
Marschmusik und zwingt die Menschen, den Walzer- und Charleston-Rhythmen
seiner Trommel zu folgen. Die Veranstaltung muss daraufhin abgebrochen werden.
Oskar nutzt seine auf der Maiwiese und bei weiteren Kundgebungen gemachte
Erfahrung, die Menschen in ihrem Verhalten steuern zu können, um einzelne Passan-
ten auf der Straße in Versuchung zu führen. Er beobachtet Fußgänger, die sich
Schaufensterauslagen betrachten, und schneidet mit seiner Stimme aus sicherer
Distanz Löcher
in das Glas. So ermöglicht er seinen Opfern zu Tätern zu werden und viele Bürger
können der Versuchung eines unauffälligen Diebstahls nicht widerstehen. Auch Jan
Bronski erliegt der Anziehungskraft eines teuren Colliers und stiehlt es für Agnes.
Dass der Macht seiner Stimme in Kirchen Grenzen gesetzt sind, erfährt Oskar in der
Herz-Jesu-Kirche, wohin Agnes ihn jeden Samstag mitnimmt, wenn sie bei Pfarrer
Wiehnke ihren wöchentlichen Ehebruch beichtet. Oskar attackiert die
Kirchenfenster, die jedoch zu seiner Überraschung dem Zerstörungsakt widerstehen.
In dem Jesusknaben, einer Gipsfigur, erkennt Oskar seinen Zwillingsbruder und er
fordert ihn auf, ebenfalls zu trommeln. Der hinzutretende Pfarrer sieht in der Aktion
Oskars, der der Figur die Trommel umgehängt hat, eine Gotteslästerung und
ohrfeigt ihn.
Die letzten Kapitel des ersten Buches stehen unter dem Zeichen von Abschied und
Tod. Auf einem gemeinsamen Ausflug mit Alfred und Jan beobachtet Agnes, wie man
Aale mithilfe eines Pferdekopfes fängt. Der Ekel angesichts der sich ins Gehirn
fressenden Aale ist so groß, dass sie sich übergeben muss. Das hindert Alfred jedoch
nicht daran, einige der Aale zu kaufen. Zu einer heftigen Auseinandersetzung
kommt es zu Hause, als Alfred die Fische zubereiten will. Agnes weigert sich strikt
von den Aalen zu essen, was Alfred wütend macht. Zwar gelingt es Jan, Agnes im
Schlafzimmer zu besänftigen; ein Schatten bleibt jedoch über der
Dreiecksbeziehung.
In den folgenden Wochen verkehrt sich der Ekel vor Fischen bei Agnes in einen
wahren Heißhunger. Im Bewusstsein, von Jan schwanger zu sein, schlingt sie ohne
Kontrolle Fische in sich hinein und stirbt innerhalb kürzester Zeit. Oskar, der seine
Mutter wirklich geliebt hat, sucht in seiner Trauer Schutz unter den Röcken seiner
Großmutter Anna Bronski - für ihn der einzige Ort von Sicherheit und Ruhe.

Ein weiteres Treffen Oskars mit Meister Bebra hat tiefe Wirkung auf ihn, denn so
lernt er Bebras Begleiterin Roswitha Raguna kennen, die ebenfalls zwergwüchsig ist.
Im Gespräch mit Bebra hört Oskar heraus, dass auch dieser unter den Nazis
Schwierigkeiten hat, seine Künstlerexistenz als Musicalclown unbeschadet
weiterführen zu können. Wegen seines Zwergwuchses tritt er nun in einer Mi-
rakelschau auf. Trotz der Probleme, die Bebra hat, bietet er Oskar erneut ein
Engagement in der Truppe an, das Oskar aber zur Erleichterung Bebras nicht
annimmt. In Herbert Truczinski findet Oskar einen neuen Freund. Dessen Rücken ist
voller Narben - eine Folge der vielen Raufereien, in die er als Kellner in einer
Seemannskneipe im Laufe der Jahre verwickelt worden ist. Oskars Lieblingsspiel ist
es, eine der Narben mit dem Finger zu berühren und sich von Herbert die
dazugehörende Geschichte erzählen zu lassen. In eine ernsthafte Krise gerät
Herbert, als er in Notwehr einen lettischen Kapitän erschlägt. Obwohl er vor Gericht
freigesprochen wird, kündigt er seine Arbeit und verlässt für längere Zeit die Woh-
nung nicht mehr. Um diese Lethargie zu durchbrechen, organisiert Oskar mit
Herbert einige Einbruchdiebstähle. Da sich das Diebesgut jedoch nur äußerst schwer
an den Mann bringen lässt, stellen die beiden ihre Aktionen bald wieder ein. In
knappen Zügen erzählt Oskar nun die Geschichte der Galionsfigur Niobe, die Herbert
zum Verhängnis werden wird. Bereits die Anfertigung der Skulptur hat Unglück über
den Auftraggeber und das Modell gebracht. In der Folgezeit sterben überall dort, wo
Niobe auftaucht, die Menschen in ihrer Umgebung. Niobe, auch „Dat griehne
Marjellchen" genannt, wird schließlich im Schifffahrtsmuseum aufbewahrt; auch dort
kommt es im Verlaufe von knapp vierzehn Jahren zum seltsamen Tod mehrerer
Menschen: Direktoren, ein Priester, Schüler und Museumswächter bringen sich mit
spitzen Gegenständen, meist Schiffsutensilien, um. Herbert entschließt sich, die
Stelle als Museumswächter anzunehmen und erliegt nach kurzer Zeit dem Reiz der
Figur. Oskar, der ihn im Museum besuchen will, findet seinen Freund in inniger
Umarmung mit Niobe. Er hat sich mit einem Schiffsbeil getötet, das er sich während
der Umarmung in die Brust gedrückt hat.
Im Mittelpunkt des letzten Kapitels des ersten Buches steht der Trompeter Meyn, ein
Freund Herbert Truczinskis, der alkoholisiert seine vier Katzen halbtot schlägt. Er
fällt deshalb bei der SA, der er angehört, in Ungnade und wird ausgestoßen.
Den Verlust des Gönners und Freundes beklagt Oskar gegen Ende des Kapitels:
Sigismund Markus' Laden wird in der Reichskristallnacht von den Nazis überfallen
und die Einrichtung zerstört.
Verzweiflung, die erlittene Erniedrigung und die Aussichtslosigkeit treiben den
Händler in den Selbstmord. Damit hat Oskar alle seine Freunde verloren; mit Bezug
auf das dreizehnte Kapitel des ersten Korintherbriefes von Paulus schließt Oskar das
letzte Kapitel.

Die politische Radikalisierung hat auch Auswirkungen auf das seit Agnes' Tod von
Entfremdung gekennzeichnete Verhältnis zwischen Alfred und Jan; die einst gute
Beziehung reduziert sich in der Zeit vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf
immer seltener werdende Skatabende. Oskar, der seit dem Tod von Sigismund
Markus Probleme hat, die wichtigen Blechtrommeln zu bekommen, sieht in Jan seine
letzte Rettung und begleitet ihn zur Polnischen Post, weil er glaubt, der Hausmeister
Kobyella könnte ihm die reparaturbedürftigen Trommeln wieder herrichten. Jan hat
Angst zur Post zu gehen. Denn dort ist man in ständiger Alarmbereitschaft, weil der
Angriff der Deutschen erwartet wird. Eigentlich will Jan den bevorstehenden
Kampfhandlungen aus dem Weg gehen und sich krank melden. Doch da Oskar ihn
drängt, fühlt er sich verpflichtet und meldet sich zum Dienst.
Kaum sind sie im Gebäude, beginnt auch schon der Angriff der SS-Heimwehr. Ein
erster Sturmangriff scheitert an der Gegenwehr der polnischen Postangestellten,
doch der Widerstand währt angesichts der militärischen Übermacht der Angreifer
nur kurz. Auch der erhoffte Beistand der englischen Flotte bleibt aus.
Jan macht bei den Kampfhandlungen eine klägliche Figur und streckt sogar das Bein
aus dem Fenster, um sich anschießen zu lassen und damit als Verwundeter
freizukommen. Kurz nachdem Kobyella Jan vom Fenster weggerissen hat, wird der
Hausmeister von einer Granate getroffen und lebensgefährlich verletzt.
Im Keller, wohin man Kobyella, Jan und Oskar bringt, gibt Oskar zum ersten Mal
seine Verweigerungshaltung gegenüber den Erwachsenen auf und spielt mit den
beiden Skat, um den Hausmeister von seinem Todeskampf abzulenken. Nach dessen
Tod beginnt Jan, während oben das Gebäude gestürmt wird, ein Kartenhaus zu
bauen, das aber zusammenfällt, als die Heimwehr den Keller stürmt. Die
Überlebenden der Polnischen Post werden verhaftet; Oskar hingegen, der einen
Anfall vortäuscht, kommt ins Krankenhaus. Während Oskars Aufenthalt dort wird Jan
mit den anderen Verteidigern der Polnischen Post in einem Schnellverfahren
verurteilt und auf dem Friedhof Saspe durch ein Erschießungskommando
hingerichtet. Schugger Leo, ein geistig verwirrter Mann, dessen einzige
Beschäftigung darin besteht, auf Beerdigungen den Trauernden zu kondolieren,
nimmt Oskar mit auf den Friedhof und zeigt ihm den Ort der Hinrichtung Jans.
Mit der Einstellung Maria Truczinskis als Angestellte in Alfreds Laden bessert sich
Oskars Situation schlagartig. Einerseits übernimmt Maria teilweise die Mutterrolle
gegenüber Oskar und kümmert sich auch um den Nachschub an Blechtrommeln.
Zum anderen entwickelt sich zwischen beiden ein Verhältnis, das in einem ersten
sexuellen Kontakt gipfelt. Bei einem gemeinsamen Ausflug zum Strandbad mischt
Oskar das Brausepulver Marias auf ihre Ermunterung hin mit seinem Speichel, was
Maria sexuell erregt. In der Nacht kommt es zum ersten Geschlechtsverkehr
zwischen beiden.
Einige Tage später jedoch muss Oskar erfahren, dass Maria auch mit Alfred schläft.
Voller Wut springt er, als er sie in flagranti erwischt, auf die beiden und versucht auf
Alfreds Rücken die Trommel zu schlagen. Eingeflochten in die Ereignisse innerhalb
der Familie sind Sondermeldungen, die über den Verlauf des Krieges berichten. Als
Maria ein Kind erwartet, entschließen sich Alfred und Maria zu heiraten; Oskar
hingegen glaubt fest daran, dass er der Vater des Kindes ist.
Da er sich um seine Vaterrolle betrogen fühlt, versucht er mehrfach, Maria zu
verletzen und so zu erreichen, dass sie ihr Kind verliert. Nach zwei erfolglosen
Versuchen will er mit der Schere in den Bauch der Hochschwangeren stechen, was
Maria jedoch verhindern kann. Nach diesem letzten Attentat auf das Leben des
Ungeborenen muss Oskar die Wohnung verlassen und wird bei Mutter Truczinski
einquartiert. Nach Marias Niederkunft weigert sich Oskar beharrlich, an Kurts Taufe
in der evangelischen Kirche teilzunehmen. Da ihn beim Festmahl der Vanillegeruch
der Nachspeise an die intime Nähe zu Maria erinnert, drängt sich Oskar an die Greff;
deren starke Ausdünstungen führen jedoch dazu, dass sich Oskar übergeben muss.

Die bettlägerige Lina Greff wird in der Folgezeit zur einzigen Bezugsperson Oskars
und bei ihr macht er weitere sexuelle Erfahrungen. Ihr Ehemann duldet die Treffen,
da er sich eher zu männlichen Jugendlichen hingezogen fühlt. Da Lina Greffs
strenger Körpergeruch nach Oskars Besuchen an ihm haftet, stellt Greff ihm bei
jedem Treffen eine Schüssel mit Wasser und Seife in das Zimmer, damit Oskar sich
waschen kann.
Als Gesundheits- und Abhärtungsfanatiker veranstaltet er in seiner Funktion als
Jugendleiter körperliche Ertüchtigungsübungen wie das Baden in Eiswasser. Die
ausgelassenen Spiele mit den ihm anvertrauten Kindern führen auch zu
Körperkontakten, die ihm zum Verhängnis werden. Er erhält wegen Vergehen gegen
die Sittlichkeit eine Vorladung; in der Folgezeit zieht er sich immer mehr zurück und
widmet sich im Keller irgendwelchen Bastelarbeiten. Als er eines Morgens seinen
Laden nicht öffnet, findet ihn Oskar erhängt im Keller an einer Holzkonstruktion, die
einer Waage gleicht.
Ein erneutes Treffen mit Bebra veranlasst Oskar, sich nun doch der
Schauspieltruppe anzuschließen. Bebra ist zwischenzeitlich zum Hauptmann in der
Propagandakompanie aufgestiegen und hat zu ranghöchsten Nazis persönlichen
Kontakt. Seine Artistentruppe reist zu den Kriegsschauplätzen, um die Soldaten an
der Front bei Laune zu halten. In aller Stille verlässt Oskar Danzig und gemeinsam
macht man sich auf die Reise nach Frankreich. Bei einem Zwischenstopp in Berlin
hat Oskar seinen ersten Auftritt in einem Luftschutzkeller. Als die Lichter ausfallen,
kommt es zur ersten körperlichen Begegnung zwischen Oskar und Roswitha Raguna.
Nach einem längeren Aufenthalt in Paris, den die beiden sehr genießen, kommt die
Order, entlang des Atlantikwalls Gastspiele 711 geben. Schließlich in der Normandie
angelangt, besichtigt die Gruppe unter Führung des Obergefreiten Lankes den
Bunker „Dora sieben" und man putzt den Ausflug zu einem gemeinsamen Picknick.
Die scheinbare Idylle wird jäh zerstört, als Lankes den Befehl bekommt, den Strand,
der Sperrgebiet ist, von Nonnen zu „säubern", die sich dort auf der Suche nach
Meeresfrüchten aufhalten. Nach einigem Widerstreben vollstreckt er den Befehl und
die Nonnen werden erschossen. Am Morgen des nächsten Tages beginnt die
Invasion der Alliierten; da die Raguna trotz der gebotenen Eile Kaffee möchte und
Oskar sich weigert, ihr diesen zu besorgen, geht sie selbst und wird dabei von einer
Granate getötet. Nach Berlin zurückgekehrt, verlässt Oskar die Artisten, um zu Kurts
drittem Geburtstag zu Hause zu sein und ihm die versprochene Trommel zu
überreichen.

Die Enttäuschung ist groß, als Kurt die Blechtrommel ohne besonderes Interesse
entgegennimmt und sie sofort zerstört. Oskars Erwartung, Kurt würde sich nun
ähnlich wie er selbst entwickeln, tritt nicht ein. In der Herz-Jesu-Kirche, wohin Oskar
mit Maria geht, steht er erneut jener Gipsfigur gegenüber, die seiner Meinung nach
ein Abbild seiner selbst sein könnte und die das Jesuskind darstellen soll. Abermals
hängt er der Figur die Trommel um - doch dieses Mal mit vollem Erfolg. Oskar hat
die Vision, dass Jesus zu trommeln beginnt, und er glaubt sich nun in besonderem
Maße dazu berufen, in die Nachfolge Christi zu treten und seinerseits Jünger zu
berufen. Deshalb übernimmt er auch die Führung der Stäuberbande, einer Gruppe
von Jugendlichen, die gegen die Welt der Erwachsenen protestiert, indem sie
Sabotageakte und Einbrüche organisiert. Die Jugendlichen sind vor allem von Oskars
Stimme und ihrer Wirkung fasziniert. Nach mehreren Raubzügen - bevorzugt in
Kirchen - werden die Mitglieder mit Ausnahme Oskars verhaftet.

In der Gerichtsverhandlung spielt Luzie Rennwand als Hauptzeugin der Anklage eine
entscheidende Rolle; sie war kurz zuvor gegen den Widerstand Oskars in die
Stäuberbande aufgenommen worden und ist maßgeblich an der Verurteilung der
Jugendlichen beteiligt. Nach dem Prozess, der für Oskar mit einem Freispruch endet,
da er die Maske des zurückgebliebenen Dreijährigen gekonnt und glaubwürdig zur
Schau trägt, kehrt er zu seiner Familie zurück.
Zwischenzeitlich sind auch bei den eingefleischtesten Nazis alle Hoffnungen auf den
Endsieg geschwunden und die Stadt steht kurz vor der Eroberung durch die
russischen Streitkräfte. Beim Einmarsch verstecken sich alle Bewohner im Keller und
Alfred versucht in letzter Minute das Parteiabzeichen loszuwerden, das ihn als
Nationalsozialisten ausweisen würde. Während russische Soldaten in den Keller
kommen, steckt Oskar ihm das Parteiabzeichen wieder zu. Alfred versucht es in
seiner Verzweiflung zu schlucken, was aber unmöglich ist, da die Nadel noch
geöffnet ist. Der Erstickungsanfall lenkt die Aufmerksamkeit der Soldaten auf ihn
und sie erschießen ihn kurzerhand. Während Oskar bei den Soldaten eher
Vatergefühle weckt, gehen sie mit den anderen nicht so schonend um: So wird die
Greff nacheinander von mehreren Soldaten vergewaltigt.
Im Haus der Matzeraths wird Herr Fajngold einquartiert, ein Pole, der die russische
Sprache beherrscht und als Einziger seiner Familie die Massenvernichtung im
Konzentrationslager Treblinka überlebt hat. Er hilft der Familie auf dem Weg zum
Friedhof Saspe, wo Alfred beerdigt wird. Während der Zeremonie entscheidet sich
Oskar, seine Wachstumsverweigerung aufzugeben und für die Familie in Zukunft
Verantwortung zu übernehmen. Deshalb wirft er seine letzte Blechtrommel zu Alfred
ins Grab.
Oskars Gesundheitszustand verschlechtert sich mit dem beginnenden Wachstum
erheblich und Fajngold kümmert sich um ihn, indem er ihn pflegt und den
Läusebefall, unter dem die ganze Familie zu leiden hat, mit Desinfektionsmittel
bekämpft.
Maria entschließt sich, einen Heiratsantrag Fajngolds abzulehnen und gemeinsam
mit den Kindern nach Düsseldorf zu ihrer Schwester zu ziehen. Unter
unmenschlichen Bedingungen findet die Bahnfahrt in einem vollkommen überfüllten
Güterwagen statt. Immer wieder wird der Zug angehalten und von Partisanen
überfallen, die den Reisenden die letzten aus dem Krieg geretteten Habseligkeiten
rauben. Ein Mitreisender, der sich seiner sozialdemokratischen Vergangenheit
rühmt, wird durch einen Tritt in den Magen getötet. Da Oskar auf der Reise weiter
wächst, leidet er unter Schmerzen, außerdem bekommt er als Folge der
Verwachsungen einen Buckel. Krankenhausaufenthalte in Lüneburg und Düsseldorf
folgen, bis er im Mai 1946 entlassen wird.

In der Düsseldorfer Wohnung hat der junge Kurt seine kaufmännischen Fähigkeiten
entwickelt und mit Maria einen regen Schwarzhandel mit Feuersteinen und Kunst-
honig aufgebaut. Gegenüber Oskar verhält sich Maria reserviert, da er die Familie
finanziell belastet. Deshalb entschließt er sich, eine Arbeit zu suchen, und da er von
den Steinmetzarbeiten auf dem Friedhof fasziniert ist, bewirbt er sich bei Korneff als
Praktikant. Bei den anfallenden Arbeiten erweist sich Oskar als sehr geschickt und
so verdient er mit der Zeit recht gut. Mit dem verdienten Geld unterstützt er Maria,
da die Erträge aus dem Schwarzhandel mehr und mehr zurückgehen.
Ein Resultat der letzten Krankenhausaufenthalte ist, dass sich Oskar von
Krankenschwestern besonders angezogen fühlt. So verabredet er sich mit Schwester
Gertrud zu Kaffee und Tanz; zur Annäherung kommt es jedoch nicht, da sich Gertrud
ihres Begleiters schämt. Enttäuscht wird Oskar, als Maria seinen Heiratsantrag
ablehnt.
Korneff gerät nach der Währungsreform in finanzielle Schwierigkeiten und so
kündigt Oskar zuvorkommend seine Arbeit. Um weiter Geld zu verdienen, verdingt
er sich als Modell an der Kunstakademie. Auf einer Karnevalsveranstaltung der
Hochschule begegnet er Lankes wieder, der mit Ulla befreundet ist. Gemeinsam mit
ihr steht er Modell für ein Bild mit dem Titel „Madonna 49". Weil Maria das Bild - ein
Akt - auf einer Ausstellung sieht, kommt es zum Streit und Oskar geht auf
Zimmersuche.

Beim Ehepaar Zeidler findet er schließlich eine Unterkunft; es ist ein hässliches
umfunktioniertes Badezimmer, das Oskar aber genügt. Von den anderen
Untermietern in der Wohnung interessiert ihn vor allem die Krankenschwester
Dorothea, die er zunächst nicht zu Gesicht bekommt. Eifersüchtig und besessen von
dem Wunsch ihr näher zu kommen, liest er ihre Post und schleicht sich in ihrer
Abwesenheit in ihr Zimmer. Er durchsucht den Raum und befriedigt sich schließlich
im Kleiderschrank der Unbekannten.
Den anderen Untermieter lernt Oskar kennen, als dieser ihn vom Zimmer aus ruft
und ihn bittet, für ihn Wasser zu holen. Klepps Zimmer starrt vor Dreck, und er
selbst macht einen vollkommen verwahrlosten Eindruck. Klepp verweigert seit
geraumer Zeit jeden Außenkontakt zur Welt und verlässt das Bett nur noch selten.
Durch Oskars Trommel inspiriert, musiziert er mit der Flöte und wird wieder aktiv.
Gemeinsam mit Oskar will er eine Jazzkapelle gründen.

Zu einer sonderbaren Begegnung zwischen Dorothea und Oskar kommt es auf dem
Kokosläufer im Wohnungsflur. Von einer Zechtour mit Klepp ziemlich angetrunken
zurückkehrend, findet Oskar keinen Schlaf. Als er - nur mit seinem
Kokosbettvorleger bekleidet - auf die Toilette will, trifft er dort auf Dorothea, die
glaubt Satan vor sich zu haben und ohnmächtig wird. Oskar trägt sie auf den Flur
und macht der wieder erwachenden Dorothea vor, er sei tatsächlich der Teufel. Der
Versuch, mit ihr zu schlafen, scheitert jedoch an Oskars plötzlichen
Erektionsproblemen. Als die Erregung bei der Krankenschwester weicht und sich
Ernüchterung einstellt, befreit sie sich von Oskar und flieht in ihr Zimmer. Sie packt
ihre Sachen und verlässt die Wohnung für immer. Am nächsten Morgen berichtet
Klepp, er habe den Gitarristen Scholle gefunden, und gemeinsam gründet man die
Band „The Rhine River Three". In der Gaststätte „Zwiebelkeller" erhalten die drei ihr
erstes Engagement. Bekannt ist die Gaststätte wegen eines täglich wiederkehren-
den Rituals: Der Wirt Schmuh verteilt jeden Abend Zwiebeln und die durch die
Tränen enthemmten Gäste - meist Intellektuelle und Künstler - leisten sich beim
Zwiebelschalen allerlei sonst unterdrückte Gefühlsausbrüche. Hier macht Oskar die
Erfahrung, dass er mit seiner Trommel die Begabung hat, das Verhalten der
Menschen zu beeinflussen und zu steuern. So kann er sie durch Kinderlieder sogar
dazu bringen, dass sie sich wie Kleinkinder in die Hosen machen.
Für den Wirt Schmuh ist Oskar mit dieser Aktion jedoch zu weit gegangen und nur
am Widerstand seiner Gäste, die Oskar unbedingt weiter hören wollen, scheitert sein
Plan, ihn zu entlassen. Unter der Bedingung, sich zu mäßigen, dürfen die drei weiter
arbeiten.
Schmuhs Hobby, Sperlinge abzuschießen, wird ihm zum Verhängnis. Entgegen
seiner Gewohnheit, nur zwölf Vögel zu schießen, erlegt er während eines
gemeinsamen Ausflugs mit seiner Frau und den Musikern dreizehn. Auf der
Heimfahrt stürzt der Wagen in eine Kiesgrube und Schmuh stirbt. Oskar, der
aufgrund einer Vorahnung nicht mitgefahren ist, entdeckt die Verunglückten. Klepp
berichtet, dass Hunderte von Sperlingen gegen die Windschutzscheibe geprallt seien
und Schmuh so die Sicht genommen hätten.
Bei der Beerdigung des Wirts erhält Oskar ein Angebot einer Musikagentur,
verbunden mit einem Vorschuss; vor seiner Entscheidung will er zunächst mit
Lankes nochmals die Normandie besuchen. Am Betonbunker verführt Lankes eine
junge Nonne, die mit anderen Nonnen am Strand Muscheln sammelt. Lankes
verarbeitet die Begegnung in einigen Nonnenbildern, die ihn als Maler etablieren.
Oskars Entschluss, das Angebot der Agentur anzunehmen, führt zu einem letzten
Treffen mit Meister Bebra, der das Unternehmen leitet. Unter seiner Protektion
beginnt der rasche Aufstieg Oskars, seine Auftritte und Plattenaufnahmen machen
ihn berühmt und wohlhabend. Auf einem Spaziergang bringt ihm der Hund, den er
ausgeliehen hat, einen Finger, und Oskar bewahrt ihn in einem Glas auf. Ein
Augenzeuge des Vorfalls namens Vittlar spricht Oskar an und man schließt
Bekanntschaft. Oskar ermutigt ihn schließlich, zur Polizei zu gehen und den Vorfall
anzuzeigen, damit auch Vittlar einmal in die Schlagzeilen kommt.
Nach seiner Verurteilung wird er in die Heilanstalt eingeliefert. In einem letzten
Rückblick erzählt Oskar, wie er nach der Anzeige Vittlars nach Paris geflohen und
dort auf der Rolltreppe in der Metro von der Polizei verhaftet worden sei.
© Martin Richter 2003