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Michael Rauh
Aurora
Cirim

Der Wind heulte durch die Abenddämmerung und eine leise


Stimme lag in ihm. Wenn man lauschte, konnte man seine Bot-
schaft hören. Doch an jenem Tag war etwas anders, nahe dem
Xylongebirge lag das kleine Dorf Cirim.
In diesem Dorf, nahe dem Gebirge, lebte die sechzehnjährige
Aurora zusammen mit ihrem Vater Necon und ihrer Mutter
Clara. Auroras Vater war groß und bullig. Er kam aus dem weit
entfernten Norden des Heogebirges und trug meist ein Stoff-
hemd, darüber eine braune Lederweste mit einer dazu passen-
den Lederhose. Er arbeitete auf einem Feld für einen Feldher-
ren, der bereits viele Schlachten gegen das finstere Königreich
geschlagen hatte. Auroras Mutter war eine Halbhochelfin, da
ihre Mutter eine Hochelfin der Flammenkrieger war und ihr
Vater ein Mensch aus der Stadt Dun‘Nar. Auroras Mutter trug
meist ein hellblaues oder hellrotes Gewand.

Aurora selbst hatte die leicht spitzen Ohren, die seidenglatte


Haut, die leuchtend blauen Augen und die elegant geschwun-
genen goldblonden Augenbrauen, die sie von ihrer Mutter ge-
erbt hatte. Ihr mittelkurzes, goldblondes Haar wehte im Wind
hin und her, einige Strähnen ihres seidenweichen Haares hin-
gen in ihr Gesicht. Meist trug auch sie ein hellblaues oder rotes
Gewand.
Aurora lebte zusammen mit ihren Eltern auf einer bescheidenen Farm,
leicht außerhalb des Dorfes. Die Familie von Aurora besaß zwar nicht
alles, aber das brauchten sie auch nicht, denn sie hatten sich und das
war der Familie genug. Dennoch hatte die Familie auch ein Geheimnis
zu wahren und zu beschützen. Würde das Geheimnis bekannt werden,
wären alle Bewohner in großer Gefahr.

Am nächsten Morgen war alles wie immer, die Vögel in den Gärten von
Auroras Familie weckten sie auf. Sie saß erst einige Zeit im Bett und
dachte, was für ein schöner Morgen es sei. Die Gräser draußen auf dem
Feld tanzten mit dem Wind. Die Vögel sangen ihre Lieder - bis jemand
nach Aurora rief, es war ihr Vater, der fragte, ob sie mit ins Dorf möchte,
um mit einkaufen zu gehen. Sie sprang aus dem Bett und zog sich das
lange hellblaue Gewand an und rief zurück:„Ich komme gleich, Vater!“
Als sie sich fertig umgezogen hatte, ging sie Richtung Eingangstor.
„Nun gut, gehen wir.“ Auroras Vater öffnete das Tor und sie gingen auf
dem Feldweg in den Wald.

Der Wald war sehr alt, voll mit Erinnerungen und den verschiedensten
Arten von Wesen, wie zum Beispiel den Amatien. Die Amatien waren
eidechsenähnliche Wesen und konnten bis zu drei Meter lang werden.
Die Tiere hatten einen wesentlich schwächeren Biss als Krokodile, aber
ihr Gift ähnelte dem einer tödlichen Schlange. Das Gute an den Tieren
war jedoch, dass die meisten Amatien die Menschen des Gebirges in
Ruhe ließen.

Nach einer Stunde Laufweg erreichten sie eine Lichtung. Um sie herum
waren Bäume, die hoch in den Himmel ragten und über tausend Jahre
alt waren. Das Flüstern der Bäume begleitete Aurora auf dem Weg nach
Cirim. Sie hatte sich schon immer gefragt, ob sie die Einzige sei, die die
Bäume flüstern hörte.

Sie gingen den Feldweg weiter entlang, als plötzlich Nebel aufzog. Mit
jedem Schritt, den sie weiter gingen, wurde der Nebel dichter und dich-
ter. Nach zwei langen Stunden des Wanderns erreichten sie das Ende
des Waldes von Xylon. Aurora war schon seit zwei Jahren nicht mehr
in Cirim gewesen. Sie war gespannt, ob alles noch so war, wie sie es in
Erinnerung hatte. Sie wusste schon, was sie zuerst machen wollte, doch
als sie die Stadt betraten und Aurora gerade loslaufen wollte, rief ihr
Vater:„Aurora, holst du bitte schon mal die Äpfel und Birnen! Ich hole
in der Zwischenzeit das Mehl.“
„Ist gut“, antwortete Aurora und ging in den Osten des Dorfes, während
ihr Vater in den Süden des Dorfes lief.
Doch bevor sie zu weit auseinander waren, drehte sich ihr Vater um und
rief:„Sei aber bitte bis Sonnenuntergang wieder da!“

Aurora traf viele Leute wieder, unter anderem auch den Gelehrten und
Geschichtenerzähler Aelar, der viel in der Welt von Melarmor herumge-
kommen war.
Aelar war sehr alt, hatte schulterlanges, weißes Haar und einen Bart, er
wirkte sehr weise. Sein Körper schien gebrechlich, doch sein Blick war
wachsam.
Er trug eine rostrote Robe aus Samt, die Ärmel der Robe sahen bereits
sehr mitgenommen aus.
Interessiert musterte er Aurora, begrüßte sie herzlich und sagte:„Aurora,
du bist seit unserer letzten Begegnung erwachsen geworden.“
„Danke.“
„Und wie geht es dir? Wir haben uns ja schon ewig nicht mehr gespro-
chen.“
„Ja, stimmt, genau genommen haben wir uns sechs Jahre nicht mehr
gesehen“, sagte Aurora und strahlte Aelar an.
„Du musst mir alles erzählen, was in der letzten Zeit bei dir passiert ist.
Komm mit in mein Haus und trink einen Tee mit mir, so wie in alten
Zeiten“, sagte Aelar.
„Ja gern“, erwiderte Aurora.
Sie gingen in ein kleines Haus nahe den Dorfmauern. Als sie das Haus
betraten, rief Aurora gleich aufgeregt:„Aber Aelar, du musst mir eben-
falls alles erzählen, was in den letzten zwei Jahren da draußen passiert
ist!“
„Alles? Nun gut, auch wenn ich erstaunt bin, wie sehr dich meine Reisen
und Geschichten interessieren“, sagte Aelar. „Tja, was soll ich dir erzäh-
len? Das Leben verläuft genau so, wie in den vergangenen Jahren. Kaum
einer weiß, dass es unser Dorf überhaupt gibt, aber wen wundert es, wir
sind ja nicht gerade groß. Worüber ich allerdings auch sehr froh bin,
denn Aufmerksamkeit ist das Letzte, was ein alter Mann wie ich brau-
che“, sagte Aelar
„Wie geht es deinem Vater? Ich hoffe gut, schließlich kenn ich ihn nun
schon seit 45 Jahren“, sagte Aelar.
„Ja, ihm geht es gut, er und meine Mutter haben ja nächste Woche ihren
dreißigsten Hochzeitstag.“
„Echt! Da muss ich unbedingt zu euch kommen. Aber sag deinem Vater
nichts davon, es soll nach den fünf Jahren des Nicht-Sehens eine Über-
raschung sein“, sagte Aelar und zwinkerte Aurora zu.
„Ist gut, Aelar, ich werde ihm nichts sagen, versprochen.“
„Gut, ich denke ich muss deinen Vater mal wieder zu mir einladen und
wieder mit ihm verreisen, so wie früher“, sagte Aelar
„Aelar, du hast mir noch nie erzählt, wie ihr euch damals kennengelernt
habt.“
„Sicher nicht! Nun gut, dann werde ich es dir erzählen. Ich war damals,
als dein Vater noch ein kleiner Junge war, sein Lehrer in Geschichte und
ihn hat nie interessiert, was ich zu sagen hatte, bis ich mich einst mit
ihm traf und mit ihm redete. Seit diesem Tag sind wir die besten Freun-
de“, sagte Aelar.
„Ah okay, also war mein Vater frech?“, fragte Aurora und grinste hä-
misch.
„So könnte man es auch beschreiben“, antwortete er.
Nach zwei Stunden des Erzählens und drei Tassen Tee musste Aurora
weiter, die Äpfel und Birnen kaufen, denn schließlich wartete Auroras
Mutter daheim, um die Vorräte aufzufüllen.
Als Aurora Richtung Ausgang ging, sah sie ein Regal mit Büchern.
Doch ein Buch war anders als die anderen. Dieses eine Buch hatte einen
schwarzen, mit Diamanten besetzten Umschlag. Aurora fragte sich, was
darin stehe.
Aber sie hatte keine Zeit mehr, um sich länger mit Aelar zu unterhalten.
Schließlich hatte sie ihrem Vater versprochen pünktlich wieder am Tor
zu sein.
Sie verließ das Haus und machte sich auf den Weg zum Obsthändler.
Als sie ihre Aufgaben erledigt hatte, ging sie Richtung Dorftor. Dort
wartete bereits ihr Vater. Bereit, um zurück nach Hause zu gehen, fragte
er:„Können wir gehen?“ Aurora nickte.
Sie begaben sich auf den gleichen Feldweg, auf dem sie hergekommen
waren.
Doch der Wald lag nun in dem goldroten Licht der untergehenden Son-
ne und die Vögel des Waldes kamen langsam zur Ruhe.
Nach weiteren zwei Stunden des Wanderns trafen sie, wie versprochen,
zur Abenddämmerung zu Hause ein. Dort wartete bereits ihre Mutter,
die schon auf die Lebensmittel wartete, um sie in den Speicher zu brin-
gen.
„So, Aurora, wärst du noch so lieb und hilfst deiner Mutter beim Auffül-
len des Speichers?“, fragte der Vater.
„Ich müsste nämlich noch den Mais aussäen.“
„Natürlich helfe ich!“
Aurora und ihre Mutter packten die Säcke mit Mehl und Obst, die sie
gleich in den Speicher brachten. Nachdem sie alles eingeordnet hatten,
war es schon spät.
„Puh, so, das wäre geschafft, nun muss ich noch unser Abendmahl ko-
chen, damit wir alle versorgt sind“, sagte ihre Mutter.
Nach einer halben Stunde schritt ihre Mutter raus in den Garten, sah
nach Necon und rief:„Schatz, das Essen ist fertig! Komm rein, es ist
schon spät.“
Necon wandte sich um und sagte:„Ich komme.“ Er nahm den Korb mit
Samen und ging zum großen Eingangstor.
Innen angekommen schritt er durch den Stall ins Esszimmer. Dort setzte
er sich neben Aurora und seine Frau, die gerade das Brot herumreichte.
Als nächstes ging der Kelch mit Wasser herum und nachdem sie alle
gesättigt waren und ihren Durst gestillt hatten, gingen sie zu Bett. Als
Aurora in ihr Zimmer schritt, dachte sie noch mal an das Buch, das sie
bei Aelar gesehen hatte, und fragte sich, was wohl darin stehe.
So beschloss sie, beim nächsten Mal, wenn sie nach Cirim kommen
würde, direkt Aelar aufzusuchen und ihn über das Buch mit dem seltsa-
men Einband auszufragen.
Auch wenn Aelar nächste Woche käme, würde sie ihn nicht über das
Buch fragen, denn schließlich war das der Tag ihrer Eltern.
Doch für heute waren es genug Abenteuer und sie ging in ihr Bett und
schlief ein.
Nach einigen Minuten war sie eingeschlafen, doch es hielt nicht lang an,
denn mitten in der Nacht hörte sie etwas umfallen und sie stieg aus dem
Bett, um nachzusehen, was es war. Draußen war es noch dunkel, doch
im Stall brannte Licht.
Sie ging in den Stall und da stand ihr Vater, der sich auf die Jagd machen
wollte.
„Aurora, warum bist du schon auf?“
„Ich hörte etwas umstürzen und wollte wissen, was es war.“
„Achso.“
„Vater, dürfte ich mit auf die Jagd gehen? Ich könnte dir helfen!“ Ihr Va-
ter musterte sie:„Es ist besser, wenn ich alleine gehe, der Wald ist voller
Gefahren. Außerdem muss man bei der Jagd leise sein.“
„Bitte, das kann ich!“, sagte Aurora
„Nun gut, aber du hast doch gar keine Jagdkleidung!“ Doch diesen Satz
hörte Aurora schon nicht mehr, denn sie war sich bereits umziehen
gegangen. Einen Augenblick später stand Aurora mit einer perfekt an-
gepassten, dunkelbraunen, geschmeidigen Lederhose, einer Lederweste,
die aus dem gleichen Leder zu sein schien, und einem robusten, offen-
sichtlich gut verarbeiteten Bogen mit Pfeilen vor ihrem Vater und sagte
zu ihm:„Ich bin bereit, gehen wir auf die Jagd!“
Ihr Vater war stolz auf sie. Er hatte noch nie ein Mädchen gesehen, das
sich so entschlossen an neue Sachen wagte.
„Sag mal, woher hast du den Bogen?“, fragte ihr Vater mit fragendem
Blick.
„Ach, den Bogen, den hab ich mir mit Hilfe eines guten Freundes gebaut
und heute wird’s mal endlich Zeit, ihn zu testen.“
Ihr Vater schmunzelt:„Nun gut, lass uns gehen, die Rehe lassen sich
nicht von allein fangen.“
„Stimmt.“
Sie machten das Tor auf und gingen auf dem Feldweg in Richtung des
Mora Waldes, einem sehr alten und düsteren Wald.
Nach einer guten halben Stunde waren sie am Waldrand angekommen.
Aurora drehte sich noch einmal um, bevor sie in den Wald ging.
Im Wald war es dunkel und die Luft war äußerst feucht.
Aus einen der Büsche zwinkerte Aurora etwas zu. Erschrocken hüpfte
sie hoch und ein kurzer lauter Aufschrei war zu hören.
„Was ist das?“, fragte sie.
„Das sind Gomolen.“
„Gomolen? Was soll denn das sein?“, fragte Aurora.
„Gomolen sind grüne, kleine und hinterhältige Wesen mit dunkelgelben,
böse wirkenden, funkelnden Augen. Ihr funkelnder, stechender Blick
ist sehr beängstigend. Zum Glück vermeiden sie meist Blickkontakt. Sie
sind etwa so groß wie ein großer, ausgewachsener Mann, glatzköpfig,
nur mit einem dreckigen Kleidungslumpen bekleidet und meist mit
einem schweren Holzknüppel bewaffnet. Zudem sind sie hinter allem
her, was irgendwie glänzt oder glitzert. Aber sobald sich irgendetwas
ihnen nähert, hüpfen sie in den nächsten Busch und warten, bis die Luft
rein ist, um sich danach wieder auf Schatzsuche zu machen. Meist sind
sie alleine unterwegs. Wenn sie sich aber zusammentun, dann nur, um
einige Wanderer auszurauben und um sich anschließend zu paaren. Be-
gegnet man ihnen allerdings in der Überzahl, verschwinden sie lautlos
und feige.“
„Und man sagt sich, dass viele von den Gomolen aus dem Norden in
den Armen von Norpheo sind“, sagte Necon.
Sie stapften weiter durch das feuchte, dunkle Moos und nach einem
Laufweg von etwa fünfzehn Minuten kamen sie an einem, von dem
Mond hell erleuchteten, kleinen See vorbei.
„Vater, da ist eine Nymphe!“, rief Aurora und zeigte dabei auf ein men-
schenähnliches, weibliches Wesen. Sie war wunderhübsch und ihr glän-
zendes, volles schwarzes Haar schimmerte diamantenähnlich im Mond-
licht. Ihr schöner, nackter Oberkörper ragte aus dem klaren Wasser und
spiegelte sich im leichten Kräuseln der feinen Wellen wider. Sie hatte
ihre Unterarme auf einen runden, ovalförmigen Stein abgestützt und
lächelte uns einladend an. Ihre vollkommen schwarzen Augen offenbar-
ten einen Hauch voller Liebenswürdigkeit und Freude und doch wirkten
sie böse und hasserfüllt.
„Ja, das ist eine Nymphe“, antwortete er mit verträumtem Blick auf die
Nymphe gerichtet.
„Nie zuvor habe ich eine gesehen. Was weißt du über sie?“, fragte Aurora
flüsternd.
„Ich weiß nur, dass Nymphen übernatürlich langlebig und an ihre Be-
hausungen gebunden sind“, sagte er abwesend.
„Aber Vater, ich habe mal gelesen, dass sie eine seltsame, erotische An-
ziehungskraft auf Männer haben sollen. Es sind böse Wesen, die Männer
verführen und anschließend ... Nun ja, du weißt schon“, hauchte Aurora
nun entsetzt über das, was sie selbst erklärt hatte. Nun wendete sie den
Blick von der Nymphe, die nur noch Augen für Necon hatte, ab und
schaute entsetzt ihren Vater an. Er war blass und sabberte. Seine Füße
bewegten sich in kleinen Schritten vorwärts. Er schaute dem Dämon
in die Augen und war dem bösen Zauber völlig verfallen. Aurora war
geschockt. Sie musste mit ansehen, wie ihr leiblicher Vater Necon bald
das Fressen für ein wunderhübsches, absurdes Monster wurde. Plötzlich
fing sie an zu schreien:„Vater! Geh nicht! Sie will dich töten!“ Sowohl
Damön als auch Necon wandten beide den Blick zu Aurora. Die schwar-
zen Augen des Höllengeschöpfs leuchteten rot auf vor Wut und ihre
freundliche Miene verzog sich in eine Grimasse. Auroras blasser Vater
hingegen wirkte leicht ängstlich und hauchte stimmlos:„Renn!“, in die
eisige Nachtluft.
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Michael Rauh
Aurora
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