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Friedrich Lorenz

Ufos, Ungeheuer, dunkle Mächte

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Friedrich Lorenz

Ufos, Ungeheuer, dunkle Mächte

© Gondrom Verlag GmbH & Co. KG, Bindlach 1994 Covergestaltung:

Grafik- Design-Studio L. Mielau, Wiesbaden ISBN 3-8112-1134-X

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Inhalt

Vorwort

9

UFOs

11

Moderne Märchen - Massenhysterie -

11

Besucher aus dem All

14

Viele Geheimnisse

16

Das Geschäft mit der Sensation

18

Ufo-Berichte und was dahintersteckt

19

Die Ufo-Klassen

20

Ein Mythos wird geboren

23

Die Rolle der Militärs

24

Der Ufo-Knall

27

Der bekannteste Ufo-Fall und seine Folgen

30

Steven Spielberg macht die Ufos zum Kassenschlager

31

Ufos - ein Fall für die UNO

35

Der Condon-Bericht und der Geheimdienst

37

Ufos hinter dem Eisernen Vorhang

39

Ufos in sechs Dimensionen

42

Ein Besuch an Bord

44

Die Heimat der Außerirdischen

47

Das Problem von Zeit und Raum

49

Ufos - Tausende an der Zahl

49

Die Botschaft der Außerirdischen

50

Der Steckbrief eines Außerirdischen

54

So sieht ein Ufo aus

56

Im Innern eines Ufos

57

Sex mit ET

58

Das Abenteuer des Antonio Villas Boas

60

Entführungen in Deutschland

77

Die Geburt einer Kontaktlerin

82

Die psychischen und physikalisch en Effekte

89

Wie aus einer Ufo-Zeugin eine Kontaktlerin wurde 91

Ufos - verkaufsträchtige Zeitungsenten

92

CENAP - eine deutsche Ufo-Meldestelle

93

Ufos und deutsche Politiker

94

Das Präsidenten-Erlebnis

95

Das Däniken-Phänomen

97

5

Ufos - ein alter Hut in Tassenform

101

Geheimwaffe Ufo

102

Die Jagd auf Ufos

105

Astronauten und Ufos

107

Verwechslungen und Sinnestäuschungen

109

Das Rätsel um die „Bamberger Platte

110

Glatter Betrug

113

Tatsachen oder Spinnereien

114

Konjunktur für den Aberglauben

116

Die religiöse Hoffnung aus dem All

120

Ufos - Wirklichkeit oder Phantasie?

124

Ungeheuer

129

Märchen, Legenden und Phantasie

129

Riesenkraken - das Grauen aus der Tiefe

130

Seeschlangen - der Schrecken der Seefahrer

134

Das Ungeheuer von Loch Ness

136

Auf den Spuren des Schneemenschen

139

Vampire - Ungeheuer in Menschengestalt mit Lust auf Blut

144

Vampire als Märchenfiguren

147

Vampirismus in England und Deutschland

148

Auf dem Balkan sind Vampire blutdürstig

150

Knoblauch als beste Abwehrmaßnahme

152

Vampirgeister

153

Lebende Vampire - Kriminelle

154

Das Weib mit dem Stierkopf

155

Das Tier im Menschen: Werwölfe und andere Ungeheuer

156

Riesen - ungeheuerlich groß

158

Das Ungeheuer vom Brocken

161

Ungeheuer Tierisches: Der Vogel Rock

162

Der Basilisk

163

Der Höllenhund Zerberus

163

Drachen

164

Der Greif

165

Der Acheron

165

Bogie, der Kinderschreck

166

Der Hund von Baskerville

167

Japanische Ungeheuer

167

6

Dunkle Mächte

169

Vom Aberglauben bis zur Parapsychologie

169

Das Bermudadreieck

171

Geisterschiffe auf allen Meeren

176

Der Fluch des Pharaos

180

Astrologie - die Kunst des Glaubens

184

Nostradamus und die Wiedervereinigung

188

Träume und ihre Deutung

190

Dr. Faustus: Die Literatur gewordene dunkle Macht

194

Die Macht der Magier

196

Geistheiler im Bunde mit dunklen Mächten?

197

Wunderheilerin mit staatlichem Segen

201

PSI-Heilung

203

Die Magie der Kurpfuscher

205

Das Geheimnis der Steine

206

Vorsicht vor Unglückstagen

207

Unheimliche Kommunikation

208

Telepathie

209

Ahnungen und Visionen

209

Charles-Dickens-Roman aus dem Jenseits

212

Kommissar Hellseher

213

Mord unter Hypnose

215

Todesurteil - doch der Tod will nicht

216

Unruhige Särge

218

Das Nah-Todeserlebnis

220

Nah-Todeserlebnisse im Krankenhaus

223

Ein Medium spricht mit Sigmund Freud

225

Freud contra Jung - ein jenseitiger Kampf

226

Der Zauber der Liebe

227

Hexen - mit dem Teufel im Bund

229

Der Teufel im Volksmund

233

Amerikanischer Exportschlager- der Spiritismus klopft an

234

Okkultismus - Spiritismus mit wissensch. Anstrich

237

Der Geist erscheint leibhaftig

239

Es poltert allerorten

240

Auf Geisterjagd

241

Geister am Geruch erkannt

242

Der Spuk vom Chiemsee

243

7

Spuk in Rosenheim

248

Dem Chopper den Zahn gezogen

250

Der Poltergeist ist anhänglich

251

Poltergeister und die Justiz

254

Exorzismus - die Teufelsaustreibung

255

Der Fall Anneliese Michel

262

Geister wissen nicht, daß sie tot sind

263

Friedliche Geister

265

Geister lassen sich fotografieren

268

Kontakt mit den Toten

270

Tonbandprotokolle aus dem Jenseits

273

Voodoo-Zauber: Zombies - die lebenden Toten

276

Tobende Geisterschlachten

278

Die Engel von Mons - zuerst erfunden, dann angeblich bestätigt

280

Unfreiwillig zum Gespenst geworden

281

Das Anhaltergespenst

281

Gespensterschrecken als Millionenerfolg

282

Gremlins - die Maschinengeister

283

Das spukreichste Haus Englands

283

Auch Geister fliegen gern

284

Weiße Damen

285

Mord durch gedungene Geister

286

Unheimliche Todesboten

287

Die Macht des Mondes

288

Der Mond als Entschuldigung für Aggressionen

291

Reinkarnation - Fluch oder Trost?

293

Kleines Lexikon des Aberglaubens

297

Das Tier als Symbol des eigenen Selbst

306

Der Mensch braucht Symbole

310

Die Macht der Farben

318

Kornkreise - die Forscher drehen sich im Kreis

321

1990 - Kreise außer Rand und Band

324

Die Frage nach dem Sinn - ungelöst

325

Geheimnisvolle Energien

326

Augen- und Ohrenzeugen

328

Die Suche nach der Kreis-Intelligenz

330

Und noch eine Theorie

335

Parallelen zum Ufo-Phänomen

338

8

Vorwort

Des Menschen Glaube ist sein Himmelreich, meint eine alte Redensart. An Ufos, allerhand dunkle Mächte und Ungeheuer mag man glauben oder nicht - Tatsache ist, daß sie zu unserer Kulturgeschichte und unserer Gegenwart zählen. Daß diese drei

Bereiche nicht längst in die Region der Hirngespinste verbannt wurden, liegt wohl an der angeborenen Neugierde des Menschen, das Unerklärliche klären zu wollen. Dies hat zwangsläufig zur Folge, daß sich auch Menschen mit diesen

Phänomenen

beschäftigten,

die

ganz

und

gar

nicht

irgendwelchen

Phantastereien,

esoterischen

Glaubensbekenntnissen oder mystischen Zirkeln anhängen. Sie wollen lediglich den Schleier des Geheimnisvollen und Unbekannten lüften, frei nach dem Grundsatz jeglicher menschlichen Neugierde: Irgendwann läßt sich alles

erklären.Vielleicht haben beide Seiten recht, die Ufo- und Gespenstergläubigen ebenso wie die Skeptiker. Sie kontrollieren

sich gegenseitig und tragen so dazu bei, daß Über-

Außerirdisches, Mystisches und Ungeheuerliches in kulturverträglichem Maße vom Menschen ertragen werden können. Oder anders ausgedrückt: Müßte man beim heutigen Entwicklungsstand der Menschheit nicht den Zusammenbruch aller Wertmaßstäbe befürchten, wären die Existenz überragender Intelligenzen, das Leben nach dem Tode und die Reinkarnation schon heute beweisbar? Der im Grunde immer noch in archaische Verhaltensmuster verstrickte Mensch würde wohl in den Grundfesten seines Selbstwertgefühls erschüttert, die Anarchie würde zum sofort beweisbaren Ungeheuer.

und

9

UFOs

Moderne Märchen - Massenhysterie -Tatsachen?

Jeder kennt sie - und trotzdem weiß keiner, was sie sind: die Ufos, jene unidentifizierten Flugobjekte, die seit Jahrzehnten durch Zeitungen, Zeitschriften und Filme geistern. In aller Welt wurden sie gesichtet, vermeintlich fotografiert und doch nicht identifiziert. Über kaum eine mysteriöse Erscheinung gibt es derart viele Berichte, geheime Untersuchungen, gegensätzliche Meinungen und abenteuerliche Erklärungsversuche. Seit der amerikanische Pilot Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 neun seltsame fliegende Scheiben über dein Mount Ranier im US-Bundesstaat Washington beobachtete und ein Journalist den Begriff „fliegende Untertassen“ erfand, hat das Rätselraten um die Himmelserscheinungen nicht mehr nachgelassen. Dagegen verblaßten frühere Berichte um merkwürdige fliegende Lichter. Die „unidentified flying objects“, kurz Ufos, hatten die Forscher- und Sensationswelt erobert. Geradezu kochend heiß wurde das Ufo-Fieber während des kalten Krieges in den 50er und 60er Jahren. Das US- Verteidigungsministerium sah sich 1955 sogar veranlaßt, Ergebnisse einer von der Luftwaffe durchgeführten Untersuchung zu veröffentlichen. Die Quintessenz: Es konnte kein Beweis für die Existenz der sogenannten fliegenden Untertassen erbracht werden. Knapp zehn Jahre später glaubte das amerikanische Untersuchungskomitee für Erscheinungen im Luftraum (NICAP) anhand von 5000 Berichten das Gegenteil behaupten zu können. Und 1968 konterte die US-Regierung in einer mehr als 1400 Seiten umfassenden

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Arbeit, daß die beschriebenen Phänomene von keinerlei wissenschaftlichem Interesse seien. Derweil ließen sich die Augenzeugen in aller Welt nicht beirren. In Frankreich kam ein 750 Seiten starker Katalog über Ufo-Beobachtungen an die Öffentlichkeit, eine Liste von 200 beobachteten Landungen in Spanien und Portugal. Daß sich Ufos auch vor den Polit-Karren spannen lassen, bewiesen die Sowjets im September 1977, als viele Bürger des russischen Petrozavodsk „ein riesiges glühendes Quallen-Ufo“ über der Stadt schweben sahen. Die Behörden hüllten sich in Schweigen, schürten damit den Ufo-Glauben und verschleierten so einen geheimen Satellitenstart. Irdische Geheimwaffe oder Besuch aus dem Weltall? Welche Blüten die menschliche Phantasie treiben kann, wenn Phänomene das bleiben, was sie sind - nämlich nicht erklärbar -, zeigte sich in den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Wer die fliegenden Untertassen nicht als Hirngespinste abtat, trotzdem aber auf dem Boden der Tatsachen bleiben wollte, der erinnerte sich an Gemunkel und Propaganda von deutschen Geheim- und Wunderwaffen der letzten Kriegstage. Die einfache Schlußfolgerung: Gab es sie wirklich, und wenn auch nur auf dem Papier, dann hatten sie jetzt die Amerikaner und die Russen, samt dazugehörigen Ingenieuren und Wissenschaftlern. Und Tatsache war: Beide Kriegssieger waren sich längst nicht mehr grün und drohten sich nun gegenseitig ganz irdisch verwirrend geheim mit den grünen Männchen vom Mars. Der Zeitgeist tat ein übriges und streute das Gerücht von einer Nazi-Fluchtburg in der Antarktis aus, wo die Unverbesserlichen des tausendjährigen Reiches ein scheibenförmiges Flugzeug entwickelt hätten, die Urform des Ufos. Seltsame Blüten trieb aber auch die Kommunistenfurcht der Amerikaner. In den Jahren 1947 und 1948 sollten sich

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nach der Meinung mancher Politiker sogar das FBI und andere Sicherheitsdienste des Ufo-Phänomens annehmen. Bekannt geworden ist der Fall eines Augenzeuges, der eine fliegende Untertasse gemeldet hatte. Er wurde samt seiner Umgebung vom militärischen Geheimdienst vernommen und auf seine Staatstreue getestet. Daß US-Behörden bei der Behandlung des Themas „fliegende Untertassen“ etliches Porzellan zerschlugen und Stoff zu Spekulationen für die irdische Herkunft der Ufos lieferten, beweist das Erlebnis zweier Frauen im Dezember 1980 in der Nähe von Huffman in Texas. Sie standen zusammen mit einem siebenjährigen Buben abends auf einer Landstraße plötzlich einem leuchtenden Objekt gegenüber, das so viel Hitze abstrahlte, daß selbst ihr Auto heiß wurde. Begleitet war das Flugobjekt von mehreren Hubschraubern, wie sie von der US-Luftwaffe damals geflogen wurden. Offiziell wurde jedoch bestritten, daß sich eines ihrer Flugzeuge in dieser Gegend befunden hätte, obwohl andere Zeugen ebenfalls Helikopter gesehen hatten. Für die drei war die Begegnung mit der unheimlichen Art nicht ohne Folgen geblieben. Sie litten mit unterschiedlicher Intensität tagelang unter Kopfschmerzen, Müdigkeit, verschwollenen Augen, Übelkeit und Haarausfall. Als dieser Vorfall nach Jahren aufgrund des Gesetzes zur Informationsfreiheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, bekamen jene Ufologen ,die auf Geheimprojekte und Regierungsverschwörung setzten, wieder Oberwasser. Andere Untertassenforscher zogen daraus den Schluß, daß die Regierung in Not geratenen Außerirdischen geholfen habe und die Sache aus Gründen der nationalen Sicherheit vertuscht worden sei. Man erinnerte sich an Meldungen über abgestürzte Ufos, deren Einzelheiten von den Behörden geheimgehalten wurden. Licht ins Dunkel der oftmals als

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Lichterscheinung beschr iebenen Untertassenphänomene kam auf diese Weise jedenfalls nicht, dafür wieder ein Mehr an Spekulation und Phantasie. Ohne es beweisen zu können, dürfte an dem Glauben, Ufos seien irdischer Herkunft, nur eines irdisch sein: der menschliche Phantasiereichtum. Es ist einfach unmöglich, daß irgend jemand auf dieser Erde ein einzigartig hochtechnisiertes Gerät baut, es über Jahrzehnte hinweg zigtausendmal zeigt und doch unentdeckt bleibt.

Besucher aus dem All

Weitaus üblicher ist heutzutage die Hypothese, daß Ufos aus dem Weltall kommen. Es gibt sogar Menschen, die den Beweis dafür selbst erlebt haben wollen. Sie seien von den Außerirdischen kurzzeitig an Bord ihres Raumschiffes entführt worden. Was dort geschah, reicht von der neugierigen medizinischen Untersuchung bis hin zur Übermittlung einer Botschaft an die Menschheit durch den Auserwählten, sich auf die Aufnahme in die galaktische Völkergemeinschaft vorzubereiten. Sich als ernsthaft bezeichnende Ufo-Forscher machen es sich allerdings etwas schwerer, den Besuch aus dem Weltall zu akzeptieren. Sie finden in allzu vielen Berichten über Begegnungen mit Außerirdischen allzu viel menschliche Gedanken- und Phantasiestrukturen. Sie gehen dann schon viel lieber davon aus, daß mögliches außerirdisches Leben keineswegs menschennahe oder gar menschenverständliche Logik hat. Der amerikanische Sozialwissenschaftler Hilary Evans nimmt die oftmals einfache Erklärungslogik des Ufo- Phänomens aufs Korn. Seiner Meinung nach muß man sich zunächst einmal mit einigen gewichtigen Einwänden auseinandersetzen, die diese Objekte selbst betreffen, z. B. was sie tun, woher sie kommen und welchen Zeitpunkt sie gewählt haben, um sich zu zeigen.

14

In seinem Buch „The Evidence for UFOs“ schreibt er: „Es ist vorstellbar, daß Ufos Raumschiffe sind. Sie sind unseren Raumschiffen nicht sehr ähnlich, aber das kann man auch nicht erwarten; und viele von ihnen scheinen auch für die Begriffe irdischer Ingenieurkunst sinnvoll.“ Verwirrender ist die große Zahl verschiedener Formen und Größen. Es wurde ein Vergleich gezogen zu der Vielzahl von Automodellen auf unserem Planeten. Aber kann man annehmen, daß interplanetarische Raumschiffe ebensosehr von Geschmack

und Laune abhängen wie Individual-Verkehrsmittel? Ufo- Forscher haben diese Vielfalt auf verschiedene Arten erklärt. Der amerikanische Forscher Wendelle Stevens stellte fest, daß „unter über tausend Fällen weniger als fünf sind, bei denen sich zwei unterschiedliche Berichte auf dasselbe Fahrzeug zu beziehen scheinen“. Er folgert daraus, daß „man fast zur Annahme einer außerirdischen Hypothese oder einer über andere Welten gezwungen ist“. Ein anderer Ufo- Forscher behauptet dagegen, daß „das Beweismaterial für fliegende Untertassen mehr verschiedene Typen von

Objekten

physikalischen Raumschiffen logisch erklären kann“. Und eine weitere Ufologen-Stimme sieht nur zwei Möglichkeiten:

„Entweder wurde jedes Objekt einzeln konstruiert und nur einmal verwendet, oder keines der Objekte hat in Wirklichkeit überhaupt existiert.“ Unterm Strich bedeutet dies, daß jeder Versuch, Ufos in den Begriffen des uns geläufigen Wissens zu erklären, unzulänglich ist. Evans: „Aber natürlich ist die Vielzahl der Erscheinungsformen von Ufos eines ihrer grundlegenden Merkmale und muß deshalb eines der ersten Elemente sein, über die eine Hypothese gebildet wird.“ Ähnlich dürfe man sich nicht zu sehr davon beeindrucken lassen, daß Ufos scheinbar gegen Unfälle und Pannen gefeit

den

und

Wesen

enthält,

als

die

Theorie von

15

sind. Es gibt viele Fälle, in denen sie gelandet sind und sich ihre Insassen offenbar mit Reparaturen beschäftigt haben, „aber es ist etwas daran verdächtig, daß sie jedesmal rechtzeitig mit der Reparatur fertig werden“.

Viele Geheimnisse

Es gibt viele unbeantwortete Fragen über die Ufos selbst. Warum sieht man einen bestimmten Typ eine Zeitlang und dann nicht mehr? Warum haben manche Kuppeln und Fenster, die auf Insassen hinweisen, während andere hermetisch geschlossen zu sein scheinen? Warum haben manche lärmende, flammende Antriebe, während andere keine erkennbaren haben? Warum sind manche mit farbigen, blitzenden Lichtern bedeckt, während andere graue, unauffällige Formen haben? Rätsel gibt auch ihre offenbare Unabhängigkeit von den uns bekannten Naturgesetzen auf. Immer wieder wird berichtet, daß sie sich mit sehr hoher Geschwindigkeit bewegen - und dann plötzlich stillstehen oder plötzliche 90- Grad-Wendungen machen. Oder sie schweben lange Zeit über dem Boden und schießen dann unverhofft blitzschnell davon. Selbst ihre Form scheinen sie verändern, sich sogar teilen und wieder verbinden zu können. Wer an fliegende Untertassen glauben will, muß dies wohl als gegeben akzeptieren. Wer mißtrauisch ist, wird durch die eigene, menschliche Technikentwicklung verunsichert. So hielt man es in der Vergangenheit z. B. für unmöglich, daß schwerere Gegenstände als Luft fliegen könnten, und der bemannte Mondflug galt für viele noch Anfang der 60er Jahre als undurchführbar. Die Entwicklungsgeschichte hat die Zweifler eines Besseren belehrt. Hilary Evans kommt bei seinen Überlegungen zu dem Ergebnis:

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Das Verhalten der Ufos läßt sich nicht so leicht in Einklang mit der außerirdischen Hypothese bringen, aber es läßt sich auch mit keiner anderen Hypothese leicht vereinbaren. Die Objekte, die hoch am Himmel gesehen werden, schwirren mit der Ziellosigkeit von Fliegen umher. Diejenigen, die sich der Erde nähern, scheinen kaum zweckgerichteter zu handeln. Und warum sind manche von ihnen so erpicht darauf, ihre Anwesenheit bekanntzugeben, während andere sich ganz unauffällig verhalten? Lenken uns die einen ab, während die anderen sich ernsthafteren Tätigkeiten widmen? So wird behauptet, daß Ufos überdurchschnittlich häufig in der Nähe von Energieanlagen, Forschungsstätten oder Raketenstützpunkten gesehen werden. Aber auch wenn das stimmt, betrifft das nur einen kleinen Bruchteil ihrer Gesamtzahl. Wozu sind die anderen da? Alles, was man über diesen merkwürdigen Mangel an Zweckgerichtetheit sagen kann, ist, daß er zwar die außerirdische Theorie nicht stützt, aber eben auch keine andere. In der Frage, woher die Ufos kommen, ließ man zu, daß die Diskussion durch eine vermenschlichende Betrachtungsweise voreingenommen geführt wurde. Kritiker wenden ein, daß fast jede interstellare Reise viele Lichtjahre, oft mehrere Lebensspannen lang, dauern würde. Andere antworten, daß es naiv wäre, sich die Dauer einer Raumreise als buchstäblich reale Zeit vorzustellen. So sollen die angeblichen Besucher vom Planeten Ummo behauptet haben, sie hätten sog. Raumfalten als Abkürzungen benutzt. Selbst wenn der Ummo-Bericht eine Fälschung ist, zeigte er doch eine Möglichkeit, die man nicht ausschließen darf. Die wertvollste Informationsquelle wären zweifellos die Ufo-Besatzungen selbst. Dann wäre auch geklärt, woher sie kommen, zumal jedes Ufo von woanders zu stammen scheint. Manchmal kommen sie angeblich von uns bekannten

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Sternensystemen, am beliebtesten sind die relativ nahen Alpha und Proxima Centauri. Mitunter werden uns unbekannte Himmelskörper genannt, wie z. B. der Planet Clarion. In diesem Falle hatte die Ufo-Kommandantin einen Erdenbürger aufgeklärt. Er könne von Clarion nichts wissen, weil dieser Planet auf der anderen Seite des Mondes stehe und deshalb von der Erde aus nicht sichtbar sei. Eines scheint in Ufo-Kreisen heute jedoch sicher zu sein: Die Hypothese von den außerirdischen Besuchern erklärt das Ufo-Phänomen am besten. Tatsache ist aber auch, daß es 30jähriger intensiver Forschung nicht gelungen ist, diese Hypothese auch nur mit dem kleinsten Beweis unzweifelhaft zu belegen. Manche Aspekte konnte sie besser erklären als andere Hypothesen. Evans: „Aber sie bleibt doch nur eine Mutmaßung.“

Das Geschäft mit der Sensation

Nicht ganz unschuldig an der Verwirrung um die Ufos sind die Medien. Sie präsentieren immer wieder Fotos von fliegenden Untertassen als Beweis für deren Existenz und sind dabei nicht selten geschäftstüchtigen Fälschern aufgesessen. Dabei steht eines fest: Es gibt Zehntausende von Ufo-Fotos, aber kein einziges zeigt klar und deutlich ein Ufo, ganz zu schweigen davon, daß in bezug auf irgendeinen irdischen Gegenstand eine Größenrelation abzuleiten wäre. Erst als die fotografischen Analysemöglichkeiten verfeinert worden waren, wurden zunehmend die Fälschungen erkannt. Und der Rest, der übrigblieb, war wenig informativ. Auffällig auch, daß die Fotografen oftmals recht scharfer Aufnahmen keine Zeugen hatten oder die Beschreibung des Gesehenen den Fotos widersprach. Trotzdem soll es Fotos geben, die nachdenklich stimmen. So hielt beispielsweise das Foto eines 1950 in Oregon aufgenommenen Objektes

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zahlreichen Analysen verschiedener Institutionen stand. Es

konnte sich um keine Fälschung handeln. Nach einmütiger Auffassung war da tatsächlich ein reales Objekt von 20 bis 30 Meter Durchmesser fotografiert worden, das in großer Entfernung flog. Man stufte es als eine der wenigen Ufo-

Faktoren,

geometrische, psychologische und physikalische, mit der Annahme übereinstimmten, daß ein ungewöhnliches fliegendes Objekt, silbrig, metallisch, scheibenförmig, mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Metern und offensichtlich künstlich, in Sichtweite von zwei Augenzeugen flog“. Doch nicht nur Sensationslust ließ Ufos zu allen Zeiten in allen Höhen kreisen, sondern auch die Psyche und der kulturelle Hintergrund von Augenzeugen beeinf lussen die Beobachtung und Einschätzung des Gesehenen. So können populäre Volkssagen ebenso eine Rolle spielen wie die Vorliebe für Sciencefiction. Ein eingebildetes Ufo-Erlebnis kann auch durch soziale Ansteckung hervorgerufen werden, wie mehrere Fälle im Herbst 1954 in Frankreich bewiesen. So hatte in Sinceny (Aisne) ein Mann im Licht von zwei Lampen einen Schatten gesehen und geglaubt, ein Marsmensch repariere seine fliegende Untertasse. „Ich ging mein Gewehr holen und schoß auf ihn.“ Getroffen hat er das Auto seines Nachbarn, der eine Panne hatte.

Berichte

ein,

„in

denen

alle

untersuchten

Ufo-Berichte und was dahintersteckt

Die amerikanische Luftwaffe stellte im Laufe ihrer offiziellen Untersuchungen der vielen tausend gemeldeten Sichtungen fest, daß zwischen 90 und 99 Prozent der Beobachtungen auf längst bekannte Ursachen zurückzuführen sind. Dabei handelte es sich um Meteore, Nordlichter, Vogelschwärme, hochfliegende Flugzeuge, Hubschrauber und Forschungsballons.

19

Aber auch einfache optische Täuschungen sowie Schwindeleien waren im Spiel. Heute sind sich Ufo-Forscher in aller Welt einig: Nur ein verschwindend kleiner Teil der Beobachtungen betrifft

allen

anderen spielt der sogenannte Stimulus eine entscheidende

Rolle, d. h., ein alltägliches Objekt wird unter ungewöhnlichen Umständen beobachtet und deshalb als außergewöhnlich wahrgenommen. Ein Beispiel: Zwei ältere Frauen in England beobachteten stundenlang den Vollmond und glaubten schließlich, ein silbernes Raumschiff mit Bullaugen zu sehen. Erschwert wird die Einschätzung von Ufo-Berichten häufig dadurch, daß die Beobachter das Gesehene subjektiv sehen und unbewußt oder bewußt mit ihren eigenen Vorstellungen verquicken. Der amerikanische Astrophysiker J. Allen Hynek hat deshalb in den 70er Jahren ein Klassifizierungssystem

tatsächlich

etwas

der

Wissenschaft

Unbekanntes.

Bei

entwickelt,

das

alle

Vorstellungen

und

Meinungen

der

Beobachter

ausgrenzt

und

sich

auf

das

Beobachtete

konzentriert.

Die Ufo-Klassen

Fachleute definieren Ufos als unbekannte Flugobjekte oder

Lichter

und

Lumineszenzeigenschaften nicht konventionell erklärt werden können. Allen Hynek teilte die Beobachtungen von unidentifizierbaren Flugobjekten in verschiedene Gruppen ein:

Aussehen,

Erdoberfläche, deren

am

Himmel

bzw.

auf

der

Flugbahn,

allgemeine

Dynamik

Nocturnal Light (NL):

Nächtliche

Lichterscheinungen

-

Die

am

einfachsten

zu

erklärenden

Vorgänge

am

Nachthimmel

werden

auch

am

häufigsten

20

als Ufo-Phänomen ausgelegt. Es sind meist sehr fremdartige helle Objekte, Lichter und Formen, deren Verhalten scheinbar auf etwas Frem dartiges hinweist. Erfahrene Ufo-Forscher erkennen oft auf Anhieb, daß es sich bei zumeist aus großer Entfernung beobachteten Objekten um Satelliten, Meteoriten, Landescheinwerfer von Flugzeugen, Planeten, Ballons oder ähnliches handelt.

Daylight Discs (DD):

Tageslichtscheiben - Objekte, vorwiegend silbrige Scheiben, die am Tage beobachtet werden. Sie werden ebenfalls aus großer Entfernung gesehen. Auf den meisten Ufo-Aufnahmen sind DD-Objekte abgebildet.

Radar-Visuelle Sichtungen (RV):

Das sind Nachtlichter oder Tageslichtscheiben, die gleichzeitig mit dem Auge wahrgenommen und vom Radar erfaßt werden. Unbekannte Flugobjekte, die nur durch Radar geortet werden, sollten nicht als Ufo-Phänomen eingestuft werden, da Radarechos eine Reihe von natürlichen Ursachen haben können, dazu zählen z. B. technische Defekte, selten auftretende meteorologische Einflüsse und Vogelschwärme. Ulrich Magin, Kenner der Materie und Autor zahlreicher Fachaufsätze, beschreibt Hyneks Klassifizierungssystem so: Falls der Zeuge der Überzeugung ist, dem Ufo näher als hundert Meter gekommen zu sein, handelt es sich um eine Nahbeobachtung oder Nahbegegnung (Close Encounters). Seit Steven Spielbergs Film ist diese Art des Erlebnisses als „unheimliche Begegnung“ bekannt. Auswertungen von Begegnungsberichten haben ergeben, daß der Zeuge wohl nie einem Ufo nahe gekommen ist, sondern die Venus fälschlicherweise für ein unbekanntes Flugobjekt gehalten wurde.

21

Die

nahen

Begegnungen

werden

Kategorien aufgeschlüsselt.

zudem

noch

in

vier

Nahe Begegnung der ersten Art:

Damit sind Sichtungen gemeint, bei denen das Ufo in einer Entfernung von weniger als hundert Metern wahrgenommen wird, ohne daß etwas Besonderes geschieht. Auf jeden Fall sollte der Beobachter Einzelheiten des Objekts erkennen und beschreiben können. CE 1-Fälle sind meist nicht leicht zu erklären (Close Encounters of the First Kind, CE 1).

Nahe Begegnung der zweiten Art:

Umwelt

hinterlassen - einen Kreis niedergedrückter Vegetation, Löcher im Erdreich, verbrannte Erde usw. Auch kann das Ufo die Umgebung beeinflussen - ein Automotor stoppt, der Fernseher flimmert, der Strom fällt aus, oder Tiere werden unruhig. Es kann auch zu Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Brandwunden, Fieber und Depressionen kommen. Solche Begegnungen sind deshalb interessant, weil die festgestellten Auswirkungen wissenschaftlich untersucht werden können (Close Encounters of the Second Kind, CE 1I).

Hierbei

hat

das

Ufo

angeblich

Spuren

in

der

Nahe Begegnungen der dritten Art:

Sie werden auch als Unheimliche Begegnungen bezeichnet. Hierbei werden in, bei oder auf dem Ufo oder in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Ufo Lebewesen beobachtet, die seine Piloten sein könnten. Diese Wesen werden durchweg immer menschenähnlich geschildert, selten ist von Robotern die Rede. Science-fiction-Monster sind bisher noch kaum beobachtet worden. In den 50er Jahren wurde viel von wunscherschönen, freundlichen Wesen von Venus und Mars berichtet (Close Encounters oft the Third Kind, CE 111).

22

Unheimliche Begegnung der vierten Art:

Seit mehr als 20 Jahren meinen vorwiegend amerikanische

Zeugen, noch viel mehr erlebt zu haben - nämlich die Unheimliche Begegnung der vierten Art (CE IV). Schenkt man diesen Berichten Glauben, dann dürften solche Kontakte

tatsächlich

unheimlich

sein,

da

es

sich

praktisch

um

Entführungen

handelt.

Die

Zeugen,

die

an

Bord

der

Raumschiffe ins All entführt werden, sind meist Opfer und müssen sich oft schmerzhaften medizinischen Untersuchungen und Experimenten unterziehen. Danach erhalten sie Botschaften, die in der Regel politische oder soziologische Aussagen über den Zustand der Welt enthalten. Unbekannte Flugobjekte sind nicht nur für Astronomen, Physiker und Ingenieure eine Herausforderung, sondern auch für Verhaltensforscher. Nach Ansicht von Psychologen wird die Reaktion auf die Sichtung eines Ufos entscheidend durch die psychische Konstitution des Beobachters bestimmt. Soziologen verweisen dagegen auf den gesellschaftlichen und kulturellen Hintergrund des Beobachters. Anthropologen wiederum ziehen zu Mythen und traditionsgebundenen Glaubenslehren Parallelen.

Ein Mythos wird geboren

Nach der Scheibensichtung von Kenneth Arnold im Jahre 1947 brauchte es nur ein Jahrzehnt, eine ganze Ufo-Mythologie entstehen zu lassen, die späterhin nur wenige Ergänzungen erfuhr. Genauer betrachtet dürften sich jedoch tatsächlich die innen- und außenpolitischen Ängste der Amerikaner - Kommunistenhatz, Koreakrieg, Entwicklung der Wasserstoffbombe, kalter Krieg - ein Ventil geschaffen haben. Die Ufo-Filme der 50er Jahre spiegelten letztlich die irdischen Sehnsüchte und Ängste der Amerikaner wider.

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Das unheildrohende Geheimnisvolle drohte nicht aus dem Weltall, sondern aus der Sowjetunion. Selbst US-Militärs glaubten nach Arnolds Sichtung an eine Geheimwaffe des Dritten Reiches, die bei Kriegsende in die Hand der Russen gefallen war. Dies ist wohl auch der Grund, warum Amolds Beobachtung ernst genommen und alle weiteren Berichte gesammelt wurden. Damit war der erste Schritt höchst offiziell zum Ufo-Mythos getan. Daran konnte auch die Tatsache nichts

mehr ändern, daß sich sehr schnell herausstellte, was es wirklich mit dem Arnold-Ufo auf sich hatte. Was er wirklich gesehen hat, reicht in der Beschreibung von einem ganz normalen Flugzeug bis hin zur Fata Morgana. Sicher ist jedoch, daß Arnold die Entfernung überschätzt hat. Auch seine Angaben zu der Größe der Ufos und deren Entfernung ergeben keinen Sinn. Als dritter Faktor paßt die von ihm geschätzte sehr hohe Geschwindigkeit nicht ins Gesamtbild. Wahrscheinlich handelte es sich um ein ganz irdisches Flugzeuggeschwader. Hätten die US-Militärs nüchtern reagiert, wären ihnen die Schätzungsfehler Amolds aufgefallen. Die Angst vor der sowjetischen Bedrohung schien wohl stärker als dieVernunft. Arnold selbst tat schließlich noch ein übriges, um die Ufo-Mythologie festzuschreiben: Zusammen mit einem geschäftstüchtigen Herausgeber von Science-fiction- Heftchen veröffentlichte er ein Buch über sein Erlebnis.

Manche Ufologen sind der Meinung:

missionarischen Schriften über Ufos, die die Diskussion im

Ohne diese

ganzen Land ankurbelten, wäre das Ufo-Phänomen wohl nie älter als zwei Wochen geworden.

Die Rolle der Militärs

Nachdem sich die Militärs einmal der Ufos angenommen hatten, gab es kein Zurück mehr. Zahlreiche Untersuchungsgruppen, Ausschußberichte und der militärische Hang zum

24

Geheimstempel brachten die Ufo-Phantasien zur Prachtblüte. 1947 kam Generalleutnant Nathan F. Twining in der Projekt- Sign-Studie zu dem Schluß, daß Ufos „real und nicht fiktiv“ sind. Amerika fühlte sich nun vollends bedroht, wenn auch nicht mehr durch sowjetische Geheimwaffen. Höchste Zeit also, das Volk zu beruhigen. Das Nachfolgeprojekt „Projekt Grudge“ verkündete denn auch schließlich, daß die Mehrzahl der Sichtungen auf fehlinterpretierte natürliche Stimuli zurückzuführen sind. Die Ursachen der Sichtungen lägen in „Fehlinterpretationen konventioneller Erscheinungen, abnormen psychologischen und physiologischen Zuständen, gesellschaftlichem Streß und Schwindel“. Diese widersprüchlichen Untersuchungsergebnisse beruhigten jedoch nicht, sondern heizten die Phantasie erst recht an. Ufo-Fans vermuteten, das Militär wisse alles über die Ufos, besitze sogar abgestürzte Untertassen und tote Außerirdische. Und die Zeugen würden lächerlich gemacht, um dieses Wissen zu vertuschen. Auch der Ausstieg der Luftwaffe aus den Ufo-Sichtungsuntersuchungen änderte zwei Jahre nach Arnolds fehlinterpretierter Beobachtung am Hang zum Ufo- Mythos nichts mehr. Ulrich Magin: „Die Ufos verkörperten die Hoffnungen und Ängste der Amerikaner geradezu ideal, und die Erklärung, Tausende von Amerikanern hätten so ungenau beobachtet, daß sie Sterne für außerirdische Raumschiffe hielten, war nicht sonderlich schmeichelhaft für das nationale Selbstbewußtsein.“ Die militärische Geheimniskrämerei war es schließlich auch, die den Ufo-Glauben trotz des offiziellen Abschwurs weiter nährte. So soll am 7. Januar 1948 eine fliegende Untertasse einen Piloten, der sie verfolgte, getötet haben. Die offizielle Erklärung dazu: Der Pilot war der Venus nachgeflogen, hat dann unter Höhenkrankheit gelitten und ist abgestürzt.

25

Erst drei Jahre später wurde bekannt, daß diese spektakuläre Ufo-Aktion und deren Erklärungsversuch blanker Unsinn waren. Tatsächlich war der Pilot einem damals noch streng geheimen Ballontyp der Marine nachgeflogen und verunglückt. Die Luftwaffe aber wußte von dem Ballon nichts und versuchte mit der Venus-Variante die Gemüter zu beruhigen. Schon 1947

war die Luftwaffe wegen eines vermeintlichen Ufos in die Schlagzeilen gekommen. Nach dem Absturz eines Ballons über New Mexico kam in Fliegerkreisen das Gerücht auf, ein Ufo mit

16

kleinen

außerirdischen

Leichen

sei

abgestürzt.

Ein

Klatschreporter

bekam

davon

Wind

und

stellte

das

Luftwaffengerücht als bewiesene Tatsache dar. Die unausbleibliche Folge: Kurz nach Veröffentlichung des Buches kam es im März 1950 zu einer erneuten Welle von Ufo- Sichtungen in den USA, die ebenso groß war wie die von 1947. 1951 erreichte die Ufowelle einen ersten Höhepunkt, nachdem jemand über Fort Monmouth, New Jersey, ein Ufo gesehen haben wollte, das auch auf den Radarschirmen der Militärs erschien. „Project Blue Book“ war geboren. Im April 1952 setzte die Illustrierte „Life“ mit einem Bestseller-Artikel noch eins drauf, und wenige Monate später schien der Himmel über den USA von Ufos nur so zu wimmeln. Radarstationen gerieten wegen unerklärlicher Echos auf den Bildschirmen in Aufregung, Kommandeure befahlen ihren Abfangjägern Alarmstarts. Auf Fotos überflogen ganze Raumschiffgeschwader das Capitol in Washington. Diesmal blieben die offiziellen Stellen in ihren Öffentlichkeitserklärungen bei der Sache und erläuterten ganz richtig, daß es sich um atmosphärische Phänomene, ausgelöst durch Lichtbrechungen an Inversionsschichten, handelte. Auch die Radarechos auf den damals noch recht unvollkommenen Geräten waren von ähnlichen Erscheinungen ausgelöst worden. Vergebens, die Öffentlichkeit

26

des Landes sah das Zentrum amerikanischer Größe durch eine fremde, unheimliche Macht bedroht. Selbsternannte Ufo- Fachleute avancierten zu begehrten Interviewpartnern renommierter US-Zeitschriften und -Zeitungen. Man hatte den Eindruck, wer noch keine Ufos gesehen hat oder nicht daran glaubt, ist kein guter Amerikaner. Unter dem Druck solch

intensiven Öffentlichkeitsspektakels verwundert es wohl kaum, daß die Ufo-Sichtungen im Sommer 1952 einen einsamen Rekord erreichten: 1952 wurden der Luftwaffe 1 166 Berichte

gemeldet, davon 366 im Juli,

September. Bis zum Jahresende kamen monatlich rund 50 Beobachtungen noch hinzu. Den Militärs, ehemals über ihre eigene Angstpsychose und Widersprüchlichkeit gestolpert, kaufte man die neue Sachlichkeit nicht ab. Vor diesem Hintergrund gründete sich 1952 die erste private Ufo- Organisation. Unter der Leitung von Coral und Hirn Lorenzen setzte sich die Aerial Phenomena Research Organization (APRO) das Ziel, das Rätsel selbst zu lösen.

August und 105 im

218 im

Der Ufo-Knall

In den 50er Jahren versuchten die Militärs - auch wenn sie sich nach wie vor Widersprüchlichkeiten leisteten - wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Aber wie es eben zu jedem Mythos paßt, kam dann der Ufo-Knall schlechthin, wenn man die falsch interpretierte Beobachtung von Arnold als Lunte am Pulverfaß der Phantasie bezeichnen will. George Adamski, Kalifornier polnischer Abstammung, behauptete Anfang 1953 in einem Buch, im November des Vorjahres in der kalifornischen Wüste eine Begegnung mit einem Außerirdischen gehabt zu haben. Der habe ihn vor den Gefahren der Atombombe gewarnt. Den Fremden beschrieb

27

Adamski als langhaarigen Schönen von der Venus - die absolute Lebensfeindlichkeit dieses sonnennahen Planeten war damals noch mangels Voyager-Sonden außer ernsthaften Astrophysikern kaum jemand bekannt.

in

Verbrämt

mit

dem

Nachwort

eines

Esoterikers,

der

Göttern und Engeln der Mythen und heiligen Schriften in Wirklichkeit Raumfahrer von anderen Planeten entdeckte, wurde der Adamski-Bericht zum Inbegriff der Ufo- Wahrhaftigkeit. Wen wundert es, daß im Land der Sekten und Sektierer religiöse Gemeinden entstanden und Adamski selbst zu deren Propheten aufstieg. Und wie die heutige Medienlandschaft weiß, verlangt jeder Bestseller eine Fortsetzung. Also flog Adamski in zwei weiteren Büchern zum Mond und mehreren anderen Planeten des Sonnensystems.

Damit die Auflage auch weltweit stimmt, hat er nicht nur viele Planetenmenschen gesprochen, sondern auch Jesus und Buddha. Nach modernem PR-Management könnte man die Überlegung unterstellen: Welcher Anhänger dieser Weltreligionen wollte nicht in seinem eigenen kurzen Leben Informationen aus erster Hand über seinen Schöpfer erfahren? Selbst der Papst empfing Adamski. Die APRO hingegen hielt Adamski für einen Schwindler.

war geboren, die

Entführungsopfer mehrten sich. Auffallend war nur, daß sich die Außerirdischen ihren Opfern gegenüber stets friedlich verhielten. Einer behauptete gar, seine Frau sei eine Außerirdische. Noch heute finden ernsthafte Ufo-Forscher bei Entführungsschilderungen Parallelen zu Aussagen früher Entführter. Der Schluß liegt nahe, daß hier etwas nacherzählt wird. Bei den amerikanischen Sicherheitsbehörden entstand ob der neuen Ufo-Welle neue Angst. Diesmal nicht vor den Russen, auch nicht vor Außerirdischen, sondern vielmehr

Eine

neue

Ära

der

Ufologie

28

vor der Hysterie des eigenen Volkes. Die CIA empfahl gar, dem Ufo-Spuk ein Ende zu bereiten, ehe ernsthafter Schaden entsteht. Man befürchtete, im Fall einer tatsächlichen Krise könnte die Ufo-Welle sämtliche Informationskanäle für wichtige Meldungen blockieren. In vielen Medien dachte man genauso. Aber alle Mühe war vergebens, die Amerikaner sahen weiterhin fliegende Untertassen. Neue Ufo-Organisationen schossen aus dem Boden und sagten sich gegenseitig den Krieg an, nach dem Motto: Euer Ufo ist keines, unser Ufo ist das alleinig wahre. Der Start des ersten Sputniks am 4. Oktober 1956 versetzte dem Selbstbewußtsein der Amerikaner einen schweren Dämpfer, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich nun zeigte, daß die Russen in Bezug auf ihre Waffentechnologie einen höheren Entwicklungsstand hatten, als man bisher angenommen hatte. Die westliche Welt bekam es mit der Angst zu tun, was in einer Zeit des Kalten Krieges nur allzu verständlich war. Schon am Tag nach dem Sputnikstart gingen bei der US-Luftwaffe 102 Beobachtungsmeldungen ein, im November stiegen sie auf 361. Schließlich entwickelte sich eine Epidemie, die fast die ganze Welt ergriff, Ufos waren nicht mehr allein über Amerika, sondern auch über Lateinamerika und Europa. Und die Europäer hatten einiges zu bieten. Vor allem Franzosen, Italiener und Spanier konnten darauf verweisen, schon 1954 mehr als 200 Landungen beobachtet zu haben. Viele berichteten auch von Außerirdischen, die sie gesehen hatten. Die amerikanischen Ufo-Organisationen APRO und NICAP kümmerte es wenig, daß z. B. die französischen Berichte zum Großteil Zeitungsenten waren - man druckte sie in den Mitgliederzeitschriften eifrig nach.

29

Der bekannteste Ufo-Fall und seine Folgen

Legte Arnold 1947 die Lunte und zündete Adamski die Bombe, so löste das Ehepaar Hill 1961 die Kettenreaktion endgültig aus. Das Paar sichtete im September 1961 ein helles Licht, das es für ein Ufo hielt, dann verlor es das Bewußtsein. Unter Hypnose erinnerten sich die beiden, von Humanoiden an Bord einer fliegenden Untertasse verschleppt worden und dort medizinisch untersucht worden zu sein. Für den Journalisten John Fuller wurde die Geschichte zum Bestseller. Der Fall war einmalig, bis ein brasilianischer Bauer 1968 an Bord eines Ufos, eingerieben mit wohlriechenden Ölen, eine Außerirdische lieben mußte. An die Öffentlichkeit drangen beide Ereignisse erst Jahre später. Ihre Wirkung war enorm. Mitte der 70er Jahre kam es geradezu zu einer wahren Explosion von Entführungsberichten.

geschwängerte

Empfänglichkeit der 60er Jahre ergriff sogar die amerikanische Politik. Gerald Ford, späterer US-Präsident, forderte als Republikanerführer im Kongreß, dieses Gremium müsse sich endlich mit dem Thema Ufos befassen. Er schrieb 1966: „Wir sind es den Leuten schuldig, festzustellen, ob es das Ufo-Phänomen gibt, und dabei die größtmöglichen Erkenntnisse über das Thema zu sammeln.“ Zahlreiche Offizielle waren der Meinung, das Ufo-Thema müsse endlich vom Tisch. Im Auftrag des Militärs veröffentlichte 1969 die Universität von Colorado unter Federführung von Dr. Edward U. Condon den sog. Condon-Report. Skeptiker vermuteten, daß mit allen Mitteln versucht werden sollte, dem Publikum wissenschaftliche Glaubwürdigkeit bei der Ablehnung der Existenz von Ufos zu verkaufen,

Die

von

Entführungsberichten

30

andererseits aber das Gesicht vor den Wissenschaftskollegen gewahrt werden sollte. Der Physiker Condon bezeichnete in seinem Schlußwort des rund tausend Seiten dicken Berichts das Ufo-Phänomen als nicht real. „Die in der Vergangenheit durchgeführte Sammlung von anekdotischen Berichten ist ohne wissenschaftlichen Wert, denn die meisten wurden von herkömmlichen Stimuli ausgelöst. Wir empfehlen daher, daß keine weiteren Gelder zur Untersuchung von Ufos verwendet werden.“ Der „Condon- Report“ ist gleichzeitig das Ende des Luftwaffen-Ufo- Engagements. Daran änderte auch Dr. Hynek nichts, der die Meinung vertrat, die Hälfte der untersuchten Fälle sei unidentifiziert geblieben. Nach 1969 war das Thema die alleinige Angelegenheit von privaten Organisationen, die etablierte Wissenschaft hielt sich zurück, die Sensations- und Geschäftemacher hatten freie Bahn.

Steven Spielberg macht die Ufos zum Kassenschlager

Im Herbst 1973 kamen auch die Amerikaner in den Genuß Unheimlicher Begegnungen der dritten und vierten Art (CE 111 und CE IV), also des Kontakts mit Außerirdischen und Entführungen. Allen Hynek sprach als Leiter des von ihm gegründeten „Center for UFO -Studies“ sogar vom „Jahr der

Humanoiden“. Ausgelöst wurde die neue Ufo-Welle durch zwei Angler in Mississippi, die eine Stunde an Bord einer Untertasse waren. Dort seien sie von menschenähnlichen Wesen mit krabbenartigen Händen und einem riesigen schwebenden Auge untersucht worden.

Erst

unter

Hypnose

war

ihre

Entführungsgeschichte

herausgekommen. Die tagelange Berichterstattung der Medien bewirkte einmal mehr, daß die Humanoidensichtungen

31

sprunghaft anstiegen. Man hatte fast den Eindruck, in ganz Amerika trieben sich runzlige Zwerge, leuchtende Riesen, Fremde in Raumfahreranzügen und andere geheimnisvolle Gestalten herum. Natürlich blieb nicht aus, daß auch das mysteriöse Bennudadreieck wieder zu Ehren kam, in dem angeblich zahlreiche Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwunden waren. Zurückgekehrte Entführte berichteten durchweg, das Bermudadreieck sei die Basis der Außerirdischen. Steven Spielbergs Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ aus dem Jahr 1977 verarbeitete in gekonnter Weise alle Attribute der Kontaktberichte sowie Mythologien der Völker. Er wurde weltweit zum Kassenschlager und löste in Italien die größte Ufo-Welle des Landes aus. Die Phantasie tat ein übriges, und so tauchten nicht nur kleinwüchsige Wesen mit übernatürlichen Kräften auf, sondern auch allerhand Monster, wie der immer wieder angeblich gesichtete Schneemensch, Flugsaurier und Riesenkatzen. Mittlerweile hatte sich auch eine neue Ufologen-Gruppe, in der sich auch hochkarätige Wissenschaftler einfanden, gegründet. Ihr „Mutual UFO Network“ (MUFON) soll sich laut Satzung zwar neutral verhalten, unterstützt jedoch die außerirdische Hypothese. In den 80er Jahren glaubte man vor allem in den USA, den Ufos per Hypnose auf die Spur komm en zu können. Bud Hopkins Buch „Von Ufos entführt“ wurde zur Bibel der Untertassen-Gläubigen. Er versetzte alle nur irgendwie erreichbaren Menschen in Hypnose, um nach eventuell vorhandenen verdrängten Entführungserlebnissen zu forschen. Schließlich kam er sogar auf die Idee, eine fremde Zivilisation entführe Menschen, um Genmaterial zu entnehmen und die Evolution auf der Erde zu manipulieren. Selbst Geisteswissenschaftler, die das Ufo-Phänomen psychosozial zu erklären versuchten, kapitulierten

32

angesichts der etwa tausend angeblichen Entführungsfälle der 80er Jahre.

zum

fruchtbaren Boden so manchen Schwindels. So behauptete Ed Walters, ein Geschäftsmann aus Florida, zwischen November 1987 und Mai 1988 über 20 Begegnungen mit fliegenden Untertassen gehabt zu haben. Zum Beweis legte er gut 40 Polaroidfotos vor. Zweimal sei er sogar entführt worden. Die mittlerweile

größte Ufo-Organisation der USA, MUFON, erklärte den Fall für authentisch. Spätere Analyseverfahren deckten jedoch einen grandiosen Schwindel auf. Walters wurde nachgewiesen, auf welche Weise er die Fotos gefälscht hatte, man fand sogar das hierfür benutzte Ufo-Modell. Aber ist es aufgrund solcher

Die

zunehmende

unkritische

Gläubigkeit

wurde

Enthüllungen

gerechtfertigt,

die

Existenz

außerirdischer

Lebewesen,

die

in

unseren

Lebensbereich

vordringen,

grundsätzlich

zu

leugnen

und

als hirnlose Phantastereien

abzutun? Der Streit um die Ufos wäre schnell' behoben, wenn man eines hätte. Der Wissenschaftsautor Johannes v. Buttlar gab in den 80er Jahren immerhin zu bedenken:

-Unbekannte Flugobjekte wurden in allen Ländern der Erde gesichtet und von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Bildung beobachtet, von Eingeborenen auf Neuguinea wie von Astronauten. -Rund 150 Astronomen registrierten bislang Erscheinungen am Himmel, die als uridentifizierbare Flugobjekte eingestuft werden müssen. - Die relative Häufigkeit von Sichtungen nimmt in dünner besiedelten Gegenden mit vorrückender Nacht zu. So sind

33

Sichtungen zwischen zwei und vier Uhr morgens am häufigsten. - Viele der beobachteten Objekte strahlten gewaltige Energiemengen in Form von Licht, Infrarot- und Mikrowellen im Gigahertzbereich ab.

-

Aus zahlreichen Berichten geht hervor, daß durch die Nähe

eines Ufos bei Autos die Zündung versagte, der Motor stehenblieb.

-

Die um solche Objekte registrierten Magnetfelder betrugen bis

zu

200

000

Oersted,

eine

Maßeinheit

für

magnetische

Feldstärke.

 

-

Einige

vom

Radar

erfaßte

Objekte

erreichten

 

Überschallgeschwindigkeit,

ohne

Schallmauerknalle

auszulösen. - Durchschnittlich werden Ufos drei bis 17 Minuten lang beobachtet. Vergleichsweise sind laut v. Buttlar Kugelblitze nur zehn bis 30 Sekunden lang sichtbar. - Ufo-Sichtungen werden nicht nur von Personen mit blühender Phantasie gemeldet, sondern sehr häufig von Piloten, Polizisten und Wissenschaftlern. Von den Mitgliedern der „American Astronomical Society“ haben sich 80 Prozent der Astronomen für eine öffentlich geförderte wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens ausgesprochen. Die in den vorangegangenen Punkten zum Ausdruck gebrachten Tatsachen zeigen, daß bestimmte Phänomene, die in Verbindung mit Ufo-Sichtungen stehen, wissenschaftlich nicht erklärt werden können.

34

Ufos - ein Fall für die UNO

Bei aller Skepsis konnte sich die Politik aus dem Ufo-Phänomen nie ganz heraushalten. 1967 sah der damalige UNO- Generalsekretär in diesem weltweiten Phänomen neben dem Vietnamkrieg ein wichtiges Problem. Vor einem eigens eingerichteten Ausschuß meinte der Sonderbotschafter Grenadas 1977, Prof. Dr. Wellington Friday, daß eine Kontaktaufnahme zwischen irdischen Raumschiffen und solchen außerirdischer Herkunft durchaus im Bereich des Möglichen läge. Die Menschheit müsse sich mit einer eventuellen Kontaktaufnahme mit außerirdischen Intelligenzen philosophisch und psychisch auseinandersetzen. Im November 1978 hatte das sonderpolitische Komitee der UN- Vollversammlung dann sein eigenes Ufo-Erlebnis aus erster Hand. Der Oberstleutnant der US-Armee, Lawrence E. Coyne, gab seinen Augenzeugenbericht ab:

Danach war er am 18. Oktober 1973 um 22.30 Uhr in einem Hubschrauber von Port Columbus, Ohio, gestartet, um zu seinem Stützpunkt, der Cleveland-Hopkins-Airbase, zurückzufliegen. Außer ihm waren Leutnant Arrigo Jezzi, Sergeant John Headley und Sergeant Robert Yanacsek an Bord. Bei ruhiger, klarer Nacht flog der Hubschrauber in 800 Meter Höhe etwa 170 km/h schnell. Kurz nach 23 Uhr fiel Yanacsek am südöstlichen Himmel ein rotes Licht auf, das er zunächst für ein Flugzeug hielt. Nach einer Minute meldete er dem Colonel seine Beobachtung. Knapp 30 Sekunden später änderte das Licht plötzlich seine Richtung und flog auf Kollisionskurs in Richtung Helikopter, weshalb Coyne im Steilflug 200 Meter tief ging. Gleichzeitig nahm er Verbindung mit dem Kontrollturm in Mansfield auf. Nachdem sich der Tower gemeldet hatte, brach die Funkverbindung ab.

35

Auch auf anderen Frequenzen kam keine Verbindung mehr zustande. Nach Schätzung von Coyne jagte das rote Licht mit

1100 Kilometer pro Stunde auf den Hubschrauber zu, stoppte

plötzlich, schwebte über dem Helikopter und paßte sich dessen Geschwindigkeit an, Gelegenheit für die Besatzung, das Objekt zu erkennen. Der Flugkörper wirkte wie eine 15 bis 20 Meter lange, an

beiden Enden etwas abfallende Zigarre mit einer kuppelartigen Wölbung und hob sich gegen den sternklaren Nachthimmel metallgrau ab. Yanacsek wollte zudem eine Reihe von Fenstern um die Kuppel gesehen haben. Das vorher beobachtete rote Licht befand sich am vorderen Teil des Flugkörpers, hinten leuchtete ein weißes Licht. Vom hinteren Rand aus richtete sich eine Art Suchscheinwerfer auf den Hubschrauber, wodurch dessen Cockpit in grünes Licht gehüllt wurde. Gleichzeitig fing die Kompaßnadel an, langsam im Kreis zu rotieren. Als das Flugobjekt höher stieg, wurde der Hubschrauber, „als hinge er am Schleppseil“, nach oben gezogen. Innerhalb von vier bis fünf Minuten war der Helikopter von 500 Meter auf

1350 Meter laut Höhenmesser.

Plötzlich gab es einen Ruck, und der mysteriöse Flugkörper entfernte sich. Der Zwischenfall hatte etwa fünf Minuten gedauert und war völlig geräuschlos verlaufen. Die Besatzung beobachtete dann, wie das grüne Licht erlosch und das Objekt mit hoher Geschwindigkeit in westlicher Richtung davonflog und später nach Nordwesten abdrehte. Mit offensichtlich zunehmender Geschwindigkeit leuchtete es immer heller auf, bis es vom Nachthimmel verschwand. Erst zu diesem Zeitpunkt normalisierten sich die Kontrollgeräte des Helikopters wieder, und der Funkverkehr funktionierte wieder.

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Der Condon-Bericht und der Geheimdienst

Nichts beschreibt das Meinungschaos „Ufo ja - Ufo nein“ besser als die Gegenüberstellung des sogenannten Condon- Reports und eines geheimen Berichts des obersten US- Geheimdienstes „National Security Agency“ (NSA). Mit einem Aufwand von 500000 Dollar und zweijähriger Arbeitszeit behauptete die nach dem Leiter und Physiker Dr. Edward Condon benannte Arbeitsgruppe der Universität Colorado im Auftrag des US-Luftwaffenamtes auf gut tausend Seiten: „Es

gibt keine Beweise zur Rechtfertigung der Annahme, daß außerirdische Besucher in die Erdatmosphäre eingedrungen sind - und nicht genügend Beweise, um weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet verantworten zu können.“ Condon und seine Mitarbeiter hatten von Anfang an erst gar kein Hehl daraus gemacht, daß sie an Ufos nicht glaubten.

Parallel

zum

Condon-Projekt

nahm

die

NSA

in

einem

Geheimbericht für die Regierung zum Ufo-Phänomen Stellung. Darin wird die außerirdische Herkunft von Ufos ernstlich für möglich gehalten und ein für die Regierung gedachtes Verhaltensszenario entwickelt. Laut v. Buttlar heißt es darin:

1. Alle Ufos sind Schwindel. Im Jahr 1953 wurden innerhalb von drei Monaten (Juni, Juli, August) in Berichten der Luftwaffe 35 Sichtungen von Flugobjekten unbekannter Herkunft gemeldet. Falls sich erweisen sollte, daß es sich bei diesen Ufos wider alle Erwartungen und Anhaltspunkte um Schwindel handeln sollte - einen Schwindel von weltweitem Ausmaß, Schwindel, der sich zunehmend häuft -, dann schiene

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sich eine Verwirrung des menschlichen Geistes von alarmierendem Ausmaß zu entwickeln. Ein solche geistige Verwirrung würde ernsthafte Konsequenzen für Nationen bedeuten, die über „nukleares Spielzeug“ verfügen, und sorgfältige Untersuchungen durch Wissenschaftler erforderlich machen.

2. Alle Ufos sind nur Halluzinationen.

Menschen können natürlich Sinnestäuschungen zum Opfer fallen. Obwohl nur selten ganze Menschengruppen derselben Halluzination unterliegen, kann dergleichen geschehen. Es gibt aber eine beachtliche Anzahl von Beispielen, denen zufolge dasselbe Ding gleichzeitig von Personengruppen und auf einem oder mehreren Radarschirmen gesehen wurde. Die Anzahl solcher Beweise scheint ein wichtiges Argument gegen die Behauptung zu sein, alle Ufos seien Halluzinationen.

3. Alle Ufos sind Naturphänomene.

Falls diese Hypothese zutreffen sollte, muß die Tauglichkeit

von Frühwarnsystemen zur Bestimmung einer Angriffssituation in Frage gestellt werden.

4. Einige Ufos sind geheime irdische Projekte.

Ein Wiedereintrittsflugkörper der US-Luftwaffe wie z. B. eine Raketenstufe und das oft publizierte kanadische „Untertassen“-Projekt lassen über diese Hypothese kaum Zweifel offen. Es sollen alle Ufo-Berichte sorgfältig untersucht werden, damit solche Feind- (oder freundlichen) Projekte ausgeschlossen werden können. Andernfalls wäre eine Nation gefährdet, durch eine neue, geheime „Weltuntergangswaffe“ eingeschüchtert zu werden.

38

5. Einige Ufos sind mit außerirdischen Intelligenzen in Zusammenhang zu bringen. Einigen bedeutenden Wissenschaftlern zufolge kann diese

Hypothese nicht ausgeklammert werden. Diese These beinhaltet eine ganze Reihe weitreichender Folgerungen für das Überleben der Menschheit.

a) In der Menschheitsgeschichte findet man immer wieder die

tragischen

technologisch überlegenen Zivilisation und einer technisch unterlegenen Zivilisation. Gewöhnlich ist die „unterlegene“ einer Eroberung ausgesetzt.

Resultate

einer

Konfrontation

zwischen

einer

b) Bei Konfrontationen von Menschen mit unterschiedlichem

kulturellem Niveau leiden meist jene unter einem tragischen

Identitätsverlust, die den unterlegenen oder schwächeren Kulturen angehören. Sie werden gewöhnlich von anderen absorbiert.

6. Kommentar

Eine verstärkte Notmaßnahme muß die gründliche Untersuchung sein, um die Drohung auszuschließen und ihren genauen Charakter zu bestimmen. Alles sollte darauf ausgerichtet werden, in kürzester Zeit hinreichende Verteidigungsmaßnahmen zu entwickeln. Es erscheint notwendig, im Umgang mit Ufos der Einstellung zum Überleben etwas mehr Beachtung zu schenken.

Ufos hinter dem Eisernen Vorhang

Während die Sicherheitshysterie der Amerikaner in den fliegenden Untertassen zu Beginn des kalten Krieges unheimliche Geheimwaffen der Russen sah, scherten sich die Ufos keineswegs um die Politneurosen der Menschheit. Als der Condon-Bericht in den USA immer mehr ins Gerede

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kam, geriet der sowjetische Geheimdienst KGB immer stärker ins Schleudern, das Sowjetvolk ruhig zu halten. Immer mehr Ufo-Sichtungen über dem Riesenreich gefielen den Machthabern nicht. Im Oktober 1967 wurde deshalb die ständige kosmonautische Kommission der UdSSR gegründet.

Unter Leitung des Generalmajors der Luftwaffe Porfiri Stoljarow war Ufo-Forschung angesagt. Nach Meinung von Kennern der Materie leistete dieses Gremium sachliche Arbeit. Untersucht wurden z. B. folgende Fälle:

Passagiere und Besatzung einer TU-104 hatten im September 1964 ein scheibenförmiges, metallenes Objekt mit einer Kuppel beobachtet. Das Ufo flog unterhalb der Verkehrsmaschine parallel zu dieser auf der Strecke Moskau-Leningrad.

ionosphärischen

Beobachtungsstation im lettischen Ogra durch ein Teleskop eine

fliegende Scheibe mit einem Durchmesser von etwa 100 Metern. Drei kleinere Scheiben begleiteten sie. Besondere Bedeutung maß Untersuchungsleiter Stoljarow dem Bericht des Kosmonauten Valerij Bykowskij zu, der in seiner Wostok-VI- Kapsel im Juni 1963 von einem eiförmigen Flugobjekt verfolgt wurde. Übrigens hatten auch amerikanische Astronauten wiederholt Begegnungen mit unidentifizierten Flugobjekten gemeldet. Bykowskijs Beschreibung deckte sich mit der von Lonnie Zamora knapp ein Jahr später in Socorro/New Mexico. Damals hatte der Streifenpolizist Zamora eine Begegnung mit einem eiförmigen Flugkörper. Auffällig daran war, daß die Beobachtung des Polizisten mit der des Kosmonauten ein Jahr vorher übereinstimmte, Zamora davon jedoch keine Ahnung haben konnte, da die Sowjets den Vorfall geheimgehalten hatten. Beide Beobachter sprachen von einer auffälligen roten Markierung: ein unten mit einem Querbalken

Im

Juli

1965

sah

der

Direktor

einer

40

abgeschlossener Halbkreis, in dem ein auf den Kopf gestelltes „V“ mit einem senkrechten Strich in der Mitte gezeichnet war. Mit der Zeit bekam die CIA von dem sowjetischen Ufo- Forschungsprojekt Wind und unterrichtete die NASA. Die Sowjets wiederum sahen sich in Zugzwang und ließen die Sowjetische Akademie der Wissenschaften nach außen hin erklären: Fliegende Untertassen existieren nicht. Stoljarow und seine Gruppe analysierten hingegen weiter. In einem 1970 abgeschlossenen geheimen Zwischenbericht stellte man fest, es gebe so viele gut belegte Sichtungen und Radaraufzeichnungen, daß optische Illusionen ausgeschlossen werden könnten. Es handle sich um reale Objekte, deren Ursprung nur durch weitere systematische Forschung geklärt werden könne. Neben der Empfehlung, alle verfügbaren Meß- und Beobachtungsstationen einzuschalten, vertrat die Untersuchungsgruppe die Ansicht, daß unbekannte Flugobjekte außerirdischen Ursprungs sind. Die gespeicherten Daten ließen sich am besten mit dieser Hypothese in Einklang bringen. Offiziell herrschte in Sachen Ufos im Ostblock jedoch Funkstille. Von Buttlar gelang es aber, Stimmen von Wissenschaftlern zusammenzutragen. So erklärte Professor Dr. Felix Zigel vom Institut für Flugwesen in Moskau:

„Aus der UdSSR liegen zuverlässig belegte Ufo-Beobachtungen vor. Es ist kaum anzunehmen, daß es sich durchweg um optische Täuschungen handeln könnte. Denn optische Täuschungen erscheinen wohl kaum auf Filmen und werden nicht durch Radar registriert. Daher ist die stichhaltigste Hypothese: Ufos sind Vehikel extraterrestrischer Zivilisationen.“ Zur gleichen Auffassung gelangte offenbar der Präsident der Sowjetrussischen Akademie der Wissenschaften, Professor V. F. Kuprewitsch: „Wer weiß, vielleicht besuchen diese Wesen von anderen Planeten unsere Erde bereits,

41

wollen aber keinen Kontakt mit uns aufnehmen. Warum? Ich vermute, da unser gegenwärtiger Entwicklungsstand z. B. von diesen Intelligenzen weit überschritten ist und wir ihnen vorkommen wie die ersten Höhlenmenschen.“ Der sowjetische Raketenexperte Professor Ananoff sagte: „Ich bin nicht abgeneigt, an fliegende Untertassen zu glauben. Kein Grund zur Verwunderung, wenn es außer uns noch andere Wesen im Universum gibt.“ Nach Darstellung von Professor Wladarow ist die Moskauer Akademie für Weltraumforschung zu dem Ergebnis gekommen, daß es sich nicht um Sinnestäuschungen, astronomisch, geologisch oder meteorologisch erklärbare, natürliche Erscheinungen handeln könne. Es handele sich vielmehr um Fluggeräte verschiedenster Formen, die aus einer unbekannten, konkreten Materie bestehen müßten.

Ufos in sechs Dimensionen

Das Lager der Ufologen ist im Grunde dreigespalten. Die Skeptiker beurteilen Erlebnisberichte aufgrund der ungenauen Daten gern als Verwechslung oder gar Schwindel. Andere meinen, das Phänomen könne physikalisch nicht erklärt werden, und sehen darin eher einen psychologischen bis parapsychologischen Vorgang. Der Astrophysiker Dr. Jacques Valée gehört zu jener Gruppe, die in den unbekannten Flugobjekten Produkte einer fremden Technologie sieht, und beurteilt sie nach sechs Dimensionen. Das Hauptgewicht liegt dabei seiner Ansicht nach auf der physikalischen Dimension, da das Objekt nach den meisten Schilderungen eine wahmehmbare Position im Raum einnimmt, die es mit der Zeit verändert. Zudem beeinflußt es durch Wärme, Licht und Turbulenzen die Umgebung. Aus Lande- und Brandspuren könne die ungefähre Masse und

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Energie geschätzt werden. Fotos, Radarechos und magnetische Störungen seien ebenfalls physikalisch überprüfbare Hinweise.

Es gibt laut Dr. Valée aber auch eine Dimension, die nicht physikalischen Ursprungs ist: Ein solches Objekt hinterläßt zwar ein ähnliches Muster wie eines der physikalischen Kategorie, kann jedoch mit der herkömmlichen Physik nicht erklärt werden - z. B. wenn ein als materiell beschriebenes Ufo in den Boden sinkt, dabei undeutlich und schließlich transparent wird, um augenblicklich an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Hinzu kommt, daß ein solches Ufo durch Radar nicht zu orten ist. Für die dritte Erklärungsdimension zieht auch Valée die psychische Veranlagung und die soziale Stellung des Augenzeugen heran. Vor diesem Hintergrund wird ein Beobachter zwar erkennen, daß er das Objekt konventionell nicht einstufen kann, trotzdem aber zunächst versuchen, das Gesehene irgendwie abzutun. Schließlich kommt er aber doch nicht um die Schlußfolgerung herum, daß es sich tatsächlich um ein ihm unbekanntes Objekt handelt. In der vierten Kategorie sind Ufo-Zeugen, wohl auch in Wechselwirkung zur psychischen Dimension, mit persönlich spürbaren Auswirkungen konfrontiert. Dafür sprechen

Zeugenaussagen,

und

Lähmungserscheinungen, Hitzewellen und Prickeln berichten. Einige Personen erblindeten sogar vorübergehend, andere litten unter Atemnot, Übelkeit und Apathie. Bereits in den Bereich der Parapsychologie ordnet der Astrophysiker Erscheinungen der

fünften Dimension ein. Damit meint er telepathische Ereignisse, die Aufhebung der Schwerkraft von Gegenständen, Tieren oder

Nähe von Ufos, aber auch

Poltergeisterphänomene.

Menschen

die

von

Schüttel-

in

der

43

der

Kulturzugehörigkeit des Augenzeugen zusammen. Hier spielen Religion und die Medien bei der Meinungsbildung eine wichtige

Rolle. Valee definiert daher laut Johannes v. Buttlar einen Orientierungsrahmen zur Einschätzung des Ufo-Phänomens:

Die

sechste

Dimension

hängt

für

ihn

mit

1.Dieses Phänomen muß als Erzeugnis einer Technologie betrachtet werden. Ein beobachtetes Ufo stellt ein reales, physikalisch-materielles Objekt dar. Entweder verfügt es über ein sehr gutes „Tarnvermögen“ oder wendet physikalische Prinzipien an, die „antiphysikalische“ Auswirkungen zur Folge haben.

2.Entweder verursacht diese Technologie beabsichtigte PSI- Auswirkungen, oder aber sie treten als Nebenerscheinungen auf. Paranonnale Auswirkungen wurden zu häufig festgestellt, als daß sie ignoriert werden könnten.

3.Diese Technologie setzt physiologische und psychologische Mittel zur kulturellen Manipulation ein, die möglicherweise durch außerirdische Intelligenzen gesteuert werden.

Ein Besuch an Bord

Wenn es Ufos und Außerirdische wirklich gibt, so ist der Streit darüber, warum sie die Erde besuchen, noch lange nicht gelöst. Die Berichte von angeblich Entführten lösen lediglich weitere Spekulationen und Phantasien aus. Der US-Luftwaffensergeant Charles Moody will am 13. August 1975 Genaueres erfahren haben, als er nachts in der Wüste von New Mexico einen Meteoritenschauer beobachten wollte.

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Statt der Sternschnuppen sah er aber plötzlich ein scheibenförmiges Objekt in hundert Meter Entfernung vor sich. Es hatte einen Durchmesser von etwa 18 Metern, war rund sieben Meter hoch und teilweise erleuchtet. Als die Scheibe auf ihn zuflog, wollte Moody mit seinem Wagen die Flucht ergreifen, aber der Motor sprang nicht an, die Armaturenbeleuchtung blieb dunkel, obwohl die Batterie neu war. Kurz darauf verlor Moody das Bewußtsein. Als er wieder zu sich kam, sah er gerade noch, wie das Flugobjekt am Himmel verschwand. Noch den Schrecken in den Gliedern, stellte er zu Hause fest, daß es bereits drei Uhr morgens war. Das Objekt hatte er um 1.15 Uhr entdeckt. Was während der Zwischenzeit geschehen war, wußte er nicht mehr. Tage später klagte der Sergeant über einen unerklärlichen Hautausschlag und Schmerzen im Unterkörper. Ratlos ging er zu einem ehemaligen Kameraden, den Psychologen und Neurologen Dr. Abraham Goldman, der ihn hypnotisierte. Während einiger Wochen kehrte langsam seine Erinnerung zurück. Ihm fiel ein, daß einige Gestalten in schwarzen, overallähnlichen Anzügen auf ihn zugekommen waren. Der offenkundige Anführer trug einen silberfarbenen Overall. Alle hatten übergroße, kahle Köpfe, kleine Nasen und fast lippenlose Münder. In seinem Buch „Sie kommen von fremden Sternen“ beschrieb von Buttlar das Erlebnis des Luftwaffensoldaten dann so:

Der Sergeant sah sich benommen und jeder Bewegung unfähig auf einem Metalltisch liegen, während sich ihm der Fremde im hellen Overall näherte. Moody erinnerte sich, „in seinem Kopf“ die beruhigenden Worte vernommen zu haben: „Dir passiert nichts, Charles“, obwohl der Fremde die Lippen nicht bewegt hatte. Er sei verwundert gewesen, daß der Fremde seinen Namen kannte, ihn aber nicht mit seinem Spitznamen „Chuck“ ansprach. Plötzlich habe er sich wieder

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bewegen können und sei aufgestanden. Er habe jede Einzelheit des Raums, in dem er sich befand, wahrgenommen. Moody meinte, daß seine Gedanken anscheinend gelesen wurden, denn bevor er eine Frage habe aussprechen können, sei sie schon beantwortet worden. Der Fremde im hellen Overall habe ihn dann in einen anderen Raum geführt, der ausgesehen habe wie ein Operationssaal mit Wänden und Inventar wie aus mattem Metall oder Kunststoff. Die Quelle der indirekten Beleuchtung habe Moody nicht ausmachen können. Als er sich in Gedanken gewünscht habe, den „Maschinenraum“ zu sehen, habe ihm der Fremde die Hand auf die Schulter gelegt und bedeutet, mit ihm zu kommen. Sie seien dann in einen kleinen, schwach beleuchteten Raum gegangen, wohl eine Art Aufzug. Als sich die Tür wieder öffnete, hatte Moody in einen runden Raum von etwa acht

Meter Durchmesser geblickt, in dessen Mitte eine dünne Säule stand, die sich oberhalb der Decke fortzusetzen schien. Rings um die Säule bargen drei mit Glaskuppeln verschlossene Einbuchtungen große Kristalle, die jeweils mit zwei Stäben versehen waren. Außer einem großen schwarzen Kasten befand sich nichts mehr in diesem Raum, und nichts wies auf Kabel hin. Moody sagte, der Fremde habe ihm klargemacht, daß sie sich

nur

in

einem

kleinen

Beobachtungsschiff

befanden.

Das

Mutterschiff

umkreise

die

Erde

in

einer

Entfernung,

die

zwischen 600 und 10 000 Kilometern variiere. Nach einer Weile betraten beide wieder den sogenannten Aufzug. Moody erinnerte sich, daß ihm der Fremde die Hände auf den Kopf gelegt und zu verstehen gegeben habe, daß er dieses Erlebnis nun vergessen würde. Erst zwei Wochen später könne er sich wieder daran erinnern und würde dann auch verstehen, was er an Bord des Ufos gesehen und gehört habe. Einen Augenblick später habe Moody wieder

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in seinem Wagen gesessen. Ein Lügendetektortest ergab, daß die Aussagen des Sergeants der Wahrheit entsprachen. Diesen Aussagen zufolge habe der Außerirdische erklärt, daß die Menschen Ufos und deren Intentionen mißverstünden. Die Erde würde zum Studium verschiedenster außerirdischer Zivilisationen aufgesucht, deren heimatliche Planetensysteme viele Lichtjahre voneinander entfernt lägen. Das Problem liege nicht darin, von der Menschheit akzeptiert zu werden, sondern sei umgekehrt zu sehen.

Die Heimat der Außerirdischen

Zu den wohl berühmtesten Unheimlichen Begegnungen der vierten Art zählt der Bericht des Ehepaares Hill, den Skeptiker ins Reich der Phantastereien verweisen. Er beschreibt aber auch, worum es - wie andere Entführungsschilderungen auch berichten - den Außerirdischen ebenfalls geht - um medizinische Untersuchungen. Außerdem wurde unter Hypnose etwas zutage gefördert, was auf die Herkunft der Ufos hindeutet. Betty und Barney Hill waren demnach 1961 zwei Stunden an Bord eines Ufos, nachdem ihr Wagen in New Hampshire nachts von einigen etwa 1,50 Meter großen Männern, die fremdartig wirkten, gestoppt worden war. Die fast schwarzen Augen waren viel größer als menschliche. Die Haut war grau, die Nase nur angedeutet, und Ohrmuscheln schienen sie nicht zu haben. Wenn die Wesen miteinander sprachen, bewegten sie den Mund, die Worte waren aber unverständlich. An Bord des Ufos wurde das Ehepaar getrennt. Betty mußte sich einer schmerzlosen Untersuchung von Hals, Nase, Ohren und Zähnen unterziehen. Als offensichtlich ein Arzt mit einem langen, nadelartigen Instrument kam, das er „wegen eines Schwangerschaftstests in ihren Nabel einführen

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wollte“, wie er Betty erklärte, wehrte sie sich vergeblich und weinte vor Schmerzen, als er die Nadel einführte. Darüber seien die Fremden erstaunt gewesen, und der Anführer habe ihr seine Hand über die Augen gelegt. Sofort klang der Schmerz ab. Aufgrund weiterer Episoden schloß Betty, daß die Fremden auch mit dem Begriff Alter nichts anzufangen wußten. Beispielsweise sei ihnen unverständlich gewesen, warum sie bei ihrem Ehemann das Gebiß entfernen konnten, bei ihr jedoch nicht. Als die Frau wissen wollte, woher die Fremden gekommen waren, wurde ihr eine dreidimensionale Sternkarte gezeigt. Der Anführer erklärte ihr, die stark eingezeichneten, von einem Punkt zum anderen führenden Linien würden ständige Handelsrouten darstellen. Dünne Linien seien

gelegentliche Reisestrecken und

Expeditionsrouten. Auch unsere Sonne sei auf der Karte verzeichnet, wurde ihr gesagt. Die Punkte trugen jedoch keine Namen. Insgesamt waren 15 schwebende, leuchtende Kugeln zu sehen. Die Frage nach der Herkunft der Außerirdischen wurde nicht beantwortet. Unter Hypnose erinnerte sich Betty Hill, die Fremden hätten beschlossen, sie müßten alles vergessen. Bis 1969 wurde um die Glaubwürdigkeit der Hypnoseprotokolle gestritten. Die Lehrerin und Amateurastronomin Marjorie Fish brachte schließlich neue Bewegung in den Fall, nachdem sie sich in fünfjähriger Arbeit mit der Beschreibung der dreidimensionalen Sternenkarte beschäftigt hatte. Das Problem hierbei: Die Karte mußte zwangsläufig andere Sternkonstellationen zeigen, als sie von der Erde aus sichtbar sind. In dem Modell hatte Fish die Sterne Ceta Reticuli I und II, Alpha Mensae, die Sonne, 82 Eridani, Tau-Ceti und Gliese 86 als Ausgangspunkte rekonstruiert. Es stellte sich heraus, daß die von Frau Fish entworfene Karte einen Ausschnitt unserer Milchstraße zeigte, wie er von dem 36 Lichtjahre entfernten Stern Ceta Reticuli I aus

die gestrichelten

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gesehen wird. Prof. Walter Mitchell, Astronom an der Ohio State University, überprüfte mit Hilfe von Computerberechnungen die Rekonstruktion und bestätigte sie.

Das Problem von Zeit und Raum

Wenn Betty Hills Außerirdische von einem Sonnensystem namens Ceta Reticuli I kamen, so fragt sich, wie sie diese für galaktische Verhältnisse noch geringe, für menschlichen Verstand jedoch unvorstellbare Entfernung so einfach überwinden konnten. Immerhin kann es physikalisch nichts Schnelleres als das Licht geben, das in der Sekunde 300000 Kilometer zurücklegt. Wie solche Entfernungen in kürzester Zeit bewältigt werden, wissen Science-fiction-Autoren schon längst - die Raumschiffe nutzen den Hyperraum. Sie verschwinden aus dem physikalischen Universum sozusagen im Nichts und materialisieren nach dem Raumsprung kurz vor ihrem Zielort. Der deutsche Physiker Dr. Kurt Gödel dachte sich 1949 ein Modell des Universums aus und zog hierbei Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie zu Rate. Darin könnte ein Wesen theoretisch in die Zukunft wie in die Vergangenheit reisen. Albert Einstein und Nathan Rosen veröffentlichten 1935 eine Arbeit, die darauf hinausläuft, daß das Universum von zeitlosen Querverbindungen durchzogen ist. Diesen Gedanken griff der amerikanische Physiker John Archibald Wheeler auf, der sich ein von „Wurmlöchern“ durchzogenes Universum vorstellte, die zu einem zeitlosen Superraum führen.

Ufos - Tausende an der Zahl

Wie viele Ufos bislang gesichtet wurden, weiß kein Mensch. Eine exakte Statistik existiert nicht. Wie viele fliegende

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Untertassen die Erde besuchen, dies jedoch hat die französische Ufo-Gruppe GABRIEL unter der Annahme verschiedener Faktoren berechnet. Geht man davon aus, daß die Erde in gleichmäßigem Rhythmus von Ufos besucht wird, würde nur einer von 16 Besuchen von Menschen bemerkt, weil der Rest über dem Meer oder unbewohnten Gebieten stattfindet. Die Tageszeit, die in Schlaf- und Arbeitszeit eingeteilt wurde, reduziere die Beobachtungszahl auf einen von 64 Besuchen. Schließlich müsse noch berücksichtigt werden, daß wohl die Hälfte der unidentifizierten Flugobjekte dunkle, geräuschlose Formen sind, die damit nachts praktisch nicht zu erkennen sind. Der Umstand, daß in etwa zwei Dritteln der Länder kein funktionierendes Informationssystem besteht, führte dazu, daß die Zahl auf eins von 384 herabgesetzt werden müsse. Außerdem schätzten die Franzosen, daß nur eine von zehn Beobachtungen berichtet und nur einer von zehn Berichten veröffentlicht wird. Unterm Strich würde dies bedeuten: Die Welt erfährt nur von einem von 38400 Ufos, die die Erde besuchen. Tatsächlich ist dies sicherlich eine abenteuerliche Rechnung, da sie praktisch nur von Annahmen ausgeht. Immerhin fand jedoch eine andere Untersuchung heraus, daß sogar von den Fällen, über die in einer regionalen Zeitung berichtet wurde, nur jeder zwanzigste von anderen interessierten Gruppen aufgegriffen und so Forschungszwecken zugänglich gemacht wird.

Die Botschaft der Außerirdischen

Die Mehrheit der Ufo-Anhänger ist der Überzeugung, die Außerirdischen seien uns freundlich gesinnt. Andere aber fürchten Ufos wie der Teufel das Weihwasser. In den frühen Jahren der Ufo-Beobachtungen herrschte die

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Bedrohungstheorie eindeutig vor. Bücher und Filme zeigten Ufos als Invasoren, zunächst natürlich aus der Sowjetunion, dann aus dem All. Trotz aller Hysterie war jedoch nie eine feindliche Absicht eindeutig auszumachen. Selbst das Ufo-

Geschwader im gesperrten Luftraum über Washington verhielt sich friedlich. Eine Minderheit jener, die Ufos fürchten, sieht sie als Instrumente geistiger Mächte, die in einem kosmischen Konflikt um die Seelen der Menschheit kämpfen und deren Schlachtfeld das gesamte Universum ist. Der Physiker und

Astronom

Arthur

Eedle

behauptet:

„Der

allen

Ufo-

Erscheinungen

heute

zugrunde

liegende

Zweck

ist

die

Vorbereitung auf das Kommen des Antichrists und die Errichtung der Weltherrschaft des Teufels.“ Vielleicht aber wollen die Ufos von der Menschheit überhaupt nichts und benötigen die Erde lediglich als Navigationspunkt. Der neuseeländische Pilot Bruce Cathie ist von der Existenz

eines weltweiten Gitters überzeugt, das seit vorgeschichtlicher Zeit die Erde mit einem Netzwerk von „Straßen“ überzieht und das von interplanetarischen Raumschiffen für Navigationszwecke und als Triebkraft genutzt wird.

geophysikalischen

Ansatz sogar die Lösung des Ufo-Rätsels und entwickelten drei Möglichkeiten:

Manche

Theoretiker

sehen

in

diesem

-Ufos sind ein physikalisches Produkt von Erdkräften, vielleicht kugelblitzartiges Plasma, das durch piezoelektrische Wirkungen entsteht und in die Atmosphäre entweicht.

-Ufos werden von Orten, an denen sich Erdkräfte äußern, wie z.B. von Verwerfungen, angezogen. Sie interessieren sich für sie, oder haben enge Beziehungen zu ihnen.

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-Erdkräfte rufen in dem Augenzeugen einen geistigen Zustand hervor, der für Ufo-Beobachtungen entweder günstig ist oder sie sogar bewirkt. Gegenüber religiösen Vorstellungen von der Botschaft der Außerirdischen muten derartige Ufo- Hintergründe geradezu sachlich und nüchtern, wenn auch nicht real beweisbar, an. Daß der religiös angehauchte Botschaftsgedanke gerade im sektenanfälligen Amerika zahlreiche Spielarten entwickelte, ist für distanzierte Beobachter kein Wunder. Hatten dort doch Prediger zu allen Zeiten leichtes Spiel, eine den gesellschaftlichen Nöten angepaßte Botschaft an den Mann zu bringen - warum also nicht auch eine dem Raumzeitalter entsprechende Religion. Ein Beispiel ist die kolportierte Lehre von Ashtar, einem hochrangigen Mitglied eines angeblichen intergalaktischen Bundes und des „Vereinigten Rates der Universalen Bruderschaft“, der mehreren irdischen Kontaktleuten anvertraute, daß eine neue Weltordnung kommen werde. „Sie wird nichts, das jemals auf eurem Planeten stattgefunden hat, gleichen. Euer Planet wird sich dann in einer höheren Schwingung befinden. Euer Bewußtsein wird erweitert sein.“

Für Ashtar sind die Bewohner Amerikas das auserwählte Volk:

„George Washington und Abraham Lincoln waren durch uns inspiriert.“ Nachdenklich darüber geworden, daß die USA wohl doch nicht allein die Welt sind, noch eine globale Ergänzung:

„Jesus war einer von uns. Er kam als unser Botschafter zur Erde.“ Sei es, wie es sei, die Botschaft kündigt viele Veränderungen an. „Sobald sich die Bürger eures Landes und die der anderen Staaten der Welt zusammengeschlossen haben, können wir offen landen und mit euch sprechen. Wir wollen euch aus der Sklaverei befreien und uns mit euch hier zwischen den Sternen vereinen.“

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Manche Kontaktgeschichten sind wohl auch erst nach einem

gewissen zeitlichen Abstand als pure Erfindungen einzustufen. Manches, was noch in den 60er Jahren als irgendwie möglich erschien, entpuppte sich im Licht der fortschreitenden

Kenntnisse

in

der

Raumfahrt

und

Astronomie

als

purer

Schwindel,

zumindest

als

phantasiereiche

Einbildung.

So

behaupteten ein Gynäkologe und zwei Konzernbosse, alle drei Venezolaner, am 7. August 1965 eine Unheimliche Begegnung der dritten Art gehabt zu haben. Sie hätten jedoch zunächst einige Jahre darüber geschwiegen, weil sie befürchteten, lächerlich und unglaubwürdig zu sein. 1969 war dann die deutsche Übersetzung in der Zeitschrift „Die andere Welt“ zu lesen. Demnach trafen sie 50 Kilometer von Caracas entfernt Außerirdische, die einem Ufo entstiegen und mit ihnen auf telepathischem Weg sprachen. Die zwei Wesen seien über zwei Meter groß gewesen, hätten schulterlanges, helles Haar gehabt und einteilige, metallisch glänzende Anzüge ohne Nähte getragen. Dem Bericht der drei Venezolaner nach entwickelte sich dann eine richtiggehende Unterhaltung. Dabei stellte sich heraus, daß die Fremden vom Orion kamen und eine Mission des Friedens hätten. „Wir studieren die menschliche Psyche, um uns ihr anzupassen.“ Außerdem verrieten sie, daß es sieben bewohnte Planeten gibt. In leicht verärgertem Ton korrigierten sie den Begriff fliegende Untertasse. „Wir haben keine fliegenden Untertassen. Es sind Anti-Schwerkraft-Flugapparate (Gravitelides). Sie bewegen sich mittels eines Kerns konzentrierter Sonnenenergie, die eine gewaltige magnetische Kraft produziert.“ Zudem hätten sie die Schwerkraft überwunden. Gesteuert würden die Flugapparate von Espacitomeles und von Mecanisoteles, wobei es sich um Wesen aus dem Weltraum, aber auch um Roboter handle. Dann erfuhren die drei Venezolaner, daß jeder Planet, der eine Expedition zur Erde

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aussendet, mindestens ein Schiff von der halben Mondgröße hat, das sich hinter dem Mars aufhält. „Das ist auch der Grund, warum so viele unserer Fahrzeuge gesehen werden, wenn der Mars in Erdnähe ist.“ Außerdem würden bereits mehr als zwei Millionen Außerirdische auf der Erde leben, ohne sich mit den Erdbewohnern zu vermischen. „Aber wir erwägen die Möglichkeit, die eine ganz neue Rasse hervorbringen würde.“ Bisher hätten sie auch noch keine Menschen von der Erde mitgenommen, nur Tiere. „Wir haben sie auf einem Planeten, den ihr nicht kennt, in dem größten zoologischen Garten untergebracht, wo Tiere sind, die ihr nicht kennt.“ Aus dem weiteren Verlauf der Unterhaltung ging hervor, daß sie künstliche Nahrung zu sich nehmen, die irdische Raumfahrt für primitiv halten und eine Waffe besitzen, den Strahlenkompressor, „der mit einem Schlag den Mond zerstören könnte“. Ihre Waffen hätten sie jedoch nicht mitgebracht. „Unsere Mission ist eine des Friedens, aber wir haben kleine tragbare Waffen, die stark genug sind, die Explosion einer Plutoniumbombe zu verhindern.“

Der Steckbrief eines Außerirdischen

Der Phantasie bei der Beschreibung von Außerirdischen war bislang keine Grenze gesetzt. Quallenartige Kreaturen geisterten ebenso durch die Berichte wie bösartige Riesenspinnen oder engelsgleiche Geschöpfe. Die Mehrzahl der Augenzeugen berichtete jedoch von überraschend menschenähnlichen Geschöpfen, die sich in drei Kategorien einteilen lassen. Johannes v. Buttlar entwarf daraus einen Steckbrief, der die meistbeobachtete Rasse betrifft:

Art:

Humanoides Lebewesen

Größe:

Zwischen 1,10 und 1,40 Meter

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Gewicht:

Etwa 25 Kilogramm

Kopf:

Im Vergleich zum Rumpf und den

Gesicht:

Gliedmaßen außergewöhnlich groß Haarlos oder mit leichtem Flaum Herzförmig mit mongolischen Zügen

Ohren:

Kleine Öffnungen im Kopf ohne

Augen:

Ohrmuscheln und -läppchen Groß, weit auseinanderstehend, schräg

Nase:

und tiefliegend Kaum ausgeprägt. Hauptsächlich zwei Nasenlöcher unter einer leichten

Mund:

Erhöhung Lippenlos. Ein schmaler Schlitz oder Spalt im Gesicht

Hals:

Wirkt

dünn.

Infolge

der

hochgeschlossenen Kleidung meist nicht

erkennbar Rumpf: Wirkt kindlich schmal und unausgeprägt. Steckt unter metallisch schimmernder, flexibler Kombination (overallähnlich)

Arme:

Finger: Beschreibungen zufolge meistens vier, von denen zwei länger als die anderen sind Fingernägel: Nur andeutungsweise vorhanden. Dünne Häute zwischen den Fingern, ähnlich einer Schwimmhaut

Dünn, lang, reichen bis zu den Knien

Beine:

Dünn und kurz

Füße:

Unter der Bekleidung nicht erkennbar

Hautfarbe:

Wird als beige, hellgrau bzw. lehmfarben

Haut:

beschrieben Schuppig

Zähne:

Mund wirkt zahnlos

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Geschlechtsmerkmale: Nicht erkennbar

Den zweiten Grundtyp schilderten Kontaktpersonen als einen über zwei Meter großen Riesen, der stets einen Schutzanzug mit Vollvisier trägt und sein Gesicht niemals zeigt. In den sogenannten Händen bewegt er ferngesteuerte Greifwerkzeuge. Er bewegt sich schwerfällig und verrichtet offenbar roboterähnlich nur schwere und offensichtlich gefährliche Arbeiten. Der dritte Grundtyp ist etwa 1,80 Meter groß, hat menschliche Gesichtszüge und ist meist bartlos. Er spricht eine unbekannte Sprache, kann sich aber auch der Landessprache des jeweiligen Sichtungslandes bedienen. Er steckt in einer Kombination und

trägt mitunter einen Helm mit Vollvisier. Im großen und ganzen unterscheidet er sich den Schilderungen zufolge grundsätzlich nicht vom Menschen. In den USA hat sich anderen Berichten zufolge offenbar der Typ des embryonenhaften Außerirdischen durchgesetzt, wohl nicht zuletzt vor dem Hintergrund

einschlägiger

Spielfilme

wie

„Unheimliche

Begegnung der

dritten Art“.

So sieht ein Ufo aus

„Fliegende Untertassen“ werden meist als scheiben- oder kugelförmig, elliptisch, oval oder zigarrenförmig beschrieben. Diese Vielfalt muß aber gar keine sein, da sie möglichweise nur durch optische Täuschung aufgrund des Blickwinkels des Betrachters zustande kam.Glaubt man den Schilderungen, so liegt die Durchschnittsgröße der diskusförmigen Objekte bei zehn bis 13 Metern Durchmesser. Daneben sollen auch Scheiben beobachtet worden sein, die im Durchmesser nicht größer als 20 Zentimeter bis einen Meter waren.

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Ufos, die bei Tageslicht gesichtet wurden, hatten für den Beobachter durchweg eine metallische Oberfläche. Größere Objekte fielen durch einen kuppelartigen Aufbau, Fensterluken und rotierende, verschiedenartige Lichter auf. Auffallend ist, daß nie von konventionellen Flügeln oder Rädern berichtet wird. Die Flugeigenschaften von Ufos müssen bestechend sein. Sie können auf der Stelle schweben, blitzschnell steile Winkel fliegen und wie ein im Wind treibendes Blatt wirken. Für das menschliche Verständnis für technische Transportmittel völlig verblüffend ist ihre Eigenschaft, aus dem Stand ungeheure Geschwindigkeiten zu erreichen und in Sekundenbruchteilen zum Stillstand zu kommen. Radarmessungen ergaben, daß unidentifizierte Flugobjekte Geschwindigkeiten bis zu 70000 km/h erreichten. Dabei verblüfft den Augenzeugen, daß bis zu 70 Prozent aller Ufos sich lautlos bewegen. Nur 15 Prozent summen wie ein Transformator. Weitere zehn bis 15 Prozent pfeifen. Die meisten Ufos umgibt eine strahlende Lichthülle, deren Farbe sich mit der Geschwindigkeit ändert - dunkelrot bei langsmem oder Schwebeflug, orange bei mittlerer Geschwindigkeit und weiß-grün-blauweiß bei voller Beschleunigung. Dieses Phänomen könnte auf eine Wechselwirkung zwischen der unbekannten Antriebsenergie und der irdischen Atmosphäre zurückzuführen sein.

Im Innern eines Ufos

Die scheiben-, kugel- und zigarrenförmigen Ufos sind im Innern meist rund, fugenlos und kühl bis kalt, berichten Entführte. Manchmal hält sich der Zeuge in mehr als einem Raum auf, jedoch sind alle Kammern hell erleuchtet, ohne daß der Entführte die Lichtquelle entdecken kann. Türen und andere Öffnungen sind nicht sichtbar, erscheinen aber einfach,

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wenn die Fremden eintreten. Tische, medizinische Apparate und Bildschirme scheinen nicht befestigt zu sein, sondern organisch aus dem Hüllenmaterial herauszuwachsen. Wird von mehreren Räumen berichtet, sprengt deren Ausmaß meist den von außen beobachteten Durchmesser des Raumschiffes. In seltenen Fällen werden höhlenartige Räume in dem Ufo beobachtet.

Sex mit ET

Glaubt man den Entführungsgeschichten, so scheinen die Extraterrestrischen ein außerordentliches Interesse am menschlichen Körper zu haben. Immer wieder wird von schmerzhaften medizinischen Untersuchungen berichtet. Aber auch sexuelle Inhalte spielen in praktisch allen Entführungsbehauptungen eine wichtige Rolle, fand der Fachautor Ulrich Magin heraus. Bei den medizinischen Untersuchungen wird meist mit langen Nadeln in den Bäuchen der Menschen herumgestochen, Augen werden aus den Höhlen herausgeholt, den Frauen werden Eizellen, den Männern Spermien entnommen. Einige Frauen berichteten, von außerirdischen Männern vergewaltigt worden zu sein. Männer wiederum wollen mit Ölen eingerieben worden sein, um dann mit außerirdischen Schönheiten den Geschlechtsakt zu vollziehen. Manche Frauen erklärten, sie seien von Außerirdischen künstlich oder durch Geschlechtsverkehr geschwängert worden. Monate später habe man sie dann erneut entführt, um den Embryo zu entfernen. Bei den sexuellen Schilderungen fällt auf, daß sie meist stark von der kulturellen Herkunft des oder der Entführten geprägt sind. So kommen beispielsweise in brasilianischen Berichten immer erotische Abenteuer mit außerirdischen

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Pin-up-Girls vor. Eine Südafrikanerin will sogar ein außerrirdisches Kind geboren haben. Die Entführten erinnern sich nur in den wenigsten Fällen bewußt an ihre Erlebnisse. Sie rätseln jedoch über einen unerklärlichen Zeitverlust von wenigen Minuten bis zu einem Tag. Meist erwachen sie nach ihrer Entführung im Bett oder befinden sich plötzlich wieder in ihrem Auto. Erst unter Hypnose kommt das Erlebnis zum Vorschein. Man kann sich allerdings fragen, warum die Humanoiden die Erinnerung im Gedächtnis dieser Menschen

nur so stümperhaft löschen können, daß sie unter Hypnose doch noch existent ist. Andererseits wird spekuliert, daß dieses angeordnete Vergessen eines Kontaktes mit dem Übernatürlichen dem Gebot Gottes im Alten Testament, seinen Namen weder zu schreiben noch auszusprechen, vergleichbar wäre. Bedenkenswert ist auch der Umstand, daß praktisch alle amerikanischen Entführungsberichte aus einer einzigen Quelle stammen, von dem Ufo-Forseher Budd Hopkins. Er läßt systematisch alle Leute hypnotisieren, von denen er annimmt, sie hätten ein Entführungserlebnis.

Lawson

vermuten, daß ein Großteil der Entführten-Erfahrungen erst unter Hypnose entsteht. Er hat Studenten hypnotisiert, die noch nie ein Ufo gesehen haben, und erhielt Geschichten, die jenen angeblich wirklich Entführter verblüffend ähnelten. Auch andere Wissenschaftler kamen zu der Erkenntnis, daß Entführungsvorstellungen durchaus auf Streß und ungewöhnliche Belastungen zurückzuführen sind, ein wirkliches Ufo-Erlebnis also gar nicht vorhanden ist. Es gibt auch Psychologen und Hypnosespezialisten, die einräumen, daß sich auch im Unterbewußten verborgene Erinnerungen unter dem Einfluß neuer Erkenntnisse und Erfahrungen allmählich verändern.

Kritiker

wie

der

kalifornische

Psychologe

Alvin

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Das Abenteuer des Antonio Villas Boas

Ein wohl typisch brasilianischer Bericht beweist Skeptikern, wie sehr Ufo-Erlebnisse mit der Persönlichkeit des Menschen und dessen kulturellem Umfeld verwoben sind. Der untersuchende Arzt in Rio de Janeiro war von der Glaubwürdigkeit des Mannes überzeugt, für andere liest sich die Geschichte des Antonio Villas Boas, eines damals 23 Jahre alten Landwirts nahe der Stadt Säo Francisco de Sales im Bundesstaat Minas Gerais, wie eine phantasiereiche Erfindung. Er will am Nachmittag des 22. Februar 1958 folgendes erlebt haben:

„Ich habe zwei Brüder und drei Schwestern, die alle in der Nachbarschaft leben; zwei weitere Geschwister sind gestorben. Alle männlichen Familienmitglieder arbeiten auf dem Hofe mit. Es gehören viele Felder und Pflanzungen dazu, die bearbeitet werden müssen. Zum Pflügen haben wir einen benzinbetriebenen Traktor, Marke International, den wir in zwei Schichten benutzen, wenn die Äcker bestellt werden. Tagsüber

arbeiten die dafür eingestellten Landarbeiter. Nachts pflüge ich meistens allein oder mit einem meiner Brüder. Ich bin ledig und gesund, arbeite schwer, beteilige mich an einem Femkurs und lerne, sooft ich kann. Es war für mich ein Opfer, nach Rio zu kommen, da ich auf der Farm dringend gebraucht werde. Aber ich dachte, es sei meine Pflicht, von den ungewöhnlichen Geschehnissen zu berichten, in die ich verwickelt wurde. Ich war zusammen mit meinem Bruder Joao in meinem Zimmer. Weil es sehr heiß war, öffnete ich die Läden des Hoffensters. Da sah ich mitten im Hof einen blendenden Lichtschein, der den

ganzen

Boden

hell

erleuchtete.

Er

war

viel

heller

als

der

Mondschein,

und

ich

konnte

mir

seinen

Ursprung

nicht

erklären. Aber er mußte irgendwo von hoch oben kommen und wirkte so, als

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würden nach unten gerichtete Scheinwerfer alles erleuchten. Doch am Himmel war nichts zu sehen. Ich rief meinen Bruder und machte ihn darauf aufmerksam, aber den bringt nichts aus der Ruhe, und er meinte nur, es sei besser zu schlafen. Darauf schloß ich die Läden, und wir legten uns beide hin. Aber es ließ mir keine Ruhe, und von Neugier geplagt, stand ich nach einer Weile wieder auf und öffnete die Läden noch einmal. Das Licht war unverändert am selben Platz. Ich starrte weiter hinaus, und plötzlich bewegte es sich auf mein Fenster zu. Vor Schreck schloß ich die Läden und machte dabei in der Eile so viel Lärm, daß mein Bruder, der schon eingeschlafen war, wieder aufwachte. Gemeinsam verfolgten wir nun im dunklen Zimmer, wie der Lichtschein durch die Schlitze der Läden drang, in Richtung auf das Dach weiterwanderte und schließlich durch die Dachziegel schimmerte. Schließlich verschwand das Licht und kam nicht mehr zurück. Am 14. Oktober ereignete sich der zweite Vorfall. Es muß zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr gewesen sein. Ich arbeitete mit einem anderen Bruder auf dem Feld mit dem Traktor. Plötzlich sahen wir ein sehr helles Licht, so gleißend, daß die Augen schmerzten. Als wir zuerst darauf aufmerksam wurden, stand es groß und rund etwa wie ein Wagenrad am nördlichen Ende des Ackers. Es war hellrot und beleuchtete eine große Fläche. Irgend etwas war in dem Licht erkennbar, aber ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob das stimmt, denn ich war viel zu sehr geblendet. Ich bat meinen Bruder, mit mir hinzugehen und nachzusehen. Aber er wollte nicht. Da ging ich allein. Als ich dichter an das Ding herankam, bewegte es sich plötzlich und wechselte mit enormer Geschwindigkeit zum südlichen Ende des Feldes hinüber, wo es wieder stehenblieb. Ich lief ihm nach, und das gleiche Manöver wiederholte sich. Diesmal bewegte es sich

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zu seinem anfänglichen Standort zurück. Ich versuchte es wieder, aber das gleiche Manöver wiederholte sich zwanzigmal. Langsam wurde ich es leid und ging zu meinem Bruder zurück. Ein paar Minuten blieb das Licht in der Entfernung unbeweglich. Von Zeit zu Zeit schienen von ihm Strahlen in alle Richtungen auszugehen, die wie die Strahlen der untergehenden Sonne aussahen. Dann verschwand es plötzlich, als sei es ausgeschaltet worden. Ich bin aber nicht ganz sicher, ob alles wirklich so gewesen ist, denn ich weiß nicht mehr, ob ich ununterbrochen in diese Richtung gesehen habe. Vielleicht habe ich auch für kurze Zeit weggesehen, und es könnte gerade dann schnell aufgestiegen sein und war verschwunden, als ich wieder hinsah. Am nächsten Tag, dem 15. Oktober, pflügte ich allein mit dem Traktor auf demselben Feld. Es war eine kalte Nacht, und der klare Himmel war mit Sternen übersät. Genau um ein Uhr sah ich plötzlich einen roten Stern, der genauso aussah wie einer dieser großen hellen Sterne. Aber ich merkte schnell, daß es gar kein Stern war, denn er wurde immer größer und schien sich zu nähern. In wenigen Augenblicken wurde er zu einem leuchtenden, eiförmigen Ding, das mit rasender Geschwindigkeit auf mich zugeflogen kam. So schnell, daß es über dem Traktor war, bevor ich darüber nachdenken konnte, was ich tun sollte. Plötzlich blieb das Ding stehen und senkte sich bis auf etwa 50 Meter oder so über meinem Kopf herab. Der Traktor und das Feld lagen in so hellem Licht, als sei es mitten am Tag. Das Scheinwerferlicht meines Traktors wurde von dem gleißenden hellroten Schein vollständig verschluckt. Ich hatte schreckliche Angst, weil ich keine Ahnung hatte, was das sein konnte. Ich wollte mit dem Traktor auf und davon, aber im Vergleich zu dem Ding über mir war er viel zu langsam. Es hatte keinen Sinn.

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Während ich unsicher zögerte und vielleicht zwei Minuten nachdachte, bewegte sich das Ding schon wieder und hielt etwa zehn bis 15 Meter vor dem Traktor. Dann senkte es sich ganz langsam zu Boden. Es kam näher und näher, bis ich erkennen konnte, daß es sich um eine ungewöhnliche, beinahe runde Maschine mit kleinen roten Lichtern ringsum handelte. Mir gegenüber strahlte ein riesiger roter Scheinwerfer, der mich geblendet hatte, als das Ding von oben kam. Jetzt sah ich die Form der Maschine ganz genau. Sie glich einem langgestreckten Ei mit drei Stacheln vorn, einer davon in der Mitte und je einer an den Seiten. Es waren spitz zulaufende Metallspieße mit breitem Ansatz. Die Farbe war nicht zu erkennen, da sie in rötliches Licht getaucht war. Obenauf drehte sich irgend etwas sehr schnell, das ebenfalls rötlich fluoreszierendes Licht ausstrahlte. In dem Moment, als die Maschine langsamer wurde, um zu landen, änderte sich das Licht im Verhältnis zur verringerten Umdrehung des rotierenden Teils ins Grünliche. Dieser rotierende Aufsatz wirkte in diesem Augenblick wie ein Teller oder eine flache Kuppel. Ob er nun wirklich so aussah oder ob der Eindruck nur durch die Bewegung hervorgerufen wurde, weiß ich nicht. Denn

dieser rotierende Teil stand nicht eine Sekunde still, auch nicht, nachdem das Flugobjekt gelandet war. Die meisten Einzelheiten habe ich natürlich erst später beobachtet, denn anfangs war ich

meiner

dazu

Selbstbeherrschung verlor ich, als wenige Meter über dem Boden aus der Unterseite des Objekts drei Metallstützen erschienen wie bei einem Dreifuß. Metallbeine, die offensichtlich das Gewicht der Maschine bei der Landung zu tragen hatten. Aber darauf wollte ich nicht warten. Der Traktor hatte die ganze Zeit mit laufendem Motor dagestanden. Ich gab Gas,

viel

zu

aufgeregt.

Den

letzten

Rest

63

lenkte ihn um eine Seite des Flugobjektes herum und versuchte

zu fliehen. Aber nach ein paar Metern setzte der Motor aus, und die Scheinwerfer erloschen. Ich weiß nicht, warum, denn der Zündschlüssel steckte, und die Scheinwerfer waren eingeschaltet. Ich drückte auf den Anlasser des Traktors, aber der Motor sprang nicht an. Daraufhin sprang ich auf der dem Objekt abgewandten Seite vom Traktor und rannte los.

wenigen

Schritten packte mich jemand am Arm, ein kleines, fremdartig angezogenes Wesen, das mir bis zur Schulter reichte. Ich drehte mich in meiner Verzweiflung um und versetzte ihm einen Stoß, der es aus dem Gleichgewicht brachte. Der Fremde ließ los und fiel rücklings zu Boden. Ich wollte davonlaufen, wurde aber zur gleichen Zeit von drei weiteren Fremden hinten und seitlich gepackt. Sie hielten mich an Armen und Beinen fest und hoben mich hoch, ohne daß ich mich wehren konnte. Ich wand mich zwar und strampelte, aber sie hielten mich fest und ließen nicht los. Da schrie ich laut um Hilfe, verfluchte sie und forderte sie auf, mich freizulassen. Mein Geschrei muß sie überrascht oder neugierig gemacht haben, denn auf dem Weg zur Maschine blieben sie jedesmal stehen, wenn ich den Mund aufmachte, und starrten mir ins Gesicht. Ihren Griff lockerten sie dabei nicht um einen Deut. Daraus konnte ich in etwa auf ihre Einstellung mir gegenüber schließen und war deswegen etwas erleichtert. Sie schleppten mich zu ihrer Maschine, die etwa zehn Meter über dem Boden auf den bereits beschriebenen Metallfüßen stand. Am hinteren Teil der Flugmaschine war eine Tür, die von oben nach unten herunterklappte und so zu einer Art Rampe wurde. An ihrem Ende stand eine Metalleiter. Sie war aus dem gleichen silbrigen Material wie die Wände der Maschine und reichte bis zum Boden. Für die

Aber

es

war

schon

zu

spät,

denn

schon

nach

64

Fremden war es sehr anstrengend, mich da hinaufzuschieben, denn dort konnten gerade zwei Personen nebeneinander stehen. Außerdem war diese Leiter nicht starr, sondern elastisch und schwankte durch meine Versuche, mich loszureißen, stark hin und her. Auf beiden Seiten war ein Geländer von der Stärke eines Besenstiels, daran klammerte ich mich fest, um nicht weiter hinaufgezerrt zu werden. Sie mußten daher ständig stehenbleiben, um meine Hände vom Geländer zu lösen. Dieses war ebenfalls elastisch, und später, als ich wieder hinunterstieg, hatte ich den Eindruck, daß es aus ineinandergeschobenen Gliedern bestand. Schließlich hatten sie es geschafft und mich in einen kleinen, quadratischen Raum gebracht. Das schimmernde Licht der Metalldecke spiegelte sich in den polierten, metallenen Wänden und hatte seinen Ursprung in vielen viereckigen Lämpchen, die ringsum unterhalb der Decke angebracht waren. Ich wurde auf den Boden gestellt. Die Eingangstür mitsamt der eingezogenen und daran befestigten Leiter klappte hoch und schloß sich. Der Raum war taghell erleuchtet, doch selbst in diesem blendenden Licht war nicht zu sehen, wo die Tür eingelassen war, denn nach dem Schließen verschmolz sie vollständig mit der Wand. Ich wußte nur durch die Metalleiter, wo sie sich befinden mußte. Von den insgesamt fünf Personen deutete eine mit der Hand auf eine offene Tür und gab mir zu verstehen, daß ich ihr in diesen anderen Raum folgen sollte. Ich gehorchte, denn ich hatte keine andere Wahl. Wir gingen also gemeinsam in diesen Raum, der größer war als der andere und die Form eines Halbovals hatte. Die Wände glänzten dort genauso. Ich glaube, daß es das Zentrum der Maschine war, denn in der Mitte stand eine runde, scheinbar massive Säule, die sich in der Mitte verjüngte. Es

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ist kaum anzunehmen, daß sie nur zur Zierde dort stand. Meiner Meinung nach trug sie die Decke. Möbliert war der Raum nur mit einem ungewöhnlich geformten Tisch und mehreren Drehstühlen, die unseren Barhockern glichen. Alles bestand aus dem gleichen Metall. Tisch und Stühle hatten nur einen Mittelfuß, der beim Tisch fest mit dem Boden verbunden war, während er bei den Stühlen durch drei auf jeder Seite herausstehende Verstrebungen mit einem beweglichen Ring verbunden und in den Boden eingelassen war. Auf diese Weise konnte sich jeder Sitzende nach allen Richtungen drehen.

sich

offensichtlich über mich zu unterhalten. Wenn ich sage, sie, sprachen, so hatte das, was ich hörte, nicht die geringste Ähnlichkeit mit menschlichen Lauten. Ich kann sie auch nicht nachahmen. Plötzlich schienen sie einen Entschluß gefaßt zu haben. Alle fünf fingen an, mich auszuziehen. Ich wehrte mich, schrie und fluchte. Sie hörten auf, sahen mich an und wollten mir damit zu verstehen geben, daß sie höfliche Leute sind. Das hinderte sie aber trotzdem nicht, mich bis auf die Haut auszuziehen. Dabei taten sie mir weder weh, noch zerrissen sie meine Sachen.

Schließlich stand ich nackt da und fürchtete mich zu Tode, da ich nicht wußte, was sie als nächstes mit mir vorhatten. Einer von ihnen kam dann mit irgend etwas in der Hand auf mich zu. Es muß eine Art nasser Schwamm gewesen sein, denn er rieb damit meinen ganzen Körper mit einer Flüssigkeit ein. Ein ganz

üblichen

weicher Schwamm,

Gummischwämmen. Die Flüssigkeit war ganz klar und geruchlos, nur dickflüssiger als Wasser. Zuerst glaubte ich, es sei

eine Art Öl, aber das konnte nicht sein, da die Haut nicht ölig oder fettig wurde. Als sie meinen Körper damit einrieben, fror ich, denn die Nacht war ohnehin kalt und die

Sie

hielten

mich

immer

noch

fest

und

schienen

keiner

von

den

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beiden Räume in der Maschine noch viel kälter. Nackt zu sein war da schon schlimm genug, aber die Flüssigkeit machte es noch viel ärger. Ich zitterte am ganzen Körper, so fror ich. Die Flüssigkeit trocknete schnell, und bald merkte ich nichts mehr davon. Nun führten mich drei dieser Leute zu einer Tür gegenüber von der, durch die ich die Maschine betreten hatte. Einer von ihnen berührte irgend etwas in der Mitte der Tür, die sich daraufhin nach beiden Seiten öffnete, wie die Flügel einer Bartür, die geschlossen vom Boden bis zur Decke reichte. Darüber war eine Art Inschrift aus roten Leuchtzeichen. Durch den Lichteffekt wurde die Wirkung erzielt, als seien diese Zeichen erhaben, etwa ein bis zwei Zentimeter hoch auf die Tür aufgesetzt. Sie hatten nicht die geringste Ähnlichkeit mit irgendwelchen Schriftzeichen, die ich kenne. Ich versuchte, sie mir einzuprägen, habe sie aber inzwischen vergessen. Jedenfalls betrat ich mit zweien dieser Personen einen kleinen, viereckigen Raum, der ebenso beleuchtet war wie die anderen. Sobald wir dort waren, schloß sich die Tür hinter uns. Als ich mich umsah, war nichts mehr von einer Tür zu erkennen. Da war nur noch eine Wand zu sehen, die sich von den anderen in nichts unterschied. Diese Wand öffnete sich plötzlich wieder, und durch die Tür kamen zwei weitere Personen herein. Sie hatten zwei ziemlich dicke, rote Gummischläuche in der Hand, von denen jeder einzelne länger war als einen Meter. Einer dieser Schläuche wurde mit einem Ende an einen becherförmigen Glasbehälter angeschlossen. Am anderen Ende befand sich ein Mundstück, das wie ein Schröpfglas aussah. Es wurde mir auf die Haut am Kinn gedrückt, hier, wo Sie noch die dunkle Stelle erkennen können, die als Narbe zurückgeblieben ist. Bevor der Mann damit anfing, drückte er mit der

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Hand den Schlauch so zusammen, als wolle er die Luft herauspressen. Anfangs spürte ich weder Schmerzen noch ein Prickeln, ich merkte nur, daß meine Haut angesaugt wurde. Später fing die Stelle dann an zu brennen und zu jucken. Schließlich entdeckte ich, daß die Haut verletzt und aufgeschürft war. Nachdem bei mir der Gummischlauch angesetzt worden war, sah ich, wie sich der Becher langsam bis zur Hälfte mit meinem Blut füllte. Dann hörten sie auf, nahmen diesen Schlauch ab und ersetzten ihn durch den anderen. Dann wurde mir auf der anderen Seite des Kinnes noch einmal Blut abgenommen. Sie können dort die gleiche dunkle Stelle wie auf der anderen Seite sehen. Diesmal wurde der Becher bis zum Rand gefüllt. Dann wurde der Behälter abgenommen. Auch an dieser Stelle war die Haut abgeschürft, sie brannte und juckte. Dann gingen die Männer hinaus. Die Tür schloß sich hinter ihnen, und ich war allein. Eine ganze Weile kümmerte sich niemand um mich, sicher länger als eine halbe Stunde. In dem Raum stand nichts als eine große Liege, eine Art Bett, aber ohne Kopfteil oder Rahmen. Da sich die Liege in der Mitte hochwölbte, war sie nicht besonders bequem, aber sie war wenigstens weich, so wie Schaumgummi, und mit einem dicken, grauen, ebenfalls weichen Stoff bedeckt. Da ich nach dem Gerangel und der ganzen Aufregung müde war, setzte ich mich darauf. In diesem Augenblick bemerkte ich einen eigenartigen Geruch, von dem mir schlecht wurde. Ich hatte das Gefühl, dichten, beißenden Rauch einzuatmen, der mich zu ersticken drohte. Vielleicht war es wirklich so, denn als ich die Wand untersuchte, bemerkte ich zum ersten Mal eine Anzahl kleiner, am Ende geschlossener Metallröhrchen, die in Höhe meines Kopfes aus der Wand ragten, aber wie bei einer Dusche viele kleine Löcher hatten. Aus diesen Löchern quoll grauer Rauch, der sich in der Luft auflöste. Daher kam

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der Geruch. Ich fühlte mich gar nicht gut, und mir wurde so schlecht, daß ich mich übergeben mußte. Ich stürzte in eine Ecke des Raumes und erbrach mich. Danach konnte ich wieder ohne Schwierigkeiten atmen. Aber vom Rauchgeruch war mir immer noch übel. Ich war sehr niedergeschlagen. Was mochte mir noch bevorstehen? Bis dahin hatte ich übrigens nicht die leiseste Ahnung, wie diese Fremden eigentlich aussahen. Alle fünf trugen sehr eng anliegende Overalls aus dickem, grauem Stoff, der sehr weich und an einigen Stellen mit schwarzen Streifen versehen war. Am Hals setzte ein Helm von der gleichen Farbe an. Dieser war aus festerem Material, woraus, konnte ich nicht feststellen, und wurde hinten durch dünne Metallstreifen verstärkt. Bis auf die Augen, die durch zwei brillenartige, runde Gläser zu erkennen

waren, verbarg dieser Helm fast alles. Mit ihren hellen, meiner Meinung nach blauen Augen starrten mich die Außerirdischen durch diese Gläser an. Über den Augen war der Helm doppelt so hoch wie ein normaler Kopf. Wahrscheinlich befand sich oberhalb des Kopfes im Helm noch etwas anderes, das von außen nicht sichtbar war. Drei runde, silberne Röhren, von denen ich nicht weiß, ob sie aus Gummi oder Metall waren, liefen von der Mitte des Kopfes den Rücken hinunter und verschwanden in Rippenhöhe im Anzug. Die mittlere Röhre lief am Rückgrat entlang. die beiden anderen links und rechts etwa zehn Zentimeter unter den Achselhöhlen. Ich konnte weder eine Ausbuchtung noch einen Vorsprung erkennen, die auf eine Verbindung zu einem Behälter oder

verborgenen Instrument schließen

einem unter dem Anzug ließen.

den

Die

Ärmel

der

Overalls

waren

lang

und

eng.

An

Handgelenken

gingen

sie

in

dicke, gleichfarbige

Fünffingerhandschuhe

über,

die

die

Bewegung der Hände

sicherlich

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hinderten. Ich bemerkte nämlich, daß die Außerirdischen ihre Handflächen mit den Fingerspitzen kaum berühren konnten. Das hinderte sie allerdings nicht, mich kräftig zu packen und die Gummischläuche geschickt zu handhaben, als sie mir Blut abzapften. Bei den Anzügen mußte es sich um eine Art Uniform handeln, da alle Besatzungsmitglieder ein Schild von der Größe einer Ananasscheibe trugen. Von dort führte ein silberfarbener Stoffstreifen oder eine Metallfolie zu einem engen, schnallenlosen Gürtel. Keine der overallartigen Uniformen hatte Taschen oder Knöpfe. Die Hosen waren hauteng und gingen ohne wahrnehmbare Unterbrechung in eine Art Tennisschuhe über. Allerdings hatten sie, anders als bei uns, vier bis sieben Zentimeter dicke Sohlen. An den Spitzen bogen sich die Schuhe leicht nach oben, aber nicht so wie die Schnallenschuhe in den Geschichtsbüchern. Die Fremden liefen flink und unbehindert darin herum. Nur der vollständig geschlossene Overall schien ihre Bewegungen zu beeinflussen, da sie stets etwas steif wirkten. Bis auf einen, der mir nicht einmal ans Kinn reichte, hatten sie alle meine Größe. Sie wirkten ohne Unterschied recht kräftig, aber auch wieder nicht so, daß ich mich vor ihnen gefürchtet hätte. Einzeln und im Freien hätte ich es mit jedem aufgenommen. Nach einer Ewigkeit riß mich ein Geräusch von der Tür aus meinen Gedanken. Ich fuhr herum und sah, daß von dort eine Frau langsam auf mich zukam. Sie war splitterfasernackt und barfuß, genau wie ich. Ich war sprachlos, und sie schien über meinen Gesichtsausdruck belustigt zu sein. Sie war sehr schön, ganz anders als die Frauen, die ich kenne. Ihr Haar war weich und blond, beinahe weißblond, wie gebleicht, und fiel an den Spitzen nach innen gerollt in den Nacken. Sie trug einen Mittelscheitel und hatte große, blaue Augen, die mandelförmig waren. Ihre Nase war gerade. Mit

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den ungewöhnlich hohen Backenknochen war ihre Gesichtsform andersartig; viel breiter als die südamerikanischer Indianerinnen. Durch das spitze Kinn wirkte ihr Gesicht fast dreieckig. Sie hatte dünne, wenig ausgeprägte Lippen, und ihre Ohren (die ich erst später sah) waren genau wie die unserer Frauen. Sie hatte den schönsten Körper, den ich je bei einer Frau gesehen habe, mit hochangesetzten, wohlgeformten Brüsten und schmaler Taille. Sie war breithüftig, hatte lange Schenkel und kleine Füße, schmale Hände und normale Fingernägel. Sie war viel kleiner als ich, und ihr Kopf reichte mir nur bis zur Schulter. Diese Frau kam schweigend auf mich zu und sah mich an, als ob sie etwas von mir wolle. Plötzlich umarmte sie mich und begann ihr Gesicht an meinem zu reiben. Gleichzeitig preßte sie ihren Körper an mich. Sie hatte die weiße Haut unserer blonden Frauen und Arme, die mit Sommersprossen übersät waren. Ich bemerkte nur ihren typisch weiblichen Geruch, aber sonst weder auf ihrer Haut noch in ihren Haaren irgendein Parfüm. Die Tür hatte sich wieder geschlossen. Allein mit dieser Frau, die mir deutlich zu verstehen gab, was sie wollte, wurde ich sehr erregt. In meiner Lage klingt das zwar ganz unwahrscheinlich, aber ich glaube, daß die Flüssigkeit, mit der ich eingerieben wurde, daran schuld war. Sie müssen es vorsätzlich getan haben. Ich weiß nur noch, daß ich meine sexuelle Erregung nicht mehr beherrschen konnte. Das war mir vorher noch nie passiert. Zum Schluß vergaß ich alles, ergriff die Frau und erwiderte ihre Zärtlichkeiten. Es war ein normaler Akt, und sie benahm sich wie jede andere Frau auch nach wiederholten Umarmungen. Schließlich wurde sie müde und atmete schwer. Ich war zwar immer noch erregt, aber nun verweigerte sie sich mir. Als ich das merkte, war ich ernüchtert. Das war es also, wozu sie mich gebraucht

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hatten, als guten Deckhengst zur Auffrischung ihres Bestandes. Ich ärgerte mich zwar, machte aber gute Miene zum bösen Spiel, denn ich hatte immerhin ein durchaus angenehmes Erlebnis gehabt. Aber gegen eine von unseren Frauen möchte ich sie nicht eintauschen, da ich eine Frau vorziehe, mit der man sprechen kann und die einen versteht. hn übrigen irritierten mich ihre grunzenden Laute in bestimmten Augenblicken ganz entschieden. Küssen konnte sie anscheinend auch nicht, es sei denn, ihre leichten Bisse in mein Kinn hätten die gleiche

Bedeutung.

Eigenartigerweise waren ihre Achselhaare und die an einer anderen Stelle rot, fast blutrot. Kurz nachdem wir uns voneinander gelöst hatten, öffnete sich die Tür, und einer der Außerirdischen rief die Frau zu sich. Bevor sie hinausging, drehte sie sich noch einmal um, zeigte zuerst auf ihren Bauch, dann mit einer Art Lächeln auf mich und schließlich zum Himmel, in südliche Richtung, glaube ich. Dann ging sie hinaus. Diese Geste verstand ich als Warnung, daß sie wiederkommen und mich dorthin mitnehmen würde, wo immer es auch sein mochte. Noch heute zittere ich davor, denn wenn sie wiederkommen und mich noch einmal fangen, bin ich verloren. Ich möchte um keinen Preis von meiner Familie und meiner Heimat getrennt werden. Dann kam einer der Außerirdischen mit meinen Kleidern unter dem Arm zurück, und ich zog mich wieder an. Auß er meinem Feuerzeug fehlte nichts. Es konnte beim Kampf verlorengegangen sein. Wir gingen in den anderen Raum zurück, wo drei der Besatzungsmitglieder auf den Drehstühlen saßen und miteinander grunzten (sie unterhielten sich, glaube ich). Derjenige, von dem ich geholt worden war, ging zu ihnen und ließ mich einfach stehen. Während sie miteinander „sprachen“, versuchte ich, mir jede Einzelheit genau

Aber

da

bin

ich

mir

nicht

so

sicher.

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einzuprägen und alles zu beobachten. Dabei fiel mir auf dem Tisch neben den Außerirdischen ein viereckiger Kasten mit einem Glasdeckel auf. Er schützte eine Scheibe, die dem Zifferblatt eines Weckers glich. Es gab einen Zeiger, und an Stelle der Drei, Sechs und Neun war eine schwarze Markierung. Nur dort, wo normalerweise die Zwölf ist, waren nebeneinander vier kleine, schwarze Zeichen. Wofür, weiß ich nicht, es war nun mal so. Zuerst dachte ich, das Instrument sei eine Art Uhr, weil einer der Außerirdischen von Zeit zu Zeit einen Blick darauf warf. Aber das konnte nicht sein, denn obwohl ich eine ganze Weile daraufsah, rührte sich der Zeiger nicht von der Stelle. Dann kam mir der Einfall, das Ding zu schnappen, denn ich brauchte einen Beweis für mein Abenteuer. Mit diesem Kasten wäre mein Problem gelöst gewesen. Wenn die Männer mein Interesse daran bemerkten, entschlossen sie sich vielleicht, ihn mir zu schenken. Ich schob mich vorsichtig immer näher heran, während die Außerirdischen nicht zu mir hinsahen, und riß das Instrument dann schnell mit beiden Händen vom Tisch. Es war schwer und wog sicher mehr als zwei Kilo. Aber ich hatte nicht einmal genug Zeit, es genauer anzusehen, denn blitzschnell sprang einer der Außerirdischen auf, stieß mich zur Seite, riß mir den Kasten wütend aus den Händen und stellte ihn wieder an seinen Platz. Ich wich bis zur nächsten Wand zurück und blieb dort regungslos stehen. Ich fürchte mich zwar vor niemandem, aber in diesem Falle verhielt ich mich lieber ruhig. Denn es hatte sich erwiesen, daß sie mich nur dann freundlich behandelten, wenn ich mich ordentlich benahm. Warum also ein Risiko eingehen, wo ohnehin kein Erfolg zu erwarten war. Ich blieb also einfach stehen und wartete. Die Frau sah ich nicht wieder, weder nackt noch angezogen. Aber ich entdeckte, wo sie sich aufhalten mußte. Im

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vorderen Teil des großen Raumes gab es eine weitere Tür, sie war nicht ganz geschlossen, und ab und zu waren hin und her gehende Fußtritte vernehmbar. Da sich alle anderen mit mir im selben Raum befanden, konnte es sich nur um die Schritte der Frau handeln. Ich vermute, daß es sich bei diesem vorderen Teil um den Navigationsraum der Maschine handelte. Aber natürlich kann ich das nicht beweisen. Endlich stand einer der Außerirdischen auf und gab mir zu verstehen, daß ich ihm folgen sollte. Die anderen nahmen keine Notiz von mir. Wir liefen durch den kleinen Vorraum bis zur geöffneten Außentür mit der bereits wieder heruntergelassenen Leiter. Aber wir gingen nicht hinunter, sondern mir wurde bedeutet, mit auf die Plattform zu kommen, die sich beiderseits der Tür befand. Sie war zwar schmal, aber man konnte darauf in jeder Richtung um die Maschine herumlaufen.Wir gingen zuerst nach vorne, und ich sah einen viereckigen, metallenen Vorsprung, der aus der Maschine herausragte, auf der gegenüberliegenden Seite befand sich genau das gleiche Ding. Aus der Form schloß ich, daß es vielleicht Start und Landung der Maschine kontrollierte. Ich muß zugeben, daß ich diesen Teil niemals in Bewegung gesehen habe, auch dann nicht, als die Maschine abhob. Daher kann ich mir seinen Sinn und Zweck nicht erklären. Vorn deutete der Mann auf die von mir bereits erwähnten Metallspitzen, besser gesagt Metallsporne. Alle drei waren fest mit der Maschine verbunden, der mittlere davon direkt mit dem Vorderteil. Sie hatten alle drei die gleiche Form, die sich von einem breiten Ansatz zu einer feinen Spitze verjüngte, und standen waagrecht heraus. Ob sie aus dem gleichen Metall waren wie die Maschine, kann ich nicht beurteilen. Sie leuchteten zwar wie glühendes Metall, strahlten aber keine Hitze aus. Etwas darüber befanden sich rötliche Lichter. Die beiden seitlichen waren klein und rund, das am

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Vorderteil angebrachte dagegen riesengroß. Es war der bereits von mir beschriebene Frontscheinwerfer. Oberhalb der Plattform gab es rundum zahllose viereckige Lampen, die in den Rumpf der Maschine eingelassen waren. Ihr rötlicher Schein fiel auf die Plattform. Diese endete vorn an einer großen, dicken Glasscheibe, die tief in das Metall eingebettet, etwas erhaben und seitlich verjüngt war. Da es nirgends Fenster gab, diente diese Scheibe wohl zum Durchsehen, obwohl das meiner Ansicht schwierig gewesen sein muß, da das Glas von außen sehr trübe wirkte. Meiner Meinung nach mußten die Sporne an der Vorderfront etwas mit der Antriebsenergie zu tun haben, da ihr Leuchten beim Start der Maschine ganz intensiv wurde und vollständig mit dem Licht des Hauptscheinwerfers verschmolz. Nach Besichtigung des vorderen Teiles der Maschine gingen wir wieder nach hinten (dieser Teil war stärker gewölbt als der vordere), aber vorher blieben wir noch stehen, denn der Außerirdische deutete nach oben, wo die riesige, tellerartige Kuppel rotierte. Während sie sich langsam drehte, war sie ständig in grünliches Licht getaucht, dessen Herkunft ich nicht ausmachen konnte. Verbunden damit war eine Art Pfeifen, das wie das Geräusch eines Staubsaugers klang oder so, als ob durch viele kleine Öffnungen Luft angesaugt würde. Als die Maschine später vom Boden abhob, wurden die Umdrehungen der Kuppel schneller und schneller, bis sie nicht mehr zu sehen waren, sondern nur noch ein hellroter Lichtschein übrigblieb. Gleichzeitig verstärkte sich das Geräusch zu einem lauten Heulen, und damit war für mich klar, daß die Drehgeschwindigkeit der Kuppel in ursächlichem Zusammenhang mit dem Geräusch stand. Nachdem ich alles gesehen hatte, brachte mich der Außerirdische schließlich

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zur Metallstufenleiter und gab mir zu verstehen, daß ich nun gehen könne. Als ich wieder unten auf dem Boden stand, sah ich noch einmal nach oben. Dort stand der Fremde immer noch, zeigte zuerst auf sich selbst, dann zu mir hinunter und schließlich in südliche Richtung himmelwärts. Danach bedeutete er mir, zurückzutreten, und verschwand in der Maschine. Die metallene Stufenleiter verkürzte sich, die Stufen schoben sich wie ein Bretterstapel ineinander, und als die Leiter oben angekommen war, hob sich die Tür, die in geöffnetem Zustand die Rampe bildete, bis sie sich unsichtbar wieder in die Wand

der Maschine eingefügt hatte. Die Lichter der Metallsporne, des Hauptscheinwerfers und der Kuppel wurden mit deren zunehmender Rotation immer heller. Langsam stieg die

Maschine

senkrecht

aufwärts,

gleichzeitig

schob

sich

das

dreibeinige

Landegestell

wie

ein

Stativ

in

den

Boden

der

Maschine, und danach sah die Unterseite des Flugkörpers so glatt aus, als sei dort niemals ein Landegestell gewesen. Das Flugobjekt stieg langsam weiter, bis es etwa 30 bis 50 Meter hoch war. Dort verhielt es für ein paar Sekunden, während sich seine Leuchtkraft verstärkte. Das Surren wurde lauter, die Kuppel begann sich in rasender Geschwindigkeit zu drehen, dabei änderte sich ihr Licht ständig, bis es hellrot war. In diesem Moment neigte sich die Maschine leicht zur Seite, ein klopfendes, rhythmisches Geräusch wurde hörbar, und plötzlich schoß sie in südlicher Richtung davon. Schon nach wenigen Sekunden war sie außer Sicht. Nun ging ich zu meinem Traktor zurück. Nachdem ich um 1.15 Uhr in die fremde Maschine verschleppt worden war, hatte ich sie nun morgens um 5.30 Uhr wieder verlassen. Sie hatten mich also 4 Stunden und 15 Minuten dort festgehalten. Eine lange Zeit.

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Außer meiner Mutter habe ich niemandem von meinem Erlebnis erzählt. Sie sagte, es sei besser, nie mehr mit solchen Leuten zu tun zu haben. Meinem Vater wagte ich nicht, etwas davon zu sagen. Ich hatte mit ihm schon über das Licht auf der Kuppel gesprochen, aber er glaubte mir nicht und behauptete, daß ich mir alles nur eingebildet hätte. Später entschloß ich mich, an Senhor Joao Martins zu schreiben. Ich hatte im November seinen Artikel im „Cruzeiro“ gelesen, in dem er seine Leser aufforderte, ihn über alle Fälle im Zusammenhang mit fliegenden Untertassen zu unterrichten. Hätte ich genügend Geld gehabt, wäre ich früher nach Rio gekommen. Aber so mußte ich warten, bis er mir mitteilte, daß er einen Teil der Reisekosten übernehmen wolle.

Entführungen in Deutschland

Für Außerirdische wohl weniger interessant als die Amerikaner oder Südamerikaner scheinen die Deutschen zu sein. Vielleicht fehlt es aber auch nur an der nötigen Phantasie. Bekanntgeworden sind lediglich etwas mehr als ein Dutzend Entführungen, wobei nur wenige Berichte einigermaßen detailliert sind. Auffallend ist auch hier, daß die Entführungen erst nach dem Bekanntwerden des Hill-Falles berichtet wurden, obwohl sie angeblich vorher stattgefunden haben. Mit dem Hill- Fall aber war, so betonen Skeptiker, das Entführungsmuster erstmals ausführlich festgelegt. Zwischen 1952 und 1954 will ein Hamburger Ingenieur in der Nähe von Billwerder auf Venus-Wesen getroffen sein, die ihn zu ihrem Planeten mitnahmen. Eines Sonntags überkam ihn eine eigenartige Unruhe. Trotz Erkältung verließ er sein Bett und fuhr ziellos eine halbe Stunde lang durch die Gegend. Als er instinktiv hielt, warteten da schon zwei

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menschliche Gestalten auf ihn, die ihn mit in eine fliegende Untertasse nahmen, die einen Durchmesser von 3,50 Metern hatte. Im Innern befanden sich Schaltbrett, Hebel und Knöpfe. Ein leichtes Vibrieren zeigte an, daß das Ufo flog. Es landete auf einem fremden Planeten mit gartenähnlicher Oberfläche. Die Häuser waren halbkugelförmig, „im Innern saßen verschiedene Personen beim Essen; in ihrem Eßgeschirr lagen merkwürdig aussehende braune Brocken in einer Sauce“. Zwischen diesen Personen und seinen Begleitern kam es bald zu einem heftigen Wortwechsel, und schließlich gingen die drei wieder zurück zu ihrem Ufo. Nach einem kurzen Flug landete man in der Nähe seines Wagens. Am nächsten Tag litt der Hamburger unter Rückenschmerzen und Blutergüssen. Ebenfalls nicht sonderlich aufregend klingt der nächste Fall:

An einem Tag im März und zwei Tagen im April 1959 will Horst Raps aus Lampertheim bei Mannheim mit gelandeten Raumschiffen und deren Besatzung zusammengetroffen sein:

„In der Türöffnung erschien eine große Gestalt, schlank und uns Menschen absolut ähnlich. Diese Gestalt trug eine kombinationsähnliche Kleidung, die regenbogenfarbig schillerte. Zu meinem Erstaunen konnte ich diese Gestalt deutschsprachig reden hören.“ Der Außerirdische spricht zu Raps über Liebe und Zuneigung und weist ihn an, zu einem zweiten Termin zu erscheinen. Dann, wie auch bei der dritten Begegnung, wird Raps zu einem Raumflug mitgenommen. Für Ulrich Magin ist auch Raps´ Abenteuer ein typisches Kontaktlermärchen. Wie viele Entführte sah auch er später häufig weitere Ufos und litt unter geistiger Verwirrung. Virginia Horten wurde nach eigenen Angaben im Jahr 1959 „80 Kilometer von Frankfurt entfernt im Rheintal“ von Außerirdischen gekidnappt. Magin: Hopkins, der den Fall

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durch Hypnose entdeckte, plaziert die Gegend im Elsaß, doch

das ist geographisch nicht möglich. Virginia konnte einen Traum aus ihrer Kindheit nicht vergessen, sie hatte unter ungewöhnlichen Umständen einen wunderschönen Hirsch

gesehen. Budd Hopkins vermutet dahinter

Schutzerinnerung, die eine Entführung unterdrücken soll, und läßt die Frau von der Psychologin Dr. Clamar hypnotisieren. Virginia erinnert sich nun, daß sie nach der Sichtung des schönen Hirsches mit einer blutigen Bluse aufgewacht war. In Wirklichkeit, das ergibt die Hypnose weiter, ist sie von Außerirdischen entführt worden. Sie hält Kontakt mit ihren Entführern durch eine Art Gegensprechanlage, gleichzeitig werden ihr im Raum dreidimensionale Bilder gezeigt. Der Außerirdische sagt Virginia, daß er „von weit her gekommen wäre, von einem fremden Gestirn, dessen Anblick mich in höchstes Erstaunen versetzen würde. Dann erklärte er mir, er hätte Arme und Beine wie Menschen, und während er das sagte, sah ich im Geiste eine Hand vor mir. Ich glaube, sie hatte sechs Finger, lange dünne Finger, und sie waren fast weiß. Komisch, ich bin gar nicht erschrocken. Seine Augen waren anders als unsere. Ich glaube, sie hatten keine Lider. Arme und Beine und überhaupt der ganze Körper waren sehr dünn. Am auffälligsten war die Haut. Sie wirkte wie weiches, weißes Leder.“ Nach dieser holographischen Vision folgte die medizinische Untersuchung. Irgendwann in den fünfziger Jahren will auch die Hausfrau Elisabeth Weindt in einem Ufo geflogen sein. Das ist der letzte bekannte Kontaktlerfall aus Deutschland, der nicht dem Muster der amerikanischen Entführungen folgt. Frau Weindt will im Harz auf eine außerirdische Dame namens Libenia, die sie an ihre Lieblingslehrerin erinnerte, zu einem Flug zum Mond mitgenommen worden sein. „Als sie eines

eine

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Tages zu ihrem Fenster hinaussah, bemerkte sie eine Dame. Man kam ins Gespräch. Die Dame stellte sich vor, sie hieß Libenia und stammte aus einem anderen Milchstraßensystem.“ Zusammen gehen die beiden Damen auf eine Anhöhe im Harz, wo eine Art Wolke landet, in der sich ein gotischer Spitzbogen öffnet. Im Innern des Ufos setzt sich Frau Weindt auf einen bequemen Sessel, nun betritt „Ramon“ den Raum, „von großer Hoheit und Würde“, der seine Stirn auf die Hände der Zeugin legt. Das Mobiliar des Ufos ist bernsteinfarben. „Auch ein Fernsehschirm war da. Ich mußte dreimal ausatmen, da hatte ich den Geruch von Ozon um mich. Die Wände des Raumschiffes öffneten sich, und wir konnten den Mond ganz groß sehen mit seinen Kratern und den hohen Bergen. Nach einer halben Stunde war ich wieder zu Hause.“ Im Januar 1962 will der 18jährige Norbert Hoffmann bei Stendhal in der ehemaligen DDR entführt worden sein. Er bemerkte zuerst ein helles Licht und erkannte dann, daß es ein 20 Meter breites Ufo war, das fünf Meter über dem Boden schwebte. Er spürte ein Kribbeln am ganzen Körper und verlor dann das Bewußtsein. Später kam er wieder zu sich, sein Gesicht rot wie bei einem Sonnenbrand. Das Gesicht war mit Blasen bedeckt, über der Nase befand sich eine Wunde, von der heute noch eine Narbe zeugt. Am nächsten Morgen wurde der junge Mann von seinem Hausarzt untersucht, der sich die Verletzungen nicht erklären konnte und den 18jährigen in ein Krankenhaus überwies. Dort sollen ihn zwei Beamte der Stasi verhört haben. Psychologen aus Leipzig sollen ihn drei Tage lang mehrere Stunden hypnotisiert haben, dabei wurden „sieben oder acht Tonbänder“ aufgenommen. Buttlar schreibt, Norbert behauptete unter Hypnose, er sei von fremdartigen, schlanken Menschen in weißen Overalls in das fremde Flugobjekt gebracht worden. Dort hätten sie ihn auf eine Art Tisch

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gelegt, untersucht und Gewebeproben entnommen. Eine andere Quelle gibt als Datum den Februar 1962 und als Alter 16 an, sonst gleichen sich die Geschichten. Sie fügt noch an, der junge Mann habe nach seiner Entführung über Gott, bevorstehende Erdveränderungen und einen notwendigen Bewußtseinswandel bei den Menschen gesprochen, ebenso litt er unter mysteriösen Träumen. Irn November 1978 wollen der amerikanische Soldat Chris Owens und seine schwangere Frau Pam in der Nähe von Trier von Außerirdischen entführt worden sein. Sie fuhren mit ihrem Baby von einem Besuch bei einem Freund zurück. Diese Fahrt dauerte gewöhnlich 30 Minuten. Ihre letzte Erinnerung war ein großes, ovales Ufo, das über ihrem Auto schwebte, die nächsten 100 Minuten waren verloren. Durch die Hypnose kam ans Licht, daß Pam aus dem Auto gestiegen war, als das Ufo über dem Wagen schwebte. Sie kam auf einem Tisch im Innern des Raumschiffes wieder zu sich. Der Raum war fahlgelb erleuchtet. Zwei 75 Zentimeter große haarlose Wesen mit einem großen Kopf, großen tiefliegenden Augen und einer rauhen, grauen Haut führten die medizinische Untersuchung durch. Ihre Finger schienen doppelt so lang wie die eines Menschen, sie stachen Pam eine etwa acht Zentimeter lange Nadel oberhalb des Nabels in den Unterleib. Beunruhigt fragte Pam nach ihrem kleinen Sohn Brian. „Wir passen auf“, beruhigten sie die grauen Wesen. Pam bemerkte, daß sich ihre Lippen beim Sprechen nicht bewegten, und schloß daher auf telepathische Konversation. Sie verlor erneut das Bewußtsein und kam neben dem Wagen stehend wieder zu sich. Als erwiesenen Schwindel stuft Ulrich Magin die Erzählung von Andreas Schneider ein, der auf Teneriffa angeblich entführt wurde. Er habe sich seine

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Geschichte aus etlichen Ufo-Büchern ganz einfach zusammengebastelt. Der junge Mann befand sich am 18. November 1982 im Haus seiner Eltern auf Teneriffa, als er ein Ufo gesehen haben will. Beim Anblick der hell erleuchteten Untertasse verlor er das Bewußtsein. Ein Lichtstrahl zog ihn in das Innere des Raumschiffes, wo mehrere kleine Männer auf ihn warteten, die häßliche Gesichter und rauhe Elefantenhaut hatten. Zwei der Wesen hielten Instrumente in der Hand, in der Mitte des Raumes befand sich ein leuchtender Pfeiler. Die Wesen teilten dem Entführten mit, er möge nicht erschrecken, sie kämen in friedlicher Absicht vom Planeten Humo zur Erde. Seit dieser Zeit sieht der angebliche Augenzeuge regelmäßig Ufos und hält telepathischen Kontakt zu seinen Freunden aus dem All. Tatsächlich beruhe diese Entführung auf einem spanischen Schwindel der 60er Jahre.

Die Geburt einer Kontaktlerin

Als Beispiel, was von Kontaktberichten zu halten ist, arbeitete das „Centrale Forschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene“ (CENAP) in Mannheim das Erlebnis von Adele Holzer am 12. Dezember 1978 in der Nähe des bayerischen Burghausen auf. R. Henke und Werner Walter schreiben dazu im CENAP-Report vom März 1993:

„Die ehemals bei einem Rechtsanwalt beschäftigte Sekretärin Adele Holzer fährt am Morgen des 12. Dezember 1978 gegen acht Uhr mit ihrem Auto, wie jedenWochentag, von Neuötting in südöstlicher Richtung nach Burghausen ins Büro zur Arbeit. Etwa auf halber Strecke in der Nähe von Emmerting in Höhe der Alzkanalbrücke bemerkt sie über der aufgehenden Sonne eine weißglühende Scheibe, nicht größer als eine Handbreit. Das Objekt scheint sich kraulartig

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zu bewegen. Frau Holzer nimmt das Objekt derart gefangen, daß sie, obwohl sie schon etwas spät dran ist, auf einen Parkplatz fährt, um sich das Phänomen in Ruhe anzusehen. Noch im Wagen sitzend, bemerkt sie, daß das Objekt mit rasendem Tempo lautlos auf sie zufliegt - erst noch in ziemlicher Höhe, vielleicht 700 Meter. Die Zeugin steigt aus.

Im selben Moment senkt sich das Objekt von Osten her und bleibt in vielleicht 70 Meter Höhe stehen. Es scheint, als ob es direkt über den Baumkronen des Parkplatzes steht. Jetzt erkennt Adele Holzer auf der „Unterseite“ drei Halbkugeln, wobei die mittlere davon größer als die beiden anderen zu sein scheint. Weiter nimmt die Zeugin am Objekt drei gelbe bzw. orangene Punkte wahr. Sie wünscht sich, auch einmal die „Seitenfront“ zu sehen - und schon scheint sich das Objekt entsprechend zu drehen, so daß sie nun ca. zehn oder zwölf runde Luken, hinter denen es grünlich schimmert, wahrnimmt. Doch damit nicht genug: Plötzlich schießen grelle, grünliche

Lichtstrahlen

Abstand von etwa einer Sekunde Signale. Die Zeugin scheint wie gelähmt und verspürt seltsamerweise keine Angst: „Ich hatte das Gefühl, jemand will mit mir telepathischen Kontakt aufnehmen. Ich bekam diesen Kontakt auch. Mir wurde mitgeteilt: Keine Angst, wir sind friedlich, wir wollen euch nur beobachten! Wir wollen euch vor Unglück bewahren! Wir wollen verhindern, daß ihr euren Planeten kaputtmacht! Wir wollen Frieden, seht, daß ihr euch nicht selbst vernichtet! Eigentlich war alles nur positiv. Ich kann das nicht so beschreiben und wörtlich wiedergeben. Ich hörte weder eine Stimme, noch sah ich irgendwelche Wesen. Nur das Flugobjekt sah ich fest und greifbar nahe über mir. Währenddessen hatte ich kein Zeitgefühl; und auch darüber wurde mir

im

aus

dem

Flugobjekt

und

geben

sechsmal

83

kurz etwas mitgeteilt, daß irgend etwas mit der Zeit anders sei.“ Dann schießt das Objekt förmlich lautlos in die Höhe, um rasend schnell zu verschwinden. Ein weiterer, aber anonymer Autofahrer befindet sich auf dem Parkplatz, doch die Zeugin traut sich nicht, ihn anzusprechen. Sie glaubt, daß auch er von dem Objekt beeindruckt ist und es ihm genauso ergeht. Frau Holzer berichtete, daß ihre Timex- Uhr auf 8:01 stehengeblieben sei (was sie im Büro festgestellt habe), obwohl die Batterie kurz zuvor gewechselt worden sei. Auch sei ihr Zündschlüssel während der Beobachtung stark verbogen worden. Hesemann erhält zwei Jahre später von der Zeugin einen verbogenen Schlüssel, auf dem Kratzer zu sehen sind, deren Ursprung er jedoch auf die Versuche der Zeugin, den Schlüssel ins Schloß zu stecken, zurückführt.

Obwohl

Adele

Holzer

gegenüber

Hesemann

einerseits

behauptete, sich vorher mit Ufologie überhaupt nicht befaßt zu haben, war sie doch Mitglied einer Burghausener „Astro“- Gruppe (es handelte sich hierbei um eine DUIST-Ortsgruppe rund um Dr. Wolfram Fragner, der stark esoterisch angeregt war). Just zum Sichtungszeitpunkt von Frau Holzer ereignete sich kaum ein paar Dutzend Kilometer entfernt nahe Saaldorf eine Welle von Sichtungen fliegender Untertassen, die sich überregional in den deutschen Zeitungen niederschlug und selbst das Fernsehen des Bayerischen Rundfunks zu mindestens zwei Beiträgen anregte. Der ganze Spuk klärte sich am 30.12.1978 auf, als das „Reichenhaller Tagblatt“ meldete, daß ein paar Saaldorfer Jugendliche einen Massenstart von Mini- Heißluftballons veranstaltet hatten, um die Bevölkerung mit gefälschten Ufos zu narren - und dies mit offensichtlichem Erfolg. Auch hatte Frau Holzer wie die meisten Ufo-Melder bereits vor ihrer Sichtung an Ufos geglaubt. Doch nicht nur das:

Gleichzeitig hatte sie sich

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auch mit Astronomie und auch der Frage nach der Bewohnbarkeit des Universums auseinandergesetzt Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Walter hatte als erster erfahrener Ufo-Phänomen-Untersucher bereits früh im Jahre 1979 mit Frau Holzer zu ihrem Sichtungsfall Kontakt aufgenommen, daraus resultierte eine Untertassenskizze der Zeugin. Auffällig auch, wie Hesemann seinerzeit in seinem Bericht ebenfalls festgestellt hatte, daß Frau Holzers Ufo mit seinen drei Halbkugeln auf der Unterseite der berühmten Adamskischen Untertasse gleicht. Daß sich Frau Holzer ausgerechnet von diversen DUIST-Druckschriften, die ihr Hesemann seinerzeit zugesendet hatte, angesprochen fühlte, spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Der ausschlaggebende Punkt dürfte jedoch ihre Aktivität in der Fragnerschen DUIST- ,Astro“-Gruppe zuvor gewesen sein, wo man nicht umhinkommt, entsprechende Fliegende-Untertassen-Literatur nach Adamskischer Lesart und Beweisführung zu sehen, zu lesen und auch zu absorbieren. Auch Beiträge in Funk und Fernsehen über Parapsychologie habe sie damals bereits schon seit Jahren mit Interesse verfolgt gehabt und interessierte sich intensiv für Telepathie und das „Leben nach dem Tode“. In dieser Zeit auch konvertierte die „Zeugin“ scheinbar von der Rechtsanwaltssekretärin zur Klavierlehrerin und schließlich zur Kunstmalerin - ein Zeichen des Umbruchs in ihrer persönlichen Lebensgestaltung. Damals bereits schon erklärte Frau Holzer gegenüber CENAP im entsprechenden Fragebogen: „Ich halte es durchaus für möglich, daß es Leben auf anderen Planeten gibt. Daß es fremde Intelligenzen geben kann, die versuchen mit uns Kontakt aufzunehmen, halte ich sogar für wahrscheinlich.“ Kein Wunder also, wenn sie sich dann selbst zur QuasiKontaktlerin wandelte. Es geht noch weiter: Frau Holzer ist

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ein Wiederholungszeuge. Bereits um 1975 hatte sie angeblich über dem oberbayerischen Ruhpolding nicht nurein Ufo gesehen, sondern auch fotografiert. Die Dia-Aufnahme sei nicht „sonderlich scharf“ ausgefallen, und auch hier wieder war das Objekt „sonderlich grün“, „ob die Färbung mit der Strahlung der Erdatmosphäre zusammenhängt, weiß ich nicht“. Das Dia wurde uns bereitgestellt und von Kollege Klaus Webner (Wiesbaden, Filmproduzent) aufgehellt, da es kaum eine Frage der Bildschärfe war, sondern eine der Bildhelligkeit, die Probleme machte, etwas zu erkennen (Originaldia und Aufhellung im CENAP-Archiv vorhanden). Was schließlich zu sehen war, schlug uns vor Lachen die Hände auf die Schenkel:

Eine vom Fernsehschirm abfotografierte russische Venus-Sonde als Modell sollte uns hier als Ufo verkauft werden. Auch der Sohn hat schon fliegende Untertassen gesehen, wie Frau Holzer kundtat. Sie wurde natürlich über den Inhalt ihres Fotos nicht im unklaren gelassen. Daraufhin verbog sie völlig die Logik zu ihren Gunsten: Möglich sei es schon, daß das abgebildete Objekt ein Modell sei, aber es „ähnelte mehr dem Raumschiff Enterprise. Ich habe dieses Objekt damals über Ruhpolding fotografiert“, blieb sie dabei. Gewiß, da war von einer stehengebliebenen Uhr die Rede sowie von einem verbogenen Zündschlüssel. Da die Uhr laut Hesemann „erst wieder ging, als sie gestellt wurde“, kann ein Bedienungsfehler nicht ausgeschlossen werden. Ähnliches trifft für die Verbiegung des Schlüssels zu: Auch der Autoschlüssel von Henke hat sich, wie er jüngst feststellte, verbogen. Sollte er, ohne es zu merken, einmal in den Einflußbereich einer Untertasse gelangt sein, oder ist es nicht mindestens ebenso wahrscheinlich, daß er, den Schlüssel unabsichtlich selbst verbogen hatte?

86

Ist es nur Zufall, daß drei Jahre vor Frau Holzers Erlebnis der Schlüsselverbieger und Uhrenanhalter Uri Geller in Deutschland eine wahre PSI-Hysterie entfachte, die jahrelang anhielt?

Der Stimulus Wie die langjährige Erfahrung von CENAP und anderen Ufo- Phänomen-Untersuchungsgruppen zeigt, sind selbst bei Ufo- Berichten mit psychologischer Komponente fast immer objektive Stimuli im Spiel. Henke: Wir müssen also fragen, ob auch in diesem Fall ein bekannter Ufo-Stimulus als Auslöser für Frau Holzers Wahrnehmung im Spiel gewesen war. Rekonstruieren lassen sich - rund 14 Jahre später - allein die astronomischen Gegebenheiten zum Ort, Zeitpunkt, zur Himmelsrichtung und -höhe - dies aber absolut exakt. Etwaige Flugbewegungen lassen sich dagegen nach so langer Zeit natürlich nicht mehr ermitteln, werden doch Flugdaten schon nach kurzer Zeit gelöscht. Stand also am Sichtungsort zur Sichtungszeit in der angegebenen Himmelsrichtung und -höhe

ein astronomischer Ufo-Stimulus am Himmel, der nachweislich bereits in anderen Fällen zu Untertassen-Sichtungen führte? Die Antwort ist ein klares Ja:

Wie die astronomische Computersimulation zeigte, stand

a) in südöstlicher Richtung - also in Fahrtrichtung der Zeugin

b) rechts oberhalb der gerade aufgehenden Sonne

c) exakt zum Zeitpunkt der Beobachtung

d) am Beobachtungsort der häufigste astronomische Ufo- Stimulus überhaupt: die hellstrahlende Venus, die auch zutreffend als weißglühende Scheibe geschildert wird. Daß Venus und „Ufo“ identisch waren, belegt zudem die simple Tatsache, daß Frau Holzer - trotz angeblicher astronomischer Kenntnisse - die Venus mit keinem

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Wort erwähnte, ganz im Gegenteil im CENAP-Fragebogen gar erklärte, daß da kein Himmelskörper sonst am Himmel zu sehen war, obwohl sich das Ufo in ihrer unmittelbaren Nähe befunden haben mußte. Mit anderen Worten, die Zeugin hätte zwei Objekte angeben müssen - nämlich das Ufo und die Venus. Somit sollte auch für den weniger kritischen Ufo-Phänomen-Untersucher feststehen, daß auch in diesem Fall Ufo-Stimulus und Ufo identisch waren. Daß relativ unscheinbare Lichter - also auch Planeten wie Venus und Jupiter - von einzelnen Beobachtern durchaus auf höchst ungewöhnliche Weise wahrgenommen werden können, besonders wenn wie im Falle Adele Holzer eine thematische Prädispositionshaltung vorliegt, belegen zahlreiche - darunter auch von CENAP untersuchte – Fälle.

Rekonstruktion Rekonstruieren wir die Beobachtung der Zeugin: Frau Holzer befindet sich zunähst im fahrenden Auto. Aufgrund des allseits bekannten autokinetischen Effektes ist es kein Wunder, daß sie das Objekt selbst als bewegt wahrnimmt: Die kraulartigen Bewegungen (vorher im übrigen in den Zeitungen für die rund

um Saaldorf gestarteten „Ufos“-Heißluftballone als Merkmal dargestellt) resultieren einfach aus den Fahrtbewegungen ihres Autos, das sich ja nicht auf absolut planer Fläche bewegt. Somit ist es auch kein Wunder, daß das Objekt, nachdem die Zeugin zur Ruhe gekommen ist, mit einem Male stillsteht, so daß sie es nun in Ruhe (im doppelten Wortsinn) beobachten kann.

Lichter,

Luken) kann mit ein klein wenig Phantasie jeder Beobachter „erkennen“. Gleiches trifft für die Strahlen zu, die besonders

Die

nun

beobachteten

Feinstrukturen

(Kugeln,

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beim Zusammenkneifen der Augen deutlich sichtbar werden. Wer die Venus oder den Jupiter einige Zeit beobachtet, hat zeitweise den Eindruck, eine Ellipse, dann wieder eine Scheibe zu sehen. Somit kann auch den beschriebenen Umklappeffekt jeder Beobachter nachvollziehen. Es muß noch bemerkt werden, daß all diese Effekte besonders stark bei Kurzsichtigkeit mit und ohne Brille auftreten (ob Adele Holzer zum Zeitpunkt der Beobachtung sehbehindert war, geht aus dem Hesemann-Bericht leider nicht hervor, der CENAP- Fragebogen ging damals noch nicht darauf ein.)“

Die psychischen und physikalischen Effekte

Das Holzer-Erlebnis nahm die CENAP zum Anlaß, auf einige weitere Effekte zu verweisen, die ihrer Meinung nach bei der Bewertung von Ufo-Sichtungen nicht außer acht gelassen werden dürfen.

Die psychischen Effekte Daß Menschen beim Anblick der aufgehenden Sonne oder auch beim Anblick der Venus Gefühle empfinden, ist nichts Ungewöhnliches. Wer eine derartige Erscheinung jedoch auf ungewöhnliche Weise wahrnimmt, wird auch dazu passende ungewöhnliche Gefühle empfinden. Gefühle kommen ja von innen und nicht von außen: Wir selbst sind es, die Gefühle erzeugen. Daß unsere Gefühle nicht , immer der objektiven Realität - falls es die überhaupt gibt - entsprechen, ist ebenfalls klar: So lassen uns bereits einfachste Bleistiftstriche Gefühle erleben. Ein Hund ist da viel objektiver: Wenn er z. B. die Strichzeichnung eines Artgenossen sieht,

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erkennt und fühlt er gar nichts; er sieht nur das, was tatsächlich auf dem Papier vorhanden ist - nämlich Striche. Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle entstehen - was leider oft vergessen wird - erst in unserem Gehirn; wir konstruieren uns unsere Wirklichkeit selbst.

einer

telepathischen Botschaft. Und auch heute noch drückt sie sich über ihre Erlebnisse vorsichtig aus, spricht von Eindrücken usw. Sie gab an, weder eine Stimme gehört zu haben noch wörtlich wiedergeben zu können, was sie zu jener Zeit wahrnahm.

Die Wahrnehmungen, die sie empfand, entsprechen den typischen Kontaktler-Botschaften, oder sollte man lieber sagen, -Sehnsüchten? Und diese können durchaus von der ufologischen Gruppe genährt worden sein.

mehr

verobjektivieren. Es läßt sich nicht feststellen, ob vergangene Gefühle selbst erzeugt wurden oder ob sie durch hypothetische Energien über- bzw. außersinnlicher Kräfte induziert wurden. Daher können auch Berichte über stärkste Gefühlsregungen niemals noch nicht einmal als Indiz für diverse Ufo-Hypothesen dienen.

Auch

Adele

Holzer

spricht

von

einem

Gefühl,

Zumindest

vergangene

Gefühle

lassen

sich

nicht

Die physikalischen Effekte Nicht nur im Falle Holzer, sondern auch bei anderen x- beliebigen Fällen, in denen von physikalischen Effekten die Rede ist, läßt sich im nachhinein nachprüfen, ob solche Effekte tatsächlich auftraten und - falls ja - ob sie ursächlich auf ungewöhnliche äußere Einflüsse zurückgehen. Daß im Falle Holzer zu einer Zeit, in der zumindest in Ufo- Kreisen eingehend über die PSI-Phänomene des Uri Geller diskutiert wurde, ausgerechnet zwei typische Geller-Phänomene auftraten, muß schon nachdenklich stimmen.

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Selbstverständlich ist es untersagt, die Behauptung aufzustellen, daß Frau Holzer die von ihr berichteten Phänomene einfach nur erfand (Uhr) bzw. selbst erzeugte (Schlüssel). Dennoch kann auch diese Möglichkeit nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden: Gerade im Bereich des Esoterischen erzeugen sich so manche Medien, wie allseits bekannt ist, ihre „Beweise“ selbst.

der

stehengebliebenen Uhr und dem verbogenen Schlüssel auf sich

gehabt haben mochte - Beweise für Außergewöhnliches sind auch das keine.

Ganz

gleich,

was

es

im

Falle

Holzer

mit

Wie aus einer Ufo-Zeugin eine Kontaktlerin wurde

„Das kann doch nicht alles gewesen sein“, wird sich so mancher „Ufo“-Zeuge, der nur auf einen gewöhnlichen Stimulus hereingefallen war, im nachhinein sagen. Daß Wunschglaube und unerfüllte Sehnsüchte eine Ufo-Wahrnehmung überhöhen bzw. überdecken, erleben die Falluntersucher ständig, heißt es im CENAP-Report weiter. Es sind in den seltensten Fällen die Objekte selbst, die bei Ufo-Meldern Erstaunen auslösen, sondern es ist die im Bewußtsein vorgeprägte Ideologie, die nach objektiver Bestätigung sucht. Ein Beispiel: Es störte die Flugzeug-Ufo-Zeugin von Hemsbach nicht im geringsten, zu erfahren, daß sie auf ein Flugzeug hereingefallen war. Sie sucht einzig und allein nach Bestätigungen für ihre religiösen Überzeugungen, die auch nach „Auflösung“ des Ufos unvermindert weiterbestehen. Eine andere bekannte Ufo- Zeugin aus der Nähe von Ludwigshafen störte es gleichfalls nicht zu erfahren, daß zumindest eines ihrer vielen Ufos auf einer Venus-Täuschung beruhte. Die Ursachen für solche Verhaltensmuster

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sind wohl in einem geringen oder nicht vorhandenen Selbstwertgefühl zu suchen, und sie sind das Resultat eines unstillbaren Verlangens, ein einziges Mal in einem sonst dürftigen Leben Anlaß für eine Schlagzeile zu sein. Daß man dabei mehr und mehr den Sinn für die Realität verliert, nimmt man zumindest dann in Kauf, wenn man die Erfahrung macht, daß die eigenen Wunschphantasien sogar dem Fernsehen wert sind, einem Millionenpublikum präsentiert zu werden. Und schon gibt es kein Zurück mehr: Selbst wenn man

es wollte - man kann nach ersten Fernsehauftritten nicht mehr behaupten, nur wunschgeträumt zu haben - zumal das sowieso niemanden interessieren würde: Mag ein ehemaliger Fixer interessant genug sein, um im TV präsentiert zu werden - ein Ufologe, der plötzlich nicht mehr mit irrsinnigen Geschichten aufwarten würde, wäre ein höchst langweiliger Unterhalter.

im

- Mittelpunkt des Interesses stehen, muß man seine Phantasien beibehalten oder gar weiterspinnen. Daß dabei zumindest am Anfang einer Kontaktlerkarriere Widersprüche auftreten, macht Frau Holzer besonders deutlich:

Da erklärte sie als erstes, daß sie erst durch die vor kurzem erfolgte Hypnose Gewißheit über die Phaeton-Geschichte erlangt habe. Dann wieder gesteht sie, bereits vor 14 Jahren alle Inhalte einem Ufologen anvertraut zu haben. Dann wieder erklärte die Kontaktlerin, nicht gewußt zu haben, woher die Burghausen-ETs gekommen waren, um schließlich das Gegenteil zu behaupten.

Will

man

also

weiterhin

zumindest

scheinbar

-

Ufos - verkaufsträchtige Zeitungsenten

Ohne die Medien gäbe es keine Ufos - ein Satz, der zumindest noch eher beweisbar ist als Ufos selbst. Seitdem fliegende

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Untertassen durch die Welt geistern, hat es immer wieder Journalisten gegeben, die mit kräftiger Feder zu wahren Höhenflügen ansetzten - zur Freude manches Verlegers, stieg doch mit jedem gesichteten Ufo gleichzeitig die Auflage. Daß die journalistische Sorgfalt dabei nicht gerade der Maßstab war und ist, scheint niemanden zu kümmern. Insgeheim wird wohl selbst in den Medien der Unterhaltungswert höher angesetzt als Tatsachen. Was für die Verleger die Auflagenhöhe, sind für die Fernsehanstalten die Einschaltquoten. Diese Entwicklung ist nicht nur bedauerlich, sondern erschreckend zugleich. Gerade in den neuen Bundesländern hat sich, laut CENAP, die „Bild“- Zeitung zum Promotor für derlei Zeitungsenten gemacht. So berichtete sie am 17. Dezember 1992 von einem Augenzeugen aus Leipzig, der angeblich einen Flugkörper gesichtet haben wollte, der „wie zwei fliegende Untertassen übereinander“ aussah, darunter ein „riesengroßes Dreiecksfenster, ringsherum Bullaugen“. Obwohl „Bild“ bei der Polizei nachfragte, die eine solche Erscheinung dementierte, wurde der Artikel gedruckt. Die Reihe solcher Vorkommnisse lasse sich beliebig fortsetzen.

CENAP - eine deutsche Ufo-Meldestelle

Wer glaubt, ein Ufo gesehen zu haben, oder gar den Verdacht hat, von Außerirdischen entführt worden zu sein - dem kann geholfen werden. Er kann sich an das „Centrale Forschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene“, kurz CENAP, in Mannheim wenden (Werner Walter, Eisenacher Weg 16, 68309 Mannheim, Tel. 0621/701730). CENAP ging im März 1976 aus der im Herbst 1973 gegründeten „Privaten UFO- Forschungsgruppe Mannheim“ hervor. Nach eigenen Aussagen wurde CENAP als Anlaufstelle für Ufo-Meldungen vom Stuttgarter Innenministerium empfohlen und dient

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der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARR) als Berater.

CENAP-Vertreter ins Bonner

Verteidigungsministerium zu vertraulichen Gesprächen mit der Luftwaffenführung eingeladen worden. Die Organisation ist in die gemeinnützige Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften GWUP (Postfach 122, 64380 Roßdorf) integriert.

die CENAP zahlreiche

Dokumentationen bereit. In Konkurrenz zu anderen internationalen Ufo-Gruppen, wie z. B. MUFON, wird der

CENAP oftmals vorgeworfen, eine „mächtige Anti-UFO- Lobby“ zu sein, „was wir natürlich nicht sind“.

1984

seien

Für

Interessenten

hält

Ufos und deutsche Politiker .

Im Gegensatz zu Amerika ist Deutschland ein Ufo- Entwicklungsland. In den USA glaubt mehr als die Hälfte an das Ufo-Phänomen. Über 15 Prozent der amerikanischen Bevölkerung haben Meinungsumfragen zufolge Ufos gesehen. Selbst der frühere US-Präsident Jimmy Carter glaubte an die fliegenden Untertassen, er will sogar eine gesehen haben. Von Buttlar hat sich noch zu Zeiten der sozialliberalen Koalition unter deutschen Politikern umgehört und aus dem Bundeskanzleramt erfahren, daß für den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt Ufos wohl kein Thema sind. Als das Thema einmal aufgrund einer Anfrage des CDU- Bundestagsabgeordneten Johann Peter Josten ganz offiziell auf der Tagesordnung des Bundestages stand, erklärte Verkehrsstaatssekretär Karl Witt, der Sinn der Frage sei nicht ganz klar: Wenn nämlich Tatsachen über Flugkörper bekannt sind, dann sind die Flugkörper nicht unbekannt, sondern bekannt.

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Hans Apel, ehedem Bundesverteidigungsminister, ließ durch den Leiter seines Informations- und Pressestabes, Kapitän zur See Kurt Fischer, auf eine Anfrage erklären: Mangels besonderer Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland gibt es offenbar weder im Bundesministerium der Verteidigung noch in anderen Ressorts Untersuchungen, die sich mit dem Thema Ufo befassen. Auch Minister Dr. Apel habe bisher keinen Grund, sich dazu eine Meinung zu bilden, aber, fügte er hinzu, „in die

nicht“.

Kategorie

Möglicherweise sei dieses Phänomen eine Besonderheit der Vereinigten Staaten. Volker Hauff, damals Bundesminister für Forschung und Technologie, gab unumwunden zu, er glaube nicht, daß an dem

Ufo-Phänomen etwas dran ist. „Die vielfach aufgestellte Behauptung, es handle sich um außerirdische Flugkörper, läßt sich - nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse - wissenschaftlich nicht beweisen.“ Seither scheint niemand mehr auf den Gedanken gekommen

Glauben

fällt

es

meines

Erachtens

auch

zu

sein,

deutsche

Politiker

mit

dem

Ufo-Phänomen

zu

konfrontieren.

Angesichts

der

gravierenden

Probleme,

die

Massenarbeitslosigkeit, Rezession usw. ist nicht zu erwarten, daß Politiker für Ufo-Fragen ein offenes Ohr haben.

Das Präsidenten-Erlebnis

Unbeschwertes Ufo-Bekennertum können offenbar die Amerikaner von ihren Politikern erwarten. 1973, drei Jahre bevor er Präsident wurde, berichtete Jimmy Carter nach einer Rede vor dem Lions-Club in Thomaston (Georgia) ohne Zögern von seinem Erlebnis:

„Es war eine ganz eigenartige Erscheinung, aber etwa 20 Leute haben sie gesehen“, sagte er. „Es war das Tollste, was ich jemals erlebt habe. Es war sehr hell, wechselte die Farben

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und hatte etwa die Größe des Mondes. Wir haben es zehn Minuten beobachtet, aber keiner von uns konnte herausbekommen, was es war. Eins ist sicher: Ich werde niemals über Leute lachen, die sagen, sie hätten Ufos am Himmel gesehen.“ Jimmy Carters 25 Jahre alter Sohn Jeff gab laut v. Buttlar während der Präsidentschaftskampagne für seinen Vater weitere Einzelheiten über das Erlebnis des früheren Gouverneurs von Georgia bekannt:

„Nach seiner Rede in Thomaston war mein Vater zusammen mit einigen Geschäftsleuten zum Parkplatz des Clubs gegangen,

als sie das Ufo entdeckten“, berichtete er. „Es hatte drei Lichter, die zusammen so groß wie der Mond waren. Dad sagte, ihre Farbe änderte sich von Rot nach Grün, und es befand sich in der Nähe des Mondes. Er wußte, daß es nicht irgendeiner unserer Flugzeugtypen sein konnte. Vergessen Sie nicht, mein Vater ist Kernphysiker, der in der Kriegsmarine gedient hat. Er ist nun der Ansicht, daß man diesen Dingen nachgehen sollte.“ Auch Jimmy Carters damals 79 Jahre alte Mutter erinnert sich:

„Das Ufo machte einen gewaltigen Eindruck auf Jimmy, er hat mir mehrfach davon erzählt. Schließlich ist er immer ein ernsthafter Junge gewesen, der mit beiden Beinen auf der Erde steht. Und was er gesehen hat, ist, soweit ich es beurteilen kann, so sicher wie das Geld auf der Bank.“ Kurze Zeit nach seinem Erlebnis kündigte Carter an: „Wenn ich ins Weiße Haus einziehe, werde ich dafür sorgen, daß alle Informationen, die es in diesem Lande über Ufo-Sichtungen gibt, der Öffentlichkeit und den Wissenschaftlern zugänglich gemacht werden.“

Nationalen

vom Untersuchungskomitee zur Erforschung von Phänomenen im Luftraum (National Investigation Committee on Aerial Phenomena), Jack Acuff, gesagt haben: „Sollte ein Präsident

Dazu

soll

der

Leiter

eines

Ausschusses

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der Vereinigten Staaten jemals das bisher noch nie veröffentlichte Material über Ufos freigeben, das in den nationalen Archiven unter Verschluß liegt, wird es eine Sensation für die wissenschaftliche Welt und zugleich von

unübersehbarem Nutzen für die Allgemeinheit sein. Es ist von größter Wichtigkeit, daß eine Persönlichkeit wie Carter eine solche Erklärung abgegeben hat.“ Nun ja, Amerika wartet immer noch auf die Sensation.

Amerikas Politiker keine

In

Sachen

Ufos

scheinen

Berührungsängste zu haben. 1954 bezweifelte Dwight D. Eisenhower, daß die fliegenden Untertassen nur von einem einzigen Planeten stammen. Und John F. Kennedy 1961: „Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß Raumschiffe aus anderen Welten zu uns kommen.“ Nelson Rockefeller forderte als Gouverneur des Staates New York sogar: „Das amerikanische

Volk sollte über jede Angelegenheit von nationaler Bedeutung entsprechend informiert werden, daher ist es lebensnotwendig für unsere Demokratie, daß die breite Öffentlichkeit auch darüber unverzüglich und rückhaltlos aufgeklärt wird.“ Dem deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ riß hingegen 1978 der Geduldsfaden. In der Ausgabe vom 24. April hieß es u. a.: „Gegenwärtig gelangt der Aberglaube zu neuer,

beinahe mittelalterlich anmutender Hochblüte

Der Rückfall in

den Irrationalismus als Massenphänomen läßt sich an Bestsellerlisten ebenso ablesen wie am wachsenden Zulauf zu mystischen Vereinigungen und am neu erwachten Ufo-Kult.“

Das Däniken-Phänomen

Obwohl Kritiker 98 Prozent aller Ufo-Beobachtungen und Ufo- Fotos als Mißverständnisse, Fälschungen oder auch als Mißdeutungen natürlicher Lichterscheinungen einstufen,

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gibt es dennoch einen gewissen Prozentsatz, der nicht 100% geklärt werden konnte, zumindest bis jetzt noch nicht. Dennoch sollte eifrigen Ufo-Verfechtern eine Zahl der amerikanischen Foto-Industrie zu denken geben. Allein in 30 Jahren, von 1950 bis 1980, wurden 50 Milliarden Amateurfotos in den USA geschossen. Auf keinem ist ein Objekt zu erkennen, das man als außerirdisches Raumschiff bezeichnen könnte.Trotzdem, die mystische Veranlagung des Menschen stellt ihm selbst ein Bein. Je unbeweisbarer und phantastischer eine Spekulation ist, um so vernarrter ist er in sie. Glaubt man Erich von Däniken, dann sind Ufos und die gesamte Raumfahrt ein alter Hut und die Götter unserer kulturellen Entwicklung nichts anderes als Raumfahrer. Die Sehnsucht nach Erklärung ist nicht neu. Schon 1897 hat Kurt Laßwitz mit seinem Roman „Auf zwei Planeten“ einer ganzen Reihe von Autoren Denkanstöße und Material geliefert. Und als die Raumfahrt ihre ersten Triumphe feierte, spekulierte der Mensch mit grenzenlosen Möglichkeiten. 1969 erklärte der Sozialpsychologe an der Universität Köln, Prof. Hans Anger: „Diese Literatur entspricht modernen Bedürfnissen, indem sie eine Art populärer Entmythologisierung vornimmt, also etwa biblische Berichte naturwissenschaftlich uminterpretiert und damit glaubwürdig erscheint.“ Und: „Der Mensch von heute findet einen besonderen Reiz darin, in seiner Phantasie die Möglichkeiten der Technik auszuspinnen.“ Herbert Kühns, der ehemalige Professor für prähistorische Archäologie an der Universität Mainz, erinnerte 1970 an das Goethe-Wort: „Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.“ Oder anders gesagt: Wer das Wunder liebt, sehnt es herbei. An dieser Stelle setze von Däniken nach Meinung Kühns an. Auf der Suche nach Herkunft und Zukunft gibt Däniken seinen Gläubigen bestimmte Theorien mit auf den Weg.

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Danach haben vor rund 10000 Jahren fremde Lebewesen aus einer fernen Milchstraße die Erde besucht, möglicherweise nicht ganz unfreiwillig, sondern weil sie nach einer intergalaktischen Schlacht auf diesen Planeten verschlagen wurden. Dann hätten die Außerirdischen den intelligenten Menschen durch Veränderung der Gene von Affen nach ihrem Ebenmaß erschaffen. Zahlreiche, bisher nicht identifizierte archäologische Funde könnten Erinnerungsstücke an den Besuch der außerirdischen Astronauten sein. Und: Sowohl die Mythen als auch die Bibel und andere heilige Bücher müsse man als Berichte von Aufenthalten der Götter auf Erden betrachten. Neben den alten Mythen sind es vor allem Felsbilder vorgeschichtlicher Epochen, die Däniken anregten. Auch Herbert Kühns prähistorische Kunstforschung wurde von Felsbildern bestimmt. In Bezug auf Dänikens Vision sagt er weiter:

„Wenn auf den Bildern Kreise vorkommen, dann sind das die kugeligen Raketen. Wenn Götter dargestellt werden mit ihren Symbolen, wie etwa bei dem keltischen Gott Kernunnos das Geweih des Hirsches, dann sind das Antennen. Wenn die Gottheit mit Strahlen auf dem Kopf wiedergegeben ist, dann sind das Raumfahrer. Wenn die Strahlen in den Kopf eingezogen sind, dann sind das Gestalten wie unsere Mondfahrer. Wenn über dem Körper der Gottheit das Zeichen für Wasser eingraviert ist, dann ist das nicht göttlich, sondern technisch. Wenn um die Göttergestalt die Beter stehen, dann sind das Marsmenschen. Wenn ein Mensch fast horizontal dargestellt ist, offenbar ein Schwimmer, dann hat er einen enganliegenden Raumfahreranzug mit Steuergeräten und Antennenstäben am Schutzhelm. Wenn eine Negermaske gemalt ist, dann ist das ein kosmischer Besucher mit antennenähnlichen Auswüchsen.

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99

Sein Helm hat Schlitze für Augen, Nase und Mund.“ Tatsache ist, daß in Sagen und Mythen vieler Völker Götter und Engel herrschen, die in „feurigen Wagen“ vom Himmel kamen. Für die Phantasie heutiger Menschen sind diese Berichte nach wie vor eine wahre Fundgrube der Spekulation, zumal es noch zahlreiche nicht gelüftete Geheimnisse alter, längst versunkener Kulturen gibt. Dazu zählen die bis zu 50 Tonnen schweren und zehn bis 20 Meter hohen Statuen auf den Osterinseln im Pazifik. Wie konnten primitive Inselbewohner eine solche Herkulesarbeit nur bewältigen? Da können doch nur Außerirdische ihre Hand im Spiel gehabt haben. Thor Heyerdahl, der mit akribischer Genauigkeit schon manches alte Geheimnis durch folgerichtiges Nachahmen lüftete, bestreitet dies energisch. Ähnliches gilt auch für die Hochebene von Nazca in Peru in 4000 Meter Höhe. Sie wird von schnurgeraden, bis zu acht Kilometer langen Bahnen durchzogen. Außerdem sind riesige Tierfiguren auf den Boden gezeichnet, die nur vom Flugzeug aus erkennbar sind. Während Däniken darin eindeutig eine Landebasis für Raumschiffe sieht, denken Wissenschaftler eher an einen Sonnenkult und einen damit verbundenen Kalender. Auch die jahrtausendealten Werke von Künstlern in Afrika, Asien und Südamerika regen heute noch die Phantasie an. Sie zeigen oftmals seltsame Wesen, die an heutige Astronauten erinnern, damals aber Götter zeigten, die „vom Himmel kamen“. In Japan wurde eine 60 Zentimeter große bronzene Statue gefunden, die wie ein Astronaut mit Helm und Weltraumanzug aussieht. Ebensogut könnte die merkwürdige Kleidung aber auch eine Rüstung oder ein zeremonielles Gewand sein. In einem Maya-Grab in Mexiko fand sich eine 1300 Jahre alte Zeichnung, auf der man, wenn man will, einen Mann in einem startenden Raumschiff erkennen

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kann. Diese Beispiele zeigen, daß es oft auf das Auge des Betrachters ankommt, um bestimmte Phänomene zu erklären. Es sei daher dem Leser selbst überlassen, zu welcher Theorie er tendiert.

Ufos - ein alter Hut in Tassenform

Als der amerikanische Pilot Kenneth Arnold am 24. Juni 1947 neun seltsame fliegende Scheiben über dem Mount Ranier im US-Bundesstaat Washington beobachtete und ein Journalist den Begriff „fliegende Untertassen“ erfand, ist das Ufo-Zeitalter geboren worden. Tatsache aber ist, daß unidentifizierte Flugobjekte schon damals ein alter Hut waren. Eine 230 Jahre alte Ufo-Beschreibung stammt aus der Schweiz. Am 9. August 1762 sah der Basler Astronom de Rostan, wie ein gewaltiges spindelförmiges Objekt, das von einem glühenden äußeren Ring umgeben war, langsam vor der Sonnenscheibe vorbeizog. Dasselbe Objekt wurde noch von einem zweiten Astronomen beobachtet. 120 Jahre später sah man von mexikanischen Observatorien aus Hunderte von Flugkörpern, die genau der Beschreibung der beiden Schweizer Astronomen entsprachen. Am 12. August 1883 fotografierte Professor Bonilla eines dieser Objekte. Mönche des Klosters St. Albans in Hertford, England, könnte man vermutlich zu den Urahnen der Ufo-Beobachter zählen. Sie notierten in ihrer Klosterchronik, am l. Januar 1254 ein mysteriöses farbiges Schiff über ihrem Kloster gesehen zu haben. 1290 gerieten die Mönche von Bylands Abbey in Yorkshire in Aufregung, als sie eine Scheibe sahen, die langsam über die Abtei flog. Bis zum 18. Jahrhundert geben dann alte Aufzeichnungen immer wieder Auskunft über seltsame Himmelserscheinungen.

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Besonders mit dem Aufkommen der ersten Zeitungen im 17./18. Jahrhundert, als schon viele Menschen lesen und schreiben konnten, finden sich wieder vermehrt Berichte. So sah am 11. Dezember 1741 Lord Beauchamp um 21.45 Uhr über London einen kleinen ovalen Feuerball herabsinken. In etwa 800 Meter Höhe stoppte er, richtete sich nach Osten und verschwand schließlich mit einem langen Rauchund Feuerschweif. Wenige Jahre später, am 19. März 1748 um 19.45 Uhr, sah Sir Hans Sloane in London ein blendendes blauweißes Licht mit rötlich-gelbem Schweif durch den Abendhimmel fallen. Nach einer halben Minute versank es in der Dunkelheit. Am 7. September 1820 flog eine Formation von untertassenförmigen Objekten auf die französische Stadt Embrun zu. Genau über der Gemeinde änderte die Formation ihre Flugrichtung, machte eine exakte Wendung von 90 Grad und verschwand. Ein viereckiges, leuchtendes Objekt interessierte sich offenbar am 13. November 1833 für die Niagarafälle. Mehr als eine Stunde soll es nach alten Zeitungsberichten über diesem Naturwunder geschwebt haben.

Geheimwaffe Ufo

Zu Ende des Zweiten Weltkrieges tauchten ebenfalls Berichte über merkwürdige Flugobjekte auf. Man kann darüber streiten, ob diese Beobachtungen Ergebnisse der deutschen Propagandamaschinerie von immer wieder neuen Wunderwaffen waren oder Produkte einer Angstpsychose. Tatsache ist, daß Amerika noch in den 50er Jahren bei Ufo- Meldungen an Geheimwaffen der Sowjets aus ehemaligen deutschen Beständen dachten. Dabei waren es nicht nur alliierte Piloten, sondern auch deutsche, die von eigenartigen, scheibenförmigen

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Flugobjekten hin und wieder bei Einsätzen begleitet wurden. Die alliierten Bomberpiloten nannten sie bald „foo fighter“, was sich am ehesten mit „Feuerreiter“ übersetzen läßt. „Sie sahen aus wie Kristallkugeln und hatten die Größe von Basketbällen. Besonders oft wurden sie über München, Wien und anderen wichtigen Abwurfzielen beobachtet. Sie näherten sich einer Bomberformation nie auf mehr als etwa 100 Meter. Dann schienen sie von unserer Formation angezogen zu werden wie ein Magnet und flogen Seite an Seite mit uns. Nach einer Weile scherten sie wie ein Flugzeug aus und verschwanden“, schilderte der ehemalige amerikanische B-17-Pilot Charles Odom seine Beobachtungen während seiner Einsätze im Herbst und Winter 1944/45 über Deutschland. Hatten sich die Beobachter bei der Größe verschätzt und nur die ersten Raketenflugzeuge der Welt, die Messerschmitt 163, gesehen, die mit einer Länge von etwa fünf Metern gegenüber einem Bomber wie ein Spielball wirken mußten? Und hatten die Bordwaffen der Raketenjäger nur Ladehemmung, oder waren es gar nur Testflüge ohne Bewaffnung? Aber auch die Deutschen, die in den letzten Kriegsmonaten an die Wunderwaffen ihres Führers glauben sollten, hatten merkwürdige Erlebnisse. So habe es im Herbst 1944 bei einer Flakeinheit in Polen Alarm gegeben, weil Suchgeräte in 15000 Meter Höhe ein Flugobjekt ausgemacht hatten. So hoch flog damals keine russische Maschine. Einem Augenzeugenbericht zufolge eröffnete die schwere Flak bei 8000 Meter das Feuer, worauf „das Ding“ nur noch schneller wurde. „Die Entfernungsmesser glaubten ihren Augen nicht und brüllten die gemessenen Geschwindigkeiten in die Mikrofone: „2000, 3000, 5000 Kilometer pro Stunde.“ Auch die leichte Vierlingsflak blieb wirkungslos. In 2000 Meter Höhe machte das rundliche Objekt eine Wendung und verschwand vor den Augen von 65 verblüfften

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Kanonieren spurlos. Auf jeder Seite der kriegführenden Mächte hielt man diese seltsamen Erscheinungen für Geheimwaffen des Gegners. Auffallend war jedoch, daß sie niemals in Kämpfe eingriffen, sondern sich friedlich verhielten. In einem Untersuchungsbericht kam die B. amerikanische Armee zu dem Ergebnis, es könne sich nur um eine Massenhalluzination gehandelt haben. Die ständige deutsche Propaganda von kriegsentscheidenden Geheimwaffen hatte schließlich die Alliierten verunsichert. Immerhin versuchten sich deutsche Flugzeugingenieure an einer kleinen Propellermaschine, genannt „Fliegender Pfannkuchen“, die einem Ufo ähnlich war. Sie kam jedoch nie über das Versuchsstadium hinaus. Wenn die Amerikaner bei Ufo-Sichtungen in den 50er Jahren noch eher an Geheimwaffen dachten als an Außerirdische, so hatten sie gar nicht so unrecht. Immerhin wurde damals in den USA an allerhand eigenartigem Fluggerät gebastelt. 1959 wurde in den USA eine scheibenförmige Maschine namens Avro Avrocar erprobt, die jeder Ufo-Gläubige als Ufo identifizieren würde. Die Konstrukteure hatten einen vertikalen Start und eine Geschwindigkeit von 480 km/h vorgesehen. Die Maschine sollte in der Luft anhalten und auf jeder beliebigen Flughöhe schweben können. Ein zentrales Turbinenblatt, das von drei Düsenmotoren angetrieben wurde, sollte der Untertasse die Auftriebskräfte geben. Das Projekt wurde jedoch aufgegeben, weil die Maschine sich als flugunfähig erwies. Gefahrlos konnte sie nur in einer Höhe von rund 1,20 Meter fliegen. Ein eiförmiger Mini-Hubschrauber wurde in den USA häufig für ein Ufo gehalten. In Wirklichkeit war es der ferngelenkte Helikopter Westland Wisp. Der Wisp konnte mit einem Jeep transportiert werden, startete senkrecht und erreichte eine Geschwindigkeit von

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130 km/h. Mit einer Fernsehkamera ausgerüstet, diente er militärischen Aufklärungszwecken.

Die Jagd auf Ufos

Bis in die 70er Jahre hinein stiegen immer wieder Kampfflugzeuge auf, um verdächtigen Radarsignalen nachzuforschen. Wenn es dann tatsächlich mal kein Wetterballon oder Trümmer eines Satelliten waren, entkam das unbekannte Flugobjekt mit überlegener Geschwindigkeit. Hier einige Berichte aus den Ufo-Jagdannalen. Es mag jeder selbst entscheiden, ob es dabei um etwas tatsächlich Außergewöhnliches ging, ob Sinnestäuschungen im Spiel waren oder ganz einfach nur Jägerlatein angesagt ist. So kam es am 13. August 1956 über Suffolk, England, zu einer Ufojagd nachdem mehrere unbekannte. Flugobjekte gesehen wurden, die auch auf dem Radarschirm erschienen. Das erste Ufo blitzte auf einem Radarschirm in Bentwaters in Ostengland auf. Seine Geschwindigkeit wurde auf über 8000 km/h geschätzt. Einen Überschallknall hatte jedoch niemand gehört. Kurz darauf erschienen auf dem Schirm ein gutes Dutzend weiterer unbekannter Lichtpunkte, angeführt von drei unbekannten Flugobjekten in Dreiecksformation. Etwa eine halbe Stunde nach der ersten Sichtung meldete gegen 22:00 Uhr ein Soldat in der Nähe der Landebahn von Bentwaters „ein Licht in der Größe eines Nadelkopfes“, das mehr als eine Stunde lang in der Luft hing. Tatsächlich aber hat er aller Wahrscheinlichkeit nach nur den Mars gesehen. Nichtsdestotrotz wurde ein T-33-Düsenjäger in die Luft geschickt. Der Pilot sichtete aber nichts Außergewöhnliches. Nach 45 Minuten kehrte er ergebnislos zurück. Um 22:55 Uhr jedoch flog ein Ufo genau über Bentwaters hinw eg und

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wurde

beschrieben. Am 9. September 1976 kurz nach Mitternacht wurde das iranische Luftwaffenkommando alarmiert, nachdem über Teheran ein helleuchtendes Objekt gesehen wurde. 110 Kilometer weiter nördlich startete um 1:30 Uhr ein F4- Phantom-Jäger. Als sich das Flugzeug Teheran auf 50 Kilometer näherte, brach der Funkkontakt ab. Der Pilot kehrte um. Als er sich von dem leuchtenden Objekt entfernte, funktionierte plötzlich wieder der Funk. Um 1:40 Uhr startete Leutnant Fafari mit seiner Phantom und schoß mit Überschallgeschwindigkeit auf das Objekt zu. Doch das Ufo beschleunigte und flog mit schnell nacheinander aufleuchtenden blauen, grünen, roten und orangen Lichtern davon. Dann löste sich ein kleines leuchtendes Objekt vom Ufo und raste auf die Phantom zu. Fafari wollte eine AIM-9-Rakete abfeuern, doch sämtliche Kontrollinstrumente und die Funkverbidung waren ausgefallen. Mit einem Sturzflug entkam er dem kleinen Objekt, das daraufhin zu seinem Mutterschiff zurückkehrte. Gleichzeitig funktionierten an Bord des Jagdflugzeuges wieder alle Instrumente. Fafari nahm die Verfolgung wieder auf und konnte sogar eine Weile dem Ufo folgen. Wegen der großen Helligkeit konnte er schwer die Größe des Objekts schätzen. Auf dem Radar wirkte es so groß wie ein Jumbo-Jet. Dann beobachtete der Pilot, wie sich ein zweites Objekt löste und sanft auf der Erde landete. Seine Helligkeit erleuchtete ein Gebiet von zwei bis drei Quadratkilometern. Fafari überflog die Gegend mehrmals. Dann erlosch das Licht. Als die Phantom zum Stützpunkt zurückkehrte, näherte sich ihr ein zylindrisches Gefährt und raste über den Düsenjäger hinweg. Dieses Objekt wurde auch von Leuten auf dem Flugplatz gesehen. Bei Tageslicht wurde das Gebiet untersucht, wo in der Nacht das leuchtende Objekt

Licht

von

zwei

Zeugen

als

verschwommenes

106

niedergegangen war - vergebens. Lediglich ein Bauer berichtete, nachts einen lauten Krach und ein Licht gesehen zu haben.

Astronauten und Ufos

Seit Menschen in den Weltraum vorgestoßen sind, müßte dieser der beste Ort sein, um Ufos beobachten zu können. Zumindest würden hier allerhand irdische Gründe für Sinnestäuschungen entfallen. Und tatsächlich gibt es Berichte amerikanischer Astronauten über rätselhafte Objekte und Lichtstrahlen. Das Ufo-Geheimnis lüfteten sie jedoch auch nicht. Die erste Ufo- Beobachtung im Weltraum machte der Astronaut James McDivitt im Juni 1965 von der Gemini-4-Kapsel aus. Während des viertägigen Fluges nahm er eines Morgens in etwa 15 Kilometer Entfernung ein Flugobjekt wahr. Der Bodenstation meldete er, das Objekt habe „lange Arme, die herausragen“. Bevor es aus seinem Blickfeld verschwand, fotografierte McDivitt den Raumkörper. Nach dem Entwickeln der Filme konnte jedoch auf keinem der Fotos das Objekt ausgemacht

werden. Wenig später erschien in der Presse ein Bild, das angeblich McDivitts Ufo zeigte. Erkennbar war ein eiförmiger Lichtklecks. McDivitt widersprach: Das sei nicht das, was er gesehen habe.

Die

NASA

deutete

den

Lichtklecks

als

Reflektion

des

Sonnenlichts auf der schmutzigen Fensterscheibe der Gemini- Kapsel. Ein NASA-Angestellter mutmaßte, McDivitt habe nichts anderes gesehen als die zweite Stufe der Titan-Rakete, die die Gemini-Kapsel in die Umlaufbahn gebracht hatte. Einige der seltsamsten Beobachtungen wurden während der

Apollo-Mondflüge

gemacht.

So

entdeckte

die

Apollo-11-

Mannschaft

107

ein großes Objekt, das in der gleichen Richtung flog wie sie. Für Neil Armstrong sah es wie „ein offener Koffer“ aus. Zunächst nahmen sie an, es handelte sich um ihre eigene abgeworfene Startrakete. Von der Bodenstation erfuhren sie aber, daß die Rakete 10 000 Kilometer von ihnen entfernt war. Ungeklärt ist auch das Erlebnis der Mannschaft von Apollo 12. Sie berichtete, von einem leuchtenden Objekt begleitet worden zu sein, bis es plötzlich mit hoher Geschwindigkeit davonflog. Manche von Astronauten beobachtete Ufos verwandelten sich im nachhinein allerdings in Ifos - Identifizierte Fliegende Objekte. So entdeckte die Mannschaft der Gemini-11-Kapsel ein Ufo, das Jahre später als der sowjetische Satellit Proton 3 identifiziert wurde. 36 Stunden nachdem ihn die amerikanischen Raumfahrer gesehen hatten, verglühte er in der Erdatmosphäre.Von Bord der Gemini-12-Kapsel wurde ein Ufo fotografiert, das sich schließlich als die Agena-Startrakete herausstellte. Ein anderes Foto der Gemini-12-Mannschaft wurde zunächst auch als mysteriös eingestuft. Bei genaueren Analysen kamen die Bildauswerter jedoch zu dem Schluß, bei dem Ufo handelt es sich um nichts anderes als um ein Stück Abfall aus dem Gemini- Raumschiff. Die abenteuerlichste Ufo-Idee kreierten jedoch zwei russische Wissenschaftler, Michail Wasin und Alexander Schtscherbakow. Sie sahen im Mond ein einziges großes Raumschiff. Er sei ein künstlicher Satellit, von Lebewesen einer anderen Welt in die Erdumlaufbahn geschossen, als ihr eigener Planet lebensfeindlich geworden war. Die beiden Wissenschaftler behaupteten, der Mond könne hohl sein und unter seiner äußeren Hülle eine ganze Zivilisation jahrtausendelang beherbergt haben. Die bemannte und unbemannte Raumfahrt

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zum Mond hat diese Phantasie längst ins Reich der Märchen verwiesen.

Verwechslungen und Sinnestäuschungen

Die Mehrzahl der Ufo-Beobachtungen beruht auf

Verwechslungen und Sinnestäuschungen. Schon vor Jahren wurden in „Rätselhafte Flugobjekte – Ufos“ die wichtigsten Täuschungsursachen zusammengestellt.

angeordneten

Lichtern

entdeckten Experten die Wahrheit. Die vermeintlichen Ufos waren Gänse, deren weiße Körper die Lichter am Boden reflektierten. Riesige Wetterballons werden in aller Welt immer wieder für Ufos gehalten. In 15 bis 20 Kilometer Höhe reflektiert ihre Aluminiumhaut jedoch immer noch das Sonnenlicht, während es am Boden bereits dunkel ist. Ohne jede Möglichkeit, die Höhe zu schätzen, erscheint der strahlend silbrige Flugkörper am Nachthimmel als unbekanntes Flugobjekt. Kugelblitze sind eine weitere Quelle der Täuschung. Bei Gewittern kann man manchmal eine oder mehrere Lichtkugeln im Durchmesser von zehn bis 20 Zentimetern sehen, die knisternd langsam am Himmel dahinrollen - für unbedarfte Beobachter ein perfektes Ufo. Kondensstreifen von Flugzeugen bilden lange, vom Wind durchbrochene Wolkenbänder. Zigarrenförmige Teilstücke leuchten noch lange, nachdem die Erde im Dunkeln liegt, in der Sonne und vermitteln den Eindruck zeppelinartiger Ufos. Durch steigende Luftströme über Hügeln entstehen oft untertassenförmige Wolken, die sowohl bei klarem als auch bei bedecktem Himmel zu sehen sind. Manchmal häufen sie sich

So

zogen

1951

Schwärme

über

von

V-förmig

Jahren

mehrmals

Texas.

Nach

des

Rätselns

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zu Formationen, die dann wie Gruppen von Ufos aussehen. Kometen, Sternschnuppen und sogar Leuchtsignale werden immer wieder als Ufos angesehen. Schuld daran sind Un- kenntnis und die Schwierigkeit, nächtliche Wahrnehmungen richtig einschätzen zu können. Sogar der Mond wird für fünf Prozent aller Ufo-Berichte verantwortlich gemacht, vor allem dann, wenn er, teilweise von Wolken oder dem Horizont verdeckt, optisch seltsame Farben und Formen annimmt. 17 Prozent der beobachteten Ufos stellten sich als tieffliegende Flugzeuge heraus. Die Positionslichter rot, grün und weiß, dazu noch blinkend, verführten zu dem Gedanken. Der Planet Venus wird am häufigsten mit einem Ufo verwechselt und ist die Ursache für 27 Prozent aller geklärten Beobachtungen. Nach Sonne und Mond ist die Venus das hellste Gebilde am Himmel.

Das Rätsel um die „Bamberger Platte“

Daß manche rätselhaften Phänomene oft durch einen Zufall gelöst wurden, zeigt das folgende Fallbeispiel. Ein deutsches Mitglied der amerikanischen Ufo-Gruppe MUFON-CES hatte behauptet, an der Universitätssternwarte Bamberg werde eine rätselhafte Aufnahme unter Verschluß gehalten. In „Der Stand der UFO -Forschung“ (Frankfurt a. M. 1991) berichtete er: „Zu meiner Überraschung fand ich im Katalog zu diesen Platten einen Hinweis auf ein fotografiertes Objekt, zu dem die Professoren und Assistenten Anmerkungen geschrieben hatten. Jemand vermutete „Plattenfehler?“, ein anderer kommentierte „Nein! Auf anderer Platte ebenfalls aufgenommen“, und ein dritter hatte „Supernova?“ notiert. Die Platte zeigte einen ovalen Lichtfleck. Der Direktor der Sternwarte, den ich dann fragte, nahm daraufhin die Platte aus

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dem Plattenarchiv zu sich, „um künftigen dummen Fragen“ auszuweichen.“ In einer am 5. November 1992 vom Bayerischen Fernsehen ausgestrahlten Talksendung vertrat der Ufologe gegenüber dem Astronomen Prof. Rudolf Kippenhahn vehement seine Theorie. Letzterer hingegen bestand auf einem Plattenfehler. Rudolf Henke von CENAP Heidelberg ging der Sache nach und erhielt von Kippenhahn mit Brief vom 16. November 1992 folgende Stellungnahme:

„Die Geschichte der Bamberger Platte ist länglich und geht so:

Ich war von 1951 bis 1957 Assistent an der Sternwarte in Bamberg, und es zählte damals zu meinen Aufgaben, das Programm der Himmelsüberwachung weiterzuführen, bei dem man in jeder geeigneten Nacht möglichst viel vom Himmel in ein- oder halbstündigen Aufnahmen auf Platten bringt. Die Platten werden im Archiv gesammelt. Ich hatte aber auch das zeitliche Verhalten veränderlicher Sterne auf den Platten des sich ständig vergrößernden Archivs zu untersuchen. Der damalige Direktor Ernst Zinner erzählte mir damals von einer Aufnahme, die vor meiner Zeit in Bamberg gewonnen worden war und die im Archiv aufbewahrt wurde. Auf dieser Platte war an einer Stelle ein Stern, der nie vorher und nie nachher an dieser Stelle fotografiert worden ist. Eine gleichzeitig in Sonneberg (55 Kilometer von Bamberg entfernt) aufgenommene Platte derselben Himmelsgegend zeigte nichts. Da das schwarze Pünktchen des sonderbaren Objektes auf der Platte sich im Mikroskop in nichts von den anderen Sternen unterschied, schloß Zinner einen Plattenfehler aus. Damit blieb als einzige Erklärung - so unwahrscheinlich sie auch war -, daß es sich um einen Meteor gehandelt haben muß, der genau auf die Kamera geflogen ist und deshalb statt einer Spur auf der Platte nur einen Punkt gezeichnet hat. Zinner hatte auch in irgendeinem Jahresbericht

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seines Instituts darüber etwas geschrieben und die Erscheinung und die Uhrzeit der Aufnahme angegeben. So, jetzt komme ich ins Spiel: Ich kannte die Geschichte der merkwürdigen Erscheinung, hatte mir aber nicht die Mühe gemacht, mir die fragliche Aufnahme einmal anzusehen. Es wäre nicht mühsam gewesen, die Platte aus dem Archiv zu holen, wohl aber, unter den vielen Tausenden von kleinen schwarzen Sternpünktchen auf der Platte das richtige herauszusuchen. Eines Tages untersuchte ich einen anderen Stern und hatte

einen

Himmelsgegend auf meinem Schreibtisch liegen. Es war Mittagspause, die Sonne schien in mein Zimmer, und ich nahm spielerisch eine der Platten in die Hand. Das Sonnenlicht fiel auf die Schichtseite, und ich sah, daß die belichteten Stellen, also die kleinen schwarzen Pünktchen, gleichzeitig kleine Hügelchen auf der Schicht haben.Vielleicht lag es an der Luftfeuchtigkeit, jedes Sternpünktchen hob sich erhaben aus der Schicht hervor, im schräg einfallenden Sonnenlicht konnte ich das sehr schön sehen - und dann sah ich ein Hügelchen mit einem weißen Kopf. Die vielen tausend anderen waren schwarz, nur das eine war oben weiß. Ich sah mir das im Mikroskop an - der Weißkopf sah genauso aus wie alle anderen Sterne. Auf anderen Platten war das Objekt nicht zu sehen, und es gab dort auch keine anderen Sterne mit weißen Köpfen in der Schicht. Dann fand ich heraus: Ich hatte genau die fragliche Platte in der Hand, auf der Zinnners „Meteor“ erschienen war, und mein Stern mit weißem Kopf war tatsächlich das rätselhafte Objekt. Der weiße Kopf zeigte deutlich, daß die Platte dort irgendwie chemisch verschieden war: Es war ein Plattenfehler. Ich erzählte das meinem Chef Zinner, der davon gar nicht angetan war, denn er hatte ja selbst nicht bemerkt, daß er

großen

Stapel

von

Platten

der betreffenden

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einem Plattenfehler aufgesessen war, und hatte sich auch noch durch eine Veröffentlichung exponiert. Wahrscheinlich habe ich dann eine entsprechende Bemerkung im Plattenbuch gemacht, das weiß ich nicht mehr genau. Die Platte blieb im Bamberger Archiv, und ich hatte die Episode schon fast vergessen, als ich durch die entsprechende Stelle (S. 20) im Buch des Herrn von Ludwiger wieder daran erinnert wurde. Es ist völlig unmöglich, daß noch auf einer zweiten Aufnahme das Objekt drauf ist, denn erstens lege ich meine Hand ins Feuer, daß es ein Plattenfehler war, und zweitens hatte Sonneberg nichts, und in der Gegend von Bamberg hatte niemand ähnliche Aufnahmen gemacht. Was nach meiner Zeit mit der Platte geschehen ist, weiß ich nicht.“ Nach Ansicht von CENAP, die den Fall aufdeckte, ist damit verständlich, warum der Sternwartendirektor die Platte unter Verschluß genommen hat: Nicht weil er nicht wahrhaben wollte, daß sich darauf ein Ufo befand, sondern weil ihm die ganze Angelegenheit wegen der Veröffentlichung unangenehm gewesen war. Daß die Platte bei enthusiastischen Ufo- Anhängern Neugierde weckte, sei auch klar. Immerhin gibt es, soweit bekannt, keine von astronomischen Observatorien angefertigten Ufo-Fotos.

Glatter Betrug

Aufnahmen von unbekannten Flugobjekten, deren irdischer Ursprung zu 100% ausgeschlossen werden kann, existieren nicht, dafür aber umso mehr einwandfreie Fälschungen. 1952 fotografierte George Adamski in Kalifornien ein Ufo. Er behauptete, er habe ein Ufo-Besatzungsmitglied getroffen und erfahren, das Ufo komme von der Venus. Einige Jahre später fand man den Deckel eines alten Wasserkühlers, der dem Weltraumschiff von der Venus haargenau glich. 1966

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bannte der Fotograf Steven Pratt gleich drei Ufos über Yorkshire, England, auf den Film. Ufo-Experten sprechen jedoch von einer Fälschung, weil die Flugobjekte ziemlich verschwommen sind, ein Turm und entfernte Häuserdächer jedoch recht klar zu erkennen sind. Furore mit einem Ufo-Foto machte der Pilot der Fluggesellschaft Avena Airways 1963. Er behauptete, die fliegende Untertasse beim Flug über Venezuela fotografiert zu haben. Einem genauen Betrachter fällt jedoch die Fälschung sofort auf. Im Vergleich zum Schatten des Flugzeuges ist der Schatten des Ufos vom Objekt viel zu weit entfernt.

Tatsachen oder Spinnereien

Auch wenn Ufo-Geschichten nicht selten an Jägerlatein erinnern, so gibt es doch viel Merkwürdiges und bis heute nie völlig geklärte Phänomene.

ein

seltsames Bild mit einer Notiz an der Windschutzscheibe seines Autos. Den wenigen Zeilen war zu entnehmen, daß das Foto am 23. März 1974 um 23.30 Uhr in der Nähe von Albiosc in den Vogesen aufgenommen worden war. Der Fotograf selbst wollte anonym bleiben, beschrieb aber, er sei Arzt und habe das Flugobjekt entdeckt, als er nachts nach einem Krankenbesuch auf dem Weg nach Hause war. Das Bild zeigte eine rotglühende Scheibe mit vier weiß bis gelb leuchtenden Stäben an der Unterseite. Bei Nachforschungen stellte sich heraus, daß am gleichen Tag das gleiche Objekt im nahe gelegenen Dorf Thillot ebenfalls gesichtet worden war. 1946 beunruhigten etwa tausend Ufo-Sichtungen die Schweden. Die unbekannten Flugobjekte wurden meist als raketenförmig geschildert und nie identifiziert. Entsprechende Beobachtungen stammen auch von einem Astronomen,

So

fand

der

französische

Ufo-Forscher

Jean

Bedet

114

der zunächst an ein Flugzeug dachte. Dafür flog das Objekt jedoch viel zu schnell. Nach zehn Sekunden konnte er sehen, daß es mehr einem Projektil ähnelte, torpedoförmig war, metallisch aussah und eine Länge von etwa 30 Metern hatte. Obwohl es nur zwei Kilometer entfernt war, verursachte es . kein Geräusch. Plötzlich explodierte es mit solcher Helligkeit, daß der Astronom vorübergehend geblendet wurde. Feuer, Funken oder Rauch waren jedoch nicht zu beobachten, obwohl es vor der Explosion blauen und grünen Rauch ausgestoßen hatte. Trümmer hat man nie gefunden. Nachdem sich die Beobachtungen häuften, sprach man in ganz Skandinavien bald von Geisterraketen. Am 16. Juni 1963 will der Amerikaner Paul Villa eine Botschaft aus dem All erhalten haben. Die Außerirdischen hatten demnach herausgefunden, wie sie sich in das Funk- und Telefonnetz der Erde einschalten konnten. Villa forderten sie auf, am selben Tag um 2:00 Uhr morgens an einem Treffpunkt 15 Meilen von Albuquerque in New Mexico zu sein, um ihr Raumschiff bei der Landung zu fotografieren. Villa war pünktlich da und schoß sieben Fotos. Danach hielt er sich seiner Aussage zufolge eineinhalb Stunden an Bord des Ufos auf. Die Männer und Frauen aus dem Weltall beschrieb er als menschenähnlich, sehr hübsch und weiter entwickelt. Sie erzählten ihm, sie hätten die Lichtgeschwindigkeit überwunden und könnten die Entfernung von ihrem Heimatplaneten bis in eine andere Galaxis in kürzester Zeit zurücklegen. Zweck ihrer Kontaktaufnahme sei, die menschliche Rasse von ihrer Existenz wissen zu lassen - allerdings solle dies nur nach und nach geschehen, damit sich die Menschen an den Gedanken gewöhnen könnten, daß es im Weltall auch noch anderes intelligentes Leben gibt. Ufo- Fachleute waren bald der Meinung, daß diese Kontaktgeschichte hübsch, aber erlogen war.

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Am 17. Juni 1957 wurde ein Jet der US-Luftwaffe von einem Ufo über eine Strecke von tausend Kilometern verfolgt. Besonders irritiert war die sechsköpfige Flugzeugbesatzung durch den Umstand, daß das Ufo immer wieder kurzzeitig unsichtbar war und auch von den Radarschirmen an Bord wie in der Bodenstation sekundenlang verschwand. Im Herbst 1967 gab das Oberkommando der kanadischen Marine Alarm. Über dem Nordatlantik war ein Objekt mit verschiedenen farbigen Lichtern entdeckt worden, das mit einem pfeifenden Geräusch ins Meer glitt. Suchschiffe und Marinetaucher fanden jedoch weder Überreste noch Wrackteile eines Flugkörpers. Auffallend ist auch, daß die meisten Ufos zwischen 21.00 und 22:30 Uhr gesichtet werden. Den Geschwindigkeitsrekord hält eine fliegende Untertasse, die im Januar 1977 über Südamerika beobachtet wurde. Sie flog mit einer Geschwindigkeit von 28000 Kilometern pro Stunde.

Konjunktur für den Aberglauben

Da staunte US-Astronaut Gordon Cooper nicht schlecht, als er hörte, was er einer deutschen Boulevardzeitung gesagt haben soll: „Intelligente Wesen von anderen Planeten besuchen regehnäßig unsere Welt in der Absicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Ich bin verschiedenen Schiffen während meiner Raumfahrten begegnet.“ So war es am 2. April 1978 zu lesen, was heißt, daß dieses Zitat am 1. April in Druck gegangen ist. Diesen abergläubischen Aprilscherz stellte Cooper auf Nachfrage des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ überrascht richtig: „Das ist eine totale Lüge, ich habe so etwas nie gesagt, irgend jemand hat sich diesen Quatsch aus den Fingern gesogen.“

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Doch nicht nur manche Zeitungsblätter haben mit Blick auf verkaufsträchtige Schlagzeilen besten Kontakt zu außerirdischen Phantasien. In ständiger Verbindung mit Außerirdischen will auch der Schweizer Eduard Meier aus Hinterschmidrüti gestanden haben. Bei seinen Freunden vom anderen Stern handelt es sich um Plejadier, so benannt nach den etwa 450 Lichtjahre von der Erde entfernten Plejaden, dem Siebengestirn, einer Ansammlung von mehr als hundert Sternen am Rücken des Stiers, von denen die sieben hellsten sichtbar sind. Der Schweizer verblüffte die Öffentlichkeit damit, daß die Plejadier in den Alpen und an anderen Stellen der Erde Basen errichtet hätten. Als ganz besonderer Kronzeuge für die interplanetarischen Gäste präsentierte sich der Ex-Kriminalbeamte und Privatdetektiv Frank E. Stranges, der als Priester einer Erwekkungssekte und Präsident des sogenannten „US-Ufo- Forschungskomitees in Kalifornien“ den Aberglauben kräftig schürte. Mit Doktortiteln der Philosophie, Psychologie und Theologie vermittelte er zusätzlich den Eindruck der Seriosität. Im Zeitalter von Mars- und Venussonden mußte aber auffallen, daß seine Berichte über Venusianer blanker Unsinn sind. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse kümmerten den sendungsbewußten Verkünder außerirdischer Heilslehren jedoch herzlich wenig. 1967 berichtete er beim „VII. Weltkongreß der Ufologen“ in Mainz 350 begeisterten Teilnehmern aus aller Welt über seine Begegnung mit Venusianem. Er war ihnen nicht auf irgendeiner einsamen nächtlichen Landstraße begegnet - nein, seiner Bedeutung entsprechend war der Treffpunkt das amerikanische Verteidigungsministerium, in das er im Dezember 1959 gerufen worden sei. Im Pentagon sei er in ein Zimmer geführt worden, in dem ein Stabsoffizier und ein Sergeant saßen. Ein dritter Mann habe am Fenster gestanden, der ihn anlächelte.

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„Es war, als ob er durch mich hindurchschaute. Mit ausgestreckter Hand kam er direkt auf mich zu. Er war 1,90 Meter groß, hatte braune Augen und brünettes Haar. Sein Blick ging mir bis in die Seele. Sein Händedruck war kalt und fest. Er sah aus wie ein irdischer Mensch. Mit einer Ausnahme: Er hatte keine Linien an den Fingerspitzen.“ Als ehemaliger Kriminalist

hat er dieses fehlende Merkmal natürlich sofort bemerkt. „Hallo, Frank“, sagte der Unbekannte. „Wie geht es Ihnen?“ - „Woher kommen Sie?“ fragte Stranges zurück. „Von jenem Planeten, den eure Bibel den Abend- oder Morgenstern nennt, von der Venus. Ich heiße Valiant Thor.“ Er sei am 16. März 1957 in Alexandria, im Staat Virginia, gelandet, mit einer fliegenden Untertasse. „Meine Begleiter sind mit dem Raumschiff zur Venus zurückgekehrt.“ Stranges fragte:

„Warum sind Sie auf der Erde geblieben?“ Die Antwort: „Um den Menschen zu helfen, zum Herrn zurückzukehren.“ Und im Pentagon arbeite er als Berater für Weltraum-Medizin. Stranges will dann erfahren haben, daß „es zur Zeit 77 Venusianer“ auf der Erde gibt. „Es ist ein Kommen und Gehen.

hält sie streng geheim, um keine Panik

auszulösen.“ Und dann will der gelernte Detektiv von dem Venus-Mann wissen, warum er keine Fingerabdrücke hinterläßt. Nachsichtig lächelnd habe dieser erläutert: „Fingerabdrücke sind das Mal, mit dem die Menschen seit dem Sündenfall gezeichnet sind. Als früherer Kriminalbeamter müssen Sie doch wissen, daß der erste Blick des Kriminalisten am Tatort stets den Fingerabdrücken gilt.“ Ganz im Vernehmungsstil will der Ex-Kripomann wissen:

„Wie lange bleiben Sie noch auf der Erde?“ Die Anwort:

Die

Regierung

„Frank, es wird nicht mehr lange dauern. Am 16. März 1960 kehre ich zur Venus zurück.“

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Thor von der Venus zeigte dem Ufologen noch seinen Raumanzug, den Stranges wie folgt beschrieb: „Er sah aus wie flüssiges Sonnenlicht. Man hat ihn hier auf der Erde getestet. Man hat ihn Temperaturen ausgesetzt, die Stahl zum Schmelzen bringen, aber er wurde nicht einmal warm. Man hat Säure darübergekippt, aber sie richtete keinen Schaden an. Man versuchte, den Raumanzug mit einem Diamantbohrer zu durchdringen, aber der Bohrer brach ab.“ Und so fabulierte Stranges munter weiter. Ihn kümmerte nicht, daß Forschungskapseln, die von Venussonden per Fallschirm auf dem Planeten abgesetzt worden waren, längst Daten übermittelt hatten, die eine absolut lebensfeindliche Umwelt beschrieben. Sie meldeten nicht nur einen ungeheuren Druck, sondern auch wahre Höllentemperaturen von 400 bis 530 Grad Celsius, die Blei und Zinn schmelzen ließen und die Entstehung jeden Lebens verhindern. Derlei Einwände gegen seine Glaubwürdigkeit wischte Stranges mit der Bemerkung vom Tisch: „Wir wissen nicht, ob diese Messungen wirklich korrekt sind.“

Fest steht, daß solche Erzählungen mit Sicherheit alles andere als korrekt sind, daß es geschäftstüchtige Machwerke von modernen Rattenfängern sind. Johannes von Buttlar, der dem Ufo-Phänomen nahesteht, räumt ein: „Diese Kontaktgeschichten, diese sogenannten nahen Begegnungen, sind die größte Belastung für das Ufo-Verständnis, da sie die Schattenseiten eines sonst durchaus respektablen Phänomens repräsentieren. Es waren vor allem Kontaktgeschichten, die zu einer Art Ersatzreligion, einem Ufo-Sektierertum, führten und nicht zuletzt das ganze Ufo-Gebiet in Mißkredit brachten.“ Überzeugte Ufologen finden die Erklärung für solches Sendungsbewußtsein in Vereinsamung, Komplexen,

Geltungsdrang,

im Verlangen nach einem Erlöser, einer

Ersatzreligion.

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Die religiöse Hoffnung aus dem All

Mit zahlreichen Ufo-Zeugengeschichten sind religiöse oder weltanschauliche Offenbarungshoffnungen verbunden. Hilary Evans, Sozialwissenschaftler und Gründungsmitglied der amerikanischen Ufo-Forschungsgruppe ASSAP, führt den Fall von Clermont-Ferrand in Frankreich an. Am 13.12.1973 sah der erfolgreiche Rennfahrer und Herausgeber eines Rennsportmagazins, Claude Vorilhon, im französischen Zentralmassiv plötzlich „eine Art Hubschrauber“, der sich aus dem Nebel heraus zu Boden senkte. Er hatte einen Durchmesser von ungefähr sieben Metern, eine flache Unter- und eine kuppelförmige Oberseite, ein rotes Licht am Boden und ein sehr helles weißes Licht an der Spitze. Das Fluggerät senkte sich bis zwei Meter über dem Boden und blieb so in der Schwebe, während sich eine Tür an der Unterseite öffnete, aus der eine Gestalt herauskam. Sie war knapp über einen Meter groß, hatte langes schwarzes Haar und einen Bart und trug einen grünen Overall. Der Mann blieb etwa zehn Meter vor Vorilhon stehen und begann, auf französisch mit ihm zu sprechen. Der 27jährige Vorilhon, verheiratet und Vater zweier Kinder, erfuhr, daß der Fremde alle Sprachen der Erde beherrsche, obwohl er von einem anderen Planeten komme. Sein Volk habe ihn seit langem beobachtet. Er nahm ihn mit in das Raumschiff und erklärte ihm, daß Vorilhon zum Boten auserwählt worden sei, um die Erdbewohner von den freundlichen Absichten der Besucher zu unterrichten. Sie seien zur Erde gekommen, um zu sehen, wie die Menschen leben, und um über sie zu wachen. Während der nächsten sechs Tage diktierten sie Vorilhon mehrere Botschaften und enthüllten ihm viele Wahrheiten, so daß es ihm gelang, auf der Grundlage ihrer Lehren ein Buch zu

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schreiben und eine Sekte zu gründen, die unter dem Namen Raeliten bekannt wurde. Vorilhon gab seinem Werk den Titel „Das Buch, das die Wahrheit sagt“. Es beinhalte „die wichtigste Offenbarung in der Geschichte der Menschheit“. Der Sozialwissenschaftler Evans gesteht dem Buch dies auch durchaus zu, falls der Inhalt wahr ist. Das „Aber“ blieb jedoch. Trotzdem fielen die Offenbarungen auf fruchtbaren Boden. Denn als Vorilhon einen Vortrag ankündigte und einen Raum mit 150 Sitzplätzen mietete, kamen 3 000 Zuhörer. Da Vorilhons Geschichte nicht die einzige ihrer Art ist, sind jedoch Zweifel angebracht. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Offenbarungsgeschichten veröffentlicht, die alle in etwa das gleiche Muster aufweisen:

Ein Mensch ist allein, meist in einer abgeschiedenen Gegend. Da erscheint plötzlich ein Raumschiff, Außerirdische steigen aus, und man sagt ihm, daß er von den Fremden, die den Menschen in einer besonders schwierigen Phase ihrer Existenz beistehen wollen, als eine Art Mittelsmann auserwählt worden sei. So wurde beispielsweise 1954 der Londoner Taxifahrer George King von Außerirdischen angewiesen, sich darauf vorzubereiten, Sprachrohr des interplanetarischen Parlaments zu werden. Seit dieser Zeit fühlte er sich als Gründer der „ätherischen Gesellschaft“ als Bindeglied zwischen seinen kosmischen Herren und der Menschheit. Berühmt wurde das außerirdische Sendungsbewußtsein von George Adamski, einem Amateurastronomen und Leiter einer mystisch-philosophischen Gruppe namens „Königlicher Orden von Tibet“. Er behauptete zwei Monate nach Kenneth Arnolds Beobachtung vom Juni 1947, die die moderne Ufo-Welle ins Rollen gebracht hatte, über dem Mount Palomar 184 fliegende Untertassen gesehen zu haben. Im

121

November 1952 trat er aus einer Eingebung heraus persönlich in Kontakt zu dem Venusianer Orthon, der ihm bestätigte, daß Adamski zu ihrem Repräsentanten auf Erden auserwählt sei. Daraufhin fanden laut Adamski weitere Treffen und interplanetarische Flüge statt, die er in einer Reihe von Büchern beschrieben hat. 1965 starb Adamski, aber noch heute ist er für manchen Ufologen eine bedeutende Kultfigur. Viele Ungereimtheiten und Widersprüche taten seinem Nimbus keinen Abbruch. Einer seiner engsten Vertrauten berichtete, Adamski sei Mitglied des interplanetarischen Rats gewesen, dem er so treu diente, daß ihm bei seinem Tod ein neuer Körper versprochen wurde, durch den er wirken könne, und so spiele er nun seine wichtige Rolle in einer anderen (unbekannten) Identität. Evans, der sich an den offensichtlichen Widersprüchen in Adamskis Behauptungen und seiner zweifelhaften Rolle als selbsternannter Guru stört, fand darüber hinaus noch einen weiteren Haken an der Geschichte: Adamskis Abenteuer decken sich mit einer Science-fiction-Geschichte aus dem Jahre 1946, der Story von Harold Sherman: „The Green Man“. Sie beschreibt, wie ein Astronomieprofessor eines Nachts allein nach Hause fährt und sein Auto plötzlich stehenbleibt. Als er zu Fuß weitergeht, sieht er plötzlich ein großes silbernes, zigarrenförmiges Objekt hinter ein paar Bäumen in der Luft schweben. Es ähnelt denen, von denen Adamski später behauptet, er habe sie fotografiert und sei in ihnen gereist. Dann taucht eine beeindruckende Gestalt auf und bittet den Professor, sich als besonderer Mittelsmann zwischen der Menschheit und einer fremden Zivilisation zur Verfügung zu stellen - eben so, wie „Orthon“ Adamski anwarb.

122

Evans meint nun, es könne durchaus möglich sein, daß Shermans Kurzgeschichte, die bereits viele Elemente enthält, welche später zu immer wiederkehrenden Motiven wurden, alle späteren Geschichten über Kontakte inspiriert hat. Dazu zählt auch die ganz besonders abenteuerliche der 44jährigen Elizabeth Klarer aus Drakensberg in Südafrika. An der Ufo-Forschung interessiert, hatte sie ihren angeblichen Erlebnisbericht 1954 der amerikanischen Forschergruppe NICAP eingereicht. Die Frau hatte verschiedentlich Ufos beobachtet und sich schließlich mit einem Außerirdischen namens Akon getroffen, einem Astrophysiker, der vom Planeten Meton im Sonnensystem Proxima Centauri gekommen sei. Die Beziehung sei letztlich so eng gewesen, daß sie ihm einen Sohn gebar, der bei seinem Vater auf Meton lebte. Sie selbst sei zur Geburt nach Meton gereist, mußte danach aber wieder zur Erde zurückkehren. Forschungen in Frankreich und Italien haben einen statistischen Zusammenhang zwischen Ufo-Beobachtungen und Erscheinungen der Heiligen Jungfrau Maria ergeben. Der Franzose Gilbert Cornu fand heraus, daß 1947, als das Arnold- Ufo Furore machte, die Zahl von Berichten über Erscheinungen der Heiligen Jungfrau deutlich anstieg. 1954 gab es einen weiteren ungewöhnlichen Anstieg. Gleichzeitig herrschte in Frankreich und Spanien eine außergewöhnliche Ufo-Welle. Zufall kann dies sicher nicht sein. Hilary Evans findet dafür drei Erklärungsmöglichkeiten:

-Die

Jungfrau

Maria

verantwortlich.

ist

für

die

Ufo-Erscheinungen

-Unter den Ufos gibt es auch Erscheinungen, die man mit der Jungfrau Maria verwechseln kann.

123

-Ein und dieselbe Ursache läßt manche Leute die Jungfrau Maria sehen, andere aber Ufos. Diese Thesen aus dem Munde eines Wissenschaftlers zu hören mag den nüchtern denkenden Leser verwundern, aber vielleicht

der Hilflosigkeit gegenüber

Massenhysterie verstehen. Und weiter ließe sich spekulieren: Jemand, der glaubt, daß Ufos Werkzeuge des Teufels sind, könnte anführen, daß die Jungfrau immer dann zusätzlich erscheint, wenn sich Ufos in besonders hoher Zahl zeigen, um dem diabolischen Einfluß entgegenzuwirken und ihre Verehrer zu trösten.

kann

man

sie

als

Ausdruck

Ufos - Wirklichkeit oder Phantasie?

Ob es Ufos und außerirdische Erdenbesucher gibt oder nicht, ist unbewiesen. Die Entscheidung darüber bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Vielleicht mag die persönliche Einschätzung von Hilary Evans weiterhelfen. Der Referent für außergewöhnliche Phänomene und Vorstandsmitglied der Society for Psychical Research hat zu diesem Thema zahlreiche Bücher verfaßt. Er schreibt u.a.:

„Nur ein kühner und leichtsinniger Ufo-Forscher würde mehr als eine ganz vorläufige Vermutung über die wahre Natur von Ufos wagen. Aber seit Jahrzehnten sammelt sich unablässig Beweismaterial an. Wenn nicht wir selber, dann sehen unsere Nachbarn und Freunde die Dinger und fragen sich, was sie sind. Es ist unsere Pflicht, ihnen wenigstens eine vorläufige Antwort anzubieten. Hier also, mit allen Vorbehalten, ist meine Antwort. Erstens habe ich nicht den geringsten Zweifel, daß das Ufo-Problem existiert. Die Berichte zeigen, wie mehrdeutig und oft wie zweifelhaft das Phänomen ist, aber auch, daß es häufig in bekannten Begriffen erklärt werden kann. Ich glaube

124

aber auch, daß man etlichen Zeugen im großen und ganzen

glauben sollte. Unter den Fällen, die sie berichten, sind viele, die mir höchst zwingend erscheinen. Was nun folgt, scheint mir das mindeste zu sein, wenn man dem Beweismaterial gerecht werden will.

Ich

glaube,

zunächst

ist

klar,

daß

Ufos

kein

einzelnes

Phänomen sind. Ich denke, es gibt mehrere Dinge, die wir irrtümlich zusammenfassen und mit einem gemeinsamen Etikett versehen, was ein Grund dafür ist, daß sie uns so lange unverständlich geblieben sind. Ich nehme an, daß es nicht weniger als vier Quellen für Berichte über Ufos gibt:

1. Ich glaube, daß eine ganze Anzahl psychologischen Ursprungs ist. Wir wissen, daß das in den Fällen wahrscheinlich ist, in denen gezeigt werden kann, daß der Zeuge nicht die Erfahrungen hatte, die er zu haben behauptete. Ich denke, die Unterstellung ist vernünftig, daß ähnliche Vorgänge bei vielen anderen Gelegenheiten eine Rolle spielten. Das heißt nicht, daß man solche Fälle unbeachtet lassen sollte. Im Gegenteil, sie sind von größtem Interesse. Denn wenn auch der psychologische Prozeß bekannt sein mag, das Ergebnis dieser Vorgänge, die besondere Form der Erscheinungen - die einzigartige Komposition aus dem, was den individuellen Zeugen beschäftigt, seinem kulturellen Hintergrund und unserer gegenwärtigen Mythologie des Raumfahrt-Zeitalters, mit den konkreten Umständen von Zeit und Ort des Ereignisses zu einer zusammenhängenden und einsichtigen Phantasie verwoben, die so viele Einzelheiten enthält und so lebendig ist, daß der Zeuge selber sie ernsthaft für real hält und oft andere auch davon überzeugen kann - das alles ist ein Phänomen von höchster Bedeutsamkeit, das uns aufregende neue Einsichten in das menschliche Denken bietet. Jedoch würde ich keinen Moment lang unterstellen, daß diese Erklärungsmöglichkeit mehr als einem kleinen Teil

125

des Beweismaterials Rechnung trüge. Sie nimmt dem Material nur etliche Unklarheiten, weil sie zeigt, daß einige angebliche Ufo-Fälle in Wirklichkeit „Pseudo-Ufo-Fälle“ sind, in denen der Zeuge - der eigentlich nur ein „Pseudo-Zeuge“ ist - die „Sprache“ der Ufos benutzt, um eine Geschichte zum Ausdruck zu bringen, die sein Unterbewußtes loswerden muß.

2. Ich glaube, daß ein Teil der Ufos natürliche biologische

Objekte sind, die sich im allgemeinen als Lichtbälle zeigen, die

aber möglicherweise auch andere Formen annehmen können. Mehr noch, ich denke, daß diese Lichtbälle intelligent sind. Vielleicht nicht sehr, aber wahrscheinlich mehr, als es die meisten Tiere sind. Ich lasse mich gern davon überzeugen, daß es eine Verbindung zwischen diesen Geschöpfen und

geophysikalischen Kräften gibt, aber bislang erscheinen mir die Beweise dafür nicht sehr überzeugend. Die weitere Forschung auf diesem Gebiet mag einen solchen Zusammenhang nachweisen können oder auch nicht. Trotzdem glaube ich wiederum nicht, daß diese Erklärung für mehr als einen kleinen Prozentsatz des Beweismaterials zutrifft.

3. Ich glaube, es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß manche

angeblichen Ufos unter Geheimhaltung von Regierungen der Erde erprobte oder betriebene Geräte sind. Das könnten von Menschen hergestellte Entwicklungen im experimentellen Stadium sein oder - obwohl das weniger wahrscheinlich ist - außerirdische Maschinen, die mit Duldung irdischer Regierungen arbeiten. Aber ich glaube, es ist nicht vorstellbar, daß solche Operationen in einem Umfang durchgeführt werden, der sie für mehr als ein Tausendstel aller Fälle zutreffen ließe. Eine solche Erklärung kann die Ufo-Akten von ein paar besonders aufregenden Fällen reinigen, die im Moment das Gesamtbild stören.

126

4. Ich glaube, es besteht allen Einwänden zum Trotz eine reale Wahrscheinlichkeit, daß eine große Zahl der Ufos gestaltete künstliche Gegenstände außerirdischen Ursprungs sind. Ich glaube nicht, daß uns unbedingt eine fremde Invasion bevorsteht oder daß wir eine drohende Machtübernahme befürchten müßten. Schlimmstenfalls wäre es möglich, daß eine Art von Überwachungsoperation stattfindet, obwohl auch sie bemerkenswert unregelmäßig und unfachmännisch durchgeführt erschiene. Ich bin mir des Mangels an unterstützendem Beweismaterial wohl bewußt und auch der Unvereinbarkeit dieser Ansicht mit vielem Beweismaterial, das uns vorliegt.

eines klaren Hinweises auf

Besonders stört mich das Fehlen ihren Zweck.“

127

UNGEHEUER

Märchen, Legenden und Phantasie

Wie die Gespenster gehören die Ungeheuer zu den umheimlichen Begleitern der Menschen. Im Gegensatz zum Mittelalter oder archaischen Abschnitten der Menschheitsgeschichte spielen Ungeheuer im modernen Industriezeitalter kaum mehr eine Rolle. Je aufgeklärter die Menschen wurden, um so schneller starben die Ungeheuer aus - in dem Sinne, daß ein Ungeheuer früherer Generationen, seines Schreckenszaubers entkleidet, bestenfalls ein ganz normales Lebewesen wurde. Darüber hinaus liegt die Existenz vieler Ungeheuer in der Phantasie und Psyche des Menschen verborgen, sie sind Hauptbestandteile von Sagen und Legenden,

deren parabelhafter Inhalt oftmals in Vergessenheit geraten war.

Vor

allem

die

menschliche

Eigenschaft,

schreckliche

Ereignisse ob ihrer Unfaßbarkeit unbewußt noch schrecklicher zu beschreiben, ließ tatsächlich existierende große Kraken zu wahren Monstern wachsen oder Echsenformen zu feuer-

speienden Drachen werden. Die meist gutmütigen Riesen dürften letztlich auch nichts anderes gewesen sein als für die damalige weitaus geringere Durchschnittsgröße außerge- wöhnlich große Menschen. Nur, das Wissen um solche Vor- gänge und Zusammenhänge fehlte den damaligen Menschen. Was also Ungeheuer sind oder nicht, liegt wohl eher im Auge

des

Entwicklung. Die wahren Ungeheuer unserer heutigen Zeit dürften für kommende Generationen jedenfalls kein Stoff für Märchenbücher mehr sein, sondern vielmehr Bestandteil der

Kriminalgeschichte,

unverantwortliche

Betrachters

und

im

Wissen

kulturgeschichtlicher

wenn es um bestialischen Mord,

129

Umweltverschmutzung

und

Wirtschaftsmachenschaften geht.

menschenverachtende

Riesenkraken - das Grauen aus der Tiefe

Die Existenz von noch nicht identifizierten Meeresungeheuern in den Tiefen der Ozeane halten viele für keineswegs unwahrscheinlich, vor allem auch nicht in den zahlreichen unterseeischen Höhlen und Spalten des ohnehin mysteriösen Bermudadreiecks, in dem schon zahllose Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwanden. Charles Berlitz, Autor zahlreicher Bücher über die Rätsel dieser Welt, berichtet im Zusammenhang mit angeblich

entdeckten Steinruinen von Städten auf dem Meeresboden vor den Bahamas, daß Taucher manchmal „furchterregenden Meeresungeheuern“ begegnet seien, „die so gar nicht in unsere

heutige

Zeit

passen

und

einer

fernen

Vergangenheit

anzugehören scheinen“.

So

zitiert

er

den

Bericht

eines

erfahrenen Berufstauchers aus Miami, der 1968 einen gräßlichen Unterwasser-Menschenaffen gesichtet haben will:

„Wir waren südlich von Great Isaac Light dicht an der Abbruchkante des Kontinentalsockels. Ich ließ mich langsam an einer Schleppleine von einem zehn Meter langen Boot ziehen, das speziell für Tauch- und Rettungsarbeiten konstruiert war, und sah mir den Boden an, einen sandigen Boden in bis 13 Meter Tiefe. Ich war selbst tief genug, um unter dem Boot nach vorne durchschauen zu können. Auf einmal wurde eine Art runde Schildkröte oder ein großer Fisch - ungefähr 180 Pfund schwer - sichtbar. Ich ging tiefer, um besser sehen zu können. Das Tier drehte sich um und blickte mich in einem Winkel von 20 Grad an. Es hatte das Gesicht eines Affen und einen weit nach vorn gestreckten

130

-

mindestens viermal so lang wie der eines Menschen. Das Ungeheuer wand den Hals wie eine Schlange, während es mich beäugte. Die Augen glichen denen eines Menschen, waren aber größer. Es sah aus wie das Gesicht eines Affen mit speziell für das Leben im Wasser angepaßten Augen. Nach einem letzten prüfenden Blick entfernte es sich durch eine von unten kommende Antriebskraft.“ Dazu paßt eine Legende, die auf den Bahamas erzählt wird. Sie berichtet von einem derartigen Meeresungeheuer namens Luska, mit einem Schlangenhals, das in Höhlen hausen und Menschen fressen soll. Berlitz ist jedoch nicht der einzige, der von Meeresungeheuern zu berichten weiß. Schon der römische Schriftsteller Plinius brachte seinen Lesern Gänsehaut bei, als er schrieb: „Kein Tier im Wasser bringt den Menschen auf eine grausamere Weise um als der Polyp. Wenn er Schiffbrüchige oder Taucher anfällt und mit ihnen kämpft, saugt er sich mit seinen vielen Saugnäpfen fest und zieht sie in die Tiefe hinab. Bei Carteja drang ein Polyp in die Behälter der Fischhändler, um sich über die eingesalzenen Fische herzumachen. Er kroch an einem Baum hoch und überstieg hohe Zäune. Die Hunde riefen durch ihr Bellen die Aufseher herbei. Diese waren entsetzt, denn der Polyp war von unerhörter Größe. Er sah wie von Salzlake überzogen aus und verbreitete einen fürchterlichen Gestank. Das Ungeheuer trieb die Hunde mit schrecklichem Blasen von sich, peitschte sie mit den Armspitzen und schlug mit den stärkeren Armen wie mit Keulen auf sie ein. Viele Dreizacke bohrten sich in seinen Leib, und das Tier wurde schließlich getötet. Der Polypenkopf war so groß wie ein Faß. Seine keulendicken Arme waren von einem Mann kaum zu umspannen und dreißig Fuß lang.“

Kopf. Der Hals war viel ängerl

als bei einer Schildkröte

131

Eine besonders gruselige Geschichte gab sogar „Brehms Tierleben“ wieder. Sie stammte von dem norwegischen Bischof Eric Pontoppidan aus dem Jahre 1753. Danach entdeckten Fischer vor der Küste Norwegens plötzlich, daß die Wassertiefe unter ihren Booten ständig abnahm, weil ein Krake auftauchte, was die entsetzten Fischer eiligst zur Flucht veranlaßte. „Dann erhebt sich aus der Flut ein breites unebenes Feld von einer halben Stunde im Durchmesser, welches nicht selten 30 Fuß über die Oberfläche steigt. In den Vertiefungen, welche die Unebenheiten des Felsrückens bilden, ist Wasser zurückgeblieben, in diesem sieht man Fische springen. Nach und nach entwickeln sich die Hügel und Berge dieser Insel zu immer steilerer Höhe. Von innen heraus, wie die Fühlhörner einer Schnecke, steigen Arme empor, stärker als der stärkste Mastbaum des größten Schiffes, mächtig genug, um einen 100 Kanonen führenden Koloß zu erfassen und in den Abgrund zu

ziehen. Sie dehnen sich nach allen Seiten aus, spielen gleichsam miteinander, neigen sich zur Wasserfläche, richten sich langsam wieder empor.“

im

norwegischen Nordland zwischen die Felsen eines engen Fjords eingeklemmt haben. Der ungeheure Körper füllte die Bucht ganz aus, die Arme waren um Felsen und Bäume geschlungen, hatten dieselben entwurzelt und sich an dem unzerstörbaren Gestein so festgehangen, daß man sie auf keine Weise lösen konnte, berichtete ein Zeitgenosse. Solch Schauergeschichten machten sich zu allen Zeiten gut, sind aber wohl nichts anderes als gewaltige Übertreibungen, so als würde aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Tatsache ist jedoch, daß Riesenkalmare und Riesenkraken im Meer vorkommen. Zweifellos sind auch ihre Ausmaße furchterregend. Eine Länge von 15 Metern können allein ihre mit Saugnäpfen besetzten Fangarme zum Festhalten

1680

soll

sich

ein

Junges

eines

solchen

Riesentieres

132

von Beutetieren erreichen. Der größte bisher aufgebrachte

Riesenkalmar war 22 Meter lang, und seine Saugnäpfe hatten einen Durchmesser von zehn bis 15 Zentimetern. Man glaubt sogar, es könnte 30 bis 40 Meter lange Riesenkalmare geben, da man auf der Haut gefangener Walfische 45 Zentimeter große Narben von Saugnäpfen gefunden hat. Die Kalmare gehören zu den wirbellosen Meeresweichtieren und sind mit den Tintenfischen verwandt. Da ihre Fangarme - zwischen vier und fünf Paar - aus dem Kopf zu entspringen scheinen, nennt man sie auch Kopffüßer oder Cephalopoden. Der Körper der achtarmigen Tintenfische, der eigentlichen Kraken, ist mehr sackartig geformt, während er bei den zehnarmigen langgestreckt ist wie ein Torpedo.

20

Zentimeter sind wohl allseits bekannt, und sei es nur von der Speisekarte. Die Chance, einem Riesentintenfisch im Mittelmeer zu begegnen, dürfte jedoch gleich Null sein, da sie in Meerestiefen von 200 bis 500 Meter und noch tiefer leben. Das schließt man unter anderem aus den Funden unverdauter Hornkiefer von Tintenfischen in den Mägen von Pottwalen, die bis über 1500 Meter hinabtauchen, denn deren Lieblingsspeise sind Riesenkalmare. Allein in einem einzigen Pottwalmagen hat man einmal 14000 solcher Hornkiefer gefunden. Viele Geheimnisse dieser fangarmbewehrten Riesentiere sind noch ungelüftet. Sicher aber ist, daß sie auch Menschen gefährlich werden können. Als während des Zweiten Weltkrieges, am 25. März 1941, der englische Truppentransporter „Britannia“ im Atlantik versenkt wurde, reichten die Rettungsboote bei weitem nicht aus. Auch die ganz kleinen und großen Rettungsflöße waren so sehr überfüllt, daß sie tief im Wasser lagen. Einer der Schiffbrüchigen, der am Rand eines Zweimann-Floßes saß, wurde plötzlich von zwei

Die

kleinsten

Formen

der

Tintenfische

von

etwa

133

riesigen Fangarmen eines Tintenfisches umschlungen und in die Tiefe gezerrt. Ein anderer Soldat konnte sich nur noch mit Hilfe seiner Kameraden gerade mit knapper Not vor einem zweiten Kalmar retten, der schon mit einem Fangarm das Bein seines Opfers gepackt hatte. Eine ältere Ausgabe von „Brehms Tierleben“ erzählt von dem

Überfall eines riesenhaften Tintenfisches, welcher sich am 30. November 1861 in der Nähe von Teneriffa ereignete und von Kapitän Bouyer berichtet worden ist:

einen

riesenhaften

schwamm. Das Tier maß fünf bis sechs Meter an Länge, ohne die acht furchtbaren, mit Saugnäpfen versehenen Arme. Seine Farbe war ziegelrot. Seine Augen waren ungeheuer und zeigten eine erschreckende Starrheit. Das Gewicht seines spindelförmigen, in der Mitte sehr angeschwollenen Körpers mußte an die 2000 Kilogramm betragen, und seine am Hinterende befindlichen Flossen waren abgerundet und von sehr großem Volumen. Man suchte das Tier in einer Tauchschlinge zu fangen und durch Schüsse zu töten, doch wagte der Kapitän nicht, das Leben seiner Mannschaft dadurch zu gefährden, daß er ein Boot aussetzen ließ, das das Ungeheuer mit seinen furchtbaren Armen leicht hätte entern können. Nach dreistündiger Jagd erhielt man nur Teile vom Hinterende des Tieres.“

„Das

Schiff

traf

zwischen

der

an

Madeira

der

und

Teneriffa

des

Polypen,

Oberfläche

Wassers

Seeschlangen - der Schrecken der Seefahrer

Wie die Riesenkraken zählen Seeschlangen zu den Monsterschrecken der Seefahrer. Aus dem Jahr 1852 ist ein Fall bekannt, der Seemannsgarn offenbar zur Wahrheit werden ließ. Die Besatzung eines Segelschoners hatte damals im

134

Pazifik Jagd auf ein plötzlich aufgetauchtes Ungeheuer gemacht, das sich gegen die Harpunenangriffe heftig wehrte. Allein sein Kopf soll drei Meter lang gewesen sein. Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt die „Schlange“, die größer als der 35 Meter lange Segler war. In der Mitte maß sie zehn Meter im Durchmesser. An einem langen, drei Meter dicken Hals baumelte ein riesiger Kopf, einem Alligator gleich. Der gesamte Körper war schmutzigbraun mit einem weißen, meterbreiten Streifen auf dem Rücken. Das Tier hatte weder Beine noch Flossen. Der Besatzung war es gelungen, das Tier zu erlegen. Da die Haut weitaus härter als die eines Wales war und das Tier auch kein brauchbares Fett zu haben schien, ließ der Kapitän lediglich den Kopf abhacken und an Bord hieven. Im Gaumen saßen 94 etwa zehn Zentimeter lange Zähne, hakenförmig gekrümmt wie bei Schlangen. Bekannt geworden ist der Fall, weil der Kapitän einen Bericht verfaßte und ihn einem anderen Segelschiff mitgab - denn sein eigenes Schiff ging auf der weiteren Fahrt unter. Überlebende gab es keine. Seeleute berichteten immer wieder von seltsamen Begegnungen mit Meeresungeheuern. 1908 brachte die „Balmedic“ aus Grimsby im Schleppnetz den Kopf eines Ungeheuers aus der Nordsee mit. Nur die Augenhöhlen maßen mehr als 30 Zentimeter im Durchmesser. Zwischen den Kiefern hing eine dicke, einen Meter lange Zunge. Das Britische Museum konnte das Tier nicht identifizieren, Forscher meinten jedoch aufgrund der Größe des Kopfes, es müsse so groß wie ein Elefant gewesen sein. Die Japaner kennen seit jeher Umi Bozu, ein riesiges Meeresungeheuer. Einer alten Überlieferung nach erscheint es, um Seeleute zu erschrecken. Dieses schreckliche Phantom ist von schwarzer Farbe, hat einen rasierten Kopf und riesige Glotzaugen. Der Name bedeutet übrigens „Priester“ oder „Mönch des Meeres“.

135

Das Ungeheuer von Loch Ness

Was wäre die Welt ohne „Nessie“? Seit den 30er Jahren ist das Ungeheuer von Loch Ness in Schottland überhaupt nicht schottisch sparsam mit Geschichten. Ganze Generationen von Journalisten und Zeitungsverlegern müßten Nessie dankbar sein, daß es jahrzehntelang immer zur sogenannten „Sauregurkenzeit“ im Sommer auftauchte und die Spalten der Zeitungen füllte. Die

scheint Nessie, über menschlichen Erfindergeist amüsiert, wohl auch zu lesen. Denn seit etlichen Jahren überläßt das schottische Seegespenst den Politikern die Ehre, das journalistische Sommerloch zu stopfen. Als wohlerzogener dienstbarer Geist hält sich Nessie trotz hohen Alters aber nach wie vor für den Fall bereit, daß ein Journalist mal von anderen Legenden als politischen berichten möchte. Dann ist Nessie zur Stelle und kommt an die Oberfläche seiner Heimat, des Loch Ness. Seine Heimat ist ein See - schottisch „Loch“ - von 37 Kilometern Länge, eineinhalb Kilometern Breite und bis zu 250 Metern Tiefe im nördlichen Schottland. Das Loch ist ein Bestandteil eines vor etwa 300 Millionen Jahren aufgebrochenen Grabens. Viele ernstzunehmende Leute schwören Stein und Bein, das „Ungeheuer vom Loch Ness“ mit eigenen Augen gesehen zu haben. Manche vermuten, es

eine angeblich längst ausgestorbene

handelte

sich

um

Schlangenhalsechse. Auffällig an Nessie ist zumindest: Es läßt sich gern fotografieren, aber nie scharf. Nach der Volkslegende sollen sich unter dem anrainenden Berg riesige unterirdische Höhlen hinziehen, in denen eine ganze Kolonie von Nessies haust. Wie sollte auch ein solch riesiges Tier womöglich Jahrmillionen ganz allein ohne Liebe als einziger Vertreter seiner Art überlebt haben? Skeptische Zoologen berechneten, es

136

müßten wenigstens 20 solcher Tiere sein, um die Spezies über Jahrmillionen zu erhalten. Und der gesamten urweltlichen Tiersippe gelingt es immer noch, sich einer zuverlässigen Beobachtung zu entziehen. Nie hat man eine konkrete Spur von

ihnen gefunden; kein Kadaver und kein Skelett wurden ans Ufer geschwemmt. Die Nessie-Gemeinde kann da nur lächeln. Sie weiß: Loch Ness zieht durch geheimnisvolle Strömungen alles in seine

unergründliche

Ungeheuers war der heilige Columban, ein irischer Missionar, der das heidnische Schottland zum christlichen Glauben bekehren wollte. „Das grimmige Ungeheuer“, weiß Abt Adamus, sein Biograph, zu berichten, habe im Jahre 565 einen Mann „mit einem grausamen Schlag“ zur Strecke gebracht und sich gerade einem anderen zugewandt, als der Gottesstreiter beherzt eingriff. „Er schlug ein Kreuz, rief den Namen Gottes aus und sprach zum Monster: „Denk ja nicht daran, auch nur einen Schritt weiter zu machen noch diesen Mann zu berühren. Schnell, weiche zurück“. Erschrocken verschwand die Bestie.“ Erst tausend Jahre später wird das Fabeltier wieder in der im 16. Jahrhundert erschienenen „Geschichte Schottlands“ erwähnt. Danach soll das Ungeheuer an einem schönen Sommermorgen aus der Tiefe des Sees an Land gestiegen sein, mit seinem mächtigen Schwanz mehrere starke Eichen entwurzelt und drei Männer erschlagen haben. Wohl erschreckt über die eigene Gewalttätigkeit, verkroch sich das Ungeheuer für die nächsten vier Jahrhunderte. Erst als 1933 am Loch Ness eine Uferstraße gebaut wurde, war es offenbar wegen des Lärms von Sprengungen und Baumaschinen vorbei mit dem schlechten Gewissen. Seither wurde Nessie mehrere tausendmal gesehen, in mannigfaltiger Gestalt.

erste

Tiefe.

Der

verbürgte

Beobachter

des

137

Der langjährige Fischereiaufseher Alex Campbell hatte Mitte Mai 1934 eine Begegnung der ungeheuren Art. Als Lokalreporter wußte er auch um die Nöte seines Berufsstandes während der ereignislosen Sommerzeit. Innerhalb von 40 Jahren bat er Nessie 18mal quasi zum Interview. Dem heiligen Columban verwandt fühlen mußte sich 1972 Pater Gregory vom

Kloster Fort Augustus an der Südspitze von Loch Ness. Plötzlich sahen er und sein Begleiter „eine starke Bewegung auf dem See, und dann erschien ein schwarzer Hals, etwa 15 Zentimeter im Durchmesser und zwei bis drei Meter lang, gefolgt von einem Höcker. Es erhob sich, dann tauchte es schräg nach hinten unter. Es war kein Boot, kein Holzklotz und kein Fisch. Es war ohne jeden Zweifel ein anderes Tier.“ Und so weiter und so weiter - die Nessie-Schilderungen sind Legion.

Übereinstimmend

sprechen

alle

Beobachter

von

der

gewaltigen

Größe

und

dem

unheimlichen

Aussehen

des

Ungeheuers. Es handle sich um ein schlangenartiges Wesen mit meterlangem Körper und zwei Buckeln, manche wollen auch drei, fünf, sogar sieben Höcker gesehen haben. Es trage einen saurierkleinen Kopf, sagen die einen, oder den eines Riesenpferdes, berichten andere.Wenn das nicht stimmt, dann hat Nessie runde Köpfe, manchmal mit wulstigen Augen und Warzen. Nach einigen Berichten soll das Ungeheuer einen eckigen Schädel haben, versehen mit