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Folie Nummer 1

Vorlesung vom: 04.12.2009

Tragwerksentwurf III

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 1


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Tragwerksentwurf III

Folie Nummer 2
Vorlesung vom: 04.12.2009

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 2


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Inhaltsverzeichnis
Folie Nummer 3
Vorlesung vom: 04.12.2009

Davies Alpine House, London, 2005


Arch. Wilkinson Eyre
Ing. Michael Barclay

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 3


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 4
Vorlesung vom: 04.12.2009

Alpine House

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 4


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Alpine House von Wilkinson Eyre ist das neueste Glashaus einer ausgezeichneten Sammlung in den Kew Gardens, und hat eine ungewöhnliche Rolle für englische Gewächshäuser: Es soll die Bergpflanzen kühl halten
anstatt warm. Diese Rolle definiert die Form des Gebäudes: Die Bogenstruktur erzeugt ausreichend Höhe um einen thermischen Auftrieb (Kamineffekt) zu bekommen, der eine natürliche und kühlende Belüftung ermöglicht.
Die Glasfassade ist aussergewöhnlich transparent (nur 1.5 % Verdunkelung) um ein Maximum an Licht zu erhalten.
Folie Nummer 5
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenraum

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 5


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das kleine Gewächshaus mit 150 m2 Grundfläche erhebt sich auf 10 m bis zur Spitze der doppelten Stahlbögen. Die Luft strömt auf Bodenhöhe in das Glashaus und wird durch die Betonwände im Untergrund gekühlt. Die
warme Luft steigt auf, und strömt oben aus dem Gebäude. Die ganze Struktur funktioniert wie ein Kamin. Die Deckenöffnungen werden automatisch reguliert, und schliessen bei Regen. An heissen Sommertagen kann die
Innentemperatur im Gewächshaus stark ansteigen. Deshalb wurde ein Fächersystem aus Membranen im Inneren installiert, welches ausreichend Schatten spendet um die Pflanzen zu schützen.

Folie Nummer 6
Vorlesung vom: 04.12.2009

Detail Fassade

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 6


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 7
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 7


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das symmetrische Tragwerk besteht aus vier Zweigelenkbögen die mit Stahlstäben nach beiden Seiten abgespannt wurden. Zwei seitliche Bögen drücken die geneigte Fassade nach aussen. Die zweiteiligen, parallelen Hauptbögen
wurden optimal an die Parabelform angepasst. An den Zugelementen sind 12 mm dicke, beschichtete Glasscheiben angebracht, die Glasfassade wirkt daher sehr filigran und extrem leicht. Ausgehend von der Nutzung des
Gebäudes entstand eine aufgelöste Dachfläche, die einen sehr hellen und offenen Innenraum erzeugt.

Folie Nummer 8
Vorlesung vom: 04.12.2009

Institut für leichte Flächentragwerke, Stuttgart, 1967


Arch. und Ing. Frei Otto

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 8


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 9
Vorlesung vom: 04.12.2009

Vogelperspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 9


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das heutige Institutsgebäude wurde ursprünglich als Versuchsbau für den deutschen Pavillon der Expo 1967 in Montreal erstellt. Nachdem es als Objekt des Experimentes ausgedient hatte wurde es auf dem Areal der
Technischen Universität Stuttgart für seinen neuen Zweck als Institutsbau wieder errichtet. Hier steht es seit mehr als 40 Jahren in seiner organischen Form umgeben von den Bäumen des parkartigen Geländes, das den Campus
der Universität umfliesst.

Folie Nummer 10
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenraum

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 10


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Im Innern definiert die natürliche Form den Institutsbereich als einen grossen Raum. Sie wird von keinerlei Sekundärstruktur berührt, und so stehen alle Einbauten und Nebenräume als Boxen frei im Grossraum.
Folie Nummer 11
Vorlesung vom: 04.12.2009

Tragwerk ohne Hülle

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 11


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Tragwerk des Gebäudes ist ein über einen Pylon gespanntes Seilnetz. Zwei nebeneinander von Ost nach West verlaufende Hauptseile bilden einen tragenden Grat, von welchem das Seilnetz beidseitig an je fünf Punkten
nach aussen abgespannt ist. Die Abspannseile verlaufen radial vom Netzrand weg über eine Stütze zu ihrer Verankerung im Boden. Zwischen den Abspannpunkten ist das Netz durch bogenförmig verlaufende Randseile gefasst.

Folie Nummer 12
Vorlesung vom: 04.12.2009

Links: Verlauf des Randseils Mitte: Haupttragse Rechts: Abspannung des Netzrands

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 12


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die gläserne Fassade des Gebäudes folgt dem Verlauf der Randseile. Da das Seilnetz als Tragwerk des Gesamtgebäudes eine sehr verformbare Struktur darstellt musste auch für die Fassade eine bewegliche Struktur gefunden
werden. Ihre Tragstruktur besteht aus Seilen welche von den Randseilen des Netzes nach unten zum Randfundament gespannt sind. Daran befestigt sind Glasscheiben, die zueinenader verschiebbar gefügt sind, damit sie den
starken Verformungen der Fassade bei Belastung folgen können.
Westseitig des Pylons besitzt das Dach eine grosse augenartige Öffnung. Die Öffnung entsteht durch auseinenderziehen des Haupttragseilpaares. Das augenförmige Aussehen ergibt sich als statisch optimale Form des
Seilverlaufes infolge einer gleichmässigen Zugbelastung durch das Netz. Gefüllt ist die Öffnung mit einem weiteren Seilnetz, welches ebenfalls statisch wirken kann, da es antiklastisch gekrümmt ist. Es dient als Tragwerk der
gläsernen Eindeckung der augenartigen Öffnung.
Das Gebäude weist eine Gesamtform auf, welche nicht aus architektonischen Gesichtspunkten entwickelt wurde, sondern aus dem Gedanke des Leichtbaus, also der Suche nach einer möglichst starken Materialminimierung. Der
aus dieser Absicht entstandenen Form hat sich alles unterzuordnen. Man könnte sie auch als genutze Raumskulptur bezeichnen, da sie nichts mit der inneren Organisation zu tun hat.
Folie Nummer 13
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 13


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 14
Vorlesung vom: 04.12.2009

Commerzbank-Arena, Frankfurt, 2005


Arch. Gerkan Marg und Partner
Ing. Schlaich Bergermann und Partner

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 14


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 15
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenansicht mit teils aufgespannter Memban

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 15


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Commerzbank Arena ist ein reines Fussballstadion und verfügt im Gegensatz zum Vorgängerbau über keine Leichtathletik-Laufbahn. Das Stadion (210x190m) ist das vierte seit 1925, welches an dieser Stelle errichtet wurde
und bietet durch Umgestaltung der Tribunen 48000 bis 65000 Zuschauern Platz und somit auch die Möglichkeit zum Abhalten anderer Veranstaltungen wie Konzerte oder Kongresse.
Das gewählte Tragsystem der Überdachung, auf dem Prinzip eines Speichenrads basierend, ist ein geschlossenes System. Die Lasten des Speichenrads werden über Stützen, welche rings herum am oberen Rand der Tribune
angeordnet sind, an die äussere Tragstruktur der Tribunen abgeleitet. Somit wird eine ungehinderte Sicht über das ganze Spielfeld gewährleistet.

Folie Nummer 16
Vorlesung vom: 04.12.2009

Links: Grundriss und Schnitt. Rechts:Druckring (oben) Zugring (unten)

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 16


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Überdachung besteht aus vier Teilen - dem äusseren Druckring - 709m lang, abgerundet und variabel zur Aussenkante verlaufend (gepunktete Doppellinie im Grundriss), den vom Druckring zur Mittelpunkt verlaufenden 44
Seilbalken und zwei Zugseilpaketen mit 4 bzw. 2x3 Seilen, angeordnet jeweils im höchsten und tiefsten Punkt der Seilbalken.
Die Seilbalken sind durch 32 Druckelemente abgespannt und zweigeteilt. 484 Seile verbinden als Hängeseile die Hauptseile. Durch das Zusammenführen von je vier Radialseilen an den Eckknoten werden die Zugringe recheckig
über dem Spielfeld abgespannt und stabilisieren das gesamte Tragwerk. Der Bereich über den Tribunen beherbergt das äussere feste Membrandach und weist eine konstante Spannweite auf., der innere Bereich der Seilbalken
weist aufgrund des rechteckigen Grundrisses unterschiedliche Längen auf. Im inneren Bereich ist die bewegliche Membran untergebracht. Mittig über dem Spielfeld befindet sich der Zentralknoten, welcher die Seilbalken
zusammen bindet. An diesem 2x4 m grossen Stahlblech-Knoten mit 96 angeschlossenen Seilen sind die Membrangarage und der Videowürfel mit vier LCD Screens befestigt.
Folie Nummer 17
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 17


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 18
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schulhaus Leutschenbach, Zürich, 2009


Arch. Christian Kerez
Ing. Joseph Schwartz

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 18


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 19
Vorlesung vom: 04.12.2009

Ansicht Süd

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 19


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Schulhaus Leutschenbach ist das Resultat eines Wettbwerbs, bei dem vor allem die ungewöhnliche vertikale Stapelung der schulischen Nutzungen die Jury überzeugen konnte. Die Grundfläche wurde auf das Minimum, die
Grundfläche der 3-fach Turnhalle, welche im obersten Stockwerk angeordnet wurde, beschränkt. Der so frei gehaltene Aussenraum konnte somit zu einem öffentlichen Park werden und gibt zusammen mit dem Schulhaus dem
Quartier eine neue Identität.
Für das gesamte Gebäude bildet eine grossformatige Fachwerkkonstruktion das strukturelle und räumliche Grundkonzept. Die dadurch entstandene Grosszügigkeit ermöglicht einerseits stützenfreie Räume und differenziert
durch ihre Ausführung sehr schön die öffentlichen und «privaten (Klassenzimmer Stockwerk 1-3 und Turnhalle)» Räume im Fassadenbild.

Folie Nummer 20
Vorlesung vom: 04.12.2009

Erdgeschoss

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 20


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die gesamten Lasten aus den Obergeschossen werden lediglich über sechs Dreibeine in das Fundament abgetragen. Über dem so freigespielten Erdgeschoss mit Einganghalle, Kinderhort, Tagesbetreuung und Schulküche
scheint der gesamte Bau zu schweben. Das Erdgeschoss mit gerade mal 3.10 Meter Raumhöhe wirkt absichtlich gedrungen um einerseits den Effekt des Schwebens weiter auf die Spitze zu treiben und erlaubt andererseits die
Verwendung von horizontal ungestossenen Glasscheiben.
Folie Nummer 21
Vorlesung vom: 04.12.2009

Grundriss 2. Obergeschoss

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 21


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Herz des Gebäudes ist die grosse Treppenanlage, die in der Aula im Geschoss unterhalb der Turnhalle endet. Die gesamte mittlere Zone, in der sich die Treppenanlage befindet, ist als Begegnungzone ausgelegt und dient
sowohl als Pausen- als auch als Unterrichtsraum. Die räumliche Trennung zwischen der Begegnungszone und den Klassenzimmer erfolgt durch Profilitglas, das durch seine Transluzenz das Licht bis tief ins Gebäudeinnere fallen
lässt und gleichzeitig aber einen Schutz gegen Einblicke bietet.

Folie Nummer 22
Vorlesung vom: 04.12.2009

Treppenraum

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 22


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 23
Vorlesung vom: 04.12.2009

Aufbau der vorfabrizierten Stahlkonstruktion

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 23


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Der Aufbau des Fachwerkstahlgerüsts folgte einer ganz bestimmten zeitlichen Abfolge. Nachdem sukzessive die Stahlkonstruktion montiert wurde, konnten die gefalteten Decken aus Stahlbeton eingezogen werden und wirken
mit dem Stahlgerüst im Verbund. Dies bedeutet, dass die Lasten erst nach und nach auf das Haupttragwerk aufgebracht wurden, und somit bis zum Schluss Verformungen und Exzentritäten durch Eigenlasten auftraten, die
durch sogenannte Spriesse während der Bauphase gehalten werden mussten. Nach dem Entwernen dieser Spiesse wurden zu allerletzt die Scheiben im Erdgeschoss eingesetzt.

Folie Nummer 24
Vorlesung vom: 04.12.2009

Erdgeschoss in der Bauphase

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 24


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 25
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 25


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Durch das starke Verweben von Tragstruktur und architektonischem Entwurf konnten das räumliche Konzept gestärkt und das Tragwerk optimiert werden. Man kann erkennen, dass das über drei Geschosse laufende
Fachwerke nicht regelmässig verläuft sondern vielmehr ein Resultat aus den Überlegungen zum innern Kräfteverlauf darstellt.

Folie Nummer 26
Vorlesung vom: 04.12.2009

Cristal Brick - Skin-House Project No. 6, Tokio, 2004


Arch. Yasuhiro Yamashita / Atelier Tekudo
Ing. Jun Sato Structural Engineers

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 26


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 27
Vorlesung vom: 04.12.2009

Links: Ansicht im Bauszustand Rechts: Ansicht mit Ausfachung aus Glasbausteinen

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 27


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Welche Konzeptidee hinter diesem Projekt steckt, verrät bereits sein Name - Skin House. Die Architektur will hier keine Hierarchien aufbauen und setzt eine einheitliche über alle zu einander gefügten Elemente geltende Regel -
das Mass eines Glasbausteines. Damit wird die Grenze zwischen Individualität und Totalität deutlich verunklärt. Aussenwände, Geschossdecken und Dach entwickeln sich in diesem Rhythmus- 1 x Steinmass, 2 x Steinmass, 3 x
Steinmass.

Folie Nummer 28
Vorlesung vom: 04.12.2009

Aufbau der Wandscheibe

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 28


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Tragstruktur ist ein Teil der Aussenhaut, entwickelt sich kontinuierlich auf die ganze Fläche der Aussenwand mit dem Raster B/H = 420/640 mm = 2/3 x Steinmass und verschwindet unauffällig in die Fuge der gemauerten
Wand. Die Lasten der Decken werden durch die Wirkung der Kassetten als Einzellasten an die Aussenwand abgeleitet, welche ebenfalls kassettenförmig ausgebildet ist. Die Kasseten der Wand bestehen aus Flachstählen mit
Querschnitt 19/65 mm, schmaler als die Breite des Glasbausteins von 19 mm und bleiben unsichtbar im Bild der gemörtelten Fuge. Die Füllung der Kassette durch die Glasbausteine ergänzt die Aussenwand zum einen Ganzen
- die fehlende Steifigkeit des Gitterrostes wird durch die Steine ergänzt, da sie seitliche Verschiebungen verhindern und somit zusammen mit dem Rost eine Scheibe bilden. Drei solche Scheiben umschliessen den Grundriss, die
hintere Wand ist dem Nachbargebäude angrenzend und in konventioneller Weise in Stützen und Träger aufgelöst.
Folie Nummer 29
Vorlesung vom: 04.12.2009

Kasettendecke im obersten Geschoss

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 29


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Kassetendecke besteht aus Flachstählen mit Querschnitt 6/200 mm im quadratischen Raster von 420/420 mm. Der obere Abschluss erfolgt durch ein Stahlblech mit 4.5 mm Stärke. Die Decke mit ca.4.5/8 m Abmessungen
wird mittels zwei Schrauben pro Steg an das unlaufende Wandgitter befestigt.

Folie Nummer 30
Vorlesung vom: 04.12.2009

Detail der Befestigung der Kasettendecke an der Wandscheibe

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 30


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 31
Vorlesung vom: 04.12.2009

Kräfteverlauf bei grösseren Windlasten

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 31


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Bei einer seitlichen Windbelastung bildet sich eine konsolenartige Wirkung der Wandscheibe, da die Glassteine Druckkräfte aufnehmen können, aber keine Zugkräfte.

Folie Nummer 32
Vorlesung vom: 04.12.2009

Mediathek in Sendai, 2000


Arch. Toyo Ito
Ing. Mutsuro Sasaki

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 32


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 33
Vorlesung vom: 04.12.2009

Aussenansicht

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 33


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Mediathek in Sendai fungiert als lokaler Treffpunkt und Ort des Austausches und beinhaltet durch die Gemeinde zu nutzende Ausstellungsflächen, eine Stadtbibliothek, Computerarbeitsplätze und verschiedene
Serviceeinrichtungen für Seh- und Gehörbehinderte. Im Dialog mit den Bürgern entwarf Toyo Ito eine offene, transparante und flexibel nutzbare Architektur aus horizontalen Platten und vertikalen Stützen hinter einer
umlaufenden Glasfassade. Anders als im klassichen System Domino von LeCorbusier sind die Stützen als raumhaltige Elemente ausgeführt die wie "Seetang der im Wasser tanzt" alle Ebenen vertikal miteinander verbindet und
auch die Dachebene durchstossen. Die röhrenhaften Stützen werden hierduch zu Lichthöfen und transportieren Tageslicht bis in die Tiefe der Gebäudeebenen. Zudem sind darin die Aufzüge, Treppen und Installationen
untergebracht.

Folie Nummer 34
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenansicht

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 34


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Die Geschosshöhen variieren zwischen 3.90 m und 7.40 m. Auch die Stützen sind variabel und verändern den Querschnitt in jedem Stockwerk und sind zudem unregelmässig platziert. Die vier Stützen in den Ecken sind etwa 9
m weite Röhren aus vollverschweissten Hohlprofilen mit einem Durchmesser von 240 mm.
Folie Nummer 35
Vorlesung vom: 04.12.2009

Konstruktion der Platte

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 35


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 36
Vorlesung vom: 04.12.2009

Links: Grundriss und Plattenaufbau Mitte: Kräfte in den Stützen bei vertikaler Belastung Rechts: Kräfte in den Stützen bei horizontaler Belastung

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 36


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Durch die netzartige Triangulierung können diese Stützen horizontale Einwirkungen abtragen (Bild rechts). Die restlichen neun Stützen sind als 2m bis 6m weite Röhren aus parallelen Hohlprofilen mit einem Durchmesser von
140 mm ausgeführt. Diese Röhren können vor allem vertikale Einwirkungen abtragen (Bild mitte) und sind jeweils auf der mittleren Höhe jedes Geschosses verspannt, um hierdurch ein Ausknicken zu vermeiden. Die
Wanddicke der verwendeten Hohlprofile variiert zwischen 9 mm und 39 mm entsprechend der Exzentrizität der Stützen.
Die vier Eckstützen sind im Untergeschoss auf einer Konstruktion aus Vierendeel-Trägern abgestellt. Diese soll seismische Energie durch die Deformation der Träger absorbieren und dadurch verhindern, dass Erbebenkräfte in
die Konstruktion übertragen werden. Die biegsamen Rahmen sind mit den Fundamenten über Gussstahlkugeln und Auflagersockel verbunden.
Die Geschossplatten sind 40 cm hoch, spannen bis zu 20 m und sind in drei Zonen unterteilt. Um jede Stütze herum ist eine triangulierte Tellerzone aus 6 mm dicken annähernd radial angeordneten Rippen ausgebildet. In
Richtung der kürzesten Spannweiten sind diese Zonen durch 1 x 1 m weites Raster verbunden. Der stützenfreien Zwischenraum wird durch ein 1 x 3 m respektive 1 x 4 m weites Raster überspannt. D.h. die Dichte der Struktur
passt sich an die Belastung an (Bild links).
Folie Nummer 37
Vorlesung vom: 04.12.2009

Espacios de sombra Lotus Blau, bei Girona, 2007


Arch. RCR Arquitectos

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 37


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 38
Vorlesung vom: 04.12.2009

Ansicht

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 38


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Lotus Blau ist ein Veranstaltungsort für Festivitäten in der Nähe von Girona, Spanien. Dem streng orthogonalen Hauptgebäude, in welchem Bankette stattfinden, sollten zwei gedeckte Aussenbereiche hinzugefügt werden. Dazu
wurde das junge und renommierte katalanische Büro RCR Arquitectos beauftragt. Diese Überdachung, die gegen Sonne und Regen schützen soll haben die Architekten als eine einfache gefaltete Corten-Stahlskulptur ausgebildet.
Das rostrot des Stahls fügt sich schön in die Landschaft ein. Die acht bis zehn Millimeter dicken Stahlplatten bestehen aus dreieckigen Oberflächen, welche durch Schweissnähte verbunden wurden. Eine einzige Oberfläche ist
hier imstande das ganze Gebäude zu formen. Das Gebilde wirkt origamihaft und papierhaft.
Folie Nummer 39
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenraum

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 39


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:

Folie Nummer 40
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 40


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Es gibt keine Hierarchien innerhalb der Tragstruktur, Wand und Decke gehen fliessend ineinander über. Alle Elemente sind tragend. Die Struktur ist U-förmig und liegt punktuell am Boden auf und kann als dreidimensionale
Rahmenwirkung betrachtet werden. Die Öffnungen zur Seite hin erlauben es den Blick in die Landschaft schweifen zu lassen. Stahl wird in der Architektur selten so flächig eingesetzt. Das Gebäude ist hier aber gleichzeitig eine
Skulptur und somit ein Gebilde aus einem Ganzen und nicht in verschiedene Elemente zerlegbar.
Folie Nummer 41
Vorlesung vom: 04.12.2009

Ansicht

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 41


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Lotus Blau ist ein Veranstaltungsort für Festivitäten in der Nähe von Girona, Spanien. Dem streng orthogonalen Hauptgebäude, in welchem Bankette stattfinden, sollten zwei gedeckte Aussenbereiche hinzugefügt werden. Dazu
wurde das junge und renommierte katalanische Büro RCR Arquitectos beauftragt. Diese Überdachung, die gegen Sonne und Regen schützen soll haben die Architekten als eine einfache gefaltete Corten-Stahlskulptur ausgebildet.
Das rostrot des Stahls fügt sich schön in die Landschaft ein. Die acht bis zehn Millimeter dicken Stahlplatten bestehen aus dreieckigen Oberflächen, welche durch Schweissnähte verbunden wurden. Eine einzige Oberfläche ist
hier imstande das ganze Gebäude zu formen. Das Gebilde wirkt origamihaft und papierhaft.

Folie Nummer 42
Vorlesung vom: 04.12.2009

Small House, Tokio, 2000


Arch. Kazuyo Sejima & Associates

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 42


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Folie Nummer 43
Vorlesung vom: 04.12.2009

Ansicht

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 43


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Einfamilienhaus liegt in einem der besten Viertel Tokios. Da die Parzelle, die für den Bau zur Verfügung stand, extrem klein war, musste der Entwurf sehr präzise sein. Das vom Auftraggeber gewünschte Raumprogramm
wurde in vier Teile zerteilt und auf vier Ebenen angeordnet. Der zentral im Gebäude angeordnete Kern, der die vertikale Erschliessung aufnimmt, wurde ferner dazu benutzt, die vier so entstandenen Volumen weiter zu
unterteilen. Entsprechend der Grössenanforderungen für die auf die vier Ebenen verteilten Nutzungen wurde die Grösse der Geschossplatten bestimmt und deren relative Position zum Kern festgelegt. Die Aussenhaut des
Gebäudes wurde anschliessend über die Aussenkanten der Platten gezogen.

Folie Nummer 44
Vorlesung vom: 04.12.2009

Innenraum

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 44


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Das Tragwerk des Gebäudes besteht im Wesentlichen aus dem zentral angeordneten Kern und von ihm auskragenden Stahlbetonplatten. Entlang der Ostfassade des Gebäudes, die komplett verglast ist, wurden zusätzlich sehr
schlanke Stahlstützen angeordnet, die die Platten an der Seite mit dem grössten Abstand zum Kern vertikal stützen.
Folie Nummer 45
Vorlesung vom: 04.12.2009

Querschnitt

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 45


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie:


Der im Grundriss quadratische Kern besteht aus vier an den Ecken angeordneten Doppel-T-Stahlprofilen und die Knotenpunkte der Stützen mit den Platten verbindenen Diagonalen. Die wesentliche Herausforderung für den
Kern besteht neben der Abtragung der Horizontallasten darin, die aus der Umlenkung der schräg stehenden Fassadenstützen entstehenden Kräfte aufzunehmen.

Folie Nummer 46
Vorlesung vom: 04.12.2009

Schematische Darstellung der inneren Kräfte unter Eigenlast in der Perspektive

prof. schwartz Tragwerksentwurf III 46


Stahlbau - ausgewählte Bauwerke

Kurzbeschreibung der Folie: