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ksl—aktuell
Mai 2010 Ausgabe 2

Der Vorsitzenden das Wort

Elternwünsche versus Lehrerbedürfnisse

Bei der Tagung des Landesbei- diese sich in den Sommermona- Schuljahr mit eingepackt wer-
rates der Eltern im April stellten ten so fleißig fortbilden und auf den, dann sind die Rucksackin-
sich Elternkandidaten für den die Schule vorbereiten. Das mei- halte eine Gewähr für ein gutes
Landesschulrat mit folgenden Ar- nen wir vom KSL. Maß an Schulqualität. Deshalb
gumenten vor: Wir Lehrerinnen und Lehrer wol- brauchen wir die Ferien. Wer-
Sie wollten sich einsetzen für len das neue Schuljahr mit ei- den diese gekürzt, dann fehlt
einheitliche Unterrichtszeitmodel- nem voll gepackten Rucksack das eine oder andere im Ruck-
le. Es ginge so nicht mehr weiter, beginnen. Nach einer verdienten sack.
wenn von den drei Kindern in der Erholungspause packen wir in Auch die Schülerinnen und
Familie eines am Samstag Schu- den Rucksack viele neue Ideen Schüler brauchen Erholung und
le hat, das andere noch unter- und Vorhaben, welche wir in den nötigen Abstand von der
richtsfrei nach der Osterferien- zahlreichen Kursen und Semina- Schule. Nur wenn sie ausrei-
woche und das dritte Kind eine ren gesammelt haben. Dann pa- chend Distanz zur Schule erle-
freie Brücke zwischen den Feier- cken wir noch einen effizienten, ben, können sie sich wieder auf
tagen. Familie ließe sich nicht gut durchdachten und fertig kon- die Schule freuen. Nichts nährt
mehr leicht organisieren, deshalb struierten Stundenplan, sodass die Motivation zum Lernen
ist Einheitlichkeit wieder gefragt. der Unterricht ab dem ersten mehr als wieder gewonnene
Sie wollten sich auch stark ma- Schultag schon gut funktioniert. Lust auf Schule, bei Kindern
chen für die Verkürzung der Außerdem kommt in den Ruck- und Lehrern.
Sommerferien, denn es werde sack noch die Planung der Pro- Verständlich, dass Eltern aus
zunehmend schwieriger, die Kin- jekte, der Wahlfächer und des Arbeitsgründen oft Schwierig-
derbetreuung für die „zu langen“ Wahlpflichtbereichs. Ganz schön keiten haben, den Alltag ihrer
Sommerferien zu organisieren. voll der Rucksack, und wenn Kinder mit „Beschäftigung“ ab-
„Keine Sommerbeschäftigung dann noch eine gute Portion zudecken. Schule ist aber mehr
hat die Qualität der Schule“, Elan und Lust auf das neue als eine „Kinderbewahranstalt
meinte die Elternkandidatin und mit Beschäftigungstherapie“.
deshalb sollte die Schule im Und Kinder haben ein Recht auf
Herbst früher beginnen. sorgsamen Umgang mit ihrer
Ein Kompliment für die Schule? Zeit des Wachsens und Entfal-
Sicher, aber Schule funktioniert tens.
halt eben auch deshalb so gut,
weil im September von Lehrerin- Bald geht es ab in hoffentlich
nen und Lehrern ein gutes erholsame Ferien und in eine
Schuljahr geplant wird und weil Zeit des Auftankens und Kraft-

Versand Postabonnement Art. 2, Komma 20/c, Gesetz 662/96, Bozen – erscheint zweimonatlich
Die Bundesleitung informiert

INHALT

Pädagogische Großtagung 2

KSL-Jahresversammlung 3-5 Pädagogische Großtagung 2010


2010

Unterricht aktuell 6-7 des KSL und ASM


Sportunterricht in der Grund- 7
schule
Donnerstag, 2. September 2010
Oberstufenreform 8

Lehrer/innen-Berufsbild 9 Bozen, 9.30 Uhr im Neuen Stadttheater


Brixen, 15.30 Uhr im Forum
Nationaler Schulrat 10

CLÖ-Delegiertentagung 11
Thema:
Termine zum Vormerken 12

Rückblicke 13-15
Was gilt heute?
Bischofsmesse in Tscherms 16 Gedanken über eine Welt
der Werte

Referent:
Peter Frey
Er ist seit dem 1. April 2010 Chefredakteur des ZDF.

Aufgrund der zahlreichen


Neues Stadttheater, Bozen
Teilnahme an den vergan-
genen Großtagungen wird
die Veranstaltung heuer
an zwei Standorten ange-
boten, in Bozen für die
westliche Landeshälfte
(vormittags) und in
Brixen für die östliche
Landeshälfte
(nachmittags).
Die Geschäftsstelle des KSL
hat folgende Öffnungszeiten:
Forum - Saal Prishna, Brixen
Montag bis Freitag Durch die Zweiteilung der
immer vormittags Veranstaltung ist es mög-
lich die Veranstaltungsor-
von 8.30 bis 12.00 Uhr
te mit öffentlichen Ver-
kehrsmitteln zu erreichen.
Dienstag & Donnerstag

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KSL – Jahresversammlung 2010

Einen symbolträchtigen Tag hatte sich der KSL für seine Jahresversammlung 2010 ausgewählt, nämlich den 19. März, an
dem immerhin der heilige Josef im Kalender steht. Ob es nun der Landespatron war, der diesmal ausnahmsweise viele
Vertretungen aus allen Bezirken des Landes nach Bozen lockte oder vielleicht doch Diözesanbischof Karl Golser als
„Stargast“ dieser Jahresversammlung, sei dahingestellt, jedenfalls hatte sich der große Saal im Bozner Kolpinghaus nahe-
zu bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Versammlung eröffnet wurde.

An deren Beginn stand auch diesmal ein kurzer besinnlicher Einstieg, nannte, nicht vernachlässigt werden dürfe. In diesem Zusammenhang
den die geistliche Begleiterin des KSL, Sonja Reinstadler Rossi, nicht nur wurde auch die Frage nach der Moral nicht ausgespart, und der Bi-
besinnlich, sondern auch sinnvoll zu gestalten wusste. In einer gleichnis- schof, der bekanntlich ein anerkannter Moraltheologe ist, betonte
haften Geschichte wurde verdeutlicht, dass es im Leben beides gibt: nicht nur die Daseinsberechtigung von Moral als Grundlage sittlichen
Steine und Diamanten, dass sich aber oftmals nicht nur ausschließlich Handelns, sondern er unterstrich auch deren fundamentale Wichtig-
die Diamanten als wertvoll erweisen, sondern auch die einfachen Steine, keit im Leben der Menschen. Allerdings räumte er gleichzeitig ein,
die ihren Wert nicht durch oberflächliches Glitzern und Strahlen, sondern dass Moral und (religiöse) Werte sozusagen kein “kirchliches Mono-
vielmehr in weniger auffälligen Qualitäten, wie etwa in ihrer Beständigkeit pol“ mehr darstellen, mehr noch, dass „Religion und Kirche progres-
offenbaren. Als Erinnerung durfte sich jede/r ein Säckchen mit ih- siv an Bedeutung verlieren“, nicht zuletzt auch deshalb, weil eine
ren/seinen persönlichen Edel-Steinen mitnehmen. Vielzahl von Alternativen zur Verfügung stehen. Daraus ergibt sich
wiederum die starke Bedeutung von Bildung, um sich in der
„Artenvielfalt der Werte“ zurechtfinden zu können, aber auch um dem
Moderator Luis Mahlknecht begrüßte daraufhin neben den zahlreich grassierenden Individualismus, dem damit verbundenen Verlust von
erschienenen KSL-Mitgliedern auch eine ganze Reihe von Ehrengästen, Identität sowie der Vereinsamung und Sprachlosigkeit trotz der Kom-
darunter den bereits erwähnten Bischof Karl Golser, die Schullandesrätin munikationsmöglichkeiten mit der ganzen Welt entgegen zu wirken.
Sabina Kasslatter Mur, Schulamtsleiter Peter Höllrigl sowie die für das
Freiheit und Brüderlichkeit, diese berühmten Schlagworte aus der Zeit
Schulwesen zuständige Bozner Stadträtin Gretl Rottensteiner. Bezirksob-
der französischen Revolution stellte Bischof Karl Golser in einen neu-
frau Dagmar Holaus war in Vertretung des Katholischen Tiroler Lehrer-
en Zusammenhang, und zwar vor den Hintergrund einer christlich
vereins KTLV eigens aus Osttirol angereist, während Christoph Buratti
geprägten Ethik, die nicht nur die Welt als Schöpfung, sondern auch
und Hans Clementi den ASM vertraten. Der Landessekretär der Schulge-
den Menschen als Geschöpf Gottes achtet und respektiert. Gleichzei-
werkschaft SGB-CISL, Hubert Kainz, zeigte ebenfalls mit seiner Anwe-
tig mahnte er aber auch Glaube, Liebe, Hoffnung als Motivation für
senheit seine Verbundenheit mit dem KSL.
pädagogisches Handeln an und er forderte eine „Globalisierung der
Solidarität“ ein. „Der Weg geht über das Vorbild“ meinte der Bischof
Gleich nach der offiziellen Begrüßung kam es bereits zum ersten Höhe- und er nannte Mutter Teresa, die vor 100 Jahren geboren wurde, als
punkt dieser Jahresversammlung, nämlich zum Referat von Bischof Karl nachahmenswertes Beispiel konkret gelebter Solidarität.
Golser, das er unter das Thema „Bildung und christliche Ethik“ gestellt Bischof Golser schloss seine Ausführungen mit einer Geschichte, in
hatte. Die anwesenden Schulleute waren sich wohl mit Moderator Luis der ein weiser Rabbiner seine Schüler fragt „Wann weicht die Nacht
Mahlknecht darin einig, dass es einem Lehrerverband, der das „K“ im dem Tag?“ und gleich selbst die Antwort gibt, die sinngemäß so lau-
Namen führt, ein Anliegen ist, wenn der höchste kirchliche Repräsentant tet: „Nicht in der Pracht eines Sonnenaufgangs, sondern wenn du in
unseres Landes seine Meinung aus christlicher Sicht zum Thema Bil- die Augen deines Nächsten sehen kannst.“
dung kundtut.
Der Bischof ließ sich auch nicht lange bitten und stellte gleich zu Beginn
Nach dem ebenso spannenden wie tiefgründigen Referat von Bischof
seiner Ausführungen klar, dass er den Sinn und die Hauptaufgabe von
Karl Golser, der übrigens das erste Mal „offiziell“ vor den Lehrern
Bildung nicht in der alleinigen Wissensvermittlung sieht, sondern vor
gesprochen hat, war es für die Schullandesrätin Sabina Kasslatter
allem darin, dass den Menschen „Antworten auf drängende Fragen“
Mur kein leichtes Unterfangen, in die „Niederungen“ der lokalen Bil-
gegeben werden. Bischof Golser skizzierte im weiteren Verlauf seiner
dungspolitik zurückzukehren. Geschickt nahm sie jedoch den Ball auf
Rede ein sehr aussagekräftiges Bild unserer Gesellschaft, die haupt-
sächlich auf Fortschritt und Individualismus ausgerichtet zu sein scheint. und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, ihrerseits einige Überle-
gungen zum Thema Bildung anzustellen. Ihrer Meinung nach zielt
„Aber“, so der Bischof, „Fortschritt kann nur Fortschritt sein, wenn er dem
Bildung hauptsächlich darauf ab, ein „reflektiertes Verhältnis zu sich,
Menschen dient“. Alle technischen Fortschritte und das ausgeklügeltste
zu anderen und zur Welt zu haben“. Dabei sei es wichtig, gleicherma-
technische Know-how können letztendlich die grundlegenden Sinnfragen
ßen Wissen, Kompetenzen und Werte zu vermitteln. Ausgehend vom
zum Leben, zum Leid, zum Tod nicht ausblenden. Bischof Karl meinte
allgemeinen Anliegen, Individuen zu fördern und zu Gemeinwesen zu
dazu, dass neben dem Know-how die „Bildung des Herzens“, wie er es

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formen, leitete die Landesrätin einen (weiteren) Auftrag für die Schule Mitgliederzahlen im Verband der GrundschullehrerInnen, die sich bei
ab, nämlich sinnstiftend zu wirken. Frau Kasslatter Mur sprach den 3.000 eingependelt haben (zwei Drittel im Schuldienst, ein Drittel im
Lehrerverbänden in diesem Zusammenhang Dank und Anerkennung Ruhestand), vermelden. Sie zeigte sich erfreut über die vielfältigen
aus, nicht zuletzt auch für die vielen Fortbildungsangebote, die wesent- Tätigkeiten in den KSL -Bezirken, die zurzeit „flächendeckend“ in ganz
lich dazu beitragen, die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Persönlichkeit Südtirol aktiv sind. Den Bezirksobleuten, ihren Mitarbeiterinnen und
wie auch in ihrer Professionalität stärken. Mitarbeitern sowie allen, die sich für den KSL einsetzen, dankte Sonia
Klotz Spornberger für ihre wertvolle ehrenamtliche Arbeit. Sie rief die
Die Landesrätin ging in ihrem Referat aber auch auf die neuen bil-
Kolleginnen und Kollegen im Land dazu auf, sich weiterhin für den KSL
dungspolitischen Herausforderungen ein. Trotz der Trendwende im
einzubringen und sich auch für eine Kandidatur im Hinblick auf die
Südtiroler Landeshaushalt, der heuer erstmals nicht mehr wachsen,
Neuwahl der KSL - Bundesleitung, die im November 2010 wiederum
sondern eher schrumpfen, aber trotzdem immer noch gut bestückt sein
fällig ist, zur Verfügung zu stellen.
wird, ist man zuversichtlich, dass der bestehende Stellenplan in den
Schulen im Wesentlichen gehalten werden kann. Bei der LehrerInnen- Die Verbandstätigkeit der KSL-Bundesleitung gründet sich auf vier
ausbildung sieht die Landesrätin im Bereich Kindergarten und Grund- tragende Säulen und dementsprechend gliederte sich auch der Tätig-
schule keine großen Probleme, wohl aber für die Kollegen der Mittel- keitsbericht der Vorsitzenden. Einen wichtigen Bereich bildet dabei die
und Oberschule, da eine zufriedenstellende Regelung der so genann- Vertretung des Berufsstandes bei der Landespolitik, der Schulverwal-
ten Spezialisierung und damit das Erreichen der Lehrbefähigung noch tung, bei Gewerkschaften, Lehrer- und Elternverbänden wie auch die
ziemlich in den Sternen steht. Vertretung der Lehrerschaft in der Öffentlichkeit und in den Medien.
Wie arbeitsintensiv allein dieses Tätigkeitsfeld ist, beweist schon die
Die anstehende Oberstufenreform, die sich derzeit im Fokus der Bil-
Auflistung der vielen Sitzungen und Treffen, an denen die Vorsitzende
dungspolitik befindet, wollte Landesrätin Kasslatter Mur als „Zeichnung
selbst oder Mitglieder der Bundesleitung teilgenommen haben. Dabei
einer neuen Bildungslandschaft“ verstanden wissen, die „aus der Per-
ist der KSL stets als kompetenter Gesprächspartner akzeptiert worden
spektive der jungen Menschen“ zu gestalten sei. Sie zeigte sich zuver-
und man hat auch einiges für die LehrerInnen und für die Schule er-
sichtlich, dass die Erfahrungen, die man bei der Reform der Unterstufe
reicht, zeigte sich die Vorsitzende zufrieden. Das zweite Standbein in
gemacht hat, bei der Bewältigung der neuen Aufgaben hilfreich sein
der KSL – Arbeit stellt nach wie vor die Zusammenarbeit mit Institutio-
werden.
nen und Verbänden dar. Dabei strich die Vorsitzende nicht nur die gute
Beziehung zur Gewerkschaft und zu befreundeten Verbänden in Öster-
Schulamtsleiter Peter Höllrigl sekundierte seinen beiden Vorrednern reich und Deutschland hervor, sondern auch die verschiedenen Dienst-
und griff seinerseits den Gedanken über die Bedeutung von Bildung leistungen und (Fortbildungs)Veranstaltungen, die der KSL gemeinsam
auf. Er konkretisierte diesen aber vor allem in Bezug auf die bevorste- mit dem ASM den Lehrerinnen und Lehrern im Land anbietet. Die Ar-
hende Oberstufenreform. Dabei brachte er ein bedeutungsvolles Bild beitsgruppen im KSL sorgen dafür, dass die Angebote des Verbandes
ins Spiel, indem er das Bildungssystem in Südtirol mit einem wunder- auch an der vielzitierten Basis ankommen, etwa im Bereich der Fortbil-
schönen Haus verglich. In diesem Haus gibt es verschiedene und auch dung, wo jedes Jahr ein attraktives und gern besuchtes Programm
höchst unterschiedliche Stockwerke, wobei aber bisher das Stiegen- erstellt wird, sowie bei den religiösen Angeboten, den Fahrten und
haus nahezu unberücksichtigt geblieben ist. Nun müsse man auch an Bildungsreisen und in der Redaktion von „ksl aktuell“. Die Verbandszei-
das Stiegenhaus denken und Verbindungen zu den einzelnen Stock- tung möchte die Vorsitzende in Zukunft allerdings verstärkt als interakti-
werken schaffen, damit „Bildung unter einem Dach“ Wirklichkeit werden ves Kommunikationsmittel genutzt wissen, was soviel heißt, dass sie
könne, so der Schulamtsleiter. Dabei sei es von großer Wichtigkeit, sich mehr Beiträge aus den Bezirken wünscht. Nicht zuletzt ist im KSL
dass man die notwendigen Diskussionen im Gegensatz zum übrigen auch eine äußerst rührige Pensionistengruppe aktiv, deren interessante
Staatsgebiet, wo aufgrund der Sparpläne der Regierung mit rigorosen Angebote nicht nur von den Kollegen im Ruhestand gern konsumiert
Stellenstreichungen zu rechnen ist, ohne Existenzangst führen könne. werden, sondern auch zunehmend Zulauf aus den Reihen der „Aktiven“
bekommen. Als vierte Säule in der Verbandstätigkeit bezeichnete Sonia
Klotz Spornberger die finanzielle Unterstützung der Fortbildung im
Den Dank von Schulamtsleiter Peter Höllrigl an die Adresse des KSL Ausland und von Tätigkeiten der Bezirke im Rahmen der geltenden
für dessen wichtige Arbeit im Tätigkeitsfeld Bildung und Schule nahm Kriterien, aber auch die finanzielle Hilfestellung bei in Not geratenen
die Vorsitzende Sonia Klotz Spornberger gerne und mit Freude entge- Kolleginnen und Kollegen. In diesem letzten Punkt sieht die Vorsitzen-
gen. Sie meinte, der KSL werde die Umbauarbeiten in den oberen de allerdings die Notwendigkeit gegeben, die Kriterien auf den Prüf-
Stockwerken des Bildungsgebäudes mit Interesse beobachten, eine stand zu stellen und gegebenenfalls anzupassen.
eventuelle Absicht, sich nach den Turbulenzen der Unterstufenreform Mit einem umfassenden Dank, besonders an die Landesregierung für
gemütlich zurücklehnen zu wollen, stellte sie jedoch entschieden in die großzügige Unterstützung der KSL – Tätigkeit, aber auch an die
Abrede. „Wir haben noch genug zu tun“, meinte die KSL – Vorsitzende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im KSL – Büro, in der Bundesleitung
und verwies etwa auf die anstehende Umsetzung der Rahmenrichtli- und in den Bezirken rundete die Vorsitzende Sonia Klotz Spornberger
nien. Auf diese Aufgaben und auf die Herausforderungen, die die Be- ihren Bericht ab. Mit Blick auf die Zukunft meinte sie abschließend: „Der
wertung mit sich bringt, ging Sonia Klotz Spornberger vor allem im KSL sieht sich als Partner im Netzwerk des Südtiroler Bildungssystems.
ersten Teil ihres Jahresberichtes 2009 ausführlich ein. Dabei vertrat sie Aufmerksam und kritisch haben wir uns immer in der Schulentwicklung
einmal mehr die Meinung des KSL, wonach die beiden Eckpunkte Rah- eingebracht und sind auch gehört worden. [ ... ] Die Bildungspolitik wird
menrichtlinien und Bewertung einheitlich sein sollten, mit dem Ziel, sich nun vermehrt der Oberschulreform zuwenden. Wir werden auch
Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen, dass diese mit Interesse verfolgen und begleiten. Denn wir fühlen uns der
der Weg dazwischen aber durchaus unterschiedlich bzw. autonom gesamten Lehrerschaft Südtirols zugehörig und solidarisch und erstre-
verlaufen kann. ben eine gute Zusammenarbeit aller Partner innerhalb unserer Berufs-
Die KSL – Vorsitzende konnte auch diesmal durchwegs konstante gemeinschaft.“

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Die Bundesleitung informiert

der wunsch, dass die bezirke in der


Die stolze Bilanz des KSL, die sich sowohl im reichhaltigen Programm wie zeitung mehr präsent sein sollten,
auch in der vielfältigen Tätigkeit manifestiert, konnte Kassier Markus Kofler kommt von der bundesleitung
mit eindrucksvollen Zahlen untermauern. So werden beispielsweise nicht
somit erlaube ich mir einen kleinen
weniger als 132.595 € allein für die Lehrerfortbildung ausgegeben, wobei die
Landesbeiträge den Löwenanteil dieser Summe ausmachen. Aber auch die beitrag unter dem titel
Mitgliedsbeiträge können sich durchaus sehen lassen. Drei Euro gehen von – aus kindermund und kinderhand –
jedem Mitgliedsbeitrag in den Solidaritätsfonds, der, wie bereits erwähnt, für zu schreiben mit anekdoten von ver-
Kolleginnen und Kollegen in Not-, Krankheits-, Unglücks- oder Katastrophen- schiedenen schulstellen
fällen als finanzielle Soforthilfe zur Verfügung steht und als solche auch ge-
nutzt werden sollte.
schüler haben von tieren geschrieben
Dem Geschick des Tagungsleiters Luis Mahlknecht, aber auch der Disziplin der seeadler ist ein ge-
der Redner war es wohl zu verdanken, dass man trotz des umfangreichen
Programms mit der Jahresversammlung bereits vor dem angepeilten fährdeter greifvogel
„Endzeitpunkt“ fertig war. Der angekündigte Liedermacher Alfred Mair ließ ein seeadler brütet seit 50
sich mit seiner Ankunft noch etwas Zeit, möglicherweise aus Erfahrung mit jahren in den donauauen
anderen Versammlungen solcher Art. So musste der Moderator improvisieren, ein seeadler legt zwei eier
nachdem auch kein rechtes Bedürfnis für eine Diskussion aufzukommen
schien und einzig der Wunsch nach einer Fortsetzung der ehemals erfolgrei-
nach drei monaten können
chen Zusammenarbeit zwischen KSL und ASM mit großem Nachdruck depo- sie fliegen
niert wurde. So konnte Schulamtsleiter Peter Höllrigl die ihm zugedachte Rolle
des Blitzableiters getrost vernachlässigen. Die Verlosung von drei Tagesfahr-
ten vermochte hingegen die heitere Atmosphäre zum Schluss der Veranstal- der braunbär
tung nur noch zu verstärken, wobei Maria Caumo Figl, Alfred Wild und Mari-
anne Morin Prader als die glücklichen Gewinner des großen Loses gezogen der braunbär
wurden.
frisst bis er ge-
nug hat
Nachdem alle beim köstlichen Büffet in der „Tiroler Stube“ versammelt waren, danach können
hatte der inzwischen aus Gais eingetroffene Liedermacher und Religionsleh- die anderen bä-
rer Alfred Mair (der, nebenbei bemerkt, auch ein gefragter Referent bei den
Sprechseminaren des KSL ist) seine Gitarre gestimmt und gab nun einige ren kommen
Lieder seiner neuen CD „Stürmend durch die Zeit“ im wahrsten Sinne des der braunbär
Wortes zum Besten. Besonders das berührende lebte bei uns
Lied über Josef Mayr-Nusser, der (wie Mutter Te- bis mein großvater kam
resa) vor 100 Jahren geboren wurde und dessen
Todesjahr sich heuer zum 65. Mal jährt, vermochte
tief zu beeindrucken. Aber auch die heitere Note
kam in den Liedern von Alfred Mair nicht zu kurz mensch
und sie setzten einen harmonischen Schlusspunkt
über die KSL – Jahresversammlung 2010. in der religionsstunde erklärt der
herr pfarrer :
Paul Peter Niederwolfsgruber Maria Caumo Figl, Alfred Wild, Marianne Morin Prader der liebe gott hat den menschen
aus feuchtem lehm gemacht .
und fragt was hat er anschließend
getan
schüler sollten antworten : nach-
her hat er ihm die seele einge-
haucht
ein schüler hat nicht aufgepasst
und wird gefragt
antwort : nachher hat er ihn an
einen zaun gestellt zum trocknen

ludwig schöpf
A.E. Mair, Liedermacher

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Unterricht aktuell

Lernstörungen - Nadelöhr Schule


Am 24. Februar 2010 fand eine stark besuchte Tagung des Deutschen Schulamtes zu aktuellen Erkenntnissen und
Entwicklungen im Bereich der Lese-Rechtschreib-Störung, der Aufmerksamkeitsdefizitstörung und der Rechenstö-
rung statt. Drei anerkannte Fachleute referierten aus ihrem Fachgebiet. Waldemar von Suchodoletz, Leiter der Abtei-
lung für Entwicklungsfragen der Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, informierte zum neuesten Stand der Diagnostik, Ursachen
und Förderung bei Lese-Rechtschreib-Störung.
Petra Küspert, Lehrbeauftragte an der Universität Würzburg, sprach zum Thema Dyskalkulie kann man behandeln
und Kurt Czerwenka, Leiter des Instituts für Schul- und Hochschulforschung der Universität Lüneburg, berichtete
über Erscheinungsformen, Diagnostik und pädagogische Begegnungsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsdefi-
zitstörungen AD(H)S.

Was versteht man unter einer Lernstörung? Eine Lese-Rechtschreibstörung zeigt sich in der Schule als deutli-
Nach den international anerkannten Diagnosekriterien (ICD-10, che Beeinträchtigung der Entwicklung der Lese- und Rechtschreib-
2005) der Weltgesundheitsorganisation, werden Lernstörungen fähigkeit. Einige Kinder haben lediglich Schwierigkeiten im Bereich
durch das Vorliegen erwartungswidriger Minderleistungen im Be- der Rechtschreibung, während die Lesefertigkeiten durchschnittlich
reich des Lesens, der Rechtschreibung und des Rechnens definiert. ausfallen, so dass hier von einer isolierten Rechtschreibstörung
Die Leistung liegt dabei deutlich unter dem aufgrund des Alters, der gesprochen wird.
allgemeinen Intelligenz und der Beschulung erwartbaren Niveau. Die Probleme im Lesen zeigen sich bereits zu Beginn der Schulzeit
Der Begriff „Lernstörung“ lässt sich klar von einer Lernbehinderung durch Verzögerungen und Schwierigkeiten beim Erkennen von
oder einer Lernschwäche abgrenzen. Buchstaben. Betroffen sind das Leseverständnis, die Fähigkeit,
Lernschwächen treten nur in konkreten Situationen unter bestimm- gelesene Worte wieder zu erkennen und laut vorzulesen. Es treten
ten Bedingungen auf und müssen deshalb auch in diesen Situatio- Lesefehler wie Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen
nen analysiert und charakterisiert werden. Erst eine ungenügende von Worten oder Wortteilen und Vertauschen von Wortteilen im
Passung der Voraussetzungen des Lernenden mit den Lernanfor- Satz auf. Besonders auffällig ist eine deutlich reduzierte Lesege-
derungen führt dazu, dass Schwierigkeiten auftreten und sich ver- schwindigkeit. Insgesamt beansprucht der Leseprozess sehr viel
festigen (Schulz 1994, S. 6-7). Anstrengung und Aufmerksamkeit. Die Rechtschreibprobleme sind
Während bei einer Lernbehinderung eine umfängliche, langdauern- charakterisiert durch Umstellung der Buchstabenreihenfolge, Aus-
de und schwerwiegende Beeinträchtigung des Lehr-/ lassungen oder Einfügungen von Buchstaben im Wort, Regelfehler
Lerngeschehens vorliegt, versteht man unter einer Lernstörung eine (z.B. Missachtung der Groß/Kleinschreibung, Buchstabenverdop-
Beeinträchtigung der Lernprozesse in einem enger begrenzten pelung oder Dehnung) und Wahrnehmungsfehler (z.B. Verwechs-
Bereich. Erlebt ein Kind in der Schule laufend Misserfolge und wer- lungen von Lauten wie d/t, b/p oder g/k).
den dadurch seine Zuversicht und seine Freude am Lernen emp- Kennzeichnend für die Rechtschreibprobleme sind weniger typische
findlich geschwächt, dann kann sich eine Lernstörung zu einer Fehler als vielmehr eine große Anzahl von Fehlern. Dabei zeigt sich
Lernbehinderung ausweiten und verfestigen. oftmals eine Fehlerinkonstanz, d.h. ein Wort wird immer wieder
unterschiedlich falsch geschrieben.
Lese- Rechtschreibstörung
Ursachen- Diagnostik – Förderung Fazit des Referenten Suchodoletz
Viele Ursachen sind für die Legasthenie denkbar, von den Genen  Eine LRS ist ein erhebliches Entwicklungsrisiko.
bis zur Unterrichtsmethode. Die Ursachenforschung beginnt im  Eine Therapie ist dringend erforderlich.
Erbgut. Auf ein Gen im Chromosom 15, das mit der LRS in Verbin-  Voraussetzung für eine Therapie ist eine ausführliche Diagnostik.
dung gebracht wird, stieß 2003 der Molekularbiologe Juha Kere an  Bausteine einer Behandlung
der Universität Helsinki. Dieses bestimmte Gen wirkt offenbar auf  Gezielte Lese- und Rechtschreibförderung
die Gehirnfunktion ein, um Bedeutung tragende Laute unterschei-  Psychische Stabilisierung
den zu können. Auch auf Chromosom 6 suchen Forscher geneti-  Optimierung des Umfelds
sche Auffälligkeiten. Mithilfe der Kernspintomographie konnte be-
reits nachgewiesen werden, dass bei Legasthenikern bestimmte Der Unterricht für Kinder mit einer Lese- Rechtschreibstörung muss
Areale der linken Gehirnhälfte eine niedrigere Aktivität aufweisen, expliziter sein. Mit anderen Worten, Kinder mit Lesestörungen müs-
als bei Menschen ohne Leseschwäche. An dieser Stelle verarbeitet sen gezielt in all den Dingen unterrichtet werden, die sie brauchen,
das Gehirn Klänge. Probleme beim Erkennen von Lauten und Rei- um gute Leser zu werden. Expliziterer Unterricht bedeutet für die
men oder das Heraushören von Lauten in einzelnen Wörtern, gehö- Lehrer nicht nur, dass sie mehr Zeit investieren müssen, sondern
ren zu den Symptomen der Legasthenie. auch, dass sie bessere Kenntnisse über Lernprozesse und Sprache
Im Vergleich zu nicht legasthenen Kindern, so das Ergebnis einer benötigen. Der Leseunterricht für Kinder mit Störungen muss nicht
Studie, die der Psychologe Uwe Tewes von der Medizinischen nur expliziter, sondern auch intensiver sein. Ein intensiverer Unter-
Hochschule Hannover 2003 machte, zeigten Legasthenie- richt ist nicht nur deshalb wichtig, weil Kinder mit Lesestörung mehr
Betroffene auch deutliche Schwächen in ihren Basisfertigkeiten. Zeit brauchen, um diese Fertigkeit zu erlernen, sondern setzt auch
Nach verschiedenen Studien sind ca. 4% bis 8% der Schüler von voraus, dass mehr Dinge direkt vom Lehrer vermittelt werden
einer Legasthenie betroffen.

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Unterricht aktuell

müssen. Wird der Leseunterricht für Kinder mit Lesestörungen Therapieangebote ohne spezifische Wirksamkeit
gegenüber dem normalen Unterricht nicht intensiviert, werden die  Training psychischer Basisfunktionen
betroffenen Kinder in ihrer Leseentwicklung zwangsläufig hinter  (auditiv, visuell, kinästhetisch, motorisch ..)
ihren Altersgenossen zurückbleiben. (Torgesen, 2004).  Körperorientierte Verfahren
 (Reflex-, KISS- Therapie, Osteopathie, Edu- Kinestetik)
Grundprinzipien effektiver LRS- Förderprogramme  Medikamente, Homöopathie, Diäten…
 Training schriftsprachrelevanter (Teil)Fertigkeiten  Psychotherapie, tiergestützte Verfahren (erreichen psychische
 Vermittlung von rechtschreib- bzw. leserelevanten Lernstrategien Stabilisierung, aber keine unmittelba-
 Erhöhung von Lernmotivation und Selbstwertgefühl re Verbesserung von Lesen und
Schreiben)
Charakteristika effektiver LRS- Förderprogramme  Nicht lerntheoretisch orientierte Pro-
 Orientierung an den Stufen des Schriftspracherwerbs gramme (z.B. Davis-Methode, NLP)
 Vermittlung von Einsichten durch Verbalisierung
 Berücksichtigung heilpädagogischer Prinzipien Über neue Erkenntnisse zu Rechen-
 Abstimmung auf den individuellen Leistungsstand schwäche und AD(H)S,
 aktive Beteiligung Erscheinungsformen, Diagnostik und
 Untergliederung in kleine Schritte Pädagogische Begegnungsmöglich-
 unmittelbare Verstärkung keiten wird im nächsten ksl-aktuell ein-
 häufiges Wiederholen gegangen.
Helga Pircher

Politiker und Verwalter hatten ihren sen – aller Voraussicht nach zu ver-
medialen Auftritt. Basierend auf einer gleichbaren Resultaten führen. Womit wir jedoch schnellstens begin-
Befragung durften sie der breiten nen können und müssen: Wir brau-
Vielleicht sind wir in den nächsten chen ein verbessertes Konzept der
Öffentlichkeit verkünden, dass es mit
Jahren soweit, die bisherige, ganz- Lehrerausbildung. Die Anforderungen
dem Sportunterricht an Südtiroler
heitliche Ausrichtung der Grund- für den Unterricht in der Grundschule
Grundschulen nicht zum Besten ste-
schule zeigt erste Auflösungsszena- sind enorm gestiegen und die Leh-
he.
rien und muss Platz machen dem rerausbildung muss endlich damit
Fachunterricht, d.h. dem Fachexper- Schritt halten, im Idealfall Entwicklun-
Was brachte diese Studie nun wirk- ten? gen sogar vorwegnehmen. Eine Re-
lich an neuen Erkenntnissen? Dass form der Lehrerausbildung ist überfäl-
der Sportunterricht in der Schule und lig, zu viele Bereiche decken derzeit
Dies, obwohl namhafte Pädagogen
insbesondere in der Grundschule die Fortbildung, verschiedene Projek-
und Psychologen davor warnen und
von vielen als wichtig empfunden te und das persönliche Interesse am
wiederholt die Notwendigkeit einer
werde, dass Grundschullehrperso- Sport ab, das reicht auf Dauer nicht
ganzheitlichen und fächerübergrei-
nen keine ausgebildeten Sportpäda- aus. Die Erhebung zum Sportunter-
fenden Ausrichtung allen Unterrich-
gogen sind, dass die Rahmenbedin- richt in der in der Grundschule belegt
tes in der Grundschule fordern. Nach
gungen für einen gelingenden Sport- dies eindeutig.
ihren Überzeugungen, bzw. wissen-
unterricht, wie Turnhallen und Sport-
schaftlichen Erkenntnissen ist erst
geräte nicht an allen Schulen in aus-
mit zunehmendem Schulalter ein Roland Thaler
reichendem Maße verfügbar sind.
erweiterter Fachunterricht für Schü-
Wen wundert es da noch, wenn die
lerinnen und Schüler vertretbar.
Zufriedenheitsbilanz mit dem Sport-
unterricht in der Grundschule auch
von vielen Insidern – sprich Lehrper- Zumal obige Erhebung auf diese
sonen und Direktoren – eher be- Grundkonzeption unterrichtlichen
scheiden ausfällt. Handelns in der Grundschule nicht
Streng genommen, brachte die Erhe- eingeht und diese nicht mitdenkt,
bung zum Sportunterricht kaum Neu- bleiben die Ergebnisse oberflächlich,
es und eine ähnlich aufgebaute Un- sie animieren womöglich zu media-
tersuchung in den Fachbereichen len und anderen unüberlegten
Musikerziehung, Technik, Kunst Schnellschüssen und schädigen
usw., würde – nachhaltig auch gut geleistete Arbeit
im Bereich Sport und Bewegung an
unterstützt von interessierten Krei- vielen Grundschulen Südtirols.

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Kurzer Überblick über die Oberstufenreform Das Wort zum Mitdenken

Alle reden davon, doch kaum jemand kennt die Inhalte, welche die Und da waren sie wieder – mehrere an der Zahl – die
Reform vorsieht. Deshalb wird hier ein Überblick über die staatliche Ereignisse, die aufhorchen ließen, die uns den Atem
Neuordnung aufgezeigt. nahmen, die uns verstummen ließen, die uns zum
Innehalten aufforderten: Das tragische Zugunglück, die
Anlässlich der Frühlingstagung des Landesbeirates der Eltern infor- Aschewolke und die Ereignisse in der Katholischen
mierten Landesrätin Sabina Kasslatter Mur und Schulamtsleiter Pe- Kirche.
ter Höllrigl über die bevorstehende Oberstufenreform. Sie erläuterten
die Grundzüge der Reform, wie sie derzeit bekannt sind. Viele Kommentare, viele Bedenken, viele Meinungen,
Ängste und auch Unverständnis. Ohne Worte stand
Demnach sind in Zukunft nur mehr drei Schultypen vorgesehen: auch ich vor einigen Tagen vor dem Fernseher und
 Gymnasien, sah fassungslos auf die Bilder aus dem Vinschgau.
Das war nicht zu glauben – zu verstehen! So etwas
 Fachoberschulen und gibt es in Indien, in Russland , in Amerika, aber doch
 Berufsbildende Schulen. nicht hinter meiner Haustür. Hilflos und ohnmächtig
sah ich auf den Bildschirm.
„Hoffentlich kenne ich niemanden von den Opfern“,
Bei den Gymnasien sind 6 Typologien vorgesehen: Klassisches
kam mir in den Sinn. Auch mein Gehirn war scheinbar
Gymnasium, Realgymnasium, Sprachengymnasium, Humanwissen-
nicht fähig, einen sinnvollen Gedanken zu fassen. Als
schaftliches Gymnasium (Pädagogisches), Kunst- und Musikgymna-
ob es nicht egal wäre, ob mir die Opfer bekannt oder
sium.
unbekannt sind. Aber man ist geschockt und hilflos.
Das Gymnasium besucht, wer ein Universitätsstudium anstrebt.

Was also tun dafür – dagegen? Ich


Es soll 2 Typologien der Fachoberschulen geben. habe spontan meine Heilige-
1. Fachoberschulen für Wirtschaft mit 2 Fachrichtungen: Antonius- Kerze angezündet und
gebetet. Das hilft mir immer! Mir und
Verwaltung, Finanzwissenschaften und Marketing hoffentlich allen, die betroffen sind!
Tourismus Und das ist auch das einzige, was
ich in diesen Momenten tun konnte.
2. Technologische Fachoberschulen mit 9 Fachrichtungen: Am nächsten Tag in der Schule
a. Maschinenbau, Mechatronik und Energie waren es meine Kinder der fünften
Klassen, die ganz spontan den
b. Transport und Logistik Wunsch äußerten – wir wollen beten!
c. Elektronik und Elektrotechnik Ich habe sechzig Kinder in den fünften Klassen, ich
habe sechzig verschiedene Gebetsaussagen von
d. Informatik und Telekommunikation
meinen Schülern gehört. Eine davon lautete: „Ich
e. Grafik und Kommunikation möchte beten für alle Menschen, die einen Toten oder
f. Chemie, Materialkunde, Biotechnologien Verletzten zu beweinen haben und auch für alle, die
ihr Leben eingesetzt haben, um zu retten. Ich habe
g. Mode großen Respekt vor ihnen.“ Mehr ist nicht hinzu zu
h. Landwirtschaft und Agrarindustrie fügen!
i. Bauwesen und Umwelt
Die Fachoberschulen sollen einen Bezug zum Arbeitsmarkt haben, Für mich war einige Tage später der Moment gekom-
ermöglichen aber auch ein Universitätsstudium in einem speziellen men, über das Geschehen nachzudenken. Meine
Fachbereich. Schlussfolgerung war: „Bedenke, Mensch, dass du
Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst“ (Text aus
der Achermittwoch-Liturgie). Jeder Tag kann dein
Die berufsbildenden Oberschulen (bisher Berufsschulen – ohne letzter sein – und ER allein entscheidet, wann das ist –
Lehre, also nur Vollzeitangebote – und Lehranstalten) unterscheiden also lebe so als wäre jeder Tag dein letzter. Lass keine
sich in 2 Typologien: Sekunde deines Lebens ungenutzt und lebe gut für
dich und deine Mitmenschen und sei DANKBAR für
1. Berufsbildende Oberschulen für Industrie und Handwerk jeden Moment deines Lebens, den du leben darfst!
2. Berufsbildende Oberschulen für Dienstleistungen mit insgesamt
5 Fachrichtungen:
In diesem Sinne wünsch ich euch gute Le-
Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes benszeit – für noch lange Zeit!
Instandhaltung und technische Wartung

Seite 8
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Lehrerinnen- und Lehrerberufsbild

Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bayern, in der Schweiz, in Österreich und in Südtirol

Im Rahmen einer Seminarfolge zum Berufsbild sind je ein Referent aus Bayern, aus der Schweiz und aus Österreich ein-
geladen worden.

Bayern Schweiz

Die Referentin Simone Fleischmann, Mitarbeiterin im Bayrischen Beat Zemp, Bundespräsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen
Lehrerinnen- und Lehrerverein, BLLV, stellte den Beschluss der und Lehrer, LCH, beschrieb in seinem Referat das Lehrerberufsbild in der
Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2000 vor, nach welchem das Schweiz: „Die Lehrpersonen in der Schweiz genießen ein hohes Ansehen
Lehrerbild folgendermaßen definiert wird: in der Öffentlichkeit, beziehen im europäischen Vergleich ein gutes Gehalt,
leisten aber auch eine hohe Stundenverpflichtung (30 Unterrichtsstunden
Lehrer sind Fachleute für das Lernen
pro Woche). Deshalb entscheiden sich zwei Drittel der Lehrpersonen aus
Lehrer haben eine Erziehungsaufgabe psychohygienischen Gründen für die Teilzeitarbeit.“
Lehrer üben ihre Beurteilungsaufgabe aus Laut einer Studie gibt es in der Schweiz eine hohe Berufszufriedenheit.
Lehrer entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter Ihr Berufsleitbild ist in 10 Standesregeln festgeschrieben:
Lehrer beteiligen sich an der Schulentwicklung 1.Erfüllung des Bildungsauftrages
Lehrer unterstützen die interne und externe Evaluation
2.Professionelle Unterrichtsführung
Lehrer können Unterstützung erwarten von der Öffentlichkeit, den
Eltern, der Wirtschaft, den Hochschulen, den Medien und der Politik 3.Mitwirkung im Schulteam
Die Achtung und Anerkennung ihres Berufes und ihrer Tätigkeit in 4.Qualitätssicherung und –entwicklung
der Gesellschaft sind entscheidende Voraussetzungen, damit Lehre-
rinnen und Lehrer ihre schwierige Aufgabe bewältigen können. 5.Führung und Verantwortung
6.Zusammenarbeit mit den Partnern
Südtirol 7.Vertraulichkeit
8.Einhalten von Vorschriften
hat das Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrer in einer Broschüre,
welche von den Lehrerverbänden ASM und KSL im Jahre 2007
herausgegeben wurde, festgeschrieben, zum Zwecke folgender
Zielsetzungen: Österreich

 Zur Klärung der beruflichen Identität


Laut Ausführungen des Referenten Prof. Johann Behofer, Dozent an der
 Zur Stärkung der Professionalität Pädagogischen Hochschule Burgenland, beschäftigt die österreichische
 Zur Orientierung für die Evaluation der eigenen Arbeit Schule zurzeit vorwiegend die Einführung der Einheitsmittelschule. Diese
Problematik spaltet Politik und Gesellschaft. Die Lehrerinnen und Lehrer
 Zur Aufwertung des Lehrerberufes in der Öffentlichkeit fühlen sich von der Politik eingeengt und wünschen sich mehr Gestal-
 Zur Orientierung für die Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung tungsfreiraum und Anerkennung in der Gesellschaft.
Der große Mangel an Junglehrern könnte sich in Zukunft negativ auf die
Schulqualität auswirken. Eine Reform jagt die nächste, wobei der Referent
Die Broschüre beschreibt die Tätigkeiten und Aufgaben der Lehrper- bemängelt, dass die humanistische Grundlage des europäischen Men-
son, ihre grundlegenden Kompetenzen, persönlichen Haltungen und schenbildes der Würde und Freiheit in den Bildungsreformen nicht immer

Lehrersein ist keine Arbeit wie jede andere:

Nur in wenigen Berufen geht es um so schwerwiegende Risiken, wie schlechte Lehrer sie den ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schülern aufhal-
sen; nur für wenige Berufe ist so viel Großmut, Moral, Engagement und vor allem Begeisterung und Hingabe nötig. Nur wenn die Politik intensiv ver-
sucht, für diesen Beruf die Besten zu gewinnen und zu fördern, jene Männer und Frauen von Format, deren Lob in den Bildungssystemen aller Län-
der und Zeiten gesungen worden ist, wird sie den Beruf des die Jugend Bildenden zu dem machen können, was er sein soll: Zum ersten unter den
Berufen.

Das College de France

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Neues aus dem Obersten Schulrat

An der anstehenden Oberschulreform bzw. Oberstufenreform wird In der Vollversammlung dieses Gremiums am 27. und 28. April wurden
zurzeit eifrig gebastelt. Immerhin soll sie ja bereits ab dem kommen- den Rahmenrichtlinien für die Grund- und Mittelschule der Provinz
den Herbst italienweit umgesetzt werden (in Südtirol ist es dann ein Trient ein positives Gutachten erteilt. Einige wesentliche Merkmale
Jahr später soweit). Dr. Franz Josef Oberstaller, Südtirols Vertreter im sind die Einteilung in 4 Biennien, 26 Wochenstunden in der GS mit 4
Obersten Schulrat, informiert uns dankenswerterweise regelmäßig zusätzlichen Stunden als Angebot zur freien Wahl, 30 Stunden in der
über die Arbeit des Gremiums. Es gibt eine Menge zu tun, weiß er zu MS, wovon 3 Stunden Pflichtwahlfächer sind, die zentrale Stelle der
berichten, etwa bei der Neueinteilung der Wettbewerbsklassen, die Fächer Italienisch und Mathematik sowie die 2 Fremdsprachen Deutsch
auch eine akzeptable Lösung für die „überzähligen“ Lehrpersonen mit und Englisch.
sich bringen soll. Vor dem September 2010 müssen noch die Dekrete
zu den Wettbewerbsklassen, die Einrichtung und Aktivierung von Dann wurde das Gutachten der Rahmenrichtlinien für die Gymna-
Fachrichtungen, die Rahmenrichtlinien für die Gymnasien und die sien vorbereitet. Dabei wurden folgende kritische Punkte angeführt:
Richtlinien für die Fachoberschulen und Lehranstalten geregelt bzw.
verabschiedet werden. Dazu sind noch viele Details offen und einige
kritische Punkte zu klären. Die Information der Eltern soll jedenfalls Die staatlichen Rahmenrichtlinien ähneln zumindest teilweise noch tradi-
mithilfe von Broschüren und auch über das Internet erfolgen. tionellen Lernprogrammen. Eine genauere Festlegung der Schlüssel-
kompetenzen am Ende des 1. Bienniums der Gymnasien zur Erfüllung
Wie strikt die Einsparungen im Personalsektor – geplant ist die Strei- der Schulpflicht wäre erstrebenswert. In allen Fächern sollten vor allem
chung von 84.000 Stellen - sein wird, muss sich noch zeigen, jeden- die zu erreichenden Kompetenzen angeführt werden anstatt der zu
falls scheint das Finanzministerium in dieser Angelegenheit einen bearbeitenden Themen. Es muss die Abstimmung mit den Fächern, die
konsequenten Kurs fahren und dem Unterrichtsministerium nur die bei der Staatlichen Abschlussprüfung zentral überprüft werden, erfolgen,
Summe abzüglich der „zwingenden“ Einsparungen überweisen zu wie auch die Abstimmung mit der vorausgehenden Mittelschule.
wollen.
Die RRL müssen im Lichte der Zielsetzung ‘Wissen – Fertigkeiten –
Die so genannte „zentrale, d.h. italienweit einheitliche Arbeit“ für den Kompetenzen’ und in dem insgesamt neu gezeichneten System der
Teil II der 3. schriftlichen Maturaarbeit in Südtirol wird es im kommen- Oberstufe gesehen werden.
den Juni noch nicht geben, nachdem das Ministerium der Meinung ist,
dass die Zuständigkeit der Prüfungskommissionen nicht geschmälert Die Beschreibung der Kompetenzen bleibt jedoch vielfach sehr vage,
werden darf. weil das Hauptaugenmerk auf das ‘Wissen’ gerichtet bleibt und
„Kompetenzen im eigentlichen Sinne handlungsorientiert sind“.
Die Amtsdauer des Obersten Schulrates wurde übrigens bis
31.12.2010 verlängert, sie geht nun in ihr 14. „Lebensjahr“. Dies ist ein kurzer Ausschnitt aus dem Gutachten des Obersten Schul-
rates zu den RRL für die Gymnasien.

Der ASM hat eine neue Führungsspitze.

Bei der ASM-Jahresversammlung Die KSL-Bundesleitung lud den ASM- Wir gratulieren dem ASM-Vorstand
Anfang März legte Martina Adami Vorstand im April zu einem Treffen und wünschen viel Erfolg und Weit-
nach sechs Jahren Vorsitzende ihr ein. Ein zweites Treffen gab es erst blick für die zukünftigen Herausforde-
Amt nieder und ein neuer Vorstand kürzlich im Mai. Dabei wurden die rungen sowie eine gute Zusammen-
wurde gewählt. Nachdem sich an- Pädagogische Großtagung als ge- arbeit mit dem KSL.
fangs niemand für den neuen Vorsitz meinsame Veranstaltung des KSL
bereit erklärte, übernahm die bisheri- und ASM bestätigt und gemeinsame
ge Vize-Vorsitzende Maria Luise Wege in der Lehrerfortbildung getrof- Die Bundesleitung des KSL
Muther bis Herbst das Amt der Spre- fen.
cherin. Im April konnte sie sich aber
zur Übernahme der neuen Aufgabe
durchringen und ist nun die neue
Vorsitzende des Arbeitskreises
Südtiroler Mittel-, Ober- und Be-
rufsschullehrer/innen. Sie wird un-
terstützt von den Vorstandsmitglie-
dern Christoph Buratti, Christoph Har-
tung von Hartungen und Josef Prantl. Von links: Christoph
Dazu kommen die Bezirksvertreter Hartung von Hartun-
Monika Aufderklamm, Monika Laimer, gen, Maria Aloisia
Vinzenz Matzneller, Franz Lechner Muther, Christoph
und Frieda Pichler. Buratti, Josef Prantl

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Die christliche Lehrerschaft Österreichs trifft sich in Meran ZWISCHENRUF

Es hat bereits eine lange Tradition, dass sich In einer Schule in Meran stellt ein „übermotivierter“
die CLÖ, das ist die christliche Lehrerschaft Schüler (sagt man so politisch korrekt richtig?) einer
Österreichs, um das Fest Christi Himmelfahrt Mitschülerin ein Bein. Die junge Frau fällt hin, ver-
herum zu ihrer jährlichen Tagung trifft. Dabei letzt sich. Da der Vorfall im Schulgebäude passiert
erörtern die Delegierten aus den österreichi- ist, berät der Klassenrat und bittet die Eltern des
schen Bundesländern grundlegende pädagogi- „Missetäters“ zur Kasse.
sche, aber auch schulpolitische Fragen.
Zu meinen Zeiten hätten mich meine Eltern noch
Nachdem Südtirol sozusagen als „10. Bundes- einmal ordentlich gerügt und mich wohl in einer
land“ immer mit von der Partie ist, hat es den anderen Form zusätzlich bestraft. Und dann still und
KSL heuer getroffen, den Gastgeber zu spielen. verschämt das Strafgeld bezahlt.
So fand die diesjährige CLÖ – Tagung also vom
12. bis zum 15. Mai im Kolpinghaus von Meran Doch im Jahr des Herrn 2010 laufen die Uhren wohl
– Obermais statt. Bei der Wahl des Tagungsthe- anders. Nicht der beinstellende Schüler sei schuld,
mas „Sprache öffnet Türen. Integration als Her- sondern die Schule, speziell die Lehrpersonen, die
ausforderung einer Schule für Schüler unter- ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen waren.
schiedlicher Muttersprachen“ hatte man nicht So die absurde Interpretation der Eltern, die sich
nur auf die politische und schulische Wirklichkeit dadurch vom Strafe-Zahlen drückten. Und damit alle
von Österreich, sondern auch auf jene von Süd- Last dem Lehrerteam aufhalsten. Was natürlich ein
tirol, das sich ja gerne als mehrsprachiges Land sehr bequemer Weg ist.
präsentiert, Bezug genommen. Für die Referate Man kann in diesem Zusammenhang nur von einer
hatte die CLÖ einige namhafte Referenten ge- verkehrten Welt sprechen. Begeht jemand einmal
winnen können, so etwa Prof. Dr. Robert Tanzmeister von der Uni Wien, Dr. Johannes eine gigantische Dummheit, so sollte er sich auch
Riedl, die Journalisten Dr. Martina Salomon und Dr. Gerhard Jelinek (bekannt auch als ORF der Folgen bewusst sein. Und diese auch tragen.
– Moderator) oder den Pantomimen Jean Jacques Pascal. Sie alle näherten sich dem gro- Denn die Frage muss man sich gefallen lassen:
ßen Themenbereich Sprache auf höchst unterschiedliche, manchmal auch auf recht eigen- Müssen denn Lehrpersonen wie Wachhunde hinter
willige Weise und eröffneten damit mitunter auch ungewöhnliche Perspektiven, die so man- den Schülern und Studenten her sein, jeden Schritt,
che Enge des schulischen Horizonts zu sprengen vermochten. jede Tat, jede Aktion im voraus ahnen und zu ver-
Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur, Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl und Inspektor Dr. hindern versuchen? Sollten hyperaktive Studenten
Josef Duregger gaben ihrerseits den Gästen aus Österreich interessante Einblicke in die in Zwangsjacken gesteckt werden? Ich kann mir den
Südtiroler (Schul)Realität. weltweiten Aufschrei vorstellen, würde man so eine
Maßnahme echt durchsetzen. Wahrscheinlich käme
Das KSL-Organisationsteam rund um Sonia Klotz Spornberger und Helmut Kiem versuchte der erste Protest sicherlich aus der Ecke der Eltern,
auch beim Rahmenprogramm eine erlesene Auswahl der kulturellen Vielfalt von Südtirol mit die jetzt der Institution Schule die ganze Schuld
einem bewussten Blick auf das Fremde zu vermitteln, zum Beispiel beim Begrüßungsabend auflegen möchten.
mit Volksmusik und „Korrnrliadern“. Aber auch die Artenvielfalt in den Gärten von Schloss
Trauttmansdorff oder ein historisch-literarischer Spaziergang durch die Stadt Meran waren In Brixen hatte man vor einiger Zeit in einer Art
im Angebot. Der gemeinsame Gottesdienst mit Bischof Dr. Karl Golser in der Pfarrkirche Überreaktion auf einen ähnlichen Fall sämtliche
von Meran bildete gewissermaßen den religiösen Kernpunkt der Tagung, während der Emp- schulbegleitende Tätigkeiten, Ausflüge und Besichti-
fang durch Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder sicher als das gesellschaftliche Ereignis gungen gestrichen. Was ich auch als absurd einstu-
dieser Veranstaltung gelten konnte. fe, denn die große Mehrheit der „braven und unprob-
lematischen“ Schüler verdient es nicht, wegen eini-
Sowohl Franz Fischer, der seit einem Jahr zusätzlich zu seinem Amt als Schulinspektor von ger Querdenker „bestraft“ zu werden.
Eisenstadt (Burgenland) auch die Funktion des CLÖ-Vorsitzenden bekleidet, als auch die
KSL-Vorsitzende Sonia Klotz Spornberger meinten übereinstimmend, dass das Thema Was nötig ist, ist indes eine andere Haltung in der
„Sprache“ sicherlich „gut zu Südtirol passt“, nachdem das Land sowohl sprachlich als auch Elternschaft. Die Schule ist nicht immer an allem
kulturell eine bedeutsame, wenn auch nicht immer ganz unproblematische Entwicklung schuld und darf nicht das kitten, was Elternhäuser
aufzuweisen hat. Die österreichischen Kolleginnen und Kollegen sehen diesen ganzen Be- zerbrochen haben. Manchmal ist ein „Mea culpa“
reich natürlich mehr vor dem Hintergrund der Diskussion um die Reizthemen von Migration zielführender als das sture Beharren auf angebliche
und Integration. Der CLÖ-Vorsitzende bemerkte dazu: „Wir haben in Österreich sehr viele Kinderrechte. Denn ab und zu leisten sich auch
bildungsferne Schichten. Die Frage, was Sprache alles bewir- Schüler und Studenten Fehltritte. Das sollten Frau
ken kann, ist besonders für uns Pädagogen eine ganz beson- Mama und Herr Papa
ders wichtige und wir müssen Antworten darauf finden. Deshalb bitte auch einsehen!
gilt es, in dieser Hinsicht auf eine verstärkte Professionalisie-
rung von Lehrerinnen und Lehrern hinzuarbeiten.“ Schöne Grüße
Luis
Paul Peter Niederwolfsgruber

CLÖ-Vorsitzender Franz Fischer

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Termine zum Vormerken

Fortbildung Fahrten
Weitere
BZO-Fahrt — Cortina, Col und Fodom Informa-
Sich FORTBILDEN mit dem KSL! Die unten angeführten Ver- tionen fin
de
anstaltungen finden Sie auch in der Landesbroschüre. Der KSL Pfingstmontag, 24. Mai 2010 auf unse n Sie
rer Ho-
übernimmt weiterhin die Kosten für Unterkunft und Verpflegung mepage
oder
(keine Vorauszahlung notwendig). Radtag erhalten
Sie im
KSL-Büro
Anmeldungen zu den anschließend aufgelisteten Veranstaltun- Rund um die Hohe Salve in Nordtirol .
gen sind noch möglich! Die anderen KSL-Seminare sind ausge-
bucht. Samstag, 29. Mai 2010

Landeswallfahrt
15.01 Mit der Zeit bewusster umgehen St. Nikolauskirche – Matrei in Osttirol
Sonntag, 30. Mai 2010
15.02 Entfalten und Gestalten – die Schule, Ort der Persönlichkeitsbildung

15.03 Mit Leib und Seele Lehrer/in sein Radl-Tag im Unterpustertal


15.04 Figuratives-plastisches Gestalten auf den Rimpfhöfen Fahrzeit ca 4 Stunden - Höhenmeter ca 300
Freitag, 4. Juni 2010
15.05 Innehalten – Wahrnehmen – Kräfte sammeln
Treffpunkt: Zugbahnhof Mühlbach (10 Uhr)
15.06 Lehrer/in – multifunktionelles Wunderwesen? Begleitung: Albert Wieland und Hans Walder
15.13 Lehren heißt zeigen, dass etwas möglich ist
Tauern-Radweg
16.03 BE-STIMMT – Wege aus der Redeangst
Samstag, 17. – Samstag, 24. Juli 2010
16.04 Schritte zum guten Sprechen II – Rhetorik-Aufbauseminar
Kulturschwerpunkte Europas: Burgund
59.01 Spiele ohne Sieger – jeder gewinnt!
Sonntag, 18. – Freitag, 23. Juli 2010
59.02 Viac tla ladinia – Eine Reise nach Ladinien
Bildungsreise: Südengland und Wales
59.04 Natur – Rhythmen, Stimme – eine Ideenwerkstatt
Donnerstag, 29. Juli - Donnerstag, 05. August 2010
59.05 Schulschach als Möglichkeit (Einführung)
Bildungsfahrt: Busreise nach Berlin
59.06 Schulschach als Möglichkeit (Fortführung)
Sonntag, 01. – Freitag, 06. August 2010
59.12 Elemente der Landschaft im Naturpark Texelgruppe
Tagesfahrt für Lehrpersonen im Ruhestand
Die Reintaler Seen und das Brandenberger Tal
Krapfen und Firbänk Donnerstag, 09. September 2010 – westl. Landeshälfte
Donnerstag, 16. September 2010 – östl. Landeshälfte
Für Freitag, den 13. März, hat unser Organisator Richard Andreatta mit der
Seniorengruppe innerhalb des KSL einen ganz besonderen Nachmittag vorbe-
reitet, einen kulinarischen Ausflug ins Ultental. Gemeinsam sind wir von Lana
zum Häuselerhof (1420 m) oberhalb von St. Walburg gefahren. Schon die Fahrt Aufgstellte Firbänk
war ein Erlebnis, strahlender Sonnenschein, verschneite Berge, das weite Ulten-
tal zu unseren Füßen. Krapfenteig: 30 dag Weizenmehl „O“, 10 dag Butter, ca. 1/8 lt.
Frau Paris empfing uns mit großer Herzlichkeit in ihrer alten, lichtdurchfluteten warmes Wasser, Rum, Salz, Zucker
Stube. Sie wollte uns Firbänk und Mohnkrapfen backen lehren, alte Ultner Spe-
zialitäten. Mit Begeisterung weihte sie uns in die Geheimnisse ein, auf einfache
Fülle: 25 dag fein gemahlener Mohn, 25 dag Zucker, ¼ lt. Was-
Weise den Teig und die Mohnfülle vorzubereiten. Wir alle durften dann die Krap-
ser, Zimt, Nelkenpulver, Rum, Salz, Stück Butter, 20 dag Sahne
fen und die Firbänk ausrollen, füllen und mit dem Krapfenrad abrädern. Die
Firbänk wurden ins Rohr gestellt, die Krapfen im heißen Öl herausgebacken.
Nach gelungener Arbeit haben wir das Gebäck in lustiger Kaffeerunde genos- Teig nicht zu dünn ausrollen, mit Mohnfülle bestreichen, in 4 cm
sen, es schmeckte köstlich. Wir durften sogar eine süße Überraschung für unse- breite Streifen schneiden, zusammenrollen, aufgestellt in eine
re Lieben zu Hause mitnehmen. Ein gelungener Nachmittag in netter Gesell- Backform schichten, im heißen Rohr backen. Kurz vor Ende der
schaft! Backzeit die Sahne darüber schütten.

Seite 12
Rückblicke

Ganz im Bann der Vulkane auf Sizilien

Glühend rote Lavafontänen schießen in den Vollmondhimmel,


Lapilli und Steinbomben donnern zu Tal,
dunkle Gaswolken versperren uns die Sicht zu den Schloten im Krater.
Dieses Naturschauspiel bot sich 26 Reiselustigen
bei der nächtlichen Besteigung des Stromboli in der Karwoche,
in der wir Vulkane Siziliens kennen lernen und bestaunen durften.
Am Vulcano erwarteten uns beißende Schwefeldämpfe,
doch die Alaun- und Schwefelkristalle
faszinierten uns und übertrafen unsere Erwartungen.
Ganz in den Bann zog uns der Ätna.
Glücklicherweise ließen es die Wetterverhältnisse zu,
den frisch verschneiten Berg trotz heftiger Windböen
und bei klirrender Kälte zu besteigen.
Am 3300 m hohen Gipfel angelangt,
fesselten uns die starken Fumarolen
im Inneren der verschiedenen Krater.
Den krönenden Abschluss bildete der Besuch

Frühling in den Marken vom 12. bis 18. April 2010

Programmatisch und wohl auch moralisch waren die 31 KSL- Vettore in den Sibillinischen Bergen verlangten da schon einiges mehr
Reisenden auf frühlingshafte Landschaft eingestellt in einer Region, die an Belastbarkeit ab, vor allem aber waren rutschfestes Schuhwerk und
von Sandstränden bis zu Felsen, von weichen Ebenen hin zu herben Regenschutz gefragt als Requisiten gegen das trübfeuchte Wetter,
Berggebieten reicht, eingebettet in einen reizvollen geografischen Rah- womit sich der Wandertrupp inzwi-
men mit angeblich meteorologisch günstigem Klima, ein privilegiertes schen unweigerlich abfand. Der guten
Reiseziel also, dem sich Sepp Krismer als Reiseleiter verschrieben Laune tat dies keinen Abbruch:
hatte. Gediegene Vorbereitung, pünktlicher Start im grünen Oberhuber- Schlammbedeckte Schuhe und feuch-
Bus mit Hans als routiniertem Lenker sowie eine eher kurzweilige An- te Kleidung lassen sich schließlich
reise zum Zielort Porto San Giorgio, alles passte, sogar der Abstecher säubern, und außerdem sorgt gegen
auf die drei Felshügel von Brisighello zur Ausspannung und zum Füße- witterungsbedingte Unbill immer noch
Vertreten zwischendurch. Als durchaus günstig erwies sich auch das am besten ein voller Magen. Dafür war
einzig mögliche Quartier für die Woche, allerdings vermittelte der Erst- während unseres Marken-Aufenthalts
eindruck, dass von Badesaison noch nicht die Rede sein konnte. Und reichlich gesorgt: im Hotel Garden in
dann ging’s in angenehmer Abfolge, jeden Tag standen interessante Porto San Giorgio selbst, dann aber
Programmpunkte im Angebot. Die Marken bieten nun mal eine großarti- auch im Agritour Giardino di Cedri und
ge Synthese von Natur, Geschichte, Kultur, Zivilisation, und die Ziel- schließlich im Albergo Vettore beim
auswahl war bedacht im Wechsel danach ausgerichtet, entsprach au- Wirt Fausto, alle meinten es gut, zu gut
genscheinlich einer „alternativen“ Entdeckungsroute durch die südli- mit dem Gruppo di Bolzano, sodass
chen Marken. Aussichtsreiche Hügel- und Musterstädte (Cingoli, Fer- die wenigen improvisierten Picknicks
mo, Macerata, Servigliano), mystische Wallfahrtsorte und Heiligtümer im Freien gar als wohltuender Ausgleich empfunden wurden. Alles in
(Loreto, Tolentino, Santa Maria a Piè di Chienti, San Claudio al Chienti, allem eine rundum gelungene Fahrt, treffender dafür als Titel allerdings
Abbadia di Fiastra, Madonna dell’Ambro), Sehenswürdigkeiten und „April in den Marken“.
Kunstwerke bei Stadtrundgängen (Fermo, Ascoli Piceno, Dozza), das
Elsa Vigl
waren die Besichtigungsobjekte, sofern wir uns lediglich als sog. Halb-
schuhtouristen beschränken wollten. Die Wanderungen aber z. B. von
Torre di Palme (Fermo) zur „Grotta degli amanti“, von San Marco
(Ascoli) zuerst hinunter zum Dito del Diavolo und dann steilauf zur
Einsiedelei von San Marco oder die Wanderung am Fuße des Monte

Seite 13
Rückblicke

Und wieder ging es zu sehenswerten Zielen mit dem KSL:

In San Pietro di Lavagno, welches idyllisch im langjährige heimatliche Berggehen der Südti- Auf der Rückreise überreichte unsere Marle-
Valpolicella-Gebiet liegt, besuchten wir die roler LehrerInnen war der Grund ihrer Konditi- ne Pardeller ein kleines Geschenk von uns
feudale Villa Verità Fraccaroli. Auf dem Giebel on. allen an Herlinde, welche seit vielen Jahren
der Villa saßen weiße Brieftauben, die vom Das Castello stammt aus dem 10. Jahrhun- die KSL-Tagesreisen leitet. Durch ihre Herz-
tierliebenden Besitzer vor 20 Jahren zuge- dert und ist eines der am besten erhaltends- lichkeit fühlen sich alle in ihren sehr persön-
kauft wurden. Im großartigen Park mit einem ten im Veneto. Danach bummelten wir noch lichen Reisen immer wohl wie in einer Fami-
kunstvollen Irrgarten sowie einem großzügig durch den Trödelmarkt, wo uns vielerlei lie. Danach kamen wir in kürzester Zeit
angelegten Teich bewachten zwei Hausgänse Schnäppchen erwarteten. wieder nach Südtirol, wohin Herlinde ihre
gewissenhaft ihr Territorium. Ihnen waren Soave befindet sich in der Nähe der Lessini- Schäfchen wieder ablieferte.
etliche heimische Stockenten sowie ein Pär- schen Berge. Das Städtchen verfügt über
chen kapitulinischer Gänse zugesellt. Herr einen mittelalterlichen Stadtkern und eine
Fraccaroli war sehr freundlich und zuvorkom- pittoreske Kulisse, bestehend aus Türmen Martina Egger
mend, gleich wie sein tierliebender Sohn. Sie und Zinnen. Die berühmt-berüchtigte Familie
besitzen neben diesem Schloss noch ein der Scaliger(Staufen-Ghibellinen) beherrschte
Weingut im Friaul und produzieren edle Wei- Verona während des 13. und 14. Jahrhun-
ne. Im ersten Stock gibt es einen wunderbaren derts. Sämtliche Scaligerburgen zeichnet eine
Saal mit Fresken von Maccasi und Anselmi Eigenart aus, nämlich die Zinnen in Schwal-
aus dem Settecento stammend. benschwanzausprägung.
Anschließend fand eine Weinverkostung statt Die Stadtmauer besitzt stattliche 24 Türme.
in einem Weingut in Colognola ai Colli. Im Im Ort befinden sich viele Paläste aus dem
Restaurant „il Gambero“ in Soave wurden 12. bis 15. Jahrhundert und einige sehens-
landestypische rustikale Spezialitäten für uns werte barockisierte Kirchen. Der berühmte
frisch gekocht und in mehreren Gängen aufge- Soave-Wein, den wir verkosteten, wird aus
tragen, welche durch Frische und Originalität der Garganega-Traube gewonnen und beein-
überzeugten. Danach ging es steil bergauf zur druckt durch einen säurearmen Charakter,
Stadtburg. Erstaunlich war, dass selbst die der an frischen Zitrus und an Holunderblüten
Senioren schnell den Hügel erklommen, das denken lässt.

Genua – die Stolze


Es war wiederum eine Reise, die dem Motto der KSL-Fahrten,

Am 24. April fand sich eine Gruppe reisefreudi- Gesprächen ließen einige Teilnehmer den essen, bevor wir die Heimreise antraten.
ger Teilnehmer zusammen, um die vom KSL Abend an der Hotelbar ausklingen. Am
Ein großes Dankeschön gilt unserer sehr
organisierte Fahrt nach Genua anzutreten. nächsten Morgen verließen wir nach einem
lieben Reisebegleitung Herlinde, die in
ausgiebigen Frühstück unser schönes Hotel
In zügiger Fahrt ging es mit Domanegg Reisen einfühlsamer und umsichtiger Weise die
Bristol im Stadtzentrum. Die anschließend
mit dem Fahrer Albin Richtung Süden. Bereits Gruppe begleitete und unterstützte.
angesetzte Busfahrt durch die Altstadt ermög-
gegen Mittag erreichten wir nach kurzweiliger
lichte uns einen Gesamtüberblick über Ge-
Fahrt unser Reiseziel. Reiseleiterin Herlinde
nua und wir ließen uns noch an schönen Gertraud Kaserer Karnutsch
sorgte wie üblich durch ein bereits im Vorfeld
Aussichtspunkten von der Stadt am Meer
sorgfältig recherchiertes „ Geheft“ für Lesestoff
verzaubern. Ein überwältigender Eindruck
und gab uns schon einen kurzen Überblick
bildete die anschließende Besichtigung des
über die Sehenswürdigkeiten der Stadt . In
Friedhofes Staglieno, der durch seine enorme
Genua erwartete uns der Stadtführer Andrea,
Größe und durch die Schönheit der Bildhau-
der uns während unseres Aufenthaltes beglei-
erwerke beeindruckte; die lebensecht nach-
tete und sich als ein freundlicher, sprachge-
gebildeten Marmorsstatuen an den Familien-
wandter und fachkundiger Reiseführer erwies.
gräbern der wohlhabenden Genueser aus
Zielsicher führte er uns im Eiltempo über engs-
dem 19. und dem beginnenden 20. Jh. erreg-
te Gassen durch die historische Altstadt. Die
ten allgemeine Bewunderung. Ein weiterer
Bootsfahrt entlang des Hafens und die Besich-
Höhepunkt der vielen Besichtigungen war der
tigung des weltberühmten Aquariums bildeten
Besuch des Domes San Lorenzo aus dem 9.
den Höhepunkt des Nachmittages. Zum
Jh. mit seiner schönen Fassade aus gestreif-
Abendessen erwarteten uns kulinarische Ge-
tem schwarzen und weißen Marmor. Beein-
nüsse in einer typischen Trattoria mit Nudeln
druckt von der Schönheit dieser prächtigen
„al pesto genovese“ und einer überaus lecke-
Bauten verließen wir die Altstadt und stärkten
ren Schokoladentorte als Nachspeise.
uns noch am Hafen durch ein kleines Mittag-
Mit durchaus tiefgründigen und interessanten

Seite 14
Rückblicke

Zur Erinnerung an Franz Hohenegger BIETET DEN LEHRERN MUTIG DIE STIRN…
Er wurde Opfer des tragischen Zugunglücks in der Latschan- …meint Mario Stello!
der
Ja, Lehrerinnen und Lehrer sind faule Säcke. Sagte ja
Franz Hohenegger wurde am 1. 1. 1937 in Alsack / Mals geboren. Er schon der große deutsche Bundeskanzler Schröder, der
besuchte die Mittelschule in Marienberg und anschließend die Lehrer- meisterhaft vorexerziert hat, wie man schamlos Schul-
bildungsanstalt in Meran. Diese schloss er 1957 ab und begann seine den machen kann und sich dabei dennoch wohl fühlen
Unterrichtstätigkeit als Grundschullehrer im oberen Vinschgau in Pla- kann. Das nenne ich gesunde Lebenseinstellung!
nail, St. Valentin und Laatsch. Im Jahr 1966 heiratete er Helgard Lan-
ge aus Berlin und begann seine Unterrichtstätigkeit in Schlanders, wo Doch zurück zur Schule: Ich habe entdeckt, dass Südti-
er bis 1990 unterrichtete, zwei Jahre davon in Kortsch. In diesen Jahren kamen die 7 Kin- rols Lehrerschaft überhaupt keine Ahnung hat, was Lern-
der zur Welt und die Familie konnte ein Eigenheim beziehen. schwierigkeiten sind, was Kinder mit Teilleistungsstörun-
Franz Hohenegger war ein ruhiger Lehrerkollege, der wegen seiner genauen und korrekten
gen sind, was das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ist.
Art geschätzt wurde. Er war stets bemüht den Schülern und Schülerinnen eine gediegene Alles Fremdwörter an unseren Schulen. Statt sich mit
Grundbildung zu vermitteln. Besonderen Wert legte er auf die Fächer Mathematik, Heimat- diesen Jahrhundertproblemen zu befassen unterrichten
und Naturkunde. Franz Hohenegger investierte viel Zeit und Mühe, um spezielle Lehrmittel gewisse Lehrpersonen noch immer Grammatik, Recht-
für den Unterricht zu entwickeln, die vielen Kollegen und Kolleginnen zu Gute kamen und schreibregeln, befassen sich mit dem längst überholten
zum Teil noch Verwendung finden. Einmaleins (macht ja jede Rechenmaschine bzw. der
Computer wesentlich schneller, wenn er nicht gerade
Ab dem Jahr 1983 war Franz Hohenegger Lehrer für unterrichtsergänzende Tätigkeiten
abstürzt) und verlangen auch Einblicke in die Geschichte
am Nachmittag. In diesem Rahmen kam den vielen Schülern und Schülerinnen sein hand-
Tirols! Ja, es gibt sogar noch Lehrpersonen, die sich
werkliches Geschick zugute. Unzählige Krippen, Wetterstationen, Uhren und Holzspielzeug
halten heute noch die Erinnerung an Franz Hohenegger wach.
erdreisten zu verlangen, dass die Kinder wissen, wo
München oder Zürich liegen. In der Ära der Navigations-
Seit 01.09.1990 war er im Ruhestand und hatte nun mehr Zeit für seine Hobbys. Mit viel systeme ist dies völlig absurd. Zum Glück sind einige
Liebe arbeitete er im Garten und fertigte als geschickter Hobbytischler verschiedene Ein- dieser „Geografie-Fanatiker“ letzthin in Pension gegan-
richtungsgegenstände an. Sein besonderer Stolz waren die Bienen. Als erfahrener Imker gen und haben somit die Schulklassen von ihrem medie-
gab er sein Wissen gerne an interessierte Schülergruppen weiter. Er konnte jetzt auch das valen Unterrichtsstil gesäubert.
Wandern und Radfahren mit seiner Frau genießen.
Und noch eines finde ich schlimm: Es wird viel zu wenig
Einen Teil seiner Freizeit widmete er wiederum den Kindern. Tagtäglich versah er ehren-
geturnt! Der Sportunterricht fristet speziell in der Grund-
amtlich seinen Dienst als verlässlicher Schülerlotse beim Rathaus. Dafür spricht ihm die
schule ein tristes Dasein. Die wenigen Stunden werden
gestrichen, zum Teil werden sie mit einer Lustlosigkeit
angeboten, als würden die Lehrkräfte gerade einen
Dir. i. R. Franz Egger verstorben - ein Nachruf Schritt unter der Guillotine stehen. Eltern führen ihre Kin-
der ja voll begeistert mit ihren tollen Audis, BMWs, Mer-
Am Montag, den 08. 02. 2010 verstarb nach langem Leiden im Alter cedes oder gar Ferraris bis vor die Turnhallentüren, er-
von 84 Jahren der ehemalige Direktor der GS Prad am Stilfser Joch. warten sich nach diesem Dienst aber auch die Garantie,
Franz Egger. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und der dass aus ihren Nintendo-süchtigen Lieblingen dereinst
Lehrerschaft wurde der geschätzte Direktor des Schulsprengels Prad wahre Sportskanonen werden. Es ist ja geradezu be-
am 10. Februar 2010 zu Grabe getragen. schämend gewesen, dass Südtirol bei den Olympischen
Winterspielen von Vancouver mit einer einzigen billigen
Dir. Franz Egger kam im Schuljahr 1968/69 nach Prad und leitete den
Bronzemedaille heimgekehrt ist. Das sind eben die ka-
Bezirk Prad bis zu seiner Pensionierung am 31. 08. 1989. In diesen 20
Jahren hob er sich durch seinen fachkundigen und angenehmen Füh-
tastrophalen Folgen des verplemperten Sportunterrichts
rungsstil besonders hervor. in den Grundschulen.

Besonders jungen Lehrpersonen stand er gerne mit Rat und Tat zur Seite und setzte gro- Ich bin nur glücklich, dass ich in Südtirol gute Botschaf-
ßes Vertrauen in seine Lehrerschaft. Gerne war man dafür auch bereit Überstunden zu terinnen für meine Anliegen habe. Mutige Damen, die
machen. Dafür suchte er so gut wie möglich, uns Lehrern die bürokratischen Arbeiten zu zwischen dem einen und anderen Prosecco-Gläschen
erleichtern. Der Unterricht an den Kindern war ihm viel wichtiger. Großen Wert legte er auf der Schule und speziell der bewegungs-untauglichen
ein kollegiales Verhältnis zwischen den Lehrern, auf die Pflege der Gemeinschaft und auf Lehrerschaft der Grundschule mutig die Stirn bieten.
das gesellige Beisammensein. Somit war es selbstverständlich, dass man öfters zusam- Und nun muss ich gehen. Meine Chauffeurin wartet
men feierte oder Ausflüge unternahm.
schon auf mich, um mich zum nächsten Gala-Diner, das
Für schulinterne Probleme hatte er meistens eine Lösung bereit und griff mit Taktgefühl 200 Meter von meiner Haustüre entfernt stattfindet, hin-
und Besonnenheit ein, brachte aber auch seine Meinung klar zum Ausdruck. Auch bei zufahren.
persönlichen und familiären Schwierigkeiten nahm er sich oft Zeit und stand Lehrern und
Eltern helfend zur Seite. Seine Menschlichkeit und Loyalität waren beispielhaft. Er spürte
immer, wo Not am Mann war. Mahlzeit!

Die Lehrpersonen und alle, die Direktor Franz Egger kannten, werden ihn als wertvollen
Menschen in ehrenhafter Erinnerung behalten.
Der Herr möge es ihm danken.

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am D ienstag, den 15. Juni 2010
E-MAIL: CP.BZ@ENAMONLINE.IT um 18.00 U hr
Öffnungszeiten: in der Pfarrkirche von Tscherm s
Mittwoch, 10.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag, 15.30 - 17.30 Uhr

W ir w ollen gem einsam singen, beten,


danken und feiern.

A nschließend gem ütliches B eisam m ensein


m it B uffet und U m trunk.

W ir freuen uns auf euer K om men!

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