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BfDI - Info 2

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz


und die Informationsfreiheit
Husarenstraße 30
D-53117 Bonn

Tel. +49 (0) 228 997799-0 Info


Fax +49 (0) 228 997799-550
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Internet: www.bfdi.bund.de
BfDI - Info 2

Info
BfDI - Info 2

Informationsfreiheitsgesetz
des Bundes
- Text und Erläuterung -
Impressum

Herausgeber:
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz
und die Informationsfreiheit
Postfach 20 01 12, 53131 Bonn
Hausanschrift: Husarenstraße 30, 53117 Bonn
Tel. +49 (0) 228 997799-0
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Druck: Druckpartner Moser


Druck + Verlag GmbH
Römerkanal 52-54
53359 Rheinbach

Auflage: 2. (überarbeitete) Auflage, November 2009


BfDI – Info 2 Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  5

1 . DasInformationsfreiheitsgesetzdesBundes . . . . . . . . . . . 7
2 . DerBundesbeauftragtefürdieInformationsfreiheit  . . . . 7
3 . DasInformationszugangsrechtisteinvoraussetzungs-
losesJedermannrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
3.1. Welche Informationen können Sie bekommen . . . . . . . . . . . 10
3.2. Wie können Sie die Informationen bekommen . . . . . . . . . . . 11
3.3. An wen müssen Sie Ihren Antrag richten . . . . . . . . . . . . . . . 12
4 . WasmüssenSiebeiderAntragstellungbeachten . . . . . . . 13
4.1. Form des Antrages. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
4.2. Begründung des Antrages . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
4.3. Wer entscheidet über den Informationszugang . . . . . . . . . . 14
5 . WiewirdIhrAntragbearbeitet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  15
5.1. Fristen bei der Antragsbearbeitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5.2. Beteiligung Dritter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
5.3. Welche Kosten dürfen Ihnen in Rechnung gestellt werden 16
6 . AusnahmenvomInformationszugang . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
7 . WeitereAblehnungsgründe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
8 . SpezialgesetzlicheZugangsregelungen… . . . . . . . . . . . . . . 19
9 . IhreRechte,wenndieBehördeIhrenAntragabgelehnt
hat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
10 . …unddasRecht,sichandenBundesbeauftragtenzu
wenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

Anhang1: G
 esetzzurRegelungdesZugangszuInformationendes
Bundes(Informationsfreiheitsgesetz).................. 22
Anhang2: V
erordnungüberdieGebührenundAuslagennachdem
Informationsfreiheitsgesetz
(Informationsgebührenverordnung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Anhang3: Informationsweiterverwendungsgesetz ................ 29
Anhang4: AnwendungshinweisezumInformationsfreiheitsgesetz . . . 32
Anhang5: G
esetzzurFörderungderInformationsfreiheitimLand
Berlin(BerlinerInformationsfreiheitsgesetz)............ 53

3
Inhaltsverzeichnis BfDI – Info 2

Anhang6: A
 kteneinsichts-undInformationszugangsgesetz
(AIGBrandenburg). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Anhang7: GesetzüberdieFreiheitdesZugangszuInformationen
fürdasLandBremen
(BremerInformationsfreiheitsgesetz) ................ 67
Anhang8: HamburgischesInformationsfreiheitsgesetz(HmbIFG) . .  72
Anhang9: G
 esetzzurRegelungdesZugangszuInformationenfür
dasLandMecklenburg-Vorpommern(Informations-
freiheitsgesetzMecklenburg-Vorpommern) ........... 86
Anhang10: GesetzüberdieFreiheitdesZugangszuInformationen
fürdasLandNordrhein-Westfalen(Informations-
freiheitsgesetzNordrhein-Westfalen)................  92
Anhang11: LandesgesetzüberdieFreiheitdesZugangszu
Informationen(Landesinformationsfreiheitsgesetz
Rheinland-Pfalz-LIFG-) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  98
Anhang12: SaarländischesInformationsfreiheitsgesetz(SIFG) . . . . .  103
Anhang13: InformationszugangsgesetzSachsen-Anhalt(IZGLSA)  105
Anhang14: GesetzüberdieFreiheitdesZugangszuInformationen
fürdasLandSchleswig-Holstein(Informations-
freiheitsgesetzfürdasLandSchleswig-Holstein) . . . . . . .  111
Anhang15: ThüringerInformationsfreiheitsgesetz(ThürIFG) . . . . . .  116
Anhang16: EU-RichtlinieüberdieWeiterverwendungvon
InformationendesöffentlichenSektors . . . . . . . . . . . . . . .  117
Anhang17: VerordnungdesEuropäischenParlamentesunddesRates
überdenZugangderÖffentlichkeitzuDokumentendes
EuropäischenParlaments,desRatesundderKommission 129
Anhang18: G
 esetzzurVerbesserungdergesundheitsbezogenen
Verbraucherinformation(Verbraucherinformationsgesetz) 139
Anhang19: UmweltinformationsgesetzdesBundes ..............  146
Anhang20: GesetzüberdenZugangzudigitalenGeodaten
(Geodatenzugangsgesetz). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  155
Anhang21: Anschriftenverzeichnis...........................  166

4
BfDI – Info 2 Vorwort

Vorwort

Am 1. Januar 2006 ist das Gesetz zur


Regelung des Zugangs zu Informati-
onen des Bun-des (Informationsfrei-
heitsgesetz – IFG) in Kraft getreten.
Jeder hat seit dem ein Recht auf freien
Zugang zu amtlichen Informationen
der öffentlichen Stellen des Bundes.

Neben dem Bund verfügen inzwischen


elf Bundesländer über vergleichbare
Regelungen für ihre Landes- und Kom-
munalverwaltung und auch für die
Dienststellen der Europäischen Uni-
on gibt es einen geregelten Zugang zu
den amtlichen Dokumenten. Darüber
hinaus gewähren das Umweltinfor-
mationsgesetz (UIG), das Verbrauche-
rinformationsgesetz (VIG) sowie das Geodatenzugangsgesetz (GeoZG)
den Bürgerinnen und Bürgern spezielle Informationsrechte in diesen
Bereichen.

Die Informationsfreiheit ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwick-


lung unserer freiheitlichen Demokratie. Sie macht staatliches Handeln
transparenter und soll so das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in
die staatlichen Institutionen festigen. Neben der Stärkung der Bürger-
rechte bietet das Informationszugangsrecht aber zugleich auch der Ver-
waltung zusätzliche Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Bürgernähe
und zur weiteren Modernisierung ihrer Arbeitsabläufe.

Inzwischen liegen erste Erfahrungen mit der Anwendung dieses Gesetzes


vor, die zeigen, wie wichtig das Informationsfreiheitsgesetz für eine of-
fene und demokratische Gesellschaft ist. Viele Bürgerinnen und Bürger
kennen aber ihre Rechte und Möglichkeiten noch nicht oder wissen nicht,
wie sie sie wahrnehmen können. Deswegen werden in dieser Broschü-
re die Informationsgesetze des Bundes und der Länder, soweit vorhan-
den, aber auch die entsprechenden Regelungen der Europäischen Uni-
on sowie weitere damit in Zusammenhang stehende Rechtsvorschriften
zusammengestellt und um einführende Erläuterungen und detaillierte
Anwendungshinweise des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und
die Informationsfreiheit ergänzt.

5
der Einbeziehung des Datenschutzes in Planung und Entwicklung.
Datenschutz muss zur Gestaltungsmaxime öffentlicher und nicht-
öffentlicher Stellen werden.

Diese Informationsbroschüre will dazu beitragen, das geltende


Vorwort BfDI – Info 2
Datenschutzrecht transparent zu machen, die Bürgerinnen und Bürger
über ihre Rechte informieren und ihnen helfen, zum Schutz ihrer eige-
nen Daten aktiv zu werden. Sie enthält neben dem Gesetzestext und
Damit
weiterensoll allen Interessierten
wichtigen Materialien die
eineMöglichkeit gegeben in
kurze Einführung werden,
die nichtsich
schnell und umfassend über ihre verschiedenen Rechte zu
immer einfache Materie. Zugleich eignet sie sich als Basisinformation informieren
und
auch diese zielgerichtet
für diejenigen, wahrzunehmen.
die beruflich Ich hoffe, dies trägt
mit personenbezogenen Datendazu
umge- bei,
dass noch mehr Bürgerinnen und Bürger von ihren Informationsrechten
hen.
Gebrauch und das Verwaltungshandeln im Interesse einer lebendigen
Demokratie transparent machen.
Bonn, im Januar 2004


Peter Schaar
Peter Schaar
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz

Bundesbeauftragter für den Datenschutz


und die Informationsfreiheit

1 Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz


Aktuelle Informationen und Rechtsvorschriften zur Informations-
freiheit können sie unter
Gesetzbestimmungen: §§ 22www.informationsfreiheit.bund.de aus dem
bis 26 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
Internet abrufen.
Am 17. Dezember 2003 hat Peter Schaar als neuer Bundesbeauftragter
für den Datenschutz sein Amt angetreten.

Der Deutsche Bundestag hat mit dem Bundesbeauftragten für den


Datenschutz eine Institution geschaffen, die ihn unpartaiisch und fach-
kundig über alle Entwicklungen auf dem Gebiet des Datenschutzes
unterrichtet und ihm Hinweise gibt, wann und wo er durch Gesetze
oder andere Maßnahmen in die Entwicklung eingreifen sollte.

Hauptaufgaben des Bundesbeauftragten für Datenschutz sind:

– Beratung des Bundestages, der Bundesregierung, aller öffentlichen


Stellen des Bundes sowie sonstiger Stellen (vgl. § 26)*,

* in Klammern gesetzte Paragraphen sind stets solche des BDSG

6
BfDI – Info 2 1

1. Das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes

Das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG) ermöglicht innerhalb


bestimmter Schranken den freien Zugang zu amtlichen Informationen
der öffentlichen Stellen des Bundes und die Einsicht in deren Verwal-
tungsvorgänge. Hierzu gehören neben den Ministerien und den ihnen
nachgeordneten Bundesbehörden unter anderem auch die Bundesagen-
tur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung und die bundesunmit-
telbaren Krankenkassen und Unfallversicherungsträger.

Das IFG hat zum Ziel, das Vertrauen zwischen Staat und Bürgerinnen
und Bürgern zu stärken, indem öffentliches Verwaltungshandeln trans-
parenter und nachvollziehbar gemacht wird.

Spezialgesetzliche Zugangsregelungen (etwa im Umweltinformationsge-


setz, im Stasi-Unterlagen-Gesetz, im Bundesarchivgesetz, in § 19 Bundes-
datenschutzgesetz und in § 8 Melderechtsrahmengesetz) gehen dem In-
formationsfreiheitsgesetz zwar grundsätzlich vor, jedoch nur, soweit der
Anwendungsbereich der Spezialnorm reicht und sie als abschließende
Regelung anzusehen ist.

Das Gesetz enthält zwar mehrere Ausnahmetatbestände, bei denen eine


Auskunft verweigert bzw. beschränkt werden kann. Die jeweilige öffent-
liche Stelle muss aber in jedem Einzelfall prüfen und begründen, ob und
warum eine der im Gesetz genannten Ausnahmen vorliegt. Auch hier
zeigt sich also durchaus die Ausrichtung des Gesetzes auf ein bürger-
freundliches Verwaltungshandeln: Die öffentliche Stelle muss darlegen,
warum eine Information nicht herauszugeben ist.

2. Der Bundesbeauftragte für die


Informationsfreiheit

Gesetzesbestimmung:§12IFG

Die Aufgabe des Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit wird


in Personalunion durch den Bundesbeauftragten für den Datenschutz
wahrgenommen. Mit In-Kraft-Treten des Gesetzes am 1. Januar 2006
wurde der Bundesbeauftragte für den Datenschutz zugleich Bundesbe-
auftragter für die Informationsfreiheit. Die Vollbezeichnung lautet nun-
mehr „Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informations-
freiheit“, abgekürzt BfDI.

7
2 BfDI – Info 2

Hauptaufgaben des Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit und


seiner Dienststelle sind:

– Er bearbeitet Bürgereingaben (vgl. § 12 Abs. 1 IFG – Anrufungsrecht;


Erläuterungen hierzu siehe unter 9.);
– er berät den Deutschen Bundestag, die Bundesregierung sowie die in
§ 1 Abs. 1 IFG genanten Stellen des Bundes in Fragen der Informations-
freiheit und gibt Empfehlungen zur Verbesserung des Informationszu-
gangs (§ 26 Abs. 1 bis 3 BDSG i. V. m. § 12 Abs. 3 IFG);
– er kontrolliert (anlassunabhängig) bei den verpflichteten Behörden die
Einhaltung der Vorschriften über die Informationsfreiheit (§ 24 Abs. 1
und 3 bis 5 BDSG i. V. m. § 12 Abs. 3 IFG);
– er arbeitet auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene mit
anderen Informationsfreiheitsbeauftragten zusammen.

Die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) über Rechte


und Pflichten des Bundesbeauftragten werden in § 12 Abs. 3 IFG insoweit
für entsprechend anwendbar erklärt.

Eingaben
Jeder kann sich an den Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit
wenden, wenn er sein Recht auf Informationszugang nach diesem Gesetz
als verletzt ansieht. Der Bundesbeauftragte berät hier im Rahmen seiner
Zuständigkeiten die Bürgerinnen und Bürger. Er überprüft die Eingaben,
bittet die verpflichteten öffentlichen Stellen im Einzelfall um Stellung-
nahme und ggf. um ein Einlenken in der Sache. Er hat allerdings keine
Weisungsbefugnis gegenüber den Behörden.

Das Anrufungsrecht ist mit dem Petitionsrecht nach Artikel 17 Grundge-


setz vergleichbar. Es besteht neben diesem Recht und der Möglichkeit,
den Rechtsweg zu beschreiten.

Bitte beachten Sie, dass eine Anrufung des Bundesbeauftragten keine auf-
schiebende Wirkung auf die Fristen für die Einlegung von Rechtsmitteln hat.

Wenn Ihnen eine öffentliche Stelle des Bundes die von Ihnen verlangten
Informationen nicht geben will, können Sie sich an den Bundesbeauf-
tragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Husarenstra-
ße 30, 53117 Bonn, poststelle@bfdi.bund.de, wenden.

Die Bearbeitung Ihrer Eingabe ist für Sie kosten- und gebührenfrei.

8
BfDI – Info 2 2

Beratung
Der Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit erstattet alle zwei Jahre
einen Tätigkeitsbericht und berät den Deutschen Bundestag, die Bundesre-
gierung, alle Behörden des Bundes, sonstige Bundesorgane und –einrich-
tungen, soweit sie öffentlich-rechtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen,
sowie natürliche oder juristische Personen des Privatrechts, soweit eine Be-
hörde sich dieser Person zur Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufga-
ben bedient, in Fragen der Informationsfreiheit und gibt Empfehlungen zur
Verbesserung des Informationszugangs. Der Tätigkeitsbericht bietet– neben
der unmittelbaren Beratung – eine gute Möglichkeit, Kritik und Vorschläge
gegenüber dem Parlament und der Öffentlichkeit zu äußern.

Den jeweils aktuellen Tätigkeitsbericht können Sie kostenlos postalisch


oder über das Internet bestellen.

Im Internet steht darüber hinaus eine elektronische Version zum Down-


load bereit (www.informationsfreiheit.bnnd.de).

Kontrollen
Der Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit kontrolliert bei den ver-
pflichteten Behörden die Einhaltung der Vorschriften über die Informations-
freiheit. Stellt er Verstöße fest, hat er das Recht zur Beanstandung (§ 25 Abs.
1 Satz 1 Nr. 1 und 4, Satz 2 und Abs. 2 und 3 BDSG i. V. m. § 12 Abs. 3 IFG).

Nationale, europäische und internationale Zusammenarbeit


Der Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit nimmt an nationalen
und internationalen Sitzungen der Informationsfreiheitsbeauftragten teil.
Die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten des Bundes und der
Länder in Deutschland (IFK) und die Internationale Konferenz der Informa-
tionsfreiheitsbeauftragten tauschen sich über alle Fragen der Informations-
freiheit aus und fassen auf ihren periodisch stattfindenden Sitzungen wich-
tige Beschlüsse zur Informationsfreiheit. Die Informationsbeauftragten der
europäischen Staaten arbeiten in der Europäischen Konferenz der Informa-
tionsbeauftragten zusammen und setzen sich für die Förderung der Infor-
mationsfreiheit in Europa und für die Harmonisierung der entsprechenden
Gesetzgebung ein.

Alle Konferenzen und Sitzungen der Informationsfreiheitsbeauftragten


sind grundsätzlich öffentlich. Die Beschlüsse werden auch auf der In-
ternet-Seite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Infor-
mationsfreiheit unter www.informatonsfreiheit.bund.de veröffentlicht.

9
3 BfDI – Info 2

3. Das Informationszugangsrecht ist ein


voraussetzungsloses Jedermannrecht

Gesetzesbestimmung:§1Abs.1IFG

Grundsätzlich hat jeder gegenüber den öffentlichen Stellen des Bundes


einen Anspruch auf freien Zugang zu amtlichen Informationen und kann
einen entsprechenden Antrag stellen. Dieses Recht ist unabhängig vom
Wohnsitz und der Staatsangehörigkeit, d. h. Anspruchsinhaber sind
Deutsche und Ausländer im In- und Ausland. Auch juristische Personen
des Privatrechts und Verbände können Anträge auf Informationszugang
stellen.

Der Anspruch auf Informationszugang besteht voraussetzungslos. Nach


bisheriger Rechtslage musste der Antragsteller vielfach ein rechtliches,
berechtigtes oder ein sonstiges Interesse an der begehrten Informati-
on geltend machen. Das Informationsfreiheitsgesetz sieht dies für den
Informationsanspruch nicht mehr vor. Die hergebrachten Prinzipien
des Aktengeheimnisses und der Vertraulichkeit der Verwaltung werden
umgekehrt in ein transparentes Verwaltungshandeln, bei dem die
Behörde das Vorliegen eines Ausnahmetatbestandes, der der Offenle-
gung entgegensteht, gegenüber dem Antragsteller darlegen muss. Zu
den Ausnahmetatbeständen im Einzelnen siehe unter 5.

Wenn Sie Informationen nach dem IFG erhalten wollen, müssen Sie dies
in der Regel nicht begründen.

3.1. Welche Informationen können Sie bekommen

Gesetzesbestimmung:§§1Abs.1,2Nr.1IFG

Das Informationsfreiheitsgesetz erfasst grundsätzlich alle amtlichen In-


formationen öffentlicher Stellen des Bundes. Das Zugangsrecht umfasst
alle Aufzeichnungen, die amtlichen Zwecken dienen, unabhängig von
der Art der Speicherung, d. h. sowohl Schriftstücke als auch elektronisch,
optisch, akustisch oder anderweitig gespeicherte Daten. Ausgenommen
sind Entwürfe und Notizen, die nicht Bestandteil eines Vorgangs werden
sollen.

10
BfDI – Info 2 3.2

3.2. Wie können Sie die Informationen bekommen

Gesetzesbestimmungen:§§1Abs.2,7Abs.3und4IFG

Als Arten des Informationszugangs kommen in Betracht:

– Auskunftserteilung

– Akteneinsicht

– Verfügbarmachen in sonstiger Weise (insbesondere durch Übersen-


dung von Kopien, aber ggf. auch: Hören eine Tonbandes)

Der Antragsteller hat zwischen diesen Möglichkeiten ein Wahlrecht. Die


Behörde darf von der begehrten Art des Informationszugangs nur aus
wichtigem Grund abweichen. Ein wichtiger Grund ist insbesondere ein
deutlich höherer Verwaltungsaufwand, etwa bei Massenverfahren mit
gleichförmigen Anträgen zahlreicher Personen. Für jede Art des Informa-
tionszugangs gilt: Die Behörde muss die inhaltliche Richtigkeit der Infor-
mation nicht prüfen. Bei der Informationsgewährung müssen ggf. auch
die Ausnahmetatbestände (siehe hierzu unter 5.) berücksichtigt werden.
So kann es etwa genügen, Kopien von Teilen einer Akte zur Verfügung
zu stellen. Umgekehrt kann z. B. aus Gründen des Urheberrechtsschutzes
eine Vervielfältigung unzulässig, dafür aber eine Auskunftserteilung
oder Akteneinsicht möglich sein.

Die Behörde kann einfache Auskünfte auch unmittelbar telefonisch oder


per E-Mail erteilen. Der Antragsteller kann aber bei berechtigtem Interes-
se und unverzüglich geäußertem Verlangen die schriftliche Bestätigung
einer mündlichen Auskunft verlangen (§ 37 Abs. 2 Satz 2 VwVfG).

Gewährt die Behörde Informationszugang in Form der Akteneinsicht,


kann sich der Antragsteller – sofern urheberrechtliche Vorschriften nicht
entgegenstehen – als Gedächtnishilfe Ablichtungen oder Ausdrucke fer-
tigen lassen und mitnehmen, ggf. auch Ausdrucke gespeicherter oder
verfilmter Texte.

11
3.3 BfDI – Info 2

3.3. An wen müssen Sie Ihren Antrag richten

Gesetzesbestimmungen:§§1Abs.1,7Abs.1IFG

Der Antrag ist an die Stelle zu richten, die über die begehrte Information
verfügt. Auskunftspflichtig sind alle Behörden des Bundes sowie son-
stige Bundesorgane und –einrichtungen, soweit sie öffentlich-rechtliche
Verwaltungsaufgaben wahrnehmen und natürliche oder juristische Per-
sonen des Privatrechts, soweit eine Bundesbehörde sich ihrer zur Erfül-
lung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben bedient.

Eine Behörde ist jede Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung
wahrnimmt (§ 1 Abs. 4 VwVfG).

„Sonstige Bundesorgane und –einrichtungen“ im Sinne des § 1 Abs. 1


IFG sind z. B. Bundestag, Bundesrat, Bundespräsidialamt, Bundesge-
richte, Bundesbank, Bundesrechnungshof sowie Hochschulen und For-
schungseinrichtungen des Bundes. Diese Stellen sind aber nur insoweit
zur Informationserteilung verpflichtet, wie sie öffentlich-rechtliche Ver-
waltungsaufgaben wahrnehmen. Durch diese Beschränkung sind vom
Informationszugang insbesondere ausgenommen:

– Wahrnehmung parlamentarischer Angelegenheiten (insbesondere Ge-


setzgebung, Kontrolle der Bundesregierung, Wahlprüfung, Wahrung
der Rechte des Bundestages und seiner Mitglieder, parlamentarische
Kontakte zu in- und ausländischen sowie supranationalen Stellen),
– Rechtsprechung,
– sonstige unabhängige Tätigkeiten (z. B. die geld- und währungspoli-
tischen Beratungen der Deutschen Bundesbank vor Beginn der Wirt-
schafts- und Währungsunion),
– weite Teile der Tätigkeit es Bundespräsidialamtes (insbesondere die
Vorbereitung präsidentieller Akte und die vom Bundespräsidenten de-
legierten Akte),
– beratende Bundesgremien (es sei denn, sie sind in eine Bundesbehörde
fest eingegliedert und daher Teil derselben).

Natürliche Personen oder juristische Personen des Privatrechts, derer


sich eine Behörde zur Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben
bedient, sind z. B. Verwaltungshelfer. Eine herangezogene Privatperson
wird der auftraggebenden Behörde zugerechnet; der Antrag muss daher
an diese Behörde gerichtet werden. Das Informationsfreiheitsgesetz ge-
währt keinen Anspruch gegenüber Privaten.

12
BfDI – Info 2 4

Wenn Sie sich an eine unzuständige Stelle wenden, muss diese Sie
darauf hinweisen.

Bitte beachten Sie:


Der Zugang zu Informationen bei Behörden der Länder oder Kom-
munen richtet sich nach dem jeweiligen Landesgesetz zur Informa-
tionsfreiheit, soweit ein solches existiert, was noch nicht in allen Bun-
desländern der Fall ist. Bitte informieren Sie sich bei den jeweiligen
Landesbehörden, ob bereits ein entsprechendes Informationsfreiheits-
gesetz des Landes besteht.

4. W
as müssen Sie bei der Antragstellung
beachten

Gesetzesbestimmung:§7IFG

Im Informationsfreiheitsgesetz sind für einen Antrag auf Zugang zu


Informationen kaum formelle Anforderungen vorgesehen. Im Übrigen
gelten hier die Regelungen des allgemeinen Verwaltungsverfahrens-
rechts.

4.1. Form des Antrages

Gesetzesbestimmungen:§10VwVfG,§9SGBX

Für die Antragstellung ist keine Form vorgeschrieben, grundsätzlich


kann der Antrag daher formlos an die zuständige öffentliche Stelle ge-
richtet werden.

Er kann schriftlich, elektronisch, mündlich (auch telefonisch) oder durch


schlüssiges Handeln gestellt werden. Um die Identität des Antragstellers
festzustellen, kann die Behörde aber eine schriftliche/elektronische An-
tragstellung verlangen.

Sie sollten die Informationen in Ihrem Antrag möglichst genau benen-


nen. Ist der Antrag zu unbestimmt, kann die öffentliche Stelle eine Kon-
kretisierung verlangen.

13
4.2 BfDI – Info 2

4.2. Begründung des Antrages

Gesetzesbestimmung:§7Abs.1Satz3IFG

Ein Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz muss in der Regel nicht


begründet werden. Etwas anderes gilt dann, wenn der Antrag personen-
bezogene Daten, Urheberrechte bzw. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse
Dritter betrifft. In diesen Fällen muss er begründet werden, damit der
Dritte über seine Einwilligung entscheiden bzw. die öffentliche Stelle die
erforderliche Abwägung treffen kann.

Der Antragsteller muss auch nicht selbst Betroffener sein. Nach dem In-
formationsfreiheitsgesetz ist ein rechtliches, berechtigtes oder ein son-
stiges Interesse an der begehrten Information keine Voraussetzung für
den Informationsanspruch.

Die Beweggründe eines Antragstellers sind für die Bearbeitung unerheb-


lich. Das bedeutet: Die Behörden müssen Ihren Antrag auch dann bear-
beiten, wenn Sie keine Auskunft über Ihre Beweggründe geben.

4.3. Wer entscheidet über den Informationszugang

Gesetzesbestimmung:§7Abs.1IFG

Antragsgegner und damit entscheidungsberechtigt ist diejenige Behörde,


der die Verfügungsbefugnis über die begehrten Informationen zusteht.
Dies ist regelmäßig die Behörde, bei der die Informationen Bestandteil
der eigenen Vorgänge geworden sind, unabhängig davon, ob sie selbst
oder eine andere Stelle diese ermittelt hat.

Die Behörden haben nach § 11 IFG Verzeichnisse zu führen, aus denen


sich die vorhandenen Informationssammlungen und –zwecke erkennen
lassen. Auch sind Organisations- und Aktenpläne ohne Angabe perso-
nenbezogener Daten sowie weitere geeignete Informationen allgemein
zugänglich zu machen.

14
BfDI – Info 2 5

5. Wie wird Ihr Antrag bearbeitet

Gesetzesbestimmungen:§§7,8,10IFG

Die Bearbeitung eines Antrages auf Informationszugang ist für die öffent-
liche Stelle ein Verwaltungsverfahren, das sich nach dem Verwaltungs-
verfahrensgesetz des Bundes richtet. § 7 IFG ergänzt diese Regelungen,
u. a. um eine Frist, innerhalb derer eine Behörde einem Antragsteller ant-
worten muss.

5.1. Fristen bei der Antragsbearbeitung

Gesetzesbestimmung:§7Abs.5IFG

Die Informationen sind dem Antragsteller unverzüglich zugänglich zu


machen, auf jeden Fall soll der Informationszugang aber innerhalb eines
Monats erfolgen, es sei denn, es ist eine Beteiligung Dritter nach § 8 IFG
erforderlich. In diesen Fällen gilt die Soll-Frist von einem Monat nicht.
Dann kann das Verfahren aber im Einzelfall dadurch verkürzt werden,
dass sich der Antragsteller auch mit einer Unkenntlichmachung der In-
formationen, die Belange Dritter berühren, einverstanden erklärt (§ 7
Abs. 2 Satz 2 IFG).

Verzögert sich die Informationsgewährung, weil z. B. die beantragten


Informationen besonders umfangreich sind, so muss die öffentliche
Stelle dies begründen und dem Antragsteller innerhalb der Frist eine
Zwischennachricht (Sachstandsmitteilung) übersenden.

5.2. Beteiligung Dritter

Gesetzesbestimmungen:§8IFG

Ein Antrag auf Informationszugang bedarf zwar grundsätzlich keiner


Form und muss auch nicht begründet werden, im Einzelfall kann die
Behörde jedoch einen schriftlichen Antrag oder eine Konkretisierung
des Antrags verlangen (z. B. um die Identität des Antragstellers festzu-
stellen). Ein schriftlicher Antrag mit Begründung wird regelmäßig erfor-
derlich sein, wenn Belange Dritter (personenbezogene Daten, Urheber-
rechte bzw. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse) betroffen sind. Sofern

15
5.3 BfDI – Info 2

Anhaltspunkte – nach Abwägung der Begründung des Antragstellers


durch die Behörde – dafür vorliegen, dass ein Dritter ein schutzwürdiges
Interesse am Ausschluss des Informationszugangs haben kann, gibt die
Behörde diesem Dritten schriftlich Gelegenheit zur Stellungnahme in-
nerhalb eines Monats. Dazu wird es regelmäßig nicht erforderlich sein,
den Dritten über die Identität des Antragstellers zu unterrichten, damit
dieser über seine Einwilligung in die Freigabe seiner personenbezogenen
Daten oder seiner Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse entscheiden kann.
Schließlich ist es für den Dritten im Ergebnis unerheblich, wer den An-
trag gestellt hat, da mit einer Freigabe die Daten faktisch allgemein zu-
gänglich gemacht werden. Etwas anderes kann hingegen für den Inhalt
der Begründung gelten. Dieser könnte ein Grund für die Einwilligungs-
entscheidung sein.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen sollte die Behörde den Antragstel-


ler aber ohnehin immer zunächst fragen, ob er hinsichtlich der Daten des
Dritten einer Schwärzung oder Abtrennung zustimmt. Nach § 7 Abs. 2
IFG kann sich der Antragsteller mit einer Unkenntlichmachung der Infor-
mationen, die Belange Dritter berühren, einverstanden erklären. Dann ist
ein Verfahren nach § 8 IFG entbehrlich und die Daten des Dritten werden
geschützt.

Eine Übermittlung personenbezogener Daten des Antragstellers an den


betroffenen Dritten ist zur Bearbeitung eines Antrages auf Informati-
onszugang in der Regel nicht erforderlich. Sollte im Einzelfall der zu
beteiligende Dritte auf einer Nennung des Antragstellers bestehen oder
diese aus anderen Gründen erforderlich sein, sollte zuvor der Antrag-
steller nach seinem Einverständnis gefragt werden.

5.3. elche Kosten dürfen Ihnen in Rechnung gestellt


W
werden

Gesetzesbestimmungen:§10IFG,Informationsgebührenverordnung

Für Amtshandlungen nach dem Informationsfreiheitsgesetz werden Ge-


bühren und Auslagen erhoben. Aber: Einfache Auskünfte und die Ableh-
nung eines Antrages sind gebührenfrei.

Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Verwaltungsaufwand und
steht damit nicht im Ermessen der Behörde. Die Gebühr ist in jedem Fall
so zu bemessen, dass das Informationsrecht wirksam in Anspruch ge-

16
BfDI – Info 2 6

nommen werden kann (§ 10 Abs. 2 IFG). Die Gebührentatbestände und


–sätze sind in der Informationsgebührenverordnung (IFG-GebV) festge-
legt, die vom Bundesministerium des Innern erlassen wurde. In der Ver-
ordnung sind Rahmensätze je Amtshandlung vorgesehen; sie legt damit
zugleich einen Höchstsatz je Tatbestand im Rahmen einer Amtshandlung
fest. Im Einzelfall, beispielsweise bei umfangreichen Anfragen, können
auch mehrere Gebührentatbestände abgerechnet werden. Die Gebühren
sind aber stets so zu bemessen, dass der Informationszugang nach § 1 IFG
wirksam in Anspruch genommen werden kann. Damit sollen überhöhte
Gebührenforderungen verhindert werden. Gebühren und Auslagen wer-
den zwar nach Verwaltungsaufwand erhoben, müssen die Kosten der
Verwaltung aber nicht decken. Außerdem dürfen sie auf den Bürger nicht
abschreckend wirken.

Auslagen, etwa für die Übersendung von Kopien, sind immer zu erhe-
ben, auch wenn die Auskunft selbst gebührenfrei ist.

Vor der Antragstellung sollten Sie die Behörde vorab um die Mitteilung
der voraussichtlichen Kosten bitten. Die Behörde muss den Antragstel-
ler bezüglich der eventuell entstehenden Kosten beraten. So kann es im
Einzelfall beispielsweise günstiger sein, Akteneinsicht zu nehmen als
eine schriftliche Auskunftserteilung zu beantragen.

6. Ausnahmen vom Informationszugang

Gesetzesbestimmungen:§§3bis6IFG

Auch wenn der freie Informationszugang der Regelfall sein soll, kann
eine Auskunftserteilung von einer öffentlichen Stelle verweigert bzw.
beschränkt werden, wenn ein Ausnahmegrund vorliegt. Das Informati-
onsfreiheitsgesetz enthält in den §§ 3 bis 6 mehrere Ausnahmetatbestän-
de. Die Gründe können sowohl im öffentlichen Interesse (§§ 3, 4 IFG) als
auch im privaten Interesse Dritter (§§ 5, 6 IFG) liegen. Ob und warum
eine Ausnahme vorliegt, muss von der zuständigen öffentlichen Stelle
aber in jedem Einzelfall geprüft und begründet werden.

Die öffentliche Stelle muss dabei stets auch die Möglichkeit eines zumin-
dest teilweisen Informationszugangs prüfen. Liegt ein Ausnahmetat-
bestand vor, darf der Informationszugang nur in dem Umfang versagt
werden, in dem die Information schutzwürdig ist, sofern dieser Teil ohne

17
7 BfDI – Info 2

unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand abgetrennt, auf Kopien ge-


schwärzt oder anderweitig von der Offenlegung ausgenommen werden
kann (§ 7 Abs. 2 IFG). Bei vollständiger oder teilweiser Ablehnung des
Antrages hat die Behörde dem Antragsteller darüber hinaus mitzuteilen,
ob und wann der Informationszugang ganz oder teilweise zu einem spä-
teren Zeitpunkt möglich ist (§ 9 Abs. 2 IFG).

Ausnahmegründe können etwa sein:

– Schutz von besonderen öffentlichen Belangen, wie z. B. innere und


äußere Sicherheit, Kontroll- und Aufsichtsaufgaben, ungestörte
Durchführung von Gerichts- oder Ermittlungsverfahren;
– Schutz des behördlichen Entscheidungsprozesses;
– Schutz personenbezogener Daten;
– Schutz des geistigen Eigentums oder von Betriebs- und Geschäftsge-
heimnissen.

7. Weitere Ablehnungsgründe

Gesetzesbestimmung:§9Abs.3IFG

Ein Antrag auf Informationszugang kann außerdem abgelehnt werden,

1. wenn der Antragsteller bereits über die begehrten Informationen ver-


fügt. Das ist dann der Fall, wenn er sie zum Zeitpunkt der Antragstel-
lung tatsächlich besitzt.

oder

2. sich diese in zumutbarer Weise aus allgemein zugänglichen Quellen


beschaffen kann. Zu den allgemein zugänglichen Quellen zählt auch
das Internet. Aber: Im Rahmen der Zumutbarkeit sind hier die indivi-
duellen Umstände des Antragstellers zu berücksichtigen (z. B. Behin-
derung, technische Ausstattung, Wohnsitz).

18
BfDI – Info 2 8

8. Spezialgesetzliche Zugangsregelungen

Gesetzesbestimmung:§1Abs.3IFG

Spezielle Regelungen, die den Zugang zu bestimmten Informationen re-


geln (etwa im Umweltinformationsgesetz, im Geodatenzugangsgesetz,
im Stasi-Unterlagen-Gesetz, im Bundesarchivgesetz, in § 19 Bundesda-
tenschutzgesetz und in § 8 Melderechtsrahmengesetz), gehen dem In-
formationsfreiheitsgesetz zwar grundsätzlich vor, jedoch nur, soweit der
Anwendungsbereich der Spezialnorm reicht und sie als abschließende
Regelung anzusehen ist.

Ist die Gesetzeslage hier eindeutig, gibt es in der praktischen Anwendung


des Informationsfreiheitsgesetzes auch andere Konstellationen, in denen
die Entscheidung, ob und inwieweit Informationen unter den Geltungs-
bereich des Informationsfreiheitsgesetzes fallen, zunächst nicht so offen-
sichtlich ist. Ein Beispiel hierfür sind Informationen aus Vergabeverfahren.
Handelt es sich um Vergabeverfahren unterhalb der EU-Schwellenwerte,
haben die Verdingungsordnungen keinen Rechtsvorschriftscharakter, so
dass das Informationsfreiheitsgesetz uneingeschränkt zur Anwendung
kommt. Aber auch bei Vergaben oberhalb des EU-Schwellenwertes ist
das Informationsfreiheitsgesetz generell anwendbar, jedenfalls besteht
nach Abschluss des Vergabeverfahrens ein uneingeschränkter Informa-
tionszugangsanspruch nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Etwas
anderes gilt nur für laufende Vergabeverfahren, soweit Regelungen ge-
troffen sind. Dann wird das Informationsfreiheitsgesetz durch diese ver-
gaberechtlichen Regelungen gemäß § 1 Abs. 3 IFG verdrängt.

Allgemeine Ausführungen zu Regelungen des Informationsfreiheitsge-


setzes finden Sie auch in den Tätikeitsberichten des Bundesbeauftragten
zur Informationsfreiheit. Diese sind unter
www.informationsfreiheit.bund.de abrufbar.

9. Ihre Rechte, wenn die Behörde Ihren Antrag


abgelehnt hat ...

Gesetzesbestimmung:§9Abs.4IFG

Gegen eine ablehnende oder einschränkende Entscheidung über den An-


trag auf Informationszugang durch die Behörde sind Widerspruch und
Verpflichtungsklage möglich.

19
10 BfDI – Info 2

Grundsätzlich kann die Bescheidung eines Antrages durch die Behörde


zwar formlos erfolgen, sie muss allerdings begründet werden. In der
Regel wird der ablehnende Bescheid aber eine Rechtsbehelfsbelehrung
enthalten. Eine ordnungsgemäße Rechtsbehelfsbelehrung bezeichnet
die Behörde, bei der der Rechtsbehelf einzulegen ist sowie die Frist - ein
Monat nach Zugang des Bescheides - innerhalb der das Rechtsmittel ein-
zulegen und gegebenenfalls zu begründen ist (§§ 58 Abs. 1, 70 Verwal-
tungsgerichtsordnung).

Enthält der – auch teilweise – ablehnende Bescheid keine oder eine feh-
lerhafte Rechtsbehelfsbelehrung, ist dieser dennoch wirksam und recht-
mäßig. Allerdings gilt dann die Jahresfrist für die Einlegung eines Wider-
spruchs oder einer Klage.

10. . .. und das Recht, sich an den


Bundesbeauftragten zu wenden

Gesetzesbestimmung:§12Abs.1und3IFG

Daneben können Sie sich auch jederzeit an den Bundesbeauftragten für


den Datenschutz und die Informationsfreiheit wenden, wenn Sie Ihr
Recht auf Informationszugang nach dem Informationsfreiheitsgesetz
als verletzt ansehen. Die Einschaltung des Bundesbeauftragten für den
Datenschutz und die Informationsfreiheit hat allerdings keine aufschie-
bende Wirkung hinsichtlich gegebener Fristen zur Folge. Dies gilt auch
für eine mögliche Verpflichtungsklage gegen die ablehnende Entschei-
dung der Behörde. Der Bundesbeauftragte kann die jeweilige Behörde
zu einer Stellungnahme auffordern, vermittelnd wirken und bei einem
Verstoß gegen das Informationsfreiheitsgesetz auf ein ordnungsgemäßes
Verfahren drängen. Liegt nach seiner Auffassung ein Verstoß gegen das
Informationsfreiheitsgesetz vor, kann er dies formell beanstanden und
hiervon die vorgesetzte Behörde und gegebenenfalls den Deutschen Bun-
destag unterrichten. Allerdings kann er den Behörden gegenüber keine
direkte Weisung erteilen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie sich an den Bundesbeauftragten für den
Datenschutz und die Informationsfreiheit wenden, weil Sie Ihr Recht
auf Informationszugang nach dem Informationsfreiheitsgesetz durch
eine Behörde als verletzt ansehen, teilen Sie bitte aus Datenschutzgrün-
den auch mit, ob Sie mit der Weitergabe Ihres Namens an diese Behörde

20
BfDI – Info 2 10

einverstanden sind. Der Bundesbeauftragte kann die Behörde, gegen


die sich Ihre Beschwerde richtet, nur dann um eine Überprüfung und
Stellungnahme bitten, wenn Sie Ihr Einverständnis zur Namensnen-
nung erteilt haben. Ihr Datenschutz ist uns wichtig!

Informationen des Bundesbeauftragten für den


Datenschutz und die Informationsfreiheit

Sie haben weitere Fragen zum Informationsfreiheitsgesetz des Bundes?


Oder wünschen zusätzliche Informationen? Gerne beantwortet der
Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Ihre Anfragen. Sie können sich jederzeit an ihn wenden.

Informationen und Materialien können Sie auch über die Internetseite


des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfrei-
heit abrufen: www.bfdi.bund.de

21
Anhang 1 BfDI – Info 2

Gesetz §2
zur Regelung des Zugangs Begriffsbestimmungen
zu Informationen des Bundes
(Informationsfreiheits- Im Sinne dieses Gesetzes ist
gesetz – IFG)
1. amtliche Information: jede amtlichen
Zwecken dienende Aufzeichnung,
vom 5. September 2005
unabhängig von der Art ihrer Spei-
(BGBl. I S. 2722)
cherung. Entwürfe und Notizen,
die nicht Bestandteil eines Vorgangs
§1 werden sollen, gehören nicht dazu;
Grundsatz
2. Dritter: jeder, über den personen-
(1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Ge- bezogene Daten oder sonstige In-
formationen vorliegen.
setzes gegenüber den Behörden des
Bundes einen Anspruch auf Zugang
zu amtlichen Informationen. Für §3
sonstige Bundesorgane und -einrich- Schutzvonbesonderenöffentlichen
tungen gilt dieses Gesetz, soweit sie Belangen
öffentlich-rechtliche Verwaltungsauf-
Der Anspruch auf Informationszu-
gaben wahrnehmen. Einer Behörde
gang besteht nicht,
im Sinne dieser Vorschrift steht eine
natürliche Person oder juristische 1. wenn das Bekanntwerden der
Person des Privatrechts gleich, soweit Information nachteilige Auswir-
eine Behörde sich dieser Person zur kungen haben kann auf
Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen
Aufgaben bedient. a) internationale Beziehungen,
b) militärische und sonstige sicher-
(2) Die Behörde kann Auskunft er-
heitsempfindliche Belange der
teilen, Akteneinsicht gewähren oder Bundeswehr,
Informationen in sonstiger Weise
zur Verfügung stellen. Begehrt der c) B
elange der inneren oder äuße-
Antragsteller eine bestimmte Art des ren Sicherheit,
Informationszugangs, so darf dieser d) Kontroll- oder Aufsichtsaufga-
nur aus wichtigem Grund auf ande- ben der Finanz-, Wettbewerbs-
re Art gewährt werden. Als wichtiger und Regulierungsbehörden,
Grund gilt insbesondere ein deutlich e) A
ngelegenheiten der externen
höherer Verwaltungsaufwand. Finanzkontrolle,
(3) Regelungen in anderen Rechts- f) M
aßnahmen zum Schutz vor
vorschriften über den Zugang zu unerlaubtem Außenwirtschafts-
amtlichen Informationen gehen mit verkehr,
Ausnahme des § 29 des Verwaltungs- g) die Durchführung eines lau-
verfahrensgesetzes und des § 25 des fenden Gerichtsverfahrens, den
Zehnten Buches Sozialgesetzbuch Anspruch einer Person auf ein
vor. faires Verfahren oder die Durch-

22
BfDI – Info 2 Anhang 1

führung strafrechtlicher, ord- öffentlichen Stellen des Bundes,


nungswidrigkeitsrechtlicher oder soweit sie Aufgaben im Sinne des
disziplinarischer Ermittlungen, § 10 Nr. 3 des Sicherheitsüberprü-
fungsgesetzes wahrnehmen.
2. wenn das Bekanntwerden der In-
formation die öffentliche Sicherheit
§4
gefährden kann,
Schutzdesbehördlichen
3. wenn und solange Entscheidungsprozesses

a) die notwendige Vertraulichkeit (1) Der Antrag auf Informations-


internationaler Verhandlungen zugang soll abgelehnt werden für
oder Entwürfe zu Entscheidungen sowie
Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer
b) die Beratungen von Behörden unmittelbaren Vorbereitung, soweit
beeinträchtigt werden, und solange durch die vorzeitige
Bekanntgabe der Informationen der
4. wenn die Information einer durch Erfolg der Entscheidung oder bevor-
Rechtsvorschrift oder durch die stehender behördlicher Maßnahmen
Allgemeine Verwaltungsvorschrift vereitelt würde. Nicht der unmittel-
zum materiellen und organisato- baren Entscheidungsvorbereitung
rischen Schutz von Verschlusssa- nach Satz 1 dienen regelmäßig Ergeb-
chen geregelten Geheimhaltungs- nisse der Beweiserhebung und Gut-
oder Vertraulichkeitspflicht oder achten oder Stellungnahmen Dritter.
einem Berufs- oder besonderen
Amtsgeheimnis unterliegt, (2) Der Antragsteller soll über den
Abschluss des jeweiligen Verfahrens
5. hinsichtlich vorübergehend bei- informiert werden.
gezogener Information einer an-
deren öffentlichen Stelle, die nicht
Bestandteil der eigenen Vorgänge §5
werden soll, SchutzpersonenbezogenerDaten

6. wenn das Bekanntwerden der (1) Zugang zu personenbezogenen


Information geeignet wäre, fis- Daten darf nur gewährt werden, so-
kalische Interessen des Bundes weit das Informationsinteresse des
im Wirtschaftsverkehr oder wirt- Antragstellers das schutzwürdige In-
schaftliche Interessen der Sozial- teresse des Dritten am Ausschluss des
versicherungen zu beeinträchtigen, Informationszugangs überwiegt oder
der Dritte eingewilligt hat. Besondere
7. bei vertraulich erhobener oder Arten personenbezogener Daten im
übermittelter Information, soweit Sinne des § 3 Abs. 9 des Bundesda-
das Interesse des Dritten an einer tenschutzgesetzes dürfen nur über-
vertraulichen Behandlung im Zeit- mittelt werden, wenn der Dritte aus-
punkt des Antrags auf Informati- drücklich eingewilligt hat.
onszugang noch fortbesteht,
(2) Das Informationsinteresse des An-
8. gegenüber den Nachrichtendiensten tragstellers überwiegt nicht bei Infor-
sowie den Behörden und sonstigen mationen aus Unterlagen, soweit sie

23
Anhang 1 BfDI – Info 2

mit dem Dienst- oder Amtsverhältnis Informationen berechtigt ist. Im Fall


oder einem Mandat des Dritten in des § 1 Abs. 1 Satz 3 ist der Antrag an
Zusammenhang stehen und bei In- die Behörde zu richten, die sich der
formationen, die einem Berufs- oder natürlichen oder juristischen Person
Amtsgeheimnis unterliegen. des Privatrechts zur Erfüllung ihrer
öffentlich-rechtlichen Aufgaben be-
(3) Das Informationsinteresse des dient. Betrifft der Antrag Daten Drit-
Antragstellers überwiegt das schutz- ter im Sinne von § 5 Abs. 1 und 2 oder
würdige Interesse des Dritten am § 6, muss er begründet werden. Bei
Ausschluss des Informationszugangs gleichförmigen Anträgen von mehr
in der Regel dann, wenn sich die An- als 50 Personen gelten die §§ 17 bis 19
gabe auf Name, Titel, akademischen
des Verwaltungsverfahrensgesetzes
Grad, Berufs- und Funktionsbezeich-
entsprechend.
nung, Büroanschrift und -telekom-
munikationsnummer beschränkt und (2) Besteht ein Anspruch auf Infor-
der Dritte als Gutachter, Sachverstän- mationszugang zum Teil, ist dem
diger oder in vergleichbarer Weise Antrag in dem Umfang stattzugeben,
eine Stellungnahme in einem Verfah- in dem der Informationszugang ohne
ren abgegeben hat.
Preisgabe der geheimhaltungsbe-
(4) Name, Titel, akademischer Grad, dürftigen Informationen oder ohne
Berufs- und Funktionsbezeichnung, unverhältnismäßigen Verwaltungs-
Büroanschrift und -telekommunika- aufwand möglich ist. Entsprechendes
tionsnummer von Bearbeitern sind gilt, wenn sich der Antragsteller in
vom Informationszugang nicht aus- den Fällen, in denen Belange Dritter
geschlossen, soweit sie Ausdruck und berührt sind, mit einer Unkenntlich-
Folge der amtlichen Tätigkeit sind und machung der diesbezüglichen Infor-
kein Ausnahmetatbestand erfüllt ist. mationen einverstanden erklärt.

(3) Auskünfte können mündlich,


§6 schriftlich oder elektronisch erteilt
SchutzdesgeistigenEigentumsund werden. Die Behörde ist nicht ver-
vonBetriebs-oder pflichtet, die inhaltliche Richtigkeit
Geschäftsgeheimnissen der Information zu prüfen.
Der Anspruch auf Informationszu- (4) Im Fall der Einsichtnahme in amt-
gang besteht nicht, soweit der Schutz liche Informationen kann sich der
geistigen Eigentums entgegensteht. Antragsteller Notizen machen oder
Zugang zu Betriebs- oder Geschäftsge- Ablichtungen und Ausdrucke ferti-
heimnissen darf nur gewährt werden, gen lassen. § 6 Satz 1 bleibt unberührt.
soweit der Betroffene eingewilligt hat.
(5) Die Information ist dem Antrag(5)
§7 Die Information ist dem Antragstel-
AntragundVerfahren ler unter Berücksichtigung seiner
Belange unverzüglich zugänglich zu
(1) Über den Antrag auf Informati- machen. Der Informationszugang soll
onszugang entscheidet die Behörde, innerhalb eines Monats erfolgen. § 8
die zur Verfügung über die begehrten bleibt unberührt.

24
BfDI – Info 2 Anhang 1

§8 (4) Gegen die ablehnende Ent-


VerfahrenbeiBeteiligungDritter scheidung sind Widerspruch und
Verpflichtungsklage zulässig. Ein
(1) Die Behörde gibt einem Dritten, Widerspruchsverfahren nach den
dessen Belange durch den Antrag auf Vorschriften des 8. Abschnitts der
Informationszugang berührt sind, Verwaltungsgerichtsordnung ist auch
schriftlich Gelegenheit zur Stellung- dann durchzuführen, wenn die Ent-
nahme innerhalb eines Monats, so- scheidung von einer obersten Bun-
fern Anhaltspunkte dafür vorliegen, desbehörde getroffen wurde.
dass er ein schutzwürdiges Interesse
am Ausschluss des Informationszu- §10
gangs haben kann. GebührenundAuslagen
(2) Die Entscheidung nach § 7 Abs. 1
(1) Für Amtshandlungen nach diesem
Satz 1 ergeht schriftlich und ist auch
Gesetz werden Gebühren und Ausla-
dem Dritten bekannt zu geben. Der
gen erhoben. Dies gilt nicht für die
Informationszugang darf erst erfol-
Erteilung einfacher Auskünfte.
gen, wenn die Entscheidung dem
Dritten gegenüber bestandskräftig (2) Die Gebühren sind auch unter
ist oder die sofortige Vollziehung Berücksichtigung des Verwaltungs-
angeordnet worden ist und seit der aufwandes so zu bemessen, dass der
Bekanntgabe der Anordnung an den Informationszugang nach § 1 wirk-
Dritten zwei Wochen verstrichen sam in Anspruch genommen werden
sind. § 9 Abs. 4 gilt entsprechend. kann.

§9 (3) Das Bundesministerium des In-


AblehnungdesAntrags;Rechtsweg nern wird ermächtigt, für Amts-
handlungen nach diesem Gesetz die
(1) Die Bekanntgabe einer Entschei- Gebührentatbestände und Gebüh-
dung, mit der der Antrag ganz oder rensätze durch Rechtsverordnung
teilweise abgelehnt wird, hat inner- ohne Zustimmung des Bundesrates
zu bestimmen. § 15 Abs. 2 des Ver-
halb der Frist nach § 7 Abs. 5 Satz 2
waltungskostengesetzes findet keine
zu erfolgen.
Anwendung.
(2) Soweit die Behörde den Antrag
ganz oder teilweise ablehnt, hat sie §11
mitzuteilen, ob und wann der Infor- Veröffentlichungspflichten
mationszugang ganz oder teilweise
zu einem späteren Zeitpunkt voraus- (1) Die Behörden sollen Verzeichnisse
sichtlich möglich ist. führen, aus denen sich die vorhan-
denen Informationssammlungen und
(3) Der Antrag kann abgelehnt wer- -zwecke erkennen lassen.
den, wenn der Antragsteller bereits
über die begehrten Informationen (2) Organisations- und Aktenpläne
verfügt oder sich diese in zumutba- ohne Angabe personenbezogener Da-
rer Weise aus allgemein zugänglichen ten sind nach Maßgabe dieses Gesetzes
Quellen beschaffen kann. allgemein zugänglich zu machen.

25
Anhang 1 BfDI – Info 2

(3) Die Behörden sollen die in den Ab- Zweiten Abschnitt, in den §§ 21 bis
sätzen 1 und 2 genannten Pläne und 26, in § 42 Abs. 1 Satz 1 zweiter Halb-
Verzeichnisse sowie weitere geeig- satz, Abs. 4 Satz 3 sowie § 44 Abs. 2
nete Informationen in elektronischer Satz 2 werden jeweils die Wörter „für
Form allgemein zugänglich machen. den Datenschutz“ durch die Wörter
„für den Datenschutz und die Infor-
§12 mationsfreiheit“ ersetzt.
Bundesbeauftragterfürdie
(2) Dem § 5 Abs. 4 des Bundesarchi-
Informationsfreiheit
vgesetzes vom 6. Januar 1988 (BGBl.
I S. 62), das zuletzt durch das Gesetz
(1) Jeder kann den Bundesbeauftrag-
ten für die Informationsfreiheit anru- vom 5. Juni 2002 (BGBl. I S. 1782) ge-
fen, wenn er sein Recht auf Informa- ändert worden ist, wird folgender
tionszugang nach diesem Gesetz als Satz angefügt:
verletzt ansieht.
„Gleiches gilt für Archivgut, soweit
(2) Die Aufgabe des Bundesbeauftrag- es vor der Übergabe an das Bundes-
ten für die Informationsfreiheit wird archiv oder die Archive der gesetzge-
von dem Bundesbeauftragten für den benden Körperschaften bereits einem
Datenschutz wahrgenommen. Informationszugang nach dem Infor-
mationsfreiheitsgesetz offen gestan-
(3) Die Bestimmungen des Bundesda- den hat.“
tenschutzgesetzes über die Kontrol-
laufgaben des Bundesbeauftragten §14
für den Datenschutz (§ 24 Abs. 1 und BerichtundEvaluierung
3 bis 5), über Beanstandungen (§ 25
Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 4, Satz 2 und Die Bundesregierung unterrichtet
Abs. 2 und 3) sowie über weitere Auf- den Deutschen Bundestag zwei Jah-
gaben gemäß § 26 Abs. 1 bis 3 gelten re vor Außerkrafttreten über die An-
entsprechend. wendung dieses Gesetzes. Der Deut-
sche Bundestag wird das Gesetz ein
§13 Jahr vor Außerkrafttreten auf wissen-
ÄnderungandererVorschriften schaftlicher Grundlage evaluieren.

(1) Das Bundesdatenschutzgesetz in


§15
der Fassung der Bekanntmachung
Inkrafttreten
vom 14. Januar 2003 (BGBl. I S. 66)
wird wie folgt geändert:
Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 2006
In den Angaben der Inhaltsübersicht in Kraft.
zur Überschrift des Dritten Unterab-
schnitts im Zweiten Abschnitt und zu
den §§ 21 bis 26 sowie in § 4c Abs. 2
Satz 2, § 4d Abs. 1, 6 Satz 3, § 6 Abs.
2 Satz 4, § 10 Abs. 3 Satz 1, § 19 Abs.
5 Satz 2, Abs. 6 Satz 1, in der Über-
schrift des Dritten Unterabschnitts im

26
BfDI – Info 2 Anhang 2

Verordnung §3
überdieGebührenund Inkrafttreten
Auslagennachdem
Informationsfreiheitsgesetz Diese Verordnung tritt mit Wirkung
(Informationsgebühren- vom 1. Januar 2006 in Kraft.
verordnung–IFGGebV)

Vom 2. Januar 2006

Auf Grund des § 10 Abs. 3 des


Informationsfreiheitsgesetzes vom
5. September 2005 (BGBl. I S. 2722)
in Verbindung mit dem 2. Abschnitt
des Verwaltungskostengesetzes vom
23. Juni 1970 (BGBl. I S. 821) verordnet
das Bundesministerium des Innern:

§1
GebührenundAuslagen

(1) Die Gebühren und Auslagen für


Amtshandlungen nach dem Informa-
tionsfreiheitsgesetz bestimmen sich
nach dem anliegenden Gebühren-
und Auslagenverzeichnis.

(2) Auslagen werden zusätzlich zu


den Gebühren und auch dann erho-
ben, wenn die Amtshandlung ge-
bührenfrei erfolgt. Dies gilt nicht in
Fällen eines Tatbestandes nach Teil A
Nummer 1.1 des Gebühren- und Aus-
lagenverzeichnisses.

§2
BefreiungundErmäßigung

Aus Gründen der Billigkeit oder des


öffentlichen Interesses kann die Ge-
bühr um bis zu 50 Prozent ermäßigt
werden. Aus den genannten Grün-
den kann in besonderen Fällen von
der Erhebung der Gebühr abgesehen
werden.

27
Anhang 2 BfDI – Info 2

Anlage
(zu § 1 Abs. 1)

Gebühren- und Auslagenverzeichnis


Teil A
Gebühren
Gebühren-
Nr. Gebührentatbestand betrag
in Euro

1 Auskünfte

1.1 – mündliche und einfache schriftliche Auskünfte auch bei Herausgabe von wenigen gebührenfrei
Abschriften

1.2 – Erteilung einer schriftlichen Auskunft auch bei Herausgabe von Abschriften 30 bis 250

1.3 – Erteilung einer schriftlichen Auskunft bei Herausgabe von Abschriften, wenn im Einzelfall 60 bis 500
ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand zur Zusammenstellung von Unterlagen entsteht,
insbesondere wenn zum Schutz öffentlicher oder privater Belange Daten ausgesondert
werden müssen

2 Herausgabe

2.1 – Herausgabe von Abschriften 15 bis 125

2.2 – Herausgabe von Abschriften, wenn im Einzelfall ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand 30 bis 500
zur Zusammenstellung von Unterlagen entsteht, insbesondere wenn zum Schutz öffent-
licher oder privater Belange Daten ausgesondert werden müssen

3 Einsichtnahme bei der Behörde einschließlich der erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen 15 bis 500
auch bei Herausgabe von wenigen Abschriften

4 Veröffentlichungen nach § 11 des Informationsfreiheitsgesetzes gebührenfrei

5 Vollständige oder teilweise Zurückweisung eines Widerspruchs bis zur Höhe


der für den
angefochte-
nen Verwal-
tungsakt
festgesetzten
Gebühr;
jedoch min-
destens
30 Euro

Teil B
Auslagen
Auslagen-
Nr. Auslagentatbestand betrag
in Euro

1 Herstellung von Abschriften und Ausdrucken

1.1 – je DIN A4-Kopie 0,10

1.2 – je DIN A3-Kopie 0,15

1.3 – je DIN A4-Farbkopie 5,00

1.4 – je DIN A3-Farbkopie 7,50

2 Wiedergabe von verfilmten Akten je Seite 0,25

3 Herstellung von Kopien auf sonstigen Datenträgern oder Filmkopien in voller Höhe

4 Aufwand für besondere Verpackung und besondere Beförderung in voller Höhe

28
BfDI – Info 2 Anhang 3

Gesetz über die mung eines öffentlichen Programm-


Weiterverwendung von oder Sendeauftrags dienen,
Informationen öffentlicher
Stellen (Informationsweiter- 6. die im Besitz von Bildungs- und
verwendungsgesetz–IWG)1) Forschungseinrichtungen sind, ein-
schließlich solcher Einrichtungen,
Vom 13. Dezember 2006 die zum Transfer von Forschungs-
ergebnissen gegründet wurden,
Der Bundestag hat das folgende Ge-
setz beschlossen: 7. die im Besitz kultureller Einrich-
tungen sind.
§1 (3) Die Bestimmungen zum Schutz
Anwendungsbereich personenbezogener Daten und wei-
tergehende Ansprüche aus anderen
( 1) Dieses Gesetz gilt für die Weiter-
Rechtsvorschriften auf Weiterver-
verwendung aller bei öffentlichen
wendung von Informationen öffent-
Stellen vorhandenen Informationen.
licher Stellen bleiben unberührt.
(2) Dieses Gesetz gilt nicht für Infor-
mationen, §2
Begriffsbestimmungen
1. an denen kein Zugangsrechtbe-
steht, Im Sinne dieses Gesetzes

2. die nur bei Nachweis eines recht- 1. sind öffentliche Stellen


lichen oder berechtigten Interesses
zugänglich sind, a) G
ebietskörperschaften, einschließ-
lich ihrer Sondervermögen,
3. deren Erstellung nicht unter die
öffentlichen Aufgaben der betref- b) andere juristische Personen des
fenden öffentlichen Stelle fällt, öffentlichen und des privaten
Rechts, die zu dem besonderen
4. die von Urheberrechten oder ver- Zweck gegründet wurden, im
wandten Schutzrechten Dritter Allgemeininteresse liegende
oder von gewerblichen Schutz- Aufgaben nicht gewerblicher
rechten erfasst werden, Art zu erfüllen, wenn Stellen,
die unter Buchstabe a oder Buch-
5. die im Besitz öffentlich-rechtlicher
stabe c fallen, sie einzeln oder
Rundfunkanstalten oder deren Be-
gemeinsam durch Beteiligung
auftragten sind und der Wahrneh-
oder auf sonstige Weise überwie-
gend finanzieren oder über ihre
Dieses Gesetz dient der Umsetzung
1) Leitung die Aufsicht ausüben
der Richtlinie 2003/98/EG des Euro- oder mehr als die Hälfte der Mit-
päischen Parlaments und des Rates glieder eines ihrer zur Geschäfts-
vom 17. November 2003 über die Wei- führung oder zur Aufsicht beru-
terverwendung von Informationen fenen Organe bestimmt haben.
des öffentlichen Sektors (ABl. EU Nr. Das Gleiche gilt dann, wenn die
L 345 S. 90). Stelle, die einzeln oder gemein-

29
Anhang 3 BfDI – Info 2

sam mit anderen die überwie- (2) Werden Informationen von öffent-
gende Finanzierung gewährt lichen Stellen als Ausgangsmaterial
oder die Mehrheit der Mitglieder für eigene Geschäftstätigkeiten wei-
eines zur Geschäftsführung oder ter verwendet, gelten hierfür die glei-
Aufsicht berufenen Organs be- chen Entgelte und Bedingungen wie
stimmt hat, unter Satz 1 fällt, für andere Personen.

c) Verbände, deren Mitglieder un- (3) Dürfen die Informationen weiter-


ter Buchstabe a oder Buchstabe b verwendet werden, sind sie in allen
fallen, angefragten Formaten und Sprachen,
in denen sie bei der öffentlichen Stelle
2. ist Information jede Aufzeichnung, vorliegen, zur Verfügung zu stellen;
unabhängig von der Art ihrer Spei- soweit möglich sind sie elektronisch
cherung, zu übermitteln. Auszüge von Infor-
mationen werden zur Verfügung ge-
3. ist Weiterverwendung jede Nut-
stellt, wenn damit für die öffentliche
zung von Informationen, die über
Stelle kein unverhältnismäßiger Auf-
die Erfüllung einer öffentlichen
wand verbunden ist.
Aufgabe hinaus geht und in der
Regel auf die Erzielung von Ent- (4) Regelungen über die Weiterver-
gelt gerichtet ist; die intellektuelle wendung von Informationen öffent-
Wahrnehmung einer Information licher Stellen dürfen keine ausschließ-
und die Verwertung des dadurch
lichen Rechte gewähren. Dies gilt
erlangten Wissens stellen regelmä-
nicht, wenn zur Bereitstellung eines
ßig keine Weiterverwendung dar,
Dienstes im öffentlichen Interesse ein
4. sind Nutzungsbestimmungen Be- ausschließliches Recht über die Wei-
stimmungen, die wesentliche Fra- terverwendung von Informationen
gen der Weiterverwendung von erforderlich ist. Die Begründung
Informationen regeln, eines solchen Rechts muss regelmä-
ßig, mindestens alle drei Jahre, über-
5. ist Person jeder Bürger und jede prüft werden. Nach dem 31. Dezem-
Bürgerin der Europäischen Union ber 2003 getroffene Regelungen über
und jede natürliche oder juristische ausschließliche Rechte müssen klar
Person mit Wohnsitz oder Sitz in und eindeutig sein sowie öffentlich
einem Mitgliedstaat. bekannt gemacht werden. Bestehen-
de ausschließliche Rechte, die nicht
unter Satz 2 fallen, erlöschen mit Ab-
§3
lauf der Regelung, spätestens jedoch
Gleichbehandlungsanspruch
am 31. Dezember 2008.
(1) Jede Person ist bei der Entscheidung
über die Weiterverwendung vorhan- §4
dener Informationen öffentlicher Stel- BearbeitungvonAnfragen;
len, die diese zur Weiterverwendung Transparenz
zur Verfügung gestellt haben, gleich
zu behandeln. Ein Anspruch auf Zu- (1) Über Anfragen auf Weiterverwen-
gang zu Informationen wird durch dung von Informationen entscheidet
dieses Gesetz nicht begründet. die öffentliche Stelle innerhalb von

30
BfDI – Info 2 Anhang 3

20 Arbeitstagen nach Eingang der (4) Nutzungsbestimmungen und Ent-


Anfrage. Bei umfangreichen oder gelte für die Weiterverwendung, die
schwierigen Sachverhalten beträgt allgemein Anwendung finden sol-
die Frist 40 Arbeitstage; die anfra- len, sind im Voraus festzulegen und,
gende Person ist innerhalb von drei soweit dies technisch möglich und
Wochen nach Eingang der Anfrage sinnvoll ist, elektronisch zu veröffent-
über diese Frist zu unterrichten. Die lichen; die elektronische Veröffentli-
Fristen in Satz 1 und 2 gelten nicht, chungspflicht gilt auch für Gebühren.
wenn die öffentliche Stelle selbst eine Auf Anfrage gibt die öffentliche Stelle
angemessene Frist festgelegt hat oder die Berechnungsgrundlagen für die
eine solche aufgrund einer Rechtsvor- veröffentlichten Entgelte und die
schrift besteht. Wenn eine Bearbei- Faktoren an, die beider Berechnung
tungsfrist für Anträge auf Zugang zu der Entgelte in besonders gelagerten
Informationen besteht, ist diese auch Einzelfällen berücksichtigt werden.
für die Bearbeitung von Anfragen auf Die öffentliche Stelle gewährleistet,
Weiterverwendung maßgeblich. dass anfragende Personen über die
verfügbaren Rechtsschutzmöglich-
(2) Innerhalb der Frist nach Absatz 1 keiten unterrichtet werden.
stellt die öffentliche Stelle die Infor-
mationen zur Weiterverwendung (5) Lehnt die öffentliche Stelle die Wei-
zur Verfügung oder lehnt die Wei- terverwendung ganz oder teilweise ab,
terverwendung ab. Die öffentliche teilt sie der anfragenden Person die
Stelle kann auch ein Vertragsangebot Gründe mit und weist auf die Rechts-
unterbreiten, das Nutzungsbestim- schutzmöglichkeiten hin. Beruht die
mungen enthalten kann. Die Nut- Ablehnung auf § 1 Abs. 2 Nr. 4, be-
zungsbestimmungen müssen verhält- nennt die öffentliche Stelle den Rechts-
nismäßig sein, dürfen nicht zu einer inhaber, wenn er ihr bekannt und seine
Wettbewerbsverzerrung führen und Nennung zulässig ist.
die Möglichkeiten der Weiterverwen-
dung nicht unnötig einschränken. (6) Die Verpflichtungen aus Absatz 1, 2
und 5 gelten nicht für die in § 1 Abs. 2
(3) Wer den in einer Vereinbarung Nr. 5 bis 7 genannten öffentlichen Stel-
Entgelte für die Weiterverwendung len.
verlangt, dürfen die Gesamteinnah-
men aus der Bereitstellung von Infor-
mationen und der Gestattung ihrer §5
Weiterverwendung die Kosten ihrer Rechtsschutz
Erfassung, Erstellung, Reprodukti-
on und Verbreitung zuzüglich einer Für Streitigkeiten nach diesem Gesetz
angemessenen Gewinnspanne nicht ist der Verwaltungsrechtsweg eröff-
übersteigen. Die Entgelte sollen für net.
den entsprechenden Abrechnungs-
zeitraum kostenorientiert sein und §6
unter Beachtung der für die betref- Inkrafttreten
fenden öffentlichen Stellen geltenden
Buchführungsgrundsätze berechnet Dieses Gesetz tritt am Tag nach der
werden. Verkündung in Kraft.

31
Anhang 4 BfDI – Info 2

DerBundesbeauftragte
fürdenDatenschutzund
dieInformationsfreiheit

AnwendungshinweisezumInformationsfreiheitsgesetz(IFG)
ÜberarbeiteteFassung(Stand:1 .August2007)
–Gesetzvom5 .September2005(BGBl .IS .2722)–

§1
Grundsatz

(1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Gesetzes gegenüber den Behörden des
BundeseinenAnspruchaufZugangzuamtlichenInformationen .Fürsons-
tigeBundesorganeund-einrichtungengiltdiesesGesetz,soweitsieöffent-
lich-rechtlicheVerwaltungsaufgabenwahrnehmen .EinerBehördeimSinne
dieserVorschriftstehteinenatürlichePersonoderjuristischePersondesPri-
vatrechtsgleich,soweiteineBehördesichdieserPersonzurErfüllungihrer
öffentlich-rechtlichenAufgabenbedient .

(2) Die Behörde kann Auskunft erteilen, Akteneinsicht gewähren oder In-
formationeninsonstigerWeisezurVerfügungstellen .BegehrtderAntrag-
stellereinebestimmteArtdesInformationszugangs,sodarfdiesernuraus
wichtigemGrundaufandereArtgewährtwerden .AlswichtigerGrundgilt
insbesondereeindeutlichhöhererVerwaltungsaufwand .

(3)RegelungeninanderenRechtsvorschriftenüberdenZugangzuamtlichen
InformationengehenmitAusnahmedes§29desVerwaltungsverfahrensge-
setzesunddes§25desZehntenBuchesSozialgesetzbuchvor .

ZuAbsatz1:
1. Die Vorschrift gewährt als GrundnormdesGesetzes jedem gegenüber den
Behörden und Einrichtungen des Bundes einen Anspruch auf freien Zugang
zu amtlichen Informationen (zum Begriff der amtlichen Information vgl. § 2
Nr. 1).

2 .Anspruchsinhaber ist „jeder“, d.h. Deutsche und Ausländer im In- und Aus-
land. Auch juristische Personen des Privatrechts sind zugangsberechtigt; für
juristische Personen des öffentlichen Rechts gelten stattdessen Amtshilfevor-
schriften bzw. Auskunfts- oder Übermittlungsrechte und -pflichten. Nicht
rechtsfähige Vereinigungen wie Bürgerinitiativen und Verbände sollen nach der
Gesetzesbegründung nicht anspruchsberechtigt sein, sondern ausschließlich die
einzelnen Mitglieder dieser Vereinigungen. Dem steht jedoch der Wortlaut des
§ 1 Abs. 1 entgegen, der uneingeschränkt von „jeder“ spricht. In diesem Sinne
hat auch das BVerwG zur vergleichbaren Vorschrift des § 4 Umweltinforma-
tionsgesetz entschieden, dass auch nicht rechtsfähige Personenvereinigungen,
sofern sie organisatorisch hinreichend verfestigt sind, als Anspruchsinhaber in
Betracht kommen (Urt. v. 25. März 1999, BVerwGE 108, 369).

32
BfDI – Info 2 Anhang 4

3 .Anspruchsgegner sind die Behörden des Bundes (Satz 1), sonstige Bundes-
organe und –einrichtungen, soweit sie öffentlich-rechtliche Verwaltungsauf-
gaben wahrnehmen (Satz 2), und natürliche oder juristische Personen des
Privatrechts, soweit eine Bundesbehörde sich ihrer zur Erfüllung ihrer öffent-
lich-rechtlichen Aufgaben bedient (Satz 3).

a.) Der Behördenbegriff in Satz 1entspricht dem des § 1 Abs. 4 VwVfG, d.h. Be-
hörde ist jede Stelle, die Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnimmt.
Für die Anwendbarkeit des IFG ist unerheblich, ob sich die Behörde bei der
Erfüllung öffentlicher Verwaltungsaufgaben öffentlich-rechtlicher oder
privatrechtlicher Handlungsformen bedient (vgl. OVG Münster, Beschl. v.
19. Juni 2002 – 21 B 589/02 [zu § 2 Abs. 1 IFG NRW]; VG Schleswig, Urt. v.
31. August 2004 – 6 A 245/02 [zu § 2 IFG SH]). Zu den Behörden des Bundes
zählen auch die Auslandsvertretungen (§ 2 des Gesetzes über den Auswär-
tigen Dienst). Soweit eine Bundesbehörde europarechtlich handelt (z.B. die
Bundesbank als integraler Bestandteil des Europäischen Zentralbanksys-
tems, § 3 Bundesbankgesetz), unterliegt sie den gemeinschaftsrechtlichen
Vorgaben. Der Zugang zu Informationen bei Behörden der Länder richtet
sich nach dem jeweiligen Landesgesetz zur Informationsfreiheit, das aller-
dings nicht in allen Ländern existiert.

b.) Sonstige Bundesorgane und -einrichtungen (Satz2) sind z.B. Bundes-


tag, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichte, Bundesbank
sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Bundes. Sie sind
allerdings nur zum Informationszugang verpflichtet, soweit sie öffent-
lich-rechtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Einrichtungen, die
nur teilweise öffentlich-rechtlich tätig werden (z.B. Kreditinstitute des
Bundes), sind daher auch nur insoweit verpflichtet. Durch die Beschrän-
kung auf den Bereich öffentlich-rechtlicher Verwaltungsaufgaben werden
vom Informationszugang insbesondere ausgenommen:

• Wahrnehmung parlamentarischer Angelegenheiten (insbesondere Ge-


setzgebung, Kontrolle der Bundesregierung, Wahlprüfung, Wahrung
der Rechte des Bundestages und seiner Mitglieder – z.B. in Immunitäts-
angelegenheiten, bei Petitionen und bei Eingaben an den Wehrbeauf-
tragten –, parlamentarische Kontakte zu in- und ausländischen sowie
supranationalen Stellen),

• Rechtsprechung,

• sonstige unabhängige Tätigkeiten (z.B. die geld- und währungspoli-


tischen Beratungen der Deutschen Bundesbank vor Beginn der Wirt-
schafts- und Währungsunion),

• weite Teile der Tätigkeit des Bundespräsidialamtes (insbesondere die Vor-


bereitung präsidentieller Akte und die vom Bundespräsidenten delegier-
ten Akte,

33
Anhang 4 BfDI – Info 2

• beratende Bundesgremien (es sei denn, sie sind in eine Bundesbehörde


i.S.d. Satz 1 fest eingegliedert und daher Teil derselben).

c.) Natürliche oder juristische Personen des Privatrechts, derer sich eine Be-
hörde zur Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben bedient (Satz3),
sind nach der Gesetzesbegründung insbesondere Verwaltungshelfer. Der
Anwendungsbereich der Vorschrift geht aber deutlich über diese hinaus (von
Satz 3 nicht erfasst sind allerdings Beliehene, da diese bereits selbst Behörde
im Sinne von Satz 1 sind). Der Begriff der öffentlich-rechtlichenAufgaben
umfasst hier nicht nur staatliche Aufgaben, die sich aus einer öffentlich-recht-
lichen Norm ableiten lassen, sondern auch solche gemeinwohlerheblichen
Aufgaben, die der Staat durch eigene Initiative zur öffentlichen Aufgabe ge-
macht hat. Die herangezogene Privatperson wird der auftraggebenden Be-
hörde zugerechnet; Anspruchsgegner bleibt daher die Behörde (vgl. § 7 Abs. 1
Satz 2). Das IFG gewährt keinen Anspruch gegen Private.

4. Der Anspruch auf Informationszugang besteht voraussetzungslos .Insbeson-


dere muss der Antragsteller weder ein rechtliches noch ein berechtigtes oder
ein sonstiges Interesse an der begehrten Information geltend machen (vgl.
aber § 7 Abs. 1 Satz 3). Ausnahmen vom Informationszugang enthalten §§ 3
bis 6, deren Vorliegen allerdings die Behörde darlegen muss. Gegenüber den
hergebrachten Prinzipien des Aktengeheimnisses und der Vertraulichkeit
der Verwaltung findet also eine UmkehrderBegründungslast statt. Der Zu-
gangsanspruch kann nicht durch vertraglicheVertraulichkeitsabredenaus-
geschlossen werden; entsprechende Vereinbarungen sind gemäß § 54 Satz 1
2. Hs. VwVfG bzw. § 134 BGB nichtig.

ZuAbsatz2:
5. Als ArtendesInformationszugangs kommen in Betracht (Satz 1):

• Auskunftserteilung (vgl. auch § 7 Abs. 3),

• Akteneinsicht (vgl. auch § 7 Abs. 4),

• Verfügbarmachen in sonstiger Weise (insbesondere durch Übersendung


von Kopien, aber z.B. auch: Hören eines Tonbandes).

6. Der Antragsteller hat zwischen diesen Möglichkeiten ein Wahlrecht . Die Be-
hörde darf von der begehrten Art des Informationszugangs nur aus wichtigem
Grund abweichen (Satz 2). Ein wichtigerGrund ist gemäß Satz 3 insbesonde-
re ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand, etwa bei Massenverfahren mit
gleichförmigen Anträgen zahlreicher Personen (vgl. auch § 7 Abs. 1 Satz 4).
Aber auch materielle Gründe, insbesondere die Schutzbelange der §§ 3 bis 6,
kommen in Betracht. Es kann daher etwa genügen, Kopien von Teilen einer
Akte zur Verfügung zu stellen. Umgekehrt kann z.B. aus Gründen des Urhe-
berrechtsschutzes eine Vervielfältigung unzulässig, dafür aber eine Auskunfts-
erteilung oder Akteneinsicht möglich sein (vgl. Anm. 3 zu § 6).

34
BfDI – Info 2 Anhang 4

ZuAbsatz3:
7. Abs. 3 regelt das Verhältnis zu anderen Informationszugangsrechten .
Grundsätzlich gehen spezialgesetzliche Zugangsregelungen dem IFG vor,
und zwar unabhängig davon, ob sie ein engeres oder ein weiteres Zugangs-
recht gewähren. Dies gilt jedoch nur, soweit der Anwendungsbereich der
Spezialnorm reicht und sie als abschließende Regelung anzusehen ist; im Üb-
rigen bleibt das IFG anwendbar. Spezielle Regelungen finden sich beispiels-
weise im Umweltinformationsgesetz, im Stasi-Unterlagen-Gesetz, im Bun-
desarchivgesetz (zur Änderung des Bundesarchivgesetzes vgl. § 13 Abs. 2),
in § 19 Bundesdatenschutzgesetz und in § 8 Melderechtsrahmengesetz.

8. Eine Ausnahme gilt für die allgemeinen verfahrensrechtlichen Aktenein-


sichtsrechte nach § 29 VwVfG und § 25 SGB X. Diese verdrängen den Infor-
mationszugangsanspruch des IFG nicht, sondern stehen neben diesem. Der
Anspruch des IFG ist insofern weiter, als er auch für Nicht-Verfahrensbetei-
ligte und außerhalb laufender Verwaltungsverfahren gilt. Im Einzelfall kann
aber auch das Akteneinsichtsrecht nach § 29 VwVfG für den Antragsteller
günstiger sein, da § 29 Abs. 2 VwVfG weniger weit reichende Versagungs-
gründe statuiert als §§ 3-6.

§2
Begriffsbestimmungen

ImSinnediesesGesetzesist

1 .amtliche Information: jede amtlichen Zwecken dienende Aufzeichnung,


unabhängig von der Art ihrer Speicherung . Entwürfe und Notizen, die
nichtBestandteileinesVorgangswerdensollen,gehörennichtdazu;

2 .Dritter:jeder,überdenpersonenbezogeneDatenodersonstigeInformati-
onenvorliegen .

ZuNr .1:
1. Der Begriff der amtlichenInformation erfasst alle Formen von bei der Be-
hörde vorhandenen Aufzeichnungen, insbesondere Schriften, Tabellen, Di-
agramme, Bilder, Pläne, Karten sowie Tonaufzeichnungen. Auf die Art ihrer
Speicherung kommt es nicht an. Sie können elektronisch (Magnetbänder, Ma-
gnetplatten, Disketten, CD-ROMs, DVDs), optisch (Filme, Fotos auf Papier),
akustisch oder anderweitig gespeichert sein.

2. Nicht erfasst sind

• privateInformationen und Informationen, die nicht mit amtlicher Tätig-


keit zusammenhängen;

• Entwürfe und Notizen (beispielsweise handschriftliche Aufzeichnungen


oder Gliederungen), sofern sie nicht Bestandteil des Vorgangs werden sol-

35
Anhang 4 BfDI – Info 2

len. Was zum Vorgang zu nehmen ist, richtet sich nach den Regeln der ord-
nungsgemäßen Aktenführung. Das IFG macht keine Änderungen in der
Aktenführung durch Trennung von Unterlagen o.ä. erforderlich. Erst zur
Erfüllung eines konkreten Informationsbegehrens sind geschützte Informa-
tionen abzutrennen oder unkenntlich zu machen (vgl. § 7 Abs. 2). Mögliche
Ansprüche nach dem IFG dürfen nicht durch unzulässige Parallelakten-
führung, insbesondere durch die Aufnahme von Unterlagen ausschließlich
in Handakten, unterlaufen werden.

ZuNr .2:
3. Dritter ist jeder, der durch den Informationszugang in seinen durch §§ 5, 6
geschützten Belangen (personenbezogene Daten, geistiges Eigentum, Betriebs-
oder Geschäftsgeheimnisse) berührt werden könnte. Im Fall des § 6 kann Drit-
ter auch eine Behörde sein (vgl. Anm. 2. zu § 6). Zum Schutz personenbezo-
gener Daten von Amtsträgern vgl. § 5 Abs .4.

4. Zu beachten ist, dass die Terminologie des IFG von der des Bundesdaten-
schutzgesetzes abweicht. Nach § 3 Abs. 1 BDSG werden die Personen, auf die
sich Daten beziehen, als „Betroffene“ bezeichnet, während „Dritte“ gerade
nicht die Betroffenen, sondern Außenstehende sind (§ 3 Abs. 8 BDSG).

§3
SchutzvonbesonderenöffentlichenBelangen

DerAnspruchaufInformationszugangbestehtnicht,

1 .wenndasBekanntwerdenderInformationnachteiligeAuswirkungenha-
benkannauf

 a)internationaleBeziehungen,

 b)militärischeundsonstigesicherheitsempfindlicheBelangederBundes-
wehr,

 c)BelangederinnerenoderäußerenSicherheit,

 d)Kontroll-oderAufsichtsaufgabenderFinanz-,Wettbewerbs-undRegu-
lierungsbehörden,

 e)AngelegenheitenderexternenFinanzkontrolle,

 f)MaßnahmenzumSchutzvorunerlaubtemAußenwirtschaftsverkehr,

 g)die Durchführung eines laufenden Gerichtsverfahrens, den Anspruch


einerPersonaufeinfairesVerfahrenoderdieDurchführungstrafrecht-
licher, ordnungswidrigkeitsrechtlicher oder disziplinarischer Ermitt-
lungen,

36
BfDI – Info 2 Anhang 4

2 .wenn das Bekanntwerden der Information die öffentliche Sicherheit ge-


fährdenkann,

3 .wennundsolange

 a)dienotwendigeVertraulichkeitinternationalerVerhandlungenoder

 b)dieBeratungenvonBehördenbeeinträchtigtwerden,

4 .wenn die Information einer durch Rechtsvorschrift oder durch die Allge-
meineVerwaltungsvorschriftzummateriellenundorganisatorischenSchutz
von Verschlusssachen geregelten Geheimhaltungs- oder Vertraulichkeits-
pflichtodereinemBerufs-oderbesonderenAmtsgeheimnisunterliegt,

5 .hinsichtlich vorübergehend beigezogener Information einer anderen öf-


fentlichenStelle,dienichtBestandteildereigenenVorgängewerdensoll,

6 .wenn das Bekanntwerden der Information geeignet wäre, fiskalische Inter-


essendesBundesimWirtschaftsverkehroderwirtschaftlicheInteressender
Sozialversicherungenzubeeinträchtigen,

7 .bei vertraulich erhobener oder übermittelter Information, soweit das In-


teresse des Dritten an einer vertraulichen Behandlung im Zeitpunkt des
AntragsaufInformationszugangnochfortbesteht,

8 .gegenüber den Nachrichtendiensten sowie den Behörden und sonstigen


öffentlichen Stellen des Bundes, soweit sie Aufgaben im Sinne des §10
Nr .3desSicherheitsüberprüfungsgesetzeswahrnehmen .

1. Das Gesetz regelt in §§3 bis 6 zahlreiche Ausnahmen vom Anspruch auf
Informationszugang. §§ 3 und 4 enthalten Ausnahmetatbestände, die im
öffentlichen Interesse liegen, §§ 5 und 6 solche, die im privaten Interesse
liegen. Hinzu kommt der ungeschriebene Ausnahmegrund des exekutiven
Kernbereichs (vgl. Anm. 4. zu § 4). Das Vorliegen einer Ausnahme ist von der
Behörde darzulegen. Der Informationszugang darf nur in dem Umfang ver-
sagt werden, in dem die Information schutzwürdig ist; es ist daher stets die
Möglichkeit eines zumindest teilweisen Informationszugangs zu prüfen (vgl.
§ 7 Abs. 1). Die Ausnahmetatbestände der §§ 3 bis 6 sind eng auszulegen;
dies entspricht den üblichen Auslegungsregeln und dem Zweck des Gesetzes
(freier Informationszugang als Regelfall).

2. Die Fallgruppen des §3 schützen grundsätzlich bestimmte Informationen,


nicht bestimmte Bereiche (Behörden). Lediglich in § 3 Nr. 8 findet sich eine
Bereichsausnahme für Nachrichtendienste. In allen übrigen Fällen ist eine
Einzelfallprüfung erforderlich, wobei zu beachten ist, dass sich die Abwä-
gungsmaßstäbe zwischen den einzelnen Ziffern unterscheiden („nachteilige
Auswirkungen haben kann“, „gefährden kann“, „beeinträchtigt werden“
etc.). Die einzelnen Gründe des § 3 sind nebeneinander anwendbar; teilweise
bestehen ohnehin Überschneidungen.

37
Anhang 4 BfDI – Info 2

• Nr .1 lit .a schützt auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland


und das diplomatische Vertrauensverhältnis zu ausländischen Staaten,
zwischen- sowie überstaatlichen Organisationen, etwa der Europäischen
Union oder den Vereinten Nationen. Erfasst sind damit spezifische Funkti-
onsbereiche des Auswärtigen Amtes.

• Nr .1lit .b betrifft den Bereich der Bundeswehr und schützt dort nicht nur
militärische Informationen, sondern auch zivile Informationen, die Rück-
schlüsse auf schutzwürdige sicherheitsrelevante Sachverhalte zulassen.

• Nr .1 lit .c erfasst den nichtmilitärischen Sicherheitsbereich unter ande-


rem der Nachrichtendienste. Diese Fallgruppe überschneidet sich daher
nicht nur mit Nr. 2, sondern auch mit Nr. 7 und 8.

• Nr .1lit .d betrifft die behördlicheFinanz-undWettbewerbsaufsicht (ein-


schließlich der Tätigkeiten der Regulierungsbehörden). Es handelt sich
nicht um eine Bereichsausnahme für die Finanz-, Wettbewerbs- und Regu-
lierungsbehörden. Vielmehr ist von diesen in jedem Einzelfall konkret dar-
zulegen, inwiefern das Bekanntwerden der jeweiligen Information nachtei-
lige Auswirkungen auf die Kontroll- oder Aufsichtsaufgaben haben kann.

• Nr .1 lit .e erfasst die externe Finanzkontrolle und damit den Tätigkeitsbe-
reich des Bundesrechnungshofs. Auch hier sind nur solche Informationen ge-
schützt, deren Bekanntwerden im konkreten Fall nachteilige Auswirkungen
auf die Kontrollaufgaben haben kann, was im Einzelnen von der Behörde zu
begründen ist.

• Nr .1lit .f dient dem Schutz von Maßnahmen gegen unerlaubten Außen-
wirtschaftsverkehr . Nicht zugänglich sind Informationen, deren Bekannt-
werden sich nachteilig auf die Kontrolle verbotswidriger oder ungenehmi-
gter Exporte auswirken kann.

• Nr .1lit .g schützt laufendeGerichts-undErmittlungsverfahren. Adres-


saten dieser Regelung sind in erster Linie nicht die Behörden, die das je-
weilige Verfahren durchführen (denn diese sind vom Anwendungsbereich
des IFG weit gehend ausgenommen, vgl. Anm. 3.b zu § 1), sondern Behör-
den, die als Verfahrensbeteiligte o.ä. über entsprechende Informationen
verfügen. Die Vorschrift dient ausschließlich dem Schutz des laufenden
Gerichts- oder Ermittlungsverfahrens an sich, d.h. seiner störungsfreien
Durchführung, nicht aber dem Schutz der Position der prozessbeteiligten
Behörde. Der Ablehnungsgrund gilt zeitlich begrenzt bis zum Abschluss
des Verfahrens. Künftige Verfahren sind nicht geschützt.

• Nr .2 erfasst den Bereich der öffentlichen Sicherheit im Sinne des allge-
meinen Gefahrenabwehrrechts. Von diesem sehr weit gefassten Tatbestand
sollte nur zurückhaltend Gebrauch gemacht werden. Erforderlich ist jeden-
falls, dass das Bekanntwerden der begehrten Information eine konkrete
Gefahr für die öffentliche Sicherheit begründet. Es genügt z.B. nicht, dass

38
BfDI – Info 2 Anhang 4

die Information abstrakt geeignet ist, zu einem Rechtsbruch missbraucht


zu werden.

• Nr . 3 schützt die Vertraulichkeit von Beratungen, und zwar sowohl im


internationalen (lit. a) als auch im innerstaatlichen Bereich (lit. b). Die be-
hördlichen Beratungen sind nur schutzwürdig, soweit und solange das Be-
kanntwerden des Beratungsinhalts die Arbeitsfähigkeit oder die Aufgaben-
erfüllung unzumutbar beeinträchtigen würde. Der Ablehnungstatbestand
wird nicht bereits dadurch begründet, dass eine Verhandlung nichtöffent-
lich stattfindet oder eine Beratung als vertraulich bezeichnet wird.

• Nr .4 dient dem Geheimnisschutz .Dessen Art und Umfang richtet sich nach
den entsprechenden materiell-rechtlichen Regelungen in den jeweiligen Spe-
zialgesetzen, deren konkrete Reichweite im jeweiligen Einzelfall zu prüfen
ist. Beispiele für geschützte Geheimnisse bilden das Steuer- und das Sozial-
geheimnis; zu den Berufs- oder besonderen Amtsgeheimnissen zählen etwa
die ärztliche und die anwaltliche Schweigepflicht (vgl. im Übrigen auch die
Aufzählung in § 203 Abs. 1 StGB). Auch zu Dokumenten, die gemäß der
Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum materiellen und organisatorischen
Schutz von Verschlusssachen (VS-Anweisung) eingestuft sind, besteht kein
Zugangsanspruch. Jedoch sollte ein Antrag auf Informationszugang stets
zum Anlass genommen werden, die Erforderlichkeit der Einstufung noch-
mals zu überprüfen. Insbesondere bei länger zurückliegenden Einstufungen
kann der Geheimhaltungsgrund zwischenzeitlich entfallen sein.

• Nr . 5 schließt Informationen mit Ursprung außerhalb des Bundes (z.B.


Informationen der Länder, der Europäischen Gemeinschaften oder eines
ihrer Mitgliedstaaten) vom Informationszugang aus, solange der Bund sie
nur vorübergehendbeigezogen hat (sog. eingeschränktes Urheberprinzip).
Die Bundesbehörde sollte den Antragsteller jedoch an die zuständige Stelle
verweisen oder (mit Einverständnis des Antragstellers) den Antrag an diese
weiterleiten bzw. deren Zustimmung zur Informationserteilung einholen.

• Nr .6 schützt die fiskalischenInteressen des Bundes. Durch die Beschrän-


kung auf den Wirtschaftsverkehr wird klargestellt, dass nicht jegliches fis-
kalische Interesse – etwa die Kosten der Auskunft – eine Ausnahme vom
Informationszugang begründet. Gemeint sind vielmehr Fälle, in denen
der Bund wie ein Dritter als Marktteilnehmer am Privatrechtsverkehr teil-
nimmt. Es soll verhindert werden, dass sich Dritte durch einen Informati-
onszugang wirtschaftliche Vorteile zu Lasten öffentlicher Haushalte ver-
schaffen, etwa indem sie vorzeitig Kenntnis von geplanten wirtschaftlichen
Transaktionen des Bundes erlangen. Geschützt wird also (wie durch § 6 S. 2
für die Dritten) der Wettbewerb, nicht das privatrechtliche Handeln des
Bundes als solches. Auch wirtschaftliche Interessen der Sozialversiche-
rungen können einem Informationsanspruch entgegenstehen.

• Nr . 7 bezweckt einen Schutz von Hinweisgebern und Informanten. Ge-


schützt sind vertrauliche Informationen von Bürgern an die Behörden,

39
Anhang 4 BfDI – Info 2

beispielsweise an die Kartellbehörden. Das Interesse an einer vertraulichen


Behandlung einer vertraulich erhobenen oder übermittelten Information
kann nachträglich entfallen; dann besteht der Ausnahmegrund der Nr. 7
nicht mehr. Der Tatbestand der Nr. 7 lässt sich nach Sinn und Zweck des
Gesetzes nicht auf sonstige Vertraulichkeitsinteressen ausdehnen.

• Nr .8 schließt den gesamten Bereich der Nachrichtendienste vom Informati-


onszugang aus. Gleiches gilt für Teilbereiche sonstiger Behörden, die sicher-
heitsempfindliche Aufgaben im Sinne des § 10 Nr. 3 SÜG wahrnehmen.
Dabei handelt es sich um eng begrenzte Teilaufgaben von Bundespolizei, Bun-
deskriminalamt, Bundeswehr und Zollkriminalamt (vgl. § 1 der Verordnung
zur Feststellung der Behörden des Bundes mit vergleichbarer Sicherheitsemp-
findlichkeit wie die der Nachrichtendienste des Bundes vom 30. Juli 2003,
BGBl. I S. 1553).

§4
SchutzdesbehördlichenEntscheidungsprozesses

(1)DerAntragaufInformationszugangsollabgelehntwerdenfürEntwürfe
zu Entscheidungen sowie Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren
Vorbereitung,soweitundsolangedurchdievorzeitigeBekanntgabederIn-
formationenderErfolgderEntscheidungoderbevorstehenderbehördlicher
Maßnahmenvereiteltwürde .NichtderunmittelbarenEntscheidungsvorbe-
reitungnachSatz1dienenregelmäßigErgebnissederBeweiserhebungund
GutachtenoderStellungnahmenDritter .

(2)DerAntragstellersollüberdenAbschlussdesjeweiligenVerfahrensin-
formiertwerden.

1. Bei dem Ausnahmetatbestand des § 4 handelt es sich - im Unterschied zu § 3


- um eine Soll-Vorschrift. Geschützt sind laufendeVerwaltungsverfahren,
und zwar bis zu dem Zeitpunkt, in dem eine behördliche Entscheidung oder
Maßnahme getroffen wird; danach entfällt der Ausnahmegrund. Da § 4 den
Schutz von Verwaltungsabläufen bezweckt, müssen die geschützten behörd-
lichen Maßnahmen konkret bevorstehen . Voraussetzung des Ausnahme-
grundes ist ferner, dass der Erfolg der Entscheidung bzw. Maßnahme durch
den Informationszugang vereitelt würde. Dies ist der Fall, wenn sie bei Be-
kanntgabe der Information voraussichtlich überhaupt nicht, mit anderem In-
halt oder wesentlich später zustande kommen würde.

2. Zu den geschützten Entscheidungsprozessen zählen etwa auch die Verfahren


der Ernennung von Beamten, Richtern und Soldaten sowie die Vorbereitung
von Gesetzen in den Bundesministerien. Gutachten Dritter unterfallen re-
gelmäßig nicht dem Schutz des § 4 und sind daher zugänglich zu machen
(Abs .1Satz2), es sei denn, sie bereiten ausnahmsweise doch eine Entschei-
dung unmittelbar vor (was von der Behörde darzulegen ist). Die personenbe-
zogenen Daten der Dritten sind durch § 5 geschützt.

40
BfDI – Info 2 Anhang 4

3. Der Antragsteller soll von der Behörde über den Verfahrensabschluss infor-
miert werden (Abs .2), damit er ggf. einen neuen Antrag stellen kann. Der
Tatbestand des § 4 steht dem Informationszugang dann nicht mehr entgegen
(möglicherweise aber andere Ausnahmegründe).

4. Neben den Gründen der §§ 3 und 4 kann sich die Behörde im Bereich des
Regierungshandelns verfassungsunmittelbar auf den ungeschriebenenAus-
nahmegrund des exekutiven Kernbereichs berufen, was allerdings ange-
sichts der detaillierten gesetzlichen Ausnahmen selten der Fall sein dürfte.
Zu dem Kernbereich der exekutiven Eigenverantwortung zählt u.a. die Wil-
lensbildung der Regierung selbst, sowohl hinsichtlich der Erörterungen im
Kabinett als auch bei der Vorbereitung von Kabinett- und Ressortentschei-
dungen, die sich vornehmlich in ressortübergreifenden und –internen Ab-
stimmungsprozessen vollzieht (vgl. BVerfGE 67, 100 [139] – Flick).

§5
SchutzpersonenbezogenerDaten

(1) Zugang zu personenbezogenen Daten darf nur gewährt werden, soweit
das Informationsinteresse des Antragstellers das schutzwürdige Interesse
des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs überwiegt oder der
Dritteeingewilligthat .BesondereArtenpersonenbezogenerDatenimSinne
des §3 Abs .9 des Bundesdatenschutzgesetzes dürfen nur übermittelt wer-
den,wennderDritteausdrücklicheingewilligthat .

(2)DasInformationsinteressedesAntragstellersüberwiegtnichtbeiInfor-
mationen aus Unterlagen, soweit sie mit dem Dienst- oder Amtsverhältnis
odereinemMandatdesDritteninZusammenhangstehenundbeiInformati-
onen,dieeinemBerufs-oderAmtsgeheimnisunterliegen .

(3)DasInformationsinteressedesAntragstellersüberwiegtdasschutzwürdige
Interesse des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs in der Regel
dann,wennsichdieAngabeaufName,Titel,akademischenGrad,Berufs-und
Funktionsbezeichnung,Büroanschriftund-telekommunikationsnummerbe-
schränktundderDrittealsGutachter,Sachverständigeroderinvergleichbarer
WeiseeineStellungnahmeineinemVerfahrenabgegebenhat .

(4)Name,Titel,akademischerGrad,Berufs-undFunktionsbezeichnung,Bü-
roanschriftund–telekommunikationsnummervonBearbeiternsindvomIn-
formationszugangnichtausgeschlossen,soweitsieAusdruckundFolgeder
amtlichenTätigkeitsindundkeinAusnahmetatbestanderfülltist .

ZuAbsatz1:
1. Informationen, die personenbezogene Daten (zum Begriff vgl. § 3 Abs. 1
BDSG) Dritter enthalten, dürfen nur zugänglich gemacht werden, soweit

• der Dritte eingewilligt hat oder

41
Anhang 4 BfDI – Info 2

• das Informationsinteresse des Antragstellers das schutzwürdige Interesse


des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs überwiegt (Satz1) .

Eine Sonderregelung gilt fürbesondereArtenpersonenbezogenerDaten im


Sinne des § 3 Abs. 9 BDSG (d.h. Angaben über die rassische und ethnische
Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder philosophische Überzeu-
gungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Gesundheit oder Sexualleben): Diese
dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung des Dritten zugänglich gemacht
werden (Satz2).

2. Zur Beteiligung des Dritten vgl. § 8. Die Einwilligung des Dritten bedarf der
Schriftform, soweit nicht wegen besonderer Umstände eine andere Form an-
gemessen ist (§ 4a BDSG). Hat der Dritte eingewilligt, findet keine Abwägung
mehr statt. Lehnt der Dritte die Offenbarung ab, hat die Behörde abzuwägen,
ob das Informationsinteresse des Antragstellers im Einzelfall das schutzwürdige
Interesse des Dritten überwiegt. Um diese Abwägung zu ermöglichen, hat der
Antragsteller entgegen dem Grundsatz, dass ein berechtigtes Interesse nicht
geltend gemacht werden muss (vgl. Anm. 4. zu § 1), seinen Antrag zu begrün-
den (§ 7 Abs. 1 Satz 3). Im Rahmen der Interessenabwägung ist zugunsten des
Antragstellers auch das Informationsinteresse der Allgemeinheit, zugunsten des
Dritten auch der Verwendungszweck zu berücksichtigen.

3. Zur Möglichkeit eines teilweisen Informationszugangs ohne Offenbarung


der personenbezogenen Daten Dritter vgl. § 7 Abs. 2.

ZuAbsatz2:
4. Hinsichtlich der in Abs. 2 genannten Informationen überwiegt das Informa-
tionsinteresse des Antragstellers nie. Sie können daher nur mit Einwilligung
des Dritten zugänglich gemacht werden. Dies betrifft

• InformationenausUnterlagen,soweitsiemitdemDienst-oderAmtsver-
hältnisodereinemMandatdesDritteninZusammenhangstehen: Gemeint
sind Informationen über Angehörige des Öffentlichen Dienstes, Amtsträger
und Mandatsträger (sofern sie diesem Gesetz unterfallen), die einen unmit-
telbaren beruflichen Bezug aufweisen. Dies sind insbesondere Informationen
aus Personalakten, aber auch Personaldaten im weiteren Sinne.

• Informationen,dieeinemBerufs-oderAmtsgeheimnisunterliegen:Diese
Informationen sind bereits nach § 3 Nr. 4 vom Informationszugang ausge-
schlossen; ihre erneute Nennung ist insofern überflüssig. Kein Berufs- oder
Amtsgeheimnis ergibt sich auch hier – auch wenn § 5 Abs. 2 im Gegensatz
zu § 3 Abs. 4 kein „besonderes“ Amtsgeheimnis verlangt – aus der allge-
meinen Pflicht zur Amtsverschwiegenheit (z.B. nach § 61 BBG, § 39 BRRG),
da das Gesetz ansonsten leer liefe. In dem Umfang, in dem nach diesem
Gesetz ein Anspruch auf Informationszugang besteht, gilt die allgemeine
Pflicht zur Amtsverschwiegenheit nicht.

42
BfDI – Info 2 Anhang 4

ZuAbsatz3:
5. Abs. 3 ergänzt die Regelung des § 4 Abs. 1 Satz 2, nach der auch Gutachten
und Stellungnahmen Dritter grundsätzlich dem Informationszugang unter-
liegen. Die Offenbarung der in Abs. 3 genannten personenbezogenenDaten
vonGutachtern,SachverständigenundvergleichbarenPersonen verletzt das
schutzwürdige Interesse dieser Personen in der Regel nicht. Nur in Ausnahme-
fällen kann die Abwägung zu einem anderen Ergebnis führen. Zur Beteiligung
des Dritten in diesen Fällen vgl. Anm. 3. zu § 8.

ZuAbsatz4:
6. Auch die in Abs. 4 genannten personenbezogenen Daten von Bearbeitern
dürfen grundsätzlich zugänglich gemacht werden, da sie regelmäßig nur die
amtliche Funktion betreffen. In Ausnahmefällen kann aber die persönliche
Schutzbedürftigkeit des Bearbeiters dem Informationszugang entgegenstehen.

§6
SchutzdesgeistigenEigentumsundvon
Betriebs-oderGeschäftsgeheimnissen

DerAnspruchaufInformationszugangbestehtnicht,soweitderSchutzgeis-
tigenEigentumsentgegensteht .ZugangzuBetriebs-oderGeschäftsgeheim-
nissendarfnurgewährtwerden,soweitderBetroffeneeingewilligthat .

1. Die Regelung trägt den Grundrechten der Eigentumsfreiheit (Art. 14 GG) und
der Berufsfreiheit (Art. 12 GG) Rechnung und schützt geistiges Eigentum so-
wie Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse absolut. Es findet keine Abwägung
statt; der Informationszugang ist nur mit Einwilligung des Betroffenen mög-
lich. Zu dessen Beteiligung vgl. § 8.

ZuSatz1:
2. Zum geistigen Eigentum (Satz1) zählen insbesondere Urheber-, Marken-,
Patent-, Gebrauchs- und Geschmacksmusterrechte. Ob sich auch eine Behör-
de auf geistiges Eigentum berufen kann, hängt von den einfachgesetzlichen
Regelungen ab. So kann eine Behörde z.B. Inhaber einer Marke sein (§ 7 Nr. 2
MarkenG); amtliche Werke i.S.d. § 5 UrhG genießen aber – anders als ggf.
wissenschaftliche oder technische Darstellungen einer Behörde – keinen Ur-
heberrechtsschutz.

3. Zu prüfen ist stets, inwieweit der Schutz geistigen Eigentums dem Infor-
mationszugang entgegensteht. So wird etwa das Urheberrecht als wirtschaft-
liches Nutzungsrecht durch eine Auskunftserteilung oder Akteneinsicht
in der Regel nicht verletzt. Unzulässig kann aber z.B. die Vervielfältigung
urheberrechtlich geschützter Unterlagen sein (§§ 15, 16 UrhG, vgl. aber § 53
UrhG), also insbesondere die Fertigung von Kopien (vgl. auch § 7 Abs. 4).

43
Anhang 4 BfDI – Info 2

ZuSatz2:
4. Der Begriff der Betriebs-undGeschäftsgeheimnisse(Satz2) ist gesetzlich
nicht definiert. Es ist daher auf die allgemein geltende, zu § 17 UWG ent-
wickelte Begriffsbestimmung zurückzugreifen (so auch VG Düsseldorf, Urt.
v. 9. Juli 2004 – 26 K 4163/03 [zu § 8 IFG NRW]; vgl. auch VG Schleswig, Urt.
v. 31. August 2004 – 6 A 245/02 [zu § 11 IFG SH]). Danach sind Betriebs- und
Geschäftsgeheimnisse Tatsachen, die

• sich auf einen bestimmten Gewerbebetrieb beziehen,

• nur einem begrenzten Personenkreis bekannt und damit nicht offenkundig


sind,

• nach dem erkennbaren Willen des Betriebsinhabers geheim gehalten wer-


den sollen und

• hinsichtlich derer der Betriebsinhaber ein berechtigtes wirtschaftliches Ge-


heimhaltungsinteresse hat (BGHSt 41, 140).

5. Dieser Definition entspricht es, dass es nicht allein vom WillendesBetriebs-


inhabers abhängt, wann ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis vorliegt.
Vielmehr hat die Behörde aufgrund der Angaben des Betriebsinhabers zu
prüfen, ob ein berechtigtesGeheimhaltungsinteresse anzuerkennen ist. Da-
bei ist insbesondere sicherzustellen, dass das Geheimhaltungsinteresse nicht
im Widerspruch zur Rechtsordnung steht (fragwürdig daher OVG Schles-
wig, Beschl. v. 22. Juni 2005 – 4 LB 30/04 [zu § 11 Abs. 1 IFG SH – Füllmen-
genunterschreitung], wonach zumindest nicht jedes rechtswidrige Verhalten
der Annahme eines Geschäftsgeheimnisses entgegenstehen soll). Außerdem
hat die Behörde im Einzelnen darzulegen, inwiefern die Offenlegung der be-
gehrten Information zu einem konkreten wirtschaftlichen Nachteil des Un-
ternehmens führen kann und daher ein wirtschaftlichesGeheimhaltungs-
interesse besteht.

6. Verträge von Unternehmen mit öffentlichen Stellen sind nicht per se als Be-
triebs- oder Geschäftsgeheimnisse zu qualifizieren. Vielmehr sind sie im Ein-
zelnen darauf hin zu prüfen, ob und inwieweit sie Vereinbarungen enthalten,
an denen ein berechtigtes wirtschaftliches Geheimhaltungsinteresse besteht.
Oftmals wird zumindest ein teilweiser Informationszugang (§ 7 Abs. 2 Satz 1)
möglich sein.

§7
AntragundVerfahren

(1)ÜberdenAntragaufInformationszugangentscheidetdieBehörde,diezur
Verfügung über die begehrten Informationen berechtigt ist . Im Fall des §1
Abs .1Satz3istderAntragandieBehördezurichten,diesichdernatürlichen
oderjuristischenPersondesPrivatrechtszurErfüllungihreröffentlich-recht-

44
BfDI – Info 2 Anhang 4

lichenAufgabenbedient .BetrifftderAntragDatenDritterimSinnevon§5
Abs .1und2oder§6,musserbegründetwerden .BeigleichförmigenAnträgen
vonmehrals50Personengeltendie§§17bis19desVerwaltungsverfahrens-
gesetzesentsprechend .

(2)BestehteinAnspruchaufInformationszugangzumTeil,istdemAntragin
demUmfangstattzugeben,indemderInformationszugangohnePreisgabeder
geheimhaltungsbedürftigen Informationen oder ohne unverhältnismäßigen
Verwaltungsaufwandmöglichist .Entsprechendesgilt,wennsichderAntrag-
stellerindenFällen,indenenBelangeDritterberührtsind,miteinerUnkennt-
lichmachungderdiesbezüglichenInformationeneinverstandenerklärt .

(3)Auskünftekönnenmündlich,schriftlichoderelektronischerteiltwerden .
DieBehördeistnichtverpflichtet,dieinhaltlicheRichtigkeitderInformation
zuprüfen .

(4)ImFallderEinsichtnahmeinamtlicheInformationenkannsichderAn-
tragstellerNotizenmachenoderAblichtungenundAusdruckefertigenlas-
sen .§6Satz1bleibtunberührt .

(5)DieInformationistdemAntragstellerunterBerücksichtigungseinerBe-
langeunverzüglichzugänglichzumachen .DerInformationszugangsollin-
nerhalbeinesMonatserfolgen .§8bleibtunberührt .

ZuAbsatz1:
1 .Zuständig ist diejenige Behörde, der die Verfügungsbefugnis über die be-
gehrten Informationen zusteht. Dies ist regelmäßig jede Behörde, bei der die
Informationen Bestandteil der eigenen Vorgänge geworden sind, unabhängig
davon, ob sie selbst oder eine andere Stelle diese erhoben hat (vgl. auch § 3
Nr. 5). Auch im Fall des § 1 Abs. 1 Satz 3 ist der Antrag an die zuständige
Behörde zu richten (und nicht an den Privaten, dessen sich die Behörde be-
dient). Wendet sich der Antragsteller an eine unzuständige Behörde, hat die-
se ihn darauf hinzuweisen (§ 25 VwVfG).

2. Wegen der Nichtförmlichkeit des Verwaltungsverfahrens (§ 10


VwVfG, § 9 SGB X) bedarf der Antrag grundsätzlich keinerForm. Er kann
schriftlich, elektronisch (§ 3a VwVfG), mündlich (auch telefonisch) oder
durch schlüssiges Handeln gestellt werden. Im Einzelfall kann die Behör-
de jedoch einen schriftlichen Antrag oder eine Konkretisierung des Antrags
verlangen (z.B. um die Identität des Antragstellers festzustellen). Der Antrag
muss grundsätzlich nicht begründet werden. Eine Begründung ist allerdings
dann erforderlich, wenn Belange Dritter im Sinne des § 5 Abs. 1 und Abs. 2
oder des § 6 betroffen sind, damit der Dritte über seine Einwilligung ent-
scheiden bzw. die Behörde die erforderliche Abwägung treffen kann.

3. Auch für die Bescheidung des Antrags sieht das Gesetz grundsätzlich keine
Form vor. Der Antragsteller kann aber unter den Voraussetzungen des § 37

45
Anhang 4 BfDI – Info 2

Abs. 2 Satz 2 VwVfG die schriftliche Bestätigung eines mündlich erlassenen


Verwaltungsakts verlangen. Auch ein ablehnender Bescheid ist formlos mög-
lich, bedarf aber gemäß § 39 VwVfG der Begründung (zur Ablehnung des
Antrags vgl. auch § 9). Eine Ausnahme von der Formfreiheit besteht bei der
Beteiligung Dritter (§ 8 Abs. 2).

4. Satz 4 erklärt die Verfahrenserleichterungen der §§ 17 ff. VwVfG für ent-


sprechend anwendbar, wenn gleichförmige Anträge von mehr als 50 Per-
sonen gestellt werden.

ZuAbsatz2:
5. Abs. 2 enthält eine ausdrückliche Regelung zum teilweisen Informations-
zugang (als nur teilweise Ablehnung des Antrags). Sind die begehrten In-
formationen nur zum Teil geheimhaltungsbedürftig und kann dieser Teil
ohne unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand abgetrennt, auf Kopien ge-
schwärzt oder anderweitig von der Offenlegung ausgenommen werden, ist
der Informationszugang im Übrigen zu gewähren (Satz1). Abtrennungen,
Schwärzungen u.ä. sind kenntlich zu machen. Der Informationszugang kann
grundsätzlich auch in diesen Fällen durch Einsicht in die Orginalakate (und
nicht nur durch Herausgabe von Kopien) erfolgen, sofern die entsprechenden
Seiten zuvor entnommen bzw. durch geschwärzte Kopien ersetzt werden.
Der Vorbehalt des unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwands bezieht sich
hier ausschließlich auf den Aufwand, die geheimhaltungsbedürftigen Infor-
mationen auszusondern, nicht auf den vorgelagerten Aufwand einer erfor-
derlichen Drittbeteiligung o.ä.

6. Der Antragsteller kann sich auch mit einer Unkenntlichmachung der Infor-
mationen, die Belange Dritter berühren, einverstanden erklären (Satz2).
Dann ist ein Verfahren nach § 8 entbehrlich und damit eine schnellere Ent-
scheidung der Behörde möglich (vgl. Anm. 2. zu § 8).

ZuAbsatz3:
7. Einfache Auskünfte kann die Behörde auch unmittelbar telefonisch oder per
E-Mail erteilen. Unter den Voraussetzungen des § 37 Abs. 2 Satz 2 VwVfG
kann der Antragsteller die schriftliche Bestätigung einer mündlichen Aus-
kunft verlangen. Die Behörde muss die inhaltlicheRichtigkeit der Informa-
tion nicht prüfen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den Fall der Auskunfts-
erteilung, sondern für jede Art des Informationszugangs.

ZuAbsatz4:
8. Wird der Informationszugang in Form der Akteneinsicht gewährt, kann sich
der Antragsteller – sofern urheberrechtliche Vorschriften nicht entgegenste-
hen (§ 6 Satz 1) – als Gedächtnishilfe Ablichtungen oder Ausdrucke fertigen
lassen und mitnehmen. Dies beinhaltet einen Anspruch auf Ausdruck gespei-
cherter oder verfilmter Texte.

46
BfDI – Info 2 Anhang 4

ZuAbsatz5:
9. Abs. 5 regelt die Bearbeitungsfrist der Behörde. Der Antrag ist unverzüg-
lich, d.h. ohne schuldhaftes Zögern (§ 121 BGB), zu bescheiden. Diese Re-
gelung wird ergänzt durch eine Soll-Frist von einem Monat, sofern keine
Beteiligung Dritter erforderlich ist (bei Beteiligung Dritter gilt § 8 Abs. 1,
Abs. 2 Satz 2). Diese Regelfrist ermöglicht Ausnahmen für atypische Fälle.
Die Behörde muss diese jedoch begründen und dem Antragsteller innerhalb
der Frist eine Zwischennachricht übersenden. Das Gesetz sieht keine eigene
Rechtsfolge bei Fristüberschreitung vor; in Betracht kommt aber eine Untä-
tigkeitsklagenach § 75 VwGO.

§8
VerfahrenbeiBeteiligungDritter

(1)DieBehördegibteinemDritten,dessenBelangedurchdenAntragaufInfor-
mationszugangberührtsind,schriftlichGelegenheitzurStellungnahmeinner-
halbeinesMonats,sofernAnhaltspunktedafürvorliegen,dassereinschutz-
würdigesInteresseamAusschlussdesInformationszugangshabenkann .

(2)DieEntscheidungnach§7Abs .1Satz1ergehtschriftlichundistauchdem
Drittenbekanntzugeben .DerInformationszugangdarfersterfolgen,wenn
dieEntscheidungdemDrittengegenüberbestandskräftigistoderdiesofortige
VollziehungangeordnetwordenistundseitderBekanntgabederAnordnung
andenDrittenzweiWochenverstrichensind .§9Abs .4giltentsprechend .

1. Der Begriff des Dritten ist in § 2 Nr. 2 legal definiert (vgl. Anm. 3. zu § 2).
Zu beteiligen sind somit Personen, deren personenbezogene Daten, geistiges
Eigentum, Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse durch den Antrag auf Infor-
mationszugang berührt sind.

ZuAbsatz1:
2. Die Beteiligung des Dritten erfolgt vonAmtswegen. Der Dritte ist auch dann
zu beteiligen, wenn die Behörde im Einzelfall der Ansicht ist, dass sein Geheim-
haltungsinteresse das Informationsinteresse des Antragstellers nicht überwiegt.
Denn möglicherweise ist die Interessenlage des Dritten der Behörde nicht um-
fassend bekannt, oder der Dritte ist sogar mit der Offenbarung der fraglichen
Informationen einverstanden. Das Erfordernis der Beteiligung entfällt, wenn
sich der Antragsteller mit einer Unkenntlichmachung der Daten des Dritten ein-
verstanden erklärt (vgl. auch § 7 Abs. 2 Satz 2).

3. In den Fällen des §5Abs .3ist eine Beteiligung nur dann erforderlich, wenn
die Behörde ausnahmsweise Anlass zu der Annahme hat, dass das Interesse
des Dritten am Ausschluss des Informationszugangs das Informationsinteresse
des Antragstellers überwiegen könnte. Die Behörde sollte aber zunächst den
Antragsteller fragen, ob er mit einer Schwärzung oder Abtrennung der Daten
des Dritten einverstanden ist.

47
Anhang 4 BfDI – Info 2

ZuAbsatz2:
4. Bei Beteiligung eines Dritten bedarf der Bescheid an den Antragsteller der
Schriftform (Ausnahme vom Grundsatz der Formfreiheit, vgl. Anm. 3. zu § 7).
Die Entscheidung ist auch dem Dritten bekanntzugeben(Satz1). Zur Frist
für den Informationszugang enthält Satz2 eine von § 7 Abs. 5 abweichende
Regelung: Abzuwarten ist die Bestandskraft der Entscheidung gegenüber dem
Dritten oder bei Anordnung der sofortigen Vollziehung der Ablauf von zwei
Wochen seit Bekanntgabe der Anordnung an den Dritten. Der Dritte kann
einstweiligenRechtsschutz gemäß § 80 Abs. 5 VwGO erlangen. Im Übrigen
hat er die Möglichkeit des Widerspruchs und der Anfechtungsklage (Satz3
i .V .m .§9Abs .4analog) .

§9
AblehnungdesAntrags;Rechtsweg

(1)DieBekanntgabeeinerEntscheidung,mitderderAntragganzoderteilwei-
seabgelehntwird,hatinnerhalbderFristnach§7Abs .5Satz2zuerfolgen .

(2)SoweitdieBehördedenAntragganzoderteilweiseablehnt,hatsiemit-
zuteilen,obundwannderInformationszugangganzoderteilweisezueinem
späterenZeitpunktvoraussichtlichmöglichist .

(3)DerAntragkannabgelehntwerden,wennderAntragstellerbereitsüber
die begehrten Informationen verfügt oder sich diese in zumutbarer Weise
ausallgemeinzugänglichenQuellenbeschaffenkann .

(4)GegendieablehnendeEntscheidungsindWiderspruchundVerpflich-
tungsklagezulässig .EinWiderspruchsverfahrennachdenVorschriftendes
8 .Abschnitts der Verwaltungsgerichtsordnung ist auch dann durchzufüh-
ren,wenndieEntscheidungvoneineroberstenBundesbehördegetroffen
wurde .

1. Der Antrag ist abzulehnen, soweit Ausnahmegründe gemäß §§ 3 bis 6 vor-


liegen. Zur teilweisenAblehnung vgl. § 7 Abs. 2. Eine teilweise Ablehnung
liegt auch vor, wenn die Behörde den Informationszugang auf eine andere
Art gewährt als vom Antragsteller begehrt (vgl. § 1 Abs. 2 Satz 2). Eine Ab-
lehnung ist außerdem unter den Voraussetzungen des Abs .3möglich: Der
Antragsteller verfügt bereits über die begehrten Informationen (Abs. 3 Alt. 1),
wenn er sie zum Zeitpunkt der Antragstellung tatsächlich besitzt. Nicht aus-
reichend ist, dass er lediglich die Möglichkeit hatte, die Informationen be-
reits zu erhalten. Zu den allgemein zugänglichen Quellen (Abs. 3 Alt. 2) zählt
auch das Internet; im Rahmen der Zumutbarkeit sind die individuellen Um-
stände des Antragstellers zu berücksichtigen (z.B. Behinderung, technische
Ausstattung, Wohnsitz).

2. Für die Bekanntgabe der ablehnenden Entscheidung gilt die Monatsfrist des
§ 7 Abs. 5 Satz 2. Auch wenn Abs. 1 nicht auf § 7 Abs. 5 Satz 3 verweist, bleibt

48
BfDI – Info 2 Anhang 4

die Regelung des §8 unberührt, da bei Beteiligung eines Dritten die Frist
des § 7 Abs. 5 Satz 2 wegen der Stellungnahmefrist des § 8 Abs. 1 in der Re-
gel nicht eingehalten werden kann. Auch für eine ablehnende Entscheidung
ist keineSchriftform vorgesehen (vgl. Anm. 3 zu § 7). Im Interesse der Bür-
gerfreundlichkeit und der Erleichterung etwaiger Widerspruchsverfahren
oder Überprüfungen durch den Bundesbeauftragten für die Informations-
freiheit ist diese aber für die Praxis zu empfehlen. Die gemäß § 39 VwVfG
erforderliche Begründung der ablehnenden Entscheidung darf sich nicht
auf eine Wiederholung des Gesetzestextes beschränken, sondern muss ein-
zelfallbezogen sein. Andererseits darf sie aber nicht so detailliert ausfallen,
dass sie Rückschlüsse auf die geschützte Information zulässt. Der ablehnen-
de Bescheid ist mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen (§ 58 Abs. 1
VwGO). Außerdem ist dem Antragsteller gemäß Abs .2 mitzuteilen, ob und
wann der Informationszugang ganz oder teilweise zu einem späteren Zeit-
punkt voraussichtlich möglich ist.

3. Statthafte Rechtsbehelfe gegen die ablehnende Entscheidung sind Wider-


spruch und Verpflichtungsklage (Abs .4Satz1) . Abweichend von § 68 Abs. 1
Satz 2 Nr. 1 VwGO ist ein Widerspruchsverfahren stets durchzuführen
(Abs .4Satz2). Zur Anrufung des Bundesbeauftragten für die Informations-
freiheit vgl. § 12; zu Rechtsschutzmöglichkeiten Dritter vgl. § 8 Anm. 4.

§10
GebührenundAuslagen

(1)FürAmtshandlungennachdiesemGesetzwerdenGebührenundAusla-
generhoben .DiesgiltnichtfürdieErteilungeinfacherAuskünfte .

(2) Die Gebühren sind auch unter Berücksichtigung des Verwaltungsauf-


wandessozubemessen,dassderInformationszugangnach§1wirksamin
Anspruchgenommenwerdenkann .

(3) Das Bundesministerium des Innern wird ermächtigt, für Amtshand-


lungen nach diesem Gesetz die Gebührentatbestände und Gebührensätze
durchRechtsverordnungohneZustimmungdesBundesrateszubestimmen .
§15Abs .2desVerwaltungskostengesetzesfindetkeineAnwendung .

1. Gebühren und Auslagen werden nach Verwaltungsaufwand erhoben; sie müs-


sen die Kosten der Verwaltung aber nicht decken. Außerdem dürfen sie auf
den Bürger nicht abschreckend wirken. Gebührenfrei sind jedenfalls die Ab-
lehnung eines Antrags sowie die Erteilung einfacher Auskünfte. Die Gebüh-
rentatbestände und -sätze richten sich nach der Informationsgebührenverord-
nung(IFGGebV) des Bundesministeriums des Innern, die am 1. Januar 2006
in Kraft getreten ist (BGBl. 2006 I S. 6). Durch die Regelung des Abs .3Satz2
(Anwendungsausschluss des § 15 Abs. 2 VwKostG) fallen bei einer Antrags-
rücknahme keine Gebühren an.

49
Anhang 4 BfDI – Info 2

§11
Veröffentlichungspflichten

(1)DieBehördensollenVerzeichnisseführen,ausdenensichdievorhande-
nenInformationssammlungenund-zweckeerkennenlassen .

(2)Organisations-undAktenpläneohneAngabepersonenbezogenerDaten
sindnachMaßgabediesesGesetzesallgemeinzugänglichzumachen .

(3)DieBehördensollendieindenAbsätzen1und2genanntenPläneund
VerzeichnissesowieweiteregeeigneteInformationeninelektronischerForm
allgemeinzugänglichmachen .

1. Das Gesetz verpflichtet die Behörden zu aktiverInformationspolitik . Diese


dient zugleich der Verwaltungsvereinfachung, da die Bearbeitung von indi-
viduellen Anträgen auf Informationszugang reduziert wird (vgl. auch § 9
Abs. 3). Im Einzelnen bestehen folgende Veröffentlichungspflichten:

• Die Behörden sollen Informationsverzeichnisseführen und diese via Inter-


net allgemein zugänglich machen (Abs .1und3). Die Verzeichnisse sollen
die vorhandenen Informationssammlungen und -zwecke erkennen lassen.
Im Übrigen sind sie gesetzlich nicht näher definiert. Da sie dem Bürger
einen Überblick verschaffen sollen, welche Informationen es bei welchen
Behörden gibt, dürften sie sich weitgehend aus den Organisations- und
Aktenplänen im Sinne des Abs. 2 entwickeln lassen, sind mit diesen aber
nicht identisch.

• Organisations- und Aktenpläne sind allgemein zugänglich zu machen,


und zwar möglichst in elektronischer Form (Abs .2 und 3) . Die Pläne
sind ohne personenbezogene Daten zu veröffentlichen. Auch die Namen,
dienstlichen Rufnummern und sonstigen bürobezogenen Daten der ein-
zelnen Mitarbeiter im Sinne des § 5 Abs. 4 sind ohne deren Einwilligung
nach diesem Gesetz nicht allgemein, sondern nur auf Antrag zugänglich
zu machen (davon unberührt bleibt die Möglichkeit, nach allgemeinen ar-
beits- oder beamtenrechtlichen Regelungen Daten von Funktionsträgern
zu veröffentlichen). Es gelten die Ausnahmetatbestände der §§ 3-6 („nach
Maßgabe dieses Gesetzes“).

• Die Behörden sollen weitere geeignete Informationen in elektronischer


Form zugänglich machen (Abs .3) . Dies sind insbesondere solche Infor-
mationen, bei denen ein Informationsinteresse der Bürger anzunehmen ist
(z.B. weil bereits Zugang zu den Dokumenten beantragt wurde) und die
sich für eine elektronische Veröffentlichung eignen.

2. Durch die Internetklausel des Abs .3 kommt der elektronischen Veröffent-
lichung besondere Bedeutung zu. Dabei ist der Zugang Behinderter durch
Beachtung des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen vom
27. April 2002 (BGBl. I S. 1467) zu wahren.

50
BfDI – Info 2 Anhang 4

§12
BundesbeauftragterfürdieInformationsfreiheit

(1)JederkanndenBundesbeauftragtenfürdieInformationsfreiheitanrufen,
wennerseinRechtaufInformationszugangnachdiesemGesetzalsverletzt
ansieht .

(2)DieAufgabedesBundesbeauftragtenfürdieInformationsfreiheitwirdvon
demBundesbeauftragtenfürdenDatenschutzwahrgenommen .

(3)DieBestimmungendesBundesdatenschutzgesetzesüberdieKontrollauf-
gabendesBundesbeauftragtenfürdenDatenschutz(§24Abs .1und3bis5),
überBeanstandungen(§25Abs .1Satz1Nr .1und4,Satz2undAbs .2und3)
sowieüberweitereAufgabengemäߧ26Abs .1bis3geltenentsprechend .
1. Der Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit dient als außergerichtliche
Streitschlichtungsstelle . Seine Anrufung (Abs .1) kann daher zusätzlich zu
Widerspruch und Klage erfolgen; sie nimmt den förmlichen Rechtsbehelfen
nicht etwa das Rechtsschutzbedürfnis. Sie ist aber umgekehrt auch nicht Zu-
lässigkeitsvoraussetzung einer Klage und hemmt nicht die Fristen der gericht-
lichen Geltendmachung. Voraussetzungder Anrufung ist, dass der Betroffene
meint, in seinem Recht auf Informationszugang nach dem IFG verletzt zu sein.
Dazu muss er in der Regel bereits einen Antrag auf Informationszugang bei der
jeweiligen Behörde gestellt haben, den diese abgelehnt oder nicht fristgemäß
bearbeitet hat. Die Anrufung ist an keineForm und keineFristgebunden. Der
Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit geht im Rahmen seiner Kon-
trollbefugnisse allen Eingaben nach und unterrichtet den Betroffenen über das
Ergebnis. Er hat keine Weisungsbefugnis gegenüber den Behörden, kann aber
auf Abhilfe hinwirken. Zum Beanstandungsrecht vgl. Anm. 2.
2. Die Aufgabe des Bundesbeauftragten für die Informationsfreiheit wird in Per-
sonalunion durch den BundesbeauftragtenfürdenDatenschutzwahrgenom-
men (Abs .2) . Bestimmte Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG)
werden für entsprechend anwendbar erklärt (Abs .3). Der Bundesbeauftragte
für die Informationsfreiheit kontrolliertdanach bei den verpflichteten Behörden
die Einhaltung der Vorschriften über die Informationsfreiheit (§ 24 Abs. 1 und 3
bis 5 BDSG analog). Stellt er Verstöße fest, hat er das Recht zur Beanstandung
(§ 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 4, Satz 2 und Abs. 2 und 3 BDSG analog). Er erstattet
alle zwei Jahre einen Tätigkeitsberichtund berät den Deutschen Bundestag, die
Bundesregierung sowie die in § 1 Abs. 1 genannten Stellen des Bundes in Fragen
der Informationsfreiheit (§ 26 Abs. 1 bis 3 BDSG analog).

§13
ÄnderungandererVorschriften

(1)DasBundesdatenschutzgesetzinderFassungderBekanntmachungvom
14 .Januar2003(BGBl .IS .66)wirdwiefolgtgeändert:IndenAngabender
Inhaltsübersicht zur Überschrift des Dritten Unterabschnitts im Zweiten
Abschnittundzuden§§21bis26sowiein§4cAbs .2Satz2,§4dAbs .1,6

51
Anhang 4 BfDI – Info 2

Satz3,§6Abs .2Satz4,§10Abs .3Satz1,§19Abs .5Satz2,Abs .6Satz1,in


der Überschrift des Dritten Unterabschnitts im Zweiten Abschnitt, in den
§§21bis26,in§42Abs .1Satz1zweiterHalbsatz,Abs .4Satz3sowie§44
Abs .2 Satz2 werden jeweils die Wörter „für den Datenschutz“ durch die
Wörter„fürdenDatenschutzunddieInformationsfreiheit“ersetzt .
(2)Dem§5Abs .4desBundesarchivgesetzesvom6 .Januar1988(BGBl .IS .62),
daszuletztdurchArtikel 1desGesetzesvom5 .Juni2002(BGBl .IS .1782)ge-
ändertwordenist,wirdfolgenderSatzangefügt:„GleichesgiltfürArchivgut,
soweitesvorderÜbergabeandasBundesarchivoderdieArchivedergesetz-
gebendenKörperschaftenbereitseinemInformationszugangnachdemInfor-
mationsfreiheitsgesetzoffengestandenhat .“
1. Als redaktionelle Folgeänderung zur Aufgabennorm des § 12 Abs. 2 wird im
Bundesdatenschutzgesetz die Amtsbezeichnung „Bundesbeauftragter für
den Datenschutz“ durch „Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die
Informationsfreiheit“ ersetzt.
2. Das Bundesarchivgesetz wird dahingehend geändert, dass die in § 5 Abs. 1
bis 3 BArchG vorgesehenen Schutzfristen nicht für solche Unterlagen gelten,
die vor ihrer Übergabe an das Bundesarchiv oder an die parlamentarischen Ar-
chive des Bundes bereits nach dem IFG zugänglich waren. Für den Ausschluss
der Schutzfristen ist allerdings nicht erforderlich, dass das fragliche Archivgut
früher im Rahmen des IFG auch tatsächlich zugänglich gemacht worden ist.

§14
BerichtundEvaluierung

Die Bundesregierung unterrichtet den Deutschen Bundestag zwei Jahre vor


Außerkrafttreten über die Anwendung dieses Gesetzes . Der Deutsche Bun-
destagwirddasGesetzeinJahrvorAußerkrafttretenaufwissenschaftlicher
Grundlageevaluieren .

1. Aufgrund eines Redaktionsversehens fehlt für die Berichtspflicht der Bundes-


regierung und die erforderliche Evaluation durch den Deutschen Bundestag
derzeitlicheAnknüpfungspunkt im Gesetz. Das ursprünglich in § 15 Satz 2
des Gesetzentwurfs vorgesehene Außerkrafttreten des Gesetzes nach fünf Jah-
ren wurde in den Beratungen des Innenausschusses des Deutschen Bundes-
tages gestrichen, da die Befristung zur Sicherstellung der Evaluierung nicht
erforderlich sei (BT-Drs. 15/5606, S. 6). Es ist der Auslegung des § 14 aber
dennoch zugrunde zu legen. Die Bundesregierung unterrichtet den Deutschen
Bundestag daher im dritten Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes über ihre Er-
fahrungen mit dem Gesetz. Bis zum Ende des darauf folgenden Jahres wird der
Deutsche Bundestag das Gesetz auf wissenschaftlicher Grundlage evaluieren.

§15
Inkrafttreten

DiesesGesetztrittam1 .Januar2006inKraft .

52
BfDI – Info 2 Anhang 5

Gesetz zur Förderung der (2) Der Zugang zu Informationen


Informationsfreiheit im Land über die Umwelt bestimmt sich nach
Berlin (Berliner Informations- den Regelungen in § 18a.
freiheitsgesetz - IFG)
§3
vom15 .Oktober1999(GVBl .S . Informationsrecht
561),zuletztgeändertdurchGesetz
vom11 .Juli2006(GVBl .S .819) (1) Jeder Mensch hat nach Maßgabe
dieses Gesetzes gegenüber den in § 2
Abschnitt1 genannten öffentlichen Stellen nach
Informationsrecht seiner Wahl ein Recht auf Einsicht in
oder Auskunft über den Inhalt der
von der öffentlichen Stelle geführten
§1 Akten. Die Rechte nach Satz 1 können
ZweckdesGesetzes auch von juristischen Personen gel-
tend gemacht werden.
Zweck dieses Gesetzes ist es, durch ein
umfassendes Informationsrecht das in (2) Akten im Sinne dieses Gesetzes sind
Akten festgehaltene Wissen und Han- alle schriftlich, elektronisch, optisch,
deln öffentlicher Stellen unter Wah- akustisch oder auf andere Weise fest-
rung des Schutzes personenbezogener gehaltenen Gedankenverkörperungen
Daten unmittelbar der Allgemeinheit und sonstige Aufzeichnungen, insbe-
zugänglich zu machen, um über die sondere Schriftstücke, Magnetbänder,
bestehenden Informationsmöglich- Disketten, Filme, Fotos, Tonbänder,
keiten hinaus die demokratische Mei- Pläne, Diagramme, Bilder und Karten,
nungs- und Willensbildung zu fördern soweit sie amtlichen Zwecken dienen.
und eine Kontrolle des staatlichen
(3) Weitergehende Ansprüche nach
Handelns zu ermöglichen.
anderen Rechtsvorschriften bleiben
unberührt.
§2
Anwendungsbereich
§4
(1) Dieses Gesetz regelt die Informa- UmfangderInformationsfreiheit
tionsrechte gegenüber den Behörden Akteneinsicht oder Aktenauskunft
und sonstigen öffentlichen Stellen (ins- ist in dem beantragten Umfang zu
besondere nicht rechtsfähige Anstalten, gewähren, es sei denn, eine der in
Krankenhausbetriebe, Eigenbetriebe Abschnitt 2 geregelten Ausnahmen
und Gerichte) des Landes Berlin, den findet Anwendung.
landesunmittelbaren Körperschaften,
Anstalten und Stiftungen des öffent- Abschnitt2
lichen Rechts (§ 28 des Allgemeinen Einschränkungendes
Zuständigkeitsgesetzes) und gegen- Informationsrechts
über Privaten, die mit der Ausübung
hoheitlicher Befugnisse betraut sind
§5
(öffentliche Stellen). Für die Gerichte
Amtsverschwiegenheit
und die Behörden der Staatsanwalt-
schaft gilt dieses Gesetz nur, soweit sie Mit der Entscheidung, Akteneinsicht
Verwaltungsaufgaben erledigen. oder Aktenauskunft zu erteilen, ist

53
Anhang 5 BfDI – Info 2

die Genehmigung nach § 26 Abs. 2 d. die Betroffenen Eigentümer,


des Landesbeamtengesetzes zu ver- Pächter, Mieter oder Inhaber
binden. Sie darf nur in den Fällen des eines vergleichbaren Rechts sind,
§ 11 versagt werden.
e. d
ie Betroffenen als Gutachter,
sachverständige Personen oder
§6 in vergleichbarer Weise eine Stel-
SchutzpersonenbezogenerDaten lungnahme abgegeben haben,

(1) Das Recht auf Akteneinsicht oder und durch diese Angaben mit Aus-
Aktenauskunft besteht nicht, soweit nahme von
durch die Akteneinsicht oder Akten- – Namen,
auskunft personenbezogene Daten – Titel, akademischem Grad,
veröffentlicht werden und tatsäch- – Geburtsdatum,
liche Anhaltspunkte dafür vorhan- – Beruf, Branchen- oder
den sind, dass überwiegend Privat- Geschäftsbezeichnung,
interessen verfolgt werden oder der – innerbetrieblicher
Offenbarung schutzwürdige Belange Funktionsbezeichnung,
der Betroffenen entgegenstehen und – Anschrift,
das Informationsinteresse (§ 1) das – Rufnummer
Interesse der Betroffenen an der Ge- nicht zugleich weitere personenbezo-
heimhaltung nicht überwiegt. gene Daten offenbart werden;

(2) Der Offenbarung personenbezo- 2. die Mitwirkung eines bestimmten


gener Daten stehen schutzwürdige Amtsträgers oder einer bestimmten
Belange der Betroffenen in der Regel Amtsträgerin an Verwaltungsvor-
nicht entgegen, wenn die Betroffenen gängen, dessen oder deren Name,
zustimmen oder soweit sich aus einer Titel, akademischer Grad, Beruf,
Akte innerdienstliche Funktionsbezeich-
nung, dienstliche Anschrift und
1. ergibt, dass Rufnummer ergeben.

a. d
ie Betroffenen an einem Ver- Satz 1 gilt auch, wenn die Betroffenen
waltungsverfahren oder einem im Rahmen eines Arbeits- oder An-
sonstigen Verfahren beteiligt stellungsverhältnisses oder als Ver-
sind, treter oder Vertreterin oder Organ
einer juristischen Person an einem
b. e ine gesetzlich oder behörd- Verwaltungsverfahren beteiligt sind,
lich vorgeschriebene Erklärung die Mitteilungen machen oder die Ver-
abgegeben oder eine Anzeige, waltungstätigkeit ihnen gegenüber in
Anmeldung, Auskunft oder einer solchen Eigenschaft erfolgt.
vergleichbare Mitteilung durch
die Betroffenen gegenüber einer §7
Behörde erfolgt ist, SchutzvonBetriebs-und
Geschäftsgeheimnissen
c. g
egenüber den Betroffenen
überwachende oder vergleich- Das Recht auf Akteneinsicht oder
bare Verwaltungstätigkeiten er- Aktenauskunft besteht nicht, soweit
folgt sind, dadurch ein Betriebs- oder Geschäfts-

54
BfDI – Info 2 Anhang 5

geheimnis offenbart wird oder den besonderen Art der Verwaltungstä-


Betroffenen durch die Offenbarung tigkeit mit einer ordnungsgemäßen
ein nicht nur unwesentlicher wirt- Aufgabenerfüllung unvereinbar ist.
schaftlicher Schaden entstehen kann, Das Gleiche gilt, soweit und solange
es sei denn, das Informationsinteres- durch das vorzeitige Bekanntwerden
se überwiegt das schutzwürdige Inte- des Akteninhalts der Erfolg eines
resse der Betroffenen an der Geheim- Ermittlungsverfahrens wegen einer
haltung. Gegenüber der Offenbarung Straftat oder einer Ordnungswid-
tatsächlicher Anhaltspunkte für das rigkeit gefährdet werden kann oder
Vorliegen einer strafbaren Handlung nachteilige Auswirkungen für das
können sich die Betroffenen und die Land Berlin bei der Durchführung
öffentliche Stelle nicht auf Satz 1 be- eines laufenden Gerichtsverfahrens
rufen. zu befürchten sind.

(2) Die öffentliche Stelle kann die


§8
Akteneinsicht oder Aktenauskunft un-
Angabenüber
ter Berufung auf Absatz 1 nur für die
Gesundheitsgefährdungen
Dauer von drei Monaten verweigern,
Der Offenbarung von personenbezo- wegen laufender Gerichtsverfahren
genen Daten oder von Betriebs- und nur bis zu deren rechtskräftigem Ab-
Geschäftsgeheimnissen durch Akten- schluss. Die Entscheidung ist entspre-
einsicht oder Aktenauskunft stehen chend zu befristen. Nach Ablauf der
schutzwürdige Belange der Betrof- Frist hat die öffentliche Stelle auf An-
fenen nach § 6 Abs. 1 und § 7 in der trag erneut zu entscheiden. Eine wei-
Regel nicht entgegen, soweit diese An- tere Vorenthaltung der Akteneinsicht
gaben im Zusammenhang mit Anga- oder Aktenauskunft ist nur zulässig,
ben über Gesundheitsgefährdungen wenn die Voraussetzungen nach Ab-
sowie im Zusammenhang mit den von satz 1 weiterhin vorliegen.
den Betroffenen dagegen eingesetzten
Schutzvorkehrungen stehen. §10
Schutzdesbehördlichen
§9 Entscheidungsprozesses
Schutzbesondereröffentlicher
(1) Das Recht auf Akteneinsicht oder
Belange,derRechtsdurchsetzung
Aktenauskunft besteht bis zum Ab-
undderStrafverfolgung
schluss eines Verwaltungsverfah-
(1) Das Recht auf Akteneinsicht oder rens nicht für Entwürfe zu Entschei-
Aktenauskunft besteht nicht, soweit dungen sowie für Arbeiten zu ihrer
und solange durch das vorzeitige unmittelbaren Vorbereitung. Dies gilt
Bekanntwerden des Akteninhalts nicht für die Ergebnisse von abge-
der Erfolg bevorstehender behörd- schlossenen Verfahrenshandlungen
licher Maßnahmen, insbesondere eines Verwaltungsverfahrens, die für
von Überwachungs- und Aufsichts- die Entscheidung verbindlich sind.
maßnahmen, ordnungsbehördlichen Hierzu gehören insbesondere Ergeb-
Anordnungen und Maßnahmen der nisse von Beweiserhebungen sowie
Verwaltungsvollstreckung vereitelt bei mitwirkungsbedürftigen Verwal-
wird oder ein vorzeitiges Bekannt- tungsverfahren verbindliche Stel-
werden des Akteninhalts nach der lungnahmen anderer Behörden.

55
Anhang 5 BfDI – Info 2

(2) Die Akten zur Vorbereitung und §12


Durchführung der Bauleitplanung BeschränkteAkteneinsicht
sind einsehbar, sobald der Beschluss, oderAktenauskunft
einen Bauleitplan aufzustellen, ge-
Soweit die Voraussetzungen für Ein-
fasst ist. Für die Akten der Land- schränkungen der Informationsfrei-
schaftsplanung sowie für die Akten heit nach den §§ 5 bis 11 nur bezüglich
zur Aufstellung der in § 17 genannten eines Teils einer Akte vorliegen, be-
Pläne gilt Satz 1 entsprechend. Die steht ein Recht auf Akteneinsicht oder
Akten zur Durchführung von städ- Aktenauskunft hinsichtlich der ande-
tebaulichen Sanierungsmaßnahmen ren Aktenteile. Wird Akteneinsicht be-
sind einsehbar, sobald der Beginn der antragt, so sind die geheimhaltungs-
vorbereitenden Untersuchung be- bedürftigen Aktenteile unkenntlich
schlossen worden ist. zu machen oder abzutrennen; die Ab-
trennung kann auch durch Ablichtung
(3) Das Recht auf Akteneinsicht oder der nicht geheimhaltungsbedürftigen
Aktenauskunft besteht nicht, Aktenteile erfolgen. Art und Umfang
der Abtrennung oder Unkenntlichma-
1. soweit sich Akten auf die Beratung
chung sind in der Akte zu vermerken.
des Senats und der Bezirksämter
sowie deren Vorbereitung beziehen,
Abschnitt3
2. soweit durch das Bekanntwerden Verfahren
des Akteninhalts Angaben und
Mitteilungen öffentlicher Stellen, §13
die nicht dem Anwendungsbereich Antragstellung,Durchführungder
dieses Gesetzes unterfallen, ohne de- AkteneinsichtundAktenauskunft
ren Zustimmung offenbart werden.
(1) Der Antrag auf Akteneinsicht oder
(4) Die Akteneinsicht oder Aktenaus- Aktenauskunft ist mündlich oder
kunft soll versagt werden, wenn sich schriftlich bei der öffentlichen Stelle
der Inhalt der Akten auf den Prozess zu stellen, die die Akten führt. Im An-
der Willensbildung innerhalb von trag soll die betreffende Akte bezeich-
und zwischen Behörden bezieht. net werden. Sofern dem Antragsteller
oder der Antragstellerin Angaben zur
hinreichenden Bestimmung einer Akte
§11 fehlen, ist er oder sie durch die öffent-
GefährdungdesGemeinwohls liche Stelle zu beraten und zu unter-
Außer in den Fällen der §§ 5 bis 10 stützen. Wird ein Antrag schriftlich
darf die Akteneinsicht oder Akten- bei einer unzuständigen öffentlichen
Stelle gestellt, so ist diese verpflichtet,
auskunft nur versagt werden, wenn
den Antrag unverzüglich an die zu-
das Bekanntwerden des Akteninhalts
ständige Stelle weiterzuleiten und den
dem Wohle des Bundes oder eines
Antragsteller oder die Antragstellerin
deutschen Landes schwerwiegende
entsprechend zu unterrichten.
Nachteile bereiten oder zu einer
schwerwiegenden (2) Die Akteneinsicht erfolgt bei der
Gefährdung des Gemeinwohls füh- öffentlichen Stelle, die die Akten
ren würde. führt. Die öffentliche Stelle ist ver-

56
BfDI – Info 2 Anhang 5

pflichtet, dem Antragsteller oder der züglich zu entscheiden. Der Entschei-


Antragstellerin ausreichende räum- dung hat eine Prüfung des Antrags
liche und sachliche Möglichkeiten auf Zulässigkeit und Umfang der
zur Durchführung der Akteneinsicht Akteneinsicht oder Aktenauskunft
zur Verfügung zu stellen. nach den Vorschriften dieses Ge-
setzes vorauszugehen. Ergibt die Prü-
(3) Aktenauskunft kann mündlich fung, dass dem Antrag stattgegeben
oder schriftlich erteilt werden. werden kann und Rechte Betroffener
nicht berührt sind, so soll bei münd-
(4) Bei Gewährung von Akteneinsicht
licher Antragstellung Akteneinsicht
und Aktenauskunft ist dem Antrag-
oder Aktenauskunft sofort gewährt
steller oder der Antragstellerin die
werden. Bei schriftlicher Antragstel-
Anfertigung von Notizen gestattet.
lung ist dem Antragsteller oder der
(5) Auf Verlangen sind dem Antrag- Antragstellerin die Entscheidung
steller oder der Antragstellerin Ab- mitzuteilen und darauf hinzuweisen,
lichtungen der Akten oder von Teilen dass die Akteneinsicht oder Akten-
derselben anzufertigen und zur Verfü- auskunft innerhalb der allgemeinen
gung zu stellen. Soweit der Überlas- Sprechzeiten oder der allgemeinen
sung von Ablichtungen Urheberrechte Dienstzeiten gewährt wird. Wird
entgegenstehen, ist von der öffent- durch die sofortige Gewährung der
lichen Stelle die Einwilligung der Be- Akteneinsicht oder Aktenauskunft im
rechtigten einzuholen. Verweigern die Einzelfall die ordnungsgemäße Erfül-
Berechtigten die Einwilligung, so be- lung der Aufgabe der öffentlichen
steht kein Anspruch nach Satz 1. Das Stelle beeinträchtigt, so kann ein spä-
Recht auf Akteneinsicht und Akten- terer Termin bestimmt werden.
auskunft bleibt davon unberührt. (2) Kommt die öffentliche Stelle bei
(6) Sofern die Einsicht von Daten be- der Prüfung eines Antrags auf Akten-
gehrt wird, die auf Magnetbändern einsicht oder Aktenauskunft zu der
oder anderen Datenträgern der au- Auffassung, dass der Offenbarung
tomatischen Datenverarbeitung ge- von personenbezogenen Daten oder
speichert sind, ist dem Antragsteller Betriebs- und Geschäftsgeheimnis-
oder der Antragstellerin ein lesbarer sen keine schutzwürdigen Belange
Ausdruck und auf Antrag eine elek- Betroffener entgegenstehen oder dass
tronische Kopie zu überlassen. der Gewährung der Akteneinsicht
oder Aktenauskunft zwar schutz-
(7) Die Veröffentlichung, Speicherung würdige Belange Betroffener entge-
oder Sammlung von durch Aktenein- genstehen, das Informationsinteresse
sichten oder Aktenauskünfte erhal- aber das Interesse der Betroffenen an
tenen Informationen zu gewerblichen der Geheimhaltung überwiegt, so hat
Zwecken ist nicht zulässig. sie den Betroffenen unter Hinweis auf
Gegenstand und Rechtsgrundlage
§14 der Erteilung der Akteneinsicht oder
Entscheidung,Anhörung Aktenauskunft Gelegenheit zu geben,
sich innerhalb von zwei Wochen zu
derBetroffenen
den für die Entscheidung erheblichen
(1) Über einen Antrag auf Aktenein- Tatsachen zu äußern. Die Entschei-
sicht oder Aktenauskunft ist unver- dung ist auch den Betroffenen be-

57
Anhang 5 BfDI – Info 2

kannt zu geben. Über den Antrag ist (4) Lehnt die öffentliche Stelle die
unverzüglich nach Ablauf der Äuße- Akteneinsicht unter Berufung auf
rungsfrist zu entscheiden. Die Akten- § 9 oder § 10 ab, so hat sie dem An-
einsicht oder Aktenauskunft darf erst tragsteller oder der Antragstellerin
nach Eintritt der Bestandskraft der mitzuteilen, zu welchem Zeitpunkt
Entscheidung gegenüber den Betrof- eine Einsichtnahme voraussichtlich
fenen oder zwei Wochen nach An- erfolgen kann.
ordnung der sofortigen Vollziehung,
die auch den Betroffenen bekannt zu (5) Will die öffentliche Stelle den
geben ist, erteilt werden. Gegen die Antrag zurückweisen, so ist der An-
Entscheidung können die Betroffenen tragsteller oder die Antragstellerin
innerhalb von zwei Wochen nach
Widerspruch einlegen.
Antragstellung nach Absatz 1 zu be-
(3) Gegen eine Entscheidung, durch scheiden.
die ein Antrag auf Akteneinsicht oder
Aktenauskunft ganz oder teilweise §16
zurückgewiesen wird, ist der Wider- Kosten
spruch nach den §§ 68 ff. der Ver-
waltungsgerichtsordnung auch dann Die Akteneinsicht oder Aktenaus-
zulässig, wenn die Entscheidung von kunft und das Widerspruchsver-
einer obersten Landesbehörde erlas- fahren sind gebührenpflichtig. Das
sen worden ist. Gesetz über Gebühren und Beiträge
vom 22. Mai 1957 (GVBl. S. 516) gilt
in der jeweils geltenden Fassung ent-
§15 sprechend.
Begründungspflicht,
Bescheidungsfrist
§17
(1) Die Verweigerung oder Beschrän- Veröffentlichungspflichten,Akten-
kung der Akteneinsicht oder Akten- verzeichnisse
auskunft ist schriftlich zu begründen.
(1) Emissionskataster (§ 46 des
Ist der Antrag mündlich gestellt wor-
Bundes-Immissionsschutzgesetzes),
den, so gilt dies nur auf ausdrück-
Luftreinhaltepläne (§ 47 des Bundes-
liches Verlangen des Antragstellers
Immissionsschutzgesetzes), Abfall-
oder der Antragstellerin.
wirtschaftspläne (§ 29 des Kreis-
(2) In der Begründung hat die öffent- laufwirtschafts- und Abfallgesetzes),
liche Stelle, soweit dies ohne Preisgabe Abwasserbeseitigungspläne (§ 18a
der geheimhaltungsbedürftigen Anga- Abs. 3 des Wasserhaushaltsgesetzes),
ben möglich ist, den Antragsteller oder wasserwirtschaftliche Rahmenpläne
die Antragstellerin über den Inhalt der (§ 36 des Wasserhaushaltsgesetzes),
vorenthaltenen Akten zu informieren. Wasserbewirtschaftungspläne (§ 36b
des Wasserhaushaltsgesetzes), forst-
(3) Im Falle der vollständigen Verwei- liche Rahmenplanung (§ 4 Abs. 1 des
gerung der Akteneinsicht oder Akten- Landeswaldgesetzes) und vergleich-
auskunft hat die Behörde auch zu be- bare Pläne sind zu veröffentlichen;
gründen, weshalb keine beschränkte Wasserbücher (§ 37 des Wasserhaus-
Akteneinsicht oder Aktenauskunft haltsgesetzes) sind allgemein zu-
nach § 12 erteilt werden kann. gänglich zu machen.

58
BfDI – Info 2 Anhang 5

(2) Die Ergebnisse von Messungen, Befugnisse des § 24 des Berliner Da-
Beobachtungen und sonstigen Erhe- tenschutzgesetzes.
bungen über schädliche Umweltein-
wirkungen, Umweltgefährdungen (3) Der Beauftragte für Datenschutz
sowie über den Zustand der Umwelt, und Informationsfreiheit berichtet
die von einer Behörde außerhalb ihrer dem Abgeordnetenhaus entspre-
Überwachungstätigkeit im Einzelfall chend § 29 des Berliner Datenschutz-
durchgeführt werden, sind allgemein gesetzes.
zugänglich zu machen.
§18a
(3) Auf Bundesrecht beruhende Ge- Umweltinformationen
heimhaltungspflichten bleiben unbe-
rührt. (1) Für den Zugang zu Umweltinfor-
mationen im Land Berlin sowie für
(4) Jede öffentliche Stelle hat Verzeich- die Verbreitung dieser Umweltinfor-
nisse zu führen, die geeignet sind, die mationen gilt mit Ausnahme der §§
Aktenordnung und den Aktenbestand 11 bis 14 das Umweltinformationsge-
sowie den Zweck der geführten Akten setz vom 22. Dezember 2004 (BGBl. I
erkennen zu lassen. Jede öffentliche S. 3704) in der jeweils geltenden Fas-
Stelle hat Register, Aktenpläne, Ak- sung entsprechend.
tenordnungen, Aktenverzeichnisse,
Einsenderverzeichnisse, Tagebücher (2) Bei Entscheidungen einer infor-
und Verzeichnisse im Sinne von Satz 1 mationspflichtigen öffentlichen Stel-
allgemein zugänglich zu machen. le des Landes Berlin im Sinne des §
2 Abs. 1 Nr. 1 des Umweltinforma-
tionsgesetzes findet § 14 Abs. 3 An-
§18
wendung.
BeauftragterfürdasRechtauf
Akteneinsicht (3) Für Streitigkeiten um Ansprüche
(1) Zur Wahrung des Rechts auf Akten- gegen private informationspflichtige
einsicht und Informationszugang wird Stellen im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 2
ein Beauftragter für das Recht auf des Umweltinformationsgesetzes ist
Akteneinsicht bestellt. Diese Aufgabe der Rechtsweg zu den Verwaltungs-
wird vom Berliner Datenschutzbeauf- gerichten gegeben.
tragten wahrgenommen. Die Wahl und (4) Für die Übermittlung von Umwel-
die Rechtsstellung des Beauftragten tinformationen werden Kosten (Ge-
für das Recht auf Akteneinsicht richten bühren und Auslagen) erhoben. § 16
sich nach den §§ 21 und 22 des Berliner findet insoweit Anwendung. Abwei-
Datenschutzgesetzes. Der Beauftragte chend von § 16 Abs. 1 Satz 1 werden
führt die Amts- und Funktionsbezeich- Gebühren nicht erhoben für
nung „Berliner Beauftragter für Daten-
schutz und Informationsfreiheit“ in 1. die Akteneinsicht in Umweltinfor-
männlicher oder weiblicher Form. mationen vor Ort,

(2) Jeder Mensch hat das Recht, den 2. die Übermittlung der Ergebnisse
Beauftragten für Datenschutz und der Überwachung von Emissi-
Informationsfreiheit anzurufen. In onen nach den §§ 26, 28 und 29 des
diesem Fall hat der Beauftragte die Bundes-Immissionsschutzgesetzes,

59
Anhang 5 BfDI – Info 2

3. die Übermittlung der bei der zu- scheidungen sowie für die Arbeiten
ständigen Behörde vorliegenden zu ihrer unmittelbaren Vorbereitung.
Ergebnisse der Überwachung der
von einer Deponie ausgehenden (2) Die Regelungen der §§ 5 bis 12
Emissionen. des Berliner Informationsfreiheitsge-
setzes vom 15. Oktober 1999 (GVBl.
(5) Private informationspflichtige Stel- S. 561) gelten entsprechend.
len im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 2 des
Umweltinformationsgesetzes können (3) Die Akteneinsicht erfolgt bei der
für die Übermittlung von Umwelt- Behörde, die die Akten führt.
informationen nach diesem Gesetz (4) Für Nichtbeteiligte gilt das Berli-
von der antragstellenden Person Ko- ner Informationsfreiheitsgesetz.
stenerstattung verlangen, soweit kein
Fall nach Absatz 4 Satz 3 vorliegt. Die (5) § 72 Abs. 1 des Verwaltungsver-
Höhe der erstattungsfähigen Kosten fahrensgesetzes ist mit der Maßgabe
bemisst sich neben den Auslagen nach anzuwenden, dass die Regelungen
den festgelegten Gebührensätzen für des Berliner Informationsfreiheitsge-
Amtshandlungen von informations- setzes uneingeschränkt auch im Plan-
pflichtigen Stellen des Landes und feststellungsverfahren gelten.“
der landesunmittelbaren juristischen
Personen des öffentlichen Rechts. §20
ÄnderungdesBerliner
Abschnitt4 Pressegesetzes
Schlussvorschriften
In § 4 des Berliner Pressegesetzes
vom 15. Juni 1965 (GVBl. S. 744), das
§19
zuletzt durch Gesetz vom 6. April
ÄnderungdesGesetzesüberdas
1995 (GVBl. S. 240) geändert worden
VerfahrenderBerlinerVerwaltung
ist, wird folgender Absatz 5 angefügt:
Das Gesetz über das Verfahren der
Berliner Verwaltung vom 8. Dezem- „(5) Die Vorschriften des Berliner
ber 1976 (GVBl. S. 2735, 2898), zuletzt Informationsfreiheitsgesetzes vom
geändert durch Artikel I des Gesetzes 15. Oktober 1999 (GVBl. S. 561) blei-
vom 19. Juni 1997 (GVBl. S. 320), wird ben unberührt.“
wie folgt geändert:
§21
1. § 2a Abs. 3 wird aufgehoben. ÄnderungdesArchivgesetzes
desLandesBerlin
2. Es wird folgender § 4a eingefügt:
In § 4 des Archivgesetzes des Landes
Ҥ4a Berlin vom 29. November 1993 (GVBl.
AkteneinsichtdurchBeteiligte S. 576) wird folgender Absatz 1a ein-
gefügt:
(1) Die Behörde hat den Beteiligten
Einsicht in die das Verfahren betref- „(1a) Abweichend von Absatz 1 Satz
fenden Akten zu gestatten. Bis zum 1 sind Bauakten in der Regel 90 Jahre
Abschluss des Verwaltungsverfahrens nach ihrer Entstehung auszusondern
gilt Satz 1 nicht für Entwürfe zu Ent- und unverändert anzubieten.“

60
BfDI – Info 2 Anhang 5

§22
Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt, wer
vorsätzlich oder fahrlässig entgegen
§ 13 Abs. 7 die durch Akteneinsichten
oder Aktenauskünfte erhaltenen In-
formationen zu gewerblichen Zwe-
cken veröffentlicht, speichert oder
sammelt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann


mit einer Geldbuße bis zu 5 000 Euro
geahndet werden.

§23
Inkrafttreten
Dieses Gesetz tritt am Tage nach sei-
ner Verkündung im Gesetz- und Ver-
ordnungsblatt für Berlin in Kraft.

61
Anhang 6 BfDI – Info 2

Akteneinsichts-und und Prüfungseinrichtungen besteht


Informationszugangsgesetz(AIG) das Einsichtsrecht nur, soweit sie nicht
desLandesBrandenburg im Bereich von Forschung, Lehre, Un-
terricht und Prüfung tätig werden.
Vom 10. März 1998 (GVBl. I S. 46),
zuletzt geändert durch Artikel 2 (3) Das Akteneinsichtsrecht besteht ge-
des Gesetzes zur Änderung des genüber Behörden und Verwaltungs-
Gesetzes über den Kommunalen einrichtungen des Landes und der
Versorgungsverband Brandenburg, Gemeinden und Gemeindeverbände,
des Brandenburgischen Versor- deren Zuständigkeitsbereich sich auch
gungsrücklagengesetzes sowie zur auf andere Bundesländer erstreckt, nur,
Anpassung der Verweisungen an soweit sich deren Akten ausschließlich
das Kommunalrechtsreformgesetz auf das Land Brandenburg beziehen.
(KommRRefAnpG) vom
23. September 2008 (4) Soweit sich die aktenführende
(GVBl I S. 202, 206) Behörde zur Erledigung hoheitlicher
Aufgaben Privater bedient, besteht
das Akteneinsichtsrecht gegenüber
§1
den privaten Stellen.
Akteneinsichtsrecht
(5) In laufenden Verfahren wird Akten-
Jeder hat nach Maßgabe dieses Ge- einsicht nur nach Maßgabe des anzu-
setzes das Recht auf Einsicht in Ak- wendenden Verfahrensrechts gewährt.
ten, soweit nicht überwiegende öf-
fentliche oder private Interessen nach
den §§ 4 und 5 entgegenstehen oder §3
andere Rechtsvorschriften bereichs- Begriffsbestimmung
spezifische Regelungen für einen
unbeschränkten Personenkreis ent- Akten im Sinne dieses Gesetzes sind
halten. alle schriftlich, elektronisch, optisch,
akustisch oder auf andere Weise
aufgezeichneten Unterlagen, soweit
§2
diese ausschließlich amtlichen oder
Anwendungsbereich
dienstlichen Zwecken dienen. Nicht
hierunter fallen Vorentwürfe und
(1) Das Akteneinsichtsrecht besteht
Notizen, die nicht Bestandteil des
gegenüber Behörden und Einrich-
Vorgangs sind und spätestens nach
tungen des Landes im Sinne des
dessen Abschluss vernichtet werden.
Dritten Abschnitts des Landesorgani-
sationsgesetzes sowie gegenüber Ge-
meinden und Gemeindeverbänden. §4
Schutzüberwiegenderöffentlicher
(2) Das Akteneinsichtsrecht besteht Interessen
gegenüber den in § 1 Abs. 3 Nr. 1 bis
5 des Landesorganisationsgesetzes (1) Der Antrag auf Akteneinsicht ist
genannten Stellen nur, soweit sie Ver- abzulehnen, wenn
waltungsaufgaben erledigen. Gegen-
über Forschungsanstalten, zentralen 1. das Bekanntwerden des Aktenin-
Forschungseinrichtungen, Schulen halts die Landesverteidigung oder

62
BfDI – Info 2 Anhang 6

die internationalen Beziehungen den oder Verwaltungseinrichtungen


des Bundes oder eines anderen oder auf Vorgänge bezieht, die nach
Landes berühren würde oder die § 36 Abs. 2 der Kommunalverfas-
Beziehungen des Landes zu anderen sung des Landes Brandenburg in
Staaten oder zwischenstaatlichen nichtöffentlicher Sitzung zu bera-
Einrichtungen, zur Europäischen ten oder zu beschließen sind oder
Union, zum Bund oder zu den Län- in nichtöffentlicher Sitzung beraten
dern beeinträchtigen könnte, oder beschlossen worden sind,

2. durch das Bekanntwerden des 2. wenn durch das vorzeitige Be-


Akteninhalts Angaben und Mittei- kanntwerden des Akteninhalts
lungen öffentlicher Stellen, die nicht der Erfolg bevorstehender behörd-
dem Anwendungsbereich dieses licher Maßnahmen gefährdet wer-
Gesetzes unterfallen, ohne deren den könnte,
Zustimmung offenbart würden,
3. wenn sie sich auf die Übermittlung
3. sich der Inhalt der Akten auf Bera- noch nicht abgeschlossener Schrift-
tungen der Landesregierung oder stücke oder auf Entwürfe zu Ent-
Arbeiten zu ihrer Vorbereitung be- scheidungen sowie die Arbeiten zu
zieht, ihrer unmittelbaren Vorbereitung
bezieht oder
4. das Bekanntwerden des Aktenin-
halts Belange der Strafverfolgung 4. wenn die ordnungsgemäße Erfül-
und -vollstreckung, der Gefahren- lung der Aufgaben der öffentlichen
abwehr oder andere Belange der Stelle erheblich beeinträchtigt wür-
inneren Sicherheit beeinträchtigen de, es sei denn, daß das Interesse
könnte oder eine erhebliche Gefahr an der Einsichtnahme das entge-
für die öffentliche Sicherheit verur- genstehende öffentliche Interesse
sachen könnte, im Einzelfall überwiegt.
5. durch die Gewährung von Akten- (3) Die Verpflichtung zur Wahrung
einsicht Inhalte von Akten offen- gesetzlicher Geheimhaltungspflich-
bart würden, die eine Behörde zur ten oder von Berufs- oder besonde-
Durchführung eines Gerichtsver- ren Amtsgeheimnissen, die nicht auf
fahrens, eines strafrechtlichen oder gesetzlichen Vorschriften beruhen,
disziplinarrechtlichen Ermittlungs- bleibt unberührt.
verfahrens oder eines Bußgeld-
verfahrens erstellt hat oder die ihr
aufgrund des Verfahrens zugehen §5
oder die der Aufsicht über eine an- Schutzüberwiegenderprivater
dere Stelle dienen. Interessen

(2) Der Antrag auf Akteneinsicht soll (1) Der Antrag auf Akteneinsicht ist
abgelehnt werden, vorbehaltlich der Absätze 2 und 3 ab-
zulehnen, soweit
1. soweit sich der Inhalt der Akten
auf den Prozeß der Willensbildung 1. hierdurch personenbezogene Daten
innerhalb von und zwischen Behör- offenbart würden,

63
Anhang 6 BfDI – Info 2

2. der Einsicht der Schutz geistigen (3) Bei Einsicht in die Akten ist auch
Eigentums, insbesondere Urheber- die Offenbarung der Mitwirkung
rechte, entgegensteht oder eines Amtsträgers an Verwaltungsvor-
gängen oder sonstigem hoheitlichem
3. dadurch ein Antragsteller oder ein Handeln sowie dessen Namens, Ti-
Dritter von einer Tatsache Kennt- tels, akademischen Grades, der in-
nis erlangen würde, die nur einem nerdienstlichen Funktionsbeschrei-
eng begrenzten Personenkreis be- bung, der dienstlichen Anschrift und
kannt ist, zu einem bestimmten Rufnummer zulässig, es sei denn, der
Geschäftsbetrieb in Beziehung Offenbarung stehen schutzwürdige
steht und die nach dem Willen des Belange des Amtsträgers entgegen.
Unternehmens geheimzuhalten ist
oder an deren Geheimhaltung das
§6
Unternehmen ein schutzwürdiges
DurchführungderAkteneinsicht
Interesse hat. § 4 Abs. 3 gilt ent-
sprechend.
(1) Der Antrag auf Akteneinsicht muß
hinreichend bestimmt sein. In den
(2) Die Akteneinsicht kann gewährt
Fällen des § 4 Abs. 2 und § 5 Abs. 2 Nr.
werden, soweit
3 sind auch die besonderen Umstände
1. personenbezogene Daten mit Zu- des Einzelfalls darzulegen, aufgrund
stimmung des Betroffenen offen- derer ein überwiegendes Offenba-
bart werden oder die Offenbarung rungsinteresse geltend gemacht wird.
durch dieses Gesetz oder eine ande- Der Antrag ist schriftlich oder elektro-
re Rechtsvorschrift zugelassen ist, nisch an die aktenführende Behörde
zu richten. In den Fällen des Satzes
2. die personenbezogenen Daten aus 2 muß dem Antragsteller von der ak-
allgemein zugänglichen Quellen tenführenden Behörde Gelegenheit
entnommen werden können und zur Stellungnahme innerhalb von
schutzwürdige Belange des Betrof- zwei Wochen gegeben werden. So-
fenen der Offenbarung nicht entge- fern dem Antragsteller Angaben zur
genstehen, hinreichenden Bestimmung seines
Antrages fehlen, ist er von der öffent-
3. aufgrund besonderer Umstände lichen Stelle zu beraten und zu unter-
des Einzelfalls im Hinblick auf den stützen. Wird ein Antrag bei einer un-
Zweck der politischen Mitgestal- zuständigen Stelle gestellt, so ist diese
tung das Offenbarungsinteresse verpflichtet, den Antrag unverzüglich
des Antragstellers das Interesse der an die zuständige Stelle weiterzulei-
betroffenen Person an der vertrau- ten und den Antragsteller hierüber zu
lichen Behandlung der Information unterrichten. Der Antrag ist innerhalb
überwiegt oder eines Monats zu bescheiden; ist dies
nicht möglich, so ist ein Zwischen-
4. die Daten im Sinne des Absatzes bescheid zu erteilen. Eine Ablehnung
1 Nr. 3 mit Zustimmung des des Antrages ist von der aktenführen-
Unternehmens offenbart werden. den Behörde schriftlich zu begrün-
§ 16 des Brandenburgischen Da- den. Der Antragsteller ist im Ableh-
tenschutzgesetzes findet keine nungsbescheid auf sein Recht nach §
Anwendung. 11 Abs. 2 Satz 1 hinzuweisen.

64
BfDI – Info 2 Anhang 6

{2) Soweit der Schutz der in den §§ 4 3. elektronische Post,


und 5 genannten öffentlichen und pri-
4. Broschüren oder
vaten Belange durch Aussonderung
von Aktenteilen oder Einzeldaten 5. Zurverfügungstellung von Infor-
gewährleistet werden kann, ist dem mationsträgern in sonstiger Weise
Antragsteller der übrige Teil der Akte gewährt werden, soweit sie die
zugänglich zu machen. Ist die Aus- begehrten Informationen enthal-
sonderung mit einem unverhältnis- ten. Der Antragsteller kann auch
mäßig hohen Aufwand verbunden, auf Veröffentlichungen der zustän-
besteht nur ein Recht auf Auskunfts- digen Behörde verwiesen werden.
erteilung.
§8
(3) In den Fällen des § 5 Abs. 2 Nr. 2 GleichförmigeAnträgeund
und 3 ist der Betroffene vor der Ge- Beschränkungauf
währung der Akteneinsicht anzuhö- Auskunftserteilung
ren. Dasselbe gilt in den Fällen, in
denen Unternehmensdaten, die nicht (1) Das Akteneinsichtsrecht ist auf
unter § 5 Abs. 1 Nr. 3 fallen, von einer Auskunftserteilung beschränkt, wenn
Akteneinsicht betroffen sind. mehr als 50 Anträge vorliegen, die auf
die gleichen Informationen gerichtet
(4) Der Antrag kann abgelehnt wer- sind, und die Auskunft auch ohne
den, wenn der Antragsteller bereits den Informationsträger verständlich
über die begehrten Informationen ist. Abweichend von Satz 1 kann auch
verfügt oder sich diese in zumutba- bei weniger als 50 Anträgen die Infor-
rer Weise aus allgemein zugänglichen mationsgewährung auf Auskunftser-
Quellen beschaffen kann oder wenn teilung beschränkt werden, wenn die
der Antrag zum Zweck der Vereite- Gewährung von Akteneinsicht mit
lung oder Verzögerung von Verwal- einem unverhältnismäßig hohen Auf-
tungshandlungen erfolgt. wand verbunden wäre.

(2) Bei Anträgen, die von mehr als


§7 50 Personen auf Unterschriftslisten
ArtundWeisederGewährungdes unterzeichnet oder in Form verviel-
Akteneinsichtsrechts fältigter gleichlautender Texte ein-
gereicht worden sind (gleichförmige
Die zuständige Stelle bestimmt das Anträge), gelten die §§ 17 und 19 des
Verfahren nach pflichtgemäßem Er- Brandenburgischen Verwaltungsver-
messen. Der Anspruch auf Akten- fahrensgesetzes entsprechend.
einsicht wird vorbehaltlich der in § 6
Abs. 2 und § 8 geregelten Ausnahmen
§9
durch Gewährung der Einsicht in die
Informationsrechtfür
Originaldokumente erfüllt. Mit Zu-
BürgerinitiativenundVerbände
stimmung des Antragstellers kann
zurBeeinflussungöffentlicher
das Akteneinsichtsrecht auch durch
Angelegenheiten
1. Übermittlung von Vervielfältigungen,
(1) Dieses Gesetz findet entsprechend
2. Dokumentationen, Anwendung auf Bürgerinitiativen

65
Anhang 6 BfDI – Info 2

und Verbände zur Beeinflussung öf- §11


fentlicher Angelegenheiten im Sinne BeauftragterfürdasRechtauf
des Artikels 21 Abs. 3 der Verfassung Akteneinsicht
des Landes Brandenburg, soweit sie
ihr Recht auf Information geltend (1) Zur Wahrung des Grundrechts
machen. auf Akteneinsicht und Informations-
zugang wird ein Landesbeauftragter
(2) Anträge nach Absatz 1 können für das Recht auf Akteneinsicht be-
nur durch den Vorstand oder einen stellt. Diese Aufgabe wird von dem
besonders hierzu Bevollmächtigten Landesbeauftragten für den Daten-
gestellt werden. In Zweifelsfällen ist schutz wahrgenommen. Die Wahl
gegenüber der Behörde die Vertre- und die Rechtsstellung des Landes-
tungsbefugnis nachzuweisen. beauftragten richten sich nach den
§§ 22 und 23 des Brandenburgischen
§10 Datenschutzgesetzes. Der Landesbe-
Kosten auftragte führt die Amts- und Funk-
tionsbezeichnung „Der Landesbe-
(1) Für Amtshandlungen, die auf- auftragte für den Datenschutz und
grund dieses Gesetzes vorgenommen für das Recht auf Akteneinsicht“ in
werden, werden Kosten (Gebühren männlicher oder weiblicher Form.
und Auslagen) erhoben. Die Gebüh-
(2) Jeder hat das Recht, den Landes-
ren sind so zu bemessen, dass zwi-
beauftragten für den Datenschutz
schen dem Verwaltungsaufwand
und für das Recht auf Akteneinsicht
einerseits und dem Recht auf Akten-
anzurufen. In diesem Fall hat der
einsicht andererseits ein angemes-
Landesbeauftragte für den Daten-
senes Verhältnis besteht. Kostenrege-
schutz und für das Recht auf Akten-
lungen in anderen Rechtsvorschriften
einsicht die Befugnisse der §§ 23, 25
bleiben unberührt.
und 26 des Brandenburgischen Da-
(2) Die Landesregierung wird er- tenschutzgesetzes.
mächtigt, im Benehmen mit dem
(3) Der Landesbeauftragte für den
Ausschuß für Inneres des Landtages
Datenschutz und für das Recht auf
die Gebührentatbestände und die
Akteneinsicht legt dem Landtag alle
Höhe der Gebühren durch Rechts-
zwei Jahre einen Bericht über seine
verordnung (Gebührenordnung) zu
Tätigkeit vor.
bestimmen.

(3) Die Gemeinden und Gemeindever- §12


bände können für Amtshandlungen, Inkrafttreten
die aufgrund dieses Gesetzes vorge-
nommen werden, Gebühren und Aus- Dieses Gesetz tritt am Tage nach der
lagen erheben und dies durch Satzung Verkündung in Kraft.
regeln. Die Vorschriften des Kom-
munalabgabengesetzes für das Land
Brandenburg finden Anwendung.

66
BfDI – Info 2 Anhang 7

Gesetz über die Freiheit des §2


Zugangs zu Begriffsbestimmungen
Informationen für das Land
Bremen Im Sinne dieses Gesetzes ist
(Bremer Informationsfreiheits-
gesetz – BremIFG) 1. amtliche Information jede amt-
lichen Zwecken dienende Auf-
Vom 16. Mai 2006 zeichnung, unabhängig von der
Art ihrer Speicherung; Entwürfe
§1 und Notizen, die nicht Bestandteil
Grundsatz eines Vorgangs werden sollen, ge-
hören nicht dazu;
(1) Jeder hat nach Maßgabe dieses
2. Dritter jeder, über den personenbe-
Gesetzes gegenüber den Behörden
zogene Daten oder sonstige Infor-
des Landes, der Gemeinden und der
mationen vorliegen.
sonstigen der Aufsicht des Landes un-
terstehenden juristischen Personen des
öffentlichen Rechts und deren Vereini- §3
gungen einen Anspruch auf Zugang zu Schutzvonbesonderenöffentlichen
amtlichen Informationen. Für sonstige Belangen
Organe und Einrichtungen des Landes
und der Gemeinden gilt dieses Gesetz, Der Anspruch auf Informationszu-
soweit sie öffentlich-rechtliche Verwal- gang besteht nicht,
tungsaufgaben wahrnehmen. Einer Be-
hörde im Sinne dieser Vorschrift steht 1. wenn das Bekanntwerden der
eine natürliche Person oder juristische Information nachteilige Auswir-
Person des Privatrechts gleich, soweit kungen haben kann auf
eine Behörde sich dieser Person zur
Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen a) internationale Beziehungen, Be-
Aufgaben bedient. ziehungen zum Bund oder zu
einem Land,
(2) Die Behörde kann entweder Aus-
kunft erteilen, Akteneinsicht gewähren b) Kontroll- oder Aufsichtsaufga-
oder Informationen in sonstiger Weise ben der Finanz-, Wettbewerbs-
zur Verfügung stellen. Begehrt der An- und Regulierungsbehörden,
tragsteller eine bestimmte Art des In-
formationszugangs, so darf dieser nur c) A
ngelegenheiten der externen
aus wichtigem Grund auf andere Art Finanzkontrolle,
gewährt werden. Als wichtiger Grund
gilt insbesondere ein deutlich höherer d) die Durchführung eines lau-
Verwaltungsaufwand. fenden Gerichtsverfahrens, den
Anspruch einer Person auf ein
(3) Regelungen in anderen Rechts- faires Verfahren, die Durchfüh-
vorschriften über den Zugang zu rung strafrechtlicher, ordnungs-
amtlichen Informationen gehen mit widrigkeitsrechtlicher oder
Ausnahme von § 29 des Bremischen disziplinarischer Ermittlungen
Verwaltungsverfahrensgesetzes vor. oder die Strafvollstreckung,

67
Anhang 7 BfDI – Info 2

2. wenn das Bekanntwerden der Infor- §4


mation die äußere oder die öffent- Schutzdesbehördlichen
liche Sicherheit gefährden kann, Entscheidungsprozesses

3. wenn und solange die notwendige (1) Der Antrag auf Informationszugang
Vertraulichkeit internationaler Ver- soll abgelehnt werden für Entwürfe zu
handlungen beeinträchtigt wird, Entscheidungen sowie Arbeiten und
Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren Vor-
4. wenn die Information einer durch bereitung, soweit und solange durch
Rechtsvorschrift oder durch die die vorzeitige Bekanntgabe der Infor-
Verschlusssachenanweisung für mationen der Erfolg der Entscheidung
das Land Bremen geregelten Ge- oder bevorstehender behördlicher
heimhaltungs- oder Vertraulich- Maßnahmen vereitelt würde. Nicht
keitspflicht oder einem Berufs- der unmittelbaren Entscheidungsvor-
oder besonderen Amtsgeheimnis
bereitung nach Satz 1 dienen regelmä-
unterliegt,
ßig Ergebnisse der Beweiserhebung
und Gutachten oder Stellungnahmen
5. hinsichtlich vorübergehend beigezo-
gener Information einer anderen öf- Dritter.
fentlichen Stelle, die nicht Bestandteil
(2) Der Antragsteller soll über den
der eigenen Vorgänge werden soll,
Abschluss des jeweiligen Verfah-
6. wenn das Bekanntwerden der In- rens informiert werden.
formation geeignet wäre, fiska-
lische Interessen des Landes, der
§5
Gemeinden oder der sonstigen
SchutzpersonenbezogenerDaten
der Aufsicht des Landes unterste-
henden juristischen Personen des
(1) Zugang zu personenbezogenen
öffentlichen Rechts im Wirtschafts-
Daten darf nur gewährt werden, so-
verkehr zu beeinträchtigen,
weit das Informationsinteresse des
7. bei vertraulich erhobener oder Antragstellers das schutzwürdige In-
übermittelter Information, soweit teresse des Dritten am Ausschluss des
das Interesse des Dritten an einer Informationszugangs überwiegt oder
vertraulichen Behandlung im Zeit- der Dritte eingewilligt hat. Besondere
punkt des Antrags auf Informati- Arten personenbezogener Daten im
onszugang noch fortbesteht, Sinne des § 2 Abs. 6 des Bremischen
Datenschutzgesetzes dürfen nur
8. gegenüber dem Landesamt für Ver- übermittelt werden, wenn der Dritte
fassungsschutz und den sonstigen ausdrücklich eingewilligt hat.
öffentlichen Stellen des Landes, die
Aufgaben im Sinne des § 10 Nr. 3 (2) Das Informationsinteresse des An-
des Sicherheitsüberprüfungsge- tragstellers überwiegt nicht bei Infor-
setzes wahrnehmen, mationen aus Unterlagen, soweit sie
mit dem Dienst- oder Amtsverhältnis
9. gegenüber Radio Bremen in Bezug oder einem Mandat des Dritten in
auf journalistisch-redaktionelle In- Zusammenhang stehen, insbesonde-
formationen. re aus Personalakten.

68
BfDI – Info 2 Anhang 7

(3) Das Informationsinteresse des des Privatrechts zur Erfüllung ihrer


Antragstellers überwiegt das schutz- öffentlich-rechtlichen Aufgaben be-
würdige Interesse des Dritten am dient. Betrifft der Antrag Daten Drit-
Ausschluss des Informationszugangs ter im Sinne von § 5 Abs. 1 und 2 oder
in der Regel dann, wenn sich die An- § 6, muss er begründet werden. Bei
gabe auf Name, Titel, akademischen gleichförmigen Anträgen von mehr
Grad, Berufs- und Funktionsbezeich- als 50 Personen gelten die §§ 17 bis 19
nung, Büroanschrift und Telekom- des Bremischen Verwaltungsverfah-
munikationsnummer beschränkt und rensgesetzes entsprechend.
der Dritte als Gutachter, Sachverstän-
diger oder in vergleichbarer Weise (2) Besteht ein Anspruch auf Infor-
eine Stellungnahme in einem Verfah- mationszugang zum Teil, ist dem
ren abgegeben hat. Antrag in dem Umfang stattzugeben,
in dem der Informationszugang ohne
(4) Name, Titel, akademischer Grad, Preisgabe der geheimhaltungsbe-
Berufs- und Funktionsbezeichnung, dürftigen Informationen oder ohne
Büroanschrift und Telekommunika- unverhältnismäßigen Verwaltungs-
tionsnummer von Bearbeitern sind aufwand möglich ist. Entsprechendes
vom Informationszugang nicht aus- gilt, wenn sich der Antragsteller in
geschlossen, soweit sie Ausdruck den Fällen, in denen Belange Dritter
und Folge der amtlichen Tätigkeit berührt sind, mit einer Unkenntlich-
sind und kein Ausnahmetatbestand machung der diesbezüglichen Infor-
erfüllt ist. mationen einverstanden erklärt.

(3) Auskünfte können mündlich,


§6
schriftlich oder elektronisch erteilt
SchutzdesgeistigenEigentums
werden. Die Behörde ist nicht ver-
undvonBetriebs-oder
pflichtet, die inhaltliche Richtigkeit
Geschäftsgeheimnissen
der Information zu prüfen.
Der Anspruch auf Informationszu-
(4) Im Fall der Einsichtnahme in amt-
gang besteht nicht, soweit der Schutz
liche Informationen kann sich der An-
geistigen Eigentums entgegensteht.
tragsteller Notizen machen oder Ab-
Zugang zu Betriebs- oder Geschäfts-
lichtungen und Ausdrucke fertigen
geheimnissen darf nur gewährt wer-
lassen. § 6 Satz 1 bleibt unberührt.
den, soweit der Betroffene eingewil-
ligt hat. (5) Die Information ist dem Antrag-
steller unter Berücksichtigung etwai-
§7 ger von ihm angegebener Zeitpunkte
AntragundVerfahren unverzüglich, spätestens jedoch mit
Ablauf der Frist nach Satz 2 Nr. 1 oder
(1) Über den Antrag auf Informati- Nr. 2 zugänglich zu machen. Die Frist
onszugang entscheidet die Stelle, die beginnt mit Eingang des Antrags bei
zur Verfügung über die begehrten der Behörde, die über die Informati-
Informationen berechtigt ist. Im Falle onen verfügt und endet 1. mit Ablauf
des § 1 Abs. 1 Satz 3 ist der Antrag an eines Monats oder 2. soweit die In-
die Behörde zu richten, die sich der formationen derart umfangreich und
natürlichen oder juristischen Person komplex sind, dass die in Nummer 1

69
Anhang 7 BfDI – Info 2

genannte Frist nicht eingehalten wer- verfügt oder sich diese in zumutba-
den kann, mit Ablauf von zwei Mo- rer Weise aus allgemein zugänglichen
naten. § 8 bleibt unberührt. Quellen beschaffen kann.

§8 §10
VerfahrenbeiBeteiligungDritter Kosten

(1) Die Behörde gibt einem Dritten, (1) Wird einem Antrag nach § 7
dessen Belange durch den Antrag auf stattgegeben, werden für Amts-
Informationszugang berührt sind, handlungen nach diesem Gesetz Ge-
schriftlich Gelegenheit zur Stellung- bühren nach Maßgabe einer Gebüh-
nahme innerhalb eines Monats, so- renordnung erhoben. Dies gilt nicht
fern Anhaltspunkte dafür vorliegen, für Handlungen gegenüber Beteilig-
dass er ein schutzwürdiges Interesse ten im Sinne des Bremischen Verwal-
am Ausschluss des Informationszu- tungsverfahrensgesetzes.
gangs haben kann.
(2) Die Bereitstellung von Informa-
(2) Die Entscheidung nach § 7 Abs. 1 tionen darf nicht an im Voraus zu
Satz 1 ergeht schriftlich und ist auch zahlende Gebühren gebunden sein.
dem Dritten bekannt zu geben. Der In- Gebühren dürfen nicht erhoben wer-
formationszugang darf erst erfolgen, den, wenn der Antrag auf Zugang ab-
wenn die Entscheidung dem Dritten gelehnt worden ist.
gegenüber bestandskräftig ist oder
die sofortige Vollziehung angeordnet (3) Auslagen der öffentlichen Stellen
worden ist und seit der Bekanntgabe sind in jedem Fall durch den Antrag-
der Anordnung an den Dritten zwei steller oder die Antragstellerin zu er-
Wochen verstrichen sind. statten; diese dürfen die tatsächlichen
Kosten nicht übersteigen.
§9 (4) Der Senat wird ermächtigt, im Ein-
AblehnungdesAntrags vernehmen mit dem Haushalts- und
Finanzausschuss die Zuständigkeit
(1) Die Bekanntgabe einer Entschei- für die Gebühreneinziehung, die Ge-
dung, mit der der Antrag ganz oder bührentatbestände und die Gebühren
teilweise abgelehnt wird, hat inner- durch Rechtsverordnung (Gebüh-
halb der Frist nach § 7 Abs. 5 Satz 2 renordnung) zu bestimmen. Die Be-
zu erfolgen. stimmungen des Bremischen Gebüh-
ren- und Beitragsgesetzes bleiben im
(2) Soweit die Behörde den Antrag
Übrigen unberührt.
ganz oder teilweise ablehnt, hat sie
mitzuteilen, ob und wann der Infor-
mationszugang ganz oder teilweise §11
zu einem späteren Zeitpunkt voraus- Veröffentlichungspflichten
sichtlich möglich ist.
(1) Die Behörden sollen Verzeichnisse
(3) Der Antrag kann abgelehnt wer- führen, aus denen sich die vorhande-
den, wenn der Antragsteller bereits nen Informationssammlungen und
über die begehrten Informationen -zwecke erkennen lassen.

70
BfDI – Info 2 Anhang 7

(2) Organisations-, Geschäftsvertei- (2) Die Aufgabe des Landesbeauftrag-


lungs- und Aktenpläne ohne Angabe ten für die Informationsfreiheit wird
personenbezogener Daten sind nach von dem Landesbeauftragten für den
Maßgabe dieses Gesetzes allgemein Datenschutz wahrgenommen.
zugänglich zu machen.
(3) Die Bestimmungen des Bre-
(3) Jede öffentliche Stelle hat insbe- mischen Datenschutzgesetzes (§§ 25
sondere die von ihr nach In-Kraft-Tre- bis 33) gelten entsprechend.
ten dieses Gesetzes erlassenen oder
geänderten Verwaltungsvorschriften §13
von allgemeinem Interesse zu veröf- BerichtundEvaluierung
fentlichen. Die Veröffentlichung un-
terbleibt, soweit ein Antrag auf Infor- Der Senat überprüft unter Mitwir-
mationszugang nach diesem Gesetz kung des Landesbeauftragten für
abzulehnen wäre. die Informationsfreiheit die Auswir-
kungen dieses Gesetzes und unter-
(4) Die Behörden sollen die in den
richtet die Bremische Bürgerschaft
Absätzen 1, 2 und 3 genannten Plä-
zwei Jahre vor Außerkrafttreten des
ne, Verzeichnisse und Verwaltungs-
Gesetzes. Die Bremische Bürgerschaft
vorschriften sowie weitere geeignete
wird das Gesetz ein Jahr vor Außer-
Informationen in elektronischer Form
Kraft-Treten auf wissenschaftlicher
allgemein zugänglich machen und an
Grundlage evaluieren.
das elektronische Informationsregis-
ter nach Absatz 5 melden.
§14
(5) Die Freie Hansestadt Bremen In-Kraft-Treten
richtet ein zentrales elektronisches
Informationsregister ein, um das Auf- Dieses Gesetz tritt am ersten Tag des
finden der Informationen zu erleich- dritten auf die Verkündung folgenden
tern. Die öffentlichen Stellen sind Monats in Kraft. Es tritt am ersten Tag
verpflichtet, insbesondere Gesetze, des sechsten auf das Inkrafttreten fol-
Rechtsverordnungen und veröffentli- genden Jahres außer Kraft.
chte Verwaltungsvorschriften an das
Informationsregister zu melden.

(6) Einzelheiten werden durch Rechts-


verordnung des Senats geregelt.

§12
Landesbeauftragterfürdie
Informationsfreiheit

(1) Jeder kann den Landesbeauftrag-


ten für die Informationsfreiheit anru-
fen, wenn er sein Recht auf Informa-
tionszugang nach diesem Gesetz als
verletzt ansieht.

71
Anhang 8 BfDI – Info 2

Gesetz zum Neuerlass einer Behörde im Sinne dieser


des Hamburgischen Vorschrift steht eine natürliche
Informationsfreiheitsgesetzes Person oder juristische Person des
Privatrechts gleich, soweit sich die
Vom 17. Februar 2009 in § 3 Absatz 1 genannten Stellen
dieser Person zur Erfüllung ihrer
Der Senat verkündet das nachstehen- öffentlich-rechtlichen Aufgaben
de von der Bürgerschaft beschlossene bedienen oder dieser Person die
Gesetz: Erfüllung öffentlich-rechtlicher
Aufgaben übertragen wird;
Artikel1
HamburgischesInformations- 4. auskunftspflichtige Stellen die in
freiheitsgesetz(HmbIFG) § 3 bezeichneten Stellen.

§1 §3
Gesetzeszweck Anwendungsbereich

Zweck dieses Gesetzes ist es, den (1) Die Vorschriften über den Zu-
freien Zugang zu den bei den in § 3 gang zu Informationen gelten für
bezeichneten Stellen vorhandenen die Behörden der Freien und Hanse-
Informationen sowie die Verbreitung stadt Hamburg sowie ihre Anstalten,
dieser Informationen zu gewährlei- Körperschaften und Stiftungen öf-
sten und die grundlegenden Voraus- fentlichen Rechts, auch, soweit diese
setzungen festzulegen, unter denen Bundesrecht oder Recht der Europä-
derartige Informationen zugänglich ischen Gemeinschaften ausführen.
gemacht werden sollen.
(2) Ein Anspruch auf Informationszu-
gang besteht nicht
§2
Begriffsbestimmungen 1. gegenüber der Bürgerschaft, so-
weit sie im Rahmen der Gesetzge-
Im Sinne dieses Gesetzes sind bung tätig geworden ist, sowie ge-
genüber dem Eingabenausschuss,
1. Informationen alle in Schrift-, Bild-,
Untersuchungsausschüssen, dem
Ton- oder Datenverarbeitungsform
Kontrollausschuss zur parlamen-
oder auf sonstigen Informationsträ-
tarischen Kontrolle des Senats
gern bei auskunftspflichtigen Stel-
auf dem Gebiet des Verfassungs-
len vorhandenen Aufzeichnungen;
schutzes gemäß § 24 des Hambur-
2. Informationsträger alle Medien, gischen Verfassungsschutzgesetzes
die Informationen in Schrift-, Bild-, vom 7. März 1995 (HmbGVBl. S.
Ton- oder Datenverarbeitungsform 45), zuletzt geändert am 17. Febru-
oder in sonstiger Form speichern ar 2009 (HmbGVBl. S. 29, 32), und
können; der Kommission (G 10-Kommis-
sion) zur Durchführung des Ge-
3. Behörden alle Stellen im Sinne des setzes zur Beschränkung des Brief-,
§ 1 Absatz 2 des Hamburgischen Post- und Fernmeldegeheimnisses
Verwaltungsverfahrensgesetzes; der Hamburgischen Bürgerschaft;

72
BfDI – Info 2 Anhang 8

2. gegenüber Gerichten, Strafverfol- gen- oder anwendungsbezogene


gungs- und Strafvollstreckungsbe- Forschung betreiben;
hörden sowie Disziplinarbehörden,
soweit sie als Organe der Rechts- 9. wenn Aufgaben wahrgenommen
pflege oder auf Grund besonderer werden, die der Anerkennung und
Rechtsvorschriften in richterlicher Beaufsichtigung von Stiftungen
Unabhängigkeit tätig geworden des bürgerlichen Rechts oder der
sind; Verwaltung von Beteiligungen der
Freien und Hansestadt Hamburg
3. gegenüber dem Rechnungshof, an Unternehmen des privaten
soweit er in richterlicher Unabhän- Rechts, soweit diese am Wettbe-
gigkeit tätig geworden ist; werb teilnehmen, dienen.

4. gegenüber dem Landesamt für


§4
Verfassungsschutz sowie gegenü-
Informationsfreiheit
ber den Behörden und sonstigen
öffentlichen Stellen der Freien und
Jede natürliche Person und juristische
Hansestadt Hamburg, soweit sie
Person des Privatrechts hat Anspruch
Aufgaben im Sinne des § 10 Num-
auf Zugang zu den bei den in § 3 be-
mer 3 des Hamburgischen Sicher-
zeichneten Stellen vorhandenen In-
heitsüberprüfungsgesetzes vom
formationen.
25. Mai 1999 (HmbGVBl. S. 82), zu-
letzt geändert am 17. Februar 2009
(HmbGVBl. S. 29, 32), in der jeweils §5
geltenden Fassung wahrnehmen; Ausgestaltungdes
Informationszugangsanspruchs
5. für Vorgänge der Steuererhebung
und Steuerfestsetzung sowie der (1) Die auskunftspflichtigen Stellen
Innenrevisionen der in Absatz 1 ge- haben grundsätzlich nach Wahl der
nannten Stellen einschließlich ihrer antragstellenden Person Auskunft zu
Berichte; erteilen oder die Informationsträger
zugänglich zu machen, die die be-
6. für Unterlagen, die Prognosen, Be- gehrten Informationen enthalten.
wertungen, Empfehlungen oder
Anweisungen in Zusammenhang (2) Handelt es sich um vorübergehend
mit der gerichtlichen oder außerge- beigezogene Akten anderer öffent-
richtlichen Geltendmachung oder licher Stellen, die nicht Bestandteil
Abwehr von Ansprüchen enthalten; der eigenen Aufzeichnungen werden
sollen, so weist die auskunftspflichti-
7. für Informationen, die im Zusam- ge Stelle auf diese Tatsache hin und
menhang mit der Aufgabenwahr- nennt die für die Entscheidung über
nehmung der Arbeitsgruppe Scien- die Akteneinsicht zuständige Stelle.
tology bei der Behörde für Inneres
stehen; (3) Die auskunftspflichtigen Stellen
stellen ausreichende zeitliche, sach-
8. soweit die in Absatz 1 genannten liche und räumliche Möglichkeiten
Stellen als Unternehmen am Wett- für den Informationszugang zur Ver-
bewerb teilnehmen oder Grundla- fügung. Die Anfertigung von Noti-

73
Anhang 8 BfDI – Info 2

zen ist gestattet. Kann die auskunfts- (3) Der Antrag soll bei der auskunfts-
pflichtige Stelle die Anforderungen pflichtigen Stelle gestellt werden,
von Satz 1 nicht erfüllen, stellt sie Ko- bei der die begehrten Informationen
pien zur Verfügung. Die §§ 17 und 19 vorhanden sind. § 5 Absatz 2 bleibt
des Hamburgischen Verwaltungsver- unberührt. Ist die angerufene Stelle
fahrensgesetzes gelten entsprechend. nicht die auskunftspflichtige Stelle,
so hat die angerufene Stelle die nach
(4) Die auskunftspflichtige Stelle Satz 2 zuständige Stelle zu ermitteln
stellt auf Antrag Kopien der Infor- und der antragstellenden Person zu
mationsträger, die die begehrten In- benennen.
formationen enthalten, auch durch
Versendung, zur Verfügung. Hat die (4) Im Fall des § 2 Nummer 3 zwei-
antragstellende Person keine Auswahl ter Halbsatz besteht der Anspruch
zum Übermittlungsweg getroffen, ist gegenüber derjenigen Behörde, die
regelmäßig die kostengünstigste Form sich einer natürlichen Person oder ju-
der Übermittlung zu wählen. ristischen Person des Privatrechts zur
Erfüllung ihrer öffentlich-rechtlichen
(5) Soweit Informationsträger nur
Aufgaben bedient. Im Falle der Belei-
mit Hilfe von Maschinen lesbar sind,
hung besteht der Anspruch gegenü-
stellt die auskunftspflichtige Stelle
ber dem Beliehenen.
auf Verlangen der antragstellenden
Person maschinenlesbare Informati-
onsträger einschließlich der erforder- §7
lichen Leseanweisungen oder lesbare BescheidungdesAntrages
Ausdrucke zur Verfügung.
(1) Die auskunftspflichtigen Stellen
(6) Die auskunftspflichtige Stelle machen die begehrten Informationen
kann auf eine Veröffentlichung insbe- unverzüglich, spätestens aber inner-
sondere im Internet verweisen, wenn halb eines Monats nach Eingang des
sie der antragstellenden Person die hinreichend bestimmten Antrags bei
Fundstelle angibt. der Stelle zugänglich.

§6 (2) Die Ablehnung eines Antrags


Antragstellung oder die Beschränkung des begehrten
Zugangs zu Informationen ist inner-
(1) Der Zugang zu Informationen halb der in Absatz 1 genannten Frist
wird auf Antrag gewährt. Der Antrag schriftlich bekannt zu geben und zu
soll schriftlich gestellt werden; eine begründen. Wurde der Antrag münd-
elektronische oder mündliche An- lich gestellt, gilt Satz 1 nur auf aus-
tragstellung ist zulässig. drückliches Verlangen der antragstel-
lenden Person.
(2) Im Antrag sind die begehrten In-
formationen zu umschreiben. Sofern (3) Können die gewünschten Infor-
der antragstellenden Person Anga- mationen nicht oder nicht vollständig
ben zur Umschreibung der begehrten innerhalb eines Monats zugänglich
Informationen fehlen, hat die ange- gemacht werden oder erfordern Um-
rufene auskunftspflichtige Stelle sie fang oder Komplexität eine intensive
oder ihn zu beraten. Prüfung, so kann die auskunftspflich-

74
BfDI – Info 2 Anhang 8

tige Stelle die Frist auf zwei Monate 4. wenn das Bekanntwerden der In-
verlängern. Die antragstellende Per- formation geeignet wäre, fiska-
son ist über die Fristverlängerung un- lische Interessen der Freien und
ter Angabe der maßgeblichen Gründe Hansestadt Hamburg im Wirt-
schriftlich zu informieren. Absatz 2 schaftsverkehr zu beeinträchtigen.
gilt entsprechend.

(4) Wird der Antrag nicht innerhalb §9


der in Absatz 1 oder Absatz 3 ge- Schutzdes
nannten Frist beschieden, gilt dies als Entscheidungsbildungsprozesses
Ablehnung.
(1) Der Antrag auf Zugang zu Infor-
(5) Für Amtshandlungen nach diesem mationen soll bis zur ersten Sachent-
Gesetz werden Gebühren, Zinsen scheidung abgelehnt werden für
und Auslagen nach dem Gebühren- Entwürfe zu Entscheidungen sowie
gesetz vom 5. März 1986 (HmbGVBl. Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer un-
S. 37), zuletzt geändert am 11. Juli mittelbaren Vorbereitung.
2007 (HmbGVBl. S. 236), in der je-
weils geltenden Fassung erhoben. (2) Nicht der unmittelbaren Vorbe-
reitung dienen Unterlagen (insbe-
sondere Gutachten, Stellungnahmen,
§8
Auskünfte, Ergebnisse von Bewei-
SchutzöffentlicherBelangeund
serhebungen), die lediglich in tat-
derRechtsdurchsetzung
sächlicher und rechtlicher Hinsicht
Grundlagen der zu treffenden Ent-
Der Antrag auf Zugang zu Informa-
scheidung bilden beziehungsweise
tionen ist abzulehnen, soweit und
noch einer Bewertung bedürfen, ohne
solange
ihrerseits Entscheidungsvorschläge
1. das Bekanntwerden der Informa- zu enthalten.
tionen die internationalen Bezie-
(3) Der Antrag soll abgelehnt wer-
hungen, die Beziehungen zum
Bund oder zu einem Land, die den für Vorentwürfe und Notizen,
Landesverteidigung oder die in- die nicht Bestandteil eines Vorgangs
nere Sicherheit nicht unerheblich und alsbald vernichtet werden sollen,
gefährden würde; weil sie nicht erforderlich und geeig-
net sind, die getroffene Entscheidung
2. durch die Bekanntgabe der Infor- sowie den maßgeblichen Entschei-
mationen der Verfahrensablauf dungsprozess einschließlich der be-
eines anhängigen Gerichtsverfah- teiligten Stellen nachvollziehbar und
rens, eines Ordnungswidrigkeiten- überprüfbar zu dokumentieren.
verfahrens oder eines Disziplinar-
verfahrens erheblich beeinträchtigt (4) Geheim zu halten sind Protokolle
würde; von Beratungen, deren Vertraulich-
keit durch Rechtsvorschrift vorge-
3. die Bekanntgabe der Informationen sehen ist, einschließlich der sich im
den Erfolg eines strafrechtlichen Besitz dieses Gremiums befindlichen
Ermittlungsverfahrens gefährden Beratungsunterlagen, sowie Unter-
würde; lagen, die durch die Verschlusssa-

75
Anhang 8 BfDI – Info 2

chenanweisung für die Behörden 2. die Offenbarung ist zur Abwehr


der Freien und Hansestadt Hamburg erheblicher Nachteile für das All-
vom 9. November 1982 in der jeweils gemeinwohl oder von Gefahren
geltenden Fassung geschützt sind. für Leben, Gesundheit, persönliche
Freiheit oder sonstiger schwerwie-
(5) Der Antrag auf Zugang zu Infor- gender Beeinträchtigungen der
mationen kann abgelehnt werden, Rechte Einzelner geboten;
wenn das Bekanntwerden des In-
haltes der Informationen die Funk- 3. die oder der Betroffene hat in die
tionsfähigkeit oder die Eigenverant- Übermittlung eingewilligt oder die
wortung des Senats beeinträchtigt. Einholung der Einwilligung der
oder des Betroffenen ist nicht oder
(6) Informationen, die nach Absatz 1 nur mit unverhältnismäßigem Auf-
vorenthalten worden sind, sind spä- wand möglich, und es ist offensicht-
testens nach Abschluss des jeweiligen lich, dass die Offenbarung im Inte-
Verfahrens zugänglich zu machen. resse der oder des Betroffenen liegt;

§10 4. die antragstellende Person trägt ein


SchutzvonBetriebs-und rechtliches Interesse an der Kennt-
Geschäftsgeheimnissen nis der begehrten Informationen
substantiiert vor und überwie-
(1) Der Antrag auf Zugang zu In- gende schutzwürdige Belange der
formationen ist abzulehnen, soweit oder des Betroffenen stehen der
durch die Übermittlung der Informa- Offenbarung nicht entgegen.
tionen ein Betriebs- oder Geschäfts-
(2) Soll Zugang zu personenbezo-
geheimnis offenbart wird und die
genen Informationen gewährt werden,
schutzwürdigen Belange der oder des
so ist die oder der Betroffene über die
Betroffenen das Offenbarungsinteres-
Freigabe von Informationen zu unter-
se der Allgemeinheit überwiegen.
richten, falls dies nicht mit einem un-
(2) Soll Zugang zu Betriebs- und Ge- vertretbaren Aufwand verbunden ist.
schäftsgeheimnissen gewährt werden, Können durch den Zugang zu Infor-
so hat die auskunftspflichtige Stelle mationen schutzwürdige Belange der
der oder dem Betroffenen vorher Gele- oder des Betroffenen beeinträchtigt
genheit zur Stellungnahme zu geben. werden, so hat die auskunftspflichtige
Stelle dieser oder diesem vorher Gele-
genheit zur Stellungnahme zu geben.
§11
SchutzpersonenbezogenerDaten
§12
(1) Der Antrag auf den Zugang zu EinwilligungderBetroffenen
Informationen ist abzulehnen, soweit
durch das Bekanntwerden der Infor- In den Fällen der §§ 10 und 11 ersucht
mationen personenbezogene Informa- die auskunftspflichtige Stelle auf Ver-
tionen offenbart werden, es sei denn, langen der antragstellenden Person
die Betroffene oder den Betroffenen
1. die Offenbarung ist durch Rechts- um Einwilligung in die Freigabe der
vorschrift erlaubt; begehrten Informationen.

76
BfDI – Info 2 Anhang 8

§13 S. 133, 165, 226), zuletzt geändert am


BeschränkterInformationszugang 17. Februar 2009 (HmbGVBl. S. 29,
33), in der jeweils geltenden Fassung.
Soweit und solange Informationen
auf Grund der §§ 8 bis 11 nicht zu- (3) Die in § 3 Absatz 1 genannten
gänglich gemacht werden dürfen, Stellen sind verpflichtet, die Hambur-
besteht Anspruch auf Zugang zu den gische Beauftragte oder den Hambur-
übrigen begehrten Informationen. gischen Beauftragten für Datenschutz
Soweit und solange eine Abtrennung und Informationsfreiheit und ihre
nicht möglich ist, besteht Anspruch oder seine Beauftragten bei der Erfül-
auf Auskunftserteilung. lung ihrer Aufgaben zu unterstützen.
Der oder dem Hamburgischen Beauf-
tragten für Datenschutz und Informa-
§14
tionsfreiheit ist dabei insbesondere
Trennungsprinzip
1. Auskunft zu ihren Fragen sowie
Die Behörden sollen geeignete orga- die Einsicht in alle Unterlagen und
nisatorische Vorkehrungen treffen, Akten zu gewähren, die im Zusam-
damit Informationen, die dem An- menhang mit dem Informationsan-
wendungsbereich der §§ 8 bis 11 un- liegen stehen;
terfallen, ohne unverhältnismäßigen
Aufwand abgetrennt werden können. 2. Zutritt zu Diensträumen zu ge-
währen.
§15
Besondere Amts- und Berufsgeheim-
Anrufungderoderdes
nisse stehen dem nicht entgegen.
HamburgischenBeauftragten
Stellt der Senat im Einzelfall fest, dass
fürDatenschutzund
durch eine mit der Einsicht verbun-
Informationsfreiheit
dene Bekanntgabe von Informati-
(1) Eine Person, die der Ansicht ist, onen die Sicherheit des Bundes oder
dass ihr Informationsersuchen zu Un- eines Landes gefährdet ist, dürfen die
recht abgelehnt oder nicht beachtet Rechte nach Satz 2 nur von der oder
worden ist oder dass sie von einer aus- dem Hamburgischen Beauftragten
kunftspflichtigen Stelle eine unzuläng- für Datenschutz und Informations-
liche Antwort erhalten hat, kann die freiheit persönlich oder von ihr oder
Hamburgische Beauftragte oder den ihm schriftlich besonders damit Be-
Hamburgischen Beauftragten für Da- auftragten ausgeübt werden.
tenschutz und Informationsfreiheit an-
(4) Die oder der Hamburgische Beauf-
rufen. Diese oder dieser überwacht die
tragte für Datenschutz und Informati-
Einhaltung der Vorschriften dieses Ge-
onsfreiheit informiert die Bürgerinnen
setzes bei den Stellen im Sinne des § 3.
und Bürger über Fragen des Informati-
(2) Berufung und Rechtsstellung der onsfreiheitsrechts. Sie oder er berät den
oder des Hamburgischen Beauftrag- Senat und die sonstigen in § 3 Absatz
ten für Datenschutz und Informati- 1 genannten Stellen in Fragen des In-
onsfreiheit richten sich nach §§ 21 und formationszugangs und kann Empfeh-
22 des Hamburgischen Datenschutz- lungen zur Verbesserung des Informa-
gesetzes vom 5. Juli 1990 (HmbGVBl. tionszugangs geben. Auf Ersuchen der

77
Anhang 8 BfDI – Info 2

Bürgerschaft, des Eingabenausschusses 3. im Bereich der Bürgerschaft und


der Bürgerschaft oder des Senats soll des Rechnungshofes gegenüber
die oder der Hamburgische Beauftragte der jeweiligen Präsidentin oder
für Datenschutz und Informationsfrei- dem jeweiligen Präsidenten.
heit Hinweisen auf Angelegenheiten
und Vorgängen nachgehen, die ihren Sie oder er soll zuvor die betroffene
beziehungsweise seinen Aufgabenbe- Stelle zur Stellungnahme innerhalb ei-
reich unmittelbar betreffen. Auf An- ner von ihr oder ihm zu bestimmenden
forderung der Bürgerschaft, des Senats Frist auffordern und die zuständige
oder eines Viertels der Mitglieder der Aufsichtsbehörde über die Beanstan-
Bürgerschaft hat die oder der Ham- dung unterrichten. Mit der Feststellung
burgische Beauftragte für Datenschutz und der Beanstandung soll die oder
und Informationsfreiheit Gutachten zu der Hamburgische Beauftragte für
erstellen und Berichte zu erstatten. Au- Datenschutz und Informationsfreiheit
ßerdem legt sie oder er mindestens alle Vorschläge zur Beseitigung der Mängel
zwei Jahre einen Tätigkeitsbericht vor. und zur sonstigen Verbesserung des In-
Sie oder er kann sich jederzeit an die formationszugangs verbinden.
Bürgerschaft wenden. Schriftliche Äu-
ßerungen gegenüber der Bürgerschaft (6) Werden die Mängel nicht fristgerecht
sind gleichzeitig dem Senat vorzulegen. behoben, richtet die oder der Hambur-
gische Beauftragte für Datenschutz und
(5) Stellt die oder der Hamburgische Informationsfreiheit eine weitere Bean-
Beauftragte für Datenschutz und Infor- standung in den Fällen des Absatzes 5
mationsfreiheit Verstöße gegen dieses Satz 2 Nummer 1 an den Senat, in den
Gesetz bei nach § 3 informations- Fällen des Absatzes 5 Satz 2 Nummer
pflichtigen Stellen fest, so fordert sie 2 an die zuständige Aufsichtsbehörde.
oder er diese zur Mängelbeseitigung
auf. Bei erheblichen Verletzungen des (7) Vorschriften über den Rechts-
Informationsfreiheitsrechts beanstan- schutz nach der Verwaltungsgerichts-
det sie oder er dies ordnung bleiben unberührt.

1. im Bereich der Verwaltung und der §16


Gerichte der Freien und Hansestadt AnsprücheaufInformationszugang
Hamburg gegenüber dem für die Be-
nachanderenRechtsvorschriften
hörde oder das Gericht verantwort-
lichen Senatsmitglied, im Bereich Rechtsvorschriften, die einen weiter-
der Bezirksverwaltung gegenüber gehenden Zugang zu Informationen
dem für die Bezirksaufsichtsbehör-
ermöglichen oder ihre Grundlage in
de verantwortlichen Senatsmitglied;
besonderen Rechtsverhältnissen ha-
ben, bleiben unberührt.
2. im Bereich der der Aufsicht der
Freien und Hansestadt Hamburg
unterstehenden juristischen Per- Artikel2
sonen des öffentlichen Rechts und ÄnderungdesHamburgischen
deren öffentlich-rechtlich organi- Verfassungsschutzgesetzes
sierten Einrichtungen gegenüber
dem Vorstand oder dem sonst ver- In § 8 Absatz 2 Satz 4 des Hambur-
tretungsberechtigten Organ; gischen Verfassungsschutzgesetzes

78
BfDI – Info 2 Anhang 8

vom 7. März 1995 (HmbGVBl. S. 45), Hamburgischen Beauftragten für


zuletzt geändert am 14. Dezember Datenschutz und Informations-
2007 (HmbGVBl. 2008 S. 13, 16), wird freiheit“ ersetzt.
die Textstelle „Dem Hamburgischen
Datenschutzbeauftragten“ durch die 2.2 In Satz 2 wird die Textstelle „der
Textstelle „Der oder dem Hambur- Hamburgischen Datenschutz-
gischen Beauftragten für Datenschutz beauftragten oder des Hambur-
und Informationsfreiheit“ ersetzt. gischen Datenschutzbeauftrag-
ten“ durch die Textstelle „der
bzw. des Hamburgischen Beauf-
Artikel3 tragten für Datenschutz und In-
ÄnderungdesHamburgischen formationsfreiheit“ ersetzt.
Sicherheitsüberprüfungsgesetzes

Das Hamburgische Sicherheitsüber- Artikel4


prüfungsgesetz vom 25. Mai 1999 ÄnderungdesGesetzeszurAusfüh-
(HmbGVBl. S. 82), zuletzt geändert am rungdesArtikel10-Gesetzes
14. Dezember 2007 (HmbGVBl. 2008
S. 13, 15), wird wie folgt geändert: § 1 Absatz 5 des Gesetzes zur Aus-
führung des Artikel 10-Gesetzes vom
1. I n § 2 Absatz 4 Satz 1 Nummer 7 17. Januar 1969 (HmbGVBl. S. 5), zu-
wird die Textstelle „die Hambur- letzt geändert am 14. Dezember 2007
gische Datenschutzbeauftragte (HmbGVBl. 2008 S. 13, 16), wird wie
oder den Hamburgischen Daten- folgt geändert:
schutzbeauftragten“ durch die
Textstelle „die Hamburgische 1. In Satz 2 wird die Textstelle „dem
Beauftragte bzw. den Hambur- Hamburgischen Datenschutzbe-
gischen Beauftragten für Daten- auftragten“ durch die Textstelle
schutz und Informationsfreiheit“ „dem Hamburgischen Beauftrag-
ersetzt. ten für Datenschutz und Informa-
tionsfreiheit“ ersetzt.
2. §
23 Absatz 3 wird wie folgt ge-
2. In Satz 3 wird die Textstelle „der
ändert:
Hamburgische Datenschutzbeauf-
2.1 In Satz 1 wird die Textstelle „die tragte“ durch die Textstelle „der
Hamburgische Datenschutz- Hamburgische Beauftragte für
beauftragte oder den Hambur- Datenschutz und Informationsfrei-
gischen Datenschutzbeauftrag- heit“ ersetzt.
ten“ durch die Textstelle „die
Hamburgische Beauftragte bzw. Artikel5
den Hamburgischen Beauftrag- ÄnderungdesHamburgischen
ten für Datenschutz und Infor- Beamtengesetzes
mationsfreiheit“ ersetzt und die
Textstelle „der Hamburgischen In § 135 Absatz 1 Nummer 2 des
Datenschutzbeauftragten oder Hamburgischen Beamtengesetzes in
dem Hamburgischen Daten- der Fassung vom 29. November 1977
schutzbeauftragten“ wird durch (HmbGVBl. S. 367), zuletzt geändert
die Textstelle „der bzw. dem am 6. Februar 2008 (HmbGVBl. S. 63),

79
Anhang 8 BfDI – Info 2

wird die Textstelle „Hamburgischer stelle „die bzw. der Hamburgische


Datenschutzbeauftragter“ durch die Datenschutzbeauftragte“ durch die
Textstelle „Hamburgischer Beauftrag- Textstelle „die bzw. der Hambur-
ter für Datenschutz und Informati- gische Beauftragte für Datenschutz
onsfreiheit“ ersetzt. und Informationsfreiheit“ ersetzt.

3. In § 12a Absatz 3 Satz 3 wird die Text-


Artikel6
ÄnderungdesHamburgischen stelle „der bzw. die Hamburgische
Besoldungsgesetzes Datenschutzbeauftragte“ durch die
Textstelle „der bzw. die Hambur-
In der Anlage 1 des Hamburgischen gische Beauftragte für Datenschutz
Besoldungsgesetzes in der Fassung und Informationsfreiheit“ ersetzt.
vom 22. Mai 1978 (HmbGVBl. S. 169,
4. In § 5 Absatz 3 Satz 4, § 9 Absatz 3
203), zuletzt geändert am 9. Septem-
ber 2008 (HmbGVBl. S. 327), wird im Satz 1, § 10a Absatz 5 Satz 2, § 10a
Abschnitt Landesbesoldungsordnung Absatz 5 Satz 3 Nummer 3, § 18 Ab-
B im Unterabschnitt Besoldungsgrup- satz 6, § 21 Absatz 2, § 23 Absatz 1
pe 4 die Textstelle „Hamburgischer Satz 2, § 23 Absatz 5 Satz 1, § 26 Ab-
Datenschutzbeauftragter“ durch die satz 1 wird jeweils die Textstelle „die
Textstelle „Hamburgischer Beauftrag- Hamburgische Datenschutzbeauf-
ter für Datenschutz und Informati- tragte bzw. den Hamburgischen Da-
onsfreiheit“ ersetzt. tenschutzbeauftragten“ durch die
Textstelle „die Hamburgische Be-
auftragte bzw. den Hamburgischen
Artikel7
Beauftragten für Datenschutz und
ÄnderungdesHamburgischen
Informationsfreiheit“ ersetzt.
Datenschutzgesetzes
5. In § 8 Absatz 4 Satz 3, § 10a Absatz
Das Hamburgische Datenschutzge- 8, § 23 Absatz 6 Satz 1 und Absatz
setz vom 5. Juli 1990 (HmbGVBl. S.
7 Satz 1, § 26 Absatz 2 Satz 2, § 27
133, 165, 226), zuletzt geändert am 18.
Absatz 2 Satz 2 wird jeweils die
November 2003 (HmbGVBl. S. 537,
Textstelle „der bzw. dem Hambur-
539), wird wie folgt geändert:
gischen Datenschutzbeauftragten“
1. In der Inhaltsübersicht erhält der durch die Textstelle „der bzw. dem
Eintrag zum Vierten Abschnitt fol- Hamburgischen Beauftragten für
gende Fassung: „Die bzw. der Ham- Datenschutz und Informationsfrei-
burgische Beauftragte für Daten- heit“ ersetzt.
schutz und Informationsfreiheit“.
6. In § 3 Absatz 3 Satz 1, § 6 Absatz
2. In § 5 Absatz 1 Satz 4, § 10a Absatz 1 Nummer 11, § 22 Absatz 2 Satz 2
3 Satz 2, § 11 Absatz 2 Satz 2, § 12 und Absatz 3 Satz 2 wird jeweils die
Absatz 3 Satz 3, § 21 Absatz 1 Satz 2, Textstelle „der bzw. des Hambur-
§ 21 Ab- satz 3 Satz 2, § 22 Absatz 1 gischen Datenschutzbeauftragten“
Satz 1, § 22 Absatz 3 Satz 3, § 23 Ab- durch die Textstelle „der oder des
satz 1 Satz 3, § 23 Absatz 3 Satz 1, § Hamburgischen Beauftragten für
23 Absatz 3 Satz 5, § 25 Absatz 1 Satz Datenschutz und Informationsfrei-
1 und Absatz 3 wird jeweils die Text- heit“ ersetzt.

80
BfDI – Info 2 Anhang 8

7. Die Überschrift des Vierten Ab- 1.1 In Absatz 6 Satz 2 wird die Text-
schnitts erhält folgende Fassung: stelle „den Hamburgischen Da-
„Die bzw. der Hamburgische Be- tenschutzbeauftragten“ durch die
auftragte für Datenschutz und In- Textstelle „den Hamburgischen
formationsfreiheit“. Beauftragten für Datenschutz und
Informationsfreiheit“ ersetzt.
8. In § 21 Absatz 1 Satz 1 wird die
Textstelle „eine Hamburgische Da- 1.2 Absatz 7 wird wie folgt geändert:
tenschutzbeauftragte oder einen
Hamburgischen Datenschutzbeauf- 1.2.1 - In Satz 1 wird die Textstel-
tragten“ durch die Textstelle „eine le „dem Hamburgischen
Hamburgische Beauftragte bzw. Datenschutzbeauftragten“
durch die Textstelle „dem
einen Hamburgischen Beauftragten
Hamburgischen Beauf-
für Datenschutz und Informations-
tragten für Datenschutz
freiheit“ ersetzt.
und Informationsfreiheit“
9. In § 17 Absatz 3 Satz 4, § 21 Absatz ersetzt.
3 Satz 1, § 22 Absatz 2 Satz 4 und
1.2.2 - In Satz 2 wird die Textstel-
Absatz 3 Satz 1, § 23 Absatz 1 Satz
le „des Hamburgischen
1, Absatz 2, Absatz 4 Satz 1, § 25
Datenschutzbeauftragten“
Absatz 2 wird jeweils die Textstelle durch die Textstelle „des
„Die bzw. der Hamburgische Da- Hamburgischen Beauftrag-
tenschutzbeauftragte“ durch die ten für Datenschutz und
Textstelle „Die Hamburgische Be- Informationsfreiheit“ er-
auftragte bzw. der Hamburgische setzt.
Beauftragte für Datenschutz und
Informationsfreiheit“ ersetzt. 2. I n § 31 Absatz 4 Satz 2 wird die
Textstelle „Der Hamburgische
10. In § 22 Absatz 2 Satz 1 wird die Datenschutzbeauftragte“ durch
Textstelle „Der bzw. dem Hambur- die Textstelle „Der Hamburgische
gischen Datenschutzbeauftragten“ Beauftragte für Datenschutz und
durch die Textstelle „Der bzw. dem Informationsfreiheit“ ersetzt.
Hamburgischen Beauftragten für
Datenschutz und Informationsfrei-
Artikel9
heit“ ersetzt.
ÄnderungdesHamburgischen
Krebsregistergesetzes
Artikel8
ÄnderungdesHamburgischen In § 9 Absatz 2 Satz 1 des Hambur-
Meldegesetzes gischen Krebsregistergesetzes vom
27. Juni 1984 (HmbGVBl. S. 129, 170),
Das Hamburgische Meldegesetz in zuletzt geändert am 24. April 2007
der Fassung vom 3. September 1996 (HmbGVBl. S. 156), wird die Textstelle
(HmbGVBl. S. 231), zuletzt geändert „des Hamburgischen Datenschutzbe-
am 19. Februar 2008 (HmbGVBl. auftragten“ durch die Textstelle „des
S. 74, 92), wird wie folgt geändert: Hamburgischen Beauftragten für Da-
tenschutz und Informationsfreiheit“
1. § 8 wird wie folgt geändert: ersetzt.

81
Anhang 8 BfDI – Info 2

Artikel10 1997 (HmbGVBl. S. 97), zuletzt geän-


ÄnderungdesHamburgischen dert am 22. Juli 2008 (HmbGVBl. S.
GesetzesüberHilfenund 279), wird die Textstelle „dem Ham-
Schutzmaßnahmenbeipsychischen burgischen Datenschutzbeauftrag-
Krankheiten ten“ durch die Textstelle „der bzw.
dem Hamburgischen Beauftragten
In § 20 Absatz 1 Satz 4 des Hambur- für Datenschutz und Informations-
gischen Gesetzes über Hilfen und freiheit“ ersetzt.
Schutzmaßnahmen bei psychischen
Krankheiten vom 27. September 1995 Artikel13
(HmbGVBl. S. 235) wird die Textstelle ÄnderungdesGesetzeszum
„dem Hamburgischen Datenschutz- StaatsvertragüberdenRundfunk
beauftragten“ durch die Textstelle imvereintenDeutschland
„dem Hamburgischen Beauftragten
für Datenschutz und Informations- Artikel 4 des Gesetzes zum Staatsver-
freiheit“ ersetzt. trag über den Rundfunk im vereinten
Deutschland vom 16. Dezember 1991
Artikel11 (HmbGVBl. S. 425), zuletzt geändert
ÄnderungdesGesetzesüberdie am 2. Juli 2003 (HmbGVBl. S. 209,
DatenverarbeitungderPolizei 221), wird wie folgt geändert:

1. In Absatz 1 Satz 2 wird die Textstelle


Das Gesetz über die Datenverarbei-
„Der Hamburgische Datenschutz-
tung der Polizei vom 2. Mai 1991
beauftragte“ durch die Textstelle
(HmbGVBl. S. 187, 191), zuletzt geän-
„Der Hamburgische Beauftragte
dert am 6. Oktober 2005 (HmbGVBl.
für Datenschutz und Informations-
S. 424, 428), wird wie folgt geändert: freiheit“ ersetzt.
1. In § 23 Absatz 4 Satz 2 wird die 2. In Absatz 2 Satz 1 wird die Text-
Textstelle „der Hamburgische Da- stelle „des Hamburgischen Da-
tenschutzbeauftragte“ durch die tenschutzbeauftragten“ durch die
Textstelle „der Hamburgische Be- Textstelle „des Hamburgischen
auftragte für Datenschutz und In- Beauftragten für Datenschutz und
formationsfreiheit“ ersetzt. Informationsfreiheit“ ersetzt.
2. In § 26 Absatz 2 Satz 2 wird die Text-
stelle „Dem Hamburgischen Da- Artikel14
tenschutzbeauftragten“ durch die ÄnderungdesHamburgischen
Textstelle „Dem Hamburgischen Mediengesetzes
Beauftragten für Datenschutz und
In § 33 Absatz 5 Satz 2 des Hambur-
Informationsfreiheit“ ersetzt.
gischen Mediengesetzes vom 2. Juli
2003 (HmbGVBl. S. 209), geändert am
Artikel12 4. November 2005 (HmbGVBl. S. 443),
ÄnderungdesHamburgischen wird die Textstelle „der Hamburgische
Schulgesetzes Datenschutzbeauftragte“ durch die
Textstelle „die bzw. der Hamburgische
In § 100 Absatz 4 Satz 4 des Hambur- Beauftragte für Datenschutz und In-
gischen Schulgesetzes vom 16. April formationsfreiheit“ ersetzt.

82
BfDI – Info 2 Anhang 8

Artikel15 Artikel17
ÄnderungdesHamburgischen ÄnderungdesHamburgischen
Statistikgesetzes Maßregelvollzugsgesetzes

§ 5 Absatz 2 des Hamburgischen In § 16 Absatz 5 Satz 1 des Hambur-


Statistikgesetzes vom 19. März 1991 gischen Maßregelvollzugsgesetzes
(HmbGVBl. S. 79, 474), zuletzt geän- vom 7. September 2007 (HmbGVBl.
dert am 2. Dezember 2003 (HmbGV- S. 301) wird die Textstelle „der Ham-
Bl. S. 543), wird wie folgt geändert: burgischen Datenschutzbeauftragten
bzw. dem Hamburgischen Daten-
1. In Satz 3 wird die Textstelle „des schutzbeauftragten“ durch die Text-
Hamburgischen Datenschutzbe- stelle „der bzw. dem Hamburgischen
auftragten“ durch die Textstelle Beauftragten für Datenschutz und
„des Hamburgischen Beauftragten Informationsfreiheit“ ersetzt.
für Datenschutz und Informations-
freiheit“ ersetzt. Artikel18
ÄnderungdesHundegesetzes
2. In Satz 5 wird die Textstelle „Dem
Hamburgischen Datenschutzbe-
Das Hundegesetz vom 26. Januar
auftragten“ durch die Textstelle
2006 (HmbGVBl. S. 37), geändert am
„Dem Hamburgischen Beauftrag- 16. Dezember 2008 (HmbGVBl. S.
ten für Datenschutz und Informa- 434), wird wie folgt geändert:
tionsfreiheit“ ersetzt.
1. In § 24 Absatz 5 und § 25 Absatz
Artikel16 4 wird jeweils die Textstelle „Die
ÄnderungdesHamburgischen bzw. der Hamburgische Daten-
Strafvollzugsgesetzes schutzbeauftragte“ durch die Text-
stelle „Die bzw. der Hamburgische
Das Hamburgische Strafvollzugs- Beauftragte für Datenschutz und
gesetz vom 14. Dezember 2007 Informationsfreiheit“ ersetzt.
(HmbGVBl. S. 471) wird wie folgt
2. In § 26 Satz 2 wird die Textstelle
geändert:
„die bzw. der Hamburgische Da-
1. In § 122 Absatz 3 Satz 2 wird die tenschutzbeauftragte“ durch die
Textstelle „Die bzw. der Hambur- Textstelle „die bzw. der Hambur-
gische Datenschutzbeauftragte“ gische Beauftragte für Datenschutz
durch die Textstelle „Die bzw. der und Informationsfreiheit“ ersetzt.
Hamburgische Beauftragte für Da-
tenschutz und Informationsfrei- Artikel19
heit“ ersetzt. ÄnderungderDatenschutzordnung
derHamburgischenBürgerschaft
2. In § 129 wird die Textstelle „den
Hamburgischen Datenschutzbe- In § 14 Absatz 7 Satz 1 der Daten-
auftragten“ durch die Textstelle schutzordnung der Hamburgischen
„die bzw. den Hamburgischen Be- Bürgerschaft vom 19. Oktober 1999
auftragten für Datenschutz und In- (HmbGVBl. S. 243), geändert am 12.
formationsfreiheit“ ersetzt. September 2001 (HmbGVBl. S. 383),

83
Anhang 8 BfDI – Info 2

wird die Textstelle „Die oder der Artikel22


Hamburgische Datenschutzbeauf- ÄnderungderImmobiliendaten-
tragte“ durch die Textstelle „Die bzw. bankverordnung
der Hamburgische Beauftragte für
Datenschutz und Informationsfrei- In § 3 Absatz 5 Satz 6 der Immobili-
heit“ ersetzt. endatenbankverordnung vom 6. Fe-
bruar 2007 (HmbGVBl. S. 33) wird die
Artikel20 Textstelle „Der oder dem Hambur-
ÄnderungderAusländerdaten- gischen Datenschutzbeauftragten“
verarbeitungsverordnung durch die Textstelle „Der bzw. dem
Hamburgischen Beauftragten für Da-
Die Ausländerdatenverarbeitungs- tenschutz und Informationsfreiheit“
verordnung vom 9. November 1999 ersetzt.
(HmbGVBl. S. 253), zuletzt geändert
am 24. Juli 2007 (HmbGVBl. S. 241), Artikel23
wird wie folgt geändert: ÄnderungderMeldedaten-
übermittlungsverordnung
1. In § 3 Absatz 3 Satz 6 wird die
Textstelle „Der oder dem Hambur- Die Meldedatenübermittlungsver-
gischen Datenschutzbeauftragten“ ordnung vom 9. September 1997
durch die Textstelle „Der bzw. dem (HmbGVBl. S. 453), zuletzt geändert
Hamburgischen Beauftragten für am 7. August 2007 (HmbGVBl. S.
Datenschutz und Informationsfrei-
247), wird wie folgt geändert:
heit“ ersetzt.
1. In § 17 Absatz 2 Satz 5 und Absatz
2. In § 5 Absatz 3 Satz 7 und Absatz 4
3 Satz 4, § 18 Absatz 2 Satz 5, § 20
Satz 4 wird jeweils die Textstelle „der
Absatz 5 Satz 5 und § 25 Absatz 6
oder dem Hamburgischen Daten-
Satz 4 wird jeweils die Textstelle
schutzbeauftragten“ durch die Text-
„der bzw. dem Hamburgischen
stelle „der bzw. dem Hamburgischen
Datenschutzbeauftragten“ durch
Beauftragten für Datenschutz und
die Textstelle „der bzw. dem Ham-
Informationsfreiheit“ ersetzt.
burgischen Beauftragten für Daten-
schutz und Informationsfreiheit“
Artikel21 ersetzt.
ÄnderungderAusländeralters-
angabendateiverordnung 2. In § 37 Absatz 1 Satz 4 und Absatz
2 Satz 3 wird jeweils die Textstelle
In § 6 Absatz 3 Satz 6 der Ausländeral- „die oder der Hamburgische Da-
tersangabendateiverordnung vom 7. tenschutzbeauftragte“ durch die
Oktober 2003 (HmbGVBl. S. 491), zu- Textstelle „die bzw. der Hambur-
letzt geändert am 7. Dezember 2004 gische Beauftragte für Datenschutz
(HmbGVBl. S. 514), wird die Text- und Informationsfreiheit“ ersetzt.
stelle „Der oder dem Hamburgischen
Datenschutzbeauftragten“ durch die 3. In § 44 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4
Textstelle „Der bzw. dem Hambur- wird die Textstelle „des Hambur-
gischen Beauftragten für Datenschutz gischen Datenschutzbeauftragten“
und Informationsfreiheit“ ersetzt. durch die Textstelle „der oder des

84
BfDI – Info 2 Anhang 8

Hamburgischen Beauftragten für gische Beauftragte für Datenschutz


Datenschutz und Informationsfrei- und Informationsfreiheit“ ersetzt.
heit“ ersetzt.
Artikel26
Artikel24 ÄnderungderDurchführungsver-
ÄnderungderSchul- ordnungzumHundegesetz
Datenschutzverordnung
In § 11 Absatz 4 Satz 5 der Durchfüh-
Die Schul-Datenschutzverordnung rungsverordnung zum Hundegesetz
vom 20. Juni 2006 (HmbGVBl. S. vom 21. März 2006 (HmbGVBl. S.
349), geändert am 20. November 2007 115, 116) wird die Textstelle „der bzw.
(HmbGVBl. S. 404), wird wie folgt ge- dem Hamburgischen Datenschutzbe-
ändert: auftragten“ durch die Textstelle „der
bzw. dem Hamburgischen Beauftrag-
1. In § 3 Absatz 4 Satz 2 wird die Text- ten für Datenschutz und Informati-
stelle „Der Hamburgische Daten- onsfreiheit“ ersetzt.
schutzbeauftragte“ durch die Text-
stelle „Die bzw. der Hamburgische Artikel27
Beauftragte für Datenschutz und ÄnderungdesGesetzesüberdie
Informationsfreiheit“ ersetzt. UntersuchungsausschüssederHam-
burgischenBürgerschaft
2. In § 10 Absatz 2 Satz 3 wird die
Textstelle „der oder dem Hambur-
In § 21 Absatz 2 Satz 1 des Gesetzes
gischen Datenschutzbeauftragten“
über die Untersuchungsausschüsse
durch die Textstelle „der bzw. dem
der Hamburgischen Bürgerschaft
Hamburgischen Beauftragten für
vom 27. August 1997 (HmbGVBl. S.
Datenschutz und Informationsfrei-
427), zuletzt geändert am 20. Dezem-
heit“ ersetzt.
ber 2007 (HmbGVBl. 2008 S. 25), wird
der Punkt am Ende durch ein Komma
Artikel25 ersetzt und folgende Textstelle ange-
ÄnderungderWohngelddaten- fügt „auch soweit der Hamburgische
abgleichsverordnung Beauftragte für Datenschutz und In-
formationsfreiheit Aufgaben nach
In § 4 Satz 2 und § 6 Absatz 2 Satz 2 dem Hamburgischen Informations-
der Wohngelddatenabgleichsverord- freiheitsgesetz wahrnimmt.“
nung vom 6. Juni 2006 (HmbGVBl.
S. 280), geändert am 6. März 2007 Artikel28
(HmbGVBl. S. 96), wird auf Grund Außerkrafttreten
von § 37b Absatz 6 des Wohngeldge-
setzes in der Fassung vom 7. Juli 2005 Das Hamburgische Informations-
(BGBl. I S. 2030, 2797), zuletzt geän- freiheitsgesetz vom 11. April 2006
dert am 13. Dezember 2007 (BGBl. I (HmbGVBl. S. 167) wird aufgehoben.
S. 2904, 2928), und Artikel 80 Absatz
4 des Grundgesetzes jeweils die Text- Ausgefertigt Hamburg, den 17. Fe-
stelle „Die oder der Hamburgische bruar 2009.
Datenschutzbeauftragte“ durch die
Textstelle „Die bzw. der Hambur- DerSenat

85
Anhang 9 BfDI – Info 2

Gesetz zur Regelung des 2. Informationsträger: alle Medien,


Zugangs zu Informationen die Informationen in Schrift-, Bild,
für das Land Mecklenburg- Ton- oder automatisierter oder in
Vorpommern sonstiger Form speichern können.
(Informationsfreiheits- Nicht hierunter fallen Entwürfe
gesetz - IFG M-V) und Notizen, die nicht Bestandteil
eines Vorgangs werden sollen und
vom 10. Juli 2006 die spätestens nach dessen Ab-
schluss vernichtet werden.

§1
GrundsätzederInformationszu- §3
gangsfreiheit Anwendungsbereich

(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, den (1) Die Vorschriften über den Zugang
zu Informationen gelten für die Be-
freien Zugang zu in den Behörden
hörden des Landes, der Landkreise,
vorhandenen Informationen sowie
der Ämter und Gemeinden, für die
die Verbreitung dieser Informationen
sonstigen Körperschaften, rechtsfä-
zu gewährleisten und die grundle-
higen Anstalten und Stiftungen des
genden Voraussetzungen festzulegen,
öffentlichen Rechts sowie für den
unter denen derartige Informationen Landtag, soweit er Verwaltungsauf-
zugänglich gemacht werden sollen. gaben wahrnimmt, auch, wenn diese
Bundesrecht oder Recht der Europä-
(2) Jede natürliche und juristische
ischen Gemeinschaften ausführen.
Person des Privatrechts hat Anspruch
auf Zugang zu den bei einer Behörde (2) Behörde im Sinne dieses Gesetzes
vorhandenen Informationen. Dies gilt ist jede Stelle nach § 1 Abs. 3 des Lan-
für Personenvereinigungen entspre- desverwaltungsverfahrensgesetzes.
chend.
(3) Einer Behörde im Sinne dieser Vor-
(3) Besondere Rechtsvorschriften über schrift steht eine natürliche oder juris-
den Zugang zu amtlichen Informa- tische Person des Privatrechts gleich,
tionen, die Auskunftserteilung oder soweit sie Aufgaben der öffentlichen
die Gewährung von Akteneinsicht Verwaltung wahrnimmt oder dieser
bleiben unberührt. Bei zulässigem In- Person die Erfüllung öffentlicher Auf-
formationsantrag gilt das Prinzip der gaben übertragen wurde oder an de-
Amtsverschwiegenheit nicht. nen eine oder mehrere der in Absatz 1
genannten juristischen Personen des
öffentlichen Rechts mit einer Mehr-
§2 heit der Anteile oder Stimmen betei-
Begriffsbestimmungen ligt sind.

Im Sinne dieses Gesetzes sind (4) Behörden im Sinne dieses Gesetzes


sind nicht
1. Informationen: jede amtlichen
Zwecken dienende Aufzeichnung 1. die Gerichte, Strafverfolgungs-
in Form von Schrift, Bild, Ton oder und Strafvollstreckungsbehörden,
in sonstigen Daten; soweit sie als Organe der Rechts-

86
BfDI – Info 2 Anhang 9

pflege oder aufgrund besonderer wenn sie dem Antragsteller die Fund-
Rechtsvorschriften in richterlicher stelle angibt.
Unabhängigkeit tätig werden so-
wie Disziplinarbehörden,
§5
2. der Landesrechnungshof, soweit SchutzöffentlicherBelangeundder
er in richterlicher Unabhängigkeit Rechtsdurchsetzung
tätig wird.
Der Antrag auf Zugang zu Informa-
tionen ist abzulehnen, soweit und
§4 solange
AusgestaltungdesInformationszu-
gangsanspruchs 1. das Bekanntwerden der Informa-
tionen dem Wohl des Landes, den
(1) Die Behörde hat nach Wahl des inter- und supranationalen Bezie-
Antragstellers schriftlich oder münd- hungen, den Beziehungen zum
lich Auskunft zu erteilen oder die In- Bund oder zu einem Land schwer-
formationsträger zugänglich zu ma- wiegende Nachteile bereiten oder
chen, die die begehrten Informationen die Landesverteidigung oder die
enthalten. Soweit Informationsträger innere Sicherheit schädigen würde,
nur mit Hilfe von Maschinen lesbar
sind, stellt die Behörde auf Verlangen 2. durch die Bekanntgabe der Infor-
des Antragstellers maschinenlesbare mationen der Erfolg eines straf-
Informationsträger einschließlich der rechtlichen Ermittlungs- oder
erforderlichen Leseanweisungen oder Strafvollstreckungsverfahrens
lesbare Ausdrucke zur Verfügung. gefährdet oder der Verfahrensab-
lauf eines anhängigen Gerichts-,
(2) Handelt es sich um vorüberge- Ordnungswidrigkeiten- oder Dis-
hend beigezogene Informationsträger ziplinarverfahrens erheblich beein-
anderer öffentlicher Stellen, die nicht trächtigt würde,
Bestandteil der eigenen Verwaltungs-
unterlagen werden sollen, so weist 3. durch die Bekanntgabe der Infor-
die Behörde auf diese Tatsache hin mationen Angaben und Mittei-
und teilt dem Antragsteller die für lungen von Behörden, die nicht
die Entscheidung über den Informati- dem Geltungsbereich dieses Ge-
onszugang zuständige Stelle mit. setzes unterfallen, offenbart wür-
den und die Behörden in die Of-
(3) Die Behörde stellt ausreichende fenbarung nicht eingewilligt haben
zeitliche, sachliche und räumliche oder von einer Einwilligung nicht
Möglichkeiten für den Informations- auszugehen ist,
zugang zur Verfügung. Die Anferti-
gung von Notizen ist gestattet. Kann 4. das Bekanntwerden der Informati-
die Behörde die Anforderungen von onen die öffentliche Sicherheit und
Satz 1 nicht erfüllen, stellt sie Kopien Ordnung gefährden kann,
zur Verfügung.
5. das Bekanntwerden der Informati-
(4) Die Behörde kann aus Kosten- on geeignet wäre, fiskalische Inter-
gründen auf eine Veröffentlichung essen des Landes im Wirtschafts-
insbesondere im Internet verweisen, verkehr zu beeinträchtigen.

87
Anhang 9 BfDI – Info 2

§6 (7) Der Antrag auf Informationszu-


SchutzdesbehördlichenEntschei- gang ist abzulehnen, wenn sich die
dungsprozesses Information aus allgemein zugäng-
lichen Quellen ergibt. Gleiches gilt,
(1) Der Antrag auf Zugang zu wenn die Informationen bereits be-
Informationen ist abzulehnen für kannt oder bei Massenverfahren den
Entwürfe zu Entscheidungen sowie Bevollmächtigten bereits zugegangen
die Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer sind.
unmittelbaren Vorbereitung, soweit
und solange durch die vorzeitige Be- §7
kanntgabe der Informationen der Er- SchutzpersonenbezogenerDaten
folg der Entscheidung vereitelt würde.
(1) Der Antrag auf den Zugang zu
(2) Nicht der unmittelbaren Vorberei-
Informationen ist abzulehnen, soweit
tung dienen insbesondere Ergebnisse
durch das Bekanntwerden der Infor-
von Beweiserhebungen und Gutach-
mationen personenbezogene Daten
ten oder Stellungnahmen Dritter.
offenbart werden, es sei denn,
(3) Nicht zugänglich sind Protokolle
1. die Betroffenen willigen ein,
vertraulicher Beratungen.
2. die Offenbarung ist durch Rechts-
(4) Der Antrag auf Zugang zu Infor-
vorschrift erlaubt,
mationen ist abzulehnen, wenn das
Bekanntwerden des Inhaltes der In- 3. die Offenbarung ist zur Abwehr
formationen die Funktionsfähigkeit erheblicher Nachteile für das All-
und die Eigenverantwortung der gemeinwohl oder von Gefahren
Landesregierung beeinträchtigt. für Leben, Gesundheit, persönliche
Freiheit oder sonstiger schwerwie-
(5) Informationen, die nach den Absät-
gender Beeinträchtigungen der
zen 1 und 3 nicht gewährt werden konn-
Rechte Einzelner geboten,
ten, sind spätestens nach Abschluss des
jeweiligen Verfahrens zugänglich zu 4. die Einholung der Einwilligung des
machen. Dies gilt hinsichtlich Absatz 3 Betroffenen ist nicht oder nur mit
nur für Ergebnisprotokolle. unverhältnismäßigem Aufwand
möglich, und es ist offensichtlich,
(6) Der Antrag auf Informationszu- dass die Offenbarung im Interesse
gang ist abzulehnen, wenn zu be- des Betroffenen liegt,
fürchten ist, dass durch das Bekannt-
werden der Informationen der Erfolg 5. der Antragsteller macht ein recht-
behördlicher Maßnahmen, insbeson- liches Interesse an der Kenntnis der
dere von Überwachungs und Auf- begehrten Informationen geltend
sichtsmaßnahmen, von ordnungs- und überwiegende schutzwürdige
behördlichen Anordnungen oder Belange der oder des Betroffenen
Maßnahmen der Verwaltungsvoll- stehen der Offenbarung nicht ent-
streckung, gefährdet oder vereitelt gegen.
sowie die ordnungsgemäße Erfüllung
der Aufgaben der betroffenen Behör- (2) Soll Zugang zu personenbezo-
de erheblich beeinträchtigt würde. genen Informationen gewährt wer-

88
BfDI – Info 2 Anhang 9

den, so ist der Betroffene über die Entscheidung dem Dritten gegenü-
Freigabe von Informationen zu unter- ber bestandskräftig oder die sofortige
richten, falls dies nicht mit einem un- Vollziehung angeordnet worden ist
vertretbaren Aufwand verbunden ist. und seit der Bekanntgabe der Anord-
Können durch den Zugang zu Infor- nung an den Dritten zwei Wochen
mationen schutzwürdige Belange des verstrichen sind.
Betroffenen beeinträchtigt werden, so
hat die zuständige Behörde diesem
§10
vorher Gelegenheit zur Stellungnah-
Antragstellung
me zu geben.
(1) Der Zugang zu Informationen
§8 wird auf Antrag gewährt. Der Antrag
SchutzdesgeistigenEigentumsund ist schriftlich oder zur Niederschrift
vonBetriebs-oder an die Behörde zu richten, bei der die
Geschäftsgeheimnissen begehrten Informationen vorhanden
sind. Im Fall des § 3 Abs. 3 ist der
Der Antrag auf Zugang zu Informa- Antrag an die Behörde zu richten, die
tionen ist abzulehnen, soweit der sich der natürlichen oder juristischen
Schutz geistigen Eigentums entge- Person des Privatrechts zur Erfüllung
gensteht oder durch die Übermitt- ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben
lung der Informationen ein Betriebs- bedient.
oder Geschäftsgeheimnis oder eine
sonstige wettbewerbsrelevante Infor- (2) Im Antrag sind die begehrten In-
mation, die ihrem Wesen nach einem formationen zu umschreiben. Sofern
Betriebsgeheimnis gleichkommt, of- dem Antragsteller Angaben zur Um-
fenbart wird und der Betroffene nicht schreibung der begehrten Informati-
eingewilligt hat. onen fehlen, hat ihn die Behörde zu
beraten.
§9
VerfahrenbeiBeteiligungDritter (3) Die Behörde ist nicht verpflichtet,
die inhaltliche Richtigkeit der Informa-
(1) In den Fällen der §§ 7 und 8 gibt tion zu prüfen. Sind die Informationen
die Behörde einem Dritten, dessen bei der Behörde, bei der der Antrag ge-
Belange durch den Antrag auf Infor- stellt worden ist, nicht oder nicht voll-
mationszugang berührt sind, schrift- ständig vorhanden, hat diese Behörde
lich Gelegenheit zur Stellungnahme dem Antragsteller hinsichtlich der
innerhalb eines Monats, sofern An- fehlenden Informationen unverzüglich
haltspunkte dafür vorliegen, dass die zuständige Behörde zu benennen,
er ein schutzwürdiges Interesse am soweit ihr dies bekannt ist.
Ausschluss des Informationszugangs
haben kann. (4) Bei Anträgen, die von mehr als
50 Personen auf Unterschriftslisten
(2) Die Entscheidung über den An- unterzeichnet oder in Form ver-
trag auf Informationszugang ergeht vielfältigter gleich lautender Texte
schriftlich und ist auch dem Dritten eingereicht worden sind (gleichför-
bekannt zu geben. Der Informations- mige Anträge), sowie bei Anträgen
zugang darf erst erfolgen, wenn die von mehr als 50 Personen, die das

89
Anhang 9 BfDI – Info 2

gleiche Informationsinteresse verfol- aus mitzuteilen, ob und wann der


gen, gelten die §§ 17 bis 19 des Lan- Informationszugang ganz oder teil-
desverwaltungsverfahrensgesetzes weise zu einem späteren Zeitpunkt
entsprechend. Sind mehr als 50 Per- voraussichtlich möglich ist. Auf die
sonen aufzufordern, einen gemein- Möglichkeit von Widerspruch und
samen Vertreter zu bestellen, kann Verpflichtungsklage sowie Anrufung
die Aufforderung ortsüblich bekannt des Landesbeauftragten für die Infor-
gemacht werden. mationsfreiheit ist dabei hinzuweisen.

(5) Soweit und solange Informationen (2) Gegen die Ablehnung sind Wi-
aufgrund der §§ 5 bis 8 nicht zugäng- derspruch und Verpflichtungsklage
lich gemacht werden dürfen, besteht zulässig. Ein Widerspruchsverfah-
Anspruch auf Zugang zu den übrigen ren nach den Vorschriften des 8. Ab-
Informationen. schnitts der Verwaltungsgerichtsord-
nung ist auch dann durchzuführen,
wenn die Entscheidung von einer
§11
obersten Landesbehörde getroffen
BescheidungdesAntrags
worden ist. Diese Behörde erlässt den
Widerspruchsbescheid gemäß § 73
(1) Der Antrag ist unverzüglich, spä-
der Verwaltungsgerichtsordnung.
testens jedoch nach Ablauf einer Frist
von einem Monat nach Stellung eines
ordnungsgemäßen Antrags zu be- §13
scheiden. GebührenundAuslagen

(2) Soweit Umfang und Komplexität (1) Für Amtshandlungen nach diesem
der begehrten Informationen dies Gesetz sind Gebühren und Auslagen
rechtfertigen, kann die Frist des Ab- zu erheben. Dies gilt nicht für die
satzes 1 auf bis zu drei Monate ver- Erteilung einfacher Auskünfte. Aus-
längert werden. Der Antragsteller ist lagen sind zu erstatten; sie dürfen
über die Fristverlängerung und deren die tatsächlichen Kosten nicht über-
Gründe schriftlich zu informieren. schreiten.

(3) Besteht ein Anspruch auf Infor- (2) Das Innenministerium wird er-
mationszugang nur teilweise, ist dem mächtigt, für Amtshandlungen nach
Antrag in dem Umfang stattzugeben, Absatz 1 die Gebührentatbestände
in dem der Informationszugang ohne und die Höhe der Gebühren sowie
Preisgabe der geheimhaltungsbedürf- der Auslagen durch Rechtsverord-
tigen Informationen und ohne unver- nung zu bestimmen.
hältnismäßigen Verwaltungsaufwand
möglich ist.
§14
AnrufungdesLandesbeauftragten
§12 fürdenDatenschutz
AblehnungdesAntrags,Rechtsweg undderRechtsaufsicht

(1) Soweit die Behörde den Antrag Eine Person, die der Ansicht ist, dass
ganz oder teilweise ablehnt, hat sie ihr Informationsersuchen zu Unrecht
hierfür die Gründe und darüber hin- abgelehnt oder nicht beachtet wor-

90
BfDI – Info 2 Anhang 9

den ist, hat das Recht auf Anrufung


des Landesbeauftragten für den Da-
tenschutz. Dieser erhält insoweit die
Funktion eines Beauftragten für In-
formationsfreiheit. Die Regelungen
des Landesdatenschutzgesetzes über
die Aufgaben und die Befugnisse
des Landesbeauftragten für den Da-
tenschutz finden entsprechend An-
wendung. Die Vorschriften über den
gerichtlichen Rechtsschutz und die
Beschwerdemöglichkeit bei der zu-
ständigen Aufsichtsbehörde bleiben
unberührt.

§15
BerichtundEvaluierung

Die Landesregierung unterrichtet den


Landtag zwei Jahre vor Außer-Kraft-
Treten über die Anwendung des Ge-
setzes. Der Landtag wird das Gesetz
ein Jahr vor Außer-Kraft-Treten eva-
luieren.

§16
In-Kraft-Treten,Außer-Kraft-Treten

Dieses Getz tritt am Tag nach der Ver-


kündung in Kraft und am 30. Juni 2011
außer Kraft.

91
Anhang 10 BfDI – Info 2

Gesetz (3) Für Forschungseinrichtungen,


über die Freiheit des Zugangs Hochschulen und Prüfungseinrich-
zu Informationen tungen gilt dieses Gesetz nur, soweit
für das Land sie nicht im Bereich von Forschung,
Nordrhein-Westfalen Lehre, Leistungsbeurteilungen und
(Informationsfreiheitsgesetz Prüfungen tätig werden.
Nordrhein-Westfalen - IFG
NRW) (4) Sofern eine natürliche oder juris-
tische Person des Privatrechts öffent-
Vom 27. November 2001 lich-rechtliche Aufgaben wahrnimmt,
gilt sie als Behörde im Sinne dieses
§1 Gesetzes.
ZweckdesGesetzes
§3
Zweck dieses Gesetzes ist es, den Begriffsbestimmungen
freien Zugang zu den bei den öf-
fentlichen Stellen vorhandenen In- Informationen im Sinne dieses Ge-
formationen zu gewährleisten und setzes sind alle in Schrift-, Bild-, Ton-
die grundlegenden Voraussetzungen oder Datenverarbeitungsform oder
festzulegen, unter denen derartige auf sonstigen Informationsträgern
Informationen zugänglich gemacht vorhandenen Informationen, die im
werden sollen.
dienstlichen Zusammenhang erlangt
wurden. Informationsträger sind alle
§2 Medien, die Informationen in Schrift-,
Anwendungsbereich Bild-, Ton- oder Datenverarbeitungs-
form oder in sonstiger Form spei-
(1) Dieses Gesetz gilt für die Verwal- chern können.
tungstätigkeit der Behörden, Einrich-
tungen und sonstigen öffentlichen
Stellen des Landes, der Gemeinden §4
und Gemeindeverbände sowie der Informationsrecht
sonstigen der Aufsicht des Landes
unterstehenden juristischen Personen (1) Jede natürliche Person hat nach
des öffentlichen Rechts und deren Maßgabe dieses Gesetzes gegenüber
Vereinigungen (öffentliche Stellen). den in § 2 genannten Stellen Anspruch
Behörde im Sinne dieses Gesetzes ist auf Zugang zu den bei der Stelle vor-
jede Stelle, die Aufgaben der öffent- handenen amtlichen Informationen.
lichen Verwaltung wahrnimmt.
(2) Soweit besondere Rechtsvor-
(2) Für den Landtag und für die Ge- schriften über den Zugang zu amt-
richte sowie für die Behörden der lichen Informationen, die Auskunfts-
Staatsanwaltschaft gilt dieses Ge- erteilung oder die Gewährung von
setz, soweit sie Verwaltungsaufgaben Akteneinsicht bestehen, gehen sie den
wahrnehmen. Entsprechendes gilt Vorschriften dieses Gesetzes vor. Im
für den Landesrechnungshof und die Rahmen dieses Gesetzes entfällt die
Staatlichen Rechnungsprüfungsämter. Pflicht zur Amtsverschwiegenheit.

92
BfDI – Info 2 Anhang 10

§5 (4) Der Antrag kann abgelehnt wer-


Verfahren den, wenn die Information der An-
tragstellerin oder dem Antragsteller
(1) Der Zugang zu den bei den öffent- bereits zur Verfügung gestellt worden
lichen Stellen vorhandenen Informa- ist oder wenn sich die Antragstellerin
tionen wird auf Antrag gewährt. Der oder der Antragsteller die Informa-
Antrag kann schriftlich, mündlich tion in zumutbarer Weise aus allge-
oder in elektronischer Form gestellt mein zugänglichen Quellen beschaf-
werden. Er muss hinreichend be- fen kann.
stimmt sein und insbesondere erken-
nen lassen, auf welche Informationen (5) Bei Anträgen, die von mehr als 20
er gerichtet ist. Anträge auf Zugang Personen auf Unterschriftenlisten un-
zu amtlichen Informationen der Ver- terzeichnet oder in Form vervielfälti-
waltungstätigkeit von Schulen sind in gter gleichlautender Texte eingereicht
inneren Schulangelegenheiten an die werden (gleichförmige Anträge), sel-
Schulaufsicht, in äußeren Schulan- ten die §§ 17 und 19 des Verwaltungs-
gelegenheiten an die Schulträger zu verfahrensgesetzes entsprechend.
richten. Begehrt die Antragstellerin Sind mehr als 20 Personen aufzufor-
oder der Antragsteller eine bestimmte dern, einen gemeinsamen Vertreter
Art des Informationszugangs, so darf zu bestellen, kann die öffentliche
nur dann eine andere Art bestimmt Stelle die Aufforderung ortsüblich
werden, wenn hierfür ein wichtiger bekanntmachen.
Grund vorliegt.

(2) Die Information soll unverzüglich, §6


spätestens innerhalb eines Monats SchutzöffentlicherBelange
nach Antragstellung, zugänglich ge- undderRechtsdurchsetzung
macht werden. Die inhaltliche Richtig-
keit der Information ist nicht zu über- Der Antrag auf Informationszugang
prüfen. Die Ablehnung eines Antrages ist abzulehnen, soweit und solange
nach Absatz 1 oder die Beschränkung
des beantragten Zugangs zu einer a. das Bekanntwerden der In-
Information ist schriftlich zu erteilen formation die Landesverteidi-
und zu begründen; bei mündlicher gung, die internationalen Bezie-
Antragstellung gilt die Schriftform nur hungen, die Beziehungen zum
auf ausdrückliches Verlangen der An- Bund oder zu einem Land oder
tragstellerin oder des Antragstellers. die öffentliche Sicherheit oder
Die informationssuchende Person ist Ordnung, insbesondere die
im Falle der Ablehnung auch auf ihr Tätigkeit der Polizei, des Ver-
Recht nach § 13 Abs. 2 hinzuweisen. fassungsschutzes, der Staatsan-
waltschaften oder der Behörden
(3) Ist die Gewährung des Informati- des Straf- und Maßregelvollzugs
onszugangs von der Einwilligung ei- einschließlich ihrer Aufsichtsbe-
ner betroffenen Person abhängig, gilt hörden beeinträchtigen würde
diese Einwilligung als verweigert, oder
wenn sie nicht innerhalb eines Mo-
nats nach Anfrage durch die öffent- b. durch die Bekanntgabe der In-
liche Stelle vorliegt. formation der Verfahrensablauf

93
Anhang 10 BfDI – Info 2

eines anhängigen Verwaltungs- c. es sich um Informationen han-


verfahrens, eines Ordnungs- delt, die ausschließlich Bestand-
widrigkeitenverfahrens, eines teil von Vorentwürfen und No-
Disziplinarverfahrens oder der tizen sind, die nicht Bestandteil
Erfolg einer bevorstehenden eines Vorgangs werden sollen
behördlichen Maßnahme erheb- und alsbald vernichtet werden.
lich beeinträchtigt würde oder
(3) Informationen, die nach Absatz 1
c. durch das Bekanntwerden der vorenthalten worden sind, sind nach
Information Angaben und Mit- Abschluss des jeweiligen Verfahrens
teilungen öffentlicher Stellen zugänglich zu machen. Für Proto-
des Bundes oder anderer Län- kolle vertraulichen Inhalts gilt dies
der ohne deren Zustimmung nur für die Ergebnisse.
offenbart würden.
§8
Entsprechendes gilt, wenn konkrete
SchutzvonBetriebs-
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
undGeschäftsgeheimnissen
die Information zu einer Gefährdung
der öffentlichen Sicherheit oder Ord-
Der Antrag auf Informationszu-
nung missbräuchlich verwendet wer-
gang ist abzulehnen, soweit durch
den soll.
die Übermittlung der Information
ein Betriebs- oder Geschäftsgeheim-
§7 nis offenbart wird und dadurch ein
Schutzdesbehördlichen wirtschaftlicher Schaden entstehen
Entscheidungsbildungsprozesses würde. Entsprechendes gilt für Infor-
mationen, die wegen ihrer volkswirt-
(1) Der Antrag auf Informationszu- schaftlichen Bedeutung im öffent-
gang ist abzulehnen für Entwürfe zu lichen Interesse geheimzuhalten sind.
Entscheidungen, für Arbeiten und Sätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die
Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren Allgemeinheit ein überwiegendes In-
Vorbereitung sowie für Protokolle teresse an der Gewährung des Infor-
vertraulicher Beratungen. mationszugangs hat und der eintre-
tende Schaden nur geringfügig wäre.
(2) Der Antrag soll abgelehnt werden, Im Zweifelsfall ist der oder dem Be-
wenn troffenen vorher Gelegenheit zur Stel-
lungnahme zu geben. Betroffen sein
a. sich der Inhalt der Information
kann auch eine öffentliche Stelle.
auf den Prozess der Willensbil-
dung innerhalb von und zwi-
schen öffentlichen Stellen be- §9
zieht oder SchutzpersonenbezogenerDaten

b. das Bekanntwerden des Inhalts (1) Der Antrag auf Informationszu-


der Information die Funktions- gang ist abzulehnen, soweit durch
fähigkeit und die Eigenverant- das Bekanntwerden der Information
wortung der Landesregierung personenbezogene Daten offenbart
beeinträchtigt oder werden, es sei denn,

94
BfDI – Info 2 Anhang 10

a. die betroffene Person hat einge- (3) Dem Antrag auf Informationszu-
willigt oder gang soll in der Regel stattgegeben
werden, soweit sich die Angaben auf
b. die Offenbarung ist durch ein Namen, Titel, akademischen Grad,
Gesetz oder aufgrund eines Ge- Berufs- und Funktionsbezeichnung,
setzes erlaubt oder Büroanschrift und Rufnummer be-
schränken und
c. die Offenbarung ist zur Abwehr
erheblicher Nachteile für das a. die betroffene Person als Amts-
Allgemeinwohl oder von Ge- träger an dem jeweiligen Vor-
fahren für Leben, Gesundheit, gang mitgewirkt hat oder
persönliche Freiheit oder sons-
tiger schwerwiegender Beein- b. die betroffene Person als Gut-
trächtigungen der Rechte Ein- achter, Sachverständiger oder in
zelner geboten oder vergleichbarer Weise eine Stel-
lungnahme in einem Verfahren
d. die Einholung der Einwilligung abgegeben hat, es sei denn, der
der betroffenen Person ist nicht Offenbarung stehen schutzwür-
oder nur mit unverhältnismä- dige Belange der betroffenen
ßigem Aufwand möglich und Person entgegen.
es offensichtlich ist, dass die
Offenbarung im Interesse der §10
betroffenen Person liegt oder Einwilligungderbetroffenen
Person
e. die Antragstellerin oder der An-
tragsteller macht ein rechtliches (1) Im Fall des § 9 Abs. 1 Buchstabe a)
Interesse an der Kenntnis der ist zu prüfen, ob dem Antrag auf Infor-
begehrten Information geltend mationszugang nach Abtrennung oder
und überwiegende schutzwür- Schwärzung der personenbezogenen
dige Belange der betroffenen Daten stattgegeben werden kann. Ist
Person stehen der Offenbarung dies nicht oder nur mit unverhältnis-
nicht entgegen. mäßigem Aufwand möglich, hat die
öffentliche Stelle unverzüglich die
(2) Soll Zugang zu personenbezo- Einwilligung der betroffenen Person
genen Informationen nach Absatz 1 einzuholen. Wird die Einwilligung nicht
Buchstabe b bis e gewährt werden, erteilt oder gilt sie nach § 5 Abs. 3 als
ist die betroffene Person von der verweigert, besteht der Anspruch auf
Freigabe der Information zu benach- Informationszugang nicht.
richtigen, wenn dies nicht mit einem
unverhältnismäßigen Aufwand (2) Die öffentlichen Stellen treffen
verbunden ist. Können durch den gemäß § 4 Abs. 6 des Datenschutzge-
Zugang zu einer Information schutz- setzes Nordrhein-Westfalen geeignete
würdige Belange der betroffenen Maßnahmen, damit Informationen,
Person beeinträchtigt werden, so hat die dem Anwendungsbereich der
die öffentliche Stelle dieser vorher §§ 6 bis 9 unterfallen, möglichst ohne
Gelegenheit zur Stellungnahme zu unverhältnismäßigen Aufwand abge-
geben. trennt werden können.

95
Anhang 10 BfDI – Info 2

§11 tragten für den Datenschutz als Be-


Kosten auftragte oder Beauftragten für das
Recht auf Information anzurufen.
(1) Für Amtshandlungen, die auf- Das Datenschutzgesetz Nordrhein-
grund dieses Gesetzes vorgenommen Westfalen gilt entsprechend.
werden, werden Gebühren erhoben.
Die Ablehnung eines Antrages auf In- (3) Die oder der Landesbeauftragte
formationszugang ist gebührenfrei. für den Datenschutz legt dem Land-
tag und der Landesregierung jeweils
(2) Die Landesregierung wird er- für zwei Kalenderjahre einen Bericht
mächtigt, im Einvernehmen mit dem über ihre oder seine Tätigkeit als Be-
Landtagsausschuss für Innere Verwal- auftragte oder Beauftragter für das
tung und Verwaltungsstrukturreform Recht auf Information vor. § 27 des
die Gebührentatbestände und die Datenschutzgesetzes Nordrhein-
Gebühren durch Rechtsverordnung Westfalen gilt entsprechend.
(Gebührenordnung) zu bestimmen.
Die Bestimmungen des Gebührenge-
§14
setzes des Landes Nordrhein-Westfa-
Überprüfung
len bleiben im Übrigen unberührt.
derAuswirkungendesGesetzes

§12 (1) Die Auswirkungen dieses Gesetzes


Veröffentlichungspflichten werden nach einem Erfahrungszeit-
raum von zwei Jahren durch die Lan-
Geschäftsverteilungspläne, Organi- desregierung unter Mitwirkung der
gramme und Aktenpläne sind nach kommunalen Spitzenverbände und
Maßgabe dieses Gesetzes allgemein die Landesbeauftragte oder des Lan-
zugänglich zu machen. Die öffent- desbeauftragten für den Datenschutz
lichen Stellen sollen Verzeichnisse überprüft. Die Landesregierung un-
führen, aus denen sich die vorhan- terrichtet danach den Landtagsaus-
denen Informationssammlungen schuss für Innere Verwaltung und
und -zwecke erkennen lassen. Soweit Verwaltungsstrukturreform über das
möglich hat die Veröffentlichung in Ergebnis der Überprüfung.
elektronischer Form zu erfolgen. § 4
Abs. 2 Satz 1 dieses Gesetzes bleibt (2) Die öffentlichen Stellen, bei denen
unberührt. Anträge auf Zugang zu Informati-
onen gestellt werden, sind verpflich-
§13 tet, eine Statistik zu führen. Die Sta-
BeauftragteoderBeauftragter tistik umfasst den Gegenstand des
fürdasRechtaufInformation Antrags, die Dauer der Bearbeitung,
die Entscheidung über den Antrag
(1) Für die Sicherstellung des Rechts sowie die Anzahl der Widersprüche
auf Information ist die oder der Lan- und Klagen. Sie weist außerdem aus,
desbeauftragte für den Datenschutz in wie vielen Fällen mit welchem Ge-
zuständig. genstand betroffene Personen eine
Einwilligung in die Offenbarung ih-
(2) Jeder hat das Recht, die Landes- rer personenbezogenen Daten erteilt
beauftragte oder den Landesbeauf- haben und in wie vielen und welchen

96
BfDI – Info 2 Anhang 10

Fällen eine Einwilligung ausdrück-


lich nicht erteilt oder die Verweige-
rung der Einwilligung durch Nicht-
äußerung der betroffenen Person
fingiert wurde. Gleiches gilt für die
Gelegenheit zur Stellungnahme nach
§ 9 Abs. 2.

§15
In-Kraft-Treten

Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 2002


in Kraft.

97
Anhang 11 BfDI – Info 2

Landesgesetz über die Freiheit (3) Einer Behörde steht eine natür-
des Zugangs zu Informationen liche oder juristische Person des Pri-
(Landesinformations- vatrechts gleich, soweit eine Behörde
freiheitsgesetz Rheinland-Pfalz sich dieser Person zur Erfüllung ihrer
- LIFG -) öffentlich-rechtlichen Aufgaben be-
dient oder dieser Person die Erfül-
Vom 26. November 2008 *
lung öffentlich-rechtlicher Aufgaben
Fundstelle: GVBl 2008, S. 296 übertragen wurde.
(4) Dieses Gesetz gilt für den Landtag,
Abschnitt1 den Rechnungshof sowie die Gerichte,
AllgemeineBestimmungen Strafverfolgungs- und Strafvollstre-
ckungsbehörden nur, soweit sie Ver-
§1 waltungsaufgaben wahrnehmen.
Gesetzeszweck (5) Dieses Gesetz gilt nicht für die
Sparkassen, die Selbstverwaltungsor-
Zweck dieses Gesetzes ist es, den Zu- ganisationen der Wirtschaft und der
gang zu amtlichen Informationen zu Freien Berufe sowie die öffentlich-
gewähren und die Voraussetzungen rechtlichen Rundfunkanstalten.
festzulegen, unter denen derartige
Informationen zugänglich gemacht
werden sollen. Es soll die Transparenz §3
der Verwaltung vergrößern, die Mög- Begriffsbestimmungen
lichkeiten der Kontrolle staatlichen
Im Sinne dieses Gesetzes sind
Handelns durch die Bürgerinnen und
Bürger verbessern und damit die de- 1. amtliche Informationen alle dienst-
mokratische Meinungs- und Willens- lichen Zwecken dienende Auf-
bildung in der Gesellschaft fördern. zeichnungen, unabhängig von der
Art ihrer Speicherung. Entwürfe
§2 und Notizen, die nicht Bestandteil
Anwendungsbereich eines Vorgangs werden sollen, ge-
hören nicht dazu;
(1) Dieses Gesetz gilt für die Behörden
des Landes, der Gemeinden und Ge- 2. Dritte diejenigen, über die perso-
meindeverbände sowie der sonstigen nenbezogene Daten oder sonstige
der Aufsicht des Landes unterstehen- Informationen vorliegen.
den juristischen Personen des öffent-
lichen Rechts, soweit sie in öffentlich- Abschnitt2
rechtlicher oder privatrechtlicher InformationsrechtundVerfahren
Form Verwaltungstätigkeit ausüben.
(2) Behörde ist jede Stelle im Sinne §4
des § 2 des Landesverwaltungsver- Informationsrecht
fahrensgesetzes .
(1) Jede natürliche oder juristische
Person des Privatrechts hat gegenüber
den in § 2 genannten Behörden nach
* Verkündet als Artikel 1 des Landesgesetzes zur
Einführung des Rechts auf Informationszugang Maßgabe dieses Gesetzes Anspruch
vom 26. November 2008 (GVBI. S. 296) auf Zugang zu den dort vorhandenen

98
BfDI – Info 2 Anhang 11

amtlichen Informationen. Im Rahmen zugangs begehrt, darf nur dann eine


dieses Gesetzes entfällt die Pflicht zur andere Art bestimmt werden, wenn
Amtsverschwiegenheit. hierfür ein wichtiger Grund vorliegt;
als wichtiger Grund gilt insbesondere
(2) Soweit besondere Rechtsvor- ein deutlich höherer Verwaltungsauf-
schriften den Zugang zu amtlichen wand. Die Behörde ist nicht verpflich-
Informationen, die Auskunftsertei- tet, die inhaltliche Richtigkeit der
lung oder die Gewährung von Akten- amtlichen Information zu überprüfen.
einsicht regeln, gehen diese den Be-
stimmungen dieses Gesetzes vor. (3) Besteht ein Anspruch auf Informa-
tionszugang zum Teil, ist dem Antrag
§5 in dem Umfang stattzugeben, in dem
AntragundVerfahren der Informationszugang ohne Preis-
gabe der geheimhaltungsbedürftigen
(1) Der Zugang zu den bei den Be- Informationen oder ohne unverhält-
hörden vorhandenen amtlichen nismäßigen Verwaltungsaufwand
Informationen wird auf Antrag ge- möglich ist. Entsprechendes gilt,
währt. Der Antrag kann schriftlich, wenn sich die Antragstellerin oder
mündlich, zur Niederschrift oder in der Antragsteller in den Fällen, in
elektronischer Form bei der Behörde, denen Belange Dritter berührt sind,
die über die begehrten amtlichen In- mit einer Unkenntlichmachung der
formationen verfügt, gestellt werden. diesbezüglichen Informationen ein-
In den Fällen des § 2 Abs. 3 ist der verstanden erklärt.
Antrag an die Behörde zu richten, die
(4) Die amtliche Information soll un-
sich der natürlichen oder juristischen
verzüglich, spätestens jedoch inner-
Person des Privatrechts zur Erfüllung
halb eines Monats nach Antragstel-
ihrer öffentlich-rechtlichen Aufga-
lung, zugänglich gemacht werden.
ben bedient; im Fall der Beleihung
Eine Verlängerung dieser Frist ist
besteht der Anspruch gegenüber der
zulässig, soweit eine Antragsbear-
oder dem Beliehenen. Betrifft der An-
beitung innerhalb der in Satz 1 ge-
trag Daten Dritter im Sinne von § 3
nannten Frist insbesondere wegen
Nr. 2, muss er begründet werden. Bei
Umfang oder Komplexität der be-
gleichförmigen Anträgen von mehr
gehrten amtlichen Information oder
als 50 Personen gelten die §§ 17 bis 19
der Beteiligung Dritter nach § 6 nicht
des Verwaltungsverfahrensgesetzes
möglich ist. Die Antragstellerin oder
entsprechend.
der Antragsteller ist über die Frist-
(2) Die Behörde kann die amtliche verlängerung und die Gründe hierfür
Information durch Auskunftsertei- schriftlich zu informieren. § 7 Abs. 1
lung, Gewährung von Akteneinsicht Satz 2 gilt entsprechend.
oder in sonstiger Weise zugänglich
machen. Kann die amtliche Informa- §6
tion in zumutbarer Weise aus allge- VerfahrenbeiBeteiligungDritter
mein zugänglichen Quellen beschafft
werden, kann sich die Behörde auf (1) Die Behörde gibt Dritten, deren
deren Angabe beschränken. Wird Belange durch den Antrag auf Infor-
eine bestimmte Art des Informations- mationszugang berührt sind, schrift-

99
Anhang 11 BfDI – Info 2

lich Gelegenheit zur Stellungnahme (3) Ist die Gewährung des Informati-
innerhalb eines Monats, sofern An- onszugangs von der Einwilligung ei-
haltspunkte dafür vorliegen, dass ner oder eines Dritten abhängig, gilt
sie ein schutzwürdiges Interesse am diese als verweigert, wenn sie nicht
Ausschluss des Informationszugangs innerhalb eines Monats nach Anfrage
haben können. durch die Behörde vorliegt.

(2) Die Entscheidung über den An- (4) Der Antrag kann abgelehnt wer-
trag nach § 5 Abs. 1 ergeht schriftlich den, wenn er offensichtlich miss-
und ist auch der oder dem Dritten bräuchlich gestellt wurde, insbeson-
bekannt zu geben; § 7 Abs. 2 Satz 2 dere wenn die amtliche Information
gilt entsprechend. Der Informations- der Antragstellerin oder dem Antrag-
zugang darf erst erfolgen, wenn die steller bereits zugänglich gemacht
Entscheidung der oder dem Dritten worden ist.
gegenüber bestandskräftig ist oder
die sofortige Vollziehung angeord-
§8
net wurde und seit der Bekanntgabe
Rechtsweg
der Anordnung an die Dritte oder
den Dritten zwei Wochen verstrichen Für Streitigkeiten nach diesem Gesetz
sind; § 8 gilt entsprechend. ist der Verwaltungsrechtsweg gegeben.
Gegen die ablehnende Entscheidung
§7 sind Widerspruch und Klage zuläs-
AblehnungdesAntrags sig. Ein Widerspruchsverfahren nach
den Vorschriften des B. Abschnitts der
(1) Die vollständige oder teilweise Verwaltungsgerichtsordnung ist auch
Ablehnung eines Antrags nach § 5 hat dann durchzuführen, wenn die Ent-
innerhalb der in § 5 Abs. 4 genannten scheidung von einer obersten Landes-
Frist zu erfolgen und ist schriftlich behörde getroffen wurde.
zu begründen. Wurde der Antrag
mündlich gestellt, ist eine schriftliche
Abschnitt3
Begründung nur erforderlich, wenn
Schutzbestimmungen
die Antragstellerin oder der Antrag-
steller dies ausdrücklich verlangt.
§9
(2) Wird der Antrag ganz oder teil- SchutzöffentlicherBelange
weise abgelehnt, ist der Antragstelle-
rin oder dem Antragsteller auch mit- (1) Der Antrag auf Informationszu-
zuteilen, ob die amtliche Information gang ist abzulehnen, soweit und so-
zu einem späteren Zeitpunkt ganz lange
oder teilweise zugänglich gemacht
werden kann. Die Antragstellerin 1. das Bekanntwerden der amtlichen
oder der Antragsteller ist über die Information nachteilige Auswir-
Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die kungen auf die inter- und supra-
Entscheidung sowie darüber zu be- nationalen Beziehungen, die Bezie-
lehren, bei welcher Stelle und inner- hungen zum Bund oder zu einem
halb welcher Frist um Rechtsschutz Land, die Landesverteidigung oder
nachgesucht werden kann. die innere Sicherheit haben kann,

100
BfDI – Info 2 Anhang 11

2. die Bekanntgabe der amtlichen 7. bei vertraulich erhobener oder


Information nachteilige Auswir- übermittelter Information das In-
kungen auf den Erfolg eines straf- teresse der oder des Dritten an ei-
rechtlichen Ermittlungs- oder Straf- ner vertraulichen Behandlung zum
vollstreckungsverfahrens oder den
Zeitpunkt des Antrags auf Infor-
Verfahrensablauf eines anhängigen
Gerichts-, Ordnungswidrigkeiten- mationszugang noch fortbesteht.
oder Disziplinarverfahrens hätte,
(2) Ein Anspruch auf Informationszu-
3. das Bekanntwerden der amtlichen gang besteht nicht gegenüber der Ver-
Information die öffentliche Sicher- fassungsschutzbehörde des Landes.
heit, insbesondere die Tätigkeit der
Polizei, der sonstigen für die Ge-
fahrenabwehr zuständigen Stellen, §10
der Staatsanwaltschaften oder der Schutzdesbehördlichen
Behörden des Straf- und Maßregel- Entscheidungsprozesses
vollzugs einschließlich ihrer Auf-
sichtsbehörden, beeinträchtigen Der Antrag auf Informationszugang
würde, soll abgelehnt werden für Entwürfe
zu Entscheidungen sowie Arbeiten
4. die amtliche Information einer
und Beschlüsse zu ihrer unmittel-
durch Rechtsvorschrift oder durch
die Anweisung zum materiellen baren Vorbereitung, soweit und so-
und organisatorischen Schutz von lange durch die vorzeitige Bekannt-
Verschlusssachen (VS-Anweisung/ gabe der amtlichen Information der
VSA) Rheinland-Pfalz geregelten Erfolg der Entscheidung oder bevor-
Geheimhaltungs- oder Vertrau- stehender behördlicher Maßnahmen
lichkeitspflicht oder einem Berufs- vereitelt würde. Nicht der unmittel-
oder besonderen Amtsgeheimnis
baren Entscheidungsvorbereitung
unterliegt,
nach Satz 1 dienen regelmäßig Ergeb-
5. das Bekanntwerden der amtlichen nisse der Beweiserhebung und Gut-
Information nachteilige Auswir- achten oder Stellungnahmen Dritter.
kungen auf die Kontroll- und
Aufsichtsaufgaben der Finanz-,
§11
Wettbewerbs-, Regulierungs- und
Sparkassenaufsichtsbehörden ha- SchutzdesgeistigenEigentums
ben könnte, undvonBetriebs-und
Geschäftsgeheimnissen
6. das Bekanntwerden der amtlichen
Information den wirtschaftlichen Der Antrag auf Informationszugang
Interessen des Landes oder der ist abzulehnen, soweit der Schutz
der Aufsicht des Landes unterste-
geistigen Eigentums entgegensteht.
henden juristischen Personen des
öffentlichen Rechts nach § 2 Abs. Zugang zu Betriebs- oder Geschäfts-
1 oder der natürlichen oder juri- geheimnissen darf nur gewährt wer-
stischen Personen des Privatrechts den, soweit die oder der Betroffene
nach § 2 Abs. 3 schaden könnte, eingewilligt hat.

101
Anhang 11 BfDI – Info 2

§12 tionszugang abgelehnt wird. Die Ge-


SchutzpersonenbezogenerDaten bühren sind so zu bemessen, dass das
Recht auf Informationszugang wirk-
Der Antrag auf Informationszugang sam in Anspruch genommen werden
ist abzulehnen, soweit durch das Be- kann.
kanntwerden der amtlichen Informa-
tion personenbezogene Daten Dritter (2) Auslagen sind zu erstatten; sie
offenbart würden, es sei denn, dürfen die tatsächlichen Kosten nicht
überschreiten.
1. die oder der Dritte hat eingewilligt,
(3) Die Höhe der erstattungsfähigen
2. die Offenbarung ist durch Rechts- Kosten bemisst sich nach den im All-
vorschrift erlaubt. gemeinen Gebührenverzeichnis fest-
gelegten Kostensätzen.
War die oder der Dritte als Gutachte-
rin oder Gutachter, als Sachverständi-
§14
ge oder Sachverständiger oder in ver-
Veröffentlichungspflichten
gleichbarer Weise in einem Verfahren
tätig, schließt das Bekanntwerden der
Die Behörden sollen Verzeichnisse
personenbezogenen Daten den Infor-
führen, aus denen sich die vorhan-
mationszugang nicht aus, wenn sich
denen Informationssammlungen und
die Angabe auf Name, Titel, akade-
-zwecke erkennen lassen. Organisati-
mischen Grad, Berufs- und Funkti-
onspläne ohne Angabe personenbe-
onsbezeichnung, Büroanschrift und
zogener Daten sind nach Maßgabe
-telekommunikationsnummer be-
dieses Gesetzes allgemein zugänglich
schränkt und der Übermittlung nicht
zu machen. Soweit möglich, hat die
im Einzelfall besondere Gründe ent-
Veröffentlichung in elektronischer
gegenstehen. Das Gleiche gilt für per- Form zu erfolgen.
sonenbezogene Daten von Beschäf-
tigten der Behörde, die in amtlicher
Funktion an dem jeweiligen Vorgang §15
mitgewirkt haben. EvaluierungundBericht

Die Landesregierung überprüft un-


Abschnitt4 ter Mitwirkung der kommunalen
Schlussbestimmungen Spitzenverbände die Auswirkungen
dieses Gesetzes und berichtet drei
§13 Jahre nach seinem Inkrafttreten dem
GebührenundAuslagen Landtag.

(1) Für Amtshandlungen nach die-


sem Gesetz sind Gebühren zu erhe-
ben. Dies gilt nicht für die Erteilung
mündlicher und einfacher schrift-
licher Auskünfte und die Einsicht-
nahme in amtliche Informationen
vor Ort. Eine Gebührenpflicht entfällt
auch, soweit ein Antrag auf Informa-

102
BfDI – Info 2 Anhang 12

Saarländisches Informations- im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Saar-


freiheitsgesetz (SIFG) ländischen Sicherheitsüberprüfungs-
gesetzes vom 4. April 2001 (Amtsbl.
Vom 12. Juli 2006 S. 1182), zuletzt geändert durch das
Gesetz vom 15. Februar 2006 (Amtsbl.
S. 474, 530), wahrnehmen.
§1
AnwendungdesInformationsfrei-
heitsgesetzes §3
Rechtsbehelfsbelehrungspflicht
Jeder hat nach diesem Gesetz in entspre-
chender Anwendung der §§ 1 bis 9 und Einer Entscheidung, die den Antrag
11 des Informationsfreiheitsgesetzes vom ganz oder teilweise ablehnt, ist eine
5. September 2005 (BGBl. I S. 2722) in der Erklärung beizufügen, durch die der
jeweils geltenden Fassung gegenüber Antragsteller über den Rechtsbehelf,
den Behörden des Landes, der Gemein- der gegen die Entscheidung gegeben
den und Gemeindeverbände einen ist, über die Stelle, bei der der Rechts-
Anspruch auf Zugang zu amtlichen In- behelf einzulegen ist, und über die
formationen. Satz 1 gilt auch für juristi- Frist belehrt wird.
sche Personen des öffentlichen Rechts,
soweit sie Grundrechtsträger sind und §4
der Anspruch auf Informationszugang Landesbeauftragter
zur Ausübung des jeweiligen Grund- fürInformationsfreiheit
rechts geltend gemacht wird. Für sons-
tige Organe und Einrichtungen des (1) Jeder kann den Landesbeauftrag-
Landes, der Gemeinden und Gemein- ten für Informationsfreiheit anrufen,
deverbände und den Saarländischen wenn er sein Recht auf Informations-
Rundfunk gilt dieses Gesetz, soweit sie zugang nach diesem Gesetz als ver-
öffentlich-rechtliche Verwaltungsauf- letzt ansieht.
gaben wahrnehmen. Für Forschungs-
einrichtungen, Hochschulen, Schulen (2) Die Aufgabe des Landesbeauf-
und sonstige Bildungseinrichtungen tragten für Informationsfreiheit wird
sowie Prüfungseinrichtungen gilt von dem Landesbeauftragten für Da-
dieses Gesetz nur, soweit sie nicht im tenschutz wahrgenommen.
Bereich von Forschung, Lehre, Leis-
tungsbeurteilungen und Prüfungen (3) Die §§ 25 bis 29 des Saarlän-
tätig werden. dischen Datenschutzgesetzes vom
24. März 1993 (Amtsbl. S. 286), zu-
§2 letzt geändert durch das Gesetz vom
Schutzvonbesonderenöffentlichen 27. Februar 2002 (Amtsbl. S. 498), in
Belangen der jeweils geltenden Fassung gelten
entsprechend.
Der Anspruch auf Informationszu-
gang besteht nicht gegenüber dem §5
Landesamt für Verfassungsschutz GebührenundAuslagen
sowie den Behörden und sonstigen
öffentlichen Stellen im Lande und Tei- Für Amtshandlungen nach die-
len von diesen, soweit sie Aufgaben sem Gesetz werden Gebühren und

103
Anhang 12 BfDI – Info 2

Auslagen nach dem Gesetz über die


Erhebung von Verwaltungs- und Be-
nutzungsgebühren im Saarland (Saarl-
GebG) vom 24. Juni 1964 (Amtsbl.
S. 629), zuletzt geändert durch das
Gesetz vom 15. Februar 2006 (Amtsbl.
S. 474, 530), in der jeweils geltenden
Fassung erhoben.

§6
In-Kraft-Treten;Außer-Kraft-Treten

Dieses Gesetz tritt am Tag nach der


Verkündung in Kraft. Es tritt am
31. Dezember 2010 außer Kraft.

104
BfDI – Info 2 Anhang 13

Informationszugangsgesetz werden. Als wichtiger Grund gilt ins-


Sachsen-Anhalt (IZG LSA) besondere ein deutlich höherer Ver-
waltungsaufwand.
-Gesetzvom19 .Juni2008(GVBl . (3) Regelungen in anderen Rechtsvor-
LSAS .242-245)- schriften über den Zugang zu amt-
(Nicht amtlicher Text) lichen Informationen gehen vor. Dies
gilt nicht in den Fällen nach § 1 Abs. 1
§1 Satz 1 des Verwaltungsverfahrensge-
Grundsatz setzes Sachsen-Anhalt in Verbindung
mit § 29 des Verwaltungsverfahrens-
(1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Ge- gesetzes.
setzes einen Anspruch auf Zugang zu
amtlichen Informationen gegenüber §2
Begriffsbestimmungen
1. den Behörden
Im Sinne dieses Gesetzes ist
a) des Landes,
1. amtliche Information: jede amt-
b) der Kommunen und Gemeinde-
lichen Zwecken dienende Auf-
verbände sowie
zeichnung, unabhängig von der
c) d
er der Aufsicht des Landes un- Art ihrer Speicherung. Entwürfe
terstehenden Körperschaften, und Notizen, die nicht Bestandteil
Anstalten und Stiftungen des eines Vorgangs werden sollen, ge-
öffentlichen Rechts und hören nicht dazu;

2. den sonstigen Organen und Ein- 2. Dritter: jeder, über den personen-
richtungen des Landes, soweit sie bezogene Daten oder sonstige In-
öffentlich-rechtliche Verwaltungs- formationenvorliegen.
aufgaben wahrnehmen.
§3
Einer Behörde im Sinne dieser Vor- Schutzvonbesonderen
schrift steht eine natürliche Person öffentlichenBelangen
oder juristische Person des Privat-
rechts gleich, soweit eine Behörde (1) Der Anspruch auf Informations-
sich dieser Person zur Erfüllung ihrer zugang besteht nicht,
öffentlich-rechtlichen Aufgaben be-
dient. 1. wenn das Bekanntwerden der
Information nachteilige Auswir-
(2) Die Stelle nach Absatz 1 Satz 1 kungen haben kann auf
kann Auskunft erteilen, Aktenein-
sicht gewähren oder Informationen a) internationale Beziehungen,
in sonstiger Weise zur Verfügung Beziehungen zum Bund oder
stellen. Begehrt der Antragsteller eine einem Land
bestimmte Art des Informationszu-
gangs, so darf dieser nur aus wich- b) Belange der inneren oder äuße-
tigem Grund auf andere Art gewährt ren Sicherheit,

105
Anhang 13 BfDI – Info 2

c) K
ontroll- oder Aufsichtsaufga- das Interesse des Dritten an einer
ben der Finanz-, Versicherungs- vertraulichen Behandlung im Zeit-
aufsichts-, Wettbewerbs- und punkt des Antrags auf Informati-
Regulierungsbehörden, onszugang noch fortbesteht,

d) Angelegenheiten der externen 8. gegenüber der Verfassungsschutz-


Finanzkontrolle, behörde sowie anderen in § 1 Abs.
1 Satz 1 genannten Stellen, soweit
e) d
ie Durchführung eines anhän-
sie sicherheitsempfindliche Aufga-
gigen Gerichtsverfahrens, den
ben im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 3
Anspruch einer Person auf ein
und Abs. 2 des Sicherheitsüberprü-
faires Verfahren oder die Durch-
fungs- und Geheimschutzgesetzes
führung strafrechtlicher, ord-
vom 26. Januar 2006 (GVBl. LSA S.
nungswidrigkeits-rechtlicher
oder disziplinarischer Ermitt- 12, 14) wahrnehmen,
lungen,
9. gegenüber Hochschulen, Univer-
2. wenn das Bekanntwerden der In- sitätskliniken und Forschungsein-
formation die öffentliche Sicherheit richtungen, einschließlich solcher
gefährden kann, Einrichtungen, die zum Transfer
von Forschungsergebnissen ge-
3. wenn und solange die Beratungen gründet wurden, soweit sie wis-
von Behörden beeinträchtigt werden, senschaftlich tätig sind,

4. wenn die Information einer durch 10. gegenüber der Medienanstalt


Rechtsvorschrift oder durch die Sachsen-Anhalt, soweit es die
Verschlusssachenanweisung für Aufsicht über die Rundfunkver-
das Land Sachsen-Anhalt geregel- anstalter betrifft, und gegenüber
ten Geheimhaltungs- oder Vertrau- den öffentlich-rechtlichen Rund-
lichkeitspflicht oder einem Berufs- funkveranstaltern in Bezug auf
oder besonderen Amtsgeheimnis journalistisch-redaktionelle Infor-
unterliegt, mationen sowie
5. hinsichtlich vorübergehend bei- 11. gegenüber Finanzbehörden im
gezogener Information einer an- Sinne des § 2 des Finanzverwal-
deren öffentlichen Stelle, die nicht
tungsgesetzes, soweit sie in Verfah-
Bestandteil der eigenen Vorgänge
ren in Steuersachen tätig werden.
werden soll,
(2) Der Antrag auf Informationszu-
6. wenn das Bekanntwerden der In-
gang soll abgelehnt werden, wenn in
formation geeignet wäre, fiska-
anderen als in Absatz 1 oder § 4 ge-
lische Interessen der in § 1 Abs. 1
Satz 1 genannten Stellen im Wirt- regelten Fällen die ordnungsgemäße
schaftsverkehr oder wirtschaft- Erfüllung der Aufgaben der öffent-
liche Interessen der Sozialversiche- lichen Stellen erheblich beeinträchtigt
rungen zu beeinträchtigen, würde, es sei denn, dass das Interesse
an der Einsichtnahme das entgegen-
7. bei vertraulich erhobener oder stehende öffentliche Interesse im Ein-
übermittelter Information, soweit zelfall überwiegt.

106
BfDI – Info 2 Anhang 13

§4 (3) Das Informationsinteresse des


Schutzdesbehördlichen Antragstellers überwiegt das schutz-
Entscheidungsprozesses würdige Interesse des Dritten am
Ausschluss des Informationszugangs
(1) Der Antrag auf Informations- in der Regel dann, wenn sich die An-
zugang soll für Entwürfe zu Ent- gabe auf Name, Titel, akademischen
scheidungen sowie Arbeiten und Grad, Berufs- und Funktionsbezeich-
Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren nung, Büroanschrift und -telekom-
Vorbereitung abgelehnt werden, so- munikationsnummer beschränkt und
weit und solange durch die vorzeitige der Dritte als Gutachter, Sachverstän-
Bekanntgabe der Informationen der diger oder in vergleichbarer Weise
Erfolg der Entscheidung oder bevor- eine Stellungnahme in einem Verfah-
stehender behördlicher Maßnahmen ren abgegeben hat oder abgeben soll.
vereitelt würde. Nicht der unmittel-
baren Entscheidungsvorbereitung (4) Name, Titel, akademischer Grad,
nach Satz 1 dienen in der Regel Ergeb- Berufs- und Funktionsbezeichnung,
nisse der Beweiserhebung und Gut- Büroanschrift und -telekommunika-
achten oder Stellungnahmen Dritter. tionsnummer von Bearbeitern sind
vom Informationszugang nicht aus-
(2) Der Antragsteller soll über den geschlossen, soweit sie Ausdruck
Abschluss des jeweiligen Verfahrens und Folge der amtlichen Tätigkeit
informiert werden. sind und kein Ausnahmetatbestand
erfüllt ist.
§5
SchutzpersonenbezogenerDaten §6
SchutzdesgeistigenEigentums
(1) Zugang zu personenbezogenen
undvonBetriebs-und
Daten darf nur gewährt werden, so-
Geschäftsgeheimnissen
weit das Informationsinteresse des
Antragstellers das schutzwürdige
Der Anspruch auf Informationszu-
Interesse des Dritten am Ausschluss
gang besteht nicht, soweit der Schutz
des Informationszugangs überwiegt
geistigen Eigentums entgegensteht.
oder der Dritte eingewilligt hat. Per-
Zugang zu Betriebs- oder Geschäfts-
sonenbezogene Daten besonderer
geheimnissen darf nur gewährt wer-
Art im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 2 des
den, soweit der Betroffene eingewil-
Gesetzes zum Schutz personenbezo-
ligt hat.
gener Daten der Bürger dürfen nur
übermittelt werden, wenn der Dritte
ausdrücklich eingewilligt hat. §7
AntragundVerfahren
(2) Das Informationsinteresse des An-
tragstellers überwiegt nicht bei Infor- (1) Über den Antrag auf Informati-
mationen aus Unterlagen, soweit sie onszugang entscheidet die Stelle nach
mit dem Dienst- oder Amtsverhältnis § 1 Abs. 1 Satz 1, die zur Verfügung
oder einem Mandat des Dritten in über die begehrten Informationen
Zusammenhang stehen, und bei In- berechtigt ist. Im Falle des § 1 Abs.
formationen, die einem Berufs- oder 1 Satz 2 ist der Antrag an die Stelle
Amtsgeheimnis unterliegen. nach § 1 Abs. 1 Satz 1 zu richten, die

107
Anhang 13 BfDI – Info 2

sich der natürlichen oder juristischen §8


Person des Privatrechts zur Erfüllung VerfahrenbeiBeteiligungDritter
ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben
bedient. Betrifft der Antrag Daten (1) Die Stelle nach § 1 Abs. 1 Satz 1 gibt
Dritter im Sinne von § 5 Abs. 1 und 2 einem Dritten, dessen Belange durch
oder § 6, muss er begründet werden. den Antrag auf Informationszugang
Bei gleichförmigen Anträgen von berührt sind, schriftlich Gelegenheit
mehr als 50 Personen gilt § 1 Abs. 1 zur Stellungnahme innerhalb eines
Satz 1 des Verwaltungsverfahrensge- Monats, sofern Anhaltspunkte dafür
vorliegen, dass er ein schutzwürdiges
setzes Sachsen-Anhalt in Verbindung
Interesse am Ausschluss des Informa-
mit den §§ 17 bis 19 des Verwaltungs-
tionszugangs haben kann.
verfahrensgesetzes entsprechend.
(2) Die Entscheidung nach § 7 Abs. 1
(2) Besteht ein Anspruch auf Informa-
Satz 1 ergeht schriftlich und ist auch
tionszugang zum Teil, ist dem Antrag
dem Dritten bekannt zu geben. Der
in dem Umfang stattzugeben, in dem
Informationszugang darf erst erfol-
der Informationszugang ohne Preis- gen, wenn die Entscheidung dem
gabe der nach den §§ 3 bis 6 nicht Dritten gegenüber bestandskräftig
zugänglich zu machenden Informati- ist oder die sofortige Vollziehung
onen oder ohne unverhältnismäßigen angeordnet worden ist und seit der
Verwaltungsaufwand möglich ist. Bekanntgabe der Anordnung an den
Entsprechendes gilt, wenn sich der Dritten zwei Wochen verstrichen
Antragsteller in den Fällen, in denen sind. § 9 Abs. 3 gilt entsprechend.
Belange Dritter berührt sind, mit ei-
ner Unkenntlichmachung der diesbe-
§9
züglichen Informationen einverstan-
AblehnungdesAntrags;Rechtsweg
den erklärt.
(1) Die Bekanntgabe einer Entschei-
(3) Auskünfte können mündlich,
dung, mit der der Antrag ganz oder
schriftlich oder elektronisch erteilt
teilweise ablehnt wird, hat innerhalb
werden. Die Stelle nach § 1 Abs. 1
der Frist nach § 7 Abs. 5 Satz 2 und 3
Satz 1 ist nicht verpflichtet, die inhalt- schriftlich zu erfolgen.
liche Richtigkeit der Information zu
prüfen. (2) Der Antrag kann abgelehnt wer-
den, wenn der Antragsteller bereits
(4) Im Fall der Einsichtnahme in amt- über die begehrten Informationen
liche Informationen kann sich der verfügt oder sich diese in zumutba-
Antragsteller Notizen machen oder rer Weise aus allgemein zugänglichen
Ablichtungen und Ausdrucke ferti- Quellen beschaffen kann.
gen lassen. § 6 Satz 1 bleibt unberührt.
(3) Gegen die ablehnende Entschei-
(5) Die Information ist dem Antrag- dung sind Widerspruch und Verpflich-
steller unter Berücksichtigung seiner tungsklage zulässig. Ein Widerspruchs-
Belange unverzüglich zugänglich zu verfahren nach den Vorschriften des 8.
machen. Der Informationszugang soll Abschnitts der Verwaltungsgerichts-
innerhalb eines Monats erfolgen. § 8 ordnung ist auch dann durchzuführen,
bleibt unberührt. wenn die Entscheidung von einer ober-

108
BfDI – Info 2 Anhang 13

sten Landesbehörde getroffen wurde. (2) Organisations- und Aktenpläne


§ 8a des Gesetzes zur Ausführung der ohne Angabe personenbezogener Da-
Verwaltungsgerichtsordnung und des ten sind nach Maßgabe dieses Gesetzes
Bundesdisziplinargesetzes findet keine allgemein zugänglich zu machen.
Anwendung.
(3) Die Stellen nach § 1 Abs. 1 Satz 1
sollen die in den Absätzen 1 und 2 ge-
§10
Verwaltungskosten nannten Pläne und Verzeichnisse so-
wie andere geeignete Informationen
(1) Für die Durchführung dieses Ge- in elektronischer Form allgemein zu-
setzes werden Verwaltungskosten gänglich machen.
(Gebühren und Auslagen) erhoben.
§ 1 Abs. 1 Satz 2, § 3 Abs. 2, die §§ 4 §12
bis 10 sowie die §§ 12 bis 14 des Ver- Landesbeauftragterfürdie
waltungskostengesetzes des Landes Informationsfreiheit
Sachsen-Anhalt gelten entsprechend,
soweit nachstehend nichts Abwei- (1) Jeder kann den Landesbeauftrag-
chendes bestimmt ist. ten für die Informationsfreiheit anru-
fen, wenn er sich in seinen Rechten
(2) Die Gebühr schließt Verwaltungs-
nach diesem Gesetz verletzt sieht.
kosten oder Entgelte, die für eine
Weiterverwendung im Sinne des § 2 (2) Die Aufgabe des Landesbeauf-
Nr. 3 des Informationsweiterverwen- tragten für die Informationsfreiheit
dungsgesetzes vom 13. Dezember wird vom Landesbeauftragten für
2006 (BGBl. I S. 2913) in der jeweils den Datenschutz wahrgenommen.
geltenden Fassung erhoben werden
können, nicht ein. (3) § 21 Abs. 3 und die §§ 22 bis 24
des Gesetzes zum Schutz personen-
(3) Das Ministerium des Innern wird
bezogener Daten der Bürger gelten
ermächtigt, im Einvernehmen mit
entsprechend.
dem Ministerium der Finanzen für
Amtshandlungen nach diesem Ge-
setz die Gebührentatbestände und §13
Gebührensätze sowie die Pauschalbe- SprachlicheGleichstellung
träge für Auslagen im Sinne des § 14
Abs. 2 Nr. 8 des Verwaltungskosten- Personen- und Funktionsbezeich-
gesetzes des Landes Sachsen-Anhalt nungen gelten jeweils in weiblicher
durch Verordnung zu bestimmen. und männlicher Form.

§11 §14
Veröffentlichungspflichten EinschränkungvonGrundrechten

(1) Die Stellen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Durch dieses Gesetz wird das Recht
sollen Verzeichnisse führen, aus de- auf Schutz personenbezogener Daten
nen sich die vorhandenen Informati- im Sinne des Artikels 6 Abs. 1 Satz 1
onssammlungen und -zwecke erken- der Verfassung des Landes Sachsen-
nen lassen. Anhalt eingeschränkt.

109
Anhang 13 BfDI – Info 2

§15
ÜberprüfungderAuswirkungen
desGesetzes

Die Auswirkungen dieses Gesetzes


werden nach einem Erfahrungszeit-
raum von fünf Jahren durch die Lan-
desregierung unter Mitwirkung der
kommunalen Spitzenverbände und
ge gebenenfalls weiterer Sachverstän-
diger geprüft. Die Landesregierung
berichtet dem Landtag über das Er-
gebnis der Evaluierung.

§16
In-Kraft-Treten

(1) Dieses Gesetz tritt vorbehaltlich


des Absatzes 2 am ersten Tage des
vierten auf die Verkündung fol-
genden Kalendermonats in Kraft.

(2) § 10 Abs. 3 tritt am Tage nach der


Verkündung in Kraft.

110
BfDI – Info 2 Anhang 14

Gesetz über die Freiheit des desrecht oder Recht der Europäischen
Zugangs zu Informationen Gemeinschaft ausführen.
für das Land Schleswig-Holstein
(Informationsfreiheitsgesetz für (2) Behörde ist jede Stelle im Sinne des
das Land § 3 Abs. 2 des Landesverwaltungsge-
Schleswig-Holstein - IFG-SH) setzes.

vom 9. Februar 2000 (3) Behörden im Sinne dieser Vor-


schrift sind nicht
GS schl.-H. II, GL.Nr. 2010-2
GVOBI. Schl.-H. 4/2000, S. 166 1. der Landtag im Rahmen seiner Ge-
setzgebungstätigkeit;
§1
2. Gerichte, Strafverfolgungs- und
Gesetzeszweck
Strafvollstreckungsbehörden sowie
Disziplinarbehörden, soweit sie
Zweck dieses Gesetzes ist es, den frei-
als Organe der Rechtspflege oder
en Zugang zu den bei den Behörden
aufgrund besonderer Rechtsvor-
vorhandenen Informationen sowie
schriften in richterlicher Unabhän-
die Verbreitung dieser Informationen
gigkeit tätig werden;
zu gewährleisten und die grundle-
genden Voraussetzungen festzulegen, 3. der Landesrechnungshof, soweit
unter denen derartige Informationen er in richterlicher Unabhängigkeit
zugänglich gemacht werden sollen. tätig wird.
(4) Einer Behörde im Sinne dieser
§2 Vorschrift steht eine natürliche oder
Begriffsbestimmungen juristische Person des Privatrechts
gleich, soweit eine Behörde sich dieser
Im Sinne dieses Gesetzes sind Person zur Erfüllung ihrer öffentlich-
1. Informationen alle in Schrift-, Bild-, rechtlichen Aufgaben bedient oder
Ton- oder DV-Form oder auf son- dieser Person die Erfüllung öffentlich-
stigen Informationsträgern bei Be- rechtlicher Aufgaben übertragen wird.
hörden vorhandene Informationen;
§4
2. Informationsträger alle Medien, die Informationsfreiheit
Informationen in Schrift-, Bild-, Ton-
oder Datenverarbeitungsform oder Jede natürliche und juristische Per-
in sonstiger Form speichern können. son des Privatrechts hat Anspruch
auf Zugang zu den bei einer Behörde
§3 vorhandenen Informationen.
Anwendungsbereich
§5
(1) Die Vorschriften über den Zugang AusgestaltungdesInformations-
zu Informationen gelten für die Be- zugangsanspruchs
hörden des Landes, der Kreise, der
Ämter und Gemeinden sowie der (1) Die Behörde hat nach Wahl der
sonstigen Körperschaften des öffent- Antragstellerin oder des Antragstel-
lichen Rechts, auch, soweit diese Bun- lers Auskunft zu erteilen oder die

111
Anhang 14 BfDI – Info 2

Informationsträger zugänglich zu (2) Im Antrag sind die begehrten In-


machen, die die begehrten Informati- formationen zu umschreiben. Sofern
onen enthalten. der Antragstellerin oder dem Antrag-
steller Angaben zur Umschreibung
(2) Handelt es sich um vorüberge- der begehrten Informationen fehlen,
hend beigezogene Akten anderer hat sie oder ihn die angegangene Be-
öffentlicher Stellen, die nicht Be- hörde zu beraten.
standteil der eigenen Verwaltungsun-
terlagen werden sollen, so weist die (3) Der Antrag soll bei der zustän-
Behörde auf diese Tatsache hin und digen Behörde gestellt werden. Zu-
nennt die für die Entscheidung über ständige Behörde ist die Behörde,
die Akteneinsicht zuständige Stelle. bei der die begehrten Informationen
vorhanden sind. § 5 Abs. 2 bleibt un-
(3) Die Behörde stellt ausreichende zeit- berührt. Ist die angegangene Behörde
liche, sachliche und räumliche Mög- nicht die zuständige Behörde, so hat
lichkeiten für den Informationszugang die angegangene Behörde die nach
zur Verfügung. Die Anfertigung von Satz 2 zuständige Behörde zu ermit-
Notizen ist gestattet. Kann die Behörde teln und der Antragstellerin oder
die Anforderungen von Satz 1 nicht er- dem Antragsteller zu benennen.
füllen, stellt sie Kopien zur Verfügung.
Die §§ 80a bis 80c des Landesverwal- (4) Im Fall des § 3 Abs. 4 besteht der
tungsgesetzes gelten entsprechend. Anspruch gegenüber derjenigen Be-
hörde, die sich einer natürlichen oder
(4) Die Behörde stellt auf Antrag Ko- juristischen Person des Privatrechts
pien der Informationsträger, die die be- zur Erfüllung ihrer öffentlich-recht-
gehrten Informationen enthalten, auch lichen Aufgaben bedient. Im Falle
durch Versendung, zur Verfügung. der Beleihung besteht der Anspruch
gegenüber dem Beliehenen.
(5) Soweit Informationsträger nur
mit Hilfe von Maschinen lesbar sind,
stellt die Behörde auf Verlangen der §7
Antragstellerin oder des Antragstel- BescheidungdesAntrages
lers maschinenlesbare Informations-
träger einschließlich der erforder- (1) Die Behörde macht die begehrten
lichen Leseanweisungen oder lesbare Informationen unverzüglich, spätes-
Ausdrucke zur Verfügung. tens aber innerhalb eines Monats zu-
gänglich.
(6) Die Behörde kann auf eine Veröf-
fentlichung insbesondere im Internet (2) Die Ablehnung eines Antrags
verweisen, wenn sie der Antragstelle- oder die Beschränkung des begehrten
rin oder dem Antragsteller die Fund- Zugangs zu Informationen ist inner-
stelle angibt. halb der in Absatz 1 genannten Frist
schriftlich zu erteilen und zu begrün-
den. Wurde der Antrag mündlich
§6 gestellt, gilt Satz 1 nur auf ausdrück-
Antragstellung liches Verlangen der Antragstellerin
oder des Antragstellers.
(1) Der Zugang zu Informationen
wird auf Antrag gewährt. Der Antrag (3) Soweit Umfang und Komplexität
soll schriftlich gestellt werden. der begehrten Informationen dies

112
BfDI – Info 2 Anhang 14

rechtfertigen, kann die Frist des Ab- rens, eines Ordnungswidrigkei-


satzes 1 auf zwei Monate verlängert tenverfahrens oder Disziplinarver-
werden. Soweit die Komplexität der fahrens erheblich beeinträchtigt
begehrten Informationen dies recht- würde;
fertigt, kann die Frist des Absatzes
2 Satz 1 auf zwei Monate verlängert 3. die Bekanntgabe der Informationen
werden. Die Antragstellerin oder der den Erfolg eines strafrechtlichen
Antragsteller ist über die Fristverlän- Ermittlungsverfahrens gefährden
gerung und deren Gründe schriftlich würde.
zu informieren. Absatz 2 Satz 2 gilt
entsprechend. §10
SchutzdesbehördlichenEntschei-
(4) Wird der Antrag nicht innerhalb dungsbildungsprozesses
der in Absatz 1 genannten Frist be-
schieden, gilt dies als Ablehnung. (1) Der Antrag auf den Zugang zu In-
formationen ist abzulehnen für Ent-
§8 würfe zu Entscheidungen sowie die
Kosten Arbeiten und Beschlüsse zu ihrer un-
mittelbaren Vorbereitung, soweit und
Für Amtshandlungen nach diesem solange durch die vorzeitige Bekannt-
Gesetz können Verwaltungsgebühren gabe der Informationen der Erfolg der
erhoben werden; dies gilt nicht bei Entscheidung vereitelt würde.
Amtshandlungen gegenüber Betei-
ligten. § 8 Abs. 1 Nr. 6 des Verwal- (2) Nicht der unmittelbaren Vorberei-
tungskostengesetzes bleibt unbe- tung dienen insbesondere Ergebnisse
rührt. Auslagen sind zu erstatten; von Beweiserhebungen sowie Stel-
diese dürfen die tatsächlichen Kosten lungnahmen.
nicht übersteigen.
(3) Der Antrag kann abgelehnt wer-
den für Vorentwürfe und Notizen,
§9 die nicht Bestandteil eines Vorgangs
SchutzöffentlicherBelangeundder werden sollen und alsbald vernichtet
Rechtsdurchsetzung werden.

Der Antrag auf Zugang zu Informa- (4) Geheimzuhalten sind Protokolle


tionen ist abzulehnen, soweit und vertraulicher Beratungen.
solange
(5) Der Antrag auf Zugang zu Infor-
1. das Bekanntwerden der Informa- mationen kann abgelehnt werden,
tionen die internationalen Bezie- wenn das Bekanntwerden des Inhaltes
hungen, die Beziehungen zum der Informationen die Funktionsfä-
Bund oder zu einem Land, die Lan- higkeit und die Eigenverantwortung
desverteidigung oder die innere der Landesregierung beeinträchtigt.
Sicherheit schädigen würde;
(6) Informationen, die nach Absatz
2. durch die Bekanntgabe der Infor- 1 und 4 vorenthalten worden sind,
mationen der Verfahrensablauf sind spätestens nach Abschluß des
eines anhängigen Gerichtsverfah- jeweiligen Verfahrens zugänglich zu

113
Anhang 14 BfDI – Info 2

machen. Dies gilt hinsichtlich Absatz Interesse der oder des Betroffenen
4 nur für Ergebnisprotokolle. liegt;

4. die Antragstellerin oder der An-


§11
tragsteller machen ein rechtliches
SchutzvonBetriebs-und
Interesse an der Kenntnis der be-
Geschäftsgeheimnissen
gehrten Informationen geltend
und überwiegende schutzwürdige
(1) Der Antrag auf Zugang zu In-
Belange der oder des Betroffenen
formationen ist abzulehnen, soweit
stehen der Offenbarung nicht ent-
durch die Übermittlung der Informa- gegen.
tionen ein Betriebs- oder Geschäfts-
geheimnis offenbart wird und die (2) Soll Zugang zu personenbezo-
schutzwürdigen Belange der oder des genen Informationen gewährt wer-
Betroffenen das Offenbarungsinteres- den, so ist die oder der Betroffene
se der Allgemeinheit überwiegen. über die Freigabe von Informati-
onen zu unterrichten, falls dies nicht
(2) Soll Zugang zu Betriebs- und Ge- mit einem unvertretbaren Aufwand
schäftsgeheimnissen gewährt werden, verbunden ist. Können durch den
so hat die zuständige Behörde der Zugang zu Informationen schutz-
oder dem Betroffenen vorher Gelegen- würdige Belange der oder des Betrof-
heit zur Stellungnahme zu geben. fenen beeinträchtigt werden, so hat
die zuständige Behörde dieser oder
§12 diesem vorher Gelegenheit zur Stel-
SchutzpersonenbezogenerDaten lungnahme zu geben.

(1) Der Antrag auf den Zugang zu §13


Informationen ist abzulehnen, soweit EinwilligungderBetroffenen
durch das Bekanntwerden der Infor-
mationen personenbezogene Informa- In den Fällen der §§ 11 und § 12 er-
tionen offenbart werden, es sei denn, sucht die Behörde auf Verlangen der
Antragstellerin oder des Antragstel-
1. die Offenbarung ist durch Rechts- lers die oder den Betroffenen um Zu-
vorschrift erlaubt; stimmung zur Freigabe der begehrten
Informationen.
2. die Offenbarung ist zur Abwehr
erheblicher Nachteile für das All-
gemeinwohl oder von Gefahren §14
für Leben, Gesundheit, persönliche BeschränkterInformationszugang
Freiheit oder sonstiger schwerwie-
gender Beeinträchtigungen der Soweit und solange Informationen
Rechte einzelner geboten; aufgrund der §§ 9 bis 12 nicht zu-
gänglich gemacht werden dürfen,
3. die Einholung der Einwilligung besteht Anspruch auf Zugang zu den
der oder des Betroffenen ist nicht übrigen Informationen. Soweit und
oder nur mit unverhältnismäßigem solange eine Aussonderung nicht
Aufwand möglich, und es ist offen- möglich ist, besteht Anspruch auf
sichtlich, daß die Offenbarung im Auskunftserteilung.

114
BfDI – Info 2 Anhang 14

§15
Trennungsprinzip

Die Behörden treffen geeignete orga-


nisatorische Vorkehrungen, damit In-
formationen, die dem Anwendungs-
bereich der §§ 9 bis 12 unterfallen,
möglichst ohne unverhältnismäßigen
Aufwand abgetrennt werden können.

§16
Anrufungderoderdes
Landesbeauftragtenfürden
Datenschutz

Eine Person, die der Ansicht ist, daß


ihr Informationsersuchen zu Unrecht
abgelehnt oder nicht beachtet worden
ist oder dass sie von einer Behörde
eine unzulängliche Antwort erhalten
hat, kann die oder den Landesbeauf-
tragten für Datenschutz anrufen. Die
Regelungen des Landesdatenschutz-
gesetzes über die Aufgaben und die
Befugnisse der oder des Landesbe-
auftragten für den Datenschutz fin-
den entsprechend Anwendung. Die
Vorschriften über den gerichtlichen
Rechtsschutz bleiben unberührt.

§17
VerhältniszuanderenInformati-
onszugangsrechten

Rechtsvorschriften, die einen weiter-


gehenden Zugang zu Informationen
ermöglichen oder ihre Grundlage in
besonderen Rechtsverhältnissen ha-
ben, bleiben unberührt.

§18
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tage nach der


Verkündung in Kraft.

115
Anhang 15 BfDI – Info 2

Thüringer Informationsfreiheits- 1. gegenüber dem Landtag, dem


gesetz (ThürIFG) Rechnungshof, dem Bürgerbeauf-
tragten, dem Landesbeauftragten
Vom 20. Dezember 2007 für den Datenschutz sowie den Or-
ganen der Rechtspflege, insbeson-
Der Landtag hat das folgende Gesetz dere Gerichten, Strafverfolgungs-
beschlossen: und Strafvollstreckungsbehörden
sowie Disziplinarbehörden,
§1
Anwendungdes 2. soweit die in Absatz 1 Satz 1 ge-
Informationsfreiheitsgesetzes nannten Stellen als Unternehmen
am Wettbewerb teilnehmen, grund-
(1) Die Vorschriften des Informa- lagen oder anwendungsbezogene
tionsfreiheitsgesetzes (IFG) vom Forschung betreiben oder Aufga-
5. September 2005 (BGBl. I S. 2722) ben der Anerkennung und Beauf-
in der jeweils geltenden Fassung sichtigung von Stiftungen des bür-
sind mit Ausnahme von § 10 Abs. 3 gerlichen Rechts wahrnehmen,
und §§ 12 bis 15 auf den Zugang zu
amtlichen Informationen der Behör- 3. für Informationen aus laufenden
den des Landes, der Körperschaften, Verfahren; § 4 Abs. 2 IFG findet An-
Anstalten und Stiftungen des öffent- wendung,
lichen Rechts, die unmittelbar oder
mittelbar seiner Aufsicht unterstehen, 4. wenn das Bekanntwerden der
nach Maßgabe der nachfolgenden Be- Information nachteilige Auswir-
stimmungen entsprechend anzuwen- kungen auf die Beziehungen zum
den. § 5 IFG findet mit der Maßgabe Bund oder zu einem anderen Land
Anwendung, dass der Antragsteller haben kann.
ein rechtliches Interesse am Zugang
zu personenbezogenen Daten geltend §2
machen muss. Den in Satz 1 genann- Gleichstellungsbestimmung
ten Stellen stehen natürliche Per-
sonen und juristische Personen des Status- und Funktionsbezeichnungen
Privatrechts gleich, soweit sich die in in diesem Gesetz gelten jeweils in
Satz 1 genannten Stellen dieser Per- männlicher und weiblicher Form.
sonen zur Erfüllung ihrer öffentlich-
rechtlichen Aufgaben bedienen.
§3
(2) Der Anspruch auf Informations- Inkrafttreten
zugang steht lediglich Antragstellern
zu, die Unionsbürger sind oder einen Dieses Gesetz tritt am Tage nach der
Wohnsitz oder Sitz in einem Mitglied- Verkündung in Kraft und fünf Jahre
staat der Europäischen Union haben. nach dem Inkrafttreten außer Kraft.

(3) Der Anspruch auf Informations- Erfurt, den 20. Dezember 2007
zugang besteht unbeschadet der Be- Die Präsidentin des Landtags
stimmungen des § 3 IFG nicht Prof. Dr.-Ing. habil. Schipanski

116
BfDI – Info 2 Anhang 16

RICHTLINIE 2003/98/EG DES und den Erwerb von Kenntnissen er-


EUROPÄISCHEN PARLAMENTS schlossen werden.
UND DES RATES
(3) Digitale Inhalte spielen bei dieser
Entwicklung eine wichtige Rolle. Im
vom17 .November2003 Bereich der Inhaltsproduktion wur-
überdieWeiterverwendungvon den in den letzten Jahren und werden
Informationendesöffentlichen auch weiterhin rasch Arbeitsplätze
Sektors geschaffen. Die meisten dieser Ar-
beitsplätze entstehen in kleinen auf-
DASEUROPÄISCHEPARLA- strebenden Unternehmen.
MENTUNDDERRATDEREURO-
PÄISCHENUNION— (4) Der öffentliche Sektor erfasst, er-
stellt, reproduziert und verbreitet ein
gestützt auf den Vertrag zur Grün- breites Spektrum an Informationen
dung der Europäischen Gemein- aus zahlreichen Gebieten wie Informa-
schaft, insbesondere auf Artikel 95, tionen über Soziales, Wirtschaft, Geo-
grafie, Wetter, Tourismus, Geschäftsle-
auf Vorschlag der Kommission (1), ben, Patentwesen und Bildung.

nach Stellung nahme des Europä- (5) Eines der Hauptziele der Er-
ischen Wirtschafts- und Sozialaus- richtung eines Binnenmarkts ist die
schusses (2), Schaffung von Bedingungen zur
Förderung der Entwicklungsgemein-
nach Stellungnahme des Ausschusses schaft weiter Dienstleistungen. In-
der Regionen (3), formationen des öffentlichen Sektors
sind wesentliches Ausgangsmaterial
gemäß dem Verfahren des Artikels
für Produkte und Dienste mit digi-
251 des Vertrags (4),
talen Inhalten und werden angesichts
in Erwägung nachstehender Gründe: der Entwicklung drahtloser Inhalts-
dienste zu einer noch bedeutenderen
(1) Der Vertrag sieht die Schaffung Inhaltsquelle werden. Dabei ist auch
eines Binnenmarkts und eines Sys-
tems vor, das Wettbewerbsverzer-
(1)
ABl. C 227 E vom 24.9.2002, S. 382.
rungen auf dem Binnenmarkt verhin- (2)
ABl. C 85 vom 8.4.2003, S. 25.
dert. (3)
ABl. C 73 vom 26.3.2003, S. 38.
Die Angleichung der Bestimmungen Stellungnahme des Europäischen
(4)

und Verfahren der Mitgliedstaaten Parlaments vom 12. Februar 2003 (noch
zur Nutzung von Informationen des nicht im Amtsblatt veröffentlicht), Ge-
öffentlichen Sektors trägt zur Errei- meinsamer Standpunkt des Rates vom
chung dieser Ziele bei. 26. Mai 2003 (ABl. C 159 E vom 8.7.2003,
S. 1) und Standpunkt des Europäischen
(2) Die Entwicklung hin zu einer In-
formations- und Wissensgesellschaft Parlaments vom 25. September 2003
beeinflusst das Leben aller Bürger (noch nicht im Amtsblatt veröffentli-
der Gemeinschaft, in dem ihnen neue cht). Beschluss des Rates vom 27. Ok-
Möglichkeiten für den Zugang zu tober 2003.

117
Anhang 16 BfDI – Info 2

eine breite grenzüberschreitende schiede und Unsicherheiten werden


geografische Flächendeckung von mit der Weiterentwicklung der In-
Bedeutung. Umfassendere Möglich- formationsgesellschaft, die bereits zu
keiten für die Weiterverwendung einer wesentlich stärkeren grenzüber-
von Informationen des öffentlichen schreitenden Informationsnutzung
Sektors sollten u.a. die europäischen geführt hat, an Bedeutung gewinnen.
Unternehmen in die Lage versetzen,
deren Potenzial zu nutzen, und zu (8) Für die Bedingungen der Weiter-
Wirtschaftswachstum und zur Schaf- verwendung von Dokumenten des
fung von Arbeitsplätzen beitragen. öffentlichen Sektors ist ein allgemeiner
Rahmen erforderlich, um zu gewähr-
(6) Die Bestimmungen und Verfah- leisten, dass die Bedingungen für die
ren der Mitgliedstaaten zur Nutzung Weiterverwendung solcher Informa-
von Informationsquellen des öffent- tionen gerecht, angemessen und nicht
lichen Sektorsweichen erheblich von diskriminierend sind. Öffentliche Stel-
einander ab, was ein Hemmnis für len erheben, erstellen, reproduzieren
die Nutzung des wirtschaftlichen Po- und verbreiten Dokumente, um ihren
tenzials dieser grundlegenden Doku- öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Die
mentenquelle darstellt. Die Tradition Nutzung dieser Dokumente aus ande-
der öffentlichen Stellen im Bereich ren Gründen stellt eine Weiterverwen-
der Nutzung von Informationen des dung dar. Die Mitgliedstaaten können
öffentlichen Sektors hat sich jedoch mit ihren Maßnahmen über die in die-
sehr unterschiedlich entwickelt. Dies ser Richtlinie festgelegten Mindeststan-
sollte berücksichtigt werden. Eine dards hinaus gehen und eine umfas-
Angleichung der nationalen Bestim- sendere Weiterverwendung gestatten.
mungen und Verfahren für die Wei-
terverwendung von Dokumenten (9) Diese Richtlinie enthält keine Ver-
des öffentlichen Sektors auf einem pflichtung zur Gestattung der Weiter-
Mindestniveau sollte daher in Fällen verwendung von Dokumenten. Die
durchgeführt werden, in denen die Entscheidung, ob eine Weiterverwen-
Unterschiede zwischen den nationalen dung genehmigt wird, ist Sache der
Bestimmungen und Verfahren oder Mitgliedstaaten bzw. der betreffenden
ein Mangel an Klarheit das reibungs- öffentlichen Stelle. Diese Richtlinie
lose Funktionieren des Binnenmarkts sollte für Dokumente gelten, die für
und die einwandfreie Entwicklung die Weiterverwendung zugänglich ge-
der Informationsgesellschaft in der macht werden, wenn öffentliche Stel-
Gemeinschaft behindern. len Lizenzen für Informationen verge-
ben oder diese verkaufen, verbreiten,
(7) Darüberhinaus könnten ein- austauschen oder herausgeben. Damit
zelstaatliche Gesetzgebungsmaß- es nicht zu Quersubventionen kommt,
nahmen, die angesichts der techno- sollte die Weiterverwendung auch die
logischen Herausforderungen bereits spätere Verwendung von Dokumenten
von einigen Mitgliedstaaten einge- innerhalb derselben Organisation für
leitet wurden, ohne ein Mindestmaß Tätigkeiten, die nicht unter ihren öf-
an Harmonisierung auf Gemein- fentlichen Auftrag fallen, umfassen.
schaftsebene zu noch erheblicheren Zu den Tätigkeiten, die nicht unter
Abweichungen führen. Die Auswir- den öffentlichen Auftrag fallen, gehört
kungen dieser rechtlichen Unter- in der Regel die Bereitstellung von

118
BfDI – Info 2 Anhang 16

Dokumenten, die ausschließlich zu (10) Die Begriffsbestimmungen „öf-


kommerziellen Zwecken und im Wett- fentliche Stelle“ und „Einrichtung des
bewerb mit anderen Marktteilnehmern öffentlichen Rechts“ sind den Richtli-
gegen Gebühr erstellt werden. Der Be- nien über das öffentliche Auftragswe-
griff „Dokument“ erstreckt sich nicht sen entnommen (Richtlinien 92/50/
auf Computerprogramme. Die Richt- EWG (1), 93/36/EWG (2), 93/37/EWG
linie stützt sich auf die geltenden Zu- (3)
und 98/4/EG (4)). Öffentliche Unter-
gangsregelungen der Mitgliedstaaten nehmen werden von diesen Begriffs-
und berührt nicht die einzelstaatlichen bestimmungen nicht erfasst.
Vorschriften über den Zugang zu Do-
kumenten. Sie gilt nicht in den Fällen, (11) Diese Richtlinie gibt eine den Ent-
in denen Bürger oder Unternehmen wicklungen in der Informationsge-
die Dokumente nach der einschlägigen sellschaft entsprechende allgemeine
Zugangsregelung nur erhalten kön- Definition des Begriffs „Dokument“
nen, wenn sie ein besonderes Interes- vor. Der Begriff umfasst jede im Be-
se nachweisen können. Auf Gemein- sitz öffentlicher Stellen befindliche
schaftsebene wird in Artikel 41 (Recht Darstellung von Handlungen, Tat-
auf eine gute Verwaltung) und Artikel sachen oder Informationen sowie
42 der Charta der Grundrechte der Eu- jede Zusammenstellung solcher
ropäischen Union das Recht jedes Uni- Handlungen, Tatsachen oder Infor-
onsbürgers und jeder natürlichen oder mationen unabhängig von der Form
juristischen Person mit Wohnsitz oder des Datenträgers (auf Papier oder in
satzungsmäßigem Sitz in einem Mit- elektronischer Form, Ton- ,Bild- oder
gliedstaat auf Zugang zu den Doku- audiovisuelles Material). Ein im Besitz
menten des Europäischen Parlaments, einer öffentlichen Stelle befindliches
des Rates und der Kommission aner- Dokument ist ein Dokument, für das
kannt. Öffentliche Stellen sollten ermu- die öffentliche Stelle berechtigt ist, die
tigt werden, alle ihre Dokumente zur Weiterverwendung zu genehmigen.
Weiterverwendung bereit zu stellen.
(12) Die Frist für die Beantwortung
Öffentliche Stellen sollten eine Wei-
von Anträgen auf Weiterverwendung
terverwendung von Dokumenten ein-
sollte angemessen sein und der Frist
schließlich amtlicher Rechtsetzungs-
für die Beantwortung von Anträgen
und Verwaltungstexte in den Fällen
auf Zugang zu den Dokumenten nach
fördern und unterstützen, in denen sie
den einschlägigen Zugangsregelungen
berechtigt sind, die Weiterverwendung
entsprechen. Angemessene Fristen in
zu genehmigen.
der gesamten Union werden die Erstel-
(1)
ABl. L 209 vom 24.7.1992, S. 1. Zuletzt lung neuer Informationsprodukte und
ge ändert durch die Richtlinie 2001/78/ - dienste europaweit fördern. Sobald
EG der Kommission (ABl. L 285 vom ein Antrag auf Weiterverwendung be-
29.10.2001, S. 1). willigt wurde, sollten die öffentlichen
(2)
ABl. L 199 vom 9.8.1993, S. 1. Zuletzt Stellen die Dokumente innerhalb ei-
geändert durch die Richtlinie 2001/78/ ner Zeitspanne zur Verfügung stellen,
EG. dieses ermöglicht, deren volles wirt-
(3)
ABl. L 199 vom 9.8.1993, S. 54. Zuletzt schaftliches Potenzial zu nutzen. Dies
geändert durch die Richtlinie 2001/78/ ist besonders wichtig bei dynamischen
EG. Inhalten (z.B. Verkehrsdaten), deren
(4)
ABl. L 101 vom 1.4.1998, S. 1. wirtschaftlicher Wert von ihrer sofor-

119
Anhang 16 BfDI – Info 2

tigen Verfügbarkeit und von regel- einer angemessenen Gewinnspanne


mäßigen Aktualisierungen abhängt. nicht übersteigen, wobei gegebenen-
Sollte eine Lizenz verwendet werden, falls die Selbstfinanzierungsverpflich-
so kann die rechtzeitige Verfügbarkeit tungen der betreffenden öffentlichen
von Dokumenten Teil der Lizenzbe- Stelle gebührend zu berücksichtigen
dingungen sein. sind. Die Erstellung umfasst das Ver-
fassen und das Zusammenstellen; die
(13) Die Möglichkeiten für eine Wei- Verbreitung kann auch die Anwen-
terverwendung können verbessert derunterstützung beinhalten. Die
werden, in dem die Notwendigkeit, Kostendeckung bildet zuzüglich ei-
Papierdokumente zu digitalisieren ner angemessenen Gewinnspanne, im
oder digitale Dateien zu bearbeiten, Einklang mit den geltenden Buchfüh-
damit sie untereinander kompatibel rungsgrundsätzen und der einschlä-
sind, verringert wird. Daher sollten gigen Methode der Gebührenberech-
öffentliche Stellen Dokumente in nung der betreffenden öffentlichen
allen vorhandenen Formaten oder Stelle, eine Gebührenobergrenze, da
Sprachen — soweit möglich und überhöhte Preise ausgeschlossen sein
sinnvoll — in elektronischer Form sollten. Die in dieser Richtlinie fest-
zur Verfügung stellen. Öffentliche gelegte Gebührenobergrenze berührt
Stellen sollten Anträge auf Bereitstel- nicht das Recht der Mitgliedstaaten
lung von Auszügen aus vorhandenen bzw. der öffentlichen Stellen, nied-
Dokumenten positiv beurteilen, wenn rigere oder gar keine Gebühren zu
einem solchen Antrag bereits durch erheben; die Mitgliedstaaten sollten
eine einfache Handhabung entspro- den öffentlichen Stellen nahelegen,
chen werden kann. Öffentliche Stel- Dokumente zu Gebühren bereitzu-
len sollten jedoch nicht verpflichtet stellen, die die Grenzkosten für die
sein, einen Auszug aus einem Doku- Reproduktion und Verbreitung der
ment zur Verfügung zu stellen, wenn Dokumente nicht überschreiten.
dies mit einem unverhältnismäßigen
Aufwand verbunden ist. Um die Wei- (15) Die Gewährleistung der Klarheit
terverwendung zu erleichtern, sollten und öffentlichen Verfügbarkeit der
die öffentlichen Stellen ihre eigenen Bedingungen für die Weiterverwen-
Dokumente in einem Format zur Ver- dung von Dokumenten des öffent-
fügung stellen, das — soweit möglich lichen Sektors ist eine Voraussetzung
und sinnvoll — nicht von der Ver- für die Entwicklung eines gemein-
wendung einer bestimmten Software schaftsweiten Informationsmarktes.
abhängig ist. Soweit es möglich und Deshalb sollten alle geltenden Bedin-
sinnvoll ist, sollten die öffentlichen gungen für die Weiterverwendung
Stellen die Möglichkeiten der Wei- von Dokumenten allen potenziellen
terverwendung von Dokumenten Weiterverwendern erläutert werden.
durch und für Menschen mit Behin- Die Mitgliedstaaten sollten zur Un-
derungen berücksichtigen. terstützung und Erleichterung der
Anträge auf Weiterverwendung die
(14) Soweit Gebühren erhoben wer- Anlage von gegebenenfalls online
den, sollten die Gesamteinnahmen zugänglichen Verzeichnissen der
die Gesamtkosten der Erfassung, verfügbaren Dokumente fördern.
Erstellung, Reproduktion und Ver- Antragsteller, die die Weiterverwen-
breitung von Dokumenten zuzüglich dung von Dokumenten beantragt

120
BfDI – Info 2 Anhang 16

haben, sollten über die verfügbaren kumente nicht mehr zu aktualisieren,


Rechtsbehelfe hinsichtlich der sie be- so sollte sie diese Entscheidung so-
treffenden Entscheidungen oder Ver- bald wie möglich, möglichst auf elek-
fahren unterrichtet werden. Dies wird tronischem Weg, bekannt geben.
insbesondere für KMU wichtig sein,
die möglicherweise mit dem Umgang (19) Die Bedingungen für die Weiter-
mit öffentlichen Stellen anderer Mit- verwendung sollten für vergleichbare
gliedstaaten und den entsprechenden Kategorien der Weiterverwendung
Rechtsbehelfen nicht vertraut sind. nicht diskriminierend sein. Dem soll-
te z.B. nicht entgegenstehen, dass
(16) Die Offenlegung aller allgemein öffentliche Stellen in Erfüllung ihres
verfügbaren Dokumente, die sich im öffentlichen Auftrags Informationen
Besitz des öffentlichen Sektors befin- gebühren freiaustauschen, während
den—die nicht nur die Politik, sondern Dritte für die Weiterverwendung der-
auch die Justiz und die Verwaltung be- selben Dokumente Gebühren entrich-
treffen—ist ein grundlegendes Mittel ten müssen. Dem sollte auch nicht
zur Erweiterung des Rechts auf Wis- entgegenstehen, dass für die kom-
sen, das wiederum ein Grundpfeiler merzielle und die nichtkommerzielle
der Demokratie ist. Diese Zielvorgabe Weiterverwendung unterschiedliche
gilt für Institutionen auf allen Ebenen, Gebühren festgelegt werden.
das heißt auf lokaler, nationaler und
internationaler Ebene. (20) Bei der Aufstellung der Grund-
sätze für die Weiterverwendung
(17) In einigen Fällen wird die Weiter- von Dokumenten sollten öffentliche
verwendung von Dokumenten statt- Stellen die Wettbewerbsvorschriften
finden, ohne dass eine Lizenz verein- einhalten und Ausschließlichkeits-
bart wird. In anderen Fällen wird eine vereinbarungen zwischen ihnen und
Lizenz erteilt werden, in der die Be- Privatpartnern nach Möglichkeit
dingungen für die Weiterverwendung vermeiden. Für die Bereitstellung
durch den Lizenzen ordnungsgemäße eines Dienstes von allgemeinem wirt-
Verwendung der Dokumente, die Ga- schaftlichen Interesse kann jedoch in
rantie der unveränderten Wiedergabe manchen Fällen ein ausschließliches
und der Quellennachweis, festgelegt Recht auf Weiterverwendung spezi-
sind. Falls öffentliche Stellen Lizenzen fischer Dokumente des öffentlichen
für die Weiterverwendung von Doku- Sektors erforderlich sein. Dies kann
menten vergeben, sollten die Lizenz- der Fall sein, wenn kein kommerzi-
bedingungen gerecht und transparent eller Verleger die Informationen ohne
sein. In dieser Hinsicht können auch ein solches ausschließliches Recht
Standardlizenzen, die online zur Ver- veröffentlichen würde.
fügung stehen, eine wichtige Rolle
spielen. Die Mitgliedstaaten sollten (21) Diese Richtlinie sollte unter
deshalb für die Verfügbarkeit von uneingeschränkter Beachtung der
Standardlizenzen sorgen. Grundsätze des Schutzes personen-
bezogener Daten nach der Richtlinie
(18) Entscheidet sich die zuständige 95/46/EG des Europäischen Parla-
Behörde, bestimmte Dokumente nicht ments und des Rates vom 24. Ok-
mehr für die Weiterverwendung zur tober 1995 zum Schutz natürlicher
Verfügung zu stellen oder diese Do- Personen bei der Verarbeitung perso-

121
Anhang 16 BfDI – Info 2

nenbezogener Daten und zum freien bedingungen zu finden, kann die


Datenverkehr (1) durchgeführt und grenzüberschreitende Nutzung von
angewandt werden. Dokumenten des öffentlichen Sek-
tors wesentlich vereinfacht werden.
(22) Rechte Dritter an geistigem Ei- Daher sollten die Mitgliedstaaten
gentum werden von dieser Richtli- sicher stellen, dass praktische Vor-
nie nicht berührt. Zur Vermeidung kehrungen getroffen werden, die
von Missverständnissen bezieht Weiterverwendern bei ihrer Suche
sich der Begriff „Rechte des gei- nach den zur Weiterverwendung
stigen Eigentums“ ausschließlich verfügbaren Dokumenten behilflich
auf das Urheberrecht und verwand- sind. Vorzugsweise online verfüg-
te Schutzrechte (einschließlich von bare Bestandslisten der wichtigsten
Sui-generis-Schutzrechten). Diese Dokumente (Dokumente, die in groß-
Richtlinie gilt nicht für Dokumente, em Umfang weiterverwendet wer-
die von gewerblichen Schutzrechten den oder weiterverwendet werden
erfasst werden, wie Patente, einge- könnten) und Internet-Portale, die
tragene Muster und Marken. Die mit dezentralisierten Bestandslisten
Richtlinie berührt nicht das Beste- verbunden sind, sind Beispiele für
hen von Rechten öffentlicher Stellen solche praktischen Vorkehrungen.
an geistigem Eigentum oder deren
Inhaberschaft daran und schränkt (24) Diese Richtlinie lässt die Richt-
auch nicht die Wahrnehmung dieser linie 2001/29/EG des Europäischen
Rechte über die in dieser Richtlinie Parlaments und des Rates vom 22.
gesetzten Grenzen hinaus ein. Die Mai 2001 zur Harmonisierung be-
sich aus dieser Richtlinie ergebenden stimmter Aspekte des Urheberrechts
Verpflichtungen sollten nur in soweit und der verwandten Schutzrechte in
gelten, als sie mit den Bestimmungen der Informationsgesellschaft(1) und
völkerrechtlicher Übereinkommen die Richtlinie 96/9/EG des Europä-
zum Schutz der Rechte des geistigen ischen Parlaments und des Rates vom
Eigentums, insbesondere der Berner 11. März 1996 über den rechtlichen
Übereinkunft zum Schutz von Wer- Schutz von Datenbanken(2) unberührt.
ken der Literatur und Kunst ( Berner Sie regelt die Bedingungen, nach de-
Übereinkunft) und dem Übereinkom- nen öffentliche Stellen ihre Rechte an
men über handelsbezogene Aspekte geistigem Eigentum innerhalb des In-
der Rechte des geistigen Eigentums formatsbinnenmarkts wahrnehmen
(TRIPS-Übereinkommen), vereinbar können, wenn sie die Weiterverwen-
sind. Öffentliche Stellen sollten ihre dung von Dokumenten genehmigen.
Urheberrechte jedoch auf eine Weise
ausüben, die eine Weiterverwendung (25) Da die Ziele der beabsichtigten
erleichtert. Maßnahme, nämlich die Erleichterung
der Erstellung gemeinschaftsweiter
(23) Durch Hilfsmittel, die es poten- Informationsprodukte und -dienste
ziellen Weiterverwendern erleich- anhand von Dokumenten des öffent-
tern, die für die Weiterverwendung lichen Sektors, die Förderung einer-
verfügbaren Dokumente und die effektiven grenzüberschreitenden
entsprechenden Weiterverwendungs- Nutzung von Dokumenten des öf-
fentlichen Sektors durch Privatunter-
(1)
ABl. L 281 vom 23.11.1995, S. 31. nehmen zur Entwicklung von Mehr-

122
BfDI – Info 2 Anhang 16

wert-Informationsprodukten und (2) Diese Richtlinie gilt nicht für


-diensten sowie die Beschränkung von
Wettbewerbsverzerrungen auf dem a) D
okumente, deren Bereitstel-
Gemeinschaftsmarkt, auf Ebene der lung nicht unter den gesetzlich
Mitgliedstaaten nicht ausreichender oder durch andere verbindliche
erreicht werden können und daher Rechtsvorschriften des Mitglied-
wegen der eindeutig gemeinschaft- staats festgelegten oder bei Feh-
lichen Dimension und Wirkung der len solcher Rechtsvorschriften
genannten Maßnahme besser auf Ge- nach der allgemeinen Verwal-
meinschaftsebene zu erreichen sind, tungspraxis in dem betreffenden
kann die Gemeinschaft im Einklang Mitgliedstaat bestimmten öffent-
mit dem in Artikel 5 des Vertrags lichen Auftrag der betreffenden
niedergelegten Subsidiaritätsprinzip öffentlichen Stellen fällt;
tätig werden. Entsprechend dem in
dem selben Artikel genannten Verhält- b) Dokumente, die geistiges Eigen-
nismäßigkeitsprinzip geht diese Richt- tum Dritter sind;
linie nicht über das für die Erreichung
c) D
okumente, die nach den Zu-
dieser Ziele erforderliche Maß hinaus.
gangsregelungen der Mitglied-
Diese Richtlinie sollte ein Mindestmaß
staaten nicht zugänglich sind,
an Harmonisierung erreichen und da-
einschließlich aus Gründen
mit vermeiden, dass es bei der Rege-
lung der Weiterverwendung von Do- – des Schutzes der nationalen
kumenten des öffentlichen Sektors zu Sicherheit (d.h. Staatssicher-
weiteren Diskrepanzen zwischen den heit), der Verteidigung oder
Mitgliedstaaten kommt — der öffentlichen Sicherheit,

HABEN FOLGENDE RICHTLINIE – der statistischen Geheimhal-


ERLASSEN: tung oder der Geschäftsge-
heimnisse;
KAPITELI d) Dokumente, die im Besitz öf-
ALLGEMEINEBESTIMMUNGEN fentlich-rechtlicher Rundfunk-
anstalten und ihrer Zweigstel-
Artikel1 len oder anderer Stellen und
deren Zweigstellen sind und
Gegenstand und Anwendungsbereich der Wahrnehmung eines öffent-
lichen Sendeauftrags dienen;
(1) Diese Richtlinie enthält einen
Mindestbestand an Regeln für die e) D
okumente, die im Besitz von
Weiterverwendung und die prak- Bildungs- und Forschungsein-
tischen Mittel zur Erleichterung der richtungen wie Schulen, Hoch-
Weiterverwendung vorhandener Do- schulen, Archiven, Bibliotheken
kumente, die im Besitz öffentlicher und Forschungsinstituten, gege-
Stellen der Mitgliedstaaten sind. benenfalls einschließlich von Ein-
richtungen, die zum Zweck des
Transfers von Forschungsergeb-
(1)
ABl. L 167 vom 22.6.2001, S. 10.
nissen gegründet wurden, sind;
(2)
ABl. L 77 vom 27.3.1996, S. 20.

123
Anhang 16 BfDI – Info 2

f) D
okumente, die im Besitz kul- 2. „Einrichtung des öffentlichen
tureller Einrichtungen wie Mu- Rechts“: eine Einrichtung, die
seen, Bibliotheken, Archiven,
Orchestern, Opern, Balletten a) zu dem besonderen Zweck ge-
und Theatern sind. gründet wurde, im Allgemein-
interesse liegende Aufgaben zu
(3) Diese Richtlinie stützt sich auf die erfüllen, die nicht gewerblicher
geltenden Zugangsregelungen der Art sind, und
Mitgliedstaaten und lässt diese Re-
gelungen unberührt. Sie gilt nicht in b) Rechtspersönlichkeit besitzt und
den Fällen, in denen Bürger oder Un-
ternehmen im Rahmen der Zugangs- c) ü
berwiegend vom Staat, von
regelung ein besonderes Interesse am Gebietskörperschaften oder von
Zugang zu den Dokumenten nach- anderen Einrichtungen des öf-
weisen müssen. fentlichen Rechts finanziert wird
oder hinsichtlich ihrer Leitung
(4) Diese Richtlinie hat keinerlei Aus- der Aufsicht durch letztere un-
wirkungen auf den Schutz natür- terliegt oder deren Verwaltungs-,
licher Personen bei der Verarbeitung Leitungs- oder Aufsichtsorgan
personenbezogener Daten gemäß mehrheitlich aus Mitgliedern be-
den Rechtsvorschriften der Gemein- steht, die vom Staat, von Gebiets-
schaft und der Mitgliedstaaten und körperschaften oder von anderen
lässt insbesondere die Pflichten und Einrichtungen des öffentlichen
Rechte gemäß der Richtlinie 95/46/ Rechts ernannt worden sind;
EG unberührt.
3. „Dokument“
(5) Die sich aus dieser Richtlinie erge-
a) jeder Inhalt unabhängig von
benden Verpflichtungen gelten nur in
der Form des Datenträgers (auf
soweit, als sie mit den Bestimmungen
Papier oder in elektronischer
völkerrechtlicher Übereinkommen
Form, Ton-, Bild- oder audiovi-
zum Schutz der Rechte des geistigen
suelles Material);
Eigentums, insbesondere der Berner
Übereinkunft und dem TRIPS-Über- b) einen beliebigen Teil eines sol-
einkommen, vereinbar sind. chen Inhalts;

Artikel2 4. „Weiterverwendung“ die Nutzung


Begriffsbestimmungen von Dokumenten, die im Besitz öf-
fentlicher Stellen sind, durch natür-
Im Sinne dieser Richtlinie bezeichnet liche oder juristische Personen für
der Ausdruck kommerzielle oder nicht kommer-
zielle Zwecke, die sich von dem
1. „öffentliche Stelle“ den Staat, Ge- ursprünglichen Zweck im Rahmen
bietskörperschaften, Einrichtungen des öffentlichen Auftrags, für den
des öffentlichen Rechts und Ver- die Dokumente erstellt wurden,
bände, die aus einer oder mehreren unterscheiden. Der Austausch von
dieser Körperschaften oder Ein- Dokumenten zwischen öffentlichen
richtungen bestehen; Stellen ausschließlich im Rahmen

124
BfDI – Info 2 Anhang 16

der Erfüllung ihres öffentlichen (2) Wurden keine Fristen oder sonsti-
Auftrags stellt keine Weiterver- ge Regelungen für die rechtzeitige Be-
wendung dar; reitstellung der Dokumente festgelegt,
so müssen die öffentlichen Stellen in-
5. „personenbezogene Daten“ Da- nerhalb von höchstens 20 Arbeitstagen
ten im Sinne von Artikel 2 Buch- nach Eingang des Antrags den Antrag
stabe a) der Richtlinie 95/46/EG. bearbeiten und dem Antragsteller die
Dokumente zur Weiterverwendung
bereit stellen oder — falls eine Lizenz
Artikel3
erforderlich ist — ihm ein endgültiges
AllgemeinerGrundsatz
Lizenzangebot unterbreiten. Diese
Frist kann bei umfangreichen oder
Die Mitgliedstaaten stellen sicher,
komplexen Anträgen um weitere 20
dass in den Fällen, in denen die Wei-
Arbeitstage verlängert werden. In
terverwendung von Dokumenten, diesen Fällen wird der Antragsteller
die im Besitz öffentlicher Stellen sind, innerhalb von drei Wochen nach dem
erlaubt wird, dass diese Dokumente ursprünglichen Antrag davon unter-
gemäß den Bedingungen der Kapitel richtet, dass für die Bearbeitung mehr
III und IV für kommerzielle und nicht Zeit benötigt wird.
kommerzielle Zwecke weiterverwen-
det werden können. Die Dokumente (3) Im Fall eines ablehnenden Be-
werden, soweit möglich, in elektro- scheids teilt die öffentliche Stelle dem
nischer Form zur Verfügung gestellt. Antragsteller die Gründe für die Ab-
lehnung mit und stützt sich dabei auf
KAPITELII die einschlägigen Bestimmungen der
ANTRÄGEAUF Zugangsregelung des betreffenden
WEITERVERWENDUNG Mitgliedstaats oder auf die einzelstaatli-
chen Bestimmungen, die gemäß dieser
Richtlinie, insbesondere gemäß Artikel
Artikel4
1 Absatz 2 Buchstaben a), b) und c) oder
Anforderungen an die Bearbeitung Artikel 3, erlassen wurden. Wird ein
von Anträgen auf Weiterverwendung ablehnender Bescheid auf Artikel 1 Ab-
satz 2 Buchstabe b) gestützt, so verweist
(1) Für die Bearbeitung von Anträ- die öffentliche Stelle auf die natürliche
gen auf Weiterverwendung und die oder juristische Person, die Inhaber der
Bereitstellung der Dokumente zur Rechte ist, soweit diese bekannt ist, oder
Weiterverwendung an den Antrag- ersatzweise auf den Lizenzgeber, von
steller oder — falls eine Lizenz erfor- dem die öffentliche Stelle das betreffen-
de Material erhalten hat.
derlich ist — für die Unterbreitung
eines endgültigen Lizenzangebots an (4) Ein ablehnender Bescheid muss
den Antragsteller halten die öffent- einen Hinweis auf die Rechtsbehelfe
lichen Stellen eine angemessene Frist enthalten, die dem Antragsteller zur
ein, die der Frist für die Bearbeitung Verfügung stehen, um gegen die Ent-
von Anträgen auf Zugang zu Doku- scheidung vorzugehen.
menten entspricht, und bedienen sich
dabei, soweit möglich und sinnvoll, (5) Die unter Artikel 1 Absatz 2 Buch-
elektronischer Mittel. staben d), e) und f) fallen den öffent-

125
Anhang 16 BfDI – Info 2

lichen Stellen müssen den Anforde- Gebühren sollten für den entsprechen
rungen des vorliegenden Artikels den Abrechnungszeitraum kostenori-
nicht entsprechen. entiert sein und unter Beachtung der
für die betreffenden öffentlichen Stellen
KAPITELIII gelten den Buchführungsgrundsätze
BEDINGUNGENFÜRDIE berechnet werden.
WEITERVERWENDUNG
Artikel7
Artikel5 Transparenz
VerfügbareFormate
Die Bedingungen und Standardge-
(1) Öffentliche Stellen stellen ihre bühren, die für die Weiterverwen-
Dokumente in allen vorhandenen dung von Dokumenten gelten, die
Formaten oder Sprachen — soweit im Besitz öffentlicher Stellen sind,
möglich und sinnvoll — in elektro- werden im Voraus festgelegt und,
nischer Form zur Verfügung. Dies soweit möglich und sinnvoll, in elek-
verpflichtet die öffentlichen Stellen tronischer Form veröffentlicht. Auf
nicht, Dokumente neu zu erstellen Anfrage gibt die öffentliche Stelle die
oder anzupassen, um dem Antrag Berechnungsgrundlage für die veröf-
nachzukommen, und beinhaltet auch fentlichten Gebühren an. Die betref-
keine Verpflichtung, Auszüge aus fende öffentliche Stelle gibt zudem
Dokumenten zur Verfügung zu stel- an, welche Faktoren bei der Berech-
len, wenn dies mit einem unverhält- nung der Gebühren in atypischen
nismäßigen Aufwand verbunden ist, Fällen berücksichtigt werden. Die
der über eine einfache Handhabung
öffentlichen Stellen gewährleisten,
hinaus geht.
dass Antragsteller, die die Weiterver-
(2) Die öffentlichen Stellen können wendung von Dokumenten beantragt
auf der Grundlage dieser Richtlinie haben, über die verfügbaren Rechts-
nicht verpflichtet werden, die Erstel- behelfe hinsichtlich der sie betreffen-
lung von Dokumenten bestimmter den Entscheidungen oder Verfahren
Art im Hinblick auf die Weiterver- unterrichtet werden.
wendung solcher Dokumente durch
eine Organisation des privaten oder Artikel8
öffentlichen Sektors fortzusetzen. Lizenzen

Artikel6 (1) Öffentliche Stellen können die


Tarifgrundsätze Weiterverwendung von Dokumen-
ten ohne Bedingungen gestatten oder
Soweit Gebühren erhoben werden, aber die Bedingungen gegebenen-
dürfen die Gesamteinnahmen aus falls in einer Lizenz festlegen, in der
der Bereitstellung von Dokumenten wesentliche Fragen geregelt werden.
und der Gestattung ihrer Weiterver- Diese Bedingungen dürfen die Mög-
wendung die Kosten ihrer Erfassung, lichkeiten der Weiterverwendung
Erstellung, Reproduktion und Verbrei- nicht unnötig einschränken und nicht
tung zuzüglich einer angemessenen der Behinderung des Wettbewerbs
Gewinnspanne nicht übersteigen. Die dienen.

126
BfDI – Info 2 Anhang 16

(2) Die Mitgliedstaaten, in denen Li- bühren und sonstigen Bedingungen


zenzen verwendet werden, stellen si- wie für andere Nutzer.
cher, dass für die Weiterverwendung
von Dokumenten des öffentlichen Artikel11
Sektors Standardlizenzen, die an VerbotvonAusschließlichkeitsver-
besondere Lizenzanträge angepasst einbarungen
werden können, in digitaler Form zur
Verfügung stehen und elektronisch (1) Die Weiterverwendung von Do-
bearbeitet werden können. Die Mit- kumenten steht allen potenziellen
gliedstaaten fordern alle öffentlichen Marktteilnehmern offen, selbst wenn
Stellen zur Verwendung der Stan- auf diesen Dokumenten beruhende
dardlizenzen auf. Mehrwertprodukte bereits von
einem oder mehreren Marktteilneh-
Artikel9 mern genutzt werden. Verträge oder
PraktischeVorkehrungen sonstige Vereinbarungen zwischen
den öffentlichen Stellen, die im Be-
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, sitz der Dokumente sind, und Drit-
dass praktische Vorkehrungen ge- ten dürfen keine ausschließlichen
troffen werden, die die Suche nach Rechte gewähren.
den zur Weiterverwendung verfüg-
baren Dokumenten erleichtern, wie (2) Ist allerdings für die Bereitstel-
vorzugsweise online verfügbare Be- lung eines Dienstes im öffentlichen
standslisten der wichtigsten Doku- Interesse ein ausschließliches Recht
mente und Internet-Portale, die mit erforderlich, so ist der Grund für des-
dezentralisierten Bestandslisten ver- sen Erteilung regelmäßig, mindestens
bunden sind. jedoch alle drei Jahre, zu überprüfen.
Die nach dem Inkrafttreten dieser
KAPITELIV Richtlinie getroffenen Ausschließlich-
NICHTDISKRIMINIERUNGUND keitsvereinbarungen müssen trans-
LAUTERERHANDEL parent sein und öffentlich bekannt
gemacht werden.
Artikel10
(3) Bestehende Ausschließlichkeits-
Nichtdiskriminierung
vereinbarungen, die nicht unter die
Ausnahmen des Absatzes 2 fallen,
(1) Die Bedingungen für die Weiter-
werden bei Vertragsablauf, spätes-
verwendung von Dokumenten sind
tens jedoch am 31. Dezember 2008
für vergleichbare Kategorien der
beendet.
Weiterverwendung nicht diskrimi-
nierend.
KAPITELV
SCHLUSSBESTIMMUNGEN
(2) Werden Dokumente von öffent-
lichen Stellen als Ausgangsmaterial
für eigene Geschäftstätigkeiten wei- Artikel12
terverwendet, die nicht unter ihren Umsetzung
öffentlichen Auftrag fallen, so gelten
für die Bereitstellung der Dokumente Die Mitgliedstaaten setzen die
für diese Tätigkeiten dieselben Ge- Rechts- und Verwaltungsvorschriften

127
Anhang 16 BfDI – Info 2

in Kraft, die erforderlich sind, um Artikel15


dieser Richtlinie spätestens bis zum 1. Adressaten
Juli 2005 nachzukommen. Sie setzen
die Kommission unverzüglich davon Diese Richtlinie ist an alle Mitglied-
in Kenntnis. staaten gerichtet.

Wenn die Mitgliedstaaten diese Vor- Geschehen zu Brüssel am 17. Novem-


schriften erlassen, nehmen sie in den ber 2003.
Vorschriften selbst oder durch einen
Hinweis bei der amtlichen Veröffent-
lichung auf diese Richtlinie Bezug.
Die Mitgliedstaaten regeln die Einzel- Im Namen des Europäischen Parla-
heiten der Bezugnahme. ments
P. COX
Artikel13 Der Präsident
Überprüfung
Im Namen des Rates
(1) Die Kommission überprüft die An- G. ALEMANNO
wendung dieser Richtlinie vor dem 1. Der Präsident
Juli 2008 und übermittelt dem Euro-
päischen Parlament und dem Rat die
Ergebnisse dieser Überprüfung sowie
etwaige Vorschläge zur Änderung
der Richtlinie.

(2) Bei der Überprüfung werden ins-


besondere der Anwendungsbereich
und die Auswirkungen dieser Richt-
linie geprüft, einschließlich des Stei-
gerungsgrads der Weiterverwendung
von Dokumenten des öffentlichen
Sektors, der Auswirkungen der an-
gewandten Tarifgrundsätze und
der Weiterverwendung amtlicher
Rechtsetzungs- und Verwaltungs-
texte, sowie weitere Möglichkeiten
der Verbesserung des reibungslosen
Funktionierens des Binnenmarkts
und die Entwicklung der europä-
ischen Inhaltsindustrie.

Artikel14
Inkrafttreten

Diese Richtlinie tritt am Tag ihrer Ver-


öffentlichung im Amtsblatt der Euro-
päischen Union in Kraft.

128
BfDI – Info 2 Anhang 17

VERORDNUNG (EG) der Demokratie und der Achtung der


Nr. 1049/2001 DES EURO- Grundrechte bei, die in Artikel 6 des
PÄISCHEN PARLAMENTS UND EU-Vertrags und in der Charta der
DES RATES Grundrechte der Europäischen Union
verankert sind.
vom30 .Mai2001
überdenZugangderÖffentlichkeit (3) In den Schlussfolgerungen des Eu-
zuDokumentendesEuropäischen ropäischen Rates von Birmingham,
Parlaments,desRatesund Edinburgh und Kopenhagen wurde
derKommission die Notwendigkeit betont, die Arbeit
der Organe der Union transparenter
DASEUROPÄISCHEPARLA- zu machen. Diese Verordnung konso-
MENTUNDDERRATDEREURO- lidiert die Initiativen, die die Organe
PÄISCHENUNION— bereits ergriffen haben, um die Trans-
parenz des Entscheidungsprozesses
gestützt auf den Vertrag zur Grün- zu verbessern.
dung der Europäischen Gemein-
schaft, insbesondere auf Artikel 255 (4) Diese Verordnung soll dem Recht
Absatz 2, auf Vorschlag der Kom- auf Zugang der Öffentlichkeit zu Do-
mission (1), gemäß dem Verfahren des kumenten größtmögliche Wirksam-
Artikels 251 des Vertrags (2), in Erwä- keit verschaffen und gemäß Artikel
gung nachstehender Gründe: 255 Absatz 2 des EG-Vertrags die
allgemeinen Grundsätze und Ein-
(1) In Artikel 1 Absatz 2 des Vertrags schränkungen dafür festlegen.
über die Europäische Union, wonach
der Vertrag eine neue Stufe bei der (5) Da der Zugang zu Dokumenten im
Verwirklichung einer immer engeren Vertrag über die Gründung der Euro-
Union der Völker Europas darstellt, päischen Gemeinschaft für Kohle und
in der die Entscheidungen möglichst Stahl und im Vertrag zur Gründung
offen und möglichst bürgernah ge- der Europäischen Atomgemeinschaft
troffen werden, ist das Prinzip der nicht geregelt ist, sollten sich das Eu-
Transparenz verankert. ropäische Parlament, der Rat und die
Kommission gemäß der Erklärung
(2) Transparenz ermöglicht eine bes- Nr. 41 zur Schlussakte des Vertrags
sere Beteiligung der Bürger am Ent- von Amsterdam bei Dokumenten im
scheidungsprozess und gewährleistet Zusammenhang mit Tätigkeiten, die
eine größere Legitimität, Effizienz sich aus diesen beiden Verträgen er-
und Verantwortung der Verwaltung geben, von dieser Verordnung leiten
gegenüber dem Bürger in einem de- lassen.
mokratischen System. Transparenz
trägt zur Stärkung der Grundsätze (6) Ein umfassenderer Zugang zu
Dokumenten sollte in den Fällen ge-
(1)
ABl. C 177 E vom 27.6.2000, S. 70. währt werden, in denen die Organe,
auch im Rahmen übertragener Befug-
Stellungnahme des Europäischen
(2)
nisse, als Gesetzgeber tätig sind, wo-
Parlaments vom 3. Mai 2001 (noch bei gleichzeitig die Wirksamkeit ihrer
nicht im Amtsblatt veröffentlicht) und Entscheidungsprozesse zu wahren
Beschluss des Rates vom 28. Mai 2001. ist. Derartige Dokumente sollten in

129
Anhang 17 BfDI – Info 2

größtmöglichem Umfang direkt zu- lichkeit zugänglich sein. Der Schutz


gänglich gemacht werden. bestimmter öffentlicher und privater
Interessen sollte jedoch durch Aus-
(7) Gemäß Artikel 28 Absatz 1 und nahmen gewährleistet werden. Es
Artikel 41 Absatz 1 des EU-Vertrags sollte den Organen gestattet werden,
gilt das Zugangsrecht auch für Doku- ihre internen Konsultationen und Be-
mente aus den Bereichen der Gemein- ratungen zu schützen, wo dies zur
samen Außen-und Sicherheitspolitik Wahrung ihrer Fähigkeit, ihre Auf-
sowie der polizeilichen und justizi- gaben zu erfüllen, erforderlich ist.
ellen Zusammenarbeit in Strafsachen. Bei der Beurteilung der Ausnahmen
Jedes Organ sollte seine Sicherheits- sollten die Organe in allen Tätig-
bestimmungen beachten. keitsbereichen der Union die in den
Rechtsvorschriften der Gemeinschaft
(8) Um die vollständige Anwendung verankerten Grundsätze über den
dieser Verordnung auf alle Tätigkeiten Schutz personenbezogener Daten be-
der Union zu gewährleisten, sollten alle rücksichtigen.
von den Organen geschaffenen Ein-
richtungen die in dieser Verordnung (12) Alle Bestimmungen über den
festgelegten Grundsätze anwenden. Zugang zu Dokumenten der Organe
sollten mit dieser Verordnung in Ein-
(9) Bestimmte Dokumente sollten klang stehen.
aufgrund ihres hochsensiblen Inhalts
einer besonderen Behandlung unter- (13) Um die uneingeschränkte Wah-
liegen. Regelungen zur Unterrich- rung des Rechts auf Zugang zu
tung des Europäischen Parlaments gewährleisten, sollte ein Verwal-
über den Inhalt derartiger Dokumen- tungsverfahren in zwei Phasen zur
te sollten durch interinstitutionelle Anwendung kommen, mit der zu-
Vereinbarung getroffen werden. sätzlichen Möglichkeit, den Rechts-
weg zu beschreiten oder Beschwerde
(10) Um die Arbeit der Organe trans- beim Bürgerbeauftragten einzulegen.
parenter zu gestalten, sollten das Eu-
ropäische Parlament, der Rat und die (14) Jedes Organ sollte die notwen-
Kommission Zugang nicht nur zu digen Maßnahmen ergreifen, um die
Dokumenten gewähren, die von den Öffentlichkeit über die neuen gelten-
Organen erstellt wurden, sondern den Rechtsvorschriften zu informie-
auch zu Dokumenten, die bei ihnen ren und sein Personal entsprechend
eingegangen sind. In diesem Zusam- auszubilden und so die Bürger bei
menhang wird daran erinnert, dass ein der Ausübung der ihnen durch diese
Mitgliedstaat gemäß der Erklärung Nr. Verordnung gewährten Rechte zu un-
35 zur Schlussakte des Vertrags von terstützen. Um den Bürgern die Aus-
Amsterdam die Kommission oder den übung dieser Rechte zu erleichtern,
Rat ersuchen kann, ein aus dem be- sollte jedes Organ ein Dokumenten-
treffenden Mitgliedstaat stammendes register zugänglich machen.
Dokument nicht ohne seine vorherige
Zustimmung an Dritte weiterzuleiten. (15) Diese Verordnung zielt weder auf
eine Änderung des Rechts der Mit-
(11) Grundsätzlich sollten alle Do- gliedstaaten über den Zugang zu Do-
kumente der Organe für die Öffent- kumenten ab, noch bewirkt sie eine

130
BfDI – Info 2 Anhang 17

solche Änderung; es versteht sich laments (3) sowie die Bestimmungen


jedoch von selbst, dass die Mitglied- über die vertrauliche Behandlung
staaten aufgrund des Prinzips der von Schengen-Dokumenten sollten
loyalen Zusammenarbeit, das für die daher nötigenfalls geändert oder auf-
Beziehungen zwischen den Organen gehoben werden —
und den Mitgliedstaaten gilt, dafür
sorgen sollten, dass sie die ordnungs- HABEN FOLGENDE VERORD-
gemäße Anwendung dieser Verord- NUNG ERLASSEN:
nung nicht beeinträchtigen, und dass
sie die Sicherheitsbestimmungen der Artikel1
Organe beachten sollten. Zweck

(16) Bestehende Rechte der Mit- Zweck dieser Verordnung ist es:
gliedstaaten sowie der Justiz-oder
Ermittlungsbehörden auf Zugang zu a) die Grundsätze und Bedin-
Dokumenten werden von dieser Ver- gungen sowie die aufgrund öf-
ordnung nicht berührt. fentlicher oder privater Interessen
geltenden Einschränkungen für die
(17) Gemäß Artikel 255 Absatz 3 des Ausübung des in Artikel 255 des
EG-Vertrags legt jedes Organ in sei- EG-Vertrags niedergelegten Rechts
ner Geschäftsordnung Sonderbestim- auf Zugang zu Dokumenten des
mungen hinsichtlich des Zugangs Europäischen Parlaments, des Rates
zu seinen Dokumenten fest. Der Be- und der Kommission (nachstehend
schluss 93/731/EG des Rates vom „Organe“ genannt) so festzulegen,
20. Dezember1993 über den Zugang dass ein größtmöglicher Zugang zu
der Öffentlichkeit zu den Ratsdo- Dokumenten gewährleistet ist,
kumenten (1), der Beschluss 94/90/
EGKS, EG, Euratom der Kommis- b) Regeln zur Sicherstellung einer
sion vom 8. Februar 1994 über den möglichst einfachen Ausübung
Zugangder Öffentlichkeit zu den der dieses Rechts aufzustellen, und
Kommission vorliegenden Doku-
menten (2), der Beschluss 97/632/EG, c) e ine gute Verwaltungspraxis im
EGKS, Euratom des Europäischen Hinblick auf den Zugang zu Do-
Parlaments vom 10. Juli 1997 über kumenten zu fördern.
den Zugang der Öffentlichkeit zu den
Dokumenten des Europäischen Par- Artikel2
Zugangsberechtigteund
ABl. L 340 vom 31.12.1993, S. 43.
(1) Anwendungsbereich
Beschluss zuletzt geändert durch den
Beschluss 2000/527/EG (ABl. L 212 (1) Jeder Unionsbürger sowie jede
vom 23.8.2000, S. 9). natürliche oder juristische Person mit
Wohnsitz oder Sitz in einem Mitglied-
ABl. L 46 vom 18.2.1994, S. 58. Be-
(2) staat hat vorbehaltlich der in dieser
schluss geändert durch den Beschluss Verordnung festgelegten Grundsätze,
96/567/EG, EGKS, Euratom (ABl. L Bedingungen und Einschränkungen
247 vom 28.9.1996, S. 45). ein Recht auf Zugang zu Dokumen-
ten der Organe.
(3)
ABl. L 263 vom 25.9.1997, S. 27.

131
Anhang 17 BfDI – Info 2

(2) Die Organe können vorbehalt- Form, Ton-, Bild-oder audiovisu-


lich der gleichen Grundsätze, Bedin- elles Material), die einen Sachver-
gungen und Einschränkungen allen halt im Zusammenhang mit den
natürlichen oder juristischen Per- Politiken, Maßnahmen oder Ent-
sonen, die keinen Wohnsitz oder Sitz scheidungen aus dem Zuständig-
in einem Mitgliedstaat haben, Zugang keitsbereich des Organs betreffen;
zu Dokumenten gewähren.
b) „Dritte“: alle natürlichen und
(3) Diese Verordnung gilt für alle Do- juristischen Personen und Einrich-
kumente eines Organs, das heißt Do- tungen außerhalb des betreffenden
kumente aus allen Tätigkeitsbereichen Organs, einschließlich der Mit-
der Union, die von dem Organ erstellt gliedstaaten, der anderen Gemein-
wurden oder bei ihm eingegangen sind schafts-oder Nicht-Gemeinschafts-
und sich in seinem Besitz befinden. organe und -einrichtungen und der
Drittländer.
(4) Unbeschadet der Artikel 4 und
9 werden Dokumente der Öffent-
lichkeit entweder auf schriftlichen Artikel4
Antrag oder direkt in elektronischer Ausnahmeregelung
Form oder über ein Register zugäng-
lich gemacht. Insbesondere werden (1) Die Organe verweigern den Zu-
Dokumente, die im Rahmen eines gang zu einem Dokument, durch
Gesetzgebungsverfahrens erstellt dessen Verbreitung Folgendes beein-
wurden oder eingegangen sind, ge- trächtigt würde:
mäß Artikel 12 direkt zugänglich
gemacht. a) der Schutz des öffentlichen Inter-
esses im Hinblick auf:
(5) Sensible Dokumente im Sinne von
Artikel 9 Absatz 1 unterliegen der be- – die öffentliche Sicherheit,
sonderen Behandlung gemäß jenem – die Verteidigung und militä-
Artikel. rische Belange,
(6) Diese Verordnung berührt nicht – die internationalen Bezie-
das etwaige Recht auf Zugang der hungen,
Öffentlichkeit zu Dokumenten im
Besitz der Organe, das sich aus in- – die Finanz-, Währungs-oder
ternationalen Übereinkünften oder Wirtschaftspolitik der Ge-
aus Rechtsakten der Organe zu deren meinschaft oder eines Mit-
Durchführung ergibt. gliedstaats;
b) der Schutz der Privatsphäre und
Artikel3 der Integrität des Einzelnen, ins-
Begriffsbestimmungen besondere gemäß den Rechts-
vorschriften der Gemeinschaft
Im Sinne dieser Verordnung bedeutet: über den Schutz personenbezo-
gener Daten.
a) „Dokument“: Inhalte unabhän-
gig von der Form des Datenträgers (2) Die Organe verweigern den Zu-
(auf Papier oder in elektronischer gang zu einem Dokument, durch

132
BfDI – Info 2 Anhang 17

dessen Verbreitung Folgendes beein- es sei denn, es ist klar, dass das Do-
trächtigt würde: kument verbreitet werden muss bzw.
nicht verbreitet werden darf.
– der Schutz der geschäftlichen In-
teressen einer natürlichen oder (5) Ein Mitgliedstaat kann das Organ
juristischen Person, einschließlich ersuchen, ein aus diesem Mitglied-
des geistigen Eigentums, staat stammendes Dokument nicht
ohne seine vorherige Zustimmung zu
– der Schutz von Gerichtsverfahren verbreiten.
und der Rechtsberatung,
(6) Wenn nur Teile des angeforderten
– der Schutz des Zwecks von In-
Dokuments einer der Ausnahmen
spektions-, Untersuchungs und
unterliegen, werden die übrigen Teile
Audittätigkeiten,
des Dokuments freigegeben.
es sei denn, es besteht ein überwie-
(7) Die Ausnahmen gemäß den Ab-
gendes öffentliches Interesse an der
sätzen 1 bis 3 gelten nur für den Zeit-
Verbreitung.
raum, in dem der Schutz aufgrund des
(3) Der Zugang zu einem Dokument, Inhalts des Dokuments gerechtfertigt
das von einem Organ für den internen ist. Die Ausnahmen gelten höchstens
Gebrauch erstellt wurde oder bei ihm für einen Zeitraum von 30 Jahren. Im
eingegangen ist und das sich auf eine Falle von Dokumenten, die unter die
Angelegenheit bezieht, in der das Or- Ausnahmeregelungen bezüglich der
gan noch keinen Beschluss gefasst hat, Privatsphäre oder der geschäftlichen
wird verweigert, wenn eine Verbrei- Interessen fallen, und im Falle von
tung des Dokuments den Entschei- sensiblen Dokumenten können die
dungsprozess des Organs ernstlich Ausnahmen erforderlichenfalls nach
beeinträchtigen würde, es sei denn, Ablauf dieses Zeitraums weiter An-
es besteht ein überwiegendes öffent- wendung finden.
liches Interesse an der Verbreitung.
Der Zugang zu einem Dokument mit
Artikel5
Stellungnahmen zum internen Ge-
DokumenteindenMitgliedstaaten
brauch im Rahmen von Beratungen
und Vorgesprächen innerhalb des
Geht einem Mitgliedstaat ein Antrag
betreffenden Organs wird auch dann,
auf ein in seinem Besitz befindliches
wenn der Beschluss gefasst worden
Dokument zu, das von einem Organ
ist, verweigert, wenn die Verbreitung
stammt, so konsultiert der Mitglied-
des Dokuments den Entscheidungs-
prozess des Organs ernstlich beein- staat — es sei denn, es ist klar, dass
trächtigen würde, es sei denn, es be- das Dokument verbreitet werden
steht ein überwiegendes öffentliches muss bzw. nicht verbreitet werden
Interesse an der Verbreitung. darf — das betreffende Organ, um
eine Entscheidung zu treffen, die
(4) Bezüglich Dokumente Dritter kon- die Verwirklichung der Ziele dieser
sultiert das Organ diese, um zu beurtei- Verordnung nicht beeinträchtigt. Der
len, ob eine der Ausnahmeregelungen Mitgliedstaat kann den Antrag statt-
der Absätze 1 oder 2 anwendbar ist, dessen an das Organ weiterleiten.

133
Anhang 17 BfDI – Info 2

Artikel6 Artikel 10 zugänglich oder informiert


Anträge den Antragsteller schriftlich über die
Gründe für die vollständige oder teil-
(1) Anträge auf Zugang zu einem weise Ablehnung und über dessen
Dokument sind in schriftlicher, ein- Recht, gemäß Absatz 2 dieses Artikels
schließlich elektronischer, Form in ei- einen Zweitantrag zu stellen.
ner der in Artikel 314 des EG-Vertrags
aufgeführten Sprachen zu stellen und (2) Im Fall einer vollständigen oder
müssen so präzise formuliert sein, teilweisen Ablehnung kann der An-
dass das Organ das betreffende Do- tragsteller binnen fünfzehn Arbeitsta-
kument ermitteln kann. Der Antrag- gen nach Eingang des Antwortschrei-
steller ist nicht verpflichtet, Gründe bens des Organs einen Zweitantrag
für seinen Antrag anzugeben. an das Organ richten und es um eine
Überprüfung seines Standpunkts er-
(2) Ist ein Antrag nicht hinreichend suchen.
präzise, fordert das Organ den An-
tragsteller auf, den Antrag zu präzi- (3) In Ausnahmefällen, beispielswei-
sieren, und leistet ihm dabei Hilfe, se bei einem Antrag auf Zugang zu
beispielsweise durch Informationen einem sehr umfangreichen Doku-
über die Nutzung der öffentlichen ment oder zu einer sehr großen Zahl
Dokumentenregister. von Dokumenten, kann die in Absatz
1 vorgesehene Frist um fünfzehn Ar-
(3) Betrifft ein Antrag ein sehr um- beitstage verlängert werden, sofern
fangreiches Dokument oder eine sehr der Antragsteller vorab informiert
große Zahl von Dokumenten, so kann wird und eine ausführliche Begrün-
sich das Organ mit dem Antragsteller dung erhält.
informell beraten, um eine angemes-
sene Lösung zu finden. (4) Antwortet das Organ nicht inner-
halb der vorgeschriebenen Frist, so
(4) Die Organe informieren die Bür- hat der Antragsteller das Recht, einen
ger darüber, wie und wo Anträge auf Zweitantrag einzureichen.
Zugang zu Dokumenten gestellt wer-
den können, und leisten ihnen dabei
Artikel8
Hilfe. BehandlungvonZweitanträgen

Artikel7 (1) Ein Zweitantrag ist unverzüglich


BehandlungvonErstanträgen zu bearbeiten. Binnen fünfzehn Ar-
beitstagen nach Registrierung eines
(1) Ein Antrag auf Zugang zu einem solchen Antrags gewährt das Organ
Dokument wird unverzüglich bear- entweder Zugang zu dem angefor-
beitet. Dem Antragsteller wird eine derten Dokument und macht es in-
Empfangsbescheinigung zugesandt. nerhalb dieses Zeitraums gemäß Arti-
Binnen fünfzehn Arbeitstagen nach kel 10 zugänglich oder teilt schriftlich
Registrierung des Antrags gewährt die Gründe für die vollständige oder
das Organ entweder Zugang zu dem teilweise Ablehnung mit. Verweigert
angeforderten Dokument und macht das Organ den Zugang vollständig
es innerhalb dieses Zeitraums gemäß oder teilweise, so unterrichtet es den

134
BfDI – Info 2 Anhang 17

Antragsteller über mögliche Rechts- (2) Anträge auf Zugang zu sensiblen


behelfe, das heißt, Erhebung einer Dokumenten im Rahmen der Verfah-
Klage gegen das Organ und/oder ren der Artikel 7 und 8 werden aus-
Einlegen einer Beschwerde beim Bür- schließlich von Personen bearbeitet,
gerbeauftragten nach Maßgabe der die berechtigt sind, Einblick in diese
Artikel 230 bzw. 195 des EG-Vertrags. Dokumente zu nehmen. Unbeschadet
des Artikels 11 Absatz 2 entscheiden
(2) In Ausnahmefällen, beispielswei- diese Personen außerdem darüber,
se bei einem Antrag auf Zugang zu welche Hinweise auf sensible Doku-
einem sehr umfangreichen Doku- mente in das öffentliche Register auf-
ment oder zu einer sehr großen Zahl genommen werden können.
von Dokumenten, kann die in Absatz
1 vorgesehene Frist um fünfzehn Ar- (3) Sensible Dokumente werden nur
beitstage verlängert werden, sofern mit Zustimmung des Urhebers im Re-
der Antragsteller vorab informiert gister aufgeführt oder freigegeben.
wird und eine ausführliche Begrün-
dung erhält. (4) Die Entscheidung eines Organs
über die Verweigerung des Zugangs
(3) Antwortet das Organ nicht inner- zu einem sensiblen Dokument ist so
halb der vorgeschriebenen Frist, gilt zu begründen, dass die durch Artikel 4
dies als abschlägiger Bescheid und geschützten Interessen nicht beein-
berechtigt den Antragsteller, nach trächtigt werden.
Maßgabe der einschlägigen Bestim-
(5) Die Mitgliedstaaten ergreifen ge-
mungen des EG-Vertrags Klage ge-
eignete Maßnahmen, um zu gewähr-
gen das Organ zu erheben und/oder
leisten, dass bei der Bearbeitung von
Beschwerde beim Bürgerbeauftragten
Anträgen auf Zugang zu sensiblen
einzulegen.
Dokumenten die in diesem Artikel
und in Artikel 4 vorgesehenen Grund-
Artikel9 sätze beachtet werden.
BehandlungsensiblerDokumente
(6) Die Bestimmungen der Organe
(1) Sensible Dokumente sind Doku- über sensible Dokumente werden öf-
mente, die von den Organen, den von fentlich gemacht.
diesen geschaffenen Einrichtungen,
von den Mitgliedstaaten, Drittländern (7) Die Kommission und der Rat un-
oder internationalen Organisationen terrichten das Europäische Parlament
stammen und gemäß den Bestimmun- hinsichtlich sensibler Dokumente ge-
gen der betreffenden Organe zum mäß den zwischen den Organen ver-
Schutz grundlegender Interessen der einbarten Regelungen.
Europäischen Union oder eines oder
mehrerer Mitgliedstaaten in den in Artikel10
Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe a) ge- ZugangimAnschlussaneinen
nannten Bereichen, insbesondere öf- Antrag
fentliche Sicherheit, Verteidigung und
militärische Belange, als „TRÈS SEC- (1) Der Zugang zu den Dokumenten
RET/TOP SECRET“, „SECRET“ oder erfolgt je nach Wunsch des Antrag-
„CONFIDENTIEL“ eingestuft sind. stellers entweder durch Einsichtnah-

135
Anhang 17 BfDI – Info 2

me vor Ort oder durch Bereitstellung (2) Das Register enthält für jedes
einer Kopie, gegebenenfalls in elek- Dokument eine Bezugsnummer (ge-
tronischer Form. Die Kosten für die gebenenfalls einschließlich der inter-
Anfertigung und Übersendung von institutionellen Bezugsnummer), den
Kopien können dem Antragsteller Gegenstand und/oder eine kurze
in Rechnung gestellt werden. Diese Beschreibung des Inhalts des Doku-
Kosten dürfen die tatsächlichen Kos- ments sowie das Datum des Eingangs
ten für die Anfertigung und Übersen- oder der Erstellung und der Aufnah-
dung der Kopien nicht überschreiten. me in das Register. Die Hinweise sind
Die Einsichtnahme vor Ort, Kopien so abzufassen, dass der Schutz der
von weniger als 20 DINA4-Seiten in Artikel 4 aufgeführten Interessen
und der direkte Zugang in elektro- nicht beeinträchtigt wird.
nischer Form oder über das Register
sind kostenlos. (3) Die Organe ergreifen unverzüglich
die erforderlichen Maßnahmen zur Ein-
(2) Ist ein Dokument bereits von dem richtung eines Registers, das spätestens
betreffenden Organ freigegeben wor- zum 3. Juni 2002 funktionsfähig ist.
den und für den Antragsteller pro-
blemlos zugänglich, kann das Organ Artikel12
seiner Verpflichtung zur Gewährung DirekterZuganginelektronischer
des Zugangs zu Dokumenten nach- FormoderübereinRegister
kommen, indem es den Antragsteller
darüber informiert, wie er das ange- (1) Die Organe machen, soweit mög-
forderte Dokument erhalten kann. lich, die Dokumente direkt in elektro-
nischer Form oder über ein Register
(3) Die Dokumente werden in einer gemäß den Bestimmungen des betref-
vorliegenden Fassung und Form (ein- fenden Organs öffentlich zugänglich.
schließlich einer elektronischen oder
anderen Form, beispielsweise Braille- (2) Insbesondere legislative Dokumen-
Schrift, Großdruck oder Bandaufnah- te, d. h. Dokumente, die im Laufe der
me) zur Verfügung gestellt, wobei die Verfahren zur Annahme von Rechts-
Wünsche des Antragstellers vollstän- akten, die in den oder für die Mitglied-
dig berücksichtigt werden. staaten rechtlich bindend sind, erstellt
wurden oder eingegangen sind, soll-
ten vorbehaltlich der Artikel 4 und 9
Artikel11
direkt zugänglich gemacht werden.
Register
(3) Andere Dokumente, insbesondere
(1) Im Hinblick auf die wirksame Dokumente in Verbindung mit der
Ausübung der Rechte aus dieser Entwicklung von Politiken oder Stra-
Verordnung durch die Bürger macht tegien, sollten soweit möglich direkt
jedes Organ ein Dokumentenregister zugänglich gemacht werden.
öffentlich zugänglich. Der Zugang
zum Register sollte in elektronischer (4) Wird der direkte Zugang nicht
Form gewährt werden. Hinweise auf über das Register gewährt, wird im
Dokumente werden unverzüglich in Register möglichst genau angegeben,
das Register aufgenommen. wo das Dokument aufzufinden ist.

136
BfDI – Info 2 Anhang 17

Artikel13 b) Gemeinsame Standpunkte im


VeröffentlichungvonDokumenten Sinne des Artikels 34 Absatz 2
imAmtsblatt des EU-Vertrags;

(1) Neben den Rechtsakten, auf die c) R


ichtlinien, die nicht unter Ar-
in Artikel 254 Absätze 1 und 2 des tikel 254 Absätze 1 und 2 des
EG-Vertrags und Artikel 163 Absatz EG-Vertrags fallen, Entschei-
1 des Euratom-Vertrags Bezug ge- dungen, die nicht unter Artikel
nommen wird, werden vorbehaltlich 254 Absatz 1 des EG-Vertrags
der Artikel 4 und 9 der vorliegenden fallen, sowie Empfehlungen
Verordnung folgende Dokumente im und Stellungnahmen.
Amtsblatt veröffentlicht:
(3) Jedes Organ kann in seiner Ge-
a) Vorschläge der Kommission; schäftsordnung festlegen, welche
weiteren Dokumente im Amtsblatt
b) Gemeinsame Standpunkte des veröffentlicht werden.
Rates gemäß den in den Arti-
keln 251 und 252 des EG-Ver-
trags genannten Verfahren und Artikel14
ihre Begründung sowie die Information
Standpunkte des Europäischen
Parlaments in diesen Verfahren; (1) Jedes Organ ergreift die notwen-
digen Maßnahmen, um die Öffent-
c) R
ahmenbeschlüsse und Be- lichkeit über die Rechte zu informie-
schlüsse im Sinne des Artikels ren, die sie gemäß dieser Verordnung
34 Absatz 2 des EU-Vertrags; hat.
d) vom Rat aufgrund des Artikels (2) Die Mitgliedstaaten arbeiten mit
34 Absatz 2 des EU-Vertrags er- den Organen bei der Bereitstellung
stellte Übereinkommen; von Informationen für die Bürger zu-
e) z
wischen den Mitgliedstaaten sammen.
gemäß Artikel 293 des EG-Ver-
trags unterzeichnete Überein- Artikel15
kommen; VerwaltungspraxisindenOrganen
f) v
on der Gemeinschaft oder ge- (1) Die Organe entwickeln eine gute
mäß Artikel 24 des EU-Vertrags
Verwaltungspraxis, um die Ausü-
geschlossene internationale
bung des durch diese Verordnung ge-
Übereinkünfte.
währleisteten Rechts auf Zugang zu
(2) Folgende Dokumente werden, Dokumenten zu erleichtern.
soweit möglich, im Amtsblatt veröf-
fentlicht: (2) Die Organe errichten einen in-
terinstitutionellen Ausschuss, der
a) dem Rat von einem Mitglied- bewährte Praktiken prüft, mögliche
staat gemäß Artikel 67 Absatz 1 Konflikte behandelt und künftige
des EG-Vertrags oder Artikel 34 Entwicklungen im Bereich des Zu-
Absatz 2 des EU-Vertrags unter- gangs der Öffentlichkeit zu Doku-
breitete Initiativen; menten erörtert.

137
Anhang 17 BfDI – Info 2

Artikel16 chive der Europäischen Wirtschafts-


VervielfältigungvonDokumenten gemeinschaft und der Europäischen
Atomgemeinschaft (1) mit dieser Ver-
Diese Verordnung gilt unbeschadet ordnung, um zu gewährleisten, dass
geltender Urheberrechtsvorschriften, die Dokumente so umfassend wie
die das Recht Dritter auf Vervielfäl- möglich aufbewahrt und archiviert
tigung oder Nutzung der freigege- werden.
benen Dokumente einschränken.

(3) Innerhalb von sechs Monaten nach


Artikel17 Inkrafttreten dieser Verordnung prüft
Berichte die Kommission die Vereinbarkeit
der geltenden Vorschriften über den
(1) Jedes Organ legt jährlich einen Be-
Zugang zu Dokumenten mit dieser
richt über das Vorjahr vor, in dem die
Verordnung.
Zahl der Fälle aufgeführt ist, in denen
das Organ den Zugang zu Dokumen-
ten verweigert hat, sowie die Gründe Artikel19
für diese Verweigerungen und die Zahl Inkrafttreten
der sensiblen Dokumente, die nicht in
das Register aufgenommen wurden. Diese Verordnung tritt am drit-
ten Tag nach ihrer Veröffentli-
(2) Spätestens zum 31. Januar 2004
chung im Amtsblatt der Europäischen
veröffentlicht die Kommission einen
Gemeinschaften in Kraft.
Bericht über die Anwendung der
Grundsätze dieser Verordnung und Sie gilt ab dem 3. Dezember 2001.
legt Empfehlungen vor, gegebenen-
falls mit Vorschlägen für die Über-
prüfung dieser Verordnung und für Diese Verordnung ist in allen ihren
ein Aktionsprogramm für die von Teilen verbindlich und gilt unmittel-
den Organen zu ergreifenden Maß- bar in jedem Mitgliedstaat.
nahmen.

Artikel18
Durchführungsmaßnahmen

(1) Jedes Organ passt seine Geschäfts-


ordnung an die Bestimmungen dieser
Verordnung an. Diese Anpassungen
werden am 3. Dezember 2001 wirk-
sam.

(2) Innerhalb von sechs Monaten nach


Inkrafttreten dieser Verordnung prüft
die Kommission die Vereinbarkeit der
Verordnung (EWG, Euratom) Nr.
354/83 des Rates vom 1. Februar 1983
über die Freigabe der historischen Ar- (1)
ABl. L 43 vom 15.2.1983, S. 1.

138
BfDI – Info 2 Anhang 18

Gesetz zur Neuregelung Abweichungen von Rechtsvor-


des Rechts der schriften über diese Merkmale und
Verbraucherinformation Tätigkeiten,
Vom5 .November2007 4. die Ausgangsstoffe und die bei der
Gewinnung der Ausgangsstoffe
Der Bundestag hat das folgende Ge- angewendeten Verfahren,
setz beschlossen:
5. Überwachungsmaßnahmen oder
Artikel1 andere behördliche Tätigkeiten
GesetzzurVerbesserungderge- oder Maßnahmen zum Schutz
sundheitsbezogenenVerbraucher- von Verbraucherinnen und Ver-
information(Verbraucherinforma- brauchern einschließlich der Aus-
tionsgesetz–VIG) wertung dieser Tätigkeiten und
Maßnahmen sowie Statistiken über
festgestellte Verstöße gegen in § 39
§1
Abs. 1 Satz 1 des Lebensmittel- und
AnspruchaufZugangzu
Futtermittelgesetzbuches genannte
Informationen
Vorschriften, soweit die Verstöße
sich auf Erzeugnisse beziehen, (In-
(1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Ge-
formationen), die bei einer Stelle im
setzes Anspruch auf freien Zugang zu
Sinne des Absatzes 2 unabhängig
allen Daten über
von der Art ihrer Speicherung vor-
1. Verstöße gegen das Lebensmittel- handen sind. Der Anspruch nach
und Futtermittelgesetzbuch, gegen Satz 1 besteht in soweit, als kein
die auf Grund des Lebensmittel- Ausschluss- oder Beschränkungs-
und Futtermittelgesetzbuches er- grund nach § 2 vorliegt.
lassenen Rechtsverordnungen und
(2) Stelle im Sinne des Absatzes 1 Satz
gegen unmittelbar geltende Rechts-
1 ist
akte der Europäischen Gemein-
schaft im Anwendungsbereich des 1. jede Behörde im Sinne des § 1 Abs. 4
Lebensmittel- und Futtermittelge- des Verwaltungsverfahrensgesetzes,
setzbuches sowie Maßnahmen und die auf Grund
Entscheidungen, die im Zusam-
menhang mit solchen Verstößen a) anderer bundesrechtlicher oder
getroffen worden sind,
b) landesrechtlicher
2. von einem Erzeugnis im Sinne des
Lebensmittel- und Futtermittelge- Vorschriften öffentlich-rechtliche
setzbuches (Erzeugnis) ausgehende Aufgaben oder Tätigkeiten wahr-
Gefahren oder Risiken für Gesund- nimmt, die der Erfüllung der in §
heit und Sicherheit von Verbrau- 1 des Lebensmittel- und Futtermit-
cherinnen und Verbrauchern, telgesetzbuches genannten Zwecke
dienen,
3. die Kennzeichnung, Herkunft, Be-
schaffenheit, Verwendung sowie 2. jede natürliche oder juristische
das Herstellen oder das Behan- Person des Privatrechts, die auf
deln von Erzeugnissen sowie über Grund

139
Anhang 18 BfDI – Info 2

a) anderer bundesrechtlicher oder a) soweit das Bekanntwerden der


Informationen
b) landesrechtlicher
aa) nachteilige Auswirkungen
Vorschriften öffentlich-rechtliche haben kann auf internationale Be-
Aufgaben oder Tätigkeiten wahr- ziehungen oder militärische und
nimmt, die der Erfüllung der in § 1 sonstige sicherheitsempfindliche
des Lebensmittel- und Futtermit- Belange der Bundeswehr oder
telgesetzbuches genannten Zwecke
dienen und der Aufsicht einer Be- bb) die Vertraulichkeit der Beratung
hörde unterstellt ist. von Behörden berührt oder eine er-
hebliche Gefahr für die öffentliche
Satz 1 gilt im Fall einer Gemeinde Sicherheit verursachen kann;
oder eines Gemeindeverbandes nur,
wenn der Gemeinde oder dem Ge- b) während der Dauer eines Ver-
meindeverband die Aufgaben nach waltungsverfahrens, es sei denn, es
diesem Gesetz durch Landesrecht handelt sich um in § 1 Abs. 1 Satz
übertragen worden sind. 1 Nr. 1 oder 2 genannte Informa-
tionen, eines Gerichtsverfahrens,
(3) Zu den Stellen im Sinne des Ab- eines strafrechtlichen Ermittlungs-
satzes 2 Satz 1 gehören nicht die verfahrens, eines Disziplinarver-
obersten Bundes- und Landesbe- fahrens, eines Gnadenverfahrens
hörden, soweit sie im Rahmen der oder eines ordnungswidrigkeits-
Gesetzgebung oder beim Erlass von rechtlichen Verfahrens hinsichtlich
Rechtsverordnungen tätig werden, der Informationen, die Gegenstand
unabhängige Organe der Finanz- des Verfahrens sind;
kontrolle sowie Gerichte, Justizvoll-
zugsbehörden, Strafverfolgungs- und c) soweit durch das Bekanntwer-
Disziplinarbehörden und diesen vor- den der Informationen fiskalische
gesetzte Dienststellen. Interessen der um Auskunft er-
suchten Stelle beeinträchtigt oder
(4) Bestimmungen über den Infor- Dienstgeheimnisse verletzt werden
mationszugang und Informations-
können;
pflichten auf Grund anderer Gesetze
sowie die gesetzlichen Vorschriften d) soweit Informationen betroffen
über Geheimhaltungspflichten, Amts- sind, die im Rahmen einer Dienst-
und Berufsgeheimnisse bleiben unbe- leistung entstanden sind, die die
rührt. Stelle auf Grund einer privatrecht-
lichen Vereinbarung außerhalb des
§2 ihr gesetzlich zu gewiesenen Auf-
Ausschluss-undBeschränkungs- gabenbereichs des Verbraucher-
gründe schutzes erbracht hat;

Der Anspruch nach § 1 besteht wegen e) in der Regel bei Informationen


nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, die vor
1. entgegenstehender öffentlicher Be- mehr als fünf Jahren seit der An-
lange nicht, tragstellung entstanden sind;

140
BfDI – Info 2 Anhang 18

2. entgegenstehender privater Belan- dort genannte sonstige wettbewerbs


ge nicht, soweit relevante Information fallen Informa-
tionen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1.
a) Zugang zu personenbezogenen
Daten beantragt wird, es sei denn,
§3
das Informationsinteresse der Ver-
Antrag
braucherin oder des Verbrauchers
überwiegt das schutzwürdige In-
(1) Die Information wird auf schrift-
teresse der oder des Dritten am
lichen Antrag erteilt. Der Antrag
Ausschluss des Informationszu-
muss hinreichend bestimmt sein und
gangs oder die oder der Dritte hat
insbesondere erkennen lassen, auf
eingewilligt,
welche Informationen er gerichtet ist.
b) der Schutz des geistigen Eigen- Zuständig ist
tums, insbesondere Urheberrechte,
1. soweit Zugang zu Informationen
dem Informationsanspruch entge-
bei einer Stelle des Bundesbean-
gen steht,
tragt wird, diese Stelle,
c) durch die begehrten Informati-
2. im Übrigen die nach Landesrecht
onen Betriebs- oder Geschäftsge-
zuständige Stelle.
heimnisse oder sonstige wettbe-
werbsrelevante Informationen, die Abweichend von Satz 3 Nr. 1 ist im
in ihrer Bedeutung für den Betrieb Fall einer natürlichen oder juristi-
mit einem Betriebs- oder Geschäfts- schen Person des Privatrechts für die
geheimnis vergleichbar sind, offen- Bescheidung des Antrags die Aufsicht
bart würden oder führende Behörde zuständig.
d) Zugang zu Informationen be- (2) Informationspflichtig ist jeweils
antragt wird, die einer Stelle auf die nach Maßgabe des Absatzes 1
Grund einer durch Rechtsvorschrift Satz 3 auch in Verbindung mit Satz
angeordneten Pflicht zur Meldung 4 zuständige Stelle. Diese ist nicht
oder Unterrichtung darüber, dass dazu verpflichtet, Informationen, die
ein vorschriftswidriges Erzeugnis bei ihr nicht vorhanden sind oder auf
hergestellt, behandelt, in den Ver- Grund von Rechtsvorschriften nicht
kehr gebracht oder eingeführt wor- verfügbar gehalten werden müssen,
den ist, mitgeteilt worden sind; dies zu beschaffen.
gilt auch, wenn das meldende oder
unterrichtende Unternehmen irrig (3) Der Antrag soll abgelehnt wer-
angenommen hat, zur Meldung den,
oder Unterrichtung verpflichtet zu
sein. 1. soweit er sich auf Entwürfe zu Ent-
scheidungen sowie Arbeiten und
Im Fall des Satzes 1 Nr. 2 Buchstabe a Beschlüsse zu ihrer unmittelbaren
gilt § 5 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 3 und 4 Vorbereitung bezieht, es sei denn,
des Informationsfreiheitsgesetzes ent- es handelt sich um die Ergebnisse
sprechend. Nicht unter ein in Satz 1 einer Beweiserhebung, ein Gutach-
Nr. 2 Buchstabe c genanntes Betriebs- ten oder eine Stellungnahme von
oder Geschäftsgeheimnis oder eine Dritten,

141
Anhang 18 BfDI – Info 2

2. bei vertraulich übermittelten oder Die Behörde entscheidet unter Abwä-


erhobenen Informationen oder gung der Interessen, wenn der oder
die Dritte nicht Stellung nimmt oder
3. wenn durch das vorzeitige Bekannt die Akteneinsicht ablehnt.
werden der Erfolg bevorstehender
behördlicher Maßnahmen gefähr- (2) Der Antrag ist in der Regel inner-
det würde. halb einer Frist von einem Monat zu
bescheiden. Wird dem Antrag statt-
(4) Ein missbräuchlich gestellter An- gegeben, sind Ort, Zeit und Art des
trag ist abzulehnen. Die s ist insbeson- Informationszugangs mitzuteilen. Im
dere der Fall, wenn der Antragsteller Fall der vollständigen oder teilweisen
über die begehrten Informationen be- Ablehnung des Antrags ist mitzutei-
reits verfügt. len, ob und gegebenenfalls wann der
Informationszugang ganz oder teil-
(5) Wenn der Antragsteller sich die weise zu einem späteren Zeitpunkt
begehrten Informationen in zumutba- möglich ist.
rer Weise aus allgemein zugänglichen
Quellenbeschaffen kann, kann der An- (3) Soweit eine Beteiligung Dritter im
trag abgelehnt und der Antragsteller Sinne des Absatzes 1 statt gefunden
auf diese Quellen hingewiesen wer- hat, verlängert sich die Frist des Ab-
den. Die Voraussetzungen nach Satz 1 satzes 2 auf zwei Monate; der Antrag-
sind insbesondere dann erfüllt, wenn steller ist hierüber zu unterrichten. Die
die Stelle den Informationszugang be- Entscheidung über den Antrag, ein-
reits nach § 5 Abs. 1 Satz 2 gewährt. schließlich der Anordnung der sofor-
tigen Vollziehung, ist auch dem oder
§4 der Dritten bekannt zu geben. Der In-
Antragsverfahren formationszugang darf erst erfolgen,
wenn die Entscheidung bestandskräf-
(1) Die nach § 3 Abs. 1 zuständige tig ist oder zwei Wochen nach Anord-
Behörde gibt Dritten, deren Belan- nung der sofortigen Vollziehung.
ge durch den Antrag auf Informati-
onszugang betroffen sind, vor ihrer (4) Im Fall einer Entscheidung über
Entscheidung schriftlich Gelegenheit den Antrag auf Informationszugang
zur Stellungnahme innerhalb eines findet ein Vorverfahren ( § 68 der
Monats. Die Behörde hat in der Regel Verwaltungsgerichtsordnung) auch
von der Betroffenheit einer oder eines dann statt, wenn die Entscheidung
Dritten auszugehen, soweit von einer obersten Bundes- oder
Landesbehörde erlassen worden ist.
1. es sich um personenbezogene Da- Widerspruchsbehörde ist die oberste
ten handelt, Bundes- oder Landesbehörde.

2. die Daten als Betriebs- oder Ge- (5) Bei Anfragen, die von mehr als 20
schäftsgeheimnisse gekennzeich- Personen auf Unterschriftenlisten un-
net sind oder terzeichnet oder in Form vervielfälti-
gter Texte eingereicht werden, gelten
3. die Daten vor dem 1. Mai 2008 er- die §§ 17 und 19 des Verwaltungsver-
hoben worden sind. fahrensgesetzes entsprechend.

142
BfDI – Info 2 Anhang 18

§5 des Satzes 2 kosten deckende Gebühren


Informationsgewährung und Auslagen erhoben. Der Zugang zu
Informationen nach § 1 Abs. 1 Satz 1
(1) Die informationspflichtige Stelle Nr. 1 ist kostenfrei.
kann den Informationszugang durch
Auskunftserteilung, Gewährung von (2) Die nach Absatz 1 kostenpflichti-
Akteneinsicht oder insonstiger Weise gen Tatbestände werden durch Lan-
eröffnen. Die informationspflichtige desrecht bestimmt, soweit die Amts-
Stelle kann Informationen, zu de- handlungen nicht durch Behörden
nen Zugang zu gewähren ist, auch des Bundes vorgenommen werden.
unabhängig von einem Antrag nach
§ 3 Abs. 1 über das Internet oder in (3) Die Bundesregierung wird er-
sonstiger öffentlich zugänglicher Weise mächtigt, durch Rechtsverordnung
zugäng-lich machen; § 4 Abs. 1 gilt ent- ohne Zustimmung des Bundesrates
sprechend. Die Informationen sollen die gebührenpflichtigen Tatbestände
für die Verbraucherinnen und Verbrau- und die Gebührenhöhe zu bestim-
cher verständlich dargestellt werden. men, soweit dieses Gesetz durch
Stellen des Bundes ausgeführt wird.
(2) Soweit der informationspflichti- §15 Abs. 2 des Verwaltungskostenge-
gen Stelle keine Erkenntnisse über ein setzes findet keine Anwendung.
im Antrag nach § 3 Abs. 1 konkret be-
zeichnetes Erzeugnis vorliegen, teilt Artikel2
sie dies dem Antragsteller mit und ÄnderungdesLebensmittel-und
weist, soweit ihr dies bekannt und Futtermittelgesetzbuches
möglich ist, auf eine andere Stelle hin,
bei der diese Informationen vorhan- Das Lebensmittel- und Futtermittelge-
den sind. Sie kann die Anfrage auch setzbuch in der Fassung der Bekannt-
an die andere Stelle weiterleiten; in machung vom 26. April 2006 (BGBl. IS.
diesem Fall unterrichtet sie den An- 945) wird wie folgt geändert:
tragsteller über die Weiterleitung.
1. In § 21 Abs. 3 Satz 3 wird die Anga-
(3) Die informationspflichtige Stelle be „§ 1 Abs. 1 Nr. 1, 2 oder 5“ durch
ist nicht verpflichtet, die inhaltliche die Angabe 㤠1 Abs. 1 Nr. 1, 2 oder
Richtigkeit der Informationen zu 4“ ersetzt.
überprüfen, soweit es sich nicht um
personenbezogene Daten handelt. 2. § 40 wird wie folgt geändert:
Der informationspflichtigen Stelle be-
kannte Hinweise auf Zweifel an der a) Absatz 1 wird wie folgt geän-
Richtigkeit sind mitzuteilen. dert:

aa) In Satz 1 wird das Wort „kann“


§6 durch das Wort „soll“ ersetzt.
GebührenundAuslagen
bb) In Satz 2 werden
(1) Für Amtshandlungen nach diesem
Gesetz der Behörden nach § 1 Abs. 2 aaa) im einleitenden Satzteil das
oder § 3 Abs. 1 Satz 3 auch in Verbin- Wort „kann“ durch das Wort
dung mit Satz 4 werden vorbehaltlich „soll“ ersetzt und

143
Anhang 18 BfDI – Info 2

bbb) in Nummer 3 nach dem Strafverfahrens oder besondere bun-


Wort „ausgeht“ die Wörter „oder desgesetzliche oder entsprechende
ausgegangen ist“ eingefügt. landesgesetzliche Verwendungsrege-
lungen entgegenstehen.“
cc) In Satz 3 wird das Wort „be-
sonderes“ gestrichen.
Artikel3
b) Dem Absatz 2 wird folgender ÄnderungdesWeingesetzes
Satz angefügt: „Unbeschadet des
Das Weingesetz in der Fassung der
Satzes 1 kann die Behörde ihrer-
Bekanntmachung vom 16. Mai 2001
seits die Öffentlichkeit auf
(BGBl. I S. 985), zuletzt geändert
1. eine Information der Öffent- durch Artikel 3 des Gesetzes vom 16.
lichkeit oder Mai 2007 (BGBl. I S. 753), wird wie
folgt geändert:
2. eine Rücknahme- oder Rückru-
1. Die Inhaltsübersicht wird wie folgt
faktion durch den Lebensmittel-
geändert:
oder Futtermittelunternehmer
oder den sonstigen Wirtschafts- a) Nach der § 52 betreffenden Zeile
beteiligten hinweisen.“ werden folgende Angaben einge-
fügt:
c) Absatz 4 wird aufgehoben; der
bisherige Absatz 5 wird neuer
Absatz 4. „10 .Abschnitt
Verbraucherinformation
3. Dem § 42 wird folgender Absatz 5 §52aVerbraucherinformation“ .
angefügt:
b) Die den bisherigen 10. Abschnitt
(5) „Die Staatsanwaltschaft hat die betreffende Zeile wird wie folgt ge-
nach § 38 Abs. 1 Satz 1 zuständige fasst:
Behörde unverzüglich über die Ein-
leitung des Strafverfahrens, soweit „11 .Abschnitt
es sich auf Verstöße gegen Verbote Schlussbestimmungen“ .
und Beschränkungen dieses Gesetzes,
der nach diesem Gesetz erlassenen 2. In § 31 Abs. 7 wird die Angabe
Rechtsverordnungen oder der unmit- 㤠39 Abs. 1, 2 Satz 1 und 2 Nr. 1
telbar geltenden Rechtsakte der Eu- bis 5, 7 und 8, soweit dieser sich auf
ropäischen Gemeinschaft im Anwen- Anordnungen zur Durchsetzung
dungsbereich dieses Gesetzes bezieht, der Pflicht des Lebensmittelunter-
unter Angabe der Rechtsvorschriften nehmers bezieht, und Nr. 9, Abs. 3
zu unterrichten. Satz 1 gilt nicht, wenn Nr. 1 und Abs. 7“ durch die Angabe
das Verfahren auf Grund einer Abga- 㤠39 Abs. 1, 2 Satz 1 und 2 Nr. 1
be der Verwaltungsbehörde nach § 41 bis 5, 7 und 8, soweit dieser sich auf
Abs. 1 des Gesetzes über Ordnungs- Anordnungen zur Durchsetzung
widrigkeiten eingeleitet worden ist. der Pflicht des Lebensmittelunter-
Eine Übermittlung personenbezo- nehmers bezieht, und Nr. 9, Abs. 3
gener Daten nach Satz 1 unterbleibt, Nr. 1 und Abs. 7, §§ 40, 42 Abs. 5“
soweit und solange ihr Zwecke des ersetzt.

144
BfDI – Info 2 Anhang 18

3. Nach § 52 wird folgender neuer 10.


Abschnitt eingefügt:

„10 .Abschnitt
Verbraucherinformation
§52aVerbraucherinformation

Für die Verbraucherinformation gilt


das Verbraucherinformationsgesetz
entsprechend.“

4. Der bisherige 10. Abschnitt wird


der neue 11. Abschnitt.

Artikel4
Inkrafttreten

(1) Dieses Gesetz tritt vorbehaltlich


des Absatzes 2 am Tage nach der Ver-
kündung in Kraft.

(2) Abweichend von Absatz 1 treten


die Artikel 1 §§ 1 bis 5 und Artikel
3 Nr. 1, 3 und 4 am 1. Mai 2008 in
Kraft.

145
Anhang 19 BfDI – Info 2

Umweltinformationsgesetz 2. natürliche oder juristische Per-


(UIG) 2005 sonen des Privatrechts, soweit sie
öffentliche Aufgaben wahrnehmen
Artikel1desGesetzeszur oder öffentliche Dienstleistungen
NeugestaltungdesUmwelt- erbringen, die im Zusammenhang
informationsgesetzesundzur mit der Umwelt stehen, insbeson-
ÄnderungderRechtsgrundlagen dere solche der umweltbezogenen
zumEmissionshandel Daseinsvorsorge, und dabei der
vom22 .Dezember2004 Kontrolle des Bundes oder einer
unter der Aufsicht des Bundes ste-
§1 henden juristischen Person des öf-
ZweckdesGesetzes; fentlichen Rechts unterliegen.
Anwendungsbereich (2) Kontrolle im Sinne des Absatzes 1
Nr. 2 liegt vor, wenn
(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, den
rechtlichen Rahmen für den freien 1. die Person des Privatrechts bei der
Zugang zu Umweltinformationen bei Wahrnehmung der öffentlichen Auf-
informationspflichtigen Stellen sowie gabe oder bei der Erbringung der
für die Verbreitung dieser Umweltin- öffentlichen Dienstleistung gegenü-
formationen zu schaffen. ber Dritten besonderen Pflichten un-
terliegt oder über besondere Rechte
(2) Dieses Gesetz gilt für informati- verfügt, insbesondere ein Kontrahie-
onspflichtige Stellen des Bundes und rungszwang oder ein Anschluss- und
der bundesunmittelbaren juristischen Benutzungszwang besteht, oder
Personen des öffentlichen Rechts.
2. eine oder mehrere der in Absatz 1
§2 Nr. 2 genannten juristischen Per-
sonen des öffentlichen Rechts allein
Begriffsbestimmungen
oder zusammen, unmittelbar oder
mittelbar
(1) Informationspflichtige Stellen sind
a) die Mehrheit des gezeichneten
1. die Regierung und andere Stellen
Kapitals des Unternehmens be-
der öffentlichen Verwaltung. Gre-
sitzen,
mien, die diese Stellen beraten,
gelten als Teil der Stelle, die deren b) über die Mehrheit der mit den
Mitglieder beruft. Zu den informati- Anteilen des Unternehmens
onspflichtigen Stellen gehören nicht verbundenen Stimmrechte ver-
fügen, oder
a) die obersten Bundesbehörden,
soweit sie im Rahmen der Ge- c) m
ehr als die Hälfte der Mitglieder
setzgebung oder beim Erlass des Verwaltungs-, Leitungs- oder
von Rechtsverordnungen tätig Aufsichtsorgans des Unterneh-
werden, und mens bestellen können.

b) Gerichte des Bundes, soweit sie (3) Umweltinformationen sind unab-


nicht Aufgaben der öffentlichen hängig von der Art ihrer Speicherung
Verwaltung wahrnehmen; alle Daten über

146
BfDI – Info 2 Anhang 19

1. den Zustand von Umweltbestand- 6. den Zustand der menschlichen


teilen wie Luft und Atmosphäre, Gesundheit und Sicherheit, die Le-
Wasser, Boden, Landschaft und na- bensbedingungen des Menschen
türliche Lebensräume einschließ- sowie Kulturstätten und Bauwerke,
lich Feuchtgebiete, Küsten- und soweit sie jeweils vom Zustand
Meeresgebiete, die Artenvielfalt der Umweltbestandteile im Sinne
und ihre Bestandteile, einschließlich der Nummer 1 oder von Faktoren,
gentechnisch veränderter Organis- Maßnahmen oder Tätigkeiten im
men, sowie die Wechselwirkungen Sinne der Nummern 2 und 3 betrof-
zwischen diesen Bestandteilen; fen sind oder sein können; hierzu
gehört auch die Kontamination der
2. Faktoren wie Stoffe, Energie, Lärm Lebensmittelkette.
und Strahlung, Abfälle aller Art so-
wie Emissionen, Ableitungen und (4) Eine informationspflichtige Stelle
sonstige Freisetzungen von Stof- verfügt über Umweltinformationen,
fen in die Umwelt, die sich auf die wenn diese bei ihr vorhanden sind
Umweltbestandteile im Sinne der oder für sie bereitgehalten werden.
Ein Bereithalten liegt vor, wenn eine
Nummer 1 auswirken oder wahr-
natürliche oder juristische Person, die
scheinlich auswirken;
selbst nicht informationspflichtige
3. Maßnahmen oder Tätigkeiten, die Stelle ist, Umweltinformationen für
eine informationspflichtige Stelle im
a) sich auf die Umweltbestandteile Sinne des Absatzes 1 aufbewahrt, auf
im Sinne der Nummer 1 oder auf die diese Stelle einen Übermittlungs-
Faktoren im Sinne der Nummer anspruch hat.
2 auswirken oder wahrschein-
lich auswirken oder §3
AnspruchaufZugangzu
b) den Schutz von Umweltbe- Umweltinformationen
standteilen im Sinne der Num-
mer 1 bezwecken; zu den Maß- (1) Jede Person hat nach Maßgabe
nahmen gehören auch politische dieses Gesetzes Anspruch auf freien
Konzepte, Rechts- und Verwal- Zugang zu Umweltinformationen,
tungsvorschriften, Abkommen, über die eine informationspflichtige
Umweltvereinbarungen, Pläne Stelle im Sinne des § 2 Abs. 1 verfügt,
und Programme; ohne ein rechtliches Interesse darle-
gen zu müssen. Daneben bleiben an-
4. Berichte über die Umsetzung des dere Ansprüche auf Zugang zu Infor-
Umweltrechts; mationen unberührt.

5. Kosten-Nutzen-Analysen oder (2) Der Zugang kann durch Auskunfts-


sonstige wirtschaftliche Analysen erteilung, Gewährung von Aktenein-
und Annahmen, die zur Vorberei- sicht oder in sonstiger Weise eröffnet
tung oder Durchführung von Maß- werden. Wird eine bestimmte Art
nahmen oder Tätigkeiten im Sinne des Informationszugangs beantragt,
der Nummer 3 verwendet werden, so darf dieser nur aus gewichtigen
und Gründen auf andere Art eröffnet

147
Anhang 19 BfDI – Info 2

werden. Als gewichtiger Grund gilt Frist zur Beantwortung von Anträgen
insbesondere ein deutlich höherer erneut. Die Informationssuchenden
Verwaltungsaufwand. Soweit Um- sind bei der Stellung und Präzisie-
weltinformationen der antragstellen- rung von Anträgen zu unterstützen.
den Person bereits auf andere, leicht
zugängliche Art, insbesondere durch (3) Wird der Antrag bei einer infor-
Verbreitung nach § 10, zur Verfügung mationspflichtigen Stelle gestellt, die
stehen, kann die informationspflichti- nicht über die Umweltinformationen
ge Stelle die Person auf diese Art des verfügt, leitet sie den Antrag an die
Informationszugangs verweisen. über die begehrten Informationen
verfügende Stelle weiter, wenn ihr di-
(3) Soweit ein Anspruch nach Absatz ese bekannt ist, und unterrichtet die
1 besteht, sind die Umweltinforma- antragstellende Person hierüber. An-
tionen der antragstellenden Person stelle der Weiterleitung des Antrags
unter Berücksichtigung etwaiger von kann sie die antragstellende Person
ihr angegebener Zeitpunkte, spätes- auch auf andere ihr bekannte infor-
tens jedoch mit Ablauf der Frist nach mationspflichtige Stellen hinweisen,
Satz 2 Nr. 1 oder Nr. 2 zugänglich zu die über die Informationen verfügen.
machen. Die Frist beginnt mit Ein-
gang des Antrags bei der informa- (4) Wird eine andere als die beantrag-
tionspflichtigen Stelle, die über die te Art des Informationszugangs im
Informationen verfügt, und endet Sinne von § 3 Abs. 2 eröffnet, ist dies
innerhalb der Frist nach § 3 Abs. 3
1. mit Ablauf eines Monats oder
Satz 2 Nr. 1 unter Angabe der Gründe
2. soweit Umweltinformationen der- mitzuteilen.
art umfangreich und komplex sind,
(5) Über die Geltung der längeren
dass die in Nummer 1 genannte Frist
Frist nach § 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ist
nicht eingehalten werden kann, mit
die antragstellende Person spätestens
Ablauf von zwei Monaten.
mit Ablauf der Frist nach § 3 Abs. 3
Satz 2 Nr. 1 unter Angabe der Gründe
§4 zu unterrichten.
AntragundVerfahren

(1) Umweltinformationen werden von §5


einer informationspflichtigen Stelle AblehnungdesAntrags
auf Antrag zugänglich gemacht.
(1) Wird der Antrag ganz oder teil-
(2) Der Antrag muss erkennen lassen, weise nach den §§ 8 und 9 abgelehnt,
zu welchen Umweltinformationen ist die antragstellende Person inner-
der Zugang gewünscht wird. Ist der halb der Fristen nach § 3 Abs. 3 Satz 2
Antrag zu unbestimmt, so ist der an- hierüber zu unterrichten. Eine Ableh-
tragstellenden Person dies innerhalb nung liegt auch dann vor, wenn nach
eines Monats mitzuteilen und Gele- § 3 Abs. 2 der Informationszugang auf
genheit zur Präzisierung des Antrags andere Art gewährt oder die antrag-
zu geben. Kommt die antragstellende stellende Person auf eine andere Art
Person der Aufforderung zur Präzi- des Informationszugangs verwiesen
sierung nach, beginnt der Lauf der wird. Der antragstellenden Person

148
BfDI – Info 2 Anhang 19

sind die Gründe für die Ablehnung obersten Bundesbehörde getroffen


mitzuteilen; in den Fällen des § 8 Abs. worden ist.
2 Nr. 4 ist darüber hinaus die Stelle,
die das Material vorbereitet, sowie (3) Ist die antragstellende Person der
der voraussichtliche Zeitpunkt der Auffassung, dass eine informations-
Fertigstellung mitzuteilen. § 39 Abs. pflichtige Stelle im Sinne des § 2 Abs.
2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 1 Nr. 2 den Antrag nicht vollständig
findet keine Anwendung. erfüllt hat, kann sie die Entscheidung
der informationspflichtigen Stelle nach
(2) Wenn der Antrag schriftlich ge- Absatz 4 überprüfen lassen. Die Über-
stellt wurde oder die antragstellende prüfung ist nicht Voraussetzung für
Person dies begehrt, erfolgt die Ab- die Erhebung der Klage nach Absatz 1.
lehnung in schriftlicher Form. Sie ist Eine Klage gegen die zuständige Stelle
auf Verlangen der antragstellenden nach § 13 Abs. 1 ist ausgeschlossen.
Person in elektronischer Form mit-
zuteilen, wenn der Zugang hierfür (4) Der Anspruch auf nochmalige
eröffnet ist. Prüfung ist gegenüber der informati-
onspflichtigen Stelle im Sinne des § 2
(3) Liegt ein Ablehnungsgrund nach § Abs. 1 Nr. 2 innerhalb eines Monats,
8 oder § 9 vor, sind die hiervon nicht nachdem diese Stelle mitgeteilt hat,
betroffenen Informationen zugäng- dass der Anspruch nicht oder nicht
lich zu machen, soweit es möglich ist, vollständig erfüllt werden kann,
die betroffenen Informationen auszu-
schriftlich geltend zu machen. Die
sondern.
informationspflichtige Stelle hat der
(4) Die antragstellende Person ist im antragstellenden Person das Ergebnis
Falle der vollständigen oder teilweisen ihrer nochmaligen Prüfung innerhalb
Ablehnung eines Antrags auch über eines Monats zu übermitteln.
die Rechtsschutzmöglichkeiten gegen
(5) Durch Landesgesetz kann für
die Entscheidung sowie darüber zu
Streitigkeiten um Ansprüche gegen
belehren, bei welcher Stelle und inner-
private informationspflichtige Stellen
halb welcher Frist um Rechtsschutz
nachgesucht werden kann. auf Grund von landesrechtlichen Vor-
schriften über den Zugang zu Um-
weltinformationen der Verwaltungs-
§6 rechtsweg vorgesehen werden.
Rechtsschutz

(1) Für Streitigkeiten nach diesem §7


Gesetz ist der Verwaltungsrechtsweg UnterstützungdesZugangszu
gegeben. Umweltinformationen

(2) Gegen die Entscheidung durch (1) Die informationspflichtigen Stel-


eine Stelle der öffentlichen Verwal- len ergreifen Maßnahmen, um den
tung im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 ist Zugang zu den bei ihnen verfügbaren
ein Widerspruchsverfahren nach den Umweltinformationen zu erleichtern.
§§ 68 bis 73 der Verwaltungsgerichts- Zu diesem Zweck wirken sie darauf
ordnung auch dann durchzuführen, hin, dass Umweltinformationen, über
wenn die Entscheidung von einer die sie verfügen, zunehmend in elek-

149
Anhang 19 BfDI – Info 2

tronischen Datenbanken oder in sons- 3. die Durchführung eines laufenden


tigen Formaten gespeichert werden, Gerichtsverfahrens, den Anspruch
die über Mittel der elektronischen einer Person auf ein faires Ver-
Kommunikation abrufbar sind. fahren oder die Durchführung
strafrechtlicher, ordnungswidrig-
(2) Die informationspflichtigen Stel- keitenrechtlicher oder disziplinar-
len treffen praktische Vorkehrungen rechtlicher Ermittlungen oder
zur Erleichterung des Informations-
zugangs, beispielsweise durch 4. den Zustand der Umwelt und ihrer
Bestandteile im Sinne des § 2 Abs.
1. die Benennung von Auskunftsper- 3 Nr. 1 oder Schutzgüter im Sinne
sonen oder Informationsstellen, des § 2 Abs. 3 Nr. 6, ist der Antrag
abzulehnen, es sei denn, das öffent-
2. die Veröffentlichung von Verzeich- liche Interesse an der Bekanntgabe
nissen über verfügbare Umweltin- überwiegt. Der Zugang zu Umwelt-
formationen, informationen über Emissionen
kann nicht unter Berufung auf die
3. die Einrichtung öffentlich zugäng- in den Nummern 2 und 4 genann-
licher Informationsnetze und Da- ten Gründe abgelehnt werden.
tenbanken oder
(2) Soweit ein Antrag
4. die Veröffentlichung von Informa-
1. offensichtlich missbräuchlich ge-
tionen über behördliche Zustän-
stellt wurde,
digkeiten.
2. sich auf interne Mitteilungen der
(3) Soweit möglich, gewährleisten die
informationspflichtigen Stellen im
informationspflichtigen Stellen, dass
Sinne des § 2 Abs. 1 bezieht,
alle Umweltinformationen, die von
ihnen oder für sie zusammengestellt 3. bei einer Stelle, die nicht über die
werden, auf dem gegenwärtigen Umweltinformationen verfügt, ge-
Stand, exakt und vergleichbar sind. stellt wird, sofern er nicht nach § 4
Abs. 3 weitergeleitet werden kann,
§8
4. sich auf die Zugänglichmachung von
SchutzöffentlicherBelange
Material, das gerade vervollständigt
wird, noch nicht abgeschlossener
(1) Soweit das Bekanntgeben der Schriftstücke oder noch nicht aufbe-
Informationen nachteilige Auswir- reiteter Daten bezieht oder
kungen hätte auf
5. zu unbestimmt ist und auf Auffor-
1. die internationalen Beziehungen, derung der informationspflichtigen
die Verteidigung oder bedeutsame Stelle nach § 4 Abs. 2 nicht inner-
Schutzgüter der öffentlichen Si- halb einer angemessenen Frist prä-
cherheit, zisiert wird,

2. die Vertraulichkeit der Beratungen ist er abzulehnen, es sei denn, das öf-
von informationspflichtigen Stellen fentliche Interesse an der Bekanntga-
im Sinne des § 2 Abs. 1, be überwiegt.

150
BfDI – Info 2 Anhang 19

§9 Stelle übermittelt haben, ohne recht-


SchutzsonstigerBelange lich dazu verpflichtet zu sein oder
rechtlich verpflichtet werden zu kön-
(1) Soweit nen, und deren Offenbarung nachtei-
lige Auswirkungen auf die Interessen
1. durch das Bekanntgeben der Infor- der Dritten hätte, dürfen ohne deren
mationen personenbezogene Daten Einwilligung anderen nicht zugäng-
offenbart und dadurch Interessen lich gemacht werden, es sei denn, das
der Betroffenen erheblich beein- öffentliche Interesse an der Bekannt-
trächtigt würden, gabe überwiegt. Der Zugang zu Um-
weltinformationen über Emissionen
2. Rechte am geistigen Eigentum, ins- kann nicht unter Berufung auf die in
besondere Urheberrechte, durch Satz 1 genannten Gründe abgelehnt
das werden.

3. durch das Bekanntgeben Betriebs-


oder Geschäftsgeheimnisse zu- §10
gänglich gemacht würden oder die UnterrichtungderÖffentlichkeit
Informationen dem Steuergeheim-
nis oder dem Statistikgeheimnis (1) Die informationspflichtigen Stel-
unterliegen, len unterrichten die Öffentlichkeit in
angemessenem Umfang aktiv und
ist der Antrag abzulehnen, es sei systematisch über die Umwelt. In die-
denn, die Betroffenen haben zuge- sem Rahmen verbreiten sie Umwelt-
stimmt oder das öffentliche Interesse informationen, die für ihre Aufgaben
an der Bekanntgabe überwiegt. Der von Bedeutung sind und über die sie
Zugang zu Umweltinformationen verfügen.
über Emissionen kann nicht unter
(2) Zu den zu verbreitenden Umwelt-
Berufung auf die in den Nummern 1
informationen gehören zumindest:
und 3 genannten Gründe abgelehnt
werden. Vor der Entscheidung über 1. der Wortlaut von völkerrechtlichen
die Offenbarung der durch Satz 1 Nr. Verträgen, das von den Organen
1 bis 3 geschützten Informationen der Europäischen Gemeinschaften
sind die Betroffenen anzuhören. Die erlassene Gemeinschaftsrecht so-
informationspflichtige Stelle hat in wie Rechtsvorschriften von Bund,
der Regel von einer Betroffenheit im Ländern oder Kommunen über die
Sinne des Satzes 1 Nr. 3 auszugehen, Umwelt oder mit Bezug zur Um-
soweit übermittelte Informationen welt;
als Betriebs- und Geschäftsgeheim-
nisse gekennzeichnet sind. Soweit 2. politische Konzepte sowie Pläne
die informationspflichtige Stelle dies und Programme mit Bezug zur
verlangt, haben mögliche Betroffene Umwelt;
im Einzelnen darzulegen, dass ein
Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis 3. Berichte über den Stand der Um-
vorliegt. setzung von Rechtsvorschriften
sowie Konzepten, Plänen und Pro-
(2) Umweltinformationen, die private grammen nach den Nummern 1
Dritte einer informationspflichtigen und 2, sofern solche Berichte von

151
Anhang 19 BfDI – Info 2

den jeweiligen informationspflich- (4) Die Anforderungen an die Un-


tigen Stellen in elektronischer Form terrichtung der Öffentlichkeit nach
ausgearbeitet worden sind oder be- den Absätzen 1 und 2 können auch
reitgehalten werden; dadurch erfüllt werden, dass Ver-
knüpfungen zu Internet-Seiten ein-
4. Daten oder Zusammenfassungen gerichtet werden, auf denen die zu
von Daten aus der Überwachung verbreitenden Umweltinformationen
von Tätigkeiten, die sich auf die zu finden sind.
Umwelt auswirken oder wahr-
scheinlich auswirken; (5) Im Falle einer unmittelbaren Be-
drohung der menschlichen Gesund-
5. Zulassungsentscheidungen, die heit oder der Umwelt haben die infor-
erhebliche Auswirkungen auf die mationspflichtigen Stellen sämtliche
Umwelt haben, und Umweltver- Informationen, über die sie verfügen
einbarungen sowie und die es der eventuell betroffenen
Öffentlichkeit ermöglichen könnten,
6. zusammenfassende Darstellung
Maßnahmen zur Abwendung oder
und Bewertung der Umweltauswir-
Begrenzung von Schäden infolge die-
kungen nach den §§ 11 und 12 des
ser Bedrohung zu ergreifen, unmittel-
Gesetzes über die Umweltverträg-
bar und unverzüglich zu verbreiten;
lichkeitsprüfung in der Fassung der
dies gilt unabhängig davon, ob diese
Bekanntmachung vom 5. September
Folge menschlicher Tätigkeit oder
2001 (BGBl. I S. 2350), das zuletzt
einer natürlichen Ursache ist. Verfü-
durch Artikel 3 des Gesetzes vom 24.
gen mehrere informationspflichtige
Juni 2004 (BGBl. I S. 1359) geändert
Stellen über solche Informationen,
worden ist, und Risikobewertungen
sollen sie sich bei deren Verbreitung
im Hinblick auf Umweltbestandtei-
abstimmen.
le nach § 2 Abs. 3 Nr. 1.
(6) § 7 Abs. 1 und 3 sowie die §§ 8 und
In Fällen des Satzes 1 Nr. 5 und 6
9 finden entsprechende Anwendung.
genügt zur Verbreitung die Angabe,
wo solche Informationen zugänglich (7) Die Wahrnehmung der Aufgaben
sind oder gefunden werden können. des § 10 kann auf bestimmte Stellen
Die veröffentlichten Umweltinforma- der öffentlichen Verwaltung oder pri-
tionen werden in angemessenen Ab- vate Stellen übertragen werden.
ständen aktualisiert.

(3) Die Verbreitung von Umweltinfor- §11


mationen soll in für die Öffentlichkeit Umweltzustandsbericht
verständlicher Darstellung und leicht
zugänglichen Formaten erfolgen. Die Bundesregierung veröffentlicht
Hierzu sollen, soweit vorhanden, regelmäßig im Abstand von nicht
elektronische Kommunikationsmittel mehr als vier Jahren einen Bericht
verwendet werden. Satz 2 gilt nicht über den Zustand der Umwelt im
für Umweltinformationen, die vor In- Bundesgebiet. Hierbei berücksichtigt
krafttreten dieses Gesetzes angefallen sie § 10 Abs. 1, 3 und 6. Der Bericht
sind, es sei denn, sie liegen bereits in enthält Informationen über die Um-
elektronischer Form vor. weltqualität und vorhandene Um-

152
BfDI – Info 2 Anhang 19

weltbelastungen. Der erste Bericht sätzen nach den Absätzen 1 und 2


nach Inkrafttreten dieses Gesetzes ist verlangen. Die Höhe der erstattungs-
spätestens am 31. Dezember 2006 zu fähigen Kosten bemisst sich nach den
veröffentlichen. in der Rechtsverordnung nach Ab-
satz 3 festgelegten Kostensätzen für
§12 Amtshandlungen von informations-
Kosten pflichtigen Stellen des Bundes und
der bundesunmittelbaren juristischen
(1) Für die Übermittlung von Infor- Personen des öffentlichen Rechts.
mationen auf Grund dieses Gesetzes
werden Kosten (Gebühren und Aus- §13
lagen) erhoben. Dies gilt nicht für die Überwachung
Erteilung mündlicher und einfacher
schriftlicher Auskünfte, die Einsicht- (1) Die zuständigen Stellen der öf-
nahme in Umweltinformationen vor fentlichen Verwaltung, die die Kon-
Ort, Maßnahmen und Vorkehrungen trolle im Sinne des § 2 Abs. 2 für den
nach § 7 Abs. 1 und 2 sowie die Unter- Bund oder eine unter der Aufsicht
richtung der Öffentlichkeit nach den des Bundes stehende juristische Per-
§§ 10 und 11. son des öffentlichen Rechts ausüben,
überwachen die Einhaltung dieses
(2) Die Gebühren sind auch unter Gesetzes durch private informati-
Berücksichtigung des Verwaltungs- onspflichtige Stellen im Sinne des § 2
aufwandes so zu bemessen, dass der Abs. 1 Nr. 2.
Informationsanspruch nach § 3 Abs.
1 wirksam in Anspruch genommen (2) Die informationspflichtigen Stel-
werden kann. len nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 haben den
zuständigen Stellen auf Verlangen
(3) Die Bundesregierung wird er- alle Informationen herauszugeben,
mächtigt, für Amtshandlungen von die die Stellen zur Wahrnehmung
informationspflichtigen Stellen die ihrer Aufgaben nach Absatz 1 benö-
Höhe der Kosten durch Rechtsver- tigen.
ordnung, die nicht der Zustimmung
des Bundesrates bedarf, zu bestim- (3) Die nach Absatz 1 zuständigen
men. Die §§ 9, 10 und 15 Abs. 2 des Stellen können gegenüber den infor-
Verwaltungskostengesetzes vom 23. mationspflichtigen Stellen nach § 2
Juni 1970 (BGBl. I S. 821), das zuletzt Abs. 1 Nr. 2 die zur Einhaltung und
durch Artikel 4 Abs. 9 des Gesetzes Durchführung dieses Gesetzes erfor-
vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718) ge- derlichen Maßnahmen ergreifen oder
ändert worden ist, finden keine An- Anordnungen treffen.
wendung.
(4) Die Bundesregierung wird er-
(4) Private informationspflichtige mächtigt, durch Rechtsverordnung,
Stellen im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 2 die nicht der Zustimmung des Bun-
können für die Übermittlung von In- desrates bedarf, die Aufgaben nach
formationen nach diesem Gesetz von den Absätzen 1 bis 3 abweichend von
der antragstellenden Person Kosten- Absatz 1 auf andere Stellen der öf-
erstattung entsprechend den Grund- fentlichen Verwaltung zu übertragen.

153
Anhang 19 BfDI – Info 2

§14
Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer


vorsätzlich oder fahrlässig einer voll-
ziehbaren Anordnung nach § 13 Abs.
3 zuwiderhandelt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit nach Ab-


satz 1 kann mit einer Geldbuße bis zu
zehntausend Euro geahndet werden.

154
BfDI – Info 2 Anhang 20

Gesetz über den Zugang zu sind, auf die dieses Gesetz Anwen-
digitalen Geodaten (Geodaten- dung findet.
zugangsgesetz - GeoZG)
(4) Dieses Gesetz gilt nach Maßgabe
vom 10. Februar 2009 (BGBl. I S. 278) des Seerechtsübereinkommens der
Vereinten Nationen vom 10. Dezem-
Abschnitt1 ber 1982 (BGBl. 1994 II S. 1798; 1995
ZielundAnwendungsbereich II S. 602) auch im Bereich der aus-
schließlichen Wirtschaftszone und
des Festlandsockels.
§1
ZieldesGesetzes
Abschnitt2
Begriffsbestimmungen
Dieses Gesetz dient dem Aufbau ei-
ner nationalen Geodateninfrastruk-
tur. Es schafft den rechtlichen Rah- §3
men für AllgemeineBegriffe

1. den Zugang zu Geodaten, Geoda- (1) Geodaten sind alle Daten mit di-
tendiensten und Metadaten von rektem oder indirektem Bezug zu
geodatenhaltenden Stellen sowie einem bestimmten Standort oder ge-
ografischen Gebiet.
2. die Nutzung dieser Daten und
Dienste, insbesondere für Maßnah- (2) Metadaten sind Informationen,
men, die Auswirkungen auf die die Geodaten oder Geodatendienste
Umwelt haben können. beschreiben und es ermöglichen,
Geodaten und Geodatendienste zu
§2 ermitteln, in Verzeichnisse aufzuneh-
Anwendungsbereich men und zu nutzen.

(1) Dieses Gesetz gilt für geodaten- (3) Geodatendienste sind vernetzbare
haltende Stellen des Bundes und der Anwendungen, welche Geodaten
bundesunmittelbaren juristischen und Metadaten in strukturierter
Personen des öffentlichen Rechts. Form zugänglich machen. Dies sind
im Einzelnen:
(2) Natürliche und juristische Per-
sonen des Privatrechts können Geo- 1. Suchdienste, die es ermöglichen,
daten und Metadaten über das Geo- auf der Grundlage des Inhalts ent-
portal nach § 9 Absatz 2 bereitstellen, sprechender Metadaten nach Ge-
wenn sie sich verpflichten, diese Da- odaten und Geodatendiensten zu
ten nach den Bestimmungen dieses suchen und den Inhalt der Meta-
Gesetzes bereitzustellen und hierfür daten anzuzeigen,
die technischen Voraussetzungen zu
schaffen. 2. Darstellungsdienste, die es zu-
mindest ermöglichen, darstellbare
(3) Dieses Gesetz gilt auch für Geoda- Geodaten anzuzeigen, in ihnen zu
tendienste, die sich auf Daten bezie- navigieren, sie zu vergrößern oder
hen, die in den Geodaten enthalten zu verkleinern, zu verschieben, Da-

155
Anhang 20 BfDI – Info 2

ten zu überlagern sowie Informa- tionsgesetzes vom 22. Dezember 2004


tionen aus Legenden und sonstige (BGBl. I S. 3704).
relevante Inhalte von Metadaten
anzuzeigen, §4
BetroffeneGeodatenundGeoda-
3. Dienste, die das Herunterladen und,
tendienste
wenn durchführbar, den direkten
Zugriff auf Kopien von Geodaten
(1) Dieses Gesetz gilt für Geodaten,
ermöglichen (Downloaddienste), die noch in Verwendung stehen und
die folgenden Bedingungen erfüllen:
4. Transformationsdienste zur geo-
dätischen Umwandlung von Geo- 1. Sie beziehen sich auf das Ho-
daten. heitsgebiet der Bundesrepublik
Deutschland oder auf die aus-
(4) Interoperabilität ist die Kombi-
schließliche Wirtschaftszone der
nierbarkeit von Daten beziehungs-
Bundesrepublik Deutschland ge-
weise die Kombinierbarkeit und mäß Seerechtsübereinkommen der
Interaktionsfähigkeit verschiedener Vereinten Nationen;
Systeme und Techniken unter Einhal-
tung gemeinsamer Standards. 2. sie liegen in elektronischer Form
vor;
(5) Geodateninfrastruktur ist eine In-
frastruktur bestehend aus Geodaten, 3. sie sind vorhanden bei
Metadaten und Geodatendiensten,
Netzdiensten und -technologien, Ver- a) einer geodatenhaltenden Stelle,
einbarungen über gemeinsame Nut- fallen unter ihren öffentlichen
zung, über Zugang und Verwendung Auftrag und
sowie Koordinierungs- und Überwa-
chungsmechanismen, -prozesse und aa) wurden von einer geodaten-
-verfahren mit dem Ziel, Geodaten haltenden Stelle erstellt oder
verschiedener Herkunft interopera-
bb) sind bei einer solchen einge-
bel verfügbar zu machen.
gangen oder
(6) Geoportal ist eine elektronische
cc) werden von dieser geo-
Kommunikations-, Transaktions-
datenhaltenden Stelle ver-
und Interaktionsplattform, die über waltet oder aktualisiert,
Geodatendienste und weitere Netz-
dienste den Zugang zu den Geodaten b) Dritten, denen nach § 2 Absatz
ermöglicht. 2 Anschluss an die nationale
Geodateninfrastruktur gewährt
(7) Netzdienste sind netzbasierte wird, oder werden für diese be-
Anwendungen zur Kommunikation, reitgehalten;
Transaktion und Interaktion.
4. sie betreffen eines oder mehrere
(8) Geodatenhaltende Stellen im der folgenden Themen:
Sinne dieses Gesetzes sind die infor-
mationspflichtigen Stellen im Sinne a) K oordinatenreferenzsysteme
von § 2 Absatz 1 des Umweltinforma- (Systeme zur eindeutigen räum-

156
BfDI – Info 2 Anhang 20

lichen Referenzierung von Ge- Schienen- und Luftverkehr so-


odaten anhand eines Koordina- wie Schifffahrt; dies umfasst
tensatzes (x, y, z) oder Angaben auch die Verbindungen zwi-
zu Breite, Länge und Höhe auf schen den verschiedenen Net-
der Grundlage eines geodä- zen und das transeuropäische
tischen horizontalen und verti- Verkehrsnetz im Sinne der Ent-
kalen Datums), scheidung Nr. 1692/96/EG des
Europäischen Parlaments und
b) geografische Gittersysteme (har- des Rates vom 23. Juli 1996 über
monisiertes Gittersystem mit gemeinschaftliche Leitlinien für
Mehrfachauflösung, gemein- den Aufbau eines transeuropä-
samem Ursprungspunkt und ischen Verkehrsnetzes (ABl. L
standardisierter Lokalisierung 228 vom 9.9.1996, S. 1), zuletzt
und Größe der Gitterzellen), geändert durch die Verordnung
(EG) Nr. 1791/2006 des Rates
c) g
eografische Bezeichnungen
(ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 1),
(Namen von Gebieten, Regi-
und künftige Überarbeitungen
onen, Orten, Großstädten, Vor-
dieser Entscheidung),
orten, Städten oder Siedlungen
sowie jedes geografische oder h) Gewässernetz (Elemente des
topografische Merkmal von öf- Gewässernetzes, einschließlich
fentlichem oder historischem Meeresgebiete und aller son-
Interesse), stigen Wasserkörper und hier-
mit verbundener Teilsysteme,
d) Verwaltungseinheiten (lokale,
darunter Einzugsgebiete und
regionale und nationale Verwal-
Teileinzugsgebiete; gegebenen-
tungseinheiten, die die Gebiete
falls gemäß den Definitionen
abgrenzen, in denen die Bundes-
der Richtlinie 2000/60/EG des
republik Deutschland Hoheits-
Europäischen Parlaments und
befugnisse hat oder ausübt und
des Rates vom 23. Oktober
die durch Verwaltungsgrenzen
2000 zur Schaffung eines Ord-
voneinander getrennt sind),
nungsrahmens für Maßnahmen
e) A
dressen (Lokalisierung von der Gemeinschaft im Bereich
Grundstücken anhand von der Wasserpolitik (ABl. L 327
Adressdaten, in der Regel Stra- vom 22.12.2000, S. 1), geändert
ßenname, Hausnummer und durch die Entscheidung Nr.
Postleitzahl), 2455/2001/EG (ABl. L 331 vom
15.12.2001, S. 1), und in Form
f) F
lurstücke oder Grundstücke von Netzen),
(Gebiete, die anhand des
Grundbuchs oder gleichwer- i) S
chutzgebiete (Gebiete, die im
tiger Verzeichnisse bestimmt Rahmen des internationalen
werden), und des gemeinschaftlichen
Rechts der Mitgliedstaaten aus-
g) Verkehrsnetze (Verkehrsnetze gewiesen sind oder verwaltet
und zugehörige Infrastruktu- werden, um spezifische Erhal-
reinrichtungen für Straßen-, tungsziele zu erreichen),

157
Anhang 20 BfDI – Info 2

j) H
öhe (digitale Höhenmodelle zeitigen und geplanten künf-
für Land-, Eis- und Wasserflä- tigen Funktion oder ihres sozio-
chen inklusive Tiefenmessung ökonomischen Zwecks wie zum
bei Gewässern und Mächtigkeit Beispiel Wohn-, Industrie- oder
bei Eisflächen, sowie Uferlinien; Gewerbegebiete, land- oder
(Geländemodelle)), forstwirtschaftliche Flächen,
Freizeitgebiete),
k) Bodenbedeckung (physische
und biologische Bedeckung der r) G
esundheit und Sicherheit (ge-
Erdoberfläche, einschließlich ografische Verteilung verstärkt
künstlicher Flächen, landwirt- auftretender pathologischer Be-
schaftlicher Flächen, Wälder, funde (zum Beispiel Allergien,
natürlicher (naturnaher) Ge- Krebserkrankungen, Erkran-
biete, Feuchtgebiete und Was- kungen der Atemwege), Infor-
serkörper), mationen über Auswirkungen
auf die Gesundheit (zum Bei-
l) O
rthofotografie (georeferen- spiel Biomarker, Rückgang der
zierte Bilddaten der Erdoberflä- Fruchtbarkeit, Epidemien) oder
che von satelliten oder luftfahr- auf das Wohlbefinden (zum
zeuggestützten Sensoren), Beispiel Ermüdung, Stress) der
Menschen in unmittelbarem
m) Geologie (geologische Beschrei-
Zusammenhang mit der Um-
bung anhand von Zusammen-
weltqualität (zum Beispiel Luft-
setzung und Struktur des Un-
verschmutzung, Chemikalien,
tergrundes; dies umfasst auch
Abbau der Ozonschicht, Lärm)
Grundgebirgs- und Sedimentge- oder in mittelbarem Zusammen-
steine, Lockersedimente, Grund- hang mit der Umweltqualität
wasserleiter und -stauer, Stö- (zum Beispiel Nahrung, gene-
rungen, Geomorphologie und tisch veränderte Organismen)),
anderes),
s) V
ersorgungswirtschaft und
n) statistische Einheiten (Einheiten
staatliche Dienste (Versor-
für die Verbreitung oder Ver-
gungseinrichtungen wie Ab-
wendung statistischer Daten),
wasser- und Abfallentsorgung,
o) Gebäude (geografischer Stand- Energieversorgung und Was-
ort von Gebäuden), serversorgung; staatliche Ver-
waltungs- und Sozialdienste
p) Boden (Beschreibung von Bo- wie öffentliche Verwaltung, Ka-
den und Unterboden anhand tastrophenschutz, Schulen und
von Tiefe, Textur, Struktur und Krankenhäuser),
Gehalt an Teilchen sowie orga-
nischem Material, Steinigkeit, t) U
mweltüberwachung (Standort
Erosion, gegebenenfalls durch- und Betrieb von Umweltüber-
schnittliches Gefälle und erwar- wachungseinrichtungen ein-
tete Wasserspeicherkapazität), schließlich Beobachtung und
Messung von Schadstoffen, des
q) Bodennutzung (Beschreibung Zustands von Umweltmedien
von Gebieten anhand ihrer der- und anderen Parametern des

158
BfDI – Info 2 Anhang 20

Ökosystems wie zum Beispiel Berichterstattung herange-


Artenvielfalt, ökologischer Zu- zogene Gebiete, dazu zählen
stand der Vegetation durch oder Deponien, Trinkwasserschutz-
im Auftrag von öffentlichen Be- gebiete, nitratempfindliche Ge-
hörden), biete, geregelte Fahrwasser auf
Binnen- und Seewasserstraßen,
u) Produktions- und Industriean- Gebiete für die Abfallverklap-
lagen (Standorte für industri- pung, Lärmschutzgebiete, für
elle Produktion, einschließlich Exploration und Bergbau aus-
durch die Richtlinie 96/61/EG gewiesene Gebiete, Flussge-
des Rates vom 24. September bietseinheiten, entsprechende
1996 über die integrierte Ver- Berichterstattungseinheiten und
meidung und Verminderung Gebiete des Küstenzonenma-
der Umweltverschmutzung nagements),
(ABl. L 257 vom 10.10.1996, S.
6), zuletzt geändert durch die y) Gebiete mit naturbedingten
Verordnung (EG) Nr. 166/2006 Risiken (gefährdete Gebiete,
des Europäischen Parlaments eingestuft nach naturbedingten
und des Rates (ABl. L 33 vom Risiken (sämtliche atmosphä-
4.2.2006, S. 1), erfasste Anlagen rischen, hydrologischen, seis-
und Einrichtungen zur Was- mischen, vulkanischen Phäno-
serentnahme sowie Bergbau- mene sowie Naturfeuer, die auf
und Lagerstandorte), Grund ihres örtlichen Auftre-
tens sowie ihrer Schwere und
v) landwirtschaftliche Anlagen Häufigkeit signifikante Aus-
und Aquakulturanlagen (land- wirkungen auf die Gesellschaft
wirtschaftliche Anlagen und haben können), zum Beispiel
Produktionsstätten einschließ- Überschwemmungen, Erd-
lich Bewässerungssysteme, Ge- rutsche und Bodensenkungen,
wächshäuser und Ställe), Lawinen, Waldbrände, Erdbe-
ben oder Vulkanausbrüche),
w) Verteilung der Bevölkerung
– Demografie (geografische z) atmosphärische Bedingungen
Verteilung der Bevölkerung, (physikalische Bedingungen in
einschließlich Bevölkerungs- der Atmosphäre, dazu zählen
merkmale und Tätigkeitsebe- Geodaten auf der Grundlage
nen, zusammengefasst nach von Messungen, Modellen oder
Gitter, Region, Verwaltungsein- einer Kombination aus beiden
heit oder sonstigen analytischen sowie Angabe der Messstand-
Einheiten), orte),

x) Bewirtschaftungsgebiete, Schutz- z1) meteorologische Objekte (Wit-


gebiete, geregelte Gebiete und terungsbedingungen und de-
Berichterstattungseinheiten (auf ren Messung: Niederschlag,
internationaler, europäischer, Temperatur, Gesamtverdun-
nationaler, regionaler und lo- stung (Evapotranspiration),
kaler Ebene bewirtschaftete, Windgeschwindigkeit und
geregelte oder zu Zwecken der Windrichtung),

159
Anhang 20 BfDI – Info 2

z2) ozeanografische Objekte (phy- z8) mineralische Bodenschätze (mi-


sikalische Bedingungen der neralische Rohstofflagerstätten
Ozeane wie zum Beispiel Strö- wie zum Beispiel Metallerze,
mungsverhältnisse, Salinität, Industrieminerale, gegebenen-
Wellenhöhe), falls mit Tiefen- beziehungs-
weise Höhenangaben zur Aus-
z3) Meeresregionen (physikalische dehnung der Lagerstätten).
Bedingungen von Meeren
und salzhaltigen Gewässern, (2) Einzelheiten zur Spezifikation der
aufgeteilt nach Regionen und den Themen zugeordneten Geodaten
Teilregionen mit gemeinsamen werden durch Rechtsverordnung
Merkmalen), nach § 14 geregelt.

z4) biogeografische Regionen (Ge- (3) Sind neben einer Referenzversion


biete mit relativ homogenen mehrere identische Kopien der glei-
ökologischen Bedingungen und chen Geodaten bei verschiedenen ge-
gemeinsamen Merkmalen), odatenhaltenden Stellen vorhanden
oder werden sie für diese bereitgehal-
z5) Lebensräume und Biotope ten, so gilt dieses Gesetz nur für die
(geografische Gebiete mit spe- Referenzversion, von der die Kopien
zifischen ökologischen Bedin- abgeleitet sind.
gungen, Prozessen, Strukturen
(4) Verfügt die geodatenhaltende Stel-
und (lebensunterstützenden)
le bezogen auf Geodaten und Geoda-
Funktionen als physische
tendienste nicht selbst über die Rech-
Grundlage für dort lebende
te an geistigem Eigentum, so bleiben
Organismen; dies umfasst auch
diese Rechte von den Vorschriften
durch geografische, abiotische
dieses Gesetzes unberührt.
und biotische Merkmale ge-
kennzeichnete natürliche oder
naturnahe terrestrische und Abschnitt3
aquatische Gebiete), Anforderungen

z6) Verteilung der Arten (geogra- §5


fische Verteilung des Auftre- BereitstellungvonGeodaten
tens von Tier- und Pflanze-
narten, zusammengefasst in (1) Die amtlichen Daten des Liegen-
Gittern, Region, Verwaltungs- schaftskatasters, der Geotopografie
einheit oder sonstigen analy- und des geodätischen Raumbezugs
tischen Einheiten), sind die fachneutralen Kernkompo-
nenten der nationalen Geodatenin-
z7) Energiequellen (Energiequellen frastruktur. Sie werden für Zwecke
wie zum Beispiel Kohlenwas- dieses Gesetzes durch die hierfür zu-
serstofflagerstätten, Wasser- ständigen Stellen des Bundes und der
kraft, Bioenergie, Sonnen- und Länder bereitgestellt.
Windenergie, gegebenenfalls
mit Tiefenbeziehungsweise (2) Die Geodaten nach § 4 Absatz 1
Höhenangaben zur Ausdeh- Nummer 4 sind Bestandteil der Da-
nung der Energiequelle), tengrundlage der nationalen Geo-

160
BfDI – Info 2 Anhang 20

dateninfrastruktur. Sie werden durch (3) Transformationsdienste sind mit


die hierfür jeweils ursprünglich zu- den anderen Diensten nach Absatz 1
ständigen Stellen bereitgestellt. so zu kombinieren, dass die Geoda-
tendienste und Netzdienste im Ein-
(3) Die geodatenhaltenden Stellen ha- klang mit diesem Gesetz betrieben
ben ihre Geodaten auf der Grundlage werden können.
der Daten nach Absatz 1 zu erfassen
und zu führen. (4) Für Suchdienste sind zumindest fol-
gende Suchkriterien zu gewährleisten:
(4) Soweit Geodaten sich auf einen
Standort oder ein geografisches Ge- 1. Schlüsselwörter,
biet beziehen, dessen Lage sich auf
2. Klassifizierung von Geodaten und
das Hoheitsgebiet mehrerer Mitglied-
Geodatendiensten,
staaten der Europäischen Gemein-
schaft erstreckt, stimmen die zustän- 3. geografischer Standort,
digen geodatenhaltenden Stellen mit
4. Qualitätsmerkmale,
den jeweils zuständigen Stellen in
dem Mitgliedstaat beziehungsweise 5. Bedingungen für den Zugang zu
in den Mitgliedstaaten die Darstel- und die Nutzung von Geodaten
lung und die Position des Standorts und Geodatendiensten,
beziehungsweise des geografischen
Gebiets ab. 6. für die Erfassung, Führung und
Bereitstellung von Geodaten und
Geodatendiensten zuständige geo-
§6 datenhaltende Stelle.
Bereitstellungder
GeodatendiensteundNetzdienste (5) Einzelheiten zur Spezifikation der
Geodatendienste und Netzdienste
(1) Die geodatenhaltenden Stellen werden durch Rechtsverordnung
stellen sicher, dass für die von ihnen nach § 14 geregelt.
erhobenen, geführten oder bereit-
gestellten Geodaten und Metadaten §7
mindestens die nachfolgenden Dien- BereitstellungvonMetadaten
ste bereitstehen:
(1) Die geodatenhaltenden Stellen,
1. Suchdienste, welche Geodaten und Geodaten-
2. Darstellungsdienste, dienste als Referenzversion im Sinne
von § 4 Absatz 3 bereitstellen, haben
3. Downloaddienste, die zugehörigen Metadaten zu er-
4. Transformationsdienste, stellen, zu führen und bereitzustellen
sowie in Übereinstimmung mit den
5. Dienste zur Abwicklung eines elek- Geodaten und Geodatendiensten zu
tronischen Geschäftsverkehrs. halten.

(2) Die Dienste nach Absatz 1 sollen (2) Als Metadaten zu Geodaten sind
Nutzeranforderungen berücksichti- mindestens nachstehende Inhalte
gen und müssen über elektronische oder Angaben zu folgenden As-
Netzwerke öffentlich verfügbar sein. pekten zu führen:

161
Anhang 20 BfDI – Info 2

1. Schlüsselwörter, Abschnitt4
ElektronischesNetzwerk
2. Klassifizierung,
3. geografischer Standort, §9
Geodateninfrastruktur
4. Qualitätsmerkmale,
undGeoportal
5. bestehende Beschränkungen des
Zugangs der Öffentlichkeit nach § (1) Metadaten, Geodaten, Geoda-
12 sowie die Gründe für solche Be- tendienste und Netzdienste werden
schränkungen, als Bestandteile der nationalen Geo-
dateninfrastruktur über ein elektro-
6. Bedingungen für den Zugang und nisches Netzwerk verknüpft.
die Nutzung sowie gegebenenfalls
entsprechende Geldleistungen, (2) Der Zugang zum elektronischen
Netzwerk nach Absatz 1 erfolgt auf
7. für die Erfassung, Führung und Be- der Ebene des Bundes durch ein Ge-
reitstellung zuständige geodaten- oportal.
haltende Stelle.

(3) Als Metadaten zu Geodaten- §10


diensten und Netzdiensten sind min- NationaleAnlaufstelle
destens Angaben zu folgenden As-
pekten zu führen: (1) Die Organisation der nationalen
Geodateninfrastruktur erfolgt in der
1. Qualitätsmerkmale, Verantwortung eines nationalen Len-
kungsgremiums des Bundes und der
2. Bedingungen für den Zugang und Länder.
die Nutzung sowie gegebenen-
falls hiermit verbundene Geldlei- (2) Das nationale Lenkungsgremium
stungen, nimmt die Aufgaben der nationalen
Anlaufstelle im Sinne des Artikels 19
3. für die Erfassung, Führung und Be- Absatz 2 der Richtlinie 2007/2/EG
reitstellung zuständige geodaten- wahr.
haltende Stelle.
(3) Die Einzelheiten regeln Bund und
(4) Einzelheiten zur Spezifikation der Länder in einer Verwaltungsverein-
Metadaten werden durch Rechtsver- barung.
ordnung nach § 14 geregelt.
Abschnitt5
§8 NutzungvonGeodaten
Interoperabilität
§11
(1) Geodaten und Geodatendienste AllgemeineNutzung
sowie Metadaten sind interoperabel
bereitzustellen. Geodaten und Geodatendienste sind
vorbehaltlich der Vorschrift des § 12
(2) Einzelheiten werden durch Absatz 1 und 2 öffentlich verfügbar
Rechtsverordnung nach § 14 geregelt. bereitzustellen. Werden Geodaten

162
BfDI – Info 2 Anhang 20

über Darstellungsdienste bereitge- päische Gemeinschaft und ihre Mit-


stellt, kann dies in einer Form gesche- gliedstaaten zu deren Vertragspar-
hen, welche eine Weiterverwendung teien gehören, können der Zugang zu
im Sinne von § 2 Nummer 3 des Infor- Geodaten und Geodatendiensten so-
mationsweiterverwendungsgesetzes wie der Austausch und die Nutzung
vom 13. Dezember 2006 (BGBl. I S. von Geodaten beschränkt werden,
2913) ausschließt. wenn hierdurch

1. die Durchführung eines laufenden


§12 Gerichtsverfahrens,
Schutzöffentlicherundsonstiger
Belange 2. der Anspruch einer Person auf ein
faires Verfahren,
(1) Der Zugang der Öffentlichkeit
3. die Durchführung strafrechtlicher,
zu Geodaten und Geodatendiensten
ordnungswidrigkeitenrechtlicher
über Suchdienste im Sinne des § 6
oder disziplinarrechtlicher Ermitt-
Absatz 1 Nummer 1 kann beschränkt
lungen,
werden, wenn er nachteilige Auswir-
kungen auf die internationalen Be- 4. bedeutsame Schutzgüter der öf-
ziehungen, bedeutsame Schutzgüter fentlichen Sicherheit,
der öffentlichen Sicherheit oder die
5. die Verteidigung oder
Verteidigung haben kann.
6. die internationalen Beziehungen
(2) Für den Zugang der Öffentlichkeit gefährdet werden können.
zu Geodaten und Geodatendiensten
über die Dienste nach § 6 Absatz 1
§13
Nummer 2 bis 5 gelten die Zugangs-
GeldleistungenundLizenzen
beschränkungen nach § 8 Absatz 1
sowie § 9 des Umweltinformationsge- (1) Geodatenhaltende Stellen, die
setzes vom 22. Dezember 2004 (BGBl. Geodaten nach § 4 Absatz 1 Num-
I S. 3704) entsprechend. mer 4 oder Geodatendienste nach
§ 6 Absatz 1 anbieten, können für de-
(3) Gegenüber geodatenhaltenden
ren Nutzung Lizenzen erteilen und
Stellen mit Ausnahme derjenigen
Geldleistungen fordern, soweit durch
Stellen im Sinne von § 2 Absatz 1 besondere Rechtsvorschrift nichts an-
Nummer 2 des Umweltinformati- deres bestimmt ist.
onsgesetzes vom 22. Dezember 2004
sowie gegenüber entsprechenden (2) Such- und Darstellungsdienste
Stellen der Länder, der Kommunen nach § 6 Absatz 1 stehen der Öffent-
und anderer Mitgliedstaaten der lichkeit kostenlos zur Verfügung,
Europäischen Gemeinschaft sowie soweit die Darstellungsdienste nicht
gegenüber Organen und Einrich- über eine netzgebundene Bildschirm-
tungen der Europäischen Gemein- darstellung hinausgehen; die geo-
schaft sowie auf der Grundlage von datenhaltende Stelle kann die Weiter-
Gegenseitigkeit und Gleichwertigkeit verwendung von Geodaten, die über
auch gegenüber Einrichtungen, die Darstellungsdienste bereitgestellt wer-
durch internationale Übereinkünfte den, für einen kommerziellen Zweck
geschaffen wurden, soweit die Euro- sowie die Möglichkeit des Ausdru-

163
Anhang 20 BfDI – Info 2

ckens unterbinden. Soweit dem keine ben oder zur Erfüllung ihrer aus
anderweitigen Rechtsvorschriften ent- dem Gemeinschaftsrecht erwach-
gegenstehen, können abweichend von senden Berichtspflichten Zugang zu
Satz 1 für die Nutzung von Darstel- Geodaten und Geodatendiensten.
lungsdiensten Geldleistungen gefor- Soweit hierfür nach den Absätzen 1
dert werden, wenn die Geldleistung und 2 Lizenzen erteilt oder Geldlei-
die Pflege der Geodaten und der ent- stungen gefordert werden, müssen
sprechenden Geodatendienste sichert, sie mit dem allgemeinen Ziel des
insbesondere in Fällen, in denen große Austauschs von Geodaten und Ge-
Datenmengen mehrfach monatlich ak- odatendiensten zwischen geodaten-
tualisiert werden. haltenden Stellen vereinbar sein. Die
von Organen oder Einrichtungen der
(3) Soweit für die Nutzung von Geo- Europäischen Gemeinschaft gefor-
daten oder Geodatendiensten Geld- derten Geldleistungen dürfen das zur
leistungen gefordert werden, sind für Gewährleistung der nötigen Qualität
deren Abwicklung Dienstleistungen und des Angebots von Geodaten und
des elektronischen Geschäftsverkehrs Geodatendiensten notwendige Mini-
nach § 6 Absatz 1 Nummer 5 zu nut- mum zuzüglich einer angemessenen
zen. Für solche Dienste können Haf- Rendite nicht übersteigen. Dabei
tungsausschlüsse, elektronische Li- sind die Selbstfinanzierungserforder-
zenzvereinbarungen oder Lizenzen in nisse der geodatenhaltenden Stellen,
sonstiger Form vorgesehen werden. die Geodaten und Geodatendienste
anbieten, sowie der Aufwand der
(4) Für Geodaten und Geodaten- Datenerhebung und der öffentliche
dienste, die geodatenhaltende Stellen Zweck des Datenzugangs der Or-
des Bundes zur Verfügung stellen, gane und Einrichtungen der Europä-
werden keine Geldleistungen von ischen Gemeinschaft angemessen zu
anderen geodatenhaltenden Stellen berücksichtigen. Werden Geodaten
des Bundes gefordert, soweit deren oder Geodatendienste Organen oder
Nutzung zur Wahrnehmung öffent- Einrichtungen der Europäischen Ge-
licher Aufgaben nichtwirtschaftlicher meinschaft zur Erfüllung von aus
Art erfolgt. Geodatenhaltende Stellen dem Gemeinschaftsumweltrecht er-
können Geodaten und Geodaten- wachsenden Berichtspflichten zur
dienste anderer geodatenhaltender Verfügung gestellt, werden keine
Stellen mit deren Einverständnis in Geldleistungen gefordert.
eigene Anwendungen einbinden; in
diesem Fall muss gesichert sein, dass (6) Soweit geodatenhaltende Stellen
die Bedingungen für Lizenzen und anderer Mitgliedstaaten der Euro-
Geldleistungen, die die das Einver- päischen Gemeinschaft öffentliche
ständnis erklärende Stelle fordert, bei Aufgaben wahrnehmen, die Auswir-
der Bereitstellung dieser Geodaten kungen auf die Umwelt haben kön-
und Geodatendienste für weitere Stel- nen, finden die Regelungen des Ab-
len und Dritte eingehalten werden. satzes 5 auch auf diese Anwendung.
Absatz 5 gilt auf der Grundlage von
(5) Geodatenhaltende Stellen eröff- Gegenseitigkeit und Gleichwertigkeit
nen den Organen und Einrichtungen auch für die Lizenzerteilung an und
der Europäischen Gemeinschaft zur die Geldleistungsforderung von Ein-
Wahrnehmung öffentlicher Aufga- richtungen, die durch internationale

164
BfDI – Info 2 Anhang 20

Übereinkünfte geschaffen wurden,


soweit die Europäische Gemeinschaft
und ihre Mitgliedstaaten zu deren
Vertragsparteien gehören.

(7) Die Bedingungen für den Zugang


zu den Geodaten und ihre Nutzung
werden in einer Verordnung nach §
14 geregelt.

Abschnitt6
Schlussbestimmungen

§14
Verordnungsermächtigung

Die Bundesregierung wird ermäch-


tigt, zur Erfüllung der Verpflich-
tungen aus den Durchführungsbe-
stimmungen nach Artikel 5 Absatz 4,
Artikel 7 Absatz 1, Artikel 16, Artikel
17 Absatz 8 sowie Artikel 21 Absatz
4 der Richtlinie 2007/2/EG, soweit
diese den Anwendungsbereich dieses
Gesetzes betreffen, Rechtsverord-
nungen ohne Zustimmung des Bun-
desrates zu erlassen.

§15
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tage nach der


Verkündung in Kraft

165
Anhang 21 BfDI – Info 2

Anschriftenverzeichnis

Adresse

Bund Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und


die Informationsfreiheit
Husarenstraße 30
53117 Bonn
Telefon: +49 (0)228-997799 - 0
Telefax: +49 (0)228-997799 - 550
E-Mail: poststelle@bfdi.bund.de

Berlin Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und


Informationsfreiheit
An der Urania 4-10
10787 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 13889 - 0
Telefax: +49 (0)30 - 215 50 - 50
E-Mail: mailbox@informationsfreiheit.de

Brandenburg Die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für


das Recht auf Akteneinsicht
Stahnsdorfer Damm 77
14532 Kleinmachnow
Telefon: +49 (0) 33203/356-0
Telefax: +49 (0)33203/356-49
E-Mail: Poststelle@LDA.Brandenburg.de

Hansestadt Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informa-


Bremen tionsfreiheit der Freien Hansestadt Bremen
Arndtstraße 1
27570 Bremerhaven
Telefon: +49 (0) 421 361-2010
Telefax: +49 (0) 421 496-18495
E-Mail: office@datenschutz.bremen.de

166
BfDI – Info 2 Anhang 21

Freieund Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und


Hansestadt Informationsfreiheit
Hamburg Klosterwall 6 (Block C)
20095 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 4 28 54 - 40 40
Telefax: +49 (0) 40 4 28 54 - 40 00
E-Mail: mailbox@datenschutz.hamburg.de

Mecklenburg- Der Landesbeauftragte für Datenschutz und


Vorpommern Informationsfreiheit
Schloss Schwerin
19053 Schwerin
Telefon: +49 (0) 385-59 49 4-0
Telefax: +49 (0) 385-59 49 4-58
E-Mail: datenschutz@mvnet.de

Nordrhein- Die Landesbeauftragte für Datenschutz und


Westfalen Informationsfreiheit
Nordrhein-Westfalen
Kavalleriestraße 2-4
40213 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211/384 24 - 0
Telefax: +49 (0) 211/384 24 - 10
E-mail: poststelle@ldi.nrw.de

Rheinland- Im Informationsfreiheitsgesetz Rheinland-Pfalz ist


Pfalz kein Landesbeauftragter für Informationsfreiheit
vorgesehen.

Saarland Der Landesbeauftragter für Datenschutz und


Informationsfreiheit
Fritz-Dobisch-Str. 12
66111 Saarbrücken
Telefon: +49 (0) 681/94781-0
Telefax: +49 (0) 681/94781-29
E-Mail: poststelle@lfdi.saarland.de

167
Anhang 21 BfDI – Info 2

Sachsen- Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und


Anhalt die Informationsfreiheit Sachsen-Anhalt
Berliner Chaussee 9
39114 Magdeburg
Telefon: +49 (0) 391 81803-0 oder
+49 (0) 391 567-7797-0
freecall: 0800 9153190
(Festnetz der DTAG und nur aus Sachsen-Anhalt)
Telefax: +49 (0) 391 81803-33
E-Mail: poststelle@lfd.sachsen-anhalt.de

Schleswig- Unabhängiges Landeszentrum


Holstein für Datenschutz Schleswig-Holstein
Holstenstr. 98
24103 Kiel
Telefon: +49 (0) 4 31 / 9 88 - 12 00
Telefax: +49 (0) 4 31 / 9 88 - 12 23
Email: mail@datenschutzzentrum.de

Thüringen Im Thüringer Informationsfreiheitsgesetz ist kein


Landesbeauftragter für Informationsfreiheit
vorgesehen.

168
BfDI - Info 2

Info
BfDI - Info 2

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz


und die Informationsfreiheit
Husarenstraße 30
D-53117 Bonn

Tel. +49 (0) 228 997799-0 Info


Fax +49 (0) 228 997799-550
E-Mail: poststelle@bfdi.bund.de
Internet: www.bfdi.bund.de