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Vorwärts in die Vergangenheit!

Durchblick durch einige „reichsideologische“ Nebelwände

Von Gerhard Schumacher

Vorwort

Ist es das Thema der „Reichsideologen“ und ihrer Geisterfahrten durch die deutsche Ge- schichte und Gegenwart wirklich wert, darüber ein regelrechtes Buch zu schreiben? Vielleicht nicht. Wer nicht dieser Meinung ist, kann diesen ganzen Text hier auch gleich zur Seite legen.

Es ist wohl eine ganz bestimmte Mischung von Voraussetzungen erforderlich, um sich mit die- sem Sachverhalt intensiver zu beschäftigen. Da wäre erstens eine gewisse Affinität zu Tatsa- chen und Logik. Wenn man Leuten begegnet, die standhaft offensichtliche Tatsachen leug- nen, etwa den Staat, in (nicht selten auch von) dem sie leben, mag mancher sie links liegen lassen, nach dem Motto „Du hast’s gut, du bist doof“. Andere fassen so etwas als intellektuelle Herausforderung auf und versuchen, die fak- tisch und logisch schwachen Punkte dieser Argumentation zu finden und bloßzustellen. Das ist meist nicht weiter schwer. Viel Erfolg hat man bei „Reichsideologen“ damit zwar nicht, weil sie in einer etwas eigenen Welt le- ben, die zu der aller anderen Menschen so viel Bezug hat wie zum Inneren eines Schwarzen Lochs. Aber dann bleibt doch immer noch die intellektuelle Befriedigung.

Da wäre zweitens ein besonderes Interesse an Geschichte. „Reichsideologen“ berufen sich gerne auf die verschiedensten Situationen in Deutschlands Vergangenheit seit Napoleon (und oft noch davor) und zitieren Gesetze und Verträge, um ihren Standpunkt zu untermauern. Dann schaut man natürlich mal nach, was da eigentlich los war. Und bald stellt man fest, dass die deutsche Geschichte auch völlig unab- hängig von den Erzählungen der „Reichsideolo- gen“ eine faszinierende Sache ist. Alleine die Geschichte der schwarz-rot-goldenen Fahne spiegelt auf spannende Weise die letzten 200

Jahre davon mit all ihren Irr- und Umwegen seit

den napoleonischen Kriegen bis heute

. Und

die völkerrechtliche Situation Deutschlands von 1945 bis 1990 war ja nicht gerade einfach; je- der weiß das, der damals mal versucht hat, einem Ausländer gewisse Umstände zu erklä- ren, an die wir uns einfach gewöhnt hatten. Als Berliner lebte man darüber hinaus an einem Brennpunkt dieser Geschichte und erlebte etwa den Umbruch der Jahre 1989 und 1990 haut- nah mit.

Und da wäre drittens ein Sinn für eine be- stimmte Art von Humor. Das eigenständige Stu-

1

1 Siehe Abschnitt 6.12 ab S. 80

iii

dium von Gesetzes- oder Geschichtsbüchern ist nicht gerade die starke Seite der „Reichs- ideologen“. Lieber beten sie das nach, was ihnen von auch nicht gerade kompetenter Seite vorgebetet wird. Die Ergebnisse sind oft im höchsten Grade ergötzlich, besonders wenn man die wahren Tatsachen und Hintergründe kennt. Wer diesen Text hier liest, wird viele Bei- spiele dafür finden. Und wer dann den Eindruck hat, dass das Auseinandernehmen solch sinn- freier Wortschwalle dem Autor ein gewisses Vergnügen verschafft hat, dem sei unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt, dass dem tatsächlich so war.

Ich bin kein Jurist. (Wenn einer von denen das hier liest, wird er das vielleicht an manchen Stellen auch merken.) Ich bin eher zufällig auf dieses Thema gestoßen. Auf der Grundlage des Datums der ältesten diesbezüglichen Da- teien auf meinem Computer nehme ich an, dass es wohl im Herbst 2008 gewesen sein muss. In einem völlig anderen Zusammenhang las ich da etwas davon, dass angeblich der amerikanische Außenminister James Baker 1990 das Grundgesetz aufgehoben hatte und es seit damals gar keine Bundesrepublik Deutschland mehr gab 2 . Das hatte ich bis dahin noch gar nicht mitbekommen. Wie kam der Mann darauf? Es ist ja nicht besonders schwie- rig, im Internet auf Websites zu stoßen, auf de- nen das dem Leser haarklein erklärt wird. Zu- nächst versuchte ich, die Gedankengänge mal zu ordnen. Schon das alleine war nicht so ein- fach. Dann legte ich einen kleinen Text an, in dem die Argumente und Gegenargumente gegenüber gestellt wurden. Aber es führt ja ein Argument zum anderen. Der Text wuchs. Er musste gegliedert werden, um einigermaßen übersichtlich zu bleiben. Mit der Zeit wurde er einem Buch immer ähnlicher.

Was ursprünglich nur eine Gedankenstütze für mich selbst war, nahm mit der Zeit mehr und mehr die Gestalt einer allgemeinen Abhandlung an. Das geschah besonders, damit ich bei der Diskussion in einschlägigen Foren direkt aus dem Text zitieren konnte, also aus Bequemlich- keit. Und auf je mehr Argumente der mehr oder weniger stichhaltigen Art man stieß, desto län- ger wurde er.

Den Text zu veröffentlichen habe ich lange Zeit vermieden. Er führte ein behütetes, aber isolier- tes Leben auf meinem Computer. Ich bin je-

2 siehe Abschnitt 10 auf S. 161

doch der Meinung, dass er ein paar vernünfti- gen Menschen vielleicht hilfreich sein kann.

Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dies eine rein private Aktivität ist, zu der ich keinen Auftrag von wem auch immer bekommen habe und für die ich auch kein Geld erhalte. (Wenn- gleich mir schon geraten worden ist, der Text könnte für gutes Geld verkauft werden; viel- leicht bin ich einfach nicht geschäftstüchtig ge- nug.) Der Vorwurf, man werde dafür sicher be- zahlt, ist schnell bei der Hand, aber unwahr. Ich bin weder staatlicher Lohnschreiber noch sonst besonders staatsfromm. Ich bin noch nicht mal der Meinung, dass wir im besten aller Staaten leben; wir leben ja auch nicht in der besten aller Welten. Kein Staat, auch nicht im Land meiner Geburt, wird sich je meiner uneingeschränkten Loyalität erfreuen. Kein Staat macht die Men- schen wirklich glücklich, aber dazu ist er ja auch gar nicht da. Man kann schon ganz zufrie- den sein, wenn er ihre Angelegenheiten einiger- maßen vernünftig regelt. Ich glaube, das tut er; viele Menschen dieser Welt wären froh, wenn sie ihre Probleme gegen unsere eintauschen könnten. Dass dieser Staat aber Mängel und Schwächen hat, ist mir mindestens genau so bewusst wie jedem anderen Menschen mit offe- nen Augen, wahrscheinlich noch mehr. Doch dass es keinen Sinn hat, unerwünschte Dinge einfach zu leugnen, merken schon die (meis- ten) kleinen Kinder.

Noch eine letzte Bemerkung zu meiner Person. Es hat schon Leute gegeben, die bei Google oder mit anderen Suchmaschinen nach „Ger- hard Schumacher“ gesucht haben, und es tut mir sehr leid, wenn tatsächliche Träger dieses Namens (er ist gar nicht selten) deswegen merkwürdige Mails oder ähnlich bekommen ha- ben sollten. Ich gestehe offen, dass dieser Name nicht auf meiner Geburtsurkunde stand und auch bis heute nicht in meinen Papieren auftaucht. Warum ich gerade diesen gewählt habe, ist etwas, was ich hier nicht erklären wer- de. Aber für die Benutzung eines Pseudonyms gibt es Gründe, die ich einleuchtend finde. Je- der von uns spielt in seinem Leben mehrere

iv

Rollen. Ich möchte nicht, dass ich in den ande- ren Rollen, die ich als seriöser Bürger spiele, durch eine Verbindung zu einem solchen eher abseitigen Thema beeinträchtigt werde. Das um so mehr, da ich in anderen Bereichen des öf- fentlichen Lebens nicht unbedingt Positionen nach der Marke 08/15 vertrete. „Reichsideolo- gen“ haben die Konsequenz nicht gerade ge- pachtet, und wenn sie sich argumentativ unter- legen fühlen, was regelmäßig vorkommt, wer- den sie persönlich. Ich behalte mir aber vor, in die Diskussion zu einem mir gelegenen Zeit- punkt und auf eine mir gelegene Art einzugrei- fen und sie von anderen Aktivitäten strikt ge- trennt zu halten.

Jedenfalls erlaube ich mir die Tatsache zu beto- nen, dass es mich gibt. Ich muss es schließlich wissen. Ein bekannter „Reichsideologe“, des- sen Recherchen nach Gerhard Schumacher anscheinend zu keinem Ergebnis führten, schloss daraus, der Autor müsse wohl ein „Ge- spenst“ sein, vermutlich der Tarnname für eine Sonderabteilung des Verfassungsschutzes. Das stimmt zwar nicht, aber es ehrt mich, dass man mir zutraut, eine halbe Behörde zu erset- zen. Ansonsten muss ich diese Vermutung als Ausdruck der Wertschätzung für diese Ausar- beitung aus berufenem Munde betrachten, wenn sie auch eher widerwillig erfolgt sein muss, denn viel Freude scheint der Rezensent beim Lesen sonst nicht gehabt zu haben. Im- merhin findet er den Untertitel „witzig“; ich fühle mich sehr geehrt und hoffe, dass er sich nicht die Mundwinkel verstaucht hat.

Mein tief empfundener Dank geht an alle „Reichsideologen“ und Verfechter ähnlicher „Denk“-Schulen, die mir durch die Lektüre ihrer Schriftsätze manch fröhliche Stunde bereitet haben. Beim Forschen nach den tatsächlichen rechtlichen und historischen Sachverhalten habe ich viel Interessantes und Nützliches ge- funden, so dass die Niederschrift dieses Textes hier für mich eher ein Gewinn und ein Vergnü- gen als eine Mühe war.

Berlin, den 27. Juni 2014

Grundsätzliches

Seite v

Inhalt

1 Einführung

1

1.1 Was ist das?

1

1.2 Was für Leute sind das?

1

1.2.1 Der Ur-„Reichskanzler“

1

1.2.2 Die Nachfolger

4

1.2.3 Verbindungen zu den Rechtsextremen

5

1.2.4 Einfaches Querulantentum

6

1.2.5 Wahnhafte Übersteigerung

6

1.2.6 Esoteriker

6

1.2.7 Die Interim Partei Deutschland (IPD)

7

1.2.8 „Gottvater“ Sürmeli, Hoher Priester der Menschenrechte

7

1.3 Begrenzte Wirksamkeit der Vernunft

10

1.3.1 Allgemein

10

1.3.2 Logische Merkwürdigkeiten

11

1.3.3 Merkwürdige Zitate

12

1.3.4 Historische Merkwürdigkeiten

14

1.3.5 Rechtliche Merkwürdigkeiten

16

1.3.6 Ehre, wem Ehre gebührt

19

1.4 Aufbau dieser Abhandlung

24

2 Kurze Chronik deutscher Staatlichkeit

25

2.1 962 – 1806: Heiliges Römisches Reich („Altes Reich“)

25

2.2 1806 – 1871: Von Napoleon über die Paulskirche zu Bismarck

25

2.3 1871 – 1918: Deutsches Reich (Kaiserreich, „Bismarck-Reich“)

27

2.4 1919 – 1933: „Weimarer Republik“ (demokratischer Verfassungsstaat)

28

2.5 1933 – 1945: NS-Diktatur (nur noch formaler Verfassungsstaat)

29

2.6 1945 – 1949: kein handlungsfähiger deutscher Staat

29

2.7 1949 – 1990: zwei deutsche Staaten, aber kein Deutschland als Ganzes

30

2.8 Seit 1990: der deutsche Nationalstaat ist wieder souverän und handlungsfähig

32

3 Grundlegendes zum Staats- und Völkerrecht

33

3.1 Elemente eines Staates

33

3.2 Souveränität

33

3.3 Recht, Unrecht, Legitimität und Effektivität

34

3.4 Wo ist die Gründungsurkunde?

35

3.5 Nationales Recht und Völkerrecht

37

3.5.1 Das Völkerrecht im Grundgesetz

37

3.5.2 Die „Haager Landkriegsordnung“

38

3.6 Handlungsunfähige Staaten

39

3.7 Der Staat bin ich!

40

3.8 Identität und Rechtsnachfolge

41

3.8.1 Allgemein

41

3.8.2 Völkerrecht

42

3.8.3 Deutschland

43

4 Rund um die Verfassung

45

4.1 Was eine Verfassung ist

45

4.2 Wie man zu einer Verfassung kommt

46

4.2.1 Von oben herab

47

4.2.2 Durch Repräsentanten

47

4.2.3 Durch Volksabstimmung

49

4.3 Verfassungsänderungen

50

4.4 Aufhebung einer Verfassung

51

4.5 Was soll’s?

52

5 Das Deutsche Reich besteht fort?

53

5.1 Behauptung

53

5.2 Hintergrund

53

Seite vi

Vorwärts in die Vergangenheit!

5.4 Gründe

53

5.4.1

Die Kapitulation von 1945

53

5.4.2

Verschwinden der Staatsgewalt 1945

54

5.4.3

Die Dönitz-„Regierung“

55

5.4.4

Die Situation von 1945 bis 1949

57

5.4.5

Die Siegermächte und die „Hauptsiegermacht“

58

5.4.6

Die Situation von 1949 bis 1990

60

5.4.7

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Grundlagenvertrag

60

5.4.8

Die Situation seit 1990

61

5.5 „Reichs“-Dokumente keine Urkundenfälschung?

62

5.5.1 Fälschung oder nicht?

62

5.5.2 Muster ohne Wert

63

6 Die Bundesrepublik ist gar kein Staat?

65

6.1 Behauptung

65

6.2 Beurteilung

65

6.3 Was eine Firma ausmacht

65

6.4 Geschäfte und Geschäftszeichen

66

6.5 Die Bundesrepublik ist nur eine Wirtschaftsverwaltung?

67

6.6 Der Staat steckt in der Finanzagentur?

69

6.7 Seit wann hat ein Staat eine Umsatzsteuer-ID?

70

6.8 „Personal“-Ausweis = Firmenausweis?

71

6.9 Die Bundesrepublik ist eine Nicht-Regierungs-Organisation (NGO)?

72

6.10 Wir sind rechtlose Kriegsbeute?

73

6.11 Es gibt kein Staatswappen?

75

6.11.1 Wichtigkeit des Wappens

75

6.11.2 Einheitlichkeit des Wappens

76

6.11.3 Adler der NS-Zeit?

79

6.12 Bundesflagge und –adler rechtswidrig angeeignet?

80

6.12.1 Der Adler

80

6.12.2 Schwarz-rot-gold

81

6.13 Keine Ämter und keine Beamten mehr?

85

6.13.1 Wo sind die Ämter hin?

85

6.13.2 Gibt es noch Beamte?

86

6.13.3 Sind Gerichtsvollzieher noch Beamte?

87

6.13.4 Keiner unterschreibt mehr?

88

6.13.5 „Siegelbruch“

89

6.14 Staatshaftung und Amtshaftung

90

6.14.1 Allgemein

90

6.14.2 Das misslungene Staatshaftungsgesetz

91

6.14.3 … und was daraus wird

91

6.15 Steuern sind illegal?

92

6.15.1 Keine Grundlage im Grundgesetz?

92

6.15.2 Verstoß gegen das Zitiergebot?

93

6.15.3 Abgabenordnung nie in Kraft getreten?

95

6.15.4 Abgabenordnung gar kein Gesetz?

95

6.15.5 Steuern sind Schenkungen?

95

6.15.6 Steuerzahlern droht die Todesstrafe?

96

6.16 Niemand ist verantwortlich?

96

6.16.1 Rechtsnatur von Parteien

96

6.16.2 Kleines Missverständnis

96

6.17 Alle Bundestagswahlen ungültig?

97

6.17.1 Erst- und Zweitstimmen

98

6.17.2 Das Urteil zu den Überhangmandaten

99

7 Die Bundesrepublik Deutschland wurde nie souverän?

102

7.1 Behauptung

102

7.2 Quellen

102

7.3 Beurteilung

102

7.4 Situation bis 1955

102

Grundsätzliches

Seite vii

7.4.2

Unter Besatzungsstatut

103

7.4.3

Die AHK und die deutsche Justiz

103

Situation

7.5 ab 1955

104

7.5.1

Deutschlandvertrag von 1955

104

7.5.2

Überleitungsvertrag

105

7.5.3

Helsinki-Schlussakte

106

Situation

7.6 ab 1990

107

7.6.1

Zwei-plus-Vier-Vertrag

107

7.6.2

Was Obama gesagt haben soll

109

7.6.3

Ist der Einigungsvertrag gültig?

110

7.6.4

Urteile des Sozialgerichts Berlin

111

7.6.5

Berlin-Abkommen

112

7.6.6

Kein besonderer Berlin-Status mehr

115

7.6.7

Konnten nicht existierende Länder beitreten?

116

7.6.8

Geheime Zusatzabkommen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag?

117

7.6.9

Fortgeltung des Überleitungsvertrags

118

7.6.10

Schäuble und die deutsche Souveränität

119

7.6.11

Wer abgehört wird, ist nicht souverän?

120

7.6.12

Gysi: Besatzungsstatut aufheben!

121

7.7 Angebliche Fortgeltung alliierter Gesetze

121

7.7.1 Artikel 139 GG: alles gilt weiter?

121

7.7.2 Anachronistische Zitate

123

7.7.3 Der wirklich letzte Mohikaner: Gesetz Nr. 35

123

7.7.4 Gesetz Nr. 53 und der Fall Schalck-Golodkowski

123

7.7.5 Gesetz Nr. 67

125

7.7.6 Alles wieder eingeführt?

125

7.7.7 Wenn schon, denn schon

125

7.7.8 Russland sorgt für Deutschlands Hunde

126

7.8 Wir dürfen kein Eigentum haben?

127

7.8.1 Überleitungsvertrag

127

7.8.2 SHAEF-Gesetze

128

7.8.3 Anordnung BK/O (47) 50 der Alliierten Kommandantur Berlin

129

7.8.4 Was die Fahrzeugzulassung beweist und was nicht

130

7.9 Fremde Truppen auf deutschem Boden

130

7.10 Das Geheimnis der „Kanzlerakte“

131

7.10.1 „Rickermann-Brief“

132

7.10.2 Komossas Buch

133

7.10.3 Egon Bahrs Erinnerungen

134

7.10.4 Geheimabkommen binden niemanden

136

7.11 Deutschlands Goldreserven

136

7.11.1 Wo kommt das Gold her?

136

7.11.2 Wem gehört das Gold?

136

7.11.3 Wo steckt das Gold?

137

7.11.4 Ist das Gold noch da?

138

7.11.5 Der streng geheime „Blessing-Brief“

139

7.11.6 Wie wichtig ist das Gold?

140

7.11.7 Welchen Sinn hätte eine „Pfändung“?

140

7.12 Exkurs: Warum Kennedy sterben musste

141

7.13 Deutschland und der Euro

143

7.13.1 Der Euro ist unzulässig?

143

7.13.2 Der Euro ist Falschgeld?

143

7.14 Die tiefe Bedeutung der Farbe des Reisepasses

145

7.15 Der Personalausweis zeigt den „Baphomet“?

146

8

Ein „Grundgesetz“ ist keine Verfassung?

147

8.1 Behauptung

147

8.2 Quellen

147

8.3 Beurteilung

147

8.4 Gründe

147

8.4.1

Rede von Carlo Schmid

147

Seite viii

Vorwärts in die Vergangenheit!

8.4.3 Eine Verfassung darf auch „Grundgesetz“ heißen

149

8.4.4 Das Grundgesetz wirkt als Verfassung

151

8.4.5 Formulierung des Titels

151

8.5 Haager Landkriegsordnung

 

151

8.6 Weimar gilt nicht mehr

152

8.6.1 Situation ab 1933

152

8.6.2 Situation ab 1945

152

8.6.3 Situation ab 1949

153

8.6.4 Weimarer Kirchenartikel

154

8.6.5 Situation heute

 

154

8.7 Artikel 146

155

9 Das Grundgesetz besitzt keine demokratische Legitimation?

156

9.1 Behauptung

 

156

9.2 Quellen

156

9.3 Beurteilung

 

156

9.4 Gründe

156

9.4.1

Die Initiative musste von den Alliierten kommen

156

9.4.2

Was Adenauer sagte (oder gesagt haben soll)

156

9.4.3

Wie weit gingen die alliierten Vorgaben?

157

9.4.4

Die deutschen Wurzeln des Grundgesetzes

158

9.4.5

Das Volk stimmte indirekt ab

158

9.4.6

Und

selbst wenn

159

9.4.7

Das Volk hat das Grundgesetz legitimiert

160

10 Artikel 23 GG aF und damit das Grundgesetz wurden aufgehoben?

161

10.1 Behauptungen

 

161

10.1.1 Behauptung

West

161

10.1.2 Behauptung Ost

161

10.2 Hintergrund

161

10.3 Beurteilung

161

10.4 Sachliche Gründe

161

10.4.1 Keiner hat’s gemerkt

161

10.4.2 Was wusste Baker?

162

10.4.3 Was wusste Genscher?

163

10.4.4 Was wusste das Bundesverfassungsgericht?

163

10.4.5 Was wusste Schily?

163

10.5 Rechtliche Gründe

 

163

10.5.1 Wo ist das Problem?

163

10.5.2 Einseitige Grenzdefinition gibt es nicht

164

10.5.3 Verfassungen ohne expliziten räumlichen Geltungsbereich

164

10.5.4 Artikel 23 aF definierte nicht den Geltungsbereich des GG

165

10.5.5 Die Präambel des Grundgesetzes und sein Geltungsbereich

166

10.5.6 Änderungen oder Aufhebung der Verfassungen

167

10.5.7 Konnte Baker Besatzungsrechte ausüben?

167

10.5.8 Und ohne Artikel 23 aF?

168

10.5.9 Und ganz ohne Grundgesetz?

169

10.6 Logische Gründe

 

169

10.7 Der neue Artikel 23

170

10.8 Worauf bezieht sich Artikel 144 GG?

171

11 Nach Wiederherstellung der deutschen Einheit muss das Grundgesetz abgeschafft werden?

172

11.1 Behauptung

 

172

11.2 Hintergrund

172

11.3 Beurteilung

172

11.4 Gründe

172

11.4.1

Logik und Wunschdenken

172

11.4.2

Der historische Hintergrund von Artikel 146 aF

172

11.4.3

Artikel 146 und die deutsche Einheit

173

11.4.4

Artikel 146 heute

173

Grundsätzliches

Seite ix

 

11.4.6 Art der freien Entscheidung

174

11.4.7 Das Grundgesetz heute

175

12 Gesetze, Einführungsgesetze und Geltungsbereiche

177

12.1 Abschaffung von Gesetzen und ihre Rechtsfolgen

177

 

12.1.1 Allgemeines

177

12.1.2 Abschaffung der Abschaffung von Besatzungsrecht?

179

12.1.3 Die Rolle von Einführungsgesetzen

181

12.1.4 Abschaffung des OWiG?

181

12.1.5 Die Abgabenordnung gilt nicht?

182

12.2 Gesetze ohne Geltungsbereich sind nichtig?

183

 

12.2.1 Wo ein Gesetz gilt

183

12.2.2 Expliziter Geltungsbereich von Gesetzen nicht zwingend

184

12.2.3 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 1963

186

12.2.4 Urteil des OVG Lüneburg

187

12.2.5 Geltungsbereich von Gesetzen gelöscht – Gesetz weg?

188

12.2.6 Geltungsbereich und Staatsgebiet

189

12.3 Gesetze ungültig, die aus der NS-Zeit stammen?

189

 

12.3.1 Das Tillessen-Urteil

190

12.3.2 Der „Nazi-Personalausweis“

191

12.4 Widerstandsrecht nach Art. 20 (4) GG

192

13 Vor Richtern und Gerichten

193

13.1 Staatsgerichte wurden abgeschafft?

193

13.2 Es gibt gar keine gesetzlichen Richter?

194

 

13.2.1 Wie man gesetzlicher Richter wird

194

13.2.2 Keine Gewaltenteilung?

195

13.2.3 Keine Erlaubnis nach Rechtsberatungsgesetz

196

13.2.4 Keine Ernennung durch den Reichsjustizminister

196

13.2.5 Alliierte Vorbehalte

197

13.3 Keine gültigen Geschäftsverteilungspläne?

197

13.4 Anwaltszwang eine Erfindung der Nazis?

199

13.5 Wie man eine Verhandlung sprengt (oder es versucht)

199

 

13.5.1 Geschäftsverteilungsplan bemäkeln

200

13.5.2 Falsche Gerichtsordnung anwenden

200

13.5.3 Verhandlungsbeginn torpedieren

200

13.5.4 Kontrolle der Anwesenden

201

13.5.5 Verhältnis zum Richter

202

13.5.6 Richter und Gericht ohne Ansehen der Gründe ablehnen

202

13.5.7 Folgen des Ablehnungsantrags

203

13.5.8 „Offenkundige Tatsachen“ postulieren

204

13.5.9 Öffentlichkeit der Verhandlung

204

13.5.10 Prozessbeobachter

205

13.5.11 Urteilsformel

206

13.5.12 Was dabei herauskommt

207

13.5.13 Was das Ausland sagt

207

13.6 Urteile ohne Unterschrift ungültig?

207

 

13.6.1 Rechtslage

208

13.6.2 Behauptungen

209

13.6.3 Form der Unterschrift

210

13.7 Es wird nichts mehr rechtswirksam zugestellt?

211

 

13.7.1 Vorgebliche und tatsächliche Rechtslage

211

13.7.2 Zulässige Verfahren

212

13.7.3 Erhalten ist erhalten

213

13.7.4 Dürfen die das überhaupt?

213

14 Vor internationalen Gerichten

214

14.1

Internationaler Gerichtshof (IGH)

214

14.1.1 Aufgaben und Zuständigkeit

214

14.1.2 Angebliche Klage beim IGH

214

14.1.3 Tatsächliche Klage beim IGH

215

Seite x

Vorwärts in die Vergangenheit!

14.2 Internationaler Strafgerichtshof

216

14.2.1 Aufgaben und Zuständigkeit

216

14.2.2 „Reichsideologen“ und der IStGH

216

14.2.3 Die Sache mit den Aktenzeichen

218

14.3 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

219

14.3.1 Aufgaben

219

14.3.2 Sürmeli-Urteil und seine Konsequenzen

220

15 Die Bundesrepublik und ihre Bundesbürger

223

15.1 Behauptung

223

15.2 Beurteilung

223

15.3 Geschichtliches: Staatsangehörige und Reichsangehörige

223

15.3.1 Bis 1870

223

15.3.2 Ab 1870

223

15.3.3 Ab 1933

224

15.3.4 Ab 1945

225

15.3.5 Ab 1949

225

15.3.6 Ab 1990

226

15.4 Einzelfragen zur Staatsangehörigkeit

226

15.4.1 „Deutsche im Sinne des Grundgesetzes“ und Staatsangehörige

226

15.4.2 Staatsangehörige sind immer Deutsche

226

15.4.3 Was der Personalausweis beweist oder nicht beweist

228

15.4.4 Einheitlichkeit der Staatsangehörigkeit

229

15.4.5 Bezeichnung der Staatsangehörigkeit

229

15.4.6 Staatsangehörigkeit und Nationalität

231

15.4.7 „Unmittelbare Reichsangehörigkeit“

233

15.4.8 Korrektes Zitieren

236

15.4.9 Keine Bürger, nur „Bewohner“?

237

15.5 „Zwangsmitgliedschaft“

238

15.6 Exterritorialer Status für „Reichsbürger“?

238

15.6.1 Was ist eigentlich Exterritorialität?

238

15.6.2 Diplomatische Immunität

239

15.6.3 Angebliche und tatsächliche Gesetzeslage

240

15.6.4 Was sagen die deutschen Gerichte?

242

15.6.5 Was sagen ausländische Gerichte?

243

15.6.6 Was sagen die Behörden?

244

16 Wir haben immer noch keinen Friedensvertrag

245

16.1 Behauptung

245

16.2 Hintergrund

245

16.3 Beurteilung

245

16.4 Gründe

245

16.4.1

Wie man Frieden schließt

245

16.4.2

Der Krieg ist aus

245

16.4.3

Friedensvertrag und Rechtsfähigkeit

246

16.4.4

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag ersetzt den Friedensvertrag

246

16.4.5

Was könnte ein Friedensvertrag noch regeln?

247

16.4.6

Warum der Begriff „Friedensvertrag“ vermieden wurde

248

16.4.7

Alle an einen Tisch?

248

16.4.8

Fristablauf nach Haager Landkriegsordnung?

248

16.5 Wollte die Bundesregierung gar keinen Frieden?

249

16.5.1 Das Protokoll von Paris

249

16.5.2 Der Friedensvertragsvorbehalt

249

16.5.3 Die Verhandlungen von 1990

250

16.5.4 Die Einigung

250

16.6 Aber Reparationen zahlen wir nicht!

251

16.6.1 Reparationen für den Ersten Weltkrieg

251

16.6.2 Londoner Schuldenabkommen

251

16.6.3 Reparationen für den Zweiten Weltkrieg

252

Grundsätzliches

Seite xi

17 Die ehemaligen Ostgebiete gehören zu Deutschland?

254

17.1 Behauptung

 

254

17.2 Hintergrund

254

17.3 Beurteilung

254

17.4 Gründe

254

17.4.1

Die Alliierten und die Grenzen von 1937

254

17.4.2

Die Situation von 1945 bis 1990

256

17.4.3

Situation seit

1990

256

17.5 Die Grenzen von 1937 im deutschen Recht

257

17.6 Theo Waigel bei den Schlesiern

258

17.7 Wie deutsch waren die Ostgebiete?

259

17.8 Gewaltsame Eroberungen sind rechtswidrig – ab wann?

260

17.9 Das ganze deutsche Volk?

 

261

17.10 Gorbatschow und die Ostgebiete

262

17.10.1 Rückgabe der Ostgebiete geplant?

262

17.10.2 Verkauf des nördlichen Ostpreußen geplant?

263

18 Wir haben eine Kolonie in der Antarktis?

264

18.1 Geschichten

 

264

18.2 Die Fahrt der Schwabenland 1938/39

264

18.3 Wurde Neuschwabenland deutsches Gebiet?

265

18.4 Sachliche Probleme

 

266

18.5 Die Operation Highjump

267

18.6 Byrds weitere Großtaten

269

19 Deutschland und die Vereinten Nationen

271

19.1 Charakter der Vereinten Nationen

271

19.2 Feindstaatenklauseln

 

271

19.3 Heimliche Mitgliedschaft?

272

19.4 Resolution 190

274

19.5 Resolution A/RES/56/83

275

20 Zusammenfassung

279

21 Wichtige Teile aus dem Grundgesetz

281

21.1 Präambel, alte Fassung (1949)

281

21.2 Präambel, neue Fassung (1990)

281

21.3 Artikel 20

281

21.4 Artikel 23 aF

 

281

21.5 Artikel 25

281

21.6 Artikel 59

281

21.7 Artikel 65

282

21.8 Artikel 79

282

21.9 Artikel 92

282

21.10 Artikel 100

282

21.11 Artikel 101

282

21.12 Artikel 103

282

21.13 Artikel 116

283

21.14 Artikel 123

283

21.15 Artikel 130

283

21.16 Artikel 134

283

21.17 Artikel 140

283

21.18 Artikel 144

283

21.19 Artikel 146 a/nF

 

283

22 Sinnentstellend zitierte Artikel aus dem Grundgesetz

284

22.1 Artikel 20

284

22.2 Artikel 34

284

22.3 Artikel 101

284

22.4 Artikel 103

284

22.5 Artikel 120

284

22.6 Artikel 125

285

Seite xii

Vorwärts in die Vergangenheit!

 

22.8 Artikel 139

285

22.9 Artikel 140

285

22.10 Artikel 144

285

23

Andere Quellentexte

286

23.1 Gesetz über den Erwerb und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit

[des Norddeutschen Bundes]

286

23.2 Auszüge aus der Zivilprozessordnung (ZPO)

286

23.3 Haager Landkriegsordnung

287

23.3.1 Abkommen betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs

287

23.3.2 Ordnung der Gesetze und Gebräuche des

287

23.4 Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. 7. 1913

288

23.5 Auszüge aus der Weimarer Reichsverfassung

288

23.6 Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich („Ermächtigungsgesetz“)

vom 23. 3. 1933

290

23.7 Verordnung über die deutsche Staatsangehörigkeit vom 5. Februar 1934

291

23.8 Gesetz Nr. 52 der Militärregierung

291

23.9 Kapitulationsurkunde der deutschen Streitkräfte vom 8. Mai 1945

291

23.10 „Berliner Erklärung“ vom 5. Juni 1945

292

23.11 „Potsdamer Abkommen“ vom 2. August 1945

293

23.12 Feindstaatenklauseln

293

23.12.1 UN-Charta, Artikel 53

293

23.12.2 UN-Charta, Artikel 77

294

23.12.3 UN-Charta, Artikel 107

294

23.12.4 Resolution A/RES/50/52 der Generalversammlung vom 11. Dezember

1995

294

23.13 BK/O (47) 50

294

23.14 „Frankfurter Dokumente“ vom 1. Juli 1948

295

23.14.1 Dokument Nr. 1

295

23.14.2 Dokument Nr. 3

295

23.15 Rede von Carlo Schmid vor dem Parlamentarischen Rat

296

23.15.1 Fortbestand Deutschlands

296

23.15.2 Untergang der Staatsgewalt

297

23.15.3 Aktuelle Situation

297

23.15.4 Randbedingung der deutschen Teilung

297

23.15.5 Randbedingung der alliierten Vorrechte

297

23.15.6 Zusammenfassung

298

23.16 Genehmigung des Grundgesetzentwurfs durch die Alliierten Militärgouverneure

298

23.17 Besatzungsstatut vom 10. April 1949

298

23.18 Verfassung der DDR (Stand 1990)

300

23.19 Deutschlandvertrag

300

23.20 Überleitungsvertrag

300

23.21 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

301

23.22 „Blessing-Brief“

302

23.22.1 Blessing an Martin

302

23.22.2 Kiesinger

an Blessing

302

23.22.3 Martin an Blessing

302

23.23 Ansprache von US-Außenminister James Baker zum Ergebnis der

Verhandlungen vom 17. Juli 1990

303

23.24 Ländereinführungsgesetz

303

23.25 Beitrittsbeschluss der Volkskammer

303

23.26 Einigungsvertrag

304

23.27 „Zwei-plus-Vier-Vertrag“

304

23.28 Berlin-Abkommen

305

23.29 Suspendierung der alliierten Rechte

306

23.30 Deutsch-polnischer Grenzvertrag

306

23.31 Resolution A/RES/56/83 der UN-Vollversammlung

307

23.32 Beschluss des Amtsgerichts Duisburg

308

Grundsätzliches

Seite xiii

24 Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts

313

24.1 KPD-Verbot

 

313

24.2 Reichskonkordat

313

24.3 Grundlagenvertrag

314

24.4 Ostverträge

 

315

24.5

Teso-Beschluss

316

24.6 Deutsch-polnischer Grenzvertrag

317

24.7 Erzwingen von Maßnahmen nach Artikel 146 GG

318

25 Mustertexte

 

319

25.1

Allgemeines

319

25.2 21 Punkte zur Situation in Deutschland

319

25.3 Erklärung zur Nichtexistenz der BRD

335

25.4 Deutschland und das Deutsche Reich heute nach dem Öffentlichen Recht

 

(Bracht)

341

25.4.1

Teil 1

341

25.4.2

Teil 2

345

25.4.3

Teil 3

353

25.4.4

Nachsatz

355

26 Fundstellen

357

26.1 Allgemein, Sammlungen

357

26.2 Verfassungsrecht

357

26.3 Sonstiges Recht bis 1945

358

26.4 Recht und Dokumente der Alliierten oder sie betreffend

360

26.5 Internationales Recht ab 1945

363

26.6 Bundesrecht

 

365

26.7 Recht der DDR

368

26.8 Sonstiges Recht ab 1945

369

26.9 Bundesverfassungsgericht

369

26.10 Urteile und Beschlüsse anderer Gerichte

371

26.11 Andere Fundstellen

373

 

26.11.1 Politisches

373

26.11.2 Juristisches

374

26.11.3 Neuschwabenland

374

26.11.4 Gold, Schulden, Reparationen

375

26.11.5 Sonstiges

376

26.12

Literatur der „Reichsideologen“

376

26.12.1 Darstellungen

376

26.12.2 Einschlägige Websites und Foren

377

26.12.3 Nicht einschlägige, aber ergiebige Websites und Foren

378

26.13

Bezüge auf das Bundesgesetzblatt

378

26.13.1

Teil I

378

26.13.2

Teil II

378

27 Stichwortindex

379

Abbildungen

 

Abb. 1: Wolfgang Ebel (2. v. r.) und seine „Reichsregierung“ im Sommer 2000

1

Abb. 2: Wolfgang Ebel 2010

 

3

Abb. 3: Mustafa Selim Sürmeli

8

Abb. 4: Manuel Kraschinski

19

Seite xiv

Vorwärts in die Vergangenheit!

Abb. 6: Gedenktafel an der Frankfurter Paulskirche

26

Abb. 7: erste und letzte Seite der Urschrift der Bismarck-Verfassung

26

Abb. 8: Abdankungsurkunde Wilhelms

27

Abb. 9: Urschrift der Weimarer Verfassung, letzte Seite mit den Unterschriften Eberts und der Regierungsmitglieder

27

Abb. 10: zerstörter Plenarsaal des Reichstagsgebäudes

28

Abb. 11: Berghotel „Rittersturz“ bei Koblenz

30

Abb. 12: Reichskonkordat - gilt es noch? Galt es je?

34

Abb. 13: Entwurf der DDR-Verfassung von 1949, Einband

43

Abb. 14: Unterzeichnung der Verfassung der USA

46

Abb. 15: Der Schwur im Ballhaus

47

Abb. 16: Sitzung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/49

48

Abb. 17: Nationaltheater in Weimar, Tagungsort der Nationalversammlung 1919

49

Abb. 18: Der Parlamentarische Rat in Bonn bei der Arbeit

50

Abb. 19: Das Ende der Wehrmacht, aber nicht Deutschlands

53

Abb. 20: Totaler Zusammenbruch deutscher Staatsgewalt 1945

54

Abb. 21: Karl Dönitz (M.) bei seiner Verhaftung am 23. Mai 1945

56

Abb. 22: Deutschlands neue Führung

57

Abb. 23: Kammergerichtsgebäude in Berlin

58

Abb. 24: Personalausweise Österreichs und Belgiens (Ausschnitte)

71

Abb. 25: badischer Personenausweis von 1927 (Hervorhebung hinzugefügt)

72

Abb. 26: Bundesadler außen auf einem Reisepass und auf den Innenseiten

75

Abb. 27: Bundeswappen, großes / kleines Bundessiegel

76

Abb. 28: französischer (l.) und japanischer Reisepass

77

Abb. 29: Rückseiten der Münzen zu 1, 2 und 5 DM sowie 1 €

77

Abb. 30: Rückseiten von 5 RM-Gedenkmünzen

78

Abb. 31: Wappen des Thurgau, offiziell und offiziell abgewandelt

78

Abb. 32: Adler aus dem kleinen Bundessiegel (l.), neues Signet (r.)

78

Abb. 33: NS-Reichsadler normal (l.) und auf 2 RM-Stück von 1936 (r.)

79

Abb. 34: Doppeladler bis 1806 (links), deutscher Reichsadler ab 1888 (rechts)

81

Abb. 35: schwarz-rot-gold in der Urform

81

Abb. 36: Zug zum Hambacher Schloss 1832

82

Abb. 37: Hauptflagge des Hambacher Festes

82

Abb. 38: Barrikadenkämpfe in Berlin im März 1848

83

Abb. 39: Bundeskanzler Adenauer (2. v. r.) mit der Alliierten Hohen Kommission

103

Abb. 40: Unterzeichnung der Schlussakte der KSZE

107

Abb. 41: Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags

108

Abb. 42: Schwupps und weg — die alliierte Ära geht in Berlin zu Ende

112

Abb. 43: Abschiedstreffen der westlichen Stadtkommandanten von Berlin 1990

115

Grundsätzliches

Seite xv

Abb. 45: Ausschnitt aus einem alten Fahrzeugbrief (2004)

130

Abb. 46: Teil des Goldlagers der Bundesbank in Frankfurt

137

Abb. 47: sowjetischer (l.), russischer Reisepass

145

Abb. 48: Ratifikationsseiten des Grundgesetz-Originals

159

Abb. 49: Zwei-plus-Vier-Verhandlungen am 17. Juli 1990 in Paris

162

Abb. 50: ein deutsches Gericht aus „reichsideologischer“ Perspektive

195

Abb. 51: Friedenspalast in Den Haag, Sitz des Internationalen Gerichtshofs (IGH)

214

Abb. 52: Gebäude des IStGH in Den Haag

217

Abb. 53: Gebäude des EGMR in Straßburg

220

Abb. 54: Deutscher Reisepass von 1928

223

Abb. 55: deutscher Reiseausweis für einen Staatenlosen (Ausschnitt)

229

Abb. 56: Französischer Reisepass (Detail)

229

Abb. 57: Bezeichnung der Staatsangehörigkeit in Reisepässen

230

Abb. 58: belgischer Personalausweis (Detail)

231

Abb. 59: russischer Reisepass (Detail)

233

Abb. 60: Londoner Schuldenabkommen

251

Abb. 61: Die „Großen Drei“ in Potsdam

254

Abb. 62: Abgetrennte Gebiete und Besatzungszonen in Deutschland ab 1945

255

Abb. 63: Expeditionsschiff Schwabenland

264

Abb. 64: Antarktis mit Neuschwabenland (oben)

265

Abb. 65: U-Boot USS Sennet mit Schäden am Bug

268

Abb. 66: Titelblatt einer gedruckten Ausgabe der Weimarer Verfassung (Ausschnitt)

289

Abb. 67: IG-Farben-Haus, Frankfurt

295

Abb. 68: Die Volkskammer der DDR bei der Abschaffung der letzteren

303

Tabellen

Tab. 1: Egon Bahr in der Zeit (Auszug) [274]

134

Tab. 2: Die wichtigsten internationalen Gerichtshöfe

215

Tab. 3: Aus dem Europäischen Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit, Artikel 2

232

Tab. 4: Gesetzliche Definitionen

233

Tab. 5: SHAEF-Gesetz Nr. 52, Artikel 1

292

Seite xvi

Vorwärts in die Vergangenheit!

Das ist schön bei uns Deutschen; keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.

Heinrich Heine, Die Harzreise, 1824

Grundsätzliches

Seite 1

1

Einführung

1.1 Was ist das?

Gelegentlich hört man von Leuten, die sich wei- gern, die Existenz der Bundesrepublik anzuer- kennen. Sie halten sich nach wie vor für Bürger des Deutschen Reichs, das nämlich trotz seiner militärischen Niederlage von 1945 und aller späteren Entwicklungen immer noch bestehe. Nach wie vor gelte die Weimarer Verfassung (oder die Bismarck-Verfassung von 1871 oder sogar die Paulskirchenverfassung von 1849). Das Grundgesetz sei nur ein besatzungsrechtli- cher Notbehelf.

Es gibt mittlerweile eine ganze Auswahl von „Kommissarischen Reichsregierungen“ o. ä., die für sich in Anspruch nehmen, dieses Reich zu vertreten, komplett mit „Reichskanzlern“, „Ministern“, „Reichstagspräsidenten“ sowie „Ge- richten“, die Haftbefehle und Urteile in die Welt schicken. Sie geben gegen Geld Ausweise, Führerscheine, Reisepässe usw. aus und ver- sprechen den Inhabern, diese würden in Deutschland und auch international anerkannt. Weiter beanspruchen sie Immunität gegenüber der Justiz, den Finanzämtern und sonstigen Be- hörden der Bundesrepublik. Einen „Reichs- bankpräsidenten“ gibt es auch, nur keine Reichsbank.

Noch größer ist die Zahl derjenigen, die die Bundesrepublik nicht als Staat ansehen, ohne aber deswegen eine Gegenregierung zu bilden. Sie berufen sich zum Teil auf eine nicht näher erklärte „staatliche Selbstverwaltung“, betrach- ten die deutschen Gesetze als nur für die gültig, die sich ihnen explizit unterwerfen oder versu- chen auf andere Weise, sich gegen alle mögli- chen Ansprüche der Behörden zur Wehr zu set- zen. Da die Denkweise und die Argumente hier die gleichen sind, werden auch solche Leute im Rahmen dieser Abhandlung unter die „Reichs- ideologen“ gezählt.

Zur Rechtfertigung dieser abwegigen Position werden verschiedene Argumentationslinien ver- folgt. Es gibt ein paar Kernargumente, und die- se Positionen werden von den „Reichsideolo- gen“ immer und immer wieder zitiert, so dass im Laufe der Zeit eine regelrechte Argumenta- tionspyramide entstanden ist, die freilich auf der Spitze steht. Manches davon klingt sogar recht vernünftig oder vermag durch Hinweise auf Ver- träge, Urteile usw. zu beeindrucken. Daher soll diese Abhandlung eine Auseinandersetzung mit den wichtigsten Argumenten bieten.

1.2 Was für Leute sind das?

1.2.1 Der Ur-„Reichskanzler“

Der erste öffentlich in Erscheinung getretene „Reichsideologe“ war ein ehemaliger West-Ber- liner Reichsbahnmitarbeiter namens Wolfgang Ebel (siehe Abb. 1 [340] 1 und Abb. 2). Offenbar inspiriert von der nicht immer einfachen Rechts- lage West-Berlins, ganz besonders der Reichs- bahn, fühlte er sich eines Tages im Jahre 1985 von den USA dazu berufen, das Reich wieder aufzurichten und dabei eine führende Rolle zu spielen.

aufzurichten und dabei eine führende Rolle zu spielen. Abb. 1: Wolfgang Ebel (2. v. r.) und

Abb. 1: Wolfgang Ebel (2. v. r.) und seine „Reichsregierung“ im Sommer 2000

Als Angehöriger der „Deutschen Reichsbahn“

betrachtete Ebel sich als „seit dem 01. Mai

1965 Staats- und Reichsbahnbeamten auf Le-

benszeit“ des Deutschen Reichs, was schon bis

1945 nicht korrekt gewesen wäre; ein Bahnbe-

amter war kein Staatsbeamter. Ohnehin wurde Ebel 1939 geboren, konnte also 1945 unter kei- nen Umständen berufstätig sein, geschweige denn Beamter. Alle zu dieser Zeit wirklich exis- tierenden Beamtenverhältnisse betrachtet das Bundesverfassungsgericht als mit der Kapitula- tion erloschen, weil das Beamtentum zu dieser Zeit nur noch ein ausführendes Organ der NSDAP war [173]. Danach konnte er kein Reichsbeamter mehr werden, in der DDR schon gar nicht. 1949 wurde auf dem Gebiet der DDR aus der früheren „Reichsbahn“ die

1 Die Fundstellen befinden sich in Abschnitt 26 ab S. 357

Seite 2

Vorwärts in die Vergangenheit!

Staatsbahn der DDR, die aber aus statusrechtli- chen Gründen den alten Namen beibehielt, weil sie sonst die Betriebsrechte in West-Berlin ver- loren hätte. Das Recht der DDR jedoch kannte keinen Beamtenstatus. Somit wurde Ebel über- haupt kein Beamter welcher Art auch immer, als er 1965 in den Dienst der Reichsbahn trat. Es ist auch schwer vorstellbar, dass er bei dem DDR-eigenen Betrieb auf die Weimarer Verfas- sung vereidigt worden sein soll, wie er behaup- tet. Vermutlich hat er das unter zwei Augen er- ledigt, wie auch seine diversen Berufungen in andere Ämter und die damit verbundenen Amtseide.

Nachdem er 1980 im Zusammenhang mit einem Streik fristlos entlassen worden war, ver- suchte er mehrfach, seinen Beamtenstatus und die damit verbundenen Ansprüche bei West- Berliner Gerichten einzuklagen, scheiterte aber regelmäßig. Ein Richter drohte Ebel nach dessen eigener Darstellung, wenn er die Klage nicht zurückziehe, werde er ein nervenärztli- ches Gutachten mit dem Ziel der Einweisung in eine Heilanstalt veranlassen. Ein anderer wollte von ihm die vom „Führer“ unterschriebene Er- nennungsurkunde zum Beamten sehen. Die Verhandlung endete offenbar in allgemeiner Heiterkeit, wenn man vielleicht von Ebel selbst einmal absieht 1 . Ebenso erfolglos blieb eine Klage beim Gerichtshof für Menschenrechte der Vereinten Nationen in New York; dies könnte damit zu tun haben, dass es ein solches Ge- richt nicht gibt.

Diese fixe Idee hatte er somit schon vor seiner „Berufung“ durch die USA. Danach brachte er 1985 folgerichtig am Gartenzaun seines Reichsbahn-Häuschens in Berlin-Zehlendorf ein Schild an, das dieses als Amtssitz der „Kom- missarischen Reichsregierung“ auswies [366]. Die von ihm selbst formulierte Ernennungsur- kunde will er am 12. September 1985 dem Re- gierenden Bürgermeister von Berlin überreicht haben. Über dessen Reaktion ist weiter nichts bekannt. Auch seine Nachfolger in den seitdem vergangenen mehr als 25 Jahren haben sich nicht sehr viel darum geschert.

Als seinen Ansprechpartner und Auftraggeber sah Ebel die Regierung der USA an. Daher schickte er der US-Botschaft in Deutschland oder dem Stadtkommandanten in Berlin öfters Briefe per Einschreiben mit Rückschein, in de- nen er etwa die Ablegung seines Amtseides mitteilte, um die Übertragung verschiedener

1 Angaben in diesem Abschnitt gemäß einem von Ebel stammenden Papier betitelt „Deklaration“, gefunden auf

[366]

Ämter (Reichskanzler, Verkehrsminister, Gene- ralbevollmächtigter) bat oder die Genehmigung für andere „Amts“-Handlungen beantragte. Kam innerhalb von 21 Tagen der Rückschein wieder und erfolgte kein Widerspruch, sah er seine An- träge als genehmigt an.

Sie wurden immer „genehmigt“, jedenfalls bilde- te er sich das ein. Den Rückschein erhielt er stets, denn der bedeutet ja nur, dass die Sen- dung beim Empfänger abgeliefert worden ist. Ein Widerspruch oder sonst eine Antwort kam nie, weil die Amerikaner die Sachen unter P ab- legten. Die US-Botschaft antwortete auf eine Anfrage, ob ihr Ebels „Regierung“ bekannt sei, mit dem Hinweis [8]:

Die Organisation des Namens "Kommis- sarische Reichsregierung" ist uns be- kannt, da bereits seit Beginn der 90er Jahre Postsendungen an uns gesandt werden, auf die wir jedoch nicht eingehen

und verwies ansonsten auf [340] als Informa- tionsquelle.

Eigentlich gab es ja vier alliierte Mächte, aber Ebel verkehrte stets nur mit den USA oder ver- suchte es jedenfalls. Er sah sie als „Hauptsie- germacht“ an, deren Willen die anderen zu fol- gen hatten 2 . Möglicherweise hat das auch damit zu tun, dass Zehlendorf bis 1990 zum amerika- nischen Sektor von Berlin gehörte.

Einmal auf die „Reichs“-Schiene gesetzt, entfal- tete Ebel eine rege Tätigkeit.

So rief er einen „Reichsgerichtshof“ ins Leben, der Beamte der Bundesrepublik oder andere seinem „Reich“ feindliche Elemente mit Haftbefehlen traktierte oder sie per Post zu langjährigen Haftstrafen oder gerne auch gleich zum Tode verur- teilte.

Insbesondere produzierte er gegen Geld Personalausweise, Reisepässe, Führer- scheine oder andere Papiere und be- stand darauf, sie seien genau so rechts- gültig wie die der Bundesrepublik oder anderer Länder 3 .

Er hielt gegen eine Gebühr von 250 € Kurzlehrgänge für seine Anhänger ab, nach denen er sie bei erfolgreicher Teil- nahme zum „reichsrechtlichen Rechts- sachverständigen“ beförderte.

2 Siehe dazu Abschnitt 5.4.5 auf S. 58

3 Siehe Abschnitt 5.5 auf S. 62

Grundsätzliches

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Er trat auch selbst als Rechtsbeistand vor Gericht auf, was seinen Mandanten aber wenig half 1 .

Als ein Mann aus Nordhausen in Thürin- gen von seiner örtlichen Behörde keine Baugenehmigung bekam, besorgte er sie sich kurzerhand von Ebel und seiner „Reichsregierung“, was im Nordhausener Rathaus und bei der Polizei längere Zeit für Beschäftigung sorgte.

Ebenso erlaubte er dem genau so obsku- ren Fürstentum Sealand, vertreten durch dessen noch obskurere Rebellenregie- rung, in Sachsen-Anhalt nach dem Bern- steinzimmer zu graben, was zu bizarren Auseinandersetzungen mit den Behörden führte, die das einfach nicht so richtig ernst nehmen wollten [340].

Mit der gleichen Regierung schloss er auch einen Freundschafts- und Konsulta- tionspakt und verpachtete ihr auf 99 Jahre die bei Berlin gelegene und der Deutschen Telekom gehörende „Hake- burg“. Leider weigert sich die Telekom bis heute, die Immobilie herauszugeben.

Viele von Ebels Handlungen waren rechtswid- rig. Zur Verantwortung gezogen wurde er aber nie, weil er nach einer ärztlichen Untersuchung als nicht schuldfähig galt. Die Staatsanwalt- schaft Mühlhausen (bei der solche Gruppierun- gen amtsintern unter der Bezeichnung „IG Vollmeise“ laufen) reagierte am 24. Juni 2004 auf eine Strafanzeige gegen Ebel wegen Be-

trugs mit der Mitteilung, dass das Verfahren ge-

.

mäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden sei Begründung: „Eine psychiatrische Begutach- tung des Beschuldigten Ebel ergab bei diesem eine krankhafte seelische Störung (Schizophre- nie)“. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen meint daher: „Seine Aktivitäten für die so genannte ‚kommissarische Reichsregierung’ sind Ausprä- gungen seiner geistigen Erkrankung, so dass eine Schuldunfähigkeit gemäß § 20 StGB gege- ben ist“ [8]. Auch alle übrigen Verfahren gegen ihn, von denen es viele gab, wurden aus die- sem Grund regelmäßig eingestellt. Das AG Schöneberg hob im Januar 2004 eine für ihn eingerichtete Betreuung auf mit der Begrün- dung, ihm sei „mit den Mitteln des Betreuungs- rechts nicht zu helfen“. Er lehne den Kontakt zum Betreuer konsequent ab, und „mittlerweile scheue seine „Entourage“ schon nicht mehr zu-

2

1 [236]; siehe auch Abschnitt 7.6.4 auf S. 110 2 Az.: 101 Js 52492/04

auch Abschnitt 7.6.4 auf S. 110 2 Az.: 101 Js 52492/04 Abb. 2: Wolfgang Ebel 2010

Abb. 2: Wolfgang Ebel 2010 4

rück, gegen Bedienstete der Justiz „die Todes- strafe“ zu verhängen.“ Bei allem scheine er aber trotz seiner „Merkwürdigkeiten“ keine kon- krete Gefahr für seine Umwelt darzustellen 3 .

In einem Beschluss des AG Schöneberg aus dem Jahre 2007 im Zusammenhang mit seinem Mietstreit (s. u.) hieß es [253]:

Die bisher vorgelegten Schriftsätze des Beklagten belegen, dass der Beklagte den Inhalt des Rechtsstreits nicht ange- messen verstehen kann, da er von Wahnvorstellungen (siehe hierzu AG Duisburg in NJW 2006/3577) 5 geleitet wird. Der Gegenstand des Rechtsstreits, die Kündigungen des Wohnraummietver-

hältnisses des Beklagten wie auch von

der Klägerin behauptete Zahlungsverzug werden in den sehr umfangreichen Aus- führungen des Beklagten nicht berück- sichtigt. Aus der Prozessführung des Be- klagten ergibt sich, dass der Beklagte an einer Persönlichkeitsstörung mit schwe- rem Ausprägungsgrad leidet, die ihm die Einsicht in die Rechte und Pflichten einer Partei unmöglich macht.

Es besteht daher die Gefahr, dass der Beklagte die notwendige Rechtsverteidi- gung gegenüber den Ausführungen der Klägerin unterlässt und unverschuldet Rechtsnachteile hinnehmen muss. Ge- mäß §§ 58, 57 ZPO wird ihm deswegen zur Wahrnehmung seiner Rechte im vor-

3 Aus einem Dokumentenpaket auf [367]

4 Aus einem Videointerview [398]

5 [248], siehe Abschnitt 23.32 auf S. 308; Anm. d. Verf.

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Vorwärts in die Vergangenheit!

liegenden Rechtsstreit ein Prozesspfle- ger bestellt.

Dessen ungeachtet führt er sogar den Titel eines Doktors der Rechtswissenschaften ehren- halber; verliehen hat ihm den mit Wirkung zum 28. 01. 2004 der „Generalkonsul des Deut- schen Reichs in Österreich“. Von diesem Dip- lomaten weiß der Außenminister in Wien ver- mutlich nichts. Akademische Grade wurden auch in der Weimarer Republik eigentlich von den Hochschulen vergeben. Zugleich wurde ihm auch noch der Orden „Pour le Mérite“ ver- liehen, und alle anderen seit 1945 erfolgten Verleihungen dieses Ordens wurden rückwir- kend für ungültig erklärt. (Orden bekommt man gewöhnlich von der Regierung. Der Orden „Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“ dagegen ist seit 1945 eine zwar staatlich aner- kannte, aber doch private Gesellschaft.)

Nachdem die deutschen Bahnen wieder verei- nigt und privatisiert worden waren, wurde Ebels Haus aus dem Bahnbesitz an Privatleute ver- kauft, die doch tatsächlich Miete von ihm haben wollten und ihm schließlich kündigten, als keine kam. Darüber stritt er sich erbittert mit diesen sowie mit Behörden und Gerichten herum, die seine Ämter und Ansprüche nicht mit dem an- gemessenen Ernst betrachteten. Er bezeich- nete die Gerichte als unzuständig und gar nicht existent und drohte mit einer Intervention der Alliierten, die über die Unbotmäßigen die To- desstrafe verhängen würden. Schließlich wurde das Haus im Frühjahr 2008 geräumt, und der Herr „Reichskanzler“ wurde an die frische Luft gesetzt. Keine Besatzungsmacht kümmerte sich darum. Zeitweise fand er Obdach beim „Reichsbankpräsidenten“ in einem thüringi- schen 3000-Seelen-Nest. Seine ultimativen An- sprüche an das Bezirksamt Zehlendorf, ihm das Jagdschloss Glienicke als Amtssitz zu überge-

sowie an den Finanzsenator auf Auszah-

ben

lung seiner Amtsbezüge 2 verhallten unberück- sichtigt. Auch sein Konto hat ihm die Bank in- zwischen gekündigt.

Möglicherweise altersbedingt scheint er sich nicht so gut mit dem Internet auszukennen, er- öffnete aber über längere Zeit periodisch neue Websites und nahm bedeutende Amtshandlun- gen vor. So wurde …

1

1 Dieses Gebäude liegt in Brandenburg, wenn auch in un- mittelbarer Nähe zur Landesgrenze, so dass ein Berliner Bezirksamt ohnehin die falsche Adresse ist

2 Warum er die Bezüge von einer Landesregierung fordert, ist unklar

… [a]m 10.11.2012 … die amtierende und von den Alliierten genehmigte Reichspräsidentin Viola Simona Willlem- sen dem Kabinett vorgestellt. Wir freuen uns, nach fast 80 Jahren wieder ein Staatsoberhaupt im Deutschen Reich zu haben. [367]

Welches Volk die Frau nach Weimarer Verfas- sung gewählt hat, wurde nicht bekannt. Auch nicht, wieso sie für die Ausübung ihres hehren Amtes eine Genehmigung der Alliierten braucht und wer ihr die wann gegeben hat. Und wo kommt eigentlich das Kabinett her, wenn doch Reichskanzler und Minister vom Reichspräsi- denten ernannt werden mussten? Zugleich feuerte Ebel seinen Innenminister wegen Eigenmächtigkeit – was auch nur der Reichs- präsident durfte. Aber diese Fragen sind rein akademisch, denn am 9. November 2013 hat Ebel die gute Frau „wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gleich wieder aus dem Amt geschmissen. Dabei durfte nach Weimarer Ver- fassung der Reichspräsident nur durch Volks- abstimmung abgesetzt werden, wenn zuvor auch der Reichstag das mit Zwei-Drittel-Mehr- heit verlangt hatte. Immerhin wurden auch hier wieder „die Alliierten … über diese Tatsachen in Kenntnis gesetzt. Nach Abschluss der Ermitt- lungen werden die Ermittlungsakten der Militär- staatsanwaltschaft übergeben.“ Die wird sich riesig freuen.

Seit einer Weile hat man von ihm nicht mehr viel gehört. Offenbar hat ihn ein Schlaganfall an der Ausübung seiner Ämter dermaßen gehin- dert, dass er sie aufgegeben hat. In diesem Sinne äußerte er sich auf einer Sitzung des „Reichsrats“ im thüringischen Schwarzburg, dem Ort, wo einst Friedrich Ebert die Weimarer Verfassung unterschrieb 3 . Es gibt allerdings auch konkurrierende „Reichsregierungen“, die beanspruchen, ihn abgesetzt zu haben.

1.2.2 Die Nachfolger

Ebels Ideen fanden Anklang bei manchen Leuten, aber sein Führungsanspruch blieb nicht unbestritten. Die von ihm zusammengestellte „Reichsregierung“ blieb nicht lange einträchtig beisammen. Es kam zu Rücktritten, Absetzun- gen und Spaltungen. Die sich von ihm getrennt hatten, gründeten oft ihre eigenen „Reichsregie- rungen“. Denen erging es aber bald ebenso. Unter dem Strich gibt es heute Dutzende von „kommissarischen Regierungen“, „Exilregierun-

3 http://www.youtube.com/watch?v=_RdjTkxlc0o

Grundsätzliches

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