Sie sind auf Seite 1von 8
OMMUNIQUE Jamner 1989 RURAL ADVANCEMENT FUND INTERNATIONAL Nikrobielle Insektizide Spezialschwerpunkt Baci, i winsektizid-Pflanzen” und 2ur Herstellung neuen’ noch wirkungsvollerer Biopestizide fir die Landwirtschart Auswirlang: Der weitverbreitete und massive Einsatz gentecinische manipulierter Pflanzen, welche das B°t Endotoxin-Gen enthalten, kann zur raschen Anpassung der Schédlinge und 2m Verlust dieser offektiven Nether: zur biologischen Schidlings-Kontrolle fuhren. Erste Feldstudien mit’ Pflanzen, die gentechnische veranderte BP, Toxingene Exthalten, ‘geben zu Skologischen Bedenken Ania, und exe besonders beziiglich der moglichen Auswirkangen von Bt. aut Grganisnen, die nicht 2 den “Zielgruppen" gehoven, nd auf die Umwelt im aligeneinen, Mitwirkende: Sowohl kleine Biotechnik-Unternetmen wie auch sransnationale Konzerne entwickeln Produkte anf der Basis son B.t. (siehe Liste in Anhang), feitraum : Neue B.t. Produkte sind schon verfigbar; B.t. pidotoxinhaltige Pflanzen befinden sich im Stadion des Feldversuchs. firtschaftliche Daten: Der Weltmarkt fiir mikrobielle nusektizide konnte bis zum Ende dieses Jahrhunderts sur ag Mia. US$ wachsen. Mikrobielle Insektizide sind Mikroben oder Mikroorgenismen (vorwiegend Bakterien, Pilze oder Viren), die zur Kentrolle von Schéidlingsplagen eingesetzt Gorden. Diese Organismen produzieren oft Toxine, die fur Menschen, Tiere und die Unwelt fur harmlos gehalten werden. Biologischen Schidlingsbekiimpfungsmethoden war viele Jahre lang nur ein bearenzter dkonomischer Erfolg beschieden, "a sie typischerveise posektenspezifisch, weniger wirksan und weniger persistent sind als chemische Pestizide, erreichten mikrobielle Produkte weniger als ein Prozent des dehrlichen US-Harktes an Insektiziden. Mit dem Aufkemeon der Biotechnologie gibt $e ,jlletdings ein gesteigertes Interesse und nove Méglichkeiten fir die Entwicklung mikrobieller Pestizide. Nach den Worten eines Industriesprechers, raititkt sich Biotechnologie auf mikrobielle Pestizide ae ane die Einfiihrung des Transistors auf die Elektronik."1 Rural Advancement Fund International/Communiqué Janner 1989 zugenommen hat. Die Entwicklungskosten fir neue chemische Produkte sind explodiert. So| vergehen bei notwendigen Investitionen zwischen 36-40 Mio. US$ mindestens 6-12 Jahre ehe ein neues Pestizid den Markt erreicht.2 Die Kommerzialisierung von Biopestiziden erfordert im Vergleich dazu weniger als 5 Mio. US$ und nur etwa drei Jahre. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit auf die mit chemischen Pestiziden verbundenen gesundheitlichen und dkologischen Problene gibt es einen gewaltigen, mdglichen Markt fur sichere und — wirksame Biokontrollmanahmen. Nach den Analysen der Biotechnikindustrie macht der Marktwert fiir Biopestizide in der westlichen Welt derzeit nur 33-45 Mio. US$ aus, kénnte aber auf 6-8 Mia. US$ wachsen.+ Der Ubergang von der chemischen zur biologischen Schédlingskontrolle “kommt gerade”, sagt Willian Marshall, Prasident der Abteilung fur Mikrobiologie von Pioneer Hi-Bred International. Marshall meinte zur Chemical Week, daB“ in 30 Jahren keine chemischen Pestizide mehr, wie wir sie heute kennen, Verwendung finden werden. "5 Bacillus Thuringiensis Geschitzte 95% der heute betriebenen konmerziellen Biotechnikforschung im Bereich mikrobieller Insektizide konzentriert sich auf ein Bacterium, Bacillus thuringiensis, ein im Boden und in Insekten natirlich vorkonmendes Bakterium.© B.t. Endotoxin ist ein von Bacillus thuringiensis produziertes toxisches Eivei8. Wenn gewisse Insekten B.t. verdauen, wird das Eiwei® durch die Darmenzyme des Insekts in das Toxin umgewandelt und fahrt zu Lahmungen und zum Tod. B.t. ist nicht neu. Es wird inden USA seit 1970 zur biologischen Schédlingskontrolle verwendet, und ist fir Raupen todlich (B.t. wirkt gegen mehr als 90 Lepidoptera Arten, z.B. auf die Larven von Motten und Schmetterlingen). Einige Stanme von B.t. toten auch Kafer, andere Fliegen oder Mosquitos. Eine lange Liste von Biotechnik-Unternehmen und transnationaler Konzernen setzen nun Gentechniken zur Entwicklung einer neuen Generation wirkungsvollerer B.t. Produkte ein, die Entwicklung gentechnisch manipulierter Pflanzen mit eingebauten “Insektizid"-Genen zur B.t.Endotoxin Produktion _eingeschlossen Industriebeobachtern zufolge wollen die Unternehmen auf den B.t. Zug aufspringen: “Jeder Produzent von Agrarchemikalien bekommt Probleme, wenn er sich nicht fir B.t. interessiert - Sie sind besser mit dabei, oder Sie werden werden wenig Glick haben.""7 B.t._und Gentectnik Forschung an B.t. konzentriert sich gegenwartig nicht nur auf die Verwendung potenterer Stamme von B.t. um ein erweitertes Spektrum von Insekten zu treffen, sondern auch auf neue Wege zum Einsatz im Feld und auf die Herstellung von Insekten-resistenten Pflanzen. Die folgenden Beispiele zeigen funf verschieden Techniken fur den Einsatz von gentechnisch manipulierten B.t. Endotoxin-Gen zur Schad] ingsbekampfung: 1) Sporen und Kristalle —- Es handelt sich dabei um den bisher iblichen Weg B.t. als Insektizid z verwenden (gewohnlich durch Feldbespriihung). Wenn B.t Sporen bildet, enthalten die Sporen das fiir Insekten giftige Eiweis. Wenn die Insekten die Sporen aufnehnen, sterben sie. Wissenschaftler haben nun Bakterien so manipuliert, da$ sie zehnmal mehr Endotoxin als bisher produzieren.® 2) Bioverkapselung -- Mycogen hat. ein neues Transportvehikel namens MCap_ fir das Bioinsektizid entwickelt, welches B.t. Endotoxin in einer toten Zelle verkapselt. Das Endotoxin-Gen wird in ein Pseudomonas Bakterium eingefihrt. Die Bakterien werden dann so behandelt, daB die Bioinsektizid-haltigen Zellen getétet Rural Advancement Fund International/Communiqué ‘Vienaw 198A forigh, des Endotoxin jedoch unbeschdigt verkepselt und innen “fixiert” bleibt. it dieser “Kapsel" ist B.t. Endotoxin vor Zersetzung dureky dee ultraviolette Licht der Sonne gesohiitzt, und hat auf den Feld’ eine wesentlich langere Jebensdauer als konventionelle B.t. Produkte. Obwohl Hcap’ son gentechnisch Ueramderten Organisnen produziert wird, wurde das Produkt ee der US-anerikanischen Unweltbehérde (BPA: Environmental Pretecticy Agency) rasch fafelassen, ‘und zwar mit der Begrindung, der auf Getreide ausgebrachte Mikroorgenismus sei obnehin tot. seers yeigekten von den Wurzeln der Pflanzen leben, hat Honsante, eine Technik cutsickelt, welche B.t. Endotoxin verwendet, um einen natlirlichen senate gegen wurzelschidigende Bodeninsekten zu bieten. Da B.t. in der Natuc Pflanzenwurzein goer nicht besiedelt, transferierten Honsanto-Wissensehat lee das B.t Fixdotoxin-Gen in Bakterien, die Wurzeln besiedeln (Pacudononan) vn Falle einer Marktzulassung wirde das Seatgut vor der Aussaat entueder see Saatguthersteller oder vom Bauern mit diesen Mikroorgenismen behandelt. 4) Exdopiyten (Mikroben, welche innerhalb von Pflanzengemeben deben) — Crop Genetics International fuhrt gegenwirtig Feldversuche mit wen Ot, abgeleiteten Insektiziden durch, die zur Vernichtung des Mais-Ohrmurms sn Maispflanzen fihren sollen- Daz hat das Unternehmen das B.t. Endotoxin-Gen ‘in’ cies Endophyten (Glavibacter xvli) ubertragen. Wird Maissaatgut damit beinpft, vermehrt sich der gentechniseh verénderte Endophyt und bevilkert die gesante Haisstlence. Sollte fas Verfahren erfolgreich sein, wird das vom Endophyten produzincte Toxin den Maisbohrer toten, sobald er an der Maispflanze frigt. 5) Transgene Pflanzen — Wissenschaftler haben das B.t. Endotoxin-Gen in Zellen von Tonaten, Kartoffeln, Baumvolle, Mais und Tabakfianses eingebaut und teas sktizid-Gen haltige, transgene Pflanzen erhalten. Unternehmen nie toh & Hess, Monsanto und Sandoz nahmen Feldversuche mit transdenen Pfleaes in Angriff.. “Nenes" B. Yungste | Entdeckungen von neuen B.t.-Varianten legen den Schlug nahe, daB Dott lich vorkomende Bodennikroorganisnen einen nahezu unerneBlichen Schecs mit Ginen beinahe unberdhrten und unbekannten Potential fir die Landwirtschaft darstellen, $987 ‘haben zwei Wissenschaftler der US-amerikanischen Agrarbehérde USDA (4;S-Departement of Agriculture) die Entdeckung von 72 neues Been Varianten bekannt gegeben. Da man bisher nur von 24 Varianten wBte, konnte dic Isolierung fone tee b.,“Erbmaterial die Geschichte von B.t. radikel verandern, Mit since cee geeoimik zur Isolierung von B.t. aus dem Boden durchkamnten dic USDA Wissenschaftler Bodenproben, welche in den USA und iberall in der Welt gesamnelt warden ~ Island und Tibet eingeschlossen. Dr.Russel Travers neint’ dees: “Wir Hannten beobachten, da manche Gegenden wie eta die Hittelmeerlandes on B.t. yonjanten reicher sind als andere.”10 Der leistungsfahigste B.t. Stars wete aber in der Nahe eines Flughafens auBerhalb von Baltimore in Maryland, USA, gefunden, Die Intdeckung neuer B.t.’s vergréBert die Chancen , de® zulki ftige Insektizide eher aus dem Boden als aus den Labor kommen werden Einiger der cer ritoaen eekten B.t. Stine dirften bis 21 20 mal effizienter sein ala” bister verfugbare, kommerzielle Stame. Einiger der "Superstanme’ kenston in'dee Tat wirksan genug sein um mit synthetischen Pestiziden 2a konkurrieree 42 Augerden Sind, die neuen Stémme auch gegen Kafer wirksam, was in Hinkanft die Reichweite Rural Advancement: Fund International/Communiqué Janner 1989 B.t._und Ratente Obwohl es sich bei B.t. um einen natirlichen Bestandteil vieler Béden handelt, sind eben entdeckte B.t.-Varianten alle patentierbar und/oder daher kommerziell lizensierbar. Derzeit sind drei Patente fir neue B.t.-Varianten anhangig. Doch erhebt sich die Frage, ob Mikroorganismen Gegenstand von Patentschutz und kommerzieller Ausbeutung sein sollen, wenn sie nur frei aus dem Boden extrahiert wurden? Wenn neue, natiirlich vorkommende Insektizid-Gene aus Bodenproben der Mittelmeerlander isoliert werden, wer “besitzt" diese Gene und wer soll fir ihre Verwendung Kompensationen erhalten? Da es sich dabei um das Rohmaterial der Biotechnologie Industrie handelt, wird die weltweite Debatte iiber die Eigentumsrechte und die Kontrolle tiber Mikroorganismen heftiger werden. Genau diese Fragen haben die FAO Konmission far Pflanzliche Genetische Resourcen der Vereinten Nationen dazu bewogen, ihr Mandat ber das der pflanzlichen genetischen Resourcen hinaus auf den breiteren Begriff der biologischen Vielfalt auszudehnen Resistenz seston Bt. Mindestens 18 US-anerikanische und europaische Unternehmen forschen an einer Vielzahl von méglichen Produkten auf der Grundlage eines B.t. Endotoxin-Gen Einsatzes als mikrobielles Insektizid (siehe Anhang). Betroffene Pflanzenarten schliessen Tabak, Tomaten, Getreide, Baumvolle, Kartoffeln, Sonnenblumen, Zitrone und viele mehr ein. Die gute Nachricht dabei ist, da das kommerzielle Interesse an der Entwicklung biologischer Methoden zur Schadlingskontrolle zunimmt. Die schlechte Nachricht liegt darin, daS die Frage um die Langzeiteffizienz gentechnisch entwickelter Biopestizide ungelést ist, wie Wissenschaftler schon jetzt warnen. Frither glaubte man, daB B.t. gegen das Auftreten von Resistenzen gefeit wire. Aber in den letzten Jahren gab es mehrere dokumentierte Falle von Resistenzen gegen konventionelle B.t. Produkte. Dr. Williams McGaughey von US Grain Marketing Research Laboratory in Kansas (USA) berichtet von einer teilweisen Resistenz eines Maisschidlings, der Indian-neal Notte.2 Gentechnisch entwickelte Biopestizide werden wie ihre chemischen Gegenstiicke von Problen der Insektenresistenz betroffen sein, dariiber sind sich Wissenschaftler schon jetzt einig. Nach dem Bio/Technology Magazine ".. sagen mathematische Modelle, die sich mit der Wirkungsweise von Selektionsdruckes beschaftigen, vorher, da Insektenresistenzen rasch zunehmen werden, wenn gentechnisch entwickelte anti-Schadlingspflanzen ein dauernder Bestandteil der Umelt werden 24 Die derzeit betriebenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Herstellung gentechnisch manipulierter Pflanzen mit eingebauten B.t. Endotoxin-Genen zeigen, da8 in naher Zukunft insekten-resistentes Saatgut breit eingefiihrt werden wird. Ein grofer Markt fiir wirksames B.t.-Ioxin ist beispielsweise Mais. Der europitiische Maisbohrer ist die gréBte unkontrollierte Insektenplage in den Vereinigten Staaten; Bauern in den USA und in Europa geben jahrlich Uber 350 Mio.US$ fiir chemische Sprihstoffe aus, die nur zu 50% gegen diese Raupe iiberhaupt wirksan sind.28 Wenn Wissenschaftlern die Entwicklung von B.t.Endotoxin-Gen hdltigen Maispflanzen gelingt, wirden Bauern iberall in den USA und Europa “Insektizid-Pflanzen” routinemaGig einsetzen. Mit diesen “Verfahren der prophylaktischen Kontrolle"1® wirde der Selektionsdruck zur Anpassung der Schadinsekten gewaltig zunehmen und der europdische Maisbohrer rasch eine B.t. Rural Advancement Fund International/Commniqué Janner 1989 Resistenz entwickeln Dr-Fred Gould, Entomologe an der NC State Univerity warnt: "Wenn Festizid-Pflanzen entwickelt und auf eine Art eingesstzt werden, die zur raschen Anpassung der Schadinsekten filhrt, geht die Wirksamkert diceee Pflanzen verloren ind dic Landwirtschaft gerat ineine noch grépere Abhingighert von chemischen Festiziden als zuvor - mit allen damit verbundenen Probleses ay Bs _gibt eine Anzahl von Strategien um die rasche Zunahne B.t.-resistenter potwdinsekten zu verhindern. Dr. Gould weist darauf hing dag Gentechniker eines ‘Tases in der Lage sein werden, Getreidepflanzen herzustellen weit: die Gene zur Insektenresistenz zur richtigen Zeit am richtigen Ort nor denn einschalten, wenn sie bendtiat werden. Einen anderen Verfahren liegt’ die Verwendung von Ssatgutmischungen cugrunde. Wenn beispielsweise nur die Halts dee Saatduts Gene rar eee tindotoxin Produktion enthiilt, kénnte die Geschwindigkeit der Resistenzentstehung un 2vei Drittel oder mehr gesenkt worden a2 Die Antwort der Industrie. giner “Industrie Arbeitsgrupppe zu B.t.” in den USA kowits bedeuten, daB die iniustrie Insektenresistenz gegen B.t. als emnstes Problem ‘ond cine Gefahr fir ihre millionenschweren Forschungsprogramne erkannt hat. {206 fahren Wissenschaftler der Monsanto Co. _Laborstudien zur Insektenresistenz gegen gentechnisch veraindertes B.t.Endotoxin durch. Endergebnis: Resistenzen gegen B.t. entwickelten sich rasely Pic Industrie Arbeitsgruppe B.t." wurde von Monsanto initiiert und zahit rin (fitelieder — 18 davon sind aktiv in die B.t. Forschung ineliens 22 The diel ist die Koordination der zukinftigen B.t.-Forschine “in Industrie und gnversitat, die Formilierung von Strategien zur Bewahrung ver Wirksamkeit von Bt. ‘und die Entwicklung technischer Richtlinien car Durchfithrung derartiger Strategien. Okolagische Fragen Sowoh] in den USA wie in Europa wird eine intensive Debatte un die mit einer absichtlichen Freisetzung gentechnisch manipulierter Mikroorganismen in die Umwelt verbunden Risiken gefihrt. Werden diese Organismen tberierers Werden sie Sneh tgimehren? Werden ‘sie ihre eingebauten genetischen Merlecle S° andere Organismen weitergeben? Werden sie in neue und unbeabsichtigte Areale Tenghlepet? Diese und andere Fragen kénnen nicht uissenschatelich exakt, beantwortet werden. Obwoh] Bacillus S allgenein fiir eine ékologisch sichere Mikrobe gehalten wird, wirft die Freisetzung verdnderter Mikroorganisnen» weiere das B.t. Endotoxin-Gen enthalten, viele von genau diesen Fragen anf. in Jahre 1986 hat die US-anerikanische Uneltbehirde EPA den Chemiekonzern Monsanto fir die Anwendung B.t.produzierender Bakterien in Feldversuch die Zulassung verveigert, weil die Hikroorgenismen die Pflanzenmuecele bevélkern und in Boden lebende Insekten toten sollten. Dabei spielte die Moglichkeit eine Fichtige Rolle, da such niitzliche Veruandte der Schadinsckten” ae fir die Bestéubung wichtige Schnetterlinge Schaden nehmen kénnten 1968 fuhrte Crop Genetics International (Hanover, Maryland, USA) im kleinen Rural Advancement Fund International/Communiqué Janner 1989 Rahnen Feldversuche mit Maispflenzen durch, die mit zur B.t, Produktion befahigten, gentechnisch veranderten Mikrobe beimpft waren. Da die vernderte Mikrobe nur im pflanzlichen Gefafisystem leben konnte, vertraute das Unternehmen darauf, da$ ein mégliches Umweltrisiko minimal wire. Allerdings zeigten die Daten des Unternehmens selbst, da® B.t.Endotoxin Gen haltige Bakterien wahrend der Feldversuche auch in sogenannten Floh-Kafern gefunden wurden.29 Véllig unerwartet wurde das B.t.-Endotoxin-Gen von der Pflanze auf ein FraBinsekt der Maispflanze fbertragen. Kénnte der Floh- Kafer das B.t.-Endotoxin-Gen dann auch auf eine andere Pflanze oder ein anderes Insekt auch iibertragen? Phyllis Martin, Wissenschaftler am US Departement of Agriculture (USDA), beschreibt ein denkbares Szenario so:#1 “Die Frage ist, ob der Floh-Kafer danach an einer anderen Pflanze frigt, zum Beispiel an einer Unkrantpflanze -~ einem Unkraut, welches von Raupen normalerweise in Schach gehalten wird. Die Verbreitung der Unkrautart mit den inkorporierten B.t.~ Endotoxin-Genen wirde in der Folge nicht lénger von diesen Raupen kontrolliert. Oder: Was, wenn der Monarchschmetterling (oder ein anderes Nutzinsekt) an einem solchen Unkraut frafe und ein unbeabsichtigtes Ziel des Insektizid-Gens wirde?” Derzeit sind diese Uberlegungen weitgehend theoretischer Natur, aber sie illustrieren die mit einer weitverbreiteten Freisetzung gentechnisch veranderter Mikroorganismen verbundenen Probleme, - selbst wenn sie fir relativ harmlos gehalten werden. Zusammenfassung. Bei der Entwicklung sicherer, wirksamer biologischer Methoden zur Schadlingsbekimpfung handelt es sich um eine willkommene Alternative zu synthetischen Pestiziden. Im Gegensatz zum méglichen Nutzen ist klar, da6 Insektizid-Pflanzen kein Allheilmittel flr eine Chemie-intensive Landwirtschaft sind. Wenn B.t. Insektizid-Gene in konmerzielle, homogene Kultursorten breit eingefihrt werden, passen sich die Schadlinge an und diese wertvolle natirliche Resource wird damit verschleudert sein. Ein sicheres und wirksames biologisches Insektizid kénnte durch maGlosen Gebrauch oder Mifbrauch unwirksam und schadlich werden, Es mag als Ironie des Schicksals erscheinen, da8 die Landwirtschaft damit in eine noch gréBere Abhangigkeit von konventionellen Pestiziden geraten kénnte Rural Advancement Fund International/Conmuniqué Janner 1989 Literatur: tony? Stern of Mycogen, quoted in Agricultural Genetics Report, Juni, 1987, 8.3 2 Bioprocessing Technology, Juni, 1988, $.2 2 Ibid. Joge Pestizide: Ein 8 Mia.US$ Marktpotential”, Chemical Week, 4.Mai, 1988, 5.35 8 Tbid. joeenstic Engineering and Biotechnology Monitor, UNIDO, Juli-September, 1988, $.40 ” Dr. Russell Travers, Manager fiir FE der Abteilung Biokontrolle, Novo Laboratories, Telefongesprach, 30.Novenber, 1988. © Gould Fred, "Ecological Considerations in Releasing Genetically Engi- neered Organisms", Présentation vor dem N.C.Biotech.Ctr., Advisory Com- mittee on Biotech. in Agriculture, 28 Juli 1968 6 jorrison Jessica, “Soil Yields 72 Varieties of a Natural Pest Con- search, Januar 1988, S.14 peci@lefongesprich mit Dr. Russell Travers, Manager fir F&E, Abteilung Biokontrolle, Novo Industries, 30.November, 1988, 42 Morrison Jessica, » Janner 1988, $.14 +2 Agricultural Genetics Report, Oktober 1987, S.1 38 McGaughey Willian H., “Insect Resistance to the Biological Insecti- cide Bacillus thuringiensis", Science, 12.Juli 1985, $.193 at Anight, Pamela, “Biological Controls Squasch Insect Pests", Bio/Technology, Vol.6, Oktober 1988, S.1137 48 Qgricultural Genetics Report, Juni 1987, $.4 26 Gould Fred, “Pesticidal Transgenic Plants and the 1990’s Farm Bill fron Proceedings of the Annapolis Conference on Transgenic Plants, 7-9 September 1988, S.2 4? Tid. a, could Fred, “Evolutionary Biology and Genetically Engineered Crops", Bioscience, Vol.38, No.1, Janner 1988, S *® Die gesante Information iiber die Industrie Arbeitsgruppe B.t. stanmt von einem perénlichen Gesprach mit Pamela Morrons, Monsanto, §.Jénner 1989 Fo Oonne tTsories , "Preparing Ground for Biotech Tests” in Science, 28.Oktober 1988, $.504 und ein Brief der Crop Genetics Intl, an US-EPA Re:APHIS Permit 87-55-01, 6.September 1988 ** Persénliches Gesprach mit Dr. Phyllis Martin, Dezember 1968 Rural Advancement Fund International/Communiqué Janner 1989 Die Entwicklung von Biopestiziden auf der Basis von Bacillus Thuringiensis Unternehmen im Uberblick Abbott: Laboratories (North Chicago, IL, USA) Advanced Genetics Sciences (Gakland, CA, USA) Agracetus (Middleton, WI, USA) Arbeiten an transgenen Baumwollpflanzen mit integriertem B.t. Endotoxin Gen Agricultural Genetics Co, Ltd. (Cambridge, UK) Agricultural Advanced Sciences Co. (Madison, WI, USA) -~ Tochter von Lubrizol Corp. Agricultural Cyanamid (Wayne, NJ, USA) -- Das Unternehmen hat ein Ubereinkommen mit Ecogen: BI Insektizide fiir Reis, Gemise und Lagergetreide Crop Genetics Intl. Corp. (Hanover, MD, USA) -~ verwendet B.t. gegen den europaischen Haisbohrer Ecogen (Langhorn, PA, USA) -- verwendet B.t. zur Kontrolle der Zigeunermotte und des Spruce Knospenwurms. Ubereinkommen mit: American Cyanamid, Monsanto, Penn State Univ., U.S.Regierung, Phillips Petroleum und EniChen (Mailand, Italien) ICE ple (London, UK) Lubrizol Corp. (Wickliffe, OH, USA) -- Ubereinkommen mit Mycogen Uber B.t. Microbial Resources (Berkeshire, UK) -~ Ubereinkonmen mit Novo Indus~ tries ber B.t Mycogen (San Diego, CA, USA) -- BY Derivatinsektizid H-one zur Kontrolle des Kartoffelkifers, 100 Mio.US$ Weltmarktpotential; Ubereinkomnen mit Lubrizol und Kubota liber B.t. Novo Laboratories (Danbury, CT, USA) -- Tochter von Novo Industri (Den~ mark) Plant Genetics Systems NV (Ghent, Belgien) -- Ubereinkommen mit Rohm & Hass, B.t. fur Baumwolle, Tabak Repligen Corp. (Cambridge, MA, USA) -- Ubereinkommen mit Sandoz (das Unternehnen befindet sich teilweise im Besitz von Sandoz) Rolm & Haas (Philadelphia, PA, USA) -- Ubereinkommen mit Plant Genetics Systems uber B.t Sandoz Ltd. (Basel, Schweiz) -- Ubereinkommen mit Repligen; sowie Sandoz Crop Protection Div. (USA) Quelle: Rural Advancement: Fund International (Informationen stamnen aus publiziertenigterial oder aus Industriequellen) ee An unsere Freunde und Abonnenten: Wir hoffen, da® die Informationen unserer RAFI Communiaués fir Sie und Ihre Organisation niitzlich sind. Wir méchten Sie ausdriicklich dazu anregen, diese Information zu verwenden und nachzudrucken un gréBere Aufmerksamkeit und vermehrte offentliche Debatte zu diesen Themen zu erreichen. Da RAFI allerdings eine auf Spenden und Unterstitzung seiner Forschungsarbeiten angewiesene kleine nicht-staatliche Organisation ist, bitten wir um eine finanzielle Kompensation an den Rural Advancement Fund International, wann immer unsere Arbeit verwendet oder nachgedruckt wird. Danke. Rural Advancement Fund International/Communiqué