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INDOGERMANISCHE BIBLIOTHEK

HERAUSGEGEBEN VON

H. HIRT UND W. STREITBERG t

ERSTE ABTEILUNG

SAMMLUNG INDOGERMANISCHER LEHR­


UND HANDBÜCHER

11. REIHE: WÖRTERBÜCHER


DRITTER BAND

ETYMOLOGISCHES WÖRTERBUCH DER


EUROPÄISCHEN WÖRTER ORIENTALISCHEN
URSPRUNGS

VON

KARL LOKOTSCH

HEIDELBERG 1927
CARL WINTER'S UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG
1. Syr. aßä: 4·. Ar. 'Abbäs :
[BrLexSyr 1 a; allgemein.semitiseh, vgl. N. pr. Nach dem pers. Schah 'ABBÄS I.
hebr. aß, ar. abu, ass. abu, DeI HWB 3 a) [ 1 586-1628) wurde eine Münze mit
'Vater'. Hieraus gr. iißßa� und seit dem seinem Bilde so genannt [vgl. Napoleon
4. Jahrhundert im Kirchenlatein abbas d'or, Louis d'or) ; hieraus russ. abaz
f abbiitem, abbätemJ in der Bedeutung 'Münze von 20 Kopeken'. [Gorjajew 1.
'Vater, Mönch', woraus die Ableitungen 5. Pers. äbdär:
abbatia 'Abtei' und abbatissa 'Äbtissin'. [Aus iib 'Wasser' od. 'Glanz' Horn NpEt
Die romanischen Formen sind: it. abate, S. 1, NI'. 2 und 3, und Stamm dar­
abbate; abbadia, badia, abazia; (a)ba­ 'hahend, haltend' ebda. S. 1 1 6, NI'. 527)
dessa; provo abas; abadia; abadesa; kat. 'wässerig , hell, glänzend' [von Stahl
abat; abadesa; sp. abad; abadesa, aba­ od. Wallen
dia; pg. abbade; abbadia ; abbadessa; frz. aus rum. abiti1' 'besser, vortrefflicher';
abbe; abbesse; abbaye. In den germa­ rusS. ob'jar' 'Art Stoff'.
nischen Sprachen: ags. abbod, engI:. ab­ 6. Ar. abjal,l :
bot, nd!. abt, dtsch. Abt, Abtei, Abtis­ 'Weiß'. Hieraus frz. abit 'Bleiweiß',
sin. Daß das von ML 8 aufgeführte alter chemischer Terminus. Aus dem
sp. kat. abadejo, pg. badejo 'Stockfisch' ar. Subst. bajäi/ 'Weiße' wurde mit ar.
hierher gehört , darf doch wohl aus Art. sp. albayalde 'kohlensaures B1ei­
semantischen Gründen bezweifelt wer­ salz', Vb. albayaldar. [Devic DEt 1 .
den. Aus dem it. wurde russ. abbat, 7. Pers. äbkäri :
abbatissa, abbatstwo; serb.. abat, opat, [Aus pers. äb s. hier Nr. 5 und kiil'
cech. poln. opat, dagegen cech. jeptiska 'Werk, Tat' Horn NpEt S. 185, Nr. 831 ;
'Nonne' aus dem mhd. eppetisse 'Äb­ dazu das I des Abstraktums], ebenso
tissin'. [Mf, 8-10. Wartbg FEWb �. hind. 'Wasserarbeit'. Hieraus Rngloind.
Kluge 5. Gorjajew 1. Bern SIEtWb 22. abcul'ee, abkm'Y ursprünglich 'die Arbeit,
2. Ar. 'abä' : Wasser zu destillieren und zu verkau­
'Grober, dicker WolJstofl' [vgl. ZDMG IV, fen', heutzutage 'die Steuer auf dieses
392), 'Mantel daraus'. Im Tk. ebenso Geschäft'. A b k a r y - Sy s t e m ist also
und abarJy 'Hersteller od. Verkäufer von das System der Besteuerung geistiger
solchen Mänteln'. Hieraus rum. aba Getränke in Britisch-Indien. [Hobson­
'dicker Stoff für Mönchskutten', abagiu Jobson 2.
'Verkäufer dieses Stoffes' , abagerie 8. Hebr. Abraham :
'Handel damit' und Ableitungen : abage1', N. pr. [ Volksetymologisch ' Vater der
abageresc, abi'iioarii, abiilutii. - Russ. Menge'). In frz. Dialekten in der Be­
aba 'grobes, weißes Tuch' ; bulg. aba deutung ' Milchstraße ' , wallon. abe
'dass.' , 'Art Oberkleid der Bauern'; d'Abraham [= arbre d'A.) sind fächer­
serb. aba 'grobes Tuch' ; poln. haba, förmig vom Horizont aus sich über den
chaba 'dass.'. [Sain 46. Gorjajew 1. Abendhimmel ausbreitende Wolkenge­
Bern SIEtWb 22. bilde. [Wartbg FEWb 8.
3. Ar. abanüs : 9. Ar. abra� :
[Das selbst aus gr. E߀VO�, letzten Endes Auch tk. 'Pferd mit weißen und schwar­
phönizischen Ursprungs ist) 'Ebenholz'. zen FÜßen'. Hieraus rum. abra� 'ge­
Hieraus provo avenuts, sp. abenuz 'Eben· fleckt, buntscheckig', fig. 'Unheil ver­
holzbaum, Diospyrus ebenus' [neben kündend'; im walachischen Dialekt
unmittelbar dem laI. ebenus entlehnten iabra�, iambra§ ' Pferd mit weißen
ebano wie die übrigen romanischen Flecken'.
Formen). Ebenso rum. abanos 'Eben­ 10. Pers. äbresäm:
holz', fig. 'kräftig'. [Saill 46. DE 31. [Horn NpEt S. 16, Nr. 61i] 'Seide', ent­
ML 2816. weder gehaspelte od. gedrehte, gezwirnte
LOkotsc h, Etymolog. Wörterbuch. 1
Ar. abu I}irdän.] 2

Gallzseide [auch ins Semitische über­ 15. Pers. äcär:


gegangen : syr. abräsom, abrisüm BrLex­ 'Sauer', hieraus malay. acar [Pijn 237]
Syr 3 b ; ar. ib,·tSam, ibr'isltm, schon in der Bedeutung 'Eingemachtes, pickIes'
häufig mit der Bedeutung 'Seidenfaden, und ebenso in allen Eingeborenen­
Seidenzwirn' , vgl. Joseph Karabacek, sprachen Indiens; daher angloind. achar
Über einige Benennungen mittelalter· 'dass.' ; frz. achars 'Obst od. Gemüse,
licher Gewebe L Wien 1882. S. 21 das in Essig eingemacht ist', ein im
bis 22.]. Ins Tk. übergegangen als ibri­ indischen Archipel, auf Mauritius USIV.
sim [ otTenbar mit Anlehnung an die sehr beliebtes Gericht. [Devic DEt 3/4.
Wurzel ip, ib 'winden' Vämbery Tkt­ Hobson-Jobson 3.
EtWb Nr. 37]_ Aus dem Tk. wurde rum. 16. Ar. 'äda:
ibri�im , ibl·i�in 'Seidenfaden , Zwirn' ; 'Sitte, Gebrauch', ebenso tk. adet 'dass.' ;
Ableitung ibri�inar. hieraus rum. adet 'Brauch, Sitte, Regel',
11. AI'. abü kirdän : früher 'Steuer'. [Sain 46.
[Wörtlich "Vater der Zecken', die ar. 17. Malayäl am alJakka:
lririid, plr. lrirdän heißen]. Der rein [A us adai 'enge Anordnung einer Traube'
weiße 'Kuhreiher', Ardea bubuleus Sa­ und kay 'NUß']. Hieraus pg. areca,
vigny , ein afrikanischer Vogel [die angloind. Areca, worunter man allge­
Schreibung aboogerdan bei ML 36 wie mein den Samen od. die NUß der Palme,
schon vorher bei Körting, Lateinisch­ Areca catechu L., versteht. [Hobson­
romanischesWörterbuch. 3. Aufl. Pader­ Jobson 35.
born 1907, s. v. ist englisch]. Durch
18. Ar. 'adäla:
volksetymologische Neugestaltung hier­
[Aus ar. 'adl 'Gerechtigkeit'J 'Gerichts­
aus vielleicht frz. breuf-garde, garde­ barkeit', in vulgärer Aussprache 'adälet,
breuf 'eine Art Silberreiher'._ [FASS
woraus über das Hind. das angloind.
in Rom Forsch IlI, 488. KURYLOWIGZ adawlltt 'Gerichtshof wurde. - Aus­
in Rocznik Orientalistyczny. Tom 11. führlich in Hobson-Jobson 4/6.
Lwöw 1925. S. 252.
1 2. Ar. 'abür: 19. Hebr. Ädäm :
In der Zusammensetzung as·St�rä al­ 'Mensch', dann N. pr. für den Stamm­
'abür ' der [ sc. auf der Milchstraße] vater des Menschengeschlechtes [vgl.
wandernde Sirius' [hierzu s. hier Nr. 1915J assyr. admu 'Kind, bes. junges Kind'
vom ar. Stamme ' br ' wandern ' [ vg!. DeI HWB 25 b], daraus bei den Ana­
hebr. 'ibri 'Hebräer', d. h. derjenige, der tomen des Mittelalters hebr. tappü"lJ
gewandert ist od. überschritten hat sc. ha ltdä m, wörtlich 'Apfel des Mannes',
-

den Euphrat od. Jordan]. Hieraus Alha­ zur Bezeichnung des Vorsprungs am
bor, Alchabar als Name des Sirius a Kehlkopf des Mannes [gr. 1rp6"oßo�].
Ganis majoris. [ Devic DEt 40/41. Da er nur am Halse des Mannes zu
Ideler Sternn 237 und 246. sehen ist , ist der Name tretTend ge­
13. Ar. abü räg: wählt, dann aber durch mißverständ­
'Vater des Schweißes', hieraus lat. bor­ liche Übersetzung zu Pomum Adami
rago, eine Pflanze, die durch die ar. 'Adamsapfel' geworden und die bekannte
Medizin im Mittelalter verbreitet wurde. Fabel entstanden, daß Adam den ihm
Die romanischen Formen sind: it. bor­ hingereichten Apfel nicht ganz habe
,·ace, borragine, borrana; provo borrage; verschlucken können. H. morso d'Adamo,
sp. bormja; pg. bormgem; frz. bourmche. frz. morceau d'Adam, pomme d'Adam.
Auch germanisch , z. B. en�l. borage, Eng!. Adam's apple , schwed. adams
dtsch. Burrich, Bor{ rJetsch. Wohl über aepple, dän. adamsl1ble, ndl. adams appel.
das Ngr. entstand rum. boran/li 'dass.'. Poln. jablko Adamowe, �ech. Adamavo
Trotz ML 1412 scheint diese Ableitung jablko. Im Angloind. ist Adam's apple
noch immer die beste und wenig an­ die Frucht von Mimusops Elengi L.,
fechtbar zu sein. [Kluge 64. im H. pomo d'Adamo rod. pomo di para­
14. Ar. abü tilün : diso] eine Orangenart, Gitrus decumana.
[Vgl. Ibn SInä, JÖtäb al-�änt1n fi'Hibb. [Kluge 6. Hobson-Jobson 4. HArHebr­
Romae. In typographia Medicea 1593. An 164.
S. 137] 'eine Zierpflanze' aus der Familie 20. Ar. 'adan :
der Malvaceen: Abutilon indicum. Hier­ Wörtlich 'dauernde Wohnung', Bezeich­
aus frz. abutilon 'dass.', nämlich abutilon nung des Paradieses; daher dtsch. Eden
strie AbuliIon striatum Diks. (Sida striata 'Wonnegarten'. - Ebenso entstand
Hort.) und abutilon etendard A. vexilla­ hieraus der Name der Stadt Aden in
rium Ed. Morren (S. vexillaria Hort.). Südwestarabien. - Von FORSKAL
[Devic DEt 3. Lammens Rem 3. wurde der Name Adenia venenata für
[Hebr. adonaj.

ein kletterndes Gesträuch aus Arabien lehrte vor [Fleischer in ZDMG XIX, 301 ].
eingeführt ; frz. adiine. [Devic DEt 4. Im späteren Osmanischen heißt aga
Lammens Rem 4. 'der ältere Bruder', wie pasa 'der jüngere
21. Hebr. adonaj : Bruder' ist. Diese Bedeutungen hat
'Mein Herr', Bezeichnung Gottes , da das heutige Türkische ganz vergessen
der Name Jahwe vermieden wurde. und gebraucht das Wort in völlig an­
Aus der Form be-adonClj Psalm 1 1 7, 26 derem Sinne. Aga ist jetzt ein häufig
entstand it. badananai 'verworrenes Ge­ vorkommender Titel , besondllrs bei
räusch, Lärm, Getöse' ; pg. badanal, niederen militärischen Chargen, wird
plr. badanaes 'Unordnung, Wirrwarr'. aber nur für Analphabeten benutzt,
[WuS V, 128. während der des Schreibens Kundige
22. Berber. afaräg : efendi [so hier Nr. 557] genannt wird.
'Umzäunung, eingezäunter Raum, Hof Als Fremdwort kommt Aga in allen
eines Duar' [so hier Nr. 502]. Hieraus europäischen Sprachen vor, oft agha
sp. a1fanegue 'Zelt', worin also a1 nicht geschrieben. Als Lehnwort hat das Rum.
ar. Art. ist ! [DE 105/107. aga, agha, agia 'ehemaliger Polizeiprä­
23. Pers. äf"lirin : fekt'.
[Zusammenhängend mit pers. äfrin 29. Ar. 'agam :
'Lob' Horn NpEt S. 10, Nr. 39, 2] ; eben­ Einheitsnomen 'agami 'Barbar, Fremder,
so tk. aferin, woraus rum. aferim 'aus­ Nichtaraber', besonders 'Perser'. Tk.
gezeichnetl bravo !'. agemi; hieraus rum. agemiu, ageamiil
24. Ar. 'äflja : 'unbewandert, Anfanger' ; poln. (alt) ad­
'Wohlbefinden, Verzeihung'. Hieraus ziamski 'persisch' in Verbindung mit
sp. alafia in der Redensart : pedir alafia Substantiven wie ' Teppich, Kostüm,
'um Pardon bitten'. - Sizi!. lafia, [in SaUel'. - Altit. agemina, mittelfrz. aze­
Verbindung mit romanischem mille mine 'Ziselierarbeit'. Das sp. aljamia,
'tausend'] millafia od. millatfia 'über­ lengua aljamiada, bezeichnet die Sprache
triebene Liebkosung. Schmeichelei'. der Moriscos, zu deren Eigentümlich­
[DE 53. GrSVociSic 239. keiten es gehörte , daß in ihr viele
25. Ar. aflün : arabische Ausdrücke, z. T. mit spanischer
[Selbst aus gr.llmov entstanden ] 'Opium', Endung , sowie Arabismen und alt­
ebenso tk. Hieraus rum. afion 'dass.' ; spanische Wörter vorkommen, die sonst
bulg. afion, serb. afijun. Aus dem Ar. schon außer Gebrauch gekommen waren.
entstand der alte pharmazeutische Aus­ Da diese Sprache mit arabischer Schrift
druck: frz. affion, sp. afion 'Opiumlat­ geschrieben wurde, sind textos alJamia­
werge'. Ferner nd!. amfioen; pg. anfiiio dos also spanische Schriftstücke , die
' Opium '. [ DE 1 9 1 . Devic DEt 4. arabisch geschrieben sind , z. B. das
Lammens Rem 4. Beru SIEtWb 24. Poema de Ytl�uf, vg!. Ad. Zauner, Alt­
De Gids (1867) I, 428/9. spanisches Elementarbuch.2 Heidel­
26. Berber. afüs : berg 1921. S. 1 55. [DE 145. ML 298.
'Handgriff eines Werkzeuges'. Aus dem ZromPh XXXII, 41. XXXIII, 62. Kar­
plr. ifassen wurde pg. alfeizar 'Griff lowicz 435.
einer Säge'. Etymologie zweifelhaft. 30. Mal. agar-agar :
[DE 1 12.
27. Rind. äg : [Pi jn 9: Plocaria candida]; hieraus an­
'Feuer'. Zusammensetzung : äg-gäri gloind. und eng!. agar- agar, dtsch.
Agger-Agger 'verschiedene Arten See­
[aus eng!. car], wörtlich 'Feuerwagen', tang', z. 8. Sphaerococcus lichenordes,
d. h. 'Eisenbahnzug'. - Ebenso im zu Suppen und Gelees verwendet. [Hob­
angloind. agun-boat 'Dampfer', in Bom­ son-Jobson 8.
bay ag-boat 'dass.'. - Mit dem pers.
Suffix -dan , das Behälter bezeichnet, 3 1 . Tk. agyr :
ergibt sich das angloind. agdaun 'ein [Stamm aZc, ag 'Wert, Gewicht ; schwer'
kleines Gefäß mit Feuer zum Anzünden Vambery TktEtWb S. 9, Nr. 8] 'schwer,
der Zigarren'. [Hobson-Jobson 8/9. träge, ernst'; dazu das Subst. agyrlyZc
28. Tk. aga : 'Schwere'. Hieraus rum. agarlic, an­
[Stamm aZc 'weiß' Vambery TklEtWb garlic, al'galic 'Bürde, Last'.
Nr. 5]. Die ursprüngliche Bedeutung 32. Tk. agyr :
ist offenbar, dem finnischen uko 'der Agyr otu CA. Hindoglu , Dictionnaire
Alte', uka 'die Alte' entsprechend, die­ Turc-Fran�ais. Vienne 1 838. S. 49b]
selbe wie pers. pir, ar. sai1j, also 'Alter, wohl aus lat. acorus, gr.uKopoC;, UKOpOV.
Greis' gewesen; im älteren Osmanischen Hieraus altruss. aier und ir, russ. ait' ;
&:ommt noch al!y als Ehrentitel für Ge- i,· 'Kalmus' = km'en', Acorus calamus ;
1*
Ar. älJir.]

klruss. ajer, ir 'dass.'. [Gorjajew 2. 43. Ar. 'akär:


Bern SIEtWb 25. 'Grundbesitz:lmmobilieu', plr. 'alJ;ärät;
33. Ar. ähir: ebenso tk. [A. Hindoglu, Dictionnaire
'Ende'; ii?!ü: an-nahr 'das Ende des Turc Fran<;ais. Vienne 1838. S. 328b]
Flusses' ist bei den Arabern ein glän­ aka1·at. Hieraus rum. aeal'et, aeal'etul"i'
zender Stern am äUßersten Ende des 'Liegenschaften'. [Sain 46.
Sternbildes Eridanus, das ar. an-nahl' 44. Ar. 'akida:
'der Fluß' wie schon bei Ptolemaeus 'Rosen konserve, Bonbon', plI'. 'a�'l1'id;
YEoxaTo� TOU TrOTCl/lOU heißt. Aus dem hieraus tk. a�-yde sekeri 'Karamell, Ger­
Ar. wurde der heutige Name Aeal"nar, stenzucker' [KeJekian J>.ämus 855] od.
Ache1'nar , frz. aehel'nar, akharnar, 'a kurz alcede [A. Hinlloglu, Dictionnaire
Eridani'. [ Devic DEt 4. Lammens Turc-Fran�ais. Vienne 1838. S. 3�9].
Rem 3{4. ldeler Sternn 232{3. Wohl aus dieser Form rum. acadea,
34; Ar.-pers. Al}.madäbäd : acadele 'dass.'.
N. pr. [wörtlich 'Al).meds Ort'], eine
45. Ar. 'akika· :
Stadt in Guzerat in Ostindien. Hieraus
'CornaIin', ein Edelstein, der nach IBN
entstand über das im 1 6 . bis 19. Jahr­
BAITÄR [gest. 1 248 n. Chr. in Damas­ •
hundert belegte amadavat das heutige
kus] den Blutlauf im Körper aufhält;
angloind. avadavat zur Bezeichnung
daraus sp. alaqueca , pg. laqueea mit
eines kleinen, hübschen Stubenvogels
der heutigen Bedeutung: 'rot gefleckter
Estrelda amandava L., da er aus jener
u. gesprenkelter Marmor', wie er sich
Stadt zuerst nach Europa eingeführt
besonders in Südamerika in kleinen
wurde. [Hobson-Jobson 4 1 .
Stücken findet [Dicc Cast 102 h ; Con­
35. Ar. ahmak
· : stancio Dicc 648 a]. [DE 56.
Ebenso tk. ' verrückt' ; hieraus rum.
46. Ar. 'äkir karhä · :
acmac 'unerfahren, ungeschickt'.
[Aus syr. 'alpäl' lpdl'?!ä ZDMG XLVI, 258]
36. Pers. ähur:
eine Kamillenart Anthemis pyrethrum ;
[Horn NpEt S: 4, NI'. 8J 'Stall', ebenso
über das tk. wurde hieraus wohl rUIll.
tk. a?!yr 'Stall, Hürde'. Hieraus bulg.
edrcu, cdrii" 'echter Bertram, Speichel­
ahar 'Stall, Pferdestall', serb. ahal', har,
wurzel'.
aar 'dass.'. [Bern SlEtWb 25.
37. Ar. 'ä'ida: 47. Ar. 'a1j.rab :
'Einkommen, Gewinn ; Zoll', plr. 'awl1'id, 'Skorpion'. Hieraus sp. alacran 'dass.'
ebenso tk. Hieraus rum. avaet 'Zins, [mit ar. Art. und Änderung des Schluß-b
Steuer'. in einen anderen Konsonanten , vgl.
38. Ar. 'ain : dazu z. B. Calatayud aus ar. !f'al'at
'Auge' , plI'. a'jan wörtlich 'Augen', Ajjüb 'Hiobsburg'; Zocodover (Baedeker,
übertragen 'Vornehme'. . Ebenso tk. Spanien u. Portugal.4 Leipzig 19 12.
Hieraus rum. aian 'Vornehmer'. Frz. S. 1 35), Hauptplatz in Toledo, aus ar.
ayan 'tk. Beamter, der für die öffent­ sülp ad-dawib 'Tiermarkt'] ; pg. alacral,
liche Sicherheit zu sorgen hat'. [Devic alacrao, lacrao 'dass.'. [DE 53.
DEt 52. 48. Tk. a1:
39. Tk. aiwa : [Vambery TktEtWb S. 1 1 , NI'. 1 0 : al
'Quitte Cidonia vulgaris'. Hieraus russ. 'rot, golden, gelblich'] 'hochrot' ; hieraus
aiwa, klruss. ajwa 'dass.'; serh. awajlija russ. alyj, aloj, bulg. serb. al 'rot'. [Gor­
'eine Art Apfel'. [Gorjajew 2. Bern jajew 3. Bern SIEtWb 28.
SIEtWb 26. 49. Tk. alacuk :
.
40. Tk. ajgyr : Auch alacylp [nicht osmanisch] 'Filz­
'Hengst'. Hieraus mit gleicher Bedeu­ zelt, Rindenjurte'. Hieraus russ. lacuga
tung bulg. ajgol" , serb. ajgir , klruss. 'elende Hütte', altruss. alacuga. [Bern
oger, poln. ogier. [Bern SIEtWb 26. SIEtWb 682.
4 1 . Ar. 'ajjüJp 50. Tk. alaga :
[Vielleicht aus gr. alE 'Ziege' I"erderbt] fKelekian I$'.ämus 3 1 J 'gestreifter, bunter
der Stern Cl des Sternbildes Fuhrmann, BaumwollstolP [auch ins Ar. überge­
auch 'Ziege' genannt. Daraus Ayuk gangen, vgl. SBKAW Wien cm, 1 89 : 'ge­
oll. Alhajoth, der auch Capella 'Zicklein' streifter Stoff aus Baumwolle u_ Seide'] ;
genannte Stern. [ Devic DEt 1 9/20. hieraus rum. alagea 'feiner gedruckter
Lammens Rem 14. ldeler Sternn 92. Kattun'.
42. Hebr. äxal : 51. Tk. alaj :
'Essen'. Hieraus judendtsch. und Gau­ 'Regiment, Prunk' ; hieraus rum. alaiiJ.
nersprache acheln 'dass.'. Achelputz 'Gefolge, Aufputz, Feierlichkeit' ; hulg.
'das Essen im Gefängnis'. [Kluge 5. alaj 'Regiment, Gefolge, Prozession' j

[Tk. aln�-buJa�.

serb. ala} 'Truppe Soldaten in Paraue'. Ebendaher wohl auch rum. alabafa
[Bern SIEtWb 27. 'Mischmasch, Neues' in der Redensart:
52. Tk. alak-bulak : ce mai alabaIa? 'was gibt es Neues?'
'Verwirrung', älaga.bulaga 'dass.' ; hier­ c) Ar. in sä alläh oder genauer in
aus vielleicht rum. alabadura, arababura sä'lläh, vulgär insallah, tk. insalla 'wenn
'Unordnung, Gewirr, Durcheinander, Ge­ Golt will'; hieraus rum. i§ala 'mit Gottes
misch'. Hilfe'. Stalt in die Konjunktion wa
53. Ar. 'alam : gesetzt , gibt wa sä' lläh das sp. pg.
'Zeichen, Flagge', ebenso tk. alem 'dass.'; oxalri, ojala '0 daß doch'. [So jetzt
hieraus rum. alem 'Halbmond u. Stern'. ASIN P ALACIQS in Boletin de la R.
54. Mal. alang-alang: Academia Espafiola VII, clladerno 33
[Pijn 10 u. 204) 'dünnes, langes Ried­ (junio de 1 9:20) ; besser als ML 2875,
gras' Imperata arundinacea. Hieraus DE 326, Eguilaz 466.)
engl. lalan.q, d) Ar. fä iläh illa'lläh 'es gibt keinen
[JAOS XVIII, 1 18. Gott aUßer Allah' [I):ur'än, Sure 2, 256)
55. Tk. alasa : ist das islamische Bekenntnis zur Ein­
[Kelekian I):ämllS 32) 'Sattel- od. Pack­ heit Gottes, der sog. taul;1id, der als
pferd, Wallach'. Hieraus russ. losad' Kriegs- u. Schlachtruf gedient haben
'Pferd' u. viele Ableitungen, klruss. losa mag. Daraus wurde einerseits sp. leU­
'Pferd', losak 'Maulesel', poln. loszak Ues 'der Ruf der Mauren, wenn sie den
'Pferd, kleines Tatarenpfenl'. [Gorjajew Kampf beginnen' [ bei Don Quijote
1 92. Bern SIEtWb 734. ll. Teil, 34. Kap., i n der oben genannten
56. Ar. aI-batta : Ausgabe S. 189, letzte Zeile), anderer­
'Sicherlich' Adv., vulgär elbetj hieraus seits vielleicht sp. alarido 'Geschrei, Ge­
rum. elbet 'dass.'. heul', wohl auch frz. hallali, dtsch.
57. Ar. 'alg: Halali. [Rom Forsch IV, 374. ML 4974.
'Ungläubiger u. Barbar, Abtrünniger', Löbel EITAP 56. ZDMG XL, 258. De­
vulgär 'elf}. Hieraus sp. pg. elche 'Apo­ vic DEt 135.
stat, Renegat'. [DE 21)8. ML 284i!. 60. Ar. almäs :
58. Ar. 'alkam: [Aus gr. ahd!la�l 'Diamant', ebenso pers.
'Koloquinthe' : Frucht von Citrullus Colo­ u. tk .; hieraus russ. almaz, klruss. al­
cynthis; hieraus sp. alcam 'dass.'. [DE 8t. maz, ha lmaz, bulg. serb. almaz 'dass.'.
59. Ar. alläh: [Gorjajew 3. Bern SIEtWb 27.
'Gott'. In allen europäischen Sprachen
61. Tk. altyn :
als Fremdwort, nur im Rum. als Lehn­
'Gold' [Stamm al 'rot', s. hier Nr. 48J,
wort alah, allah, allach 'Gott'.
auch altun. Hieraus bulg. alt'lin 'dass.',
a) Mit wa , einer Beteuerungs- u.
serb. aldum- in Zusammensetzungen
Schwurpartikel, ergiht sich ar. walläh
'Gold-' , rusS. altyn, früher '3- , jetzt
'bei Gott'. Diese Schwurformel [die
15-Kopekenstück' [man beachte die Ent­
übrigens viel häufiger war als billäh,
wertung der ursprünglichen Bedeutung !],
,gI. 24. Ma�äme l:Iariris I, 2!J0 u. 291J
klruss. altyn '3-Kopekenstück'. - Aus
liegt der sonst unerklärten Formel sp.
dem tk. Deminuliv altyngylp wurde rum.
valgame Dios [alt valame Dios im Cid
altingic 'Kapuzinerkresse, Tropaeolum
u. noch im Don Quijote, z. B. Anfang
maius' [wohl wegen der roten Blüten) .
des Prölogo zum 2. Teil, s. Colecciön
[Gorjajew 3. Bern SJEtWb 27/"28.
de autores espanoles IV. Leipzig 1 89 1 .
S . VII.), pg. valha-me Dios [alt valhame 62. Pers. alMs :
Deus) zugrunde, wobei also eine volks­ 'Pflaume' [Berge DPersFr 39, Deminutiv
etymologische An gleichung eines ara­ von alü 'dass.') ; hieraus russ. alyra,
bischen Wortes an ein spanisches ein­ lyra 'dass.', wohl über einen tatarischen
getreten ist. Im andalusischell Dialekt : Dialekt. [Gorjajew 3/4.
Ivargame Dios! [mit r, wofür die Volks­ 63. Tk. alys.weris:
sprache der südlichen Länder besondere [Verbalsubstantive yon al- 'nehmen,
Vorliebe zeigt , vgl. Diez, Grammatik d. h. kaufen', u. wer- 'geben, d. h. ver­
der Romanischen Sprachen. 3 I , 203 kaufen'] 'Handel' ; hieraus rum. ali§l'eri§
u. 401). 'dass., Verkauf. [Sain 46. MSOS ll,
b) Ar. 'alä bäb alläh, wörtlich 'zum 122/3.
Tore Gottes', d. h. 'unter Allahs Schutz 64. Al'. ammä :
0(1. Obhut' [vl!1. Dozy , Suppl. I, 125); 'Aber', tk. emma 'dass.'. Hieraus rum.
hieraus provo alababala, a la babal& ama, ma 'was ! wirklich !' ; hulg. am, ami
[Honorat, Dict. ProvenQal-FranQais I, 70 'sondern, aber', serb. arnrt 'allein, aber'.
u. 205) 'ohne Bedenken , unbesorgt'. [Bern SIEtWb 28.

Pers. ämädä.] 6

65. Pers. amädä : sp. pg. mit Verkennung des ar. Stamml's
Part. pfct. des Vbs. ämädän 'kommen' .
am . . als ar. Artikel] almiraglio, sp.
[Horn N p' Et S. 11, NI'. 48], also 'gekom­ pg. almirante [mit volksetymologischer
men'. Uber das tk. wurde rum. aman­ Umbildung gemäfs dem lat. partie. praes. ],
dea 'fertig, schnell'. afrz. aumirant, provo amiran, it. almi­
66. Ar. aman : rante. Die Bedeutung ist überall 'Ober·
'Gnade , Gunst' , ebenso tk. Hieraus befehlshaber der Flotte'. Ebenso mhd.
rum. aman 'Gnade , Verzeihung', mit admirat [als Titel des Kalifen], dtsch.
dem ar. Art. aliman 'Not, Elend'. Frz. Admiral, nd!. admiraal, eng!. admiral.
aman in tier Redensart demander l' aman - Daß die Worte aus amil'·al-bah,·
'um Schutz bitten'. - Die ar. Form 'Befehlshaber der See, des Meeres' e nt­
imlZna, tk. emanet 'Sicherheit' wurde standen sein sollen, scheint wenig wahr­
mit amän kontaminiert, wobei sich scheinlich, wenn auch ein solcher Weg­
folgende Wörter ergaben : rum. amanet, fall des arab. Wortes bal;tr an und für
emanet 'Pfand, Sicherheit' ; bulg. serb. sich möglich i st, vgl. Z. B. Denebola [so
amanet 'Pfand', russ. amanat 'Geisel'. hier NI'. 482J, Abdul [wurde bei einem
[Sain 46. Devic DEt 30. Lammens tk. Schüler, der 'Abd·ul·hädi hiefs, stets
Rem 22. Bern SIEtWb 28. Gorjajew 4. als Name gebucht]. Dem Wunsche von
67. Ar. 'amara : ML 423 nach einer Geschichte der Form
'Strick'. Davon it. alamari plI'. 'Rock­ U. Bedeutung dieses Wortes mufs zuge·
verschnürungen', sp. alamar 'mit Schnü­ stimmt werden. Nur zum Teil ist diesel'
ren verzierte Knöpfe zum Schmucke Wunsch durch Christoph Gebharrlt, Das
od. zum Gebrauch' [Dicc Cast 101 a], arabische Etymon einiger romanischer
pg. alamar 'Schnüre od. Spangen aus Wörter. Programm des St.ädt. Gymna­
Seiden-, Gold- od. Silberfäden zur Zierde siums mit Realschule zu Greiz. 1912.
am Anzuge' [Constancio Dicc 42 b]. - S. 6-19 erfüllt worden. Der Verfasser
Die Etymologie ist m. E. zweifelhaft ; stellt als neues Etymon für die verschie­
vielleicht ist besser l;tamäla als Grdwt. denen Formen der Gruppe Admiral ar.
zu nehmen; das vulg. ar. Wort 'amäl'a amir awwal 'erster Emir, Oberemir'
selbst aus berber. amrär 'Schnur'. [ML auf, leider ohne diese Zusammenstellung
397. DE 54/6. Caix, Studi di etimologia in arabischen Schriftstellern belegen zu
italiana e romanza. Firem:e 1878. können. Den Formen prov_ amiran,
S. 145. amirant, sp. pg. H. almirante wird [a.
68. Hebr. amen : a. O. S. 15J der Ausdruck amir·amirän
'Wahrlich, gewifs, sicher'. Hieraus gr. 'Emir der Emire' zugrunde gelegt, doch
dJ.-lTJv, lat. amen; in alle europäischen scheint die pers.-ar. hybride Form in
Sprachen übergegangen ; mit diesem dieser Gestalt nicht bestanden zu haben,
Wort endigen die jüdischen und christ­ auch scheint die notwendige Abkürzung
lichen Gebete. Beachte besonders die zu amtran zu merkwürdig zu sein [na·
Formen: russ. amin', serb. aminati, türlich nach pers. U. arab. Sprachge­
klruss. amin', dagegen cech. poln. amen brauche ist nur die Verkürzung mir­
[besonders in der Redensart: jak amen miränJ. Orientalische Entlehnungen
w pacierzu '(sicher) wie das Amen im lassen sich nicht ohne weiteres nur mit
Gebete']. [Gorjajew 4. Mikl SlEtWb 3. Beachtung der romanischen Lautgesetze
Karlowicz 415. verfolgen, wie im Vorwort allgemein
69. Ar. amir: bemerkt wurde. [Devic DEt 31/32.
a) Vom Vb. amal'a 'befehlen', also : Lammens Rem �3/24. DE 165. Dozy
'Befehlshaber, Fürst'. In der vulgo Form Oost 5/6. Kluge 7. Rom Forsch IV,
emir in alle europäischen Sprachen als 368.
Fremdwort übergegangen, bemerke be· b) Mit pers. zlZdä 'geboren, Sohn'
sonders ndl. emier. - Mit ar·raM [Horn NpEt S. 143, Nr. 645J entstand
'Transport', d. h. die Transportflotte, die pers. ämirzlZdä od. verkürzt m'irZä, wört·
dem Verkehr U. der Verbindung zwischen lieh 'Fürstensohn'. Nachgesetzt, be·
Andalusien U. Nordafrika diente. wurde zeichnet das Wort einen 'Prinzen von
amir verbunden zu amir ar·ral;tl, dem Geblüt', Z. B. Räsid mirzä 'Prinz R'.
Titel für den Befehlshaber dieser Flotte. Vorgesetzt, ist das Wort der Titel eines
Hieraus ergeben sich aus der Verkür­ gebildeten, besonders eines schreibkun·
zung der Form : pg. amiralh, provo digen Mannes; am bekanntesten ist
amiralhs, amirat , afrz. amire, nfrz. Bodenstedts MIRZA SCHAFFY , pers.
amiral Eu. mit falscher etymologischer mirzä sät;;,'. - Russ. mirza, murza
Beziehung zu lat. admirari] admiral, 'tatarischer Großwürdenträger', vielleicht
rum. amiral, it. ammiraglio [u. wie im auch mit gerade gegenteiliger Bedeutung
7 [Ar. amrah.

IIIHI"Z'a 'Schmutzfink, Aschenbrödel'. - Illurinus Wag!., sein. [Hobson -Jobson


Rum. I11tl'zac 'Tatarenhäuptling'. [Löbel 23/25.
EITAP 64. 75. Ar. 'anäk:"
c) Mit älJur [so hiel' Nr. 36] ergibt sich 'Ziege' , aber anä� al-an}, wörtlich
pers. mtr·älJur 'Stallmeister, Vorsteher 'Erdziege' heißt der 'Dachs' od. ein
eines Marstalles', ebenso tk., vulgär anderes ähnliches Tier. Hieraus [mit
ausgesprochen imralJol" [A. Hindoglu, Vertauschung der Nasalen) Alamae,
Oictionnaire Fran c;ais-Turc. Vienne 183 1 . Amak ein Sternname : l Andromedae.
S . 201 a], hieraus rum. imbrohor 'Stall­ [Devic DEt 40. Ideler Sternn 126
knecht'. bis 127.
70. Ar. sDlrsh : 76. Tk. Anadolu :
[Mit gesprochenem, zum Stamme ge­ 'Kleinasien' [vom gr. dva-rwA� 'Aufgang
höri{.(en h; nicht wllI'ä, wie ML 432 sc. der Sonne', 'Osten' vom Vb. dva-rE��w].
hatl 'weiß!ic'h' ; hieraus mit romanischer Zur Bezeichnung Kleinasiens in allen
Endung sp. amarillo, pg. amarello 'gelb, europäischen Sp rachen gebraucht, z. B.
blaßgelb'. dts ch . Anatolien. - Hieraus rum. ana­
7 1 . Mal. ämllk : dol 'eine Art tk. Pelzmantels'.
[Pijn J3] 'Wut, wütend'. Zuerst in der 7 7. Pers. äubär:
europäischen Literatur i. J. 1 5 1 6 er­ 'Schuppen', gesprochen ämbär [VOll
wähnte Sitte, die im malayischen Ar­ ämbästän 'anfüllen , anhäufen' Horn
chipel weit verbreitet ist : Derjenige, NpEt S. 26, NI'. 1 1 1 ], ebenso tk. ambar.
der Amok läuft, stürzt sieb gesenkten Hieraus rum. ambar, hambar 'Spei cher,
Hauptes, den Kris [so hier Nr. 1 1 63] in Schuppen, Kornboden', Ableitung han!­
der Hand, auf alle, die er auf seinem bara� ; ruSSe bulg. serb. ambar 'Scheune ,
Wege trim, ohne jemand zu verschonen. Schuppen, Speicher', poln. ambar, im­
Der Grund zu diesen Mordanfällen scheint bar, klruss. ambar 'Niederlage'. -
zu starker Opiumgenuß od. auch Rach­ VOLLERS in ZDMG LI, 299 NI'. 94
sucht zu sein. - Nd!. amok, Vb. amok­ will jedoch anbär aus gr. �/-11t6ploV ab­
ken, dtsch. Amock( laufen); sp. amuco, leiten. [Gorjajew 4. Bern SIEtWb 28.
pg. amouco; angloind. eng!. amuek, 78. Ar. 'an bar :
amock, amok, als Vb. to run a-muck Mit Assi milation 'am bai' gesprochen ;
[wie to run atilt, to turn aside aufge­ hieraus H. ambra, frz. ambre, sp. pg.
faßt], daraus wieder muck 'Wutanfall'. ambar, [mit ar. Art.] alambar, alambre,
- Das mal. Wort ist viel leicht zurück­ rum. ambra, ambru ; eng!. ambre, nd!.
zuführen auf Malayalam amal··lJan amber, dtsch. Amber; russe ambra. -
'Krieger' von amar 'Kampf, Krieg' ge­ Amber ist eine ihrer Herkunft nach
mäß folgender alten Sitte : Wenn der zweifelhafte, ihrer Zusammensetzung
Zamorin von Malabar 12 Jahre regiert nach unvollständig bekannte, sehr teure,
hatte, wurde in Tirunäväyi eine Ver­ dunkelgraue Masse , die in früheren
sammlung abgehalten, in welchel' der Zeiten in der Medizin hochgeschätzt
Fürst in vollem ,Waffenschmuck, von war, während sie heute fast nur noch
seinen Untertanen umgeben , Platz zur Herstellung von Parfümen benutzt
nahm. Dann durfte jeder ihn angreifen, wird. In rundlieben oder kantigen
und derjenige, der den Zamorin tötete, Stücken auf dem Meere schwimmend
wurde sein Nachfolger auf dem Thron. oder am Strande angespült, wird die
Im J. 1 600 wurden 30 solcher Angreifer Ambra im Indischen Ozean gefunden
bei ihrem Unternehmen getötet. Diese und für feine Sorten je kg 5000 Mark
Leute hießen amar-lJäl', plI'. von amar­ und mehr gezahlt. Vermutlich ist der
lJan. [Eingehend bei Hobson-Jobson 18/23. Amber die verhärtete Kolmasse des
JAOS XVII, 108- 1 1 2. MMM Nr. 2. Pottwals Catodon macrocephalus Lac.
72. Ar. 'amüd' : - Dazu eng!. yellow amber 'Bernstein'.
'Säule', auch 'Eisenstange' ; hieraus sp. [OE 188/9. Eguilaz 258. ML 441.
alamud [mit ar. Art.] 'Riegel'. [OE 56. Gorjajew 4.
73. Bind. äna : 79. Ar. anbik :
'
Auch 4nah 'der 16. Teil einer Rupie' [Das selbst aus gr. 1i/-1�IE; in der Aus­
[so hier Nr. 1 730J ; hieraus angloind. sprache ambi�] 'Destilliergefäß'. Hieraus
anna. [Hobson-Jobson 31 /32. z. T. mit, z. T. ohne ar. Art. lat. aZam­
74. Tamil änai·kondra : bieum und die romanischen Formen:
[ genauer a�aik-k6n4a] 'was einen Ele­ it. lambicco, lambiccio, limbiecio 'Destil­
fanten tötete' soll das Grundwort für lierkolben', Vb. lambicare 'durch das
Anaconda, den Namen einer Wasser­ Reagenzglas gehen, genau prüfen', lam­
riesenschlange, Boa A. oder Eunectes biccarsi od. becew'si il cervello 'sich den
Ar. an da!.] 8

Kopf zerbrechen' ; provo elambie, frz. meist VOll Seide und im Schnitte unseren
alambic, rum. alambie, sp. alambique, Schlafröcken ähnlich, doch etwas enger
pg. lambi'lue; engl. alembie. Vb. frz. ist [J. W. Redhouse, Turkish Diclionary2.
alambi'luer 'destillieren' , auch figür­ London 1880. S. 1324; tk. entari od.
lieh. [DE 56. Devic DEt 5. ML 442. anteri bei A. Hindoglu , Dictionnaire
Wartbg FEWb 57. GIBBS in American Turc-Fran"ais. Vienne 1838. S. 71 b].
Journal of Science and Arts XXXIII, 325. Aus dem tk. wurde rum. anteril'i, an­
80. Ar. andül : tereu 'langes Unterkleid der orientali­
lAuch handül; selbst aus dem pers. schen Priester, Bauernrock' ; bulg. serb.
und letzten Endes aus sanskr. hilldöla, anterija 'kurzes Untergewand mit Är­
andöla 'chinesische Sänfte', vgl. ZOMG meln'. [Sain 46. Bem SIEtWb 28.
LI, 658; LU, 282; auch syrisch andül 85. Mal. antjar:
BrLexSyr 28a] 'Sänfte'. Hieraus viel ­ [Auch ancar] Name des Baumes Anti­
leicht mit ar. Art. sp. lando 'leichter aris toxicarla, der das Upas-Gift liefert
mit Maultieren bespannter Wagen mit [so hier Nr. 2136]. Aus dem Mal. der
4 Sitzen' [Dicc Cast 1240c, freilich mit botanische Name und rllSS. ancar 'Gift­
unrichtiger Etymologie], frz. landau, baum'. [Gorjajew 5.
eng!. landalt, dtsch. Landau, volksety­ 86. Ar. 'anzarüt :
mologisch umgestaltet zu Landauer. - [Selbst aus pers. änzäl'üt mit präfigiertem
Der Vers in GOETHES 'Hermann und 'ain, vg!. ZfSem 11, 2211 'Fleischleim,
Dorothea' I, ;')6 : ,Im geöffneten Wagen Sarcocoll', ein Gummi von Astragalus
(er war in Landau verfertigt) " kann gummifer Dym. Hieraus altsp. azaro,
natürlich nicht als Beweis für die Ety­ azarote, sp. azm ote, anzarotes, altprov.
'

mologie gelten, wonach die Wagen nach altcat. anzelot, pg. [mit ar. Art.J lanr;arote
ihrem Ursprungs- und Herstellungsorte, 'dass.'. [OE 195. A. Thonws, Nouveallx
der bayrischen Stadt Landau, benannt essais de philologie frant;aise. Paris 1904.
sein sollen. Ebensowenig bewiesen S. 1;')9. ML 511.
ist die Existenz eines angeblichen eng­ 87. Ar. 'Ar:
lischen Erfinders namens LANDOW. 'Scham' ; mit tk. Suffix -siz 'ohne' er­
[Kluge 273. [Dagegen wohl doch mit gibt sich tk. arsyz 'unverschämt, scham­
Recht Jacob EMA 97.] los' [Kelekian I>:amlls 833J, hieraus rum.
81. Ar. anf: ars!Jz 'dass.'.
'Nase'. Anf al-faras [5. hier Nr. 586J 88. Tk. ara:
'die Nase des Pferdes' ist der ar. Name 'Zwischen' [Stamm (11', 01" 'zwischen,
eines im Maule des Sternbildes Pegasus mitten' Vambery TktEtWb S 17, Nr. 19],
stehenden Sternes; hieraus Enif '10 aralyk 'Zwischenraum' ; hieraus rum.
Pegasi'. [Devic DEt 109/110. Ideler aralie 'Platz, Zwischenraum'.
Sternn 117. 89. Ar. 'Arab :
82. Mal. anggrek : Npr. 'die Araber'. a) Schon im Ar. und
[Pijn 7: standelkruit] 'eine OrchideenarL' besonders im Tk. nahm das Wort die
in den Tropen , besonders Angrecum Bedeutung 'Neger' an; daher rum. arab,
fragrans Thou., deren Cumarin enthal­ arnp, harap 'Araber, Neger' ; russ. arap,
tende Blätter den Bourbon- od. Faham­ bulg. serb. arapin, bulg. arap 'Neger'.
tee liefern, und Angrecum sesquipedale - b) In den romanischen Sprachen
Thou., bei uns in Treibhäusern gehalten. wurde das Wort zur Bezeichnung einer
Aus dem mal. entstand z uerst frz. an­ sittlichen Minderwertigkeit benutzt: frz.
,
gree hieraus der botanische Name lat. aI'abc 'Wucherer, Beutelschneider', dial.
angraecum od. angrecum. [Rom 'habsüchtig, geizig', provo aI'abe 'hab­
Forsch III, 49:!. Devic DEt 32. gierig , geizig' , alabre 'gefräßig'. Die
83. Ar. 'ankabüt : ar. Adjektivform 'arabi 'arabisch' liegt
'Spinne'. Wegen der Älmlichkeit der vor in sp. alarbe 'roher, ungebildeter
sich kreuzenden Meridiane und Parallel­ Mensch' [mit ar. Art.]. pg. alarve 'dass.',
kreise am Astrolabium hieß ein Teil kat. alarb 'dass.'. - c) Bezeichnung
desselben sp. alhancabut, frz. alaneabuth. des arabischen Pferdes im engl. angloind.
[Devic DEt 5. Lammens Rem 4. arab [für an At'ab horseJ, dtsch. Araber,
84. Ar. 'Antar : so schon bei Marco Polo: de bons des­
Ein berühmter sagenhafter Held des ar. triers arrabin s. Weitere Belege bei
Heidentums [so Z. B. C. Brockelmann, Hobson-Jobson 33/34. - d) Mit roma­
Geschichte der arabischen Literatur. nischer Endung -iseU8 wird it. arabeseo,
Leipzig 1901. S. 23 f.]. Nach ihm ist rabesco 'Schnörkelzeichnung nach arab.
ein Kleidungsstück al·. 'antart, tk. antel'i Weise' , frz. arabesque, rum. arapese,
benannt; es ist ein Unterkleid , das dtsch. Arabeske usw. - e) Zur Bezeich-
9 [Tk. araba.

nung des 'Mais' im bulg. arapka be­ hoa2. 1830. S. 72 leitet alles auf ar.
nutzt (wie im ngr. dpaß6crTo�]. [OE 5() bal'iTp 'brennend' zurück, nach dem
bis 57. ZromPh XXIX, 418. ML 589 Obigen wohl zu Unrecht.
und 590. Roth ViFr 38. 93. Ar. 'arata:
90. Tk. araba: 'Entfernen' [ei gentlich : 'den Abwesen­
[Mit falscher arabisierender Schreibung den verleumden']. Nach ML 599 [mit
'araba] 'Wagen', arabagy 'Kutscher, Berufung auf de Gregorio in StGJIt IV,
Fuhrmann'. Hieraus rum. araba, ha­ 248] Grundwort zu siz. arraS8U 'ent­
rah a 'Leiterwagen', arabagiu, harabagiu fernt', arrassari 'sich entfernen'; kalabr.
'Fuhrmann' ; russ. arba, klruss. hm'ba, arraSSQ1'e 'dass.'.
bulg. serb. araba 'Wagen'. - .Die 94. Ar. 'al'd:
Arabas werden von Ochsen gezogen Vollständiger "m'l/, al-g(tis 'Heerschau'.
und finden sich in der ganzen Berg­ Hieraus mit dem ar. Art. sp. kat. alm'de,
landschaft des Kaukasus [in weiten pg. alw'do [Constancio Dicc 43a] 'Heer­
Teilen Vorderasiens und der Balkan­ schau, Prahlerei', die letztere Bedeutung
halbinsel] wieder. Die heiden Räder im Vb. �p. hacer alarde, pg. fazel' alm'do
derselhen, große plumpe Holzscheiben, 'prahlen, sich brüsten'. [OE 57. Egui­
sitzen fest an der Achse und drehen laz 92. ML 618a.
sich mit derseIhen herum. Auf der 95. Ar. arga} :
Achse ruht, leicht und ohne anderen [Von rigl 'FUß, Hinterhand der Vier­
Halt als den, welchen die oben liegende füßer'] 'schwarzes Pferd mit weißen
Last des Wagens dem Zapfen gewährt, Flecken an den HinterfÜßen'. Hieraus
das eigentliche Gestell. Mit diesem sp. (tI'gel, pg. al'gel [Constancio Dicc 108 a,
höchst einfachen Fahrzeug-e wird durch wo noch genaue Bedeutungsunterschiede
Dick und Dünn , durch Täler und auf für argel tl'avado, argel trastavado und
Bergen, durch Flüsse und durch Moräste argel manalvo gegeben sind], frz. al'zel
gefahren, ohne daß je die Gefahr des 'dass.'. [OE 198. Devic DEt38. Lammens
Umwerfens einträte.· Heinrich Brugsch, Rem '260.
Reise der K_ Preußischen Gesandtschaft 96. }'cl"s. ärgäli:
nach Persien 1860 und J 861. Leip­ 'Wildes Bergschaf' in Mittelasien : Ovis
zig 1862. I, 51. [Sain 16. Gorjajew 5. ammon L. od. Ovis Argali Bodd. Hier­
Mikl SIEtWb 3. aus frz. argali 'dass.'. [Devic DEt 34.
91. Tk. aralas: 97. Pers. ärguwän :
'Durcheinander' [Stamm am, s. hier [Auch ärguwän, ärguman; vgl. hebr.
Nr. 88], Vb. aralaSdY1'lnaTe 'mischen'. argal1lan, dieses aus assyr. argamannu
Hieraus russ.}eralas 'Kartenspiel, Whist'. 'roter Purpur' , DelHWB 12\Ja , und
[Gorjajew 104. schließlich wohl aus ind. vgl.ZAkkFW 37]
92. Ar. 'arak : 'Purpur , Purpurstoff, purpurfarben'
'Schweiß', ' aröTp at-lalllr 'Schweiß der [nämlich 'dunkelviolett' nach P. HAUPT
Datteln', d. h. Dattelsaft, ein berauschen­ in Verhandlungen des 1 3. Internationalen
des Getränk. In Ostindien heißt 'araTp Orientalistenkongresses Hamburg 1902.
ein starkes Getränk, das aus gegorenem Leiden 1904. S. 218], ebenso tk. erge­
Reis, Zucker und Kokosnüssen zube­ wan [Kelekian �amus 68b] 'dass. und
reitet wird. Nach Europa ist das Wort Cercis siliquast,rum' ; hieraus rum. iOl'­
gekommen, nachdem im mal. Archipel govan 'spanischer Flieder, Syringa vul­
Kolonien errichtet waren. Daher haben garis'. Serb. jel'govan 'dass.'. [Löbel
Italiener und Spanier, die dort keine EITAP 56.
besaßen, das Wort auf anderem Wege 98. Tk. argymaIF:
erhalten. Sp. arae, altsp. arrequi(n), [Nach Gorjajew 5 entsprechend dem ar.
frz. arak, rack, pg-. Q1'aque, araca, raTe, l'imak, wozu vgl. �M H, 799: rarnaka,
engl. arrack, racTe, ndI. arak, dtsch. plr. rimaTc 'schlechtes Pferd od. Stute,
ArraTe. Aus dem ar. Adjektiv 'araTp-;; die man bei den Füllen läßt, um diese
wohl das frz. Argotwort l'iquiqui zu führen'; diesl's nach Vollers aus
'Schnaps'. Die tk. Form ist ebenso raTpi, pehlevl mmak ZDMG L, 641 Nr. 150];
woraus rum. rachiu 'Branntwein', l'achier hieraus russ. argalllak, poln. rltlllaTc
'Branntweinbrenner', rachierie 'Brenne­ 'asiatisches Pferd; guter Renner' (poe­
rei'. Russ. arak. [Kluge 22. Hobson­ tisr'he Bezeichnung).
Jobson 36/37. DE 1 96/197. Devic DEt 99. Ar. 'arif:
33/34. Gorjajew 5. - J. de Sousa, Vesli­ [Vom Vb. 'arafa 'wissen'] eigentlich
gios da lingua arabiga em Portugal. Col­ 'Wissender' , 'Baumeister , Architekt';
lec�ao etimologica das palavras e nornes hieraus mit :Ir. Art. sr. alarife, valenc.
portugueses que tern origen arabiga. Lis- aarif, alarif 'dass.'. - Auch in dem
AI'. Rl'il'.] 10

Namen des Sommersitzes der granadi­ auch vom Imperativ l;ta,-rik 'bewege!'
nischen Könige in Granada, dem Gene­ abgeschwächt. Im provo it. arri! von
ralife [so Baedeker, Spanien und Portu­ den MauItiertreibern in gleichem Sinne
gaL'. Leipzig 1 9 1 2. S. 350 ; v. Schack, benutzt. Hieraus leitet DE 202/3 das
Poesie und Kunst der Araber in Spanien sp. arriero, pg. arrieiro 'Maultiertreiber'
und Sicilien. 2. Stuttgart 1877. H, 328 ab.
bis 333 ; Kurt Hielscher, Das unbekannte 107. Tk. arslan :
Spanien. Berlin s. a. ( 1922). S. 1 7/22], [VgL über Versuche zur Etymologie
früher Ginalarife, d. h. gannat al-'arif dieses Wortes BANG in KSz XVII, 126ff.]
'Garten des Baumeisters'. [DE 57. 'Löwe'. Hieraus bulg. serb. arslan und
100. Ar. arir: mit Metathesis bu)g. raslan 'dass.'.
[Infin. des Vbs. arm 'unverschämt Über magy. OI'oszldn wurde slov. oros­
schreien'] 'Schreien, Geschrei'; hiervon lan. [Bern SIEtWb 31.
nach Diez, Körting und ML 647 sp. pg. 108. Tk. arsyn :
alarido 'Kriegsgeschrei'. Da aber in [Aus pers. ä,·s 'Elle' Horn NpEt S. 18,
der altfranzösischen Chanson d'Anti­ Nr. 70] 'Elle'= 71,1 cm. Hieraus rum.
oche II, 1 22 den Sarazenen der Kriegs­ arlj in 'Elle, Docke (Wolle)' und rusS.
ruf .aride! aride!" beigelegt wird, paßt bulg. serb. arSin, bu)g. roSin, poln.
die hier Nr. 59 d [am Schlusse] gegebene arszyn 'Elle'. 'der 1500. Teil einer
Ableitung semantisch besser. - Die Werst (1 ,067 km)'. Ebenso dtsch. Ar­
Ableitung aus lat. ululatus ZromPh XVI, schine, frz. archine 'russische Elle'. [Sain
520 ist abzulehnen. 46. Bern SIEtWb 3 1 .
101. Ar. earls: 109. Ar. 'arta nitä :
'Weinlaube'. Hieraus sp. arije als Ad­ [Wohl selbst fremden Ursprungs] 'Alpen­
jektiv in der Verbindung uva arije 'rote veilchen'. Hieraus siz. kat. S�. artanita
Edeltraube' [nach dem Dicc. de la Acad. 'dass.'_ [GrSVociSic 226. ML 683.
Cast. 'especie de uvas que son deI 1 1 O. Tk. srtyr- :
tamafio y hechura de las albilIas, pero Artyrmak 'vermehren'; hieraus rum. ar·
muy rojas']. [DE 57/59. tirisire 'steigern', at(irdisi 'aufschlagen'.
102. Tk.-tat. arkan: 1 1 1 . Ar. 'ams :
'Dicker Strick , Tau , PferdeschIinge' 'Braut', hieraus siz. gart·usu als Aus­
[vom Stamme ek 'wenden , drehen', druck der Verachtung für junge Leute,
kausativ ögür > ör, z. B. cagat. örmek meist mit obszönem Nebensinne: 'Ky­
'flechten, winden', arkam 'Seil' Vambery näde'. [GrSVociSic 238.
TktEtWb S. 28, Nr. 31 ]. Hieraus russ. 1 12. Sanskr. ärya :
poln. hulg. klruss. arkan 'Fangstrick, 'Edel'. Hieraus dtsch. Arier zur Be­
Wurfschlinge zum Fange von Pferden' ; zeichnung derjenigen Völker, die dem
rum. arean 'dass.'. [Gorjajew 6. Bern Sanskrit verwandte Sprachen sprechen.
SIEtWb 30. Sain 16. Karlowicz 421>. EngL Ar.1lan, Vb. to aryanize; frz. arien.
1 03. Tk. armaga n : 113. Tk. aryk:
'Geschenk'. Hieraus bulg. serb. arma­ 'Wassergraben, Kanal' [Stamm jar- 'zer­
.qan, serb. ormagan ' dass.'. [ Mikl spalten, zerklüften' Vambery TktEtWb
SIEtWb 4. S. 12-3, Nr. 1 33 II] ; hieraus serb. klruss.
104. Tk. arna'ut : . jarok 'Graben, Rinne, Bach'. Vgl. auch
'Der Albanese' [wohl aus dem gr. 'A).ßa­ ung. drok 'Graben, Kanal'. [Bern SI­
viTl1<; entstanden]. Hieraus rum. arnaut EtWb 446.
'albanesisch, der Bediente' und Ablei­ 1 1 4. Ar. arza :
tungen arnautesc, arnatttinu, arnatt­ 'Eine Fichtenart, pinus cedrus'. Hieraus
[wsea. Bulg. arnatttin, serb. arnautin mit dem ar. Art. sp. alerce 'Lärche' ;
od. arnm,t 'der Albanese', jedoch klruss. siz. arzanu 'Tanne'. Auffallend ist die
arnaut(ka) 'eine Art Heidekorn'. Zur Ähnlichkeit mit lat. larrx, larreem, wor­
Bezeichnung der Albanier in allen euro­ aus it. lariee, pg. larico; dtsch. Lärche.
päischen Sprachen, z. B. dtsch. Arnaute. [GrSVociSic 227. ML 635. DE 98.
105. Tk. arpa : 1 1 5. Ar. 'asll :
'Gerste'; mit Deminutivsuffix arpagyk 'Stock', doch auch schon 'Lanze' ; hiel'­
'Gerstenkorn, spanische Zwiebel'; hier­ aus val. aa9a 'Lanze'. [OE 31.
aus rum. arpagic 'Schnittlauch, Scha­ 1 16. Ar. 'asära
' :
lotte' [so hier Nr. 1 19]. [Vom Vb. 'asara 'pressen'] 'der Saft,
106. Ar. arrih : der durch Pressen aus einer Pflanze
Im Vulgärarabischen des Magrib [Nord­ gewonnen wird' ; hieraus sp. frz. alizari
westafrika] Interjektion zum Antreiben als Handelsausdruck für garance 'Fär­
der Tiere [JAs 1843, II, 216], vielleicht berröte, Krapprot' und weiter der che-
11 [Tk. asey.

mische Ausdruck Alizarin zur Bezeich­ sammenhang mit 1;tarif 'Bursche' ge­
nung bestimmter Farbstoffe ; frz. aliza­ hracht wird]. [Devic DEt 5.
rine. Alizarintinte wurde i. J. 1855 122. Pers. iistär :
zuerst in Dresden hergestellt. [Devic [Ob ursprünglich iranisch wie Horn
DEt 23. Lammens Rem 15. NpEt S. 7, Nr. 26 will, oder tk. ast
1 1 7. Tk. asey : 'unter', also 'Unterfutter' ZDMG XXIII,
rAus as 'Suppe' und dem Suffix des 272 u. Vambery TktEtWb S. 21, NI'. 23 I,
Berufes gi ; nicht npers. äs 'Brühe, bleihe dahingestellt] 'Futter (eines Klei­
Speise', wie Horn NpEt S. 8, Nr. 29 an­ des)'. Hieraus über tk. asta,. 'dass.'
gibt ; vgl. auch MO XVII, 145] 'Koch' ; [Kelekian l):ämlls 18a] rum. asta,. 'Fut­
in vulgärer Aussprache a?HJY i hieraus ter. Seihtuch'.
hulg. aheija, serb. ascija 'Koch'. [Bern 123. Ar. 'asiir :
SIEtWb 25. 'Der Zehnte' [von 'asar '10'] ; hieraus
1 18. Ar. asir : frz. achour 'eine Steuer, welche die Ein­
'Kriegsgefangener', ebenso tk. esir, vul­ geborenen Algeriens an die französische
gär jesir. Hieraus serb. (dia!.) jesir Verwaltung zu zahlen hatten'. [Devic
'Gefangener', klruss. jas!!,. 'dass.', poln. DEt 4. Lammens Rem 4.
jas(s)yr'Gefangenschaft bei den Türken', 124. Tk. asyl p
russ. (nur alt u. dia!.) jasyr', jesYl" 'Knöchel, Knöchelchen (auch zum Spie­
'Sklave'. [Sern SIEtWb 449. len)' ; hieraus mit adventivem r rum.
ar� ic 'Knöchelchen, Knöchelspiel' ; Ab­
1 19. Hebr. Askelön : leitg. a1·�iea1·.
Lat. Ascalon, n. pr., eine Stadt im süd­
lichen Palästina ; danach wurde eine 1 25. Tk. asma:
Zwiebel art als cepa ascalonia bezeichnet ; [Vom Stamme as- 'hängen'] 'Rebe' ;
hieraus unter Wegfall des Substantivums hieraus rum. asmaciuc, asmafuc, asma­
[wie bei frz. fromage aus lat. lac for­ puehi'u, 'Kerbel Anthriscus'.
maticUtn] aprov. escalonha, afrz. escha­
126. Pers. lispäniib :
logne, it. scalogno, sp. escalona ; mit Suf­
Ar. isfänäg, isfinäif 'Spinat' [Vielleicht
fixwechsel frz. echalotte, pg. xalota ; kommen diese Formen selbst aus dem
dtsch. Schalotte, Aschlauch. In der Lateinischen, etwa spina 'Dorn' oder
Vendee dia!. echalotte 'derbe Tracht besser *spinax SBKAW Wien PhhKI
Prügel'. [Behrens Beiträge 87. ML 694. CXXXlI, 362] ; hieraus zunächst die ro­
manischen Formen afrz. espinoehe, espi­
120. Hebr. Askenaz : nard ; frz. epinard, provo espinar, kat.
In der sogen. Völkertafel Gen 10, 3 ge­ espinac, sp. espinaca, pg. espina{re, H.
nanntes Volk, wahrscheinlich im nörd­ spina ce, rum. spanae. Mit steter An­
lichen Phrygien (Kleinasien). Später lehnung an lat. spina auch im Germa­
bedeutete askenaz 'deutsch, der Deut­ nischen dtsch. Spinat, nd!. spinazie,
sche, Deutschland', plr. askenazfm 'die eng!. spinage. Russ. spinat, bulg. spa­
Deutschen', allgemeiner die Juden mit nak, serb. spanae, cecb. spinat. poln.
jüddischer Muttersprache, hesonders im szpinak. [Devic DEt 1 10/1 1 1 . Eguilaz
Gegensatze zu den westlichen Sefardim 391. ML 706.
mit spagnolischer Sprache. Vg!. auch 127. Hebr. asirüt :
den Familiennamen Asehkenasy. [Ave-L Moderner Ausdruck -'großer Reichtum'
IV, 330. [vgl. assyr. asaru 'Heil widerfahren las­
121. Ar. asraf: sen' DeI HWB 148 a, hebr. *�s�r im
Elativform von sarif 'edel, berühmt' Ps 1, 1 : 'Glück'] ; hieraus mit vorgesetz­
[so hier Nr. 1852], also 'sehr herühmt, tem n [wohl aus dem dtsch. Art.] das
sehr edel', ergab mit. pers. Suffix i äs­ jüdischdeul.sche nesires in dem Aus­
räfi 'eine Goldmünze' [genau so ge­ druck : Da steckt e NeSires 'Da ist noch
hildet wie das synonyme äkbär'i von Reichtum I' [Tendlau 66. Lenz Eindr 17.
ar. akba,. 'sehr groß']. Hieraus pg. 128. Tk. at :
xarafim, xerafim 'eine Münze aus Ost­ [Vielleicht vom Stamme al 'fremd, wild'
indien, die 300 Reis Wert haUe' [Con­ Vambery TktEtWb S. 14, Nr. 14] 'Pferd'.
stancio Dicc 974 a] und sicherlich auch Hieraus rum. hat 'Pferd' in der Volks­
frz. aigrefin [mit volksetymologischer poesie ; bulg. serb. at 'Pferd, Hengst'.
Umgestaltung] 'eine Münze, die früher Mit pers. plthn 'groß. weit, breit' [Horn
in Frankreich in Umlauf war' und mit NpEt S. 76, Nr. 344] wird tk. pehn-at
einem nicht seltenen Bedeutungswandel 'großes Pferd', woraus rum. bahmet
'Schwindler, listiger Mensch' [besser als 'edles tatarisches ROß' in den Volks­
die Ableitung von einem so nicht vor­ liedern der Moldau, rusS. klruss. poln.
handenen al-lzurüff, das wieder in Zu- bachmat 'dass.', Adj. (dia!.) bachmatJj
Ar. 'ataßa.] 12

'tölpelhaft, ungeschickt'. [Sain 16. Bern sern , d. h. moirieren' gehört] ; eng!.


SIEtWb ::)3. Gorjajew 1 3. Karlowicz 4�3. tabby, nd\. tabijn, dtsch. Tabin 'schweres,
129. Ar. 'atasa : glattes, moiriertes Seidenzeug' . Poln.
'Dürsten, nach etw. gierig sein'. Hier­ tabin, tobin ; klruss. polutabent mit An­
aus siz. attaciu 'riesiger Appetit, Gier, gabe ein�s weiteren Berkun/tortes.
Brunst' ; attaciatu 'durstig, ängstlich'. lDE 343/4. Mikl SIEtWb 346.
[GrSVodSic 2'!l7. 134. Ar. 'attär:
1 30. Ar. atflja : 'Verkäufer von Parfümen und Drogen
Plr. atäf� 'Dreifuß' ; hieraus mit dem [ar. 'itr], Drogist' ; hieraus mit dem ar.
ar. Art. sp. annafe, anafre 'Kohlen· Art. sp. alatar 'Drogist'. [DE 59.
becken, kleiner tragbarer Ofen'. In der 1 35. Ar. aug :
ar. Aussprache von Granada, wo die 'Höhe, Kulmination, Apogäum [Erdferne
Imala {ä > e > j:J sehr stark war, er­ als Fachausdruck der Astronomie]' als
gab sich aHrl und hieraus sp. atifle technischer Ausdruck und in verall­
'Irdener Dreifuß'. [DE 184 u. 2 15. gemeinerter Bedeutung [z. B. höchste
131. Ar. atlas
. : Glückswonne] ins Romanische über­
'Glatt, fein' . Von einem Manne, der gegangen : it. sp. kat. pg. ange, frz.
nicht viel taugte, sagte man, er sei auge 'Apsiden'. Ableitung von lat.
atlas ; ebenso von Seide, sie sei atlas, auge/oe, wie z. B. Constancio Dicc 140 b,
d : h. minderwertig ; schließlich biieb i3t aus lautlichen Gründen abzulehnen.
das Adjektiv allein zur Bezeichnung des Das ar. Grundwort ist möglicherweise
Stoffes [wie z. B. im Romanischen, wo selbst fremden [persischen, indischen
aus lat. ieeur ficatulII frz. foie 'Leber', oder griechischen] Ursprungs. [DE 2 1 7.
aus lat. caseum formatieum frz. fromage Devic DEt 48. Lammens Rem 29/30.
'Käse' wurde], und zwar des sog. Seiden­ ML 78:2 .
satins [so hier Nr. 2188]. Rum. atlas, 136. Ka8. tat. anl :
atlaz ; russ. atlas, bulg. atlaz, serb. cech. Kirgis. ebenso, dass. wie tk. agyl 'Tier­
atlas, poln. atlas 'Satin'. Dtsch. Atlas, park, Hof'. Hieraus russ. anl 'Dorf bei
nd\. atlas. [Joseph Karabacek, Über kirgisischen Völkern', bulg. affbl 'Hürde'.
einige Benennungen mittelalterlicher [Gorjajew 7. Mikl SIEtWh 2.
Gewebe. Wien 1882. S. 1 1 ff. Gorjajew 137. Tk. awly :
7. Hobson-Jobson 39/40. Kluge 25. 'Hot' [aus dem gr. aÜ>-I1] ; hieraus rum.
Dozy Oost 22. avlie 'Park'.
1 32. Malediwisch ato!ll: 1 38. Ar. 'awwär :
Verwandt mit singhalesich ätul 'Inne­ Od. 'awär [von der Wurzel 'ära II 'ver­
res'. Hieraus die europäische Form derben'] 'Stäubchen, Fehler, Schaden'
eng\. atoll, dtsch. Atoll. Darunter ver­ ist wohl sicherlich Grundwort zu it.
steht man eine Koralleninsel, die einen avaria 'Schaden an Schiff oder Ladung,
Ring oder Kranz, manchmal von vielen Hafensteuer', ein \Vort, das zuerst von
km im Durchmesser, bildet und in ihrem den Genuesen und Pisanern benutzt
Innern einen Raum mit brackigem wurde und dann mit der it. Endung in
Wasser einschließt. Die Malediwen sind fast alle europäischen Sprachen über­
typische Beispiele dieses Baus und ging: frz. avarie; sp. averia, haberia;
gaben daher das Wort zu ihrer Bezeich­ pg. avaria. Dtsch. Havarie, Hafel'ei;
nung her. Wissenschaftlich gebraucht nd!. avarij, averij, haverij; eng!. avemge
wurde es zuerst von DARWIN in seiner [offenbar ist h als Ersatz für das von
Abhandlung über The structure of Co­ Europäern nicht sprechbare 'ain zu
ral Reefs 1842, S. 2, wo atoll als sy­ denken ; dann wäre der unmittelbare
n.onym mit lagoon-island definiert wird. EinflUß des ar. Grundworts bis hierhin
Altere Belege, bis 1610 zurückgehend, wirksam gewesen, wenn nicht etwa
bei Hobson·Jobson 40. Kontamination mit germ. Hafen oder
133. Ar. 'Attäb : Volksetymologie anzunehmen ist]. Russ.
Npr. Ein Urenkel von UMAIJJA, dem awarija, bulg. serb. awarija, (Sech. ava­
Stammvater der Umaijjadendynastie, rie 'Seeschaden'. [DE 217. Dozy Oost
gab einem Stadtviertel Bagdads den 22/23. Devic DEt 50/51. Kluge 1\)5.
Namen, also al-'attälnja. In diesem Gorjajew 1. Robson Jobson 42.
Viertel wurden die bunten Stoffe aus 1 39. lud. äya :
Seide und Baumwolle hergestellt, die Od. äyä in allen indischen Eingeborenen­
nach dem Ursprungsorte einfach 'AttabI­ sprachen ; selbst aus dem pg. aia 'Er­
Stoffe genannt wurden. Hieraus mit zieherin, Amme' [wie aio 'Haushof­
Weglassung des ar. Art. it. sp. pg. tabi, meister, Erzieher eines jungen Adligen'
frz. tabis [wozu das Vb. tabiser 'wäs- letzten Endes aus dem lat. adiuvare].
13 [Pers. azlid.

Hieraus die angloindische Form ayah it. belzebit, wie schon im NT Bezeich­
'eingeborenes Zimmermädchen oder nung des 'Fürsten der Hölle'.
Amme'. [Hobson·Jobson 42. dJ Mit 'aYäla 'Wagen' wurde über
140. Per�. äzäd : ba'al 'ayälä ' Herr des Wagens' schließ­
[Horn NpEt S. 6, Nr. 19] 'frei' ergibt lich poln. balagula, baragola 'jüdischer
mit pers. diräl]t 'Baum' [Horn NpEt Fuhrmann'. [Karlowicz 4 1 7.
S. 1 2 1 , Nr. 548] den Pflanzennamen 146. Tk. baba:
lizliddiräht, ebenso ar. azä dirah oder 'Vater' ; hieraus rum. baba 'Vater, Greis"
lIzdiral]t, " Meli a azederach L. [viI. J. F. babacii, babaie 'Vater', babalic 'alter
Gronov, Jt'lora orientalis 52 ; Forskäl, Mann'. Ebenso russ. baba, babai 'Groß­
Flor. aeg. ar. p. LXVI, no. 127]. Hieraus vater'. Im Angloindischen wird das tk.
sp. acedaraque, frz. azCdm'ac, dtsch. Wort sowohl von Europäern als Ein­
Zedrach. lDE 32. Devic DEt 53. gebOJ enen als Kosewort für Kinder be­
141. Pers. äzärgün : nutzt : bliba oder im Pluml bliblilög [lög
'Feuerfarben' [aus pers. lizär 'Feuer' 'Leute' im Hind.]. [Bern SIEtWb 3(;.
Horn NpEt S. 4, Nr. 9 und gün 'Farbe' Hobson·Jobson 42/43.
ebenda S. 2 1 1 , Nr. 946]. Hieraus ar. 147. Ar. babagä :
zarkün und weiter sp. azarc6n 'Mennig', [Selbst nicht arabischen, sondern viel­
pg. zarciio, azm'ciio ; volksetymologisch leicht indischen Ursprungs, JAs 1862,
entstellt auch it. panni di sirico und 1, 93] 'Papagei'. Hieraus mit Anlehnung­
ähnl. [DE 225/226. Diec Cast 296. an lat. gallus it. pa pagallo, afrz. pape­
Karabacek (s. hier Nr. 1 3 1 ) S. 8 unten. gaut und in Anlebnung an laI. gaius
'Häher' provo papagai, afrz. papagai,
142. Pers. äZdähä :
nfrz. papegai [jedoch mit geänderter
'Drache' [Horn NpEt S. 19, Nr. 76] ;
Bedeutung: 'Vogel aus Holz, nach dem
hieraus zunächst tk. aider 'dass.' und
geschossen wird'], sp. papagayo; ferner
dann bulg. serb. aZdet· 'Schlange', az­
siz. varvaianni, it. barbagianni 'Nacht­
dm'ha 'Drache'. [Mikl SIEtWb 5. Bern
eule, fig. Tropf'. Dtsch. Papagai, nd!.
SlEtWb 36.
papegaai [als 'Pfaffenhäher' aufgefaßt],
1 43. Ar. 'aziz : eng\. popingay, dän. papegoeie, schwede
'Mächtig, herrlich' ; mit dem ar. Art. papegoja. Ebenso rusS. popugai, klruss.
al-'aziz 'die Herrliche', Grundwort zu papuha, serb. poln. papl{qa, bulg. pa­
Za Zisa, dem Namen der noch jetzt vor· pagal. [DE 326. GrSVociSic 249. Gor­
handenen siz. Villa bei Olivuzza bei jajew 274. Mikl SIEtWb 231 . Suolabti,
Palermo. Eine eingehende Beschreihung Die deutschen Vogelnamen. Stral3burg
s. bei Schack, Poesie und Kunst der 1 90!l. S. 2/3.
Araber in Spanien und Sizilien. 2. Aufl. 148. lIal. bäbi·rüsa :
11, 261-265. Zusammengesetzt aus mal. babi 'Seh wein'
1 44. Ar. 'azm al·hnkk : [Pijn 26] und rüsa 'Hirsch' lPijn 1 24],
'Knochen des Oheraflus oder des Hüft·
• also wörtlich 'Hirschschwein', Bezeil"h­
beins'. Hieraus provo amaluc 'Hüfte'. nung einer Art Schweine im indischen
[ML 849. Memoires de la societe de Archipel, nämlich Porcus Babimssa
linguistique de Paris. Paris 1873. V, 40. Wagl. [also nicht 'Schweinebirsch', wie
145. Hebr. ba'al : Sachs-Villatte, Frz. Wb. S. V. übersetzt].
'Herr'. a) Mit hebr. bajj{} 'Haus' ergibt Hieraus engl. babirussa, babil'usa, dtsch.
sich in moderner Aussprache bal-bajis Babirussa, sp. babiruza, frz. babiroussa.
'Herr des Hauses' ; hieraus ndI. balle­ [Devic DEI 55/56. JAOS XVII, 1 12 bis
boos, baalhaboos. [Ave·L IV, 341 . Dozy 1 14.
Oost 24. 149. Pers. bilbr :
bl Mit dlißär 'Wort, Erkundigung' [Horn NpEt S. 42, Nr. 180] 'Tiger'. Hier·
ergibt sich modern bal· dowor 'Herr der aus über tatar. babr 'Leopard, Jaguar'
Erkundigung, Kundschafter'; hieraus in das rusS. babr 'Tiger'. [Gorjajew 8.
der dtsch. Gaunersprache Baldower, Vb. 1 50. Hind. bäbü :
ausbaldowel'n 'die Gelegenheit zum Dieb­ r Auch bengali, vgl. sskr. vap',.a 'Vater']
stahl auskundschaften'. Ursprünglich ein Ausdruck der Acb­
cl Mit zeßüß 'Fliegen' ergab sich tung, der dem Namen hinzugefügt wurde,
Ba'al·zeßüß 'Herr der Fliegen', ähnlich wird das Wort jetzt in Bengalen und
wie ZEU� o..rro/JulO�, der 'Fliegenbewah­ anderen Teilen Vorderindiens von den
rer', Name einer philistäischen Gottheit Angloindern zur Bezeichnung eines ober­
[übrigens gr. wohl absichtlich zu BE E�­ flächlich gebildeten oder auch verweich­
Z:EßOU� 'Herr des Mistes' verstümmeltl. lichten Bengali benutzt. Vielfach hat
Hieraus dtsch. Beel.zebub, frz. belzebuth, es auch den Sinn eines 'eingeborenen
Pers. Bada�sän.]

Schreibers, der englisch schreiben kann': giri(tän 'ergreifen' Horn NpEt S. 202,
[Hobson-Jobson 44. Nr. 909] ; hieraus angloind . badgee,· 'eine
1 5 1 . Pers. BadahSän: Vorrichtung zur Lüftung eines Hauses',
N. pr. Name des n'ordöstlichen Teiles wie sie in Persien u. Sind gebräuchlich
des heutigen Afgänistän. Von hier be­ ist ; es sind Luflzüge in Form von
zo� man in früheren Zeiten Edelsteine Mauer-Schornsteinen, die dem Serdäb,
[MP 120/124]. Über das ar. balalJs er­ d. h. dem Kellergeschofl, von der Ter­
gab sich als Bezeichnung für eine Rubin­ rasse des Hauses herab frische Luft
art ml at. balascius, it. balascio, balasso, zuführen. [Hobson-Jobson 46.
sp. balajo, balaja, pg. balais, balacke, 159. Pers. bädjä:
kat. balaix, frz. provo balais ; dtsch. 'Weingefäfl, Krug' [Horn NpEt S. 36,
Ballasrubin. [Devic DEt 57. DE 233. NI'. 155] ; hieraus zunächst tk. badja
ML 891 . 'dass.' und daraus rum. biidiiu 'Butter­
152. Mal. bädak: fafl'; russ. badja, badJeika 'Brunnen­
[Pijn 27 al 'Nashorn' ; hieraus sp. pg. eimer, Kübel', poln. (dia!.) badja 'ein
abada 'Weibchen des Nashorns', auch Mafl von bestimmter Gröfle bei der
sp. bada [Diee Cast 302 e] 'Nashorn'. Minenverwaltullg'. [Gorjajew 8. Bern
[Hobson·Jobson 1/2. SIEtWb 37.
153. Ar. badala: 1 60. Tk. badihewa:
Vb. 'verändern' ; hieraus hind. badal't 'Umsonst, gratis' [Kelekian 233 b, wohl
'eine Person, die für jemand anders ge­ aus ar. Mdz-kawa 'Luft verursachend'] ;
nommen wird, Stellvertreter' und Hnglo­ hieraus bulg. badikawa, badiawa 'dass.',
ind. budlee 'Stellvertreter in öffentlichem sl'rb. badalOad 'dass.', slov. badava und
oder privatem Dienste'. [Hobson-Jobson mit slav. Präposition zabadava 'verge­
1 22. bens, umsonst'. [Bern SIEtWb 37.
1 54. Pers. bädäm: 161. Pers. bädingän:
'Mandel' ; hieraus hind. badam ka darakt Ebenso ar. bädingän 'Tollapfel, Solanum
. 'Mandelbaum' und schließlich frz. ba­ melongena'. Hieraus zahlreiche ver­
damier 'der indische Mandelbaum, Pru­ schiedene romanische Formen : it. peton­
nus amygdalus'. Über tk. badern [Ke­ ciano, sp. pg. val. berengena, pg. berin­
lekian I>:ämus 233 a] 'Mandel' wurde gala, kat. alberginera, frz. aubergine,
bulg. badern, serb. badern 'dass.'. [Bern melangene, merangene, it. melangola,
SIEtWb 37. Mikl SIEtWb 6. marignano, melanzana, siz. milinciana.
1 55. Ar. badan : Über vulgo tk. patlygan wurde rum.
'GürteI od. Frauenmantel ohne Ärmel'; piitliigea, demin. piitliigicii 'Tomate'.
hieraus pg. bedem 'maurischer Mantel, Russ. badidzan, badarzan, batlazan,
Regenmantel aus Leder, Spartgras ouer baklazan. [DE �39. Eguilaz 344. De­
Binsen [Constancio Dicc 167 b] und siz. vic DEt 46/47. ML 876. Löbel EITAP 75.
JYiddemia 'Frauenmantel aus Leinen od. 1 62. Pel'�. bädjän:
Baumwolle' [in scherzendem Tone od. 'Anis'. Hieraus sp. badian, badiana,
verächtlichem Sinne gebraucht]. [GrS­ pg. badiana 'chinesischer Sternanis',
VociSic 243. t"rz. badiane 'ein Baum Ilieium anisatum
156. Tk. badana: aus der Familie der Magnoliaceen'; aus
'Putzmörtel, Tünche zum Kälken oder den Samenkapseln, dem sog. Stern anis,
Weiflen ' [Kelekian I>:ämus 232 b und werden das wohlriechende eau de ba�
Hindoglu, Dictionnaire Turc-Fran�ais. diane u. verschiedene Liköre, z. B. die
Vienne 1 838. S. 99 a] ; hieraus rum. bi­ anisette de Hollande, hergestellt. Russ.
dinea 'Weiflbürste'. [Woher stammt frz. poln. badjan 'Anis'. [Gorjajew 8/9.
badigeon 'Putzmörtel' ?] Devic 56. MMM 5.
157. Pers. bädäwärd: 163. Pers. bädrän:
[Aus dem pers. bä d 'Wind' [Horn Np­ [Pers. Md 'schlecht' Horn NpEt S. 44,
Et S. 35, Nr. H i t ] und ar. ward 'Rose']. Nr. 1 87] 'Schurke'; hieraus rum. Mdii­
Eine Pflanze (Komposite) aus dpr Gat­ ran 'Tölpel, Erzlümmel'.
tung Echinops 'Kugeldistel'. Hieraus 164. Ar. badw:
frz. bedegar 'Schwamm, der auf den 'Wü8te', das zugehörige Adj. badaw'i,
Rosensträuchern durch den Stich eines vulg. bedew'i 'Wüstellbewohner' oder
Insektes bewirkt wird'. [Devic DEt 63. wahrscheinlich der plr. badawtjün, vulg.
1 58. Pers. bädgir : bedew'in ergibt frz. bedouin, sp. it. pg.
'Windfang' [aus pers. bäd s. hier Nr. beduino, pg. beduin 'arab. Wüstenbe­
157 und g'l1" Präsensstamm des Vbs. wohner', rum. bidiviu 'Pferd arabischer
16 [Pers. bäftä.

Rasse'; dtsch. Bedt,ine, nd!. bedowijn, hieraus it. baldacchino 'ein in Bagdäd
eng!. bedouin; russ. beduin 'Beduine', hergestellter, golddurchwirkter Seiden­
poln. (alt) bedew, badau:ja 'gutes Renn­ stoff', dann ein daraus hergestelltes
pferd'. [DE 238_ Devic DEt 63_ Karlo­ 'Zelt, Thronhimmel'; frz. baudequin, bai­
wicz 421 . daquin, sp. baldaquin, pg. baldequino.
1 65. Pers. baftii: Aus dem it. wurde dtsch. Baldachin
'Gewoben' [part. pass. von biiftän 'we­ nur in der speziellen Bedeutung 'Thron­
ben' Horn NpEt S. 38, NI'. 168] ; der himmel', ebenso nd!. baldakijn, aber
Name für eine Art Kaliko, die haupt­ eng!. baldachin, baldaquin 'Brokatstoff,
sächlich in Baroch und Guzerat (Vorder­ Traghimmel'. Russ. baldalJin, bulg.
indien) hergestellt wurde ; daher anglo· serb. baldalJin, cech. baldachyn, poln.
ind. bafta, bufta. Vielleicht hängt hier­ baldachin. [DE 234. Devic DEt 58.
mit auch nd!. bef 'Chorrock der Präla­ ML 881. Kluge 33. Gorjajew 10.
ten, Halskragen', demin. beffken, dtscb. 1 7 1 . Ar. bagija:
Bäffehen 'viereckiges Kinnläppchen der 'Ehebrecherin, Hure'; hieraus mit Suffix­
geistlichen Tracht' zusammen [vgl. z. B. wandel frz. bacasse, sp. bagasa, pg. ba­
auch ar. bafta in der Bedeutung 'ein gaxa, provo bagassa, it. bagascia 'Vettel,
J(anzes Stück' SllKAW Wien phi!. hist. Hure', siz. bagascia 'dass.', guajassa
C!. C III ( 1 883), 1 99]. - Im tk. pafta 'unerzogene gewöhnliche Frau, Schlam­
hat das Wt. die Bedeutung 'Platte, Me­ pe'. - Vielleicht liegt auch Kontami­
tallplatte' angenommen [Kelekian J>:ämus nation mit ar. bägiz, bägiza 'zotig,
3 1 4 a] ; hieraus rum. pafta 'Schnalle, Lump' vor; für Ableitung aus hypothe­
Spange'. [Hobson-Jobson 47. MWiD tischem * bacassa liegt kein Grund vor.
1 14. Löbel EtTAP 72. [GrSVoci Sie 227.
1 66. Pers. bag : 1 72. Al'. bagla:
'Tribut' [Horn NpEt S. 34, NI'. H8), Name eines 'Schiffes' [wohl selbst in·
auch tk. bafl 'Abgabe, Durchgangszoll' dischen Ursprungs ZDMG L, 651] ; hier­
[Kelekian J>:ämfis 232]; hieraus bulg. bac aus angloind. buggalow 'dass.'. [Hobson­
'Abgabe', serb. baldar 'Aichmeister', Jobson 94.
baldarina 'Zoll'. [Mikl SIEtWb 6. Bern 1 73. Tk. baglama:
SIEtWb 37. 'Das Binden' Inf. des Vbs. baglamalp
1 67. Tk. baga : 'binden'; hieraus rum. balama, balamale
'Kamin'; hieraus rum. bageaca, bajaca 'Türangel, Scharnier'.
'Dachfenster, Fensterluke'. 1 74. Tk. bagyr :
168. Tk. baga : 'Eingeweide'; hieraus rum. Miri, Mel'e
'Schildkröte'; hieraus rum. baga 'Schild­ 'dass.'.
patt'. Sollte auch sp. galapago 'Schild­ 1 75. Pers. bäbadnr:
kröte' aus tk. lpaply baga [d. h. bedek­ 'Held' (nach Schiefner durch Dissimi­
kelte Kröte von lpap 'Decke!', s. hier lation der Konsonanten aus fagfür hier
NI'. 1061] herzuleiten sein? [Sain 47. NI'. 569 oder aus dessen Grundwort
Hi9. Pers. bägcä : bagha·puthra entstanden ; vgl. mongo!.
'Garten' [aus Mg 'Garten' Horn NpEt bagatur, batur, woraus ung. Mtor 'kühn'
S. 39, NI'. 1 69], tk. ebenso bagee, bakee; wurde] ; ebenso tk. bahadyr 'Held'; hier­
hieraus russ. bakea, bahea 'Gemüse­ aus russ. bogatY1" 'Held, Riese, Vor­
garten', klruss. baksa 'dass.', serb. bas­ kämpfer' Z. B. im AT in Bezug auf
ca, bulg. bafea 'Garten (mit Melonen Simson gebraucht ; klruss. bohatyr 'Held',
und Gurken bepflanzt)'. [Gorjajew 9. bahatyr ',reicher Mann'; poln. bohatyr
Mikl SIEtWb 6. Hern SIEtWb 39. 'Held'. Über hind. bahiidur 'Held, Vor­
1 70. Pers. Bagdäd : kämpfer' entstand angloind. bahaudur,
N. pr. Name einer am Tigris gelegenen bahawder, behadoor, frz. behadour : ein
Stadt, aus altpers. baga [Sskr. bhang] Titel, der gewöhnlich dem Namen euro­
'Gott' u. zend diita 'gegeben, geschaffen', päischer Offiziere in indischen Schrift­
also 'von den Göttern gegeben [{}e6- stücken angefügt wird, z. B. Jones $äMb
KTUJ'TOC;]', nicht 'mit Glück beschenkt' Bahltdur. Auch sind Bahawdur und
das gegen die Quantität verstößt [zend Sirdar Bahawdur die offiziellen Titel
Mgha 'Glück']. Aus dem Adj. bagdltd'i, der Inhaber der 2. und 1. Klasse des
das schon ar. und tk. 'Zimmerdecke aus Order of British India, der 1837 für
Holzbalken' bedeutete, wurde rum. bag­ eingeborene Offiziere der Armee gestif­
dadie 'Zimmerdecke'. - Das Snbst. tet wurde. Im gewöhnlichen Leben be­
wurde it. Baldacco, afrz. Baudas, dtsch. zeichnet angloind. behawdur 'eine hoch­
Baldak [z. B. in Hauffs Märchen], eng!. mütige, wichtigtuende Persönlichkeit'. ­
Baldacea und das Adj. entsprechend; [Benfey, Orient und Occident J, J :�7
Pers. bähmän.] 16

führt das Wort nuf sskr. bhaga-dhara Verteilung der Beute vornimmt. [Mikl
'glück bringend' zurück.] - Über tk. SIEtWb 6. Bern SIEtWb 39.
bahadYI' wurde rum. bahat'dirca 'alte 183. Tk. bairam :
Kokelte, Scheinspröde' . [Hobson.Jobson Name zweier Feiertage, nämlich 1. das
48/50. Gorjajew 22. Bern SIEtWb 66. seker bairamy 'Zuckerbairam', auch
1 76. Pers. bähmän : großes Bairam, als Ende des Fasten­
Eine Pflanze, die verschieden bestimmt monats Ram!ldän in den ersten Tagen
wird, wahrscheinlich Centaurea behen, des Monats Sawwal und 2. das (;or[mn
aber ar. bahman 'eine Art Rettich'. bairamy 'Opferbairam' am 10. !!u'I-I�igge
Hieraus frz. behen, sp. behen, dtsch. zur Erinnerung an das Opfer tIer Pilger
BehenwurzeZ ; die Wurzel wird in der in Mekka. Hieraus rum. bai/'am 'Fest,
Arzneikunde benutzt. - Das sog. Behen­ Bairamfest'. Im angloind. beil'amee,
öl wird dagegen durch Pressen der Be­ by/'arnee, byrarnpaut 'ein feiner Woll-
hennüsse gewonnen, d. h. aus den Sa­ stotr, der schon von JEN BA'rrÜ TA
men der Pflanzen Moringa oleifel'a Lam. um 1 343 erwähnt wird [Iß 248J. [Hob­
und M. aptera Gaertn., die wie die be­ son-Jobson 81 /8:2.
kanntere unsere Kapern [so hier NI'. 978] 184. Ar. baitär :
liefernde Capparis der Familie der Cap­ 'Tierarzt' [das selbst möglicberweise aus
paridaceen (unseren Cruciferen verwandt) gr. hunaTp6c; stammt, ZDMG LI, 29;)] ;
angehören. [Devic DEt 63/64. hieraus sp. albeita,', pg. alveitUl' 'dass.'.
1 7 7. Ar. bahri: [DE 70.
Adj. zu ar. babr 'See'; hieraus sp. ba­ 184 3. Hebr. bajl{}:
hari, pg. bafari 'eine Art Falke'. [DE 'Haus' [ar. bait, assyr. bUlt] ; hieraus
282. gaunerdeutsch Bais, Bes, Bos 'dass.'.
1 78. Pers. bähSis : Mit hebr. zöna 'Prostituierte' ergibt sich
'Geschenk' [vom Vb. bälJs'idän 'schenken' Sonebos, Sonnenbos 'Bordell', mit hebl'.
Horn NpEt S. 43 , NI'. 1 86] ; ebenso tk. z�bfZ 'Mist' [so hier NI'. 1 45 cJ Sefelbos
bak8is. Hieraus rum. bac�is 'Trinkgeld' ; 'Abtritt'. S. auch hier NI'. 145 a.
eng!. angloind. buclcsheesh, buxees; frz. 18i>. Mal. bäjü : "
bakchich ; dtsch. Bakschisch 'Geschenk, Besser bagu 'eine Art Uberkleid, ma­
Trinkgeld'. Bulg. serb. bak8is 'dass.'. layische Jacke' [Pijn 27 a J ; hieraus anglo­
[Devic DEt 57. Bem SIEnVb 40. ind. badjoe, bajoo 'dass.'. [Hobson-Job­
1 79. Ar. bahün son 46/47.
'Weihrauch, Wohlgeruch'; hieraus mit 186. Ar. baliara :
ar. Art. pg. albafar, aZbafor 'Parfüm 'Kuh'; hieraus siz. bacara 'eine Art
allS Benzoe, Lavendel und aromatischer kleiner Wagen, kleinstes Gefährt in Si­
Cyperngraswurzel in starkem Essig ; zilien'. [GrSVociSic 227.
wohlriechendes Cyperngras'. [Constan­ 187. Hebr. bakbük :
cio Dicc 4:� b.] [DE 62. 'Flasche' ; hieraus' frz: bacbuc 'oass.' bei
180. Hebr. bähür: Rahelais : Za dive Bacmc 'die göttliche
'Jüngling' [vgl. n'lmhebr. MlJal 'reifen' Flasche !' [Devic DEt 56.
Dalman, Aramäisch-neuhebräisl"hesWör­ 188. Ar. bakija :
terbuch (1901), 49] ; hieraus judendtsch. 'Rest, Überbleibsel' ; hieraus mit ar. Art.
Bocher 'dass., Schüler'; poln. bachur, sp. aZbaqu{a 'oer Rest einer Schuld, be­
bachor 'jüd. Kind ; junges Schwein'. sonders das, was bei der Entrichtung
[Kluge 60. Karlowicz 417. des Zehnten sich nicht bequem teilen
181. Tat. bajba) p ließ, Z. B. sechs oder sieben Schafe'.
'Murmeltier'; hieraus russ. baibak, babak [DE 65. Dicc Cast lOh.
'Murmeltier Arctomys marmota Schreb., 189. Ar. bakkäl :
Faulenzer', bulg. bajbak, I!ech. bajbal." 'Gemüsehändler, . Händler mit Gemüse,
bablik, poln. bobak; frz. boback; dtseh. Obst, Pökelfleisch, Rindfleischwürsten
Boback 'asiatisches Murmeltier'. [Gor-. und anderen Gegenständen häufigen
jajew 9. Gebrauchs', ebenso tk. ; hieraus rum.
182. Tk. bairak : bacal, bacan 'Grünhändler', bacanesa
'Fahne', mit pers. Endung baim�dar 'Gemüsehändlerin', bi'icalia, bi'iciima 'Ge­
'Fahnenträger'; hieraus rum. bairac müsehanolung' ; ross. bakaZeja, bulg.·
'Fahne', bairacdar 'Fahnenträger'. Eben­ bakalija, serb. bakalski jespap, poln.
so bulg. bajrak, serb. barjak 'Fahne'. bakalje'Spezereien,Kolonialwaren'. [Gor­
Bei den Räuberorganisationen auf dem jajew 9.
Balkan ist der Bairaktar derjenige Ober­ 1 90. Ar. bakkam :
räuber, der die Kas�e führt und die 'Farbholz zum Rotfärben' [vielleicht aus
17 [Tk. bal}lawa.

üem Pers., etwa p1lk Horn NpEt S. i5, einer Festung'. Wenn Löbel EITAP 1 1
Nr. 339 'Brennholz'], ebenso tk. balmm ; diese Ableitung mit mehr als einem
hieraus rum. biican 'Blauholz', russ. Schein von Recht etimologia tndoiosa
hakan 'Florentinerlack'. Bal}l}am ist nennt, so sind die folgenden Wörter
dasselbe wie Fernambuk- oder Brasil­ aus semantischen Gründen u n z w e i f e l ­
holz, Caesalpinia echinata Lam., seit der h a ft aus dem angegebenen Grundwort
Entdeckung Amerikas unser gebräuch­ abzuleiten und Annahme eines ahd.
lichstes Rotholz, das die Portugiesen palco 'Balken' als Grundwort abzuleh­
1 540 in den südamerikanischen Wäldern nen : it. balcone, frz. balcon, rum. balcon,
in großen Mengen fauden [wie Haema­ sp. balc6n, pg. balcao; dtsch. Balkon,
toxylon campechianum L. oder Cam­ engl. balcony; russ. bulg. serb. poln.
pecheholz unser gebräuchlichstes Blau­ balkon, cech. balk6n. - Auf direkterem
holz ist]. Im angloind. sappanwood ist Wege, höchstens über tat. bälalJane ist
wahrscheinlich tamul. shappu oder ma­ russ. balagan 'Marktbude aus Brettern,
layäl. shappannam 'rot' als Grundwort Schaubude' entstanden. - Andere Ab­
anzusetzen. Der dritte bereits genannte leitungen S. DE 60_ Eguilaz 97. ZfromPh
Name Brasil oner Brazil, schon im V, 244 ; XXX, 557. [Gorjajew 9 u. 10.
Mittelalter gebraucht, ist noch nicht er­ ML 890.
klärt. [Hobson-Jobson 794. H18. Tat. balalaika :
1 9 1 . Tk. baklawa : 'Laute' ; hieraus russ. balalaika, kir.
'Kuchen aus Mändeln oder Rosinen mit balabaika, serb. balalaJka, cech. bala­
Honig und Zucker hergestellt' ; hieraus lajka 'russische Zither oder Laute mit
rum. baclava 'Honigkuchen, Marzipan'. zwei oder drei Saiten' ; frz. la balale'ika,
1 92. Hind. baknä : dtsch. Balalaika. [Gorjajew 10.
'Schwatzen' ; hieraus angloind. to buck
199. MongoI. balamnt:
'plappern, viel und anhaltend schwatzen'.
Hieraus russ. balamut, cech. balamut,
[Hoh�on-.Jobson 1 1 7.
poln. ba lamut 'Schwätzer, Klatscher' ;
1 93. Tk. ba�yr :
rum. balamut 'dumm'. Dazu auch Verba:
'Kupfer' ; hieraus serb. bakar 'dass.',
russ. balamuttt', cech. balamutiti, poln.
bulg. bakor 'Kupfer, Kupfergefä&'. [Mikl
balamucic und mit Abstoßung der
SIEtWb 6. Bern SIEtWb 40.
ersten Silben : bulg. mötja, serb. mutiti
1 94. Ar. balä' : 'verwirren, trüben'. [Gorjajew 10.
'Unglück', tk. ebenso bela ; hieraus rum.
bela, belea 'Mißgeschick, Not', beliileu 200. Ar. balät :
'sch wach'. Einheitsnomen bälä�a 'glattes Pflaster,
1 95. Mal. baläcan : breiter Stein zum Pflastern, Quader' ;
'Vorspeise aus gesalzenen und dann ge­ hieraus siz. balata 'die lastra, d. h. ein
stampften und getrockneten Fischchen harter, viereckiger Stein zum Einram­
oder dergI.' [Pijn 38 a] ; hieraus anglo­ men der Pflastersteine'.
ind. balachong, blachong, die charakte­ 201. Tk. balbasy :
ristische Speise der indochinesischen und Aus tk. bal 'Honig' und bas 'Kopf',
malayischen Völker. [Dass. wie hier eigentlich 'Honigkopf', hieraus rum.
Nr. 286.] [Hobson-Jobson 5 1 . balba�, baba� 'Honigwasser'. - Aus tk.
1\16. Ar. balad : balgy 'Honigverkäufer' wird rum. balgiu
'Land', Adj. dazu baladi 'ländlich, ein­ 'dass.'. - Tk. bal-jemez 'der nicht Honig
heimisch' ; hieraus mit leicht verständ­ ißt oder frißt' ist Bezeichnung für ein
lichem Bedeutungswechsel sp. baladl Geschütz großen Kalibers, vgl. v. Moltke,
'wertlos, gering'. [DE 202/3. Briefe über Zustände und Begebenheiten
1 97. Pers. bälähällä : in der Türkei.2• 1R76. ti. 260 im Briefe
[Aus pers. bälä 'hoC'h' Horn NpEt S. 39, vom 12. Mai 38. Hieraus rum. balimez,
Nr. 1 7 1 und pers. lJänä 'Haus' ebenda baliemez 'grOßkalibriges Geschütz'. Hier­
S. 103, Nr. 465 ; also eigentlich 'Hoch­ von kommt sicherlich auch der rum.
haus'] 'ein oberes Zimmer, hervorstehen­ Ausdruck a face talme� balme� 'krumm
der Teil des Hauses, Erker, Balkon' ; und lahm schlagen'.
hieraus mit vielfachen Kontaminationen 202. Tat. bnlda :
ähnlich bedeutender Wörter und unter 'Ring, Säbelgriff, Knauf', auch tat. bal­
volksetymologischen Einflüssen it. bat ­ · dak, da� kirgis. 'Krücke' ist; hieraus
vacane 'Brustwehr mit Schießscharten, russ. balda 'das dicke Ende eines Stockes,
Stützmauer', provo barbacana, frz. bar­ ein großer Hammer' ; mit slav. Präfix
bacane 'Schießscharte', kat. bm'bacana und Endung russ. nabaldasnik, nabal­
'Fensterdach, Dachvorsprung', sp. bal'­ dasina 'Stockknopf'. [Gorjajew 10.
bacana und pg. bat'bacaa 'AUßenwerk Bern SIEtWb 41.
Loko t s c h , Etymolog. Wörterbuch. 2

KNJllll1iCA AL. FAI.


Ar. Bal�is.] 18

203. Ar. Balkis: geschickt [wie ein Fisch auf dem Trock­
�. pL, Name der sagenhaften Königin nen]'. [Bern SIEtWb 41/42.
vun Saha, die zur Zeit Salomos herrschte, 209. Mal. bambu :
vgl. KOrtlll Sure 27, wo der Name aller­ [Dessen letzte Quelle ist vielleicht kanar.
Jings nieht genannt wird. Nach A. Rösch, biinbU, das aus sskr. vambha verderbt.
Die Königin VOll Saba als Königin Bil­ zu sein scheint] 'eine Pflanze ::iüdasiens',
qis. Eine Studie. Leipzig 18!-J0 ist das besonders häutig werden Bambusa vul­
ar. Wort vom gr. 1fUAAaKic; 'Kebsweib' garis und B. arundinacea angebaut. Die
abzuleiten [das gr. Wort mUß selbst wie Benennung, die in Sumatra und Java
lat. pallaca vom hebr. oder phöniz. p!­ heimisch ist, verbreitete sich in Europa.
leges 'Kebsweib, Buhle' kommen ; die seit Ende des 16. Jahrhunderts zuerst.
Benennungen unsittlicher Personen und in der Form mambu, dann sp. pg�
Verhältnisse pflegen von dem niedriger bambu, it. bambu, frz. bambou, ndl. barn­
stehenden Vollr aus dem Sprachschatz boe, bamboes, dtsch. Bambus, eng!. bam­
des höher gebildeten übernommen zu boo [bambou-cane ist aber kein Spazier­
werden]. Nach Löbel ElTAP 1 1 soll stock aus Bambus, sondern aus rattan,
mit Berufung auf Laurian §i Maxim, s. hier Nr. 1724], russ. bambuk. - Die
Glosariu de vorbe straine in limba 1'0- reiche Verwendungsfähigkeit des Bam­
manlL Bucure§tl 1876, p. 50 das Wort bus schildert vorzüglich Chamb AllJap
im Türkischen die Bedeutung 'dick und 61/64. [Devic DEt 60. Kluge 35. Hob­
groß' haben [fehlt aber bei Kelekian son-Jobson 54/5.
Kämlls]. Hieraus rum. balciz, balcaz
210. Ar. bämija :
'garstig, plump, stämmig'. - Die von
'Eine Gemüsepflanze, Hibiscus esculen>­
Löbel a. a. O. gegebene Ableitung vom
tis, griechisches Korn', tk. ebenso ; hier­
"I'. TTaAaul KUZ:lKOC; 'Ruinen von Kyzikos
aus rum. bamie, bama, bamba 'Okra
�m Marmarameere' ist, weil semantisch (unreife Malvenfrucht) , Gumbokapsel'
unzulässig, abzulehnen.
[nach Ghi� Pop, Rumänisch-deutsches
204. Ar. ballä'a : Wörterbuch S. 44].
'Hauskanal, Abzugsgraben, Kloake', eben­ 21 1 . Ar. banän :
so ar. ballü'a. Hieraus sp. arbollon, 'Finger', Einheisnomen banana; wahr­
ulbellon 'Abzugsgraben der Teiche und scheinlich Grundwort zu der Bezeichr­
Höfe' albaflal, albaflar 'Kloake' ; arag. nung Banane für die Frucht der Musa
albeUfm, val. arbello 'Abzugsgraben'. paradisiaca L. oder Musa sapientum L . .
Ebenso siz. biddaca 'dass., Abort'. [OE [Musa übrigens aus ar. mauz, müll 'Baum
65. Eguilaz 102. ML 908 a (wo ar. balla und Frucht der Musa'], doch wurde der
ungenau ist). Name zuerst im Kongogebiete gehört
205. Ar. ballür : [obwohl der Bantu-Name dafür bi-tebbe
'Kristall' ; hieraus sp. abalorio 'kleine oder ähnlich lautet] und um die Mitte
Glasperle', pg. avelorios, avellorios 'Glas­ des 1 6. Jahrhunderts nach Europa ge­
perlen, wertlose Kleinigkeiten'. [DE 3 1 . bracht ; sp. pg. banana, it. banano, rum.
206. Ar. ballüt : banana, frz. banane 'Pisangfrucht', ba­
'Eichel, Kastanie', Einheitsnomen bal­ nanier 'Pisangbaum', ndl. banaan, engl.
lüta' hieraus sp. bellota [woher hat ML banana, dtsch. Banane, russ. banan. -

1025 die Form balota? Dies Wort ist Nach einem Vorschlage von HOMMEh
ja 'die Stimmkugel'], pg. belota, boleta, soll Banane von babyl. banu ' Süß schmek­
bolota 'Eichel', it. ballotta 'gesottene ken, gut sein' [wohl bano 11, 1) bei DeI
Kastanie'. [DE 239. Eguilaz 343. HWB 1 80 a] kommen, wovon auch über
*bana das ar. bala 'Dattel' abgeleitet
207. Tk. balta: wird. [Kluge 35. Hobson-Jobson 56.
[Stamm bai 'zerhauen, spalten' Vambery E. Werth, Zur Natur- u. Kulturgeschichte
TktEtWb S. 197, Nr. 2071] 'Axt, Beil' ; der Bananen. In Festschrift zu Eduard·
hieraus russ. balfa 'schmales Beil', klruss. Hahns 60. Geburtstage. Stuttgart 1 9 1 7.
poln. balta, bulg. serb. balfa 'Beil' ; rum. S. 22-58. MWiD 1 30.
biiltac, biiltag 'Streitaxt, Keule'. [Gor,ia­
212. Pers. bän d :
jew lO. Mik1 SIEtWb 7. Bern SIEtWb 41.
'Band, Knoten' [Berge DPersFr 69, Prä­
208. Tk. baly, : sensstamm des Vbs. bästän 'binden'
'Fisch' ; hieraus russ. balyk 'gedörrter Horn NpEt S. 50, Nr. 2 1 !J] ; hieraus wohl
Stockfisch', serb. baluk 'Fischkörner, unter Anlehnung an p �rs. bändär 'Ha­
Kockelskörner' [z. B. zur Vertilgung des fen' angloind. bund 'jedes künstliche
Ungeziefers], poln. nur im Ausdrucke Ufer, Werft, Damm' ; auch in allen,
na balyku 'auf allen Vieren, sehr un- anglochinesischen Häfen gebräuchlich,_
19 [Ar. bang.

auJier in Hong-Kong, wo pg. praia [aus kleinen Hühnerrassen. Frz. coq oder
lat. plaga) benutzt wird. [Robson­ poule bantam ; dtsch. Bantamhuhn.
Jobson 127. 218. Mal. banting :
213. Ar. bang: 'Rinderrasse vom Hochlande von Pa­
[Aus pers. bäng 'Bilsenkraut' Horn NpEt dang' [Pijn 4 1 ; ursprünglich ja vanesisch) ;
S. 53, N. 232) 'Bilsenkraut, Hyoscyamus hieraus eng!. banting, banteng 'das wilde
niger, ein berauschendes Hallfpräparat' ; Rind, Bos banteng', auf Java, Borneo
hieraus hind. bhäng [vielleicht auch un­ und der Malayischen Halbinsel. [JAOS
mittelbar aus sskr. bhaliga 'brechend, XVII, 1 16/1 17.
Hanf') u. angloind. bang, bhang, p�. ::H 9. J.>ers. bärä :
bangue [Const Dicc 1 58 b), sp. bangu, Od. bärt'ä 'Lamm' [Horn NpEt S. 49,
frz. bangue 'indischer Hanf'. Die ge­ Nr. 2 1 1 ) ; hieraus vielleicht über das
trockneten Blätter und Stengelchen von Kurdische russ. baran 'Hammel', cech.
Cannabis indica werden entweder ge­ beran, cech. (diaI.), poln. baran 'dass.'.
raucht oder, mit einer Süßigkeit ge­ [Gorjajew 1 1 /12.
mischt, gegessen; die berauschende Wir­ 2:2U. Syr. Bar-abba :
kung ist ähnlich der des basis [so hier N. pr. Nach den Evangelien Mt 27 u.
Nr. 839). - Wie hängt hiermit kopt. Mc 1 5 ein jüdischer Verbrecher, den
ni-bang, woraus gr. vl11rEv{}f)C; abzuleiten die Juden am Passahfeste an Jesu Stelle
ist, zusammen ? [DE 375. Devic DEt losbaten [aus syr. bar 'Sohn' und abba
60/61 . Hobson-Jobson 59/60. 'Vater', s. hier Nr. 1, also 'Sohn des
::J l4. Rind. bangla : Vaters' ; dagegen scheint die Deutung
Hieraus angloind. bungalow, die ge­ bar rabban 'Sohn ihres Herrn oder Leh­
bräuchlichste Art Häuser, welche Euro­ rers' kaum wahrscheinlich] ; gr. Bapaß­
päer im Lnnern Indiens bewohnen. SIe ßdC;, lat. Barabbali; hieraus lI·iest. baraba
bestehen nur aus. einem Stockwerk und 'Taugenichts', I:(enues. barbau, provo
sind mit einem pyramidalen Dach ver­ barban, barban 'Schreckgespenst für
sehen, das gewöhnlich mit Stroh, manch­ Kinder'. [ML \140.
mal mit Ziegeln gedeckt ist. Gegensatz 221. Pers. bärk :
dazu puckahouse [so hier Nr. 1 6 14). - 'Blatt' [Horn NpEt S. 47, NI". 203) ; hier­
Mit hind. if,äk 'Post, Relais von Pferden aus über die kaukasischen Sprachen
u. Leuten, auch Briefpost' verbunden, russ. burka 'runder, kurzer Filzmantel',
ergibt sich angloind. daw-/mngalow, ein wie er bei den Kosaken und Kaukasiern
Rasthaus zur Bequemlichkeit der Rei­ üblich ist. Poln. bUl·ka. [Gorjajew 3 4.
senden, das früher und z. T. auch jetzt 222. Ar. baraka :
noch von der indischen Regierung unter­ 'Segen (nämlich Gottes)" ebenso tk.
halten wird. Einfach eingerichtet, ent­ bereket 'dass., Fruchtbarkeit'; hieraus
halten sie doch alles Wesentliche für rum. berechet ..'Fülle, Fruchtbarkeit' ;
die Bedürfnisse des Reisenden, auch bulg. bel'eket 'Uberfluß', serb. berieet
einen Diener, der für mäßigen Preis 'Glück, Überfluß'. [Sain 47. Hern
Nahrung liefert. Sie sind entweder i l l SlEtWb 49.
Abständen von 10 bis 15 eng!. Meilen, 223. Sskr. baranda :
so daß ein Tagesmarsch ohne Mitnahme [ Vielleicht selbst vöin pers. bär-umädä
eines Zeltes erfolgen kann, oder von 'heraufgekommen, d. h. mit einem Dach
40 bis 50 Meilen angelegt, die in einer versehen'], neuindisch varanda 'ein be­
Nacht von Palankinträgern durchlaufen deckter, nach vorne offener Vorraum,
werden können. [Hobson-Jobson 1�8/1 29. Altan'; hieraus pg. varanda, sp. baranda,
2\J9/300. barandilla, kat. barana, frz. veranda,
215. Mal. bangsal : it. veranda; dtsch. Veranda, eng!. veran­
'Lager, Majitazin, Vorhalle' [pijn 35b] j dah Gedoch amerikanische Schreibung
hieraus angloind. bankshatl 'Warenhaus, veranda Herrigs Archiv CXLI, 1 95),
Büro eines Hafenmeisters'. [Hobson­ schwed. veranda. [Hobson-Jobson 964 u.
Jobson 61/62 .. 965. ML 9151.
216. Ar. bannii' : 224. Ar. baras:
•Baumeister' ; hieraus mit Imäla [u > e 'Weißer Aussatz; Lepra'; hieraus mit
> 'iJ sp. albani, albailil, albaflir 'Polier', ar. Art. sp. albarazo, pg. alvaraz 'dass.',
pg. alvanel 'Maurer', Vb. sp. albanilear, frz. albal'a, albora. [DE 65. Devic
Adj. sp. albanilesco. [DE 65. DEt 6. Lammens Rem 5.
2 1 7. Mal. Bantan : 225. A.r. baras :
N. pr. Die westlichste Residentschaft der 'Bunte Flecken bei Pferden' [daher ar.
Insel Java. Hieraus engl. bantam 'Zwerg­ abras 'Schecke') ; hieraus sp. barajado,
huhn' als Bezeichnung für alle ganz pg. baralho 'bunt' und als Verb sp.
2*
Ar. bar'ät.] 20

barajat·, pg. baralhar 'mischen', woraus 241 . Ar. bardän :


schhellllich sp . baraja, pg. bat'alha 'Spiel', 'Kalt', vulgäre Form für kl. ar. bärid,
vielleicht auch it. sbaraglio 'Zerspren­ auch mit der Bedeutung 'töricht', daher
gung', Vb. sbat'agliare sowie sbaragtino sp. mit ar. Art. albardan 'Spaillmacher,
'Puffspiel' . Spitzbube'. [DE 66.
226. Ar. bar'ät: 242. Ar. bardi :
'Quittung, Patent'; hieraus mit ar. Art. [Entlehnung aus dem Altägyptischen
sp. albala, a.lbaran, pg. alvat'a 'dass., ZDMGL, 653] 'Papyruspflanze Cyperus
Diplom, Palll' . Tk. ebenso berat 'Patent', papyrus'; hieraus mit ar. Art. val. al­
hieraus rum. berat 'dass.'. [DE 63/64. bardi, sp. albardin, frz. alvarde 'Pflanze
aus der Familie der Gramineen', dem
2:27. Ar. barbäris :
Sparto ähnlich und wie dieser gebraucht.
[Entstanden aus am ir bäris über ambar
[Devic DEt 29. Lammens Rem 21.
bads, vgl. FLEISCHER in BSGW IJhil.
M L 1401 .
hist. Kl. 1881, XXXlIl, 9] 'eine Pflanze
Berberis vulgaris', deren Beeren zu Mar­
243. Ar. barga :
'Halfa-Sandale, Hausschuh' [das Wort
melnde. Sirup oder Eis verarbeitet wer­
ist selbst durch romanische Vermittelung
den ; die Apotheker benutzen ihre Wur­
aus dem Baskischen zu den Arabern
zdrinde ; zuerst wurde die Pflanze von
gekommen ZDMG LI , 3 1 1 ; vgl. sp.
den Arabern verwertet. Frz. berberis,
abm'ca, ml at. abärca 'Bauernschuh'] ;
eng!. barberry [aber berberine 'die dar­
hieraus mit dem ar. Art. pg. alparca,
aus gewonnene Substanz zum Gelb­
murcianisch alborga, albolga; aus dem
färben'], dtsch. Berberize, Berbet'staude,
ar. plr. al-bargät wurde sp. pg. alpar­
Berberisbeet·e. Russ. barbaris 'Sauer­
gata 'Spartoschuh'. [ZfromPh XXXII,
dorn'.
43. ML 904.
228. Ar. barda'a : 244. Pers. bärgir :
[Nach 1. 1. Hess aus pers. pärdä 'Tep­ [Aus pers. bär 'Last' Horn NpEt S. 36,
pich' mit infigiertem 'Ain ZfSem II, 221. Nr. 156 und gir s. hier Nr. 158] 'Last­
Allerdings kann das ar. Wort auch tk. pferd'. Hieraus hind. und daraus anglo­
Ursprungs sein, da wenigstens im Dia­ ind. bargeer 'Soldat der irregulären
lekte von Adärbaigän die Satteldecke Kavallerie, der nicht Eigentümer seines
ähnlich heilllt : burundu(r von der Wurzel Pferdes und seiner Waffen ist, welche
bur, bör 'verhüllen, verdecken' Vambery vielmehr der Regierung gehören'. -
TktEtWb S. 21 1 , NI'. 228 ; vgl. ZDMG Im vulgo tk. verderbt zu bejgir oder
XXIII, 270] 'Satteldecke, Sattelunterlage, begir 'Lastpferd', hieraus rum. beghir
Packsattel'. Hieraus viele romanischen 'Pferd'. [Hobson-Jobson 69.
Formen mit manchem Bedeutungs­ 245. Pers. bäri:
wechsel : it. barda 'Lederdecke für Brust, 'Wenigstens' [aus pers. bät· 'Mal' Horn
Hals und Flanken des Pferdes', siz. NpEt S. 36, NI'. 1 57 und i der Einheit,
varda, frz. barde 'Reitkissen', sp. pg. also : 'ein Mal'], ebenso tk. bary und
barda 'Pferdeharnisch ; Hecke', sp. pg. barym ; hieraus rum. baretn, barim 'we­
albarda 'Saumsattel'; sp. bat'do, frz. nigstens', bulg. serb. bare 'wenigstens,
bat'deau 'Dachschindei', frz. bardot 'Maul­ dennoch'. [Mikl SIEtWb 7. Bern SIEt­
tier'. [DE 66. Devic DEt 62. ML 955. Wb 44.
229. Ar. bardag: 246. Hind. bari·bibi:
-
'Erbeutete, gefanflene Griechenmädchen, [Aus hind. bari, fem. zu barä 'groß',
weiße Sklavmnen' [KREMER in SBKAW und bibi 'Frau, Dame'] 'große Dame';
Wien phil. hist. Cl. cm (1883), 195/196 ; im angloind. ist das Wort zur Bezeich­
nach VOLLERS in ZDMG L, 628 noch nung der Dame "eworden, die bei einer
jetzt im Namen .E;Iös Barda', dem Sklaven­ Gesellschaft den Vorsitz verlangt : burra­
hof von Kairo, erhalten] ; sie wurden beebee. [Hobson-Jobson 13:t
meist zu unzüchtigen Zwecken gehalten, 247. Ar. barkük :
daher it. bardascia 'Knabe, der zur Un­ [Aus dem lat. p ;aec ocium 'das Frühreife'
zucht gebraucht wird, Lotterbube' [aber über gr. 1TpatK6KKlOV, 1TpalK6Kla, 1TpeK6K­
logud. mai!. piem. 'Knabe' schlechthin], Kla, ßlplKoKKa, s. Lammens Färul) S. 364
afrz. bardache, sp. bardaja, bardaje Anm. ; das ar. Wort hat übrigens die
'Schandbube'. [Eguilaz 340. ML 956. Bedeutung 'Pflaume' erhalten, während
230. Tk. bardak : die Aprikose mismas (s. hier Nr. 147 1)
'Glas, Becher': hieraus rum. bat'dac, heißt] ; hieraus sp. albaricoque, alber­
bardacii 'Krug, Tintengefaß', Ableitung coque, pg. albricoque, alboquorque, provo
bardiicula. Bulg. serb. bat'dak 'dass.'. aubricot, frz. abricot, it. albicocco, al­
[Mikl SIEtWb 7. Bern SIEtWb 44. bercocco, siz. Vat·coccu; engl. apricot,
21 [Ar. barnija.

nd!. abrikoos, dtsch. Aprikose, schwed. Jiiban aus bijäbän 'Wüste' Horn NpEt
aprikos; russ. abrikos, cech. aprikoza. S. 57, Nr. 248 ; wahrscheinlich pers. bii
- Ferner infolge Betonung der ersten 'ohne' ebenda S. 56, Nr. 247 und äb
Silbe mit romanischem Suffix sp. alMr­ 'Wasser' s. hier NI'. 5, also 'ohne Wasser,
chigo, it. albergese 'Art Pfirsich oder wasserlos'] 'wüstes Land'; hieraus rum.
Aprikose' [dagegen DEFREMERY in bi"iri"igan 'wüstes, unbebaute, Land,
.JAs (1869) I, 531 , wohl ohne Grund]. Heideland', n. pr. Baragan 'die Donau­
[Dozy Oost 1 -4. DE 67/68. Hobson­ tiefebene in Rumänien'.
Jobson 33. Devic DEt 2/3. ML 6712. 253. Tk. bars :
Kluge 20. 'Tiger'; hieraus rU8S. bars ' Panther'.
248. Ar. bornijo : [Gorjajew 1 2. W. Bang, Über die tk.
'Topf, Krug aus Glas', auch burn'ija Namen einiger Groflkatzen in KSz XVII,
[wohl aus pers. bärni 'Gefäfl' Horn Np besonders S. 1 12/1 19.
S. 48, NI'. 209]. Hieraus die roman.
Gefäflnamen sp. albornia, sp. pg. berne­
254. Tk. barsn k :
[BANG in KSz XVII, 136/137] 'Dachs
gal, kat. alburnia, siz. burnia, altit.
Meles taxus'; hieraus russ. (alt) borsuk,
vernicato, venez. vernicale, genues ver­
bal'suk, kIr. poln. borsuk, bulg. barsuk
nigau, brünia, provo bernigau. [OE 73.
'dass.', rum. bursuc 'Dachs', b. de monte
GrSVociSic 22\1. Eguilaz 1 16. ML 1048
'Murmeltier', Abltg. bursuci"i, bursucel.
und 1222.
[Gorjajew 12.
249. Ar. borräda :
'Gefäß mit 2 Henkeln, um darin Wasser 255. 8yr. Bar·talmai :
abzukühlen' [vom Vb. barrada 'kalt, N. pr., gr. Bap30AO/-laioc; [aus aram. bar
kühl machen' s. hier NI'. 241 ] ; hieraus s. hier Nr. 220 und talmai, ein Name,
mit ar. Art. sp. albarrada 'Wand aus z. B. im AT der Schwiegervater Davids
trockenen Steinen', pg. albarrada 'Vase 2 Sam 3, 3; 13, 37 oder bei Josephus
für Rosen oder andere Blumen' [in Antiquitates XIV, rap. 8, § 1 : 00AO/-laioc; ;
dieser Bedeutung wohl Kontamination also 'Sohn des Tholomäus'. Der zweite
mit ar. warräda aus ward 'Rose'], Bestandteil ergibt mit dem altägyptischen
'Mauer aus losen, also trockenen Steinen' Art. p den Namen PtolemaeusJ. Name
[Constancio Dicc 43 c]. [DE 68/69. eines der zwölf Aposte!. Dtsch. zu
250. Ar. barrakän : Barthel verkürzt, erscheint er volks­
'Grober Stoff oder Mantel daraus' [Wohl etymologisch in dem Ausdruck : Er
aus Kamelhaar, vgl. Dozy DV 68 sq.] ; weiß, wo Barthel den Most holt [Erklä­
hieraus mlat. barracänus, frz. barracan rung s. hier NI'. 259]. Als Familienname
'grober Stoff', bouracan, sp. kat. barra­ im dtsch. stark verstümmelt : Mieves,
gan, sp. pg. barragana, it. baracane ; Mevis, Mies u. ahn!.
eng!. buckram [mit Angleithung an buck, 256. Hebr. bärüX habbä':
das auch im Stoflnamen buckskin vor­ Vollständig bärüx habba' besern adonä}
liegt], bat'chant, nd!. bat'kan, mhd. bar­ 'gesegnet, der da kommt im Namen des
chät, dtsch. Barchent, Berkan ; russ. Herrn'; mit dieser Formel wurde die
barlfam 'Samt', barakan, barkan 'Bar­ Gemeinde von den Leviten auf dem
chent' ; kir. barchat 'Samt', barakan Tempelberge begrüßt. Da die Worte
'Art Wollstofl"; poln. barakan, poln. in hebr. Gebeten häufig vorkamen und
cech. barchan 'Barchent'. [Dozy Oost 24. dem der Sprache Unkundigen höchst
DE 237. ML 941 . Kluge 38. Gorja­ unverständliches Kauderwelsch schienen,
jew 12. Bern SIETWb 44. Lammens wurde daraus : it. baracundia, baraonda,
Rem 55/56. frz. baragouin 'Kauderwelsch', sp. bara­
251. A.r. barraD : hunda 'Tumult', pg. barafunda, it. (dia!.)
'Auflerhalb befindlich, ländlich' [adver­ bat'uccaM 'Verwirrung,Wirrwarr', sicher­
bialer Akkusativ von ar. bart· 'Land, lich auch frz. brouhaha 'Stimmengewirr' .
Wüste'] j hieraus sp. albarran 'der Aus­ [Die Ableitung ML 1039 aus Berecyn­
wärtige, Nichtansässige', albarraneo thia, der Göttermutter, deren Feste in
'Fremder, Ausländer', sp. pg. albarrana orgiastischer Weise gefeiert wurden, ist
'Zwiebel', sp. albarmna als Adj. in zwar lautlich z. T. ansprechender, se­
t01-re albarrana, pg. albart'an, albarrana, mantisch weniger beweiskräftig ; die
albarraa 'Wachtturm'. - Siz. [in Mes­ Verstümmelungen fremder Formeln pfle­
sina gebräuchlich] fora a barra 'drauflen gen nicht lautgesetzlieh vorzugehen, wie
vor der Stadt'. [DE 69. StGlIt H, 230_ zahlreiche Volksetymologien in allen
GrSVociSic 228. Sprachen beweisen.] [Romania VIII,
252. Tk. barrjaban : 619. ZfromPh XVII, 562. ML 968.
[Aus ar. ban' s. hier NI'. 251 und pers. SPITZER in WuS. V, 126/1 28.
Ar. baruk.] 22

257. Ar. barük : baszlyk 'Kopftuch'; dtsch. Baschlik


[Vom Vb. baraka "segnen'; vulgär:] [MWiD 1 13] 'Kopftuch, das auch Nacken
'Geschenk'; hieraus mit dem ar. Art. sp. und Schultern bedeckt', im Weltkriege
alb01'oc, alboroque 'Maklergebühr, Trink· wieder aufgelebt als 'Kopfhaube, die die
geld' [Dicc Cast 107 a]. [DE 73/74. Ohren vor Kälte schützt'. - [GORJA­
258. Tk. barys : J EWS Ableitung von russ. basnja 'Turm'
'Friede, Versöhnung' [vorn Stamme ba;', aus tk. bas muß wohl zugunsten der
var 'gehen, wandeln' Vambery S. 1 99, Entlehnung aus it. bastia 'Bastei' auf­
Nr. 210: 'versöhnen' = 'machen, daß gegeben werden.] [Gorjajew 14. Bern
einer zum andern geht'] ; hieraus russ. SIEtWb 45.
barys 'Zugabe, Gewinn', kIr. barys 'Ge· 261 . Tk. ba�dYl'ma :
winn, Maklerlohn', poln. borysz 'Bewir­ 'Gedörrtes Fleisch' [von tk. ba�ma�
tung beim Abschluß eines Geschäftes', 'pressen' s. hier Nr. 264 ; kausati\" bal!­
borysznik 'Makler', (alt) barasnik, ba­ dyrma�], vulg. pastyrm a ; hieraus rum.
rasznik 'Kaufzeuge, Makler', bulg. ba­ pastramä 'dass., besonders Schaf-, Ziegen·
ra8�k 'Bedingung, Verabredung'. [Gor­ oder Rindfleisch', bulg. pastr�ma, serb.
jajew 13. Bern SIEtWb 45. pastrma 'geräuchertes Fleisch', kIr.
259. Hebr. barzel : postroma, poln. bllstramy 'gedörrtes
[Aram. ebenso, syr. parzeltJ, assyr. par­ Hammelfleisch'. [Mikl SIEtWb 233.
zUlu, wahrscheinlich, wie die Endung ZDMG LIV, 679.
·ill zeigt, aus dem nordöstlichen Klein­ 262. Ar. bäsilIk :
asien, vgl. ZAkkFW 59] 'Eisen'; hieraus Name einer Vene, die hiernach von
gaunerdtsch. bartel 'Stemmeisen'; z. B . den lat. schreibenden Anatomen des
in Schoberbartel [aus sabber 'brechen' MA Vena Basihca genannt wurde.
Ave-L. IV, 595] 'Brecheisen'; so entstand [Eine q>XEIjI ßaC1\XIK� hatten die gr. Ana­
die Redensart : Er weiJJ schon, wo Bartel tomen nicht, so dafl gr. Ursprung aus­
den Most holt, d. h. wie man sich mit geschlossen ist.] Frz. veine basilique,
dem Brecheisen Geld [s. hier Nr. 1477] engl. basilican oder basilical vein [dann
verschafft. Nd!. hij weet waar Abraham fälschlich als royal vein übersetzt und
den mosterd haalt, wo an Stelle des bezeichnet]. [HArHebrAn 74/7 , .
scheinbaren Namens Bartel [so hier 263. Tk. baska :
Nr. 255] Abraham getreten und gauner­ rZu tk. bas S. hfer Nr. 260, also eigent­
dtsch. mos zu ndl. mosterd 'Senf' [vgl. lich 'anfänglich, aufs neue, wieder']
dtsch. Mostrich, frz. moutarde] erweitert 'ein anderer, außer'; hieraus rum. ba§ca
ist. [Gezwungener erscheint die Ablei­ ' auflerdem, etwas ganz anderes'.
tung aus dem Namen des berühmten 264. Tk. basma :
it. Rechtsgelehrten BARTOLE, der, 131 3 [Vorn Stamme bat, baj, bas 'niedrig,
in Sasso Ferrato in Umbrien geboren, unten, drücken' Vambery TktEtWb
in Pisa und Perugia unter ungeheurem S. 200 , Nr. 2 1 1, II] 'Drucksache, ein
Andrange lehrte und in letzterer Stadt Stück bedruckter oder gefärbter Lein­
1 356 starb ; zu allen Teilen des römischen wand'; hieraus rum. basma 'Taschentuch,
Rechts hat er umfangreiche Kommen­ Kopftuch', Abltg. MsmaluJa ; bulg. serb.
tare geliefert. Vg!. Biographie Univer­ basma 'Druck, bedruckte Leinwand'.
selle. Bruxelles 1 843/47. I, II sub [Mikl SIEtWb 8.
Bartolp.] [DE GOEJE in Tijdschrift 265. Tk. basmak :
voor Ned. Taal- en Letterkunde II (Ül8:!). 'S�lIdaIe, Schuh' [Kelekian �ämüs 240 a] ;
ZfdWf IX, 307. hieraus russ. kIr. basmak 'Schuh', bas­
260. Tk. bas : macnik 'Schuhmacher', bulg. basmak,
[Vom Stamme baj, bat, bas 'hoch, er­ serb. pasmag, poln. baczmag 'Schuh'.
haben, Haupt' Vambery TktEtWb S. 1 95, [Gorjajew 14. Mikl SIEtWb 8. Bem
Nr. 205 II] 'Kopf� Oberhaupt', besonders SIEtWb 45.
auch in Titeln wie bas kjätib 'Ober­ ':t66. Tk. basy-bozu]'p
sekretär', hekim basy 'Oberarzt'; hieraus [Aus tk. bas s. hier Nr. 260 und bozu�
rum. ba* , ba§ iu, ba§a ' Vorgesetzter', 'verdorben' vorn Stamme bos, bot 'leer,
bulg. bas 'Erster', serb. bas 'Schiffs­ wüst, verdorben' Vambery TktEtWb
vorderteil'. Aus dem Dativ tk. basa , S. 207, Nr. 222] 'irregulärer Soldat',
osttk. basga wurde russ. kIr. baska wegen seiner Plündereien berüchtigt, da­
'Kopf, Fischkopf'. Mit dem tk. Suffix her rum. ba§ibuzuc 'dass., Vagabund',
lik, das Kleidungsstücke bezeichnet [s. dtsch. Baschlbosuk [MWiD 109], eng!.
hier Nr. 704 und 924], ergibt sich tk. bashibazouk, frz. bachi·bo"zoftck.
baslyk ; hieraus russ. baslyk 'Kopftuch', 267. Hebr. bätah :
verkürzt slyk 'Mütze, Haube', poln. 'Sicher sein, sorge-nlos leben'; hierzu
23 [Tk. bata�gy.

das Adj. bätü"l! 'sicher, Vertrauen ha­ das Wort in Europa eingewandert ist,
bend' ; Gdwt. zu jüd. dtsch. betucht 'ver­ noch nicht erbracht.
dutzt'. Ein Betuechtel', Betuchter ist c) Aus batn und ar. l;aitus [aus gr.
ein wohlhabender, vermögender Mann, Kf]TOC; 'Walfisch'] ergibt sich der Stern­
der Vertrauen genießt und wegen seiner name Baten-Kaitos z: BaIen i. [DE 236.
Zahlullgsfahigkeit sicher ist. [Kluge 49. SEYBOLD in Zfd Wf X, 222 ff. Devic
268. Tk. batllJ.igy : DEt 42. ZfromPh XXXII, 47. ML 9 1 70.
'Dieb, Schurke, Lump' [KeIekian �ämüs 274. Ar. batrah :
�31 a ; von batal; 'Schlamm, Sumpf' ; Sing. zu batärilJ, butärify 'Rogen, Ka­
Stamm bat 'niedrig, gemein' s. hier viar' [aus gr. TapixlOv mit vorgesetztem
Nr. 264] i hieraus rum. biitaciu, biitiilea� altäg. oder kopt. Art. P i ZDMG L, 654] ;
'Betrüger'. hieraus it. bottarga, siz. buttaraca, vut·
269. Ar. bätija : taraca 'Kaviar aus den EIern der Meer­
'Tiefe Schüssel, Gefiiß, das oben weit, äsche', frz. boutm'gue, botargue, poutar­
unten enge ist'. Hieraus vielleicht pg. gue 'Speise aus Eiern df:r Seebarbe, Jie
batea 'Holzgefäß, in dem das Gold ge­ gesalzen und an der Sonne getrocknet
waschen wird', pg. batega 'Teller, Schüs· oder geräuchert werden'.
seI'. [DE 238. 275. Tk. batrak :
[Nicht osm., sondern tat.] 'Arbeiter' ;
270. Mal. bätik : hieraus russ. batrak, batralka 'Arbeiter,
IPijn 26 ; aus dein javan. batik] 'ge­
Knecht ; Arbeiterin, Magd'. [Gorjajew 13.
sprenkelt', von Stoffen gesagt. Die
27ft Ar. batta :
wahrscheinlich in Südindien heimische
Einheitsnomen 'iu batt 'Enten' [aus pers.
und nach Java verpflanzte Batikkunst
bät 'Ente' Horn NpEt S. 5 1 , Nr. 226] ;
hat das ma!. Wort in alle europäischen
hieraus sp. pg. pato, pata 'Ente', pg.
Sprachen gebracht, z. B. eng!. brtttick,
patinho 'junge Gans' ; pg. pato 'leicht
batty, nd!. gebatikd 'auf ostindische Art
zu betrügender Mensch' [Constancio
gesprenkelt', dtsch. Batik, Vb. batiken.
Dicc 752 b ; schon npers. fyär-bät 'Idiot'
2 7 1 . Ar. bätil : Horn a. a. 0.].
'Eitel, unnütz' ;' hieraus [wohl aus uem 277. Ar. bazaga :
fem. bä!ila mit Metathesis tl < ld] sp. 'Sich rühmen'. Von diesem Stamme,
balda 'wertlose Sache', sp. pg. baldio vieHeicht von einem ar. Adj. *bazgän,
'unnütz, unangebaut, leer', pg. baldo kommt siz. baggianu 'eitel, dünkelhaft'
'arm' ; sp. pg. en bell de. de balde 'um­ und it. albagia 'Eigendünkel', Adj. al·
sonst [gratis und frustra1'. kat. de bades, bagioso. [GrSVociSic 228.
en bades 'dass.' und zHhlreiche A blei­ 278. Pers. bäzär :
tungen. - Auf dasselbe Grundwort geht 'Markt' [Horn NpEt S. 38, Nr. 166]. Das
siz. ammatula 'vergebens' zurück [wäh­ Wort wurde im 1 7. Jahrhundert durch
rend Ableitung aus gr. �dTUV, �C; �dT11v Reisende zunächst mit Bezug auf orien­
StGIIt 1, 1 26 gezwungen erscheint]. [DE talische Verhältnisse eingeführt und drang
234/6. ML 991. ZfromPh XXXII, 465. dann, vor aHem auch durch die Kennt­
GrSVociSIC 226. nis von 1001 Nacht, in aHe europäischen
272. Tk. batman : Sprachen ein : frz. pg. sp. bazar, it. ba­
Gewichts- und Hohlmaß von lokal ver­ zar, bazzar, rum. bazar, basar ; russ.
schiedenem Umfange, etwa 10 kg. Hier­ bazar, bulg. �erb. pazar, cech. poln.
aus russ. batman 'Gewichtseinheit, die bazar ; eng!. bazar, bazaar, nd! . bazaa1",
variiert' ; wahrscheinlich auch unter dtsch. Bazar. Da das Grundwort stimm­
volksetymologischem EinflUß russ. bez­ haftes s [z] hat, gehört sicherlich auch
men, klruss. bezmin, poln. bezmian, it. bazzarare 'täuschen, betrügen', siz.
przezmian 'SchneIIwage'. [Gorjajew 15. bazzariotu 'Betrüger' hierher [gegen
Bern SIEtWb 46 (u. 53/54!). ML 10101. [Gorjajew 9. Kluge 42. DE
273. Ar. batn : GREGORIO in ZfromPh XXV, 747.
'Inneres, Bauch'. Hieraus a) mit roman. GrSVociSic 228.
Suffix und Metathesis sp. bandullo, ban­ 27!J. Ar. bazru-katünä :
dujo 'Wanst mit den Eingeweiden'. Aus ar. bazr 'Samen' und l;atünä [wohl
b) Bätin, plI". bätä'in sind 'auswat­ pers. Ursprungs ; ar. auch !las/sa al­
tierte Kleider', hieraus möglicherweise bargüt, d. h. 'Flohkraut'] 'Flohkraut,
it. ovate, ovatta, frz. ouate, sp. bata Plantago psylIium'. Hieraus sp. zara­
'Schlafrock', dtsch. Watte, eng!. wad, gatona, pg. zaragatoa, zaragota 'Floh­
russ. wata [jedoch sp. pg. algodon und kraut'. [DE 365.
algoduo s. hier NI". 1272]. Allerdings 280. Ar. bazz :
ist der Nachweis des Weges, auf dem 'Feine Leinwand', ebenso tk. bazz, bez ;
Ar. bazza.]

hieraus rum. bazea, basea 'j:eköperter 284. Tk. bekjar :


Barchent'. Auch frz.· basin 'dass.' ge­ [Von ar. bikr 'Jungfrau'] 'Junggeselle' ;
hört hierhin [während es üblicherweise hieraus rum. becher, bulg. bekarin, serb.
als Verstümmelung aus bombasin, lat. betar 'dass.'. [Bem SIEtWb 48.
bombycinus aus lat. bombyx betrachtet 285. Tk. bekri :
wird]. Poln. beze.�tan 'Markt' [aus pers. 'Betrunken, dem Trunke ergeben' ; hier­
bäzistän 'Stofflagf'r' mit dem pers. Suf­ aus rum. becriu 'liederlich, verlottert' ;
fix -stän zur Bezeichnung eines Ortes, aus tk. bekrilik 'Trunkenheit' wurde
s. hier Nr. 332]. [Löbel EITAP 12. rum. becrilic 'dass" .
Karlowicz 422. 286. Mal. beläcan :
281 . Ar. bazza : [Pijn 38] 'Zuspe�se aus gesalzenen und
'Erbeuten, rauben, besiegen' ; hieraus dann gestampften und getrockneten
it. bazza, kat. basa, sp. baza 'Stich im Fischchen oder derg!. Hieraus eng!.
Kartenspiel'. [Ableitungen vom mhd. balachan, blachong 'ein Fischgewürz be­
bazze 'Gewinn', it. bazza 'vorspringen­ stimmter Art'. [Dass. wie hier Nr. 1 95.]
des Kinn' oder bazzica..e 'verkehren' [JAOS XVII, 1 14 - 1 16.
'bei ML 1 0 1 1 mit Begründung zurück­ 287. Hebr. ßelijä'al :
gewiesen]. rZfromPh XXV, 747. [Aus hebr. beU 'ohne' und jä'al 'Nutzen'J
�82. Tk. beg : 'unnütze, schädli !he Sache, Nichtswür­
Auch bej 'Herr, Baron' [Stamm baj s. digkeit', im NT Be�ia� [u. BeAlapJ, wird
hier Nr. 260], eigentlich Titel des mu­ als Bezeichnung für den Teufel und
hammedanischen Feudaladels in der den Antichristen benutzt. In der ersten
Türkei, früher mit manchen eifersüchtig Bedeutung frz. belial, eng!. belial. [Devic
gewahrten Vorrechten verknüpft ; heute DEt 64.
oft vom Träger des Titels sich selbst �88. Tk. benek :
verliehen und daher in der Bewertung 'Flecken' ; hieraus rum. benghru 'Schön­
gesunken. In allen europäischen Spra­ heitspflästerchen'.
chen als Fremdwort, z. B. dtsch. Bey.
289. Ind. ßengal :
Als Lehnwort rum. beiu j bertic 'die
N. pr., Provinz in Vorderindien ; hieraus
Würde eines Begs' ; betzadea 'Sohn eines
sp. albengala 'sehr feiner Leinenstofl,
Begs' [zu zadea vg!. hier Nr. 69 b].
mit dem die Mauren Spaniens ihren
Bulg. serb. beg, bej 'Fürst, Herr'. -
Turban schmückten'. - Als Adj. kommt
Begler beji 'Herr der Herren' war der
das Wort in eng!. bengal light, dtsch.
Titel der Statthalter großer Provinzen ;
bengalisches Licht, bengalische Beleuch­
dtsch. Beglerbeg, Beilerbei.- Eine be·
tung vor: Die indischen Fürsten pflegten
sonders schmackhafte Birne erhielt den
bei ihren Festen ihre Paläste und Gär­
Namen beg armudy 'Herrenbirne' [wie
ten durch eigenartige Brennstoffe in
ja Zusätze wie königlich u. ähn!. bei
glänzend bunte Beleuchtung zu setzen.
Naturgegenständen ihren Vorzug an
[0 E 7 1 .
Pracht, Wert usw. gegenüber anderen
andeuten sollen, vgl. Basilicum 'Königs­ 290. Hind. ber :
kraut', Köni!?skerze (Verbascum), Kpivov [Sskr. badara, vadara], einer der am
ßaol�lK6v (Litium candidum), tk. sultan weitesten verbreiteten Charakterbäume
böreji (amaranthusl]. Hieraus mit fal­ Indiens, Ficus indica oder bengalensis.
scher Bezugnahme auf die Stadt Ber­ Im Gebiete von Birma bis zum Pänd­
gamo H. bergamotta, frz. bergamote, sp. schäb heimisch, findet er sich jetzt von
pg. b ergamota, rum. b ergamot; nd!. eng!. Queensland und China bis nach Marokko
bergamot, dtsch. Be1'gamotte [doch Ber­ und Guinea angepflanzt. Angloind.
gamottknöpfe mit Volksetymologie dia!. bw·r·tree, eng!. gewöhnlich banian-t..e e
aus Perlmutterknöpfe Andresen 0 VE 4 1 ] ; [von französischen Reiseschrifl�tellern
russ. bergamot. [POTT i n ZKM VII, oft fälschlich banatlier genannt] nach
107. Kluge 47. ZfromPh XXXII, 4 1 . der Bezeichnung der indischen Ein­
XXXIII, 62. M L 1 019. geborenen als Banianen [aus hind.
283. Hebr. behemä : banyä 'K�ufmflnn, Händler']. [ Hobson­
'Vieh' ; potenzierender Plt-L behemö�, Jobson 77.
Name eines Tieres, das Hiob XL, 1 5-�4 291. Tk. berb"r :
als Ungeheuer beschrieben wird, wohl Au� dem pers. bärbä1'] 'Barbier', dazu
'ein FlUßpferd'. Zur Bezeichnung eines tk. bel'berlik 'Stand und Eigentum eines
übergrOßen Tieres in allen europäischen Barbiers' oder 'Rasiermantel' [mit tk.
Sprachen. z. B. engl. behemoth, frz. be­ Suffix -lik, das Kleidungsstücke bezeich­
hemoth. Russ. begemot 'Flußpferd' ; dtsch. net] j hieraus rum. berbelic 'Rasiertul'h'.
Behetll oth. [Gorjajew 14. Devic DEt 232. [Löbel ElTAP 1 3.
[Singh. beri.

292. Singh. beri : ind. bendy, bindy und bandicoy [aus


',schwäche' ; hieraus durch Gemination tamu!. veptJai-khai, d. h. 'unreife FlUcht
angloind. beriberi, die Beriberikrankheit des t'e'l)tjai', tamu!. Entsprechung zuhind.
in den asiatischen Tropen ; ihrer wahren bhiptji]. [Hobson-Jobson 84/85.
Natur nach nicht genau erkannt, äUßert 298. Hind. bllüj :
sie sich in einer Lähmung und Schwäche, [Auch in den drawidischen Sprachen,
die von den unteren Gliedmaßen auf· Z. B. Telugu, Kanaresisch, aus denen
wärts steigen und mit wassersüchtigen das Wort wohl stammt] 'Träger', be­
Symptomen verknüpft sind. In schweren sonders 'Palankinträger' [also synonym
Fällen tritt der Tod in 6 his 30 Stun­ mit den angloind. Ausdrücken kahar,
den ein ; die Krankheit kann sich aber mahra, b,ammäl, mutya, palky-bardar
auch über Jahre hinschleppen. Sehr und dem aus eng!. bearer 'Träger' ent­
beträchtlich ist die holländische Lite­ standenen byra] ; hieraus haben in Vor­
ratur über Beriberi. [Hobson-Jobson 87. derindien die Engländer volksetymolo­
293. Hebr. b�s�m : gisch boy zur Bezeichnung ihres indischen
'Balsam staude, Balsam', eine Handels­ Dieners gemacht. Bei den Franzosen
ware, welche die Griechen nebst dem der vorderindischen Kolonien wurde aus
Namen von den Phöniziern erhielten. dem hind. Grundwort boue, boe; jeu de
Gr. ßdAOQ/-lOV, lat. balsamum ; hieraus it. boed ist die für einen Palankin nötige
balsamo, balsimo, asp. blasmo, sp. pg. Zahl an Trägern.
balsamo, provo balme, frz. baume [aber 299. Hind. bibi :
pikardisch biim 'Minze'], rum. balsam ; 'Dame' ; hieraus angloind. beebee. Wäh­
dtsch. Balsam, nd!. balsem, eng!. balm; rend die Verkürzung bi zur Auszeich­
russ. bar sam, bulg. serb. poln. balsam , nung dem Namen muslimischer Damen
cech. balsam, balzam. - Aus demselben angefügt wird, ist das Wort im ü brigen
Grundwort mlat. bisamum, dtsch. Bisam, völlig herabgekommen und wird höch­
cech. poln. pilmo 'Moschus'. - Vgl. stens noch auf europäische Dienstboten
noch Balsamine, Impatiens Balsamina, oder englische Frauen ähnlichen Standes
eng!. balsamine, balsam. [Kluge 34 u. angewandt ; ja es bedeutet vielfach nur
54. G. Schweinfurth, Über Balsam und noch eine Prostituierte. [Hobson-Job­
Myrrhe j 893. SOll78.
294. Tk. beslk : 300. Tk. bigam :
'Wiege' [Stamm bai, bel 'hin- und her­ 'Herrin, Fürstin' [nicht OSill . , sonuern
bewegen, schaukeln', vgl cagat. belcik, osttk., fem. zu beg S. hier Nr. 282, ge­
belsik 'Wiege, Schaukel' ; Vambery bildet wie l!änum von lJ,ii n S. hier Nr.
TktEtWb S. 198, Nr. 208] ; hieraus bulg. 808] ; hieraus angloind. beegum, begum
beSik 'hölzerne Wiege', serb. besika 'Prinzessin, Dame von hohem Rang',
'Wiege'. [Be rn SIEtWb 53. mit Bezug auf Muhammedanerinnen ge­
295. Tk. bezir : braucht. Frz. beygam [zu beyg]. [Hob­
[Aus ar. bazI' s. hier Nr. 279, vulgo bezt·, son·Jobson 79.
mit Einschieben eines Stütz vokals zur 301. Pers. bigär:
Vermeidung der Doppelkonsonanz] 'Sa­ [Aus pers. be 'ohne' S. hier Nr. 252 und
men' , besonders 'Leinsamen , Semen gät·, Kar 'Werk, Tat' Horn NpEt S. 1 85,
Hni' von Linum usitatissimum ; hieraus Nr. 831 ; also wörtlich 'ohne Arbeit,
mit Übertragung auf eine andere Pflanze arbeitslos'] ; hieraus hind.begäri 'Zwangs­
und das fertige Erzeugnis rum. bizire arbeit' und angloind. begar, bi ga rry ;
'Mohnöl, Oleum papaveris'. [Löbel jeder 'zu einer öffentlichen Arbeit Heran­
EITAP 14. gezogene' wird so genannt. [Hobson­
296. Hind. bllät: Jobson 79.
Auch bhatä oder bhantä 'zinsloser Vor­ 302. Hind. bighä :
schUß an Bauern' ; hieraus angloind. Das gebräuchlichste Maß der Hindus für
batta 'ein besonderer Zu schuß', den man Ländereien, das in den yerschiedenen Tei­
früher Offizieren, Soldaten oder anderen len Indiens variiert; ungefähr 120 eng!.
Beamten gab, wenn sie ins Feld zogen Quadratfuß [1 eng!. FUß = 30,479 cm],
oder andere ähnliche Gründe vorlagen. also etwa 1 1 ,15 qm. Angloind. beegah.
Beim indischen Militär ist das batta zur Allmählich wird dieses Maß durch das
ständigen Erhöhung des üblichen Ofll.­ eng\. acre verdrängt. [Hobson-Jobsoll 79.
zier gehaltes geworden, also etwa 'Aus­ 303. Ind. bigüri :
landszulage'. [Hobson-Jobson 72/73. 'Zitronatbaum, Citrus (medica) Bajoura';
297. Bind. bhindi : hieraus frz. bigarade 'bittere Pomeranze',
'Frucht der Pflanze' Abelmoschus escu­ bigaradiet· 'bitterer Pomeranzenbaum';
lentus' [so hier Nr. 762] ; hieraus anglo- aus seinen dickschaligen Früchten stellt
Pers. bihist.] 26

man das Zitronat und den Cura<;aolikör 310. Pers. binäfsä :


her. [Frz. auch ddmtier, dtsch. Ce­ Auch bänäfsä 'Veilchen' [Horn NpEt
dmte.] S. 53, Nr. 231], hieraus mit Wechsel der
304. Pers. bil,ist : Labiale tk. menekse und rum. micsunea
[Durch Angleichung der Vokale aus ur­ 'Märzveilchen'. - Ob vom pers. Grund­
sprünglichem bähist, s. Horn NpEt S. 56 , wort russ. wenisa 'Granate (Stein)' her­
Nr. 246J 'Paradies', dazu bihisti 'para­ kommt, wie Gorjajew 43 will, scheint
diesisch'. Hieraus angloind. bheesty, nicht ganz sicher, wenn auch möglich.
das allgemeinste Wort in Nordindien 3 1 1 . Tk. bir :
für den Diener, der die Familie mit 'Eins', birlik 'Einheit'; hieraus rum.
Wasser versorgt, das er wie der ent­ berlic 'As beim Kartenspiel'. Wohl auch
sprechende äg. sa7p7pii' in einem über russ. birka 'Kerbstock' [wohl kaum aus
den Rücken gelegten Ziegenfell trägt. bir iki 'eins, zwei' Gorjajew 1 7 ; XXXVIII
[Hobson·Jobson 92. mit ?].
305. Tk. bil- : 312. Ar. birka :
[Stamm bil, bel 'wissen, kennen ; Zei­ 'Teich'; hieraus mit ar. Art. sp. alberca,
chen' , Vambery TktEtWb S. 202, Nr. 215] pg. alverca 'dass.'. [DE 7 1 .
'wissen', davon das negative Imperfekt 3 1 3. Pers. birün :
bilmez 'er weiß nicht' oder als Partizip Auch berun 'außen, heraus' [Horn
'derjenige, der nicht weiß' [zum Suffix NpEt S. 58, Nr. 2521 ; hieraus ein Adj.
-mez vgl. hier Nr. 201] ; hieraus klruss. mit ar. Endung birün'i. 'draUßen woh­
belmes 'Dummkopf, Tölpel', russ. bel'mes nend', mit ar. Art. al-b'iruni 'der Vor­
'Dummheit'. Aus der entsprechenden städter'. Diesen Beinamen erhielt, weil
kirgis. Form bilbes entstand russ. balbes in einer Vorstadt von tIuarizm [so hier
'Dummkopf'. - Mit dem Suffix -gi wird Nr. 890] geboren, der berühmte Poly­
tk. bilgi 'Wissen', cagat. belgü 'Zeichen'; histor und fruchtbare Schriftsteller Abo.
hieraus bul!!. beleg 'Zeichen', serb. biljeg Raihan Muhammad ibn Ahmad al-Bi­
'Kennzeichen, Ziel' und Ableitungen. funi, ein Zeitgenosse Avicen'nas [9n bis
[Bern SIEtWb 40 und 55. 1048, vgl. C. Brockelmann, Geschichte
306. Tk. bilezik : der ar. Literatur. Leipzig 1 901. S. 1 66 u.
, Armband' [vom Stamme bil, bel 'der 1 67, wo allerdings die überragende Be­
dünne Teil des Körpers, Lende'; daher deutung des Mannes m. E. nicht genü­
osm. bel 'Lende'; Vambery TktEtWb gend gewürdigt ist ; Alexander Baum­
S. :102, Nr. 2 1 4] ; hieraus mit Metathesis gartner, Geschichte der Weltliteratur.
russ. biziliki 'Armbänder der Don·Ko­ Freiburg 1901. I, 384J. Nach der an­
saken', bulg. beleiica 'Armband', serb. sprechenden Vermutung DEVICS ist
bilenzuka 'dass., Handfessel'. [Bern hieraus frz. alib01'on zur Bezeichnung
SIEtWb 48. eines fast wunderbaren Gelehrten und
307. Tk. bin : Propheten, einer ganz hervorragenden
'Tausend'; mit bas [so hier Nr. 260] Persönlichkeit geworden ; schließlich er­
genetivisch verknüpft, wird hieraus tk. hielt frz. aliboron die Bedeutung 'Esel'.
bimbasy mit Assimilation des nasalen [Devic DEt 20/22. Lammens Rem 2n[4.
n zu m vor einem Labial ; wörtliche 314. Pers. bisiig :
Bedeutung 'Oberbefehlshaber von tau­ Auch bäsäg 'ein mit Mosaik und Fliesen
send Mann', also 'Major'. Hieraus rum. ausgestattetes Bade- und Spielhaus';
bimbasa 'dass.'. hieraus it. bisca ·Spielhölle'. [Giov.
308: Tk. bin - : Romani, Sinonimi italiani I, 25 1 .
Binmek 'reiten' [Stamm meil 'oben, zu­ 315. Ar. bHiära :
erst, vorwärtskommen' Vambery Tkt­ 'Gute Nachricht'; hieraus mit ar. Art.
ETWb S. 214, Nr. 233 ; zu dem Wechsel sp. albricias 'Geschenk für eine gute
zwischen den Labialen m u n d b vgl. Nachricht', Vb. albriciarj pg. alvil,aras
z. B. hier Nr. 305� kirg. -bez = osm. 'Trinkgeld, Botenlohn', alvil;areiro 'an­
-mez] ; dazu binifji 'Reiter'; hieraus rum. genehmer Bote ; einer, der Trinkgeld
binigiu ·Stallknecht'. Aus tk. binis
- spenden will'. [DE 74. Eguilaz 1 1 8.
'Art zu reiten', dann in früheren Zeiten ML 970.
das 'Gewand, das bei feierlichen Ge­ 316. Ar. bitän a :
legenheiten getragen wurde', wurde rum. 'Futter eines Kleides oder eines Stiefels'
binilj 'ein Kleidungsstück'. [vgl. hier Nr. 273 bJ, in Ägypten mit
309. Ar. binä': vulgärer Vokalisation butäna [A. Nallino,
'Bau, Gebäude', tk. ebenso ; hieraus rum. L'arabo pariato in Egitto, S. 288] ; hier­
bina 'Gebäude, Mauerwerk', binagiu aus siz. butana 'Rockfutter' . - Ferner
'Baumeister'. mit leichtem Bedeutungswandel sp. pg.
27 [Tk. bitir·.

badana 'gegerbtes Schafleder', pg. 'altes frz. boucassin, eng!. bltckskin [mit volks­
mageres Schaf', it. basana, bazzana 'ge· etymologischer Umgestaltung], dtsch.
gerbtes Hammelfell', kat. beana, provo Buxkin 'Futterbarchent'. [Sain 47.
bezana, frz. basane 'dass.', Vb. afrz. ML 1 1 88.
basaner 'Leder schwärzen', nfrz. basane 325. Tk. bogea :
'gebräunt', basanil'r 'Schuhmacher'. [OE 'Bündel, Paket' [Stamm bag, bog s. hier
231{232. Eguilaz 329. Devic DEt 62. Nr. 323], bogcagy 'Trödler'; hieraus rum.
ML 987. boccea 'Ballen : viereckiges Umschlag­
1)1 7. Tk. bitir. : tuch', boccealic 'Kopftuch', boccegiii,
Bitirmek 'beschließen', substantivischer bocceangiii 'Hausierer' ; Dem. boccehtja.
Infinitiv biti" me [Kausativ von bitmek 326. Tk. lJogyrtlal p
'beendigen', Stamm böt, büt 'binden, Auch bagyrtlal; 'Kehlkupf'; hieraus rum.
schlie&en' Vambery TktEtWb S. 2 12, beregatii 'dass., Kehle'.
Nr. 229j ; hieraus rum. beterme 'Einver­ 327. Tk. bo.i :
ständnis, Abmachung'. [Stamm baj, boj s. hier Nr. 260} 'Ge­
318. Tamul. bitla·kod i : stalt, Wuchs'; hieraus rum. boru 'Aus·
'Die Pflanze Piper betel ·L. Betelpfeffer' .ehen, Wuchs, Statur', bulg_ serb. boj,
mit kleinen roten Blüten. Ihre Blätter bojl�ia 'dass.'. [Mikl SlEtWb 1 6 b. Bern
werden von den Europäern Betel ge­ SIEtWb 68.
nannt; in sie werden die Arekanüsse 3:28. Tk. boj a :
[so hier Nr. 1 7] mit Kalk eingewickelt [Stamm boj, bot 'Farbe, Blut' Vambery
und so in ganz Südasien als Narkotikum, TktEtWb S. 206, NI'. 220] 'Farbe' ; hier­
ähnlich wie bei uns der Kautabak, viel aus rum. boia 'Farbe, :::lchminke', boi­
benutzt. agiu, boiangiu 'Färber', boiangerie 'Fär­
3 1 9. Ar. bittiha : berei', bul!;. serb. boja 'Farbe, Schminke'.
'Wassermelon e', b emin. dazu buttaiha;
· 329. Tk. bokluk :
hieraus z. T. mit, z. T. ohne ar. Art. 'Schmutz, Mist; Unrat' [von bol; 'dass.'
kat. albudeca, pg. albudega, pateca, sp. vom Stamme boj s. hier Nr. 328J : hier­
pg. badea, aprov. albuesca, npr. aubieco, aus rum. bocluc, bucluc 'Dünger, D urch­
frz. pasteque 'Wassermelune' [dies trotz einander', buclucgiu, bucluca� 'schlechter
Wartbg FEWb 61 und :l88; das dort Zahler, Schwätzer'.
angegebene mal. bateka existiert wohl 330. Tk. bol :
kaum]. [DE 74 und 232. Eguilaz 1 19. 'Fülle'; durch Gemination wird Yer­
Hobson-Jobson 684{685. ML 1 1 36. stärkung des Begriffs erzielt : bolbol 'im
320. Ar. bizzäf: Übermaß', hieraus rum. bolbol 'über­
'Sehr', vulgärer Ausdruck im Magrib mäßig'; Vb. bolohiini 'sich ballen'. -
[Algier, vgl. Ad. Wahrmund, Praktisches Aus dem tk. Abstraktum bollul; 'Fülle'
Handbuch der neu-arabischen Sprache. wurde rum. buluc 'Haufe, Trupp, Menge'.
Gießen 1898. S. 214, Nr. 7 * ; Marokko, 331. Jap. bonsö :
vgl. G. Kampffmeyer, Marokkanisch­ [Aus chines. fan-seng 'religiöse Person.
arabische Gespräche. Berlin 1912. S. 1 7, Priester', jetzt meist ho-sang genannt]
Z. 3 v. u.], mit Imäla gesprochen : 'Mönch, buddhistischer Priester mit ge­
bizzff; hieraus it. a bizzeffe, siz. a biz­ schorenem Kopfe'. Hieraus eng!. bonze,
zeffi 'reichlich', frz. (Argot) bizef 'dass.'. frz. bonze, dtsch. Bonze als Bezeichnung
[De Gregorio in Romania XXXI, 1 10 f. für fanatische Geistliche jeder Religion,
GrSVociSic 228. ML 1 1 43. dann übertragen 'ein hochtrabender,
321. Tk. bodru m : stolzer Mensch', schließlich 'Fanatiker
[Aus gr. I1mohpo!!o<;] 'Kell ..r'; hieraus seiner Überzeugung', z. B. Parteibonze.
rum. podrom, podrwlI 'Keller' [wofür [Hirth ChinFW 200. Hobson-Jobson
gewöhnlich pivnita gesagt wird]. [Löbel
-
105. Kl uge 63.
ElTAP 77. 332. Pers. böstän:
322. Tk. bogaea : [Aus pers. bo 'Geruch', also 'Ort des
'Art Kuchen, Käsekuchen' ; hieraus rum. Duftes', Horn NpEt S. 54, Nr. 240J
bogacia, bogactu 'Pastete'. 'Garten', tk. ebenso ; hieraus rum. bostan
323. Tk. bogaz : 'Kürbis, Melone', bostanerie 'Gemüse­
'Kanal' [Stamm bag, beg, bog 'Band, garten', bostangiu 'Gemüsegiirtner'; bulg.
gebunden, binden' Vambery TktEtWb serb. bostan, poln. klruss. basztan, russ.
S. 1 \)2, Nr. 204 IJ ; hieraus rum. bogaz, bastan 'Gemüsegarten'. [Gorjajew 14.
boaz 'Meerenge, Kanal'. Bern SlEtWb 77.
324. Tk. bogasy : 333. Tk. bozdogan:
'�'utterleinwand': hieraus rum. bogasiu, [Nicht bei Kelekian J>:äml1s, dagegen bei
Abltg. bogasiel', bogasierie, sp. bocacin, A. Hindoglu, Dictionnaire Turc·Franc;ais.
Tk. bozlu�.] 28

Vienne 1838. S. 1 30 b : B. = topuz) sind als nach ihrem Ausfuhrplatze die


'Keule' [wohl vom Stamme bos, bot 'Kerzen' benannt : it. bugia, provo bog'la,
'leer, wüst, zel'stört' Vambery TktEtWb sp. bujia, bujera, pg. bujia, bugeira,
S. 207, Nr. 222 und tol;, tog 'empor­ lumes de Bugia, frz. bougie. Pg. bugio
kommen, entstehen, erzeugen' ebenda 'eine Affenart, sehr lebhafte Meerkatze'
S. 1 82, Nr. 194; also wörtlich 'Zerstörung [Constancio Dicc 194 a), offenbar auch
bewirkend'] ; hieraus rum. buzdugan nach dem Ausfuhrhafen bezeichnet.
'Streitkolben, Kommandostab', bulg. buz­ [DEFREMERY in JAs ( 1862) I, 93. DE
dogan, serb. buzdohan 'Keule', poln. 243. ML 1375.
klruss. buzdygan, klruss. oidygan 'Etl'eit­ 341. Ar. buhaira:
kolben'. [Mikl SIEtWb 20 a. Bern Demin. von ar: baI)',. 'See', also 'kleiner
SIEtWb 105. See'; hieraus sp. albohera, albofera
:334. Tk. bozl nk: 'See', pg. albufeira 'Teich, Strandsee'.
'Eismasse' VOll tk. boz 'Eis' [Stamm Als Ortsname auf der Iberischen Halb­
bor, mor, boz 'weißlich, grau' Vambery insel häufig, vgl. Seybold, Zur spanisch­
TktEtWb S. 206, Nr. !221 ) ; hieraus russ. arabischen Geographie. Die Provinz
bazluk, bazlyk 'dass.'. [Gorjajew 9. Cadiz. (In Haupts Katalog Sr S. 40.
335. Rind. brigmän : [DE 71.
In der Sprache der Sepoys gebraucht, 342. Ar. Buhärä :
wurde es korrumpiert (mit volksetymo­ N. pr., Stadt in Russisch-Turkestan,
Y

logischer Anlehnung an eng!. bridge daher tk. buhur coha 'eine Art W ollen­
'Brücke') angloind. bridgeman 'Militär­ zeug', hieraus rum� buhur 'Kaschmir';
gefangener'. [Hobson·Jobson 1 14. ebenso alrz. bouqueraut, frz. bougran,
336. Mal. brüwang : sp. bocanin, it. bucherame 'Steifleinwand'.
'Malayischer Bär' [pijll 34 ; aus dem [ML 1366. (Anders ZfromPh V, 556).
Verbalpräfix ber- und rüang 'Höhle', 343. Ar. buhür:
also eigentlich 'das Tier, das in einer 'Weihrauch', ebenso tk. und pers., hier
Höhle lebt') ; hieraus eng!. bruang 'der mit pers. Suffix -dän, das den Behälter
ma!. Bär, Ursus (Helarctos) malayanus' , angibt, bulFut:diin 'Weihrauchgefaß,
der auch honey-bear oder sun·bear ge­ Räucherfalil'. Über das gleiche tk. Wort
nannt wird. [JAOS XVII, 1 1 8/1 19. wurde rum. buhurdan, buhurdangiu
337. Tk. bübrek : 'dass.'. Ebenso pg. albafor 'Weihrauch,
'Niere (eines Schlachttieres)' ; hieraus Parfüm', frz. alboucor 'Likör aus dem
bulg. 1mbreg, �erb. poln. bubrek, russ. Weihrauchbaume'. [Devic DEt 7.
bubrjäg 'dass.'. [Gorjajew 3 1 . Bern R44, Tk. buj a n :
SIEtWb !JÖ. ':;üßholz, GlycYl'rhiza glabra', bujan balg
33S. Tk. budala : [zu tk. bal S. hier Nr. 201) 'Süfilholzsaft,
'Dumm, DUlllmkopl' [Stamm but 'runder Lakritze', vulgär gesprochen mit Dissi­
plumper Körper oder Körperteil', Vam­ milation der anlautenden Labiale mijan
bery TktEtWb S. 209, Nr. 225) ; hieraus baly, mijambaly ; hieraus rum. miambal
bulg. budala. 'dass.', serb. budala 'Tor, 'Lakritzwasser'. [Löbel EITAP 63.
Narr'; rum. budulac 'einfach, ungesucht', 345. Tk. bujral p
budula� 'Tor, Dummkopf', budahalii, 'Kluft' [nicht osm., Stamm bök, boj
buduhald, 'Toten gespenst'; auch venez. 'biegen, wenden' Vambery TktEtWb
budelti 'Dummheit'. [Bern SIEtWb 96. S. 210, NI'. 227); hieraus russ. bugrak,
L'Oriente I, 196. klruss. bairak 'Erdkluft'. [Gorjajew 32.
339. Tk. buga : 346. Tk. buJu r :
.

'Stier' [Stamm bug, bög Lautnachahmung Bujurmal; 'befehlen, geruhen', imper.


gewisser Tiere, also : 'blöken, brüllen', bujur, bujuruli 'belieben Sie !', 'Bitte !'
Vambery TktEtWb S. 208, Nr. 223] ; Hieraus bulg. bujur 'Befehl', serb. buJur
hieraus rum. buharu 'Stier, großer He­ 'bitte !, nimm !', poln. bujUt'dun 'Todes­
bel'; russ. bugai 'Stier, Hebebaum', urteil'. [Bern SIEtWb 9S.
klruss. poln. bugaj, buhaj, bulg. buga R47. Ar. Mk :
'Stier'. [Gorjajew 31. Bern SIEtWb 97. 'Horn' [Aus lat. buccina, eigentlich bu­
340. Ar. Bugäja: cina aus * bovicina 'Kuhhorn, Hirtenhorn'
N. pr., eine Stadt in Nordafrika, roma­ mit volksetymologischer Anlehnung an
nisiert Bugia, jetzt Bougie ; nach dieser bucca ; Lammens Färu� NI'. 1473] ; hier­
ehemals bedeutenden Handelsstadt (die aus mit ar. Art. sp. albogue 'Art Trom­
auch Ausgangspunkt der Einführung pete', pg. albogue, alboque 'Hirtenhorn'
unserer arabischen Zahlen und des mit [Constancio Dicc 44 a] ; frz. bouquin,
ihnen möglichen Rechensystems durch cornet a bouquins 'Lärmhorn des Chari­
LEONARDO PISANO um 1200 wurde) vari des XV. Jahrhunderts', sie haben
29 [Türk. bük-.

sich für die Folgezeit nicht nur im 354. Tk. bUlleuk :


Charivari erhalten, sondern sind das [Fehlt in Kelekiari J5:ämüs, jedoch bei
Lieblingsblasinstrument des Pariser Kar­ A. Hindoglu, Dictionnaire Turc-Fran�ais.
nevals der Strafle geworden und bis Vienne 1 838. S. 1 35 b : bunguk ' falsche
ins letzte Viertel des XIX. Jahrhunderts oder Venezianer Glasperlen', also wohl
geblieben [Driesen, Der Ursprung des allgemeiner 'Schmuck'] ; hieraus rusS.
Harlekius. Berlin 1 904, S. 122/ 123]. hulg. buneuk, poln. bunczuk ' derTug , d. h.
348. Tk. bUk- : Stange mit Roflschweif [Genaueres hier­
Bükmek 'rollen, drehen', büjri 'gewun­ über S . ZDMG XI, 547/549], Adj. bun­
den', büjür 'Hügel' [vom Stamme bök czuczny 'prunkhaft' . Karlowicz 42:3 gibt
s. hier Nr. 345] ; hieraus russ. bugor als Grundwort ein pers. mängük 'Gold­
'Hügel, Haufe', klruss. buhir 'Hügel ; knauf auf der Standarte' [vielleicht
Sturmwind', bulg. bajir, mit slav. En­ unsere NI'. 1 396 i'] an.
dung <Sech. pahorek, poln. pagorek 355. Ar. bunduk: '
'Hügel, Hügelchen'. [Bern SIEtWb 97. [Aus gr. 1fOVTIKOV (Kdpuov), lat. (nux)
pontica] 'Haselnufl'; hieraus sp. bodoque
349. Tk. bola: 'Kieselstein oder Bolzen für die Arm­
[So bei A. Hindoglu, Dictionnaire Turc­ brust, Geschofl für die Muskete' [weil
Fran<;ais. Vienne 18:38. S. 134 b ; aber
bei Kelekian J5:ämüs 292 a : bola, altes von der Gröfle einer Haselnufl], pg.
bodoque 'dass.' [Constancio Dicc 1 78 b].
Wort] 'Tante, �'rau des Oheims'; hieraus
bulg. bula 'Türkin' und mit verschiedenen
Rum. bondoe, bunduc 'untersetzt, dick
übertragungen 'Mohn, wilde Schwalbe, und fett'. - Die Ableitungen von frz.
andouille 'Leberwurst', kat.mandonguilla,
Wiesel', bulka 'Braut, Schwiegertochter ; sp. albOndiga von diesem Grundwort
Mohn', serb. bula 'Türkin', bulka ' Feld ­ scheinen begriffli ch und formell sehr
mohn'. [Bem SIEtWb 100. frat6lich zu sein [vgl. BAIST in ZfromPh
350. Tk. bulan- : V, i33. G. PARIS in Romania Xl, 1 63.
Bulanrnal; 'sich verfinstern, trübe wer· DE 72. Eguilaz 1 15. ML 1205].
den' [vom Stamme bug 'Dampf, Aus­ 356. Ar. börnk :
dünstung', vg!. tk. bulut 'Wolke', Varn­ [Aus pers. büräk] 'Borax, borsaures
hery TktEtWb S. 208, Sr. 224] ; hieraus Natron'; hieraus mit gleicher Bedeutung
russ. bulanyj, klruss. bulanyj, poln. sp. borraj, pg. borax [auch tincalj, frz.
bulany 'falb, fahl (von Pferden)'. [Gor­ borax, it. borrace ; ndl. eng!. borax,
jajew 33. Bem SIEtWb 100. dtsch. Borax ; russ. bulg. bura, serb.
351 . Tk. Bulgär : poln. boraks, cech. borax. [DE 241 .
N. pr., das Königreich Bolgär an der Devic DEt 70.
Wolga, das viele Jahrhunderte lang be­ :357. Tk. burall :
stand und erst zu Beginn t1es XV. Jahr­ [Auch osm. buragan, vom Stamme bök,
hunderts der Herrschaft J5:azao weichen kausativ hör, b'Ür 'wenden, drehen,
muflte [Th. H. Pantenius, Geschichte schrauben', daher cag. bura, bu1'agan
Rufllands. 2. Aufl. Leipzig S. a. (1917) 'Wirbelwind', Vamhery TktEtWb S. 210,
S. 1 1 , 51 ff.]. Hier wurden Lederwaren NI'. 2i!7] 'heftiger Sturm, Wirbelwind' ;
hergestellt und ausgeführt, die in ganz hieraus rusS. buran 'hefti�er Sturm ,
Asien wie im AUt6loind. bulgar, bolgar Schneegestöber', bulg. bura, bwja 'dass.'.
<russisches Leder' heiflen ; rum. bulgariu 358. Ar. büriinija :
'Juchtenleder'. [Hobson-Jobson 1 25. [Nach Borän, der Gemahlin des Kalifen
352. Tk. bulgnr : al-Ma'mon 813-8:33 n. Chr.] 'eine Art
Auch bu1'gul 'gekochtes und geschältes Speise'; hieraus sp. alboronia, 'moronla
Getreide'; hieraus rum. bulgur 'gerei­ 'Speise aus Eieräpfeln, Kürbis, Tomaten
nigtes Getreide', bulga1', bulgare 'Erd­ und Pfeffer' [Dicc Cast 107 alt [DE 73.
scholle, ErdklofI'. [Sain 47. 360. Ar. burd :
353. Tk. bülük : 'Gestreiftes Obergewand, dichter Woll­
Auch bölük 'Abteilung, Kompanie' [vorn stoff'; hieraus sp. burdo 'grob' [z. B.
Stamme bal, Ml 'zerhauen, teilen, Teil', pano bUl'do, lana bU1'da] , bW'dallo
also böZük 'abgeteilt', Vamhery TktEtWb 'dass.'.
S. 197, NI'. 207. 1.] ; mit bas [so hier 361. Tat, burda :
Nr. 260] ergibt sich tk. bölük-basy 'Kom­ 'Trübes Getränk', davon russ. burda
paniechef, vor den Tanzrmät Offizier 'unreines Getränk, zusammengegossene
des tk. Heeres, der für die öffentliche Flüssigkeiten'. [Gorjajew 34.
Sicherheit verantwortlich war'; hieraus 362. Ar. burg :
rum. buluba�a, früher 'Gardehauptmann" 'Turm, Taubenhaus' [aus lat. burgus
jetzt 'Zigeunerhauptmann' . ZDMG LI, 312] ; hieraus siz. burgiu
Tk. burgu.] 30

'Getreideschober, Haufen von Garben Germ ., Kelt. und Pers. vorhanden, vgl.
oder Stroh'. Wegen der spärlichen pers. böstdän 'küssen' Horn NpEt S. 54,
Ernte an Heu und um das Verstreuen Nr. 235 ; trotzdem wohl das ar. Grund­
und Verfaulen des Futters zu verhindern, wort zu den folgenden J ; hieraus sp.
werden diese Haufen sehr hoch in lmz 'Verneigung' [nämlich die Begrü­
Zylinder- oder Kegelform hergestellt. ßunll', die darin besteht , daß man die
[GrSVociSic 228. Hände kÜßt und dann auf den Kopf
363. Tk. burgu : legt], de buces 'mit dem Gesicht auf
'Bohrer' [vom Sllllnme bur 'schrauben, dem Boden', Vb. hacer el bus 'den
drehen' s. hier Nr. 3ii7J ; hieraus rum. Handkuß [beso de reverencia] geben'.
bW'ghiu 'dass.'. Vom subst. Infinitiv Bulg. buza 'Wange'. [DE 376. ZfromPh
burma 'Drehung, Schraube' wurde bulg. XXXII, 424. ML 1419. Bern SIEtWb
bW'ma 'Schraube', serb. burma 'Ring, 1 04.
Schraube'. [Bern 8lEtWb 1 02. il69. Ar. büs :
364. Ar. burka : Einheitsnomen' bÜ!la [Nallino, L'arabo
'Schlechter Boden aus Sand, Lehm und parlato in Egitto 242] 'Nadel'; hieraus
Steinen ; unbebautes Gelände'; hieraus siz. busa 'Stricknadel', ursprünglich eine
pg. barroca 'unebenes Gelände, sandiger Art Röhre zur Herstellung von Strümpfen.
Boden mit Lehm und Steinen', barroco lGrSVociSic 229.
ein Kunstausdruck der pg. Perlenfischer 370. Ar. büs:
und -händler tür 'eine doppel kugelige, 'Kleiner Krug' [wahrscheinlich berbe­
höckerige, verwachsene Perle' [Con­ rischen Ursprungs] ; hieraus mit ar. Art.
stancio Dicc 1 63 b], dann verallgemei­ sp. albuce, meistens plr. albuces 'die
nert: 'schiefrund, unregelmäüig', sp. Krüge an der Noria [so hier Nr. 1561],
barroco 'unregelmäßig' (in der Baukunst in denen das Wasser nach oben ge­
vom Herkömmlichen abweichend), frz. tragen wird' [also dass. wie al'caduces,
bal'oque, it. barocco ; dtsch. BarOl,k, ba­ s. hier Nr. 981:iJ . [DE 74.
rock. [Ableitungen aus lat. bisverruca 37 1 . Ar. busr :
'Doppelwarze', bisl'occa 'Doppelstein', H. "Nachgemachte Perlen, Glasperlen', Ein­
barrochio < lat. bisrotltlus 'Doppelrolle' heitsnomen busl'a, tk. ebenso bÜBre;
sind unbegründete Verlegenheitsetymo­ hieraus russ. busy, biseI', klruss. buser,
logien.] biser, bulg. serb. biser 'GiaskoralJen,
365. Ar. burnus : Glasperlen'. [Gorjajew 1 7 und 35.
[Aus lat. burrus, birl'US, gr. ßippo� mit Bern SIEtWb 58.
häufiger Spaltung des Doppel-r zu rn, a72. 'l'k. but :
VOLLERS in ZDMG LI, 3 1 ::! ; Lammens 'Hütle, Schenkel' [Stamm but s. hier
Farulj: Nr. 631] 'weiter Mantel mit Ka­ NI'. 338J ; hieraus rum. but 'Keule',
puze'; hieraus mit ar. Art. sp. albornoz vielleicht auch butura 'ausgehöhlter
'dass., grobes Wollzeug' , pg. albornoz, Baumstumpf, buturuga 'Stumpf, butu­
albernoz. Frz. bournous, burnous, it. ro� 'ausgehöhlt'. Bulg. but 'Hinterteil
be1'nusso, b" enuzio, gen. brenusu ; dtsch. des Schenkels, Lendellstück', serb. but
Burnus; russ. poln. bw'nus. rDE 73. 'Schenkel'. [Löbel EITAP 19. Bern
Eguilaz 101. Devic DEt 72. ML 1 223. SIEtWb 104.
Gorjajew 34. Zt"romPh XXX, 202. 373. Pers. bntkädä :
366. Tk. bill'ii : 'Götzen tempel' [aus pers. but 'Götzen­
'Wolf' [nicht osm., nach KORSCH in bild' Horn NpEt S. 42, NI'. 182 und
Thomsens Festschrift 1 99 aus iranisch küdä 'Haus' ebenda S. 1 88, Nr. 844 ;
* bairaka- 'fürchterlich'J ; hieraus russ. käd, küdä ist in Zusammensetzun�en
(dia!.) birjuk 'dass.', MrjuCina 'Hart­ der Ort, wo sich etwas dauernd befindet,
riegel; Kreuzdorn' und andere Ablei­ untergebracht oder aufbewahrt wird,
tungen. [Bern SIEtWb 57. vgl. BARTHOLOMAE in ZfdWf VI, 354] ;
:367. Tk. burunguk: hieraus ergab sich durch Kontamination
'Leichter, durchsichtig-er Seiden- oder mit präkrta bhagod'i 'göttlieh, heilig'
Leinenstoff, Gaze' [aus tk. bU1'un 'Nase' [aus sskr. bhaga-vati, d. h. 'Gott-begabt',
aus dem Stamme bar, val' 'vorwärts also 'göttlich', vg!. Ascoli, Studi orien­
gehen, fortschreiten', Vambery TktEtWb tali e Iinguistici S. 268/269, Nr. 5, wo
S. 200, NI'. 2 1 0 ; also wohl eigentlich auch gesagt ist, daß zuerst die Münzen
'Nasenstotl', d. h. Stoff für SchleierJ ; mit dem Bilde der Pärvali, Sivas Gattin,
hieraus rum. bul'ungiuc 'Gaze', borangic so hießenJ der pg. Ausdruck pagoda,
'ungezwirnte Rohseide'. eng!. pagoda, pagode, dtsch. Pagode, it.
368. Ar. büs: pagodo, rum. pagoda, poln. pagoda.
'KUß' [das Wort ist allerdings auch im Hierunter versteht man jetzt einen Tem-
31 [Ar. butum.

pe!. besonders in China solche von ganz tk. eady" jesili 'zeltgrün', d. h. grüne
bestimmtem Äuflerf'n, für das der nun Farbe an den Zeltwänden, wurde rum.
zerstörte Porzellanturm von Nanking ceadiriu 'blaugrün, apfelgrün'. Russ.
als typisch angesehen werden kann; sater, bulg. sad7Jr, satra, serb. cador,
zahlreiche vorzügliche Abbildungen von sator, kir. sater, cech satr 'Zelt'; poln.
Pagoden s. bei Ernst Boerschmann, szatra 'Zigeunerzelt'; klruss. cadra
Baukunst und Landschaft in China. 'Schleier der morgenländischen Frauen'.
Berlin s. a. (1923), z. B. S. 7-9, 45. - [Gorjajew 419. Bern SIEtWb 1 33.
[Zahlreiche andere Ableitungen, wie 381. Pers. eähär·päi:
Verdrehung eines ind. Wortes dagoba 'Vierfüflig' [aus pers. Cähär 'vier' Horn
oder aus pg. pag{Jo aus lat. paganus NpEt S. 101, Nr. 452 und pä, päf 'Fuß'
oder aus chines. pai·ku-ta 'Turm der ebenda S. 63, Nr. 281], hieraus hind.
weiflen Knochen', sind weniger wahr­ chärpäf und angloind. charpoy 'die ge­
scheinlich.] [Hobson-Jobson 652/657. wöhnliche ind. Bettstelle', oft aus rohem
Hirth ChinFW 200. Holze, vielfach aber auch geschmackvoll
374. Ar. butu m : gedrechselt und bemalt. Schon IBN
'Terebinthe Terebenthina veneta', dem. BATTÜTA [ungefähr 1 350] hat d Ri j nd.
butaim ; hieraus mit ar. Art. der Aus­ Bett genau beschrieben [I1:3 205] . [Hob­
druck der alten Pharmazie sp. albotln, son-Jobson 185.
frz. albotin 'Terebinthe und ihr Harz'. 382. Tat. ea1)yr:
[Devic DEt 6. Lammens Rem 6. 'Wein'; hieraus russ. CilJir' 'junger Wein,
375. Ar. butür: Most', serb. sira 'dass.'. [Gorjajew 4 1 5.
Plr. von ba�r 'Ausschlag, Puste!'; hier­ 383. Tk. eajyr :
aus it. buttero 'Blatternarbe', sard. but­ 'Wiese, Weide'; hieraus russ. ceair
teriga 'Geschwür', sp. botor 'Blattern'. 'Pferdeweide'.
[DE 245. Eguilaz 349. ML 1 237. 384. Tk. eak· :
376. Pers. büzä: 'Schlagen, hauen' [z. B. osm. calpy 'Mes­
'Hirse Milium' aus der Familie der ser', Cag. calpan 'Streitaxt' Vambery
Gramineen, tk. büza, böza 'eine Art TktEtWb S. 73, Nr. 77 Il] ; hieraus russ.
Hirsenbier' [über · die Bestandteile und cakan 'Rohrkolben', cekan 'Stempel',
Bereitung s. Silv. de Sacy, Relatioh de serb. ii,q 'dass.', klruss. eekan 'Präge­
l'Egypte par Abd-Allatif S. 572]. Hier­ stock, :streitkolben', cech. cakan, poln.
aus rum. bozan 'eine Art Bier'; russ. czakan 'Morgenstern', bulg. cekan, serb.
serb. Cech. poln. buza, bulg. boza 'dass.'; cakanac 'Hammer'. [Bem SIEtWb 134
frz. bouza, bosan 'tk. Hirsentrank', dtsch. u. 1 35.
Bnsa ; sp. pg. buza. [Bern SIEtWb 1 04.
DE 243/244. Devic DEt 70. ZDMG 385. Tk. ealj.syr:
XVIII, 705, Anm. 2. [Kelekian �amus 461] 'kurze tk. Männer·
377. Tk. byeal p hosen', vorne und um das Kniegelenk
'Messer' [vom Stamme bic 'schneiden' eng und anliegend, rückwärts aber sehr
Vambery TktEtWb S. 203, Nr. 2 1 7 mit weit und gefaltet. Hieraus rum. ceac­
rückwärtiger Vokalharmonie] ; hieraus �i1'i' 'weite tk. Hose', russ. cikciry, serb.
serb. (alt) bicak, poln. biczak 'dass.' - caksire 'lange enge Hose der Husaren
Von demselben Stamme tk. bicke 'Säge, oder Ulanen'. [Gorjajew 414.
Messer'; hieraus bulg. serb. bickija 386. Tk. calj.yr:
'Schustermesser, Ahle'. [Bern SIEtWb 56. [Vom Stamme jalp, calp 'scheinen, glän­
378. Tk. eabak : zen, blitzen' Vamhery TktEtWb S. 1 13,
[Kazäntat. ; osm. 6apalp aus pers. cäpag] Nr. 1 24 11] 'hellblau'; hieraus rum.
'flacher Fisch, Plötze Leuciscus rulilus ceaci'ir 'mit verschiedenfarbigen Augen'
L.'; hieraus russ. cebak 'Barbe, Brachsen und mit merkwürdigem Bedeutungs­
Abramis brama L.' [Gorjajew 409. wandel 'schielend'. - Tk. calpyr auch
379. Pers. eäbät : 'Lerchenfalke, Hypotriorchis aesalon',
[Auch tk. cabata] 'Bastschuhe zum Über­ hieraus rum. ciocirlan, cioclrlie 'Lerche'.
ziehen'; hieraus russ. eebot 'hoher Schuh, Schon tk. ist calpyr kejf 'betrunken',.
Stiefel'; cebotar' 'Schuhmacher', klruss. daher rum. a prinde ciocirlanul de
cobol, poln. czobot 'Stiefel'; rum. cioboti'i, coada 'sich berauschen' [wo also ein
it. ciabatta, frz. savate, sp. zapata 'Schuh'. ähnlicher Gedankengang zugrunde liegt
[Gorjajew 415. Bern SlEtWb 159. wie in dtsch. 'eine Lerche schieflen'].
ZfromPh XXXVIII, 1 95. ML 2448. 387. Tk. eal :
380. Pers. cädir: [Nicht osm., sondern tat., aderbeiganisch,.
'Schirm, Zelt', ebenso tk. eadyr, catyr kumükisch] 'grau, bunt'; hieraus russ.
'Zelt'; hieraus rum. ceadlr 'dass.'; aus calyj 'grau' [vom Pferde: calaja losad'],.
Tk. cal·.] 32

calko, serb. cilas 'Grauschimmel', klruss. shabt'ack, nd!. schabrak, J.tsch. Scha­
calyj 'scheckig, falb'. [Gorjajew 407. bracke 'Satteldecke', wohl über ung.
Bern SIEtWb 135. csapl'ug. [Gorjajew 407. Sern SIEtWb
v
388. Tk. cal. : 1 36. ML 8961.
Calmak 'umstoßen, umdrehen' [Stamm 396. Pers. cäpräst:
saj, caj, cal Vambery TktEtWb S. 1 38, ['Was von links nach rechts geht' von
Nr. 14!)] ; hieraus russ. cal 'Tau. Strick pers. cäp 'link' Horn NpEt S. 97, NI'. 435
(zum Anbinden am Ufer)', Vb. caUf, und räst 'recht' ebenda S. 1 34, Nr. 603],
caliwat' 'festbinden, am Ufer anmachen'. tk. capraz 'eine Metallbinde, welche die
- Aus dem tk. subst. Infinitiv calma Unteroffiziere bei den Janitscharen [so
[der tk. eine andere Bedeutung hat: hier Nr. 954] als Abzeichen trugen' ;
'das Stoßen', oder 'grob'] wurde rum. hieraus rum. ceapraz 'Borte, Tresse',
cealma 'Turban, Turbantuch', russ. bulg. ceaprazar 'Posamentier', ceaprazarie.
serb. calma, klruss. calma 'Turban'. 397. Tk. cardak :
[Gorjajew 407. Bern SIEtWb 1 35. [Aus pers. cähar 'vier' S. hier Nr. 381,
389. Tk. cam: zu car verkürzt wie schon in pers. Zu­
'Fichte'; hieraus rum. ceam 'dass.'. sammensetzungen, und ar. täl; 'Bogen
39b. Mal. campäka : (im architektonischen Sinne)'], 'Terrasse,
'Ein Baum mit gelben, wohlriechenden die auf vier Pfosten gestützt ist', oder
Blüten, Michelia champaca L.' [Pijn 'kleines viereckiges Zimmer', das gewöhn­
1OOa] ; hieraus frz. champac, sampac. lich auf dem flachen Dache des Hauses
[Devic DEt 91. erbaut ist und in dem man entweder
391. Tk. canal p v Wäsche trocknet oder die reine, frische
'Kessel, Schüssel' [vg!. Canal; l;al'asy Luft genießt. Häufig werden carda�
'Schüssel burg', d. h. die DardanellenJ; auch die kleinen Sommerwohnungen
hieraus rum. ceanac, cenac 'große Schüs­ auf den Landgütern, in den Gärten oder
sel. Teller'. den Weinbergen der Reichen genannt,
39:2. Pers. cäng: die meist turmartig gebaut sind und
' Harfe, Laute', ar. �ang 'pers. Harfe, außer dem Erdgeschoß noch wenigstens
Leier' [�M II. J 1 6 1 , 3] ; hieraus mit ar. ein .Stockwerk haben. Hieraus rum.
Art. Asanglu 'Sternbild dpr Leier, Lyra'. cerdac, ceardac 'Balkon', auf Pfählen
[Devic DEt 41. gebauter 'Altan'. Russ. cerdak 'Erker,
392 a. Pers. cängäl : Speicher', cel'to.1J 'Saal, Prunkgemach,
'Haken', tk. ebenso cengel ; hieraus rum. Halle', klruss. cerdak 'Erker', serb. car­
cinghiel 'Wandhaken'. dak 'Söller, Obergemach', bulg. cördak,
393. Np. cäntä : ca1'dak, cerdak, cOl'dok ' Vorhalle'. [Gor­
'Sack', besonders aus Leder oder Lein­ jajew 410. Bern SIEtWb 1 7 1 .
wand ; er hängt am Sattel, und in ihn
wird die Wasserpfeife hineingesteckt, 398. Pers. cärh :
vg!. ZDMG XXXVIII, 1 10 ; ebenso tk. 'Bad' [Horn NpEt :;;. 97, NI'. 437], ebenso
canta 'Reisesack, Tornister'; hieraus
tk. cerl}, vull!'. carl; ; davon das tk. Adj.
carl;ly 'mit Rädern versehen, sich dre­
rum. .lJeanta 'Reisetasche, Patronen­
tasche', gentulila. hend' ; hieraus rum. cearcliu 'ausgezackt,
394. Tk. capgyn : mit Schießscharten versehen' ; [cerc
Vulgo capl;yn 'ein Mensch, der schnell 'Kreis, Reif' natürlich vom lat. circus].
geht' oder 'ein schnell trabendes Pferd' 399. Pers. car.jäk :
.[vom Stamme sap, sap, cap 'hauen, [Aus cär 'vier' S. hier Nr. 397 und Jäk
schneiden , eilen' ; vgl. osm. cabul; 'eins' Horn NpEt S. 252, Nr. 1 128J 'ein
�schnell' Vambery TktEtWb S. 143, Viertel', ebenso tk. cejrek 'dass.' ; hier­
NI'. 153 II], schließlich 'Schelm, Schlau­ aus rum. cerchiu 'alte Münze im Werte
kopf, unverschämt' ; hieraus rum. ceap­ von fünf Piastern' [nämlich ein Viertel­
·ein 'Traber; Schlaukopf; schlau, listig'. Megidije].
Vom gleichen Stamme [vg!. tat. capul 400. Pers. car.pärii :
'Einfall'] ist auch poln. czambul 'Einfall ; [Aus Gär 'vier' S. hier Nr. 397 U. pärä
Galopp', i n der Redensart w czambul 'Stück, Teil' Horn NpEt S. 62, NI'. 271]
'in Massen, im ganzen'. 'Musikinstrument, das aus vier Holz­
395. Tk. capra� : stücken besteht, welche der Spieler gegen­
'Sattel- oder Pferdedecke' [vom Stamme einander schlägt', ebenso tk. 'Kasta­
jap, cap 'verhüllen, bedecken' Vambery gnette', vulgo calpara mit Dissimilation
TktEtWb S. 1 19, Nr. 1 30] ; hieraus russ. und volksetymologischer Anlehnung an
.ceeh. caprak, serb. sabmka, poln. cza­ tk. calmak [so hier NI'. 388] 'spielen (auf
,pl'ak ; frz. chabraque, schabraque, eng!. einem Musikinstrumente), tönen' ; hier-
[Tk. cary� .

.au� rum. geampara 'Tanzklapper, Kasta­ tenen Ärmeln' ; hieraus rum. eepchen
gnette ; Triller', geambara. ' Wams, Jacke'.
401. Tk. caryJ p 410. Tk. cerci :
'Art leichten Schuhwerks der Hirten 'Kurzwaren ; Kurzwarenhändler' [Kele­
:und Landlp.ute' [Kelekian �ämlls 460a] ; kian �ämlls 469 a] j hieraus rum. eerce­
hieraus rum. eioaree, eioa" eel 'weifl­ tar 'Hausierer'.
wollene Bauernhose'. 4 1 1 . Tk. cerciwe :
402. Pers. cäsmä: 'Rahmen , Einfassung, Fensterkreuz'
'Quelle, Springbrunnen' [desselben Ur­ [wohl aus pers. cärcöbä ; dieses zusam­
sprungs wie cäsm 'Auge' Hol'll NpEt mengesetzt aus cär 'vier' S. hier Nr. 397
S. 98, Nr. 440], vgl. ar. 'ain 'Auge' und und cöb 'Holz' Horn NpEt S. 99, Nr. 448] ;
'Quelle, Brunnen', ebenso tk. cesme i hieraus rum. cercevea 'Fensterrahmen,
hieraus rum. ei�mea 'Brunnen, künst­ Einfassung'.
liche Quelle' ; bulg. cesma, serb. Cesma, 4 1 2. Tk. cerge :
lesma 'dass.'. [Bern SIEtWb 151. [Das Wort geht letzten Endes auf lat.
403. Tk. cat-pat : seriea S. hier Nr. 1878 zurück] 'Kleines
Lautmalerische Verbindung, die das Zelt auf zwei Pfählen' i hieraus rum.
Geräusch des Stoflens oder Brechens ce"gii 'Bauernteppich ; Wagendecke,
nachahmen will, daher 'geräuschvoll, Plane', bulg. cerga 'Zelt ; dickes Gewebe',
selten, hier und da' ; hieraus rum. cea t­ serb. cerga 'Zelt, Sesse!', klruss. diel'ha
pat 'gelegentlich'. 'wollene Decke'. [Sain 49. Mikl SIEtWb
33a. Bern SIEt 145.
404. Tk. cans :
413. Tk. cerwis :
IVom Stamme ag, cag > cagir > caw,
'Geschmolzenes Fett, Talg' [aus pers.
cau 'schreien, laut rufen', also eigent­
cärb 'fett', ctirb'ii 'Fett' Horn NpEt
lich cawus, caus 'der Ausrufer, d. h.
S. 97, Nr. 436] j cerwis jagy 'Rinder­
Verkünder eines fürstlichen Befehles"
schmalz'. Hieraus rum. eervilj, cerevi�
Vambery TktEtWb S. 1 30, Nr. 1 41 11 1 )]
'Talg, Unschlitt, Rinderschmalz'.
'Feldwebel, Gerichtsdiener' ; hieraus rum.
414. Tk. cewre :
t)iau� 'Türhüter, Unteroffizier der Polio
'U mkreis, Umfang ; feine starke Musse­
zeiwache', Ableitung eiau�el, ciau�e8c i
line' [vom Stamme tek, tew > Cew 'Kreis,
bulg. serb. laus 'Hofwächter', klruss.
Runde' Vambery TktEtWb S. 1 72,
caus 'Kammerjunker, Höfling" poln.
Nr. 1 84] ; hieraus rum. gevrea 'eine Art
ezausz 'Kurier, Steuereinnehmer'. [Bero
Brokat'.
SIEtWb 1 38.
415. Chin. cha :
405. Tk. cekml'ge : 'Tee' ; cha-ge 'Teeblätter' [so ist die
'Schublade' [vom Vb. cekmelc 'ziehen' ] ; Aussprache im Kuan-hoa, S. hier i\'r. 1400,
hieraus rum. cecmegeu 'dass:. und im Kantondialekt] ; hieraus pg. eha,
406. Tk. cekmen : sp. (selten) eha, russ. cai, bulg. caj, serb.
'Tuch, gefütterter Rock' ; hieraus rusS. laj, se}, cech. caj, poln. czajnik ('Tee­
cekmen' 'Kasaken- oder Bauernrock" kanne'), lzaj. - Im Dialekt von Amoy,
klruss. cekmen, cekman 'tatarisches Ober­ von wo aus vermutlich die ersten Tee­
kleid', poln. czekman 'dass.'. - Aus der ladungen ausgegangen sinti, wird etwa
ilst- und nordtk. Entsprechung [cagat. te gesprochen, daher frz. the, sp. te. it.
sükmän, cuwas. su�man] wurde rum. te [seltener eid], nd!. thee, dtsch. Tee,
.sueman, suman 'Bauernkittel' , russ. suk­ engl. tea [früher wie im Deutschen aus­
man 'Tuchrock, Kaftan', klruss. poln. gesprochen, vg!. die beweisenden Reime
sukmana 'Bauernkittel aus Tuch'. [Gor­ in tlem 1 7 1 2 geschriebenen Rape of the
jajew 409. Bem SIEtWb 139. Lock von Alexander Pope, Canto I, 6 1
407. Tk. celelJi : U . 62 ; III, 7/8; etwa in der Ausgabe
'Herr, vornehmer Herr' [alttk. celep 'Herr, Pandora Nr. 1 1 (Inselverlag Leipzig),
Gott'. jakut. calban 'Gott' ; eingehender S. 10 U. 23]. übrigens hat das Neu­
vgl. VOLLERS in ZDMG LI, 307/308] ; griechische beide Aussprachen über­
hieraus rum. celebiu 'elegant, vornehm ; nommen : Taal und TElOV. [Nichts mit
Stutzer'. Zum Begriffe des tk. Grund­ eng!. tea zu tun hat eng!. tee-totallel'
worts S. hier Nr. 781. 'Abstinenzler' ; dies ist vielmehr die
408. Tk. celik : Aussprache der Abkürzung T. total,
'Stahl' ; hieraus rum. eWe 'dass., Stahl­ d. h. temperance tota!.] [Gorjajew 407.
»erlen' ; bulg. serb. celik 'Stahl'. Bern SlEtWb 134. Hirth ChinFW 201.
409. Tk. cepken : 4 1 6. Bind. chbakra :
[Vom Stamme jap, cap S. hier Nr. 395] 'Zweiräderiger Karren' ; hieraus anglo­
' Kurzer Mantel mit langen, ausgeschnit- ind. haekery, die Bezeichnung für die
L o k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch. 3
Hind. chhampnä.]

gewöhnlichen Ochsenkarren der Ein­ über nnd heißt soviel wie 'Gruß, Kom­
geborenen zum langsamen Transport pliment'. [Hobson-Jobson 200/201 .
von Gütern und Waren. [Hobson-Jobson 423. Tk. cift :
407/408. [Wahrscheinlich aus pers. juft 'Genosse,
4 1 7. Bind. chbämpna : Gatte ; Paar' Horn NpEt S. 95, Nr. 424]
'Kneten und pressen (nämlich die Mus­ 'Paar', besonders 'ein Joch Ackerstiere',
keln)' ; der Imperativ chhämpö ist zu daher tk. ciftlik 'Landgut'. Hieraus
allgloind. shampoo verderbt. Dieses serb. eift 'Paar', bulg. Cift 'Paar, Joch
Wort bedeutet ursprünglich die Behand­ Ochsen', Ciftlik 'Landgut', ciftCija 'Guts­
lung, wie sie bei den sogen. türkischen besitzer, Bauer'. - [Daß russ. juft'
Bädern üblich ist, heutzutage ist es so­ 'Juchten' usw. hierhin gehöre, mUß be­
viel wie 'Kopfwaschen' ; ebenso dtsch. zweifelt werden, vg!. vielmehr hier
schamponieren 'kopfwaschen', neuer­ NI'. 2 1 28.] [Hern SIEtWb 156.
dings volksetymologisch umgestaltet zu 424. Tk. cifot:
8chaumpun, schaumpunieren. [Hobson­ Eine Korruption des ar. jahUd 'Jude'
Jobson 821. [so hier Nr. 949], dia!. gehud, mit der
418. Bind. chbäp : Bedeutung ' Ungläubiger' ; das Wort wird
'Siegel, Stempel' [vom Vb. chhäpnä, das tk. als Spottnam e für die Juden benutzt.
heute 'drucken' heißt] ; hieraus anglo­ Hieraus rum. ciufut 'Geizhals, Wucherer,
ind. chop 'dass.', nur noch gebräuchlich Jude', bulg. Cifut, Cifutin, serb. Civutin
in dem Ausdrucke first- chop, d. h. 'von 'Jude', it. (diai.) cifut 'lästiger, unver­
erster Qualität, erstklassig' [z. B. silk schämter Junge ; Judenjunge' (Monfer­
oder tea of the first-chop]. Zu amerikan. rate), cifu 'dass.' (Nizza), cifota 'schlech­
chop-suey s. Herrigs Archiv CXLI, 187. ter Wein' (Piemonte). - Ableitung aus
[Hobson-Johson 207/209. Johannes und futuere 'coire' ML 3622
419. Südind. chi: scheint nicht angängig trotz provo jan­
Interjektion : 'pfui !' Hieraus angloind. foutre, piem. gianfutre. Lautlich und
cheechee, ein verächtlicher Ausdruck zur semantisch ist die gegebene Etymologie
Bezeichnung des Halbbluts oder der viel befriedigender. [ZfromPh XXXI.
Eurasier [d. h. Nachkommen eines euro­ 272 (dagegen : ZfromPh XXXI, 659). -
päischen Vaters und einer eingeborenen 425. Pers. cinär :
Mutter, die aber für die englische Ver­ 'Platane, Platanus orientalis' ; hieraus
waltung Vorderindiens unentbehrlich angloind. cheenar 'dass.' und russ. cinar
sind], also ganz dem Ausdruck Lip-Lap 'dass., morgenländischer Ahorn'. [Gor­
der Holländer auf Java entsprechend. jajew 4 14. Hobson-Jobson 187.
426. Tk. cirag:
420. Jap. chin :
[Wohl pers. Ursprungs] , auch cyralp
Eine Hundeart, der jap. 'Mops' ; gewöhn­
'Diener, Lehrling' ; hieraus rum. cirac
lich schwarz und weiß, ist er so groß
'Lehrling, Eingeweihter', ciraclic 'Lehre'.
wie eine Katze und hat hervortretende,
427. Tk. ciris:
klotzige Augen und platte Nase. Von
'Mehlpappe' ; hieraus rum. ciri� 'Brei,
den Ja panern wird das Tier nicht als
Mehlpappe für Buchbinder U. Schreiner'.
Hund betrachtet, da sie von inu ya chin,
428. Tk. cit :
d. b. 'Hunden und Möpsen' reden. D tsch.
Auch cyt 'buntes Tuch, gedruckter Zitz' j.
oft &hinhündchen. [Chamb AlIJap
hieraus rum. cit 'feiner Kattun, gestreif­
a8ö/387.
ter Stoff'. - Tk. citary 'leichter Stoff
42 1 . Chin. China : aus Seide und Wolle' ; hieraus rum. ci­
N. pr. [über die Etymologie di eses Wortes tarea 'Kattun'.
vg!. Hobson-Jobson 1 96/197J. In der 429. Tk. ciwid :
Bedeutung 'Porzellan' wird llas Wort Auch Ciwit gesprochen : 'Indigopflanze,
in vielen asiatischen Sprachen und im Indigofera tinctoria, indigofarben' ; hier­
Englischen benutzt : eng!. china, eigent­ aus rum. civit 'indigoblau'.
lich Abkürzung für china-dish wie turkey 430. Pers. ciz :
statt turkey-carpet, turquoise statt pierre 'Etwas' [Horn NpEt S. 1 0 1 , NI". 457].
turquoise [so bier Nr. 2 1 1 4] . [Hobson­ hieraus hind. ch'iz 'etwas, ein Ding' und
J obson 1 98/199. schließlich angloind. cheeze, ebenso im
422. Chin. chillg-ching : eng!. Slang, mit der Bedeutung 'etwas
Im Dialekt von Peking Höflichkeitsphrase Gutes, Echtes, Ausgezeichnetes oder Vor­
als Antwort auf 'Danke!, Auf Wieder- ' teilhaftes', Z. B. 'my-' new arab is the­
sehen !' Aus dem Pigeon-Englisch [aus real cheeze'. [Hobson-Jobson 187.
business-English entstanden] ging der 431. Tk. cizme :
Ausdruck in den Slang des En glischen 'Stiefel' [vom Vb. Cizmek 'ziehen, strei-
[Pers. Mb.

ehen, liniieren', Stamm sil, sir, siz 'rei­ 435. Tk. cuha :
"
ben, streichen ; Linie, Strich' Vambery 'Tuch' ; hieraus bulg. coha 'Tuch', serb.
TktEtWb S. 147, Nr. 159 III] ; hieraus coha 'dass., Tuchkleid', russ. (alt) cuga
rum. cizma 'dass.', bulg. ciZObm, Cizma, 'enger langer Roek', klruss. euha, euhana
serb. Cizma 'Stiefel' , klruss. cyzmy 'Mantel, Oberkleid aus Wolle'. - Die
'Schuhe', poln. cizma, czyzma 'Halb­ Zusammensetzung tk. colJadar 'Geschäfts­
stiefel'. [Bern SIEtWb 1 58. träger , Agent' ergibt rum. ciohodar
432. Pers. Cöb : 'Diener'. [Bem SIEt W b 159.
'Holz' [Horn NpEt S. 99, Nr. 448], ebenso 436. Tk. cojan :
tk. cob 'Stück Holz, Stock, Schmutz' j ' Roheisen' [Kelekian J>:ämü-< 482], kas.­
hieraus rum. ciob 'Scherbe, Topf', ciobesc. tat. eujyn ; hieraus bulg. cugun, russ.
eugun, klruss. cugun, cag u n, cawun,
433. Tk. coban :
caun, poln. czttgun 'GUßeisen'. [Gor­
'Hirt' [aus pers. subän 'Schäfer' Horn jajew 4 1 6 . Bern SIEtWb 1 6 1 .
NpEt S. 1 7 1 , Nr. 776 aus pah 'Vieh' 437. Tk. colak :
eben da S. 287, Nr. 153] ; hieraus bulg. 'Verkrüppelt, einarmig' [vom Stam me
serb. coban, cobanin, russ. (dia!.) klruss. sol, col 'link, ungeschickt, krüppelhaft'
caban, poln. czaban 'Schäfer, Hirt'. Vambery TktEtWb S. 153, Nr. 1 65] ;
[Gorjajew 406. Bern SIEtWb 159. hieraus rum. ciolac 'dass.' und mit
434. Pers. Cögän : eigenartigem Bedeutungswandel russ.
'Schlägel (im Ballspiel)' [Horn NpEt culok, bulg. culka 'Strumpf. [Gorja­
S. 1 00, Nr. 449 , wahrscheinlich aus jew 4 1 7 .
präkrta chaugltna 'vierfach', dem Namen 438. Tk. comak :
für den Polospielplatz]. Das Polo ge­ 'Keule, Knüppel' [Kelekian J>:ämUs 48 1 ,
nannte Spiel scheint medisch-persischen vom Stamme jum, jum, com 'vereinigen,
Urspru ngs zu sein. Während es jetzt fest, dicht, Körper von runder geschlos­
nur noch in einigen Berglandschaften sener �'orm' Vambery TktEtWb S. 1 3 7,
im Norden Indiens erhalten ist, wurde N r. 147 1I] j hieraus rum. ciomag 'dass.'
es früher an allen mohammedanischen und Ableitungen cjomaga�, ciomiigeala.
Höfen Asiens gespielt ; viele Fürsten Nach seinem Werkzeuge in der Hand
haben es mit Leidenschaft gespielt, z. B. ist benannt russ. cumak 'Fuhrman n
Kaiser Akbar der Große. Saladin u. a. (besonders i n Südrußland), Knecht'.
Vg!. K . Inostranzew, Zur Geschichte ,l es 439. Tk. corab :
Polospieles. In Zapiski Vostoonago Ot­ 'Strumpf" ; hieraus rum. ciorap 'dass.'
djelenija Imp. russk. a rcheologioeskago und Ableitungen ciol'apel, dorapior;
ObScestva. St. Petersburg. Bd. XIV, bulg. corap, serb. carapa 'Strumpf.
4. Lieferung. Nach Byzanz gelangt, hieß 440. Tk. corba :
das Spiel mgr. TZ:VKdvIOV, Vb. TZ:vKavl­ 'Suppe' ; hieraus rum. ciorba 'Suppe',
Z:€lV, 'Spielplatz dafür' TZ:vKavlaT�plov, ciorbalic 'Suppenschüssel', ciorbttl ita ;
und in Frankreich, wo es zu FUß ge­ bulg. serb. cO/'ba 'Suppe', poln. czorba
spielt wurde, chicane. Das frz. Wort 'Suppe, aufgeweichtes Brot', russ. (dia!.)
bedeutete dann, daß man in einem scorba 'Fischsuppe'. - Zu Zeiten der
Kampfe jeden möglichen Vorteil wahr­ Janitscharen [5. hier Nr. 954] hießen die
nehmen durfte, und kam so zu seiner Hauptleute od. Regimentskommandeure
heutigen Bedeutung frz. chicane 'Kniffe, tk. corbagy, eigentlich 'Koch', hieraus
:Schabernack, Rechtsverdrehung, Spitz­ rum. ciorbagiu 'Herr'. [Bern SIEtWb
findigkeit', eigentlich unübersetzbar, da 159jl (j0.
es eine wesentlich französische Charak­ 44 1 . Tk. cÖl'ek :
tereigenschaft bedeutet. Dtsch. Schikane, 'Kuchen' j hieraus rum. ciurech'l 'eine
eng!. chicane, chicanery. - Als Name Art Kuchen'.
für ein Spiel kommt das Wort noch 442. Tk. clltra :
vor : pg. choca [Constancio Dicc 255b, [Nach Pu§cariu Et. Wb. der rum. Spr. 382
freilich mit falscher Etymologie] 'ein aus it. ciotola 'Trinkgefäß' < lat.* cytola]
Kinderspiel mit Kugeln', frz. (Languedoc) 'Tragbares Holzgefäß für Wein oder
chicane 'Lochball' , mhd. schaggun. - dergi.' [Kelekian J>:ämUs 477 mit Ab­
[Altere Ableitungen von frz. chicoter bildungJ ; hieraus rum. citura, ciutura
'sich herumzanken' entweder aus lat. 'Eimer, hölzerne Feldflasche ; Mundstück
ciccum, K(KKOC; 'Apfelkorb, nichtsnutziges eines Pfeifenrohres' ; bulg. cotra, eutura
Ding', also 'Streit um eine Nichtigkeit' 'Flasche, Holzflasche' , serb. cutura 'dass.'.
oder sp. chico 'klein' sind unbegründet]. [Beru SIEtWb 1 64.
[DE 254. Devic DEt 93/94. Hobson­ 443. Tk. culdar:
Jobson 190/193. [Von tk. cul 'Decke'] 'Decke, die man
3*
Tk. vullama.] 36

a u f den Pferdesattel legt ; Pferdedecke' ; 45 1 . Ar. dabarän :


hieraus rum. cioltar 'Schabracke'. [Yom Vb. dabara IH. 'hinterherkommen,
444. Tk. cullama : folgen'.] A.d-dabarän, d. h. der den
'Speise, die oben mit Teig bedeckt ist' ; Plejaden 'folgende', ist bei den Arabern
hieraus mit leicht erklärlichem Bedeu­ die Bezeichnung für die Sterne Cl. 3,
lungswandel[Bedeutungsverengung]rum. T, b, e tauri [also nach unseren Be­
ciulama 'ein gllkochtes Huhn mit einer griffen Aldebaran und Hyaden]. Hier­
dicken, breügen Tunke gemischt'. aus der Sternname A.ldebaran mit n i e h t
445. Tk. cuma : assimiliertem ar. Art. sp. pg. aldebaran,
'Pest' [nicht bei Kelekian , aber bei sp. addebaran, pg. aldebara, frz. alde­
Hindoglu, Dictionnaire Turc-Fran�ais. baran, nd!. aldebaran [mit dem Ton
Vienne 1 838. S. 1 92 a, synonym mit auf der vorletzten Silbe !]. [Devic DEt
jUnirugak 'Pest' ausjuml'u 'rund, Beule' ; 14/15. Lammens Rem 8/9.
vorn Stammejum, cum, s. hier NI'. 438] ; 4&2. Är. dabba :
hieraus rum. duma, bulg. serb. klruss. 'Sperreisen am Tor, Holzschlofi' [s. Lane,
euma, poln. dzuma 'Pest', russ. euma Manners and customs of the modern
'Pest, Seuche'. [Die Zurückführung auf Egyptians I, 25] ; hieraus mit ar. Art.
lat. cyma, gr. KOMCl 'Sprofi' scheint doch sp. aldaba, pg. aldrava 'Türklopfer,
sehr zweifelhaft, da das Wort in den Türriegel' ; augment. sp. aldab6n 'grofler
romanischen Spraehen in der Bedeutung Türklopfer', demin. aldabilla 'kleiner
'Pest' nicht allgemein vorkommt.] [8ern Türriegel'. [DE 96. Eguilaz 147. ML
SIEtWb 163. 2455 a.
446. Tk. cürük : 453. Är. dabbäg :
'Verfault' [vom Stamme tir, tür, til, eil, 'Gerber', ebenso tk. debbag ; hieraus
ciir: cÜl'ümek 'verfaulen' Vambery Tkt rum. taMcar 'Loh- oder Rotgerber',
EtWb S. 1 7 7 , Nr. 190 IVj ; hieraus rum. tabiicarie 'Gerberei', tiibiici 'gerben' ;
ciuruc 'Abfälle, Gesindel'. bulg. tabak 'Gerber'. Mit pers. lJänä
447. Tk. cybul p 'Haus' [so hier Nr. 809] ergab sich bulg.
'Pfeife' [vom pers. iJüb 'Stock', s. hier tabaklJana, serb. tal,akana 'Gerberei'.
Nr. 432] ; hieraus rum. ciubuc 'Pfeifen­ 454. Ar. "abt :
rohr ; Gesimskranz', bulg. serb. cibuk, 'Regierung, Verwaltung', ebenso tk. zabt
russ. klruss. cubuk, poln. cybuch, vech. oder mit Hilfsvokal zur Vermeidung
cibuk 'Pfeifenrohr, Pfeife, Mundstück'. der Doppelkonsonanz zabyt, hieran das
[Gorjajew 41 7 . Bern SIEnVb 15'3. tk. Suffix -gi zur Bezeichnung des Be­
448. Tk cy1j. rYli : rufes : tk. zabytgy, woraus rum. zapciu
'Rad' ; hieraus rum. cicric 'Rädchen, 'Unterpräfekt' wurde. [Löbel EIT AP 100.
Haspel'. 455. Tk. dady:
449. Tk. cYliyn : 'Kindermädchen , Amme' ; hieraus rum.
'Gruppe ; Paket Gold- oder Silbergeld' dadä, dadacä 'dass., ältere Schwester',
[Kelekian I):ämtls 488 a] ; hieraus rum. bulg. dada 'Kinderfrau ; ältere Schwester',
ciochina 'Sattelknopf'. - Löbel EITAP serb. dada 'Mütterchen, ältere Schwester',
32 fragt nachdem Bedeut ungszusammen­ bulg. serb. dadija, serb. dadilja 'Kinder­
hang zwischen rum. ciochina und tk. frau'. [Bern SIEtWb 1 7 6.
cylpyn. Dieses letztere war das Geld, 456. Ar. dafina :
das die Grofien der' Hohen Pforte ver­ [Vom Vb. dafana 'vergraben, begraben']
teilten, wenn bei einer Feuersbrunst 'zurückgezogene Frau' ; hieraus mit leicht
die Feuerwehrleute angespornt werden verständlichem Bedeutungswandel sp.
sollten ; es war also weggeworfenes Geld, adefina, adafina, dafina 'ein bei den
das man ebenso gut unnütz an den Juden Spaniens früher gebräuchlicher
Haken oder wie wir im Deutschen zu Ragout, der Freitags auf ein Kohlen­
sagen pflegen "an den Nagel hängen" becken gestellt und verdeckt wurde, um
konnte. Im Rumänischen sagt man Samstags gegessen zu werden', in er­
nun genau so a pune la ciochina im weiterter Bedeutung [oder Rückkehr
Sinne VOll 'beiseite werfen'. Der Zu­ zur ursprünglichen] 'verborgene, geheime
sammenhang mit der Bedeutung 'Schnal­ Sache'. [DE 43/44.
le, Haken, Sattelknopf' wird so ziemlich 457. Ar. dafira :
einleuchtend. [Vom Vb. q,afara 'flechten'] 'Haarflechte,
450. Tk. cyrpy : Zopf; alles Geflochtene' ; hieraus mit
'Gestrüpp, abgeschnittene Baumzweige, ar. Art. pg. atafera [Constancio Dicc 132 b]
Meflschnur' [Kelekian I):ämtls 468 b] ; 'Binsengeflecht als Henkel für die Körbe,
hieraus rum. ciripie 'Mefischnur, gerade die den Lasttieren zu beiden Seiten
Linie'. aufgebürdet werden'. [DE 208.
37 [Ar. dagäg.

458. Ar. dagiig : 466. Ar. dakika :


Einheitsnomen dagäga 'Henne, Huhn' ; [Vom Vb. dalplpä 'kleinschlagen'] 'Augen.
hieraus mit ar. Art. und Imala [12 > e blick, Minute', auch t k . ; hieraus rum.
> i) frz. adigege, adegige zur Bezeich­ dici'i 'Augenblick', adici'i 'nämlich, eigent­
nung des Sternbildes des Schwans. lich'.
[Oevic DEt 40. 467. Tk. dal :
459. Ar. dabbäla : 'Weide' [vom Stamme tal 'hin· und
Vulg., eigentlich 'Vermittlerin' [vom Vb. herbewegen' Vambery TktEtWb S. 142,
dalJal 'eintreten', 11 und IV 'einführen, Nr. 152 11) i hieraus russ. tal' 'dass.,
im portieren') ; hieraus mit ar. Art. sp. Salix arenaria'. [Gorjajew 360.
adahala 'Trinkgeld, Geschenk über den 468. Hebr. d al :
vereinbarten Preis hinaus'. [OE 40. 'Schlapp, schwach' ; im neueren Sprach­
460. Ar. dii'i : gebrauch 'leer, arm' [Ave-L. IV, 353] ;
Part. präs. des Vbs. dä'a 'rufen, zu­ dazu das Abstraktum dallü� 'Armut',
rufen' ; ad·dä'� war der Titel des Ge­ hieraus judendtsch. Dalles 'Armut ; Tage,
sandten, der die Gläubigen zum heiligen an denen man kein Geld hat', vg!. das
Kriege [Gihäd) aufzurufen hatte ; ihn Sprichwort : Dalles macht pa�lus 'Armut
führten auch die Beherrscher A lgeriens, führt zu unrechten Handlungen'. - Im
aber im XVIII. Jahrhundert geriet der jidd. mit Übergang vom Abstrakten zum
eigentliche Ursprung des Titels so sehr Konkreten : dallos 'Armer'. [Birnbaum
in Vergessenheit, dafl man ihn mit dem HebrEI 54.
tk. dajy 'Oheim mütterlicherseits' ver­ 469. Tk. dalak :
wechselte. Frz. dey, nd!. dey, dtsch. 'Milz ' ; hieraus r·um. dalac 'Pestbeule,
Dey . [Oozy Oost 33. Oevic DEt 33. Pustel, Milzbrand', bulg. dalak 'Milz,
MWiD 71 (umgekehrt darge,;tellt wie Milzkrankheit', serb. dalak 'l\filzverhär­
hier!). tung'. [Sain 5 1 . Bern SIEtWb 1 7 7.
4fj l . Ar. dai'a : 470. Tk. dalga :
'Grundstück; W � iler, kleines Dorf' j hier· [Vom Stamme tal, s. hier Nr. 467] 'Welle' ;
aus mit ar. Art. ohne Assimilation kat. hieraus bulg. dalga, dölga 'dass.'.
sp. pg. aldea, pg. aldeia 'Dort, Weiler' ; 4i l . A.r. dam :
frz. aldee 'Flecken ouer Dorf in den 'Führer, Wegweiser: [vom Vb. dalla
Besitzungen in Afrika und Indien'. 'führen, richtig weisen'] ; hieraus mit
[OE 97. Eguilaz 14K Devic DEt 1 5 . ar. Art. sp. adalid [zum Wechsel zwischen
Lammens Rem !-J/ 1O. M L :2460. 1 und d vgl. Elisabeth > sp. Isabel],
val. adalil, pg. adail 'Heerführer'. [DE
462. Pers. däjä :
40/4 1 . Eguilaz 44. ML 246 1 .
'Amme' [Horn NpEt S. 1 1 9, Nr. 539],
472. T k . dnlkawnk :
auch tk. dajej hieraus rum. daici'i, doici'i
'Schmarotzer' [eigentiich 'leere Mütze'
'dass.'.
MSOS II, 1 20, Anm. 2, aus dem Stamme
463. Ar. d:l'if: tal 'nackt, bloß' Vambery TktEtWb
'Schwach', tk. za'ifi hieraus rum. zaif S. 164, Nr. 1 78 und !paioulp 'Mütze'] ;
'unwohl, schwach', zaiflic 'Schwäche'. hieraus rum. dalcauc 'dass., Telleriecker' .
[Löbel ElTAP 100. 473. Ar. dal1al :
464. Ar. dä'ira : 'Makler' [vom Vb. dalla, s. hier NI'. 4 7 1 ,
'Kreis' [vom Vb. dära 'rund herum­ u. a. 'versteigern'], fem. dallala : hieraus
gehen, umkreisen'], tk. da'irej hieraus pg. adelo 'Trödler', adela 'Frau, die auf
rum. daerea 'Tromm el', dairea 'Schellen­ Jahrmärkten und aufStraflen alte Kleider
trommel'. verkauft'. - Im Tk. ebenso tellal 'Mak­
465. lr. dakal: ler' ; hieraus rum. telal 'Trödler', tele­
'Schlechte Dattelsorte' [syr. delplä, aram. leica 'Trödlerin' , telal'ic 'Trödelgeschäft,
dilpla BrLexSyr 164 a), hieraus mit volks· Kramladen', teli'ili'iii 'Landstreicher, Va­
etymologischer Umgestaltung gr. bdK' gabund' ; serb. telal 'Lumpenhändler'.
TUXO�; hieraus wohl über mlat. dactylus [OE 44. Löbel ElTAP 93.
die romanischen Formen it. dattero, 474. Pers. Damagän :
sp. ddtil, frz. datte [aber rum. curmali'i, N. pr., Name einer pers. Stadt [Jäl}llt 11,
s. hier Nr.885j pg. tamara, s. hier Nr.201 3], 539 ; Abulfedae Geogr. 432], nach der
ferner in den germanischen Sprachen ein Tongefäfl ar. damagan [die Formen
eng!. date [aus afrz. date), nd!. schwed. damangäna und dam(f4na scheinen erst
dadel, dan. daddel, dtsrh. Dattel und neueren Ursprungs zu sein und sind
im Slavischen poln. daktyl (u. dt'zewo wohl den romanischen Sprachen wieder
daktylowe), cech. daktyl, datle (u. datlov­ zurückentlehnt) benannt worden sein
nfk, daktylovnik) [aber russ. usw. finik). soli ; hieraus it. damigiana, frz. dame-
Mal. dämar.] 38

jeanne [mit volksetymologischer Umge- cino, frz. damoisille, demoisine, sp. arna­
8 taltung] , sp. damajuana, kat. damajana ; cena, pg. ameixa [ameixial ameixitra,
eng!. demi-john ' Korbflasche'. Der ge­ arneixoal, ameixoeira 'Pflaumenbaum'] ;
naue Gang der gege nseitigen Entleh­ engl. damask plum, damascene, ndl.
nungen ist noch nicht kl arg estel lt, da­ damastp1'uin. über *damaskin, dlllaskin,
her sind zahlreiche alldere Etymologien dwaskin wurde d lsch. Zwetsche, Quetsche.
aufgeste llt worden, die aher weit wen iger Frz. (dia!.) damas, damars 'Art Pflaume',
befriedigen [aus lat. dimidiana, aus aber auch 'Art Kirsche'. Poln. damas­
lat. domina und galb'ina > frz. dame cena, damaszka 'Damaszenerpflaume'.
u nd jaune u. a. m . ] . [ De . i c DEt 101/ i 02. [Ni ch t von diesem Grundwort ist ndl.
Lam m ens Reul 94{95. RomForsch III, damast bloem 'weiße Levk oie' abzuleiten ;
497. ZfromPh 11, 3 .5 2. diese Blume heißt vielmehr frz. giro{Ue
475. Mal. däma r : des dames, woraus ud!. dames bloelll,
'Baumharz, Fackel' [Pijn 107] ; hieraus schließlich damas bloem und heutzutage
eng!. dammar 'Harz', frz. damrnarine damastbloelll (oder rnastbloem) wurde,
'Harz', das aus dem Dllmarbaume ge­ vgl. D ozy Oost ß3.] [Devic DEt 1 01.
wonnen und für Fackeln gebrau('ht wird. M L !!464 u n d 5403. Kluge 508/50!).
[MMM 1 6. Bern SIEL Wb 183.
476. Är. Hamaskus : 477. Per!!. dällldalllä :
Verlateinte Form für Dirnisk as-Säm, Auch hind. 'ein Hligel, Erdwall oder
das neuestens als 'Blut aus der Wunde e rhöhte Batterie', als n. pr. in Ben galen
des Unglücklichen' mit Bez i (·hun g auf Namen einer militärischen Niederlassung,
den Adoniskult gelesen wird [OLZ XXIII 41/� eng! . Mei len nordwestlich von Cal­
(1923), 36]. Nach dieser Stadt sind rutta, die 70 Jahre lang ( 1 78:l-1 853)
Stoffe, Schwerter und Pflaumen benannt : Hauptquartier des berühmtell Korps der
a) Mlat. damasce/lus 'I'in feines in D. bengalischen Artillerie war. Im dortigen
h ergestdl tes Geweb e' , hieraus it. da­ Arsenale wu rden zuerst .mit stumpfem
masco, darnasto, frz. damas, sp. darnasco, Vorderende versehene, daher stark zer­
pg. darnascado, damasquilloj eng!. da­ rei ßend e Geschosse he rge ste llt, die man
rnask, ndl. damast, dtsch. Damast ; serb. eng! . dum-dum, dtsch. Dumdu mgescho sse
damaska, bulg. damast, cech. damasek, nennt. [Hobson-Jobson �130.
poln. adamaszek. Durch Metathesis pnt­ 478. Tk. damga:
stand aus der Form dirnisk zunächst 'Ste m pel, Siegel' [vom Stanllne tam,
über *dima{es, * mida{es ngr. f.!ETa!:a, dam 'Tropfen , tröpfeln' Yämbery Tkt
mlat. mataxa [zu dieser Um stel lun g EtWb S. 1 67, NI'. 180 ; aus 'Tropfen' ,
vgI. ZDMG XXII, 1 1 7 : Die 'Aneze, �u­ nämlich 'zur B ek räft i gu ng oder Unter­
hur und andere Beduinen n ennen die schrift eines gege n sei tigen Vertra;;·es �uf
Stadt Jerusalem dilj;is zur Erleichterun g das Schriftstück üllen gelassener Tropfen'
d er Aussp ra che des e ige n tlichen (eids]. wurde 'Siegel' ; der Sinn dt;s tk. Wortes
H I eraus rum. matasa 'Seide' ; it. rnatassa 'Stam m esa bzeieh e n , Bralldzeichen auf
'Strähne' ; afrz. madisse, provo madaisa, dem Arme eines Verurteilten, Kontroll­
kat. madeixa, sp. madeja, pg. madeixa zeichen auf Gold, Sil ber, Wagen' ent­
'Gebinde', siz. il. (diaI.) rnatassaru 'Has­ spricht genau dem ar . wasm, d. h.
pel' ; frz. matasse 'Rohseide' [synonym 'Zeichen, das von den Beduinen den
mit grege, vg!. dazu Morin, Dictionnaire Kamelen eingeb rannt wird und durch
etymologique des
mots fran'tais derives we!ehes sieh die einzelnen Stämme und
du grec. Paris 1 80\1. 11, 67J.
2. ed. Unterabteilungen voneinander unter­
Eingehender REDSLOB in Z [)MG XVI, scheiden'] ; rum. danga 'Brandzeichell,
733/742. St�mpel' ; russ. tamga ' Ste m p el , Waren­
b) Das Verfahren, durch Ät zen die zoll', tamoznja 'Zollamt', bulg. damga
M etallfaser der Klinge b lO ßzul egen, soll 'Stempel, Zeichen', serb. danga, dllgma
zuerst in D. ausgeübt worden sein, da­ 'Zei ch en'. Wahrscheinlich gehört hiet·­
her die Verba frz. damasser, damas­ h i n auch russ. den'.gi 'Geld' ["gI. C. M.
quiner, ndI. damascem'en, dtsch. damas­ Fraehn, De origine vocabuli Rossici
zieren ; ferner it. damaschino 'Damas­ d en 'gi. Casani s. a. (1815)]. [Gorjajew
zen erklin ge', bulg. damaskina, serb. 88 und 360. Mikl SIEtWb 39 b. Bern
damaskija, cech. damascenlca, poln. da­ Sl EtWb l i8.
mascena 'dass.', poln. demeszek, serb. 479. Tk. damla :
demeskinja 'damasziertes Eisen'. 'Tropfen' [Stamm dam ' t röp feln' , s. hier
c) Mlat. prunum damascenum, ngr. Nr. 478), auch 'Schlaganfall' ; hieraus
baf.!doKTJvov, zur Bezeichnung einer rum. dambla, darnla 'dass.', damblagiu ;
Pflaumen sorte ergab it. amoscino, mos· bulg. damla 'dass.'.
39 [Ar. dammlls.

480. Ar. dammüs : 488. Ar. darb :


'Decke' [Dozl' Suppl I, 460] ; hieraus 'Weg, enger 'Veg' ; hieraus mit ar. Art.
siz. dammuslt 'dass.'. [GrSVociSic 233. sp. adarve 'der Mauerkranz, auf dem
481. Ar. da'n : die Zimmer ruhen', pg. udarve [Con­
'Hammel' ül kollektivem Sinne; hierzu stancio Dicc l!1 b] 'Befestigungsmauer,
ar. rabb arJ·rJa'n 'Herr der Hämmel' ; enger Weg darauf mit Schießscharten'.
hieraus sp. rabadnn 'Oberschäfer' [DE - [Ar. airwa, das u. a. 'Schießscharte'
327], pg. l'abadan, rabadao 'Aufseher bedeutet, kommt wohl trotz asp. adarves
einer Vieh- oder Schweineherde' [Con­ 'dass.' nicht in Frage.] rDE 41/43.
stancio Dicc 82 1 b]. Eguilaz 50. ML �472.
482. Ar. danalJ : 489. .Ar. darb :
'Schwanz' ; hieraus a) aanab al-asad 'Das Prägen; [subst. Infinitiv des Vbs.
'Schwanz des Löwen', der Stern ß Leo· rJamba 'schlagen, prägen'] ; über da�
nis, woraus Denebola entstanden ist [der t k. tarab wurde hieraus rum. taraba
Stern hieEs schon assyr.zibbnt ar� 'Schwall Z 'Ladentisch', Ableitung tal'iiboiu, tara­
des Löwen' ZDMG XLV, 6 1 1] ; bU(d. -- Mit pers. lJ.änä [so hier N I'. 809]
b) aanab ad-dagäga [so hier Nr. 458] ergibt sich pers. ar. rJarblJ.äna 'Präge­
'Schwanz der Henne', der Stern a Cygn i ; stätte, Münze (als Gebäude)' ; hieraus
hieraus unter Weglassung des Bestim­ rum. tarapana 'dass.'. [Löbel EIT AP 92.
mungsnomens Denab. [Devic DEt 102. 490. Pers. därbän :
483. Pers. dänbirä : 'Türhüter' [von pers. däl' 'Tür' Horn
'Zither' ; hieraus ar. tanbur 'dass.' und NpEt S. 1 20, Nr. il45 und -bän 'Herr,
dann die europäischen Formen it. tam­ hütend' ebenda S. 4 1 , Nr. l iti] ; hieraus
buro, fr. tambour 'Trommel, Trommler', angloind. dU1'waun 'ein Hausdiener i n
tambourin 'Schellentrommel', tabouret den gröEseren Häust'rn Kalkuttas, der
'Hutsche, lehnenlosel' Sessel', sp. tambO/', als Portier des compound [so hier Nr. 1 045]
atambO/', tamboril, tamborln, taburete, dient', rum. del'ebant, dOl'obanj, trabant
pg. tambor, tamboril, talllborim, tamborete, I SBKA W Wien L, 59 1 ], It. sp. pg. tra·
rum. toba 'Trommel', to!Jolja,' 'Tromm­ bante, frz. drabant, trabant ; nd!. tra­
ler', taburel 'Fußbank, Trittbrett', russ. bant, dtsch. Trabant 'Leih wächter', eben·
dombra 'Maultrommel, Brummeisen', su poln. daraban, drab, klruss. grabant,
taburet, dtsch. Taburett. [Gorjajew 94 russ. drabant [Gorjajew XXXIX]. - Die
u. 359. Ableitung aus böhm. drab 'Fllß volk',
484. Pers. däng : wie sie Kluge 456 und Bern SIEtWb 2 1 9
Auch täng 'enge' [Hurn NpEt S. 8�), geben, ist eine unbegründete Erschwe­
Nr. 398], tk. tenk 'Pack, Ballen, Ware' ; rung ; es ist zu bedenken, daß schon
hieraus rum. teanc 'dass.', tencurel, bulg. Miki SIEtWb 49 richti g derban 'Tor­
denk, serb. denjak 'dass.'. [Löbel EITAP wächter' als Grundwort angibt, nicht
93. Sain 59. wie Berneker ein osm.-pers. derbend
'leicht zu verteidigender Ort, Wacht­
485. Ar. daraga :
posten'. Was die B e d e u t u n g angeht,
'Stufe' ; hieraus m it ar. Art. Rp. adaraja,
so liegt nicht die geringste Schwiedg­
adraja, kat. sp. PI'!'. dm'ga '\'erzahnung ;
keit vor, da ja Übergang von 'Torwart'
Stein, der aus der M auer vorspringt'.
zu 'Kriegsknecht' als Erweiterung des
- Lammens Rem 9il will au�h frz.
Begriffs leicht anzunehmen ist. Auch
degre hierauf zurückführen, wohl zu
l a u t I i c h ist wegen des langen ä des
Ul1 I'echt. IDE 4 1 .
Grundworts der Ühergang zu Trabant
486. Ar. daränag: mit Anlehnung an eine latinisierende
Auch daranag, darünag 'eine Pflanze Endung -ant, ebenso it. trabante usw.
aus der Familie der Sener-ionen', also möglich. Hobson-Jobson 333. ML 8822.
eine Komposite ; hieraus der botanische [Dagegen A. KLUYVER in ZfdWf IV,
Name lat. doronim,m, sp. dO/'om'ca, pg. 153- 1 60].
doronico, frz. dO/·onic. [Devic DEt 104. 491. Pers. diirbär :
La mmens Rem �9. [Aus pers. där s. hier Nr. 490 und -Mr
487. Ar. daraka : nur in Kompositis zur Bezeichnung
'Ledersehild' ; hieraus mit ar. Art. sp. eines Ortes, Horn NpEt S. 36, Nr. 158] ;
adarga, pg. adarga 'dass.', frz. adargue hieraus angloind. eng!. durba,' 'Hof eines
'ein k leiner Schild, der an einer kurzen indischen Fürsten' oder 'Empfang an
Lanze angebracht ist'. - [Dagegen ge­ einem solchen Hofe, Staatsem pfang beim
hören frz. targe, sp. tarja usw. trotz Vizekönig' . [Hobson-Jobson 3 3 1 .
Lammens Rem 236/237 zu germanisch 492. Pers. därbedär :
targa]. [DE 4 1 . Eguilaz 48 ML ':14-7 1 . [Aus pers. där 'Tür', s. hier NI'. 490, U.
Pers. därd.]

be Präposition 'zu, bei, an', Horn NpEt �r. 498, und gäh ' Ort' Horn NpEt
S. 33, Nr. 14 4] 'eine/', der von Tür zu S. 199, NI'. 899], tk. ebenso destqjah
Tür gebt ; Bettler, Vagabund', ebenso 'Ladentisch' ; hieraus rum. tejghea 'Zahl­
tk. ; hieraus rum. derbedeu, derbeder und Ladentisch', teljghea 'd ass .', tejghetar
'Taugenichts, Vagabund, Bummler'. 'Kontorist' ; serb. tezga 'Ladentisch'.
49Cl. Pers. därd : [ Löb el EITAP 93.
'Sehlu erz' [Horn Npl':t S. 1 22, NI'. 550], 500. Pers. dä!itmäl :
ebenso tk. del'd ; hieraus serb. dert 'Sorlre', 'Handtuch' [aus diist, s. hier NI'. 498,
bulg. dert 'Sorge , Schmerz'. [Bem und mäl, Präsensstamm zu mälidän
SIEtWb 185. 'rei ben', Horn NpEt S. 214, Nr. 962],
494. Ar. darmaka : tk. zur Erleichteru ng der Aussprache
Auch dal'malfa 'Blütenmehl, Wei ßbrot destimal ; h ieraus rum. testimal, testemal
daraus' [I>.M 11, 624] ; hieraus mit ar. ' Kopf� oder Halstuch' : Die verheirateten
Art. sp. adargama, aldargama 'Blüten­ Frauen über 30 .Jahre tragen dieses
mehl ; eine Art feinen Brotes'. [OE 4 1 . Tuch ; es ist ein lan ger Gaze- od. Leinen­
495. Ar. där·sinä'a : schleier, der deli Kopf bedeckt und hin­
[Aus ar. där ' Haüs', !linä'a 'Betriebsam· ten bis über die Hüften herabfällt
keit, Handwerk, Industrie'] 'Fabrik', be­ [Sain 69].
sonders " Vaffenfabrik' und auch schon 501 . Ar. daur:
ar. 'Schiffsbauhaus': im Türkischen zn ' Periode, periodische Wiederkehr der
ters!J,äne korrumpiert, als wenn es VOll Bewässerung' : bi eraus sp. ador 'die zur
pers. lJänä [so hier Nr. 809] käme. Hier­ Bewässerung bestimmte Zeit an den
aus it. darsena, siz. tirzand 'inn eres Orten, wo das dazu benutzte Wasst'r
Hafenbecken', arzand, arsenale, terzana der Gemeinde gehört'. [DE 47.
'Zeughaus' ; frz. darse, dal'sine 'kleiner 502. Ar. dauwär :
Binnenha fen', arsenal : sp. aturazalla, Vu lg. , eigentlich 'kreisrund' [vom Vb.
atarazanal 'Schuppen', arsenal ; pg. dar 'im Kreise gehen'], 'Zeltlager der
taracena, tercena 'Schuppen', arsenal ; Beduinen', wobei die Zelte kreisförmig
rum. arsenal, darsena. Dtsch. Arsenal, um die in dpr Mitte lagernden Herden
ndl. arsenaal, engl. arsenal, russ. ar­ geordnet sind ; hi eraus sp. adtlal', frz.
senal. [Oozy O ost 1 6/18. OE 205/206. dOltar, dtsch. Duar. [DE 47. Lammens
E guilaz 304. Gorjajew 6. Kluge 23. Rem 9!)'
Devic DEt 35/36. ML 2474. 503. Hebr. Davi d :
496. Pers. därwes : Lateinische Form des hebr. dawid ; N.
'Bettler ; arm' [Horn NpEt S. 1 24, Nr. 559], pr., Na me eines berühmten Königs von
ebenso tk. derwis 'arm, Bettelmönch' ; Israel [Jas Wort bedeutet eigentlich
hieraus rum. del'Vif, it. de1'Vis [mit Be· 'Liebling' ; BAUER in ZOMG LXXI,
tonung der Pänultima], frz. de1'Viche, sp. 4 1 1 ] ; hieraus afrz. davit, nfrz. davie.
derviche, pg. dervis, derviche ; dtsch. davier 'Zahnzange' [Romania XXXIII,
Derwisch, Dd!. dervis, eng!. dervish ; russ. :344], frz. david Name des 'Schippen­
bulg. serb. derwiA, cech. de1'Vis, poln. königs' im Karten spiel. - Zu engL
dervisz. tatry verderbt, die Bezeichnung für den
497. Ar. dasisa : Waliser [wie Paddy für den Iren, Sau',
'Weizenbrei oder -brühe: Gerste, die zu lug für de n Schotten : ersteres aus
einem gewissen Grade ausgemahlen ist' ; Patrick, letzteres aus Alexander]. [ML
hieraus mit ar. Art. und Wechsel zwi· 2487.
sehen d und I [so hier Nr. 471 ] sp. Ö04. Ar. däwa :
alejija 'dicker Brei oder eine Art Suppe Oder dau [wohl aus dem Indischen, s.
aus gerösteter und gesehälter Gerste VOLLERS in ZDMG L, 651 ] 'ein kleines
bereitet und m it Sesam gewürzt' [Oicc Schiff', wie es im Persischen Meerbusen,
Cast 1 1 6 a] . [DE 98/9 9. Roten Meere und Indischen Ozean ge­
498. Pers. däst : bräuchlich ist [genauere Beschreibung
'Hand' [Horn NpEt S. 1 26, NI'. 567], s. De Sacy ChrAr III, 345] ; hieraus
diistlJ" tk. deste 'Paket, Bündel' ; hieraus angloind. dhou, engl. dhow, dtseh. Dau.
rum. testea 'Buch Papier' [nach Sain 60 505. Ar. da'wa :
auch 'Dutzend'], bulg. teste, russ. dest' 'Anklage, Proze/3', tk. ebenso da"wet ;
'Buch Papier = 24 Bogen' . [Vg!. dazu hieraus jidd. dawnen 'beten' [nach
frz. une main de papier.] [Löbel EITAP J. GOLDZIHER in Ben Chananja X
95. Gorjajew 90. Bern SIEtWb 1 87. (1867) Nr. 1 2. AUßerordentliche Beilage ;
Jacob EMA 35. also nicht indogermanischen Ursprungs,
499. Pers. dästgäh : wie wieder Birnbaum HebrEI 53 be­
'Arbeitsstätte, Atelier' [aus düst, s. hier hauptet]. - Von demselben Grundwort
41 [Türk. deli.

kommen rum. dU'er, dava 'Geschäfts­ 51 1 . Sskr. dhätu-garbha :


angelegenheit ; Umsatz, Absatz', serb. Pali dhätugabbha gibt singhal. dägaba
dawa, dawija, bulg. dawija 'Prozefl', 'Reliquienschrein' ; hieraus angloind.
hulg. dawadiija 'Kläger'. [Bern SIEtWb dagoba, d. i. jeder kuppelförmige bud­
180. dhistische Schrein oder Tempel. [Hob­
506. Tk. deli : son-Jobson 291 .
'Toll, verrückt, wild, tapfer' [vom Stamme 5 1 2. Sskr. dhattül'a :
jal, jil > til 'glänzen, funkeln, Strahl, 'Datura alba', eine Pflanze aus der Fa­
wärmen, toben, toll sein' Vamhilry Tkt milie der Solanaceen ; hieraus der bota­
EtWb S. 1 1 5, Nr. 126mJ ; hieraus rum. nische Namen Datum, von welcher Art
deliu 'kühn, mutig, wohlgebaut', bulg. in ganz Europa D. stramonium 'Stech­
deli 'verwegen, toll, kühn', delija 'Held', apfel' vorkommt, und angloind. dutry.
serb. deli 'kühn', delija 'leicht bewaff­ [Hobson-Jobson 298/29Y.
neter türk. Reiter [s. hier Nr. 507]'. [Bern 513. Ar. di'b:
SIEtWb 1 83. 'Schakal'; h ieraus mit ar. Art. sp. adive,
adiva 'dass.', pg. adibe, adiba 'Schakal,
507. Tk. deliba s : Gold wolf', figürlich auch 'Zwischenträger,
[Aus deli, s . hier Nr. 506, und bas, s. Ohren bläser' [Constancio Dicc 23 a], frz.
hier NI'. 260, also 'Tollkopf, Hitzkopf'] ; adive 'Zwergwolf'. [DE 45/46. Eguilaz
hieraus russ. delibas, deUbasi 'Abteilung 56. ML 2626.
von 50 Soldaten' [Gorjajew 88J. - Die 5 1 4. Hebr. dibbel' :
Delibas oder Delibasy waren eine ir­ [Pi'el von daßä,', vgl. hier Nr. 145 b)
reguläre Reiterei. Ihre Kopfbedeckung 'reden, sprechen' ; hieraus jüd. -dtsch.
bestand aus einer fast 1 m hohen schwar­ 'dibbern', 'reden', besonders 'leise reden'.
zen Filzröhre ohne Krempe, die unten [Kluge 90.
mit einem Tuche umwunden war. Be­ 515. Ar. diftä :
waffnet waren sie mit Lanze, Schwert 'Lorbeerbaum, Rhododendron' [wie das
und Gewehr oder Tromblon [Blunder­ gleichbedeutende dafna aus gr. bdq>vYJ,
büchse mit vorn erweiterter ÖffnungJ. eigentlich pobobdq>vYJ ZDMG LI, :!!J7 ;
'ABBÄS PAS A führte sie wieder in die Araber haben den Oleander von den
Ägypten ein, muflte die Truppe aber Griechen Kleinasiens, speziell aus der
infolge der Einsprache der Konsuln auf­ Pontusgegend erhalten] ; hieraus mit ar.
lösen, da sie sehr undiszipliniert war Art. und Metathesis sp. pg. adelfa 'Ole­
und wegen ihres Fanatismus die Sicher­ ander'. [DE 44. Eguilaz 54. ML 2635.
heit der Europäer gefährdete. Vgl. über 5 1 6. Ar. dijäfa :
sie Mouriez, Histoire de MeMmet Ali. 'Gastfreundschaft' ; hieraus mit und ohne
Paris 1855. I, 1 92. ar. Art. sp. adiafa 'Geschenke und Er­
508. Tk. demir : frischungen, die man dem im Hafen
'Eisen' [vom Stamme tam, tem, tim 'ver­ ankommenden Schiffe gibt', pg. diala
sammelt, fest' Vambery TktEtWb S. 166, 'das, was man den Arbeitern über ihl en
Nr. 179I1] ; hieraus bulg. serb. demir Lohn gibt, wenn die Arbeit beendet ist'.
'Eisen, eisern'. - Die ältere noch im - Über das tk. zijafd 'Gastfreundschaft,
Cagataischen lebendige Form timur Gastmahl' wurde rum. ziafet 'Gast­
kommt im N. pr. Timur-Leng > TA­ mahl, Bankett', hulg. zijafet 'Gastmahl,
MERLAN vor. Schmaus'. [DE 44/45. Löbel EITAP 102.
517. Tk. dik· :
509. Pers. diiv : Dikmek 'nähen' [vom Stamme tük, tik
'Dämon, Teufel' [Horn NpEt S. 133, 'stecken, aufstecken, nähen' Vambery
Nr. 598], ebenso tk. diw 'böser Geist'; TktEtWb S. 191, Nr. 203], dazu subst.
hieraus bulg. serb. diw 'Riese', poln. Infinitiv dikis 'das Nähen' ; hieraus rum.
diw 'Dämon'. - Aus dem zugehörigen diehi� 'Zubehör, weiblicher Staat oder
Adj. devänä 'verrückt' [Horn a. a. 0.] Putz'.
wird zunächst tk. diwane und dann bulg. 518. Ar. dik :
divane 'Verrückter', serb. diwani,ja 'hal­ 'Enge', gil;a 'Langeweile, Angst', hier­

ber Narr'. [Bern SIEtWb 202. aus siz. diea 'Langeweile, Unbehagen
510. Tk. dewe : [aus Hunger oder anderer Ursache]'.
'Karne!' [vielleicht vom Stamme tol;, tot [GrSVociSic 233
'dicht, fest, festmachen', vgl. eag. tüje­ 5 1 9. Pers. dilbiir :
mek 'aufladen', also tüje, cuwas. töve, 'Schön, angenehm, reizend' [aus pers.
osm. dewe 'Karne!', eigentlich 'Lasttier', dil 'Herz' Horn NpEt S. 1 27, Nr. 571 u.
Vambery TktEtWb S. 180, Nr. 1 93 I Ende] ; bllr Präsensstamm des Vbs. burdän
hieraus serb. delCa 'dass.'. 'tragen', ebenda S. 45, Nr. 1 96], tk.
Ar. di'ma.] 42

ebenso dilbel' ; hieraus bulg. serb. dilber 525. Ar. disar:


'schön'. [Bern SIEt Wb 200. 'Starker Palmbast,. Schnur daraus' ; hier­
5:20. Ar. drllla : aus mit ar. Art. und häufigem Wechsel
'Säule, Balken [als Unterlage für das von r zu 1 sp. adazal 'eine Angel mit
Dach]" hieraus mit ar. Art. sp. ademe Sparto, die zum Fange des Tunfisches
'Stütze, Stützbalken'. Der ar. plr!. des benutzt wird'. [DE 44.
Grundworts ist da'ä'im ; hieraus mit ar. 526. Pers. diwan :
Art. sp. andamio, pg. andaimo, andaim e [Letzten Endes von pers. dibir 'Schreiber'
'Baugerüst'. [DE 44 u. 1 90. Horn NpEt S. 1 19, Nr. MO] 'Amtszimmer,
521. Tk. dimi : Rat, Tribunal', hieraus wurde der SItz
'Barchent, dicker Wollstoff' [aus gr. des Beamten, ein hequemer Sitz, ein
MflITOC;, nämlich bi 'zwei' u. fliTOC; 'Fa· Ruhelager, andererseits aber auchSamm­
den', wie Samt aus gr. tEdfliTOC; 'sechs­ lung von Gedichten eines oder mehrerer
fädig'] ; dimije sind auch die tk. sehr Dichter, jedoch nur auf den Orient be­
weiten Frauenbeinkleider, die bis über züglich. Im einzelnen hat man : sp. pg.
die Knöchel reichen, wo sie enge anliegen, aduana 'Zollhaus', provo doana, fez.
u. eigentlich mehr ein in der Mitte zu­ douane, it. doana, dogana [mit Konta­
sammengenähter Rock sind. Hieraus mination von *dueana aus dux > doge]
rum. dimie 'dicker Wollstoff', bulg. di­ 'dass.'. Frz. divan 'Ruhebett', it. divano,
mija 'weißer ungewalkter Stoff, breite rum. divan, rusS. bulg. diwan, cech. dy­
Hose daraus', serb. dimije 'lange, weite van, dtseh. Diwan, eng!. divan, angloilld.
Hose', poln. dyma 'tk. Baumwollstotl" , dewaun 'Ruhebett, Gediehtsammlung'.
russ. mit slav. Endung dymka 'Krepp­ - Aus tat. duwan [Wechsel zwischen
flor'. [Dtsch. Dimity 'geköperter Bar· u und i im Tk. häufig, vgl. Z. B. osm.
chent', engl. dimity, it. dimito unmittel­ diwar und duwal' 'Wand'], duwan etmek
bar aus dem Gr.] [Gorjajew 100. Bern 'richten' kommt ru�s. duwan 'Teilung
SIEtWb 200. eines Gewinns', duwanit' 'eine Beute,
5�2. 'l'k. direk : Gewinn teilen'. [OE 47. Eguilaz 6 1 .
'Pfahl, Säule' [,om Stamille tir 'Stütze, Devic DEt 104. ML 2707, GOl'jajew 9 1
Lehne' Vambery TktEtWb S. 1 78, Nr. u. 98. Hobson-Jobson 'l09/31 l .
191] ; hieraus rum. drie 'Wagengestell', 5il7. Tk. dizgin :
direehie 'Säulengang', bulg. dire1c 'Säule, 'Z:lum, Zügel' l vom Stamme tir, tiz, s.
Pfosten', serb. direk 'Balken, Pflock'. hier Ne. 522] ; hieraus rum. disghin,
[Löbel EITAP. Bern SIEtWb 202. desghin 'Kapriole (des Pferdes)', bulg.
523. Ar. dirham : serb. dizgin, serb. dizden 'Zügel'. [Bern
'Eine Silbermünze von wechselndem SIEtWb 203.
Werte' [vgl. dazu MORITZ in AbhPI'­ 528. Tk. dojum :
A W Berlin 1 9 1 8, Nr. 4, S. 30, Anm. �, 'Großer Haufe' [vom Stamille to�, toj
wo das Abwärtsgleiten des Dirhams für 'dicht, fest, voll' Vambery TktEtWb
die ersten tausend Jahre der Hedschra S. 17H, Nr. 1 93 1] ; hieraus rum. duium
bis auf den 50. Teil seines ursprünglichen 'Haufe, großer Auflauf'.
Wertes nachgewiesen wird], vulgär aus­ 529. Pers. dölab :
gesprochen db'hem [das ar. Wort kommt 'Schrank', ebenso tk. dolap ; hieraus rum.
selbst aus gr. hpaXfl� ZDMG LI, 297, dulap 'Schrank, Schaukel' [das letztere
das aufhpdnw, hpdTTOflat zurückgeführt uaeh Sain 51], fig. 'Intrige' [nach Löbel
wird u. soviel wie 'eine Handvoll', sc. EITAP 40], Abltg. dulapi'il'ie, dulapior ;
von Spießen, bedeutet] ; hieraus frz. bulg. dulap 'Schrank'.
dirhem, sp. adereme, adarme, pg. adarme 530. Tk. dolama :
'Gewicht od. Münze', pg. auch figürlich 'Roter Tuchmantel, den die Janitscharen
'geringfügige Sache' [Constancio Dicc als Paradeanzug trugen' ; hieraus rum.
21 b] ; über das tk. d1'em wurde rum. dulama 'langes Unterkleid, Damenober­
dram 'ein Quentchen, 1/400 einer Okka kleid', Abltll'. dulamija ; bulg. dolama
rs. hier Nr. l !)90j', also in der Walachei 'langes Oberkleid', serb. dolama 'langes
3,370 g, in der Moldau 3,229 g. [DE Cnterkleid', russ. doloman, dolman, kl­
4 1 . Devic DEt· 103. rusS. doloman, poln. dolnllm 'kurzer
524. Ar. dis : Husarenmantel', cech. doloman, dolman
'Schilfrohr, Ginster', Einheitsnomen disa ; 'ungarischer Pelzrock' ; dtseh. Dolman,
hieraus siz. ddisa 'grasartige Pflanze', frz. doliman, dolman 'Husarenjacke'.
aus der man Seile macht oder mit der [Gorjajew 104. Bern SIEtWb 206. Devic
man Reben bindet u. dergl., sp. aldiza DEt 104,
'Ginster' [aciano menor]. [GrSVociSic233. 531. Tk. doldur- :
DE 97. Eguilaz 148. ML 2650. Doldurmalp 'füllen' ['voll machen', Kau-
43 [Tk. dory.

saliv zu dolu 'voll' vom Stamme tol; usw., Vor träge. l\"F XV, 339], auch H. l ab er­
s. hier Nr.528], subst. Infinitiv doldurma ; naculi im Roten M eere, H. a ust rali s in
hieraus rum. doldora 'voll, strotzend'. Austrnlien, Illit dem a m e rikan isc hen
532. Tk. dory: Manati [m ana tee] verwandt ; hieraus frz.
'Braun' (vom Pferde) [Kelekian J>:ämUs dugong, dougong; dtsch. Dugollg. [Devic
8 1 6] ; hieraus b ulg.dorija, dorijest 'dass.', DEt 1 06/ 107. MMM 1 8. JAOS X VII ,
sero. dorin [und von tk. dory at 'braunes 1 :35/ l il7.
Pferd', s. hier Nr. 1 28j, dm'at 'Pferd von 542. Al'. dukkii n :
hrauner Farbe'. tBem SIEtWb 2 1 1 . 'Laden' ; tk. ebenso dükjan ; hieraus rum.
533. Tk. dösek : dughiana ' Kram lad en ' ; bulg. dukan
'Bett, IIIatratze' [vom Stamm e töz, tö8, 'Laden', djukjan 'Werkstätte', serb. du­
tös 'glatt, eben, glätten, ausstreckell' lan ' Laden, Werkstatt'. doganja 'Kau f­
Vambery TktEtWb S. 190, Nr. 202] ; mannsladen', russ. duhan 'Schenke,
h ieraus bulg. serb. dusek 'lIiatratze', russ. Bude', duh a nsCik. - Im westlichen
tjufjak 'Matratze, träger Mensch'. Afrika und Span i en sprach man mit
534. Tk. döseme : I m äl a : dokk'in ; hie. au5 mit ar. Art. sp.
'Möbel, Tapezierung' [subst. Infinitiv, adoquin ' viereckige Stein platte', meist
vom gleichen Stamme wie Nr. 533] ; als P fl a s t er verwandt, fig. 'Tölpel' [zu
hi eraus rum. du�umea 'Fuüboden'. der Bedeutungswandlung vgl. frz. tete
535. Ar. dubb : carree]. [Gorjajew 99. Bern SIEtWb
'Bär', vollständi g ad-dubb aZ-akbar 'der 237. DE 46/47.
Große Bär' ; hieraus der Stemname 543. Ar. tlüläb :
Dubhe a Ursi maioris. [I d eler Sternn 23. 'Wasserrad, Bewässerungsmaschine' ;
536. Tk. duduk : hieraus vielleicht sp. alep 'Mühlrad'.
'Flöte' [vom gleichen Stamme wie dudal; [Eguilaz 151 .
'Lippe', eigentlich 'Erfasser', vom Stamme 544. Prrs. dulbänd :
tol; usw. 'fassen', s. hier Nr. 528] ; hieraus 'Turban' [aus pers. dil 'Herz' Horn
bulg. serb. duduk 'Pfeife, Schalmei', russ. NpEt S. 1 27, Nr. 571 und bänd, Präsens­
dudka, dudak, dudocka 'Schalmei', ce ch . stamm von büstän ' b i nd en' ehenda S. 50,
dudy 'Dudelsack'. Aus dem slav. wahr­ Nr. 2 1 9 ; also 'herzentzückend'J ; hi erau s
scheinlich dtsch. dudeln , Dudel.qack. rum. tulpan'Musseline, Kop lt u c h daraus',
[Gorjaj ew 98. Bern SIEtWb 233. tulbent 'Brautschleier', turban 'Turban ',
537. Ar. duff': bulg. serb. turba n, russ. tju rban ; afrz.
'Trommel, Tamburin' ; hieraus mit ar. tolleban, frz. turban, it. turbante, sp. pg.
Art. sp. adufe 'dass.', pg. adufe 'Schellen­ tot'bante 'Turban' ; ndl. tuZband, eng!.
trommel', adufeiro [Co n stanci o Dicc 26c]. turban, dtsch. Turban. - Aus demselben
Wi e die Kastagnett e arabischer Herkunft. Grundwort ist der Name der Pflanze
[DE 50. Tulipa Gesneriana entstanden ; i. J. 1554
538. Ar. dutfa : sah sie der kaiserliche Gesandte BUS­
'Platte', vulgo Form des kl. ar. daffa ; BECK in Adrianopel und nannte die �eit
hieraus mi t ar. Art. s p. pg. adufa bei offen stehenden Blume n nach ihrer Alm­
einer Mühle d ie 'Platte , da, man in d ie lichkeit mit dem tk . -pe rs . Worte für
M ündun g der Wasserzul ei tu n g stellt, 'Turban' [die Perser und Türken nennen
d a m it das Wasser nicht zur Mühle ge­ die Tulpe übrigens nicht so, sondern
langt'. [DE 48/50. pers. lalä, tk. lale] : rum. tulipan [= la­
539. Ar. duhän " : lea], it. tulipano, frz. tnlipe, s p . pg. tu­
'Rauch', dulJän sariba 'rauchen', ebenso lipa, tulipan; dtsch. Tulpe, nd!. tulp,
tk. ; h i er aus b ul g. serb. duhan 'Rauch­ eng!. tulip ; rusS. tjul'pan, cech. poln.
tabak', p o ln . duchan, klruss. dochan, tulipan. - Ableitg. sp. torbandalo
cpch. dohan 'da ss.'. 'Hammerfisch'. [ML 8974. MWiU
540. Tk. düjme: 1 15/1 1 6.
' Knop f ' [vom Stamm e ' tol; > tu}, tüj 545. Tk. dumnn:
'binden, befestigen', S. hier Nr. 528] ; 'Rauch' [aus pers. düd, düdman Horn
hieraus bulg. dugme 'dass., Knoten', serb. NpEt S. 1 29, Nr. 579] ; hieraus bulg.
dugme 'Knopf'. [Bern SIEtWb 233. poln. russ. tuman 'Nebe!', lJUlg. follta
541. Mal. düjong : 'dass.'. [Gorjajew 380.
[Pijn 1 13] 'Seekuh, Halicore Dujong' im 546. Tk. dUmbelek :
Indischen Ozean [über sie vgl. besonders Auch tümbelek 'eine Art kleiner Kupfe r­
O. Finsch, Der Duj ong. Zoologisch­ trommel in H al bku gelform ' [Kelekian
ethnologischeSkizze einer untergehenden J>:ämlls 417 b mit Ab b ild u ll � ] ; hieraus
Sirene. Hamburg 1 90 1 . Sammlung ge­ rum. timbelechiii ' Zi m be l , Schallbecken',
meinverständlicher wissenschaftlicher timbeleg;u.
Tk. dümen.]

547. Tk. dümen : reatum Sancte Johannes ist natürlich


'Steuerruder' [aus H. timone] ; hieraus erst später entstanden ; daher der übliche
bulg. serb. dumen, klruss. demen 'dass.'. [außer bei den Italienern] Anfang ut usw.
[Bern SlEtWb 259. Der Laut 80 statt sa entsteht im Ara­
548. Tk. dur- : bischen auch sonst in folge der Emphasis
Durma subst. Infinitiv zu durmak 'blei­ des vorhergehenden Konsonanten ; mi
ben, stehen' [vom Stamme tUt· 'vorne, aus mü ist tk. Aussprache des ar. mu.
oben, stellen, stehen' Vambery TktEtWb 553. Pers. durük-kär :
S. 184, Nr. 197 II]; hieraus serb. durma 'Zimmermann' [aus durük 'dünnes Holz'
'unaufhörlich' [wohl vom negativen tk. Horn NpEt S. 1 1 6, Nr. 522 und kär
Stamme dur-ma- 'nicht stehen']. [Bern 'Täter' ebenda S. 185, Nr. 832], hieraus
SIEtWb 239. zunächst mit Dissimilation von l' zu 1
549. Ar. dürawä : tk. dülger 'dass.' und dann rum. du1gher
'Getreidesplitter, Spreu, die beim Worfeln 'Zimmermann', dulgherie 'dessen Hand­
des Getreides abstiebenden Hülsen' ; werk', bulg. dlüqer, du1gerin, serb. dnn­
hieraus über *dräwa, *dröwa die roma­ der, dundet'in 'Zimmermann'. [Bern
nischen Formen sp. it. d/·oga, frz. drogue ; SIEtWb 259.
eng!. drugs, dtsch. Droge. [Zahlreiche 554. Pers. dusmäu :
andere Ableitungen sind vor allem be­ 'Feind' [aus duz, dus 'übel, böse' Horn
deutungsgeschichtlich unhaltbar, so aus NpEt S. 126, Nr.565 und män(iS) ebenda
pers. dära 'Arznei' Horn NpEt S. 1 1 6, S. 222, Nr. 992], ebenso tk. düsmen ;
Nr. 523 : pehl. däruk ; aus laI. trochiscus, hieraus rum. du � man 'dass.', Ableitung
gr. TpoX(aKo� 'Pille, Seifenkugel' ; aus du�mancii, du�miinie, d1t�manesc ; bulg.
ndl. droog 'trocken' ; aus slav. dorg'O dusl1Ian, dusmanin, serb. dusman, dus­
'teuer' Bern SIEtWb 2 1 3 ; vgl. vor allem manin 'Feind', klruss. dusmall 'Würger,
BAIST in ZffrzSpr XXXII, 298/391 .1 Tyrann'. [Bern SIEtWb 239.
[Kluge 98. KLUYVER in ZfdWf XI, 7/ 10. 555. Tk. düwelek :
SEYBOLD in ZfdWf X, 2 1 8 f. ZfdU XV, 'Kleine, noch grüne Melone oder andere
335. Frucht' [Kelekian J>:ämüs 59 I h] ; hieraus
550. Mal. düri : rum. ilovleac 'Kürbis', dOl'lece1 'Walzen­
'Stachel, Dorn' [Pijn 1 12) ; hieraus du­ kürbis'.
rian 'ein Baum Ostindiens, Durio zibe­
556. Tk. ebuzine :
thinus L.', der wegen seiner melonen­
Auch buzine 'Affe' [aus ar. abu zinä'
artigen Fruchte, die eine mit Stacheln
'Vater der Unzucht'] ; hieraus russ.
versehene Scbale haben, so genannt wird.
obez'jana, klrus5. obezjana 'Affe' [vgl.
Hieraus ud\. doerian, eng!. durian, frz.
li t. bezdona].
dou/'ion, dW'ion, it. durian o. [Devic DEt
107. MMM 1 7. JAOS XVII, 1 37/ 1 39. ,,;"7. Tk. efendi :
551 . Al'. durra: [Aus gr. aö{}evTT]� 'Herr', s. LHotta 1II,
'Moorhirse, Sorghum vulgare'; hieraus 289 ff., moderne Aussprache aftendis,
it. sorgo, frz. sorgo, sorgho ; dtsch. Sorg­ und zwar Vokativ aö{}eVTYJ afendi MSOS
weizen [mit volksetymologischer An­ 1, 44, Anm. 2] ; früher Ehrentitel [5. hier
lehnung an 'Sorge']. - [Nach SPITZER Nr. 28], jetzt entsprechend unserer höf­
in WuS IV, 140 ff. allerdings eher aus lichen Anrede .meill Herr, monsieur" ,
lat. *sYl'icum, m. E. jedoch fraglicb.] Frz. efendi, effmdi, dtsch. Effendi usw.
552. Ar. durr llIufassal: [MWiD 1 07.
''
'Gesonderte Perlen' [au s durr 'Perlen, 558. Mal. eguug :
Musiknoten' und mufassa1 Kunstausdruck Auch gong oder agong [Pijn 9 ; ursprüng­
für die regelmäßige ' Unterbrechung je lich javanisch ; vgl. noch ZDMG X VI,
zweier Perlen der Perlenschnur], viel­ 1 69 ] ; 'eine Eisen- oder Messingplatte',
leicht mit pers. sog. Izäfät : dUl'r-i­ auf der man mit, einem hölzernen Ham­
mufa��a1 ; aus diesem Grundwort sind mer die Zahl der Stunden schlägt, in
die Tonbezeichnungen der sog. Solmi­ Ostindien früher die gewöhnliche Art
sation do re mi fa so 1a entstanden, die der Schlaguhr. Heutzutage wird eine
man gewöhnlich als von GUIDO VON solche Scheibe aus dünnem Glocken­
AREZZO [995-1050] erfunden erklärt ; metall mit einem Hammer oder Klöppel
offenbar hat er sie aber einem orienta­ überall in Europa und Amerika als Hotel­
talischen Notensystem entnommen. Der und Tischglocke verwandt. Angloind.
angeblich von PAUL DIAKONUS stam­ eng!. frz. gong, sp. gongo, nd!. gong,
mende bekannte Hymnus U t queant gonggong, dtsch. Gong, schwed. gong,
laxis R esonare fibris M i ra gestorum gonggong, dän. gongon. [Hobson-Jobson
F a muli tuorum S o lve polluti L a bii 385/386. -lAOS XVIII, 49154.
[Tk. ejalet.

559. Tk. ejalet : bijün wurde pg. alf01'fiäo 'Euphorbie'.


[Aus ar. ijäla 'Regierung', Vb. äla 'an (DE 1 16.
der Spitze stehen'] 'Provinz', dasselbe 568. Ar. ragira :
wie ein pasalilp [frz. pachalik] ; hieraus 'Ein Baum aus der Familie der Xantho·
rum. olat 'Provinz', frz. eyalet. I Löbel xyleen, Sattelbaum, Fagaro' [vielleicht
EITAP 7 1 . Devic DEt 1 13. letzten Endes aus mal. pagar 'Hecke'
560. Tk. ejlenge : Pijn 1 53, da der Baum aus den Ländern
'Belustigung,Unterhaltung' [vom Stamme des Indischen Ozeans stammt] ; hierau�
ek, eg, ej 'neigen, beugen, wenden, dre­ frz. fagar, faga/'e, fagarier 'dass.'. [Devic
hen' Vambery TktEtWb S. 29, Nr. 3 1 ] ; DEt 1 14. Lammens Rem XXVII, Anm. l
hieraus rum. eglinge, eglindi 'Erholung, u. l 10.
Pause', huJg. eglendie 'Unterhaltung, 569. Ar. faglür :
Vergnügen', serb. eglen, jeglen 'Gespräch, Titel des Kaisers von China [die ara bi­
Unterhaltung' [vom zugehörigen Verbal­ sierte Form von pers. bagpur aus pers.
stamm tk. ejlen]. (Bern SIEtWb 263. bag, baga 'Himmel, Gott', s. hier Nr. 1 70
561 . Tk. eMi : u. Horn NpEt S. 269, Nr. 45, und pür
Auch ilci 'Gesandter' [Stamm il, el 'Sohn', ebenda S. 70, Nr. 318 u. Anru. 1,
'schließen, hinden', daher 'Volk, Friede' also die genaue Übersetzung des chine·
Vambery TktEtWb S 39, Nr. 42] ; hier­ sischen Kaisertitels tien-tse 'Himmels­
aus rum. elciu, bulg. ilcija, bulg. serb. sohn'] ; hieraus als N. pr. schon bei
elCija 'dass.'. [Bern SIEtWb 263. Horaz und Martial laI. Pac01'us, bei
562. Tk. elmn : Prokop gr. TIaKoupIOC;. Zur Bezeichnung
'Apfel' : hieraus rum. alma 'Schnitt­ des aus China bezogenen Porzellans und
lauch' (?). der Geschirre daraus russ. farfor', kl­
583. Tk. englnar: russ. fajfurka 'Porzellan', fajfurowyj
'Gemüsepflanze, Cynara scolymus, d. h. 'porzellanen', bulg. fartar, farforija
Artischocke' ; hieraus rum. anghinm'a 'dass.', poln. farfUI'u 'Porzellan, Stein­
-dass.'. gut', far{urka 'feiler aus Steingut' ;
564. Tk. erik : rum. farfurie 'Porzellan, Teller', {ar­
'Aprikose' [Stamm b', er 'früh, früh sein furisara, farfuriuta 'Untertasse'. - S.
od. reifen' Vambery TktEtWb S. 4 1 , auch hier Nr. 1 75. [Bern SIEtWb 279.
Nr. 44; also 'Frühfrucht' genau wie 570. Ar. falJlJär :
dtseh. Aprikose und Verwandte, s. hier 'Töpfer' (aus baby!. palfäl'u, LIDZ­
unter barlpülp Nr. 247]; hieraus russ. BARSKI in ZDMG LXXII, 189 ; über das
m-juk [über den Wechsel von i und u aram. palJlfärä, vgl. ZAkkFW, 26] ; aus
im Tk. s. hier Nr. 526 u. 552 Ende] ar. dar al-(alJlJar 'Haus, d. h. Werk·
'trockene Aprikosen', urjuk 'gelbe Eier­ stätte des Töpfers' entstand durch Ab­
pflaume'. (Gorjajew 241 . fall des Grundworts sp. alfahal', al{aar,
565. Tk. esek : alfar 'Töpferei' und hieraus wieder
'E�el', kas. tat. isak [nach PEDERSEN alfarero 'Töpfer'. [DE 100. Eguilaz 154.
ZDl\m LVII, 561 (n i c h t 567, wie Bern ML 3 1 47.
SIEtWb 438 steht) auf armen. es 'Esel' 571. Ar. fä'id a :
zurückzuführen ; vgl. weiteres in IF XXII, 'Nutzen, Gewinn', tk. ebenso fajda ;
1 98] ; hieraus russ. isak 'Maulesel', serb. hieraus bulg. serb. fajda, serb. wajda
esek 'Esel'. [Gorjajew 1 25. 'dass.'. (Bern SIEtWb 278.
566. Hebr. esöß : 572. Ar. faklh
' :
'Pflanze Hyssopus officinalis', gr. {jaaw- 'Gelehrter', der sich Init der Wissenschaft
1tOC;, lat. hysopum ; hieraus it. isope, frz. des filph, d. h. der Theologie und des
ysope, hysope, YS8ope ; dtsch. Ysop, Isop, Rechtes, wie sie im Koran und im �adi�
eng!. hyssop ; russ. issop, usop, bulg. serb. [Tradition] niedergelel,lt sind, beschäftigt ;
isop, cech. p�ln. yzop, cech. izop. [Kluge hieraus mit ar. Art. sp. pg. alfaqut
2 1 6. ABBE HEIDET in Das heilige 'maurischer Priester, Rechtsgelehrter'.
Land LIV, 60/76. (DE 108. Constancio Dicc 49b.
567. Euphorbns : 573. A.r. fakIr
' :
N. pr., der Leibarzt des Königs JUBA 11. 'Arm' ; in alle europäischen Sprachen
(25-23 v. Chr.) ; nach ihm wurde eine zur Bezeichnung des Bettelmönches über·
Pflanze Euphorbia officinalis benannt gegangen und mit Derwisch (s. bier
{Sprengel, Geschichte der Botanik 1, 1 33], Nr. 496] und Jogi [so hier Nr. 2 1 69] ver­
gr. eu<p6pßlov, in ar. Form ferfiün. wechselt. Dtsch. Fakir, frz. fakir, fa­
Hieraus ngr. <pap<P16vl, pers. u. tk. ferfin quir, it. fachiro, eng!. fakir, fakeer usw.
und schließlich rum. ferßn, ferfin - Vielleicht ist hiera us mit Wechsel
'Amarantus blitum'. - Aus a1'. al-fur- von I' zu n auch geworden: it. facchin(J,
Ar. fakka.]

frz. faquin 'Gepäckträger', sp. faqu{n, Dicc 578b) 'dass.', siz. u. iL (dial. Li­
pg. faquino 'Kirchendiener am Dome'. vorno) (iltIssi, it. (dial. Florenz) pilosso
574. Ar. fakka : 'Geld, Müllze'. [DE 270. GSAI III, 145.
Name eines Sternes, woraus mit ar. Art. 582. AI'. fallak :
und häufigem Wechsel von k zu t der 'Wüstenfuchs, Fenek' ; hieraus sp. alfa­
Sternname Alpheta a C"ronae borealis negue 'Art Pelz werk'. - Der zur Jagd
geworden ist. [Devic DEt 4 1 . auf den Fenek benutzte Falke hieß bäz
575. Ar. fakkäk : al-fanak 'Falke des F.' ; durch Abfall des
'Loskäufer, Befreier' [vom Vb. fakka Grundworts [so z. B. hier Nr. 570] blieb
'befreien, loskaufen'] ; hieraus mit ar. sp. pg. alfanegue ' �'alke mit schwarzem
Art. und unter Ein fluß der Imäla sp. Gefieder', kat. alfanet, frz. fllphanette,
pg. at(aqueque 'derjenige, der Gefangene alphanesse 'dass.'. [Möglich wäre auch
loskauft oder befreit', sp. auch 'das Schiff die schon von SOUSA gegebene Etymo­
für diesen Zweck'. [DE 107/108. Con­ logie: al-ryanilp 'der Würger'.] [DE 102
stancio Dicc 49 b. bis 1 05. Devic DEt �6. Lammens Rem 19.
576. Ar. fokküs : 583. Ar. fänid -:
'Kürbis' ; hieraus mit ar. Art. sp. al{icoz, 'Zuckerwerk' [au s pers. panid, Vb. fant"
alpicoz 'dass.'. [DE 1 1 3. dän 'den Zucker raffinieren', s. SCHWAHZ
577. Ar. falab : in ZDMG LXXIV, 238 u. 245] ; hieraus
'Spalten' ; hieraus pg. falquear 'viereckig mit ar. Art. und häufigem Wechsel von
behauen' ; [Ableitg. von lat. falx, falcem t und k SjJ. alfeilique, pg. IIlfenil1l 'Teig
ist weniger wahrscheinlich;) dazu falca aus Zucker und süßem Malldelöl', frz.
'so behauenes Holz' [Constancio Dicc fllphenic 'Kandiszucker, Teig aus Mandeln
546b). [DE 263. ML 3 1 4 1 . und Zucker' ; frz. penid 'sucre tors' j in
578. Ar. falaka : der alten Pharmazie saccharum peni­
'Keil ; Klotz oder Stock als Marter· dium. [DE 1 1 2. Devic DEt 2 7 .
instrument zur Bastonnade' [Beschrei­ 584. Ar. fanika :
bung von CHERBONNEAU in JAs 1849, 'Großer Sack' ; hieraus sp. (anega, frz.
I, 546) ; hieraus kat. span. falca 'Keil', fanegue 'ein Getreid( maß von 55 1'; aus
pg. falaca 'Bank zur Bastonnade', rum. der ar. Form fanlpa wurde pg. fanga
falanga 'Stockschläge auf die FUßsohlen'; 'dass. , Maß von 20Mudd [s.hierNr. 14901'.
poln. falagi plr!. in der Redensart zadac [DE 266. Devic DEt 1 1ö.
komu t�gie fa lagi 'jmd. verprügeln'. 585. Ar. fära :
[DE 262. Devic DEt 1 14. ML 3164 u. 'Sprudeln' [vgl. fltwlcüra 'Wassersprudel,
3 15 1 . Karlowicz 420/42 1 . Quelle' Dozy Suppl II, 235] ; hieraus siz.
579. Ar. fälig : t ara 'warme, stickige Luft', affarari 'an­
'Lähmung auf einer Seite' : hieraus mit brennen'. [GrSVociSic 2:)3.
ar. Art. sp. alferiche, alferecia 'Epilepsie, 586. Ar. faras :
Fallsucht (besonders bei Kindern)' ; die 'Pferd' ; hieraus frz. haras 'Stutert'i'
Bedeutungsänderung erklärt DE 1 15 da­ [wohl über das sp., wo f und h wech­
mit, daß im J>:!lnun von AVICENN A dern seln, vgl. lat. facere > sp. hacer] ; mit
Kapitel über die 'Konvulsionen bei den ar. Art. sp. pg. alfaraz 'leichtes Pferd
Kindern tasannu(j' das von der 'ein­ der maurischen Reiterei' ; der Sternname
seitigen Lähmung ftilig' handelnde vor­ Alpheraz, Alpherath a Pegasi ; afrz. au­
ausgeht ; möglicherweise ist bei einer fage 'Pferd', auferrant, provo alferan
Übersetzung irrtümlich der Titel des 'grau' [mit laL Suffix ant und Anlehllung
folgenden Kapitels weggelassen worden, an fer 'Eisen', ferrant 'eisenfarbig, grau] ;
so daß es schien, als ob die Fallsucht hieraus wohl afrz. (errant, provo ferran
im Kapitel al-(aZig behandelt wäre. 'Pferd von grauer Farbe' ; ganz unkennt­
580. Ar. falläh" : lich geworden ist altit. alfana 'Reittier'.
[Vom Vb. fala�a spalten', nämlich die [DE 108. Eguilaz 1 6 1 . Devic DEt 4 1 .
Erde, d. h. 'ackern, pflügen'; wohl ein M L 3 1 89.
uraltes Kulturwort, s. Möller, Semitisch 587. Ar. ford :
und Indogermanisch 3 7 f.) 'Pflüger', all­ 'Einzig', davon ar. fard as-sugti' 'der
gemein 'Bauer'. In Agypten und anders· einzige der Hydra', ein Stern 2. Größe
wo ist das Wort die Bezeichnung des im Sternbilde der Hydra, der einzige
Landbewohners : dtsch. Fellach, frz. heller leuchtende Stern dieses Bildes, da
fellah. [Devic DEt 1 1 7. die übrigen 4. Größe und darunter sind;
581 . Ar. fals : hieraus der Stern name Alphard a Hydrae.
Plrl. fulüs [aus gr. <p6Ul� ZDMG XXI, [Devic DEt 26/27. Lammens Rem 20.
672/6741 'kleine Silber- od. Kupfermünze' ; 588. Ar fard :
hieraus sp. foluz, pg. fuluz [Constancio 'Kerbe, Einsch n itt ; Zahlung, Löhnung ;
-

47 [Ar. farfala.

Tuch, Kleidung' ; hieraus it. fardo 'Pack, GÖ RRES und RICHARD WAGNER :
Bünde!', tardaggio 'Gepäck des Soldaten', parseh fal oder tal pm'si soll heißen
provo fm·del 'Reisesack' [demin. wie das 'reiner Tor', 'der reine oJer arme Dumme';
folgende:] frz. fardeau 'Last, Bürde', b) BERGMANN undHERTZsche Parzival­
sp. pg. fardo 'Packen" fardel 'Ranzen', ausgabe : per�. färis·ifäl 'der un wissende
sp. fm·dillo 'Päckchen', sp. pg. farda, Ritter' ; c) JULES OPPERT : pars'i-vil
sp. alfarda 'Kerhe im Pfeil, Wasser­ oder -full 'Persiens Blume' ; d) afrz.
steuer', sp. fm·dago, pg. fardagem 'Reise­ perce-val 'dring durchs Tal'. - V gl. meine
gepäck'. - Aus dem ar. Plr. fira{) wurde Darstellung in KZ 1 925, Nr. 360.
mit ar. Art. sp. alefris, pg. alefriz 5!J3. Ar. farkad :
'Zapfenloch'. [DE 108/ 109 u. !i8. Eguilaz 'Kalb', dazu duäl. {ar�'adan, obligo far­
1 60. Devic DEt 1 1 5/1 1 6. ML 31 !i3. I;adain 'die beiden Kälber' ; hieraus mit
589. Ar. farfara : Metathesis der Sternname Facardin Il
'Viel und verworren schwatzen' ; dazu und 'f des Kleinen Bären. [Idler Sternn
Adj. farfar 'schwatzhaft, flüchtig, über­ 1 '2. Devic DEt 44.
eilt' ; pers. färfär 'Spielball', färfärä
594. Pers. fäl'män :
'Papierwindmühle' ; t k.farfira'Schwätzer,
[Horn NpEt S. 182, Nr. 820 ; Vb. fäl'­
Windbeutel' [vgl. zu diesem Stamme im
müdän 'befehlen'] 'Befehl, königliche
Romanischen, besonders zu it. farfalla
Verfügung', jede Veror<lnunv, die aus der
'Schmetterling', SPITZER in Herrigs
Hand des pers. Scbahs oder des tk. Sul­
Archiv CXLI, 1 4ü/1 49]. Hieraus zahl­
tans geht; so oder in der tk. Form fil'man
reiche romanischen Formen: rum. fa r­
in alle europ. Sprachen übergegangen,
fara, it. fanfano, frz. fanfaron, sp. fan­
z. B. frz. finnan, ru 1lI. ferman, tltsch.
tarr6n 'Schwätzer, Prahlhans', pg. fan­
Ferman, nJI. firman, poln. firman u:;w.
farriio, kat. fanfar6, it. fanfarone,
[Devic DEt 1 2u.
farfaro; siz. fm'fareddu 'törichter
Mensch', fm'fanti 'Lügner', farfaru 595. Per�. fäl'z:
'Spitzbube' ; Vb. it. farfogUm'e 'stottern', 'Feldherr, Vezier' [zu pers. färzän!;,
frz. (dia!.) farfoulier, sp. fm·fullar. 'weise, gelehrt' Horn NpEtS. 1 8 1 , Nr. 8 I b];
[ZromPh XXVlII, 738. XXX, 676. GrS da im orientaliscben Schach neben dem
VociSic 233/234. ML 3 1 94. König [sah s. hier Nr. 1 762] nicht die
590. Ar. fargija : Königin, sondern der Wesir die H� upt­
'Riß in der Mauer, Dachbalken ' ; hieraus figur war, wurde hieraus afrz. ferce,
mit ar. Art. sp. alfarjla, alfajla 'Brett (ierge, nfrz. vierge [mit volksetymolo­
aus Tannenholz', 7 FUß lang, 5 Finger gischer Umdeutung zur ,Dame"), provo
dick und 7 Finger breit, für Türen und fersa ; bulg. serb. {erz, russ. ferz' 'Dame
Fenster. [DE 1 14. Eguilaz 1 62. ML 3302. oder Königin (im Schachspiel)'. [Mikl
591 . Ar. färis : SIEtWb 58a. Bern SIEtWb 280/281 .
'Reiter, Ritter' [zu ar. faras s. hier M L 3266.
NI". 586] ; hieraus mit ar. Art. sp. pg. 596. Ar. Fäs :
alferez 'Fähndrich', it. alfiere 'dass., N. pr., Hauptstadt von Marokko : hieraus
Läufer (im Schachspiel)' [vg!. jedoch die Bezeichnung der Kopfbedeckung der
bier Nr. 605], frz. alfier 'Fahnenträger' ; Muslimen ; über tk. fes wurde rum. fes,
russ. faris, poln. farys 'Beduinenhäupt­ frz. fez ; flei, pheci [= klipi], dtsch. Fez
ling', serb. (alt und selten) farii 'Pferd' usw. - ,Die heute in Europa allgemelll
[über mgr. q>dpTl�] ; mhd. varis, faris gebräuchlicbe Bezeichnung Fez für die
'ROß'. [DE 1 13. Devic DEt 1 7 . ML in den verschiedensten Formen vor­
3 1 99. Gorjajew 391. Bern SIEtWb 279. kommende, fast in der ganzen mubam­
Karlowicz 421 . medanischen Welt übliche rote Kopf­
592. Ar. färis-nl-fäl: bedeckung hat mit Fes, der Hauptstadt
[Aus faris s. hier Nr. 591, und fäl 'gute von Marokko, nichts mebr zu tun, wenn
Vorbedeutung, Los'l 'Ritter des Loses', auch der Name auf Fes als dem ursprüng­
d. h. 'Gralsritter' [so hier Nr. 731]; Grund­ lichen Fabrikationsort hindeuten mag.
wort zum N. pr. Parmfal, Parzival, Die heutigen Fese stammen fast durch­
eng!. frz. Percival; vielleicht ist die weg aus Europa, insbesondere aus Öster­
Form fal'isu 'l-fäl oder mit pers. Genitiv­ reich. In der Stadt Fes werden nur
verbindungfäris-i-fal zugrunde zu legen. spitz zulaufende Tarbusche aus grobem,
Vgl. KAMPENS in Mitteilungen der rotem Filz mit kleiner blauer Seiden­
Schlesischen Gesellscbaft für Volkskunde. quaste hergestellt, welche hauptsächlich
Breslau 1 9 1 7 . S. XIX und 1 1 1 . [Die von den marokkanischen Soldaten unter
anderen bisherigen Ableitungen sind einem großen weißen Turban getragen
nicht mehr haltbar, nämlich a) von werden. " Max Freiherr von Oppenheim.
Ar. fa'�.]

Vom Mittelmeer zum Persischen Golf. 604. Tk. fel'wenll :


Berlin 1899. 1, 2 Anm. 2. Vul�, auch fermene 'kurzes westen artiges
597. Ar. fa's : KleIdungsstück ; aus filzartigem, weichem
'Heil, Axt' ; hiel'aus mit ar. Art. pg. al­ Stoffe verfertigtes, ärmelloses Oherkleid"
ferce 'Hacke, Spaten, Doppelkarst' ; alfel}a hieraus rum. fermenea 'Jacke od. Weste"
'Eisen, mit dem die Schmiede die Ö sen die mit Tressen und Knöpfen besetzt ist:
oder Löcher der Äxte, Hämmer usw. 605. Ar. fil:
öffnen'. [Constancio Dice 49 b und c. 'Elefant' [aus pers. piZ ; wohl durch
DE 1 1 2 . ägyptische Zwischenhändler aus einer
598. Ar. fasfasa : hamitischen Sprache, vgl. in der Sprache
'Luzerne MeJicagö sativa L.', auch fis· der Tuareg, dem Temasirt, elu 'Elefant',
fifa ; . hieraus sp. alfalfa, alfafe 'dass., wozu der ägypt. Art. p (worüber hier
spamscher �lee, foenum Burgundiacum', NI'. 274) kam ; aus demselben Grund·
eng!. amenk. alfalfa. [DE 100/ 1 0 1 . wort gr. ne<pa�, lat. elephantus] ; hier·
Eguilaz 156. M L 4002 Anm. aus über tk. fit bulg. fil 'Elefant', serb.
599. Ar. fasha : (ilj als Adj. 'elefanten·' ; auf unmittel·
'Leerer, weiter 'Raum' ; hieraus mit ar. barem Wege durch den Elfenbeinhandel
Art. sp. alfeiza 'Tür· oder Fenster· wurde altisl. fiU, dän. fil 'Elefant', fils·
öffnung'. [DE 1 1 2. bein u. (ilsben 'Elfenbein'. - Aus näb
600. Ar. fatIl : al-f'il 'Zahn des Elefanten' entstand sp.
'�edreht ; Docht', ebenso tk. fitil 'Docht' ; mal'fil, pg. marfim [mit Wechsel der an·
hIeraus rum. fitil 'dass., Aufreizung' lautenden Nasale unter EinflUß des b
[vgl. auch ngr. <pUTU�, Jannarakis, und gleichzeitiger Dissimilation des ersten
Deutsch , Neugriechisches Handwörter­ I] . . BAIST in RomForsch I, 1 30 ; DE·
buch. Hannover 1 883. S. 1 29 a] ; bul!!. FREMERY in JAs 5. serie t. XIX, 90 sq.
serh. fitilj, russ. fitil' 'Docht , Lunte'. - In den romanischen Sprachen ist
[Bern SIEtWb 282. fil als Benennung der dem Könige und
601 . Ar. fattäta: dem Wesir [d. h. der Dame oder Kö·
nigin] nächststehenden Schachfigur mit
'Stückchen Brot, Brosame' [vom Vb.
fatta 'zerbröckeln'] ; hieraus infolge Imäla alfäris > sp. alfirez usw. [so hier Nr. 591]
und Unterdrückung des intervokalischen vermengt worden [ vgl. ähnlich russ.
usw. slon 'Elefant' und 'Läufer im
t pg. fatia 'dünne und lange Schnitte'
Schachspiel', MSlSI 774/775] ; die Folge
besonders Brot oder Käse. VgJ. den
hiervon war eine Änderung in der Aut�
Ausdruck : fez em fatias os membros do
fassung der betr. Figur: der Kriegselefant
martyr. [Constancio Dicc 550 c.] [DE
wurde zum Fahnenträger, Läufer, frz.
267/268.
sogar durch volksetymologische Um·
602. Ar. fatwä :
deutung zum Hofnarren [die somit frei·
[Vom Vb. fata 'eine gesetzmäflige Ent·
gewordene Rolle des Elefanten wurde
scheidung auf Grund von Koran und
auf den Turm übertragen]. 1m einzel·
Tradition fällen'] 'Gutachten eines Rechts­
nen ist it. alfido, alfino, sp. alfil, arfil,
gelehrten' [fal;'ih s. hier NI'. 572, oder
pg. alfil, alfir, alfim, provo alfi, fol, afrz.
mufti von derseihen Wurzel wie fatwa, aufin, frz. fou 'Läufer'. - [Das vom
s. hier Nr. 1 493], tk. fetwa; hieraus frz.
fetva, fetfa, dtsch. Fetwah, eng!. fetwa. Kalifen HARÜN AR·RASID Karl dem
[Devic DEt 1 20. Großen geschenkte Schachspiel im kai·
serlichen Schatz zu Nürnberg enthält
603. Tk, rerege :
noch Elefanten !] [DE 1 1 3/ 1 1 4 U. 302.
[Wie ar. fm'aga vielleicht aus gr. <po­
Eguilaz 167. ML 329 1 . Bern SIEtWb
pea{a] 'Straßenm�.ntel', einfarbiger Man­
281 .
tel mit langen Armeln, den die vor·
nehmen muslimischen Damen auf der 606. Ar. filäli :
Straße tragen ; dieser Anzug wird noch Adj. zu Tafilet, Tafilalet, N. pr., Name
durch den jasmak 'Kopfschleier' , der über einer Stadt in Marokko, wo feine Leder·
das Gesicht gezogen wird, vervollstän· waren und Gewebe hergestellt wurden.
digt. Aus dem tk. Grundwort kommt Hieraus sp. tafilete 'Maroquinleder' , frz.
rum. feregea 'ärmelloser Mantel, Frauen· fiZali 'Lederarbeit' und sp. fileli 'Art
mantel' ; bulg. feredie, fel'edia 'Ober­ feinen Gewebes', rum. filaliu 'starker,
gewand der Braut', serb. feredia, we· feiner Seidenstoff'. [DEFREMERY in
1'edia 'tk. Obergewand', russ. ferez', JAs 1 861, 1, 90. DE 268. Devic DEt
ferejaz' 'langes Unterkleid russischer 1 20.
Frauen ; langer Männerrock ohne Taille 607. Tk. ftldis :
und Kragen'. [Mikl SIEtWb 58a. 'Elfenbein' [aus ar. f'il 'Elefant', S. hier
49 [Ar. fingän.

Nr. 605, und tk. dis 'Zahn'] ; hieraus rede an ein Kind : 'Kerlchen', sp. fula­
rum. fildef, bulg. (ildis 'Elfenbein', serb. nilla, fulanita 'eine unbedeutend aus­
(ildia 'dass., elfenbeinen'. sehende Kleine'. [DE 2 7 1 . Eguilaz 401 .
608. Ar. flngän : GrSVociSic 234. ML 341 1. SPITZER
'Porzellan, Tasse daraus', tk. ebenso, in WuS VI, 208.
vulgo {ilgan [mit Dissimilation] 'kleine 6 1 5. Ar. fum al·hüt :
Tasse' ; hieraus rum. (iligean 'Tasse', 'Mund des Fisches' : ein Stern erster
(Walachei) (ilingen 'Kaffeeschale', bulg. Gröue im Sternbilde des südlichen Fi­
serb. (ildian, serb. (indian, klruss. findla, sches ; hieraus sp. fomahant, fomahante,
poln. (iliianka, flitanka ' Tasse' klruss.
, frz. (omalhaut a Piscis australis. [OE
fyndian 'Becher'. [Bern SIEtWb 280. 270. Devic OEt 1 2 1 .
609. Ar. firüza : 616. Ar. fnndnk :
'Ein Edelstein, Türkis' laus pers. pirözä 'Magazin, Lager, Wirtshaus' [seit Golius
Horn NpEt S. 78, Nr. 354 aus piiröz bereits auf gr. 1fUVbOXEIOV zurückgeführt ;
'siegreich'], ebenso tk. ; hieraus rum. besser 1fdvboxo�] ; hieraus rum. fundac
peruzea, bulg. birjuza, serb. piruz, rusS. 'Heuschober', it. (ondaco. venez. (alt)
birjuza 'dass.'. - Türkise werden be­ fonteco, (modern) fontego, afrz. fondique,
kanntlich besonders in Persien gefunden sp. alh6ndiga, fundago, pg. alhondega,
und dort nach Gröue, Farbe und Rein­ alfandega 'Zollhaus' ; siz. funnacu 'Wirts­
heit sehr hoch geschätzt. haus niederster Sorte', wo sich die Fuhr­
610. Tk. flsenk : leute usw. mit ihren Pferden und Maul­
'Patrone, Rakete', vulg. {isek ; hieraus tieren erholen, funnacaru 'Wirt'. Rück­
serb. fiaek 'Patrone', rum. fi�ec, fi�ic gebildet ist sp. fonda 'Hotel, Wirtshaus'.
'
'dass., Geldrol le . [DE 1 39 u. 270. Eguilaz 1 92. Oevic
6 1 1 . Ar. fltna: DEt 1 2 1 . ML 3424.
'Uneinigkeit, Intrige', ebenso tk. fitne, 617. Ar. fnnduk: -
fit ; hieraus rum. fit in dem Ausdruck : 'Haselnuu' [ebenso wie bundul; aus lat.
.a trage la fit 'jmd. hintE'rgehen, aus nux pontica, s. hier Nr. 3ä5] ; hieraus
der Schule schwatzen'. rum. funduc 'altes Geldstück'.
6 12. Tk. frenk : 618. A.r. furga :
'Franke' [aus diesem oder einem an· 'Spalt, Zwischenraum' ; hieraus mit ar.
deren europäischen Worte entlehnt] ; Art. pg. alfurje, alfuja, alfujera 'GäU­
hierzu frenk ileti [aus ar. 'iUa 'Krank­ chen zwischen den Häusern', wohin
heit'] eigentlich 'fränkische Krankheit', deren Bewohner den Unrat zu werfen
d. h. Syphilis ; hieraus rum. franjia, pflegen. [OE 1 1 7.
sfranjia 'dass.'. - Tk. frengi seraser 6 1 9. A.r. fursa:
'Brokat, Seide mit Gold und Silber durch­ 'Gelegenheit, gün stige Gelegenheit', eben­
wirkt' ergibt rum. frenghie 'Brokat'. so tk. fursat, vulgo fYl'sant ; hieraus
E. LITTMANN in Festschrift für Kuhn. rum. fursant 'dass.'.
München 1 916. S. 241/242. 620. Ar. fustnk :
6 1 3. Ar. fudül : 'Pistazie, Pistazienbaum' [aus pers. {istik,
[plr. von forU 'Trefflichkeit, Überlegen­ woraus auch gl'. 1fU1TdKIOV] ; hieraus
heit. Gunst'] ; hierzu Adj. fuiJ,üli 'zu­ rum. {istic, sp. alf6stigo, alf6cigo, al­
dringlich, grousprecherisch j müuiger f6nsigo, pg. alfostico 'dass.'. [OE 1 15.
Schwätzer' ; beides auch tk. [so Ktihikian 621. Ar. Fnstät :
1):amfis 904 : fodul 'stolz'] ; hieraus rum. Auch Fostät, Fossat [aus gr. <jlOOOaTOv,
(udul 'stolz, hochmütig', fudulache 'Laffe, lat. fossätum 'Lager, Graben, Heer'],
Fant', fudulie 'Prahlerei, Aufgeblasen­ N. pr., eine Vorstadt von Kairo, nach
beit' ; bulg. fodul, {udul, fodulin, fudulin der hier angefertigte Gewebe benannt
'Stutzer', klruss. fudulija 'Hoffart, Über­ wurden : sp. fustan, pg. (alt) (usta, (neu
mut'. [Hern SIEt Wb �82. mit Suffixwechsel) fustao, provo fustani,
614. Ar. fulän : afrz. fustaigne, frz. futaine, it. fustCl.!Ino,
'Irgendeiner, N. N.' ; hieraus sp. fulano frustagno 'eine Art Barchent'. Über
in dem Doppelausdruck fulano y zutano Italien und Griechenland lfustaneUa,
'dass.' [der zweite Bestandteil soll nach ngr. <jloUOTdvl, 'der Männerrock', dass.
Mahn, Etymologische Untersuchungen 63 wie der schottische kilt] wanderte das
. •
auf dtsch so getan" zurückgehen], sard. Wort zu den Türken : fistanj hieraus
fulanu, pg. fulano, fuiio, siz. filano, bulg. serb. fistan, (l�tan ' Weiberrock'.
volksetymologisch als Eigenname auf� 622. Ar. füta:
gefaut in Tiziu e Filarru 'der und ein 'Handtuch, Bädeschürze' [Oozy Vetem
anderer' oder in den Volksfaheln Tiziu, 342] ; hieraus pg. fota 'eine Art Turban'
Pilanu e Martino ; kat. fulano als An- [so auch Constancio Dicc 57 1 c; dagegen
L o k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch. �
AI'. fu�r.]

DE 270 : 'feines gestreiftes Leinen'], frz. bestimmte Rechnungsart sp. pg. algebra.
foutah 'irgendein Stoff'. über das tk. frz. algebl'e, it. algebra ; eng!. algebra�
Wort futa wurde rum. fota 'Schürze der dtsch. Algebra usw. - In der ursprüng­
Bäuerinnen', fotiJii, bulg. futa, huta, lichen Bedeutung des ar. Vbs. gabara
serb. f1�ta 'Schürze', poln. (dia!.) futa, ' wiederherstellen, einrichten' ist noch
klruss. fota 'Schustel'schurz', poln. klruss. sp. algebrista 'Chirurg' [Dicc Cast 1 2 1 b .
fotka 'Schürze'. [Devic DEt 122. Bern vgJ. ähnlich eng!. bone-setter] erhalten ;
SIEtWb 287. pg. algebrista, algebista 'dass.', algebt'a
6'.23. Ar. fotr : 'dessen Kunst' [Constancio Dicc 50c].
'Großer Pilz, Champignon', auch futur ; [DE 123. Eguilaz 1 79. ML 3941.
hieraus provo putaro, bIttareu, potrel, 632. Pers. gäbr:
frz. potiron 'gemeiner Kürbis, Cucurhita ' Feueranbeter' [wohl aus ar. käfir
pepo', courge potivon 'eine Art Kürbis'. 'Ungläubiger', s. hier NI'. 997, nach
[ZfromPh XXVIII, 156. ML 3621. R OCKERT in ZDMG X, 1 33] ; erst hier­
624. Tk. fylar : aus [und nicht unmittelbar aus dem ar.
'Stiefel', den die Janitscharen [so hier Grundwort] tk. gjawr, gjaur, womit die
NI'. 954] trugen [Kelekian J.{ämfis 908 bJ ; Türken jeden Nichtmuslimen bezeich­
hieraus rum. fileri: 'eine Art Schuhe'. neten ; hieraus it. giaurro, frz. engl.
625. Tk. gaba : giaour, dtsch. Giaul' ; poln. giaur. Da­
'Umsonst, unentgeltlich' ; hieraus rum. gegen frz. guebre, engl. gueber, gueb'1'e,
geabii, degeaba, bulg. badiewa 'dass.'. dtsch. Geber 'der Feueranbeter [Parsjj>
unmittelbar aus dem pers. Grundwort.
626. Ar. ga'ba: .
'Köcher' ; hieraus sp. aljaba, pg. aljava [Devic DEt 12l:S U. 134.
'dass.'. fML 3\:\39 aljaveira usw. gehört 633. Ar. Gadämas :
nicht hierhin, sondern zu ar. gaib, s. N. pr., eine Stadt in Tripolis (Nordafrika),.
hier NI'. 641.] dazu das Adj. gadälHas� zur Bezeichnung
627. Ar. gabali : des hier hergestellten Leders ; hieraus
Adj. zu al'. gabal 'Berg', vollständig sp. pg. guada1'llecl, pg. guadamecim, afrz.
lJ,inzir gabali 'Berg-, Wildschwein'; hier­ godemetin 'gepreßtes oder vergoldetes
aus sp. jabaU 'Eber', in Südamerika Leder'; sp. gorromazos 'große Reiter­
Pekari Dicotyles torquatus Cuv., jaba­ stiefel' [weil ursprünglich aus solchem
Una 'wilde Sau', jabato 'Eberferkel', pg. Leder], provo gammacha, frz. (dia!.) ga­
jat'all, frz. javari, javaris 'amerikani­ ramaches 'dass.', frz. gamaches [veraltet,
schel' Eber'. [DE 288. Eguilaz 425. jetzt guetres] 'knöpfbare überstrümpfe',.
ML 3940. dlsch. Gamaschen. - [Ableitung aus­
628. Ar. gabbän : lat. *gambacea aus gamba 'Bein' erklärt
Mit Imäla gabmn 'Käse' ; hieraus siz. nicht alle vorkommenden Formen. [!JE
zabbina, zarbinata 'was man von der 280/281 . Eguilaz 4 14. Devic DEt 124.
Buttermilch abschäumt'. ML 375 1 .
629. Ar. gabbär : 634. Ar. gadd :
'Riese' ; hieraus der Sternname Algebar, 'Großvater', tk. gedd ; aus dem Ausdruck
trz. elgebar 'das Sternbild Orion'. gedd bigedd 'seit Urzeiten' wurde rum.
630. Ar. gäbija: get-beget 'echt. unverfälscht'.
'Großer Wasser behälter' [z. B. zum 635. 1." . gadi :
Tränken von Kamelen] ; hieraus siz. 'Ziege'; bei den Arabern Name für das­
gebbia 'Teich, Bassin'. [GrSVociSic 238. Sternbild des Steinbocks [oder genauer :
631. Ar. gabr : das 10. Zeichen des Zodiakus] ; hieraus.
'Wiederherstellung', vollständig ist al­ der Sternname Algedi 'f Capricorni.
gabr wa'l-mulpäbala der Titel eines al­ 636. lud. gäekwär :
gebraischen Lehrbuches von MUl,IAM- 'Kuhhirt' ; hieraus angloind. guicowar�
MAD IBN MÜSÄ AL-�WARIZMr, um Titel der Mahrattenkönige von Guzerat,.
820 n. Chr. geschrieben [so auch hier die im zweiten Viertel des 18. Jahr­
Nr. 890], wörtlich : 'Wiederherstellung hunderts zu großer Bedeutung gelangten
und Gegenüberstellung restauratio et und in den Kolonialkriegen dieses Jahr­
oppo�tio', worunter man die Herstellung hunderts eine wichtige Rolle spielten.
der normalen Gleichungsform ohne ne­ [Hobson-Jobson 401.
gative Glieder verstand [Cantor, Vor­ 637. Ar. gaft'äfa :
lesungen über Geschichte der Mathe­ [Vom Vb. gaffa 11 'trocknen', also eigent­
matik P, 7 1 9 ; Schirmer WortschdMath lich 'die Trocknerin'] 'Wischlappen.
3/4J. Hieraus als Bezeichnung für eine Schwamm'; hieraus mit ar. Art. und
51 [Ar. gät'i.

Imäla [ä > e > i, s. z. B. hier Nr. 628) aus ar. gaita (nicht klassisch) DE 380] ;
sp. aljofifa 'Wischlappen', Vh. aljofifar hieraus hulg. gajda, serb. gajde 'Dudel­
'abwischen, scheuern'. [DE 145/146. sack', poln. gajda, klruss. gajd" 'Hirten­
638. Ar. gäfi : flöte', plr. 'Dudelsack'. Über das ar.
'Grob, plump; ungebildet' ; hieraus sp. wurde sp. pg. gaita 'Hirtenpfeife, Dudel­
zafio, pg. safio 'dass.'. [DE 359. Egui­ sack', sp. gaitero, kat. gayter 'Dudel­
laz 5 1 8. ML 3942. sackpfeifer'. [Bern SIEtWb 291. ML
639. Tk. gagatäi : 3752. Vgl. auch SEYBOLD in Grund­
Auch cagatai; N. pr., Name der tk. riß der Romanischen Philologie 1, 521 .
Völker in Mittelasien und ihrer Sprache; 644. Tk. gsjtan :
hieraus der Name für das dort heimische 'Schnur, Tresse, Franse' [angeblich über
Huftier (Equide) Equus hemionus Pali. : ngl'. ralTdvI, ralETav6v aus mlat. gaita­
russ. diigitai, dtsch. D8chiggetai. nUn! 'Gürtel', nach der Stadt Gaeta be­
640. Ar. gahäz : nannt ; aber wahrscheinlicher Umgestal­
'Gerät, Kamelsattel, Pferdegeschirr', vulgo tung von ar. ?J,iflin, plr. von ?J,ai! 'Faden'] ;
mit Imäla [�. hier Ni'. 637) gahiz ge· hieraus rum. gaitan 'Borte, Tresse', bulg.
sprochen ; hieraus apg. ajaez, sp. pg. serb. gajtan 'Schnur', rusS. gaitan 'Schnur
jaez 'Pferdegeschirr', fig. 'Eigenart', (besonders für das Taufkreuz)', klruss.
z. B. pg. d' este jaez ; Vb. sp. enjaezar hajtan 'Gürtel'. [Bern SIEtWb 291.
'schirren', pg. ajaezar 'schirren, schmük­ 645. Tk. galebelik :
ken'. [OE 290. Auch lpalabalylp 'Menschengewühl, Lärm'
641. Ar. gaib : [Kelekian J>:ämtis 876) ; hieraus rum.
a) 'Tasche, Beutel, Sack', auch tk. calabalic 'Gepäck, Lärm, Durcheinander',
gejb ; hieraus bulg. dieb, diob, serb. bulg. kalabal'6k, serb. kalabaluk 'Gepäck,
diep, klruss. ieb, russ. (dial.) zep' 'Tasche'. Menge' und Ableitungen. [Sain 48_
Aus dem vulgär gesprochenen gib wurde Bern SIEtWb 470.
mlat. giba 'Tasche', frz. giberne, it. gi· 646. Ar. gäliba :
berna 'Patronentasche', pg. algibeira Nach DE 1 1 8 : 'wilder Wein, Vitis sil-
'Rocktasche, Geldtasche' [woraus wieder
vestris' [bei IBN BAll'ÄR, t 1 248 n. Chr.] ;
ar. al-geb'ira, in Nordafrika 'ein Leder­
hieraus mit ar. Art. sp. algalaba 'dass.'.
sack', den die Reiter an den Sattelknopf
647. Ar. gälija :
oder -bogen hängen, also 'Satteltasche',
'Parfüm aus Moschus und Ambra'; hier­
wurde), sp. aljabera, pg. a7javeira 'Brief­
aus sp. algaUa, pg. algalia 'dass.' ; mlat_
tasche' [aus einer Aussprache gabb statt
gaUa mU8cata, sp. pg. gato de algalia
gib entstanden). [Bern SlEtWb 242.
[Constancio Dicc 50 b) 'Zibetkatze, Vi­
DE 1 25/127.
verra civetta Schreb.'.
b) Da der Sinus eines Zentriwinkels
das Verhältnis der halhen Sehne des
648. Ar. galläb :
'Händler, der Waren oder Vieh einführt'
doppelten Bogens zum Radius ist, nann­
[vom Vb. galaba 'Gewinn ziehen ; ein­
ten ihn die Inder 'Halbsehne' oder kurz
führen'), tk. gellab 'ein neu Angekom­
'Sehne jWa' ; die Araher, die diesen
mener, Fremder' ; hieraus rum. gelep
Ausdruck entlehnten, schrieben ihn ohne
'dass.'.
kurzen Vokal gjb und lasen dieses Wort
irrtümlich, als wenn es ein arabisches 649. Ar. galläd :
wäre: gaib 'Bausch, Busen' ; die mittel­ 'Schinder, Henker' [vom Vb. galada
alterlichen Übersetzer gebrauchten nun 'abhäuten, schinden' aus gild 'Haut'],
für diesen terminus die wörtliche latei­ tk. gellad ; hieraus rum. geiat 'Henker;
nische Wiedergabe sinus ; dieser Aus­ Fliegenschnäpper Muscicapa L.'.
druck ist seitdem in der Mathematik 650. Pers. gäm :
immer benutzt worden. Die Etymologie 'Glas, Becher' [Horn NpEt S. 92, Nr. 4l l] ,
stammt von MUNK, S. WOEPCKE in ebenso tk. ; hieraus rum. geam 'Fenster­
JAs 1863, I, 478. [Canto!', Vorlesungen scheibe', geamUc 'Gang mit Fenstern',
über Geschichte der Mathematik P, 737. geamgiU 'Glaser' ; bulg. serb. diam 'Glas'.
RUSKA in Z. f. Math. U. Phys. XL, hist.­ 651. Ar. gami'a :
lit. Abtlg. 126 ff. Schirmer Wortschd 'Vereinigung' [von Menschen, vgl. gami',
Math 67. hier Nr. 655] ; hieraus mit ar. Art. sp.
642. Ar. gat«1a : aljama 'Judenquartier, Maurenviertel' in
'Dickicht, Wald' ; hieraus mit Suffix des den spaniscben Städten [ursprünglich die
Ortes *mugai(la, woraus sp. mohe.da Vereinigung der Stadträte, insbesondere
'Korkeichenwald'. [DE 316/31 7. der jüdischen, d. h. der Sanhedrin), pg.
643. Tk. gaJda: aljama 'Maurenquartier' in Portugal
'Dudelsack' [Kelekian J>:ämtis 868; hier- [Constancio Dicc 53 c). [DE 144/145.
4*
Pers. gämädän.] ä2

652. Pers. gämädäll : 655. Ar. gärni' :


'Kleiderbebälter, Koffer' [aus pers. gämä Part. praes. act. vom Vb. gama'a 'ver­
'Tuch, Kleid' Horn NpEt S. 93, Nr. 412, einigen', also 'der vereinigende (Ort)',
und Suffix -dan 'Behälter' ebenda Bezeichnung für die Moschee, die die
S. 1 18, Nr. 533], ebenso tk. gamedan, Muslime zum Freitagsgebete vereinigt;
camedan ; hieraus rum. geamantan 'Fell­ ihr Kennzeichen ist es, daa hier die sog.
eisen, Handkoffer', bulg. zemadan, ce­ lJu!ba, das rituelle Gebet am Freitag,
madan, russ. cemodan 'dass.'. [Gor­ von einem besonderen Prediger lJatib
jajew 410. gesprochen [im Gegensatz zum masgid,
S. hier Nr. 1435] ; hieraus rum. geamia,
ti5�. Ar. gamal :
'Kamel' [aus der Wurzel gamala 'sa m­
geamie 'Moschee.'
656. Ar. garni' :
meln', also 'Haufen, Höcker', vielleicht
'Alles' [vom gleichen Stamme wie
urverwandt mit b,ammal 'Lastträger', s.
hier Nr. 806, SCHOTT in ZDMG XXXIII, Nr. 655] ; hieraus sp. algemifao [wört­
lich : 'einer, der alles verkauft'] 'Klein­
543] ; aus dieser oder einer anderen
händler, Hausierer'. [DE 124.
semitischen Form gr. Kallf)�o�, lat. ca­
657. Ar. gämi'a :
melus, *camlllus; hieraus it. cammello,
[Fem. zu Nr.655, also 'die vereinigende',
siz. camiddtt, provo camels, frz. chameau,
d. h.] 'Handfesseln' ; hieraus mit ar. Art.
kat. camell, sp. camello, pg. camelo ;
sp. algema, meist im plr. algemas 'Hand­
dtsch. Kamel, engl. camel; [aus gr. Ka-
1lf)�\OV] rusS. (alt) kami!' , bulg. kamila, fesseln, -schellen'. [DE 124. Constancio
serb. kamila, kamilj. - Vielleicht nur Dicc 50 e (hier von ar. lagama 'fest­
halten' abgeleitet).
volksetymologisch hängt mit diesem
658. Ar. garni! :
Grundwort lat. camelinum, camelötum,
gr. KallT]�Wn; zur Bezeichnung eines 'Schön, hübsch' ; hieraus mit ar. Art.
und ähnlicher Erweiterung wie algemifao
'langhaarigen, plüschartigen Stoffes' zu­
[so hier Nr. 656] sp. algimif1'ado 'ge­
sammen ; hieraus altit. cammellino,
cambellotto, it. cammellotto, sp. camelote, scbmückt, geschminkt'. [DE 127.
frz. camelot, dtsch. Kamelot, Kamelott 659. Hebr. gänaß :
'Stehlen' ; hieraus die gaunersprachlichen
[früher : Schamlott, Zamlott], Kamelhaut,
Ausdrücke dtsch. Gannef 'der Dieb',
russ. kamlot, /Sech. kamelot, poln. kamlot.
-- Aus dem tk. gamal 'Hanswurst, ganfen 'stehlen, wegstibitzen', ndl. ganf,
lächerlicher Kerl' wurde rum. geamala
gannef 'Dieb', gC'nffen 'stehlen', eng!.
'Riese, Ungetüm'. - Vielleicht ist aus
gonoff 'junger Dieb' ; it. (dia!.) galufa
'stehlen' [mit Wechsel von n zu I wie
dem semitischen Grundwort auch ge­
worden gr. KaßdnT]�, lat. caballus ;
Bononia > Bologna], it. gaglioffo 'Be­
trüger' [mit Anlehnung an gagliardo mit
hieraus zahlreiche romanischen Formen
ähnlicher Bedeutung], 'Schelm' ; hieraus
und schliealich auch dtsch. 'Gaul'. -
Auf denselben semitischen Stamm geht die slav. Gruppe golJuf 'Betrüger' [Bern
wahrscheinlich der Eigenname KameIl SIEtWb 321, wo es heiat: "Die Herkunft
des Wortes ist unbekannt"]. - Jiddisch
zurück ; nach dem Brünner Jesuiten
JOSEF KAMELL ist die Kamelie Thea kes"ngan"w 'Taschendieb' [aus hebr. kis,
S. hier Nr. 1185]. [Kluge 155. KZ H,
japonica, frz. camelia, benannt, da er
83; VllI, 394. Birnbaum HebrEI 52.
sie i. J. 1 738 zuerst in zwei Exemplaren
von Japan nach London brachte. [Kluge ZfSem IV, 260.
660. Pers. gänbäz :
223. ML 1544. Gorjajew 1 30. Bern Smt­
Wb 477. GSAJ 1II, 144. 'Seiltänzer' [aus gän 'Leben, Seele' Horn
NpEt S. 93, Nr. 413, und bäz, Präsens­
ti54. Mal. gambn : stamm zu bälJtän 'spielen', also eigent­
[Pijn 87 b] 'Eabare Frucht eines Baumes lich " der mit dem Leben spielt"], tk.
Eugenia jambo3a' ; hieraus frz. jambose, gambaz 'dass., Pferdehändler' ; hieraus
jambosier, jambolier. Mit frz. rose er­ rum. geamba � 'Roakamm, -täuscher ;
gab das mal. Grundwort frz.jamrosade, Halunke', bulg. d,iengubez 'Schelm, Spitz­
eine besondere, auf S. Domingo wach­ bube'.
sende Art des Baumes, wegen des Rosen­ 661. Ar. ganbi :
duftes ihrer pommier-rose genannten 'Seitlich', Adj. zu ganba oder ganb 'Seite' ;
Früchte so bezeichnet. Die Namen hieraus sp. gambito, dtsch. Gambit im
jambolane auf S. Domingo und jambo­ Brettspiel [gewöhnlich wird allerdings
longue, jamlonge auf He de France sind ar. g zu sp. jl].
durch mal. gambelan [Pijn 87] 'eine 662. Ar. ganbija :
Frucht Syzygium orientale' beeinflu8t. 'Dolch' [FISCHER in MSOS H, 234
[Devic DEt 142/143. Anm. 5] ; hieraus sp. jambete, ganibete
53 [Ar. gandür.

[vielleicht canivete, wenn dieses nicht des Sprunggelenks der Hinterbeine des
eher Femin. zu canif ist], frz. jambette Pferdes [Hasenhacke oder Hasenspat,
'Taschenmesser'. [DEFREl\lERY in JAs vgl. Theodor Heinze, Pferd und Reiter.
1 862 (janv.) ; DE 290; Lammens Rem 1 37. 6. Aufl. Leipzig 1889. S. 75J ; hieraus
6ti3. Ar. gandür : it. giarda, zarda, zerda, frz. jarde,
'Stutzer, eitler Geck', der Vertreter des jardon 'dass.'. [Devic DEl 143. ML 3943.
südeuropäischen dolce far niente [Dozy 67 1 . Ar. gariima :
Vetem 98] ; hieraus sp. kat. galiz. gandul 'Steuer' ; hieraus sp. p g. garrama 'Steuer,
'Müfliggänger, Tagedieh', gandulera Abgabe, Raub, Erpressung'. [DE 275.
'Kokette', gandulem' 'bummeln', pg. Eguilaz 410. ML 3680.
gandaia 'Strolcherei, Lumpenhande!', 672. Ar. gams :
sp. gandaya 'Müfliggang', kat. gandullo, 'Glocke, Klingel' ; hieraus mit ar. Art.
sp. gandaya 'Haube', nprov. galldun sp. aljaraz, (dia!.) aljarges, aljorses.
'Landstreicher', gandaio 'Dirne'. [DE [OE 1 45. Eguilaz 203. ML 3943a.
272/4. Eguilaz 407. ZfromPh XXXVIII, 673. Ar. garbiil :
1 35. ML 367 1 . Klassisch-ar. girbäl 'Sieb' [dem lat. c1'i­
664. Ar. ganlb : bellum merkwürdig ähnlich] ; hieraus siz.
'Seitenpferd, Handpferd' [zu ar. ganb garbula 'Sieb, Kasten der Trommel', it.
'Seite', s. hier Nr. 66 1] ; hieraus der garbellare 'durchsieben' (z. B. die klein­
Sternname Alge'/tib y Pegasi, der an der sten Stücke einer Droge), garbellatura
Seite des Pferdes gelegen ist. [Devic 'die kleineren Stücke einer Ware, die
DEt 1 7/ 1 8. Ideler Sternn 1 16. durch das Sieb hindurchfallen', ebenso
66j. Ar. ganllll a : frz. grabeler, grabeau, sp. garbillo 'Sieb'.
'Beute, Gewinn' ; hieraus sp. galima - Aus mit Imäla gesprochenem fiarbel
'Beute' [alt; neue Bedeutung:] 'häufiger ergab sich sp. m'el 'großes Sieb'.
kleiner Diebstahl'. [OE 272. Eguilaz [GrSVociSic 238. OE 1 88. 1 98 . 274.
408. ML 3674. Devic DEt 1 32. ZfdWf XI, 9/ 1 0 .
666. Ar. gannäm : 674. Ar. garbI :
'Hirt' [von ganam 'Kleinvieh'J ; hieraus 'Westlich' ; hieraus it.garbino, frz.garbin
sp. gaflan 'Schäferknecht', pg. ganhäo 'Südwestwind' auf dem Mittelmeere,
'Landarbeiter ; gewöhnlicher Mensch' provo garbin, sp. garbino 'Süd· oder
[Constancio Dicc 584 c] ; mit ar. Art. Westwind', sp. pg. algarve 'fruchtbar',
alganame 'Oberschäfer, Hirt einer Vieh­ pg. garabia 'Westen'. Aus dem H.
herde' [ebenda 50 bJ. [OE 1 1 9. Eguilaz wurde serb. garb in 'Südwind'. Jeden­
1 75. ML 3675. falls mit Kontamination von al-'arab'ija
667. Al'. gär: 'die arabische Sprache' entstand pg. al­
'Höhle' ; hieraus mit ar. Art. sp. algar garabla, pg. alg1'avia, frz. charabia 'un­
'Höhle, Keller'. verständliches Zeug, Kauderwelsch', frz.
668. Tk. gar :
insbesondere 'Dialekt der Auvergne'. -
'Schleier, Tuch' [aus per". cädir, s. hier Aus demselben Stamme ar. garaba
Nr. 380; zu der Verkürzung vgl. pers. 'untergehen (Sonne)' ist mit präfigiertem
gärsäb, tk. cm'saf, hier Nr. 691 J ; hieraus ma- zur Angabe des Ortes mafirib ge­
rum. gear 'Schal'. bildet ; der Magreb ist Nordwestafrika
von Tunis bis Marokko ; aus al-magribi
669. Ar. gära : 'der Bewohner des M.' wurde frz.
'Streif- und Raubzug auf feindliches maugrebin 'dass.'. - Auch der Name
Gebiet' ; hieraus mit ar. Art. sp. algara der pg. Provinz AlgU1"Ve ist ar. garb
'Streifzug, Haufe berittener Parteigänger', 'Westen', daher sp. algarabio, algarabta,
Vb. algarear 'Kriegsgeschrei erheben' pg. algaravio 'Bewohner VOll Algarve'.
[man denke an den Brauch der Araber, [DE 1 19. 241 . Eguilaz 1 78. Devic DEt
wie die homerischen Helden den Angriff 1 25. ML 3683. Bem SIEtWb 295.
mit lautem Geschrei zu beginnen und 675. Pers. gärdän :
zu begleiten], algarada 'Kliegsgeschrei' ; 'Hals, Nacken' [HornNpEtS. 201, Nr. 903],
pg. algara 'Gefecht, Kampf, Streifzug' ebenso tk. gerden 'dass., Halsband' ;
[Constancio Dicc 50b] ; frz. algarade hieraus rum. gherden, ghiordan 'Hals­
'Kriegsgeschrei'. [V. HAMMER-PURG­ band, Perlenschnur', bulg. get'dan, serb.
STALL in ZDMG V, 1 9 2 Anm. DE 1 19. dzerdan 'Halsband', kh uS5. garda
Eguilaz 1 76. Devic DEt 1 7. Lammens 'Schmuck, Zierat'.
Rem 12. ML 3679. 676. Ar. garf :
670. Ar. garad : 'Fülle des Grases; trockenes Kraut' ;
'Geschwulst', insbesondere eine knochen­ hieraus siz. gerfa 'hoch geschossene
harte Anschwellung am hinteren Rande Pflanze'. [GrSVociSic 238.
Pers. gärgängä.]

677. Pers. gärgängli : pen, remorquer' ; hieraus sp. navejar


'MuHer coitu IDsatiabilis' ; hieraus an­ oder lleva/' a jorro, pg. levar a zorros
geblich frz. gourgandine 'feile Dirne'. 'schleppen', sp. jorro 'Schlepptau' ; nd!.
[Etymologie von PIHAN.] [Devic DEt sjO/'ren, opsjorren [wozu noch sJorklamp,
132. sjorring, sjO/·touw]. Pg. pao de jorro,
678_ Ar. gari : jorrao 'Karren ohne Räder zum Ab­
'Jugendlich; schön, artig' ; hieraus sp. flachen der Erde oder zum Schleppen
pg. garrido 'zierlich, schön, artig, rei­ schwerer Lasten' [Constancio Dicc 640].
zend'. [ML 3687. [DE 291/292.
679. Bind. giiri : 688. Ar. garra :
'Karre, Wagen' ; hieraus angloind. garry, 'Wassergefä13, Krug' ; hieraus it. giara
gharry 'dass.'. [Hobson-Jobson 365. 'Krug mit zwei Henkeln', siz. gial'ra
680. Ar. garib : 'Ölkrug', prov.jarra, frz.jarl'l', sp.jalTa,
'Fremd, seltsam' ; hieraus mit ar. Art. pg. za/Ta, jarra 'Krug'. BAlS r in Zf
sp. algarivo 'ein Fremder, schlecht' romPh. V, 242 führt sp. charro 'mit ge­
[nach DE 121 .pas dans les dictionnai­ schmacklosen Zieraten überladen ; Lüm­
res · , vgl. jedoch Dicc Cast 121 a). mel' auf dieses Grundwort zurück. [DE
681. Ar. garid : 290. Eguilaz 431 . ML 3944.
'Palmzweig ohne ßlätter, Speer', ebenso 689. Ar. garräfll :
tk. gerid, git'it ; hieraus rum. gerid 'Weitbauchige Flasche' [vom Vb. garafa
'Wurfspieß', serb. diilit 'Wurfstab', poln. 'schöpfen' ; das Subst. ist nicht klassisch­
dzirgt 'kurzer Spieß'. - [Über das ar., sondern scheint nur vulgär im Magrib,
Geridspiel bei Arabern und Türken vgl. s. hier NI'. 674, gebräuchlich zu sein] ;
Max F" eiherr v. Oppenheim, Vom Mittel­ hieraus sp. pg. garl'afa, frz. cat'affe,
meer zum persischen Golf. Berlin 1 900. carafe, it. caraffa, siz, carrabba 'Wasser­
11, 38/39 und H. D. Mordtmann, Ana­ flasche, Flasche für Wein od. ähnl.' ;
toHen. Skizzen und Reisebriefe aus dtsch. Karaffe, Karaffine, nd!. karaf,
Kleinasien. Eingeleitet von Franz Ba­ eng!. caralfe; russ. grafin, poln. karafka,
binger. Hannover 1 92;,) S. 484.]
.
cech. karafina, bulg. karafa. - [Ab­
-

682. Ar. garim : leitung aus ar. �ar'a 'Kürbis, Kürbis­


'Schuldner', plr. gummä', tk. gurema flasche' geht für kat. carbassa, sp. cala­
als sglr. gebraucht ; hieraus rum. curama baza, pg. caba((a 'Flasche' ebenso wenig
'Zeche'. wie die Gruppe caraffe aus angeblichem
683. Ar. gllrima : ar. karä'a ML 4676 u. 6900]. - [DE
'Verbrechen ; Strafe dafür', ebenso tk. 274. Dozy Oost 48/50. Hobson-Jobson
gerim ; hieraus rum. gere/nea 'Strafe'. 160. Gorjajew 78.
684. Tk. gärmsu d : 690. Ar. garriill :
Vulgo gemesit [aus pers. gärm 'warm' 'Wundarzt, Chirurg' ; hieraus rum. ge'rac
Horn NpEt S. 203, NI'. 9 1 1 , und sud 'dass.'.
'Nutzen, Vorteil' ebenda S. 1 66, NI'. 751] 691. Pers. gärsäb :
'eine Art Stoff' ; hieraus rum. ghermesit 'Stoffdecke, Tischtuch' [aus pers. cädil',
'Art Atlas'. s. hier NI'. 380, und liäb 'Nacht' Horn
NpEt S. 1 7 1 , Nr. 775J ; tk. carsaf 'Lein­
685. Ar. garnait : tuch, Art Staubmantel, in den sich die
'Zibetkatze' [CHERBONNEAU in JAs tk. Damen beim Ausgehen hüllen' ;
1849, I, 541 ] ; hieraus frz. genette, sp. hieraus rum. cearceaf, cea,.�af 'dass.'.
pg. gineta 'Zibet- oder Bisamkatze, Vi­ 692. Al'. gäslj a :
verra geneUa L.'. - [*( fa)ginetta ist 'Satteldecke' [vom Vb. gaiä, Part. praes.
schon von DIEZ als Grundwort zurück· act. fern., also eigentlich 'die Bedeckende'];
gewiesen worden.] [DE 276. Eguilaz hieraus mit ar. Art. sp. algagias 'Aus­
413. Devic DEt 127. ML 3949. rüstung eines reitenden Soldaten' [so
686. Berb. garnin : nach Engelmann ; dagegen will Dozy
'Diste!' ; hieraus mit berb. Präfix ta­ !Jawä'ig, plI'. von l!äga, s. hier NI'. 775,
sp. tagarnina 'eine Art Distel ; sehr also 'die Kleider', als Grundwort auf­
schlechte Zigarre, Stinkadores' [DiccCast stellen. Lautlich bietet die erste Ety­
1804o b]. - [Besteht ein Zusammenhang mologie weniger Schwierigkeiten ; seman­
mit gr. llKapva 'Diste!', woraus frz. tisch ist der 'übergang von 'Satteldecke'
acame, sp . acarna?J zur 'Gesamtausrüstung des Reiters' eine
687. Ar. garra : Begriffserweiterung, wie sie sehr häufig
Vb. 'ziehen, durch Ziehen mitschleppen', istJ. Vg!. hier NI'. 7;')5. [DE 1 1 7.
schon von Ibn Battuta IV, 247 als Fach­ 693. Sskr. gat :
ausdruck der SchitTahrt benutzt : 'Schlep- Od. ja!a, hind. jhuta, jhuto 'kraus'.
[Ar. gauhar.

Hieraus ist der Name der Jutepflanze dts(·h. Gasel (PLATEK). [Devic DEt
Corchorus capsularis L. oder C. olitorius 1 28.
L. entstanden, da ihre Wurzel stark ge­ 699. Ar. gazäl :
wellt oder kraus ist. Die Pflanze, die 'Gazelle, Antilope dorcasLicht.'; die nord­
in Indien, besonders in Bengalen, hei­ afrikanische Aussprache hat Imäla, also
misch ist, ähnelt dem Hanfe sehr, ist gazel; hieraus sp. gaeela, pg. gazella,
aber kleiner und gedeiht in feuchtheißem frz. gazelle, it. gazzella, rum. gazelii ;
Klima. Nach Europa gelangte die Jute engl. gazelle, ndl. gazel, dtsch. Gazelle,
{früher dtsch. Dschute gesprochen], schwed. gasell ; russ. gazet. [DE 27 1 .
engl. jute, zu Anfang des 18. Jahr­ 700. Ar. gazära :
hunderts durch Vermittlung eines engl. 'Fülle von Milch und Wasser; Stimmen­
Kaufmanns in Kalkutta. Der Hauptein­ gewirr' ; hieraus it. gazzarra 'Lärm',
fuhrhafen für ganz Europa ist Li verpool gazzurro 'Freude, der man durch
geworden ; die erste Spinnerei für Jute Kanonenschüsse oder militärische Musik
wurde i. J. 1832 in Dundee errichtet. Ausdruck gibt', sp. algazara, pg. alga­
{Hobson-Jobson 474. zarra 'Kampfgeschrei'.
694. Ar. gauhar : 701. Ar. gazwa :
'Edelstein, Juwele' [ursplünglich pers. 'Kriegszug' gegen andere Beduinen·
gohär 'Edelstein' Horn NpEt S. 2 1 1 , stämme ; hieraus pg. gazua, gaziva
Nr. 9481 ; hieraus mit ar. Art. sp. aljofar [Constancio Dicc 587 b] 'militärische
'schief und unregelmäßig gebildete, Expedition ; Raub und Erpressung', frz.
kleine, echte Perle; Samenperle', pg. razzia, rum. razzia, dtsch. Razzia 'Streif­
aljofre. Aus dem ar. plr. gawähir wurde zug' (z. B. der Polizei). [OE 27ö.
tk. gewahir als sgl. gebraucht, gewahirgi
J uwelier' ; hieraus rum. giuvaer 'Juwel, 702. Ar. Gazza:
Kleinod', giuvaericii 'Geschmeide, Hebr. 'Azzäh ; gr. rdZ:a, N. pr., Name
Schmucksache', giuvaergiu 'Juwelier, der südlichsten Stadt an der Küste Pa­
Juwelenhändlel" . [DE 145. Eguilaz 203. lästinas [vgl. ZDPV VII, 1/14] ; hiernach
ML 3945. soll die Gaze, frz. gaze, 'ein durchsich­
695. Ar. gauzä' : tiger, feiner Stoff', benannt sein. Da
'Zwillinge', aber auch Bezeichnung für aber bis jetzt keine Textilindustrie in
das 'Sternbild des Orlon'. Aus " äs al·g. älteren Zeiten hier nachgewiesen ist,
'der Kopf des Orion' [zu Täs, s. hier mUß die Etymologie als rein willkürlich
Ne. 1 701] wurde Rasalgeuse ß Oeionis ; angezweifelt werden ; die Ableitung aus
aus ib# al-g. oder verkürztem plr. Mt l;azz [so hier Nr. 1 147] ist unbedingt
a l-g., mit Imäla bet al-g., wurde der vorzuziehen.
Sternname Beteigeuze a Orionis. [Ab­ 703. Mal . gedong:
leitung aus bait al-go Devic DEt 67 'Haus 'Großes Haus, besonders der Europäer ;
der Zwillinge' ist nicht annehmbar.] Faktorei, Warenlager' [aus telugu gi­
[Ideler Sternn 151 U. 223. rJ,ai�gi, girJ,tJ,angi; tamil kitJ,angu 'ein
(j96. Tk. gawga: Platz, wo Waren liegen', von kirJ,u 'lie­
'Zank, Streit', vulgo aUth l;awga (Kele­ gen'] ; hieraus angloind. godown, frz.
kian �ämfis 878J; hieraus bulg. serb. goudon 'Faktorei' der handeltreibenden
kawga 'Streit, Zank'. Bern SIEtWb 495. Völker Europas im malayischen Archipel ;
697. Ar. gazä'ir : auch 'Warenhaus, Laden' in allen chi­
Plr. von gazira 'Insel' ; N . pr., Name nesischen Häfen. In Japan, wo mangels
einer nordafrikanischen Stadt, Algier. jeder anderen Möglichkeit alles, was eine
Dazu das Adj. gazli'iri; hieraus it. Familie an Schätzen besitzt, in einem
ghiazzerino 'Panzerhemd' [ursprünglich benachbarten Hause aufbewahrt wird,
in Algier hergestellt], provo jazeran, bedeutet godown im lokalen Dialekte
jazerenc, afrz. jazerant, sp. jazarina, dieses feuersichere mit Erd- oder Lehm­
pg. jazerina, jazeräo. - [Ableitung aus mauern versehene Lagerhaus. [Hobson­
lat. *acerinu8 bei Körting, Lateinisch­ Jobson 381/382. Chamb AllJap 43.
romanisches Wörterbuch, oder �jaCQ­ MMM 22.
zarad, d. h. frz. jaque und garad 'Ring' 704. Tk. gegelik :
DE 289 sind unhaltbar.] [Eguilaz 427. 'Nachtgewand, Nachtmütze' [aus gege
ML 3947. 'Nacht' vom Stamme ket, kec 'wegziehen,
698. Ar. gazal : vorübergehen, spät, Abend' Vämbery
<Liebesgedicht', das nicht weniger als 7 TktEtWb S. 99/100, Nr. lOilI und Suffix
und nicht mehr als 1 7 oder 1 8 Verse -lik zur Angabe des Kleidungsstückes,
zählen darf [in letzterem Falle liegt eine S. Z. B. hier Nr. 260] ; hieraus rum. ghi­
lflJflida vor] ; hieraus Z. B. frz. ghazel, gilic 'Nachtmütze'.
Hebr. Gehinnom.] 56

705. Hebr. Gehillnöm: I-Iutta Hooker' ; getah-pereah ist also der


Eigentlich ge ben Hinnöm 'Garten des gummiartige Saft des Pertschabaumes,
Sohnes Hinnoms', N. pr., ein Ort in der der zuerst in den Wäldern von Singapur
Nähe von Jerusalem, an dem in einem den Malayen bekannt wurde und sich
Tempel dem Moloch Menschenopfer dar­ seit dem Jahre 1843 über ganz Europa
gebracht wurden. Diesen Greueln machte und Amerika in den Industrien verbreitet
König Josias ein Ende, indem er den ha l. Eng!. gutta-percha, frz. gutta-percha,
Platz zu einer Abfuhrstätte für Schutt sp. gutapercha, pg. guttapercha, it. gutta
und Müll machte. So wurde das übel­ pet'ca ; dtsch. Guttapercha, nd!. schw.
riechende Gehinnom mit 'Hölle' synonym. gutta-pl'rcha, dän. gutta·perka ; ruS8.
Hieraus gr. T€EVVa, lat. gehenna, frz. gutta-perca, gutaperca. - Im frz. gomme­
gehenne, eng!. gehenna, dtsch. Gehenna, gutte ist also der zweite Bestandteil
russ. bulg. geenna 'Höhle', daneben in nichts anderes als die Übersetzung des
übertragener Bedeutung afrz. gehene ersten Teiles. [Devic DEt 1 34. MMM
'Folter, Qual, Zwang', frz. gene 'Qual, 23/24. 25. JAOS XVIII, 54/58.
Zwang', Vb. gener 'belästigen', dtsch. 7 13. Hebr. gezera :
genieren 'dass., stören' ; poln. lena [Modernes Wort] 'Erregtes Gespräch,
'Zwang', Vb. zenowac 'genieren'. [Devic Behauptung' ; hieraus gaunerdtsch. jü·
DEt 1 26. Karlowicz 415. dischdtsch. Geseie1', Geseires 'weitläufiges
706. Jap. geisa : Gerede'.
'Berufsmääige Sängerin und Tänzerin ; 7 1 4. Hind. ghariyäl :
Tanzmädchen' ; hieraus in allen euro­ Hieraus Gavial, Gavialis gangeticus, eine
päischen Sprachen Geischa, meist eng!. Art Krokodil ; eng!. gavial. [Hobson­
geisha. [Chamb AIlJap 467/468. Jobson 366{36i.
707. Jlal. geko\i : 7 15. Ar. gi'är :
Name eine r Eidechsenart, vermutlich 'Schnur' ; hieraus siz. (Messina) ciaera
wegen ihres Rufes, also onomatopoetisch 'Hanfseil' [dagegen in Palerm o : curina].
[Pijn 202] ; hieraus mit Abfall von T; 7 1 fi. Ar. gibs :
[vg!. bruT; >eng!. bruh 'eine Papageien­ 'Gips' [aus gr. Tl)\jJO�, l at. gypsum] ;
art', bataT; > batta] eng!. gekko, gecco, hieraus it. gesso, pg. ges8o, sp. yeso, algez
gecko, nd!. gekko, dtsch. Gecko, frz. gecko, [woraus dann wieder ar. ga��, vulg. ge��
sp. geco 'Ascalobotes'. [Devic DEt 126. nach dem Orient zurückgewandert ist].
JAOS XVII, 139{142. Die übrigen europäischen Formen des
708. Tk. gelmek : Wortes sind unmittelbar aus dem Lat. ,
'Kommen' [Stamm kel, gel 'nahen, z. B. frz. gypse [gewöhnlich pldtre],
kommen' Vambery TktEtWb S. 96, Nr. dtsch. Gyps, Gips. [Doch ist es nicht
102], dazu 3. Pers. sg!. praes. gelir 'er unwahrscheinlich, daß das gr.-lat.Grund­
kommt' oder als part. 'das, was kommt j wort selbst wieder aus dem Orient
der Gewinn' ; hieraus rum. ghelir' Ge · stammt, vgl. hebr. gäßis 'Kristall' Hiob
winn'. 28, 1 8 ; ZDMG XXV, 542 f. In der Tat
709. Tk. gemi: deute!:! der alte Gebrauc� des Gipses bei
'Schiff'; hieraus rum.ghimie 'Schaluppe'; den Agyptern und in Äthiopien (vgl.
bulg. gemija, serb. zemija, klruss. hemija, Herodot a, 24 u. 7, 69) sowie die Her­
poln. komilJga, kom�ga, russ. komjaga kunft der besten Sorten aus Syrien
'Kahn, Boot'. [Gorjajew 154. Bern SI (vgl. Plinius 36, 59) auf orientalischen
EtWb 300. Ursprung auch des Namens.] Übrigens
7 10. Hind. geJldlJäna : ist auch tk. alCy 'Gips' eine verderbte
'Ballhaus' [zu lJäna, s. hier Nr. 809] ; Form für ar. al-gibs.
hieraus mit Anlehnung an gym, die 7 1 7. Ar. gidär:
übliche Abkürzung für gymnastics, anglo­ 'Irdene Schüssel'; hieraus mit ar. Art.
ind. gymkhana, auch allgemein seit 1861 pg. alguidar 'irdenes Gefäß, das sich
inEngland gebr1!.uchlich : 'Art Sportplatz', vom Grunde nach den Rändern hin ver­
auf dem alle Arten Sport, z. B. Athletik, breitert und in dem man Sachen aus­
Rennen, Lawn-Tennis, gepflel-lt werden wäscht' [Constancio Dicc 51 b; DE 1 32].
können. [Hobson-Jobson 407. 7 1 8. Tk. gid l :
7 1 1 . Berb. gergIt : Eigentlich git-di, gitti 'er ist gegangen'
'Lanze' [von der Wurzel ger 'werfen'], [vom Vb. gttmek 'gehen', Stamm ket,
hieraus sp. gorguz, pg. gorguz, gl4rguz kit 'wegziehen, abgehen, gehen' Vambery
'kurze Lanze, eine Art Pfeil'. [DE 279. TktEtWb S. 99, Nr. 107I] ; hieraus rum.
712. Mal. getah : ghidi Interj. 'ei ! sieh da !', nach Löbel
'Pflanzensaft, Baumharz' [Pijn 1 94] ; dazu EITAP 47 auch . exclamation de me­
ma!. pereah 'eine Baumart, Isonandra nace·. Eine Erweiterung des Grundworts
57 [Tk. giger.

ist rum. ghidu� 'Spaßmacher, Seiltänzer', 726. Tk. göden :


ghidufie 'Posse, Schelmenhaftigkeit'. 'Wurst' ; hieraus rum. ghiuden 'dass.',
719. Tk. giger : besonders 'flach gepreßte Trockenwul'st'.
'Eingeweide, Leber oder Lunge' [aus 727. Hebr. göf�r :
pers. gigär 'Leber' Horn NpEt S. 95, 'Harz' [vgl. assyr. kupru 'Erdpech' DeI
Nr. 425] ; man unterscheidet ak g . 'weiße HWB il48a]; hieraus gr. Ku1t"dpIO"O"O�,
Eingeweide, d. h. Lunge' und kara g. lat. cupressus 'Zypretise', ahd. cupfer­
'schwarze E., d. h. Leber' ; hieraus ent­ boum und schlieblich dtsch. Kieft1' Pi­
sprechend hulg. dziger: bel dliger nus L. [vgl. auch assyr. giparu 'eine
'Lunge', ceren dl. 'Leber', serb. dZige­ Baumart' ZAkkFW 53, wo allerdings
rica : bijela dl. 'Lunge', crna dl. 'Leber'. die Zugehörigkeit des gr. Wortes an­
[Bern SIEtWb 242. gezweifelt wird].
720. Ar. giläf: 728. Hebr. göj :
'Scheide, Futteral, Schachtel, Büchse', 'Volk , heidnisches Volk', vulgo goje
ebenso tk. l;ylyf 'dass.' ; hieraus rum. 'christliche Dienerin' ; hieraus provo
calaf 'Behälter', ciiliifat 'Deckel'. gougeo 'Magd', frz. gouge 'Dirne', goujat
721. Hebr. gim�l : 'Troßbuhe, Trainsoldat'. JiJd. sabbesgoj
Der dritte Buch�tabe des hebr. Alpha­ ist derjenige Nichtjude, der dem Juden
bets, er bedeutet auch die Zahl 'drei' ; das am Sabbat verbotene Feuer- und
hieraus dtsch. Kümmelblättchen, also Lichtmachen besorgt [Birnbaum Hebr
eigentlich "Dreiblättchen ., ein Spiel mit EI 5::!].
drei verdeckten Karten, von denen eine 72\1. Tk. göl :
zu suchen ist. [Kluge 267. 'See' [Stamm öl, köl 'na]j, feucht ; Met·}',
See' Vambery TktEtWb S. 54, Nr. 6 1J ;
722. Mal. ginggang:
hieraus gemäß der vulgo tk. Aussprache
'Art Stoff' [Pijn 1 95 b, vollständig kain
gjöl rum. ghiol, ghiole 'See, Teich'.
ginggang 'gestreiftes Baumwollenzeug' ,
730. Pllrs. gölä:
wohl ursprünglich javanesisch 'ver­
'Kugel' [Horn NpEt S. 207, Nr. \128].
bleichend, vergänglich'J ; hieraus anglo­
ebenso tk. kulle, gülle 'Kanonenkugel' ;
ind. eng!. gingham 'Baumwollstoff aus
hieraus rum. ghiulea 'das8., Bombe',
gefärbtem Garn, gestreift, kariert oder
bulg. gulle, serb. lulle 'Kugel zum
in anderen Mustern', familiär auch
Schießen'. [Sain 52. Bern SlEtWb 375.
'Sonnenschirm', nd!. gingam, gingang,
73 1 . Hebr. göräl :
dtsch. schwed. dän. gingang, dtsch. Ging­
'Los, Losstein'. die Übersetzung des ar.
gang, Ginghan ; frz. guingan, guingamp,
tal, d. h. der Kunst vorherzusagen, be­
sp. gingon, pg. guingiio, it. guingano,
sonders auch aus Steinen ; im mittel­
ghingano. - [Französische Etymologen
alterlichen Spanien sind zahlreiche Los­
führen den Namen auf die frz. Stadt
bücher in arabischer Sprache verfaßt
Guingamp [Dep. Cates du Nord] zurück,
und in hebräischer Sprache als seter
wo tatsächlich Textilindustrie betrieben
göralöf} weit durch das christliche Eu­
wird.] [JAOS XVII, 142/144.
ropa verbreitet worden ; so entstand für
723. Ar. ginn : den geheimnisvollen Stein. der die Zu­
'Dämon, Gespenst' [Lammens Farn!} kunft vorhersehen ließ [so Parzival, Aus­
1209], ebenso tk. ; hieraus rum. gin 'Ge­ gabe von Lachmann 48 3, 20 ff.], der
spenst'. - [Das ar. Grundwort ist nur Name Gral, frz. Graal, Greal, eng!.
zufällig dem lat. genius so ähnlich.] Grail. - [Andere nicht mehr haltbare
724. Ptlr8. girdäb : Etymologien sind a) lat. gradalis 'weite
'Wasserstmdel, Abgrund' [aus gird 'rund' Prunkschüssel, worin stufenweise, d. h.
Horn NpEt S. 201 , Nr. 901 und äb gradatim, reiche Delikatessen aogeteilt
'Wasser', s. hier Nr. 5], ebenso tk. ger­ lagen' ; dafür HERTZ in seinpr Parziva\­
dab; hieraus rum. gherdap 'Strudel, ausgabe. 5. Aufl. Stuttgart 191 1 . S. 419f.
Wasserwirbel', insbesondere der Strudel b) mlat. garaUs 'Behältnis für Getränke',
beim Eisernen Tore der Donau. im 9. und 10. Jahrhundert in England
725. Tk. göcmek : und Italien belegt; dafür Gröber, Grund­
'Herumziehen' [Stamm köt, köc, göc riß der romanischen Philologie. 2. 11, 1 .
'aufheben, aufbrechen, reisen' Vambery Straßburg 19U2. S . 502 ; Dietz, Etymo­
TktEtWb S. 104, Nr. 1 14 11]; hieraus logisches Wörterbuch der romanischen
russ. kocewat' 'nomadisieren', poln. ko­ Sprachen. 5. Bonn 1887. S. 601 . c) lat.
czowa c, cech. koJo·vati, Subst. russ. ko­ turris oder mons gradalis 'stufenförmig
cewoi 'Nomade', poln. koczujqcy, cech. sich aufbauender Palast' als Ort der
koco"nY. - [So auch hier Nr. 1 209.] Abgeschiedenen, vg!. F. Kampens, Das
[Gorjajew 164. Lichtland der Seelen und der heilige
Pers. gosä.]

Gral. Köln 1 9 1 6. S. 101. d) frz. gre chupa ; mhd. schube, nhd. Schaube
und engl. all, so Tieck, s. Herrigs Ar­ 'frauenrock, Frauenmantel', dtsch.Joppe.
chiv CXXXVIII, 77. e) Ar. gär 'Höhle' Über das tk. zybun entstand rum. zibun,
ulld Art. a1 [. geschraubt - mystisch "]. rusS. zupan, zipun, bulg. zupan, zabun,
Vg!. KAMPENS in Mitteilungen der cech. zupan, aber auch russ.jubka, jupka
Schlesischen Gesellschaft" für Volkskunde. 'Unterrock', bulg. jupka, poln. jupa,
Breslau l 9 1 7. S. XIX, 109/1 1 1 . Die hier serb. dzube. [DE 1 47. Eguilaz 204.
gegebene Etymologie stammt von Pasch­ GrSVociSic 239. Kluge 2 1 9 und 386.
mann. Vgl. meine Zusammenfassung in Gorjajew 1 1 7 und 432. Bern SIEtWb
KZ 1925, Nr. 504 Beilage. 459/460.
732. Pers. göSä : 738. Tk. gügütmek :
'Winkel, Ecke' [Horn NpEt S. 2 1 1, Nr. 945], 'Versüßen, liebkosen' [vgl. gügük 'süß'
tk. zu kjosk, kjösk 'Palast, Villa, Pavillon' vom Stamme BÜZ, s üc, c;1! 'süß, lieb,
geworden ; hieraus bulg. kosk 'Garten­ schön'Vämbery TktEtWb S. 156, Nr. 1 7 1] ;
haus', serb. cosak 'Söller', poln. kiosk, hieraus rum. giugiuli 'liebkosen' und
russ. kiosk ; it. chio8CO, frz. kiosque, sp. Ableitungen.
kiosco, rum. chiosc 'Verkaufsbude', 739. A r. guhä :
chioscar'Zeitungsverkäufer'; dtsch.Kiosk, Der orientalische Eulenspiegel, in Nord­
nd!. eng!. kiosk 'dass.'. Die pers. Form
afrika Si Gol;ta [vg!. S. Moulieras, Les
zeigen noch bulg. kose, kuse 'Winke!',
Fourberies de Si Djel;ta. Paris 1892]. bei
serb. cose 'dass.'. [Devic DEt 1 49. Bern
den Türken als Na�r ed-din l:Ioga [vgl.
SIEtWb 680.
Albert Wessel�ki, Der Hodscha Nasreddin.
733. Tk. götürlll e : I. 11. Weimar 1 9 1 1] bezeichnet : hier­
Subst. Infin. des Vbs. gütül'mek 'aufheben, aus rum. ciuha 'Scheuche, Popanz', rusS.
aufbürden' [Stamm göc, kM, s. hier colJa, culJa 'albernes Zeug', bulg. serb.
Nr. 725] ; hieraus russ. kuter' ma 'Schnee­ coha, hieraus verkürzt Cus', cuz' 'Un­
gestöber, Wirrwarr'. sinn, dummes Zeug', it. (dia!. siz.) gillcco
734. Tk. götürü : 'dumm, Dummkopf', giucca, giufa 'ko­
'Vollständig, im grofien und ganzen' mischer Kauz'. - Schon bei den Arabern
{vom tk. götürmek, s. hier Nr. 733] ; hier­
ist Gul;tä wegen seiner Dummheit sprich­
aus rum. cu ghiotura 'in Bausch und
wörtlich geworden [a[!ma� min gu[!a
Bogen, en gros'.
'dummer als G.' in G. W. Freytag,
735. Tk. G ozz :
Arabum Proverbia I, 403. Nr. 1 75].
N. pr., ein tk. Stamm, dessen Angehörige
Vgl. FR. SCHWALLY in ZDMG LVI,
von den Alrnohaden in Marokko und
237/238 und ARTHUR CHRISTENSEN
Spanien (1 130-1269) zu Henker;;diensten
in Browne Festsehr 129(136.
gebraucht wurden ; hieraus mit ar. Art.
740. Per•• guI :
pg. algoz, sp. algoce 'Henker, Scharf­
'Rose' [Horn NpEt S. 206, Nr. 927]. tk.
richter', sp. pg. algozaria 'Grausamkeit,
gül ; hieraus bulg. gul, serb. dzul 'Rose'.
grausame Handlung'. [DE 128/129.
Eguilaz 1 82. ML 3�26 a. 741. Ar. güI :
Ein Wüstengeist, die Mitte zwischen
736. Ar. gubb :
'Brunnen', auch mit häufigem Wechsel Mensch und Ginn [so hier Nr. 723] hal­
von u zu i ar. gibb ; hieraus mit ar. tend , mit menschlicher Gestalt und
Art. kat. aljub, anxub 'Gefängnis', ara­ Eselsbeinen, doch häufig seine Gestalt
gon. alchup 'Zisterne', pg. aljube 'Ge­ wechselnd [Lammens Farn!, 870] ; hier­
fängnis', enxovia 'unterirdisches Verließ' ; aus frz. la gmlle 'ein Ungeheuer' ; aus
sp. algibe 'Zisterne ; Gefängnis', pg. dem ar. plr. gailän ergab sich frz.
algive 'Brunnen', valenc. algip, siz. gailan 'dass.'. - Gal ist auch die Be­
gebbia 'Zisterne'. [DE 1 l!5. Eguilaz zeichnung der Meduse ; räs al-gü1 'Me­
181. ML 3950. dusenhaupt' wurde wegen des Wechsels
737. Ar. gubba : seiner Liehtstärke der Stern � Persei
'Baumwollenes Unterkleid' [Dozy Vt'item genannt ; hieraus der Sternname Algol.
W7 ff.] ; hieraus mit verschiedenartiger [Lammens Rem 1 27/128. Ideler Sternn
Bedeutungsentwicklun� : it. giuppa (alt), 88. Devic DEt 18.
giubba 'Jacke, Wams', frz. jupe, jupon 742. Pers. guIäb :
'Frauenrock, Unterrock', demin. it. giu­ 'Rosenwasser' [aus p�rs. gul 'Rose', S.
betto, giubetta, augm. it. giuppone, siz. hier Nr. 740, und äb 'Wasser', S. hier
jippuni; provo }ubo, kat. gipo, sp. jubOn, Nr. 5], ebenso ar. guläb, vulgo guleb ;
pg. jubiio, gibiio, rum. giubca 'langes hieraus mlat. julapium 'eine Art Sirup,
Oberkleid der Bauern', f"bea, sp. aljuba, Kühltrank' , it. giulebbe, giulebbo , giuleppo,
59 [Hebr. gulgölll{}.

provo frz. julep, sp. julepe, Pli'. julepo. passenden Vokalisation unwahrschein­
Dagegen in der ursprünglichen Bedeu­ lich.]
tung rusS. gulja! 'Hundsrose', guljafnaja 749. Ar. gumaisä' :
woda 'Rosenwasser'. [OE 293. Eguilaz ' Weinende' oder 'diejenige, die Schmerz
434. Devic DEt 1 46. ML 3952. Gor­ in den Augen hat' [vom Vb. gami!la
jajew 84. 'von schmutzigem Flusse triefen' (vom
743. H e b r . gnlgöl�{} : Auge gesagt)]. Die Araber nannten
'Schädel', aram. gulgal&ä ; hieraus gr. Sirius und Procyon 'die beiden Schwestern
yo�yo{}a, das in den Evangelien als des Canopus'. Da Procyon sich erst über
T6rroc; Kpaviou 'Schädelstätte' erklält den Horizont erhebt. wenn der Sirius
wird ; wahrscheinlich hieß der Ort so verschwindet, sagte man, Procyon weine
nach den zahlreichen Schädeln der Hin­ über die Entfernung ihres Bruders, da­
gerichteten, da er die Richtstätte bei her der Name al-gt!mai!lä' ; hieraus der
Jerusalem ist. In der übertragenen Be­ Sternname Algomeiza 'Procyon'. [Devic
deutung 'Leidensstätte, Leidensweg' ist DEt 40.
das hebr.-aram. Wort in alle europä­ 750. Ar. gurnI :
ischen Sprachen übergegangen : frz. eng!. 'Schiffstau, Seil' ; hieraus mit partieller
golgotha, dtsch. Golgatha usw. [Devic Assimilation der Liquida l ait. gumina,
DEt 1 30. H. gomena, sp. pg. gumena, frz. goumene,
744. Ar. gulgnlän : gumene 'Ankertau'. - [Die Form ar.
Auch guniJulän 'Sesam' ; hieraus . Z. T. gamal ML 3666 paßt wegen der Voka­
mit ar. Art. und mit häufigem Über­ lisation lautlich nicht.]
gange der Vokale ä :> e > i : sp. aljon· 751 . Tk. giirnrük :
joU, ajonjoU, Pli'. gergelim, zirgelim, frz. 'Zoll' [aus gr. KO/-lI..u1pKlOV, lat. commer­
jugeoline, gengeli. Da aus dem Samen cium] ; hieraus bulg. gumruk 'dass., Zoll­
des Sesams eine rötliche Farbe her­ haus', serh. dzumruk 'Zoll'.
gestellt wurde, ergab sich noch sp.
752. Pers. gUllbis :
cinzolino, frz. zinzolin 'rötlich-violett'. 'Bewegung' [aus pers. gän 'Richtung,
[OE 146/147. Devic DEt 1 27/128 und
Seite' Horn S. 95, Nr. 426]. tk. vulg.
230.
gümbils 'Unterhaltung , Zeitvertreib' ;
745. Pers. gulgüll ä : hieraus rum. giumbu� 'Vergnügen'.
'Rosenfarben' [aus pers. gul, S . hier Nr.
740, und gün 'Farbe' Horn NpEt S. 2 1 1, 753. Mal. gän g :
Nr. 946], tk. gülgüne; hieraus rum. ghiul­ 'Großes Schiff', ,,"uch egung, agung [Pijn
ghiuliil, ghiurghiuliu 'rosa'. 90 b ; güng verhält sich zu agüng wie
746. Ar. guU : gong zu igong, S. hier NI'. 558] ; hieraus
'Großer Eisenring, Halseisen' ; hieraus eng!. junk 'ein großes Schiff', besonders
Pli'. gola, golilha 'kreisförmiger Ring'
ein chine3isches im östlichen Asien, nd!.
[Constancio Dicc 591 c] und mit ar. Art. jonk, dtsch. Dschunke, schwed. jonk,
und folgender Dissimilation sp. argolla dän. jonke ; russ. ionka ; frz. jonque, it.
'Halseisen', Pli'. argola 'dass., Schmuck­ giunco, giunca, sp. Pli'. junco, kat. jonch.
reif aus Metall für die Ohren', argoliio - [Ableitung aus chin. chwan, sün
'Halseisen', Vb. argolar 'Halseisen an­ 'Schiff, Boot' Eguilaz 434 ist lautlich
legen', jogo da argolinha 'Ringspiel', schwierig und abzulehnen.] [JAOS
XVIII, 58/63.
bei dem derjenige gewinnt, der mit der
Lanze durch einen von einer Schnur 754. Ar. gnräb :
herabhängenden Ring stÖßt [Constancio 'Rabe' [wohl nur zufällig dem lat. corvus,
Dicc 108b]. gr. K6paE so ähnlich !] ; hieraus mit ar.
747. Ar. gfim : Art. der Stern name Algorab 'f Corvi.
Vulgäre Aussprache des klass.-ar. �aum [Devic DEt 40.
'Truppe, Schar', im Magrib [so hier 755. A.r. gusja :
Nr. 674] gebräuchlich ; hieraus frz. goum 'Schleier' [vom Vb. gasä 'bedecken', S.
'Raubkarawane', nach Devic DEt 131 hier Nr. 692], tk. gysa 'Pferdedecke' ;
auch .contingent militaire des tri bus hieraus rum. a1'�a 'Schabracke, Sattel­
algeriennes' . decke' [wenn das rum. Wort nicht besser
748. Ar. gllm'a : zu Nr. 692 zu stellen ist], frz. housse
'Vereinigung', nesonders am Freitag zum 'dass.', Ableitung houspiller 'herum­
rituellen Gebete, daher geradezu 'Frei­ zausen, ausschimpfen'. [ML 3753.
tag', ebenso tk. gumat, gümet ; hieraus 756. Tk. güweg:
rum. jumet 'Menge, Volkshaufen'. - Auch gügeg 'Kochtopf' [Kelekian �ämüs
[Ableitung aus ar. iJami'a, tk. iJemiet 1056 a] ; hieraus rum. ghiveciu 'Blumen­
Löbel ElT AP 57 wegen der weniger topf, Bratpfanne'.
Tk. güwez.] 60

- 757. Tk. giiwez: Ambra, S. hier Nr. 78] ; vgl. DE 51.


Auch gügez 'tiefblau (nach rot. hin), Dozy Oost 51. Devic DEt 1 .
violett' [Keh�kian �ämüs 1057 a] ; hier­ c ) Mit ar. zalam ergibt sich lzabb az­
aus rum. ghiviziu 'braun'_ zalam, der Name einer Cyperacee ; hier­
758. Pers. gnzdän : aus frz. habelzelin, habalzelin, habzeli
'Brieftasche' [aus ar. rJuz' 'Teil, Band, 'dass.' ; Devic DEt 134/5.
Kapitel, Heft' und pers. Suffix -dän zur d) Das Einheitsnomen zu lzabb ist
Bezeichnung eines Behälters, Horn NpEt lzabba 'ein Korn, kleiner Teil einer Sache' ;
S. 1 1 8, Nr. 533], ebenso tk. güzdan 'dass., hieraus sp. alfaba, alhaba 'kleines Flä­
.
Portefeuille' ; hierausrum . qhizdan'dass.', chenmaß' ; DE 99.
ghiozrlan 'Schultasche'. [Sain 52. e) Mit ar. baut'a 'unbebautes Land,
759. Tk. gynbys : Brachland' wird ar. lzabba baura ; hier­
Auch vulgo gembez 'kleines Eisenwerk­ aus mit dem häufigen Wechsel der
zeug in Form einer Zange, mit dem Labiale b > m und der Liquiden r > 1
man die Haare erfaßt und aus dem sp. amaputa 'Feldmohn' ; DE 284.
Barte rupft' ; hieraus in romanisierter f) Mit ar. balwa 'SÜßigkeit' wird ar.
Form rum. cimbistra, jimbistt'a 'Pin­ habbat lzalwa 'Anis' ; hieraus sard. ma­
zette, Haarzängelchen' [aus dieser Form tafaluga, kat. matafaluga, sp. batafaluga,
ist offenbar das gleichbedeutende tk. batafalua, matafaluga. pg. matalahuga,
gynbystra Kelekian �ämüs 447 a ent­ matalauva 'Anis' ; DE 238. Eguilaz
standen und zurückgewandert]. 342. ML 3957.
760. Tk. gyralJ, : 763. Ar. habar :
'Ein sehr kleines Maß, etwa 1/20 cm' 'Nachricht, Mitteilung', ebenso tk. habet·;
[ngr. "fPcixo�] ; hieraus mit leicht ver­ hieraus rum. habar, habet· 'Sorge' ;- bulg.
ständlichem Bedeutungswandel russ. serb. haber, serb. habar 'Nachricht', ru'S.
gm'olJ, 'Erbsen', klruss. goroQ, orolJ" bulg. (dial.) lJ,abar 'Gewinn, Vorteil', lJ,abarCij
gralJ" serb. grasak 'Bohnen, Fasolen', 'Bote, Eilbote' [mit tk . Suffix -ci, -gi
cech. hrach, poln. groch, dtsch. Giersch. zur Angabe des Berufes], klruss. chabar
[Gorjajew 76. Bern SIEtWb 331/33� 'Sporteln', poln. chabm' 'Geldgeschenk,
(hiernach alles idg. Ursprungs ; unwahr­ Bestechung'. [Bern SIEtWb 1l80.
scheinlich). 764. Hebr. lJ,äßar:
'Verbunden sein' [vgl. aeth. haMra 'se
761. Ar. habak ' :
' adiunxit'] ; dazu lJ,äßer 'Gen osse' ; hier­
Eine Labiate, die nicht genau definiert
aus jüd.-dtsch. Chawer 'Freund, Genosse'.
ist : 'Basilikkraut, Majoran, Kamille,
Mit der aram. Endung des Abstraktums
Wasserminze' ; hieraus sp. alfabega, al­
-üM ergibt sich jüd.-dtsch. Chawerüse
habega, alabega, albaheca, kat. alfabrega,
'Gesellschaft' oder ChabrU8 'eine Ver­
frz. fabregue 'Basiliken kraut' [mit ad­
einigung von Geld menschen zur Erwer­
ventivem r wie in sp. pg. marlota, hier
bung von Grundbesitz' behufs Ausübung
Nr. 1380, sp. alferce, hier NI'. 597, und
des damit verbundenen Wahlrechts, also
öfter]. [Devic DEt 1 13/4. Lammens
zu einem wirtschaftlich-politischen Zweck
Rem 109/110.
[um 1870 in Böhmen aufgekommen].
762. Ar. habb : Ebenso poln. (dia!.) ehawrus 'HandeIs­
Korn, Körnchen' ; hieraus über tk. hap streik', ehawrusnik 'Teilnehmer daran'.
auch rum. hap 'Pille'. [Lenz Eindr 1 9. Karlowicz 4 1 7.
a) Mit ar. räs 'Kopf' [so hier Nr. 1 701] 765. Ar. habasi :
wird ar. lzabb ar-räs Delphinium staphi­ Ein Bewohn er von J:labas, d. h. Abes­
sagria, eine Ranunculacee, der Päonie sinien, 'Abessinier' ; hieraus angloind.
verwandt ; hieraus sp. abarraz, albarraz hubshee 'ein Äthiopier, Neger'. Auch
'scharfer Rittersporn ; Läusekraut' ; pg. dtsch. Abessinien, Abessiniet- und die
paparaz, peparrds 'Samen vom Läuse­ anderen entsprechenden europäischen
kraut' [Constancio Dicc 742 b] ; vgl. Formen gehen auf die semitischen Grund­
DE 31. wörter zurück. lHobson-Jobson 428/429.
b ) Mit ar. musk 'Moschus' [so hier 766. Ar. habl :
NI'. 1 701] wird ar. lzabb al-musk 'Hibis­ 'Sei!' ; hieraüs mlat. eapulum 'Fangseil',
cus abelmoschus L.' ; hieraus sp. abel­ frz. cdble, sp. eablo 'Ankertau', engl.
moseo, pg. abelmoseo, abelm08eho [Con­ cable, nd!. kabel, dtsch. Kabel [schon im
stancio Dicc 4 a : 'ambarina'], frz. abel­ Gudrunliede heißt es : ankersail von
mosc, abelmoseh, ndl. abelmosch. Da der Arabe, wozu Flachs kaftan benutzt
Duft ihrer Blüten wie der von Ambra wurde.]
und Moschus zusammen ist, heißt sie 767. Ar. hadda : "
auch frz. ambl'ette, nd!. ambel'bloem [zu Vb. II lJ,arJij.arJa schütteln, schwenken',
61 [Ar. I;ladid.

Infin. hadi)a 'Rütteln, Schütteln' ; hier­ 777. Ar. ltägg :


aus s p. alfada 'Schwanken' [Fachaus­ [Vg!. hebr. kägag 'hin und hergehen,
druck der Seeschiffahrt]. Aus ar. Vb. III tanzen, feiern'] 'Pilger', und zwar nach
lJärJrJa 'in Tausch geben' stammt die Mekka, Medina oder Jerusalem. Eine
audere sp. Bedeutung 'Loskauf, Befrei­ verlängerte Form ist biiggi, besonders
ung, Erlösung' [Dicc Cast 1 18 a] ; vg!. pers. und tk., sie wird als Ehrentitel für
ML 1854. jeden, der Mekka besucht hat, benutzt;
768. Ar. ltadid : hieraus rum. agill, agia 'Pilger', agialic
'Eisen' ; hierä us die alchemistischen Aus­ 'Pilgerfahrt nach Jerusalem', bulg.
drücke frz. edic, edich, adid, hadid 'Eisen', hadiija, serb. hacija 'Pilger' ; eng!. anglo­
ferner frz. harderic 'Eisensulfat', sp. ind. hajji, hadgee, dtsch. Hadschi; frz.
alhadida 'Kupferoxyd' [Dicc Cast 123]. hadji 'Mekkapilger', afrz. aufage, asp.
[DE 32. Devic DEt 1 1 , Nr. 38. ML 3968. alfaje'Sarazenenführer'. [Hobson-J obson
769. Ar. hadija: 408/409. Devic DEt 135. Eguilaz 155.
'Geschenk' ; hieraus pg. odia 'dass.' MI. 3988.
[Constancio Dicc 7�5c] und mit ar. Art. 778. Ar. haggäm :
alfadla 'Bestechung', alhadla 'kleine 'Barbier' ; hieraus mit ar. Art. und Imäla
Schmucksachen'. [DE 99 u. 325. [ä > e] sp. alfageme 'dass.', pg. alfa­
770. Ar. hafala : geme 'dass., Schwertfeger'.
'Polieren, glitten' ; hieraus vielleicht sp. 779. Tk. lIaida :
aUfar 'dass.'. [OE 141. Eguilaz 1 98. Auch haide [Stamm ait, hait 'rufen,
ML 3980. schreien, antreiben' Vambery TktEtWb
771. Ar. ltafakän: S. 2, Nr. 2], Interjektion der Aufmunte­
'
'Herzschlag' ; hi eraus mit ar. Alt. sp. rung: 'wohlan ; aul l ' ; hieraus rum. ai,
algafacan 'dass.' [nach DE 1 1 7 .pas aida, aidem, aideli 'auf, munter !' ; russ.
dans les dictionnaires" , jedoch Dicc Cast hajdej, hajda, poln. hajda, hajde, hejdesz,
1 20 c : palpataci6n de coraz6n]. serb. hajd, aid, hajde, hajdemo, bulg.
772. Ar. haträf: haJda, hajdate; it. (nordöstI. dia!.) aida.
'Schuhmachei·' [zu ar. lJuff 'kurzer Stie­ [Gor,jajew 2. Bern SIEt Wb 381 . ML 3993.
fel'] , tk. vulgär kawaf; hieraus rum. 780. Tk. haidamak :
cavaf ' dass., Schuhhändler', ciiviifie 'Vagabund, Taugenichts' (diejenigen Ko ·
'Schusterei'. [Sain 49. saken, mit denen Polen Krieg führte,
773. Ar. 9afif: und die Ukrainer, die sich gegen ihre
'Leicht', tk. ebenso 'leicht, mittellos' ; Herren empörten, wurden von den Türken
hieraus rum. afif 'arm, armer Schlucker'. so genannt , Löbel EITAP 4) [wahrschein­
77 4. Pers. häftän : lich eine Weiterhildung des ung. haidu
Ebenso ar. un d tk. 'lpaftän 'ein Gewand' 'Räuber', s. hier Nr. 781 ] ; bieraus rum.
aus Seide oder Brokat, das die Orien· ai'damac, hai'damac 'Straßenräuber ;
talen über den anderen Kleidungsstücken Keule' ; poln. hajdamak, klruss. hajda­
tragen ; es wird mit einem Gürtel ge­ maka Straßenräuber, Schurke', russ.
halten ; die Ärmel sind meistens länger gaidamak 'dass.'. [Gorjajew 64. Bern
als die Arme [Oozy V�tem 1 62/168] ; SIEtWb 375.
hieraus russ. klruss. serb. cech. poln. 78 1. Tk. lIaidüd:
kaftan 'langschößiger Rock' ; rum. caftan, 'Räuber' ; hieraus bulg. hajdut 'Straßen­
sp. pg. caftan, it. caffetano, frz. caftan, räuber'. [Dagegen sind aus dem ver­
cafetan ; eng!. caftan , kaftan, nd!. caf­ wandten ung. haidu 'Räuber', dessen
tan, dtsch. Kaftan [OE 245. Gorjajew
. ph·!. haiduk als sglr. aufgefaßt und über­
1 37. Bern SIEtWb 468. nommen wurde, abzuleiten : serb. hajduk,
7 75. Ar. higa : poln. hajduk, russ. gaiduk 'Diener in
'Nötige Sachen, Kleider, Möbel u. dergI.'; ungarischer Tracht' ; frz. heidltque 'Lakai
hieraus mit ur. Art. sp. pg. alhaja, al­ in Livree', rum. haidltc 'Räuber, Grenz­
faia, gewöhnlich plr. alhajas 'Gerät, soldat', dtsclI. Haiduck.] Genaueres über
Schmuck, Kleinod'. [OE 133. Eguilaz die Haiduken des Balkans vgl. bei Georg
155. ML 3987. Rosen, Die Balkan-Haiduken. Leipzig
776. Ar. l}.ägg : 1878. Man unterscheidet den Tschelebi,
Eine Pflanze aus der Familie der Legu­ Chyrsyz [so hier NI'. 407 und 891] und
minosen, aus dem Orient nach Frank­ Haiduk im engeren Sinne. Der B a i k a n -
reich gebracht und als sainfoin alhagi, c e l e b i ist der . Edle vom Walde" , der
Alhagi maurorum, im Jahre 1537 von gewöhnlich aus guter türkischer Familie
RAUWOLJ<' beschrieben ; die ganze Fa­ stammt und durch irgendeine Ungerech­
milie heißt frz. alhagees. [Devic DEt tigkeit der Behörden zum Raubritter ge­
19. Lammens Rem 14. worden ist. Er plündert besonders reicha
Ar. lJaima.] 62

Armenier oder Griechen aus, ist meist 'Lohn, Entgelt', bulg. serb. hak 'dass.',
allein und greift zur Schuüwaffe nur, klruss. hak 'das 30. Schaf als Lohn für
wenn man sie gegen ihn erhebt. Der den Hirten, ein Dreiüigstel'. [Bern SI
tI y r s y z entspricht dem gewöhnlichen EtWb 383.
Briganten, wie er auch in anderen 790. Ar. hilI :
Ländern der Halbkultur vorkommt. Der 'Zustand, Lage', ebenso tk. hai; hieraus
H a i d u k ist der Bandit mit nationaler rum. hai 'bejammernswerter Zustand
Färbung, eine Spezialität des Balkans, oder Lage'.
heutzutage häufig K o m i t a d s c h i [<tk. 791. Tk. hala :
komita = comite und Suffix -rJi zur An­ 'Abort' [Kell!kian �ämns 547 ; aus ara
gabe des Berufes, also . dem Komite lJalä 'leer; Einöde'] ; hieraus bulg. haie,
Angehöriger" , d. h. dem Komite zur Be­ serb. hala 'dass.'. [Bem SIEtWb 383.
freiung Mazedoniens von jeglicher nicht· 792. Ar. Halab :
mazedonischer oder -bulgarischer Herr­ N. pr., ' Staeit i m nördlichen Syrien :
schaft] genannt : frz. comitadji. Aleppo, dazu das Adj. (talabi 'aus Aleppo,
782. Ar. halma : aleppinisch' ; hieraus die Bezeichnung
'Zelt' j hieraus mit ar. Art. pg. alhaima, für einen 'Seiden- und Wollstoff' : sp.
alxaima 'Zeltlager der Beduinen das alept, .alepin, frz. aUpine, dtsch. Aleppin.
auch ihre Herden umfaßt' [Constancio [Devic DEt 15. Lammens Rem 10.
Dicc 51 c u. 63 b c].
793. Hebr. hälal :
783. Ar. halmän :
'Preisen', davon pi'el hillel, imper 2.
'Tollheit', auch tk. h�jmana 'scheu, wild,
plr. hallelü 'preiset !', dazu hebr. jäh,
ungebildet' ; hieraus rum. haimana
die übliche Kurzform für den Gottesnamen
'Pflastertreter, Bummler, Vagabund''
Jahw§ [Jehova], also hallelüjäh, gr. dAATJ­
haimani 'bummeln'.
"oula 'preiset Gott !'. I n vJele Sprachen
784. Ar. hä'in :
übergegangen : lat. alleluia, frz. alleluia ;
'Verräter' [part. praes. act. des Ybs. lJäna
dtsch. Alleluja, nd!. halleluja, ellg!.
'betrügen, verraten'], ebenso tk. lfajn ;
alleluia, alleluiah, halleluiah ; russ. al­
hieraus rum. hain 'hinterlistig, rach­
liluja, poln. aleluja und zahlreiche dial.
süchtig', hainie ' Verräterei'.
Ableitungen ; bulg. aleluija 'Unsinn' [zu
785. Ar. hall' :
dieser pejorativen Bedeutung von Wort­
'Hürde für däs Vieh, Umfriedung, Piereh' ;
verbindungen der christlichen Liturgie
hieraus mit ar. Art. pg. alfeire 'dass.
vgI. WuS V, 1 27 Anm. 3J.
besonders für Schweine', 'Schafherde'
[Constancio Dicc 49 b]. 794. Ar. llaläl :
786. Ar. lJajjät : 'Erlaubt', ebenso tk. halal 'dass., er­
'Schneider' [von lJait 'Faden'] ; hieraus laubter Gewinn, Segen' ; aus der tk. Gruß­
mit ar. Art. pg. alfajate 'Damen- oder formel halal olsun! 'möge dir Heil
Herrenschneider', alfajata 'Schneiderin, blühen !' nahm man rum. halal 'Heil,
Schneidersfrau' [Constancio Dicc 49a]. Segen', besonders in der Redensart:
787. Pers. häk : halal sa-p fie !
'Staub, Erde', dazu das Adj. lJäki 'staub­ 795. Ar. lJalangän :
oder erdfarben'. ebenso hind. khlJ,ki ' 'Eine dem Ingwer verwandte Pflanze,
hieraus engI. khakee, kharki, kharkee ; Galanga' aus Indien und China, die im
MA im Orient und Okzident als Arznei­
die Farbe der Uniform. welche zum
ersten Male einige Pangäb-Regimenter kraut benutzt wurde ; hieraus mgr. Ta­
bei der Belagerung von Delhi i. J. 1 857 AdT'fu, mlat. galanga, it. galanga, afrz.
trugen ; heutzutage ist das Wort zur galange, garingal, frz. le galanga, sp.
Bezeichnung der hellen Tropenuniform pg. galanga ; mengl. galingale, galger
in alle europäisehen Sprachen über­ ['lebhaft sein'], eng!. galingale, dtsch.
gegangen : dtsch. Khaki. [Hobson-Jobson Galgant(wurzel) ; russ. bulg. kalgan, serb.
478/479. galgan, cech. galga/l, poln. galgan,
788_ Hebr. lJaxäm : galgant. [Nach Hirth ChinFW 201/203
' Weise' ; hieraus rum. haham, it. cacamme ist ar. lJalanrJan auf chin. ko-leung­
'Oberrabbiner' ; ndl. u.jüd.-dtsch. kochem, Mung, d. h. milder Ingwer von Kao­
gochem 'weise, verständig, erfahren j tschau-fu, einem Regierungsbezirke, aus
Gauner', dazu jüd.-dtsch. kochemer löSen dem die Galgantwurzel besonders be­
[aus hebr. läsön, modern ausgesprochen zogen wird, zurückzuführen. In der Tat
löson, lösen 'Zunge, Sprache'] 'Gauner­ wird der Galgant von IBN tIURDADBA
sprache'. [Dozy Oost 30. Ave·L IV, 530. um 875 als chinesisches Erzeugnis er­
789. Ar. hakk ' : wähnt; er mUß vor dem 12. Jahrhundert
<Recht' ; hieraus über tk. ha� rum. hac durch Vermittlung der Araber bis nach
[Ar. 1;talfä>'

Deutschland gekommen sein, da schon lag(w, kat. ofalegar, pg. afagar 'lieb­
die heilige HILDEGARD von Bingen kosen, schmeicheln', Subst. pg. afago
t 1 179 eine Abhandlung über .die 'Liebkosung'. [RomForsch IV, 357. ML
medizinischen Vorzüge des Galgant" 1857 (wo andere unmögliche Ableitungen
geschrieben hat.] [DE 27 1 . Eguilaz 404. angegeben sind).
ML 1856. 803. Ar. halüki :
796. Ar. haItä' : Adj. zu lJ,aÜlls ' eine Art Wohlgeruch',
Stipa tenacissima oder arundo epigeios, Galia muscata, aus Safran und anderen
eine Pflanze aus der Familie der Gra­ Zutaten bestehend, von vorwiegend roter
mineen [sp. esparto 'Spartogras'], aus Farbe, daher 'hellrot' [z. B. vom Weine
der man Matten, Hüte, Schnüre, Seile gesagt : nabid lJ,alü {ci] ; hieraus sp. aloljue
für Ziehbrunnen, Säcke u. ähnl. macht ; als Adj. und Subst. 'hellrot, hellroter
hieraus mit ar. Art. provo aufo, frz. (alt) Wein', aloquero 'Weinhän dler', aloqueria
auffe, (neu) alfa 'Spartgras', auch papier. 'Weinlager oder -fabrik'. [DE 184.
alfa ; provo au{ie 'Schlafmütze' ; dtsch. Dicc Cast 135c.
Halfagras. [Devic DEt 47/48. DE 100. 804. Ar. halwa :
ML 4002. 'Süfligkeit', ebemo tk. helwa 'Süflwerk ;
797. Tk. ball : aus Sesam mehl, Honig und Zucker her­
'Teppich' ; hieraus bulg. halija 'dass.', gestelltes Gebäck' ; hieraus rum. halva,
halina 'langes Oberkleid', serb. haljina halviJa, alva, alviJa 'aus Eiweifl, Nüssen
'Kleid', cech. halina 'Bauernkittel'. und Zucker, mit Honig oft rotgelb ge­
[Bern SIEtWb 383. machtes Zuckerwerk', alvagiu 'Zucker­
798. Ar. haUfa : bäcker' ; rusS. gal'wa, hal'wa 'Zucker­
Eigentlich 'Nachfolger, Stellvertreter', •
werk'; angloind. hulwa aus Milch, Zucker,
insbesondere Bezeichnung der politischen Mandeln und mit Kardamome wohl­
und religiösen Nachfolger des Propheten riechend gemachtem ghee [aus gleich­
Mu1;tammad ; dieses Wort ist in alle bedeutendem hind. Wort 'Butter aus
europäischen Sprachen übergegangen, Büffelmilch, die in eineArt Öl verwandelt
z. B. rum. calif, it. califfo, frz. calife, ist'] ; mit ar. Art. pg. alfeloa 'Einmach­
sp. pg. califa; engl. caliph, ndl. kaUef, zucker', alfeloeiro 'Zuckerbäcker'.
dtsch. Kalif; russ. kalif. Im Tk. wurde 805. Hebr. Härn :
das ar. Grundwort zu kalfa korrumpiert -
N. pr., Sohn des Noe, der nach Gen 9,
und erhielt die Bedeutung 'Geselle' ; 22 als Urbild aller Schamlosigkeit galt ;
hieraus rum. calfa 'Handwerker, Geselle'; ..
hieraus jidd . lJ,ätinta, lJänta, lJonta 'me­
bulg. serb. kalfa 'Geselle' ; angloind. retl'Jx' [zum Uber.,.ang von m zu n vor
caleefa 'Schneider, Koch'. [Hobson­ dem Dental vgl. jontef < jöm !öß].
Jobson 146/147. OLZ XXI, 202.
799. Ar. balig :
806. Ar. harnmäl :
'Kanal' ; hieraus siz. galiggi 'Gießbach'
'Träger', eben so tk. ; hieraus rum. hamal
[GrSVociSic 238].
'Last- und Gepäckträger', auch mit Meta­
800. Tk. HaUm : thesis mahal, dazu hamalic ; bulg. ha­
N. pr. [eigentlich ar. lzalim] ; ein Schrift- mal, hamalin, serb. hamal, poln. hamal
steller aus der Krim hieß HALIM 'Lastträger' ; angloind. hummaul'Träger';
GIRAI trA N, seine viel gelesenen sp. (dial. in Andalusien) alhamel 'Last­
Schriften wurden kurz als halima be­ tier; dessen Führer', it. (dial. in Ligurien
zeichnet; hieraus rum. halima 'wunder­ und Kalabrien) camtilo 'Gepäckträger"
bare Begebenheit', insbesondere 'Tausend gen. camald 'tragen', provo camtilo, frz.
und eine Nacht' [nach Löbel EITAP 50 camelot 'Händler, der seine Waren markt­
unter Berufung auf �aineanu Dicc 179]. schreierisch anpreist', daher besonders
801. Ar. halka : 'Zeitungsjunge'. [DE 135. Eguilaz 187.
'Umzäunung-; fung' ; tk. ebenso 'Kreis, ML 402 1 . NALLINO in ZOMG LI, 534.
Eisenring' [vom ar. Vb. lJ,alalsa 'um­ ZfromPh XXIII, 334. 422. RomForsch
geben'] ; hieraus rum. halca 'Ring', alca IV, 366. Hobson-Jobson 429/430. Bern
'Haken, Krampe ; türkisches Ringspiel' , SIEtWb 384.
bulg. halka 'Ring', serb. halka 'Eisen­ 807. Ar. hamsin :
ring, Türring' ; sp. pg. falca, it. falca, Vulgo 'fünfzig', Bezeichnung für einen
frz. falque, farg1te, fauque 'Setzbord'. aus der Wüste wehenden Wind, der etwa
[DE 263. Eguilaz 394. Bern SIEtWb 383. 50 Tage anhält; hieraus U. a. engl.
802. Ar. hallaka : kamsin, khamsin. - [Andere Ableitung
'Schön formen, glatt machen, Lügen er­ aus ostar. lIam 'Glut', Sin 'Wüste', also
finden' ; hieraus sp. halagar, valenc. fa- 'Glut der Wüste'.]
Tk. l}än.]

808. 'fk. häll : DE 106. Eguilaz 1 59. Devic DEt 1 6.


Aus !Jalriin [das wohl selbst aus dem ML 1861 a. Lammens Rem 1 1 / 1 2.
Mongolischen stammt], ist 1 . Name der 815. Ar. l}.anija:
türkischen und mongolischen Herrscher 'Grofier Bogen, Gewölbe' ; hieraus mit
Miltelasiens, etwa 'Kaiser', 2. eine Art ar. Art. sp. alhania 'Alkoven, Nische
A delsprädikat im heutigen Persien und zum Schlafen' [wie bereits in den ar.
Transkaukasien; das Wort wird in dieser Häusern Spaniens, vgl. Graf Schack,
Bedeutung nachgestellt, z. B. Ja1Jjä /län ; Poesie und Kunst in Spanien und Sizilien.
hieraus rum. han 'Tatarenfürst' ; bulg. 2. 11, 324, wo allerdings das dort ge­
serb. hall, cech. chan, poln. klruss. chan, nannte Alhamia mit m ein Irrtum sein
russ. han, kagan, kogan 'Herrscher der mufi]. - [DE 1 35.
Ch'lsaren' ; frz. kan, khan ; dtsch. Chan. 816. Ar. hanzal:
[Bern SIEtWb 468 . 'Koloquinte'; Frücht von Citrullus colo­
809. Pers. hän : cynthis ; hieraus mit ar. Art. sp. frz.
Auch lJänä 'Ha us' [Horn NpEt S. 103, alhandal pharmazeutischer Name der
Nr. 461> und ANDREAS in Festgabe für Koloquinte. [Devic DEt 20.
Theodor Nöldeke zum 80. Geburtstage. 817. Ar. hanzir :
Göttingen 1 9 16. S. 4/6] ; hieraus tk. lJan 'Schwein' ; hie raus vielleicht siz. canzirri,
'Herberge, Wirtshaus', rum. han 'Gast­ qanzil'ri 'ein Werkzeug, um Steine und
haus'. Felsbrocken auf den Rücken der Last­
tiere zu heben' [vg!. auch den Ortsnamen
810. Ar. hanaka :
'Halskette' [ � om V b. lJana(ca 'mit einem
Ganz(rri, ein See bei Messina, und das
siz. N. pr. Ganzaria]. [GrSVociSic 231 .
Stricke erwürgen' ; das Subst. ist wie
818. Jap. hara :
!Jina(ca 'Kragen' erst vulgo gehräuchlich,
'Bauch', dazu kiri 'schneiden': harakiri
vgl. 'Vatermörder'] ; hieraus siz. it. (dia!.
ist die Bezeichnung für die jap. Art des
im Süden) canacca 'dass.'. [ML 1860.
Selbstmordes in Ehrensachen, die darin
8 1 1 . Ar. hanbal : besteht, dafi der Selbstmörder sich selbst
Nicht klassisch, nur vulgo 'rotwollene den Bauch aufschlitzt und dann von
Bettdecke' ; hieraus mit ar. Art. sp. al­ einem Diener den Kopf abschlagen läfit.
hamal' 'dass.' [Dicc Cast 123b], ammbel Im alten Japan gab es zwei Arten : das
'Fetzen am Kleide; Teppich od. Tapete' obligatorische und das freiwillige Hara­
[ebenda 218 b], pg. lambel, alambel kiri. Die erste Art, die jetzt erloschen
'Teppich oder Decke, um Bänke, Sitze ist, wurde von Verbrechern der S.lmurai
oder Tische damit zu bedecken' [Con­ [Adel] Klasse begangen ; sie wurde ihnen
stancio Dicc 42b). [DE 101/102. Eguilaz von der Regierung als Gunst gewährt,
156. RomForsch IV, 362. ML 4027. damit sie so der Strafe entgingen. Die
8 1 2. Pers. händäk
' : zweite Art wird noch in schweren Sorgen,
'
'Graben' [Horn NpEt S. 1 94, NI'. 869 zu vielfach auch als Protest gegen Unge­
kändän 'graben'), ebenso tk. hendek; rechtigkeit ausgeübt. In den europäi­
hierauR rum. hindic 'dass.'. schen Sprachen auch oft in übertragener
813. Ar. hanfara : Bedeutung: dtsch. Harakiri. - [Die viel­
'Durch Erk 1Ü tung bewirktes Sprechen fach angegebene Übersetzung 'the happy
durch die Nase' [Dozy Suppl I, 409) ; despatch', 'die glückliche Erledigung' ist
hieraus siz. nanfara 'dass.', wo der An­ ganz grundlos.) [Hobson-Jobson 41 1 .
laut dem Einflufi des Wortes naso zu­ Chamb AllJap 243/246.
zuschreiben ist. [GrSVociSic 242. 8 1 9. Ar. harälll:
814. Ar. bangar : 'Verboten' ; dasjenige, wozu der Zutritt
'Dolch' ; tk. hanger; hieraus bulg. serb. verboten ist, also der 'Frauen raum' und
hand/ar, poln. chandzial', koncerz, schliefilich 'die Frauen' selbst ; ebenso
kind/al [allein noch gebräuchlich) 'dass.', tk. harem ; hieraus rum. harem, sp. horen,
cech. konCii' 'Rapier, Stoßdegen', russ. pg. frz. eng!. harem, nd!. dtsch. Harem ;
kin/al, klruss. eynhal 'Dolch', russ. bulg. serb. harem, cech. harem, poln.
konear, konean 'Schwert mit schmaler harem, rusS. garem. In der ursprüng­
Klinge' ; rum. hanger, it. cangiaro 'Dolch lichen Bedeutung 'unerlaubt' ist aus dem
mit sehr breiter Schneide und ge­ Tk. rum. haram 'nichtsnutzig, ungesetz­
krümmtem Griff', siz. canciarru 'dass.', lich' geworden.
frz. cangiar, khanjar, khandjar ; mit 820. Pers. härämzädä :
ar. Art. sp. pg. alfange 'Säbel', frz. (seit 'Bastard, Hurensohn' [aus ar. 1Jariim,
dem 1 7. Jahrhundert) alfange, sp. al­ S. hier NI'. 819, und z4dä 'geboren', S.
fanjazo 'grofier Säbe!', pg. alfageme hier NI'. 69b]; hieraus angloind. haram.­
'Dolch, kurzes Schwert'. [Gorjajew 140. zadeh, in Indien ein allgemein gebräu ch-
[Ar. l}.arämi.

lieh er Ausdruck der Verachtung [Slang entstanden sind]. Aus tk. hard [das
Dictionary.8 1 864. S. 151]. wohl durch Kontamination mit ar. !faräd
821. Ar. harämi : 'Kopfsteuer der christlichen Untertanen
<Räuber' [vöm gleichen Stamme wie der Türkei und anderer muslimischer
Nr. 819]; hierzu der plr. fiaramija ; hier­ Reiche' entstanden ist, vgl. Kelekian
aus in sing!. Bedeutung bulg. arami;a J):!1mlls 535J 'Strafe, die durch die Ge­
'Dieb', serb. klruss. haramija 'Dieb, richte erhoben wird' wurde rum. areeiu
Straflenräuber'. - Aus lIaräm'i und tk. 'gerichtliche Zusprechung', arecinire 'zu­
bas, s. hier Nr. 260, wurde rum. ha­ sprechen'. [Gorjajew 395. Karlowicz 42 1 .
ramba� 'Räuberhauptmann', vielleicht 826. Pers. �ärgälä :
auch bulg. grabe! 'Straflenraub'. 'Trupp Pferde, Maultiere oder derg!.'
822. Tk. �arar : [aus pers. !fär, s. hier Nr. 824, u. gälä
<Grofle Satleltasche aus Ziegenleder, die 'Truppe'] ; ebenso tk. hergele ; hieraus
man den Lasttieren aufladet' [K�lekian rum. he1'ghelie 'Pferde gestüt,. Pferde-
J>:ämlls 534a] ; hieraus rum. arar 'Plane, hürde'.
Wagendecke' • 827 . Ar. �arif:
823. Ar. harba : 'Herbst, Herbstregen' ; hieraus siz. garifu
<Lanze', aber auch die 'eiserne Lanzen­ 'zartes KrHut, das bei den ersten Herbst­
spitze' an der etwa 4 m langen Be­ regen sprießt', jittarisi a lu g. 'gierig
duinenlanze mizralp [so hier Nr. 1476 ; zu essen anfangen'. [GrSVoci Sic 238.
vgl. FISCHER in MSOS II, 233]; hier­ 828. Ar. �arita :
aus mit ar. Art. it. labm'da, alabarda, 'Lederbeutel, ::;ack' ; hieraus russ. kalifa
frz. hallebarde, sp. pg. alabardo 'Helle­ 'Beutel, Tasche', klruss. ka lyta, poln.
harde', pg. hallabarda, mhd. mit Volks­ kaleta 'Geldsäckel' ; sp. garita 'Schilder­
etymologie helmbarte. Dazu siz. lapar­ haus, kleines Zimmerchen für den Pfört­
deri 'Gauner, Erpresser, Betrüger', Za­ ner eines Hauses', frz. gu!rite 'Schilder­
parduni 'Drohne' [man war der Mei­ haus', siz. garitta, gallitta 'hölzernes
nung, die Hellebardiere lebten vom er­ Schilderhäuschen'. [DE 381 . GrSVoci
preflten Gute anderer]. Mit vorgesetztem Sic 238. Bem SIELWb 474.
mu des Partizips ergibt sich ar. *mufiarba, 829. Ar. harmal :
-
hieraus sp. moharra 'Lanzenspitze'. Eine Pflanze aus der Familie der Ruta­
über das Tk. wurde rum. arbiu 'Lade­ ceen, Peganum harmala L. 'Harmelraute'
stock'. [DE 316. ML 4040. [von den Arabern zur Gewinnung eines
824,. Pers. härbuz
" : roten Farbstoffes, des sog. Harmalins
<Melone' [aus !fär 'Esel' Horn NpEt 'Türkischrot' und eines Insektenpulvers
S. 104, Nr. 473 und buz 'Ziege' ebenda benutzt] ; hieraus gr. lipfLU).U, lat. har­
S. 49, Nr. 2 1 3, also 'Eselsziege', nicht mala, sp. alhm'ma, harma, alfarma,
<Eselsgurke', wie Horn NpEt S. 1 05 hat ; harmaga, alharrnaga, amargaza, ga­
die dort in Anm. 1) fehlende Band- und marza, pg. harmale, kat. armala, frz.
Seitenzahl in Brugsch, Reise der K. harmale, it. armora. [DE 1 1 1. Eguilaz
Preuß. Gesandtschaft nach Persien, ist : 162. Devic DEt 137. ZfromPh V, 241 .
Bd. I, S. 334/336. Übrigens scheint sich RomForsch IV, 363. ML 4051 .
BRUGSCH die dort erzählte "nicht sehr 830. Ar. harr :
.geistreiche" Volksetymologie des Wts. 'Hitze' ; hieräus mit ar. Art. sp. alhorre
nicht haben a u f b i n d e n lassen, da [bereits im Ar. wird a durch Einflufl
er sie selbst als eine " einfältige Ge­ des Gutturals fi zu 0 : fiorr] 'Exkremente
schichte" bezeichnet] ; ebenso tk. lparpuz der eben geborenen Kinder' [Dicc Cast
[vgl. ngr. KupnouO'lu] ; hiei'aus rum. ear­ 123 c], pg. alforra, alfora 'dass., eine
puz, carpus 'Melone, Cucurbita citrullus', Art Grind oder Körnerkrankheit' [Con­
bulg. serb. karpuz, serb. karpuza, poln. stancio Dicc 50a]. [DE 1 16.
karbuz, garbuz, harbuz, arbuz, klruss. 831 . Ar. harräka: '
.garbuz, russ. arbuz 'Wassermelone'. 'Brander' ; h'ieraus sp. haloq"e 'kleines
[Gorjajew 5. Bern SIEtWb 491. Boot' [Die/) Cast 1 104 a], falua, pg. falua
825. Ar. �arg : 'Segelschiff mit vier Rudern', auf dem
'Bodenertrag, Einkommen, häusliche Tejo gebräuchlich [Constancio Dicc
Ausgaben', tk. ebenso ; hieraus russ. 548 a], frz. felouque, it. feluca, filucca
?J,are 'Lebensmittel, Kost', !farCit' 'ver­ 'kleines Ruderschiff' ; nd!. feloek, engl.
pflegen', serb. !farSiti 'dass.', russ. !far­ felucca, dtsch. Feluke ; russ. feluka, fil­
Cewnja, serb. krema 'Speisehaus, Gar­ juka 'kleines Schiff mit zwei lateinischen
küche', poln. haraez 'Tribut', karezma Segeln, auf dem Meere gebräuchlich
'Schenke', karczmarz ' Wirt' [woraus gewesen'. - [Das Wort ist in der ro­
.1lie dtsch. N. pr. Kretschmar, Kretschme1' manischen Form wieder ins Arabische
L o k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch. 5
Ar. l:J.arrtlb.] 66

zurückgekehrt : falüka, ZOMG LI, 300; dazu demin. Husain ebenfal1s als häu­
vgl. auch georg. philuka ZDMG LI, 325J. figer Name gebraucht. Jä lJasan ja
- Wahrscheinlich ist auch auf das ar. Husain '0 Hasan, 0 Husain !' ist der
Grundwort it. carraca 'Brander' zurück­ IÜageruf der' Schiiten am 10. Mul,larram
zuführen [A. v. Kremer, Culturgeschichte zum Andenken an die Ermordung der
des Orients I, 251 . Wenn dem Oiez, beiden Söhne 'Alis. Diese Wehklage
Etymol. Wb. der rom. Sprachen S. 88, ist angloind. zu hobson-jobson verball­
mit dem Bemerken widerspricht, daß hornt worden und ein für das Anglo­
ar. ?I n i e romanisches c würde, so sei indische geradezu typischer Ausdruck
nur auf it. camalo, s. hier Nr. 806, hin­ geworden ; daher gaben YULE und
gewiesen]. Neuestens auf einen plr. BURNELL ihrem G l o s s a r y o f A n g l o ­
fulük zurückgeführt von KURYL OWICZ I n d i a n C 0 1 1 0 q u i a 1 W 0 r d s den
in Rocznik Orjentalistyczny. Tom 11. Namen HOBSON - JOBSON. Übrigens
Lw6w 1925. S. 253/2M. [OE 264/266. nennt Chamb AllJap 43, Anm. 1) dieses
Dozy Oost 37/39. MWiD 37 (wo alles Werk mit Recht , das entzückendste
über a\'. fulüka auf gr. €<pohlOv zurück­ aller Wörterbücher" , und auch ENNO
geführt wird). LITTMANN nennt es in MWiD IX ,das
832. Ar. harrüb : eigenartige englische Werk H.-J. " [Hob­
[Aus ara m. ltdr ü ßä < assyr. lJarübu, vg!. son-Jobson 419/420.
ZAkkFW 55] 'Johannisbrot, Ceratonia 836. Ar. hasira :
siliqua' ; hieraus lat. caruba, carumba, 'Binsenmatte: Rohrgeßecht'j hieraus siz.
gr. xapoußa, it. carruba 'Johannisbrot', gassira, gassina 'dass.', besonders 'ein
carl'ubo 'J.-Baum', frz. caroube, cal'ouge, Geflecht aus Binsen, das, vor den Fen­
provo garrova, sp. garroba(o), algarro­ stern angebracht, dazu dient, die Zim­
ba(o) , pg. alfarroba 'Johannisbrot', al­ mer vor Licht und Wärme zu schützen' ;:
farrobeiro 'J.-Baum' ; sp. algarrobilla, 'Geflecht, um die Füße warm zu halten,
pg. algarroba 'eine Erbsen art, Ervum FUßmatte'. Über tk. lJasyr wurde bulg.
monanthos' ; engl. carob, dtsch. Karobe, haS"br, serb. hasura 'Strohmatte'. [Gr
Karube 'Johannisbrot'. [OE 1 2 1 . Egui­ SVociSic 238. Mikl SIEtWb 86a.
laz 1 78. Rom Forsch IV, 355. ML 1 864 837. Ar. hasira :
und 4680 (gehören natürlich zu einer 'Verlust haben, bankrott machen' ; dazu
Nummer zusammen). das Subst. lJasära 'Verlust, Schaden' ;
833. A r. harsüf: hieraus siz. cassara in dem Ausdrucke
'Artischocke: Cynara scolymus' ; hieraus fan cassura 'verschwenden'. [StGlIt
mit ar. Art. sp. alcarchofo, alcachofa, 11, 230. GrSVociSic 231.
pg. alcachofl'a, it. carciofo, articiocco, 838. Ar. hasis :
frz. artichaut, provo arquichaut, archi­ Vulgäre Form für Zla8sä8 [Imala : ä >
chaut ; nd!. artisjok, engl. artichoke, e > i] 'spitzes Instrument Z. B. zum
dtsch. Artischocke (Erdschocke) ; russ. Heumähen' ; hieraus sp. aciche 'Hand­
artisok, cech. artiCok, poln. karczoch, beil des Flickschusters'. [Dicc Cast
klruss. kareocha. - [Andere Ableitungen, 34b.] [OE 3i/38.
wie aus gr. apTUnKd 'gewürzte, ein­ 839. Ar. hasis :
gemachte Dinge' oder aus einem an­ 'Gras, Heu', später beng Es. hier Nr. 213}
geblichen ar. arrJ,'i sauki, sind sprachlich oder indischer Hanf, Cannabis indica
unhaltbar ; freilich ist die letztere Form [Über den indischen Hanf (Haschisch)
sogar in ar. Nationalwörterbücher wie und seine Verwendung als narkotisches
den Mul,lit al-mul,lit übergegangen, ob­ GenunmiUel. In Ausland 1863, Nr. 30 ;
wohl ihre Unrichtigkeit schon lange be­ Ed. Grimaux, Ou hachich ou chanvre
wiesen war, s. Oozy Oost 18/22.] - indien. Paris 1865] ; in die europäischen
Vgl. auch hier Nr. 563. [OE 83. Kluge Sprachen ist das Wort fast unverändert
23. Bern SIEtWb 489. ML 1 865 und übergegangen : frz. hachiche, russ. gaSi8.
4060 (charsof und harsaf gehören dtsch. Haschisch. - ,In Syrien steht
natürlich zu einer Nummer zusammen). der J:lasis, ein berauschendes Hanf- oder
834. Ar. haron : Mohnpräparat, welches unvermengt ge·
'Störrisch' ( vom Pferde gesagt) ; hieraus nossen oder dem Tabak beigemengt
sp. haron 'faul, Faulenzer', haronla wird , bei den niederen Ständen in
'Faulheit', haronear 'faul werden' [Oicc Gunst. Das Schimpfwort ?laUM ent­
Cast 1 106 a b ; woher stammen die For­ spricht unserem 'Trunkenbold'. Keines­
men mit anlautendem f bei ML 4053 ?], wegs ist das Laster des Haschischrauchens
pg. faronejar. derart verbreitet wie bei uns der Ge­
835. Ar. Hasan : nUß der Spirituosen. Weit mehr als in
N. pr., Vorname [als Adj. !Iasan 'schön'], Syrien und Mesopotamien ist das Hanf-
67 [Ar. :gass.

rauchen in Agypten verbreitet. In beherrschten. Aus dem tk. Grundwort


Marokko wird der Hanf kif genannt, entstand: russ. Kitai 'China', kitaika
klein gehackt und mit Tabak vermischt 'Baumwollstoff, Nanking [so hier NI'.
oder auch unvermengt in winzig kleinen 1554]" poln. kitaj 'chin. Baumwollen­
Tonköpfchen aus etwa 1 FUß langen zeug oder Glanzleinwand', kitajka 'Taf­
Pfeifen sehr viel geraucht." Max Frei­ fet', klruss. kytaj, kytajka 'Taffet, Seiden­
herr v. Oppenheim, Vom MiUelmeer zum zeug', bulg. kitajka 'Nanking', serb.
Persischen Golf I, 74. Genaueres über Kitaj 'China', citajka 'baumwollener
die in Marokko benutzten Pfeifen und Stoff'; rum. chitaiu 'Wollfutter'. [Hob­
die Art des Hanfrauchens sowie die ar. son-Jobson 274. Bem SIEtWb 505/506.
Ausdrücke dafür vgl. MSOS 11, 231 842. Ar. hätir :
u. 232. - Auf das oben erwähnte 'Gemüt' ; ebenso tk. lJaty,' 'Gemüt, Ver­
bassas hat SILVESTRE DE SACY ein gnügen, Wohlbefinden' ; hieraus rum.
weit verbreitetes romanisches Wort hatir 'Begünstigung, Gunst'.
zurückgeführt [de S., Memoire sur la 843. Ar. hatt . :
dynastie des Assassins et sur l'origine 'Linie, Schrilt" ebenso tk., insbesondere
de leur nom. Lu lL la seance publique lJatt-i-ser'if 'der ehrwürdige Schriftzug',
de l'Institut du 7 juillet 1809. Im Mo­ d. h. das Autogramm des Sultans, 'Hand­
niteur no. 21O, an 1809 und LeUre de schreiben desselben' ; hieraus rum. hat
M. de S. au redacteur du Moniteur sur 'Grenzrain, ·stein, kaiserliches Auto­
l'etymologie du nom des Assassins. graph', hati�erif 'kaiserlicher Erlaß'.
Ebenda no. 359, an 1809]. Aus der Ge­ 844. Ar. hattä :
schichte der Kreuzzüge ist der .Alte 'Bis' ; hieraus asp. apg. ata, fata, und
vom Berge" bekannt, der das Haupt durch Kontamination mit gleichbedeu­
einer Sekte war, deren neue Mitglieder, tendem kacia wurde sp. fasta, hasta ;
durch den Hanfrausch fanatisiert, auf pg. ate 'bis'. Über das türk. haUa 'bis,
Befehl ihrer Obern selbst Mordtaten sogar' entstand rum. hat 'sogar, selbst'.
begingen ; aus dem ar. Namen dieser [DE 286. EguiJaz 397. ML 4077.
Sekte hassltSln entstand it. assassino Löbel EITAP 52.
'Meuchelmörder', provo asasi, ansesi, 845. Hebr. hattii' :
frz. assassin, sp. asesino, pg. assassino, 'Sünder' [Ave-i: IV, 529] ; in der süd­
rum. asasin und die dazugehörigen fränkischen Händlersprache sagt man
Verba assassinare usw. und andere Ab­ von einem Kaufmann, dessen Geschäft
leitungen. H. (dia!. Parma) sasina 'be­ schlecht steht, er gehöre zur Firma
raubt, elend ; Weinbergschnecke'. - Katesberger & Co.
Auffallend ist, daß in allen Formen die 846. Ar. haud :
beiden s verschwunden sind, daher 'Wasserbecken, Teich' ; hieraus mit ar.
schlägt Lammens Rem 28 als Grund­ Art. sp. pg. alfoz, sp. alhoz 'dass.'. Ober
wort den Namen des Gründers jener das tk. hawuz wurde rum. havuz 'VvTasser­
meuchelmörderischen Sekte, Hasan ihn becken, Zisterne', bulg. hawuz. [DE
SaMb, vor ; jedoch scheint diese An­ 1 16. Eguilaz 1 73. ML 4085.
nahme nicht notwendig, da im MA 847. Ar. haudag :
Namen, die über das Lateinische ver­ 'Tragkorb auf einem Kamele, Kamel­
breitet wurden, allgemein das s durch sänfte', ebenso hind. hauda 'Sitz auf
einfaches 8 ersetzten. [DE 207. Egui­ einern Elefanten' ; hieraus angloind.
laz 293. ML 4074. hOlodah, howder 'ein großer Sitz auf
840. Ar. hass : einem Elefanten', für zwei und mehr
'Lattich' ; hieraus mit ar. Art. pg. alface, Personen eingerichtet, gewöhnlich noch
alfa()a 'dass.', demin. alfacinha, dieses mit einem Schutzdach versehen. [Hob·
auch Spitznamen der Lissabonerinnen son-Jobson 427/428.
[Constancio Dicc 48 c, 49a. DE 99]. 848. Ar. haurö' :
841. Tk. Hatai : Fem. zu abu:är 'schwarzäugig' besonders
'Nordchina', bei MARCO POLO Cataia von einer Gazelle, einem Jünglinge oder
MP 418. Mit dem Namen Kathay, einer Jungfrau gesagt ; dazu plur. büro
Kitai bezeichnete man vom 1 3. bis Dieses Wort betrachteten die Perser [und
15. Jahrhundert das nördliche China, gelegentlich auch schon die Araber, S.
während man unter China, Sina die BSGW Leipzig ph.-hist. Kl. 1 881 . XXXIII,
mittleren und südlichen Provinzen ver­ 31] als sglr. und fügten ein i der Ein­
stand. Der Name stammt von dem heit an : büri ; darunter versteht man
wahrscheinlich tungusischen Stamme die Paradiesesjungfrauen, die man nach
der Khitai im Sungarigebiete, die Nord­ MU};13mmads Verheißung im Paradiese
china zwei Jahrhunderte lang bis 1 123 vorfinden soll ; hieraus zur Bezeichnung
0*
Ar. l;1auz.] 68

einer reizenden Frau sp. hud, frz. houri, hazna, poln. kazna, klruss. hazna 'Kasse,
ndl. eng!. houri, dtsch. Huri. [DE 287. Schatz'. [Gorjajew 127. Bern SIEtWb
Devic DEt 141. 386.
849. Ar. hauz : 856. Ar. hazz :
'Bezirk, Umgebung' ; hieraus mit ar. 'Vergnügen'" ebenso tk. ; hieraus rum.
Art. sp. pg. alfoz 'Landschaft, Feldflur" haz 'Reiz, Gefallen', hazliu, hazo�.
im MA der Bezirk, der seine eigene 857. Hebr. �eßra :
Jurisdiktion hatte und nach einern be­ 'Gemeinschaft' [so hier NI'. 764), hieraus
sonderen fuero regiert wurde, meistens tk. hawa 'Synagoge" rum. havra 'dass.',
nur eine Pfarrei oder ein Schloagebiet ebenso bulg. serb.
umfassend. [D E 1 16/1 1 7 . 858. Hebr. �el�1F :
850. Pers. �äwägä : 'Teil' [Ave-L IV, 530], hieraus jüd.­
Daraus ar. 7Jawäga 'Herr, Kaufmann, dtsch. Chelek 'Teil, Anteil an der Diebes­
Europäer' rZDMG L, 640], vulgo unter beute', ndl. (Gaunerjargon) cheilek: Man
dem Einflua des tk. !poga 'Greis, Meister' spricht von einem eh., wenn bei einem
[vorn Stamme lpoc 'stark, mächtig, groß' Verkaufe oder einer Versteigerung sich
Vambery TktEtWb S. 91, NI'. 94] 7Joga, einige Personen ohne Wissen des Ver­
tk. hoga 'Gelehrter, Professor' ; hieraus käufers heimlich verbinden, nicht gegen­
rum. hoge 'dass.', bulg. 5erb. hodla 'tk. einander zu bieten, und später das Ge­
Geistlicher', russ. hozjain 'Wirt, Herr', kaufte unter sich verteilen. [Dozy Oost 30.
hozjaileq, 'Wirtin" klruss. chazajin 'dass.'. 859. Tk. hepjek :
[Gorjajew 399. Bern SlEtWb 400. 'Doppelas' (beim Kartenspiel) [aus tk.
851 . Tk. �awjar : hep 'alles' und pers. jäk 'eins' Horn
'Kaviar' ; bieraus ngr. KaßuiplOv, hulg. NpEt S. 252, NI'. 1 128] ; hieraus rum.
hajwar, hajwer, 5erb. hajwar, poln. epiee 'dass.'.
kawiar, cech. leq,viar ; it. caviaro, caviale, 860. Pers. hio :
sp. cabial, pg. cavial, eaviar, frz. caviar; 'Gar nichts', tk. ebenso hic; hieraus rum.
eng!. nd!. caviar, dtsch. Kaviar. - hier; bulg. hiC, iC, serb. hie, klruss. chyc,
[JOEST in ZfEthn 1890, 3 vermutet, chyc 'gar nicht, ganz und gar nicht',
daa das abendländische Wort auf den wie im Tk. zur Verstärkung der Ver­
Namen des Hafens Kapha, d. h. Theo­ neinung. [Bern SIEtWb 387.
dosia, eines Haupthandelsplatzes für die 86 1 . A.r. �i!!ma :
Fischer des Schwarzen Meeres, zurück­ 'Dienst', tk. hizmet ; hieraus rum. huz­
geht ; doch ist diese Ableitung sehr an­ met 'Abgabe, Unbrauchbares'.
zuzweifeln. HESSELING in Neophilo· 862. Pers. hidmätkär :
logus VI, 2 13/2 1 4 verfolgt das Wort 'Diener' [aus ar. 7Jidma, s. hier Nr. 861,
nur his mgr. Kaßluplv zurück. Übrigens und pers. -kär 'Täter' Horn NpEt S. 185,
heiat der Kaviar russ. ikra.] [Bern SI NI'. 832], hind. ebenso ; hieraus anglo­
EtWb 382/383. ML 4086. Kluge 232. ind. und eng!. kitmutgar, khitmutgar
852. Ar. �awwän : 'muslimischer Tafeldiener'. [Hobson­
Vulgo 'Verräter' [vorn Stamme 7Jäna Jobson 486/487.
'verraten', S. hier Nr. 784] ; hieraus it. 863. A.r. higra :
avania 'Plackerei, Mißhandlung" pg. [Vom ar. Vb. hagara 'verlassen, freund­
avania 'Erpressung' [Constancio Dicc schaftliche Beziehungen abbrechen']
143 c). [ML 4087. 'Auswanderung, Abbruch der Beziehun­
853. Pers. häzär: gen', insbesondere der Wegzug des Pro­
'Tausend' [Horn NpEt S. 244, Nr. 1093) , pheten MUI:IAMMAD von Mekka nach
tk. hezar [ung. ezer) ; hieraus serb.jezero Medina, der nach der üblichen Rech­
'tausend'. [Bern SIEtWb 455. nung am 16. Juli 622 n. Chr. stattfand ;
854. Ar. hazin : die mul;1ammedanische Zeitrechnung be­
'Betrübt, träurig' ; hieraus �p. hacino . •
ginnt mit dieser sog Flucht·, die aber
'traurig, unglücklich ; geizig'. [DE 282 gar keine Flucht war [so auch C. H.
U. 283. Eguilaz 417. ML 4089. Becker, Islamstudien I : Vom Werden
855. Ar. �azina : und Wesen der islamischen Welt. Leip­
'Schatz" tk. 7Jazna; hieraus rum. hazna zig 1924. S. 340] ; hieraus rum. hegira,
'Schatzkammer, Abtritt" venez. casna frz. htfgi1'e, it. egira, sp. hegira, pg. he­
'Haufen Geld' [L'Oriente I, 1 96] ; rusS. }ira ; eng!. nd!. hegira, dtsch. Hedschra ;
kazna 'Krone, Staat, Vermögen, Pulver­ russ. gid/ra
kammer', kaznacei 'Rentmeister, Kas­ 864. Ar. hil'a :
sierer' [letztere Bedeutung wohl durch 'Ehrengewand' [das von den orientali­
EinflUß von kasa 'Kasse' entstanden], schen HelTschern ihren Günstlingen,
bulg. hazna 'viel Geld, Schatz" serb. Künstlern, Dichtern zum Zeichen i hrer
69 _
[Ar lJilä!.

Gunst geschenkt wurde ; ursprünglich zination <pu).aKniplov' MSOS XII, 1 92


ein 'Kleidungsstück' ganz allgemein; Anm. l). Vgl. auch ZOTENBERG in
wahrscheinlich selbst Entlehnung aus Revue Critique (20. 4. 1867), der beide
dem Pers. oder Türk., da die Nisba Ansichten zu vereinen sucht, und Fausto
zwischen lJ,il'i und lJ,Ul'i sowie das Vb. LASINIO in GSAJ III (1889), 142.
zwischen hala'a und kala'a 'schenken' 867. Ar. hinni':
schwanken], tk. hala t ; hieraus rum. 'Pulver aus d en Blättern der Lawsonia
halat, russ. lJ,alat, serb. halyna 'Schlaf­ inermis oder der Wurzel von Alcanna
rock', poln. klruss. chalat 'Kaftan' ; sp. tinctoria Tausch., mit dem sich die
gala 'Kleiderpracht', it. gala, frz. habit Frauen des Orients Haare und Nägel
de gala, dtsch. Gala, eng!. gala. Sp. rot oder gelb färben' [ausführlich
galano [eigentlich 'in Gala gekleidet'] J. LÖW in ZfSem I, 1 36/144]. Hieraus
'höfisch, artig', hieraus dtsch. Galan mit ar. Art. sp. alhefia, it. alcanna, al­
[über den Wiener Hof, da das Wort im chenna, alfena, mlat. alchanna, eng!.
Frz. fehlt] ; it. sp. galante 'zierlich und alkanet, sp. alcanna 'Hennapulver', frz.
modisc� gekleidet', frz. galant, dtsch. (dia!.) arcanne 'Rötel', provo a!quana
galant, dazu frz. galanterie 'Höflichkeit, 'Röte des Gesichtes' ; frz. henne. Über
modisch feines Benehmen', galanthomme, tk. kyna wurde rum. cana, caneala
it. galantuomo, dtsch. Galanterie(waren). 'Haarfärbemittel', bulg. köna, serb. kna
[Dagegen stammt elegant aus dem lat. 'dass.', russ. hna 'Henna'. [OE 1 38.
elegantem 'wählerisch'.] - Die anderen Oevic OEt 138/139. Lammens Rem 135.
Ableitungen scheinen begrifflich weniger ML 41 35. Bern SIEtWb 530.
einfach : a) gr. plur. KaM 'schöne Dinge', 868. Ar. hir! :
wobei k > g wie in K6).1to� > Golf; Im Magrib kaWi ; hieraus mit ar. Art.
b) afrz. gaZe 'das Ergötzen', �o Kluge sp. aleli, alheU 'Levkoje, Matthiola', pg­
1 54 ; c) ahd. geilt 'Prunk, Üppigkeit, allell 'dass.' [Constancio Oicc M al. -
Lustigkeit' nach Diez. [Gorjajew 394. OE 98.
Bem SIEtWb 383. 869. Pers. hirmän :
865. Ar. hiläl : 'Tenne', ebenso tk. lJ,arman [Abbildung
'Bohrinstrument, Zahnstocher, Nadel' und Beschreibung s. Globus LXVIII,
[vom Vb. lJ,alla 'durchbohren'] ; mit ar. 60] ; hieraus rum. arman 'dass., Ein­
Art. u. Imäla: al-lJ,ilel ; hieraus sp. friedigung, Kreis', bulg. hm'man 'Tenne'_
alfilel und alfiler 'Stecknadel', pg. al­ 870. Ar. hisän :
finete. [DE 1 14. Eguilaz 168. ML 1 873. 'Rassepferd' ; hieraus mit Spezialisierung
866. Ar. himäla : der Bedeutung und ar. Art. sp. alazan,
Plr. l!-amä'il [vom Vb. bamila 'tragen', alazano, pg. alazao 'braunrotes Pferd',
vgl. hier Nr. 806] 'ein Tragband', das, frz. alezan 'Falber'. OE 59160 nennt
über der rechten Schulter hängend, dazu zwar die Etymologie yerdächtig, aber
dient, das Schwert zu tragen. Ebenso die sonstigen vorgeschlagenen Ablei­
wurde dann ein 'Amulett' genannt, das, tungen verdienen diesen Vermerk in
mit Koransprüchen oder Zauberformeln ungleich höherem Maße, nämlich a) ar.
beschrieben, mit einer Schnur am Halse aMas, fem. balsa', Eguilaz 96. ML 299.
getragen wurde ; hieraus vielleicht lat. Aber das ar. Grundwort bedeutet 'colo­
amuletum, it. amuleto, frz. amulette, rem nigrum indorso cum rubro mixtum
amulete, sp. pg. amuleto ; eng!. amulet, habens o v i s' ! b) Ar. al-b,asan 'der
dtsch. Amulett, nd!. amulet [GILDE­ Schöne', s. hier Nr. 835. c) Ar. al-atan
MEISTER in ZDMG XXXVIII, 140 bis 'der Rauch' ; d) al-az'ar 'der Blonde',
142. HAUPT in �'lorilegium Melchior Eguilaz. [Lammens Rem 10/1 1 .
de Vogüe 1909, S. 274. Dozy Oost 87 1 . Ar. hlzäna :
1 3/ 1 4]. Es soll nicht verschwiegen Vulg. lJ,azeni, 'Apotheke, Zelle' ; hieraus
werden, daß gewichtige Gründe gegen mit ar. Art. sp. alaeena, alhacena 'Büfett',
diese Etymologie sprechen : das Wort Wandschrank'. [OE 52.
kommt schon bei Plinius XXVIII, 38; 872. Hebr. hösfänni :
XXIX, 66 ; XXX, 1 38 vor; deshalb wird Imper. 2. pers. sgl. mit der Bittpartikel
es als lat. amolimentum zu amoliri 'ab­ na, ein Hilfe- und Heilruf [vom Vb.
wenden ... nämlich die Gefahren', gestellt jasa', Hif'il hös'i'a 'retten, helfen', also
und als Ubersetzung von gr. <pu).aKniplov wörtlich 'hilfI']; gr. waavvd, lat. hosanna ;
betrachtet [Kluge 1 6. OLBRICH in hieraus in alle europäischen Sprachen
Mitteilungen der Schles. Gesellschaft für übergegangen, z. B. frz. hosanna, hosan­
Volkskunde. Breslau 1 9 1 7 . XIX, 145], nah [vg!. Herrigs Archiv LXVlII, 1 23].
jedoch bemerke man wieder ngr. xal).!a)'i Zur Bezeichnung des 'Palmsonntages'
'ein magisches Anhängsel gegen die Fas- afrz. osanne und des an diesem Tage
Pers. 1J1lb.] 70

geweihten 'Buchsbaumes' frz. (dia!.) 879. Ar. hukka:


osanne, osenaie 'Buchsbaumgehölz'. 'Flasche, dui-ch ' die zuerst der Rauch
[Devic DEt 1 39. ML 4196. geht, wenn man Tabak raucht', in Ge­
873. Pers. büb : stalt eines mnden Helmes ; auch Name
'Gut, schön' [Horn NpEt S. 1 1 1, Nr. 503], der ganzen 'Wasserpfeife' ; ebenso hind.
ebenso tk. [Kelekian J>:ämlls 554] ; hier­ Hieraus angloind. hooka, frz. houka [für
aus bulg. serb. hubaw 'schön, gut', bulg. die einfachste Form der Wasserpfeife
hubost, serb. hubawQst 'Schönheit', russ. angloind. hubble-bubble , offenbar die
(dia!.) hupaw, klruss. chupavyj 'schön, wallende Bewegung des Wassers laut­
ordentlich'. [Bern SIEtWb 405. malerisch wiedergebend]. [Devic DEt
874. A.r. hnbärä : 140. Hobson-Jobson 428 u. 423/424.
'Trappe, Otis', mit Imäla !tobera ; hier­ 880. Tk. hukkabaz :
aus wegen der Farbe des Tieres sp. 'Taschenspieier'- laus &r. ft,ul;l;a, S. hier
hobero, orel'o [mit falscher Anlehnung Nr. 879, und pers. bIlz, Präsensstamm
an lat. ovum 'Ei'], pg. fouveiro 'falb', von bIl!Jtän 'spielen' Horn NpEt S. 35,
frz. aubere 'dass.'. [DE 286. Devic Nr. 150] ; hieraus mit Abfall der ersten,
DEt 45. Lammens Rem 29. nur schwachbetonten Silbe rum. cabaz
875. Ar. hubäzä : 'Possenreißer', cabazlic 'Schnurre'.
'Malve'; hieraus mit ar. Art. und Imäla 881. Ar. hulba :
alboheza 'dass.'_ - DE 7 1 . Eine Pflanze; Trigonella foenum grae­
876. Pers. hudä : cum ; hieraus frz. helbe, hebbe, helbeh ;
'Gott' [Horn N'pEt S. 104, Nr. 47 1], da­ mit ar. Art. sp. alholva, kat. alfolbes, pg.
von demin. nach der ar. Form fu'ai! aforba, alforba, alforvas, alf01'fas 'dass.',
[vgl. lfasan > lfusain hier Nr. 835] 'Bockskraut' . [DE 1 38. Eguilaz 1 92.
!J.udaiw 'kleiner Gott', vulg. Aussprache Devic DEt 138. ML 4167.
!J.ed'iW, die frühere Bezeichnung des 882. Ar. humra :
Vizekönigs von Ägypten, der sich jetzt 'Röte, Rotlauf' [vom Stamme a?!mar
wieder sultän 'Herrscher' oder meistens 'rot', aus dessen fem. ?!amrä', mit ar.
malik 'König' nennt; hieraus in alle Ar!. al-?!amrä' 'die Rote' der Namen
europäischen Sprachen übergegangen : Alhambra jenes wunderbaren maurischen
frz. khedive, eng!. khedive, dtsch. Chedive. Schlosses auf der Höhe von Granada
Daß die Auffassung als demin. die rich­ geworden ist] ; hieraus sp. alfmnbra,
tige ist und auch von Orientalen so gewöhnlich alfombrilla 'Masern' [Dicc
empfunden wird, zeigt Z. B. folgende Cast 1 20 a] . - Vom gleichen Stamme
Stelle aus der Agyptischen Korrespon­ ist sp. alhamar 'rote Decke' [ebenda
denz. Organ der ägyptischen National­ 1 23 b].
partei in Deutschland. 2. Jahrg. 1 922. 883. Ar. humra :
S. 1 92 : . Das Geld war es auch, dem 'Kleiner Gebetsteppich' [vom Vb. !J.amara
Ismal'l den ihm von der Pforte auf 'bedecken'] ; hieraus sp. alfombra 'Tep­
Grund von zwei Fermans (von 1866 pich' [Dicc Cast 120 a], pg. alfombra
und 1873) verliehenen Titel Chcdive 'dass.', alfambar 'grobe rote Bettdecke',
(kleiner König) verdankte . . .•. alfambareiro [Constancio Dicc 49 a].
877. Ar. hndür : [DE 1 15. Eguilaz 1 70. ML 1880.
Ebenso tk. huzür 'Gegenwart, Anwesen­ 884. Ar. burg:
heit' ; hieraus rum. huzur 'Ruhe, Sorg­ 'Quersack, Satteltasche' ; hieraus mit ar.
losigkeit' [diese Bedeutung ist wohl mit Art. sp. alforja, pg. alforge, gewöhnlich
Rücksicht darauf aufgekommen, daß im im plr. alforges 'dass.' [Constancio Dicc
Ar. und Tk. das Wort fast immer in 50a], Vb. alforjar 'in die Sattel- oder
Verbindung mit Namen hochgestellter, Reisetasche stecken', frz. (dia!. Bearn)
sorglos lebender Persönlichkeiten ge­ forget, auforget, (Lyon) (argette 'Tasche',
braucht wird, Z. B. tk. pasanyft huzu­ fargina 'Quersack'. [OE 1 16. Eguilaz
runda 'vor dem Pascha']. 1 7 1 . ML 1885.
878. Ar. hufra : 885. Pers. hurmä :
'Grube, kleiner Graben zur Bewässerung, 'Datte!', ebenso tk. !J.urma [Kelekian
Rigole' ; hieraus mit ar, Art. pg. alfobre, J>:amus 537 a] ; hieraus rum. curmal
alforbe, alfoufre 'kleiner Kanal zur Be­ 'dass.', curmalli 'Dattelpalme' ; bulg.
wässerung der Gärten', siz. furra 'ein­ hurma, furma, serb. hurma, urma 'Dattel',
gegrabener Kanal zur Bewässerung der ross. kurma 'dass., Dattelpalme'. [BerIl
Agrumen usw.', vielleicht auch it. forra SIEtWb 406.
'Schlucht', welche die von den Bergen 886. Ar. hurr:
herabstürzenden Wässer sich graben. 'Frei', Subst: ?!ul'1-ija 'Freiheit' ; hieraus
[DE 1 14/1 15. GrSVociSic 234. sp. horro [schon ar. wird unter EinflUß
71 [Ar. l:J.u�\l.

des benachbarten Gutturals u > 0] 'frei' 53 gegebene Ableitung aus tk. ogursuz
{von Steuern), 'unbelegt' (von der Stute 'unglücklich, ohne gute Vorbedeutung',
gesagt), Vb. ahon'ar'sparen, verschonen', in der modernen Aussprache mit Unter­
al(orria 'Freiheit', pg. fO''t'o,f01't'ar 'dass.'. drückung von g: UU1'SUZ > ursuz, recht
[OE 287. Eguilaz 424. ML 4184. ansprechend]. Zum Begriffe des Grund­
887. A.r. hnss : worts !J,yrsyz vgl. hier NI'. 781.
<Hütte , StrohhÜtte', besonders im Wein­ 892. Ar. ibUs :
berge ; hieraus [über den Übergang von [Vom gr. bldßo).o�], vulgo bl'i8 'Teufel' ;
U > 0 s. hier Nr. 886] sp. ehoza 'Hütte hieraus frz. iblis, eblis 'Dämon', pg. in
aus Pfählen od. aus blolien Steinen ohne der Redensart : htf um belis 'das ist ein
Mörtel u. mit Stroh hedeckt für Hirten. umsichtiger Mann', aber auch 'ein Schur­
u. Feldarbeiter' [Oicc Cast 704 b], pg. cho­ ke' [Constancio Dicc 1 68]. [DE 238/239.
�a, eho'to 'Hütte, besonders für die Wäch­ Devic DEt 107.
ter der Weinberge' [Constancio Dicc 893. Ar. Ibn Siuä :
256 a]. - Ableitung von lat. plutea, N. pr., berühmter ar. Philosoph und Po­
flluteum 'Schutzdach' ist wohl nicht nötig lyhistor (t 1037) ; bei den jüdischen
und erklärt den sp. Anlaut eh nicht. - Spaniern Aben-Sina genannt , hieraus
DE 254. die verlateinte Form Avicenna. Ein
888. Ar. hnttäf: Baum der Mangrove-Vegetation, aus der
' Familie der Verbenaceen, heilit lat.
'Krampe od. Häken mit zurückgebogener
Spitze, Harpune' ; vulg. lJattäf, mit Im äla : Avieennia, frz. avicennUe [verwandt mit
lJattef; hieraus mit Metathesis pg. fatexa Tectonia grandis, S. hier säg Nr. 1 766j.
<Ankerhaken, grofller Angelhaken' [Con­ [Oevic DEt 51. Lammens Rem 32.
stancio Dicc 550c.] - DE 267. 894,. Ar. ibrik :
889. Ar. lJnzämll : 'Wasserkrug', besonders für die vor­
'Lavendel, Lavandula vera', mit Imäla u. geschriebenen Waschungen der Muslimen
11.1'. Art. al - lJuzemä ; hieraus sp. alhueema
gebraucht [aus dem Pers., doch kennt
'dass'. [Oicc Cast 1 24 a : gewönlich esplie.'lo man das pers. Grundwort noch nicht,
< lat. spIculwn], pg. alfazema 'dass.'. vgl. de Lagarde, Gesammelte Abhand­
[OE 139. lungen S. 7] ; tk. ebenso ; hieraus rum.
ibl'ie 'Wasserkrug, Wasserkanne', it.
890. Pers. Hwärizm : brieco 'Zinnkanne für Kaffee', bulg. serb.
N. pr., eine Landschaft in Mittelasien [dem ibrik 'Waschkanne, Krug', serh. imbrik,
heutigen Chanate Chiva-�iwa entspre­ poln. imbryk, imbryczek 'Tee- oder Kaffee·
chend] ; davon das ar. Adj. !J,uärizmi od. kanne', klruss. imbryeek 'dass.'. [ML
härizm'i 'aus Hwarizm stammend, der 4253. Bern SIEtWb 419.
Charizmier', Beiname des Mathematikers 895. Tk. icoglany :
ABÜ GA'FAR MUHAMMAD IBN MÜSÄ 'Junger Diener, der so jung ist, dali er
[so hier NI'. 631] ; durch sein Werk über die Frauengemächer noch betreten darf'
Algebra kam das dekadische Zahlerisystem [aus tk. ie 'Inneres' vom Stamme ie
und das Rechnen mit ar. Zahlen um das 'innen' Vämbery TktEtWb S. 35, NI'. 38 1
Jahr 1200 nach Europa ; daher wurde lat. und o,tilan, S. hier NI'. 1588] ; hieraus
algorithmus, algorismus [mit Anlehnung frz. ieoglan 'großherrlicher Page', bulg.
an gr. apl3�o�] die Bezeichnung für das serb. iCoglan, serb. ieoglanin 'dass.',
Rechnen mit ar. Ziffern u. schlielilich für poln. iezoglan 'tk. Page'. [Devic OEt
Rechnungsverfahren überhaupt. Hieraus 141. Bern SIEtWb 419.
afrz. alg01·isme,frz. algorithme, it.alguaris­ 896. Ar. 'idiida :
mo 'Rechen art, Arithmetik', sp. algual'is­ 'Bewegliches Lineal am Astrolabium' ;
mo, guarismo 'Ziffer', engl. algol'ism, hieraus sp. alidada 'Diopterlineal', frz.
alg01"ithm 'Rechenart'. [OE 130/131. alidade 'dass.', auch 'Lineal', it. alidada,
WOEPCKE in JAs (1863) I, 5 1 9. Devic dtsch. Alhidade physikalischer Fachaus­
DEt 18. Lammens Rem 13. Schirmer druck zur Bezeichnung eines wesent­
W ortschdMath 4/5. lichen Teiles optischer Meßinstrumente.
89 1 . Tk. lJyrsyz : Es kann vermutet werden, dali das bis­
'Schelm, Schurke' [aus ar. 'irq, 'Ehre, her unerklärte Wort Theodolith auf
guter Ruf' u. tk.-siz 'ohne' vom Stamme dieses Grundwort zurückgeht. [OE 140.
süz, siz 'trennen, los, ohne' Vambery Devic DEt 22/23. Lammens Rem 15.
TktEtWb S. 156, NI'. 1 70, also 'Ehrloser', 897. Ar. 'ifrit :
vgl. M. Horten, Kleine tk. Sprachlehre. [Aus pers. äfärid 'Geschöpf', pers. Vb.
Heidelberg 1 9 1 6, S. 1 1] ; hieraus rum. äfrfdän 'schaffen' Horn NpEt S. 10,
hw'suz, ursuz 'mürrisch, unfreundlich'. NI'. 39 ; dazu präfigiertes 'Ain, vgl.
- [Doch ist auch die von Löbel EITAP ZfSem 11, 220] 'Kobold', besonders die
Ar. ifriz.] 72

mächtigen Geister, welche Prinzessinnen Teppiche als Wandschmuck, Arazzi.


rauben und ähnliche Heldentaten ver­ [DE 54.
richten, vg!. Koran Sure 27, 39 und 905. Ar. imiim :
sehr häufig in lO(H Nacht, wo auch [Vom Vb. amma 'vorhergehen'] 'Vor­
derartige weibliche Kobolde [ar. 'ifrita] gesetzter, Vorsteher', insbesondere die­
vorkommen. Der Name wurde in der jenige Person, die einer Versammlung
vulg. Form 'afrit zuerst durch die erste vorsteht, um das Zeremoniell bei den
Übersetzung von 1001 Nacht von GAL­ öffentlichen Gebeten am Freitag und
LAND in Europa bekannt, Z. B. frz. an den Beiramsfesten zu leiten. Da dies
afrite. [Devic DEt 5. Lammens Rem 5. in den ersten Zeiten des Islams von den
898. Ar. lfriz : .Kalifen selbst geschah, so nahmen sie
'Fries' [aus ngr. Z:LfJ<p6po� Jannarakis den Titel imäm an ; dieser Titel wurde
Deutsch - Neugriechisches Wörterbuch sodann auch erteilt 1. den Lehrern der
S. 251 b nach Dozy oder wohl besser ersten islamischen Jahrhunderte als den
aus gr. ö<ppu� nach Vollers in ZDMG ersten Auslegern des Korans, 2. den
LI, 295] ; hieraus sp. pg. friso, frz. frise ; Religionsdienern, die an den Moscheen
eng!. frieze, ndl. fries, dtsch. Fries [auch die Obliegenheiten des Priestertums im
it. fregio, freggia? Dieses Wort wird Namen des obersten Im1tms ausübten.
von MENAGE auf lat. fregium, von Tk. ebenso imam ; hieraus rum. imam,
PERRAULT auf Phrygia zurückgeführt]. eng!. imam, ungenau iman ; ebenso frz.
- DE 270/271. iman, imam, dessen Funktionen imamat,
899. Ar. 'ijär : imanat heiflen ; russ. imam 'tk. Schrift­
'Eichmaß, Feingehalt des Goldes oder gelehrter'. [Devic DEt 142. Lammens
Silbers, Pendel zum Regulieren einer Rem 1 36.
Uhr', ebenso tk. ajar ; hieraus rum. aiar 906. Tk. imame :
'Eichmaß, Regulator'. 'Mundstück einer Pfeife' ; hieraus rum.
900. Tk. iki : imamea 'Bernsteinmundstück'.
'Zwei' ; hieraus vielleicht rum. ichiU 907. Ar. imäl'a :
'Bleiknöchel oder -würfel' beim Knöchel­ 'Befehl' [vom Vb. amara 'befehlen', S.
spiele. hier Nr. 69], 'Zeichen' ; hieraus mit ar.
901. Tk. ikindi : Art. sp. alimara [alter Ausdruck, jünger
'Die Stunde, die den Nachmittag in zwei ahumada < lat. adfumata] 'Feuersignal
gleiche Teile teilt' ; hieraus rum. chindie von Wachttürmen und hohen Punkten
'Vesper, Bauerntanz', den die Landleute aus', das alte militärische Fernsignal,
häufig nach dem Vesperbrote tanzen. das in den Zeiten der sog. reconquista
902. Ar. iklil : auf maurischer wie christlicher Seite
'Krone' ; a) iklil al.gabal, eigentlich viel angewandt wurde [Dicc Cast 94 b ;
'Bergkrone', ist ein Pflanzenname, Ros­ D E 1 4 1 / 142).
marinus officinalis ; hieraus sp. pg. ale­ 908. Ar. 'imära :
crim 'Rosmarin' [Constancio Dicc 47 c. 'Öffentliches Gebäude, fromme Stiftung
DE 97]. [Moschee, Schule, Armenküchel' ; hieraus
b) mit simäli, Adj. zu simäl 'Süden', frz. imat'et nach der tk. Aussprache des
ergibt sich ar. o l-iklU as-simäli, hieraus ar. Grundworts) 'eine Art tk. Gasthauses,
Achleischemali, Name des Sternbildes in dem die Schüler der verschiedenen
Corona borealls [Devic DEt 40]. Schulen ihre Mahlzeiten einnehmen
903. Ar. iksir : können, Hospiz'. [Devic DEt 142. Lam­
[Aus gr. Z:f)P10V 'das Trockene'] 'Stein mens Rem 136.
der Weisen', d. h. die besondere Sub­ 909. India :
stanz, die bewirken sollte, daß unedle N. pr., Halbinsel in Südasien [ursprung­
Metalle in edle verwandelt würden ; ins­ lieh ind. sindh, hieraus pers. hind mit
besondere sollte die Masse auch die lautgesetzlichem Übergange von s zu h
Kraft besitzen, den menschlichen Kör­ und schließlich gr. 'Ivllia, Adj. 'IvblK6�,
per zu gesunden, zu stärken und zu lat. India, indicus). Bereits gr. ivblK6v
verjüngen, also 'Lebenssaft' ; hieraus it. bezeichnete einen Farbstoff, den die
elissire, elisire 'Heiltrank' , frz. elixir, Spanier später aus Ostindien nach Europa
sp. pg. rum. elixir, dtsch. Elixir, eng!. einführten : ein tiefes Blau, das aus
elixir. [DE 259/260. Devic 108/109. Pflanzenstoffen hergestellt wird, und
Lammens Rem 104/105. Kluge 1 1 1. zwar aus einer Papilionacee Indigofera.
904. Ar. 'ilka : Aus lat. indicum wurde dann sp. endico,
[Vom Vb. 'alaka II 'aufhängen'] 'kost­ indigo, pg. indigo, it. indaco, afrz. inde,
barer Besitz' ; hieraus mit ar. Art. sp. provo inde, frz. indigo, dtsch. Endich,
alahilca 'Wandbekleidung', besonders Indich, Indigo 'indischblau'. - Nach
73 [Tk. ingi.

Indien ist auch der Truthahn benannt, Antimonium reichte, um sie zu vergiften :
der allerdings [wie der türkische Weizen] anti < gr. aVTi 'gegen', frz. moine
gar nicht aus dem Orient, sondern aus 'Mönch'], sp. pg. it. antimonio ; engl.
Nordamerika stammt : russ. indjuk, poln. antimony, dtsch. Antimon. - Möglicher­
indyk, j�dyk, klruss. indyk 'Truthahn', weise geht auch sp. bismuto, frz. bismuth,
russ. inrljuska, cech. indianka, serb. in­ it. bismutta ; dtsch. Wismuth, engl. bis­
dijun 'Truthenne'. Im Frz. wurde aus muth auf das ar. Grundwort zurück.
cog d'Inde durch Abfall der ersten Silbe [Rom Forsch IIl, 493. Eguilaz 346. Devic
dinde 'Truthuhn', dazu dindon 'Trut­ DEt 34. Lammens Rem 52/53 U. 260.
hahn' ; kat. dindi [neben indiot]. [Gor­ 9 1 9. Ar. itrija:
jajew 1 23. Bern SIEtWb 430. ML 4377. 'Nudeln in Saft, Maccheroni' ; hieraus
910. Tk. ingi : mit ar. Art. sp. aletria 'eine Art Nu·
'Perle', auch in nichtosmanischen Dia­ deIn', siz. t" ja 'eine Art Gebäck, ähnlich
lekten in ci, jinCi [vom Stamme jefti, wie Nudeln'. [DE 98. GrSVoci Sie 228.
s. hier Nr. 954, vgl. eag. inci 'Ziemt, 920. Pers. 'itr·i·sähi :
kokettes Weib' Vämbery TktEtWb S. 33] ; 'Geranium' [aus' ar. 'itl' 'Parfüm, Duft'
hieraus vielleicht russ. zemCug, zemeu­ und pers. Bäht 'königlich' aus liäh Horn
zina 'echte Perle'. NpEt S. 1 70, NI'. 772, also eigentlich
9 1 1 . Tk. ingir : 'königliche Substanz'], tk. ebenso [Kele­
'Feige' ; hieraus russ. inzi,' (dia!.) 'dass.'. kian J>:ämlls 851 b] ; hieraus rum. en­
9 1 2. Ar. isfanärij a : dl'i�aim, indri�aim, indl'i�aia 'Geranium'.
'Pastinake' [lat. pastinaca, woraus wahr· [Löbel EITAP 42.
scheinlich auch das ar. Wort entstanden 921 . Tk. jaban :
ist], vulgo wie auch sanärija ; hieraus 'Wüste' [vom Stamme jab, jav 'eitel,
sp. zahanoria 'Mohrrübe, Karotte'. [DE nichtig, fremd' Vambery TktEtWb S. 1 08,
224. NI'. 1 19, oder vielleicht von pers. bijäbltn
913. Pers. iskänbll : 'Wüste' Horn NpEt S. 57, Nr. 248?, so
'Eingeweide, Kaldaunen', tk. is"kembe auch KORSCH in Thomsen Festschrift
'dass.', dazu iskembe COl'basy 'Kaldaunen· 199: mpers. viyäpän < *vyäpäna ; aus
suppe' ; hieraus rum. schimbea 'dass.' vi und äp 'sich zu einem Punkte er­
[Löhel ElTAP 84]. strecken' wurde vyäpin 'sich weit er­
9 14. Pers. islj.ängä : streckend, d. h. ein sich weit erstrecken­
'Folter, Qual', tk. iSkenge ; hieraus rum. des, unbebautes und unbewohntes Land' ;
schingiu 'dass.'. i m Türkischen soll dann die erste Silbe
915. Ar. isläm : "hy- > *bu- als echt tk. Wort 'dieser'
Eigentlich Intin. des Vbs. salama IV verkannt worden sein; vg!. auch kirgis.
'sich unterwerfen', nämlich dem Willen gapan 'Wüste']; hierzu jabangy 'Frem­
Gottes, also 'Ergebung in Allahs Willen'. der' ; hieraus rum. iabangiu 'Bummler'.
Es ist der Name für die Religion Mu­ 922. Pers. jäd :
l;tammads geworden : dtsch. Islam, engl. 'Erinnerung' [Horn NpEt S. 250, NI'.
islam, islamism ; frz. islam, islamisme, it. 1 1 1 9] ; dazu äst 'ist', ergibt sich jäd-ilst
islamismo j russ. islam [so hier NI'. 1 5 t 6 a]. 'ich erinnere mich', d. h. 'Wette', ebenso
9 1 6. Ar. istiftäh : tk. jades ; hieraus rum. iade� 'dass.'.
'Anfang, erster VerIiauf eines Kaufmanns 923. Tk. jagma:
am Tage' [Intin. des Vbs. fatalJa 'öff· 'Raub, Kriegsbeute' [KeJekian J>:ämlls
nen' VIII], ebenso tk. zu syftaft [Kele­ 1 353 a, vom Stamme ja�, jarj 'feindlich,
kian J>:amlls 680 b] vereinfacht ; hieraus kriegerisch' Vambery TktEtWb S. 1 1 3,
rum. seftea, saftea 'erste Einnahme, NI'. 1 25], vulg. jama ; hieraus rum. iama
glücklicher Beginn' [Löbel ElTAP 80]. 'Plünderung', bulg. jama 'Raub', serb.
9 1 7. Ar. itbä' : jagma 'Raub, Beute', rusS. (alt) jalma
'Gefolge, Dienerschaft' [Jntin. des Vbs. 'Raub'. [Bern SIEtWb 443.
tabi'a 'folgen' IV], ebenso tk. etba ; 924. Tk. jagmur :
hieraus rum. ecpaea 'Gefolge'. 'Regen' [Stamm jag 'Regen' Vambery
9 18. Ar. itmid : TktEtWb S. 109, NI'. 1 2 1], davon jarj­
[Aus äg. kopt. stim, altäg. sdm, woraus murlu� 'Regenmantel' [mit dem Suffix
auch gr. <JTi/-l,..lI, lat. stibium] 'Antimon' ; -lik, das Kleidungsstücke bezeichnet, S.
hieraus mit starker Verstümmelung [viel­ hier NI'. 704] ; hieraus bulg. jagmul'luk,
leicht aus der ar. Vokalisation utmud jamurluk 'dass., Mantel', klruss. jar­
heraus] mlat. antimonium, frz. antimoine minka 'Kapuze', poln. jarmuluk 'doppel­
[woraus die spaßhafte Volksetymologie ter Barchent' ; rum. imUl'luc, irmuluc,
von dem dtsch. Mönche entstanden, der iamul'luc 'Regenmantel'; altit. giambel'­
seinen Brüdern statt eines Purgiermittels lucco, sp. chamel'luco 'enganliegendes
Tk. jagyz.]

Überkleid der Frauen' ; aus dem Namen [durch das Aram. aus 15'1'. UdKIV{}OC;
des Kleidungsstückes, das zum Expo­ ZDMG LI, 305] ; hieraus russ. jalJont
nenten des Türken, dann des Absonder­ 'Edelstein', bulg. sin jahont 'Saphir'.
lichen und Dummen überhaupt geworden 931. Ar. Jaman :
zu sein scheint, ist wahrscheinlich auch N. pr., ar. Landschaft in der Südwest­
korso ghiamberluccu,jamberluccu 'dumm, ecke Arabiens, dazu das Adj. jamani,
Dummkopf' geworden. [Bern SIEtWb vulgo jemeni 'jemenisch', im Tk. 'eine
444/445. SAINEAN in ZfromPh XXX, Art leichter bunter Musselin' oder 'rote
317 ; XXXIII, 60. BAIST in ZfromPh oder schwarze Maroquillschuhe, die von
XXXII, 42. SPITZER in Herrigs Ar­ Leuten niederer Stände getragen wer­
chiv CXXXVlII, 109/1 10. den' [Kelekian J.{ämlls 1 359 b] ; hieraus
925. Tk. jagyz : rum. imineu 'mit Knöpfen versehener
'Von leuchtendem Schwarz, braun oder Bauernpantoffel'.
schwarzbraun' (besonders vom Pferde 932. Hebr. jänah :
gesagt) ; hieraus rum. oachief 'schwarz­ 'Niederschlagen, bedrücken (z. B. beim
braun'. [Löbel ElTAP 70. Geschäfte)', daher neuhebr. jönö 'be­
926. Tk. ja�ny : trügen, übervorteilen' ; hieraus gauner­
'Verschiedene Arten Speise aus gekoch­ dtsch. junen, jonen 'dass.', Joner 'ge­
tem Fleisch und allerlei Gemüse' [KtHe­ werbsmäfsiger Betrüger im Kartenspiel',
kian J.{amlls 1 349 b] ; hieraus rum. Jaunel' 'heimatloser Strolch' und schließ­
iahnie 'Ragout', ihnelula. lich Gauner (seit LESSING) 'Betrüger'
927. Tk. ja�a : [die letzten Formen vom part. praes.
'Kragen' [Stamm jali, jan 'Seite, Ufer, jöne ; die Aussprache au für ö ist neu­
Rand' Vämbery TktEtWb S. 1 1 2, Nr. 1 23] ; hebräisch wie in kauser, s. hier NI'. 1 1 1 2] .
hieraus rum. iaca 'Halskragen'. [Kluge 1 60. WAGNER in Herrigs Ar­
928. Hebr. janir : chiv CXXXIII, 205.
'Kostbar, wertvoll'; hieraus oder wohl 933. Sskr. jaJ}.gaIa :
besser aus einer Form jöl{er in der jidd. 'Wüster unbebauter Boden', ebenso
Handelssprache jauker 'teuer'. hind. mal. pers. gängäl ; hieraus eng!.
929. Hebr. Ja'a�öß : jungle, frz. djungle,djengle, dtsch. Dschun­
N. pr., der dritte Patriarch [Gen 25, 26 ff.], gel 'ein Gelände, das mit Gebüsch be­
von einem semitischen Stamme '!pb 'auf deckt ist', 'ein wilder und von wilden
der Ferse folgen, überllOlen, übenor­ Tieren bewohnter undurchdringlicher
teilen', daher von E. KONIG als 'über­ Wald, Dickicht'. [Hobson-Jobson 4iO.
listend', von TH. NÖLDEKE als 'er folgt' 934. Tk. japylf :
übersetzt und erklärt. Lat. Jacob ; von 'Pferdedecke' [vom Stamme jap 'ver­
einem Träger dieses Namens, JACQUES hüllen, bedecken' Vambery TktEtWb
VON BEAUVAlS ca. 1 360, soll infolge S. 1 1 l), NI'. 130 I], auch japunga, japyn­
einer nicht näher bekannten Veranlas­ gak 'Regend ecke zum Schutz der Pferde'
sung ein Kleidungsstück, ein Panzer­ [Kelekian J.{ämUs 1 ::134] ; hieraus rum.
hemd oder ein Kriegs wams, seinen ipingea 'Regenmantel', bulg. serb. ja ­
Namen erhalten haben : frz. jaque, provo pundie, bulg. jepanca, russ. jepanca,
jaque, il giaco, sp. pg.jaco ; dtsch. Jacke, japanclf.,japoncisca 'weiter langer Mantel
eng!. jacket. [Eine bessere, historisch ohne Armer, poln. oponcza, klruss.
fester begründete Etymologie liegt nicht opanca 'Regenmantel'. [Gorjajew 103
vor.] Aus eng!. Jack 'Jakob' ergibt sich und 436. Bern SIEtWb 441J.
zur Bezeichnung eines 'Seemannes oder 935. Tk. jar :
Matrosen' scherz weise terjack, hieraus 'Erdrifs, steiles Ufer' [Stamm jar 'zer­
mit Anlehnung an Jacke dtsch. Teer­ spalten, zerklüften' Vambery TktEtWb
jacke [Zeitschrift des allg. dtsch. Sprach­ S. 1 22, NI'. 1 33 [ ; Kelekian J.{ämlls U36 a :
vereins. Wissenseh. Beiheft IX, 135]. 'Abgrund'] ; hieraus hulg. jar 'steiles
Da häufig Vögel in Gefangenschaft den Ufer', serb. .iarak 'grofse Grube, Graben',
Namen Jakob erhalten, wurde frz. jaque poln. jar 'Schlucht, Hohlweg', jaruga
'Häher',jaquette ' Elster',jacasser 'schwat­ 'Niederung, sumpfige Ehene', russ. jal'
zen'. - Bekannt ist die Ableitung Ja­ 'steiles oder zerklüftetes Ufer', jaru.qa
kobiner, in der franz. Revolution ent­ 'Schlucht' [so hier NI'. 9il8]. [Bern SIEtWh
standen und bald im Sinne eines 'ge­ 445.
walttätigen Fanatikers' gebraucht, dazu 936. Ar. jarbü' :
bei Paul de LAGARDE das Vb. jako­ Auch vulgo gerbU' [z. B. CHERBONNEAU ;
bienern. [M L 4567. vielleicht heifst diese Form aber 'Mur­
930 Ar. ja�üt : meltier'], ein Nagetier 'Springmaus',
'Edelstein', nämlich 'Rubin oder Saphir' Dipus aegyptiacus Lichtenst. oder Ja-
75 [Tk. jarly �.

culus jaculus L., in Arabien und Nord­ 943. Tk..tat. jasaul :


afrika heimisch ; hieraus lat. gerboa, frz. 'Bote' [vom Stamme jas, jaz 'Reihe,
gerbo, gerboise, sp. gerbo, gerbasia, eng\. Ordnung, Befehl' Vambery TktEtWb
jerboa, dtsch. Jerboa. [OE 128. Devic S. 1 23, Nr. 134 ; vg\. eng. jasaul 'Ord­
DEt 128. Lammens Rem 124/126. ML ner, Vollstrecker des Gesetzes'] ; hieraus
3948. russ. jesaul, bulg. esau1, poln. asaul,
937. Tk. jarlYlI : asawu la, jesawu l 'Kosakenhauptmann'.
'Kaiserlicher Befehl, fürstliches Send­ 944. Tk. jatagan :
schreiben' [Stamm jig, lag > jar 'laut 'Langer, gebogener tk. Dolch, kurzer
rufen' Vämbery TktEtWb s. 130, Nr. und breiter Säbel' [vgl. FISCHER in
141 II] ; hieraus russ. jarlyk, vulgo jer­ MSOS H, 229] ; hieraus bulg. serb. jata­
lyk 'Etikette oder Zettelehen (auf Kisten, gan, russ. jatagan, cech. poln. j"tagan ;
Ballen, Säcken oder Al'zneigläsern)', rum. iatagan, frz. yatagan ; ndl. jatagan ,

poln. jarlyk, bulg. jarlik 'Quittung, eng\. yataghan 'tk. Dolch', dtsch. Jatagan
schriftliche Erlaubnis'. [Gorjajew 436. nach Jacob EMA 10 früher in Bayern
Bern SIEt Wb 446. scherzweise für 'Seitengewehr' üblich.
938. Tk. jarYlI : [Devic DEt 226.
'Kluft, Spalte' [Stamm jar, S . hier Nr. 945. Tk. jataJ.t :
935] ; hieraus russ. jaruga 'Schlucht, 'Bett' [Stamm jat 'liegen, strecken'
Hohlweg', serb. jaruga 'dass.' [so hier Vämbery TktEtWb S. 126, Nr. 138] ;
Nr. 935]. hieraus rum. iatac 'Schlafstube, Neben­
939. Tk. jasa1 p gemach', bulg. serb. jatak 'Bett, Lager,
'Gesetz, Verordnung; Verbot' [Kelekian Diebeshöhle', serb. pojatak 'Schlafgemach
J.(ämtls 1338 und 1352; vom Stamme für ein Ehepaar'. [Bern SIEtWb 450.
jas 'Reihe, Regel, Gesetz' Vämbery 946. Tk. jawas :
TktEtWb S. 123, Nr. 1 34. Die Ansicht 'Sachte, langsam' [Stamm jaw 'eitel,
von Bern SIEtWb 448, das Wort sei nichtig, schlecht' Vambery TktEtWb
ar., ist ein Irrtum; umgekehrt ist das S. 109, Nr. 1 19] ; hieraus rum. ial'a�
tk. Wort mit dem Suffix des Berufes 'sachte ; Gemächlichkeit'.
als jasak.gt, jasa1!g'i ins Arabische über­ 947. Tk. jawasa :
gegangen : äg. Dialekt jasä"{cgi 'Kawaß' 'Eisen- oder Holzkneife', die man dem
ZDMG LI, 310 und Dialekt von Damas­ Pferde an die Nüstern steckt, wenn man
kus jasalcgi 'Türhüter, Schließer' HaHm es beschlagen will [wohl zu jawas 'leise,
Dammlls, J.(ämtls al-'awwäm. Damaskus sachte' ; Kelekian "(5:.ämlls 1361 ] ; hieraus
1923. S. 309] ; hieraus bulg. jasak, iesak rum. iava�a, iaba�a 'Bremse, Kneife
'Verbot, Wache', serb. jasak 'Verbot', (für widerspenstige Pferde)'.
russ. jasak 'Tribut, den die Stämme 948. Tk. jedek :
Sibiriens in Form von Pelzwerk abzu­ 'Handpferd, Vorspann' [nur zufällig an
liefern haben'. ar. jad, jed 'Hand' anklingend ?] ; hier­
940. Tk. jazdyJ.t : aus rum. jedec, edec 'Zubehör, Gepäck,
'Kissen' [vom Stamme jat, jas 'liegen, Zugseil', daher a trage Za edec 'ein
ausstrecken, flach' Vambery TktEtWb Schiff treideln'.
S. 126, Nr. 1 38] ; hieraus bulg. jast'bk 949. Hebr. Jehübä :
'Kopfkissen', serb. jastuk 'Kissen, Pol­ Vierter Sohn des Patriarchen JAKOB,
ster'. [Bern SIEtWb 449. danach Stamm und Königreich Juda
941 . Ar. jasUl : benannt : gr. 'Ioubac;;, 'Iouba [bab.-ass.
'GrÜßer Jaspis' ; hieraus über tk. jesem Ja'üdu 'der gelobt oder berühmt ist'] ;
rusS. serb. jasma 'dass.'. hieraus lat. judaeus, afrz. juieu, fem .
942. Pers. jäsäUlin : juive und danach ein neues masc. frz.
'Jasmin' [ar. jasamün, gr. ida"'Tl] ; hier­ juif, prov. juzieu, kat. juheu, sp. judio,
aus mit Anlehnung an gelso 'Maulbeer­ pg. judeu, it. (alt) giudio [neu : ebreo],
baum' it. gelsomino, gesmino, mlat. gel­ eng!. jew, dtsch. Jude ; eng\. yiddisch,
seminum, Jesminium, provo jaussem�'n, dtsch. jiddisch zur Bezeichnung der
jensemil, frz. sp. jasmin, pg. jasmim, dtsch. Sprache im Munde der Ostjuden ;
kat. gessami, rum. iasmin, iasom-ie, as­ russ. lid, cech. lid, poln. iyd [vg!. hier
monie [letztere Formen über ngr. lla­ Nr. 424].
aou",I] ; dtsch. Gelsemin, Jelsotnin, Jas­ 950. Tk. jel :
min, Schasmin, eng!. jasmin, jasmine, 'Wind, Lähmung,Rheumatismus' [Stamm
nd!. jasmijn ; russ. bulg. serb. jasmin, ja, jeZ 'Wind, windig' Vambery TktEtWb
cech. jasmin, poln. j'asmin. [OE 291. S. 131, Nr. 142 1] ; hieraus rum. iele, ele
Eguilaz 432. Devic DEt 145. ML 4577. 'Lähmung, böse Fee'. [Löbel EITAP
Kluge 218. 55.
Tk. jelek.] 76

95 1 . Tk. jelek : erfolgt, weil . die gabelförmige Wurzel


'Weste' [Dozy VHem 43J ] ; hieraus ait. eine gewisse Ahnlichkeit mit der mensch·
giulecco, sp. gileco, jaleco, chaleco, pg. lichen Gestalt zeigt. Hieraus dtsch.
ialeco, provo gileco, frz. gilet, it. gile Ginseng, engl. ginseng usw. [Hirth
'Weste'. rum. ilic 'langer Bauernmantel' ; ChinFW 209.
rusS. lilet, bulg. serb. lilet, bulg. liletka 956. Jap. j inrikisba :
'Weste'. - [Die alte von MENAGE her· [Aus jin 'Mensch', s. hier Nr. 955, riki
rührende Ableitung führte frz. gilet als 'Kraft', sha 'Wagen', also 'Menschen·
dem in. auf den Eigennamen Gilles < kraftwagen'] 'ein leichtes, zweiräderiges
Aegidius zurück ; hiermit sollte eine Holzwägelchen, das von einern Manne
kornische Figur des Jahrmarkttheaters gezogen wird'; hieraus engl. rickshaw,
bezeichnet worden sein, in deren Kostüm angloind. jennyrickshaw Dieses Gefährt
.

die Weste eine ähnliche Rolle spielte, ist übrigens erst seit ungefähr 1 870 in
wie die Hosen beim Pantalon, vgl. G. PA· Gebrauch, hat sich aber in kürzester
RIS in Romania X, 444. ZfromPh V, Zeit über ganz Japan, die Häfen Chinas,
100. XIV, 180. SBKAW Wien phil .• die malayischen Inseln und Indien ver·
hist. KI. CXXXVIII, 1 , S. 8.] [DE 291. breitet; neuerdings wird die Rickshaw
ML 9582. stellenweise durch die Straßenbahn ver·
952. Tk. jelkowan : drängt. [Hobson·Jobson 459/460. Chamb
'Ein Vogel, Hälcyon oder Porcellaria AllJap 2R8/290.
yelcovan' [aus tk. jel, s. hier Nr. 950, 957. Tk. jine :
und tk. 1;owan, Part. praes. act. des Vbs. 'Nadel' ; hieraus rum. iglila 'Häkelnadel'.
1;owmq1; 'jagen' vom Stamme 1;og, 1;ow 958. Tk. j irmi :
'jagen, verfolgen' Vambery TktEtWb 'Zwanzig', mit dem Suffix ·lik zur Be·
S. 91, Nr. 95 ; Kelekian �ämlls 1355 b] ; zeichnung eines Geldstücks jirmi·lik
hieraus rum. elcovan 'Eisvogel, See· 'Münze von 20 Para oder 20 tk. Pfund' ;
schwalbe'. hieraus rum. irmilic 'alte Silbermünze
953. Tk. jeiiibahar : von 20 Piastern'.
959. Hebr. jößeI :
'Spanischer Pfeffer, Capsicum annuum' 'Blasinstrument, Widderhorn, Posaune' ;
[aus tk. jeni 'neu' vom Stamme en, en,
jen 'klein, jung, neu' Vambery TktEtWb
hiermit blies man jedes 50. Jahr ein,
S. 32, Nr. 351I und ar. bahär 'Gewürz'] ; das nach mosaischem Gesetze ein Erlaß'
hieraus rum. enibahar 'Paradieskörner, jahr war, daher 'Jubeljahr'; hieraus lat.
jubilaeum, jubilare und frz. iubiU; eng!.
Piment zum 'Vürzcn der Wurst'.
jubilee, dtsch. Jubel, Jubiläum, jubeln,
954. Tk. jeiiiceri : russ. jubilei, bulg. serbe jubilej, cech.
[Aus tk. jeni, s. hier Nr. 953, und ceri ;ubileum, poln. jubileusz. [Ave·L IV,
'Heer, Truppe' vom Stamme cer, tel' 380. Devic DEt 145/146. Gorjajew 432.
'eng zusammenziehen, vereinigen' Vam· 960. Tk. jogurt :
bery TktEtWb S. 1 70, Nr. 182 II], Name 'Geronnene Milch' ; hieraus rum. iaurt
des stehenden tk. Heeres von 1330 bis 'gegorene Schafsmilch', iaurgiu 'Sauer­
1826, in welchem Jahre Sul!än MA�. milchverkäufer', als Joghurt zur Bezeich­
MUD 1I. die Truppe auflöste [vgl. Th. nung einer nach bestimmten Verfahren
Menzel, Das Korps der Janitscharen. In gesäuerten Milch in alle europäischen
Beiträge zur Kenntnis des Orients. I. Sprachen übergegangen.
(1902/03) und in der Beilage zur All· 961 . Tk. jorgan :
gern. Zeitung 1 903, Nr. 284/286]. Hier· Decke' ; hieraus bulg. jttrgan 'dass.',
aus [und aus der älteren tk. Form ja· rum. iOt'gan 'Bett· oder Steppdecke',
nycary] bulg. janicarni, serb. janicar, iOl'gangiu 'Polsterer'.
klruss. janycar', jancar, ndar, russ. 962. Tk. juftra :
janicar, poln. janiczar, cech. janicar ; 'Eine Art feinen Gebäcks, Blätterteig'
dtsch. Janitschar, ndl. janitsaar, engl. [Kelekian �ämlls 1365 b ; vgl. tk, juf1;a
janizary ; it.giannizzero, frz.jannissaire, 'dünn' vom Stamme ok, jog, juf 'reiben,
sp. jenizaro, pg. janizaro, rum. ianicer, kneten, fein, dünn' Vambery TktEtWb
ienicer. [Devic DEt 143. ML 4583. S. 47, Nr. 49 IV] ; hieraus rum. efca,
Gorjajew 436. Bem SIEtWb 445. efcale 'eine Art Kuchen'.
955. Chin. jensben : 963. Jap. jüjntsu :
[Aus jen 'Mensch' und sMn 'die Wurzel Eine Art des Ringens, die in Japan ge·
von Panax ginseng'] Name für die übt wird [aus jap. jü 'zehn' und juts'
Wurzel der Panax ginseng, die berühmte 'Kunst,Kunstgriff'], hieraus dtsch. Dschiu
·

Universalmedizin der Chinesen ; die Vor· Dschitsu. Der Grundgedanke ist dabei,
setzung der Bestimmung jen ist wohl nicht Kraft mit Kraft zu überwinden,
77 [Tk. jük.

sondern der Kraft durch Gewandtheit hemd' ; engl angloind. cabaya 'leichter
auszuweichen ; dazu befähigen verschie­ wollener Unterrock', von Männern wie
dene Kunstgriffe, durch Druck einen Frauen getragen ; nd!. kabaai 'Hauskleid,
scheintodähnlichen Zustand hervorzu­ Hausrock' [wohl unmittelbar aus Java,
rufen, den Scheintoten wieder ins Leben wo die Kleidung der Eingeborenen aus
zmückzurufen, Beine zu stellen u. ähnl. einem Sarong und einer kabaai besteht ;
[Chamb AIIJap 458/4b9. vgl. Pijn 259 : 'langes, weites Kleid', aus
964. Tk. jük : dem pers. Grundwort mit i der Einheit].
'Last' [Stamm jük 'hoch, oben, auf­ [Dozy Oost 44/45. Hobson-Jobson 137 u.
häufen, auflegen' Vambery TktEtWb 138. Gorjajew 1 25. 243. Bern SIEtWb 464_
S. 8, Nr. IV); hieraus bulg. juk 'Last, Devic DEt 73/74. DE 244. Eguilaz 351 .
Ballen', russ. w'juk, tjuk 'Saumlast', ML 4648.
Pack, Ballen', poln. juki, klruss. 'vuk. 972. Ar. kabäb :
[Gorjajew 60. Bern SIEtWb 458/459. 'Auf eiserne Spieße gesteckte, stark ge­
965. Tk. jular : pfefferte und über einem Kohlenfeuer
'Halfter' [vom Stammejol 'gehen, schrei­ gebratene, kleine Slücke Hammelfleisch'
ten, Weg', also jular 'Richtunggeber, [z. B. Brugsch, Reise nach Persien I, 143],
Lenker', Vambery TktEtWb S. 134, tk. kebab ; hieraus rum. chebab 'Brat­
Nr. 145 1) ; hieraus bulg. serb. jular, serbe fleiseh' ; bulg. kebap, serbe cebab, klruss.
ular 'dass., Leitseil'. kebab 'am Bratspieß gebratenes Fleisch',
966. Tk. jurt : ruSSe kebab, kabaw, kebat 'gebratenes
'Heimat, Dorf' ; hieraus russe jurt 'No­ Fleisch'. [Gorjajew 1 38. Bern SIEtWb 498.
madenlager' ,jurta 'Filzzelt der Nomaden'. 973. Ar. kabäba :
967. Tk. j ürümek : Auch kubllba 'ein Klettergewächs der
'Vorwärts marschieren' [vom Stamme malayischen Gebiete, Pi per cubeba' [sein
jol, jur, jür 'gehen', S. hier Nr. 965), Name kabäb chin'i im Hind. zeigt, daß es
dazu subst. Infin. jürUjül! 'Vormarsch, durch chinesische Kaufleute aus dem
Angriff, Sturm' ; hieraus rum. iuru�, iu­ Osten eingeführt wurde) ; hieraus bereits
ref dass.', bulg. jurjus, serb.jul'il! 'Sturm seit dem MA it. cubebe, provo cubeba, frz.
(feindlich)'. cubebe, sp. pg. cubeba ; eng!. cubeb, dtsch.
968. Tk. jüz : Kubebe(npfeffer). [OE 257. Hobson-Job­
'Hundert', mit dem Suffix -lik [so hier son 277. MI. 4648 a. MWiD 84.
Nr. !J1i8) jüzZük 'Münze von 100 Para 974. Ar. kabäla :
oder 100 tk. Pfund' ; hieraus rum. iuzluc 'Steuer oder Taxe, die an den Fiskus zu
'Geldstück von 100 Piastern'. zahlen ist' ; hieraus mlat. caballa 'Steuer',
969. Tk. j ylanliawi : provo sp. gabela, pg. gabella, frz. gabelle
'Zickzack, Spirale' [KeU�kian �äml1s 1 370 ; 'Warensteuer', it. gabella 'dass.', von
aus jylan 'Schlange' und l;awi 'spiralig') ; Neapel südwärts und siz. 'Miet- und
bieraus rum. mit Abfall der ersten Silbe Pachtvertrag' [z. B. der Vertrag, durch
langavie 'Zickzack, Feston'. den die Schwefelminen Siziliens an einen
970. .Ar. kä'a
' : Unternehmer gabelloto verpachtet wer­
'Hof', plr. l;a'ät; sie waren nach Al:!- den : gewöhnlich gegen 200;0 vorn Werte
MAD AL-MA��ARI (159 1 - 1 632) in An­ des gewonnenen Schwefels, vgl. Globus
dalusien mit Azulejos [so hier Nr. 1 3 1 1 ) LXVII, 1 54], rum. havalea 'Abgabe,
gepflastert ; daher sp. alicatado 'Tafel­ Arbeitsdienst' [wohl durch Kontamination
werk aus Fliesen' in den Höfen (patios) mit are b,awäla 'Auftrag, Bürgschaft,
oder Sälen. - DE 140. Wechsel', S. auch Löbel EITAP 52] ; ruSSe
971. Pers. käbä : kabala 'Schuldbrief, Verschreibung, be­
Ar. l;abii,' 'ein' Oberkleid oder Mantel' sonders zur Leibeigenschaft', klruss. ka­
[Dozy Vetem 352/362). vulgo are l;abllja ; bala 'Verschreibung zum Leibeignen',
hieraus pg. cabaya 'seidenes Oberkleid zakabalyty 'zu seinem Untertanen ma­
der Orientalen', [mit rom. Suffix) sp. chen'. Mit ar. Art. ergibt sich sp. alcabala
cqbaza 'langer Regenmantel', rum. cheba 'Verkaufsgebühr', pg. alcavala 'Eingangs­
'Bauernmantel aus weißem groben W011- steuer'. Aus dem H. wurde serb. poln.
zeuge', cabanita 'fürstlicher Pelzmantel', gabela 'Zoll, Steuer'. - [Ableitung aus lat.
sp. gaMn, pg. gabbäo, frz. gaban, caban, gabulum < ags. galol vom Vb. gifan,
it. gabbano 'Regenmantel' ; serb. kaban, wie Diez Wb der rom. Spr. 150 vorschlug,
bulg. kabanina, rUSSe olJaben' 'weites är­ ist abzulehnen, da lautlich fast unmög­
melloses Gewand, Mantel', cech. kabanc lich.) [DE GREGORIO in StGlltII. Mikl
'Regenmantel, kurzer Bauernrock' ; [über SIEtWb 107. Bern SIEtWb 464. OE 74
ngr. Ka�d!)\ oder ung. kabat) rUSSe kabat, U. 75. Eguilaz 121. RomForsch IV, 589.
serbe kabad, cech. poln. kabat 'Bauern- XXII, 629. ML 6893.
Tk. lf.aban.] 78

975. Tk. kaban : frz. chevilles 'Knöchel'. - [Lat. cavUla


'Eber' [Stamm �ab 'aufstehen, anschwel­ heißt dagegen 'Stichelei , Neckerei'.]
len, dick, rund', vg!. eag. (taban 'groß, [HArHebrAn 92/96.
stark, hoch' Vambery TktEtWb S. 64, 981. Ar. kabir :
Nr. 7 1 I] ; hieraus russ. kaban, poln. klruss. 'Groß', tk. kjabir 'dass., mächtig' ; hier­
kaban 'dass.' und Ableitungen, z. B. poln. aus rum. chiaOOr 'reich'.
kabanina, (dia!.) chabanina 'Schweine­ 982. Ar. kabfil :
fleisch'. [Gorjajew 125. Bern SIEtWb 464. Subst. Inf. von {tabala 'empfangen' ;
Karlowicz 426. hieraus rum. caOOl 'Nachlaß', cabulipsi
976. Tk. kabara : 'sich herablassen'.
'Schmucknagel mit großem , vergoldetem 983. Hind. kachchä.:
Kopfe' [Kelekian J>:ämüs 943 a) ; hieraus 'Roh, unreif, ungekocht' ; hieraus anglo­
rum. gabara 'Flitter, Paillette'. jnd. cutcha, kutcha, in vielen Verhin­
977. Hebr. kabbäla : dungen im Gegensatz zu pucka ge­

'Geheimlehre', die .. man durch Über­ braucht, z. B. cutcha-road 'einfacher
lieferung von den Alteren erhalten hat Weg mit erdigem Grunde', pucka-" oad
[vg!. käßal 'erhalten'), 'Intriguen' ; hier­ 'Straße mit festem Grunde, makadami­
aus it. cabala 'dass., Kunst der Prophe­ sierte Straße', also kurz : cutcha 'echt',
zeiung aus Zahlen', frz. cabale, sp. pg. pucka 'unecht'. [Hobson-Jobson 287.
cabala ; nd!. cabbala, cabaal, eng! . cabale, 984. Ar. Udi:
dtsch. Kabale; poln. kabala, klruss. ka­ 'Richter', hieräus sp. alcalde 'Dorfvor­
bala 'jüdische Geheimlehre, Intrigue'. stand' , sp. pg. cadi 'mul;1ammedanischer
- [Nach anderer Annahme soll das Wort Richter', kat. plr. cadisos, rum. cadi,
wenigstens in seiner modernen Bedeu­ cadiu, frz. cadi, cadhy, kadi 'Richter',
tung als Akrostichon aus den Namen der alcade 'Dorfvorsteher' ; eng!. cadi, (ältere
im Jahre 1670 ernannten eng!. Minister Form) cauzee, daneben angloind. cazee,
Clifford, Ashley, Buckingham, Arling­ kajee 'ein ganz bestimmtes Amt mit
ton und Landerdale gebildet sein ; da­ richterlicher Funktion in Britisch·Indien'
gegen Mahn EtUnt 68 ff. ; das dtsch. [vg!. im einzelnen Hobson-Johson 1 7 7
Wort kommt schon seit dem 1 6. Jahr­ bis 1 80], dtsch. Kadi, nd!. kadi ; russ.
hundert vor. Vg!. Franz Gräffer, Histo­ kadij, bulg. serb. kadija, poln. kadi,
rische Raritäten. Leipzig 1 814. S. 516.) kady 'Richter'. [DE 80. Eguilaz 1 27.
[Devic DEt 73. ML 4659. Kluge 220. Devic DEt 74. Lammens Rem 63. M L
Bern SIEtWh 464. 6897. Bern SIEtWb 41i6.
978. Ar kabbär :
. 985. Ar. kadI:
'Kapern', die jungen Blütenknospen von Hieraus frz. cadie 'ein in Arabien hei­
Capparis spinosa [aus gr. Kdltltapl�], Ein­ mischer Strauch' [Lammens Rem 64].
heitsnomen 1;obbära ; hieraus mit ar. 986. Ar. kadim :
Art. sp. pg. alcaparra, it. caparra. Die 'Alt, antik' ; hieraus sp. cadin 'altertüm­
übrigen Formen kommen dagegen un­ lich', pg. cadimo 'erfahren, geschickt'
mittelbar über lat. capparis aus dem gr. [Constancio Dicc 202 cl. [DE 244. Egui­
Grundwort: it. cappari, frz. capres; eng!. laz 353. ML 4652.
capers, dtsch. Kapern, Kappern ; russ. 987. Ar. kädir:
kaperS!!, bulg. kapari, serb. kapre, ka­ Ebenso tk. �ädyr 'fähig, mächtig' ; hier­
pra, eech. kapary, kaparky, poln. ka­ aus bulg. kad'ör, serb. kade,', kadar 'fahig,
pary, 7caparki [vg!. ngr. KU1rdpp]. imstande'. [Bern SIEtWb 466.
979. A r. kabila : 988. Ar kädfis :
.

'Stamm' ; hieraus asp. cabila, alcavera, 'Krug' [aus gr. Kdho� 'Gefäß oder Eimer
sp. gabilla, apg. cabilla, cabilda, pg. al­ für Wasser oder Wein', lat. cadus ; diese
cabella, alcavale 'Schar', frz. kabyle Be­ Wörter aus hebr. �d, vg!. assyr. �adü
zeichnung der Berberstämme Algeriens 'ein bestimmtes Tonbehältnis', DeI HWB
und Marokkos, la Kabylie ihre Heimat, 581 a ; doch vergleiche man zu der fol­
eng!. kabyle, dtsch. Kabyle 'Angehöriger genden Bedeutungsentwicklung 'Krug >
dieser Stämme'. [DE 77. 244. 27 1 . Voge!' das aS5yr. Wort �dü 'ein Voge!',
Eguilaz 332. M L 6894. nach ZAkkFW 5 1 wohl eine 'Eulenart') ;.
980. Ar. kabna : hieraus nach KURYLOWICZ in Rocznik
'Keil, Ptlock\ auch Bezeichnung des Orjentalistyczny. Lw6w 1925. 11, 252
Keilbeins, os sphenordale [von aqll'!v die seltenen Wörter : sp. cadoso 'Untiefe
'Keil'] ; hieraus pg. cavilha 'Pflock, Keil, im Flusse, wo sich das Wasser noch
Bolzen', it. caviglia, cavicchia 'Pflock' ; lange hält' [Dicc Cast 4 1 4 a], pg. cadoz
m lat. cavilla Ausdruck der Anatomen 'versteckter Ort, Geheimplatz' [Constancio
für 'Keilbein, Sprungbein, Knöche!', 202 c] ; zum Bedeutungswandel wird auf
79 [Tk. �adyn.

Bern SIEtWb 617 gewiesen : altslav. 'Kaffer' entstanden]. [Tendlau 1 26.


kriniea 'Topf, Krug' > poln. 'Brunnen', Kluge 221.
slov. 'tiefe Stelle eines Wassers'. Aus 993. Ar. kafas :
demselben ar. Grundworte entwickelten 'Käfig' [über' aram. !pafsä aus gr. Kdljla,
sich meistens mit ar. ArL sp. aleaduz, lat. eapsa], ebenso tk. kafes ; hieraus
arcaduz 'Brunnenrohr, Schöpfeimer an rum. eafas 'Gitter', insbesondere 'Roll­
einer Bewässerungsanlage [Noria, s. hier laden an den Haremsfenstern' und 'um­
Nr. 1561]" pg. alcatruz, asturisch eaduf, gitterte Abteilung in einer Kirche' ; bulg.
eadufol, kat. eaduf, cadufol, alcaduf, serb. kafez 'Käfig, Gitter' ; sp. pg. aleahaz
catufol, logud. caduffu, cadofulu, siz. 'Käfig', ferner mlat. cabassium, cabacius,
catus8U 'irdene Röhre zur Wasserfüh­ cabacus 'Kiepe', frz. eabas, sp. eapazo,
rung'. Aus dem pg. aleadroz entwickelte capacho, pg. cabaz 'aus Weidengeflecht
sich angloind. albatro8s, eng!. albatro8, hergestellter Korb' ; eng!. cabas 'Arbeits­
albatro8s, frz. albatros, sp. alcatl'az, körbchen für Damen', nd!. kabas 'Binsen­
dtsch. Albatros 'Diomeda exulans L.', oder Strohkörbchen', dtsch. KabaJj 'ge­
ein großer Seevogel aus der Familie flochtene Strohtascbe' [dia!., z. B. köl­
der Sturmvögel, nach der Gestalt seines nisch, s. Hönig, Wörterbuch der Kölner
Schnabels so benannt [dagegen : Eguilaz Mundart. Köln 1905. S. 85 bJ. [Devic
225 und Lammens Rem 5]. - Der plr. DEt 74. Bern SIEtWb 468.
des ar. Grundworts ist lpawädi8 'Röhren'; 994. Ar. kaWa :
hieraus mit ar. Art. sp. alcaraviz, pg. 'Wagschale ; alles, was hohl und rund
alcl"ibis 'Eisenrohr, mit dem die Schmiede ist' [auch 'innere Handfläche', vg!. hier
den Wind aus dem Blasbalge auf das Nr. 990] j hieraus siz. gaffa 'Eisenstange,
Feuer blasen' [nach OE 85]. [DE 78 die an den beiden Enden zurückgebogen
u. 79. Devic DEt 6. ML 1456. GrS ist, Krampe', sard. gaffa, kat. sp. gafa
VociSic 232. WAGNER in Herrigs 'Haken', plr. 'Brillenge-tell', frz. gaffe,
Archiv CXL, 243. Hobson·Jobson 10/11 . pr. gaf 'Haken'. [GrSVociSic 237.
989. Tk. kadyu : 9Y5. Ar. kaWa :
'Dame, Frau' [Stamm !pat 'anreihen, 'Ohrfeige' [eigentlich dasselbe Wort wie
hinzufügen ; Gefährte, Weib' Vambery hier Nr. \194], vulgo keffe, ebenso tk.,
TktEtWb S. 85, Nr. 88] ; hieraus bulg. dazu Vb. tk. kefelemek 'ohrfeigen' ; hier­
kad.na 'Türkin ; Mohn', serb. kaduna aus rum. ehelfani 'durchprügeln', ehel­
'tk. Dame' ; rum. eadina 'tk. Dame', frz. faneala 'Prügelei'.
kadine, dtsch. Kadine 'Gattin des Sul­ \)96. Ar. kißla :
tans'. 'Reisegesellschaft, Karawane', hieraus
990. Ar. kafi : sp. pg. cafiZa 'dass., Haufen, Menge' ;
'Schädel, Hinterkopf', ebenso tk. ; hier­ angloind. eafiZa 'Geleitzug zur See'. [OE
aus rum. eeafa 'Nacken, Genick', viel­ 244. Hobson·Jobson 142.
leicht it. caffo 'ungerade Zahl' [wenn 997. Ar. Ußr :
nicht eher aus hebr. kaff 'Handfläche' Part. praes. act. des Vbs. kafara 'leug­
als Ausdruck des Ekels oder der Ab­ nen, ungläubig sein', also 'Ungläubiger' ;
neigung in der Gebärdensprache der hieraus sp. pg. cafre 'roh, grausam, un­
Juden ; diskutiert in ZfromPh XXVIII, gebildet', frz. cafard 'scheinheilig' [mit
98 ; XXXII, 434; XXXIII, 84. ML 6896]. der pejorativen Endung ard ; schon im
991. Ar. karaI : Ar. hatte das Wort den Sinn 'Hypokrit',
'Hinterteil, Kruppe des Pferdes' j hieraus S. Dozy Suppl S. v. ; ausführlich GRüN­
sp. pg. aleafQl' 'dass., Pferdedecke'. [DE BAUM in ZDMG XL, 240]. - Aus dem·
79. Eguilaz 1 25. ML 4654. selben Grundwort kommt der Name des
992. Hebr. kicpar: südafrikanischen Stammes der Kaffern ;
[Oder köper, vg!. aram. kaprä, assyr_ sp. pg. eafre, eng!. caffer, caffre, coffree
kapru DeI HWB 348 a] 'Dorf' j hieraus uSW. - Wegen der Worte Giaur, giaour,
dtsch. 'Kaffer' als Schimpfwort, Uf­ giaurro S. hier Nr. 632. [DE 245.
sprünglich 'Dörfler' [vgI. das hieraus Eguilaz 3ö4. ML 4655. Hobson-Jobson
entstandene Tölpel im gleichen Sinne], 140/142.
jetzt 'ungebildeter, roher Mensch'. - 998. Ar. kafiz :
[Ableitung aus dem südafrikanischen Ein Hohlmaß, 'Scheffel' [aus gr. Ka1Ti{}TJ.
Stammesnamen Kaffer < ar. käfir 'un­ aber -wohl über pers. !paviz, lpaviZ ent­
gläubig', s. hier Nr. 997, oder dia!. lehnt, S. ZDMG L, 647 ; LI, 301 und
kaffen 'schreiben' Frühbier, PreUßisches V. KREMER in SBKAW Wien CXX
Wörterbuch 1882 s. v. sind unbegründet]. ( 1889), III, 12 : .In Babylonien lernten
- Hierhin gehört auch dtsch. Kaff 'Dorf, die Araber das alte dort übliche Ge­
elendes Nest' [durch Rückbildung aus treidemal3 Ka1THhl kennen (Xenophon
Ar. �afr.] 80

Anab. I, 5, 6) und nahmen es in der 1004. Pers. kährubä :


Form !pafyz an "] ; hieraus kat. cafiz, 'Bernstein' Laus pers. käh 'Stroh' Horn
sp. pg. cahiz, it. (!:1ial. Calabrien) cav,izzu, NpEt S. 1 86, Nr. 840 und ruM, Präsens­
siz. cafisu 'ein Olmal3' [dem DezImal­ stamm des Vbs. rubüdän 'rauben, weg­
system zum Trotz noch in ganz Sizilien nehmen' ebenda S. 135, Nr. 608, also
allgemein gebraucht]. [DE 244. Egui­ eigentlich 'Strohräuber' , wozu die wört­
laz 354. ML 1478. GrSVociSic 229. liche Übersetzung gr. lTTEPU"focp6poC;,
De Sacy ChrAr 1II, 498. frz. til'e-paille, dtsch. Strohzieher vorliegt ;
999. Ar. kafr
' : für letzteres vgl. Martius, Grundriß der
Vollständig !parr aljahüd 'Juden pech, Pharmakognosie. Erlangen 1832. S. 370] ;
Asphalt' ; hieraus sp. acafelar 'Tür oder hieraus [aul3er mgr. KEpaßE, KEpafJE und
Fenster zumauern, eine Wand mit ngr. KEXPlfJlTdpI] über vulgo tk. kehribar,
Gips oder Kalk tünchen' [Dicc Cast 21 a] , kihlibar mit Dissimilation auch die slav.
pg. acafelal' 'mit Stein und Kalk zu­ Formen bulg. kehlibal', serb. hilibat· ;
mauern' [Constancio Dicc 9 cl. - DE ferner rum. chihlibat·, chihlimbar, chih­
51 /52. rimbar; mlat. carabe (im 13. Jahrhundert
1000. Hebr. käbäl : belegt), sp. it. carabe, frz. carabe 'Bern­
'Versammlung, Gemeinde' ; hieraus russ. stein' ; dtsch. Karabe (1492 belegt), dän.
kagal 'Gemeinde bei den Juden, jüdi­ 1'av [dagegen schwed. bärnsten wie auch
scher Gemeindevorstand'. - Gorjajew poln. bursztyn aus dem Deutschen, engl.
1 26. yellow amber, s. hier Nr. 78, und russ.
1001. Mal. kähau : jantar' aus dem Uralaltaischen, vgl.
'Eine Art kleiner Affen mit langem ung. gyanta 'Harz', gyantar 'Bernstein'].
Schwanze von verschiedener Farbe' - Als Kuriosum sei erwähnt, dal3 käh­
[fehlt bei Pijn, aber Roorda van Eysinga, rubä von einem Gelehrten des 18. Jahr­
Maleisch en Nederduitsch woordenboek. hunderts zum Arzte gemacht worden
Batavia 1825. S. 302 ; onomatopoetisch ist ; dieser ist bei Jo. Albertus Fabricius,
nach seiner Stimme, vgl. dajak. kahau Bibliotheca graeca. Vol. XIII. Ham­
'rufen'] ; hieraus engl. kahau 'ein lang­ burgi 1 746 im Elenchus medicorum
nasiger Affe mit langem Schwanze aus veterum S. 106 erwähnt, vgl. ZDMG
Borneo, Semnopithecus nasalis' [auch XLIII, 381 . - Vgl. Jacob, Neue Bei­
proboscis- monkey genannt]. [JAOS träge zum Studium des kaspisch-balti­
XVIII, 63/64. sehen Handels im MA. I. Neue Studien
1002. Ar. kahba : den Bernstein im Orient betreffend. In
'Hure, Buhlerin: alte Frau' [vom Vb. ZDMG XLIII, 353/387, insbesondere
!pab,aba 'husten' mit Anspielung auf über ,die Verbreitung des Wortes Käh­
das Husten, dessen sich die Buhlerinnen ruba " eben da 382 ff.
bedienen, um ihre Kunden anzulocken] ; 1005. Ar. kahwa :
hieraus it. (dial. Neapel) guappa 'eine 'Wein' Ldoch 'stammt das Wort sicher­
kühne Frau ; Maulheld', frz. (Argot) lich wie die Sache selbst aus der Um­
gouape 'Zuhälter, Bummler', gaupe 'un­ gebung Abessiniens : die Landschaft
gestaltes, schmutziges Weib , Zottel, Kaffa ist die Heimat des Kaffeebaumes,
Schlampe, liederliche Person' [dagegen der von Saih AS-SADILI nach Süd·
Behrens Beiträge 1 10/1 1 1, wo das Wort arabien eingeführt wurde, wo der Haupt­
auf germ. walpa 'Kupplerin, dummes ausfuhrhafen Mol}a war ; hieraus dtsch.
Weib' zurückgeführt wird ; dort auch Mokka]. tk. kahwe ; hieraus um die
noch verschiedene andere Etymologien]. Wende des 16. und 17. Jahrhunderts in
- La Cava wurde auch die Tochter Europa eingeführt als it. cahue [Pietro
Julians, die eigentlich Florinda hiel3, delIa ValIe, Viaggi (ediz. di Roma) I,
genannt ; ihre Entehrung durch König 1 1 0], caffe, frz. sp. pg. cafe, rum. cafe,
Roderich soll die Veranlassung gewesen cafea ; eng!. coffee, ndl. kotfie, dtsch.
sein, daß ihr Vater aus Rache die Ara­ Kaffee [1582 als chaube, 1 663 cahwe
ber herbeirief. Der Name wird aus ar. belegt] ; russ. kofe, kore}, klruss. lcofij,
!pa!tba erklärt, vgl. Don Quijote I, cap. kava, cech. kava, poln. kawa, bulg.
XLI [Colecci6n de autores espafioles. kahwe, serb. kahwa, kafa [vgl. poln. ka­
Tomo IlI. Leipzig 189 1 . S. 296, Z. 3 pinaz, kafenauz < dtsch. Kaffeehaus].
v. u.] : cava en 8U lengua quiere decir - Die afrikanischen Stämme essen die
mujer mala. [Devic DEt 125. ZDMG gerösteten Bohnen [ar. bunn, wodurch
XXXIX, 575. unser dtsch. Wort beeinflul3t ist] mit
1003. Ar. kahkaha : Butter ; erst spät, etwa im 1 5. Jahr­
'Gelächter, Lächausbruch' ; hieraus sp. hundert wurde der Trank erfunden, um
carcajada 'dass.'. - DE 249. die Derwische wachzuhalten, damit sie
81 [Ar. �ä'id.

ihre Gebetsstunden nicht verschliefen. 1010. Ar. kä'immakäm :


Im Jahre 1459 kam der Kaffee [wie 'Orts- oder Dlstriktsvorsteher' [aus ar.
oben angedeutet] nach Arabien und bald 1!ä'im part. praes. act. des Vbs. 1!äma
nach Syrien : um 1550 wurden von 'stehen' und ma1!äm 'Ort', also etwa
Damaskus und Aleppo aus die ersten 'locum tenens'), tk. kajma1!am ; hieraus
Kaffeehäuser in Konstantinopel einge­ rum. caimacam 'Distriktsvorsteher', sp.
richtet ; um 1580 brachten die Venezianer caimacan 'Leutnant' [DE 245).
das Getränk nach dem übrigen Europa. 1011. Ar. �aisärlja :
Die ersten Kaffeehäuser wurden 1 650 'Ladenreihe, Bazar' [noch jetzt in Da­
zu Oxford, 1 652 in London, 1679 in maskus und Beimt Bezeichnung der
Hamburg und 1 72 1 in Berlin eröffnet. großen Karawanserais, vom gr. Adj.
- Aus tk. kahwe alty [wörtlich . das Kau:rape{a, d. h. der 'kaiserliche' sc. t

Untere des Kaffees' von alt 'unten', Markt, vg!. Dozy Suppl H, 432] ; hieraus
Stamm al 'nieder, unter' Vambery Tkt sp. alcaiceria, alcaeceria, pg. alcaiJarias,
EtWb S. 13, NI'. 12], vulgo kahwalty kat. (alt) alcacel'ia 'die Waren, die im
'erstes Frühstück', wurde rum. cafaltic Bazar verkauft werden' [DE 76).
'dass.'. [Gorjajew 1 64. Bern SIEtWb 1 01 2. Tk. kaisy :
468/469. Kluge 220. Hobson-Jobson 'Aprikose, Malum armeniacum' ; hieraus
232/233. MWiD 82. (Ar. Ansichten bulg. lcajsij, serb. kajcija 'Aprikose, Apri­
über die Etymologie des Wortes S. de kosenbaum' ; rum. cais 'Aprikosenbaum',
Sacy ChrAr I, 180 ; II, 226/227). caisa 'Aprikose', caisiu 'aprikosenfarben'.
1006. Ar. kä'i d : [Bern SIEtWb 469.
'Befehlshaber' [vom Vb. 1!äda 'leiten, 1013. Ar. �ajjäd :
regieren'] ; hieraus mit ar. Art. sp. al­ 'Fessel' [vom Vb. 1!ajjada 'binden, fes­
caide 'Kommandant einer Festung', pg. sein'] ; hieraus mit ar. Art. sp. alcayata
'dass., Richter' [infolge Kontamination 'Wandhaken, Hakennagel' [DE 90).
mit al-1!äqii, S. hier NI". 984], eng!. al­ 1014. Tk. �ajy� :
caide, alcalde 'Festungskommandeur, 'Boot ; langer, sehr spitz zulaufender und
höchster Zivilbeamter einer Stadt; Ge­ von leichtem Holze gebauter pfeilschnel­
fängniswärter' ; siz. cajitu 'Rädelsführer' ler Kahn' ; hieraus bulg. serb. kaik 'Kahn
[alt gaitu 'Richter'], kat. sp. cayado, für 10 Mann', poln. kaik, klruss. kajuk
gayato, pg. cajado 'Hirten- oder Bischofs­ 'Flußboot', rusS. kaik, kajuk 'Boot, Last­
stab' [da der Hirte das Haupt oder der schiff' ; rum. caic 'Barke' , caicgiu 'Barken­
Führer seiner Herde ist]. I DE 79. führer', it. caicco 'kleine Barke als Ret­
Eguilaz 1 26. ML 6898. GrSVociSic tungsboot, Schaluppe', siz. caiccu auch
229. GIBBS in American Journal of 'Kuppler', frz. caiq, ca'ique, ca'ic ; nd!.
Science & Arts XXXIlI, 324. ka�ck, eng!. ca'ique 'Schaluppe, Boot auf
dem Bosporus und dem Schwarzen
1007. Ar. kaff: Meere'. - [Hobson-Jobson 143 fragt mit
'WieT, tk. kejf 'Befinden, Wohlbefinden', Recht, ob das Wort zufällig oder durch
dessen Betätigung im Sinne des Orien­ tk. Sprachverwandtschaft hindurch mit
talen vor allem träumerisches Nichtstun dem grönländischen kajak gleichlautet].
beim Rauchen und Kaffeetrinken ist. [Gorjajew 158. Bern SIEtWb 469. GI'
Hieraus rum. chef 'Lustigkeit, Wohl­ SVociSic 229.
behagen' , che(liu, chefo� 'kreuzfidel', 1015. Tk. �ajys:
bulg. kejf, kef 'Lust, gute Laune', serb. 'Schmaler Riemen' [Kelekian J):ämüs
cef, ceif, ceip 'Lust', poln. kiejf 'Mittags­ 940; vom Stamme 1!aj 'hart, fest ; Stein,
ruhe'. [Bern SIEtWb 499. De Sacy Fels' Vambery TktEtWb S. 83, NI'. 87 ;
ChrAr 11, 479. vgl. cag. 1!ajral; 'Schleifstein'] ; hieraus
1008. Tk. �ajma: bulg. serb. kais 'Riemen'.
'Saum, Umsäumung' [Kelekian J):ämüs 1 016. Ar. käkang :
941 : 1!ajmak 'gleiten' vom Stamme taj 'Nachtschatten' [wohl pers. Ursprungs] ;
'glatt, gleiten' Vambery TktEtWb S. 161, hieraus sp. alquequenge, pg. alkekengi,
Nr. 1 75) ; hieraus russ, kaima 'Kante, frz. alkekenge, dtsch. Alkakandschi 'Ju­
Saum', klruss. kajma 'Stickereisaum'. denkirsche, Physalis alkekengi oder Ph.
[Bern SIEtWb 469. pubecsens L.'. [DE 147. Devic DEt 24.
1009. Tk. �ajma�: 1017. Mal. kakatüwa :
'Milch, Rahm' [Kelekian J):ämüs 941] ; 'Ein Papagei des malayischen Archipels'
hieraus rum. caimac 'Sahne, Rahm', cai­ [entweder nur onomatopoetisch oder aus
maci 'entrahmen', bulg. serb. kajmak kakak 'Bruder, Schwester', tuä 'alt', also
'dass.', rusS. kaimak 'dicke Sahne'. 'alte Schwester, alte Dame', ein fami­
LBern SIEtWb 469. liärer Namen für den Vogel, ähnlich wie
L o k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch . 6
Jap. kakemono.] 82

eng!. Polly, dtsch. Lore] ; hieraus sp. ca­ calafetar, pg. calafetar, rum. calfatare,
catua, pg. cacatou, catatua, frz. cacatoes, calfatui ; nd!. kalfaten, kalefaten, dtsch.
cacatois [beides glE'ich ausgesprochen] ; kalfatel'n ; bulg. kalafat, serb. kalavatiti,
eng!. cockatoo, nd!. kakatoe, kaketoe, russ. konopatit', konopat' 'Werg zum
dtsch. Kakadu, schwed. kakadu, cacatu. Kalfatern' [durch Kontamination mit
JAOS X"\lI, 128/130. Hobson-Jobson konoplja 'Hanf]. - Hierher gehört auch
227. MMM 27. Devic DEt 74. Kluge dtsch. Klabautermann 'Schiffskobold'
222. Suohlati, Die dtsch. Vogelnamen. und nd!. klavaatshammer 'Kalfatham­
Straßburg 1 909. S. 3/4. mer'. [ML 4663. Kluge 222 und 241.
1018. Jap. kakemono : Gorjajew 155. Bern SIEtWb 470. (Vgl.
'Bild' [zum Aufhängen ohne Rahmen in auch ZfromPh XIV, 370.)
Form einer Rolle, vg!. jap. kakeru 'auf­ 1 023. Ar. kalam :
hängen' und mono 'Ding']. Das Kake­ 'Schreibfeder' '[aus gr. Kd).a/los], ebenso
mono ist die gewöhnliche Gestalt des tk. l;calem ; hieraus bulg. kalern 'Rohr­
jap. Gemäldes und nimmt den Platz des feder', serb. kahm 'dass.', kalam 'Pfropf­
gerahmten Bildes Europas ein. Nicht reis' ; rum. calem 'Büro, Schreibstube',
benutzt, ist es fest zusammengerollt. calerngiu 'Schreiber'. [Bern SIEtWb 47 1 .
[Chamb AllJap 293/294. 1024. Pers. käläntär :
1019. Pers. käkul : 'Islamischer Mönch', aus 1001 Nacht
'Haarlocke', besonders die beiden Schlä­ wohlbekannt [aus pers. kälän 'groß',
fenlocken Uüd.-dtsch. Peies], tk. kjakül ; ein altes, nur noch dia!. gebrauchtes
hieraus bulg. kaeul, kac'ltla 'Haarschopf, Wort ; Komparativ : käläntär 'größer',
Kapuze', cech. chochol, russ. hohol 'Schopf, also wörtlich 'Major'] ; hieraus frz. ca­
Büschel Haare' [und Ableitungen s. MSI lender, dtsch. Kalender, Kalenter 'isla­
SI 908/909] ; rum. caciula 'Schopf der mischer Bettelmönch', eng!. calender.
Vögel' [ngr. KaT<Joi).a 'Mütze, Haube'], [Devic DEt 78.
'Pelzrnütze'. Gorjajew 401. Bern SIEt 1025. Ar. kalb :
Wb 466 [hier auch noch andere Ablei­ 'Hund' ; al-kalb al-al}!iar 'der kleine
tungen]. Ableitung aus hypothetischem Hund', ein Sternname im Gegensatz zum
lat. *catteulla < *cattea 'Katze', wie k. akbar 'großer Hund', d. h. Sirius;
Pu§cariu Etym. Wörterbuch der rumän. hieraus der Sternname Kalbelazguar a
Sprache 248 ansetzt, ist unnötig. Procyonis. - Vulg. ar. kelb ergibt tk.
1020. Tk. kaknm : kelb 'Hund' ; hieraus rum. chelbe 'Grind,
'Hermelin' ; hieraus rum. cacom, cacum Schorf', chelba�, chelbo� 'grindisch' [so
'dass., Hermelinpelz'. kel, hier Nr. 1 1 52]. - Devic DEt 42.
1021. Ar. kal'a : 1 0_26. Ar. �alb :
'Schloß, Burg� ; hieraus mit ar. Art. AI­ 'Herz' ; l;calb al-asad 'Herz des Löwen',
raid, N. pr., Name vieler sp. Städte. Eben­ hieraus der Sternname Kalbehasit 'Re­
so, �ala, Qualah, hieß im Mittelalter der gulus'. Aus l;calb al-'al;crab 'Herz des
Hauptstapelplatz für Zinn auf Malakka, Skorpions' wurde Kalbolacrab a Scor­
wo sich etwa im 9. Jahrhundert die Han­ pionis, d. h. Antares. - Devic DEt 42.
deIskarawanen aus Ost· und Westasien 1027. Tk. kalb :
trafen [QUATREMERE im Journal des 'Nachgemacht; falsch' [Kelekian :r>:ämtls
Savants 1846, S. 751 ; W. v. Heyd, Ge­ 968 a] ; pers. l;cälbzän 'Fälscher' [von zän,
schichte des Levantehandels im MA I, Präsensstamm zu zädän 'schlagen', also
37] ; hieraus mal. �lang 'Zinn', pg. calaim 'prägen' vgl. hier Nr. 489 j Horn NpEt
'sehr feines ind. Zinn' (Constancio Dicc S. 145,Nr. 653], ebensotk., tk. kalpazanlylp
205b ; DE 245]. Über tk. kalaj [ngr. 'Fälschung' ; hieraus rum. calp 'nichts­
Ka)'d'i] wurde serb. kalaj 'Zinn', bulg. nutzig, falsch [vom Gelde gesagt]' ; cal­
ehenso ; ferner rum. calangiu 'Verzinner'. puzan 'Falschmünzer, Betrüger', calpu­
1022. Ar. kalafa : panie, calpuzanlic 'Betrügerei , Falsch­
'Ein Schiff kalfatern und teeren' [junges münzerei' ; bulg. kalpaw 'nachgemacht,
Wort, wohl aus dem mgr. Ka).aq>aT€'iv falsch'.
'dass.', KMaq>dTTJ<; 'Schiffsarbeiter, der 1 028. Tk. �aldyrym :
die betr. Arbeit ausführt' ; dieses kommt 'Pflaster' [vom Stamme l;cal 'anschweIlen,
sicherlich aus ar. l;cafr 'Asphalt', s. hier Menge, Berg', also l;c. 'erhöhter Weg,
Nr. 999; Ersatz von ,. durch I und Me­ Pflaster', VämMry TktEtWb S. 67, Nr. 72] ;
tathesis sind häufig] ; hieraus it. cala­ hieraus bulg. kald'b1'öm, kald'brma 'Pfla­
fatare 'ein leckes Schiff ausbessern', prov. ster', serb. kaldrma 'Landstraße, ge­
calefatar, frz. calafater, calefater, cal­ pflasterte Straße' ; rum. caldarim 'Stein­
feutrer [mit Anlehnung an feutre 'Filz' pflaster' , caldarimgiu 'Pflasterer'. [Bern
im Sinne von 'Werg'], sp. calafatear, SIEtWb 472.
83 [Ar. �ali.

1029. Ar. kali : 1032. Ar. kaUma :


'Pottasche, Aschensalz' ; mit ar. Art. in 'Wort', ebenso tk. kelimet ; hieraus rum.
alle europäischen Sprachen als Fach­ a face chelemet 'mit jmd. verkehren'.
ausdruck der Chemie übergegangen : sp. 1033. Tk. �aljan :
pg. alcali, frz. alcali, als alchemistischer 'Pers. Pfeife' [aus pers. gaijänJ ; hieraus
Ausdruck algali 'Salpeter', dial. (Süd­ russ. kal'jan 'Wasserpfeife' ; frz. kalian,
frankreich) caliou 'Asche aus den Reb­ calioun 'dass.'. [Gorjajew 1 29. Devic
stöcken', engl. alkali, dtsch. Alkali usw. DEt 80.
Auch der Namen des Elementes Kalium, 1034. Tk. kalkau :
Calium gehört hierhin. [Devic DEt 7. 'Schild' [Stamm }al 'anhäufen, schwel­
Lammens Rem 7. len ; dick' Vämbery TktEtWb S. 67,
1030. Ar. kälib : Nr. 7 2 1 ; vgl. eag. l;all;an 'Schirm, Schild',
'Leisten eines Schusters', ebenso tk. eigentlich, was zur Abwehr in die Höhe
kalyb, kalyp 'Modell, Form' ; hieraus gehalten wird ; ebenso kirgis. l;all;am
rum. caUb, caUp, calup 'Gießform, Mo­ und l;all;a 'Wetterdach'] ; hieraus serb.
dell, Leiste', calupciu 'Betrüger' ; aus kalkan 'Dach, Schild', bulg. kalkan 'ein­
dem Ar. unmittelbar sp. galibo 'Schiffs­ hängiges Dach, Scholle (Fisch)', poln.
modell', frz. gabarit; asp. calibo, sp. (alt) kalkan 'Buckelschild'. [Bern SI
calibre, frz. calibre 'Durchmesser der EtWb 474.
Mündung eines Geschützes, Gewicht der 1035. Hebr; kallä :
Kugel' ; it. calibro 'Maßinstrument, um 'Braut [von källal 'einschließen', also
die Zusammengehörigkeit von Geschütz die den Bräutigam Einschließende, von
und GeschOß zu bestimmen' ; dtsch. der sexuellen Seite hergenommen, vgl.
Kaliber, engl. calibl'e [amerikanische ZDMG xxm, 680] ; hieraus jüd.-dtsch.
Schreibung calibel', s. Herrigs Archiv Kalle 'Liebste', auch in der Studenten.
CXLI, 194J, bei Shakespeare 1 . Henry IVth sprache.
IV, 2, 2 1 . 2. Henry IVth III, 2, 292 1036. Ar. kallä' :
und 295 caliver 'kleine Muskete' [wenn 'Sichere Bucht, Ankerplatz' [vom Vb.
nicht aus frz. couleuvre < lat. coluber kala'a 'bewachen, behüten'] ; hieraus
'Schlange'] ; russ.kalyp 'Gießform, -löffel', sp. it. cala 'Bucht, Reede', frz. cale
kaUber 'Geschützweite', bulg. kalop, serb. 'dass.'. [Vgl. Globus LXVII, 156 : Cala •

kalup 'GUßform, Schuhleisten' . [Devic ist der kleine seichte Strand der alten
DEt 79/80. Gorjajew 129. Sain 48. Hafenbucht in Palermo, der heute noch
SCHUCHARDT in ZfromPh XXIV, 571. den Fischerbooten dient".] [GrSVociSic
A. KLUYVER in ZfdWf XI, 219/224. 230. ZfromPh XXXII, 33. ML 4664.
1031. Bind. köliködu : 1037. Ar. kalläl :
'Hahnfestung', N. pr., Name einer Stadt 'Töpfer' [von- ar. l;ulla 'Topf, Krug',
an der Westküste Ostindiens [ihr Name s. hier Nr. 1 237] ; hieraus unter Imäla
wird durch eine Sage, die derjenigen [ä > e] und mit ar. Art. sp. alcaller 'der
Didos ähnlich ist, erklärt: der Raum, Töpfer, der Krüge herstellt' [DE 80/81].
auf dem ein Hahnenschrei zu hören 1038. Mal. kiilong :
war, wurde einst dem Zamorin gewährt], 'Eine grofie Fledermaus, fliegender Hund,
von grofier Bedeutung in der ersten Pteropus edulis Geoffr.' [Pijn 1 72 b, aus
Entdeckungsgeschichte [hier landete am dem Jav.] ; hieraus engl. kalong, dtsch.
20. Mai 1498 VASCO DA GAMA] und Kalong 'dass.'.
als Herstellungsort von kattunenen 1039. Tk. �alpa� :
Stoffen ; aus der späteren Form des 'Hohe Mütze' aus verschiedenem Ma­
Namens Kalikati, Calicut wurde frz. terial (Ziegen- oder Lammfell, Leinen) ;
calicot 'Baumwollstoff von leinenartigem hieraus bulg. serb. kalpak 'Pelzmütze',
Gewebe', engl. ndl. calico, dtsch. Kaliko ; poln. kolpak 'hohe Pelzmütze, Husaren­
bulg. serb. kaliko, cech. kaliko, russ. mütze', russ. kolpak 'Schlafmütze', klruss.
kalenkor, kolenkor. - Nach der Stadt koupak 'Barett' ; rum. calpac 'Pelzmütze',
wurde früher auch der Truthahn [der frz. kalpack, calpan ; dtsch. Kalpak,
allerdings im Jahre 1 524 aus Florida ndl. kolbak 'Husarenmütze'. Mit Meta­
nach Europa gebracht wurde] benannt : thesis entstanden serb. klobuk 'Mütze,
dtsch. kalekutischer Hahn, der Kalekut, Hut', Cech. poln. klobuk, kob'luk 'Hut,
ndl. kalkoensche oder kalekutsche hen, Helm', russ. klobuk 'Mönchskappe', klo­
kalkoen ; hieraus russ. kalkun, poln. (dial.) bucok 'Falkenkappe'. Es müssen also
kalkun , kalkut [vgl. hier Nr. 909J. verschiedene Zeiten der Entlehnung an­
[Hobson·Jobson 147/148. Gorjajew 150. genommen werden, vgl. Bern SIEtWb
Bern SIEtWb 479. 474/475. Gorjajew 144 und 151.
6*
Tk. �aly�.]

1040. Tk. J.ialyl p 'Insekt, das die Tücher zernagt', venez.


'Armselig, krüppelhaft' [Kelekian �ämlls camolado 'wurmstichig'. [Dozy Suppl I1,
935 : 'Fehler, Mangel'] ; hieraus russ. 407. GrSVociSic 230.
kaljäka 'Krüppel', klruss. kalika, poln. 1 045. Mal. kampong :
kaleka 'dass.' ; rum. caUe 'armselig ; 'Einfriedigung, abgeschlossener Distrikt,
Krüppel', ciWicii'i, 'Elend, Armut'. [Bern Dorf' [Pijn 1 82) ; hieraus frz. kampong,
SIEtWb 473. campon 'eingehegtes Dorf' oder in Städten
1 041. Pers. kämär: 'das abgeschlossene Viertel eines be­
'Gürtel' [Horn NpEt S. 193, Nr. 8(6), stimmten Volkes', z. 8. der Malayen oder
ebenso tk. kemer 'Gürtel', besonders zur Chinesen, eng\. kampong, campong 'dass.',
Aufbewahrung von Kleingeld, Messer angloind. compound 'Einzäunung'. [JAOS
u. ähn!. Hieraus rum. chimir 'dass., XVII, 1 23/125; 1 30/131. MMM 28.
Geldkatze' [dieses Kleidungsstück wird 1046. Ar. kammün :
von Landleuten und Bewohnern der [Vg!. aram. kammänä, assyr. kamunu DeI
Berge über dem Leinengürtel getragen ; HWB 336 a, wahrscheinlich soviel wie
es ist mit Knöpfen und Stickereien ge­ 'Mäusekraut', da ass. kamünu vielleicht
schmückt und besteht aus Leder) ; bulg. auch 'Maus' heißt, vg!. ZAkkFW 57]
kerner, serb. cemer 'Geldkatze'. - Aus 'Kümmel, Cuminum sativum', dazu kam­
pers. kämärbänd [aus bänd, Präsens­ munija wahrscheinlich 'Verkaufsstelle
stamm zum Vb. bästän 'binden' Horn für Kümmel u. ähnl.' ; hieraus mit ar.
NpEt S. 50, Nr. 2 1 9) 'Gürtel' wird über Art. sp. alcamonias, pg. alcamonia. alca­
das gleichlautende hind. Wort angloind. munia 'verschiedene Spezereien' [DE 83J.
cummerbund 'Gürtel', der in Indien ge­ - Von der gleichen Wurzel ist das
wöhnlich von Hausdienern und ähnlichen hebr.Wort kammän ; aus dem semitischen
Leuten getragen wird. - [Bulg. serb. Grundwort ist gr. KU/-llVOV, lat. cuminwn
kemer, cemer 'Gewölbe' Bem SIEtWb abgeleitet ; hieraus dtsch. Kümmel Carum
556, Rl'ihe 6 gehört n i c h t hierher; carvi, eng!. cumin, schwed. kummin,
vielmehr sind hier zwei verschiedene dän. kummen, nd!. komijn ; frz. cumin,
Worte klanglich zusammengefallen.] it. sp. comino, pg. cominho, rum. chimion
1042. Tk. kamey : [über tk. ki�v'onl ; russ. kmin, tmin, timon,
'Peitsche' [vom Stamme �om, !pam 'rüh­ bulg. kimnon, s<'rb. kim, Cech. kmln,
poln. kmin, kminek. [Gorjajew 146. Rem
ren, bewegen, rütteln', also eigentlich: SIEtWb 681.
'Berührer, Ansporner' Vambery TktEtWb
S. 92, Nr. 96); hieraus bulg. kamCik, 1 047. Tk. �amys:
'Schilf, Rohr' ; hieraus russ. kamys 'Schilf·
kamdZija, serb. kamci,ja, klruss. kancyk,
russ. kamcyk, poln. kanczuk, kanczug, rohr', klruss. komys, poln. komysz, cech.
kamys, hulg. kamöS, kamis 'dass.', serb.
cech. kancuch ; dtsch. Kantschu, (dia!. kamis 'Pfeifenrohr'. [Gorjajew 1 3 1 . Bern
Preußen) Kantschuk, schwed. kantschu,
kantschuk 'Peitsche, Knute'. [Gorjajew
SIEtWb 478/479.
1 3 1 . Bern SIEtWb 477. 1048. Tk. kanad:
Auch !panat " Flügel' [vielleicht vom
1 043. Pers. kämM : Stamme !par 'Arm, Hand, Spanne' Vam­
'Damast oder Brokat' [aus chin. kimsa, hery TktEtWb S. 81, Nr. 85] ; hieraus
kinsa, d. h. glatte haarlose Seidengewebe, rum. canat 'Flügel einer Tür oder eines
oft von satinartiger Textur, also 'Brokat', Fensters' ; bulg. serb. kanat 'Fenster­
häufig mit Gold durchwirkt, vg!. chin. oder Türflügel'.
kin 'Gold', Karabacek, Über einige Be· 1 049. Pers. känär:
nennungen mittelalterlicher Gewebe. 'Ufer, Rand' [Horn NpEt S. 1 89, Nr.846j,
Wien 1 882. S. 1 1/12], tk. kemlJa ; hier­ tk. ebenso kenar; hieraus rum. chenar
aus bulg. kamuha, serb. kamka, poln. 'Rand, Saum, Bordüre'.
kamcha 'dass.', russ. kamka 'Damast', 1 050. Hehr. känas :
kamcatka 'Damastleinwand, Tischzeug' ; Modernes Wort 'bestrafen' [aus gr. KllV­
sp. camocan [daneben ungebräuchlich GOC;, lat. census; denn den Juden der
geworden : camucan 'orientalischer Bro­ Zeit Christi erschien der römische Cen­
kat' Dicc Cast 440), frz. camocan 'kost­ sus als die schlimmste Strafe] ; hieraus
barer Brokatstoff', canque 'chin. Baum­ jüd.-dtsch.Knast 'Geldstrafe', Vb. knassen
wolleinen' ; angloind. kineob, kingeob und schließlich verknaxen 'gerichtlich
'Goldbrokat'. [Gorjajew 130. BernSIEtWb bestrafen'.
477. Devic 80/81. IB 246, Anm. 1 . 1 051. Ar. kandarll :
1 044. Ar. kamI : 'Stange' ; hieraus mit ar. Art. sp. alcan­
'Laus', Einheitsnomen !pamla ; hieraus dara und alcandora 'Stange, auf welcher
it. (dia\. Venedig) camola, siz. camula die Falken und andere zur Jagd abge-
[Ar. �andi.

richtete Vögel sitzen', pg. alcandora schon früh lat. gaza 'Schatz' ; hieraus
'Sitzstange des Falken', Vb. alcandorarse it. gazzetta, ursprünglich eine kleine
[Constancio Dicc 45 a b). - [Dtsch. Kan­ Münze, die man für ein Zeitungsblatt
dare kommt zunächst von ung. kantar hingab, dann 'Zeitung' [die ersten geschrie­
'Zaum, Halfter'.) [DE 84. Eguilaz 130. benen Zeitungen erschienen i m Jahre
ML 4672. 1560 in Venedig), frz. gazette, sp. gaceta,
1052. Ar. kandi: pg. gazeta 'Zeitung' [Körting 41 1 7 a leitet
Adj. zu !pand ' nach ar. Originalwörter­ dagegen vom Demin. von gazza 'Elster'
büchern 'eingedickter Zuckerrohrsaft', ab, weil die Zeitungsblätter so schwatz­
wahrscheinlich durch zweimaliges Ko­ haft seien wie dieser Vogel ; noch merk­
chen erzielter 'Rohrzucker' [SCHWARZ würdiger ist die hier nur als Kuriosum
in ZDMG LXXIV, 244) ; hieraus it. zuc­ angeführte Etymologie in Constancio
chero cand�, frz. sucre candi, sp. azucar Dicc 587 b aus dtsch. Ganz-zeit!) ; eng!.
cando, pg. candil, dtsch. Kandiszucker, gazette, nd!. gazet; russ. bulg. poln. ga­
nd!. kandij, eng!. kandy, kandy-sugar ; zeta 'Zeitung'. - Aus dem pers. Grund­
dazu die Vb. it. candire, frz. candir 'über­ wort und pers. Suffix -bär 'Träger' [Horn
zuckern', kat. candir 'Früchte ein­ NpEt S. 36, Nr. 1 58) ergibt sich *gazbär
machen' ; dtsch. kandieren 'verzuckern', 'Schatzträger, -meister' und hieraus Kas­
Konditor 'Zuckerbäcker'. [DE 247. par, der König aus dem Morgenlande ;
Eguilaz 358. ML 6899. da er komisch wirkte, entstand die Figur
1053. Al'. kandIl : des Kasperle. Dagegen geht gauner­
'Leuchte, Laterne' [aus lat. candela, gr. deutsch kaspern 'betrügen' auf hebr.
l<avby!AT] ZDMG LI, 316) ; hieraus sp. käzaß 'lügen' zurück.
candil 'dass.', mit ar. Art. alcandora 1060. Chin. kao·ling :
'Signalfeuer' [DE 84 u. 247). 'Hoher Berg', N . pr., ein Berg, der we­
1054. Derb. kandür : nige Meilen nordwestlich von der Stadt
Vollständig prä- und suffigiert talpandürt King-t�-cMn (290 28' n. Br., 1 0 10' Ö. L.
'Hemd' ; hieraus zunächst vulgo ar. !pan­ von Peking) liegt. Hier wurden große
dür und dann sp. alcandora 'weißes Mengen einer besonderen Art Feldspats
Kleidungsstück', z. B. 'Hemd' [Oicc Cast als Rohmaterial für die Porzellanher­
1 1 0 b ; DE 84). stellung gewonnen. Eine Beschreibung
1055. Tk. 1j:andyl p . der großen Fabrikstadt K. gah zuerst
'Hundszahn, Erythronium dens cams' P. D'ENTRECOLLES, der sie i m Jahre
[nicht osm.) ; hieraus russ. kandyk, cech. 1 7 1 2 besuchte. Aus dem Namen des
kandik 'dass.'. [Bern SIEtWb 481 . Berges wurde frz. eaolin, tltsch. Kaolin,
1 056. Tk. kanga : eng!. kaolin 'Porzellanerde'. [Hirth Chin
Auch !panca 'Haken, Hakenstock' ; hier­ FW 206/207.
aus serb. bulg. kanza, kansa 'Adlerkralle; 1061. Tk. 1j:apa1j: :
Haken' , russ. kandeja 'Haken' ; rum. 'Deckel' [Stamm !pap 'zudecken, Hülle'
eange 'Haken ; Kralle, Klaue', it. ganeio, Vambery TktEtWb S. 77, Nr. 81 I) ; hier­
provo ganche, sp. pg. ganr.ho 'dass.' ; provo aus rum. capac 'dass.', bulg. kapak
ganso, frz. ganse ':Schlinge, TauschIinge', 'dass., Fensterladen, Türflügel', serb. ka­
Ableitung it. aggianciare 'zuhaken', sp. pak 'dass., Augenlid' [so schon tk. göz
enganchar 'anhäkeln, zum Kriegsdienste !papagy Kelekian I).'.ämüs 945 a).
werben', enganche 'Handgeld'. [Bern 1062. Tk. kapan :
SIEtWb 48 1. ML 4673. 'Falle ; große 'Warenmenge' [zwei ver­
1057. Ar. kantara : schiedene klanglich zusammengefallene
'Brücke' [aus lät. cintra ZfAss VIII, 100 f.) ; Wörter ; ersteres vom Stamme !pap 'er­
hieraus sp. alcantara 'dass.'. Alcantara greifen, erfassen, bes. gewaltsam er­
ist in Spanien häufiger Ortsname in der greifen' Vambery TktEtWb S. 75, Nr. 80;
Nähe alter römischer Brücken. - DE 84. letzteres vom Stamme !pap 'zudecken,
1058. Tk. kantarma : verhüllen, umbinden', S. hier Nr. 1061,
'Hallter,Anhängestrick' [vgl. ung. kantar, vg!. ujgurisch !pammu!p 'gebunden =

hier Nr. 1051 J ; hieraus ru m. catarama alle', !pamu!plulp 'Menge') ; hieraus rum.
'Schnalle, Spange'. capanga, capcana [schon tk. !pap!pan
1059. Ar. kanz : ältere und östliche Form : 'Falle') 'Falle,
'Schatz' [aus pers. gäng ZDMG L, 647/648) Hinterhalt' ; capan 'Vorratsraum', capan­
und kanz'ija 'dass.' ; hieraus sp. alcancta Ti;;' 'Proviantmeister' ; bulg. kapan 'Falle'
'Sparbüchse', Vb. alcanzar 'erreichen', 1063. Sskr. kapi:
siz. accanzari 'erlangen, nach und nach 'Affe' [eigentlich 'gelb, rotbraun' = ka­
erreichen', it. scansia 'Regal', dtsch. pila) ; hieraus gr. Kfl'rro�, hebr. !Pöf, äg.
Schanze. - Das pers. Grundwort wurde gö'fe, kaf. Aus einer dieser Formen
Tk. �apl}aD.] 86

soll durch Wegfall des k eng!. ape, dtsch. bei hoher Glut 'Stahl' ; hieraus russ. (alt)
Affe entstanden sein [MWiD 24/25; in lJawalug 'dass.'. [Gorjajew 135. Eeru
der Tat wird im vulgo Arabisch von SIEtWb 385 U. 488.
Kairo bis Damaskus vielfach Tr als ' er­ 1071. Ar. kara :
leichtert gesprochen]. 'Cistus humiJis Andorn' ; hieraus mit
1064. Tk. lj.aplj.an : ar. Art. pg. alear 'dass.' [DE 85 ; Con­
'Falle' [heute nicht mehr osm., S. hier stancio Dicc 45b].
Nr. 1062] ; hieraus rum. capeana 'dass.', 1072. Ar. kara :
rusS. klruss. poln. kapkan 'Falle, FUß­ 'Einzelner HÜgel, Anhöhe', plur. Trür;
eisen'. [Sain 1 6. Gorjajew 139. Bern hieraus mit ar. Art. sp. kat. alcor 'Hügel'.
SIEtWb 485. [DE 92. Eguilaz 140. ML 6901.
1065. Tk. lj.aplamak : 1073. Mal. Ura :
'Füttern, polstern' [Stamm Trap 'zudecken, Auch kärah, käret 'Schale der Schild­
verhüllen', S. hier Nr. 1061 ] ; aus diesem kröte, Schildpatt' [Pijn 1 7 1 1 ; hieraus
Stamme rum. eaptul}i 'füttern', captul}e­ sp. cat'ey, frz. ca/'et, nd!. karet, dtsch.
ala 'Futter'. Karettschildkröte , Chelone imbricata
1066. Tk. lj.aplan : Schweigg., deren Schalen zur Herstel­
'Tiger, Panther' [zum Stamme Trap 'er_ lung von Schildpatt dienen. [MMM 1 1/12.
greifen', S. hier Nr. 1062, zu stellen ; vg!. 1074. Pers. kärabä:
W. BANG in KSz XVII, 126 ff.] ; hieraus 'Große lederne' Milchflasche' [offenbar
bulg. kaplan 'Tiger', serb. kaplan 'Leo_ mit ar. Trirba 'Schlauch' verwandt] ; hier·
pard'. - Beru SIEtWb 485. aus eng!. carboy 'große Glasflasche zum
Verschicken von Säuren und Explosiv­
1067. Mal. Upol p stoffen' [Hobson-Jobson 162/163]. -
'BaumwoIIkattun' [Pijn 1 7 1 ; aus dem " Wenig appetitlich ist der Anblitk der
Jav.] ; hieraus frz. capoc, der Baum capo­ sauren Milch, die in einem Zeugbeutel
quier; dtsch. Kapock 'eine Art seiden­ mitgeschleppt wird, der an dem Hinter­
artiger Baumwolle' aus Ostindien, die schenkel des Pferdes herabhängt. Die
man nicht spinnt, sondern nach Art durchträufelnde Flüssigkeit gibt dem
der Watte verwendet. [Devic DEt 82. Pferde einen sehr widerlichen Anblick,
1068. Hebr. kappara : der vor dem Genusse der so transpor­
Neuere Aussprache kappöra [vom Vb. tierten Milch abschreckt. Hat die Milch
kipp,," 'sühnen', pi'el von käpar, vg!. in dieser Weise ein gut Stück Weges
ar. kafara 'bedecken'] 'Versöhnungs­ hinter sich, so ist in dem Beutel eine
opfer' ; da man dafür nicht immer das weiße käseartige Masse zurückgeblieben,
Beste nahm, erbielt k. die Bedeutung die von den Persern unter dem Namen
'verdorben', hieraus jüd.-dtsch. kapore Mas zum Brote gegessen wird." Brugsch,
gehen 'zugrunde gehen', kapore machen Reise der k. preußischen Gesandtschaft
'verderben', schließlich kapores, nd!. nach Persien 1860 u. 1861. Leipzig
kapores, kapoeres 'verdorben, vernichtet, 1862. I, 156.
zerstört, zerschlagen'. - [Dtsch. kaput 1075. Sskr. karabhll:
Kluge 227, nd!. kapot scheint nicht orien­ 'Kamel' [eigentlich 'Schnelligkeit ha·
talischen Ursprungs zu sein, vgl. lJozy bend'], hieraus wahrscheinlich pers.
Oost 47/48.] [Kluge 227 S. V. Tend­ kärwän oder käl'u'än 'Kamelzug, Reise·
lau 67. gesellschaft', in alle europäischen Spra·
1 069. Pers. Ur : chfln übergegangen : rum. caravana,
'Werk, Tat' [Horn NpEt S. 1 85, Nr. 831], chervana, it. caravana, cal·ovana. pg.
ebenso tk. kjar ; hieraus bulg. k'ar 'Ge­ sp. caravana, frz. caravane ; eng\. cara­
winn', serb. cm' 'Handel, Geschäft'. [Hern van, ndl. karavaan ; dtsch. Karawane,
SIEtWb 680. schwed. karavan ; russ. karawan, bulg.
1070. Tk. kara : kerwan, serb. karawan, iSech. karavana,
'Schwarz' [Stämm Trar, Tryr 'schwarz, poln. karawana. Mit pers. säräi 'Palast'
trocken' Vambery TktEtWb S. 79, Nr. 84] ; [Horn NpEt S. 161, Nr. 727] ergibt sich
hieraus bulg. kara 'schwarz, schrecklich', die Bezeichnung für die Herbergen der
klruss. karyj 'schwarz, dunkel', russ. Karawanen : käru·änsärä'i. Hieraus rum.
karij 'kastanienbraun, braun (vom Pferde chervasarie 'Lagerhaus, Stapelplatz', it.
gesagt)', poln. kal'Y 'dunkel (Pferd)'. - carat,an8erl'aglio, frz. caravanserail, pg.
Mit tk. grus [< dtsch. Groschen] 'Piaster' carawansani ; dtsch.Karawanserai ; russ.
ergibt sich serb. bulg. karagros 'Taler'. karawanserai [vgl. Karl Müller, Die
- Tk. TraralyTr [mit Suffix -lik zur Be­ Karawanserai im Vorderen Orient. Ber­
zeichnung des Abstraktums] 'Schwärze', !in 1920]. (Kluge 227/228. FR. MüL­
wegen der dunklen Farbe des Stahls LER in WZKM V, 354.
87 [Tk. karadaii.

1076. Tk. karadas: Frucht eines ostindischen Baumes, Aver­


'Schiefer' [aus tk. 1;ara 'schwarz', s. hier rhoa carambola und A. bilimbi [nach dem
Nr. 1070, und das, tas 'Stein'] ; hieraus ar.Philosophen MUl;IAMMAD IBN RUSD,
russ. karandas, bulg. karandas 'Bleistift'. verlateint AVCI'roes ( 1 1 26/1 198/, be­
1077. Tk. karagan : nannt, vgl. Brockelmann, Geschichte der
'Steppenfuchs'; hieraus russ. karagan ur. Literatur. Leipzig 1901. S. 184/185 ;
'dass.'. bilimbi aus mal. balimbang 'eine Frucht'] ;
1078. Tk. �aragol : hieraus frz. caramboliel', pg. carambola
Auch 1;ara1;ol, 1;arawul, 1;at'aul 'Wache' (auf den kanarischen Inseln cal'abeli)
[vom Stamme 1;ar 'Auge, sehen', z. B. [Constancio Dicc 222 bJ. [Devic DEt
tk. 1;ara 'Augapfel', Vambery TktEtWb 83. MMM 1 3.
S. 78, Nr. 83 I] ; hieraus rum. caraul(j 1085. Pers. käränfil :
'Wächter, Schildwache'; bulg. karaul, 'Gewürznelke' [wohl aus dem Sskr.],
karawul, kal'akol " V'ache', serb. kara­ hieraus mit volksetymologischer Um­
ula, karawula 'Wachtturm, Schilder­ bildung gr. Kapu6IPu).).ov, aber mgr.
häuschen', klruss. kalawur 'Wacht­ Kap01J/lIPOU)., Kapou/lIP(k ; hieraus it.
mann', russ. karaul 'Wache', ka" aulka garofano, siz. galofaru 'Nelke', frz.
'Schilderhäuschen'. [Gorjajew 134. girofle 'Nelke', girotUe 'Levkoje', provo
Bern SIEtWb 489. kat. sp. girofle, pg. girofre 'Nelke', rum.
1 079. Tk. �aragöz : garoufa, carofil, garofilj aus dem Frz.
Die lustige Figur des tk. Schattenspiels, wurde engl. gilliflower [mit Anlehnung
etwa 'Kasperle' [aus tk. 1;ara 'schwarz' an flower 'Blume', ja sogar weiter noch
und göz 'Auge' vom Stamme l;ar, kor, Juli{lower mit Verkennung und ganz
kÖI', köz 'Auge, blicken' Vamhery Tkt falscher Deutung des ersten Bestand­
EtWb S. 79, Nr. 83 II] ; hieraus rum. teiles] 'Nelke'. Dtsch. in der Aachener
caraghios 'PossenreiJ3er, närrisch', ca­ Mundart G" o{felsnagel 'Gewürznelke'
raghioslic 'Possenhaftigkeit, SpaJ3' ; frz. [wie ja die Nelke wie die Gewürznelke
camgueuse 'Marionettenfigur' . [Ausführ­ ihren Namen 'Nägel' wegen ihrer Ge­
liches über die Figur des I{aragöz s. stalt erhalten haben, z. B. eng!. clove,
Geotg Jacob , Türkische Literaturge­ it. chiovo di garofano, frz. clou de girofle,
schichte in Einzeldarstellungen. Heft 1. poln. gwoidzik von gwoidz 'Nage!', nd!.
Das tk. Schattentheater. Berlin 1 900. nagelbloem und kruidnagel und ' Ge­
S. 1 9 fr., sowie G. Jacob, Die tk. Volks· würznägelchen' im Deutschen]. Bulg.
literatur. Berlin 1901. S. 33/34.] kalamfir, karamfil, serb. karamfil.
1 080. Tk. karakol : 1086. Ar. karawän :
'Schwarze Ha nd. ' d. h. schlechte Hand­ 'RotfüJ3iges Rebhuhn' ; hieraus mit ar.
schrift' [aus tk. 1;ara 'schwarz' und 1;01 Art. sp. alcamvan [ Dicc Cast 1 1 1 b],
'Arm, Hand' vom Stamme 1;ar, 1;or, pg. alcaravao [Constancio Dicc 45 b]
1;ol 'Arm, Hand, Spanne', s. hier Nr. 1 194] ; 'Rohrdommel, Botaurus stellaris Steph.'
hieraus russ. kamkuTja 'Gekritzel, Krä­ [DE 85].
henfüße', [nach MSISI 282] 'verkrüppel­ 1087. Ar. karawiJä' :
ter Baum'. 'Feldkümmel, Carum carvi L.' [vielleicht
1081. Tk. karakolak : aus gr. Kdpov, lat. careum] ; hieraus frz.
'Schwarzohr' ist der Nam e eines kleinen it. carm 'Wiesenkümmel' ; ndl. kal'wij,
Raubtieres [ pers. ebenso sijäh gus eng!. caraway 'Feldkümmel', dtsch.
'schwarzes Ohr' genannt] j hieraus dtsch. Karve, Karbe ; sp. carvi, alcaravea, pg.
KamkaI, Felis caracal Gmelin 'persi­ alcaravia. [Kluge 228.
scher Luchs'. 1088. Pers. kärd :
1082. Tk. karakns : 'Messer' [Horn NpEt S. 185, NI'. 833] ;
'Adler' [aus tk . 1;a;'a 'schwarz' und 1;us hieraus rus�.korda, kordik'Hirschfanger',
'Vogel' vom Stamme 1;og, 1;ow 'jagen, cech. kord 'Säbel', poln. kordelas 'Stutz­
verfolgen', daher *1;ous > *1;uus > kus säbel'.
'Jagd, Treibjagd, Jagdvogel' Vambery 1089. Tk. kardas:
TktEtWb S. 9 1 , Nr. 95] ; hieraus russ. Eigentlich 1;m·Yndas [aus tk. 1;arn, karyn
karagus Falco chrysaetos, serb. kam­ 'Leib' und Suffix -das 'Gefährte'] 'Bru­
kosa. [Gorjajew 1 33. Mikl SIEtWb 1 1 2 a. der' ; hieraus rum. c(jrd(j�ie 'Bande',
1083. Ar. karam : bulg. serb. kardas 'Bruder', poln. kar­
'Edelmut, Güte', tk. kerem ; hieraus rum. dasz 'Waffengefährte'.
chel'em 'Laune, Gunst'. 1090. Tk. karga :
1084. Mal. karambil : 'Krähe' [nach der schwarzen Farbe, aus
Ursprünglich die Frucht der Kokospalme 1;ara 'schwarz' Vämbery TktEtWb S. 80,
lPijn 1 76/1 7 7 : 'KokosnuJ3'], dann die NI'. 84] ; hieraus russ. karga, korga
Pers. kargäh.] 88

'Nebelkrähe, Hexe', bulg. garga 'Dohle'. 1 098. Ar. karn:


[Mikl SIEtWb 1 1 2 a. Hern SIEtWb 490. 'Horn' ; hieraus sp. carne, beim Taba­
1091. Pers. kärgäh : spiele [so hier Nr. 1 962] die Seite des
'Werkstätte, Atelier' [aus pers. kar 'Ar­ Knöchels, die etwas konkav ist und
beit' Horn NpEt S. 1 85, Nr. 831 , und ungefähr die Form eines lat. S hat.
gäh 'Ort' ehenda S. 199, Nr. 889], tk. Dicc Cast 475 b [lautlich mit sp. carne
zu gergef 'Stickrahmen' [KeIekian �ä­ < lat. carnem 'Fleisch' zusammenfal­
mns 1021 a] umgestaltet ; hieraus rum. lend].
gerghef 'dass.', bulg. gircew, serb. dier­ 1099. Bind. karor :
diew 'Stickrahmen'. Geldbetrag von 10Ö Lakhs [so hier
1092. Pers. kärgir : Nr. 1 295], also 10 Millionen ; hieraus
Ebenso tk. kjargir 'Gebäude' ; hieraus angloind. crore. Eine Crore Rupien
rum. gherghir 'Rumpelkammer, gewölb­ war viele Jahrzehnfe lang der genaue
ter Raum'. Gegenwert einer Million Pfund Sterling;
1 093. Tamnl. kari : eng!. a cr01'e of rupees. [Hobson-Jobson
'Tunke' ; hieraus angloind. curry, eine 276.
Speise, die aus Fleisch, Fisch, Obst oder 1 100. Sskr. karpüra :
Gemüse besteht und mit gequetschter Ein Baum, Cinnamonum Camphora, aus
Gelbwurz und andern Gewürzen ge­ Formosa stammend ; schon präkrit mit
kocht wird. Regelmäl3ig wird eine Assimilation kappiira ; hieraus ar. käfür,
Kleinigkeit davon dem Reis zugesetzt, Grundwort für die europäischen Ent­
der sonst zu wenig schmackhaft ist sprechungen : mlat. camphora, rum.
[also eine ähnliche Speise wie kuskus camfora, it. (alt) cafura, (neu) canfora,
und piläw, s. hier Nr. 1267 und 1656]. frz. camphre, sp. pg. canfo1"a, alcanfor ;
[Hobson-Jobson 281/283. nd!. kamfer, mhd. gaffer [ohne ein­
1094. Ar. kilrija : geschobenes m oder n !], nhdtsch. Kam­
Namen einer Wüstenpflanze ; hieraus pfer, eng!. camphor; russ. kamfora, bulg.
mit ar. Art. pg. alcaria 'eine auf san­ kamfora, serb. kamfor, poln. kamfora,
digem Boden wachsende Pflanze, deren kanfora, cech. kafr. [Vg!. ngr. KaqJOupd.]
Blätter denen des Veilchens ähneln'. [OE 84. Eguilaz 131. ML 4656. Kluge
[OE 86. Constancio Dicc 45 c. 224. Gorjajew 130/131 . Bern SIEtWb 468.
1095. Ar. kariwija : 1 1 01. Ar. karräz :
'Merk, Zuckerwurzel, Sium sisarum', 'Krug mit engem Halse', also wohl ge­
eine Umhellifere ; hieraus sp. chirivia, eignet, das Wasser frisch zu halten
pg. cherivia, alquirivia, provo escaraci, [vielleicht aus dem Pers. JA (8) I, 54!);
afrz. escherviz, frz. chervis, chirlJUi; Lammens Farfi� 961] ; hieraus mit ar.
mlat. cervilla. [OE 254. Eguilaz 374. Art. sp. pg. alca1"1"aza 'irdener Krug,
ML 1 697 a. Wasserkühlgefäl3' [dass. wie albarrada,
1 096. A.r. J.{8rja : S. hier Nr. 249 ; OE 86/87], provo alca­
'Dorf ' ; hieraus mit ar. Art. sp. alcaria, razas, frz. alcarraza. - " Diese werden
alquerla 'Meier hof', pg.alqueria'Scheune, von Frauen [sc. Spaniens] besonders im
Haus zum Aufbewahren der landwirt­ Zustande der Schwangerschaft gern zer­
schaftlichen Geräte' [Constancio Dicc brochen und gegessen ; der Genul3 ihrer
59 a]. Scherben soll gleichzeitig auch die Haut
1096 a. Ar. karkaI : weil3 färben.' Dtsch. Rundschau für
'Weiberhemd' soll · das Grundwort zu Geographie. Wien-Leipzig. XXVII, 1 26.
mlat. *carcannum, provo carcan, afrz. [Eguilaz 133. Devic DEt 7. Lammens
charchan, chercant, frz. carcan 'Hals­ Rem 7/8. ML 4743.
eisen' sein ; vgl. G. Meyer, Etymologi­ 1 1 02. Sskr. karsa :
sches Wörterbuch der albanesischen Ein Silber- oder Göldgewicht von 1/400
Sprache. Stral3burg 1891. S. 1 78. Tulä; über tamu!. oder konkani käsu
1097. Tk. karman : wurde zunächst pg. caixa 'Münze von
'Tasche' [nicht osm.] i hieraus rusS. 3 Reis' [Constancio Dicc 204 c] und
karman 'dass.', klruss. karman 'dass.', hieraus eng!. cash, Bezeichnung für jede
poln. (alt) korman 'Kleiderdecke gegen kleine Münze in verschiedenen Teilen
den Regen', weililruss. kormannik 'Dieh'. Ostasiens ; in China ist seit mehr als
- [Nach Bern SIEtWb 490 soll das tk. zwei Jahrtausenden der runde, mit einer
Grundwort selbst aus dem Russischen zentralen viereckigen Dur�hbohrung ver­
entlehnt sein, doch scheint die hier an­ sehene Käsch typisch. Uber seine Ge­
gegebene Richtung der Entlehnung ohne schichte vgl. MÜLLER in MSOS XXII,
Schwierigkeit möglich zu sein ; vgl. ostasiat. Abtlg. S. 10 ff. Hohson·Jobson
Mikl SIEtWb 1 12 b. Gorjajew 135.] 1 67/168.
89 [Ar. karsana.

1 1 03. Ar. karsana : 1 1 1 1 . Ar. kasdir :


Name einer Pflanze, entweder 'schwarze 'Zinn', hierau's gr. KaooiTEpo� und die
Wicke, Vicia sativa' oder 'Erve, Ervum' ; slav. Benennungen des Zinns : bulg.
hieraus sp. alcarceiia [= yero 'dass.' kositro, kositnn, serb. kositar, kositer;
Dicc Cast 1 1 1 b ; DE 851. auch rum. cositoriu (Walachei). [Bern
1 1 04. Ar. kartäs : SIEtWb 581 .
'Papier' [aus gr. idpT11� ZDMG LI, 301] ; 1 1 1l!. Hebr. käser :
hieraus pg. cartaz 'Anschlag-, Theater­ 'Gerade, recht sein', hierzu part. praes.
zettel' [nicht 'Tüte', wie ML 1 866 hat, act. käser 'rein, gerade', jüd. -dtsch.
dies heißt vielmehr Cat·tuxo], mit ar. koscher 'rein' gemäß den Speisegesetzen,
Art. sp. alcatraz, alcartaz 'Tüte'. - aber auch fig., Z. B. 'das ist nit so ganz
DE 87. Eguilaz 134. koscher' = 'da steckt etwas dahinter,
1 105. Ar. ka's: das ist nicht ganz richtig und ehrlich' ;
[Wahrscheinlich aus aram. käsä, dazu ndl. koscher, kauscher; poln. koszer(ny)
vgl. ass. käsu 'Becher' ZAkkFW 34] 'rein', Vb. koszerowac 'reinigen , waschen'.
'Becher, Kelch, Glas', ebenso pers. kasa ; 1 1 13. Hebr. käsin :
hieraus rum. chisea 'Einmachglas' und 'Richter, Führer" rwurzelverwandt mit
vielleicht russ. kosuha 'Becher' [Gorjajew ar. /cäq,i, S. hier Nr. 984], in moderner
XXXIX]. Aussprache käzin 'reicher Mann' ; hier­
1 106. Ar. kas'a : aus jüd.-dtsch. 'ein dicker, fetter Koze',
'Großer und iiet'er Napf, Speiseschüssel in Berlin : so'n JrolJkoz 'einer, der sich
für zwei Personen', vulgo ausgesprochen viel auf sein Geld einbildet'.
/ca�'at; hieraus siz. cassata, eine Süßig­ 1 1 14. Ar. kasis :
keit, deren Hauptbflstandteile Butter­ 'Christlicher Priester' [wie der Begriff
milch und Sandkuchenteig sind, eine aus dem syr. /casisa] ; hieraus pg. caciz
Spezialität von Palermo. [GrSVociSic 232. 'dass.' [Constancio Dicc 201 a ; DE 244].
1 1 15. Tk. kaskawal :
1 107. Hebr. J.iä�aß : 'Eine Art Käse' [Kelekian J>:ämüs 928 b ;
'Er hat abgeschllitten, zerstückelt' ; hier­ wohl aus it. caccio cavallo] ; hieraus rum.
aus gaunerdtsch. Katzoff [mit anschei­ ca�caval 'Quarkkäse'.
nend slavischer Endung, tatsächlich durch 1 1 16. Sskr. käsmiras :
die neuhebräische Aussprache des aspi­ Kasmir ist eine Stadt und ein größeres
rierten b bewirkt], Spottname für Flei­ Gebiet im nordwestlichen Indien, wo
scher, Metzger. [Ave-L IV, 450. Schals in vorzüglicher Qualität her­
1 108. Ar. kasaba: gestellt wurden. Hieraus engl. cashmere,
'Festung, Zitädeile' [vom Vh. /ca�aba, ndl. cachemir, dtsch. Kaschmir (früher
dass. wie hier Nr. 1 107 ; eigentlich also Kasimir) ; it. casimiro, sp. casimit·o, pg.
'das von der Stadt Abgeschnittene, ab­ casimira, frz. cachemire ; rusS. kazmir,
seits Gelegene'] ; hieraus sp. alcazaba, kasemir, poln. kaimirek, cech. kazimir.
pg. alca!(ova, frz. casbah, casba, casauba [Bern SIEtWb 496.
'dass.' [bes. in Nordafrika, Z. B. die be­ 1 1 17. Ar. kasr:
rühmte I{al!ba von Tunis, vgl. Bädeker, 'Schloß, Burg' '[aus lat. castl'um, gr.
L'nterilalien. u. (1 906) S. 459] ; angloind. KdoTPOV ZDMG LI, 3 1 6] ; hieraus mit
cusbah 'Hauptplatz einer pergunnah' ar. Art. sp. pg. alcazff,1' 'dass., Kastell' ;
[so hier Nr. 1633]. [UE 90. Devic DEt pg. ca!(al'ete 'Teil des Zugnetzes mit
87. Lammens Rem 79. Sack' (?) ; it. cassero 'kleines Schloß', siz.
1 109. Ar. kasafa : cassaru 'Hauptstraße'. [In Palermo und
'Mit Geschrei herumspringen' ; von die­ in anderen Städten nennt das Volk den
sem Stamme ar. */cu�aifa 'Ort der Aus­ Hauptkorso so]. [DE 90. Eguilaz 135.
schweifung' ; hieraus mit ar. Art. pg. ML 6895. ZfromPh XXV, 503. GrS
alcoceifa 'Bordell ; Stadtteil, wo sich VociSic 232.
diese befinden', [mit Abfall der letzten 1 1 18. Ar. kassäb :
Silbe] pg. alcouce 'Bordell' [Constancio 'Metzger' [vom Vb. /ca�aba 'schneiden',
Dicc 46 c ; 47 c]. s. hier Nr. 1 108], ebenso tk. ; hieraus
1 1 10. Ar. kasd : rum. casap 'dass.', casapie 'Metzgel'ei',
'Absicht' ; hierzu adverbialer Akkusativ bulg. kasap, kasapin, kasab 'Metzger',
/ca�dan 'absichtlich', ebenso präpositio­ serb. kasap, kasapin 'dass'>, bulg. serb.
naler Ausdruck 'an /ca�din 'absicht­ kasapnica 'Schlachtbank'. [Bern SIEt
lieh', tk. /ca�den, en /ca�den ; hieraus Wb 492.
bulg. kasten, enkasten, enkast, serb. 1 1 19. Mal. kasnwari:
kaste, kasten 'absichtlich'. [Bern SIEt [Pijn 143 : soewal'i] 'Ein großer strauß­
Wb 492. ähnlicher Vogel', Casuarius galeatus,
Tk. �asy�.] 90

der auf den Inseln Ozeaniens heimisch eines Ochsen'. Ar. plI'. lpa!rlit; hieraus
ist. Das Wort ist in alle europäischen pg. alcatrate 'Kielpflock (ein Teil des
Sprachen übergegangen : engl. Cfls8owary, Kiels am Schiffe)' [Constancio Dicc 45 c;
schwed. dän. kasuar, ndl. casuaris, ka­ OE 88/89].
suaris, dtsch. Kasuar(früher Kossebares) ; 1 128. Ar. uträ :
sp. casoar, casuel, pg. casuar, it. casua­ 'Teer' [vom ·vli. lpatara 'tropfenweise
rio, frz. casoar; russ. kazuaru. Wegen
- fließen', vg!. dazu aram. 'afrlinti 'Teer'
der Ähnlichkeit seiner Blätter mit den < ass. e!riinu 'dass.' ZAkkFW 60] ; hier­
Federn des Kasuars heißt ein im ma­ aus z. T. über tk. lpaft'an 'dass.' : rum.
layischen Archipel wachsender Baum catt'an 'Teer, Gift und Galle', ciitriini
schon mal. pöhon kasuwiiri 'Kasuar­ 'teeren', it. catrame 'Schiffsteer', afrz.
baum', ebenso lat. Casuarina L., engl. cotran, nfrz. guitran, goudron, provo
casuarina, frz. casuarine. [Devic DEt catran, sp. alquitran, pg. alcatriio 'Schiffs­
88. MMM 14. JAOS XVII, 1 25/128. teer' ; bulg. serb. katran, serb. katram
1 120. Tk. lFasYlF : 'Schiffspech', russ. katran 'Erdpech'.
'Löffel' [vom Stamme 6;as 'reiben, schar­ [OE 1 86. Eguilaz 251 . ML 6902. Bern
ren, graben' Vämbery TktEtWb S. 20, SlEtWb 494.
NI'. 22 II] ; hieraus serb. kaSika 'dass., 1 1 29. Zigeun. kati!iima :
Holzlöffel'. 'Wirtshaus, Schenke' [Fink, Lehrbuch
1 12 1 . Tk. kat : des Dialekts der dtsch. Zigeuner. Mar­
'Lage, Stockwerk' [vom Stamme lpat burg 1903. Glos�ar s. v. Vgl. auch
'anreihen, hinzufügen' Vämbery TktEt Jesina, Romäiii eib. 3• Leipzig 1 886.
Wb S. 85, Nr. 88] ; hieraus rum. cat S. 84 b : krcma < cech., s. MSlSl 278] ;
'Stockwerk', vielleicht cutii 'Falte' ; bulg. hieraus gaunerdtsch. Kaschemme 'ge_
serb. kat 'Stockwerk'. wöhnliche Kneipe', kat8chäume [Ave· L
1 122. Ar. katäm : IV, 554].
'Habicht' ; hieraüs mit ar. Art. sp. alco­ 1 130. Ar. kattära :
tan 'Lerchenfalke, Falco subbuteo L.' 'Oestillierkolbim; ' [vom Vb. lpaffara
[Oicc Cast 1 13 b ; DE 94]. 'destillieren', 11. Form von lpa!ara s. hier
1 1 23. Pers. käthudä : Nr. 1 1 28] ; hieraus mit ar. Art. sp. alqui­
Tk. Schreibung für" käd!Judii 'Ortsvor­ tara 'DestilIiergefäß' [= alambique, S. hier
steher' [aus pers. klid 'Haus' Horn Np Nr. 79. Dicc Cast 137 a. DE 1 86].
Et S. 188, Nr. 844 und !Juda 'Herr', s.
hier NI'. 876], tk. Aussprache kJaJa, ke­ 1 1 3 1 . Tk. l'atyr:
hf/ja 'dass.' ; hieraus rum. chihaiu 'dass.'. 'Maultier' ; hieraus rum. catil' 'dass.',
1 124. Ar. kati'a : catirii 'Mauleselin' : bulg. kat'bI', serb.
'Herde' ; hieräus mit ar. Art. pg. alcatea katura, russ. (dia!.) katjer 'Maultier'.
'Meute (Hunde), Rudel (Wölfe), Schar [Sain 48. Gorjajew 136. Bern SIEtWb 495.
(Spitzbuben)', auch alcateia [Constancio 1 132. Ar. kaukab :
Dicc 45 c ; OE 87]. 'Stern', eigentlich k. simali 'Nordstern',
1 1 25. Ar. katifa : d. h. Polarstern. Der Name wurde durch
'Samt, Teppi�h;, tk. kadife j hieraus Verwechselung auf den Stern ß über­
bulg. kadife, serb. kadifa 'Samt, Plüsch' ; tragen, der jetzt Kochnb heißt. [Ideler
rum. catifea, catifelu/ii 'Samt', mit ar. Sternn 14.
Art. sp. alcatifa, pg. alcatif, alcatifa 1 1 33. Hf nd. kauri :
'Teppich' ; hieraus angloind. alcatif'lang­ Od. kaurJi [aus sskr. kaparda] 'eine
haariger Teppich'. - Ar. plr. lpafii'if kleine weiße Muschel Cypraea moneta',
'Nuß konfekt, Nudeln', ebenso tk. lpadaif die in einem großen Teil Asiens und
'verschiedene süße Speisen in Nudel­ Afrikas als Geld in Umlauf ist. Ihr
oder Scheibenform' [über deren ver­ Wert ist Schwankungen unterworfen,
schiedene Arten s. SEIF in MO XVII, Z. B. werden bei den Haussa 1 1 bis 1 8,
142] ; hieraus rum. cataif, cadaif 'Mehl­ an der Togoküste 40 und an der Gold­
kuchen [mit Fadennudeln und Rahm)'. küste 20 Slück gleich einem Pfennige
[OE 88. Eguilaz 135. ML 4683. Bern gerechnet [vgI. Globus LXIX, 374 Anm. 2].
SIEtWb 466. Hobson-Jobson 1 1 . Hieraus eng!. cowrll, dtsch. Kaurimuschel,
1 1 26. Hebr. kätön: frz. cauris, sp. cauris, pg. cauril, caurim,
'Klein' ; dieses Wort kommt in dem COt'i[ [Constancio Dicc 237 cl. [Hobson­
ndl. Ausdruck houd je maar katoen Jobson 269/2 7 1 . John E. Hertz, Über
'halte dich mal ruhig oder stille!' vor. Verwendung und Verbreitung der Kau·
1 227. Ar. katrä : rimuschel. In Mitteilungen der Geo­
'Stück (Fleisch, Fisch oder ähnl.)' ; hier­ graphischen Gesellschaft in Hamburg
aus mit ar. Art. pg. alcatra 'Hinterviertel 1880/81.
91 [Tk. �awal$.

1 1 34. Tk. kawak : 1 142. Mal. käyupütih :


'Pappel' [vom Stamme leab, leav 'auf­ Ein Strauch aus der Familie der Myr­
stehen, autbeben, gewölbt, stolz' Vam­ taceen, Melaleuca leucadendron [auch
bery TktEtWb S. 64, Nr. 7 1 I] ; hieraus schon mal. 'weifler Baum', da er wie
bulg. kawak 'dass.', diw kawak 'Espe', die Birke weifle Rinde zeigt] ; aus seinen
poln.kawak'it.Pappel'. [Bern SIEtWb 495. Blättern und Zweigen zieht man durch
1 135. Tk. kawaI : Destillation ein flüchtiges Öl von durch­
'Flöte' ; hieraüs rum. caval 'Schalmei, dringendem Geruche : frz. huile de caje­
Hirtenflöte', bulg. kawal 'dass'., serb. put, auch kurz cajeput, pg. cajeput, engl.
kawal 'kurze Flinte, Stutzen' [sicherlich cajeput, cajuput 'Kajeputöl'. Es wird
unter Einwirkung von Kavallerie, Ka­ in der MedIzin gegen Wechselfieber und
vallerist entstanden, da diese Karabiner in der Industrie zur Herstellung von
tragen]. [Bern SIEtWb 495. Firnis gebraucht. [MMM 9. Devic DEt
1 136. Tk. kawata: 76. JAOS XVII, 1 20/123.
'Rundes, hohles Holzgefä.l3' [aus frz. cu­ 1 143. Tk. bzak :
vette] ; hieraus rum. covata, cova/li, co­ 'Landstreicher: Vagabund, Nomade' [in
beta 'Backtrog, Backmulde'. diesem Sinne veraltet, vom Stamme !paz
1 137. Tk. kawnk : 'umherirren' Vambery TktEtWb S. 22,
'Mütze' [vom' Stamme leab, !paw 'an­ Nr. 23 ; jetzt nur noch in weicher Form
schwellen, hohl' Vambery TktEtWb S.65, gezmek 'spazieren gehen'] ; hieraus russ.
Nr. 71 I] i hieraus rum. caue 'Mütze, kazak, kozak, bulg. kazak, poln. kozak,
Samthut', caucgiu 'Hut- und Mützen­ dtsch. Kosak, Bezeichnung für die süd­
fabrikant'. russischen Steppen- und Reitervölker i
1 1 38. Tk. kawun: eng!. cossack, angloind. mit der Bedeu­
'Melone' [vom gleichen Stamme wie tung 'Freibeuter, plündernder Reiter',
Nr. 1 137] ; hieraus klruss. kavun 'Wasser· rum. eazae 'Kosak', cazachitl 'russ.
melone', poln. kawon, cech. kavon 'dass.'. Weinhändler, Kosakenmütze'. Hieraus
[Bern SIEtWb 495. Gorjajew 126. auch die Kleidernamen : russ. kazakin
1 1 39. Ar. kawwad : 'Art Halhrock', cech. hazuka 'Mönchs­
'Zuhälter, Kuppler' [vom Vb. �'äda 'füh­ kutte, Oberkleid, Derke', poln. hazuka
ren' s. hier Nr. 1006, II. Form kawwada 'Frauengewand' ; mhd. kasugele, kllsuekel
'zuführen'); hieraus provo alcaot, alcavot, 'Meflgewand', kasacke 'kurzer Reiserock',
Q1'cabot, kat. aleabot, areabot, sp. alea­ nhd. Kasaek(jacke in der Damenmode),
huete, pg. aleoveto, aleoviteit·o 'Kuppler, eng!. cassock 'langer Priesterrock, Sou"
Bordellwirt', pg. aleayote [Constancio tane' ; nlat. eazaca, it. easacca, frz. easa­
Dicc 46 a] 'dass.', Vb. sp. alcahuetar, que, sp. pg. casaca 'lange überjacke'.
pg. aleovital', aleayotar 'verkuppeln'. [Gorjajew 127. Bern SIEtWb 377 und
[DE 79. Eguilaz 126. ML 6903 (wo 496. Hobson-Jobson 262.
qawwad Kuppel ei irrtümlich steht; schon 1 144. Tk. kazan :
Körting s. v. al-leauviid hat richtig 'Kessel' [vom Stamme leas, kaz 'reiben,
'Kupp I e r').] Christoph Gebhardt, Das schalTen, graben' Vambery TktEtWb
arabische Etymon einiger romanischer S. 20, Nr. 2'2 II i eigentlich 'Vertiefung'] ;
Wörter. Progr. Gymn. Greiz 1 912. S.9/10. hieraus russ. kazan 'dass., bes. Brannt­
1 140. Tk. kawwas : weinkessel', klruss. bulg. serh. poln. (dial.)
'Türhüter, Diener der Gesandtschaften kazan 'Kessel, Bassin'. Auch die russ.
in der Türkei' [vom ar. leaus 'Bogen', Stadt Kasan a. d. Wolga hat ihren Na­
Berufsnamen [cawwäs eigentlich 'Bogen­ men wegen ihrer Lage hierher. Rum.
schütze'] ; hieraus bulg. serb. kawaz, bulg. eazan 'Kochkessel', ciiziinarie.
kavazin 'Polizeidiener' ; dtsch. Kawaß, 1 145 . Tk. kazma :
frz. l:avasse 'Konsulatswächter'. 'Hacke' [vom "gleichen Stamme wie hier
1 1 41. Mal. käynlängit : Nr. 1 144] ; hieraus rum. cazma 'Spaten,
'Ein Schatten spendender Baum, Ailantus Doppelhacke'.
glandulosa Desf.' [aus mal. käyu 'Baum' 1 146. Tk. knzyk :
Pijn 1 73 und längit 'Himmel, Firma­ 'Pfahl' [Kelekian I>'ämus 927, vom glei­
ment, Baldachin' Pijn 203] ; hieraus ehen Stamme wie Nr. 1 144 und 1 145,
unter Abfall des anlautenden k [vgl. vg!. cag. leazile, leazule 'Pflock', eigentlich
hier Nr. 1063] der botanische Name, 'das Eingegrabene'] ; hieraus bulg. kaz1Jk,
eng!. ailantu8, ailanthus, frz. ailante serb. kazuk 'Pfahl'. [Bern SIEtWb 496.
oder langit, ailanthe [in europäischen, 1 147. Ar. kazz :
bes. französischen und deutschen, sowie 'Rohseide, F'lock�eide' [aus pers. kät.
amerikanische� Städten aIs Schatten baum gäz ZDMG L, 640] ; hieraus sp. gasa
häufig gepflanzt]. [JAOS XVII, 105/1 80. 'durchsichtiges feines Leinen- od. Seiden-
Tk. kece.] 92

gewebe', frz. gaze, dtsch. Gaze 'dass.', tk. �alembek [Kelekian J>:ämüs 969, wo
rum. hasa [über das Tk.] 'Kaliko'. - der Name auf die Bezeichnung einer
[Die ältere Etymologie, s. hier Nr. 702, Insel des ind. Archipels zurückgeführt
so auch noch ML 371 0]. - MWiD 94. wird] ergibt sich rum. calembee 'dass.'.
1 148. Tk. kece : Der Baum heißt auch frz. garo [aus mal.
'Filz, Teppich' [Kelekian J>:ämüs 1015] ; gahltru oder gilrü], hieraus vielleicht
hieraus serb. ceca 'Filz', keea 'wollenes frz.garou 'Rinde einer Art Lorbeerbaums,
Obergewand der Berghirten zum Schutze Daphne gnidium, rispiger Seidelbast',
gegen Regen', poln. (dia!.) kieca, kieez die man als blasenziehendes Mittel ver­
'Frauengewand, Soldatenmante!' [wohl wendet [andere Ableitung aus mlat.
über ung. keese 'Art Mante!'] und an­ wargus). [Devic DEt 77.
dere Ableitungen. [Bern SIEtWb 498. 1 1 56. Tk. kelepir :
1 1 49. Hebr. k�d�m : 'Zu billigem Preise gekauft' [Kelekian
'Osten' ; hieraus -gr. Kub/.tiu, Kub/-l€lu zur J>:ämüs 1033 a ; ursprünglich kelebir
Bezeichnung des Zinkerzes [vg!. Edmun­ 'Finderlohn' < eag. telebir, tülebir 'dass.'
dus Ries, Quae res et vocabula a gentis vom Stamme töl, tül 'entgegen, Ersatz,
semiticis in Graeciam pervenerint, quae­ Lösegeld' Vambery TktEtWb S. 1 87,
stiones selectae. Vratislaviae 1890. S. 6 ] ; Nr. 200] ; hieraus rum. chilipir 'Gelegen­
mit Wechsel von d z u 1 [wie gr. dM­ heitskauf', ehilipi"giu 'Glücksritter'.
/-laI; > ar. almils ZDMG LI, 295 ; gr. 1 1 57. Äg. kemi :
MKPU > lat. lacrima ; lat. Elisabeth > Od. kimt, kopf. kemi 'sch\yarz' war die
sp. Ysabel] mlat. calamina ; Grundwort Bezeichnung des Landes Agypten [dar­
zu it. calaminaria 'kieselhaltiges Zinkerz', aus auch der Name des drilten Nach­
afrz. chalemine, nfrz. ealamine, it. gella­ kommen Noas, !! am 'der Schwarze',
mina, sp. pg. ealamina; eng!. ealamin, hebr. allerdings in 'der Heiße' umge­
mhd. kalemine, dtsch. Galmei 'Kiesel­ deutet] ; hieraus entstand ar. kimijä'
zinkspat'. [Romania XXXIII, 605 ; zunächst zur Bezeichnung des 'Steins
XXXVIII, 3 7 1 . ML 1453. der Weisen' [also im Sinne von iksir,
1 1 50. Syr. �efal : s. hier Nr. 903, gebraucht, vg!. GILDE­
'Aufdecken, abdecken, ziehen' ; hieraus MEISTER in ZDMG XXX, 534/538],
wohl mit Anlehnung an niederdtsch. dann 'Scheidekunst, Chemie'. Aus dem
tillen 'das Fell abziehen' [von vel 'Fell'] Ar. kommt: it. alchimla 'Goldmacher­
gaunerdtsch. Kafiller ·Schinder'. [Seiler kunst' [fast synonym zu inganno 'Be­
DKiL IV, 490. trug'], alehimia 'ein aus Messing, Kupfer
1 152. Tk. kel : und Erz zusammengesetztes Metall',
'Kahl ; Flechte, Grind' [vom Stamme il modern chimica, arte chimica 'Chemie',
'glänzen, strahlen' Vambery TktEtWb frz. alchimie, chirnie, sp. pg. alqutmia ;
S. 1 1 9, Nr. 1 26 A II] ; hieraus bulg. kel dtsch. Alchimie [für Alchimisterei heißt
'Grind, Räude', serb. eela 'Glatze, Kahl­ es bei Schuppius zur Verspottung dieser
kopf ; rum. ehel 'kah!', chelie 'Glatze, Afterwissenschaft ungemein treffend :
Kahlköpfigkeil' [wegen chelbas s. hier 'Allkühmisterei', vg!. Andresen DVE 34],
Nr. 1 023]. [Bern SIEtWb 499. Chemie, nd!. alchimie, eng!. alchemy, al­
1 1 53. Mal. kelädi: chilllY, Vb. to alchemise, chimistry. -
'Eine Art Aronstab mit eßbarer Wurzel, [Die ar. Lexikographen leiten ar. kimijä'
Colocasia vera' [Pijn 1 79 a] ; hieraus der vom Vb. kamä 'verbergen' ab, also im
botanische Name lat. caladium, eng!. Sinne von 'verborgener Kunst'.] [POTT
ealadium, frz. ealadion, sp. caladio in ZDMG XXX, 6/20. Mahn EtUnt 81/85.
'Pflanze, die in den feuchten Land­ Devic DEt 7. Kluge 1 0.
strichen Südamerikas wächst' [Dicc Cast 1 158. Tk. kep :
418 cl. [Devic DEt 7 7. 'Form, Figur' [nicht osm. Vambery Tkt
1 154. Hebr. kelaf: EtWb S. 95, Nr. 101, nur altosm. gib
'Rinde, Schale', ·hieraus [oder aus dem 'Ebenbild, Bild, Ähnlichkeit', Vambery
plr. �elaföl}] schon im Rotwelsch des XV. Altosmanische Studien 1 69, und jaku­
und XIV. Jahrhunderts klaffot 'Kleid'; tisch, ujgurisch, mongolisch, ung. usw.,
jetzt gaunerdtsch. Kluft 'Anzug', auch s. Gombocz, Die hulg.-tk. Lehnwörter in
in der Studentensprache und dia!. weit der ung. Sprache. In Memoires de la
verbreitet. [Kluge 246 s. v. Kluft 2. Societe Finno·Ougrienne XXX, 93 f.] ;
Ave-L IV, 556. hieraus altsl. kjäp 'Bild', serb. kip 'Zei­
1 155. Mal. keIembak : chen, Figur', poln. kep 'dass.', russ. ka­
'Ein Baum Ostindiens mit wohlriechen­ pisce 'Götzentempel' ; rum. eapi�te 'dass.'.
dem Holze, Aquilaria' [Pijn 180 u. 201 ] ; [Gorjajew 132. Bern SIEtWb 486.
hieraus frz. calambac, calambart. Über WuS 143/144.
93 [Tk. kepeneg.

1 159. Tk. kepeneg : HWB 188 a von einem Stamme • karuba,


'Regenmantel, Kapuze' [fehlt bei Kele­ parallel dem ar. karuma 'edelmütig sein',
kian J>:ämtls, aber bei A. Hindoglu, Dic­ also 'Glanzerscheinung' als Repräsentant
tionnaire Turc-Fran�ais. Vienne 1 838. undVermittler derWeltgegenwart Gottes] ;
S. 383 b ; vom Stamme lpap, kep 'zu­ in alle europäischen Sprachen übe.rge­
decken, verhüllen, Kleid' Vambery Tkt gangen : eng!. cherub 'Engel, hübsches
EtWb S. 77, Nr. 81 I] ; hieraus rum. Kind' [plr. in der letzteren Bedeutung:
ehepeneag 'Mantel' ; bulg. kepeneg 'dass.', cherubs], dtsch. Cherub, Cherubin ; frz.
russ. kobenjak 'Kapuze, Tasche, Sack', cherubin ; russ. herulOim.
klruss. kepenak, kepen 'ung. Rock', serb. 1 166. Hebr. kesil :
kepen 'Mantel', poln. kopeniak 'ärmel­ 'Dumm, töricht' [ursprünglich 'dick,
loser Mantel' ; dtsch. Köperniek 'Art fett']. Als Teekessel ist das Wort in
Hemd' [bayr. Dial. Gebenek]. [Bern der dtsch. Studentensprache gebräuch­
SIEtWb 500. lich ; im XVIII. Jahrhundert hießen in
1 1 60. Tk. kepeng : Halle die dem eigentlichen Burschen­
'Innerer Fensterladen' [Kelekian J>:ämüs leben fernbleibenden Studenten Mucker
101O b ; vom gleichen Stamme wie Nr. oder Teekessel [Kluge, Studentensprache
1 1 59] ; hieraus rum. ehepeng 'Falltür'. 10], als Schülerausdruck für Lehrer ist
1 161. Mal. keramunting : Kessel noch heute verbreitet, bes. in der
'Ein Baum, dessen rotschwarze, runde Provinz Sachsen [ZfdWf 1, 44] ; vielleicht
und süße Fruchte gegessen werden : hängt auch der Name Teekessel für ein
Adhatoda', eine Akanthacee [Pijn 1 7 7] ; Ratespiel hiermit zusammen. - Die
hieraus frz. earmantine, earmentine [auch Bedeutung 'Teekessel' = 'fade, weich­
noyer des Indes, n. du Ceylan genannt], lich' ist wahrscheinlich in Anlehnung
Adhatoda vasica Nees. (Justicia Adha­ an das Schimpfwort 'TeigeseI' entstanden.
toda L.) ; der Strauch wird zu Hecken [GÖTZE in ZfdWf VIII, 101/102.
und zur Maskierung von Mauern ver­ 1 167. Tk. keskek :
wandt. [Devic DEt 86. 'Grütze, die mit in Stücken geschnittenem
1 1 62. Tk. kereste : Fleisch gekocht ist' [Kelekian J>:ämtls
'Bauholz' [Kelekian J>:ämüs 1020 b] ; 1029 a] ; hieraus rum. che�chet 'Art Suppe'.
hieraus rum. eherestea 'dass., Gebälk', 1 168. Hebr. kelHßä:
eherestegiu 'Holzhändler'. Aram. Partizipialform des Vbs. kä{}aß
1 1 63. Mal. keris : 'schreiben', also 'Geschriebenes', in jüd.
'Eine Art Dolch' [Pijn 1 77], dessen Aussprache kesllOö und mit dtsch. En­
Schneide etwa 10 bis 1 5 Zoll lang, am dung gaunerdtsch. Kassiber 'heimliche
Griffe breit ist und spitz ausläuft ; der Mitteilung eines Gefangenen an die
Kris ist zweischneidig, entweder grade AUßenwelt oder umgekehrt'.
oder mehrfach gekrümmt und manch­ 1 169. Rind. khoprii :
mal vergiftet ; sein Griff ist aus feinem [Verwandt mit khapnä 'trocknen'] ; hier­
Holze oder Knochen gemacht und ge­ aus malayälam koppara, angloind. cop­
wöhnlich geschnitzt, z. B. als Schlangen­ rah 'der getrocknete Kern der Kokos­
kopf; die Malayen tragen ihn an der nUß', dtsch. Kopra. - [Ableitung aus
rechten Hüfte. Das Wort ist in die sskr. kharpara 'Schädel' ist weniger
meisten europäischen Sprachen überge­ guL] [Hobson-Jobson 253/254.
gangen : nd!. kris, kirris 'Schwert', 1 1 70. Chin. kHm·kiim :
angloind. crease, eris, eng!. ereese, Vb. Soll nach Jacob EMA 97 Grundwort
to crease 'erdolchen', dtsch. Kris, schwed. für dtsch. Kokon 'Seidenraupengespinst',
kris; sp. pg. Cl'is [z. B. Camoes Os Lu­ engl. cocoon, frz. eoeon sein. - [Gewöhn­
siadas X, 44, Vers 6], pg. crisada, cri­ lich auf frz. coque < lat. concha zurück­
zada 'Stich mit dem Kris' [Constancio geführt.]
Dicc 331 cl, frz. kriss, erlss. [MMM 30. 1 17 1 . Ar. kibrit :
Hobson·Jobson 274/275. JAOS XVIII, 'Schwefel' [Fremdwort aus dem aram.
67/70. kebrWä < ass. kupritu 'Schwefel', dieses
1 1 64. Tk. kertik : möglicherweise aus kupru, s. hier Nr. 727,
'Einschnitt' [Kelekian J>:ämüs 1019 b ; vg!. ZAkkFW 60] ; hieraus mit ar. Art.
vom Stamme kir, ker 'hineingehen, sp. alcrebite 'dass.' ; in der Bedeutung
hineinpassen', Kausativ kert-, Vambery 'Schwefel-, Streichhölzchen' tk. kibrit ;
TktEtWb S. loo, Nr. 108] ; hieraus rum. hieraus rum. chibrit 'dass.', chibritelnila.
chertic 'Einschnitt, Kerbe'. - DE 95.
1 165. Hebr. kerüß : 1 1 72. Ar. kifiil :
Plr. kerüßjm, Bezeichnung von Engeln Name einer Vene [möglicherweise ein
mit flammenden Schwertern [nach König Fremdwort, aber jedenfalls n i c h t aus
Ar. kijäfa.]

gr. K€<paA.tK� von K€<paM 'Kopf, da 1 1 79. Tk. kipcuk:


dieses Wort bei gr. Autoren in anato­ 'Rauchtabaksbeutel' [nicht osm., vgl.
mischem Sinne nicht vorkommt] ; hier­ cag. l;apcal;, l;ipcal; 'hohl, leer' vom
aus wurde von den lat. schreibenden Stamme l;ab 'aufstehen, anschwellen'
Anatomen des MA Vena cephalica ge­ VamMry TktEtWb S. 64, NI'. 71 I], auch
macht, was um so näher lag, als bei kas.-tat. l;apcylc; hieraus russ. kapauk
Kopfleiden aus dieser Ader Blut gelassen 'dass.'. [Gorjajew 133.
wurde. [HArHebrAn 96/98. 1 180. Tk. kir :
1 1 73. Ar. kijäfa : 'Schmutz', ,dazu Adj. kirli 'schmutzig'
Ebenso tk. kijafet 'Kleidung, Gewand, [vom Stamme kir 'schmieren, Farbe,
Tracht' [eigentlich 'das Wie, die Wie­ Schmutz' V:imbery TktEtWb S. 89,
heit' aus kaif 'wie', s. hier NI'. 1007] ; Nr. 92] ; hieraus bulg. kir 'Schmutz am
hieraus rum. eaifet 'Gestalt, Kleidung'. Körper', kirliw 'schmutzig', russ. kir
1 1 74. Ar. kljäS : 'mit Naphtha getränkte Erde'. [Bern
'Maß' [vom Vb. lcäsa 'messen'] ; hieraus SIEtWb 505.
mit ar. Art. sp. alquez 'Weinmaß von 1 18 1 . Ar. kira' :
12 ('antaras' [Dicc Cast 136 c), pg. al­ 'Miete, Mietpreis' [Vb. kal'ä 'mieten, ver­
quies 'Maß der Gerber, ein Stock, mit mieten'] ; hieraus mit ar. Art. und Imäla
dem sie die zu verkaufende Sohle ab­ [ä > e] sp. alquile, alquilel', pg. alquiU,
messen' [Constancio Dicc 59 b]. - DE 185. alquiler 'Miete', Vb. sp. pg. alquilar
1 1 74a. Ar. kil: 'vermieten' [pg. nur bei Tieren gesagt,
Od. kail 'Maß', bes. für Getreide [vom sonst alugar < lat. adlocare] ; über tk.
Vb. kiila 'messen'], tk. ebenso kile; hier­ kira wurde rum. chiriii 'Miete', chirigiu
aus rum. eh'ila 'Getreidemaß', in der 'Fuhrmann', bulg. kil'ija 'Fuhrlohn,
Walachei 680 I, in der Moldau 430 1. Fracht, Miete', kiradlija 'Fuhrmann,
Aus dem Ar. unmittelbar mit ar. Art. Mieter', serb. kirija 'Miete, Fracht',
und Wechsel der Liquiden l > r wurde kil'idlija ' �'uhrmann'. - [ML 4692 sp.
pg. alqueire 'Getreidemaß', '/s 8aeo oder alqueil'e gehört nicht hierher, S. hier
'/so moio [Constancio Dicc 59a]. - DE 184. Nr. 1 1 74 a.] [DE 186. Eguilaz 250.
11 75. Tk. kU : Rern SIEtWb 505.
'Ton' [aus pers. gil 'Schmutz, Lehm' 1 182. Ar. kirät :
Horn NpEt S. 207, NI'. 927 bi�] ; tk. kil 'Für Gold und Diamanten gebraucbtes
el'meni 'fetthaltige Tonerde' [pharma­ Gewicht' [aus gr. K€pdnov, dieses nach
zeutisch benutzt : Bolus armeniaca] ; hier­ der Form der Früchte des Johannisbrot­
aus rum. chilel'menea 'dass.'. baumes, Ceraloni a siliqua, eigentlich
'Hörnchen', benannt] ; hieraus sp. qui­
1 1 76. Tk. kilim : late, pg. quirate, quilate; mlat. (bei den
'Teppich' ; hieraus rum. chilim 'dass.' ; Alchemisten) carrätus, it. cal'ato, frz.
bulg. kilim, kelim, serb. kilim, eilim, cal'at, rum. carat; dtsch. Karat, engl.
poln. kilim, klruss. kilim 'Teppich', russ. carat ; russ. karat. - [Eine andere Ah­
kilim, kelim 'zu Hause gewebter Teppich' ; leitung, die zwar der ursprünglichen
dtsch. Kelim 'teppichartiger Vorhang, Schreibung Garat besser gerecht wird,
Tischdecke'. [Gorjajew 140. BernSIEtWb aber dennoch mit Rücksicht auf die
503/504. anderen europäischen Formen abgelehnt
1 1 77. Jap. kimono : werden muEl, gibt aus dem JÜd.-Dtsch.
'Gewand', das durch einen breiten Gür­ Ave·L IV, 302.] [OE 327. Eguilaz 474.
tel, obi, zusammengehalten wird und Devic OEt 85. ML 6906. Kluge 227.
das in Japan Damen und Herren tragen. 1 183. Tk_ kireg:
Als Kimono ist das mit weiten Ärmeln 'Kalk' [Kelekian J>:ämtis 1066] ; hieraus
versehene Kleid bei den Damen Europas bulg. kirec, serb. krec 'dass.'.
als Morgenrock beliebt. [MWiD 135. 1 184. Pers. kirpie :
1 1 78. Ar. kintär : Ebenso tk. 'Ungebrannter Ziegel' [Kele­
Ein Gewicht vön 100 Ratl [s.hierNr. 1 708 ; kian J>:ämtis 1019] ; hieraus russ. kirpie
aus lat. centenal'ius, ngr. K€VT11Vdpl > 'Ziegel', klruss. kyrpyc, bulg. kerpic,
mlat. quintale] ; hieraus it. cantaro, siz. kil'pic, serb. cerpie, cerpie 'ungebrannter
cantal'U 'Gewicht von 100 rotuli', quin­ Ziegel'. [Gorjajew 140. Bern SIEtWb 501.
tale 'Zentner', frz. provo sp. pg. quintal 1 1 85. Ar. kIs :
'dass.' ; über tk. lcantar, das die Bedeu­ [Aus dem aram. kisii < ass. kisu 'Geld­
tung 'Wage' angenommen hat, wurde beutel', vgl. ZAkkFW 20] 'Beutel', vulgo
rum. eintar 'Schnellwage', cintargiu tk. kise, kese 'Börse, Säckchen, Geld­
'Wiegemeister'. [Mahn EtUnt 1 26. DE beutel' ; hieraus bulg. kesija 'Beutel,
327. Eguilaz 425. Börse', serb. kesa 'Beutel, Patrontasche',
[Ar. kisa'.

russ. kisa 'Beutel, Mantelsack', kiset 1 193. Tk. \ioga :


'Tabaksbeutel', klruss. kysa, poln. kiesa 'Groß, alt' [vom Stamme �c, s. hier
'Geldbeutel'. Aus dem entsprechenden Nr. 1 192], dazu �os1;ofla 'steinalt, riesig'
hebr. Wort kis 'Beutel' wurde gauner­ [über diese Reduplikation s. Gotthold
dtsch. Kies 'Geld'. [Gorjajew 140. Bern Weil, Grammatik der osm.-tk. Sprache.
SIEtWb 503. Berlin 1 9 1 7. S. 54. Anm. 54] ; hieraus
1 186. Ar. klsä' : rum.cogeamite, co�cogea 'ungeheuer groß,
'Leinenstoff' und alles, was daraus her­ pyramidal !' .
gestellt ist, bes. 'Mantel' ; hieraus asp. 1 194. Tk. kol :
quiza, sp. alquicel, alquice/' 'maurischer 'Arm' [vom Stamme 1;ar, 1;01', 1;ol 'Arm,
Bauernmantel'. [OE 185/186. Hand', Vambery TktEtWb S. 81, Nr. 85 ;
1 187. Ar. klsma : vg!. iSuwasisch 1;01 und 1;ul 'Arm' ] ; hier­
'Anteil' [vom' Vb. �asama 'teilen'], tk. aus russ. kulak 'Faust, Faustschlag',
�ismet; hieraus dtsch. Kismet, eng!. kis­ poln. klruss. kulak 'dass.'. - Gorjajew
met 'unabwendbares Schicksal'. 1 74. [M. E. ist estnisch kulak erst aus
1 188. Tk. klsmis: dem Russ. oder Poln. übernommen und
'Kleine getrockneteWeinbeere ohne Kern' nicht, wie Mikl SIEtWb 146 und danach
[Kelekian J5,:ämlls 1029 ; vom Stamme Bern SIEtWb 641 haben, Grundwort.]
�is 'drücken, pressen' Vambery TktEtWb 1 194 a. Hebr. köl:
S. 84, Nr. 87 1II] ; hieraus russ. kiSmis 'Stimme' ; hieraus gaunerdtsch. Kohl
'Trauben oder Rosinen ohne Kerne', 'dummes, unwahres Geschwätz', Vb. ver­
poln. kiszmisz 'dass.'. [Bern SIEtWb 505. kolen 'etwas vorschwatzen, blauen Dunst
1 189. Tk. kisnis: vormachen'. [Ave-L IV, 56 1.
'Koriander' [Kelekian J5,:ämlls 1029 ; bei 1 1 95. Tk. kolaii :
Hindoglu, Dictionnaire Turc-Fran�ais. 'Gurt, Gürtel" [Kelekian J5,:ämlls 987] ;
Vienne 1838. S. 391 b auch : kisnigl ; hieraus bulg. serb. kolan 'Sattelgurt,
hieraus russ. kisnec, klruss. kysnec 'dass.'. Gürtel' : rum. colall 'Gurt, Frauengürtel'.
[Bern SIEtWb 505. [Bern SIELWb 542.
1 190. Hebr. kisse : 1 1 96. Tk. kolcak :
'Sessel, Thron' [gleich dem ar. kurst 'Art Handschuhe, die mit Eisenstreifen
'Sessel, Stuhl', für welches die ar. Lexi­ bedeckt sind, Armschienen des Panzers,
kographen eine höchst lächerliche Ety­ wollener Fausthandschub' [Kelekian J5,:ä­
mologie geben : aus ar. �i1's 'Viehmist', mUs 988; von 1;01 'Arm', s. hier Nr. 1 194] ;
also 'der Mistige' mit späterer Verdun­ hieraus rum. colceag 'Hülse, Muff'; bulg.
kelung von i zu u, um den Ursprung kolcak 'Auflage auf Ellbogen und Knien',
zu verdunkeln ; vgl. FLEISCHER in serb. kolcak 'Muff, Arm- und Kniewärmer',
BKSGW phi!. hist. K!. XVIII, 3 1 6 ; in russ. ko1cak 'Armschienen eines Panzers',
Wirklichkeit kommt das ar. Wort aus dazu Ableitung kolCulJa 'Ringpanzer,
dem Aramäischen, und das aram. und Waffenhemd'. [Gorjajew 152. Mikl
hebr. Wort aus ass. kussü 'Thron' < SIEtWb 1 23. Bern SIEtWb 543.
sumerisch guza, vgl. ZAkkFW 8J. Schon 1 1 97. Tk. ko}can:
bei den Rabbinen wuder bait ha·kisse 'Köcher' [nicht osm.] ; hieraus russ. kol­
'Haus des Sitzes' als 'Abort' benutzt ; can, klruss. kot/can, poln. kolczan'Köcher'.
so ist das Wort immer mehr herabge­ [Bern SIEtWb 543.
kommen, schließlich dtsch. Kitt 'Behau­ 1 198. Ind. Koli :
sung, Herberge, Bordell, Gefängnis', in N. pr., Name einer Rasse oder Kaste in
letzterem Sinne vor allem als demin. den West Ghats im westlichen Indien,
Kittchen weit verbreitet [Etymologie nach deren Angehörige sich oft als Arbeiter
Ave-L IV, 558 ; immer noch besser als verdingten. Hieraus entstand der Name
neuere Vorschläge, z. B. von GüNTHER angloind. eng!. cooly, dtsch. Kuli 'Ge­
in KZ 1925, Nr. 28] ; ndl. kit 'Bordell'. mieteter Arbeiter oder Lastträger', bes.
1 1 91. Ar. klt'a: diejenigen Arbeiter, die aus Indien oder
'Teil, Stück, Pörtion' [Vb. �ata'a 'schnei­ China in überseeische Pflanzungen ver­
den'], tk. �yta 'dass.'; hieraus rum. chita schickt wurden. Allerdings verstand
'Bündel, Büschel, Portion'. man in Westindien nicht chines. Ein­
1 192. Tk. koc3n : wanderer darunter, sondern die india­
'Gemüsestrunk' [vom Stamme �oc 'stark, nischen Arbeiter, die in den Zucker­
mächtig, groB' Vambery TktEtWb S. 90, pflanzungen die Stelle des Negersklaven
Nr. 94] ; hieraus rum. cocean 'Mais- oder annahmen [vg!. E. C. Bowra, Notes and
Kohlstrunk' ; serb. kocen, poln. kaczall, Queries on China and Japan 1 867. S. 77].
klruss. kacan, russ. kacan, kocan 'Kohl­ Frz. cooli, couli ; dtsch. auch fig. Tinten­
kopf'. [Gorjajew 1 64. kuli 'journalistischer Lohnschreiber'
Tk. �oltu�.] 96

[ZfdWf VIII, 22/23]. Das älteste euro­ äg. abü kalb 'Vater des Hundes', der
päische Zeugnis für das Wort stammt holländische Löwentaler, nach dem auf­
aus dem Jahre 1548 [es ist auch ins Ar. geprägten Löwen oder 'Hunde'. Hieraus
übergegangen: y,uli, vgl. ZDMG L, 652]. wurde russ. kopeika, dtsch. Kopeke.
- [Es soll nicht verschwiegen werden, [Hobson-Johson 253. Bern SIEtWb 566.
daß im Tamul und Kanaresischen ein 1205. Tk. köprU :
Wort küli 'Miete, Pacht' vorkommt, das 'Brücke' [vom Stamme !pab, !pob, küb
Grundwort zu cooly sein könnte. Auch 'aufstehen, anschwellen, rund, gewölbt',
im Tk. ist ein Wort !pul 'Sklave' vor­ Vamhery TktEtWb S. 66, Nr. 71 III ;
handen, vgl. Vambery TktEtWb S. 95, also keinenfalls gr. 'fE<pupovj ; hieraus
Nr. 99 : Stamm !pul 'Gehör, Ohr', dazu bulg. k'uprija, serb. cuprija 'Brücke'.
vgl. slav. sluga 'Diener' und sluh 'Gehör', 1 206. Tk. �opuz :
dtsch. Höriger und hören !]. [Hobson­ 'Eine Art Zither in Birnenform mit
Jobson 249/251. Hirth Chin FW 198/199. einer einzigen, sehr dicken Saite' [vom
MWiD 1 20. Stamme !pob 'anschwellen, dick und rund',
1 1 99. Tk. koltuk: s. hier Nr. 1203 und 1205] ; hieraus rum.
'Armhöhle' [Vambiry TktEtWb S. 81, cobuz, cobza 'Mandoline, kleine Schal­
NI'. 85] ; hieraus rum. coltuc 'Ellenbogen , mei' ; russ. kobza 'Saiteninstrument mit
Kopfkissen'. acht Saiten' (in Kleinrußland), klruss.
1 200. Tk. kömür : kobza 'dass., Laute', kobzar' 'Sänger zur
'Kohle, Holzkohle' [Stamm küj 'brennen, Laute', poln. cech. kobza 'Laute'. [Gor­
glühen, Glut, Brand', also • küjmür jajew 147. Bern SIEtWb 534.
'Brennmaterial', Vambery TktEtWb 1207. Tk. kör :
S. 105, Nr. 1 1 6] ; hieraus bulg. k'umur, 'Blind', vulgo Aussprache kjöl'; hieraus
k'imur 'Kohle', kumurica 'Kohlenmeiler', rum. chior 'einäugig' ; bulg. k'01' 'blind',
serb. cumur 'Kohle'. [Bern SlEtWb 681 . serb. cor 'auf einem Auge blind' und
1 201. Tk. komsu: Ableitungen.
'Nachbar' [vom Stamme !pot, !poj 'unten, 1208. Tk. korban :
tief' > 'niederlegen, niederlassen', re­ 'Opfer' [aus är. !purbän ; zum Teil hat
flexi ve Bildung * !pojun > !pon 'sich auch hebr. !porbän mitgewirkt] ; hieraus
niederlassen', hiervon reziproke Form rum. curban 'dass.' ; bulg. serb. kurban
kon-us 'sich gegenseitig niederlassen', 'Opfer, Schlachtopfer', russ. korwana
d. h. 'nebenan oder gegenüher wohnen', 'Armenstock, Opferstock' [durch Ein­
Subst. konsu > komsu] : hieraus bulg. wirkung von gr. KopßaVa� 'Gotteskasten',
komsu, komsija, serh. komsija, komusija vgl. Janllarakis, Deutsch·Neugriechisches
'Nachbar'. [Mikl SIEtWb 1 26 b. Bern Handwürterbuch. Hannover 1883.
SIEtWb 5&6. S. 318 b ; aus der Form EI� KopßaVav
1 202. Tk. konak : wurde das folgende Wort oder durch
'Palast, Schlöß, Rötel' [von !ponma!p volksetymologische Einwirkung von
'sich niederlassen', s. hier Nr. 1 2011 ; skarb 'Schatz' :], poln. skarbonka 'dass.',
hieraus bulg. konak 'Herberge, Schloß', karbona 'Almosen büchse' [und durch
serb. konak 'Wohnung, Gemach, Her­ weitere Angleichung an dtsch. SPa1'­
berge, Palast' ; der Konak in Belgrad büchse] skarbuszka, cech. karban 'Glücks­
[Baedeker, Konstantinopel und das west­ spiel, Lotterie'. [Gorjajew 157. Bem
liche Kleinasien. Leipzig 1 905. S. 22] SIEtWb 489 und 647 [gehören eigentlich
'königliches Palais' ; rum. conac 'Her­ zusammen]. - KaI10wicz 416.
berge, Gasthaus, Poststation', Ableitung 1209. Tk. kos :
conacar, conacarie. [Bern SIEtWb 557. 'Wagenburg' [vom Stamme !pap 'er­
1203. Tk. �opca ; greifen, erfassen', wobei lcabus > !pavus
'Agraffe, Haken und Öse daran' [Kelekian > !paus > kos wurde: 'vereinigt, Paar' ;
�ämüs 975 ; vom Stamme !pab, !pob 'an­ zahlreiche Beispiele Vambery TktEtWb
schwellen, dick, rund', Vambery TktEtWb S. 75/76, Nr. 80, Z. B. ujgurisch !poos
S. 66, NI'. 7 1 ] ; hieraus bulg. serb. kopca 'Gesinde, Heer, Truppe' ; mit diesem
'Häkchen, Heftel' ; rum. copcea 'Agraffe'. Stamme trifft sich lautlich und in der
[Der tk. Ursprung kann n i e h t bezweifelt Bedeutung sehr häufig der Stamm köt,
werden.] [Mikl SIEtWb 129. Bem köc, göc 'aufheben, aufbrechen, reisen'
SIEtWb 564. ebenda S. 104, Nr. 1 14 1I; aus heiden
1 204. Tk. köpek : ergibt sich:] klruss. kos 'Kosakenlager',
'Hund', osttk. cag. kopek. Zur Zeit kosewoj 'Schirrmeister', poln. kosz 'Ta­
TIMURS war Dinär köpeji eine Münze, laren- oder Kosakenlager' ; russ. kOBcej
die wahrscheinlich aus demselben Grunde [im Igorliede] 'Gefangener, Sklave, Die­
so benannt wurde wie z. B. der frühere ner' : die Sklaven tk. Herkunft scheinen
97 [Tk. köse.

vorzüglich als Pferdeknechte und Fuhr­ russ. kozyr', klruss. koz!ll', cech. kozyr,
leute verwendet worden zu sein, daher poln. kozyr, kozera 'Trumpf_ - [Da­
wohl auch letzten Endes dtsch. Kutscher gegen scheinen russ. koz!l,)ok 'Mützen­
[Ableitung aus der ung. Stadt K6czi schirm' und viele andere Ableitungen
dürfte geschichtlich noch nicht erwiesen bei Bern SIEtWb 597 nicht hierhin zu
sein] ; russ. kocewoj 'Nomade', kocewat' gehören, sondern bedürfen eines anderen
'nomadisieren', poln. koczujqcy, koczo­ noch nicht aufgefundenen Grundworts.]
wat!, cech. kOCt'ony, kolol'ati 'dass.'. 1218. Hebr. Kre�i :
[Gorjajew 1 64/1 65. Bem SIEtWb 585/586. Eigentlich ha-kerefH we ha-pele�i 'der
1 2 1 0. Tk. köse : Kreter und der Philister', Bezeichnung
'Mit schwachem Bartwuchse oder bart­ des AT für die LeJbwache des Königs
los' [Kelekian J):ämüs 1054] ; hieraus David [2 Sam 8, 1 8 ; 15, 18] ; hieraus
bulg. k'ose, serb. cosaw 'bartlos', Subst. seit dem 18. Jahrhundert dtsch. Krethi
cosa . und Plethi 'zusammengewürfeltes Ge­
1 2 1 1 . Tk. köstek : sindel' [Kluge 261 ; über das Grundwort
'Kette, bes. Spann kette für Pferde' ; hier­ vg!. Ed. König, Geschichte des Reiches
aus rum. chiostec 'Fulifessel der Pferde', Gottes bis auf Jesus Christus. Berlin
bulg. kustek, kostek, serb. custek 'dass.'. 1 !i08. S. 207].
1112. Tk. kotas: 1219. Sskr: krmigä :
Auch lJotoz lA;t Frisur der Frauen, 'Wurmerzeugt' [äus sskr. krmi 'Wurm',
Frauenrnütze' [Kelekian J):amüs 555] ; vgl. pers. kirm 'dass.' Horn NpEt S. 1 90,
hieraus russ. kutas'Troddelquaste, Schnur Nr. 850], ein Insekt, das, getrocknet und
am Tschako', poln. klruss. kutas 'Quaste'. zu Puder gestampft, die rote Farbe gibt,
[Bern SIEtWb 653. die mit den aus diesem Grundwort sich
1 2 13. Tk. kötek : ergebenden Wörtern bezeichnet wird :
'Stock, Rute, Stockschläge oder Baston­ Über das betr. Insekt, die Cochenille
nade' [vom Stamme küc, küt 'Macbt, oder Schildlaus, vg!. Ed. Wiepen, Die
Gewalt' Vambery TktEtWb S. 104, geographische Verbreitung der Coche­
Nr. 1 1 5] ; hieraus ·bulg. k'otek, serb. cotek n illezucht. Köln 1 8!i0_ Zunächst ergab
'Schläge, Prügel'. sich ar. lpi1"mizt ZDMG L, 650 und hiere
1 214. Chin. k'o·t'ou : aus : it. ca1"mesino, cremisino, carminio,
{Wörtlich 'Abschlagen des Kopfes'1 'Die frz. cl'amoisi, carmin, sp. carm esf car­ ,

Begrüliung, die man in China dem Kaiser min, qltermes, pg. carmesim, cal'mim,
darbrachte, indem man sich eine be­ rum. cal'miz [wobei die Formen auf in
stimmte Anzahl von Malen auf den Boden durch Kontamination mit lat. minium
warf, bekanntlkh eine altorientalische zu erklären sind] ; ndl. karmezijn, kar­
Sitte [vg!. gr. 1fpOaKUvT]al�, Beschreibung mozijn karmijn, eng!. carmine, dtscb_
,

schon bei Herodot VII, 1 36]. Das chin. karmin ; russ. karmin , karmazin, poln.
Wort wird zur Bezeichnung einer karmazyn 'scharlachrot', kiermes, al­
schmeichlerischen und kriecherischen kiermes 'Kermes, Cochenille', cech_ kar­
Begrüßung benutzt : angloind. kotow, mazin, klruss_ karmazyn, serb. grimiz
eng!. kow'fOll' [in Amerika im Jahre 1 848 'purpurrot', bulg. kö1"m'bz. [Dozy Oost 8.
belegt, s. Herrigs Archiv CXLI, 187], DE 185. Eguilaz 248. Devic DEt 24.
dts(·h. Kotau. [Hobson-Jobson 492/494. ML 6907/8. Gorjajew 131 und 135.
MWiD 1 32. Bem SIEtWb 49 1.
1215. Tk. kötüri : 1220. Ar. Krümir:
'ln Bausch und Bogen, im ganzen' N. pr., vulgo Aussprache von 'lJ.umail',
[Keli�kian J):ämüs 1046 b : gjötüri; vom einer berüchtigten Misehbevölkerung an
Stamme göt, kiit 'aufheben' Vambery der Grenze von Tunesien und Aigerien,
TktEtWb S. 103, Nr. 1 1 4 a] ; hieraus rum. teils Araber, teils Berber. Ihre Züge
ghiotura im Ausdruck : cu ghiotura 'in über die Grenze Algeriens waren be-'
Bausch und Bogen, en bloc'. [Sain 52. kanntlieh für die Franzosen der Vorwand,
1216. Tk..tat. kowyr : im März 188 1 eine Expedition nach
'Braun' ; hieraus russ. kauryj 'hp\lbraun' Tunesien vorzunehmen und dieses Land
(von Pferden gesagt), kaurka [synonym besetzt zu halten [vg!. Rudolf Fitzner,
zu fuks] 'hellrotes Pferd, Fuchs (Pferd)'. Die Regpntschaft Tunis. Berlin 1 895.
[Gorjajew 1 37_ S. 349]. Hieraus ergibt sich frz. kl'oumil'
1 217. Tk. koz : 'roher Kerl, Pfuscher, Streikbrecher';
'Trumpf im Kartenspiel' [nicht bei Ke­ it. ct"1tmiro 'Streikbrecher'.
lt'�kian J):ämUs, aber bei Hindoglu, Dic­ 1221. Ar. kubba :
tionnaire Turc-Fran�ais. Vienne 1838. 'Gewölbe', jed·es gewölbte Gebäude, also
S. 374 b] ; hieraus rum. coz 'Trumpf ; 'Zelt, Nebenzimmer. Grabkapelle [bes.
L O k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch. 7
Ar. �uhti.] 98

in Nordafrika, mit dem Grabe eines kian �ämlls 975 ; vom Stamme �ab, lpob
Heiligen, frz. irrtümlich marabout, 5. hier 'anschwellen, dick, rund und hohl' Vam­
NI'. 1410, genannt]' ; hieraus zum Teil hery TktEtWb S. 64, NI'. 7 1 . 1.] ; hieraus
mit ar. Art. sp. alcoba, Pli'. alcova 'Schlaf­ rum. cobur 'Pistolen halfter' ; bulg. kubttr,
kabinett', kat. alcova, provo alcuba 'Zelt', serb. kubura 'kleine Pistole, Futteral da­
afrz. aucube 'dass.', frz. alcove 'kleines für', klruss. kubUl', kobttr, russ. kubura,
Nebenzimmer', rum. alcove ; siz. cubba kobura 'Lederfutt eral, Halfter'. [Gorja­
'Wasserturm', sp. alcubilla 'dass.' ; mit jew 14-7. Bern SIEtWb 636.
romanischer Demin.-Endung it. cupola, 1 224. Ar. \iudäf:
frz. coupoie. Dtsch. Alkoven, Kuppel, 'Schüssel, irdener Topf' ; hieraus mit ar.
mhd. ekub 'Zelt' [bei WOLFRAM VON Art. und Imäla [Ci > e] Pli'. alcadefe
ESCHENBACH], ndl. alkoof, engl. alcove 'irdener Topf, über den die zu messenden
'Zimmerwinkel für Sitz oder Bett' [in Flüssigkeiten, wie Wein, Öl oder dergI.,
einem Zimmer oder einer Bibliothek]. gehalten werden, damit das überfließende
Bulg. kube, serb. kube, kuba 'Kuppel, hinein tröpfelt', kat. cadaf [DE 7 8 ; Con­
Gewölbe', russ. alkow 'Alkoven' ; über stancio Dicc 44 b].
vulgo ar. kubbal, kas.-tat. kibbet, kirgis. 1 225. Ar. kuffa :
kibit wurde russ. kibitka 'Verdeck über 'Tiefer Korb, Tragkorb' [aus gr. KOqllvoC;,
einem russ. Wagen, halbverdecktes russ. lat. cophinus < lat. cuppa, vg!. Lammens
Fuhrwerk'. - Auf die vulgo Form ar. Farll� NI'. 1037] ; hieraus nach der vulgo
kubbäja 'Glas zum Trinken' gl'ht viel­ Aussprache mit 0 nach einem empha­
leic'ht siz. cubbaita 'Art Mandelkuchen tischen Laute sp. cofa, cofe, it. coffa
aus geriebenen Apfelsinenschalen, Honig, 'Mastkorb', pg. alcofa ' Korb', cofo 'Kü­
Karamell' usw. zurück [wegen der zylin­ bel', siz. coffa 'Marktkorh', [mit rom. En·
drischen Form ; vielleicht auch vom ar. dung] it. c6(ano, sp. cuibano; rum. cofa
�bbait 'Mandelkuchen', vgl. Dozy Suppl 'Eimer, Holzkanne'. Afrz. cofre, frz.
s. V. �ubbatJ. Als Eigenname hat sich coffre, eng!. colfer, dtsch. Koffer [mit
in Palermo für ein sarazenisches llebäude Anfügung eines -r wie in Kaliber, S. hier
der Name La Cuba erhHlten [vgl. Schack, NI'. 1030, und Kassiber, hier �r. 1 168].
Poesie und Kunst der Araber in Spanien Serb. kofa 'Korb, Mastkorb', kofan 'Tru­
und Sizilien. 2. II, 266/269]. - [Mög­ he', cech. kufr, poln. kufr, klruss. kufer
licherweise geht das ar. Grundwort selbst 'Koffer'. [DE 94. Eguilaz 140. StGllt
auf pers. gunbäd zurück, ZDMG L, 646.J 11, 281. GrSVociSic 23�. ML 2207 U. 47,,0.
[Kluge 1 1 . DE 90/91 . 95. Eguilaz 1 3 1 . 1226. Pel'�. küCtii :
Devic DEt 14. Lammens Rem 8 . ML 'Gehackt' [part. pass. von küftän, vgl.
6909. Hobson-Jobson 1 1 /12. Gorjajew köftän 'stoßen, treten' Horn NpEt S. 288,
4 und 139. Bern SIEtWb 635. GrS NI'. 1 5!J], hieralls lk�]cöfte zur Hezeich­
VociSic 232/233. nung eines FleischgerichLes 'Fleisch­
1222. Ar. knbti : klÖßchen' [Kelekiall �ämüs 1055 b], rum.
'Koptisch, ägyptisch', fern. �ubt"ija ; bier­ chiftl'a, chiftelufa 'dass.', bulg. kufte,
aus sp. alcabtect 'sehr feine Leinwand' serb. cufteta 'Fleischkloß'.
[DE 78]. - Auf das or. Grundwort geht 1227. Ar. kuhl :
natürlich der Lanrlesname Aegyptus mit [Über aram. ku�lä vielleicht aus ass.
seinen Ableitungen zurück, Z. B. Adj. gulJlu ZAkkFW 61] 'Spießglanzpulver
aegyptus ; hieraus it. ghetto 'Judenviertel' (Schwefelhlei) zum Färben der Augen­
[freilich durch Kontamination mit *jec­ brauen, Wimpern und Lider' [über den
ttt8 'Gießerei' < *jectare < jactare, Gebrauch und die Zusammensetzung der
weil sich in Venedig, wo im Jahre 1516 orientalischen Augenschminke vgl.HILLE
das erste Ghetto eingerichtet wurde, an in ZIJMG V, 236/242] ; noch im 1 6.
diesel' Stelle vorher Gießereien befunden Jahrhundert ist das hieraus entstandene
hatten, vgl. SPITZER in WuS VI, 204/205 Wort Alcohol in oer Alchemie der ge­
und VII, 205]. Auf aegyptiu8 ist zurück­ läufige Ausdruck für 'trockenes, feines
zuführen : frz. egyptien 'Zigeuner' [statt Pulver', erst später wurde es zur Be­
des gewöhnlicheren bohemien ; im The­ zeichnung des Weingeistes benutzt. Die
aterargot von Paris 'schlechter Schau­ einzelnen Formen sind : sp. Pli'. alquifol,
spieler'], engl.gipsy, sp. gitano [die bei den alcofol, alcofor, alcohol, kat. alcofoll,
letzteren auch in der Bedeutung'Schmied', frz. alquifoux, coheul, alcohol, it. alcool,
da das Gewerbe des Kaltschmiedes sehr rum. alcool ; ndl. alkohol, eng\. alcohol,
häufig von Zigeunern ausgeübt wird]. [ML dtsch. Alkohol ; russ. alkogol'. - [Pers.
236. Roth ViFr 41 /42. Wartb FEtWb 43. und tk.heißt die Augenschminke übrigens
1 223. Tk. knbnr: 8ürme, subst. Inf. des tk. Vbs. sürmek
'Röhre, Futteral für die Pistolen' [KeIe- 'glätten' vom Stamme seb, siw, süp 'glatt,
99 [Tk. �ujru� .

rein, glätten', Causativ supur > sür', xdXKav{}o�, XaXKdv{}'1 verderbt] ; hieraus
Vambery TktEtWb S. 14S, Nr. 160.1 sp. colcotar, pg. frz. eng!. eoleothar, dtsch.
[Mahn EtUnt 107. DE 42. Eguilaz 140. Kolkothar 'EJsenoxyd (Ferrioxyd)', zum
Devic DEt 13. 28/29. Lammens Rem Polieren von Glas und ähnl. benutzt.
20/21 . RomForsch IV, 364. ML 4732. [OE 257 . Devic DEt 97.
Kluge 1 1 . 1237. Ar. kulla:
1 228. Tk. �ujru� : [Aus aram. "/fu'Uefiä 'Weinkrug', das viel­
'8chwanz' [vom Stamme "/foj 'hart, dicht, leicht auf assyr. guUatu 'ein Gefäß' zu­
fest' Vambery TktEtWb S. 83, Nr. 87 1I] ; rückgeht, vgl. ZAkkJ!'W 33] 'Großer
hieraus russ. kurdjuk 'Fettschwanz' (der Krug' ; hieraus mit ar. Art. sp. alcolla
kirgis. Schafe), horugw' 'Kirchenfahne, 'dass.'. [Vgl. lat. culullus bei Horaz.l
Banner', cech. korouhev, poln. chorqgiew, [DE 92.
bulg. herugwica, heruglica 'dass.'. [Gor· 1238. Ar. kulla :
jajew 1 76 und 401 . 'Turm', ebenso tk. "/fulle; hieraus rum.
1229. Pers. küka : eul;;' 'Turm, Gewölbe, Verlies', bulg.
Ebenso tk. kokä 'lmzmütze mit Feder· serb. kula 'Turm, SchlOß, Berg' [wohl
busch, die die Fürsten und die Komman· mit "/fal'a, s. hier Nr. 102 1 , zusammen­
danten der Janitscharell trugen' [Kelekian gefallen]. [Bern SIELWb 641.
�ämüs 986 a] ; hieraus rum. CUCel 'fürst· 1 239. Tk. kulluk :
liehe Mütze'. 'Wache, Gardecorps; [von "/ful 'Sklave'] ;
1 230. Tk. kukuruz : hieraus rum. cnlue 'dass.'.
'Mais, Zea Mäis" ; hieraus dtsch. Kuku· 1240. Ar. kumM :
rutz ; russ. kukuruza, serb. kukuruz, 'Kleiderstoff, Zeug', tk. und kas.-tat. "/fu­
cech. kukui'ice, poln. kukurydza 'Mais'. mas ; hieraus russ. kumac 'bucharischer
1 231. Tk. kula : roter odpr blauer Baumwoll�tofl?, bulg.
'Fahl, isabellfärben' ; hieraus serb. kulas, kumas 'Stoff', serb. kumas 'Seidpnzeug,
kulin, bulg. kulist 'mausfarbenes Pferd'. Atlas', cerh. kumac 'BaumwollsLoff';
1232. Pers. kuläh : rum. coma �, euma� 'Seidenstoff'. [Bern
'Mütze' [Horn NpEt S. 192, Nr. 863 und SIEtWb 643.
KZ XXXII, 582], tk. külah 'Derwisch­ 1 �41. Ar. k ummijä :
mütze' ; hieraus rum. chiulaf 'Mütze' ; Vulg., hes. in �Iarokko kummija, 'ein
hulg. gugla (?). Dolch', etwa 38 cm lang und 2 bIS 3 cm
1233. Tk. kulan : breit, nach auswärts gekrümmt, den der
'Wildesel, Eqüus onager Sehreb.' [von gewöhnliche Marokkaner, Städter wie
"/fula 'gelbgrau, fahl', s. hier Nr. 1�31 Beduine, stets trägt [FISCHER in MSOS
und KSz XVlI, 131] ; hieraus russ. kulan, 11, 224/227] ; hieraus sp. gumia, cumia,
poln. kutan 'Steppenesel' ; dtsch. Kulan, pg. gomia, agomia, agumla 'Art Dolch'.
eng!. kulan [nahe verwandt mit dem - [Als andere Grundwörter werden lat.
Dschiggetai, s. hier Nr. 639]. aeumen und guvia 'Meißel' genannt,
1234. Tk. klilban : Eguilaz 411-; ; eine ganz lächerliche Ab­
'Ofen' [das Hypokauston eines orien· leitung gibt Schapiro Revel 41.] [Dozy
talischen Bades ; zusammengesetzt aus Suppl II, 487. DE 282.
tk. gül 'Asche' und pers. lJän 'Haus', 1242. Tk. kumi z :
s. hier Nr. 809] ; hIeraus rum. chiulhan 'Gegorene Stutenmilch', ebenso kas.·tat.
'Gelage, Gastmahl'. - .Solche KüllJans kymyz ; hieraus russ. kumys, klruss. ku­
sind die Zufluchts· und Schlafstätte aller· myz, komyz, poln. (alt) komiz, kumyz
hand armen Vulkes, auch wohl lieder· 'dass.'. Dtsch. (in Reisebeschreibungen)
lichen Gesindels u�d heimatloser Herum­ Kumys, engl. kumiss. [Gorjajew 67.
treiber, namentlich in der kälteren Jahres­ Bem SIEtWb 644.
zeit, weil sie da warm liegeI!. Daher 1 243. Ar. kumkum :
nennt man auch ein gemeines Bordell 'Gefäß mit sehr langem Halse', meistens
kjülehän und einen Menschen, der sich aus Metall, dazu bestimmt, wohlriechende
an solchen Orten herumtreibt kjülchäni Flüssigkeiten aufzunehmen ; hieraus siz.
oder kjüli. · POTT in ZDMG VII, 399. cUncumo 'Kupfergefäß zum Wasser­
1235. Mal. külitkäjö : kochen' [GrSVociSic 233].
[Aus mal. külit 'Rinde' Pijn 188 und 1244. Tk. kUllbara :
käjü 'Baum, Holz', s. hier Nr. 1 141] ; Vulgo kumbara 'Granate, Bombe' [aus
hieraus frz. coulicoy, engl. coolicoy 'Rinde dem Pers. ; fehlt bei Kelekian �ämus,
zu pharmazeutischem Gebrauche'. [MMM jedoch bei A. Hindoglu. Dictionnaire
15. Devic DEt \)9. Turc-FranQais. Vienne 1 838. S. 370] ;
1236. Ar. kulkutäl' : hieraus bulg. serb. kumbara 'dass.'.
'Vitriolum flävum, chalcitis' [aus g1'. [Mikl SIEtWb 147 a.)
7*
Tk. �undura.) 100

1 245. Tk. kundura : Vb. (pal'u;a 'nahe sein'], im Dia!. von


'Stiefel' [aus gr. KouvboOpa Byzantinische Algerien (purbi > gurbi [vgl. güm <
Zeitschrift 1I, 304 f., dagegen G. Meyer, (paum, hier Nr. 747) ; hIeraus frz. gourbi,
Türkische Studien I, 5a] ; hieraus rum. gourbil 'Hütte, Zeltdorf' , scherzhaft 'Woh­
condur 'Stiefel, leichter Schuh, Tanz­ nung' [wie etwa im Dtsch. das india­
schuh'. nische Wort Wigwam benutzt wird].
1 246. Ar. kunja: [Devic DEt 1 32.
'Beiname', meistens mit ibn ['Sohn des 1253. eag. kiiren :
N. N.'] oder abü ['Vater des N. N.'] ge­ 'Wagenburg, Lager, Haufe' [vom Stamme
bildet ; hieraus mit ar. Art. sp. alcufla (par, (por, kür 'umringen, umfassen, um­
'Geschlecht', alcuiio 'Geschlechtsname', zäuneu'Vambery TktEtWb S.82, Nr.86 1I] ;
pg. alcunha 'Spottname', kat. val. alcunya hieraus russ. kuren', kur;n' 'Kosakeu­
'Geschlecht'. - [Ableitung aus ahd. adal dorr, klruss. kuren 'Dorf und Abteilung
kuni 'edles Geschlecht' ist nicht nötig.) der Zaporoger Kosaken, Strohhütte', puln.
[DE 95{96. Eguilaz 147. ML 4793. kuren 'Erd- oder HolzhüUe'. [Gorjajew
1 247. Sl!kr. kuilkuma : 1 76. Mikl SIEtWb 148a. Bern SIEtWb 648.
Hieraus zunächst ar. kurkum [das viel­ 1254. Tk. kurgan :
leicht erst über gr. lat. crocum entstanden [Nicht osm., sond�rn kumanisch] 'Be­
ist) und dann it. siz. sp. CUl'cuma 'in­ festigte Anhöhe' [vielleicht aus pers.
discher Safran', ndI. curcuma 'dass.'. gur!Jänlt aus gur 'Grab', !Jänä 'Haus'] ;
[DE 257. Dozy Oost 32. GrSVociSic 233. hieraus russ. kurgan, klruss. poln. kur­
1248. Ar. kunuab : han 'vorgeschichtlicher Grabhügel', häu­
'Hanf, Cannabis sat,va' [aus gr. Kdvva�\(;, fig Z. B. an der Wolga oder Kama zu
lat. cannabis ZDMG LI, 30 �), dazu Adj. finden. [Gorjajew 1 76. Mikl SIEtWb
kunnabi ; hieraus pg. alcaneve, alcanavy 148. Bem SIEtWb 648.
'Hal lt' [Constancio Oicc 44 c, 45 b]. Ober 1255. Tk. kürk :
tk. kynneb entstand : serb. kanab, konop 'Pelz' ; hieraus ouIg. kurka 'Mantel',
'Hanfstrick', bulg. konop. [DE 83. Mikl serb. curak 'pelzgefütterter Umhang'.
SIEtWb 1 27 b. 1 256. Ar. kurma :
1249. Tk. kiip : 'Baumstrunk, 'Klotz, Block' [aus gr. KOP-
Vulg. kjüp 'grofles irdenes Gefäfl, in 1J6c; ZDMG LI, 301 J ; hieraus sp. corma
welchem man Wasser oder 01 aufbe­ 'Fuflklotz' für Menschen oder Tiere, aus
wahrt' [KeIekian I>-ämtls 1045 b] ; hier­ zwei Brettern bestehend [Dicc Cast 632 b].
aus rum. chiub 'grofler irdener Topf'. [Rom Forsch XIX, 638. ML 414,2.
1 250. Ar. knr'än : 1257. Ar. korra :
'Lesung, Vorträg' [vom Vb. lsara'a 'lesen, 'Kugel' ; hieraus sp. alcora 'dass.', bes.
rezitieren', vgl. Th. Nöldeke, Geschichte in astronomi,chem Sinne. [DE 93.
des Qoräns. 2. Aufl. V. Fr. Schwally. 1 258. Ar. kursa:
Leipzig 1 909. I, 3 1/34] ; Name der Ursprüngllc.h . 'etwas Rundes', dann
Sammlung von 1 1 4 Suren, Aussprüchen 'rundes Brot' [�ur�a al-l!alaw'i 'Marzi­
oder Offenbarungen des Propheten Mu­ pan' nach Berggreen, Guide franc;ais­
l;1ammad. Das Wort ist zur Bezeichnung arabe vulgaire. Upsal 1 844. S. 266] ;
dieses islamischen Religionsbuches in hieraus sp. alcorza, pg. alcorce, alcorl(a
alle europäischen Sprachen überge­ 'sehr heller Zuckerteig, aus dem man
gangen, Z. B. sp. alcoran, I'g. alcorao, allerhand Figuren macht' [DE 94].
frz. alcomn, jetzt : le Coran; engl. alko­ 1 259. Tk. kursul! :
ran, the Koran ; dtsch. Koran [früher: 'Blei' [Vamhery Prim Kultur 1 75] ; hier­
der Alkoran] uSW. [DE 95. Devic DEt aus bulg. korsltm, sern. kursum 'Kugel,
14. MWiD 6 1 . Flintenkugel'. [Mikl SIEt Wb 148 b.
1 251. Singhales. kürawa : 1 260. A.r. kurt :
'Elefantengestüt' [vielleicht aus sskr. kari 'Ohrring', plr: a�rät ; hieraus mit ar.
'Elefant'], Grundwort zu frz. cornac Art. sp. armcadas 'dass., Ohrgehänge',
'Elefantenführer' [gleichbedeutend mIt pg. algarradas 'Ohrläppchen' [ ? nach
mahout, S. hier Nr. 1352; er sitzt auf DE 86] .
dem Halse des Elefanten und lenkt ihn 1261. Tk. kürtek :
mit seiner Stimme und einem Stäbchen], 'Kurze Jacke' [wohl nur zufällig mit
sp. pg. cornaca 'Elefantenführer und lat. CUrlU8 zusammenklingend) ; hieraus
-wärter' [Dicc Cast 632 b ; Constancio russ. kwta, kurtka, poln. cech. kurtka
Dicc 316 b], angloind. cornac, cU/·nac. 'Jacke'. [Gorjajew 176. Mikl SIEtWb
[Hohson-Jobson 2;-'6. 148 b.
1 i5l!. Ar. kurM: 1 262. Ar. kurtnm :
'Verwandtschän, Nachbarschaft' [vom 'Safflor, Carthamus tinctoria L.' [aus
101 [Sskr. kuruvinda.

aram. ]purtemä von der Wurzel ]pirtem, ]putyr; hieraus russ. !J,utm', kutor 'Land­
Par'el von ]patam 'abkappen', da man gut, Vorwerk, Meierei'.
zu Beginn des Welkens die Blüten aus 1 270. Ar. knttä'a :
den Blütenkörbchen herauszupft, um sie Eigentlich l;�ttä/a [vom Vb. ]pata'a
als Farbstoff zu verwenden, vgl. J. LÖW 'schneiden'] 'spitzes und schneidendes
in ZfSem I, 1 1 1 ; nach VOLLERS in Werkzeug für Maurer zum Behauen der
ZDMG L, 650 indische Entlehnung] ; hier­ Steine' ; hieraus mit ar. Art. sp. a1cotana
aus mlat. (der Botaniker) carthamus, 'Maurerhammer' [Dicc Cast 1 13 b ; D E 94].
sp. pg. cartamo, cartama, frz. cm-thame. 1271. Tk. kutu :
[Devic DEt 87. Auch ]pu!y 'Kasten, Schachtel, Dose' ;
1 263. S!!kr. kuru\'inda : hieraus bulg. kutija 'Büchse, Schnupf­
'Rubin', hind. zu kurani/, kurun(l zu­ tabaksdose, Armenbüchse' , serb. kutija
sammengezogen ; hieraus eng!. corun­ 'Schachtel' ; rum. cutie, cutiuja, cutivara
dum, dtsch. Korund, frz. corindon, sp. 'Schachtel, Büchse'.
corindon, corundo, härtester Edelstein 127�. .\r. kutun :
nach dem Diamant; zu den Korunden 'Baumwolle', vuig. ]po!on [selbst Fremd­
zählt man u. a. Rubin, Saphir, Amethyst. wort, wohl ä�. oder ind. ZDMG L, 633 ;
1 264. Hebr. küs : vgl. hebr. kuttäne&, woraus gr. XITWV ;
'Ekel empfinden\ 'nach neuhebr. Aus­ hieraus wahrscheinlich dtsch. Kittel] ;
sprache ]putz ; hieraus jüd.·dtsch. kotzen, hieraus it. cotone, sp. algodlm, pg. a1go­
nd!. kotsen. - [Nach Kluge 257 dagegen duo, frz. coton 'Baumwolle' ; pg. co/ao
Intensivum zu dtsch. koppen 'ausrülpsen' ; 'Panzerhemd mit grl'ßen Maschen', provo
weniger wahrscheinlich als die von Ave­ alcoto 'Wams, das die Ritter unter der
L IV, 447 gegebene Erklärung.] Rüstung trugen und das innen mit Kattun
1 265. Tk. kusak : gefüttert war', afrz. augueton, nfrz. ho­
'Gurt' [vgl. cag. �urSalp 'Gürtel', ]pur queton 'gestepptes Wams aus Baumwoll­
'Wache, Schutz', vom Stamme ]par, ]por zeug' ; mndl. acotoen 'dass.', ndl. katoen,
'umringen. beschützen, wehren', Väm­ dtsch. Kattun, Katun 'Baumwollstoff\
hery TktEtWb S. 81, Nr. 86 I] ; hieraus eng\. cotton ; poln. katun, Cech. kartoun.
bulg. kuliak, kosak, serb. kusak, poln. - Aus dem ar. Adj. ]pu!un'i 'baumwollen'
kusak, russ. kusak, kusacek 'Gurt, Leib­ wurde tk. kutny 'Halbzeug von Satin
binde'. [Gorjajew 1 78. Mikl SIEtWb und Baumwolle' [Kelekian l.\.ämlls 965 b] ;
149 b. Bern SIEtWb 652. hieraus russ. kutnja 'asiatisches halb­
1 266. Tk. kuskun : seidenes Zeug'. [OE 127. Eguilaz 162.
'Schwanzriemen' [Kelekian l.\.ämüs 982] ; ML 691 0. Lammens Rem 264. Bern
hieraus bulg. serb. kuskun 'Schwanz­ SIEtWb 653. MWiD 94.
riemen am Pferdesattel'. [Mikl SIEtWb '
1M! a. Bern SIEtWb 652. 1273. Ar. kuwwa :
1267. Berb. kuskus : 'Kraft, Stärke:Macht', tk. kuwwet 'dass.' ;
Ein Gericht aus Mehl und Fleisch, bei hieraus bulg. serb. kuwet, bulg. kowet
armen Leuten aus Mehl und Wasser, 'dass.'.
das in einem Teile Nordafrikas fast als 1274. Ar. küza :
Nationalspeise gelten kann [daß es je­ 'Gehenkelter Wasserkrug mit engem
doch keineswegs im ganzen Magrib Halse ohne Ausguß' [aus pers. küzä
bekannt oder gebräuchlich ist, zeigt 'Topf' Horn NpEt S. 194, NI'. 872 ;
KAMPFFMEYER in MSOS VIII, 229, ZDMG L, 648] ; hieraus mit ar. Art. sp.
Anm. 6) ; hieraus sp. alcuzcuz, a1cuzcu, alcuza 'Ölkrug' [= aceitera]. - DE 96.
cozcucho, frz. couscous, auf St. Domingo : 1 275. Tk. �ylabdan :
coussecouche, siz. Cl4SCUSU 'Gries', als 'Flittergold' [Kelekian l.\.ämus 967 : Metall­
Interjektion oh CUSCU8U 'potztausend!' ; faden aus Silber und Kuprer als Nach­
nd!. koeskoes 'Ragout, Gemengsel', auch ahmung eines Goldfadens) ; hieraus bulg.
in übertragenem Sinne. [Dozy Oost 53/54. kalabadan, serb. klobodan 'dass.'.
ZfromPh XXX, 465. DE 96. Devic 1 276. Tk. �ylaguz :
DEt 99. ML 4796. 'Führer, Lotse', vulgo ]pylauz [Kelekian
1 268. Ar. kusür : l.\.n.mlls 986 : ]pulaguz, vom Stamme ]pol
'Fehler, Rest; Äuslassung', tk. ebenso ; 'Arm, Hand', Vämbery TktEtWb S. 91,
hieraus rum. ctlsur 'Fehler, Rest, Mangel', Nr. 85 ; vg!. cag. ]Poldaguc 'Helfer, Leiter',
bulg. kusur 'dass.', serb. kusur 'Rück­ u.igurisch ]pola]puz 'Wegweiser') ; hieraus
stand'. Mikl SIEtWb 149.b. [Bern SIEt bulg. serb. kll1auz, bulg. kalawuz, poln.
Wb 652. kalauz 'Führer, Wegweiser' ; rum. calauz
1269. Ar. kutr : 'Führer, Vorläufer, Wegweiser'. [Sain
'Gegend, LandstÜck, Acker', ebenso tk. 48. Bern SJEtWb 472.
Tk. �yr.] 102

J 277. Tk. Ij.yr : Iobodii 'Melde, Chenopo dium oder Atri­


'Grau' [vom Stamme !par, !pyr 'schwarz, plex' ; bulg. serb. Ioboda, russ. lebeda,
trocken' Vambery TktEtWb S. 79, Nr. 84; lebedka, klruss. lOboda, poln. loboda,
vgl. �ag. !pir 'Pech, dunkelgrau'] ; hieraus lebioda, �ech. loboda, lebeda 'Melde'.
poln. kir, klruss. kyr 'schwarzes Tuch, [Mikl SIEtWb 172 b.
Trauerflor', russ. kireja 'Fuchspelz mit 1285. Ar. labh :
Tuch überzogen'. [Bern SI EtWb 504/505. 'Eine Art Acacia" bis zu 15 m hohe
1278. Tk. Ij.yr : Bäume, m i t denen z. B. die schattigen
Infin. !pyrmak 'brechen' [Stamm !pir, !pil Promenaden und Alleen Kairos bepflanzt
'zerbrechen' Vambery TktEtWb S. 88, sind ; hieraus frz. lebbeclc 'Mimosa leb·
Nr. 91 I] ; hieraus rum. cur1lla 'unter­ beck Hasselqu.', z. B. auf der Insel Re­
brechen, abschneiden, spalten'. union. - [Der Name eines am Kap der
1 27\!. Tk. Ij.Yl·bae : Guten Hoffnung wachsenden Strauches
'Meistens aus Nilpferdhaut hergestellte Lebeckia, frz. Ubeckie, kommt dagegen
Peitsche, Ochsenziemer' ; hieraus bulg. wohl von einem Eigennamen her?]
korbac 'Peitsch e aus Leder(riemen)', serb. [Devic DEt 151. Lammens Rem 145/146.
kot'obac, poln. korbacz, karbacz, kara­ 1 286. Ar. lädan :
bacz, russ. (dia!.) karbac, klruss. karbac, 'Harziger Gummi' [aus pers. lädän
cech. karabac; dtsch. Karbatsche 'Hetz· 'Strauch' ; vg!. gr. Mbavov Herod. III,
peitsche', dän. krabask, schwed. karbas 1 1 2, lat. ladanum] ; hieraus frz. Udanon,
'Rute', nd!. karbats, km'wals, Vb. kar­ ladanum ; eng!. ladanum ; russ. Iadan
batsen ; rum. girbaciu 'Peitsche, Geißel', ' Weihrauch, wohlrie�hendes Harz', la­
ea/'bUciu 'Stock für die Bastonnade', sp. donka 'Riechkißchen', (dia!.) ladan mol'·
eorbacho, frz. erov ach e 'Reitpeitsche'. skoj 'Bernstein', klruss. ladan ' Weih­
[ML 469 1 . Kluge 228. Bern SIEtWb 568. rauch', poln. cech. ladan 'Ladanum­
1280. Tk. Ij.yrlj. ajalj. : strauch'. [Mikl SIEt\Vb 159 a. Bern
'Tausendfüßler, Scolopendra' [aus tk. SIEtWb 682.
!pyr'/f ' v i erzi g' und ajal; 'Fuß'] ; hieraus 1287. Pers. läf:
rum. ca" caiac 'Assel'. 'Prahlerei' [Horn NpEt S. 2 1 2, NI'. 952],
128 1 . Tk. Ij.ysla : ebenso tk.Iaf'Rede, mÜßiges Geschwätz' ;
'Kaserne' [aus �'Y8 'Winter' vom Stamme hieraus rum. lar 'teeres Geschwätz', la­
'/far, '/fir ' Schn ee , Reif, Winter', also ragiU 'Schwätzer' ; bulg. lar ' Wort', serb.
'Zeit des Schnees und Schneegestöbers', lat' 'Gespräch'. [Mikl SIEtWb 159 a.
vg!. slav. zima 'kalt' und 'Winte r', sskr. Bern SIEtWb 6"3.
hima 'Schnee' und laI. hie1ll8 'Winter' ; 1 288. Tk. lagym :
dazu das Suffix -la zur B ez ei chnu n g . 'Unterirdischer Kanal ; Mine, Torpedo'
eines Ortes, de m ge m äfJ �'ysla pi gentlich [Kelekian 1079 a ; wohl aus gr. Xaywv
'Winterquartier'] ; hieraus rUin. cei/IUi 'Höhlung' ZDMG LI, 303 ; aus dem Tk.
'Hammel- oder Schafhel'de', ci'iljli'irie wieder ngr. XaYOlJ/ll 'Mine'] ; hieraus rum.
'Gutshof'. lagam 'Kanal, Mine', serb. lagum, bulg.
1282. Tk. Ij.YlVralj. : Iag'bm 'Mine'.
'Krumm, gewunden, gekrümmt' [vom 1 289. Ar. la'ib :
Stamme '/fij 'b i egen , neigen, krümmen' 'Spiel' ; hieraus sp. naipe 'Spielkarte'
VamMry TktEtWb S. 68, NI'. 73] ; hier­ [ZDMG LIII, il49/350], j edenfalls auch
aus bul g. kowrlg 'kleiner Kuchen', russ. rum. naibii 'Teufel' [offenbar durch Zi­
kowl'iga 'dass., rundes Brot', rum. covrig geuner samt dem Kartenspiel eingeführt :
'Brezel', covt'igar 'Brezelbä cker', Vb. Löbel EITAP 68 führt das rum. Wort
eovriga 'win d en, krümmen' ; dän. norweg. freilich auf ar. nä'jba 'Wechselfälle des
kavring 'Zwieback'. - Vom gleichen Glücks, Glück oder Unglück' zurück].
Stamme kommt tk. l;ywry'/f 'gekräuselt, 1 290. Ar. lakan:
Locke' ; hieraus serb. kowrCiea 'Haar­ Auch la'/fan 'Schale' [aus gr. XaKdvl'[
löckchen', kowreiti 'kräuseln'. ZDMG LI, 303], ebenso tk. Ieken 'Wasch­
1283. Tk. Ij.yzyl: schüssel' ; hieraus rum. lighian 'Wasch­
'Rot' [vom Stamme '/fis, !piz 'Feuer, becken', serb. Iedjen 'Becken', bulg. lihen,
Wärme, Röte' Vambery TktEtWb S. 89, lejen, klruss. [oeharlO, russ. Iohan' 'dass.' ;
Nr. 93 ; mit dem Suffix -gik tk. '/fyzylgy!p cech. lihanec 'Art Kuchen' [wegen der
'Kornelkirsche' Kelekian �ämlls H99 a] ; Form]. fMikl SIEtWb 163 b und 16S b.
hieraus russ. kizil 'Mispel, Kornelkirsche', 1 2\!1. Ar. lakk :
kiziljowka ' Lik ör daraus'. [Gorjaj ew 1 39. 'Fleisch' ; hieraus pg. Iacao 'Schinken'
1284. Tk. labada : [Constancio Dicc 644- b], sp. (dia!. As­
'Ampfer, Rumex obtusifoliu s' [Kelekian turien) llaeon, (Galizien) laeon 'dass.'
�ämüs 1 070 b] ; hieraus rum. lobada, [ML 4858].
103 [Pers. läkkä.

1 292. Pers. läkkä : aus serb. lai 'rol', russ. lai 'Rubin'.
'Flecken' [Berge Dictionnaire Persan­ [Gorjajew 180. Mikl SIEtWb 160 a.
Fran«ais. Leipzig-Hamburg 1920. Sp. Bern SIEtWb 687.
355], tk. lelee 'dass.' ; hieraus rum. lichea 1299. Pers. läl ä :
'dass., durchtriebener Schurke' ; bulg. 'Haus- und Hofmeister', tk. ebenso lala
leke 'Fleck', Vb. zalicawam 'beschmutzen', 'Diener, Hofmeister' [Kelekian J>:ämlls
serb. Ieee 'Sommerspro5se'. [Mikl SIEt 1072] ; hieraus rum. (dia!.) lala 'Onkel';
Wb 1 64, a. serb. lala 'tk. Würdenträger, Hofmann',
1 293. Ar. lal,iJ.dit : bulg. lala 'Gouverneur', 1a1o 'älterer
'Zange' [vom Vb. laTpat 'fassen, auf­ Bruder'. [Mikl SIEtWb 160 a. Bern
heben'] ; hieraus mit ar. Art. sp. alieates, SIEtWb 688.
alieantes 'Biegzange', frz. alieate 'kleine 1300. Pers. lälii :
Zange, !:Jeren sich die Klempner bedienen'. 'Tulpe, Tulipa persica' [so auch hier
[DEFREMERY in JAs 1862, I, 92. DE Nr. 544J, ebenso tk. laie ; hieraus rum.
140. Devic DEt22. Lammens Rem 14/15. lalea 'dass.' ; serh. laie 'dass.', bulg. laIe
1294. Ar. laklak : 'dass., Mohn'. [lI'Iikl SIEtWb 160 a.
'Storch' [onomatopo'etische Bildung nach Bern SIEtWb 688.
dem Klappern des Schnabels, ebenso wie 1 301. Tk. lalanga :
ass. laTpala�:a Dei HWB 385 a], ebenso 'Backwerk aus geschlagenen Eiern und
tk. leklek, vulgo lejtek [mit Erweichung Mehl' [Kelekian J>:ämlls 1072J ; .hieraus
des Gutturals wie in Beg > bej, s. hier rum. 1a1anghi1a 'dass.'.
Nr. 282] 'Storch, Kranich' ; hieraus rum. 1 302. Tibet. lama:
Ziliac 'Fledermaus' ; serb. lelek, lilak, 'Buddhistischer Mönrh' [eigentlich bLa­
cech. lelek, klruss. lelek, russ. leklek ma, jedoch mit stummem b]; hieraus
'Storch'. [Gorjajew 184. eng!. lama und ebenso in anderen euro­
1295. Sskr. läksä: päischen Sprachen [Hobson-Jobson 502] ;
'l�larke, Fleck ; hunderttausend', [und mit mong. dalai 'Gott', eigentlich: 'Meer'
nach den 100 000, d. h. unzähligen In­ ergibt sich dalai-lama, Bezeichnung
sekten Cocca ilicis, welche dureh ihren eines der bei den böchsten Lamas in
Stich auf quercus coccifera die harzige Tibet und der Mon�olei ['Meer-Lama'
Ahsonderung hewirken] 'Lack' ; hieraus genannt, weil seine Macht so unendlich
in der ursprünglichen Bedeutung hind. ist wie das Meer]. [lI'IWiD 127.
lttkh '100 000', eng\. lacle 'dass., bes. 1303. Tk. lamba :
100 000 Rupi�n' und ferner: sp. pg. laca 'Gezähntes Gesims um die Zimmerdecke
'Lack', laere 'SiegelJack', frz. laqwi 'Lack', herum' [Kelekian J>:ämlls 1073 a] ; hier­
it. lacea 'Lack, Siegellack', rum. Zac ; aus rum. lamM 'Strick an der Wagen­
eng\. Zac, nd\. lak, dtsch. Lack und eng\. achse; Einschnitt, Falz'.
shellac [eigentlich 'Schall'nlack', da er 1 30!. Ar. lämi:
zu kleinen, dünnen Täfelchen geformt 'Art Weihrauch aus Amyris Zeylanica'
wird]. nd\. schellak, dtsch. Schellack; [spätes Wort der Vulgärsprache] ; hieraus
russ. lak, Vb. lakirowat', bulg. serb. lak, mit Imäla [tt > e] sp. elemi, pg. gumi
Vb. serb. lakowati, cech. lale, Vb. lako­ leme, frz. elemi, dtsch. Elem/barz oder
vati, poln. lakier, Vb. lakiel·OWac. [Hob­ -gummi [darüber vg!. die Konversations­
son-Johson 499/501. Dozy Oost 57/59. lexika]. [OE 259. Devic DEt 108.
Kluge 274. DE 2!J5/296. Devic DEt Lammens Rem 263.
1 50/151. Gorjajew 180. 1 305. Ar. !amt :
1296. Tk. luksa : Einheitsnomen la"mta 'Art Antilope' in
'Nudeln, kleine Teigstücke, die in Brühe den afrikanischen Wüsten ; hieraus sp.
gekocht werden' [nicht osm., nordtk.] ; ante [mit Verkennung des anlautenden
hieraus russ. lapsa 'Nudeln, Faden­ I als Artikel und Weglassung desselben],
nudeln', klruss. lapsfI, loksa 'dass.'. dante [aus einem Ausdrucke wie pelle
[Mikl SIEtWb 160b. BernSIEtWb 690/691. d'ante oder derg!. entstanden] 'Wild­
1 297. Tk. lal,iyrdy : leder', pg. anta , dante 'dass.' [jedoch in
'Gespräch, Plauderei, Wort' loh verwandt Brasilien auch 'Tapir', Constancio Dicc
mit lat. loquor, naeh Walde, Lateinisches 82 cl, it. dante 'Damhirsch' ; Ableitung
Etymologisches Wörterbuch. Heidelberg sp. anteado 'bla13gelb' [in ähnlicher Be­
1 906/10. S. 348 aus laquor?] ; hieraus deutung wird der it. Eigenname Dante
hulg. lalcordija 'Wort, Unterhaltung', entstanden sein]. [DE 195. Caix Studi
serb. lakrdija 'Wort, Tändelei, Scherz'. di etimologia italiana e romanza. Firenze
[Mikl SIEtWb 160 a. Bern SIEtWb 687. 1 878. S. 303. ML 4874.
1 298. Pers. läl : 1 306. Pers. His:
<Hochrot', dazu tat. lalä 'Rubin' ; hier- 'Leichnam', ebenso tk. leS 'Leiche, Aas' ;
Pers. JäSkär.] 1M

hieraus rum. le� 'dass.', le�in 'Ohn­ stattfand und aus *Nazaretum dann
macht', le�na 'ohnmächtig werden' ; lazzaretto wurde ; vgl. auch Herrigs Ar­
bulg. serb. les 'Leiche, Aas', serb. lesinar chiv CXXXVII, 225] ; provo frz. ladre
'Aa�geier'. [Mikl SlEtWb 166a. Bem 'aussätzig', dia!. (Picardie) lasaire 'arm,
SIEtWb 702. elend', lazaret 'Krankenhaus', sp. lazaro
1307. Pers. läskär : 'Bettler, aussätzig', pg. lazarino 'aus­
'Heer, Feldlager' [verwandt mit ar. 'as­ sätzig', sp. laceria, pg. lazeü'a 'Armut',
kar, byzantinisch-gr. EEepKT]TOV, lat. exer­ Vb. sp, lazdrar 'Mühsal und Elend er­
citus, von denen das lat. Wort wohl leiden', sp. pg. lazareto 'Krankenhaus' ;
das ursprüngliche Grundwort ist ; doch dtsch. Lazarett, eng!. lazaret, lazaretto
sind die Entlehnungsverhältnisse der 'Krankenhaus', lazar-house 'dass.', lazar­
ührigen Formen noch ungeklärt, vg!. ly, lazarlike 'elend, aussätzig', nd!. la­
z. B. VOLLERS in ZDMG L, 646, der zm'us 'aussätzig', lazarij 'Aussatz', la­
das ar. Wort aus dem Pers. entlehnen za1'ushuis 'Leproserie', lazflret 'Kranken­
will ; neuerdings wird ar. 'askar auf gr. haus', schwed . lasarett 'Hospital', dän .
daKdplO<; 'Schlauch-, Wasserträger' zu­ lazaret 'dass. ' ; russ. lazar' 'Bettler', Vb.
rückgeführt, vgl. Streitberg-Festgabe. laza rit' 'betteln', cech. laza1' 'Aussätzi ­
Leipzig 1924. S. 2:l3] ; hieraus eng!. ger', poln. lazarz 'Kranker, Armseliger ,
angloind. lascar'Seemann' ,der zu Fahrten Bettler'. [ML 4958. Kluge 277. Hern
auf den tropischen Meeren angeheuert SIEtWb 696.
wird, da Europäer in der d"ppelten 1 3 1 1 . Pers. Jäzwärd :
Gluthitze der Tropensonne und des 'Lasurstein, lasurfarben', also 'blau'
Kesselraums nicht arbeiten könnten. [vielleicht aus sskr. rügävarta, aus rügä
Man unterscheidet den sea-lascar 'Ma­ 'König', s. hier Nr. 1692, und ävarta
trose' vom gun-lascar 'Hilfsmann bei 'Locke, gekräuseltes Haar', also 'Königs­
der Artillerie' und dem tent-lascar 'Zelt­ locke', d. h. Haarschmuck des Königs ;
aufsehläger'. Ebenso frz. lascar ; dtsch. doch wird das Wort auch als 'Quirl­
Laskare; pg. lascar, lascarim, liscarim edeistein' gedeutet], ar. läzwardi 'Iazur­
[Constancio Dicc 648 c]. [Hobson-Jobson ähnlich' ; hieraus mit Ahfall des als
507/509. Devic DEt 1 5 1 . Lammens Artikel betrachtden I it. azzun'o, azzuolo
Rem 145. Eguilaz 436. 'dunkelblau', lapis lazzuli 'Lasurstein',
1308. Al'. la'ük: provo frz. azur, kat. sp. pg. azul, rum.
Medizinischer Fachausdruck, eigentlich azur 'blau', aZ!{1'iu 'himmelblau', mlat.
'was man aufleckt', d. h. in kleiner Dosis tazulum [woraus m gr. AaZ:ouplOv, AdZ:a­
nimmt [vom Vb. la'al;a 'lecken'], syno­ po<;] ; dlsch. azur, Lasur, lasurblau,
nym zu mlat. eclegma und linctus; hier­ ndl. azuur, lazullr, eng!. azw'e ; russ.
aus pg. looch [mit k gesprochen, Con­ lazur', bulg. lazur, poln, cech. lazw'
stancio Dicc 662 b], lohoc 'Julep, Lat­ 'das Himmelblau'. [DE 229. Eguilaz
werge', afrz. lohoc, frz. looch, lok. phar­ 326. ML 4959. Gorjajew 180.
mazeutischer Ausdruck für eine Art 1312. Hebr. Hiß :
Latwerge. [SANGUINETTI in JAs 1866. 'Herz' ; hieraus Leben in jüd.-dtsch.
I, 323. DE 298. Devic DEt 152. Zusammensetzungen wie Vaterleben,
Lammens Rem 147/148. Eguilaz 4 39, Sarahleben oder in der jüd. Koseform
1309. Ar. lauza : mein Leben 'Herzchen !'.
'Mandel', vulg. loza; hieraus mit ar. Art. 1 313. AI'. lebek :
sp. alloza 'wilder Mandelbaum' [Dicc Vulg. [Aus gr. Ahv. Atß6<; 'der regnerische
Cast 144 b], pg. arzolla 'grüne Mandel' Südostwind', z. B. Herod. H, '25] 'Süd­
[Constancio Dicc 122 b]. [DE 147. wind' ; hieraus it. libeccio, afrz. lebeehe,
1 310. Lazarus: provo labech, kat. llebeig, sp. lebeehe 'Süd­
N. pr., jedenfalls aram. Name, im NT in westwind' [Dicc Cast 1 248 a]. - ML 5016.
der Parabel vom reichen Prasser Luc 1314. Mal. H�mpüjaJJ g :
XVI, 20 und der vom Tode auferweckte 'Zingiber cassumunar' [Pijn 210 a ; viel­
Bruder der Maria und Martha von Be­ leicht aus lampü 'übermäflig' mit Hin­
thanien Joh XI, 1 l'q., XII, 1 sq. [gleich weis auf die Stärke des Gewürzes] ;
hebr. 1pI'l,'�Zp' Gen XV, 2 'Gott ist Hilfe']. hieraus frz. lampoujane 'Art Ingwer'.
Hieraus it. lazzarone 'Bettler', lazzaretto [Devic DEt 150.
'Krankenhaus' [ursprünl(lich 'Pestspital, 1315. Hebr. lewai :
Leproserie' ; nach SPITZER in WuS VI, Interjektion des Wunsches, utinam ! Da
201/204 aus dem Namen einer solchen die Juden, wenn sie mit ihrer gewohnten
Anstalt Santa Maria di Nazaret ent­ Lebhaftigkeit und ihrem Eifer sprachen,
standen, wobei erst eine sekundäre Ein­ dieses Wort häutig im Munde hatten,
mischung von Lazarus oder S. Lazaro entstand hieraus ndl. lawaai 'Lärm, Ge-
105 [Tk. lewand.

räusch' in den Ausdrücken : er is groot poln. limona. [OE 298. Eguilaz 439.
lau'aai und hij maakt veel lawaai. ML 5057. Kluge 287. MWtD 81. 83.
1316. Tk. len'and : Mikl SIEtWb 1 70a. Bern SlEtWb 721/i22 .
�Freiwillig sich stellender Soldat, kühn' 1 323. Sskr. linga :
[aus it. tevantino, vg!. Oriente I, 195J ; Ebenso tamu!. lingam 'membrum virile',
hieraus rum. levent 'tapfer', sp. levante das buddhistische Emblem des Mahä.
'Soldat' [in Verbindull g mit genizaro Deva (Siva), das sich als Kegel aus
bei Cervantes, Don Quijote I. Teil. Kap. schwarzem Stein in den Pagoden dieser
39, in Colecei6n de autores espanoles Ill. Gottheit findet. In den Reisebeschrei­
Leipzig 1 891. S. 274, Z. 2 v. u.] ; bulg. bungen über Indien häufig als Lingam,
lewen, lewent 'junger starker Mann', eng!. linga11l erwähnt.
serb. lewenta 'tk. Seemann, Stutzer, Held', 1 324. Tk. lip,an :
klruss. levenee 'hochgewachsener rüstiger 'Name eines Kosakenstammes' ; hieraus
Mann', legin 'wackerer Bursche, Jüng­ rum. lipcan 'Tatare, Ritter'.
ling', russ. (dia!.) lewenec 'dass.'. [Eguilaz 1 325. Hehr. liwjiUHin :
438. Mikl SIEtWb 166 a. Bern SIEt Eigentlich 'gewundenes oder windungs­
Wb 704. reiches Tier', nämlich 'Walfisch' Psalm
1317. Tk. lihade : CIV, 20 oder 'Krokodil' Hiob XL.
'Kurze wattierte Weste, Wollmantel' Hieraus frz. Uviathun 'Ungeheuer', eng!.
[Kelekian J>:ämüs 1074 b] ; hieraus rum. leviathan 'Seeungeheuer', dtsch. Levia­
libadea 'Rock'. than 'dass.', sp. leviatan. [MWiD 'l!9.
1;)18. Ar. Uf: Eguilaz 438.
Einheitsnomen lifa 'Palmenbast' und 1326. Ar. lizma :
'Seil daraus' ; hieraus siz. lelfa 'foglia 'Tribut, Steuer' [vom Vb. lazima 'müssen,
delicata deI ciafaglione', sp. lt!{e 'Art obligatorisch sein'] ; hieraus frz. lisme
Fangseil' [Dicc Cast 1280 a]. [GrSVociSic 'Gebühr für die Korallenfischerei', die
239. EguiJaz 437 [mit anderer Erklärung]. an die Barbareskenstaaten zu zahlen war.
1319. AI'. mak : [Devic DEt 152. Lammens Rem 14:7.
Auch lailak [aus pers. ltläg, ntUi{j, s. hier 1 327. Tk. lobnt :
NI'. 1568] 'Syringa vulgaris, spanischer 'Kurzer, dicker Stöck' [Kelekian J>:ämüs
Flieder', dessen lilafarbene BlütenstJ'äuße 1082 b] ; hieraus serb. lobud 'Keule',
zwar keinen Farbstoff liefern, aber einem bulg. lobut, labut 'Prügel, Schläge'. [Bern
bestimmten Blau seinen Namen gp.geben SIEtWb 7l!6.
haben ; daher hieraus rum. liliac 'Flieder', 1328. Tk. lökiin :
liliachiu 'lila', lulachilt 'Indigo', it. sp. 'Art Zement zum Brunnenbau' [Kelekian
lilac, frz. lilas ; bulg. lil' ak, lulak 'Flieder', J>:ämus 1084 a] ; hieraus rum. lichium,
c'!ech. poln. lilak 'dass.' ; dtsch. lila 'bläu­ luchlu11l, serb. lucum 'dass.'. [Mikl SI
lich', eng!. lilac 'Flieder'. [Ngr. XOUXdKl EtWb 175.
'bläuliche Farbe oder Tinte'.] rOE 297. 1 329. Tk. longa :
Eguilaz 439. Mikl SIEtWb 1 69 b. 'Vereilligung ehrbarer Spießbürger' [Ke­
1320. Ar. Um : lekian J>:ämus 1084 b; aus it. loggitl <
Einheitsnomen llma 'kleine Zitrone von ahd . loubja 'Laube'] ; hieraus serb. tolldia
sehr sÜßem Geschmack' ; hieraus sp. pg. 'Terrasse'. [Mlkl SIEtWb 173 b.
lima, frz. Zime, lime bergamote 'Citrus 1330. )Ial. lontal':
bergamia vulgaris Risso'. [OE 297/298. 'Palmyrapalme, Borassus flabelliformis'
Eguilaz 439. Oevic DEt 1 52. [Pijn 210 b] ; hieraus frz. lantard 'ein
1321. Tk. liman : Baum, aus dem man den toddi genannten
'Hafen' [aus gr. XlflT] V ; ngr. Xlfldvl] ; Palmwein zieht'. [Oevic DEt 150.
hieraus rum. liman 'Hafen, Zutlucl!,tsort' ; 1 33 1 . Ar. Inbän :
!)Iss. liman 'Meerbusen', klruss. l!lman, 'Weihrauch' [hebr. le�önä, woraus gr.
lymen, poln. bulg. liman 'Hafen'. X{�avo�] ; hieraus mit ar. Art. mlat. oli­
1 322. Pers. limün : banum, frz. oliban, olibane, it. sp. pg.
'Zitrone, Citrus limonum', ebenso ar. olibano, pharmazeutischer Ausdruck für'
laimün und tk. Umon 'Zitrone' und 'Weihrauch'. Ferner russ. bulg. serb.
'Zitronenbaum' j hieraus it. limone, siz. liwan 'dass.'. Nach FAUSTO LASINIO,
limuni, provo limon, frz. limon, limonie1', Di alcune voci italiane credute di ori­
Imt. tlimo, sp. Umon, pg. limäo, limoeiro, gine orientale. In GSAI 1lI, 145/6
rum. lamte 'Zitrone', lamii'u 'Zitronen­ direkt aus dem gr. ö >.!�avoc;, für die
baum' ; eng!. lemon, nd!. [emoen, lamoen, slavischen Formen freilich das Wahr­
dtsch. Limone (selten), hieraus Limona_de scheinlichste. [Devic DEt 1 79. Lammens
'siiftes Getränk' ; russ. limon, klruss. ly­ Rem 185/186. Eguilaz 466. Gorjajew
mon, bulg. cech. limon, serb. limun, 186.
Ar. luban gawi.] 106

1232. Ar. lubäu gäwi : und seit dem XVI. Jahrhundert in Eu­
'Javanischer Weihrauch' [so hier Nr. 1 331 ; ropa eingeführt, auch nüri [Pijn 2 12] ;
obwohl er aus Sumatra stammt], mit hieraus frz. lauri, loury, sp. loro, pg.
Imala [ä > e] luben gäwi ; hieraus mit louro, nore, it. nU1'0 ; ('ngI. 100'y, loorg,
Abfall der ersten Silbe it. benju'i, belgiul, (alt) t101'y, nury, nd!. noeri, dtsch. Lori
gebräuchlicher : belgioina, benzoino, frz. [und hiernach häufig Lora]. [MMM 23.
benjo in, kat. benjugl, sp. benjui, menju{, Devic DEt 1 52. JAOS XVIII, 71/7�
pg. beijoim, beijuim 'Benzoegummi' ; und 84/86 MWiD 28.
engl benjamin, benjoin, chemischer Fach­ 1 338. lliud. lüt :
ausdruck, und dtsch. Benzoe ; russ. benzoi, 'Raub, Plündernn'g' [aus sskr. lotra] ;
poln. benzoes. Hieraus weiter it. belzuino, hieraus angloind. engl. loot 'dass.' [vgl.
frz. benzin, dtseh. Benzin, Benzol, russ. Jesperson, Growth and structure of the
benzin, poln. (dial.) bfdiwim usw. [Hob­ English language. 4 Leipzig 1923.
son-Jobson 86/87. DE 23\1. Eguilaz 344. S. 150]. dazu looig 'Plünderer, Räuber'
Devic DEt 66. Lam mens Rem 186/187. [pers. hUf, vgl. Brugsch. Reise nach
Gorjajew 15. MWiD 86. Persien I, 224/225]. [Hobson-Jobson
1 :333. Ar. lübijä' : 519/521.
'Bohne, Phaseolus vulgaris' [durch das 1338 a. Cllin. ma:
Aram. aus gr. }"6�0�, ZDMG LI, 303] ; 'Sperling' [Rüdenberg, Chinesisch-deut­
hieraus val. llubi, mit ar. Art. sp alubia sches Wörterbuch S. 377 c, Nr. 377 1 ] ;
'dass.'. [DE 187. Eguilaz 27)2. mit chin. djung 'Spiel' verbunden, ergibt
1 333 a. Amb. lüf': sich der Name für ein chinesisches, dem
'Eine Arumart, Arum arisarum', Einheits­ Domino ähnliches Spiel mit verwickelten
nomen lüfa ; hieraus mit Übertragung Spielregeln, das seit kurzem in Amerika
auf eine ähnliche Pflanze sp. lufa [Dicc und weniger in Europa Eingang gefunden
Cast 1284a] zur Bezeichnung einer den hat ; also eigentlich 'Spatzenspiel' , engl.
Cucurbitaceen zugehörigen Pflanze, Luffa mah-djong, dtsch. Mah-Jong.
cylindrica, aus deren trockenem Faser­
gewebe der Früchte der sog. vegeta­ 1339. AI'. mabrü m :
bilische Schwamm hergestellt wird, 'Seil' [Part. pass. von barama 'ein Seil
wekher als Schwamm, Einlegesohle oder drehen', also 'gedreht'] ; hieraus sp. pg.
zu ähulichen Zwecken benutzt wird. kat. maroma 'Seil, dicker Hanfstrick', val.
Engl. loofah, dtsch. L1tffa(kürbis und plr. varomes 'dass.'. [DE 304. Eguilaz
-schwamm). - [Ableitung aus ar. luff(jl,t 446 (wo als Grundwort fälschlich ar.
'eine Art Eierpflanze' scheint weniger bartm 'Schnur, Seil' angegeben wird).
zu \Jassen, auch existiert das in MWiD 1310. I o d . macao :
84 angeführte pg. lufa wohl nichL] 'Art Papagei' ; hieraus frz. macao 'dass.',
1334. Ar. lnkät : Ableitung macareux 'Papageitaucher,
'Nachlese. Abfälie, 'Wertloses', mit Imäla l\'Iormon arctica Ill.' [na�h ML 5195
[ä > e] ltt�et ; hieraus sp. luquete 'Stück mit Berufung auf Behrens, Beitr 372].
Zitronen- oder Apfelsinenschale, das man 1341. Ar. ma'dan :
in den Wein tut, um ihm diesen Ge­ 'Bergwerk' ; hieraus sp. almaden 'Berg­
schmack zu geben' [Dicc Cast 1286 a ; werk, Metallmine' ; über tk. maden wurde
D E 298]. rum. madem 'Bergwerk, Metall' ; bulg.
1 335. Ar. lnkma : madem 'Bergwerk'. [DE 148. Eguilaz
'Bissen, Fetzen':tk. lol;ma ; hieraus rum. 207. ML 5:2 15. Löbel EITAP 59. Mikl
locma 'Leckerbissen' ; serb. lokma, lokwa SIEtWb 179.
'Bissen, Stück (Fleisch)', russ. lohmoty 1 342. Ar. mädda :
(veraltet) 'Lumpen, Fetzen'. [Gorjajew 'Materie, Stoff, Gegenstand' [vgI. auch
1 92. Mikl SIEtWb 1 7 3 a. Bern SIEt Dozy Suppl H, 574] ; hieraus siz. maddu ,

Wh 729. maddiu 'Haarwulst'. [GrSVociSic 2iU.


1 336. Pers. lül ä : 1342a. Telugn Mädhavayya-pälemu:
'Pfeife, Pfeifenrohr', ebenso tk. lüle ; 'Befestigter Ort von Mädhava', schon
hieraus rum. lulea 'Tabakspfeife', bulg. indisch zu Miidhavapalam verkürzt, N. pr.,
lttla 'Tabakspfeife, Pfeifenkopf, serb. Name eines Ortes am südlichen Delta­
lttla 'Pfeife, Pfeifenröhre', poln. vech. ufer des Godavery an der Ostküste Vorder­
lulka, klrnss. l'ul'ka, russ. IJul'ka 'Pfeife'. indiens. Hieraus ist die Bezeichnung
[Gorjajew 198. Mikl SIEtWb 1 76 a. eines besonderen Baumwollstoffes ent­
'Bern SIEtWb 745. standen : angloind. engl. madapollam
1 337. Mal. lüri : 'ein Mittelding zwischen Kaliko und
'Art Papagei', bes. auf den Molukken, Musseline', frz. madapolam, madapolame
seit dem XIV. Jahrhundert in Süd indien 'geköperter Kattun, starker Kaliko', dtsch.
107 [Ar. ma'dija.

Madapolam. [Hobson-Jobson 53J /532. übersetzt] ; hieraus im Latein der mittel­


MWiO 1 25. alterlichen Übersetzer Almagestum, it.
1 343. Ar. ma'dija: .. almagesto, frz. almageste, sp. almagesto,
'Fähre oder FloEs' zum Uberschreiten dtsch. Almagest. [DE 152. Devic DEt 25.
eines Flusses [vom Vh. 'adä 'über­ 1 349. Ar. magra :
schreiten'] ; hieraus mit ar. Art. sp. pg. 'Rote Erde, Rötel' ; hieraus mit ar. Art.
almadia, armadia, frz. almadie, O1'madie sp. pg. almagra, almagre 'Rötel, roter
'Piroge oder FloEs'. [OE 148. Devic Ocker', frz. almagra 'Indisch- oder
DEt 24/25. Lammens Rem 16/ 1 7. Persischrot' [Ausdruck der Malerei]. Ohne
1 344. Ar. madraba : ar. Art. it. (dia!. Aquileja) macra 'Ocker,
'Netz zum Tunfischfange' [OEFREMERY Zinnober' [bei ML 52 10 auf ein . orien­
in JAs 1869, I, 538 ; vom Vb. !jaraba talisches maci1' 'rote Baumrinde aus
'schlagen', sc. 'Pfähle einrammen, um Indien'" zurückgeführt ; gehört natürlich
das Netz festzumachen', wahrscheinlich zu ML 5234] ; russ. bagor 'Purpurfarbe'
kontaminiert mit ma�raba ' Umzäunung [mit häufigem Wechsel von m und b,
mit Netzen' von tarb 'Netz', s. hier daher wohl durch das Tk. vermittelt],
Nr. 2030 ; so DE 149/151] ; hieraus sp. bagrec 'Purpur', bulg. (alt) bafJ7ir7i 'Pur­
almadraba, pg. almadrava [Constancio pur', bagr 'Farbe', bagranica 'Purpur',
Dicc 55 b] 'Tunfischnetz', provo frz. ma­ klruss. bahor 'Purpur' [Bern SIEtWb 38
dra.fJue 'Tunfischfang' uud 'Netz dazu', nennt die slav. Gruppe . fremd" und
d. h. 'eine Absperrung im Meere, die aus ihren Ursprung , dunkel"]. - .Zu Heil­
einzelnen Abteilungen besteht, in die zwecken wurde schon im Altertum aus
die Fische der Reihe nach gejagt werden'. Iberien, dem heutigen Spanien, bestimmte
- Vom gleichen Grundwort maiJraba Erde herbeigeholt. Dies war wohl die
'Ziegelei' [vom Vb. !jamba at tab 'Ziegel
- heutige Almagra oder Ton von Estre­
schlagen', d. h. herstellen] kommt sp. moz, welcher, mit Piment (Capsicum
(alt) almadraba 'Ziegelei' [ = tej01', Oicc annuum) vermengt, auch in der Gegen­
Ca,t 129 b]. [OE 148(151. Eguilaz 207. wart von Damen der sp. und pg. Aristo­
ML 5218. Devic DEt 1 54. kratie als Delikatesse genossen wird·.
1 345. Al'. madrasa : Dtsch.Rundschau für GeographieXXXVII,
'Hochschule' [vom Vb. damsa 'studieren' 125. [OE 152. Eguilaz 209. Devic
mit Präfix ma- des Ortes], als N. pr. DEt 25. ZfSem IV, 258/9.
Name der Stadt Madras an der mittleren 1350. Ar. maltalla :
Ostküste Vorderindiens. Hieraus die 'Vorstadt, Stadtvi"ertel' ; tk. ebenso ; hier­
Bezeichnung für einen dort verfertigten aus rum. mahala ; bulg. serb. malJ,ala
hell(. n Stoff' mit seidenen Quer- und 'Stad tviertel' ; rum. mahalagiu 'Vor­
baumwollenen Längsfäden : eng!. (ver­ städter'. [Löbel EITAP 60. Mikl SIEt
altet) madras, frz. madras 'halbseidenes Wb 180.
Zeu;j" . [Hobson-Jobson 532/534. 1351. Ar. malJ.ärig:
1 346. At·. magarra : 'Ausgaben, Unkosten' [plI'. von ar. malJ,­
'Balken, Hebel' ; hieraus pg. almanjarra rag] ; hieraus russ. magaryc, kiruss. mo­
'Balken einer Mühle oder Wasserkraft­ goryc, mohryc 'Bewirtung beim AbschluEs
maschine, an den man das Tier bindet, eines Geschäftes', "b. mQhorycyty 'be­
das drehen soll', siz. minciarrlt 'Arm wirten'. Vgl. mlal. magal'isin»l 'tributi
der Ölpresse und anderer von Pferden genus'. [Miki SIEtWb 1 99.
betriebener l\laschinen'. [OE 156. Con­ 1 352. Hind. mahäwat :
stancio Dicc 55 c. GrSVociSic 241. 'Hoher Offizier' [aus sskr. mahä-mätra
1347. Ar. magga: 'großes MaEs', vgl. schon Hesychius s. v.:
'Auswerfen, speien' ; hieraus kat. sp. pg. MalldTpal, oi OTpalT]'roi Trap' 'Ivboü�J ;
almeja 'Miesmuschel', pg. ameja, ameija, hieraus eng!. mahout 'Treiber und Lenker
ameijoa. - [Etymologie vou DE 1 62/163 eines Elefanten' [der auf dessen Halse
zweifelhaft ; Eguilaz 2 1 9 gibt eine andere : sitzt und ihn mit Worten und einem
< lat. mitultts, die ebenfalls Bedenken Stäbchen leitet]. [Hobson·Jobson 536.
erregen muEs, da sie den Anlaut al a­ -,
1 353. Al'. mahdar:
nicht erklärL] 'Ort, an dem Leute zugegen sind' [aus
1 348. Ar. magisti : 'ttaiJara 'anwesend sein'], dazu mnbäiJara
Arabische Bezeichnung des Hauptwerkes 'Unterhaltung' ; hieraus siz. macadaru
des CLAUDIUS PTOLEMAEUS f) IlE'rdA.T] 'Sammelplatz, deI' zur Unterhaltung und
O'uVTatt�, das zu IlE'rloTT] gesteigert zum Vergnügen bestimmt ist'. [GrS
wurde ; mit dem ar. Art. wurde hieraus VociSic 239.
al-magist'i [bereits unter dem Kalifen 1 354. Ar. mal}.gara :
AL-MA'MUN 8 1 3-833 ins Arabische 'Steiniger Ort' [von bagnr 'Steine' mit
108

Präfix ma- des Ortes] ; hieraus siz. mu­ .rama, (Moldau) naframa 'Schleier der
sciaru in der Redensart a musciaru jung verheirateten Frauen'; bulg. serb.
'haufenweise, ungeordnet'. [GrSVoci mahmma, rms. bahroma 'Tüchlein' [mit
Sic 242. Wechsel von m und b wie z. B. hier
1 355 Ar. maWii� : NI'. 1349]. [Sain 55. Mikl SIEtWb 180.
'Prahlerei' [modern und sehr selten, 1362. Ar. mahzan :
vgI. Dozy Suppl H, 62::!] ; hieraus viel­ 'Warenniedl'rlage', Scheune, Zeughaus',
leicht siz. mafia, Adj. mafiusu, von einem plr. ma!J,äzin ; hieraus it. magazzino,
Manne, der sofort bereit ist, zu den sard. magasinu, camasinu [mit Meta­
Waffen zu greifen, um irgendeine Be­ thesis], siz. magasenu, maasenu, mala­
leidigung zu rächen, und dabei Blut senu, malase, frz. ma.gasin, sp. magacen,
zu vergießen. Im Anfange des XIX. almagacen, almacen, pg. almazem, ar­
Jahrhunderts in Palermo und Umgebung mazem, almacen, rum. magaza, magazin;
entstanden, ging das Wort bald ins 11. dtsch. Magazin, nd!. magazijn, eng!. ma­
über : maffia, maffioso, be�. zur Bezeich­ gazine ; russ. magazyn, (dial ) gamazeja
nung einer verbrecherischen Geheim­ [Metathesis wie i m Sard. !], klrn5s. ma­
gesellschaft [entsprechend der napole­ gazyn, kamazej, bulg. serb. magaza,
tanischen Camorra]. Die Etymologie magazin 'Warenniederlage, Zeughaus'.
kann nicht als sicher gelten. [GrSVoci [Lasirlio 8. DE 147. Eguilaz 205. ML
Sic 240. 5447 (wo als Grund wort mayzen 'Scheune'
1356. Ar. mahlab : gegeben wird I). Gorjajew 199. Mikl
'Weichselkirschhaum, Prunus mahaleb' ; SIEtWb 180.
hieraus sp. mahaleb [Dicc Cast 1300 a], 13G::!. Ar. mai'a :
frz. mahaleb, mahalep, maguelet ; unter 'HarzbalsHlllslrauch Storax' ; hieraus sp.
diesem Namen importierte man früher almea 'Rinde des Storax, Storax'. [DE
aus Syrien nach Europa eine kleine 161. Eguilaz 218. ML 5241 .
Frucht, die man in der Medizin brauchte 1364. Al'. maldiin :
und jetzt noch in der Parfümerie ver­ 'Platz', tk. ebenso mejdan ; hieraus rUlll.
wendet. Frz. bois de mahaleb 'Weichsel­ maidan, rneidan 'dass., freie Zeit, Ge­
holz' [vulgär bois de Ste. Lucie genannt]. legellheit' ; bulg. rnegdan, serb. mejdan,
[Devic DEt 154. Eguilaz 441 /442. ML 5240 poln. klruss. rnajdan, russ. rnaidan 'Platz',
1357. Ar. mahlük : Vb. maidanit' 'gaunern'. - [Sp. alameda
'Geschaffen' [part. päss. von !J,alalia 'er­ 'Platz, Promenade' gehört nicht hierher,
schaffen'] ; hieraus siz. macaluco 'latte DE 3iO ; vielmehr < alamo 'Pappe!'].
di polIo', d. h. ill den Kaffee geschlagenes [Löbel E1TAP 60. Gorjajew XXXiX.
Ei. lGrSVociSi" 2i:l9 (mit Hinweis auf Mikl SIEtWb 186.
Corrado Avolio, Introduzione allo studio 1 355. Ar. maimün :
deI dialeUo siciliano. Noto 188::!. S. 44]. 'Affe' [eigentlich 'glücklich, glückbrin­
1358. Ar. mahlüt : gend' genau wie das andere Wort fÜl'
Wörtlich 'gemischt', ' Bezeichnung einer Affe : ar. sa'dän, si'dän ; Euphemismus,
Speise aus Linsen und Weizen oder Reis da der Alle als Teufel gilt. VgI. Nöldeke,
[auch als burgul bekannt, s. hier NI'. 352]; Neue Beiträge zur semitischen Sprach­
hieraus siz. maccu 'eine Art Suppe'. wissenschaft. S. 89. Zusammenhang
[GrSVociSic 239. mit gr. IlI�Hb ist also abzulehnen] ; hier­
135!J. Ar. mahmür " : aus it. rnammone 'Meerkatze', maimone
[Part. pass. I zu f!,amr 'Wein'] 'betrun­ [Oriente I, 195], afrz. provo rnaimon,
ken', tk. ebenso : hieraus rum. mahmur kat. maymon 'heuchlerisch, lau!', sp. pg.
'halb betrunken', mahmurie 'Katzen­ mono, mona, frz. maimon, mona, Ablei­
jammer' ; bulg. mahmuren, serb. mamu­ tung mimonet, 'IIIomine, rum. malmula.
ran 'nach einem Rausche an Kopfweh momija [mit Suffixwechsel] ; ferner [mit
leidend'. [Löbel EITAP 60. Mikl SI Wechsel von m zu b] it. babuino ; eng!.
EtWb 180. baboon 'Affe' ; bulg. majmuna, serb.
1360. Ar. Mahr : majmun, poln, munia. [ML 5242. Devic
N. pr., Stammvater eines ar. Stammes, DEt 150 (auf pers. m. zurückgeführt).
nach welchem schnell laufende Kamele Mikl SIEtWb 180.
in Nordafrika als mahrlja, pI. mahäri 1 366. Ar. mais :
bezeichnet werden ; hieraus frz. mahari, [Wohl aus aram. maisä, das aus ass.
sp. maharl [Dicc Cast 1 300a] 'Laufkamel, mesu < sumerisch mes entlehnt ist,
Dromedar' in Nordafrika. [Devic DEt 1 55. ZAkkFW 53] 'Zürgel-, Nesselbaum, Celtis
1361. Ar. mahrama: australis L.' ; hieraus mit ar. Art. sp.
'Heiliges, Verboienes, Weib' [so hier almez, almezo, Irz. alizier 'dass.'. [DE
NI'. 819], ebenso tk., hieraus rum. ma- 163/164. Eguilaz 2::.1 1. ML 5243.
109 [Pers. mäjä.

1 367. Pers. mäjä: Mineralogie, Geologie und Paläontologie.


'Stoff, Substanz' [Horn NpEt S. 2 1 7, Stuttgart 1878.
Nr. 970j, auch 'Sauerteig, Hefe', eben 1375. Hebr. ma,,�b�l} :
tk. maje ; hieraus rum. mala 'Sauerteig' ; 'Hammer' ; hieraus ßigenname Macca­
serb. maja 'dass.'. [Löbel EITAP 60. baeus 'Makkabäer' und mit verschieden­
Mikl SIElWh 180. artigem Bedeutungswandel it. (dia!.
1 368. Tk. majasyl : Abruzzen) maccabe 'Dummkopf, Tauge­
'Hämorrhoiden' IKelekian I):ämlls 1097 ; nichts', frz. machabee im Pariser Argot ;
ar. mä jasIlu 'das, was fließt' vom Vb. 'J ude ; Leiche eines Ertrunkenen'. -
säla 'fließen'] ; hieraus bulg. majas'bl, ML 5253 Iwo auch fälschlich macabre
serb. mOJasin 'Art Aussatz'. [Mikl SI hierauf zurückgeführt, s. dagegen hier
EtWb 1\19. Nr. 1372].
1 369. Pers. mäjbänä : 1376. Ar. maklnb :
'Weinhaus, Schenke' [aus mäj 'Wein' 'Umgewendet, umgekehrt' [part. pass.
Horn NpEt S. 2 �5, Nr. 1003 und f!,änä von lJ;alaba 'umwenden'] ; hieraus it.
'Haus', s. hier Nr. 801l] , tk. ebenso macaluba, siz. macalubi(a), Bezeichnung
mejf!,ane; hieraus bulg. serb. mehana der Schlamu,vulkane in ::;izihen zWischen
'Schenke'. [Mlkl SIEtWb 1 86. Catania und Sciacca, die schon den Alten
1 370. Ar. mak'ad : bekannt waren [vgl. Strabo, SoiinusV, 24].
'Ort, wo man sich setzt' [ vom Vb.
• - Bädeker, Unteritalien. u. Leipzig 1906.
lpa'ada 'sich setzen, niederkauern' und S. 34 1 : Le Maccalube bei Girgenti und
Präfix ma- des Ortes], ebenso tk. makad bes. W. Deeke, Über die sizilianischen
'Ort, wo man �ich nieLlerlegt; Stoff, Schlamm vulkane. In Globus LXXI, 69/71 .
der das Sofa bedeckt' ; hieraus rum. 1377. Kall.-ta t. maillhai :
macat 'Steppdecke, Bettbehang' . [Sain Hieraus mit gleicher Bedeutung russ.
54. Löbel EITAP 59. malahai 'große Fellmütze' [Gorjajew 2ooj.
137 1. Tk. makara : 1378. Ar. malgam:
'Flaschenzug' [wohl aus ar. bakra 'Rolle 'Erweichende Salbe' [aus gr. I-!d>.a'fl-!a
am Flaschenzug' mit häufigem Wechsel mit Metathesis] ; hieraus sp. pg. kat.
von b und m] ; hieraus rum. macara amalgama, frz. amalgame; eng!. amal­
'Windezeug'. gam, Vb. amalgamate, dtsch. Amalgam,
1 372. Ar. makbara : Vb. amalgamieren ; russ. amat'gama
'Grab, Friedhof" [aus ar. lJ;abr 'Grab' [und über tk. melhern, ebenso tat.] mal '­
mit Präfix des Ortes ma-], plI'. malJ;äbir ; han, bulg. mehtem, serb. meiern '::laibe'.
hieraus pg.almocavar 'Friedhof' [DE 1 68] - [Devic DEt 29/30 und Eguilaz 256/257
sowie sp. macabro, frz. danse macabre geben andere unhaltbare Ableitungen,
und mit falscher Volksetymologie mlat. Lammens Rem 21/22 spricht schon
chorea Machabaeorum 'Totentanz' [Egui­ Zweifel daran aus ; die hier gegebene
laz 44,1 und Lammens Rem 149j. Etymologie deutet schon Gorjajew 20 I an].
1 :� 73. Ar. mllkIla: 1 379. Aram. malka :
'Maßgefäß' [so hier Nr. 1 1 74 a] ; hieraus 'König' ; hieraus gr. Md>.xo�, lat. Malchus
sp. kat. maquila, sp. maquia 'Mahlmetze ; ['der Königliche', abo synonym mit
Mahlgeld, mit dem der Müller bezahlt Bacri>'Elo�J, als N. pr. Name des Kriegs­
wird'. - [Mtkjäl ist lautlich nicht als kne�htes, dem PE fRUS das eine Ohr
Grundwort zu gebrauchen.] [DE 300. abhieb ; daher pg. mouco 'schwerhörig',
Eguilaz 443. frz. (dial. LÜtlich) malcuss 'einohrig'
1 374. Aram. makkasitä: (von Tieren gesagt) [Behrens Beitr 302j,
'Schwefelkies' [viellei�ht wegen der Spren­ it. (dia!. Verona) malco 'ungezogen',
kelung nach syr. lJ;esslZ 'Spreu' so ge­ averge le mani di Malco 'schwt're Hände
nannt ; im übrigen ist das Wort noch h�ben'. - Das entsprechende hebr.
nicht erklärt], hieraus ar. marlJ;aiiltä Wort m�lf!X 'König' ist Grundwort zum
Bezeichnung der 'Kiese' m it Ausnahme Namen der Melkiten, frz. melchites,
derer von Antimon und Wismulh [vgl. eigentlich also "Royalisten", Bezeich­
kuM, hier Nr. 1227, und i�mid, hier nung der syrischen orthodoxen Katho­
Nr. \) 1 8] und femel' sp. kat. marcasita, liken, da ihre Lehre von den Kaisern
marquesita, pg. marcasita, marquezita gegen die der Eutychianer begünstillt
[Constancio Dicc 677 cl, frz. marcassite, worden ist. - Aus dem phönizischen
it. marcassita ; eng!. marcasite, dtsch. Wort mülek 'Herr, König', einem Gotte
Markasit 'rhombische Modifikation des der Ammoniter im AT, wurde zunächst
Eisenkieses'. [Devic DEt 157. Eguilaz gr. Mo>.6X, das als Moloch in alle euro­
444. A. Sadebeck, Über den Namen päischen Sprachen zur Bezeichnung eines
,Markasit" . Im Neuen Jahrbuch für blutdürstigen Abgottes überging : frz.
Ar. mallfita.] 110

moloch, sp. molok ; dtsch. Moloch, eng!. 1 385. Jaknt. mamma:


moloch, Vb. molochize 'wie dem Moloch Auch tungusisch 'Land' ; hieraus russ.
opferlJ', d. h. 'über Leichen gehen'. mamont, liech. poln. mamut; frz. mam­
[Devie DEt 162. 1 67. Eguilaz 457. mouth ; engl. m ammoth, dtsch. Mam­
ML 5':251i. mut. Der Ausdruck ist im Jahre 1696
1 380. Ar. mallüta : von LUDLOFF in die wissenschaftliche
'Übermantel' rDozy "vetem 87. 41 2 ; aus Sprache eingeführt worden ; die Jakuten
gr. flu}.}.WTtl oder fll1}.WTtl ZDMG LI, hatten den ausgestoruenen Riesenele­
304] ; hieraus sp. pg. kat. va!. madota, fanten mamont genannt, weil sie glaub­
sp. molola 'maurischer Talar', mlat. me­ ten, er wühle unter der Erde wie ein
lota ; über das Tk. entstand rum. malo· Maulwurf.
tea 'Frauenmantel'. [DE 303/304. Egui­ 1386. Aram. mämönä :
laz 446. Löbel EITAP 60. Auch mammon [letzten Endes mög­
1 381. Ind. malmul : licherweise ass. memeni 'irgend etwas'
'Stoff aus feiner, weißer Baumwolle', > 'Besitz, Habe', vgl. ZAkU'W 20J ;
der Musseline ähnlich ; hieraus eng!. hieraus gr. flUflflwvii, flUflwvd�, got.
mulmul und durch Verkürzung auf eine mammona und im AnschlUß an das NT
Silbe eng!. mull, dtsch. Mull. seit Luther nhd. �lammon, früher mit
1 382. Hebr. malsln : 'Schatzteufel, Gutsteufel' übersetzt, die
'Bösewicht' ; hieraus sp. malsin 'Angeber, mythische Personifikation des Reichtums;
Aufhetzer' [Dicc Cast 1305 a], pg. mal­ eng\. mammon : russ. mamona usw.
sim 'Angeber, Verräter beim Schmuggel' 1 387. Ar. mamtal' :
[Constancio Dicc 671 bJ, Vb. sp. pg. mal­ 'RegenmanleI' [au� ar. matm' 'Regen'
sinar' 'verleumden'. - [Etymologie von mit präfigiertem In des WerkzeugesJ ;
DE LAGARDE ; vg!. auch ML 5':2ü9.] hieraus siz. mantarru [aber wohl kaum
1 383. Ar. mal'ün : it. mantazzo] 'Regenmantel der Bauern'.
'Verflucht' [part. pass. von la'ana 'ver­ [GrSVociSic 240.
fluchen'J, tk. ebpnso melun 'dass.' ; hier­ 1388. Hebr. mamzer :
aus serb. melun 'Teufel'. [Mikl SIEt 'Ba;.tard' [im AT zweimal: Deut 23, 2J ;
ElWb 187 b. hieraus mgr. flUVZ:tlP als geläufiges
1 384. Ar. mamlük : Schimpfwort [so wurde JOHANNES
'Kaufsklave, Höriger' [part. pass. von DAMASCENUS von CONSTANTIN VI.
malaka 'besitzen'] ; hieraus it. mamma­ statt mit seinem Ehrennamen ManBfir
lueeo, siz. mammaluceu 'dumm, stumpf­ als MuvZ:I1PO� bezeichnet], durch den
sinll lg', sp. pg. mameluco 'JulIIm', pg. Verkehr mit jüd. Rabbinern sp. mancer
in Brasilien der Sohn eines Europäers 'Hurenkind' [Dice Cast 1307 b : 'hijo de
und einer eingeborenen Amerikanerin, la mujer ptiblica'] und poln. (alt) mam­
frz. mamlouk, vielleicht auch malamoque zer, mamzer 'Neugetallfter'. Vg!. GRÜN­
'Albatros mit schwarzem Schnabel', BAUM in ZDMG XL, 264.
rum. mameluc; nd!. mameluk, eng!. 1389. Ar. malläh:
mamlouk, mama luke, mameluke, dtsch.
-
'Ort, wo man die Kamele niederknien
Mamluk. - .Mamluken wurden die läßt' [von näf!,a 'niederknien', H. Form
weißen Soldtruppen genannt, welche nawwaha 'niederknien lassen' mit Prä­
sowohl von den letzten Fatimiden als fix des"Ortes ma-J, hieraus 'Erzählung',
auch von den Eijubiden in großer Zahl die man an diesem Orte hört, schheß­
angeworben oder auch gekauft wurden . lich 'KaIelIder' [in dieser ,Bedeutung
Sie rekrutierten sich besonders aus Tür­ z. B. bei PEDRO DE ALCALAJ . Grund­
ken und in der Folge aus Mingreliern, wort für sp. almcmaque, kat. pg. alma­
Zirkassiern und anderen kaukasischen nach, frz. almanac, provo armana, it.
Stämmen. Diegenannten Fürtiten stützten almanacco ; eng!. almanac, dtsch. Al­
ihre Macht hauptsächlich auf diese Söld­ manach ; rusS. almanaf!,. Gewöhnlich
ner. Der Name Mamluk wurJe auch werden diese Formen auf gr. &}.flEV1XIQKd
auf die Nachkommen dieser in Ägypten 'Kalender', das beim Kirchenvater EU­
seßhaft gewordenen Ausländer über­ SEBlUS belegt ist, zurückgeführt ; doch
tragen und verblieb ihnen, als sie die ist nicht einzusehen, wie dieses seltene
Herren des Landes wurden. In den Wort durch die ganze romanische Gruppe
folgenden Jahrhunderten hat der Name verbreitet werden konnte. Wenn auch
Mamluk seine ursprüngliche Anrüchig­ im Ar. das gewöhnliche Wort für 'Ka­
keit vollständig abgestreift · v. Oppen­ lender' tal;wlm [so hier NI'. 1 999] ist, so
heim, Vom Mittelmeer zum persischen deuten doeh alle europäischen Formen
Golf I, 52. Ausführlich ebenda 53/54. zu unverkennbar auf das angegebene
lDl� 299. Dc,vic DEt 1 56. E�uilaz 442. ar. Grundwort. Vgl. Mahn EtUnt 129/134-.
111 [Tk. mandar.

DE 154. Eguilaz 2 1 1 . ML 5281. 'Ohrgehänge' [Kelekian J>:ämus 1238 a] i


Herrigs Archiv LVJ , 422. hieraus buli:(. mengusi, selb. mendiuse
1 390. Tl;. mandar : 'Ohrri n ge'. [Mikl SIEtWb 1 89.
'Lukemiegel, Drehkreuz' lKelekian I>.ä­ 1 397. Man i :
mUs 1095 b] ; hieraus rum. mandanw N. pr., Name des im Jahre 276 in Per­
'Biliardbande' [Löbel EITAP 61). sien getöteten Gründers der Sekte der
1 39 1 . Al'. mandH : Manichäer. Im MA waren die mani­
'Tuch, Hülle' [aus gr. /-Iavbf)AlOv, lat. chaei als Urbild der Ketzer verhaßt ;
mantile ZDMG LI, 317 ; Dozy Vetem aus diesem entstand mit Rücksicht Huf
414 f.] ; hieraus sp. pg. kat. mandil den Anklang an dtsch. mahnen die in
'Schürze'. - [Unmittelbar aus dem lat. Studentenkrtisen seit 1 728 o ft bezeugte
mantile kommen mantel 'Tischtuch' und Bezeichnung Manichäer für den 'Gläu­
mantillaJ. [OE 2\,9/300. Eguilaz 443. biger' ; ehenso poln. manich 'Gauner'.
1 392. 1'k. ma n ga! : [Mikl SIEtWb 1 82. Kluge Studenten­
'Kohlenbecken zum Heizen' ; hieraus sprache 56.
rum. mangal ; bulg. serb. mangal, russ. 1398. Hebt·. man ä :
m m/ga l 'Kohlenbecken'. - . Man läßt Gewöhnlich als man h ü 'was ist das?'
über Nacht auf dem Dache des Hau�es gedeutet ; die Aussonderung der Manila
ein mit glühenden Holzkohlen angefülltes arabica. Hieraus gr. /-Iuvva und in den
und mit Asche bedecktes Metallbecken, europäischen Sprachen : it. manna, frz.
Mangal genannt, ausglimmen und stellt manne, sp. pg. kat. mana, pg. manna,
es in die Mitte des Zimmers. Ein rum. mano' ; russ. manna ; eng!. manna,
kleiner, etwa 1 /1 Fuß hoher Tisch wird
J got. ahd. manna, nhd. Manna, übersetzt
darüber gesetzt und über den Tisch als 'Himmelsbrot' und übertragen 'Herz­
eine große Deck e ausgebreitet. die mit stärkung'. In anderer Bedeutung it.
ihren Enden allenthalben den Erdboden (dia!. Abruzzen) manne 'Getreidebrand,
oder richtiger gesagt den Teppich be­ Pilzkrankheit der Reben'. [Eguilaz 442.
rllhrt. Die Fa milie kriecht nun, um ML 5307.
sich zu wärmen. etwa bis zur Brusthöhe 1399. A.r. mausnr:
von den Füßen an unter die Decke, 'Siegreich' ; hieraus afrz. aumasor, provo
und so haben bisweilen zwölf Personen almasor, it. (alt) almansore 'Feldherr'.
hinreichend Platz und Gelegenheit. von Als N. pr. kommt al·Man�'Üt· in der
unten herauf warm zu werden. · Hein­ Geschiehte des Orients hautig vor. -
rith Brugsch, Reise der K. Preuß. Ge­ ML 1>31 7.
sandtschaft nach Persien 1 860 und 1861 . 1 400. Hlud. mantri :
I. Bd. Leipzig 1862. S. 7/8. Sskr. mantt'in 'Ratgeber, Staatsminister'
1 398. Mal. lIIallgga : in der vormohammedanischen Zeit in
'Ein Baum. Mangifera indica' [Pijn 220a] ; Indien i hieraus pg. mandarim [Con­
hieraus ndl. mango (boom), dtseh. Mango­ stando Dicc 673 a i mit volksetymolo­
(baum und -frucht), eng!. mango. mango­ gischer Einwirkung von mandar 'be­
fish 'ein Fisch des Ganges' [weil er so fehlen'], Bezeichnung fllr einen höheren
gelb aussieht wie die reife Mangofrucht) i chinesischen Beamten, angloind. munI
frz. mangue 'Frucht' des manguier. tree, eng!. mandarin, dtsch. Mandarin,
1394. )[al. mßJlggi·mallggi : (alt) Mandorin. Das Wort kommt übri·
'Wurzelbaum, Rhizophora' [pijn 220 a) ; gens bei den Chinesen selbst nicht
hieraus angloind. mangle, frz. manglier vor, sie heißen bei ihnen vielmehr kltan
(synonym mit paletuvier), engl . mangrove, 'Beamter', und zwar u·en·kuan 'CiviI·
dtsch. Jtfangrove 'Baum oder Strauch b eamter' , wu·kuan 'Militärmandarin'.
mit Stelzwurzeln'. [Devic D Et 1 56. Vg!. Art'ndt, Handbuch der nordchine­
1395. Mal. mallggis : sischen Umgangssprache. I. Teil. Berlin
Auch manggi.ta [so Pijn 220 a] 'Frucht 1 89 1 . S. 346/347. Unter Mandarin­
eiues ind. Baumes aus der Familie du Sprache versteht man die in China hei
Guttiferen', von der Gröüe einer Apfel· den offiziellen und literarischen Klassen
sine und vom gleichen Geschmacke wie gesprochene Sprache im Gegensatz zu
eine Erdbeere : Gareinia mangostana ; den Lokaldialekten ; sie heißt kuan-hua
hieraus eng!. mangis, mangustin, man­ 'Beamten sprache' und darf nicht etwa
gosteen, frz. mangoustan, dtsl'h. Ma n­ mit dem literarischen Stil der Bücher
guste. [MMM 31·. Devic DEt 1 56. verwechselt werden, vg!. ausführlich
1 396. Per�. mällgös : Arendt a. a. O. S. B43/34!J und 357/;�6!J.
[Aus pers. män 'Gewicht' Horn NpEt Die obige Etymologie gab zuerst SCHOTT
S. 222. Nr. 991 bis und gös 'Ohr' eben­ im Entwurf einer Beschreibung der
da S. 2 1 0, NI'. 943J, ehelIso l k . mengjl/8 chinesischen Literatur. Berlin 1854.
Ar. manzi!.] 112

S. 57. - Das ind. Grundwort liegt auch U09. Ar. maI'ass � :


in russ. arhimandryt 'Archimandrit' Auch mimssa 'Gießkanne' ; hieraus siz.
vor. [Hobson.Jobson 550/552. 598/599. ma1'ascia 'Ölkrug' oder 'anderes Gefäfl
Hirth ChinFW 197/ 1 98. in dieser Form'. [GrSVociSic 240.
1401. Ar. manzil : 1 410. Ar. marbüt :
'Absteigequartier, Wirtshaus' [vom Vb. 'Gebunden' [part. pass. von rabata
nazala 'absteigen' und Präfix ma· des 'binden, fromm sein'] ; hieraus frz.
Ortes], tk. ebenso menzil ; hieraus rum. rnarab01d 'Ein'iiedler', ein heiJigmäfsiger
mizü, mezil, menzil 'Poststation', serb. Mann, der nach seinem Tode in einer
mezil 'Post'. [Löbel EITAP 64. Mikl Kapelle begraben wird und dort Ver­
SIEtWb 94. ehrung findet; das Wort wird auch
1402. Hebr, mä'ös : fälschlich auf diese Grabkapelle selbst
'Verächtliches, Gebrechen, Fehler', bezogen ; sp. morabito, pg. marabuto,
nhebr. me'is 'widerlich, widerwärtig, rum. marabut 'Einsiedler', siz. mura­
verächtlich' ; hieraus jüd.-dtsch. mies, bitu 'Abstinenzler' ; eng!. mal'aboot;
Vb. vermiesen, Miesmacher 'FJaumacher', ferner wegen des ernsthaften Aussehens
[mit der slav. Endung ·nik] Mießnik des Vogels sp. marabU 'Riesenstorch
'faulerKopf.(Ave·LIV, 574. MWiD47/48. vom Senegal oder aus Indien, Lepto­
1403. Ar. mar'a : ptilus argala Gray.', dtsch. Marabu, engl.
[So hier Nr. 1 692, dazu präfigiertes ma marab01t. - Dagegen mUß sp. morahito
des Ortes wie Z . B. hier Nr. 1401] 'Seemann' auf ar. muräkibi 'dass.' zu­
'Weide', ebenso tk. mera ; hieraus rum. rücl(gehen. [Devic DEt 157. Eguilaz 443.
mij"j�te 'Stoppelfeld' GrSVociSic 242 .
1404. Ar. marad : 1 4 1 1 . Ar. mardaküs :
'Krankheit', ehenso' tk. maraz ; hieraus 'Majoran' [wohl selbst fremden Ur­
rum. maraz 'geistige oder seelische Ver­ sprungs, etwa lat. amaracum], vulgo
stimmung oder Krankheit' ; serb. maraz Aussprache mm'dadüs ; hieraus sp. al·
'Krankheit'. moradu}, almoradux [worin früher x
1 405. Ar. maräkk: wie s gesprochen wurde], kat. moradux
Plr. 'die zarten und empfindlichen Teile 'Majoran.' [DE 1 74. Eguilaz 236.
des Leibe.,' ; hieraus p�. mirac 'Bauch, 14 1 2. Hebr. mar'e :
Leib'. [OE 314. EgUllaz 453. Constan­ 'Schein' ; hieraus mit roman. Endung
eio Dicc 696 a. sp. marl'lIno'christlich gewordener Jude' :
1406. Ar. Maräkus : man nahm an, daß die Marranos nur
Jetzt Marräkes, die frühere südliche zum Schein übergetreten seien ; pg.
mar1'ano, marrao. [Andere Ableitung
Hauptstadt Marokkos ; hiernach wird das ZDMG XXIII, 637 J
Ziegenlecler genannt, das in Marokko 1 4 1 3. Ar. mal'fllka :
hergestellt und jetzt in Europa imitiert 'Kissen' ; hieraus sp: marfaga. maraga,
wird : pg. marroquim [Constancio Dicc almarrega, pg. almafega 'grobe Woll­
679 cl, frz. maroquin, nd!. maroki}n, decke' [früher als Zeichen der Trauer
dtsch. Maroquin ; eng!. morocco 'feines
dünnes marokkanisches Leder'. - [Frz. getragen, Constaneio Dicc 55 b], kat.
marfega 'Strohsack', Ableitung marfe­
maroquin 'Tau, welches vom Topp des
gassa 'Schlampe', provo mal·re.go 'Stroh­
Fockmastes zum Topp des großen Mastes sack'. [DE 158. Eguilaz 215/2 16. ML
geht und dazu dient, eine Ladetakel 5350.
daranzuhängen, um vermittelst der­ 1414. Ar. marfüd :
selben Güter aus- und einzuladen', also 'Zurückgewiesen' [part. pass. von rara­
dtsch. 'Toppreep', frz. surpente, ist wohl (laJ ; hieraus sp. pg. marfuz 'gemein,
mit nd!. marren 'festbinden' in Zusam­ wertlos' [z. B. Don Quijute I, cap. XL,
menhang zu bringen, vgl. Behrens Beitr. in der Collecci6n de autores espaiioles IH.
373/374]. Leipzig. S. 283 Mitte] ; kat. marfus, H.
1407. Ar. maramma : (alt) malfusso. (dia!. Neapel) marfuso,
'Ausbesserung', tk. meremet; hieraus sard. (101".) marfu!5u 'verworfen, schur­
rum. meremet 'dass', Vb. meremetisi kisch'. [DE 391/3!:J2. WAGNER in Herrigs
'ausbessern' . Archiv CXL, 243.
1408. Ar. maras : 1 415. Ar. marg:
'Schnur' ; hieraus [mit häufigem Wechsel 'Wiese, Sumpf' ; hieraus siz. mal'giu
von m und b] pg. kat. bara�o 'Schnur', 'sumpfiger Ort, Sumpf, früher 'Wald­
pg. bara�a, bamza 'Stl'lck an der land' ; sp. almat'cha, armajal, pg.
Schlinge, mit der man wilde Tiere almal'!le, almat'gl'm 'Stadt in flachem
fängt'. [OE 236. Eguilaz 3:39. Lande'. [Eguilaz 2 14. GrSVociSic �40.
113 [Ar. margan.

1416. Ar. margän: 'Elster ; Mannweib'. - Aus Maria * po,a


'Koralle' [aus gr. l-lapTap{Tl')C; ZOMG LI, 'Maria, setze dich' wurde kat. sp. pg:
304], tk. mergan 'dass.' ; hieraus rum. mariposa 'Schmetterling' [mit einer
margean, mnrgica ; bulg. merdian 'Ko_ Volksetymologie, die auch in germ.
ralle'. Mit ar. Art. und Imäla [ä > e] Spra,·hen ähnlich vorkommt, vgI. Ro­
ergab sich der alte pharmazeutische mania V, 180].
Ausdruck frz. almargen : poudre d'al­ 1 4 1 8. Ar. ma'rifa :
margen 'gepulverte Koralle', die früher 'Wissen, Kunst', ebenso tk. marlfet ;
in der Medizin benutzt wurde. - Als hieraus rum. marafet 'Vermittlung,
Frauenname ist Morgiane in der Ge- Kunstkniff'.
schichte von 'ALl BÄBÄ und den vierzig 1419. Ar. marih:
Räubern in 1001 Nacht zuerst durch 'Vergnügt' ; hieraus siz. mmaria 'Witz'.
GALLANO bekannt geworden . Er steckt 1420. Ar. markab :
auch in it. fata morgana 'Fee Morgana', 'Jede Art von Fahrzeugen, Sattel' ; hier­
dann 'Luftspiegelung in der Wüste', aus entstand als passende Bezeichnung
schon in Eschenbachs Parzival 56, 18 für den Stern a Pegasi der Name Mar­
mhd. Ftimurgtin, Feimurgan. - Man kab. [Ideler Sternn 1 1 7.
hat auch versucht, auf das ar. Grund­ 1 421. Ar. markät :
wort margän das dtsch. MeerschQ/4m 'Stufe, Treppe' ; hieraus mit sp. Aug­
zurückzuführen, zuerst A. Vambery in mentativsuffix malecon 'Flußdamm', eine
Magyar Nyelvör 1899, S. 537 ; vgl. Anzahl erhöhter Stufen, um die Stadt
ZfdWf I, 361 . II, 345/346. VII, 792/796. vor Überschwemmungen durch den Fluß
Da aber der tatsächlich auf tk. Boden zu schützen, bes. in Sevilla am Ufer des
bei Eskisehir in Kleinasien gewonnene Guadalquivir. [DE 299. Eguilaz 442.
Meerschaum tk. lüle t�iy oder deitiz 1422. Sskr. markata :
köpujü 'Pfeifenstein' oder 'Meeres-, 'Affe' ; hieraus vielleicht dtsch. Meer­
schaum', niemals aber mariJan heißt, katze, Cercopithecus [als ob das Tier zu
mUß Meerschaum [eng\. meerschaum, uns über das Meer gekommen wäre ; wie
ndl. meerschuim, frz. ecume de m<r] die Ka�ze hat es einen langen Schwanz ;
deutsch erklärt werden, was um so vergleICht man daneben aber dtsch.
leichter möglich ist, als auch die vier Meerkalb, Meerschweinchen sowie die
Sorten in Eskisehir an Ort und Stelle älteren Formen ahd. merikazza, mnd.
mit dtsch. Namen . Lager, Kasten, Groß­ merkatte, so scheint die Etymologie doch
baumwolle, Kleinbaumwolle" bezpichnet recht zweifelhalt]. [MWiD 25/26. Ander­
werden ; vgl. Hugo Grothe. Auf tk. Erde. sen DVEt 6.
Reisebilder und Studien. 2. Berlin 1 903. 1 423. Ar. markaz :
S. 280, wo sich auch eine Schilderung 'Mittelpunkt', ebenso tk. merkez; hieraus
der Gewinnung des Meerschaums findet : rum. merchez 'Schliche, schwache Seite'
S. 277/281. Ferner vgl. Joseph GrunzeI, . [nach Löbel EITAP63 auch 'Mittelpunkt'].
Die wirtschaftlichen Verhältnisse Klein­ 1 424. Ar. marmara :
asiens. Wien 1897. S. 84/44; Oern hurg, 'Zornig sein' ; hieraus nach GrSVoci
Auf dtsch. Bahn in Kleinasien. Berlin 240 siz. marmarnca 'Zorn, Ärger'.
1892. S. 51 ff Die Stadt des Meer­
. • 1425. Tk. marpyc :
schaums". - Der Kuriosität halber sei [Aus pers. märp'Üs aus mär 'Schlange'
noch die Etymologie : dtsch. Meerschaum Horn NpEt S. 2 1 9, Nr. 977 und PÜ8, s.
< ar. morsüm [soll heißen marsüm] hier Nr. 1 621>] 'Das Holzrohr oder der
'gesipgelt' erwähnt, s. J. G. Kochs, lange gewundene Lederschlaueh' , durch
Vergleichungen mineralogischer Benen­ den man den abgekühlten Rauch der
nungen des Deutschen mit arabischen pers. Wasserpfeife !;aljän oder !;aljün
Wörtern. Leipzig 1 7\15. S. 40. [Klug!' 304. [so hier Nr. 1033] in sich hineinzieht ;
Devic OEt 2;)/::16. Lammens Rem 18. h ieraus rum. marpiciu 'Rohr der Nar­
1417. Hebr. Maria : gile'.
Eigentlich Mirjam und Marjam 'Die 1 426. Ar. marra :
Bittere' oder 'Bittermeer' ; hieraus über 'Mal', gewöhnlieh als adverbialer Akku­
die Koseform Marion frz. marionnette, sativ gebraucht : marratan 'einmal';
it. marionetta eigentlich 'Marieehen' , hieraus kat. sp. marras 'einst'. [OE 304.
dann 'Püppchen', ursprünglich wohl die Eguilaz 446. ML fl37 1 .
Bezeichnung des mit einem Puppen­ 1427. Ar. marsam :
kopf geschmückten NalTenzepters, dazu 'Siegeleisen, Marke' [vom Vb. rasama
frz. marotte 'Spielzeug, Steckenpferd, 'bezeichnen'] ; hieraus sp. marchamo
Narrheit'. - Sp. mariquita, kat. 1IIar·i­ 'Zollsiegel', Vb. marchamm' und mar­
-etta, dtsch. Marienkäfer. Sp. marica chamero. [OE 301/30::1. Eguilaz 444.
L o k o t s c h , Etymolog. Wörterbuch. 8
Ar. marsum.] 114

1428. Ar. mursüm : maskarad, cech. poln. maskarada, serb.


'Befehl, Erlaß', plr. maräsim ; hieraus maska, maskara. Mit wenig geänderter
sp. kat. arancel. sp. alancel, pg. aranzel Bedeutung rum. mascara 'Schimpt' ,
'Erlaß, durch den der Preis einer Ware aber mascaralic, ".,ascariciu 'Possen­
festgesetzt wird ; offizieller Tarif; Zoll­ reißer'. Dazu die Vb. siz. ammascaN
tarif.' [DE 197. Eguilaz 271/272 (wo als 'großtun', it. (dia!. Mailand) mascara
Grundwort ar. Bi'r, plI'. as'är 'Preis' 'vermummen' ; sp. kat. amoscarse 'zor­
angegeben wird). nig werden'. - [Diese Etymologie, die
14!29. Ar. martaba: lautlich und begrift1ich keine Schwierig­
'Grad', ebenso tk. mertebej hieraus rum. keiten bietet, wird vielfach abgelehnt ;
mertepea 'Anfang, Ursprung'. Unmittel­ statt dessen wird bes. langobard. masea
bar ergab sich va!. martava 'Reihen­ 'Netz' als Grundwort empfohlen, vgl.
folge'. [Löbel EITAP 63. DE 304. Egui­ KARPF in WuS V, 120/1 24.] [Dozy
laz 446. Oost 61/63. DE 304/309. Mahn EtUnt
1430. Tk. marnl : 60/61. Kluge 301. GrSVociSic 226.
'Lattich, Lactuca sativa' [KelElkian J>:amüs ML 5394. Anglia XIII, 106 ff. 5 1 7 ff.
1 09 1 b] ; hieraus rum. marula, marola Wiener Beiträge zur eng!. Philologie
'Lattich'. XV, 1 1 9.
1 43 1 . Tk. masad: 1 437. Hebr. MasI'ah :
'Wetzstahl' [Keiekian J>:ämüs 1 1 77]; 'Der Gesalbte', gr. l1eoa{u�, zur Bezeich­
hieraus serb. masat, klruss. musat, russ. nung Jesu Christi in alle europäischen
musat 'Feuerstahl'. [Gorjajew 219. Mikl. Sprachen übergegangen, z. B. dtsch.
SlEtWb 1 84 a. Messias, engJ. Messiah ; frz. Messie j
1432. Ar. mas'ala : russ. Messija, poln. Mesiasz. AUßerdem
'Fackel', tk. ebenso masala; hieraus hieraus pg. macio 'sanft, weich, glatt'
serb. masala ; rum. malJala, masala [Constancio Dicc 667 a]. [DE 298. ML
'dass.', masalagiu. 5209. Eguilaz 440 [wo noch ar. masi�
14:{3. Ar. ruä sä'·lIäh : 'geschmeidig' als Grundwort angegeben
Wörtlich 'was Gott will', Ausruf der ist].
Bewunderung, ebenso tk. masalla ; hier­ 1438. Tk. maslak :
aus rum. ma�ala 'wunderbar! Golt Auch ma!flyk 'D�tura stramonium' [aus
schütze dich ! [sc. vor den bösen Blik­ ar. m�lülc] ; hieraus rum maslag 'dass.' ;
ken]'. - Löbel ElTAP 62. cech. maslak, maslok, poln. maslok
1434. A.r. rua'sara: 'betäubender Saft', maslocznik 'wüten­
'Mühlstein, Mühle; [Vb. 'a�.ara 'pressen'] ; der Narr'. [Mikl SIEtWb 1 84 a. Karlo­
hieraus sp. almazara 'Ölmühle', siz. wicz 422.
mazzara 'Stein, der als Gewicht oder 1439. A.r. masraba:
Gegengewicht dient'. [DE 1 6 1 . Eguilaz 'Trinkgefäß' [vom Vb. sariba 'trinken'],
2 18. GrSVociSic 241 . erst moderne Aussprache für miSraba
1435. Ar. ruasgid : 'dass., kleiner Krug' ; hieraus mit ar.
'Gebetshaus', eigentlich 'Ort, wo man Art. sp. almojal'ra 'kleiner Krug' ; über
sich niederwirft' [Präfix ma- des Ortes tk. masrapa wurde rum. nastri'i,pa
u. Vb. sauada 'sich niederwerfen, 1fPOO­ 'Trinkglas', ni'i,strapioara ; hulg. mas­
Kuveiv'] ; hieraus sp. mezquita, pg. mes­ trapa, serb. mastrafa 'Becher'. [DE 1 7!J.
quita, it. meschita, moschea, afrz. m08- Eguilaz 238. M kl SIEtWb 184 b.
quete, frz. mosquee, rum. mo�ea ; nd!. 1440. Ar. mas�a :
m08kee, eng!. mosk, mosque, dtsch. 'Betasten' ; bieraus frz. masser, dtsch.
Moschee ; die slav. Formen sind über massieren. [ML 5395. MWiD 102 (wo
das tk. mesged entstanden : serb. melet, als mögliches Grundwort auch auf gr.
bulg. mediit, cech. mesita, poln. meczet, I1doow 'kneten' hingewiesen ist).
russ. meeet' und auch rum. meeet 144 1 . Hebr. massa :
'Moschee, tk. Friedhof bei Bukarest'. 'Ungesäuerte Br{)tfl�Jen', modern matzo
[Eguilaz 451/452. gesprochen ; hieraus dtsch Matze 'jüdi­
1436. Ar. ruabhara : scher OslE'rkuchen'. Oher gr. /-ldZ:u,
'Verspottung, Possenreißer' ; hieraus it, I1d2:u [das sicherlich zum Teil semiti­
maschera, sp. pg. mascara, mit rom. schen Ursprungs ist] it. (dia!. Kalabrien)
Endung sp. mascarada, frz. mascal'ade maza 'Art Brot'. [Kluge 302. ML 5396.
und hieraus dUI'l'h Abfall der letzten 1442. Ar. ma'süra :
Silben [die als Endung betrachtet wur­ 'Weberschiffchen; [vom Vh. a!fara 'bin­
den] frz. masqtte j dtsch. Maske, ndl. den'] ; hieraus in Verbindung mit germ.
masker, maskerade, eng!. mask, masque, roceo [vg!. dtsch. Spinnrocken, sp. rIteca,
dän. maske, schwed. mask; russ. maska,· pg. roca, it. rocca] sp. mazorca, pg.
115 [Ar. mät(a).

ma�aroca, eigentlich 'Spindel voll' , dann OE 152. Eguilaz 207. Rom�'orsch IV,
wegen derselben Gestalt 'Maiskolben'. 360. ML 5415. Kluge 302.
Über tk. masure, masra wurde rum. 1447. Ar. ma'tüf:
mosor, demin, mosora � 'Spule, Rolle'. 'Geneillt', ebenso' tk. [Kelekian J):ämlls
[OE 312/313. Eguilaz 449. Löbel 1 194 b] ; hieraus rum. matuf 'schmutzig,
E ITAP 65. nachlässig', bes. in den Kleidern. -
1 443. Ar. rnät(a) : Löbel EITAP 62.
'Er ist gestorben, tot' ; als Fachausdruck 1448. Ar. maulä:
der Schachspieler säh mät vom pers. 'Mohammedanischer Geistlicher oder
iäh 'König' [Horn NpEt S. 1 70, Nr. 7 72] : Lehrer' [über dieses Amt und den of­
'Der König ist tot' ; hieraus ist mit dem fiziellen Rang eines Mulla in der Türkei
Schachspiele selbst der Ausdruck iuter· vg!. NO III, 62J ; hieraus angloind. moo·
nal ional geworden, vor allem it. scacco lah 'dass.', in InJien 'Schulmeister',
motto 'schachmatt', provo mat, frz. echec eng!. molla 'ein h öherer Richter in iso
et mat, sp. iaque y mate, Ja qui mate, pg. lamischen Ländern' ; rnm. mola 'moham­
chaque e mate, rum. mat; dtsch. schach­ medanischer Geistlicher', dtsch. Molla.
matt, engl ; checkmate ; russ. sahmaty - Mit dem Suffix I . pers. sgl. ergibt sich
'Schachfiguren', hulg. sahmatna igra ar. mauläja 'mein Herr', woraus sp.
'Schachfigur', sahmatna d'Oska 'Schach­ m"Zey in zusammengesetzten Eigen­
brett'. Aus dem Schachspiel wurde namen, bes. aus den marokkanischen
volksetymologisch parodierend it. matto Wirren bekannt. [Hobson Jobsoll 579.
'verrückt' genommen. Dazu die Vb. it. Eguilaz 460. MWiD 64.
mattare, frz. mater, provo kat. sp. pg. 1 449. A r. ma'ün :
matar 'mattsetzen, üherwinden, besiegen' 'Gefäß', ebenso tk., sowie ma'una 'Schiff'
und schließlich sp. pg_ matar 'töten' [Kelekian J):amlls 1093 a] ; hieraus it.
[und nicht etwa < lat. mactari, worin maona 'tk. Galeere', frz. mahone, mahu­
ct > eh geworden wäre wie factum > ne, kat. sp. mahona 'dass.'. [OE 299.
hecho]. - [Hemi Estienne, Traicte de Devic DEt 155. Eguilaz 442.
la conformite du langage fran�ais avec le 1450. Ar. ma'zül :
grec, Paris 1569, führt frz. mat auf it. 'Abgesetzt' [part. pass. von 'azala]. eben­
matto und dieses auf gr. lJ�halO<; zurück I] so tk. ma'zul [Kelekian J):amlls 1 193 b] ;
[Kluge 302. ML 5401. SPITZER in hieraus rum. mazil 'abgesetzter Bojar',
Herrigs Archiv CXLI, 264. ZOMG Vb. mazili 'absetzen', mazilie 'Abset­
XXVJII, 696. zung'.
1 444. Ar. matmüra: 1451. Ar. mausim:
'Erd grube für Getreide, Keller' ; hieraus 'Jahreszeit', Z . B. für die jährliche Pi!­
kat. sp_ pg. maZ1l1or,'a, pg. masmorra, �erfahrt nach Mekka, auch schon bei
matamorra [mit Aulehnung an matar den ar. Seeleuten zur Bezeichnung der
'töten'] 'unterirdischer Kerker, Verlies, Zeit gebräuchlich, die günstig war, um
Gelaß'. [OE 312. Eguilaz 448/449. mit dem Winde, den wir heutzutage
ML 541 4. Westmonsun nennen, nach Indien zu
1445. Tk. motrabaz : gelangen ; hieraus pg. mon�iio, mou�ilo,
'Fechtmeister, Händler, Schurke, Betrü­ sp. monzon, frz. mousson, it. monsone,
ger' [aus ar. matr, matra 'ÖI - oder mussone; eng!. monsoon, nd!. 1/lonsoen,
Wasserschlauch' und pers. bäz, Präsens­ dtsch. Monsun. [OE 3 1 7/319. Eguilaz
stamm von bälJ,tän 'spielen' Horn NpEt 458 ML 543\.1.
S. 35, Nr. 150], matrabazlylp 'Handel' ; 1452. Ar. mautabän :
hieraus rum. matrapazlic 'Schacher, 'Einer, hes. ein König, der ruhig sitzt'
Hinterlist'. - Löhel ELTAP 62. [vom Vb. wa�aba 'sitzen']. Bezeichnung
1 446. Ar. matrah : einer Münze, die während der Zeit der
'Ort, wohin etwis geworfen oder gelegt Kreuzzüge in der Levante im Umlauf
wird ; Kissen' ; hieraus it. materasso, war ; auf ihr war eine sitzende Christus­
materassa 'Matratze', denn diese war figur dargestellt, nach der sie benannt
ursprünglich ein Netz, das man auswarf, war. Um das Jahr 1 1 93 führten die
wo man sich hinlegen wollte ; provo a1- Venezianer eine dieser byzantinischen
matrac, frz. materas, matelas, kat. a1ma­ Münze ähnliche aus dem Oriente ein,
trach, matalas, sp. pg. almadraque 'Ma­ die sie matapan nannten. Hiermit
tratze', pg. dem. almadraguexa, verkürzt wurde dann in Famagusta auf Cypern
almatrixa 'Pferdedecke', pg. madra�o eine 1 0% ige Abgabe und endlich eine
'Faulenzer' ; eng!. mattress, nd!. matras, Schachtel oder Kiste, die 1/10 moggio
diseh. Matratze, russ. matrac, poln. ma­ enthielt, bezeichnet : venez. marzapane
terac, cech. matrace. [Oozy Oost 63 ff. [mit Einfügung eines r !], noch im XIII.
8*
Pers. mäzä.] 116

Jahrhundert ist siz. f71arzapane, neapol. sal;älu 'wägen' DeI HWB 685 b, S. hiet·
marzapane belegt. Im XIV. Jahrhun· Nr. 1880], u-parSin 'und zwei Halb­
dert wurde mit diesem Wort der Inhalt minen' [assyr. parsu 'Halbmine' von
der genannten Kiste, nämlich ein aus parllsu 'teilen' DeI HWH 542 b ; zu
Zucker, Mandeln und Rosenwasser her­ allen drei Ausdrucken vgl. ZAkkFW
gestelltes Zuckerwerk bezeichnet : it. 2 1 ] . Der erste Teil der Inschrift ist
marzapane, frz. marsepain , massepain, als Menetekel 'grauenhafte Warnung
sp. mazapdn, pg. massapi'io [mit offen­ oder Mahnung' ins Deutsche überge­
barer Anlehnung an pane, pain, pao gangen . •

< lat. panis 'Brot'] ; vgl. noch provo 1457. Ig. mer :
massapan 'Schachtel'. Engl. marehpane 'Pyramide'. Das äg. Wort, dessen Vo·
[in Anlehnung an March], dtsch. l'1'1ar­ kalisation mangels einer kopt. Entspre­
zipan, ndl. marsepein, sehwed. marsi­ chung unbekannt ist, ergab mit dem
pan ; russ. marcipan. - [Marci panis altägyptischen Art. p und der aus gr.
'Markusbrot' ist nur Volksetymologie ; 1tUpaIJ1C; zu erschließenden Vokalisierung
die vorliegende Ableitung stammt von *pimar oder mit Metathesis, für die
A. KLUYVER in ZfdWf VI, 59/68 ] [ML beim übergang aus dem Ag. Z. B. ins
5440. MWiD 86. Semitische viele Helege vorhanden sind
1453. Pers. mäzä : [vgl. ZDMG XLVI, 1 1 2 ff.], *piram. Da
'Wohlgeschmack' [Horn NpEt S. 2 1 9, einerseits die Ableitungen von 1tUpalJiC;
Nr. 979], tk. vulgo mezelik 'Vorspeise' aus rein gr. Grundwort, besonders 1tOp
[von Seb. BECK sehr treffend mit 'Feuer' und 1tUp6C; 'Weizen', sehr ge­
'Appetitshappen' wiedergegeben : NO I1I, künstelt und �chwerfällig erscheinen und
56] ; hieraus sllrb. bulg. meze, bulg. sich andererseits aus m-r und dem se­
mezelik 'Dessert', rum. meze Uc, mezea mitischen Art. ha mit folgender Meta­
'dass'. - Löbel ElTAP 63. Mikl SIEt­ thesis das aus dem Semitischen allein
Wb 194 a. nicht erklärbare ar. haram 'Pyramide'
1 454. Ar. mazlid : ableiten läßt, ist die gegebene Deutung
'Versteigerung', ebenso tk., vulgo mezat außerordentlich befriedigend, um so
ausgesprochen ; hieraus rum. mezat ; mehr als a priori anzunehmen ist, daß
bulg. mezat 'dass.'. die Bezeichnung für ein Ägypten so
1 455. Hebr. mazzäl : eigenes Bauwerk wie die Pyramiden
'Stern, Schicksal' [eigentlich 'Stern­ auch äg. Ursprungs ist. Diese Etymo­
station' entsprechend ar. manzil s. hier logie stammt von Karl LANG im An­
Nr. 1401 ] ; hieraus sp. desmazalado 'un­ thropos XVIII/XIX, 551 /1:>53. Aus gr.
glücklich', bei Cervantes 'kleinmütig' 1tUpaIJ1C;, 1tUpaIJ1!l0c;, lat. pyrumis, pyra­
[Dice Cast 7 7 3 a]. - [ML 5448. midis haben sich alle europäischen For­
1 456. Pers. tk. meger: men ergeben : it. pil'amide, trz. pyramide,
'Wenn auch' laus pers. mä 'nicht' und sp. pirdmide, pg. pyramide ; eng!. pyra­
ägär 'wenn' Horn NpEt S. 2 2 1 , Nr. 988; mid, dtsch. Pyramide.
auch > ngr. lJardpt]; hieraus rum. 1458. Tk. mertek:
maear 'obwohl, wenn auch'. 'Viereckiger Balken' � hieraus rum. mar­
1456 a. Aram. mene: tae 'dicker Pfahl'.
Mene mene telj;el ucpa rsin ist die von 1459. Tk. mest:
Daniel, Kap. 5, Vers 25 mitgeteilte rätsel­ 'Filzüberschuhe, absatzlose Stiefelchen
hafte Inschrift, die der Sohn des letzten in Maroquinleder' [Kelekian J.{ämu.s
Königs von B"bylon, der sog. König 1 1 59] ; hieraus rum. mest, mesti, mevi'
BELSAZAR [Hssyr. Bel·sar-u�ur 'Bel, 'dass.', serb. mestwa, poln. meszty,
schirme den König', s. ZDMG VIII, 5!J8; klruss. mesty 'Art FUßbekleidung'. [Lö­
XXVI, 128], während eines Gastmahls hel ElTAP 63. Mikl SIEtWb 1 \13.
von geheimnisvollen Händen an die 1 460. Ar. mlbrat:
Wand des Speisesaals schreiben sah. 'Zucker' [nach OE 1 64] ; hieraus sp. kat.
Daniel deutete sie auf den Übergang almlbar 'Sirup', almibaral' mit Zucker­

der Herrscbaft an die Perser, der tat­ seim überziehen, süße Worte geben',
sächlich bald eintrat ; von ihm stammt almibarado 'süßtuender Mensch'. -
die Deutung : Gezählt, gewogen, zu
• [Eguilaz 222 hat als Grundwort mlba.]
schwer [nämlich befunden], und die
Perser ! " Man liest sie jetzt : Mene 'eine 1460a bis 1469a folgen nach
Mine' [so hier Nr. 1462 a; aus assyr. 1469/
manü 'Mine' von manü 'zählen' DeI
HWB 4 1 6 und 4 1 7 b], mene telf;el 'eine 1 46 1 . Ar. midakka :
Mine Sekel' [assyr. silj;lu 'Sekel' von 'Instrument zum ' klopfen, Stampfer,
117 [Ar. mi'dan.

8tößel' [Dozy Suppl I, 451 ) ; hieraus siz. 1460 a. Tamil. miliiyu-tannir :


mataccu, mataffu 'großer Holzklotz' mit 'Pfefferwasser' ; hieraus angloind. mulli­
einer Achse als Handgrifl, mit dem gatawny, eng!. ebenso und mullagatawnll
man Steine in den Boden rammt, um 'Art Currysuppe' in Indien. Oie Ab­
zu pflastern. [GrSVociSic 241. kürzung mull ist zum Spottnamen der
1462. Ar. mi'dan : Mitglieder der Regierung von Madras
'Spitzhammer zum Zertrümmern von geworden [übrigl'ns schon zur Zeit Sir
Gestein' ; hieraus mit ar. Art. sp. a1ma­ John MAUNDEVILLES belegt]. [Hobson­
dena, a1madina, a1madana 'großer Jobson 595.
eiserner Steinhammer'. [DE 148. Egui­ 146 1 a. Ar. mimbar:
laz 206/207 (mit anderer Ableitung). Aussprache für ursprüngliches minbar
1463. Ar. migfar: [von ar. nabara 'erheben' ; minbar also
'8tahlhaube, aus Eisenringen verfertigter ursprünglich die Erhebung, auf dIe man
Helm' ; hieraus mit ar. Art. sp. a1mofar, sich setzt oder stellt, Untergestell, S.
a1mofre 'der über den Kopf reichende BECKER in Orient. Studien (Festschrift
Teil des Panzers', pg. a1mafra. [DE 170. für Nöldeke) I, S. 338; letzten Endes
Eguilaz 232. ML 5566. aus dem Äthiop., S. Nöldeke, Neue Bei­
1464. Ar. mihu dda : träge, S. 49) 'Kanzel', und zwar im
Auch mulfadda { von ar. lfadd 'Wange') Gegensatz zur Predigtkanzel kurs'i die­
'Kopfkissen' ; hieraus mit ar. Art. sp. jenige Kanzel in der Moschee, auf der
a1mohada, pg. a1mofada, 01mofa1a [Con­ an jedem Freitag die lJ.utba, d. h. das
stando Di('c 'fJ7 a ; letzte Form nur bei Gebet für den obersten Herrscher der
Eguilaz 233) 'dass.'. - DE 1 72. Gläubigen, gehalten wird. Hieraus jüd.­
1465. Ar. mlhas8a : dtsch. Almemor, die inmitten der Syna­
Vulgo mu�as8a 'Striegel' [vom Vb. bassa goge befindliche, zum Verlesen der
'striegeln'] ; hieraus mit ar. Art sp. a1- Thora bestimmte Erhöhung [die in jüd.
mohaza, pg. a1mofal(a 'dass.'. [DE 1 7 2. Schriften als biima oder mirda1 bezeich­
Eguilaz 234. net wird1, vgl. Z. B. in Heinrich Heines
1466. Ar. mihfllr : • Prinzessin Sabbath· : 'Stolz aufflackern
'Hacke' [vom Vb. J.!afara 'graben'), plr. auch die Kerzen / Auf der Brüstung
ma?läfir ; hieraus mit ar. Art. sp. a1mo­ des Almemors'.
cafre, m'mocafre, a1mocafe 'Jäthacke'. 1 462 a. Ar. minä:
[DE 167. Eguilaz 228. [Aus gr. !lVa 'Mine" lat. mina 'Pfund­
1467. Ar. mihräs: gewicht', letzten Endes aus assyr. manü,
'Mörser' [vom Vb. harasa 'zermalmen, vgl. ZAkkFW 21) Gewicht, das bei den
ganz zerstampfen'), plr. mahäris ; aus spanischen Arabern doppelt so groß wie
dem Sgl. mit lmäla [0 > e) sp. a1mirez, im Altertum war; hieraus mit ar. Art.
pg. a lmires [Constancio Dicc 57 a1, aus sp. almena, frz. a1mene 'Gewicht von
dem Plr. pg. a1mofariz, (all) a1mafariz fast 2 Pfund" etwas weniger als 1 kg.
'Mörser für Drogen und Medikamente', [Devic DEt 26. Eguilaz 220.
- DE 165. 1463 a. Ar. minära :
1468. Jap. mikado : Eigentlich manäl'a 'der Platz, wo Feuer
[Aus mi 'erhaben' und kado 'Tor" also oder Licht, ar. när, ist' ; das minära
'erhabene Pforte', ähnlich 'hohe Pforte' ist der Turm einer Moschee, von dessen
als Bezeichnung der tk. Regierung und Brüstung aus der Gebetrufer mu'a t},t},in
äl!'. pr·ä'a > Pharao 'hohes Haus'] fünfmal täglich die Gläubigen zum Ge­
Titel, unter dem der Kaiser von Japan bete aufruft; pers. und tk. minaret;
im Auslande bekannt ist. In Japan hieraus frz. minaret, rum. minarea,
selbst wird er heute nicht mehl' ver­ minUl·et ; engl. nd!. minaret, dtsch. Mi­
wandt, ausgenommen in der Poesie und narett; sp. a1menar 'Eisenfuß, auf dem
bei bes. feierlichen Anlässen ; in den man die Fackeln stellt', sp. pg. almenara
offiziellen Stücken wird der Herrscher 'dass., Leuchte in den Leuchttürmen'.
Japans als empel'or bezeichnet. [Chamb 1464a. Tk. minder :
AlIJap 366/368. [Kelekian J>:ämlls 1231) 'Sofakissen,
1469. Hebr. llixäel : Strohsack, Matratze" eigentlich im tk.
N. pr. ['wer ist wie Gott?'1, Nrtme eines Hause eine hölzerne, niedrige, an der
Erzengels ; hieraus it. michelaccio ur­ Wand befestigte, also unbewegliche, mit
sprünglich 'Michaelwallfahrer', dann Teppichen belegte Bank, die ringsum
'Landstreicher', frz. mique1et 'Räuher', im Zimmer die Wände entlang läuft.
sp. miquelito, micatele früher eine 'Poli­ In reichen Häusern ist der minder oft
zeitruppe in Katalonien', jetzt 'bewaff­ mit kostbaren Seidenkissen gepolstert;
neter Räuber'. auf ihm wird auch, und zwar ganz
Ar. mingal.] 118

bekleidet, geschlafen. Aus dem tk. tk. my�yr ; hieraus bulg. mesit;iak, serb.
Grundwort wurde bulg. mender, serb. misirka 'Truthahn'. - [Der Truthahn
minder 'Kissen', rum. mindir 'Matratze, scheint überall das Schicksal zu haben,
Strohsack', mindirigiu 'Strohsackfabri­ nach fremden Ländern bezeichnet zu
kant'. [LöbeI EITAP 64. Mikl SIEtWb 197. werden, vgl. hier Nr. 909 und 1031.]
1 465 a. Ar. mingal : 1474. Ar. mitraka :
'Sichel, Fleischermesser' ; hieraus pg. 'Hammer', vulg: �atral;a ; hieraus it.
manchil 'Messer, Fleischermesser'. [DE matraca, kat. sp. pg. matraca 'Klapper,
299. Eguilaz 443. bes. Karfreitagsklapper' , in der Kar­
1466 a. Ar. mlrassa : woche statt der Schelle benutzt. [DE 3 1 0.
'G!asgefaß zum Begießen' [vom Vb. 1"assa Eguilaz 448. ML 5615.
'begießen'] ; hieraus mit ar. Art. sp. al­ 1475. Ar. mitras:
marraja, almarraza, kat. almarraixa, 'Brustwehr', plr. matllris, ebenso tk.
pg. almarracha 'Gießkanne'. OE 158. meteris, jedoch als Sgl. betrachtet; hier­
Eguilaz 21 5. aus hulg. meteris, serb. metet'iz 'Wall,
1467 a. Ar. miriit : Schanze'; rum. meterez 'Festungswall,
'Erbschaft', tk. mi;:as 'daEs.' ; hieraus Schutzwehr'. [Löbel EITAP 63. Mikl
rum. miraz 'Erbteil', mirazenie, serb. SIEtWb 1 94.
miraz 'Erbschaft' [vgl. ngr. /-lOlpdOIOV].
1476. AI', mizrak :
1 468 a. Ar. mirbat : 'Wurfspeer', der bei den heutigen Be­
'Zettel', eigentlich 'Schnur zum Anheften' duinen bis zu 5 m lang wird [vgl. auch
[vom Vb. rabata 'anheften, binden', s. MSüS H, 233/234], ebenso tk. ; hieraus
hier Nr. 1 410J, vulg. marbat ; hieraus bulg. 1IIuzrak, serb. mizdrak 'Lanze' ;
sp. marbete 'Preiszettel'. DE 301. Egui­ lUm. mazdrac 'Lanze, Streitkolben', it.
laz 444. (alt) mugavero, afrz. muzerat, migerat
1 469 a. Pers, DllS :
'Schaf, Widder' [Horn NpEt S. 226, Nr. 'Lanze'.
1008 : mes]. Adj. dazu mtstn, ebenso tk. 1477. Hebr. mö'a :
mesin 'gegerbtes Schafleder' [Kelekian Moderne Aussprache für biblisches mä'ä
�älllfiS 1 1 1 7 a] ; hieraus rum. m,'�ina Jes 48, 19 'Sandkörnchen, Steinehen', in
'hraunes Schafleder, Bauernhose' [Löhel der Misna 'kleine Münze im ungefähren
EITAP 63 und Sain 55]. Betrage eines Pfennigs, plr. mll'o3, mo­
1 470. Ar. miskin : dern ausgesprochen mous, moos; hieraus
{Aus aram. meskinä 'arm', das selbst jÜd.-dtsch. Moos 'Geld' ; . Moos haben"
Entlehnung aus dem ass. muskenu 'arm', wurde scherzhaft erweitert zu Moses•

nämlich zwischen dem freien Volksbür­ und die Propheten huben" unter Anleh­
ger und dem Sklaven in der Mitte stehend, nung an Luk 16, 29. [Ave-L IV, 405.
aus sukenl1u 'niederfallen', npooKuvelv ; Kluge 3 1 4 S. V. Moos 2 .
vgl. ZAkkFW 47] 'arm, elend' ; hieraus 1478. Mahratti modachi :
it. meschino, provo kat. mesqui, sp. mes­ Auch mödsh'i, ebenso' konkani [über
quino, mezquino, pg. lnesquil�ho, mez­ diese Sprache und ihre Literatur vgl.
quinho, rum. meschin, frz. mesquin Baumgartner, Geschichte der Weltlite­
'armselig', afrz. meschin 'Bursche', me- ratur. Bd. l1. 3. 4. Freiburg 1 902. S. 329
8chine 'Mädchen'. [OE 314. Eguilaz bis 335 und Cust, A sketch of the
450/451 . ML 5539. modern languages of the East·Indies.
1 47 1 . Ar. mi smas : Londoll 1878. S. 59/60] 'Cholera' [vom
Gewöhnlich 'Aprikose', doch auch 'Pflau­ Vb. mot/nen 'zusammenbrechen, sinken'] ;
me' [Lammens Farfi� Nr. 1 284J ; hieraus hieraus pg. mordexim, morexim [enn­
mit ar. Art. und folgender Assimilation staneio Dicc 703 c] 'gefährliche Cholera',
pg. ameixa, amexa 'Pflaume', it. am08- woraus die Franzosen mit merkwürdiger
cino, [mit häufigem Wechsel von m und Volksetymologie frz. mort-de-chien marh­
b] abosino 'Pflaumenbaum'. [OE 1 89. ten, unter welchem Namen die Cholera
Eguilaz 258 (jedoch aus lat. myxa, gr. bis zu Ende des XVIII. Jahrhunderts
lluEa abgeleitet !). bekannt war. Angloind. mordisheen,
1472. Ar. mi skaI : mot·dechi. [Hobson-Jobson 586/589.
'jnstrument, z. 'ri. eine Muschel, zum 1479. Hebr. möral :
Glätten von Metallen' [vom Vb. sal;ala Alt märal 'mit der Sichel maggiil
'glätten, polieren'], au�h milfl;ala; eben­ schneiden' ; jüd.-dtsch. mogeln 'betrü­
so tk. vulgo ma!,l;ala ; hieraus rum. gen', ursprünglich durch Beschneiden
mu�r.hia 'GJättholz, Fummelholz'. und Einkneifen der Karten ; das Wort
1473. Ar. misr: kommt seit Ende des XVIII. Jahrhun­
'Ägypten' {vgl. hebr. mi:yrajim 'dass.']. derts auf [Kluge Studentensprache 61].
119 [Jap. mogusa.

1480. Jap. mognsa: 1 485. Ar. mn'addln :


'Eine Pflanze mugwort' [aus moe-kusa 'Gebetsausrufer' , der von der Galerie des
'brennendes Kraut'] ; hieraus eng!. moxa, Minaretts [so hier Nr. 1463 aJ aus den Ge­
ein Univer ..lalheilmittel im Osten Asiens : betsruf alliin hören läßt, tk. muezzin ;
man dreht aus Teilen der Pflanze einen hieraus rum. muezin, frz. muezzin, sp.
kleinen Kegel, setzt ihn auf den Körper almuecin, almuedano ; eng!. mueddin,
und zündet ihn auf der Haut an ; moxi­ muezzin, dtsch. Muezzin. [DE 150.
bllstion ist die Kauterisation mitte1st Eguilaz 240/241. MWiD 62.
einer moxa. [Chamb A llJap 389/390. 1486. Ar. mu'ajjan :
148 1 . Tk. moloz : 'Rhombus', d. h. gleichseitiges Parallelo­
'Kleine Steine, die zum Bauen benutzt gramm ; hieraus dtsch. Elmuahin in den
werden' [Kelekian J>:ämtl� 1 249 a] ; hier­ Schriften des XV. Jhdts. infolge der Über­
aus rum. moloz 'Abraum, Schutt ; Kies'. setzung der Euklidischen Elemente durch
[Sain 55. Löbel ElTAP 64. Campanus im XIII. Jhdt. aus dem Ar.
1482. Tk. mor : durch das Lat. eingeführt_ [Schirmer
'Violett' ; hieraus hulg. serh. mor 'dun· WortschdM 63.
kelblau', wohl auch rum. mormavfU 1487. Ar. mn'ämila :
'blaßrot, hellrot'. - [H. moro < lat. 'Hande!', ebenso tk. muamele 'dass.',
morus, maurus klingt wohl nur zufällig
mit Suffix -gi des Berufes muamelegi
an tk. mor an, doch will Aug. v. Ed­ 'Händler' ; hieraus rum. mamelegiu
linger, Alte Beziehungen der tk. Spra­ 'Hausierer, Häl1dler'.
chen zu den indogermanischen. I. Bam­ 1488. Al'. mn'arrlf:
berg. s. a. (1922). S. 1 7, Urverwandtschaft 'Trapez', d. h. Viereck mit zwei paral­
zwischen jenen Wörtern annehmen ; lelen Seiten ; hieraus dtsch. Elmuharifa,
dann würde hierhin noch russ. moroska i n den Übersetzungen des XV. Jhdts.
'Brombeere' gehören.] - Das von Mikl gebräuchlich. [Schirmer WortschdM
SIEtWb 202 angegebene mormenevis ist 72/73.
ist nicht Grundwort, sondern selbst Zu· 1489. Ar. mndaggill :
sammensetzung aus mor und menevis [Part. praes. acl. des Vbs. dagana 'woh­
'Reflex eines moirierten Stoffes', wenn nen, bleiben', II. 'wohnen lassen', also
nicht, was m. E. wahrscheinlicher ist 'einer, der wohnen bleibt od. eigentlich
Verwechselung mit menekse, benefse < wohnen läßt', auch wenn das Land in
pers. bänäfsä 'Veilchen' [Horn NpEt S. die Hände der Feinde fällt]. So, i m Plr.
53, Nr. 231] vorliegt. mudagginin, wurden die Araber genannt,
die nach der sog_ ReconqUIsta der
1483. Hebr. MÖSf ! Iberischen Halbinsel durch die Spanier
"Moses' [ < äg. ms(w) 'Kind', sicherlich unter den Christen wohnen blieben ; aus
als Kurzform eines zusammengesetzten dem aI'. Gdwt. wurde sp. mudejar. [DE
Vollnamens; früher erklärte man das äg. 321 /322. Eguilaz 460 (wo mudaggin
Wort. als .aus dem Wasser gezogen"], sehr frei als 'tributarius' erklärt wird).
moderne Aussprache : Mause: hieraus 1490_ Ar. mudd :
jüd dlsch. mauscheln 'wie ein Jude
. •
'Getreidemaß' [Lammens Fartl� Nr. 1242 ;
reden oder handeln'. - Kluge 303. i m 'Irä� 2 1, im �IigäZ 1 1/a 1, sonst 1,76 I
1484. Ar. Mösnl : fassend ; aus lat. modium, gr. 1..lObI6�,
Klassische Form : Mau�il [Suffix ma-des die beide semitischen Ursprungs sind,
Ortes und Vb. wa�ala 'vereinigen', also vg!. hebr. mad 'Maß'] ; hieraus mit ar.
eigentlich: 'Ort, wo etwas vereinigt wird', Art. sp. almud, kat. almut, pg. almude,
nämlich Vereinigungsstelle der Wege aus frz. almoude, almude 'dass.'. [DE 180.
dem oberen Mesopotamien und dem F.guilaz 239. Devic DEt 26. ML 5625.
'Irä�l, früher Fabrikort eines feinen, Lammens Rem. 18.
weißen baumwollenen Gewebes [den die 1491. Ar. muftis :
Araber heute slls nf'nnen, s. WETZ­ 'Bankrottierer' [part. praes. act. vom
STEIN in ZOMG XXH, 161]. Hieraus Vb. falasa IV 'bankrott machen', dies
it mussolo, mt,ssolina 'Nesseltuch', frz. von ar. fals, plr. fulü8 'Geldstück' <
mousseline, sp. muselina, pg. musselina, gr. q>6).).1� ZDMG LI, 300J ; hieraus rum.
murselina, rum. muselina ; dtsch. Mus­ moftuz 'dass.', moftuzi 'bankrott machen',
seline, nd!. mousselien, eng!. muslin ; moftuzUc 'Bankrott', vielleicht auch bulg.
bulg. muselina, serb. muselin, <lech. mil!Uuzni 'Bankrott'.
muselin, poln. mt/stino Heutzutage gibt 1 492. Pers. murt :
es sowohl W o l l - wie B a u m w 0 1 1 - 'Unbedeutend, umsonst erhältlich' [Horn
musseline. [DE 325. Eguilaz 491. ML NpEtWb S. 22 t , Nr. 987] U. pers. fJ4r,
5700. Hobson-Jobson 600/601. Präsensstamm zu l!urdän 'essen, trinken'
Ar. mufti.] 120

[ebenda S. 1 12, Nr. 507] ergeben pers. rum. mehenghru 'Probierstein ; durch­
muttlJär, tk. müfthär 'Schmarotzer' triebpn, schlau'.
[wörtlich 'einer, der umsonst ißt und 1499. Ar. muhal'rama :
trinkt'J; hieraus serb. mufte, muhte 'um­ 'Verbotenes' [part. pHSS.1I fern. des Vbs.
sonst', Vb. muktariti 'schmarotzen', Qarama, S. hier Nr. 8 1 9) ; hieraus sp.
klruss. muhte 'gratis'; rum. moft 'Flau­ (dia!. Andalusien) maharrana 'frische
sen', moftangiu 'Zieraffe', moftangioarca Speckseite'. sp. marro.no 'Schweine­
'Zierpuppe'. [Mikl SIEtWb 204. Löbel fleisch', marrana 'frisches Schweine­
EITAP 20'. fleisch', pg. marriio 'ganz kleines
1493. Ar. mufti: Schwein', marrii 'frisches Fleisch davon'.
'Erklärer des mohammedanischen Rech­ - [Dagegen mUß marrano'übergetretener
tes', so genannt, weil er das fatwa, Jude' anderen Ursprungs �ein, s. hier
d. h. rechtliche Gutachten [so hier 602), Nr. 1412.] [Eguilaz 446. ML 5636.
verfaßt; hieraus sp. pg. mofti, mufti, 1 500. Ar. muharrig:
k at. musti, frz. mufti, rum. muftiu; eng!. 'Spaßmacher' [von haraga 'sprechen,
mufti, mufty, dtsch. Mufti 'muslimischer plaudern', harräg 'Spafl', vgI. darüber
Richter'. [DE 315. Eguilaz 455/456. Carlo Graf V. Landsberg, Jeder tut, was
Hobson-Jobson 5931594. ihm paflt. denn reden werden die Leute
14 94. Pers. Mugäl : immer. Festgabe zu seinem 40jährigen
Name der Angehörigen der großen Jubiläum als Orientalist. Leiden 1909.
Nomadenrasse der Mongolen [also ur­ S. 27/29J; hiE'raus sp. moharraehe 'dass.';
sprünglich Gattungsname .Mongole"]. Begriff U. Wt. ist jedenfalls von den
In Indien wurde der Ausdruck Bezeich­ Damaszener Umajjadell nach Spanien
nung aller fremden Mohammedaner, mitgebracht worden . - .In Damask ist
insbesondere ist eng!. Grea t Mogul, frz. harg der Spafl, und tann at tahrig ist
-

grand mogol, dtsch. GrOßmogul, engl. die Kunst, eine drastische ErZählung so
auch oft nur the Mogul genannt, der vorzutragen, daß die Zuhörer belustigt
Titel, mit dem die Könige von Delhi werden. Dies geschieht durch eine mafl­
aus dem Hause Timur bezeichnet lose übertreibung bei Darstellung der
wurden: zuerst pg. 0 grao Mogor, dann Gefühle, verbunden mit einer karikatur­
in alle europäischen Sprachen über­ artigen Mimik und Gestikulation. Das
gegangen. Im Frz. auch als Länder­ Tahrig gehört neben Musik, Tanz,
namen : le Mogol bei Lafontaine, Fables Taschen- und Schattenspiel zu den Be·
VII, 1 2, vers 63. [Hobson-Jobson570/'572. lustigungen einer gröfleren Damaszener
1495. Ar. mngatta : Abendgesellschaft. - Der Meister Mo­
Part. pass. II des Vbs. gatä 'bedecken'; harrig, oft ein ganz vortrefflicher Ko­
hieraus sp. mogate 'Glasur'. [DE 3 1 5. miker, ist jedenfalls eine weit erquick­
Eguilaz 456. lichereErscheinung als unser langweiliger
1496. Ar. mugiwir : Deklamator im schwarzen Frack und
Part. praes. III des Vbs. g{J,ra [so hier weißen Handschuhen. Bei öffentlichen
669] 'einen kriegerischen Zug machen, Aufzügen ist er der Harlekin, phan­
eine gara veranstalten', also 'Krieger'; tastisch gekleidet, mit geschwärztem Ge­
hieraus mit ar. Art. sp. pg. almogdvar sicht und den Fuchsschwänzen auf dem
'leicht bewaffneter Krieger, leichte Rei­ spitzen Filzhut.· WETZSTEIN in ZDMG
terei', kat. almogaver. Dazu ar. muga­ XXII. 132. - [DE 307/J08.
wara 'Kriegszug' ; hieraus asp. almogava 150 1 . Ar. mnhätara :
'kriegerischer Zug'. [DE 1 72. Eguilaz 233. 'Gefahr, Risiko' "[vom Vb. lJ,atara Ul
1497. Ar. m ulJajjar : 'wagen, riskieren'J, eigentlich bai mu­