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Beschreibung gemäss Eulenskript:

Im Management Summary werden auf höchstens drei Seiten die Problemstellung, die
wesentlichen methodischen Schritte, Ergebnisse und Ableitungen der Arbeit übersichtlich
zusammengefasst. Anhaltspunkte für das Management Summary liefern z. B. folgende
Fragewörter: Was? Wie? Warum? Wozu? Die Handlungsorientierung (was ist zu tun, zu
managen) soll den Schwerpunkt bilden. Obwohl sich das Management Summary am Aufbau
der Arbeit orientieren kann, handelt es sich nicht nur um ein kommentiertes
Inhaltsverzeichnis. Im Management Summary wird die zentrale Fragestellung der Arbeit
vorgestellt. Es soll Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

Management Summary

Die vorliegende Projektarbeit befasst sich mit der Problemstellung der unterschiedlichen
Präferenzen von Frauen und Männern bei der Studienwahl. Es ist allgemein bekannt, dass
technische Studiengänge eher von Männern, soziale Studiengänge hingegen eher von
Frauen gewählt werden. Auch an der Hochschule Luzern – Wirtschaft zeigt eine Statistik
über die Verteilung der Geschlechter bei der Vertiefungswahl, dass sich die weiblichen von
den männlichen Interessen bei der Wahl der Vertiefungsrichtung unterscheiden. Vor allem
die Studiengänge Finance & Banking, Controlling & Accounting und Tourismus & Mobilität
sind von dieser horizontalen Segregation betroffen. Die ersten beiden genannten
Studienrichtungen sind männerlastig, letztere eher frauenlastig.

Um dieser Gegebenheit auf den Grund zu gehen, wurde zuerst mithilfe theoretischer
Hintergründe ein Fachwissen generiert. Dieses sollte einerseits die Unterschiede der
Geschlechter und damit andererseits auch die unterschiedliche Studienwahl erklären.
Die Aspekte der Genetik, der Sozialisation und der Gesellschaft wurden dabei als besonders
sinnvoll erachtet und folglich als die drei treibenden Faktoren der Verschiedenheit der
Geschlechter angesehen. Weiter flossen die bestimmenden Faktoren des
Studienwahlprozess in die Theorie mit ein. Es kam zum Vorschein, dass vor allem die Motive
der Studienwahl und der Zeitpunkt der Entscheidung von grosser Bedeutung für die Wahl
sind. Ein wichtiges Ziel dieser Arbeit lautet, Massnahmen zur Abschwächung der
horizontalen Segregation in den Studienrichtungen der Hochschule Luzern – Wirtschaft zu
formulieren.

Im Weiteren befasste man sich mit den verschiedenen Ausschreibungen dieser


Studienrichtungen der HSLU-W in Bezug auf das generische Maskulinum. Schliesslich
wurden im Grundlagenteil die Konsequenzen in der Berufswelt durch die ungleichmässige
Verteilung analysiert.

Mithilfe von qualitativen Experteninterviews, welche anhand eines Leitfadens durchgeführt


und anschliessend in Themenblöcke aufgeteilt und analysiert wurden, ist das Wissen aus
den Grundlagen erweitert und vertieft worden. Zudem konnten aus den Interviews Beispiele
für Massnahmen zur Abschwächung der horizontalen Segregation gefunden werden. Vor
allem in Bezug auf den Entscheidungsprozess.

Die Auswertung der Interviewten hat gezeigt, dass besonders die Sozialisation einen
grossen Einfluss auf die Entwicklung und die Interessen der Menschen hat. Der Aspekt der
Genetik wurde dabei nur selten angesprochen. Als ein weiterer wichtiger Grund für die
Entscheidung der Studienwahl stellten sich die Vorbilder heraus. Vor allem die Lehrpersonen
während der Adoleszenz seien von grosser Bedeutung. Nach Meinung der Expertinnen und
Experten legen die Jugendlichen in der Oberstufe eine gewisse Richtung fest, welche mit
grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird.

Eine weitere wichtige Erkenntnis liegt darin, dass das Problem der gläsernen Decke nach
Meinung der Interviewten vor allem an den Frauen selbst liegt. Die Werte und Einstellung zur
Arbeit differenziert sich dabei zum anderen Geschlecht. Für Frauen sind extrinsische Motive
wie Lohn und Prestige nur sekundär, was bei Männern nicht immer der Fall ist. Auch der
Aspekt der Familie ist ein nicht unbedeutender Einflussfaktor.

Wertvolle Tipps brachten auch die Massnahmen an anderen Hochschulen und Universitäten
ein. Um optimale Massnahmen für die HSLU-W zu entwickeln, wurde zuerst die
Ausgangsituation untersucht. Mit den Projekten Womensfinance, Gender- und Diversity-
Preis, Kita Campus etc. verfügt die Hochschule Luzern bereits über gewisse Massnahmen
zur Chancengleichheit und Gleichverteilung. Das grösste Handlungspotenzial in diesen
Bereichen liegt in der Publikation dieser Projekte und Massnahmen. Die Konzepte sind meist
sehr durchdacht, werden aber von Studierenden oft gar nicht entdeckt oder nicht genügend
wahrgenommen. Ein Hauptgewicht sollte daher auf die Publikation und die Werbung gelegt
werden. Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit bietet die Ausschreibung der Studiengänge.
Obwohl nicht explizit auf Männer oder Frauen eingegangen wird, sind die Ausschreibungen
vor allem bei Finance & Banking sowie Controlling & Accounting im Sinne der klassischen
Rollenverteilung eher an Männer gerichtet. Weiter könnte die HSLU-W Schnuppertage,
Networking-Anlässe und Praxisvorträge anbieten, bei welchen vor allem die Lust der Frauen
an männertypischen Studienrichtungen geweckt werden soll. Die Ergebnisse haben gezeigt,
dass der Entscheid für eine gewisse Richtung bereits vor dem Studium gefällt wird, daher
wird es als sinnvoll betrachtet, mit anderen Schulen und Organisationen
zusammenzuarbeiten. Schliesslich sollen auch die Dozierenden über diese Gender-
Problematik sensibilisiert und weitergebildet werden.