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„Einige Gedanken Zur Angebotsorientierten Wirtschaft“ Von Richard M.

Ebeling
Übersetzt Und Frei Wiedergegeben V. Dr. Werner L. Ende

„Einige Gedanken zur Angebotsorientierten Wirtschaft“ von Richard M. Ebeling


übersetzt und frei wiedergegeben v. Dr. Werner L. Ende

Keynes General Theory of Employment, Interest and Money (deutscher Titel:


„Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“) erschien 1936.

Alle bedeutenden Ökonomen jener Zeit verurteilten das Buch und seine Aussagen
als inkonsistent und gefährlich.
Joseph Schumpeter verglich Keynes's Vorschläge (zur Ökonomie) mit der
Wirtschaftspolitik Frankreichs unter Louis XV., die zum Blutbad der Französischen
Revolution führten [1]. Friedrich August von Hayek notierte dass Keynes die
Aufgabe von 200 Jahren Ökonomischer Theorie forderte und zu einer nicht
durchdachten und naiven Theorie zurückkehren wollte, die besagte, dass eine
Vermehrung des Geldes zu mehr Reichtum führen würde [2].

Kenneth Boulding bewunderte Keynes' Ökonomie der Überraschungen. Sie


imponierte wie Hitlers Wirtschaftspolitik, durch den unmittelbar herbeigeführten
Erfolg. Es blieb allerdings dem Vertreter einer unverfälschten Lehre wie Prof.
Hayek überlassen, die künftigen Strafen für die Freuden einer
Verschwendungspolitik aufzuzeigen die langfristig die Hölle auf Erden bringen
würde.[3]

Bereits im Jahre 1946 hatte sich alles verändert: Die Anhänger Keynes‘ waren in der
weiten Mehrheit. Die Thesen ihrer Gegner wurden als antiquiert bezeichnet.

Paul Samuelson pries das Keynesianische Sytem als, „Gospel, Heilige Schrift und
Prophezeiung“. [4] Der ehemalige Mises-Schüler Gottfried Haberler bestand
darauf, „Dass nur ein beschränkter und engstirniger Fanatiker vom Genius Keynes‘
nicht berührt wurde.“[5]

Die Keynesianische Geldpolitik versprach Preisstabilität und produzierte über 30


Jahre lang eine immer schlimmer werdende Inflation. Statt der prognostizierten
Vollbeschäftigung verursachte die Antizyklische Wirtschaftspolitik Keynes‘
schwere Verwerfungen am Arbeitsmarkt und in der Produktion. Die angeblich
stimulierende Fiskalpolitik des Staates zur Steigerung der Nachfrage führte
während der letzten 20 Jahre zu einer rasant sinkenden Produktivität und
zunehmenden Fehlinvestitionen.

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Der Nobelpreisträger und Keynesianer James Meade bemerkte 2009: dass „ein
unkontrolliertes Gewerkschaftsmonopol“ kombiniert mit „einem Keyesianischen
Staatsinterventionimus zur Vermeidung von Unterbeschäftigung zu einen Prozess
der explosiven Inflation führte.“ [6] (Zitat verkürzt, sinngemäss wiedergegeben, W.Ende)

„Angebotsorientierte“ Ökonomen versetzen dem Keyesianischen Wirtschaftmodell


nun einen weiteren Schlag.

Angesichs der niedrigen Sparrate in den USA (von Ca. 3 %) brachten sie das
„Gesetz von Say“ wieder in Erinnerung, das besagt, dass nur das verbraucht
werden kann, was produziert wurde und dass nur das Ersparte wieder investiert
werden kann.

Jeder Warenaustausch dient dazu menschliche Wünsche und Bedürfnisse zu


erfüllen. Getauscht wird nur, wenn den Teilnehmern am Tausch das Gut des
anderen mehr wert ist als das eigene. Dagegen können wir die „Wohltaten
grosszügiger Spender“ sehen, die uns zeigen, dass all das, was andere Individuen
sich vielleicht wünschten erst produziert werden muss. („“ von Dr. Werner L. Ende)

In einer Welt der Ungewissheiten ist es beinahe unvermeidbar, das von dem einen
zuviel, von dem anderen zu wenig produziert wird, da die Planungen auf
vorweggenommen künftigen Wünschen beruhen. Gewinne und Verluste leiten den
Produzenten jedoch von Gefragtem mehr und von nicht Gefragtem weniger zu
produzieren. Obwohl zu keinem Zeitpunkt eine vollständige Balance zwischen
Angebot und Nachfrage besteht, ist im System eine ständige Tendenz zum
Ausgleich vorhanden.

Die „Angebotsorientierten“ Ökonomen haben diese Argumente nicht nur


wiederholt, sondern haben auch analysiert warum es sich lohnt zu handeln, zu
arbeiten und zu sparen. Sie heben hervor, das Individuen unter den Alternativen
diejenigen wählen, von denen sie sich künftig den grössten Gewinn versprechen.

Am Markt drücken sich relative Vorzüge in Preisen aus. Betreten wir einen
Supermarkt verwenden wir das uns zur Verfügung stehende Einkommen so, dass
wir (mit dem ausgegebenen Geld1) die höchste Befriedigung erlangen.

1 ( ) ergänzt v. Dr. Werner L. Ende

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Ändern sich die Preise einiger Güter überdenken wir unsere Einschätzungen. Die
meisten neigen dazu, weniger von den teurer und mehr von den billiger
gewordenen Gütern zu kaufen. Relative Preise und deren Veränderung
beeinflussen daher die Verteilung der Einkommen auf Konsumentenseite und die
Ausrichtung der Produktion ( auf bestimmte Güter) auf Seiten der Hersteller.

Nach Ansicht der „Angebotsorientierten“ Ökonomen gilt dies auch für die
Steuerpolitik. Wenn sich ein Individuum entscheidet spielt die Höhe der Steuer
eine Rolle; diese gehört zu den relativen Preisen.

Bedenkt jemand mehr zu arbeiten, neu zu investieren oder ein neues Gerät zu
kaufen, muss er das zusätzliche Einkommen oder den Gewinn mit dem
Kostenaufwand vergleichen, den sein Plan erfordert; dabei muss er die Steuern
berücksichtigen.

Die „Angebotsorientierten“ Ökonomen schliessen daraus, dass progressiv


steigendende (marginale???) Steuersätze, die einen immer größeren Anteil des
Einkommens verzehren, von der Arbeit abhalten und dazu anregen zum
Warenaustausch oder zur Barzahlung überzugehen, um dem neugierigen Auge des
Steuereintreibers zu entgehen und die Neigung zum Sparen und Investieren zu
verringern.

Wie kann Arbeit, Produktivität, Sparen, Investieren und eine grössere


Arbeitsteilung stimuliert werden? Durch senken der Grenzsteuersätze, so dass auf
jeder Einkommensebene der Anteil grösser wird, der in den Händen der Arbeiter
und Produzenten bleibt. Dann würden die relativen Arbeitskosten sinken, die
Bereitschaft zum Sparen und Investieren würde steigen und diese Aktivitäten
würden im Laufe der Zeit zunehmen.[7]

Die „Laffer Kurve“, nach dem amerikanischen Ökonom Arthur Laffer benannt,
dient einigen „Angebotsorientierten“ Theoretikern als zusätzliches Werkzeug.

Laffer argumentiert folgendermassen: Es gibt zwei Steuersätze, die gleich viel


Steuereinnahmen produzieren: Bei einem Steuersatz von Null sind die Einnahmen

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des Staates Null und behält man 100 % seines Einkommens. Betrüge der Steuersatz
100 % gewänne der Staat ebenfalls Null, da wie Laffer sagt, niemand arbeitete,
wenn er nichts von dem behalten dürfte, was er verdient und produziert hat.

Würde der Steuersatz unter 100 % gesenkt, würden die Leute motiviert zu arbeiten,
da sie nun einiges von dem behalten könnten, was sie produziert haben und die
Staatseinkünfte würde von Null auf einen positiven Betrag steigen. Jede Senkung
der Besteuerung würde zur weiteren Steigerung der Produktivität und daneben zu
erhöhten Staatseinnahmen führen.

Dies gälte bis zu einem gewissen Punkt, an dem eine weiter Absenkung der
Steuerraten zu verringerten Einnahmen des Staates führen würde. Soweit die
Laffer-Kurve.

Worauf sollten also Ökonomen und Politiker zielen. Sie sollten sich der realen Welt
bewegen und den aktuellen Verlauf der Laffer-Kurve für sich entdecken.

Der Punkt auf der Laffer-Kurve, der die höchsten Staatseinkünfte kennzeichnet,
sollte festgehalten werden und die Steuerpolitik umgehend darauf festgelegt
werden.

Die offensichtliche Frage lautet: Wie können wir jemals den aktuellen Verlauf „Der
Kurve“ erkennen und auf welchem Abschnitt der Kurve befinden wir uns gerade?

Nimmt man zugunsten des Arguments an, dass irgendwo da draussen eine solche
„Kurve“ existiert, ist es wichtig, dass diese nicht anderers darstellt als die
kumulierte subjektive Meinung zahlreicher Individuen, die aus der Abwägung von
Arbeit gegen Vergnügen, Verbrauch gegen Sparen usw. ensteht.

„Die Kurve“ könnte genauso wenig fixiert werden, wie die Erwartungen und
Präferenzen von Individuen in einer bestimmten Gemeinschaft. Änderungen der
Wertschätzung, geänderte Erwartungen bezüglich des politischen, sozialen und
ökonomischen Klimas und neue Erfindungen von Kosten senkenden
Produktionsverfahren würde allesamt bewirken, dass eine hypothetische Laffer-
Kurve zu einem verschwommenen Gebilde würde und ihre Form so fliessend und
fehldeutig wie die Vorstellungskraft von Individuen, die die in der „Der Kurve“
lebenden Elemente einbeziehen.

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Wichtiger als die theoretische Schwierigkeit Position und Form der „Der Kurve“ zu
bestimmen ist jedoch die Vorstellung, dass es das Ziel der Steuerpolitik sein sollte,
die Staatseinkünfte zu maximieren.

Man betrachtet den primären Umtausch nicht als den zwischen behaltenem
Einkommen und dem was einem durch die Steuer wegegenommen wird. Diese
Analyse will nichts anderes als den Steuersatz festzustellen, der dem Staat die
höchsten Einnahmen beschert, d.h. die Steuersklaven dazu zu bringen Ihren
Sklavenhaltern und deren Lakaien den maximalen Profit zu bringen.

Die Grabenkämpfe und die Hysterie anlässlich der Congress-Debatte der Politiker
und Interessengruppen um die Kemp-Roth Bill drehte sich um nicht anderes als
darum, ob die Regierung mehr milde Gaben an Freunde und Favoriten verteilen
kann. [10]

Die „Angebotsorientierte“ Ökonomie hat sich während der letzten Jahre entwickelt.
Sie macht von sich hören, wenn die Dinge „gelaufen“ sind. Sie dient keineswegs
dazu, den Staatsapparat zu verkleinern der die ökonomischen Freiheiten zu
stärken.

Nachdem die Politik der „Ankurbelung der Wirtschaftlichen Gesamtnachfrage“ an


einen toten Punkt gekommen ist, haben die Manipulatoren der Makroökonomie
entdeckt, dass es neue ökonomische Gleichungen gibt, die auf die
„Angebotsorientierte“ Ökonomie übertragen werden können.

Schon sind die „Baumeister“ der Wirtschaft eifrig dabei, ihre Modelle umzubauen
und mehr Variable hinzuzufügen. Michael Evans, der Entwickler von zweien der
führenden Keynesianischen Ökonometrischen Modelle, hat sich auf die Seite der
„Angebotsorientierte“ Ökonomen geschlagen. Er hat ein neue Methode zur
Prognose von wirtschaftlichen Entwicklungen publiziert und entwickelt ein neues
„Angebotsorientiertes“ Modell mit dem man berechnen kann, mit welchen
Steuersätzen man das Sparen anregen und den Arbeitseinsatz steigern kann. [11]

Und nachdem sie vorsichtig die Decke gelüftet haben, lecken sich die für den
Congress 2 arbeitenden Prognostiker die Lefzen, wenn sie berechnen wie stark und
an welchen „Steuerstrippen“ gezogen werden soll damit Einkommen und
Einkünfte dort produziert wird, wo es die Regierung für sinnvoll hält.

2 US-Kongress (Parlament)

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Die „Angebotsorientierte“ Ökonomie dient eher als Vehikel zur Zentralen


Wirtschaftsplanung, wie man in Frankreich lange zu sagen pflegte, als ein Mittel
die Wirtschaft von den Lasten der staatlichen Fiskalpolitik zu befreien. [12]

Die „Angebotsorientierte“ Ökonomie könnte dazu dienen, einer systematischen


Manipulation der Regierung Tor und Tür zu öffnen, mit dem Ziel den „Sozial
Wünschenswerten“ Grad von Sparen und Investieren zu gewährleisten und den
„Sozial Wünschenswerten“ Ausgleich von Arbeit und Freizeit zu erreichen.

Genau wie die alte Schule der Keynesianischen Makroökonomie, die die Wirtschaft
durch eine „Aggregat-Nachfrage“ deformierte, wird auch die neue
„Angebotsorientierte“ Ökonomie mit ihren „Angebotsorientierten Modellen“
sicher zu ökonomischen Verwerfungen beitragen.

Steuersenkungen sind wünschenswert. Sie sind dies jedoch nur, wenn sie
diejenigen, die arbeiten, erlauben ihr Einkommen zu behalten und nach ihren
Wünschen auszugeben. Würden sich die Spareinlagen vermehren und die
Investitionen zunehmen, wenn die Einkommenssteuer und die
Körperschaftssteuern gesenkt würden? Wahrscheinlich würden sie dies, da die
bisherigen Fiskalmassnahmen beide behinderten.

Die Bürger selbst sollten jedoch darüber entscheiden wie viel sie konsumieren und
wie viel sie sparen. Dass unternehmerisches Handeln von Regulierungen und
fiskalischen Mätzchen unbeeinträchtigt bleibt ist genauso wichtig, damit die
Resourcen so verteilt werden, dass die Präferenzen und Wünsche der Verdienenden
so widerspiegeln, wie sie es als Konsumenten wollen.

Es gibt keinen „Sozial Gewünschten“ Grad an Arbeit, Sparen und Investititionen


als denjenigen, den Individuen für wünschenswert halten. Solange sich die
„Angebotsorientierte“ Ökonomie nicht dahin gehend ändert, dass sie der
individuellen Freiheit dient, könnte sie sehr gut dazu dienen, mehr statt weniger
staatliche Kontrolle herbeizuführen.

Richard Ebeling lehrt Ökonomie an der Northwood University (USA). Er ist Assistenz-
Professor am Mises Institute (Alabama, USA). Weitere Arbeiten von Ebeling finden sich in
seinem Archiv.

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Notes/Literatur-Quellen

[1] Joseph A. Schumpeter, "Review of The General Theory of Employment, Interest and Money by John Maynard
Keynes," Journal of the American Statistical Association (Dec., 1936), p. 794.
[2] Friedrich A. Hayek, The Pure Theory of Capital (London: MacMillan & CO., Ltd., 1941), pp. 409-410.
[3] Kenneth E. Boulding, "Review of The Pure Theory of Capital by Friedrich A. Hayek," Journal of Politcal Economy
(Feb., 1942), p. 131.
[4] Paul Samuelson, "The General Theory", in The New Economics, ed. by Seymour E. Harris (New York: Alfred A.
Knopf, 1946), p. 147.
[5] Gottfried Haberler, "The General Theory," in The New Economics, ibid., p. 161.
[6] James E. Meade, "Stagflation in The United Kingdom," Atlantic Economic Journal (Dec., 1979). p. 6
[7] Jack Kemp, An American Renaissance: A Strategy for the 1980's (New York: Harper & Row, 1979), pp.32-76.
[8] See Murray N. Rothbard, Power and Market: Government and the Economy (Menlo Park: Institute for Humane
Studies, 1970) pp. 63-123, who draws similar conclusions, though with important qualifications.
[9] Jude Wanniski, The Way the World Works (New York: Simon and Schuster, 1978), pp. 97-1 15.
[10] Arthur B. Laffer & Jan P. Seymour, eds., The Economics of the Tax Revolt (New York: Harcourt Brace Jovanovich:
1979), pp. 45-68.
[11] Michael E. Evans, "The Bankruptcy of Keynesian Econometric Models," Challenge Magazine (Jan.-Fep.., 1980) pp.
13-19.
[12] Vera Lutz, Central Planning for the Market Economy, An Analysis of the French Theory and Experience (London:
Longmans, Green and Co. Ltd., 1969).

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