Sie sind auf Seite 1von 18

…Bilanz……………………….

Ein Theaterstück

nach Jedermann von Hugo von Hofmannsthal


adaptiert von mambaker
( Im Hintergrund eine reich gedeckte Tafel und die Fassade eines reichen Hauses )
( Während eines musikalischen Vorspiels rennt er aufgeregt auf und ab trinkt aus großen Krügen,
wirft Dinge, die ihm nicht gefallen vom Tisch etc.,)
( Auf einer Anhöhe erscheint ein Sprecher , Kommentator von außen ,evtl. Gerüst vorne rechts)
Sprecher: Er lebt nach eigenen Gesetzen die im Überfluss entstanden, die nie den Alltag der Armut
und der Verzweiflung kannten. Seine Gesetze machen blind für Menschen die nach
Hilfe fragen, für Menschen, die nicht wagen leis zu klagen. Ich frag mich wie sie ihn ertragen-------
doch keiner wagt es ihm zu sagen, denn er ist Herr und sie sind Knecht. Wie es auch ist, er ist im
Recht

Der Chor kommt von hinten , geht durch den Saal und spricht:
Er ist nicht länger zu ertragen, doch keiner wagt es ihm zu sagen
( Wiederholen bis sie vorne links stehen )

-----1. Lied : -------( gesungen vom Chor )

Er ist nicht länger zu ertragen


Doch keiner wagt es ihm zu sagen
Denn er ist Herr und wir sind Knecht
Er ist nicht länger zu ertragen
Doch keiner wagt es ihm zu sagen
Wie es auch ist, er ist im Recht

Er lebt nach eigenen Gesetzen, die im Überfluss entstanden


Die nie den Alltag der Verzweiflung und der Armut kannten
Sie machen blind für Menschen die hilflos vor dir stehen
Die bitten und dann mit leeren Händen wieder gehen

Die voller Habgier, Willkür und Verschwendung sind


Sie wirken stark und unumstößlich
Doch sie machen blind.
Blind für den Anderen der hilflos vor dir steht und du nicht merkst, wenn er mit leeren Händen
wieder geht
Sie machen taub für Worte die nach Hilfe fragen
Für Stimmen, die in größter Not nicht wagen leis zu klagen.
Er lebt nach eigenen Gesetzen , die im Überfluss entstanden
Und die bis jetzt noch nie Gesetze kannten, die über ihnen standen.

Er ist nicht länger zu ertragen,


doch keiner wagt es ihm zu sagen
denn er ist Herr und wir sind Knecht.
Er ist nicht länger zu ertragen
Doch keiner wagt es ihm zu sagen,
wie es auch ist, er ist im Recht.

1
Jedermann : Knecht, Knecht …Spring du um meinen Hausvogt schnell ,
will ihm aufgeben ein Befehl
( Der Knecht geht hinein )
Mein Haus hat ein gut Ansehn, das ist wahr,
Steht stattlich da,
vornehm und reich,
kommt in der Stadt kein anderes gleich.
Hab drin köstlichen Hausrat die Meng, viel Truhen, viele Spind,
Dazu ein großes Hausgesind.
Einen schönen Schatz von gutem Geld
Und vor den Toren manch Stück Feld.
Auch Landsitz, Meierhöf voll Vieh
Von denen ich Zins und Renten zieh.
Dass ich fürwahr mir machen mag
So heut wie morgen manch fröhlich Tag.
( Hausvogt erscheint )
Für morgen wird ein Frühmal gericht
Das muss bereit sein aufs allerbest,
kommen Verwandte und fremde Gäst.
Der Tisch muss prächtig sein bestellt,
Schick her den Koch, geh du ums Geld.
(Koch kommt )
( Der Koch erscheint schnell, sehr unterwürfig)
Jedermann: Ein köstlich Frühmahl befehl ich an für morgen.

Koch : Ja soll ich dann einen jeden Gang bereiten frisch?


Jedermann : Kein Überbleibsel auf mein Tisch

Koch : Es ist von gestern geblieben die Meng, zumindest für zwei kalte Gäng.
Jedermann : Du Esels Koch bist so vermessen,
soll ich eine Bettlersmahlzeit essen?
Gesell, Gesell …. ( Gesell kommt ) Ich brauch dich jetzt an meiner Seit , ein
Festmahl vorbereiten macht viel mehr Freud zu zweit
( Von der Seite kommt der arme Nachbar )
Sprecher: Seht ihr den Menschen , der dort geht, die Angst ihm im Gesicht geschrieben steht, einst
war er unbekümmert, voller Stolz , er hat gelacht geliebt gelebt wie du und ich, kein Ziel war ihm
zu weit , hat an das Gesetz geglaubt und an die Gerechtigkeit. Jetzt beugt er sich , verbirgt die Wut
die ihn so quält , zieht den Mantel der Demut an und hofft, dass er darin Gerechtigkeit erfahren
kann.
Gesell :Kennst du vielleicht dies Gesicht?
Jedermann : Wer solls sein ???

Gesell : Ja wie besprochen, wir müssen eilen,


dürfen uns gar nicht länger verweilen.
Nachbar : Das ist des reichen Jedermanns Haus
Oh Herr ich bitte dich überaus
Wollest dich hilfreich meiner erbarmen,

2
mildtätig beistehn einem Armen
oh Jedermann erbarm dich mein.
Jedermann : Ich ??

Nachbar :Oh Jedermann zu dir heb ich die Hand,


hab auch einst bessre Tag gekannt.
War einst dein Nachbar Haus an Haus
Dann hab ich müssen weichen aus

( Jedermann gibt ihm ein Münze )


Jedermann: Schon gut !!!.

Nachbar: Das ist eine Gab gering.

Jedermann : Meinst du…. verflucht, so reu mich doch das Ding .

Nachbar ( zeigt auf den Beutel )


Davon mein nachbarlich Bruderteil
So wär ich wieder gesund und heil.

Jedermann : Davon ??

Nachbar : Es ist an dem , ich knie vor dir, nur diesen Beutel teil mit mir.
( Nachbar kniet )

Sprecher : Als gäb es keinen Frühling mehr, als würd kein Land mehr grün, so spürt man diese Zeit
in sich und möcht am liebsten fliehn. Nur wer laut schreit der wird gehört , ein leiser Wunsch der
wird zerstört , Recht hat nur der der oben steht.
Als gäb es keinen Frühling mehr, als würd kein Land mehr grün, so spürt man diese Zeit in sich und
möcht am liebsten fliehn. Ein leerer Teller der bleibt leer, nur wer viel hat bekommt noch mehr,
Recht hat wer mit den Wölfen heult.
Und wer auf Knien sein Recht erfleht der wird verspottet von dem der vor ihm steht.

2. Lied: ( Chor )

Als gäb es keinen Frühling mehr


Als würd kein Land mehr grün,
so spür ich diese Zeit in mir
und möchte am liebsten fliehn

Nur wer laut schreit, der wird gehört


ein leiser Wunsch der wird zerstört,
Recht hat nur der der oben steht
Ein leerer Teller der bleibt leer
Nur wer viel hat bekommt noch mehr
Recht hat wer mit den Wölfen heult.

Als gäb es keinen Frühling mehr


Als würd kein Land mehr grün. so
spür ich diese Zeit in mir

3
Und möchte am liebsten fliehn
Gleich wie die Armut stärker wird,
verzinst sich euer Geld
gleich wie der Arme ärmer wird so wächst der Reichtum unserer Welt.

Jedermann : ( lacht ) nur den ???

Nachbar :Bist allermaßen mächtig reich.


Teilst du den Beutel auf gleich und gleich
Dir bleiben die Truhen voll im Haus
Dir fließen Zins und Renten zu.

Jedermann : Wer heißt dich mein Zins und Rent in Mund zu nehmen ???
Du Narr, wenn du meinst du könntest ohnweilen
Den Beutel Geld da mit mir teilen
Das Geld ist gar nicht länger mein
Muss heut noch abgeliefert sein
Als Kaufschilling für einen Lustgarten,
ich steh dem Verkäufer schon im Wort,
er will aufs Geld nicht länger warten.

( Der Nachbar geht )


Gesell :Dem hast du geben recht mit Fug
Ja, das weiß Gott, viel Geld macht klug.
( Die fürstlichen Leute kommen : Ja das weiß Gott, viel Geld macht klug )

----Lied 3------
( gesungen von Leuten auf der Bühne, (No limit ),verkleidet als fürstliche Leute)
Ich kauf mir alles was ich brauch
Und hab ich Lust auf Lust dann kauf ichs auch
Und hab ich Lust auf Liebe und Gefühl,
dann kauf ich mir soviel davon wie ich nur will

Chor :
Er kauft sich alles was er braucht
Und hat er Lust auf Lust , dann kauft ers auch
Und hat er Lust auf Liebe und Gefühl, dann kauft er sich so viel davon wie er nur will.

/Leute auf der Bühne )


Ich kauf mir Frauen, kauf das Glück
Was ich nicht will geb ich im Überdruss zurück
Will ich in Nächten nicht alleine sein
Dann werf ich einen Geldsack in den Ring hinein.

Chor :
Er kauft sich Frauen, kauft sich Glück
Was er nicht will, gibt er im Überdruss zurück
Will er in Nächten nicht alleine sein,
wirft er seinen Geldsack in den Ring hinein.
Er kennt kein wirkliches Gefühl
Er nimmt sich das was er grad will

4
Und wirft es mit Verachtung weg
Er nutzt Gefühle nur zum eignen Zweck.
Er kauft sich alles was er braucht
Und hat er Lust auf Lust dann kauft ers auch
Und hat er Lust auf Liebe und Gefühl,
dann kauft er sich soviel davon wie er nur will.

Jedermann : Nun lass uns gehen , das Geschäft abschließen,


um dann die Früchte in dem Garten zu genießen.
( Die fürstlichen Leute verlassen im Freudentaumel die Bühne, Jedermann kommt zurück als der
Gesell spricht – von der anderen Seite kommt der Schuldknecht )

Gesell: Was ist das für ein Mutter Sohn,


den sie da bringen hergeführt
die Arme kreuzweis aufgeschnürt

Jedermann: Ich denk es ist ein Schuldturmwerfen


Hätt er sich mehr in Acht genommen,
dann wär ihm das nicht vorgekommen.
Jetzt muss er bei Brot und Wasser sich bedenken,
oder sich an einem Nagel henken

Schuldknecht : Du Jedermann hast mich in diese Schuld getrieben.

Jedermann : Ich bin mir keiner Schuld bewusst,


wüsst nicht wofür du mir diese Worte zuteilen musst.
Ich kenn dich nur vom Ansehen und das nur kurz.

Schuldknecht: Es ist dein Fuß, der auf mich tritt.


Dein Name steht auf meinem Schuldschein
und bringt mich in den Kerker rein.
Dass ich in den Turme werd gebracht,
geschieht allein durch deine Macht.

Jedermann : Ich wasch in Unschuld meine Händ als einer , der die Sach nicht kennt.

Schuldknecht: Dein Werkzeug, deine Helferschaft, die tun das Ihre ,


doch du bist der Hintermann ,
in Grund und Boden solltest du dich schämen.

Jedermann: Wer hieß dich Geld und Schulden nehmen, nun hast du den gerechten Lohn.
Mein Geld weiß nichts von dir und mir und kennt kein Ansehn der Person.
Verstrichne Zeit, verfallner Tag ,
gegen die bring deine Klag.

Sprecher: Sein Geld weiß nichts von ihm und kennt kein Ansehn der Person.
Verstrichne Zeit verfallner Tag gegen die bringt eure Klag
Mit Absicht will man dich verführen, dir alles wunderbar servieren, bist du glaubst, dass du es
brauchst, denkst es ist wichtig für dein Leben bist nicht bereit es aufzugeben

5
Verfällst dem Rausch der Glimmerwelt ,die dich dann gefangen hält, die dich völlig fasziniert und
dich in Versuchung führt.
Wer hieß ihn Geld und Schulden nehmen nun hat er den gerechten Lohn. Verstrichne Zeit verfallner
Tag gegen die bringt eure Klag.

Lied 4 ( Chor )
Glimmer Glanz und Lichterschein laden uns zum Leben ein
Versprechen uns das Glück der Welt
Feuerwerk und Neonlicht werfen Farben ins Gesicht und der Blick ist dir verstellt durch den Schein der blenden kann
und du hältst den Atem an , du bist völlig fasziniert und du merkst ein jeder spürt wie uns diese Glämmerwelt in
Versuchung führt.
Hilflos sind wir ihr erlegen, dabei uns völlig aufzugeben, ihr zu dienen zu gehören, den Gefühlen abzuschwören, die
uns warnen nicht auf den Verstand zu hören
Glimmer Glanz und Lichterschein
laden uns zum Leben ein, versprechen uns das Glück der Welt
führen uns in grelles Licht und versperren uns die Sicht für das wirklich Wichtige was zählt .
Wunderkerzen , Laiserspiele tragen dich zu einem Ziele wo du glaubst, wenn das erreicht , wird dein Leben immer
bunter --- doch dann fällst du plötzlich runter und der Glanz verliert sich in ein Nichts und du suchst das Leuchten und
die Farben des Gesichts, das geblendet war von all dem Licht
Glimmer Glanz und Lichterschein luden dich zu einem Leben ein , das verblasst und Schatten wirft.
Glimmer Glanz und Lichterschein erlöschen und lassen dich allein.

Schuldknechts Weib: Kannst du dich nicht erbarmen hier,


zerrreiß doch dies verflucht Papier
Ihr Vater wird in den Turm geschmissen,
von dem dir nie ein Leid geschah
Hast du kein Ehr und kein Gewissen?

Jedermann : Du sprichst von dem , was du nicht recht verstehst,


es ist aus Bosheit nicht geschehen.
Man hat es ganz genau bedacht,
und hat das Recht und die Verträge genau dafür gemacht.
Sie sind nicht angreifbar,
glaubs mir, dafür ist die Justiz doch da.

Gesell : Es wäre schlecht um uns bestellt, wenn es anders herging in der Welt.
Recht und Ordnung brauchen wir, denn sie sind des Bürgers Zier.

Schuldknecht: Geld ist nicht so wie andere War, es ist ein verfluchtes Wesen
wer seine Hand ausstreckt danach
nimmt an der Seele Schmach,
davon er nimmer wird genesen.
Des Teufels Fangnetz in der Welt
hat keinen anderen Namen als das Geld.
Jedermann : Du lästerst als ein rechter Narr.
Gibst vor, du achtest das Geld gering,
doch wars dir stets ein göttlich Ding.
Du willst ihm jetzt das Ansehen rauben,
bist wie ein Fuchs mit sauren Trauben.

Schuldknecht: Mein Leiden hat es mich gelehrt,

6
des Teufels Fallstrick zu erkennen
Und meine Seele vom Geld zu trennen.

Jedermann: Geld ist längst abgetrennt von dir ,


nur das erlaubt dir diese Worte hier

Gesell: Drum hast du dort im Turm Quartier.

Jedermann : Nimm die Belehrung von mir an


Es war ein weiser und ein kluger Mann,
der das Geld ersonnen hat
als man das Kramen und das Tauschen satt.
Es ist kein Ding zu hoch zu fest,
das sich mit Geld nicht kaufen lässt.

Schuldknecht: Du gibst dem Mammon so viel Ehr,


als obs das Tabernakel wär.
Jedermann: Ich gebe dem die Ehr, dem Ehr gebührt,
und läster nicht bei dem, der die Macht verspürt.

Schuldknecht: Was hilft dein Weinen liebe Frau,


der Mammon hat mich in der Klau.
Warum hab ich mich ihm ergeben????

(Schuldknecht und Anhang gehen )

Jedermann : Man lebt ruhig vor sich hin,


hat wahrlich nichts Böses in dem Sinn
Und wird am allerschönsten Tag hinzugezogen
in Bitternis und Klag und aufgescheucht in seiner Ruh.
Ich frage mich, wie komme ich dazu.
Was geht mich an dem Kerl sein Tageslauf,
er hats halt angelegt darauf.
Nun steckt er drin , schreit ach und weh.
Das folgt halt wie aufs a das b.
Wer ein Haus baut mit fremdem Geld,
wer so haust, um den ist es so bestellt. Das ist seit Adams Zeiten so.
Zum Schluss will er es mir noch in die Schuhe schieben,
wo er mir so viel Geld ist schuldig geblieben.

Gesell : Zum Schluss will er es euch noch in die Schuhe schieben, wo er euch so viel Geld ist
schuldig geblieben.

Jedermann : Nimm den Beutel mein Gesell


und bring das Geld zu dem Mann schnell,
der mir den Lustgarten verkaufen will, ein Lustgarten mit einem Lusthaus drin.
Er wird der einzige Ort der Welt,

7
wo mir nicht meine Lust vergällt.

Gesell: Ich bring den Kaufbrief gleich dahin, ausgefertigt nach deinem Sinn.

Jedermann : Hab vielen Dank du guter Gesell,


einen Freund wie dich findet man nicht so schnell

Sprecher: Er nennt ihn Freund weil er nicht widerspricht, er nennt ihn Freund, weil er ihm
stets zu Diensten ist. Ruft er nach ihm, dann ist er gleich zur Stell. Ein Wunsch von ihm ist ein
Befehl für ihn, ein Wort von ihm wird für ihn zum Gebet. Kommt er zu ihm verbeugt er sich….Er
nennt ihn Freund weil er in seinen Spuren geht er schwimmt im Fluss seiner Gesetze mit, hat nicht
die Kraft zu widersprechen, er stimmt bei jedem Fehler zu , denn er hat Angst die Freundschaft
könnt zerbrechen.

Sein Lachen wird bedeutungslos, sein Wort hat keinen Wert


Denn ….. ein Freund hält dir den Spiegel vor und schaut dir ins Gesicht und wenn du einen Fehler
machst , ist er es der dir widerspricht. Wenn du auf falschen Wegen gehst, hält er dich stets zurück,
in Trauer weint ein Freund mit dir und lacht mit dir im Glück
Ein Freund scheut keinen Streit mit dir, wenn du im Irrtum bist und wird die Wahrheit dir
verschwiegen, hält er dich fest, wenn er das Schweigen bricht.

Lied 5 ( Chor )
Du nennst ihn Freund, weil er nicht widerspricht
Du nennst ihn Freund weil er dir stets zu Diensten ist
Rufst du nach ihm, dann ist er gleich zur Stell
Du nennst ihn Freund, doch er ist dein Gesell.
Ein Wunsch von dir ist ein Befehl für ihn
Ein Wort von dir wird für ihn zum Gebet.
Kommt er zu dir, verbeugt er sich
Du brauchst ihn stets, denn er bewundert dich.

Ein Freund hält dir den Spiegel vor


Und schaut dir ins Gesicht
Und wenn du einen Fehler machst, ist er es der dir widerspricht
Wenn du auf falschen Wegen gehst, hält er dich stets zurück
In Trauer weint ein Freund mit dir und lacht mit dir im Glück

Ein Freund scheut keinen Streit mit dir,


wenn du im Irrtum bist
und wird die Wahrheit dir verschwiegen, hält er dich fest
wenn er das Schweigen bricht.

‚Du nennst ihn Freund solange er sich in den Reigen fügt


Du nennst ihn Freund solange er zu deinem Vorteil lügt.
Solange er in deinen Diensten steht
Und schweigend brav in deinen Spuren geht.
Sein Lachen wird bedeutungslos
Sein Wort ist nichts mehr wert
Er schwimmt im Fluss deiner Gesetze mit
Obwohl er weiß es ist verkehrt.

8
Ein Freund hält dir den Spiegel vor …….
Gesell : Da seh ich die Frau Mutter kommen.

Jedermann: Drück mich nicht gern vor ihr


Hab aber wahrlich nicht viel Zeit.

Mutter : Ich bin froh mein Sohn, dass ich dich seh
Es tut mir weh, dass durch deine weltliche Geschäftigkeit dir bleibt für mich nur wenig Zeit.

Jedermann : Die Abendluft ist übler Art


Und deine Gesundheit gebrechlich und zart
Du kannst nicht lang hier draußen stehn,
willst du nicht ins Haus rein gehen.

Mutter :Gehst du dann mit und bleibst daheim?

Jedermann: Für diesen Abend kanns nicht sein.

Mutter: Um meine Gesundheit keine Sorge ich hab,


ich steh mit einem Fuß im Grab.
Ich habe keine Angst zu gehen, doch will ich auf ein sinnvoll Leben sehn.
Ein Leben in Recht und Ehrlichkeit
Ein Leben in sinnerfüllter Zeit.

Jedermann: Ich wünsch mir sehr , du wärst gesund,


doch können wir reden zu anderer Stund ?

Mutter:Es wäre schön, hättest du noch fünf Minuten Zeit, ich spür, mein End ist nicht mehr weit.

Jedermann : Frau Mutter, spotten liegt mir fern,


doch weiß ich, die Moral, sie droht sehr gern.
Und es kränkt mich, wie sie den Alten und Kranken
Nichts bringt, als finstere Gedanken

Mutter : Willst du den Kopf für immer in den Sande stecken?


Siehst du das End nicht Jedermann, das jede Stunde zu dir auch treten kann ?
Wie ist es um dein Seel bestellt, hast du einen Glauben der dich hält?

Jedermann : Ich halt mich selbst und glaub an mich


und außerdem, was kümmerts dich?
Bin jung im Herzen und wohl gesund,
ich will mich freuen an jeder Stund.
Will irdisch Gut und Lust und Freud

Mutter: Du willst nur Lust und Freud


Verschenk dein Herz und such die wahre Liebe dir und mach dich nicht zum Sklaven deiner Gier.

Jedermann : Ja, ja ….und außerdem, mir ist das Reden leid,


hab schon gesagt, hab heute keine Zeit.
( Mit Musikanten kommt die Buhle von der Seite )

9
(Die Mutter geht, schaut zurück, verschwindet )

----- Lied 6 ---


Musikanten und Buhlschaft ( Froh oberflächlich … )

Wir wollen alles vergessen, sind vom Leben besessen


Wolln erleben was das Leben kann geben
Wollen den Rausch der Sinne spüren, uns in Spären verführen
Wo nur noch die Lust wird agieren.
Wollen ziellos dem Alltag entgleisen
Moral in ihre Schranken verweisen.
Das Leben schmecken mit allen Sinnen,
jeden Morgen wie im Rausch beginnen
den Tag nach unseren Wünschen gestalten,
eine ganze Nacht den Atem anhalten,
nichts fühlen , nur Leidenschaft und Lust

Chor : ( Vorwurfsvoll )
Sie wollen alles vergessen, sind vom Leben besessen
Wolln erleben, was das Leben kann geben,
wollen den Rausch der Sinne spüren, sich in Sphären verführen,
wo nur noch die Lust wird agieren.
Sie wollen ziellos dem Alltag entgleisen
Die Moral in ihre Schranken verweisen,
das Leben schmecken mit allen Sinnen,
jeden Morgen im Rausch beginnen,
den Tag nach ihren Wünschen gestalten,
eine ganze Nacht den Atem anhalten
sie wollen nichts fühlen, nur Leidenschaft und Lust

Musikanten und Buhlschaft ( Bejahend, noch stärker fordernd )

Ja , Ja, Ja,
wir wollen alles vergessen, sind vom Leben besessen …….
( Die Musikanten setzten sich hin , stehen , prosten sich zu, lachen, feiern …..)

Jedermann : Da ist ja meine Buhle wert,


nach der mein Herz schon lang begehrt.
Hast Spielleut mitgebracht,
ihr holt mich ab für diese Nacht

Buhlschaft: Wer so lange auf sich warten lässt


Obwohl er ist der werteste der Gäst
Den muss man mit Gesang und Licht
Abholen und führen zu seiner Pflicht.

Jedermann : Du schlägst das Licht mit eigenem Schein,


dein Red ist süßer als Schalmein,
Bist alles für mich zu dieser Stund
Wie Balsam für meine offene Wund.

10
Buhlschaft: War mir doch eh ich zu dir trat
Als ob dir jemand nahe trat
Und wär dein helle Stirn und Wangen
Von einer Trübnis überhangen

Jedermann : Wie , .. gelt ich also viel vor dir


Dass du solch Ding bemerkst an mir.
So bin ich dir wahrhaftig dann
Kein ältlich unbequemer Mann ?

Buhlshaft: Mit dieser Red geschieht mir weh.


Steh nicht auf grüne Buben an
Du bist mein Buhl und lieber Mann.

Jedermann: Fühl mich wahrhaftig herzensjung


Und selber bubenhaft genug
Und wenn ich als kein Bub mehr bin
So zärtlicher ist drum mein Sinn.

Buhlschaft: Ein Bub ist frech und ohne Art


Ein Mann ist großmütig und zart
Hat milde Händ und steten Sinn
Das zieht zu ihm die Frauen hin.

Jedermann : Wer gerad gemahnt wurd an den Tod


Und spürt Melancholie und Not
Und sieht auf deine Lieblichkeit,
dem tut sein trübes Denken leid.

Buhlschaft: Das Wort allein macht mir schon bang


Der Tod ist eine böse Schlang
Die unter Blumen liegt verdeckt
Darf niemals werden aufgeweckt.

Sprecher :Wenn der Abend kommt dann fällt ein


Schleier übers Land , die Welt wird still und hält den Atem an. Ruhig ist nur der, der diese Stille
spüren kann und nicht verzweifelt, wenn das Licht erlöscht, das lange Zeit in ihm gebrannt. Und
wenn der Fluss zur Mündung fließt, dann lass es doch geschehn, du hältst den Strom nicht auf, der
stetig fließt, hältst nichts zurück, das durch Naturgewalt ins Meer sich dann ergießt.
Wenn der Winter kommt, bedeckt der ‚Schnee ganz leis das Feld. Die Erde ruht und sammelt neue
Kraft. Ruhig ist nur der, der diese Stärke fühlen kann und nicht verzweifelt, wenn die Kraft, die ihn
getragen, ihn nicht mehr sicher hält. Und wenn der Baum die Blätter wirft, dann lass es doch
geschehn, du hältst den Sturm nicht auf, der eisig weht, du hältst das Blatt nicht auf, das durch
Naturgewalt zu Staub vergeht
--
Lied 7- ( Chor )

Wenn der Abend kommt dann fällt ein Schleier übers Land
Die Welt wird still und hält den Atem an
Ruhig ist nur der, der diese Stille spüren kann
Und nicht verzweifelt , wenn das Licht erlöscht, das lange Zeit in ihm gebrannt.

11
Und wenn der Fluss zur Mündung fließt, dann lass es doch geschehn,
du hältst den Strom nicht auf ,der stetig fließt
hältst nichts zurück, das durch Naturgewalt ins Meer sich dann ergießt.

Du hältst den Sommer niemals fest


Auch wenn er dir so gut gefällt
Du bringst die Erde nicht zum stehn
Sie dreht sich weiter diese Welt.

Wenn der Winter kommt, bedeckt der Schnee ganz leis das Feld
Die Erde ruht und sammelt neue Kraft
Ruhig ist nur der , der diese Stärke fühlen kann
Und nicht verzweifelt , wenn die Kraft ,die ihn getragen, ihn nicht mehr sicher hält.
Und wenn der Baum die Blätter wirft, dann lass es doch geschehn
Du hältst den Sturm nicht auf, der eisig weht
Du hältst das Blatt nicht fest, das durch Naturgewalt zu Staub vergeht.

Du hältst den Sommer niemals fest


Auch wenn er dir so gut gefällt
Du bringst die Erde nicht zum Stehn
Sie dreht sich weiter diese Welt.

Jedermann : Liebste, mach dir keine Sorgen


Wir lassen sie unter Blumen verborgen------------
Ich hoffe, dass mir dies gelingt,
dass mich die Traurigkeit heut nicht bezwingt.
Lass mich mit dir die Lust genießen,
dich hab ich heut ausgezählt
Als Gespielin für mich ausgewählt.
Für zuviel Ernsthaftigkeit ist sie zu schade unsere Zeit.

--------- Orchester – schwermütige Musik----------------------------

Tod : Jedermann, hast deinen Schöpfer du vergessen?

Jedermann . Was fragst du das zu dieser Stund ?

Tod: Willst du die Stund bestimmen, womöglich noch der Frag entrinnen.

Jedermann : Soll ich dir jetzt Antwort geben,


was willst du hier in meinem Leben,
sag, wer bist du was führt dich her zu mir ,
wer ließ dich eigentlich durch meines Hauses Tür ?

Tod: Frag nicht, ich bin nach dir gesandt, nur darum bin ich hier .

Jedermann : Wie ?
ausgesandt nach mir ?
Tod : Von deines Schöpfers Majestät bin ich gesandt, und das in Eil
Abrechnung will er mit dir halten , unverweilt.

12
Jedermann : Müsst ich das tun, dann käme ich in Not,
und außerdem, was bist du für ein Bot ?

Tod : Ich bin der Tod, ich scheue keinen Mann und räume keine Frist dir ein.
( Einige Musikanten flüchten )

Jedermann : Was, keine Frist willst du mir geben


und das mittendrin im besten Leben,
das ist kein ehrlich Spiel.
Mein Schuldbuch ist noch nicht so weit,
hätt ich noch viele Jahre Zeit,
ich wollts in Ordnung bringen.
Das wollte ich, so aus Gottes Gnaden lass mich hier,
dass ich das Ding zur Ordnung führ.

Tod : Da hilft kein Weinen und kein Beten, die Reise musst du jetzt antreten.

Jedermann : Wird mir zum Gefährten auf diesem Weg kein anderer als du bestellt. Soll ich
aus dieser Erdenwelt hinaus und kein Geleite haben.
Ich war doch hier niemals allein,
musst allerwegen gesellig sein..

Tod: Nun ist die Geselligkeit am End, ring nicht aus Verzweiflung deine Händ. Wie konntest du nur
denken, das Erdengut und dies dein Leben, sei dir zu Eigen mitgegeben?

Jedermann: So war ich vermeinend,


wahrhaftig und wahr .

Tod : Nichts da, das war dir alles nur geliehen. Bist du dahin, dann erbts ein anderer, bis seine
Stunde schlägt.

Jedermann : Nur diese Nacht, bis zum Sonnenaufgang ,


dann bin ich soweit,
ich will mir suchen ein Geleit,
dass ich nicht mutterkindallein vor meinem Richter steh.

Tod: Gut Ich trete dir aus dem Gesicht , doch merke dir, vertu nicht deine Frist.

( Die Musikanten haben sich nach und nach zurückgezogen, nur die Buhlschaft steht zögernd an der
Ecke )
Jedermann: Geh auch du,
es bleibt die Zeit nicht mehr, mich an dich zu binden ,
was ich jetzt brauch muss ich woanders finden.

Buhlschaft: Jedermann……jedermann … jedermann.

----Lied 8 ----
Die Sonne geht ganz anders auf mit einem Menschen den du liebst
Mit vollen Händen kannst du nehmen, wenn du von Herzen gibts

13
Die Nacht ist mehr als Dunkelheit,
der Tag ist ein Versprechen
Mauern die im Wege stehn, die lassen sich leicht brechen
Der Weg , der dir zu steinig schien,
den kannst du plötzlich gehen
das wofür du blind geworden bist
das kannst du wieder sehn.

Du siehst die Farben dieser Welt


Aus Grau wird wieder bunt
Aus Angst wird Mut
Manch kranke Seele wird gesund.

Wenn Liebe dich gefangenhält,nur dann dann bist du wirklich frei.


Mit vollen Händen kannst du geben ,die Kälte ist vorbei.
Ein Lied das wird zur Synphonie
Ein Wort wird zum Gedicht
Du siehts den Mensch mit Menschlichkeit und siehst in sein Gesicht
Der Tag, der dir wie ewig schien,
er geht im Flug vorbei
wenn Liebe dich gefangenhält,
erst dann, dann bist du frei.

Du siehst die Farben dieser Welt


Aus Grau wird bunt,
aus Angst wird Mut
manch kranke Seele wird gesund.

Buhlschaft : Nimm meine Liebe an, dich zu begleiten, find sie mit mir in letzter Stund
Nur sie , sie wird uns überleben und unserem Dasein Sinn und Stärke geben.

Jedermann : Lass mich, mir bleibt nur wenig Zeit.


Stark hat mein Reichtum mich gemacht
und stark will ich auch enden ,
was nützt mir deine Liebe jetzt,
muss mich dem, was wichtig ist, zuwenden ------ Es
ist zu End das Freudenmahl ….
lass mich (Buhlschaft geht ) und alle fort aus diesem Saal.
-----------( Jedermann denkt nach )
Hab ich doch Knechte noch, die mir Gehorsam schworen,
und Häuser viel und Schätze mein ---
Auf – schlagt die Feuerglocken drein.
Ihr Knecht, lungert nicht im Haus,
kommt allesamt zu mir heraus.
( Knecht Hausvogt und Gesell kommen )
Ich muss schnell eine Reise tun,
und das zu Fuß und nicht im Wagen.
Ihr Knechte ihr sollt mit und meine große Geldtruh tragen.
Die Reise wird ein Kriegszug scharf
und ich der Schätze sehr bedarf.

Knecht: Die schwere Truh, die drinnen steht?

Jedermann : Ja eilig ,
14
ohne viel Gered
------- Orchester – Stimmung, die Hektik, ausdrückt ----
Hab euch berufen für eine Reis,
dass jeder mir Gehorsam erweis.
Die Reis ist schwer und auch recht weit
und fordert viel gehorsam Leut.

Knecht: Die Truh ist marterschwer


Hausvogt::: Ihr tut was anbefiehlt der Herr

---- Orchester – Wiederholung der schwermütigen Musik ----

Tod ( Aus dem Hintergrund )


Du Narr, bald ist die Stund vertan
Nimmst immer noch Vernunft nicht an,
weißt dir nicht recht Geleit zu suchen
du wirst verzweifeln, dich verfluchen.

Sprecher: Zuviele Lichter die uns blenden, zu viele Worte die nichts sagen, zu viele Brücken die wir
bauen, die keine schweren Lasten tragen, zuviel Gerede um die Dinge, die ungesagt im Raume
stehn, zu wenig klare Positionen, die uns zeigen wo wir stehn. Zuviele Türen die sich öffnen zu
wenig Mut hindurch zu gehen, zu viele Augen, die hinschauen, zu wenige die wirklich sehen.
Zuviele Wege hin zum Abgrund, zuwenig Kraft uns umzudrehn

Lied: 9
Zuviele Lichter die uns blenden
Zuviele Worte die nichts sagen
Zuviele Brücken die wir bauen, die keine schweren Lasten tragen
Zuviel Gerede um die Dinge, die ungesagt im Raume stehn
zuwenig klare Positionen , die uns zeigen wo wir stehn.
Zuviele Türen, die sich öffnen ,zuwenig Mut hindurchzugehn
Zuviele Augen die hinschauen, zuwenig Augen , die was sehen
Zuviele Wege führn zum Abgrund,
zuwenig Kraft sich umzudrehn.

Zuviele grelle Neonfarben, zuwenig helles warmes Licht


Zuviele buntbemalte Masken, zuwenig wirkliches Gesicht.
Zuviele Menschen, die dich grüßen ganz schnell im Weitergehn
Zuwenig Zeit um zu verweilen und ein paar Schritte mit dir gehen.

Zuviel Reichtum zuviel Armmut, zuviel Prunk und zuviel Not


Zuviel rießige Gewinne zuviele Menschen ohne Brot
Zuviel Propheten ,zuviel Verführung , den Erfolg nur im Kalkül
Zuviel Gerede um die Liebe , zuwenig wirkliches Gefühl.
---------
Zuviele Türen, die sich öffnen, zuwenig Mut hindurchzugehn,
zuviele Wege führn zum Abgrund, zuwenig Kraft sich umzudrehn.
Jedermann : War nie verlassen ganz und gar,
nie ein erbärmlich armer Narr,
war immer doch noch wo ein Halt,

15
und habs gewendet mit Gewalt.
Das ist mein Geld, das ist mein Macht,
hab alles spielend hinter mich gebracht.
Nun heißt es auf und weg zu gehen.
( wirft sich auf die Truhe )
Nicht ohne dich, du musst mit mir
Lass dich um alles nicht hinter mir.
Du musst jetzt in ein anderes Haus.

( Die Truhe öffnet sich der Mammon steigt heraus )

Mammon: Jedermann, was ist mit dir ?


Du bist so fürchterlich in Eil

Jedermann : Wer bist denn du ?

Mammon : Dein Reichtum bin ich halt dein Geld, dein ein und alles auf der Welt
Jedermann : Ein Bot war da , dass er mich hol , und du gehst mit, es ist andem.

Mammon: Nicht einen Schritt, habs hier bequem.


Jedermann : Bist mein Eigentum , mein Sach.
Mammon: Dein eigen, ha , dass ich nicht lach.
Jedermann : Willst aufrebellen.
Du Verflucht, du Ding.

Mammon : Du , trau mir nicht, dein Wut acht ich gering.


Es wird umgekehrt beschaffen sein,ich steh ganz groß und du bist klein. Du wirst wohl sein der
Knecht.Und denkst du anders wärs gewesen, das war ein Trug zu Narrenwesen.

Jedermann: Hab dich gehabt zu meinem Befehl.


Mammon : und ich regiert in deiner Seel
Jedermann: Warst mir zu Diensten in Haus und Gassen.
Mammom: Ich habe dich wie eine Puppe tanzen lassen.
Jedermann : Warst mein beliebiger Knecht und Sklav.
Mammon : Nein, du mein Marionettenspiel recht brav. Jedermann : du bist ein Erznarr, sieh zu, ich
bleibe hier und wo bleibst du.
( Lässt eine Hand voll Geld in die Truhe zurückfallen )
War dir geliehen für irdische Tage, ich geh nicht mit , lass dich allein , ganz bloß und nackt in Not
und Pein.

( Die Truhe geht zu, Jedermann setzt sich versunken auf die Truhe )
( Von der Seite schleppt sich eine Kranke und legt sich elendig hin )

Werke : Jedermann. Jedermann hörst du mich nicht Jedermann …


Jedermann : Es ist , als ob mich wer gerufen hätt,
die Stimm war schwach und doch recht klar.
Seis wer da will, was kümmerts mich.

16
Nur so viel erbarm dich mein,
lass es nicht meine Mutter sein.

Werke: Mein Jedermann, ich gehör zu dir, um deinetwegen lieg ich hier.

Jedermann. Red keinen Unsinn, was soll das sein.

Werke: Sieh, ich bin all die Werke dein.


Jedermann: Ich will kein Spott, ich sterb allweg.
Werke: Komm doch zu mir den kleinen Weg

Jedermann : Meine Werke will ich jetzt nicht sehn,


sind nicht der Anblick, durch den es mir mag besser gehen.

Werke : Bin schmählich schwach, muss liegen hier, wär ich imstande, ich lief zu dir.

Jedermann: Hast ein Gesicht verhärmt und bleich


Und dünkt mich doch an Schönheit reich
Mir ist, je mehr ich dich anseh,
je mehr wird mir im Herzen weh,
---- ich weiß, ich habe es versäumt.

Werke: Ich war ein Kelch, der vor dir stand,


gefüllt vom Himmel bis an den hohen Rand
Vom Irdischen war darin kein Ding
Drum schien ich deinen Augen zu gering.

----- Orchester--- Wiederholung der schwermütigen Musik ---

Jedermann : ich habe nicht aus diesem Kelch getrunken,


bin tief und tiefer dann gesunken
Der Blick war mir verstellt,
durch Lust, durch Macht durch Geld
ich spürte den Durst sehr lange schon in meinem Leben
der Mammon hielt mich zu gefangen, um meiner Seel den Kelch gefüllt mit Wein zu geben.

Werke : Hast wollen dich tränken an der Welt, da ward der Kelch dir weggestellt.

Jedermann: Werke, um alles lasst mich nicht im Stich,


sonst bin ich verloren sicherlich.
Helft ihr mir Rechenschaft zu geben.
( Von der anderen Seite kommt eine zweite Frau )

Werke : Schwester, der Mann ist in Not, kannst du ihm beistehn in seinem Tod.
Mir fehlt die Kraft, bin allzu schwach , ich kann nicht vertreten deine Sach.

Glaube:Warst deines Mammons Knecht , ein Narr, die Marionette, die an Fäden hing ,dein Werk ,es
ist so schwach, dass es sich nicht erheben kann.Die Liebe wurd zum Opfer deiner Gier und ich der
Glaube hatte keinen Platz in dir . Ich könnt dir Trost und Hoffnung geben. Ich reich dir meine
Hand, wenn du sie nimmst, vielleicht erleichterts dir den Weg und bringt Versöhnung mit dir

17
selbst.--------- Du hast nur noch eine kurze Zeit. Ich werd in deiner Nähe sein , ob ich dir helfen
kann, das weißt nur du allein.

( Jedermann sitzt alleine auf seiner Truhe , der Glaube geht langsam in den Hintergrund, die Werke
schleppen sich langsam in den Hintergrund, das Licht auf der Bühne wird immer dunkler)

Sprecher: Die Zeit vertan wenn du so gehst, mit leeren Händen du dastehst, wenn nichts in deiner
Seele brennt, wenn jeder weiß was du besitzt und dich trotzdem keiner kennt .

Lied 10 ( Chor:)

Die Zeit vertan, wenn du so gehst,


mit leeren Händen du da stehst wenn nichts in deiner Seele brennt.

Zu viele Lichter die uns blenden


Uns dran hindern hin zu sehn
Zuviel Glanz auf blassen Dingen, die nur aus dem Glanz bestehn
Zuviel Luft in bunten Blasen die zerplatzen in ein Nichts
Bunte Masken faszinieren und verdecken den Ausdruck eines menschlichen Gesichts.

Zu viele Türen die wir öffnen und durch die wir doch nicht gehen.
Zu viele Wege hin zum Abgrund, zuwenig Mut uns umzudrehen.
Zu viele Worte sind geredet, sowenig Wirkliches gesagt
Zu wenig Dinge sind entschieden, zu viele Dinge sind vertagt
Zu viel Ohnmacht, zu viel Willkür, zu viel Macht , zu viel Kalkül
Zu viel Worte um die Liebe, zu wenig wirkliches Gefühl.

Die Zeit vertan wenn du so gehst,


mit leeren Händen du da stehst, wenn nichts in deiner Seele brennt.

18