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Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel

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Veröffentlicht vonDean Amory
Background information on Till (Thyl) Eulenspiegel (Ulenspiegel, Owl Mirror) & some of the original stories (in German)
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10/17/2014

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Till Eulenspiegel

Autor Unbekannt

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Wie Till dreimal getauft wurde Ein frecher Junge – durch und durch Till lernt Seiltanzen Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander wirbelt Till schläft in einem Bienenkorb Die Sache mit Henep und Senep Till heilt Kranke Till wird Bäckergeselle Als Till Eulenspiegel Turmbläser war Till beschlägt sein Pferd ganz „goldig“ Till verulkt einen Grafen Till Eulenspiegel wird Soldat Till wird Landbesitzer Wie Till Eulenspiegel einem Esel das Lesen beibrachte Till verärgert die Schneider Till lässt drei Schneider wegwehen Till darf nicht Kürschner werden Till wird Milchhändler Eulenspiegel als Maler unterwegs Till macht Wasser zu Wein Till serviert „gespickten“ Apfel Till verhöhnt den Pfarrer Till Eulenspiegels Testament Eulenspiegel stirbt im Spital Till Eulenspiegels Begräbnis

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Wie Till dreimal getauft wurde
Sicher hat ein jeder von euch schon einmal von einem Mann namens Till Eulenspiegel gehört. Das war ein rechter Spaßmacher und hatte sehr viel Freude daran, immer und überall seinen Mitmenschen einen Streich zu spielen.

Meist nutze er deren eigene Dummheit aus, auch wenn diese das nicht wirklich wahrhaben wollten. Geboren wurde Till Eulenspiegel vor 600 Jahren in einem kleinen Örtchen, das Kneitlingen hieß. Und wie es schon damals Tradition war, sollte der kleine Junge getauft werden. Da es aber in dem kleinen Dorf keine Kirche gab, musste die ganze Taufgesellschaft nebst Hebamme in das Nachbardorf ziehen. Dort hielt Pfarrer Pfaffenmeyer den Jungen über das Taufbecken und alle hatten ihre Freude an der schönen Feier. Und weil zu einer richtigen Taufe auch ein paar gesellige Stunden gehören, lud Tills Vater die ganze Gesellschaft in die nächste Gastwirtschaft ein. Dort wurde gut gegessen und das ein oder andere Bierchen getrunken. Besonders gut schmeckte dieses Getränk der Hebamme, die Till die ganze Zeit auf dem Arm trug, weil doch seine Mutter krank geworden war. Doch jedes Fest hat irgendwann einmal ein Ende, und so machte sich auch Tills Taufgesellschaft auf den Heimweg nach Kneitlingen. Die Strecke führte über einen kleinen Bach, über den ein ziemlich wackeliger Steg führte. Wenn man aber einmal zu tief ins Glas geschaut hat, dann ist es nicht immer ganz einfach, einen Fuß richtig vor den anderen zu setzen.

So erging es also auch Tills Hebamme, die – wie ihr ja bereits gehört habt – dem Alkohol gut zugesprochen hatte. Sie verfehlte den Tritt und purzelte samt Baby, denn das war Till Eulenspiegel zu diesem Zeitpunkt noch, in den Bach. Man kann von Glück sagen, dass weiter nichts passierte, allerdings sah der Junge anschließend ziemlich durchnässt und schmutzig aus. So musste er, als man Zuhause angekommen war, gleich noch einmal gebadet werden. So kam es, dass Till Eulenspiegel an diesem Tag dreimal getauft wurde. Als Pfarrer Pfaffenmeyer am nächsten Tag davon hörte, da zog er ein besorgtes Gesicht: „Was soll aus dem Jungen nur werden“, sagte er. „Dreimal getauft. Das ist einfach zu viel!“

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Ein frecher Junge – durch und durch
Till Eulenspiegel war ein ausgesprochen lebhaftes Kind. Schon früh trieb er seine Scherze mit den Dorfbewohnern, die sich immer wieder bei seinen Eltern über die Ungezogenheit des Jungen beklagten. Doch nie war ihm einer der Streiche nachzuweisen und oft konnten die Eltern gar nicht verstehen, was alle Nachbarn und Freunde gegen den Jungen hatten. „Ich beweise dir“, sagte Till eines Tages zu seinem Vater, „dass die anderen mich zu Unrecht solcher Streiche beschuldigen. Lass uns durchs Dorf reiten und ich sage dir, obwohl ich brav hinter dir auf dem Pferd sitzen werde, man wird mit dem Finger auf mich zeigen.“ „So wollen wir es machen“, sagte Tills Vater und holte den Gaul aus dem Stall. Er schwang sich auf das Tier, zog Till hinter sich hinauf und ritt stolz mit seinem Sohn, den er ja gut in seiner Obhut wusste, durch Kneitlingen. Doch Till Eulenspiegel wäre nicht Till Eulenspiegel gewesen, hätte er nicht eine List ersonnen. Kaum nämlich hatte er den Platz hinter seinem Vater eingenommen, da entblößte er schon seinen Popo und zeigte sein nacktes Hinterteil allen, die ihnen entgegenkamen. Natürlich zeigten alle sogleich mit dem Finger auf Till. Und der Vater, der vorne auf dem Pferd von alledem nichts mitbekam, sah sich darin bestärkt, dass sein Sohn ein braver Junge sei und verstand von diesem Tage an die Mitmenschen nicht mehr, die sich über seinen Sohn beklagten.

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Till lernt Seiltanzen
Das Dorf, in dem Till Eulenspiegel geboren wurde, wurde den Eltern eines Tages zu eng. Und so beschlossen sie in die Heimatstadt der Mutter zu ziehen, die an einem Flüsschen lag, das Saal hieß. Doch bald nach dem Umzug starb der Vater und die Mutter blieb mit dem Kind alleine zurück. Sie war eine gute Mutter und hatte Till von Herzen lieb. Doch manchmal war sie eben nicht streng genug mit ihm und belächelte nur viele Dinge, die er tat. So dachte sie sich auch nichts dabei, als ihr Sohn eines Tages auf einer auf dem Boden liegenden Wäscheleine zu balancieren begann. „Ich übe Seiltanzen“, antwortete er freundlich auf ihre Frage. Tills Mutter dachte sich wenig dabei, wurde aber stutzig, als sie eines Tages aus dem Fenster heraus beobachtete, dass Till die Leine am Hausdach befestigte und sie über das Flüsschen Saal, an dem das Elternhaus gelegen war, zum Nachbarhaus hinüber warf und sie dort ebenfalls am Dach befestigte. „Das schaue ich mir besser einmal aus der Nähe an“, dachte sich die Mutter und ging hinauf zum Dachboden, von wo aus sie einen herrlichen Blick auf das Geschehen hatte. Und das gleich in unmittelbarer Nähe zu ihrer Zweck entfremdeten Wäscheleine. Denn Till Eulenspiegel, ihr Sohn, tanze über das Seil, so als würde er nie etwas anders tun! „Na warte, mein Junge“, murmelte die Mutter vor sich hin, nahm ein Küchenmesser aus der kleinen Tasche vorne an der Schürze, die sie für gewöhnlich bei der Hausarbeit trug, und schnitt, schnipp, schnapp, kurzerhand die Leine durch. Pech nur, dass Till geradewegs die Stelle mitten über dem Fluss erreicht hatte. Und so purzelte der Junge in das kühle Nass hinein. Die vielen Zuschauer, die sich bereits am Flussufer eingefunden hatten, um seinem Treiben hoch oben auf dem Seil zuzuschauen, brachen natürlich in schallendes Gelächter aus. Triefnass entstieg Till den Fluten der Saal. „Na wartet“, rief er so laut, dass ihn alle hören könnten. „Euch werde ich es schon zeigen.“

Wie Till ein ganzes Dorf durcheinander wirbelt
Till Eulenspiegel hatte immer neue Späße auf Lager. Zumindest hielt er die Dinge, die er tat, für einen echten Spaß. Eines Tages, wieder einmal hatte er sein Hochseil über das Flüsschen Saal gespannt, da rief er Nachbarn, Freunden und Verwandten zu, sie sollten einmal mit ihm kommen. Neugierig wie alle nun einmal waren, folgten sie dem jungen Mann, zu dem Till inzwischen herangewachsen war.

Am Hochseil angekommen, bat er sie, jeweils den linken Schuh auszuziehen. „Ich will euch ein ganz besonderes Kunststück präsentieren“, erklärte er. Die Umstehenden schauten sich an. Was hatte das nun wieder zu bedeuten, schienen sie sich zu fragen. „Nun denn“, rief der erste, „dann wollen wir dem Jungen mal den Gefallen tun.“ Er zog den linken Schuh aus. Und 199 andere taten es ihm gleich. Till freute sich, sammelte die 200 linken Schuhe auf, fädelte sie an einem langen Band zusammen, um sie besser transportieren zu können, und kletterte mit seinem Bündel aufs Seil hinauf. Als er die Hälfte seiner Wegstrecke – schwer bepackt mit dem Schuhwerk seiner Mitmenschen - hoch oben in der Luft zurückgelegt hatte, da grüßte er einmal freundlich nach unten – und ließ die Schuhe, einen nach dem anderen, aus dieser luftigen Höhe zu Boden fallen. Dort herrschte schiere Aufregung! „Wo ist mein Schuh?“, „ Her damit, das ist meiner!“, und noch ganz andere Dinge riefen sich die Menschen zu. Jung und Alt purzelten durcheinander und kaum hatte einer einen der 200 Schuhe gefasst, da wurde er im glattweg wieder entrissen! Eine Rauferei entstand, über die noch Jahre später in der Stadt berichtet wurde. Als nach Stunden jeder seinen eigenen linken Schuh wieder am Fuß trug, da schwor man sich, es Till Eulenspiegel heimzuzahlen. Doch der war verschwunden und versteckte sich wochenlang in Mutters Stube.

Till schläft in einem Bienenkorb
Es war im Jahr die Zeit gekommen, dass in dem Städtchen, in dem Till Eulenspiegel mit seiner Mutter lebte, das Kirchweihfest gefeiert wurde. Dann war mächtig was los in den Straßen. Es wurde gefeiert, getanzt, getrunken. Auch Till Eulenspiegel hatte sich an diesem Tag einen kleinen Schwips angetrunken. Gegen Mittag wurde er so müde, dass er sich einen Platz zum Schlafen suchte. Auf einer Wiese unweit der Stadt wurde er fündig.

Hier hatte ein Imker seinen Bienen ein Zuhause geschaffen. Doch einer der Bienenstöcke war leer, und den erkor sich Till als Schlafplatz. Sogleich ratzte er ein. Die Stunden gingen ins Land und inzwischen hatte auch Tills Mutter das Fest verlassen. Sie dachte, Till wäre schon einmal ohne sie nach Hause gegangen. So machte sie sich keine Sorgen um seinen Verbleib. Hätte sie aber vielleicht tun sollen! Inzwischen war es nämlich Nacht geworden und Till Eulenspiegel schlummerte noch immer friedlich und sanft schnarchend in seinem Bienenkorb. Doch was waren das für zwei finstere Gesellen, die da über die Wiese schlichen?! Diebe, die in der Nacht den Imker um seine Erträge bringen wollten! „Lass uns den Korb nehmen, der am schwersten ist. Dann ist unsere Beute groß“, sagte der eine Dieb zum anderen. Und schon hoben sie sich, weil ja alles ziemlich schnell gehen muss, den Bienenkorb auf die Schultern, in dem Till Eulenspiegel saß. Der wurde durch die unsanfte Bewegung wach – und sehr ungehalten. Wer wird auch schon gerne aus den schönsten Träumen gerissen!? Doch dann lachte Till verschmitzt, beugte sich aus dem Korb hervor und zog dem, der vorne ging, feste an den Haaren. „Aua, lass das sein“, rief der so Traktierte erbost auf und schaute sich zu seinem Hintermann um. „Ich hab gar nichts gemacht“, sagte der. Und es stimmte ja auch. Aber Till Eulenspiegel hatte noch niemand entdeckt. Und so ging es hin und her. Mal neckte Till den vorne gehenden Dieb, mal den hinten gehenden. Die beiden gerieten darüber so sehr in Streit, dass sie irgendwann den Bienenkorb beiseite stellten und sich zu prügeln begannen. Wild und ausgelassen rauften sie. Und Till? Der kroch lachend aus seinem Versteck heraus und zog hinaus in die Welt.

Die Sache mit Henep und Senep
Till Eulenspiegel zog, nachdem er eines Tages seine Heimatstadt verlassen hatte, durch das Land. Er arbeitete mal hier, mal dort, denn auch ein echter Spaßmacher braucht Brot zum Leben. Eines Tages kam er an eine Burg und erzählte, er sei ein Hofjunge. Der Junker stellte ihn sogleich ein und ritt mit ihm durch das kleine Reich, um ihm alles zu zeigen. Als sie an einem Hanffeld vorbei kamen, da sagte der Junker: „Junge, wenn du solch ein Feld siehst, dann setzte einen dicken Haufen hinein. Denn aus diesem Zeug, das bei uns Henep heißt, werden Stricke für Räuber gefertigt.“ Till nickte. Das konnte er sich gut merken, auch wenn er noch nie einen so seltsamen Begriff wie Henep gehört hatte. Am nächsten Tag musste er dem Koch in der Küche helfen. Der Junker hatte viele Gäste geladen und es galt ein großes Mahl vorzubereiten. „Geh in den Keller und hole mir eine Schüssel voll Senf“, sagte der Koch. Und fügte noch schnell hinzu: „Nur damit du es weißt, bei uns heißt das Zeug Senep!“ Wieder nickte Till. Im Keller angekommen fielen Till Eulenspiegel wieder die Worte des Junkers ein. „Wenn du an Senep vorbeikommst, dann mache einen großen Haufen hinein!“ Und so tat Till Eulenspiegel wie ihm der Junker gesagt hatte. Er füllte dann den Senep in seine kleine Schüssel ab, zog seine Hose herunter und erledigte sein Geschäft. Anschließend brachte er den Senep in die Küche zurück, wo der Koch schon auf ihn gewartet hatte. Dieser trug die Schüssel zu den Herrschaften herein. Alles schien in Ordnung. Doch nach wenigen Minuten war ein ohrenbetäubender Schrei zu hören. „Koch, was servierst du uns da? Das soll Senf sein? Das ist Sch….“ Der Junker war mehr als wütend. Nun wurde Till in den Saal gerufen, in dem der Junker mit seinen Gästen zu Tisch saß. „Probier das“, befahl ihm sein Dienstherr. Doch Till schüttelte nur den Kopf. „Ich esse das nicht“, sagte er. „Ich habe mein Geschäft darauf erledigt, so wie Ihr es mir befohlen habt.“ „Du Schalk, du Narr“, tönte es Till entgegen. Ich sprach von Henep und nicht von Senep.“ Doch Till Eulenspiegel hörte nicht mehr, was der Junker noch alles zu sagen hatte. Fluchtartig hatte er die Burg verlassen.

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Till heilt Kranke
Eines Tages kam Till Eulenspiegel nach Nürnberg. An einer Kirchentür hängte er ein großes Plakat auf, auf dem geschrieben stand: „Wunderdoktor in der Stadt“. Natürlich war auch das wieder eine List des Schelms. Immerhin musste er ja Geld verdienen. Nun kam es, dass es in Nürnberg ein Spital gab, das voll belegt war. Der Direktor des Spitals rechnete sich aus, wie viel Geld er sparen könne, wenn er den Wunderdoktor engagieren könnte, um die vielen Kranken zu heilen. Und so ließ er Till Eulenspiegel zu sich kommen. 200 Taler handelte man als Verdienst aus, sollte es ihm gelingen, alle Kranken zu heilen. Das war zu damaliger Zeit ein kleines Vermögen! Till ließ alle Kranken in einem Saal zusammenkommen und bat alle anderen darum, den Raum zu verlassen. Er benötige Ruhe für seine Heilung, gab er zur Erklärung ab. Als alle Ärzte und Schwestern den Raum verlassen hatten, sprach er zu den Kranken. „Meine Liebe. Es ist so, wer der Kränkste von allen ist, der muss sich für die anderen opfern. Aus ihm stelle ich ein Pulver her, das ich den anderen zur Genesung gebe. Den Kränksten erkenne ich daran, wer zuletzt diesen Raum verlässt, nachdem ich euch aufgefordert habe zu gehen." Die Kranken atmeten einmal kräftig durch. Dann nahmen sie ihre Krücken und Gehhilfen zur Hand und rannten mir nichts dir nichts aus dem Saal heraus. Selbst diejenigen, die schon zehn Jahre und länger das Bett nicht verlassen hatten, schienen plötzlich kerngesund zu sein. Nach wenigen Minuten war das ganze Krankenhaus leer. Der Direktor freute sich und händigte sogleich Till Eulenspiegel die 200 Taler aus. „Gut gemacht“, gab er ihm noch mit auf den Weg. Till aber verließ sofort die Stadt. Und das war auch besser so. Denn drei Tage später war das Spital so voll wie zuvor. Das kam dem Direktor dann doch komisch vor. Er fragte seine Patienten, warum sie denn schon wieder da seien. Und als sie ihre Geschichte erzählt hatten, da wusste der Direktor, dass auch er auf Till Eulenspiegel reingefallen war.

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Till wird Bäckergeselle
In Braunschweig war es, da kam Till Eulenspiegel eines Tages an einer Bäckerstube vorbei, aus der es köstlich roch. „Ei“, dachte er, „das kann nett werden.“ Er ging in die Backstube hinein und gab sich dort als Bäckergeselle aus, was den Meister sehr freute, denn er suchte gerade eine helfende Hand.

Zwei Tage ging alles gut, dann sagte des Nachts der Bäckermeister zu Till, er möge die Arbeit nun alleine verrichten, er wäre zu müde und würde nun ins Bett gehen. „Was soll ich backen“, fragte Till. Doch sein Chef war ein griesgrämiger Geselle und so fuhr er Till unwirsch an: „Eulen und Meerkatzen! Du bist doch Geselle, da musst du wissen, was du backen sollst.“ Und er verschwand. Till tat, wie man ihm gesagt hatte. Er backte die ganze Nacht hindurch. Als am nächsten Morgen der Meister in der Tür stand, da traute er seinen Augen nicht. Nirgendwo war auch nur ein Brötchen oder gar Brot zu finden, nur Eulen und Meerkatzen sah er. Da trieb er Till Eulenspiegel aus dem Haus, befahl ihm aber noch, den verbrauchten Teig zu bezahlen und packte ihm alle Meerkatzen und Eulen schleunigst ein. Die wollte er nicht in seinem Laden haben! Nun war es aber so, dass am nächsten Tag Nikolaus gefeiert wurde. Und so stellte sich Till mit seinem Backwerk vor die Tür der Kirche, um seine köstlichen Leckereien den Kindern anzubieten. Die nahmen ihm das Naschwerk gerne ab und bald hatte Till viel mehr verdient, als er je für den Teig ausgegeben hatte. Als das der Bäckermeister hörte, da wollte er sich glatt das Geld wieder geben lassen. Doch Till Eulenspiegel war längst über alle Berge.

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Als Till Eulenspiegel Turmbläser war
Wenn Till Eulenspiegel einen Dienst übernahm, dann konnte sein Arbeitgeber darauf rechnen, verulkt zu werden. Dafür war der Mann, der stets mit einer auffälligen Kopfbekleidung durch die Gegend wanderte, bekannt. Aber natürlich wusste man nicht überall über seine Späße Bescheid, so dass er immer wieder jemanden fand, den er hereinlegen konnte. Dabei machte Till Eulenspiegel keine Unterschiede: ob arm oder reich, wen er sich auserkoren hatte, der war dran. So beispielsweise auch der Graf von Anhalt. Der lebte auf einer großen Burg, hatte viele Reichtümer und sah sich stets von irgendwelchen Raubrittern bedroht. Bei ihm trat Till Eulenspiegel den Dienst eines Turmbläsers an. Das heißt, er musste den lieben langen Tag hoch oben im Turm der Burg sitzen und Ausschau nach Feinden halten. Wenn er sie sah, so sollte er laut in sein Horn blasen. Da saß der arme Till nun Tag um Tag und schaute sich in der Gegend um. Doch während sein Dienstherr mit seinen Rittern stets gutes Essen auf dem Tisch hatte, vergaß man Till Eulenspiegel vollkommen. Und so laut der auch rief, niemand da unten im Burghof hörte ihn. Aber es war Till Eulenspiegel bei größter Strafe verboten, den Turm zu verlassen. Was also tun? Da sah er am Horizont schon die Feinde kommen! Doch dieses Mal tat er nicht, wie man ihm befohlen hatte. Er blies nicht in sein Horn, um vor den Feinden zu warnen. Schon hatten die Raubritter alles gestohlen, was sich ihnen in den Weg stellte, noch ehe der Graf und seine Gefolgschaft ausziehen konnten. Kaum aber war der Angriff vorbei, da stürmte der Graf in voller Rüstung auf den Turm hinauf, auf dem Till Eulenspiegel mit seinem Horn saß. Natürlich stellte der Graf ihn sofort zur Rede: „Warum hast du uns nicht vor den Feinden gewarnt?“, fragte er ziemlich böse. Doch anstatt auf die Frage zu antworten, sagte Till Eulenspiegel nur: „Warum hast du mir kein Essen geschickt? Bevor man nicht gegessen hat, kann man auch nicht ins Horn blasen.“

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Till beschlägt sein Pferd ganz „goldig“
Manche Fürsten und andere hohe Herren umgaben sich gerne mit Till Eulenspiegel. Sie hatten Freude an seiner Narretei – solange sie nicht selbst davon betroffen waren. Einer von denen war der König von Dänemark, der hatte Till wirklich fest in sein Herz geschlossen. Eines Tages da geschah es, dass Till Eulenspiegels Pferd neu beschlagen werden musste. „Bezahl“, was zu bezahlen ist“, sagte der König zu seinem Hofschreiber. „Was Till Eulenspiegel braucht, soll er bekommen.“ Till freute sich, ging sogleich zu einem Goldschmied und ließ seinem Pferd neue Hufeisen aus reinem Gold anpassen. Das gefiel ihm sehr! Dann präsentierte er dem Hofschreiber des Königs gleich die Rechnung: 100 Taler seien zu zahlen, stand da geschrieben. Der Schreiberling eilte gleich zum König und berichtete. Der König war natürlich außer sich. „100 Taler“, rief er, „da kann ich ja die Pferde einer ganzen Armee beim Hufschmied vorführen.“ Er wandte sich an Till: „Warum ist die Rechnung so hoch“, fragte der König. Und Till berichtete, dass er mit seinem Pferd bei einem Goldschmied und nicht bei einem Hufschmied gewesen sei. „Ihr habt gesagt, Majestät, was ich brauche solle ich auch bekommen. Und mein Pferd braucht nun mal goldene Hufe.“ Da sah der König von Dänemark ein, dass auch er von Till Eulenspiegel zum Narren gehalten worden war. Trotzdem blieben die beiden Freunde – bis an ihr Ende.

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Till verulkt einen Grafen
Bei einem Grafen von Anhalt hielt es Till Eulenspiegel sogar einmal recht lange aus. Der nämlich hatte Till als Turmbläser angestellt. Und das war wirklich eine angenehme Tätigkeit, sah man davon einmal ab, dass der Graf stets vergaß, seinem Mann auf dem Turm Essen zu schicken. So war es auch an jenem Tag gewesen, als er selbst mit seinen Rittern im Burghof ein großes Fest feierte und einen ganzen Ochsen am Spieß hatte. Welch ein köstliches Mahl, dachte Till Eulenspiegel, bis zu dem hinauf der köstliche Duft des Bratens gestiegen war. So blies er schnell in sein Horn. Graf und Ritter ließen alles stehen und liegen, stürmten zu ihren Pferden und ritten aus dem Burgtor hinaus, um sich tapfer den Feinden des Reiches – vor denen Till Eulenspiegel mit seinem Horn gewarnt hatte – entgegenzustellen. Kaum aber hatten diese den Burghof verlassen, stürmte Till Eulenspiegel von seinem Aussichtspunkt hoch oben im Turm die Treppen hinunter, füllte sich im Burghof sämtliche Taschen mit Köstlichkeiten, die Graf und Ritter bei ihrem unverhofften Aufbruch einfach liegen gelassen hatten, und nahm in jede Hand noch ein saftiges und großes Stück Ochsenfleisch, denn der hatte geradewegs die richtige Reife auf den Feuer erhalten. Dann kehrte er zu seinem Arbeitsplatz zurück. Als Graf von Anhalt merkte, dass sein Turmbläser falschen Alarm gegeben hatte, wurde er wütend und stellte ihn noch am gleichen Tag oben im Turm zur Rede. „Bis du noch ganz bei Trost, Alarm zu geben, wenn gar kein Feind zu sehen ist“, wollte er von Till wissen. Der jedoch, voll gefuttert mit all den vielen Leckereien, die den Herrschaften zuvor entwendet hatte sagte nur: „Dann muss ich wohl fantasiert haben. Das hat wohl der Hunger gemacht, den ich geschoben habe, weil ihr mir nichts zu essen gebracht habt.“ Natürlich wurde Till sofort entlassen.

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Till Eulenspiegel wird Soldat
Viele Berufe hat der Spaßvogel Till Eulenspiegel ausgeübt. Eines Tages, da war er sogar mal Soldat. Doch als die ersten Feinde vor den Stadttoren erschienen, da war Till der letzte, der der Stadt verließ, um sie zu verteidigen. Aber, so wird bereichtet, er war auch der erste, der wieder in der Stadt eintraf, nachdem die Feinde in die Flucht geschlagen worden waren. So geschah es auch beim zweiten, dritten und vierten Überfall auf das kleine Städtchen. Irgendwann hatte sein Oberst genug davon und stellte ihn zur Rede. „Ich habe lange Zeit nicht genug zu essen bekommen“, sagte Till frechweg. "Wenn ich wirklich als erster auf die Feinde zulaufen würde, dann würde es mir sehr schwer fallen, auch als Erster wieder in der Stadt zu sein, denn das würde ungeheure Energien kosten. Und überhaupt, diese ganze Rennerei ist nichts für mich und meine Gesundheit.“ Klar doch, dass Till Eulenspiegel von nun an kein Soldat mehr war und die Stadt sofort verließ.

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Till wird Landbesitzer
Till Eulenspiegel wurde im Laufe seines Lebens nicht nur von einem Fürst aus dem Land gejagt. Nein, da gab es eine ganze Menge, die ihn am liebsten nur von hinten sahen. So auch der Herzog von Lüneburg, den Till Eulenspiegel eines Tages ganz böse veralbert hatte. Als der Herzog das merkte, da schmiss er Till aus seinem Land heraus und drohte ihm, würde er es je wieder betreten, dann würde er ihn hängen lassen. So gekränkt war der Mann. Natürlich sah Till Eulenspiegel zu, dass er schnell aus Lüneburg verschwinden konnte, doch wie das Leben so spielt. Kaum waren ein paar Jahre ins Land gezogen, da musste Till bei einer Reise genau dieses Gebiet wieder durchqueren. Vorsichtshalber hatte er sich einen Wagen besorgt, der von einem klapprigen Gaul gezogen wurde. Und hinten, auf dem Fuhrwerk, da transportierte er eine ganze Menge Erde, in die sich Till Eulenspiegel so tief hinein gegraben hatte, dass nur noch sein Kopf mit seiner auffälligen Mütze herausblitzte. Und es kam, wie es kommen musste: er begegnete dem Herzog von Lüneburg, der ihn natürlich sogleich erkannte. „Hatte ich dir nicht gesagt, dass du ein toter Mann bist, wenn du dich noch einmal in meinem Land sehen lässt?“, schrie der Herzog Till förmlich an. Doch der blieb ruhig. „Herzog“, sagte er, „seht ihr denn nicht, dass ich gar nicht in eurem Land sitze, sondern in meinem eigenen? Die Erde hier, in der ich sitze, habe ich von einem rechtschaffenen Bauern zu einem fairen Preis erworben. Das ist meine Erde, mein Land.“ Der Herzog war sprachlos. So viel Dreistigkeit war ihm noch nicht untergekommen. „Sehe ich doch noch einmal“, sagte er, „dann lasse ich dich samt Pferd und Wagen aufhängen.“

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Wie Till Eulenspiegel einem Esel das Lesen beibrachte
Manche Leute dachten tatsächlich, dass sie einem Mann wie Till Eulenspiegel gewachsen seien. Doch in der Regel behielt der Spaßvogel stets die Oberhand.

Ein paar ganz Schlaue verlangten eines Tages von ihm, dass er einem Esel das Lesen beibringen solle. Natürlich nahm Till Eulenspiegel die Herausforderung an, sagte aber, dass er wohl rund 20 Jahre dafür brauchen würde. Das sahen die Leute, die ihm den Auftrag erteilt hatten, wohl ebenso. Und schnell war man sich einig darüber, was Till als Lohn bekommen solle. 500 Taler sogleich, 500 Taler, sobald der Esel lesen könne. Von nun an übte Till jeden Tag mit dem Tier. Er legte dazu ein großes altes Buch in die Futterkrippe, zwischen dessen Seiten er jedes Mal etwas Hafer legte. Das hatte der Esel bald spitz und so lernte er tatsächlich, mit seinem Maul Blatt für Blatt umzublättern, so dass es für Außenstehende aussah, als würde er lesen. Nach einer Woche Übung ließ Till Eulenspiegel seine Herausforderer im Stall antanzen. „Seht“, sagte er zu ihnen, „was der Esel nur in sieben Tagen gelernt hat.“ Er legte das alte Buch in die Krippe, allerdings hatte er dieses Mal keinen Hafer zwischen den Seiten versteckt und zudem dem Esel einen ganzen Tag lang nichts zu fressen gegeben.

Das hungrige Tier stürzte sich auf das Buch, blätterte, so wie es gelernt hatte, die Seiten mit dem Maul um. Zwei, drei, doch als sich auch hinter der vierten Seite noch immer keine Belohung versteckte, da wurde der Esel ungeduldig und rief so laut er konnte: „I-a. I-a.“ Till Eulenspiegel sah die Männer an. „Seht ihn nun, zwei Buchstaben hat er bereits gelernt. Morgen beginne ich mit dem O und dem U.“ Als die Herausforderer diese Worte hörten, da wussten sie, dass auch sie nicht schlau genug für Till Eulenspiegel gewesen waren. Doch noch ehe sie ihn zur Rede stellen konnten, da war er wieder einmal verschwunden.

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Till verärgert die Schneider
Als Till Eulenspiegel einmal in Rostock war, da kam er auf die Idee, alle Schneider aus der Umgebung anzuschreiben, um sie zu einem Seminar in die Stadt zu bitten. Dabei wollte er ihnen von ganz Bahn brechenden Dingen des Schneiderhandwerks berichten.

Natürlich nahmen alle Schneider der Umgebung die Einladung an. Wer möchte so einen Vortrag schon verpassen! Als sie zur verabredeten Stunde in dem Saal, den Till dafür eigens angemietet hatte, eingetroffen waren, da begann Eulenspiegel sogleich mit seinen Ausführungen.

„Meine Herren“, sagte er, „ich möchte euch gerne berichten, dass ihr nur eine Schere, einen Faden, einen Fingerhut und ein gutes Stück Stoff benötigt, um euer Handwerk auszuüben. Aber vergesst nie, in den Faden nach dem Einfädeln in das kleine Nadelöhr einen Knoten zu machen, denn sonst rutscht er euch wieder raus.“ Die Schneider sahen sich irritiert an. War das nicht das, was sie sowieso jeden Tag taten? Wo waren die Neuigkeiten, was sollten sie hier lernen?

Einem der Schneider wurde es schließlich zu bunt: „Das alles wissen wir seit 1000 Jahren“, rief er aus dem Zuschauerraum Till Eulenspiegel zu. „Wie alt bist du?“, wollte dieser wissen. Der Gefragte antwortete: „45 Jahre.“ „Wie kannst du das alles dann hier schon seit 1000 Jahren wissen“, fragte Till nun. Da war der Schneider sehr verdutzt. Und alle sahen sehr schnell ein, dass auch sie von Till Eulenspiegel veralbert worden waren. Als sie ihn aber aus der Halle jagen wollten, da war er schon weg.

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Till lässt drei Schneider wegwehen
In der Stadt Brandenburg hielt es Till Eulenspiegel ganze 14 Tage aus. Er hatte eine schöne Herberge, ganz nahe beim Marktplatz. Und wären da nicht die drei Scheidergesellen aus dem Nachbarhaus gewesen, dann wäre Till sicher noch länger in der Stadt geblieben.

Doch diese drei Gesellen hatten es auf Till abgesehen. Jedes Mal, wenn er an ihnen vorbeiging, dann machten sie sich über sein Aussehen lustig. Dazu muss man wissen, dass diese jungen Schneider stets draußen vor dem Laden arbeiteten, solange das Wetter das zuließ. Dazu holten sie jeden Morgen ein großes Brett aus der Werkstatt und legten es auf vier stabile Holzpfosten, die sie irgendwann einmal in den Boden eingelassen hatten – des sicheren Stands wegen.

Nach einigen Tagen Verhöhnerei wurde es Till Eulenspiegel zu bunt. In der Nacht, als alle schliefen, schlich er aus dem Haus und sägte alle vier Holzpfosten an. Davon hatte natürlich niemand etwas bemerkt und so legten am nächsten Morgen die drei frechen Schneidergesellen wieder ihr Brett auf die Pfosten und nahmen ihren Platz ein. Alles ging gut. Zumindest so lange, bis der Schweinehirt kam und auf seinem Horn blies, um alle Schweine aus den Häusern zu locken. Und weil an diesem Tag Markt war und die Straßen voll gestopft mit Menschen, da suchten sich die Schweine den einfachsten Weg – unterhalb des Brettes hindurch, auf dem die Schneider saßen. Und wie Schweine nun einmal so sind, sie stießen natürlich an die angesägten Pfosten, die sofort nachgaben und der Reihe nach umfielen. Die drei Schneider flogen und purzelten durcheinander. Das war ein komisches Bild. Alle Umstehenden lachten herzhaft, denn es sah aus, als wären die drei weggeweht worden. Doch niemand brachte diesen Spaß mit Till Eulenspiegel in Verbindung, denn keiner hatte ihn an diesem Morgen in der Stadt gesehen. Konnte auch niemand, denn die hatte er längst verlassen.

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Till darf nicht Kürschner werden
In manche Stadt war Till Eulenspiegels Ruf im Laufe der Zeit schon vorgedrungen. So weigerten sich die Kürschner Leipzigs doch partout, ihm eine Arbeit zu geben! Sie waren nämlich von den Kollegen aus einer Nachbarstadt vor dem Schelm gewarnt worden. Es war aber so, dass Fastnacht kurz bevor stand und sich die Kürschner Leipzigs zu einem Hasenessen treffen wollten. Till hatte davon gehört, sich ein Hasenfell besorgt und eine Katze gefangen, die er fein säuberlich in das Fell des Hasen einnähte. Dann machte er sich auf den Weg zu einem der Kürschner und bot – in Verkleidung versteht sich – dem Mann einen Hasen an. Er hätte von dem geplanten Essen gehört, sagte er. Der Kürschner war sehr froh, dass der fahrende Händler, denn für einen solchen hielt er den verkleideten Till Eulenspiegel, das Tier anbot. So musste er nicht selbst auch noch zum Markt gehen, um einen Hasen für das Festmahl zu besorgen. Er bezahlte und ging mit dem Tier zum Stammtisch in die Kneipe, wo seine Kollegen bei einem Glas Bier beisammen saßen. Einer von denen hatte seinen Jagdhund dabei, der sofort, als er die Katze im Hasenfell roch, unruhig wurde. Er begann zu bellen, was wiederum die Katze unruhig machte. Sie sprang dem Kürschner einfach vom Arm, rannte hinaus, er hinterher. Die Katze sprang auf den nächst besten Baum – und dort begann sie kläglich zu miauen. Nun wusste der Kürschner, dass Till Eulenspiegel auch ihn erwischt hatte? Oder gab es tatsächlich miauende Hasen?

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Till wird Milchhändler
Till Eulenspiegel reiste von Stadt zu Stadt. Von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. Auch in Bremen, hoch oben im Norden, machte er eines Tages Station. Dort rollte er, man mag es kaum glauben, einen riesengroßes Fass auf den Marktplatz.

Und als die Bäuerinnen mit ihren Milcheimern kamen, deren Inhalt sie gut verkaufen wollten, da sprach er die Frauen einfach an. „Füllt eure Milch hier in mein Fass“, sagte er. „Ich will es euch gut entlohnen. Die Bäuerinnen hofften auf ein gutes Geschäft und eine nach der anderen entleerte ihren Eimer in Tills Fass. Als das Fass randvoll war, da richtete Till Eulenspiegel das Wort an alle Anwesenden. „Liebe Frauen“, begann er, „ich habe heute leider kein

Geld bei mir, so dass ich eure Milch gar nicht bezahlen kann. Seid doch so lieb und kommt in zwei Wochen wieder, dann will ich eure Milch bezahlen.“ Das wollten die Frauen natürlich nicht und protestierten laut: „Gibt uns unsere Milch sofort zurück“, schrieen sie ihm entgegen. „Nehmt sie euch doch“, lachte Till. Und nun begann eine Rangelei unter den Frauen, die so in Bremen noch keiner gesehen hatte. Jede wollte die erste an dem großen Fass sein und ihren Anteil wieder aus dem Bottich holen. Die eine schubste die andere weg, und bald lag mehr Milch auf dem Boden als in den Eimer. Zwei Bäuerinnen aber stritten so heftig, dass schließlich sogar das ganze Fass umkippte – und sich der Inhalt, die kostbare Milch, wie ein See über den ganzen Marktplatz verteilte. Und wo war Till Eulenspiegel? Natürlich verschwunden.

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Eulenspiegel als Maler unterwegs
Als Till Eulenspiegel eines Tages den Landgrafen von Hessen kennen lernte, da fragte dieser ihn, welchen Beruf Till ausübe. „Ich bin Künstler“, sagte Till Eulenspiegel und wurde dabei noch nicht einmal rot. Nun freute sich der Landgraf mächtig, denn er dachte, einen Artisten vor sich zu haben. Denn diesen Eindruck macht Till Eulenspiegel ja in seinem bunten Gewand.

Als er Till aufforderte, das ein oder andere Kunststück zu zeigen, da klärte Eulenspiegel das Missverständnis schnell auf. „Ich bin ein Maler!", verkündete er nicht ohne Stolz. „Dann zeig mir einige deiner Werke“, entgegnete der Landgraf. Till zögerte einen Augenblick, zog dann aber aus der Satteltasche seines Pferdes einige Bilder flämischer Maler heraus, die er günstig erworben hatte. Diese gefielen dem Landgrafen prächtig, und so forderte er Till Eulenspiegel auf, auch ihm ein solches Kunstwerk zu schaffen. Till versprach`s, ließ sich Staffelei, Farbe und Leinwand kommen und bat sich jede Störung aus. Dann schloss er sich in dem Saal, den ihm der Landgraf zu Hessen zur Verfügung gestellt hatte, ein. Die Wochen vergingen, ohne dass auch nur irgendjemand das Bild Till Eulenspiegels zu sehen bekam. Nach 21 Tagen ließ sich der Landgraf nicht mehr abwimmeln, er bestand darauf, sofort sein Bild sehen zu dürfen. Und Till? Der willigte ein, führte den Landesherren vor die Staffelei, auf der das Bild, mit einem großen, weißen Laken bedeckt, stand. „Ich habe“, so sagte Eulenspiegel, „euren Urgroßvater mit seiner Frau und den Kindern, euren Großvater, euren Vater und gar euch selbst auf diesem Gemälde verewigt.

Allerdings birgt es ein kleines Geheimnis. Wer nämlich unehelich geboren wurde, der wird nur eine große weiße Fläche sehen.“ Dann zog er das Laken von dem Bild ab. Und der Landgraf, der sah nichts. Nur eine große weiße Fläche. Da er nun aber nicht zugeben wollte, dass er unehelich geboren sei, da schwärmte er in höchsten Tönen von dem Bild. Auch seine Frau, die Landgräfin, sah, als man sie mit ihrer Gefolgschaft gerufen hatte, natürlich nichts auf dem Bild. Wie hätte sie denn auch was sehen können. Till Eulenspiegel hatte ja nichts gemalt! Doch auch ihr und den Frauen, die bei ihr waren, erzählte der Schalk die Geschichte, wer unehelich geboren sei, der könne auf dem Bild nichts erkennen. Nun lobten alle, wie sie da standen, das Bild Eulenspiegels in den höchsten Tönen. Nur eine nicht, aber die galt wenig in dem erlauchten Kreis der Hofdamen. Sie aber sagte: „Ich sehe rein gar nichts. Und ich kann ruhig zugeben, dass ich unehelich geboren bin, das weiß eh ein jeder.“ Nun kamen auch den anderen große Zweifel. Doch als sie von Till Eulenspiegel eine Erklärung wollten, tja, da war er schon wieder weg.

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Till macht Wasser zu Wein
In Lübeck lebte einst ein Wirt, den mochten die Leute nicht gerne, weil er sie immer wieder betrog. Als Till Eulenspiegel davon hörte, machte er sich auf den Weg, um dem Mann ein Schnippchen zu schlagen. Dazu führte er einen leeren Krug und einen Krug gefüllt mit Wasser mit sich. Den vollen Krug trug er unter seinem Hemd verborgen, den leeren offen im Arm. Als Till nun bei besagtem Wirt ankam, da bat er ihn, ihm einen Krug Wein zu verkaufen. Der Wirt schickte Till in den Weinkeller, er möge sich seinen Krug selbst füllen, was der auch ohne Zögern tat – er hatte ja schließlich den leeren Krug bei sich. Dann aber sollte Eulenspiegel die Ware bezahlen und tat entrüstet, als er den Preis hört: „Zehn Taler, nein, die zahl ich nicht. Sechs würde ich euch geben für den Krug Wein.“ Der Wirt lachte. „Sechs Taler. Nie und nimmer gebe ich meinen edlen Tropfen dafür her. Gib den Krug zurück, ich fülle den Wein wieder in sein Fass.“ Unbemerkt vom Wirt hatte Till Eulenspiegel nun die Krüge getauscht, denn unter seinem Hemd trug er immer noch den, der mit Wasser gefüllt war. Und genau diesen gab er dem Wirt zurück, der hochmütig den vermeintlichen Wein ins Fass gab. Till schlich sich unterdessen weg – und hatte an diesem Abend ein wirklich köstliches Getränk.

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Till serviert „gespickten“ Apfel
In Antwerpen lernte Till Eulenspiegel eines Tages in der Gaststube seiner Herberge einen Holländer kennen, der ein wahrer Witzbold war. Allerdings war Till an diesem Tag nicht zu Späßen aufgelegt, er fühlte sich krank und hatte sich deshalb Eier weich kochen lassen, die er nun verzehren wollte. Als der Holländer die Eier sah, da sprach er Till Eulenspiegel an: „Hey du, magst du das Essen in diesem Wirtshaus nicht?!“ Und ehe sich Till Eulenspiegel versah, hatte der Mann ihm die Eier schon entrissen und – mir nichts dir nicht – verspeist. Nun gut, dacht Till, auch du wirst dein Fett abbekommen. Am nächsten Tag besorgte er sich einen herrlich großen Apfel, den er fein säuberlich aushöhlte und mit Fliegen, Maden und Larven bestückte. Dann briet er den Apfel und bestäubte ihn herrlich rund herum mit Ingwer. Welch ein Duft! Auf einem Teller trug Till Eulenspiegel den köstlich angerichteten Apfel am Abend in die Gaststube. Und gerade als er Messer und Gabel zur Hand nehmen wollte, um ihn zu verspeisen, da stürzte der Holländer auf Till Eulenspiegel zu und entriss ihm den Apfel, den er sogleich mit zwei oder drei Bissen verspeiste. Aber dann kam es: Na ja, ein paar Minuten später rannte der Holländer nämlich wie der geölte Blitz aus der Gaststube heraus und übergab sich – mehr als einmal wie man hörte.

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Till verhöhnt den Pfarrer
Natürlich gehen auch an einem Till Eulenspiegel die Jahre nicht spurlos vorüber. Immer älter wurde er und eines Tages, da lag er krank zu Bett in seinem Haus, da dachte er so vor sich hin, es wäre doch sicher gut, wenn er seine Sünden dem Pfarrer beichten würde bevor er sterben müsse. So ließ er den Pfarrer kommen und der eilte sogleich herbei, denn wenn ein Till Eulenspiegel beichten will, dann gibt es sicher einiges zu hören. Der Pfarrer setzte sich an das Bett des Kranken und hörte seine Geschichten. Dabei ging ihm durch den Kopf, dass Eulenspiegel doch in seinem ganzen Leben jede Menge Geld angesammelt haben müsste. Und da der Pfarrer keine Scheu kannte, fragte er ganz unverhohlen nach dem Geld. Till Eulenspiegel sagte: „Du sollst deinen rechtmäßigen Anteil haben. Komme morgen wieder.“ So geschah es auch. Derweil aber hatte Eulenspiegel einen Krug hergerichtet. Hinein hatte er – er war schließlich Till Eulenspiegel – einen dicken Haufen gelegt, auf den er, so dass man den Kot nicht mehr sehen konnte, einige Geldscheine gelegt hatte. Als nun der Pfarrer kam, da reichte Eulenspiegel ihm das Gefäß und der Pfarrer, begierig wie er war, griff natürlich sofort hinein. Die ersten Geldscheine fischte er schnell heraus, doch wie veränderte sich sein Gesicht, als er in Tills Exkremente fasste. Da wusste er, dass Eulenspiegel ihn sogar noch auf dem Totenbett geneckt hatte.

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Till Eulenspiegels Testament
Als die Zeit kam, das Till Eulenspiegel sterben musst, weil er alt und krank war, da machte natürlich

auch er ein Testament. In drei gleiche Teile teilte er sein Vermögen auf: ein Teil, so verfügte er es, sollte an seine Freunde gehen, der zweite Teil an den Rat der Stadt und der dritte Teil schließlich an die Kirche.

Aber, und auch das verfügte Eulenspiegel, die Truhe, in der sich das Geld befinde, dürfe erst vier Wochen nach seinem Tod geöffnet werden. Außerdem müsse sein Leichnam natürlich auf einem geweihten Fleckchen Erde auf dem Friedhof begraben werden. Gerne stimmten seine Erben zu, denn sie waren sicher: Wer sein Leben lang nur von der Narretei gelebt hatte wie Till Eulenspiegel, der musste einfach ein schönes Sümmchen Geld im Laufe seines Lebens angehäuft haben. Till Eulenspiegel also starb, wurde zu Grabe getragen und vier Wochen später, trafen sich die Erben, damit jeder sein Drittel des Vermögens mit nach Hause nehmen könne. Erstaunt aber waren alle, dass die Kiste, die Eulenspiegel ihnen hinterlassen, vollkommen leer war. Und da niemand an einen Streich von Eulenspiegel dachte, denn der war ja tot, da beschuldigten sich die Erben eben gegenseitig, das Geld gestohlen zu haben und gingen schließlich im Streit auseinander. Aber natürlich hatte Eulenspiegel nie Geld in die Kiste hinein gegeben.

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Eulenspiegel stirbt im Spital
Sein Leben lang hatte Till Eulenspiegel Schabernack getrieben. Auch sein Abschied von dieser Welt hatte ganz besondere Dimensionen. Eulenspiegel starb in einem Krankenhaus, das man früher noch Spital nannte. Sein Leichnam wurde auf eine Bahre gelegt und im Flur abgestellt, so dass sich seine Freunde in Ruhe von ihm verabschieden konnten. Doch kaum stand er dort, da bahnte sich auch schon das Spitalschwein mit seinen Ferkelchen einen Weg durch das Haus. Und siehe da, Tills Leichnam purzelte von der Bahre und die kleinen Ferkel wuselten um ihn herum. Weil aber ein Toter so nicht liegen bleiben kann, nahmen seine Freunde den toten Till Eulenspiegel und legten ihn zurück auf die Bahre. Weil alles so schnell gehen musste, übersahen sie aber, dass sie ihn auf den Bauch – und nicht auf den Rücken, so wie es sich für einen Toten gehört – gelegt hatten. Da mussten sie trotz ihrer Traurigkeit lachen. „Auch im Tod macht er noch Späße mit uns“, sagten sie, „und zeigt uns ganz deutlich, dass er nicht so begraben werden möchte wie jeder andere.“

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Till Eulenspiegels Begräbnis
Till Eulenspiegel starb in hohem Alter. Doch auch sein Begräbnis war noch mehr als wunderlich. Denn als man den toten Spaßmacher, der sein ganzes Leben lang die Menschen nur verhöhnt hatte, zu Grabe trug, da ereignete sich etwas Seltsames.

Als man nämlich den Leichnam in die Gruft hinunter lassen wollte, da riss das Seil, an dem der Sarg befestigt war und purzelte in das Grab hinein. Allerdings nicht in Waage, so wie es sich gehörte, sondern es war so, dass Till Eulenspiegel quasi auf seinen Füßen zu stehen kam. Da sagten alle, die der Beerdigung beiwohnten: „Lasst ihn so stehen. Er ist wunderlich gewesen in seinem Leben, lasst ihn wunderlich sein im Tod.“ Und so warfen sie das Grab zu und ließen Till Eulenspiegel auch im Tod auf seinen Füßen stehen. Die Freunde kauften einen Grabstein, den setzten sie ihm oben auf sein Grab. Und wer die Inschrift lesen will, der findet sie noch heute: „Diesen Stein soll niemand erhaben, hier steht Eulenspiegel begraben“.

Diese Geschichte von TILL EULENSPIEGEL (erschienen 1510) wurde von Martina Meier für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von H. Stache, R. Hansche und R. Trache hergestellt. Seiten URL: http://www.labbe.de/lesekorb/index.asp?themaid=97 Copyright © 2011 LABBÉ GmbH, D-50126 Bergheim

Till Ulenspiegels Epitaph
Markst denn wuerkelk nix, oll Bunkenknacker!? Wat wi proten, hebbt wi faak all proot’t! Dusend maal all leep ik uenner d’Suenn hen, Dusend maal all queemst du mi tomoet, Dusend maal all smeetst du mi dor uenn’n hen, Un ‘k queem dusend maal weer up de foet! Gnister mit de Tan’n, mi sall nicht graesen! Hau de Welt in Dutt – wat maakt dat mi!? All wat eenmal west hett, dat mutt waesen, Un wor Laevend is, suen ik derbi! Till Ulenspiegel (Ulenspiegel un Jan Dood, Moritz Jahns)

Till Eulenspiegel in Bernburg
Auf den Spuren von Till Eulenspiegel in der Saalestadt

Auf Eulenspiegels Spuren in Bernburg an der Saale, und warum er dem Grafen von Anhalt eine Nase drehte? Der Eulenspiegelturm auf dem Schlosse zu Bernburg (Gedicht) Till"Jedermann"als Fotomotiv Till im Paradies Till-Eulenspiegel-Figur von Paul Bölecke Till als Trinkbrunnenfigur Till als Preis Till Eulenspiegel spricht mit seinen Besuchern Till als "Stummer Diener" in der Bernburg - Information Eulenspiegel aus Holz und Elfenbein Mit Eulenspiegel auf Tour, um Bernburg (Saale) kennen zu lernen Auf Eulenspiegels Spuren in Bernburg an der Saale, und warum er dem Grafen von Anhalt eine Nase drehte?
Zitat von L. Krähenberger, Bernburg: "Was das Brandenburger Tor für Berlin ist, was die Frauentürme für München bedeuten, das ist der Eulenspiegelturm des Schlosses für Bernburg: 'Das Wahrzeichen der Stadt'. Wenn dieser gewaltige Rundturm dem Wanderer aus der Ferne winkte oder vor den Blicken der mittelalterlichen Fuhrleute auftauchte, die mit ihren schweren Frachtwagen die alte Heerstraße von Magdeburg über Bernburg nach Halle fuhren, dann erkannten sie bei guter Sicht auf freier Höhe den wegweisenden Eulenspiegelturm und wussten nun, dass sie im Tale, die alte Saalestadt Bernburg vor sich hatten." Der Eulenspiegelturm auf dem Schlosshof Mehr als 90 Geschichten sind über den berühmten und berüchtigten Schalksnarren Till Eulenspiegel oder Dyl Ulenspiegel in Deutschland und Flandern aufgeschrieben worden. Alle Welt musste seine listigen bis böswilligen Streiche ertragen. Nichts war ihm heilig, schon gar nicht die Obrigkeit. Stets war er auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Wahr oder weniger wahr ist die "Sage vom Eulenspiegel und einem Turm auf dem Bernburger Schlosse". Sie wurde ein erstes Mal zu Beginn der 19. Jh. für Anhalt-Bernburg aufgeschrieben. Die Urfassung eines volkstümlichen Gedichtes von Dr. Wilhelm Alberts ist festgehalten in der ältesten Sagensammlung Anhalts. Sie ist identisch mit der 22. Historie im ältesten bekannten Straßburger Erstbuch von 1510 / 11. Dieses avancierte zum frühen Bestseller, wurde wieder und wieder neu aufgelegt und in viele Sprachen übersetzt. So wurde der Eulenspiegel weltweit bekannt.

Till an der Tafel, Illustration von Karl Blosfeld Die Historie vom Turmwächter wurde häufiger frei nacherzählt, kurz und bündig oder weit ausschweifend. Die Erzählung wurde zur wichtigsten Sage, neben den Sagen vom Tanzwunder zu Kölbigk und vom Knecht Ruprecht, mit Beinamen Heele-Christ (Bernburger Weihnachtsmann), in Anhalt-Bernburg. Der Till ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens und der Tradition der Saalestadt. Begeben wir uns auf die Spuren des Tills rund um seinen Turm auf dem Bernburger Schlosshof. Am allgegenwärtigsten ist Till zur Karnevalszeit. Seit 1955 beginnt sein närrischer Freigang mit der Befreiung aus seinem Turm und dem Rathaussturm am 11.11., 11:11 Uhr, bis zum Aschermittwoch. Angeführt vom Elferrat des Bernburger Karnevalclubs trifft sich viel närrisches Volk auf dem Schlosshof. Lautes Rufen fordert den Till auf, von seinem Turm herunter zu steigen. Er ziert sich, antwortet den Rufern. Was, das kann allerdings niemand verstehen, und kommt herunter. Till bernimmt sofort, neben dem Elferrat, die Anführerrolle. Gemeinsam ziehen sie vor die Fenster des Rathauses. Hier ist der Oberbürgermeister bereits aufmerksam geworden. Er hat die wichtigsten Vertrauensleute um sich geschart und das Rathaustor versperrt.

Die Narren fordern die Übergabe des Rathausschlüssels für die neue Session. Es kommt zum Disput, denn freiwillig will man die Macht über die Stadt nicht abgeben. Erst ein Scheinangriff lässt den Widerstand zusammenbrechen. Der Elferrat mit Till und Gefolge besetzen das Rathaus und auf dem Balkon übergibt, für alle Bürger sichtbar, der Oberbürgermeister den Stadtschlüssel. Till ist zufrieden und friedlich ziehen die Narren ab. Am Aschermittwoch wird Till in seinen Turm zurück geführt.

Till"Jedermann"als Fotomotiv
Seit kurzem kann jeder das Narrenkostüm anprobieren. Dafür steht eine Wand mit aufgemaltem Till mit einer Öffnung für das eigene Gesicht vor dem Eingang des Museums im Schloss und eine zweite auf dem Markt der Talstadt vor der Gaststätte "Alter Markt".

Fotowand mit Till auf dem Schlosshof

Till im Paradies
Das "Paradies" ist eine im Bernburger Land bekannte Ausflugsgaststätte. Viele Generationen erinnern sich an diesen beliebten Ort der Erholung und Unterhaltung, weil hier ein Märchengarten zu besichtigen ist. Am Eingang zum Garten steht die wohl älteste Skulptur vom Eulenspiegel in Bernburg. 1935 ist die Figur von Max Zahn, einem Bernburger Architekten und Alfred Lahne, der Gründer des Märchengartens, aufgestellt worden. Der Gastwirt Lahne war es auch, der immer wieder Puppen auf Spielzeugmessen kaufte und so ein einzigartiges Grimmsches-Märchen- Paradies schuf. Heute, im Zeitalter der Kybernetik, haben Automaten in Märchengestalt das Spielzeug abgelöst.

Till begrüßt die Gäste der Ausfluggaststätte "Paradies"

Till-Eulenspiegel-Figur von Paul Bölecke
Aus Stein gehauen steht der Till, mit einer Wurst in der Hand und rückwärts gewand, den Zurückbleibenden eine lange Nase drehend, seit 1961 als Skulptur in Bernburg. 1961 feierte die Saalestadt in Anhalt ihre 1000. Jahrfeier. Zwei Jahre zuvor, am 07.10.1959, erhielt der Könneraner Bildhauer Paul Bölecke den Auftrag von der Stadt Bernburg (Saale) eine Steinfigur des Turmwächters Till auf der Burg Bernburg zu schaffen. Bölecke schuf eine Skulptur aus Rothenburger Sandstein von der Unteren Saale. Die Figur ist 1,50 m hoch und steht auf einem 20 cm hohen Sockel. Sie wurde zum genannten Anlass mit einem Brunnen auf dem damaligen Marx Engels- Platz, heute Karlsplatz, aufgestellt. Vor dem TillEulenspiegel-Brunnen war ein kleiner Steingarten angelegt. Zum Steingarten gehörte eine Bodenplatte mit der Inschrift: "Die Sage der Bernburger Heimat erzählt: Durch falsches Signal erlistetes Mahl hat Eulenspiegel verschlungen. Der Streich ist ihm gelungen. Nach vielen Schelmenstücken kehrt er Bernburg den Rücken". Till in Stein von Paul Bölecke vor dem Rathaus II Jahrzehntelang stand Till dort, im Zentrum der Stadt. Anfang der 90-iger wurde die Figur häufiger beschädigt oder verunstaltet. Sie wurde aus diesem Grund umgesetzt und steht nun sicher auf der Grünfläche an der Ostseite der ehemaligen Reitbahn des Schlosses, dem heutigen Rathaus II, gegenüber dem Theater.

Till als Trinkbrunnenfigur
Auf halbem Wege zwischen der Fußgängerbrücke und dem Karlsplatz, die Wilhelmstraße hinauf, hockt ein nackter Till auf einer Säule. Seine Kleider hängen herunter. Nichts Närrisches unterscheidet ihn mehr von anderen Menschen. Der EulenspiegelTrinkbrunnen wurde am 31. März 2000 an der Nebenstraße "Kleine Wilhelmstraße" enthüllt. Die Bronzeplastik ist ein Werk des Quedlinburger Künstlers Prof. Wolfgang Dreysse . Der Auftrag zum Brunnen wurde bereits zur DDR-Zeit vom Rat der Stadt Bernburg an Dreysse vergeben. Dreysse unterstreicht die Aussage seines Werkes mit den Worten in Bronze: "Man wird nicht als Eulenspiegel geboren ... ." Eulenspiegel-Trinkbrunnenfigur von Wolfgang Dreysse in der Kleinen Wilhelmstraße

Till als Preis
Die Saalestadt in Anhalt entwickelt sich zu einer bekannten Kabarett-Festival-Stadt in Deutschland. Im Jahr 1999 fand das 1. Festival statt. Jedes Jahr Ende Oktober -Anfang November wird Bernburg zum Mekka des politisch-satirischen Kabaretts. Vielleicht war es der Till im Kopf der Bernburger Kulturleute, bekannte Kabarettisten aus ganz Deutschland an die städtischen Bühnen zu holen. Wie auch immer! Mit der Bundesvereinigung Kabarett e.V. haben sie einen kompetenten und für Bernburg engagierten Partner gewinnen können. Das Festival hat viel Freunde und Laien-Kabarettisten in Bernburg gefunden und ist zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens geworden. Der Höhepunkt ist die Verleihung des Tills an Deutschlands beliebteste Kabarettisten. Die handliche Hartzinnfigur ist eine Verkleinerung der Eulenspiegelskulptur von Paul Bölecke Spöttergewölbe im Metropol – Spielstätte der Theater GmbH

Erhalten haben den Preis bisher:
Klaus Döll 2000 Dieter Hallervorden 2001 Günther Kulbe 2002 Rainer Otto 2003

Dieter Hallervorden anlässlich der Verleihung des Tills zum 5. Kabarett–Festival in Bernburg

Till Eulenspiegel spricht mit seinen Besuchern
Wie denn, was denn, ist er leibhaftig wieder da? Aber nein! Moderne Technik macht es möglich. Eine lebensgroße Eulenspiegelfigur, elektronisch gesteuert, beweglich und sprechend, wohnt in der sogenannten Türmerstube des Eulenspiegelturmes. Unter historischem Dach erzählt er den Besuchern in einem ca. 5 Minuten Vortrag "Tills-Streiche" auf Knopfdruck.

Mit der lebensnahen Erzählung der 22. Eulenspiegelepisode "Eulenspiegel verdingt sich beim Grafen von Anhalt als Turmbläser" wirbt die Saalestadt nachhaltig dafür, zu den bedeutenden Eulenspiegel-Städten zu gehören. Die Eröffnung des Turmes am 9. Juli 2004 war eine Veranstaltung der besonderen Art, denn keine geringeren als Deutschlands bekanntesten v.l.n.r. Ingo Insterburg, Till Eulenspiegel und Karl Dall "Blödel-Barden", Ingo Insterburg und Karl Dall waren in der Türmerstube die ersten, denen er sein Erlebnis erzählen konnte. Auf Insterburg, der das Gymnasium beim Schloss besuchte, fiel häufig der Schatten des Turmes, so dass ein sehr früher Einfluss des "Till-Geistes" nicht auszuschließen ist.

Till als "Stummer Diener" in der Bernburg Information
Seit 2005 wacht ein Till auch an der Tür der Bernburger Stadtinformation am Lindenplatz. Der Holzbildhauermeister Ulf Knaul aus Bernburg schuf die 1. 40 Meter große Holzfigur. Die Familie Knaul ist seit Jahrzehnten in Bernburg mit einer Werkstatt ansässig. Unweit von der Stadtinformation ist ihr Geschäft am Karlsplatz zu finden.

Holzplastik von Ulf Knaul in der Stadtinformation

Eulenspiegel aus Holz und Elfenbein
Seit dem Frühjahr 2006 ist das Museum im Schloss der neue Eigentümer einer rätselhaften Till ? Eulenspiegel Plastik. Ein unbekannter Künstler hat einen Eulenspiegel aus Holz, das Gesicht und die Hände fein aus Elfenbein geschnitzt. Eine allegorische Eulenspiegeldarstellung von hoher künstlerischer Qualität, datiert um 1900. Drei zu Füßen sitzende Affen (mit Smaragdaugen) symbolisieren seine Eigenschaft seinen Mitmenschen nachzuäffen. Auf dem Kopf sitzt die Eule als Sinnbild der Klugheit. Fein "ausbalanciert" resultieren daraus seine bekannten, in derb ? humoristischer Sprache vorgetragenen Narrenstreiche gegen alle gesellschaftlichen Schichten der Zeit. Im Kuppelsaal des Eulenspiegelturms ist die 58 cm hohe Figur in einer Vitrine ausgestellt.

Mit Eulenspiegel auf Tour, um Bernburg (Saale) kennen zu lernen
Seit den großen Ferien 2007 fest im Sommerprogramm des Museums Schloss Bernburg und ständig abrufbar, sind Eulenspiegel-Projekte für Jung und Alt.

Ansichtskarte des Museums im Schloss zur Sommerferienaktion "Eulenspiegelprojekte" Ansichtskarte des Museums im Schloss zur Sommerferienaktion "Eulenspiegelprojekte" Die Museumspädagogen bieten einen "Eulenspiegel-Erlebnistag" in Bernburg an. Der mit einem Gaukler-Frühstück in der Türmerstube beginnt und Museumstheater mit Filmdreh vorsieht. Danach begibt man sich auf die Suche nach Till. Hat man Ortegefunden, an denen er sich aufhielt, wird dies auf einer Karte abgestempelt. Wer alle Orte aufsucht nimmt an einem Wettbewerb teil und könnte zum Gewinner werden. Weitere Angebote sind Eulenspiegel-Kindergeburtstagsfeiern oder die Mitgliedschaft im exklusiven Eulenspiegel-Kinderclub. Recherchiert und fotografiert: Uwe Hennig Stadtverwaltung Bernburg (Saale) Tel. / Fax: 0049 (0)3471 659 161 / 659 300 E-Mail: uwe.hennig.stadt__@__bernburg.de

Till Eulenspiegel in Braunschweig

Till Eulenspiegel monument, Braunschweig

[Ger.,=owl-mirror, hence English Owlglass], a north German peasant clown of the 14th cent. who was immortalized in chapbooks describing his practical jokes on clerics and townsfolk. The first Till chapbook (c.1500) was probably in Saxon, but the story it told spread all over Europe and North Britain. Till is the hero of a tone poem by Richard Strauss and of many novels, poems, and stories. (bartleby.com) There is a story about his stay in Braunschweig, where he found a job as baker's assistant. After working for two days, the master baker ordered Till to bake all night on his own. When Till asked "What should I bake?", the master answered sneeringly "You are a baker's assistant, and ask what to bake? What do people usually bake? Owls and long-tailed monkeys?". When the master woke up the next morning, he found neither rolls nor cakes. Instead, many owls and long-tailed monkeys. He got angry, said he couldn't sell these things, and ordered TIll to pay for the dough. Till paid, and left with his bakery products. Till didn't need long time to figure out what to do with it, as it was the day before St.Nicolaus. He sold all his products in front of the church, and earned even more money than he had to pay to the baker. The people loved his extraordinary products. (bs-net.de)

Till Eulenspiegel in Mainz Siehe naehste Seite : Mainz, Am Samstag 02.01.2010 wurde die 2,50 Meter hohe, von Professor Eberhard Linke geschaffene Bronzefigur, auf dem Rondell über der Ein- und Ausfahrt der Theater-Tiefgarage am Kronberger Hof, ganz in der Nähe der MCC-Geschäftsstelle, enthüllt. http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/8135223.htm

Progress-Filmillustrierte 6/57 - Die Abenteuer des Till Ulenspiegel mit Gerard Philipe, Jean Vilar & Fernand Ledoux

ULENSPIEGEL – OPER
Oper in drei Aufzügen Libretto und Musik von Walter Braunfels

In der Reihe »Opernentdeckungen des 20. Jahrhunderts«

Geplante Aufzeichnung durch Deutschlandradio Kultur und mdr FIGARO Fr, 28.01.2011 | 19.30 Uhr Bühnen der Stadt Gera - Großes Haus Karten PREMIERE Fr, 04.02.2011 | 19.30 Uhr

Beschreibung

Die Musik zu ›Ulenspiegel‹ ist ausgezeichnet. Jedesmal, wenn ich so nach einiger Zeit wieder hineinschaue, bin ich frappiert über die Treffsicherheit, die Menge rhythmischer Ideen ... Wilhelm Furtwängler

Till Eulenspiegel hat den Schalk im Nacken. Doch als die Spanier in seine Heimatstadt Gent einziehen und die heilige Inquisition verkünden, legt er sich mit den Ablasspriestern an. Der Protestant Eulenspiegel flieht nach Vlissingen, wo ihm seine Geliebte Nele die Nachricht vom Tod des Vaters durch die Inquisition überbringt. Eulenspiegel schwört Rache und ruft die Bürger von Vlissingen zum Kampf gegen die Spanier auf.

Mit »Ulenspiegel« setzt Theater&Philharmonie Thüringen die vielbeachtete Reihe der »Opernentdeckungen des 20. Jahrhunderts« fort. Walter Braunfels (1882-1954) war Anfang des 20. Jahrhunderts einer der erfolgreichsten Komponisten Deutschlands. Die Uraufführung seiner Oper »Die Vögel« 1920 in München war ein überwältigender internationaler Erfolg. 1925 wurde er vom Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer zum Leiter der dortigen Musikhochschule berufen. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Braunfels als »Halbjude« alle seine Ämter und erhielt Aufführungsverbot.

Die Oper »Ulenspiegel« wurde am 4. November 1913 am Königlichen Hoftheater Stuttgart unter der musikalischen Leitung von Max von Schillings uraufgeführt. Nachdem der Komponist 1918 zum katholischen Glauben konvertiert war, wollte er sich nicht mehr mit diesem Stoff auseinandersetzen. In Gera besteht nun erstmals wieder die Gelegenheit, diese Oper zu erleben. Für das Bühnenbild zeichnet der Architekt Stephan Braunfels (Pinakothek der Moderne, München; Regierungsbauten, Berlin) verantwortlich, ein Enkel des Komponisten.

Walter Braunfels Ulenspiegel Handlung I. Aufzug Erste Szene Zu nächtlicher Stunde versammeln sich die Genter Handwerker. Sie sind wegen des Eintreffens spanischer Truppen unter der Führung des Herzogs Alba in großer Besorgnis und befürchten, ihre Freiheiten und Privilegien zu verlieren.

Der Profoß verkündet einen Erlass, wonach Herzog Alba den unbedingten Gehorsam seiner Untergebenen einfordert. Till Ulenspiegel verspottet seine Mitbürger und die Ablasspriester gleichermaßen und entzieht sich deren Zugriff durch die Flucht.

Zweite Szene Klas, Tills Vater, beklagt mit seiner Ziehtochter Nele das Regiment der Spanier. Till eilt herbei, auf der Flucht vor seinen Verfolgern. Kaum hat er sich von seiner geliebten Nele verabschiedet, tritt der Profoß auf und setzt Klas gefangen. Durch Einsatz der Folter will er Tills Fluchtziel in Erfahrung bringen. II. Aufzug Erste Szene Till ist die Flucht zu den Geusen, also zu gleichgesinnten Widerstandskämpfern, gelungen. Gepeinigt von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen sieht er das traurige Schicksal von Klas voraus. Als Nele plötzlich auftritt, bringt sie ihm die traurige Nachricht von Klasens Tod. Da die vom Profoß angeordnete Folter, so Neles Bericht, erfolglos geblieben war, wurde Klas der Inquisition übergeben und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Till schwört Rache. Zweite Szene Till und Nele überzeugen die Geusen von der Notwendigkeit, gegen die Spanier in den Kampf zu ziehen. III. Aufzug Erste Szene Frauen sollen zur Vollstreckung des Urteils der Inquisition auf Scheiterhaufen verbrannt werden. Mönche intonieren dazu das lateinische Requiem. Angeführt von Till gelingt den Geusen die Befreiung ihrer Glaubens - und Volksgenossen. Während die Frauen fliehen, kommt es zu einem Kampf, in dessen Verlauf Till in Gefangenschaft gerät. Zweite und dritte Szene In Erwartung seines nahen Todes hält Till Neles Auftritt zunächst für eine Sinnestäuschung. Nele möchte mit ihm fliehen, um irgendwo in Freiheit und Frieden zu leben. Doch Till will weiter kämpfen, um den Tod des Vaters zu rächen. Während Till zum Tode verurteilt wird, sieht er noch einmal den Kampf der Vlamen und Geusen gegen die Spanier. Nele stellt sich schützend vor ihn und stirbt.

Titre LA LEGENDE D'ULENSPIEGEL Auteur CHARLES DE COSTER Editeur
CLUB FRANCAIS DU LIVRE Paris, 1956

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Edition hors-commerce, tirée à 8.000 exemplaires numérotés de 10.001 à 18 000.
15 illustrations en hors texte de reproductions de gravures . Format : 22 x 14. 413 pages, . Reliure d'Editeur , illustrée sur le premier plat. Intérieur correct

CHARLES DE COSTER ET THYL ULENSPIEGEL

Charles De Coster 1827-1879. A vécu méconnu et pauvrement d'un salaire de professeur de français à l'Ecole Militaire, alors installée à l'abbaye de la Cambre. Oeuvre : Les Aventures de Thyl Ulenspiegel. 1867. Ecrite en un français archaïsant, d'après une ancienne légende germanique, transposée dans la Flandre du 16ème siècle. Silhouette en médaillon de Charles De Coster. (Bruxelles retrouvé 2 p 174).

Boekverslag Charles de Coster
TIJL UILENSPIEGEL

Uitgeversmaatschappij The Reader’s Digest Amsterdam, 1993 (eerste druk in 1867), aantal blz. 541. Het verhaal begint als Tijl Uilenspiegel geboren wordt. Zijn ouders zijn Klaas en Soeteke. Rond dezelfde tijd wordt er bij Katelijne, hun buurvrouw, een meisje geboren, hoewel ze niet getrouwd was. Daarom wordt het meisje, dat Nele heet bij Klaas en Soeteke opgevoed. Tijl wordt zes keer gedoopt. Keizer Karel krijgt ook een zoon: Filips. Deze blijft in het boek voorkomen als een wreed misbaksel. De keizer voerde plakkaten in tegen het ketterse geloof. De verrader krijgt de helft van het bezit van het slachtoffer, de keizer de rest. Klaas had ook een broer die hij af en toe bezocht. Die broer was erg verbitterd omdat hij teveel onrechtvaardigheid had meegemaakt. In het dorp Damme woonde verder ook nog Lamme, die erg dik was. Omdat hij zo goed was had hij als bijnaam ‘Goedzak’. Tijl groeit op als een deugniet en pleziermaker. Overal kon hij wel wat grappen uithalen. Hij had ook altijd een raak antwoord klaar. Tijl bouwde een hut waarin hij de mensen vertelde wat ze waren. Dat was altijd raak. Hij zei: ik ben ulen spiegel (= U-lieden spiegel of dus jullie spiegel.) Zo kwam hij aan zijn bijnaam. Tijl en Nele raken verliefd op elkaar, hoewel Tijl ook nog wel graag met andere vrouwen meegaat. Gent wordt door keizer Karel verwoest. Daaruit blijkt wel de wreedheid van de keizer. Filips trouwde met Maria van Portugal maar voelde geen liefde voor haar. Hij ging door met al zijn wrede spelletjes. Hij genoot als mensen of dieren pijn leden, maar hij lachte nooit. Uilenspiegel wordt opgepakt omdat hij zich in een café tegen het Roomse geloof uitsprak. Hij wordt veroordeeld en moet een pelgrimstocht naar Rome maken. Onderweg zorgt hij door vele grappen voor plezier. Doordat hij de mensen te slim af is komt hij vaak aan gratis eten.

Ondertussen wordt Katelijne veroordeeld als toverkol. Dat zorgt ervoor dat ze voor altijd gek wordt. Tijl spreekt in Rome de paus en keert weer terug naar Damme. Als hij weer terug is hoort hij dat Klaas gevangen is genomen. Hij is verraden door een visverkoper en wordt tot de dood veroordeeld. Hij wordt in Damme verbrand. Midden in de nacht halen Soeteke en Tijl wat as weg, dat Tijl voor altijd op zijn borst zal dragen. Soeteke krijgt van Josse, Klaas’ broer, zevenhonderd carolusguldens die ze goed verstopt. Later worden Soeteke en Tijl ook nog aangeklaagd, maar ze worden beiden vrijgelaten. Bij Soeteke thuis komt een man, de vriend van Katelijne op bezoek. Hij heeft zich vermomd als de duivel. Hij doodt zijn vriend en rooft later ook de zevenhonderd guldens. Soeteke sterft later ook, zodat Tijl wees wordt. In een visioen zien Tijl en Nele dat Vlaanderen gered moet worden door de Zeven te vinden. Daarom gaat Tijl op reis om ze te zoeken. Hij neemt Lamme ‘Goedzak’ mee, die zijn vrouw gaat zoeken. Ze komen in allerlei steden. Overal halen ze grappen uit. Ook brengen ze een vervolger van de ketters zo’n schrik aan, dat hij nooit meer wat gedaan heeft. Uiteindelijk sluiten Tijl en Lamme zich aan bij de Geuzen. Ondertussen is in Damme een groot proces gaande tegen Katelijne en haar vriend, die kapitein in een leger blijkt te zijn. De kapitein wordt ter dood veroordeeld en Katelijne wordt getest of ze een heks is: ze wordt in het water gegooid. Omdat ze zinkt blijkt dat ze geen heks is. Ze wordt snel gered, maar sterft toch aan onderkoeling. Nele sluit zich nu ook aan bij de Geuzen. Dan blijkt aan het einde van het boek, dat de Zeven staan voor de Zeven Deugden die de Zeven Ondeugden moeten vervangen. Een zeer korte samenvatting, onderverdeeld in delen Het boek bestaat uit vijf delen die onderverdeeld zijn in een groot aantal, soms zeer korte hoofdstukken. Het eerste deel sluit het meest aan bij de volkse overlevering. Het beschrijft de zorgeloze jeugd van Tijl, zijn vele schalkse streken en zijn verplichte pelgrimage naar Rome nadat hij de katholieke kerk heeft bespot. Katelijne en Soeteke worden gefolterd en Klaas komt als ketter op de brandstapel terecht. Vanaf dat moment verandert de houding van Uilenspiegel volkomen. Hij neemt zich voor de dood van zijn vader te wreken. Een terugkerend zinnetje is dan De as van Klaas klopt op mijn borst. De vrolijke zorgeloze Tijl is een gezworen vijand van de Spanjaarden en de katholieke kerk geworden. In het tweede deel trekt Tijl – samen met Lamme Goedzak, die op zoek is naar zijn

vrouw – door de Nederlanden en verleent hij als spion diensten aan Willem van Oranje. Zijn streken staan nu in dienst van een ideaal; zijn persoonlijke strijd is verbonden met die van een volk. In het derde deel sluit Tijl zich aan bij de bosgeuzen en wreekt hij zich op de man die zijn vader Klaas heeft aangegeven bij de inquisitie. In het vierde deel zijn Tijl en Lamme Goedzak watergeuzen; in het vijfde deel vindt Lamme zijn vrouw en vestigen Tijl en Nele zich na de Pacificatie van Gent (1576) in Zeeland.

Tijl Uilenspiegel in Damme
Sinds mensenheugenis worden Damme en Tijl Uilenspiegel in één adem genoemd. Werd de schalkse held trouwens niet geboren in het Zwinstadje en stond hij er met zijn onafscheidelijke Nele en boertige Lamme Goedzak niet bekend als ontembare geus en fratsenmaker? Het beeld van Uilenspiegel als symbool van de Vlaamse volksziel is verrassend genoeg vrij nieuw. Het ontstond in het geniale brein van de Franstalige Brusselse romanschrijver Charles De Coster, auteur in 1867 van 'La Légende d'Ulenspiegel'. De oorspronkelijke Uilenspiegel voert ons echter een heel ander personage ten tonele. Volgens recente ontdekkingen ontsproot hij omstreeks 1500 uit de pen van Hermann Bote, een notoire stadsschrijver uit het Duitse Braunschweig. Voor Bote was Uilenspiegel een brutale schurk, die de regels van de welvoeglijkheid systematisch met de voeten trad en 'de wereld op zijn kop zette', kortom een zootje ongeregeld. De conservatieve auteur schreef voor de elite van zijn stad en wilde met zijn werk aantonen hoe een samenleving zonder beschaving, beheerst door de uil als zinnebeeld van zonde en kwaad, ten onder zou gaan. Moraliserend hield hij zijn medeburgers een waarschuwende spiegel voor en pleitte voor recht en orde binnen de traditionele standenmaatschappij, zoals die door God gewild was. Dit maatschappijbeeld was in die tijd zeker geen uitzondering. Zo schilderde Pieter Breughel in zijn 'Boerenbruiloft' allerlei scènes die het best gemeden konden worden en ook de humanist Erasmus wees in zijn 'Lof der Zotheid' op de perversiteit van de lagere klasse. En wat te denken over de spraakmakende schilderijen van Jeroen Bosch? Charles De Coster voerde in zijn roman een heel andere Uilenspiegel ten tonele. Hij is nu een rasechte Vlaming, geboren en getogen in Damme. De scherpe kanten van de duivelse schurk werden afgevlakt tot wat fratsen en schelmenstreken van een guitige grappenmaker. Toch was er meer. 'Omdat de asse van zijn vader Klaas op zijn borst klopte', groeide Tijl uit tot de voorman van het gewapend verzet, telkens als zijn volk verdrukt werd. Hij nam het op tegen de fanatieke en gehate Spaanse koning Filips II, zijn leeftijdsgenoot en zoon van Keizer Karel. Aan de zijde van de geuzen van Oranje streed hij tegen de gevreesde, katholieke inquisitie. Sindsdien werd Uilenspiegel misbruikt door alle mogelijke ideologieën en als symbool voor hun boodschap ingezet. In de boerenkrijg nam hij de zeis op tegen de sansculotten, in de Eerste Wereldoorlog werd hij als oprechte flamingant door de Duitsers gefusilleerd en enkele generaties later schaamteloos voor de kar van de nazi's gespannen. Ieder zijn Uilenspiegel! Onze volksheld is ook de gedroomde hoofdpersoon van jeugdboeken en de vedette van stripverhalen, held in films, theaterstukken, oratoria en liederen. Vrije radio's en restaurants dragen zijn naam. Er is Uilenspiegelkaas en Uilenspiegelbier. In het collectieve geheugen bekleedt hij een ereplaats naast figuren als Reinaert de Vos, Don Quichot, Figaro en andere. Zijn avonturen werden in vrijwel alle Europese landen vertaald. Telkens als Uilenspiegel verschijnt, gebeurt er iets! Hij zet de boel op stelten, draait de wereld op zijn kop en toont ons in zijn spiegel ons ware doen en laten.

Volksverhalen
(http://nl.wikipedia.org/wiki/Tijl_Uilenspiegel) Er bestaan veel volksverhalen over Tijl Uilenspiegel.

Hoe Uilenspiegel zich als smid verhuurde
Uilenspiegel woonde bij een smid in Rostock, die tegen knechten die niet genoeg aanbliezen zei: hier met die blaasbalg. Toen dit tegen Uilenspiegel werd gezegd, liep hij de smid achterna naar de binnenplaats. Uilenspiegel biedt aan ook de andere blaasbalgen te halen, maar de smid draagt hem op de blaasbalg terug te zetten. Voor straf wekt de smid zijn knechten zeven dagen lang elke nacht om middernacht. Hij gaat zelf weer slapen en Uilenspiegel vraagt waarom ze wakker gemaakt worden. De smid legt uit dat knechten maar de halve nacht op bed mogen liggen en Uilenspiegel komt de volgende nacht met het bed aan zijn rug gebonden. Uilenspiegel legt uit dat het zijn gewoonte is dat het bed een halve nacht op hem ligt. De baas draagt op het bed terug op zijn plaats te zetten en Uilenspiegel moet daarboven uit het huis komen. Uilenspiegel zet het bed op zijn plaats, pakt een ladder en breekt het dak af. Als de smid op zolder gaat kijken, ziet hij wat er is gebeurd. Hij wil Uilenspiegel met een zwaard achterna gaan, maar de knechten leggen uit dat Uilenspiegel alleen maar heeft gedaan wat de smid heeft opgedragen.

Hoe Uilenspiegel in Bamberg voor geld at
Uilenspiegel gaat van Neurenberg naar Bamberg en komt bij een herberg. De waardin vraagt of hij iets wil eten en Uilenspiegel zegt arm te zijn en gratis eten verlangt. De waardin zegt dat ze bij de slager en de bakker niks voor niets krijgt en legt uit dat je voor vierentwintig penning aan de grote tafel eet. Eten aan de kleine tafels kost achttien penning en wie eet met haar gezin, betaalt twaalf penning. Uilenspiegel gaat aan de grote tafel zitten en eet zich vol. Als hij wil vertrekken, vraagt hij vierentwintig penning van de waardin. Hij zegt dat hij dood was gegaan als hij nog meer had gegeten en de waardin geeft toe dat hij voor vier man gegeten heeft. Ze stuurt Uilenspiegel weg zonder dat hij moet betalen. Een gratis maaltijd is nog te doen, maar geld toegeven wil ze niet. Uilenspiegel vertrekt zonder dank ontvangen te hebben.

Tijl Uilenspiegel en de gierige pastoor
Tijl Uilenspiegel kwam in de stad Antwerpen waar een pastoor leefde die zo gierig was dat hij zijn voedsel met niemand wilde delen, zelfs niet met zijn parochianen die er tamelijk mager uit zagen. In plaats daarvan preekt de pastoor dat ze beter mager en hongerig kunnen zijn, dan gulzig en inhalig. Tijl hoorde direct al wat de pastoor riep, maar hij kende dit soort mensen en hij besloot de pastoor een lesje te leren. Hij vroeg aan de pastoor of hij bij hem kon werken als koster. Dat vond de pastoor goed, want Tijl had zo'n sullige gezicht getrokken dat de pastoor geloofde dat hij te dom was om hem te bedriegen. Tijl had op de eerste dag al het eten uit de kelder van de pastoor gestolen en op Pasen, toen het feest was, deelde Tijl als koster het eten aan de hongerige parochianen in de kerk en buiten begonnen ze ervan te eten. Intussen had de pastoor ontdekt dat Tijl zijn kelder had geplunderd. Hij was woest en hij eiste het eten terug. Tijl antwoordde daarop tegen de pastoor dat hij beter mager en sober kon zijn, dan gulzig en inhalig. De pastoor werd nog kwader, maar durfde niet tegen Tijl in te gaan.

Tijl Uilenspiegel bedriegt de adel
Tijl Uilenspiegel was in Gent en liet daar weten dat hij rond Gent zou vliegen. De adel vond dat mooi om te zien en ze besluiten te gaan kijken. Tijl Uilenspiegel vraagt alvorens aan de rijke adel om goudstukken te geven. De adel betaalde en Tijl Uilenspiegel klom de kerktoren in en voordat hij zou vliegen riep hij aan de adel dat hij dacht dat hij de enige gek van Gent was, maar hij weet nu dat de adel nog gekker is dan hijzelf. Zij gaven een gek die beweert te kunnen vliegen hun geld en komen dan ook nog kijken hoe die gek gaat vliegen. Daarom is de adel nog gekker dan hijzelf. De adel schaamt zich hevig en kwamen tot de ontdekking dat ze inderdaad zot waren om een gek te geloven. Zodoende kreeg Tijl een flinke som geld om zijn vliegkunst te tonen zonder dat hij ooit heeft gevlogen.

Tijl Uilenspiegel en het beeld van Sint-Maarten
Tijl Uilenspiegel kwam in Oudenaarde waar hij in dienst treedt tot de legercommandant Korjuin die zo'n omvangrijke buik heeft dat Tijl goed besefte dat deze zich volpropt met eten. Korjuin maakte van Tijl zijn huismeester, omdat hij naar het slagveld moet gaan om tegen de geuzen te strijden. Tijl ontdekte dat in de kelder een hoop heerlijke hammen, gebraden speenvarken, lammeren en reigerpasteien staan. Ook staan er een vat bier uit Antwerpen en ook een vat wijn uit Orleans. Hij stal al het eten uit de kelder en verstopte deze in de kerk waar hij heerlijk van smikkelde. Een week later komt Korjuin terug en Tijl vertelde hem dat zijn kelder was beroofd door de gemaskerde mannen die hem hadden gedwongen het eten te geven. Tijl geloofde dat het geuzen waren. Korjuin wilde weten waar de geuzen zijn. Tijl vertelde Korjuin dat ze waarschijnlijk in de kerk zitten, omdat ze daar veilig zijn van geweld. In de kerk mag geen geweld worden gepleegd. Korjuin ging naar de kerk en trof daar het eten aan bij het heilige beeld van Sint-Maarten. Hij gelooft dat Sint-Maarten zijn eten heeft gestolen. Korjuin werd zo kwaad dat hij met zijn zwaard het hoofd van het heilige beeld van Sint-Maarten afhakte. Dat was een zeer zware misdaad, een heiligschennis. Korjuin vreesde voor de inquisitie en Tijl raadde hem aan dat hij voor Sint-Maarten moet spelen, net zolang totdat zijn soldaten een nieuwe beeld hebben gemaakt.

Tijl Uilenspiegel
Uit Wikipedia, de vrije encyclopedie

Afbeelding uit 1515

Afbeelding uit 1519

Sculptuur in Mölln, de voeten en duim zijn glad doordat de mensen het beeld aanraken voor geluk.

Tijl Uilenspiegel is een personage uit Nederlands-Duitse folklore, die in Vlaanderen legendarisch werd als de held in Charles de Costers roman. Volgens de legende was Uilenspiegel een deugniet die vrij als een vogel in de zestiende eeuw door de Nederlanden en Duitsland (daar bekend als Till Eulenspiegel) trok en iedereen voor de gek hield met zijn streken. In De Costers roman wordt Uilenspiegel bijgestaan door zijn goedmoedige dikke vriend Lamme Goedzak en zijn vriendin Nele. In De Costers verhalen heeft Tijl behalve zijn schelmenreputatie ook de status van verzetsheld tegen de Spaanse bezetting van de Nederlanden in de 16e eeuw.

Geschiedenis
Hoewel Charles de Coster de in het Nederlandse taalgebied bekendste versie van het Uilenspiegelpersonage heeft nagelaten, is Tijl toch geen vrucht van zijn verbeelding. De eerste verhalen over Tijl Uilenspiegel verschenen rond 1500 in Duitsland. Herman Bote, stadsklerk van Brunswijk, schreef een aantal grappige anekdotes over een personage genaamd "Dyl Ulenspeghel". Deze middeleeuwse Uilenspiegel verschilt op veel punten van de latere negentiende-eeuwse roman: de politieke en maatschappijkritische dimensie ontbreekt en de humor is veel platvloerser, op het vulgaire af. Zijn naam verklaart zijn talent mensen voor de gek te houden. De uil was toen nog een symbool van domheid (vandaar dat er op schilderijen van Jheronimus Bosch bij domme personages vaak een uil te zien is, vergelijk ook het woord 'uilskuiken' en de Vlaamse uitdrukking "'t is nogal een uil." ('t is nogal een domkop)). De spiegel fungeert als ding waarin mensen zich zien zoals ze zijn: "zo dom als een uil". De schalkse Tijl laat de mensen zien zoals ze zijn, zonder enige schroom. Vandaar zijn naam, die hij zelf in de eerste pagina's van het boek verklaart: "Ik ben ulieden spiegel," Ulenspiegel. Het boek vormde de basis voor vele volksverhalen uit de zestiende eeuw over hetzelfde personage. In de Nederlanden werd tussen 1525 en 1547 in Antwerpen door Michiel van Hoochstraten het eerste boek over Tijl Uilenspiegel gedrukt . De volledige titel luidde: "Ulenspieghel, Van Ulenspieghels leven ende schimpelijcke wercken, en de wonderlijcke avontueren die hij hadde want hij en liet hem geen boeverie verdrieten".

De bekendste versie van het verhaal echter is die van de (Franstalige) Belgische auteur Charles de Coster: "La Légende et les Aventures héroïques, joyeuses et glorieuses d'Ulenspiegel et de Lamme Goedzak au pays de Flandres et ailleurs" (1867). De Coster laat Tijl geboren worden in het West-Vlaamse Damme (de eerste zin van het boek luidt: "Toen de meimaand de bloemen van de meidoorn deed ontluiken, werd Uilenspiegel, de zoon van Klaas, in Damme geboren"). Tijl ziet het levenslicht in 1527, op dezelfde dag als Filips II. De Tijl Uilenspiegel van De Coster is meer dan een luchthartige vagebond en kwajongen: hij is een Vlaamse vrijheidsstrijder die aan de zijde van de Geuzen tegen de Spaanse overheersing vecht. Sindsdien wordt Uilenspiegel met Vlaanderen geassocieerd, hoewel de oorspronkelijke, middeleeuwse Uilenspiegel deze patriottische dimensie niet bezat. De eerste Nederlandse vertaling van De Costers bewerking verscheen in 1896.

Tijl Uilenspiegel : Vlaams, liberaal, antiklerikaal
Charles de Coster en de Vlaamse beweging
Charles de Coster werd in 1827 in München geboren als kind van een Waalse vader en een Vlaamse moeder. Hoewel hij Franstalig was, koesterde hij een grote sympathie voor de cultuur en volkstaal van Vlaanderen. Het idee voor zijn roman ontstond tijdens zijn studies aan de Université Libre de Bruxelles (ULB), waar zijn vriend Félicien Rops in 1856 een satiristisch tijdschrift had opgericht: "Uylenspiegel. Journal des débats littéraires et politiques". De Tijl Uilenspiegel van Charles de Coster is, zoals we al eerder zagen, een vrijheiddsstrijder: een Vlaamse Ivanhoe of Willem Tell, die aan de zijde van de Geuzen tegen de Spaanse overheersing vecht. De vermakelijke dialogen tussen de twee personages doen onmiskenbaar denken aan dat andere onsterfelijke meester-en-knecht-duo: Don Quichot en Sancho Panza. De in die jaren bloeiende Vlaamse Beweging, die ijverde voor het heropleven van de Vlaamse cultuur, sloot deze strijdbare, flamingante Tijl in haar hart. Zo werd de De Costers roman, contradictorisch genoeg, een Franstalige hulde aan Vlaanderen...

Het liberalisme van Tijl Uilenspiegel
De Tijl van Charles De Coster heeft een vrijzinnige, vrijgevochten levensvisie, net zoals zijn schepper, met een drang naar waarheid en eerlijkheid. En net zoals de schrijver zelf werd Tijl een sociaal-bewogen figuur, bezeten door een drang naar zelfbeschikking in een brede humanistische instelling.

Een onverbeterlijke papenvreter
De antiklerikale elementen komen al in het begin van het boek aan bod als de pasgeboren Tijl maar liefst zes keer gedoopt wordt op één dag. Toch is Tijl op zich geen godsdiensthater. Wel uit hij scherpe kritiek op de godsdienstoorlogen (het boek speelt zich af tijdens de hoogtijdagen van de Contrareformatie) en de kettervervolgingen die het land teisteren. Zijn vader komt op de brandstapel, verdacht van Lutherse sympathieën, de min Kathelijne verliest haar verstand na de vreselijke folteringen die zij, beschuldigd van hekserij, moet doormaken. Uilenspiegel observeert en klaagt het onrecht en de misbruiken van de inquisitie aan: een vrijbuiter die, letterlijk, god noch gebod kent: zo verhuurt hij zich bij de pastoor en steelt diens paard, en verkoopt hij paardenmest aan Joden, hen

wijsmakend dat het om profetische korrels gaat waarmee ze de wederkomst van de messias kunnen voorspellen. Gestraft en veroordeeld tot het maken van een bedevaart naar Rome neemt Tijl ook de paus zelf in het ootje!

"Tijl Uilenspiegel" later herwerkt en bewerkt
Het boek van Charles de Coster is bewerkt door vele andere auteurs:
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Eén van de bekendste bewerkingen is de theaterversie die Hugo Claus in 1965 van de Uilenspiegel-legende maakte. Willy Vandersteen maakte twee stripalbums rond Tijl Uilenspiegel, maar voegde er een vleugje van zijn eigen fantasie aan toe. Er wordt ook in de stripreeks Suske en Wiske een paar keer naar Uilenspiegel verwezen. In De stalen bloempot (1950) wandelen Lambik en Wiske langs de haven van Amoras, wanneer Lambik de knappe verwezenlijkingen van Vlamingen in het verleden begint te roemen, waaronder ook Tijl Uilenspiegel. Wiske merkt echter op: "Als je maar niet vergeet dat Lamme Goedzak de makker van Tijl Uilenspiegel was mag je voortpraten, Lambik." In De Krimson-crisis (1988) wordt Tijl Uilenspiegel naar het heden geflitst. Richard Strauss schreef in 1896 het symfonisch gedicht (Till Eulenspiegels lustige Streiche), geïnspireerd op de legende. In 1961 liep de Vlaamse tv-serie Tijl Uilenspiegel op de BRT.

La Légende et les Aventures héroïques, joyeuses et glorieuses d'Ulenspiegel et de Lamme Goedzak au pays de Flandres et ailleurs
Hoog boven de beeldengroep op het Zand uit kijkt Tijl Uilenspiegel over Brugge uit en tuurt in de richting van Damme, de plaats van waar hij volgens de legende afkomstig was. Uilenspiegel was een deugniet die vrij als een vogel door het zestiendeeeuwse Vlaanderen trok en iedereen voor de gek hield met zijn streken. Hij werd bijgestaan door zijn goedmoedige dikke vriend Lamme Goedzak en zijn vriendin Nele. De bekendste versie van het verhaal is die van de Belgische auteur Charles de Coster: "La Légende et les Aventures héroïques, joyeuses et glorieuses d'Ulenspiegel et de Lamme Goedzak au pays de Flandres et ailleurs" uit 1867. De Coster laat Tijl geboren worden in het West-Vlaamse Damme. De Tijl Uilenspiegel van De Coster is meer dan een luchthartige vagebond en kwajongen: hij is een Vlaamse vrijheidsstrijder die aan de zijde van de Geuzen tegen de Spaanse overheersing vecht. Sindsdien wordt Uilenspiegel als een verzetsheld van Vlaanderen beschouwd. Hij is de Vlaamse Willem Tell. De vermakelijke dialogen tussen de twee personages doen onmiskenbaar denken aan dat andere onsterfelijke meester-enknecht-duo: Don Quichot en Sancho Panza. De eerste Nederlandse vertaling van De Costers bewerking verscheen pas in 1896. Uilenspiegels naam verklaart zijn talent mensen voor de gek te houden. De uil was een symbool van domheid (vandaar dat er op schilderijen van Jeroen Bosch bij domme personages vaak een uil te zien is, vergelijk ook het woord 'uilskuiken'. De spiegel fungeert als ding waarin mensen zich zien zoals ze zijn: zo dom als een uil. Tijl laat de mensen zien zoals ze zijn, zonder enige schroom. Vandaar zijn naam, die hij zelf in de eerste pagina's van het boek verklaart: "Ik ben ulieden spiegel''.

Tijl heeft scherpe kritiek op de godsdienstoorlogen (het boek speelt zich af tijdens de hoogtijdagen van de Contrareformatie) en de kettervervolgingen die het land teisteren. Zijn vader komt op de brandstapel, verdacht van Lutherse sympathieën, de min Kathelijne verliest haar verstand na de vreselijke folteringen die zij, beschuldigd van hekserij, moet doormaken . Uilenspiegel observeert en klaagt het onrecht en de misbruiken van de inquisitie aan: een vrijbuiter die, letterlijk, god noch gebod kent: zo verhuurt hij zich bij de pastoor en steelt diens paard, en verkoopt hij paardenmest aan de Joden, hen wijsmakend dat het om profetische korrels gaat waarmee ze de wederkomst van de messias kunnen voorspellen. Gestraft en veroordeeld tot het maken van een bedevaart naar Rome neemt Tijl ook de paus zelf in het ootje!

TILL EULENSPIEGEL
From Wikipedia, the free encyclopedia For the Strauss tone poem, see Till Eulenspiegel's Merry Pranks. The prankster Till Eulenspiegel, depicted with owl and mirror (Straßburg edition of 1515) Till Eulenspiegel was an impudent trickster figure who originated in the Middle Low German folklore and was disseminated in popular printed editions narrating the string of lightly connected episodes that outlined his picaresque career, primarily in Germany, the Low Countries and France. He made his main entrance in English-speaking culture late in the nineteenth century as Owlglass, but was first mentioned in English literature by Ben Jonson in his comedy play The Alchemist.

Origin and tradition
"General opinion now tends to regard Till Eulenspiegel (also: Thijl Ulenspiegel) as an entirely imaginary figure around whose name was gathered a cycle of tales popular in the Middle Ages," Ruth Michaelis-Jena observes[1] "Yet legendary figures need a definite background to make them memorable and Till needed the reality of the Braunschweig landscape and real towns to which he could travel—Cologne, Rostock, Bremen and Marburg among them—and whose burghers become the victims of his pranks." According to the tradition, he was born in Kneitlingen near Brunswick around 1300. He travelled through the Holy Roman Empire, especially Northern Germany, but also the Low Countries, Bohemia, and Italy. In the legend, he is presented as a trickster or fool who played practical jokes on his contemporaries, exposing vices at every turn, greed and folly, hypocrisy and foolishness. "The fulcrum of his wit in a large number of the tales is his literal interpretation of figurative language."[2] Anything that can go wrong in communication, does go wrong. And it is not the exception that communication does not work without complications, but it is the rule. In the model of communication Till Eulenspiegel is the inherent, unpredictable factor of complication that can throw into disarray any communication, whether with oneself or others. These irritations in communication amounting to conflicts have the potential of effecting mental paradigm changes, increases in the level of consciousness, and in the end leading to truth. Although craftsmen are featured as the main victims of his pranks, neither the nobility nor the pope are exempt from being fooled by him. Ultimately, Eulenspiegel's pranks are not primarily about the exposure of human weaknesses and malice but the implicit breaking up and sublation of a given status of consciousness by means of negation itself (animus) as that which Eulenspiegel embodies. The common element of the Eulenspiegel stories consists by and large in turning the mental horizon prevailing in them upside down and unseating it by a higher one. (Others of his pranks are less ambitious: they consist of tricking someone into eating, or otherwise involving themselves with, Till's bowel-movements.

For instance, in one story he rolls his faeces into little balls and sells them to Jews in Frankfurt/Main as "prophet's berries"; in another he covers the contents of his chamber pot with a layer of coins and invites a greedy priest to reach into his money-jar and take as much charity as he can grasp.[3] Yet even these provocative ones, being fiction, too, and thus to be read metaphorically, are also means to the end indicated above.) The German term "Landfahrer" (≈ "vagrant") defines Eulenspiegel's social position best and most comprehensively. In his highly pronounced mobility are expressed the animus-inspired Late Middle Ages. Thus Till Eulenspiegel implicitly personifies the constitution of consciousness of this times. With Eulenspiegel's death occurs the entry of the embodied trickster-animus into the medium of things spiritual, the form of existence of pure spirituality so that the soul has seen through itself by way of its own spirituality and knows itself as living spiritual life: Eulenspiegel is still alive.[4] While he is unlikely to have been based on an historic person, by the sixteenth century Eulenspiegel was said to have died in Mölln, near Lübeck, of the Black Death in 1350, according to a gravestone attributed to him there, which was noted by Fynes Moryson in his Itinerary, 1591.[5] "Don't move this stone, let that be clear - Eulenspiegel's buried here[6]" is written on the stone in Low German.

The tales in print
Till Eulenspiegel in Mölln The two earliest printed editions,[7] in Early New High German, "Ein kurtzweilig Lesen von Dyl Ulenspiegel, geboren uß dem Land zu Brunßwick, wie er sein leben volbracht hat …", are Johannes Grüninger's in Strassburg, 1510–11 and 1515.[8] In spite of often-repeated suggestions to the effect "that the name 'Eulenspiegel' was used in tales of rogues and liars in Lower Saxony as early as 1400",[9] previous references to a Till Eulenspiegel actually turn out to be surprisingly elusive, Paul Oppenheimer concludes.[10] The authorship is attributed to Hermann Bote. Puns that do not work in High German indicate that the book was written in Low German first and translated into High German in order to find a larger audience, although more recent research throws this into question. The literal translation of the High German name "Eulenspiegel" gives "owl mirror", two symbols that identify Till Eulenspiegel in crude popular woodcuts (illustration). However, the original Low German is believed to be ul'n Spegel, meaning "wipe the arse". In the eighteenth century, German satirists adopted episodes for social satire, and in the nineteenth and early twentiethcentury versions of the tales are bowdlerized, to render them fit for children, who had come to be considered their chief natural audience, by expurgating their many scatological references.[11] In the current Oppenheimer edition (see above) scatological stories abound, beginning with Till's early childhood (in which he rides behind his father and exposes his rear-end to the townspeople) and persisting until his death bed (where he tricks a priest into soiling his hands with feces).[12]

Current popularity
The book has been translated, often in mutilated versions, into many languages. The are two museums in Germany featuring Till Eulenspiegel. One is located in the small town of Schöppenstedt in Lower Saxony, which is nearby his supposed birthplace. The other is located in the supposed place of his death, the city of Mölln in Schleswig-Holstein.
[editSee • • • • • • • • •

also

Hermann Bote: Eulenspiegel. (Auswahl aus tiefenpsychologischer Sicht). Stuttgart: ibidem-Verlag 2009, ISBN 978-389821-981-5 The Legend of Thyl Ulenspiegel and Lamme Goedzak, an 1867 novel by Charles De Coster Till Eulenspiegels lustige Streiche, a tone poem by Richard Strauss, 1894–95, Op. 28. a 1916 ballet by the Ballets Russes, see Vaslav Nijinsky, later adapted by George Balanchine for Jerome Robbins at New York City Ballet a verse by Gerhart Hauptmann, titled Till Eulenspiegel (1927) Nasreddin, Medieval Middle Eastern literature has a character similar to Eulenspiegel Hershele Ostropoler, an early-19th-century Jewish prankster similar in character to Eulenspiegel Sly Peter, a Bulgarian and Macedonian character similar to Eulenspiegel Kenneth R. H. Mackenzie’s translation, "Master Tyll Owlglass: His Marvellous Adventures and Rare Conceits", published in London by George Routledge, 1859 (U.S. edition published in Boston by Ticknor and Fields, 1860).

External links
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German translation of the 1510 book Till Eulenspiegel Museum Two example Eulenspiegel Stories translated to English among others Till Eulenspiegel the merry prankster by John M. Gaustad and Walt Vogdes http://www.steincollectors.org/library/articles/Eulenspiegel/Eulenspiegel.html

Footnotes
1. ^ Ruth Michaelis-Jena, "Eulenspiegel and Münchhausen: Two German Folk Heroes", Folklore 97.1 (1986:101-108) p. 102. 2. ^ Peter E. Carels, "Eulenspiegel and Company Visit the Eighteenth Century" Modern Language Studies 10.3 (Autumn 1980:3-11) p. 3. 3. ^ Till Eulenspiegel: His Adventures by Anon., translated by Paul Oppenheimer. Publisher: Routledge; 4 edition (August 8, 2001) ISBN 0415937639 4. ^ Bote, Hermann, Eulenspiegel, 2009. 5. ^ John A. Walz, "Fynes Moryson and the Tomb of Till Eulenspiegel" Modern Language Notes 42.7 (November 1927:465-466) p 465; Walz quotes Moryson's description of "a famous Jester Oulenspiegell (whom we call Owlyglasse)": "the towns-men yeerly keepe a feast for his memory, and yet show the apparell he was wont to weare." The earliest reference to the gravestone is of the mid-sixteenth century, in Riemar Kock's Lübscher Chronik. By the seventeenth century it was noted as "often renewed".

6. ^ “Disen Stein sol nieman erhaben. Hie stat Ulenspiegel begraben. Anno domini MCCCL jar” (Diesen Stein soll niemand erhaben, hier steht Eulenspiegel begraben; http://www.eulenwelt.de/interessantes_eulenspiegel.htm) 7. ^ Fragmentary manuscripts of ca. 1510 were found by Honegger, and an almost complete manuscript of Grüninger's 1510-11 edition by Paul Ulrich hucker in 1975 (Paul Oppenheimer, Till Eulenspiegel: His Adventures" (1991), Introduction, p. xxix). 8. ^ The early editions have been translated by Paul Oppenheimer as A Pleasant Vintage of Till, Eulenspiegel (Wesleyan University Press) 1972, with introduction and critical apparatus; Oppenheimer, Till Eulenspiegel: His Adventures was published in the Garland Library of Medieval Literature, 1991 9. ^ Michaelis-Jena 1986:102. 10. ^ Oppenheimer 1991, Introduction, p. xxx. 11. ^ Carels 1980. 12. ^ Oppenheimer, Introduction Retrieved from "http://en.wikipedia.org/wiki/Till_Eulenspiegel" Categories: Medieval literature | Medieval legends | 14th century in Europe | German books | Fictional German people | Jesters | German folklore | Characters of European folklore | Wolfenbüttel (district) | Humor and wit characters
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