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OVDJE SU 3 RAZLIČITE SKRIPTE, SVAKA JE DOBRA NA


SVOJ NAČIN I I DOBRO SE NADOPUNJAVAJU
1. SKRIPTA
Faust
Goethes Arbeitsphasen:

Goethe begann "Faust" als 24-Jähriger und beendete ihn als 82-Jähriger. Der
Stoff begleitete ihn also sein ganzes Leben lang.

-> 1. Phase 1772-1775 Goethe schrieb in Frankfurt seinen Urfaust.Er


bestand nur aus Gelehrtentragödie und Gretchentragödie.Er war inspiriert vom
Prozess und der Hinrichtung der Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt,
weshalb in dieser ersten, Urfaust genannten Fassung die Liebestragödie um
Gretchen im Vordergrund steht. Der Urfaust beginnt mit Fausts Monolog im
Studierzimmer. Mephisto tritt auf, aber der eigentliche Teufelspakt fehlt.

-> 2. Phase 1788-1790 Seine Italienreise.1790 als er zurück kam, erschied


„Faust-Ein Phragment“.Aus dem Urfaust entwickelte Goethe die Fassung Faust,
ein Fragment, die 1788 vollendet war und 1790 gedruckt wurde. Gegenüber
dem Urfaust ist das Faustfragment um einen Dialog mit Mephisto erweitert, in
dem der Teufelspakt jedoch noch unausgesprochen bleibt. Neu
hinzugekommen ist die Szene Hexenküche,Wald und Höhle, Dom:

->3. Phase 1797-1803 Faust. Eine Tragödie. – 1797 fügte Goethe dem
Fragment die einleitenden Szenen Zueignung, Vorspiel auf dem Theater und
Prolog im Himmel( Vor dem Tor und beide Studierzimmerszenen) hinzuDazu
kamen noch beide Studierzimmer Szenen,die Szene vor dem Tor und
Walpurgisnacht.Das Werk ging als Faust. Eine Tragödie. für die Ostermesse
1808 in Druck. Aus der Geschichte um ein unglücklich gemachtes Mädchen und
einen verzweifelten Wissenschaftler war ein Menschheitsdrama zwischen
Himmel und Hölle geworden.

->4.Phase 1825-1831 Goethe hat sich nur dem Faust II gewidmet. 1827
veröffentlichte er den ,,Helena Akt" (Untertitel: ,,Klassisch-romantische
Phantasmagorie = Trugbild, Täuschung ) in der „Ausgabe letzter Hand“. Entstehung
der Faust Dichtung zieht sich 60 Jahre hin.

Der historische Faust/ historische Figur:

Georgius Faustus, Das Geburtsjahr ist sehr umstritten, so wird von 1480 oder 1481
gesprochen, aber auch von 1466.Faust war ein unsteter Arzt und ein Alchemist
(frühere Form der Chemie und Pharmakologie. Auch bekannt als
Pseudowissenschaften). Er führte magische Kunststücke vor und stellte Horoskope.
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Dies brachte ihm auch seinen negativen Ruf, so trat er in den laufenden Jahren in
vielen süddeutschen Städten als Arzt, Doctor der Philosophie, Wunderheiler und
Alchemist auf. Das negative Bild von Faust wurde von der Kirche unterstützt, die ihn
als Gotteslästerer und Teufelsbündler beschimpfte. Faust Tod wird auf 1540/41 datiert.
Faust führte im „Hotel zum Löwen“ in Staufen im Breisgau chemische Versuche durch.
Angeblich versuchte er Gold herzustellen. Bei einer Explosion starb er. Sein Leichnam
sei „grässlich deformiert“ gewesen, so dass man sagte, der Teufel selbst habe sich
seiner Seele bemächtigt.

Die erste gedruckte Fassung der Sage ist die Historia von D. Johann Fausten aus dem
Jahr 1587. 1588 erschien die englische Übersetzung der Historia unter den Namen „A
Ballad of the life and death of doctor Faustus“. In England schrieb Christopher Marlowe
das erste Faustdrama zur gleichen Zeit. Besonders beliebt war Fausts Puppenspiel .
Goethe lernte als Kind das Puppenspiel und später auch das Volksbuch von Dr. Faust
kennen.

Drei Einleitungsszenen in Faust:


->Zueignung Goethe spricht darin die Personen des Dramas selbst an, berichtet vom
Erwachen des Schaffensprozesses und gibt die Gefühle wieder, die sich seiner dabei
bemächtigt haben. In der "Zueignung" berichtet Goethe vom Schaffensprozess des
Werkes und seiner autobiographischen Dimension. In der Zueignung macht sich der
Dichter sein gesamtes Werk neu zu eigen, er drängt ihn zur Weiterarbeit.
->Vorspiel auf dem Theater Ein Theaterdirektor, ein Dichter und die Lustige Person
(gemeint ist ein Schauspieler) streiten über Sinn und Zweck eines gelungenen
Theaterspiels. Der Direktor betont dessen unternehmerische, der Dichter die
künstlerische, die Lustige Person die unterhaltende Absicht. Der Dichter ist der
Vertreter der geistigen Ideale.

->Prolog im Himmel nimmt das erste Mal Bezug auf die eigentliche Handlung des
Faust. In Anlehnung an die Hiobswette im Alten Testament will Mephistopheles mit
Gott um die Seele des Faust wetten. (Die Szene spielt im Himmel, Gott, Mephisto und
die 3 Engel sprechen, zum ersten Mal kommen Karaktere aus dem Buch vor). Das
Thema des Gesprächs zwischen Gott und dem Teufel in Anwesenheit von Engeln ist an
das Buch Hiob im Alten Testament angelehnt und bildet den großen Rahmen, in
welchem fortan die Handlung des Dramas spielt. Mephisto wird direkt, Faust indirekt
vorgestellt und die scheinbare Wette zwischen Mephisto und Gott als tragendes
Handlungselement des Dramas abgeschlossen.

Gelehrtentragödie:

In der ersten Szene „Nacht“ befindet sich Faust in seinem beengtem


Studierzimmer.Faust hat die vier Disziplinen Philosophie, Jura, Medizin und Theologie
studiert und ist trotz seines großen und umfassenden Wissens mit seiner Erkenntnis
um die Welt unzufrieden geblieben. Die Methoden der Wissenschaft scheinen ihm
nicht als hinreichend, dass von ihm Gewünschte zu erfahren und er wendet sich der
Magie hin. Verzweifelt will Faust sich mit einer Phiole Gift töten. Durch die
Osterglocken wird er jedoch vom Selbstmord abgehalten,da sie in ihm die
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Erinnerungen an glückliche Kindertage weckten: „Erinnerung hält mich nun mit
kindlichem Gefühle / Vom letzten, ernsten Schritt zurück.“
Faust übersetzt den Anfang des Johannesevangeliums, wobei er sich recht schwer tut,
denn er weiß nicht, auf welche Weise er den Anfang des selben zu deuten hat,was
Mephistopheles dazu führt Faust zu stören. Dann tritt er in Erscheinung und gibt sich
zu erkennen.Bei der zweiten Begegnung kommt es zu einer Wette. Im sogenannten
Teufelspakt verpflichtet sich Mephistopheles, Faust im Diesseits zu dienen und hier
alle Wünsche zu erfüllen. Im Gegenzug ist Faust bereit, dem Teufel seine Seele zu
überantworten, falls es diesem gelingen sollte, Faust so zufrieden zu stellen, dass er
zum Augenblicke sagt: Verweile doch! Du bist so schön, dann verliert Faust seine
Seele an den Teufel. Dieses Abkommen wird mit Blut besiegelt. Da Faust bisher weder
durch wissenschaftliches Erkenntnisstreben, noch durch Magie befriedigt werden
konnte, will Mephisto ihn nun zu den sinnlichen Freuden bringen. Fausts Bündnis mit
Mephistopheles macht die eigentliche Tragik der Gelehrtentragödie aus.

Gretchentragödie:

Mit der Szene "Straße" beginnt die sogenannte "Gretchentragödie", die durch die
Szenen in "Auerbachs Keller" und in der "Hexenküche" mit der Verjüngung Fausts
vorbereitet wird. Mephisto führt Faust in eine Hexenküche, in der ihm ein Zaubertrank
verabreicht wird, der ihn verjüngt und ihm jede Frau begehrenswert erscheinen lässt.
Bereits vorher wird er durch die schöne Helena, die er im Zauberspiegel erblickt, in
Bann geschlagen und liebestoll gemacht. Faust bietet dem von der Beichte
kommenden Gretchen seine Begleitung an. Das aus einfachen Verhältnissen
stammende Mädchen weist ihn zurück. Faust ist von Gretchens Aussehen und Wesen
eingenommen: So etwas hab ich nie gesehn. Er ist entzückt von ihr aber als Mephisto
kommt ,wird sein Entzücken in sexuelle Gier verwandelt. Mit der Drohung, andernfalls
den Pakt zu brechen, fordert Faust von Mephisto, ihm Gretchen noch am gleichen Tag
als Geliebte zu verschaffen. Mephisto, der die Beichte belauscht hat, wendet ein, er
habe keine Gewalt über das unschuldige Mädchen. Nachdem Faust sich das erste Mal
mit Gretchen getroffen hat und sie ihre Liebe füreinander offenbart haben, sieht Faust
die Welt wieder viel positiver. In der Szene ,,Wald und Höhle" bewundert Faust wieder
die Schönheit der Natur. Aber Mephistopheles zerstört auch hier Fausts Glück. In der
Szene ,,Marthens Garten" versucht Gretchen Faust auf den rechten Weg zu bringen.
Sie offenbart ihm auch, dass sie Mephistopheles hasst und Schlechtes bei ihm spürt.
Das reine Mädchen spürt das Böse, so wie schon vorher ihre Mutter die Herkunft des
Schmuckkästchens spürte.
In dieser Szene gibt Faust Gretchen auch die Schlaftropfen. Das Paar will nur von
Gretchens Mutter ungestört bleiben, aber Mephistopheles hat Faust Gift gegeben und
macht so die beiden schuldig. Gretchen fragt noch ob sie die Tropfen ihrer Mutter
geben könne, und Faust antwortet, sie könne ihm vertrauen. Mephistopheles macht
ihn vertrauensunwürdig. In der Szene ,,Am Brunnen" erfährt Gretchen, wie mit
Mädchen umgegangen wird, die ein Kind unverheiratet bekommen. So ist ihr später
bewusst, wie die Leute auf sie reagieren. Aber sie glaubt auch jetzt schon zu
erkennen, dass ihr das gleiche widerfahren wird. Gleichzeitig weiß sie aber auch, dass
ihr Motiv die Liebe ist und sie entschuldigt. Sie sagt ,,Doch alles was mich dazu trieb,
Gott! war so gut! Ach, war so lieb!". Sie betet in der nächsten Szene zur Mutter Gottes,
um Gnade und Rettung zu erflehen. Gretchen hat in ihrer Verzweiflung das
neugeborene Kind ertränkt, ist dafür zum Tode verurteilt worden und erwartet ihre

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Hinrichtung. Faust fühlt sein schuldhaftes Versagen und macht Mephisto
Vorhaltungen, der aber deutet ihn darauf hin, dass Faust selbst Gretchen ins
Verderben gestürzt habe. Gretchen ist dem Wahn verfallen und erkennt anfangs Faust
nicht mehr. Dieser will sie zur Flucht überreden, doch sie weigert sich, weil sie
erkennt, dass Faust sie nicht mehr liebt, sie nur mehr bemitleidet. Gretchen bewahrt
so für sich die reine Liebe. Als sie Mephisto sieht, erschrickt sie und empfiehlt sich
Gott: „Gericht Gottes! Dir hab ich mich übergeben!“. Die Gretchen- Tragödie endet
zwar mit dem Tod Gretchens, nicht aber mit ihrer Vernichtung. Sie hat bei Gott ihren
Platz gefunden.

Funktion der Gesellschaft:

Gretchens Schicksal hat historische Hintegründe.Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein
war es kirchlicherBrauch, ein Mädchen, dass ein uneheliches Kind erwartet, öffentlich
zu entehren. Noch zu Goethes Zeiten wurden solche Mädchen in der Kirche vor
versammeltere Gemeinde bloßgestellt. Die reichen haben die Kirchenbuße mit Geld
bezahlt.Das Ansehen einer Sünderin aus dem einfachen Volk, die sich von der
Kirchenbuße nicht freikaufen konnte, war durch die Öffentliche bloßstellung ruiniert,
sie konnte keine Ehe mehr schließen, keine Anstellung finden, sie geriet in ein
Außenseiterdasein, weil keine Gesellschaftliche gruppierung, oft nicht einmal mehr die
eigene Familie, wie sich an Valentin zeigt, für sie Verständnis aufzubringen und sie zu
intergrieren bereit war.Dies war die Hauptursachen der vielen Kindestötungen, die mit
dem Tod bestraft wurden.

Die Entwicklung Gretchens:


In der Gretchen Tragödie sind insgesamt drei Lieder eingebettet: Die Ballade vom
König in Thule,das Spinnradlied und das Gebet „Ach neige, Du Schmerzenreiche“
.Anhand dieser Lieder lässt sich die Entwicklung Gretchens von der unschuldigen
Bürgerstochter zur Geliebten Fausts nachvollziehen. Die Ballade vom König in Thule
Gretchen singt dieses Lied in einer Angstsituation, um sich zu beruhigen („Mir läuft ein
Schauer übern ganzen Leib – Bin doch ein töricht furchtsam Weib!“ V. 2756-2757).
Während des Liedes zieht sie sich aus und macht sich damit frei von äußeren
Zwängen und Normen. In ihrem Gesang bekennt sie sich zu einer vorbehaltlosen,
ewigen Liebe, die zu allem bereit ist. Das Spinnradlied Im Gegensatz zum ersten Lied
dient dieses zur Reflexion der persönlichen Situation, Gretchen legt ihre eigenen
Gedanken dar. Das Gebet im Zwinger ist der letzte monologische Text Gretchens.
Nachdem die Schwangere „am Brunnen“ erfahren hat, was auf sie zukommt, fleht
Gretchen an die Muttergottes und den barmherzigen Vater wieder. Sie erkennt ihre
Schuldund bittet die göttliche Kraft um Vergebung.In der Liebesbeziehung zu Faust
entwickelt sich Gretchen von einem naiv-unschuldigen Mädchen zu einer Geliebten,
deren Geist verwirrt und Herz gebrochen wird und die sich schuldig macht. Doch mit
ihrem Gebet bekennt sie sich zu dieser Schuld und wird damit zu einem Gegner
Mephistos, der gegen diesen unerschütterten göttlichen Glauben nichts unternehmen
kann. Trotz ihrer irdischen Hinrichtung gilt Gretchen am Ende als „gerettet!“ (V. 4612).

Verhältnis zwischen Faust und Mephisto:

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Nach der Wette trennen sich di beiden nich mehr. Beide sind immer mit der gleichen
Sache beschäftigt, nur sie betreiben es auf verschiedene Art und Weise. Bald muss
Faust gestehen, dass er Mephisto nicht mehr entbehren kann. Es gelingt Mephisto
alles was Faust will ins Böse zu verkehren und anders herum. Mephisto erreicht auch
nicht alles was er will. Er wollte Pakt kriegte aber eine Wette, dann will er nur Fausts
sexuelle Begierde wecken, Faust aber macht Liebe daraus(für kurze Zeit).Faust
verteidigt Mephisto vor Gretchen „Es muss auch solche Käuze geben“. Am Anfang
sagt Faust „Komm her“ zu Pudel und am Ende sagt Mephisto „Hierher zu Faust“ und
Faust gehorcht.

Faust als Repräsentant des neuzeitlichen Menschen:

Goethe hat 60 Jahre lang an Faust gearbeitet und nicht nur er sondern die ganze Welt
hat sich damals verändert.Nach der Französischen Revolution Napoleonischen Kriege
begann die Restauration.Auch begann die Industrielle Revolution und die
Modernisierung des Militärwesens.Faust ist ein autonomer Mensch. Er hat sich aus
allen Abhängigkeiten gelöst und versucht seine Erkenntnismöglichkeiten frei zu
entfalten.Die ganze Neuzeit wird von der Ökonomie, moderner Wissenschaft und
moderner Technik bestimmt. Insofern ist Faust eine für die gesamte Neuzeit
repräsentative Gestalt

Fausts innere Problematik:

Faust ist unfähig zu dauerhafter Bindung. In der Szene Wald und Höhle erkennt er die
Verschiedenheiten seiner und Gretchens Welt. Er sieht sich selbst als den
Unbehausten, Frieden und Ruhelosen an Gretchen betont er dagegen die Häuslichkeit
, er spricht von ihrer „kleinen Welt“, einer heilsam geschlossenen Welt und von dem
„Hüttchen“, das ein Symbol eines geborgenen Daseins ist. Demnach erscheint Faust
nicht als herzloser Verführer. Im Gegenteil er fühl ihre Not und leidet mit.

Fausts Selbstreflexion:

In der Szene „Wald und Höhle“ reflektiert Faust seine tiefe Gespaltenheit, die er schon
in der Szene „Vor dem Tor“ Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust! In der
Einsamkeit der Natur kommt es zur Selbsterkenntnis.Zum Ausdruck brachte. In der
nächsten Szene „Wald und Höhle“ fühlt sich Faust im Einklang mit der Natur. Doch als
sich Mephisto ihm nähert, weist er diesen ab. Faust erlebt aufs Neue seine innere
Zerrissenheit. Faust ist alleine und genießt für einen kurzen Moment den Einklang mit
der Natur, fällt jedoch gleich wieder in seine Unzufriedenheit und Beengtheit zurück.
Mephisto kommt und macht sich über Fausts Zurückgezogenheit, sein Naturleben und
sein sexuelles Verlangen lustig. Er erinnert ihn an Gretchen und schildert ihre
Sehnsucht nach ihm.

Fausts Melancholie:

Faust verkörpert den edleren Typus des melancholisch leidenden


Gelehrten.Melancholie galt damals als „Gelehrtenkrankheit“. Melancholie ist deutlich
schon in der ersten Szene „Nacht“ zu sehen als Faust überzeugt von der Nichtigkeit
seines Gelehrtendaseins Selbsmord begehen wollte. Selbstmordneigung des
Melancholikers gilt alsein hervorstechendes Merkmal in der Melancholie Tradition.
Faust fühlt sich vom trödeln eingeengt. Faust fühlt sich ein seiner Gelehrtenklause
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vom „Trödel“ eingeengt und kklagt am meisten über Instrumente di überall
herumliegen. Seine melancholische Depression bringt ihn kurz davor sich selbs das
Leben zu nehmen.Doch die Osterglocken retten Fausts Leben. Doch schon in der
zweiten Studierzimmer Szene holt die Melancholie Faust umso mehr ein.Er verflucht
Tugenden, Hoffnung,Glaube, Geduld und Liebe. Jetze sieht Mephisto den geeigneten
Zeitpunkt um mit Fuat einen Pakt zu schließen.

Kritik an Kirche:

In der Szene „Spaziergang“ wird Kritik an der Kirche geäußert.

Margarethe/Gretchen:
(Zum ersten Mal wird Margarete als Gretchen genannt in der Szene
„Spaziergang“ und mit diesem Namen wird eine Hure assoziiert)

Beschreiben Sie das Verhältnis von Faust und Gretchen. Nehmen Sie
besonders Rücksicht auf die Szenen „Wald und Höhle“ und „Trüber
Tag Feld“.

Nachdem Faust von Mephisto verjüngt und verzaubert wird, sieht er Gretchen bei ihrer
ersten Begegnung nur als Lustobjekt, nicht als Mensch. Doch in ihrer Stube erkennt
Faust Gretchens Reinheit, Stille und Ordnung und er empfindet Scham über seine
anfängliche pure Leidenschaft, durch die er sich nicht wiedererkennt.
Mit der Zeit wird Faust durch Gretchens Bekanntschaft ruhig und ausgeglichen, doch
sobald Mephisto eingreift kehrt Faust zum alten Zustand der Unzufriedenheit zurück.
Mephisto lenkt Fausts Empfinden so, dass seine Bewunderung und Verliebtheit
schließlich in Besitzgier, Eroberungslust und Triebzwang übergehen.Gretchen ist sehr
Religiös und deshalb ist die Beziehung zwischen Faust und ihr von Anfang an zum
Scheitern verurteilt.

Was ist die Gretchenfrage?

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

Was waren für Goethe die „Quellen“ zu seinem Faust?

Das Volksbuch, das Puppenspiel und Lessings Faust gelten als die Quellen für
Goethes Faust. Ein Prozess gegen die 1772 in Frankfurt hingerichtete
Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt regte die Gretchen Handlung im
ersten Teil an. Er verfolgte aufmerksam die Verhandlung gegen die junge Frau
und ihre öffentliche Hinrichtung wurden weitere Quellen für die Faust bzw.
Gretchen-Tragödie.

Wie werden Gesellschaft und Kirche bezüglich der Gretchentragödie


dargestellt.

Die Gretchentragödie“ enthält viel persönliche Kritik des Autors, speziell an der
damaligen Gesellschaft und ihrer Fixierung auf die strenge, vor allem von Seiten der
katholischen Kirche geprägte Moral.

Welche Einstellung nimmt Faust gegenüber der Magie ein?


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Goethes Faust wendet sich aus der Welt der Wissenschaft ab, weil sie ihn
enttäuscht hat.

Welche Stellung nimmt Mephisto in diesem Werk ein?

Seine Rolle ist es Faust anzutreiben, ihn nicht zur Ruhre kommen zu lassen.Gerade
indem Mephisto ihm immer wieder neue Genussmöglichkeitn eröffnet, bleibt Faust
unbefriedigt und drängt weiter. Faust und Mephisto scheinen häufig Gegenspieler zu
sein, doch im Tiefsten sind sie Doppelgänger. Er erweitert Fausts
Handlungsmöglichkeiten und setzt Gewünschtes in Realität um.

Mephisto ist eine klassische Figur, die in einer Grunddeutung dem Teufel der Bibel
entspricht. Er ist damit Teil des christlichen Weltbildes und stellt den Gegenpart zum
biblischen Gott dar. Deutlich wird dies u.a. im "Prolog im Himmel". Gleichzeitig
ersichtlich wird, dass er in einem solchen Weltplan letzten Endes Gott untergeordnet
ist.
Mephisto stellt allgemein das (philosophische) Prinzip der Verneinung, des Chaos und
des Nichts dar. Ich bin der Geist, der stets verneint! // Und das mit Recht; denn
alles, was entsteht, // Ist wert, daß es zugrunde geht; // Drum besser wär's, daß nichts
entstünde. // So ist denn alles, was ihr Sünde, // Zerstörung, kurz das Böse nennt, //
Mein eigentliches Element.

Charakterisierung Faust:

Faust hat alle Wissenschaften studiert und ist dennoch unzufrieden. Er kennt all das
Geschriebene schon und möchte mit seinen Geist und mit seinem Herzen die
Zusammenhänge der Welt begreifen und strebt sein ganzes Leben lang nach diesem
Ziel. Er ist ein Gelehrter, der jedoch nicht nur die Lehren der anderen begreifen
möchte, sondern auch selbst Forschungen anstellt um etwas Neues zu entdecken. Er
leidet unter seiner Gespaltenheit (1112), verkörpert die Situation von Menschen, die
sich in einer Grenzlage befinden. Ständig treibt er sich selbst an; immer auf der Suche
nach Erkenntnis stolpert er von einem Irrtum zum nächsten. Durch seine Egozentrik
und Maßlosigkeit versperrt er sich selbst den Weg zu seinem Ziel.

Charakterisierung Gretchen:

Gretchen ist wesentlich geprägt durch einen starken christlichen Glauben. Gretchen
ist ein einfaches und ungebildetes, naives junges Mädchen, das hart arbeitet: Vers
3111-3112: "Wir haben keine Magd; muss kochen, fegen, stricken / Und nähn, und
laufen früh bis spat". Sie lebt in ihrer kleinbürgerlichen Umwelt, die gleichzeitig eine
Idylle und Beengung durch strenge Werte und Normen darstellt. Ihre Mutter steht
dabei für Religion, Sitte und Moral, die Freundin Lieschen für den Neid und die
Schadenfreude der kleinbürgerlichen Welt. Ihr Bruder Valentin prahlt mit ihr als
tugendhafter Schwester und erweist sich letzendlich als mitleidslos und selbstgerecht,
indem er sie als Hure brandmarkt. Ihre Nachbarin Marthe Schwerdtlein unterläuft die
bürgerliche Moral und erlaubt ihr, den geschenkten Schmuck bei ihr aufzubewahren.

Sie ist durch Fausts Interesse an ihr überrascht und lässt sich dennoch von ihm ins
Verderben ziehen: Ihre Mutter tötet sie versehentlich mit einem Schlaftrunk, den Faust
ihr gegeben hat, ihr Bruder Valentin, der gleichzeitig ihr letzter Beschützer ist, wird

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von Faust ermordet und ihr uneheliches Kind ertränkt sie, weshalb sie zum Tode
verurteilt wird. Faust ist auch mitschuldig, dass Gretchen vom rechten Weg abkommt.
Sie wird von Gott gerettet, denn Gretchen in ihrem ,,dunklen Drange" weiß, dass sie
den falschen Weg ging und kannte den ,,rechten Weg"

Charakterisierung Wagner:

Wagner ist ein Gegenstück zu Faust. Er will nicht Neues entdecken und begreifen,
sondern schon vorhandenes Wissen aus Büchern lernen und das ist für ihn die richtige
Art und Weise der Wissenschaft. Er kennt nur die Theorie und das genügt ihm, deshalb
weiß er auch nicht viel vom Leben außerhalb der Bücher, von Menschen, Gefühlen und
Natur. Auch das Wissen von Faust möchte er sich aneignen und er versteht den
Wissensdurst von Faust für noch nicht behandelte Themen in der Vergangenheit
keineswegs. Die Naturbegeisterung von Faust ist im ebenso fremd, dennoch ist Faust
für ihn ein Vorbild und er verehrt ihn, da er hofft, ein Abglanz von seinem großen
Lehrmeister wird auf ihn übergehen und so würde er zu ebenso Ansehen und
Anerkennung gelangen. In gewisser Weise ist Wagner naiv und menschenfremd, da er
nicht bemerkt, dass er von Faust oft erniedrigt und als unwissender Bücherwurm
dargestellt wird. Wagner hat auch wenig Einfühlungsvermögen, da er nicht merkt,
dass er Faust stört, nachdem ihm der Erdgeist erschienen ist. Wagner denkt, dass
Faust aus einem griechischen Trauerspiel deklamierte. Faust verachtet Wagner und
kann nicht versteht, wie Wagner nur das alleinige Wissen aus Bücher genügt. Er ist
jedoch mit ganzem Herzen bei der Sache, da es für ihn spannend ist, zu erkennen und
zu begreifen was die früheren Wissenschaftler gedacht haben. Somit ist er nur ein
Schüler, denn ein richtiger" Wissenschaftler versucht Neues zu erforschen und zu
entdecken.

Worum geht es in der Wette zwischen Faust und Mephisto?

In der Wette geht es darum, dass wenn dank Mephisto Faust endgültig sein
‚Wissensdurst‘ befriedigt ist und mit dem Leben so glücklich ist das die "Zeit anhalten"
soll, Mephisto Fausts Seele bekommt.

Handlung:

Grundthema ist der Konflikt des Menschen zwischen dem Streben nach
Höherem, wie es Faust anfänglich tut, und der Sinnlosigkeit dieses Strebens,
wie es Faust schmerzvoll erkennen muss. Sein ganzes Wissen erscheint Faust
sinnlos, da es ihm nicht hilft zu ergründen, was die Welt im Innersten
zusammenhält. Sein ewiges Streben nach der Ergründung der Schöpfung
hindert ihn daran, das Leben zu genießen und er verfällt der Depression. Als er
dem Teufel (Mephisto) begegnet, verwettet er seine Seele, dass ihn Mephisto
nicht Zufriedenheit schaffen kann, da er sich des Gegenteils absolut sicher ist.

Die drei Stadien der Gretchen-Handlung


Nach Joachim SCHMIDT lässt sich die Gretchen-Handlung in drei Teile aufteilen
1. Verführung: Die Szenen ,,Straße" bis ,,Marthens Garten" (V.3025 bis V.3543)
2. Bedrängnis und Ächtung: Die Szenen ,,Brunnen", ,,Zwinger", ,,Nacht",
,,Dom"
(V.3544 bis V.3834)
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3. Gretchens Katastrophe: Die Szenen ,,Trüber Tag Feld", ,,Nacht offen Feld"
und
,,Kerker" (Prosateil nach V. 4398 bis V.4614).

2.SKRIPTA

Johann Wolfgang Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil

Zueignung

Ein lyrisches Ich - vielleicht Goethe selbst - spricht mit seinen Gedanken und
Erinnerungen. Außerdem überlegt es sich, wie sein Vortrag auf die Zuschauer wirken
werde.

Als erste Seite eines Dramas dient die Zueignung wohl vor allem dazu,
nichtinteressierte und weniger gebildete Leser davon abzuhalten, das Werk zu lesen.
Vorfreude erregen diese ersten Worte nicht unbedingt.

Vorspiel auf dem Theater

Streitgespräch zwischen Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler (lustiger Person)


über Aufgaben und Sinn des Theaters; für und über das Volk.

Der Theaterdirektor fragt seinen Dichter, wie man ein Theaterstück für die Masse
schreibt und verlangt vom Dichter auch gleich, dass er es tut. Der Dichter aber will
nicht der Masse gefallen, sondern lieber ein schönes Kunstwerk schreiben. Die lustige
Person, wohl ein Schauspieler, fordert alle auf, sich aller Tugenden zu bedienen, dann
würde es schon gelingen.
Dieser Konflikt wird noch weiter dargestellt, immer zeigt sich der Gegensatz von Kunst
und "Massentauglichkeit". Zum Schluss will der Direktor endlich anfangen, wobei er
nochmals betont, dass er ein Stück für ein großes Publikum haben möchte, und dieses
sei wohl am besten mit einem großen Aufwand an Technik und Bühnenbild zu
erreichen.

Goethe hat wohl schon selber bemerkt, dass ein großer Unterschied zwischen der
perfekten Kunst in seinem Sinne und dem Vergnügen des Publikums besteht.

Prolog im Himmel

Nun beginnt praktisch die Handlung. Am Anfang leiten die Erzengel das Gespräch
zwischen Mephistopheles (=Teufel , Mephisto) und Gott ein. Mephisto erklärt, dass die
Menschen schlecht und unvernünftig seien: "Er nennt's Vernunft und braucht's allein,
nur tierischer als jedes Tier zu sein."
Gott (der Herr) ist etwas genervt und fragt Mephisto, ob man ihm denn nichts
rechtmachen könne. Der antwortet, die Menschen wären schon so schlecht dran, dass
er ihnen garnichts mehr tuen wolle.
Nun bringt Gott Faust ins Spiel, seinen "Knecht". Mephisto bemerkt, dass auch Faust
nicht glücklich sei und immer mehr wolle. Gott erwidert, er werde Faust bald "in die
Klarheit führen". Mephisto meint nun, er könne auch diesen Faust vom rechten Wege
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abbringen, wenn Gott es erlaube. Gott erlaubt es, denn "es irrt der Mensch, solang er
strebt." Die beiden schließen eine Wette ab, bei der Mephisto triumphieren und Faust
zerstören darf, wenn er gewinnt.

Es fällt auf, dass Gott und der Teufel recht gut miteinander auskommen und man
eigentlich keine Feindschaft erkennen kann, wie man eigentlich annehmen würde.
Auch hat der Teufel Respekt vor Gott und erfragt dessen Erlaubnis. Mit dem normalen
christlichen Glauben stimmt - mal abgesehen von der Existenz des Teufels - auch nicht
überein, dass Gott einen scheinbar treuen Christen einfach in die Hände des Teufels
übergibt. Aber Hiob wurde von Gott ja quasi auch zerstört...

Nacht - Gelehrtentragödie

Nun tritt Faust zum ersten Mal persönlich auf. Man erfährt, dass er sehr gebildet ist
und weder Skrupel noch Angst vor irgendetwas hat. Auch wird deutlich, dass er mit
seinem Wissen noch lange nicht zufrieden ist, er will wissen, "was die Welt im
Innersten zusammenhält". Er scheint auch etwas geisteskrank zu sein und sich
insgesamt am Leben nicht zu erfreuen.
Er nimmt ein Buch mit dem Zeichen des Makrokosmos. Dann entschließt er sich, den
Erdgeist zu rufen. Als der endlich da ist, kann Faust ihn nicht ansehen und der Erdgeist
fragt sich, ob das wirklich der Faust ist, der ihn hergeholt hat und der alles wissen will.
Faust stellt sich trotzdem auf eine Ebene mit dem Geist: "Ich bin's, Faust, bin
deinesgleichen!". Der Erdgeist aber meint, er gleiche ihm nicht und verschwindet.
Faust ist ganz verstört, denn er hält sich eigentlich für ein "Ebenbild der Gottheit".

Dann kommt Wagner, sein Assistent herein und sie reden über Kunst und Wissen, wie
man es erlangen könne und dass vieles über das Herz gehe. Wagner scheint weder so
gebildet noch so intelligent wie Faust zu sein und bewundert diesen auch. Bald darauf
schickt Faust Wagner weg und denkt sich, dass Wagner eigentlich viel zu dumm und
unwürdig ist, zu ihm zu kommen.
Wieder zweifelt er nun an sich und ärgert sich, dass er den Erdgeist nicht halten
konnte. In seiner Enttäuschung meint er nun: "Den Göttern gleich ich nicht! zu tief ist
es gefühlt; Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt". Nun schaut er sich im
Zimmer um und findet nur nutzloses Zeug, bis er ein kleines Fläschchen mit Gift
findet, dass er als seine Erlösung ansieht, er will sich umbringen. Als er ansetzt, hört er
den Chor der Engel und wird so am trinken gehindert. Eigentlich stört er sich nicht am
Engelchor, aber trotzdem setzt er ab und gibt seine Selbstmordgedanken auf.

Vor dem Tor

Das Volk spaziert durch die Gegend vor der Stadt und es finden die üblichen
Unterhaltungen statt, je nach gesellschaftlicher Schicht.
Auch Faust und Wagner gehen spazieren und Faust bemerkt, dass die ganzen
Menschen aus der trüben, finsteren Stadt jetzt aufs Land kommen um sich zu
vergnügen: "Hier ist des Volkes wahrer Himmel. [...] Hier bin ich Mensch, hier darf ich's
sein.".
Faust wird als Doktor vom Volk verehrt, was ihm aber nicht sehr gefällt, da er sich
selbst und die Tätigkeit seines Vaters für eher unehrenhaft hält. Er habe zusammen
mit seinem Vater die Kranken vergiftet und ihnen nicht geholfen, nur wisse das Volk
das nicht.
Wieder fängt Faust an, über die Welt, das Wissen und seine Wünsche zu
philosophieren und meint dabei: "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine
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will sich von der andern trennen; die eine hält in derber Liebeslust sich an der Welt mit
klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden
hoher Ahnen."
Gegen Ende des Spaziergangs entdeckt Faust einen Pudel, der seiner Meinung nach
sie umkreist und unheimlich wirkt. Wagner dagegen meint, es wäre ein ganz normales
Tier. Als der Pudel herkommt, lässt sich Faust von Wagner Sorglosigkeit überzeugen
und nimmt ihn sogar mit nach Hause.

In diesem Akt wird deutlich, dass Faust in der Gesellschaft sehr angesehen ist und sich
gleichzeitig von ihr distanziert. Er nimmt nicht am gesellschaftlichen Leben teil
sondern lässt sich nur kurz blicken.
Faust scheint sich mit Magischem und Übersinnlichem recht gut auszukennen, da er
sofort merkt, dass der Hund nicht normal ist. Vielleicht sieht Faust aber auch einfach
überall Gespenster.

Studierzimmer 1

Faust ist mit dem Pudel zurück in seinem Studierzimmer und fühlt plötzlich, dass seine
innere Befriedung erloschen ist. Also macht er sich daran, die Bibel ins "geliebte
Deutsch" zu übersetzen. Goethe scheint direkt seine Auffassung zur deutschen
Sprache durch Faust auszudrücken. Schon beim ersten Satz "Am Anfang war das
Wort" stockt er und nimmt nach einigem überlegen die Übersetzung "Am Anfang war
die Tat", da ihm "Tat" wichtiger erscheint als "Wort".
Darauf verwandelt sich der Hund in Mephisto, wogegen Fausts Beschwörungen nichts
auszurichten vermögen. Faust fragt ihn, wer er denn sei und Mephisto antwortet "Ein
Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft." Er erklärt
außerdem, dass alles, was entsteht, wieder zerstört werden müsse - was ja durchaus
nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, da alles Leben einmal entsteht und später wieder
stirbt.
Faust redet recht frei und respektlos mit Mephisto, der sich geduldig "verteidigt". Dann
will Mephisto gehen und gibt zu, dass er gefangen ist, was Faust gleich ausnutzen
möchte. Mephisto sagt zu, seine Künste zu zeigen, versetzt aber Faust nur in einen
Schlaf und lässt sich dann von Mäusen befreien. Als Faust wieder erwacht, weiss er
nicht, ob alles nur ein Traum war oder ob er mal wieder ein höheres Wesen
davonziehen hat lassen.

Es scheint, als habe Mephisto Faust gereizt und ihm sozusagen eine kleine Kostprobe
gegeben und so das Verlangen Faust gestärkt. Elegant hat er sich aus der Misere der
Gefangenschaft gezogen und so seine eigene Ausgangsposition für das weitere
Handeln gestärkt.

Studierzimmer 2

Diesmal kommt Mephisto unverkleidet zu Faust. Er fordert Faust gleich zum


Mitkommen auf. Doch Faust jammert ersteinmal, wie schlecht es ihm gehe und dass
ihm "der Tod erwünscht, das Leben [...] verhasst" sei. Danach verflucht er alle
praktisch alle Bestandteile der Welt und des Lebens. Ein Geisterchor erklärt, dass die
Welt von ihm damit zerstört worden sei und er solle sie in seinem Herzen wieder
aufbauen.
Daraufhin schlägt nun Mephisto einen Pakt vor. Er werde Fausts Knecht sein und ihm
dienen; sobald jedoch Faust gefallen am Leben fände, würde dieser sterben und dann
11
sein Diener sein. Diese Bedingungen wirken auf einen Normalmenschen wohl eher
abschreckend und unfair, aber Faust willigt freudig ein.
Mephisto denkt sich danach, dass er Faust lauter unbedeutende Dinge zeigen werde,
um ihn zappeln zu lassen und dass Faust bald zugrunde gehen werde. Da ein Schüler
Fausts kommt, verwandelt er sich in Faust und empfängt ihn. Der Schüler fragt, was er
denn studieren solle und betont seinen Eifer. Mephisto redet zu jeder Fakultät etwas
abschreckendes, nur Medizin sei etwas handfestes. Begeistert verlässt der Schüler
danach den Raum.
Nun endlich starten Faust und Mephisto zu ihrem ersten Ausflug.

Man merkt ziemlich schnell, dass Mephisto sehr gut Personen mit seiner Sprache
manipulieren kann. Er stellt je nach eigener Meinung nur einen Teil der Vor- und
Nachteile dar und lässt z.B. beim Gespräch mit Faust unbemerkt die wichtigsten
Nachteile des Paktes weg bzw. verdeutlicht sie weniger als die Vorteile und kann so
den -zugegeben sowieso nicht sehr zögerlichen- Faust überzeugen.

Auerbachs Keller in Leipzig

In einem Wirtshaus versammeln sich Männer des wohl eher niederen Standes. Sie
saufen und scherzen ausgelassen. Als Faust und Mephisto eintreten, nimmt sich
Frosch, der Wortführer, vor, die Fremden hochzunehmen. Jeden Versuch dazu kontert
Mephisto geschickt, was ihm eine gewisse Bewunderung einbringt. Nach einer
Aufforderung singt Mephisto ein Lied über einen Floh, der es durch feine Kleider und
ein Bekenntnis zur Kirche ("Hat auch ein Kreuz daran") bis in den Hof schafft und dort
den Herrschern samt Gefolge zusetzt. Vielleicht kritisiert er damit eine bestimmte,
politisch störende Person oder aber er sieht den Floh als Vorbild an.
Danach fängt Mephisto mit seinem Streich an. Er fragt die Männer, was sie denn gerne
für einen Wein tränken und verlangt sogleich nach Werkzeug, um ein Fass zu öffnen.
Er bohrt nun Löcher in den Tisch und hört sich dabei die Wünsche an. Einer äußert mit
"Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er
gern." sowohl eine Abneigung gegenüber den Franzosen als auch das immernoch
aktuelle Phänomen, dass man ungeachtet dessen die Produkte von Unbeliebten
/Völkern/Staaten/Personen gern hat.
Zur allgemeinen Überraschung fließt aus dem Tisch wirklich Wein und die Männer
trinken ihn freudig. Als jedoch Wein auf den Boden tropft, schießen Flammen empor
und sie wollen Mephisto töten. Der aber lässt sie mit einem Zauberspruch
halluzinieren, so dass sie sich erst gegenseitig anfallen und kurz darauf verwirrt
wieder bei Sinnen sind. Mephisto und Faust sind derweil verschwunden.

Mephisto zeigt hier Faust zum einen das gesellige und sorglose Leben der einfachen
Menschen, zugleich aber auch deren Einfalt. Dass Faust davon nicht viel hat ist klar,
aber Mephisto hatte sich ja schon früher vorgenommen, Faust durch
Unbedeutenheiten zu schleifen um ihn zu verwirren.

Hexenküche

Nach dem Wirtshaus gehen Mephisto und Faust in die Hexenküche. Die Hexe selber ist
noch nicht da, nur ihre Tiere empfangen die beiden. Faust ist anfangs wütend und
sagt, dass es ihm überhaupt nicht gefalle, weder hier noch im Wirtshaus. Mephisto
aber braucht von der Hexe einen Verjüngunstrank für Faust, da das natürliche Mittel -

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jahrelange harte Feldarbeit und einfache Ernährung - jetzt nicht sinnvoll ist. Mephisto
gibt auch zu, dass er die Hexe braucht, die ihm zwar untergeordnet ist, die aber die
nötige Zeit hat ("Der Teufel hat sie's zwar gelehrt; allein der Teufel kann's nicht
machen.").
Es folgt ein Gespräch zwischen den Tieren und Mephisto, bei dem die Tiere immer
wieder frech provozieren, was Mephisto aber nach eigenen Angaben gefällt. Dabei
erblickt Faust in einem Spiegel ein schönes Mädchen, in das er sich prompt verliebt.
Nun endlich kommt die Hexe und Mephisto verlangt nach dem Verjüngungstrank.
Nach einigem Hokuspokus gibt die Hexe den Trank heraus und Faust trinkt ihn. Als er
noch einmal die Frau im Spiegel anschauen will, zieht Mephisto ihn fort und verspricht
ihm, er werde sie bald wirklich sehen. Er weiss, dass Faust durch den Trank praktisch
jede Frau anbeten wird.

Mephisto scheint ein recht lockerer Herrscher des Bösen und zu kleinen Spielchen
aufgelegt zu sein. Die Tiere sowie die Hexe wissen, was sie sich erlauben können, sie
wissen aber auch, wann Schluss ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott sich von
seinen Engeln "verarschen" lässt.

Straße

Nun endlich trifft Faust zum ersten Mal Margarete (im Folgenden Gretchen genannt),
die er aus dem Spiegel kennt. Er fragt sie auf der Straße, ob er sie begleiten dürfe,
was sie mit "Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn." halb
zickig halb angewidert ablehnt. Dies reizt Faust ungemein und verlangt sofort von
Mephisto, dass er sie ihm beschaffe. Dass er Gretchen dabei "Dirne" nennt, ist wohl
nicht abwertend gemeint, wie wir es heute verstehen würden (Dirne= Prostituierte),
sondern neutral als junge Frau. Andererseits: er empfindet zwar gerade eine große
Liebe gegenüber Gretchen, aber er führt sich eher auf wie im Puff: "Hör, du musst mir
die Dirne schaffen!".
Mephisto kann sich Gretchens nicht einfach bemächtigen - wäre ja auch zu einfach für
eine Geschichte -, da sie absolut unschuldig ist. Das ist ein wichtiger Punkt: Gretchen
ist am Anfang absolut unschuldig und gottesfürchtig. Er vertröstet Faust und meint
sinngemäß, Vorfreude sei die schönste Freude. Er werde Schmuck als Geschenk
besorgen und am Abend dürfe Faust in ihr Zimmer, um sich "in ihrem Dunstkreis satt
[...] zu weiden".

Faust ist durch den Trank zu einem "geilen Sack" geworden, der nur an Sex denkt,
obwohl er angibt, Gretchen zu lieben. Sie kennenlernen will er eigentlich garnicht, am
liebsten würde er sofort mit ihr schlafen. Von seinem ursprünglichen Ziel, zu erfahren,
wie die Welt aufgebaut ist etc. ist er weit abgerückt. Jetzt will er einfach nur ganz
egoistisch seinen Spaß. Das stellt ihn gewissermaßen auf eine Ebene mit dem Volk,
auf das er früher herabgeblickt hat.

Abend. Ein kleines reinliches Zimmer

Allein die Überschrift sagt ja schon einiges: das Zimmer ist "klein", also ist Gretchens
Familie nicht gerade sehr reich. Und es ist ein "reinliches" Zimmer, besser
gesagt: Gretchen ist reinlich. Das passt schonmal prima zu ihrer Unschuld.
Gretchen denkt gerade über Faust nach und befindet ihn als recht attraktiv. Nachdem
13
sie gegangen ist betritt Faust das Zimmer. Er setzt sich gleich glückselig in einen
Sessel und genießt die Atmosphäre. Das ganze mutet pervers an, er könnte sich ja
gleich noch einen runterholen...
Bald kommt Mephisto herein, deponiert den Schmuck und beide verschwinden wieder,
kurz bevor Gretchen kommt. Diese spürt etwas komisches in ihrem Zimmer, kann es
aber nicht richtig fassen und fängt an, sich auszuziehen. Sie entdeckt den Schmuck
und legt ihn gleich verwundert an. Sie ist zwar skeptisch, aber wie sie selbst
bemerkt: "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles."

Fausts Vorfreude ist nun enorm gesteigert und Gretchen geht ins Netz - was will man
mehr?
Gretchens Freude über den Schmuck ist verständlich. Was aber verwundert, ist, dass
sie garnicht groß über die Herkunft des Schmucks nachdenkt. Wahrscheinlich ein
Pfand der Mutter. Also wenn ich auf einmal teuren Schmuck in meinem Zimmer finden
würde, würde ich ihn erstens nicht anlegen (bin ja keine Tunte), zweitens würde ich
mich erkundigen, wessen Schmuck das ist, bevor ich in der Schmuckkiste
'rumkruschtle.

Spaziergang

Mephisto erzählt Faust verärgert, dass Gretchen den Schmuck bei ihrer Mutter
abgegeben hat, die gemerkt hat, dass es nicht heilig sei (würde ich auch merken,
wenn in meinem Zimmer Schmuck auftauchte, der keinem aus der Familie gehört),
und die ihn sogleich zum Pfarrer gebracht hat, der ihn behalten habe. Goethe übt hier
auch gleich Kritik an der Kirche, denn der Pfarrer habe gesagt "Die Kirche hat einen
guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen und doch nie sich übergessen;". Er
beschuldigt die Kirche quasi der Raffgier.
Die beiden beschließen, neuen Schmuck zu besorgen und über die Nachbarin an
Gretchen heran zu kommen.

Die Mutter scheint gläubiger als Gretchen zu sein, denn sie bringt den Schmuck fort,
den Gretchen gerne behalten hätte. Aber vielleicht ist sie auch nur weniger naiv und
will keine Scherereien - nicht zuletzt könnte er ja auch geklaut sein.

Der Nachbarin Haus

Man erfährt zunächst einmal, dass die Nachbarin Marthe praktisch Witwe ist, da ihr
Mann schon lange verschwunden ist, sie aber - zu ihrem bedauern - nicht heiraten
kann, da ein Totenschein fehlt. Danach kommt Gretchen mit neuem Schmuck herein,
den sie nicht ihrer Mutter zeigen will, um ihn nicht wieder zu verlieren. Beide Frauen
sind ganz begeistert und legen Gretchen den Schmuck an. Die hat nur noch einen
kleinen Rest Skepsis: "Wer konnte nur die beiden Kästchen bringen? Es geht nicht zu
mit rechten Dingen!"
Nun tritt Mephisto herein und verkündet den angeblichen Tod von Marthes Ehemann.
Er erfindet ein paar Geschichtchen, unter anderem, dass er untreu gewesen sei.
Marthe kann sich nun ohne Gewissensbisse neuen Männern zuwenden, zumindest
nach der "Zeugenaussage" Fausts. Damit lädt er sich und Faust auch gleich für den
Abend ein, wo Gretchen nicht fehlen solle.

Straße

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Mephisto erklärt Faust die Situation und befindet Marthe als gut geeignet als
Kupplerin. Anfangs ziert sich Faust, ein falsches Zeugnis abzulegen (vielleicht ein Rest
Gottesfurcht? s. 9. Gebot). Aber Mephisto kann ihn dann doch überzeugen, schließlich
will Faust ja endlich mit Gretchen schlafen, da ist ihm praktisch jedes Mittel recht.

Sieht langsam so aus, als habe Gott endgültig verloren: Faust wird das 9. Gebot
brechen. Tja, der Teufel hat halt mehr zu bieten...

Garten

Faust ist mit Gretchen ein gutes Stück weiter: er ist mit Mephisto, der mit Martha
flirtet, in Marthes Garten und hält Gretchen in den Armen. Die verhält sich nicht
gerade selbstbewusst und meint selbst, sie sei nicht gut für Faust. Den stört das nicht
- im Bett muss sie ja nicht reden. "Aus den Augen, aus dem Sinn", das fällt Gretchen
zu ihrer Mutter ein. Kaum ist die nicht da, muss sie nicht mehr so hart arbeiten, kann
den Schmuck anlegen und nicht zuletzt Faust treffen. Nebenbei erfährt man noch,
dass Gretchen einen Bruder hat, der Soldat ist, sowie dass ihre Schwester und ihr
Vater starben. Diese Schwester hat sie aufgezogen und hat damit schon gewisse
Muttererfahrungen gemacht.
Faust und Gretchen verstehen sich ganz gut und Gretchen scheint auch schon eine
gewisse Liebe zu Faust aufgebaut zu haben: "Ich wusste nicht, was sich zu Eurem
Vorteil hier zu regen gleich begonnte;". Faust gesteht ihr seine Liebe und die beiden
verschwinden.

Die Szene erscheint eigentlich sehr harmonisch. Marthe wirft sich an Mephisto heran
und Faust und Gretchen wirken wie, bzw. sind, ein junges Liebespaar. Man hat die
üblichen Gesprächsthemen und von Bösem o.ä. ist nichts zu bemerken. Mal sehen, ob
sich Faust damit zufrieden gibt...

Ein Gartenhäuschen

Hier gibt es nicht viel zu sagen: Faust und Gretchen haben sich offenbar im
Gartenhäuschen versteckt und küssen sich. Mephisto klopft an und ermahnt zum
Gehen. Faust empfindet ihn als grausam ("Ein Tier!"). Er will Gretchen noch nach
Hause begleiten, die lehnt aber aus Furcht vor ihrer Mutter ab.
Als Mephisto und Faust fort sind, denkt Gretchen sich, dass Faust ziemlich 'ran geht
und sie nicht nein sagen kann, und dass sie nicht begreift, was er an ihr findet. Das
weiß wohl keiner, macht aber auch nichts, da der Trank der Hexe alle Frauen in Fausts
Augen schön macht.

In dieser Szene entsteht zum ersten Mal eine wirklich intime Atmosphäre zwischen
Faust und Gretchen und man kann sich durchaus vorstellen, dass, hätten sie mehr
Zeit, noch andere Dinge als nur Küssen laufen könnten.

Wald und Höhle

Faust dankt am Anfang - wie in einem Psalm - einem "Geist", dass er ihm die
Fähigkeiten des Empfindens gegeben habe und ihn beschütze. Er bedankt sich auch
dafür, dass er den -inzwischen unverzichtbaren- Mephisto zur Seite hat, auch wenn der
ihn erniedrige. Faust bemerkt auch, dass er immer mehr will, auch wenn er gerade
etwas Schönes genießt: "So tauml ich von Begierde zu Genuss, und im Genuss
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verschmacht ich nach Begierde".
Dann kommt Mephisto und fragt, ob Faust sich jetzt genug gefreut habe. Man könne
sich nicht an einer Sache länger freuen, man müsse immer Neues probieren. Das ist
durchaus auch heute noch eine verbreitete Auffassung. Viele Menschen wenden sich
nach der ersten Begeisterung anderen Aktivitäten zu, ohne die vorige richtig beendet
zu haben .
Faust will davon nichts wissen und meint, dass Mephisto ihm sein Glück nicht gönne.
Mephisto meint, er solle langsam wieder in die Gänge kommen und mit Gretchen
schlafen, er wäre doch anfangs so wild darauf gewesen. "Schlange! Schlange!"
erwidert Faust, womit er auf die Schlange im Paradies Bezug nimmt, die Eva zur Sünde
verführte. Gerade das ist Mephistos Ziel, denn er denkt sich still "Gelt! Dass ich dich
fange!" Im Folgenden wird deutlich, dass Faust Gretchen durchaus noch begehrt, aber
dabei einen gewissen Respekt aufgebaut hat, der es ihm zu verbieten scheint, sie
einfach auszunutzen. Doch seine ursprüngliche Begierde flammt schnell wieder auf
und er will unbedingt mit ihr schlafen, um jeden Preis: "Was muss geschehn, mag's
gleich geschehn! Mag ihr Geschick auf mich zusammenstürzen und sie mit mir
zugrunde gehn!". Mephisto freut dies, nun ist er seinem Ziel nahe.

In dieser Szene nimmt man kurz wahr, dass Faust vielleicht doch wirklich verliebt ist
und noch gewisse Skrupel hat. Aber Mephisto versteht es, ihn umzustimmen und Faust
gibt leichtfertig seine Bedenken auf und ebnet damit den Weg zum Untergang.

Gretchens Stube

Gretchen vermisst den Faust sehr und ist eindeutig verliebt in ihn. Das ganze Leben
scheint ihr ohne ihn sinnlos: "Wo ich ihn nicht hab, ist mir das Grab, die ganze Welt, ist
mir vergällt." Sie schwärmt immerfort von ihm und zeigt auch, dass sie körperlich an
ihm interessiert ist: "Ach dürft ich fassen und halten ihn und küssen ihn, so wie ich
wollt, an seinen Küssen vergehen sollt." So ganz keusch, wie es der Glaube erfordert,
klingt das nicht mehr, und mit den letzten Worten drückt sie auch aus, dass ihr das
egal ist, dass ihr alles egal ist, hauptsache, sie ist bei Faust. Dann kann's ja losgehen...

Marthens Garten

Faust und Gretchen sind wieder zusammen im Garten und es fällt die berühmte
"Gretchenfrage": Nun sag, wie hast du's mit der Religion?". Sie merkt selbst, dass er
nicht gerade streng gläubig ist und er weicht der Frage aus, indem er sagt, er liebe
sie. Auf ihr drängen legt er dann sein kleines Glaubensbekenntnis ab, mit dem er die
Grenze zwischen glauben und nicht glauben verwischt und Gretchen schließlich
zufrieden stellt. Nur seinen Begleiter, Mephisto, mag sie nicht, sie spürt wohl, dass er
böse ist.
Danach sagt sie, sie müsse fort, aber die Nacht würde sie gerne mit ihm verbringen,
wenn da nicht ihre Mutter wäre. Faust gibt ihr ein Fläschchen Schlafmittel für die
Mutter mit, damit er unbemerkt kommen kann.
Als sie weg ist, reden Faust und Mephisto noch kurz über das Verhalten der Frauen
und Faust hält es für seine Privatsache, was in der Nacht passieren wird.

Auffallend ist, dass Gretchen auf Fausts Angebot "Ach kann ich nie ein Stündchen
ruhig dir am Busen hängen und Brust an Brust und Seel in Seele drängen?" direkt
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eingeht und keine Bedenken hat. Glaube und Moral scheinen ihr verloren gegangen zu
sein.

Am Brunnen

Offenbar nachdem sie mit Faust geschlafen hat trifft Gretchen am Brunnen auf
Lieschen, die von Bärbelchen erzählt. Bärbelchen sei nun schwanger, nachdem sie
ewig mit einem Jungen geknutscht und ihre Liebe offen gezeigt habe. Sie wäre ehrlos
und es geschiehe ihr recht. Hier kann man vielleicht auch etwas Neid erkennen, nicht
auf das Ende der Liebe, sondern vielmehr auf den Anfang, das Küssen und den Sex,
der als unehrenhaft gilt und quasi verboten ist. Die anderen Mädchen haben
Bärbelchen sicher immer darum beneidet, sich aber nie selber getraut und sind am
Ende froh, dass ihr eigener Verzicht nicht umsonst war und dass das Blatt sich
sozusagen gewendet hat.
Gretchen kann sich dem ganzen verständlicherweise nicht anschließen, da sie sich
ähnlich unehrenhaft und morallos verhalten hat wie Bärbelchen, wenn auch nicht
öffentlich. Sie ist sich wohl auch bewusst, dass ihr ein ähnliches Schicksal drohen
könnte. Sie erinnert sich, dass sie früher auf Mädchen, wie sie nun selbst eine ist,
verachtungsvoll herabgeblickt hatte und bereut ein Stück weit ihre Sünde, aber ihr
letzter Gedanke ist, wie schön es war.

Zwinger

Gretchen besucht ein Andachtsbild der Maria, wohl aufgrund der Unterhaltung mit
Lieschen. Sie bittet um Vergebung und Rettung ("rette mich von Schmach und Tod")
und schildert dabei noch ihren Konflikt zwischen ihrer Liebe zu Faust und den
gesellschaftlichen Normen. Übermäßig viel Verständnis für ihr Handeln kann sie aber
eigentlich von einer Jungfrau nicht erwarten...

Nacht. Straße vor Gretchens Türe

Valentin steht vor seinem Haus und schwärmt von seiner geliebten Schwester
Gretchen. Als er zwei Gestalten auf das Haus zugehen sieht, will er sie sofort töten. Es
sind Faust und Mephisto. Mephisto stellt sich vor ein Fenster und singt ein Lied über
die Entjungferung, als Valentin eingreift und zum Kampf auffordert. Faust kämpft,
von Mephisto gelenkt, und tötet dabei Valentin. Die beiden verschwinden. Dann tritt
Gretchen aus dem Haus und der sterbende Valentin bezeichnet sie als Hure und
prophezeit ihr eine dunkle Zukunft voll Ächtung.

Der Bruder scheint an Gretchen vor allem ihre Unschuld und Moral geliebt zu haben,
denn er verstößt sie, sobald er merkt, dass sie weder unschuldig noch moralliebend
ist. Die Ehre seiner Schwester scheint ihm sehr wichtig, so dass er sogar seinen
eigenen Tod dafür riskiert.

Dom

Gretchen ist im Dom, wo ein böser Geist versucht, ihr ein schlechtes Gewissen zu
machen: "In deinem Herzen welche Missetat? Betst du für deiner Mutter Seele, die
durch dich zur langen, langen Pein hinüberschlief? Auf deiner Schwelle wessen Blut?".
Gretchen fühlt sich nun extrem unwohl (verständlicherweise) und steigert sich
dermaßen hinein, dass sie ohnmächtig wird.
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Der böse Geist zählt hier alle Folgen ihre Liebe zu Faust auf und sollte eigentlich nicht
"böser Geist", sondern vielmehr "schlechtes Gewissen" heißen.

Walpurgisnacht

In der Walpurgisnacht versammeln sich alle Hexen und ähnliches auf dem Brocken im
Harz. Es ist ein riesen Chaos, scheinbar ohne Regeln. Auch Faust und Mephisto ziehen
dorthin. Faust möchte zum Gipfel, denn "Dort strömt die Masse zu dem Bösen; da
muss sich manches Rätsel lösen." Mephisto ist eher dafür, sich nicht der gesamten,
großen Welt zuzuwenden, sondern sich seine eigene, kleine und beschränkte Welt
aufzubauen, und will Faust ins Vergnügen ziehen. Faust fängt an, mit einer Schönen zu
tanzen, erblickt jedoch eine Person, die Gretchen gleicht. Mephisto aber warnt ihn vor
der Frau, sie sei eine Meduse und es sei gefährlich, sie anzusehen. Faust entdeckt am
Hals der Meduse einen roten Strich, dessen Breite er mit "nicht breiter als ein
Messerrücken" angibt, was nicht unbedingt schön und heilvoll klingt. Mephisto erklärt
ihm, dass Perseus ihr den Kopf abgeschlagen habe.

Dieses Kapitel erscheint mir als Leser sehr verworren und chaotisch, man kann kaum
eine Handlung feststellen. Aber man erfährt nebenbei aus den Gesprächen ein paar
Lebenseinstellungen und es wird klar, warum Mephisto Faust hierher mitgenommen
hat: es ist wie ein großer Rummelplatz (zur genauen Art der Vergnügung muss wohl
nichts gesagt werden). Außerdem merkt man, dass Faust noch ab und zu an Gretchen
denkt, wenn er sich auch anderen Frauen zuwendet. Die Meduse könnte - mit ihrer
Ähnlichkeit zu Gretchen und dem roten Streifen am Hals - eine Andeutung an das
zukünftige Geschehen sein.

Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias goldne Hochzeit

Intermezzo

Leider ist mir weder der Sinn dieses Kapitels klar noch über was sich das Gespräch
genau dreht. Da die Überschrift "Walpurgisnachtstraum" heißt, ist es wohl der Traum,
den Faust nach der Walpurgisnacht träumt und der, wie alle Träume, weder logisch
noch sinnvoll sein muss.

Trüber Tag. Feld

Faust hat wohl mitbekommen, dass Gretchen im Kerker sitzt und wirft nun Mephisto
vor, er habe ihm nichts gesagt. Aber Faust hätte sich ja durchaus auch selber mal
erkundigen können. Mephisto solle sie retten, aber der erwidert: "Wer war's, der sie
ins Verderben stürzte? Ich oder du?". Er erklärt sich dann doch bereit, Faust zu helfen
und will ihm die Schlüssel zum Kerker zukommen lassen.

Schön, dass Faust auch einmal merkt, was er eigentlich angerichtet hat. Dabei ist es
nur menschlich, dass er die Schuld sofort auf Mephisto schiebt und nicht bei sich
sucht.

Nacht, offen Feld

Mephisto und Faust sehen, während sie reiten, eine Hexenzunft.


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Kerker

Faust kommt zu Gretchen, um sie aus dem Kerker zu retten. Sie aber ist geistig
verwirrt und erkennt ihn erst nicht und redet von ihrem Kind. Sie behauptet, man habe
es ihr weggenommen und sie dann eingesperrt mit der Begründung, sie habe es
getötet. Als sie Faust erkennt ist sie erleichtert und will ihn küssen. Er aber drängt sie
zum Aufbruch und sie kann das alte Gefühl zu ihm nicht mehr richtig aufbauen. Sie ist
enttäuscht, wirft ihm vor "Meine Mutter hab ich umgebracht, mein Kind hab ich
ertränkt. War es nicht dir und mir geschenkt?" und will, dass er sie alleine lässt und
sich später um alle Gräber ihrer Familie kümmert. Sie weigert sich, zu gehen, denn mit
ihrem schlechten Gewissen hätte sie sowieso keine Freude am Leben. Faust ist
verzweifelt und fleht. Aber Gretchen bleibt, bittet Gott um Verzeihung und als
Mephisto meint "Sie ist gerichtet!" erwidert eine Stimme von oben "Ist gerettet!".

Das also ist das Ende. Gretchen wird hingerichtet, aber Gott hat ihr verziehen. Faust
dagegen steht dumm da, denn er muss mit seiner Schuld leben.

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3. SKRIPTA

DREIFACHE EINLEITUNG

Zueignung: Rückschau auf jene Ereignisse, aus denen die Dichtung


erwachsen ist; entstanden 1797; dem Leser zugeeignet.

Vorspiel auf dem Theater: 1809; Streitgespräch zwischen Theaterdirektor,


Dichter und Schauspieler (lustiger Person) über Aufgaben und Sinn des
Theaters; für und über das Volk.

Prolog im Himmel: Gespräch zwischen Gott und dem Teufel Mephistopheles.


Letzterer bietet eine Wette an, dass es ihm gelingen werde, Faust ganz dem
Bösen verfallen zu lassen. Gott geht darauf ein, er vertraut auf das Gute im
Menschen. Gott verkündet: "Es irrt der Mensch, solang er strebt." Bereits
im Prolog wird die Erlösung Fausts angedeutet: "Ein guter Mensch in
seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst."

DER TRAGÖDIE ERSTER TEIL

Nacht

Faust sitzt in seiner mittelalterlichen Studierstube, von Büchern umgeben, und


denkt über sein Leben nach. Zwar hat er als Magister und Doktor seine
Forschungen auf fast alle Wissensgebiete ausgedehnt, ist aber dennoch ein
"armer Tor" geblieben.

Zitat (Vers 355-359): "Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und


Medizin, und leider auch Theologie! Durchaus studiert, mit heißem
Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie
zuvor."

Er hat sich daher der Magie ergeben und hofft, endlich zu erkennen, "was die
Welt im Innersten zusammenhält". Doch auch hier scheitert er. (Faust
strebt nicht nach bloßer Erweiterung seines Wissens, sondern nach Vertiefung,
nach Erkenntnis der inneren Zusammenhänge.)

Den großen Weltgeist (Makrokosmos) vermag er nicht zu beschwören, er bleibt


ein bloß äußeres Zeichen, sein tieferes Wesen vermag er nicht zu erkennen.

Beschwörung des Erdgeistes: Er erscheint, aber nur um Faust zu sagen, dass er


als Endlicher (=Sterblicher) Unendliches nicht begreifen kann. (Erdgeist =
Personifizierung der Naturerlebens)

Unterredung mit dem Famulus Wagner: Faust verspottet ihn. (Wagner


verkörpert die Gelehrtenwelt, von der sich Faust voll inneren Ekels abwendet.
Er ist ein kalter wissenschaftlicher Streber, der sein ganzes Wissen aus Büchern
zusammenträgt; eitel, engstirnig, selbstzufrieden.) Zitat (Vers 601): "Zwar
weiß ich viel, doch möcht' ich alles wissen."

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Nachdem Wagner ihn verlassen hat, verfällt Faust wieder in Verzweiflung. Er
stellt den Wert einer Tradition in Frage, die ihn nicht weiterführt, und fragt sich,
ob es nicht besser gewesen wäre, wenn er sich statt der Wissenschaft einem
Genussleben hingegeben hätte. Er beschließt Selbstmord zu begehen und
nimmt die Gefahr auf sich, "in Nichts dahinzufließen", hofft aber doch,
durch den Tod zu neuer Erkenntnis zu gelangen.

Das Geläut der Osterglocken und Chorgesang bringen ihn jedoch von seinem
Vorhaben ab. Zwar ist der Kirchenglaube in Faust längst erstorben, aber der
altgewohnte Ton erinnert ihn an die Kindheit und weckt wieder Hoffnung und
Lebensgeister in ihm. Zitat (Vers 765 und 784): "Die Botschaft hör ich
wohl, allein mir fehlt der Glaube." "Die Träne quillt, die Erde hat mich
wieder."

Vor dem Tor

Der Osterspaziergang führt Faust und Wagner hinaus vor die Stadt in die weite
Frühlingslandschaft, die auf Faust beruhigend wirkt. Er zeigt wohlwollendes
Verständnis für die Menschen, die in ihm nicht nur den Wissenschaftler,
sondern auch den tatkräftigen Helfer verehren (ärztliche Tätigkeit Fausts
während der Pestzeit). Faust wird dadurch aber nur an das menschliche
Unvermögen erinnert. (Faust erscheint hier als Mensch unter Menschen, doch
innerlich ist er dem fröhlichen Treiben fern. Die Abendsonne weckt in ihm den
Trieb, über diese Welt hinaus in eine übersinnliche vorzudringen. Zitat (Vers
1112): "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust", von denen die eine
in der Sinnenwelt aufgehen, die andere ins Geistige entfliehen möchte.
Vergebens erstrebt er eine Vermittlung zwischen ihnen.

Ein schwarzer Pudel schließt sich den beiden an und folgt Faust in sein
Studierzimmer. (Goethe hatte zeit seines Lebens panische Angst vor Hunden!)

Studierzimmer I

Faust schlägt das griechische Johannes-Evangelium auf und beginnt dessen


tiefsinnigen und vielgedeuteten Eingangsvers zu übersetzen. (Der Drang ins
Überirdische hat eine Ablenkung ins Gebiet der Religion gefunden.) Aus der
bloßen Übersetzung entsteht eine Neuschöpfung des Wortlauts, wie er seiner
Weltanschauung gemäß ist. Zitat (Vers 1237): "Im Anfang war die Tat."
Die Beschäftigung mit der Hl. Schrift wirkt auf den Pudel so beunruhigend, dass
Faust in ihm etwas Widergöttliches vermutet. Er geht mit Zauberformeln gegen
ihn vor. Feuer, Wasser, Erde, Luft werden beschwörend angerufen, um den
Geist im Pudel zu zwingen, sich zu erkennen zu geben. Erst als Faust ihm das
Kreuz entgegenhält, steht in der Kleidung eines fahrenden Schülers
Mephistopheles vor ihm. Zitat (Vers 1323). "Das also war des Pudels
Kern!" Er stellt sich vor als "ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse
will und stets das Gute schafft" (Vers 1335f), als "Geist, der stets
verneint" (Vers 1138). Faust möchte noch mehr über sein Wesen wissen,
aber Mephisto weiß sich ihm mit Geisterhand zu entziehen.

(Mephistopheles hat eine hohe Sendung innerhalb der Schöpfung: Er ist der
ewige Stachel, das Prinzip des Zweifelns und Verneinens, das den Menschen
21
nicht zur Ruhe kommen lässt, ihn hindert, geistig träge zu werden, und ihn
somit zum unendlichen Aufwärtsstreben anreizt.)

Studierzimmer II

Bei der zweiten Unterredung ist Mephistopheles zu Verhandlungen bereit.


Gleich eingangs rät er Faust, das Gelehrtengewand mit einer Hof- und
Welttracht zu vertauschen, "damit du losgebunden, frei, erfahrest, was
das Leben sei" (Vers 1542f). Aber Faust glaubt nicht, dass das Leben in
irgendeiner Gestalt seinem Sehnen und Wünschen Befriedigung verschaffen
könnte. (Faust weiß, dass die Erfüllung eines Wunsches wieder neue Wünsche
im Menschen wachruft.) Von Mephistos Spott überdies gereizt, stößt er einen
ungeheuren Fluch aus, mit dem er alles zerbricht, was ihn bisher gefesselt hat,
selbst Liebe, Hoffnung, Glaube und Geduld, die sittlichen Gebote der
christlichen Religion. Dies ist für Mephisto der erwünschte Augenblick, in dem
er ihm seine Dienste auf Lebenszeit anbieten kann, um damit seiner Seele
habhaft zu werden.

Aus dem von Mephisto angestrebten Pakt wird jedoch eine Wette, in der Faust
seine Bedingung stellt: Sollte es Mephisto gelingen, Faust eine Befriedigung,
einen Genuss zu verschaffen, der seinem Wünschen und Streben ein Ende
setzt, dann mag sein Leben enden und seine Seele dem Teufel verfallen. Zitat
(Vers 1699): "Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist
so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern
zugrunde gehn!" Faust unterstreicht, dass er nicht nur oberflächlichen
Genuss verlangt, sondern Schmerz und Glück, Wohl und Weh, Höchstes und
Tiefstes soll ihn Mephistopheles unmittelbar erleben lassen. Faust besiegelt die
Wette mit seinem Blut.

(Die im Himmel geschlossene Wette zwischen Gott und dem Teufel hat ihr
menschliches Gegen- und Ergänzungsstück gefunden, das nun die eigentliche
Erdenhandlung in Bewegung setzt.)

Ein Schüler tritt auf

Während Faust sich für die Reise bereitmacht, fertigt Mephisto in seinem
Gewand einen Schüler ab, der dem berühmten Gelehrten seine Aufwartung
machen will. Im Gespräch mit diesem Anfänger der Gelehrtenlaufbahn macht
er sich ein teuflisches Vergnügen daraus, über den Universitätsbetrieb in seiner
damaligen Form zu spotten.

Die erste Etappe der Reise durch die "kleine Welt" der sinnlichen Freuden führt
in

Auerbachs Keller

Die Leipziger Studenten finden sich in Auerbachs Keller zu einem


feuchtfröhlichen Gelage zusammen. Ihre Späße sind derb und geistlos.
Mephisto singt zu ihrer Unterhaltung das Flohlied und zaubert köstliche Weine
herbei. Als das Gelage seinen Höhepunkt erreicht, äußert Faust den Wunsch
abzufahren.
22
(Die Szene stellt die Plattheit und Leere gewisser Studentenkreise bloß. Diese
unbeschwerte Form des flachen Genießens langweilt Faust. Er bleibt
teilnahmslos.)

Hexenküche

Mephisto hält eine Verjüngung Fausts für nötig. Ein Zaubertrank in der
Hexenküche soll sie bewirken. Auf diesem Weg in die Sinnlichkeit bleibt Faust
zwar äußerlich, aber nicht innerlich passiv. Die Erscheinung der schönen
Helena in einem Spiegel weckt Fausts Liebesleidenschaft und bereitet ihn auf
die Begegnung mit Gretchen vor. Zitat (Vers 2603f): "Du siehst, mit
diesem Trank im Leibe, bald Helenem in jedem Weibe."

Straße

Faust spricht Gretchen an, die gerade aus der Kirche kommt, wird aber
abgewiesen. Zitat (Vers 2605- 2608): Faust. "Mein schönes Fräulein,
darf ich wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?" Margarete:
"Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn."

In rüdem Ton verlangt Faust von Mephisto, ihm das Mädchen zu verschaffen.
Dieser fordert jedoch Geduld, da er über das reine, unschuldige Mädchen keine
Gewalt besitze. Er verspricht Faust, ihn in ihre Kammer zu führen und, wie
Faust verlangt, für ein Geschenk zu sorgen.

(Fausts Leidenschaft ist erwacht. Er empfindet für Gretchen zunächst nur


sinnliches Begehren.)

Abend

Gretchen, die sich zum Fortgehen fertig macht, geht die Begegnung mit dem
Unbekannten nicht aus dem Sinn. Als sie weg ist, betreten Faust und Mephisto
das kleine, saubere Zimmer. Faust hat das Bedürfnis allen zu sein. (Er fühlt sich
unbewusst als Eindringling.) Er ist gerührt und ergriffen beim Anblick der
kleinen Welt Gretchens, die Stille, Ordnung und Zufriedenheit atmet (Vers
3691f) (Gegensatz zu Fausts innerer Unruhe und Zerrissenheit). Ein plötzliches
Verantwortungsgefühl überkommt ihn, er will fort. Schließlich ist er aber doch
mit Mephistos Plänen und dem teuflischen Geschenk für Gretchen
einverstanden. (Das Mephistophelische trägt den Sieg davon.)

Als Gretchen heimkommt, spürt sie eine seltsame Beklommenheit und Furcht.
In dieser Stimmung fällt ihr ein fremdes, altes Lied ein, vom König in Thule
(Vers 2759-2782). (Gretchen fühlt das Eindringen Mephistos in ihre kleine
Welt. Ihr Schicksal hat bereits begonnen, sie weiß es noch nicht, fühlt es aber
in einer dunklen Ahnung).

Sie findet schließlich das Schmuckkästchen in ihrem Schrein und schmückt sich
vor dem Spiegel. Zitat (Vers 2783f und 2802ff): "Wie kommt das schöne
Kästchen hier herein? Ich schloss doch ganz gewiss den Schrein."
"Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles."

23
Spaziergang

Voll Zorn erzählt Mephistopheles dem Faust, dass Gretchen den Schmuck ihrer
Mutter gezeigt hat, die ihn, von heimlichem Grauen erfasst, einem Geistlichen
übergibt. Gretchen ist betrübt über den Verlust, jedoch beunruhigt sie vor
allem der Gedanke an den Überbringer. Faust verlangt neuen Schmuck von
Mephisto.

(Als Kirchenfeind verwendet Mephisto die Bibelworte in höhnischem Sinne und


geißelt die Habgier der Kirche.)

Der Nachbarin Haus

Frau Marthe klagt über ihr Alleinsein. Gretchen, die wieder ein
Schmuckkästchen gefunden hat, bringt es der Nachbarin, die ihr rät, es diesmal
nicht der Mutter zu zeigen, sondern den Schmuck bei ihr vor dem Spiegel zu
tragen und sich nur allmählich damit in der Öffentlichkeit zu zeigen. (Marthe ist
skrupellos und eitel. Mephisto erkennt in ihr die geborene Kupplerin.) Mephisto
tritt auf und berichtet Marthe vom Tod ihres Ehemannes. Um dies rechtskräftig
zu bestätigen, wird er das nächste Mal Faust als zweiten Zeugen mitbringen.
Damit ist die gewünschte Beziehung zu Gretchen hergestellt. (Marthes Trauer u
ihren Mann ist sehr oberflächlich; betrüblich ist für sie vor allem die Tatsache,
dass er ihr nichts hinterlassen hat.) Mephistopheles selbst versucht sich bei
Gretchen anzubiedern und macht ihr verschiedene Komplimente, auf die sie
mit größter Naivität reagiert. (Selbst Mephisto scheint einen Augenblick lang
gerührt von Gretchens Unschuld.)

Straße

Als Faust sich weigert, ein falsches Zeugnis abzulegen, weist Mephisto
spöttisch darauf hin, dass Faust als Gelehrter so manches behauptet habe, von
dem er im Grunde nichts gewusst habe. Auch werde er bald Gretchen ewige
Treue und Liebe schwören, um sie gefügig zu machen. (Fausts Gefühl für
Gretchen ist wirklich echt. Das augenblickliche sinnliche Begehren ist jedoch
stärker, und so muss er Mephisto Recht geben und in seinen Plan einwilligen.
Der Trieb macht ihn willensunfrei.)

Garten, Ein Gartenhäuschen

Doppelszene: Gretchen und Faust, Marthe und Mephisto gehen spazieren.


Gretchen erzählt Faust von ihren hausmütterlichen Pflichten und dieser ist
ergriffen von der Schlichtheit und Unverfälschtheit ihres Wesens. Es folgt das
erste Liebesgeständnis und im Gartenhäuschen der erste Kuss. Frau Marthe
versucht indessen den sich dumm stellenden Mephisto auszuhorchen. (Die
beiden auf und ab gehenden Paare und die einander ablösenden Dialoge bilden
einen starken Gegensatz: tief empfundene Liebe einerseits, genüssliche
Nüchternheit anderseits.)

Wald und Höhle

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Bevor sich das Unabwendbare vollzieht, erfährt Faust noch einen Augenblick
der Besinnung. Seine Gebundenheit an den Teufel kommt ihm in dieser
Stimmung besonders schmerzlich zu Bewusstsein. Mephisto kommt dazu,
schildert grausam spottend Gretchens Liebeskummer und steigert so Fausts
Sinnlichkeit.

Gretchens Stube

Am Spinnrad beklagt Gretchen ihren gestörten Seelenfrieden, fühlt aber doch,


wie sich alles in ihr zu dem Geliebten drängt. (Gretchens Sprache ist
volksliedhaft.)

Marthens Garten

Gretchen sorgt sich um Fausts Seelenheil und fragt ihn nach seinem Verhältnis
zur Religion. Zitat (Vers 3415): "Nun sag, wie hast du's mit der
Religion?" (berühmte Gretchenfrage) Dieser legt ein pantheistisches
Gottesbekenntnis ab, beschwichtigt Gretchens Misstrauen gegen Mephisto.
(Gretchen fühlt, dass dies nicht genügt. Für sie kann Religion nur
Kirchenfrömmigkeit sein.) Faust überredet sie zu einer Verabredung in ihrer
Kammer und gibt ihr einen Schlaftrunk für ihre Mutter.

Am Brunnen

Lieschen berichtet Gretchen vom Fehltritt eines Mädchens. Gretchen muss sich
eingestehen, dass sie nicht mehr wie früher leichtfertig und überheblich über
ein armes Mädchen reden kann. (Die Szene zeigt sehr drastisch, mit welcher
Grausamkeit die damalige Gesellschaft ein Mädchen, dass gegen ihre
Sittengesetze verstieß, der sozialen Ächtung Preis gab. Gretchens Verzweiflung
in der folgenden Szene wird dadurch verständlich.)

Zwinger

Gretchen ahnt, dass sie schwanger ist, und klagt der Mutter Gottes ihre Not.
Motive aus Hymnen sind in ihr Gebet hineingewoben.

Nacht

Vor Gretchens Tür gerät ihr Bruder Valentin mit dem zu neuem nächtlichen
Besuch kommenden Faust aneinander und wird von diesem erstochen. Im
Sterben verflucht er seine Schwester vor den Mitbürgern als Hure und stößt sie
durch diesen Verrat noch tiefer ins Unglück. Faust muss fliehen und Gretchen
bleibt schutzlos zurück. (Valentin besitzt ein falsches Ehrgefühl, das dem
äußeren Schein [Gerede der Leute] einen übergroßen Wert beimisst. Er ist
erbarmungslos und unmenschlich in seinem Handeln.)

Dom

Gretchen flüchtet in ihrer Not in den Dom. Der "böse Geist" klagt sie an und
wirft ihr unter anderem auch vor, dass sie mit dem Schlaftrunk in der Glücks-

25
und Unglücksnacht auch den Tod der Mutter verschuldet hat. Unter der Wucht
der Vorwürfe, die nur Selbstanklagen sind, bricht sie zusammen.

Walpurgisnacht

Faust muss die Stadt verlassen. Er wird von Mephistopheles auf den Brocken
im Harzgebirge gebracht, wo sich nach einer alten Volkssage in der Nacht vom
30. April auf den 1. Mai die Hexen zu einem Fest mit dem Teufel treffen. Die
Natur ist in dieser Nacht tausendfach beseelt; Hexen und Hexenmeister, auch
Menschen, kommen von allen Seiten und finden sich zu einem tollen Treiben,
einer wüsten Orgie, in die auch Faust hineingezogen wird. (Mephistopheles
zieht Faust in die dritte Station der Verführung von der Ebene der Liebe auf
eine sexuell-sinnliche Ebene, um ihn von Gretchens Schicksal abzulenken.)
Faust tanzt mit einer jungen nackten Hexe (Lilith, dem weiblichen Satan), doch
ihm erscheint ein "blasses schönes Kind" (Vers 4184), das "dem guten
Gretchen gleicht" (Vers 4188). Er hat eine Vision, die ihre Hinrichtung schon
vorwegnimmt (roter Streifen an ihrem Hals). Faust möchte zu Gretchen zurück.

Trüber Tag - Feld

Nach dem Sinnesrausch kommt die Ernüchterung. Faust stößt fürchterliche


Flüche gegen seinen Ratgeber aus, doch es sind nur ohnmächtige
Selbstbeschuldigungen. Mephistopheles ist bereit, das inzwischen gefangene
und verurteilte Gretchen zu befreien. Es ist höchste Zeit, denn beim Reiten
durch

Nacht und offenes Feld

spürt man schon gespenstische Vorbereitungen am Hochgericht.

Kerker

Gretchen hat ihr Kind getötet und liegt in völliger Sinnesverwirrung im Kerker.
Sie erinnert sich an Liebe und Leid, hat Schuldgefühle gegenüber ihrem Kind,
der Mutter und dem Bruder und gleichzeitig Angst vor dem Henker. Faust
dringt in den Kerker ein und wird von Gretchen anfangs nicht erkannt. Er will
sie zur Flucht überreden, doch sie weigert sich, weil sie erkennt, dass Faust sie
nicht mehr liebt, sondern nur mehr bemitleidet. Zitat (Vers 4484ff): "Wie?
du kannst nicht mehr küssen? Mein Freund, so kurz von mir entfernt
und hast's Küssen verlernt?" Als sie Mephistopheles sieht, der zum
Aufbruch drängt, erschrickt sie. Der Kerker erscheint ihr als "heiliger Ort" und
sie übergibt sich dem Gericht Gottes. Vor Faust graut ihr nun. Zitat (Vers
4610): "Heinrich! Mir graut's vor dir." Dem "Sie ist gerichtet!" (Vers
4611) von Mephistopheles antwortet eine Stimme (von oben): "Ist gerettet!"
(Vers 4612) Mephisto aber verschwindet mit Faust.

DER TRAGÖDIE ZWEITER TEIL

26
Der Versuch, Faust innerhalb der "kleinen Welt" der niederen Genüsse zu
innerer Befriedigung zu führen, ist gescheitert.

Nach einem heilenden Schlaf erwacht Faust gestärkt und wird in die "große
Welt" geführt, an einen von Krisen bedrohten spätmittelalterlichen kaiserlichen
Kaiserhof. Mephistopheles verhilft Faust zu einer angesehenen Stellung, indem
er das Papiergeld erfindet, um den finanziellen Sorgen des Reiches abzuhelfen.
Bei einer Beschwörung von Paris und Helena zur Unterhaltung des Hofes ist
Faust von der Schönheit Helenas - dem Sinnbild des Schönen überhaupt - so
beeindruckt, dass er Helena wirklich besitzen will. In diesem Moment erfolgt
eine Explosion, Faust wird zu Boden geworfen und "die Geister gehen in
Dunst auf".

Mephistopheles bringt Faust in sein Studierzimmer zurück, wo dieser über


längere Zeit in einen Tiefschlaf verfällt. In der Zwischenzeit gelingt es Wagner,
jetzt Professor, auf dem chemischen Weg einen künstlichen Menschen
hervorzubringen, ein Menschlein, Homunculus.

Im dritten Akt, auf griechischem Boden, kommt es zur Ehe zwischen Faust und
Helena (=Vereinigung von deutschem Geist und hellenistischer Schönheit,
Romantik und Klassik). Die Idylle endet jäh, als ihr Kind, Euphorion, wie Ikarus
in die Höhe strebend, zu Tode stürzt. Mit ihm entschwindet Helena in den
Hades, nur ihr Mantel und Schleier bleiben Faust (das heißt bloß die der Antike
entlehnte äußere Form).

Im vierten Akt helfen Faust und Mephisto mittels Magie dem Kaiser gegen
einen Rivalen, wofür Faust ein Lehen, den Meeresstrand, erhält. Faust will Land
gewinnen, einen Palast errichten und immer neue Projekte verwirklichen.

Sein letzter Befehl an Mephistopheles ist eine Aufforderung zur Gewalt: Die
Hütte des alten Ehepaares Philemon und Baucis wird vom Teufel zerstört, die
beiden Alten verbrennen. Reuevoll erkennt Faust, dass hier der Teufel noch
einmal einen Sieg davongetragen hat. Er will sich von dem Versucher befreien
und ruft ihn nicht um Hilfe, als er Sorgen hat. Damit löst er sich von der Magie,
tritt unter die gewöhnlichen Menschen zurück und erleidet deren Schicksal,
Altersgebrechlichkeit und Erblindung. Er kommt zu der Erkenntnis, dass nur der
die Freiheit und das Leben verdient, der sie täglich erobern muss. Die
Gemeinschaft im Kampf ums Dasein, das rastlose Streben empfindet er als
Glück. Er bejaht jetzt "ewiges Unbefriedigtsein", das er früher als einen Fluch
empfunden hat und wovon er erlöst sein wollte. Nur ein Mensch, der innerhalb
der ihm vorgeschriebenen Grenzen sein Ziel in einem ewig unbefriedigten
Weiterschreiten sucht, vermag seine irdische Aufgabe zu erfüllen. Bereits
erblindet will er selbstlos noch einen Sumpf trocken legen lassen, um für
Millionen Menschen Lebensraum zu schaffen. Nun spricht er den Satz aus, der
zu seinem Tod führt: "Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch,
du bist so schön!" Damit ist sein Leben nach dem Pakt mit Mephistopheles
beendet. Als der Teufel Besitz von Fausts Seele ergreifen will, steigen Engel
vom Himmel herab und treiben Mephisto und alle Teufel der Hölle durch
geweihte Rosen zurück. Sie ergreifen Fausts Seele, bringen sie zu den Füßen
der Gottesmutter, wo Gretchen als Büßerin Gnaden gefunden hat und ihn
erwartet. Das Werk endet mit einem himmlischen Mysterium, Fausts Seele wird
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emporgetragen, ein Chorus mysticus, der auf die Vergänglichkeit alles
Irdischen hinweist, das nur ein Gleichnis für das Ewige ist, beschließt das Werk:
"Das Unbeschreibliche, hier ist's getan; das Ewig-Weibliche zieht uns
hinan."

Drei Hauptthemen sind im Faust 2 zu unterscheiden:

1. Faust und Kaiser: der 1. und 4. Akt. Kultur, Macht, Schuld.


2. Faust und Helena: der 2. und 3. Akt. Natur, Sehnsucht, Trieb.
3. Fausts Tod und Gnade: der 5. Akt. Sinn, Vergebung.

Faust II wendet sich im Gegensatz zum ersten Teil fast vollständig allen
bekannten Formen ab. Der erste Teil kann eine gebunden Einheit der Personen
und Handlung vorweisen. Auch ist er zur satirischen Sprache
wirklichkeitsbezogener. Dagegen zerfällt der zweite Teil in panormisch breit
entfaltete Einzelszenen, die der symbolischen Veranschaulichung
verschiedensten Themen dienen. Die Fülle an Bildern und Symbolen findet in
einer Sprache Ausdruck, die jeder Szene die allein gültige Gestalt gibt. Antwort
darauf könnte vielleicht Goethes Durchwanderung verschiedener
Literaturepochen und Lebenseinstellungen geben. Die Aufklärung zeigt sich
mit ihrem Gottes- und Menschenbild präsent,denn sie veranschaulicht ein
wohlgerichtetes Weltganzes im Drama. Der Sturm und Drang zeigt Faust als
Genie des enthusiastischen Gefühls, und die Klassik als Repräsentant der
gnädigen Menschen. Die Romantik repräsentiert im Werk das Mutwillige und
Skurrile, so zum Beispiel die katholische Mythologie der Grablegung und der
Verklärung Fausts. Das Drama ist in 5. Akte gegliedert, die
gekennzeichnet sind durch häufigen Standortwechsel. Ein anderes besonderes
Merkmal ist die ständige Verwendung von mystischen Symbolen und
mythologischen Figuren. Man kann daher sagen, dass es für Goethe
bezeichnend ist, dass er vielfach direkte Bezüge und Aussagen vermeidet, dass
er das, was er meint und ausdrücken will, nur umschreibt, sich in Figuren und
Bildern widerspiegeln lässt. Goethe hat bei der Darstellung der Symbole aus
seinem immensen Wissen über alle ihm vertrauten Geschichts- und
Kulturwelten geschöpft.
Er begann schon während der Arbeit zu Faust I an Bruchstücken des zweiten
Teils zu arbeiten, die er zwischen 1825 und 1831 planmäßig ausarbeitete und
vollendete. 1827 veröffentlichte er in der „ Ausgabe letzter Hand“ den Helena
Akt mit dem Untertitel „Klassich-romantische Phantasmagorie“, und 1828 die
Szenen am Kaiserhof. Der endgültige Abschluss des zweiten Teils erfolgte, wie
gesagt, in seinen letzten beiden Lebensjahren.

PITANJA

1. In welche Phasen gliedert sich die Gretchenhandlung (Beziehung zwischen


Faust und Gretchen)?

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Antwort: Die erste Begegnung - der Verführungsversuch - das Zusammensein -
die Trennung

2. Welche Szene bildet den Einschnitt?

Antwort: Die Verführung

3. Welche Aspekte der Handlung spart Goethe aus?

Antwort: Schwangerscht und Mord an der Mutter

4. Welche Zeiträume umfasst die Grechentragödie?

Antwort: Ostern bis Anfang Mai des Folgejahres

5. In welchen Räumen/Weiten treffen wir Gretchen?

Antwort: Zuhause (Geborgenheit) -Gartenhäuschen (Heimlichkeit) - Dom (Panik


- religiöse Welt) - Kerker (Angst) -

6. Welche Rollen hat Gretchen?

Antwort: Fausts Geliebte - Tochter - Mutter - Schwester - Kriminelle

7. Welche Stadien durchläuft Gretchen in ihrer Beziehung zu Faust?

Antwort: Hingabe - Zwiespalt - Distanz - Prüfung

8. Welche Stadien durchläuft Faust in seiner Beziehung zu Gretchen?

Antwort: Er ist verzaubert, er begehrt Gretchens Körper , Zweifel

9. Liebt oder begehrt Faust Gretchen?

Antwort: Es werden die Verse 3185 f. diskutiert. Ergebnis : Faust


funktionalisiert Gretchens Gefühle

10. Ist sie Verführte oder Verführerin?

Antwort: Sie ist die Verführte, hätte jedoch auch die Möglichkeit zum Rückzug
gehabt

11. Hilft Faust aus Mitleid oder Liebe?

Antwort: Mitleid

12. Hat Faust Schuld an Gretchens Tragödie?

Antwort: Gretchen nimmt viel hin, z.B. hätte sie sich nach dem
Brunnengespräch zurückziehen können.

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13. Verkörpert Faust das" Männliche" und Gretchen das"Weibliche"?

Antwort: Gretchen verkörpert die Attribute eines Mädchens in der Literatur,


aber auch Faust hat etwas Weibliches.

14. Vergleichen Sie die beiden Frauengestalten "Frau Marthe" und "Margarete"
miteinander!

Antwort: Marthe ist berechnend, Gretchen dagegen naiv.

15. Über wen kann Mephisto herrschen, über wen nicht?

Antwort: Er kann über Menschen herrschen, die kein Ziel haben

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