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Pressemitteilung

Gelder nach Gesinnung


Arbeit und Leben Hamburg kritisiert „Bespitzelungsklausel“ als
Voraussetzung für Fördergelder. Bundesweiter Aktionstag am
1. Februar

Auch Hamburger Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus


oder Antisemitismus stehen vor der Entscheidung: Wollen sie in
diesem Jahr weiterhin vom Bundesfamilienministerium finanziell
gefördert werden, müssen sie eine umstrittene Klausel
unterschreiben. Diese verlangt von den Trägern, dass sie sämtliche
Kooperationspartner auf ihre Gesinnung überprüfen und
gegebenenfalls die Zusammenarbeit aufkündigen. Personen und
Organisationen, die vom Verfassungsschutz kritisch eingeschätzt
werden – wie zum Beispiel Teile der Linkspartei oder manche Antifa-
Gruppen – dürften damit in Zukunft noch nicht einmal mehr an einem
gemeinsamen Workshop oder einer Podiumsveranstaltung
teilnehmen.
Horst Hopmann, Geschäftsführer des Bildungsträgers Arbeit und
Leben Hamburg fordert, die Klausel zurückzunehmen. „Gerade die
sensible Arbeit gegen Rechtsextremismus ist auf gut funktionierende
Netzwerke angewiesen. Diese Netzwerke funktionieren auf
Vertrauensbasis. Wenn wir als Träger unsere Partner überprüfen
lassen müssen, fördert dies ein Klima des Misstrauens und der
Denunziation – was mit unserem Verständnis von Demokratie und
Menschenrechten nicht vereinbar ist“, betont Horst Hopmann.

Auch von juristischer Seite gibt es massive Einwände gegen die von
Familienministerin Kristina Schröder eingeführte Zwangsklausel. So
hat sich der Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Ulrich Battis in einem
Gutachten klar dazu geäußert, dass Teile „verfassungsrechtlich
bedenklich“ seien.
Die so genannte „Demokratieerklärung gegen Extremismus“ muss
von Trägern unterzeichnet werden, die am Bundesprogramm
„Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ teilnehmen. Bei Arbeit und
Leben Hamburg ist davon das „Mobile Beratungsteam gegen
Rechtsextremismus“ betroffen.

Bundesweit haben sich zahlreiche Initiativen und


Bildungseinrichtungen zusammengeschlossen, um gegen die
umstrittene Klausel zu protestieren. Am Dienstag, 1. Februar findet
ein Aktionstag statt, an dem bundesweit Protestschreiben an das
Familienministerium und das Bundeskanzleramt verschickt werden
sollen. Weitere Informationen unter „Downloads“ bei
www.hamburg.arbeitundleben.de
oder unter http://aktionstaggegenbekenntniszwang.blogsport.de/
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Informationen für die Presse:

Annette Kohlmüller
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Arbeit und Leben Hamburg e.V.
Tel: (040) 284016-63 oder (040) 284016-11 (Zentrale Beratung)
Mobil: (0175) 4126171
E-Mail: annette.kohlmueller@hamburg.arbeitundleben.de