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-1Ägyptische Obelisken

Der Obelisk stellte im alten Ägypten wie die Pyramide die Stein
gewordenen Strahlen des Sonnengottes dar und ist die Verbindung
zwischen der hiesigen und der Götterwelt. Obelisken standen in der Regel
paarweise vor Pyramiden oder Tempeln.
Zunächst wurden Obelisken vor dem Tempel des Sonnengottes Re in
Heliopolis, dem alten On, aufgestellt. Im Alten Reich waren Obelisken
zunächst schmucklos glatt, lediglich die pyramidenförmige Spitze war
vergoldet bzw. mit Elektron überzogen und spiegelte so den Glanz der
Sonne und damit die Macht des Sonnengottes. Ihr Schattenumlauf war
Anzeiger und Zeichen für die tägliche Umfahrt des Re auf der
Sonnenbarke von Osten nach Westen ( nachts zurück durch die
Unterwelt) und wurde von den Menschen beobachtet. Sein genau
bestimmter Auf- und Untergang und der unbeeinflussbare Jahresablauf
machten Re zum Sinnbild der Weltordnung, Hüter des Rechts und der
zwischenmenschlichen Beziehungen. Begleitet wird Re von seiner
Tochter Maat der Göttin der guten Ordnung, der Gerechtigkeit und der
Wahrheit. Re löste den Urgott Atum ab und galt als Vater des Pharao, der
deshalb den Königstitel Sohn des Re trug. Deshalb wurden die Obelisken
als Symbole des Sonnengottes, der göttlichen Weltordnung und der
Verbindung Re-Pharao so wichtig, so verbreitet und wurden auch immer
größer ausgeführt.
Das Gewicht eines großen Obelisken lag zwischen 200 und schließlich
500 Tonnen. Ein unvollendeter Obelisk in Assuan wiegt 1100 Tonnen. Im
alten Ägypten war das ziehen und aufrichten heiliger Pfeiler ein wichtiger
Teil des rituellen Geschehens.