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Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Begriffe

Kommunikation:

Bedeutungsvermittlung zwischen mindestens 2 Lebewesen (Nicht- Lebewesen ausgenommen!)

Theorie:

logisch zusammenhängende Urteile über Teile der Realität

Funktionen: darstellen, erklären, prognostizieren

Selbst geprüfte Theorien sind Theorien mittlerer Reichweite

Hypothesen:

Annahmen im Rahmen einer Theorie über Beziehungen von Merkmalen

Bausteine für Theorien

Ausgangsvermutung an empirischer Realität

Arten: kausal, relational, ungerichtet

Faustregel: je mehr Variablen, desto weniger Hypothesen

Variablen:

Veränderliche Größen mit mindestens 2 Merkmalsausprägungen

Stehen im Zentrum des Forschungsprozesses

Arten: abhängig / unabhängig

Abhängige Variable:

Von unabhängiger Variable abhängig und verändert sich, wenn unabhängige verändert wird

Unabhängige Variable:

Bedingung für einen Zusammenhang

Folge ist abhängige Variable

Kann gezielt verändert werden

Wenn-Teil:

Dann-Teil:

unabhängige Variable abhängige Variable

Begriffsdefinitionen:

Arten: Realdefinition, Nominaldefinition

Realdefinition: wollen Wesen erfassen, entweder wahr oder falsch

Nominaldefinition: wollen nur zweckmäßig sein, angemessen oder

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unangemessen

Regeln für Definition:

Begriffe sollen sich nicht überschneiden Begriffe nicht zirkulär (wiederkehrend) Begriffe müssen klar sein Begriffe nicht negativ

Empirie:

= Erfahrung

Auf Gesellschaft beziehend

Empirische Überprüfung testet Theorie anhand der Praxis

Empirismus:

Lehre nach der die Erfahrung die einzige Quelle des Wissens ist Vertreter: Locke, Bacon, Hume

Empirische Untersuchung:

Methode für Hypothesenprüfung

Verfahren sollten erfüllen: Wiederholbarkeit, Eindeutigkeit, Objektivität, Reliabilität

Hermeneutik:

= Textinterpretation, Lehre vom Verstehen

Strukturwissenschaften:

Mathe, Informatik

Kulturwissenschaften:

Produkte des menschlichen Denkens und Handelns

Sozialwissenschaften:

Im Zentrum soziales Handeln Beziehungen zwischen Menschen im Mittelpunkt

Kommunikationswissenschaften:

Beschäftigung mit menschlicher Kommunikation Ziel: besseres Verständnis des Prozesses, seiner Teile, Rahmen- bedingungen, Ursachen/Auswirkungen Arten: unmittelbare Kommunikation, interpersonelle K., Massenmedien

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Denken:

Alltagswahrnehmungen Subjektiv, selektiv Selektion meist nicht offensichtlich Haben Filter (“Bias”) eingeschrieben Unzulängliche Wahrnehmungswirklichkeit: Alltagswissen ist perspektivisch Wissenschaft will Abstand vom Alltagsdenken

Wissenschaftstheoretiker:

= Beobachter 2. Ordnung

Schauen, wie wir Umwelt beobachten, wie wir handeln und wie Wissenschaftler forschen

Sir Karl Popper:

Meinung: wissenschaftliche Erkenntnis beginnt mit Problemen

Problem = wenn etwas in unserem Wissen nicht in Ordnung ist

Wissenschaftliches Fach nach Popper = abgegrenztes und konstruiertes Konglomerat von Problemen und Lösungsversuchen

“Kritischer Rationalismus” nach Popper = Zweifeln an gewonnenen

Erkenntnissen Popper denkt:

Wissen vorläufig

-> verfügen nur über Hypothesen -> WARUM? -> können nicht alle Situationen überprüfen

Beispiel: alle Schwäne sind weiss

-> Lösung: müssen versuchen, Fehler zu finden um Hypothese zu verfeinern

Motiv des Wissenschaftlers:

Suchen nach Wahrheit

Fragen nach Motiv des Forschens beeinflussen Ergebnis wesentlich

Transparenz und Ehrlichkeit hinsichtlich Zweck und Motiv wichtig

“peer-reviews”:

Wesentliche Schauplätze des akademisch-wissenschaftlichen Universums

Debatten über Bewertung wissenschaftlicher Positionen und Ergebnisse

= Begutachtungsverfahren

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Empirische Sozialforschung:

Systematische Erfassung und Deutung sozialer Tatbestände

Theoretisch formulierte Annahmen werden an spezifischen Wirklichkeiten überprüft

Systematisch:

= Erfassung der Umwelt hat Regeln Forschungsablauf ist geplant und nachvollziehbar Immer nur Ausschnitte aus sozialer Wirklichkeit Erst sinnvoll, wenn systematisch und theorieorientiert erhoben

Quantitativ

vs.

Qualitativ

Nomothetisch

Naturwissenschaftlich geisteswissenschaftlich

Generalisierend Erklärend Auf Gesetzesaussagen zielend

ideographisch

einzelfallorientiert nachvollziehbar gründliches Verstehen

Quantitative Forschung:

Daten durch Messen und Zählen erfasst Dann mittels Statistik analysiert und aufbereitet

Qualitative Forschung:

Daten unstandardisiert erheben, dann Typenbildung erarbeiten

Quantitative Methoden

vs.

Erklären Deduktiv Messen Stichproben Hypothesenprüfen Lineare Forschungsstrategie

ergänzen sich sinnvoll!

Qualitative Methoden

verstehen induktiv beschreiben Einzelfall hypothesen-generieren zirkuläre Forschungsst.

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Induktion:

qualitativ arbeiten Einzelwissen führt zu allgemeinem Wissen

Deduktion:

qualitativ spezielle Erkenntnis aus allgemeinen Theorien gewinnen

Abduktion:

will neues Wissen erzeugen

Schließt von Fakten auf allgemeine Prinzipien, die erklären können

Stark spekulativ

Die empirisch-analytische (quantitative) Forschung:

Objektivität

Nachvollziehbarkeit

Kontrolle des Ablaufs durch Dritte

Repräsentative Strategie

Anwendung theoriegeleitet (deduktiv)

Validität:

Forschungs- und Erhebungsinstrumente müssen das erheben, was sie sollen

Reliabilität:

müssen unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse hervorbringen

Reduktionismus:

Wenn Forscher zuviel Rohmaterial reduzieren

Die qualitative Forschung:

Kontextualisieren eher, anstatt zu analysieren Negativ definiert:

Kleine Zahl an Untersuchungspersonen Keine echte Stichprobe nach Zufallsprinzip Keine quantitativen (metrischen) Variablen Keine statistischen Analysen

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Methodologie:

Lehre von den Methoden

Methodenlehre:

Nutzen und Funktionieren sowie Kriterien der Anwendung konkreter Instrumente zur Datenerhebung

Wissenschaftliche Forschungstraditionen:

1. Traditionell

2. Kritisch

3. Affirmativ

4. Progressiv

Soziale Tatbestände:

Beobachtbares menschliches Verhalten

Von Menschen geschaffene Dinge

Durch Sprache vermittelte Meinungen usw.

Ziel der empirischen Forschung:

Allgemeingültige Erkenntnisse generieren -> diese können durch Einzelfälle NICHT widerlegt werden!

Methoden:

1. Befragung (Meinungen, Einstellungen)

2. Inhaltsanalyse (Medieninhalte)

3. Beobachtung (Verhalten)

4. Experiment

Methodenwahl abhängig von Erkenntnisinteresse, Fragestellung und Stand der Forschung

Wissenschaft:

Fundierte, systematische und nachvollziehbare Befriedigung von Neugier - “Dogma der Wiederholbarkeit”

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Wissenschaftliches Arbeiten

Gütekriterien:

Objektivität Ehrlichkeit Überprüfbarkeit Reliabilität Validität (Gültigkeit) Verständlichkeit Relevanz Logische Argumentation Originalität Nachvollziehbarkeit

Systematische Vorgehensweise also:

Nachvollziehbar, wiederholbar, überprüfbar, auffindbar, kritisierbar, verbesserbar, vollständig, methodisch

Problematisieren und Themenfindung

Problem = Ausgangspunkt Problemfindung durch z.B.

Literatur (Thema aufgrund bereits vorhandener Literatur) Persönlich (eigene Erfahrungen, Interessen) Interpersonell (Themen durch Gespräche mit anderen)

Fragen vor Beginn

Was will ich wissen?

Warum …?

Welches Erkenntnisinteresse…?

Was will ich NICHT wissen?

Was ist besonders interessant?

Für wen…?

Welche Aspekte sind wichtig?

Wie viel Zeit?

Umfang?

Literatur zugänglich?

Literatur verständlich?

Was weiß ich bis jetzt?

Was habe ich bereits gelesen?

Was weiß ich noch nicht?

Wie hoch Aufwand?

Anforderungen ans Thema:

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Untersuchung behandelt erkennbaren Gegenstand

(Forschungsgegenstand) Neues Erkenntnisinteresse oder neuer Blickwinkel

Muss für andere Nutzen haben

Überprüfbarkeit

Nicht gänzlich unbekannt

Nicht zu groß

Interessant

Nicht zu persönlich

Nicht zu ehrgeizig

In der Zeit zu bewältigen

Allgemeingültig

Theoriegeleitet

Erkenntnisinteresse:

Was soll herausgefunden werden?

Problembenennung und Zieldefinitionskriterien:

Untersuchungsgegenstand und Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit: was und in welchem Umfang? Untersuchungszeitraum Untersuchungstiefe Interdisziplinarität Basis

Schneeballverfahren:

Literaturlisten als Literaturtipps verwenden

Forschungsstand:

Darstellung des interessierenden Forschungsgegenstandes

Momentan vorherrschende wissenschaftliche Ansicht

Man stellt schon vorliegende Ergebnisse vor

= vorliegende Forschung zu einem Thema in (knapper) Übersicht

Beinhaltet:

Aktuelle Debatte rund um diesen Forschungsgegenstand

Kritikpunkte an den Ansätzen

Evtl. kleiner historischer Abriss über Entwicklung

Schwerpunkt: auf dem aktuellen Stand der Forschung

Ausgangspunkt für Themenfindung:

Beispielsweise Lasswell-Formel

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Grundlage für Formulierung:

Medien und Gesellschaft Medienforschung Kommunikatorforschung Aussagenforschung Publikumsforschung Wirkungsforschung

Mögliche Strategien zur Themeneingrenzung:

Spezielle Perspektive

Begrenzter Zeitraum

Ausgewählter Aspekt

Überblick

Begrenzte Anzahl von Theorien und Positionen

Forschungsfragen:

Zielen auf Erkenntnisinteresse leiten Forschung Auf Basis der Literatur erstellt Theoriegeleitet

Deskriptive Forschungsfragen:

fragen nach Beschaffenheit eines Phänomens

Verifizierende Forschungsfragen:

Fragen nach Zusammenhängen zwischen Phänomenen

Häufige Fehler:

Kein Problem der PKW

Bereits Fülle an Erkenntnissen

Missverständlich

Ja/Nein - Antwort

Definition hinterfragt

Forschungsfrage zielt auf Messergebnis

Forschungsfrage ist Feststellung

mehrere Forschungsfragen für nur eine Hypothese

nicht wissenschaftlich-beantwortbare Fragen

Hypothesenkatalog:

Gesamtheit aller Hypothesen

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Hypothese:

Vermutung über bestimmten Sachverhalt Aussage über bestimmten Sachverhalt, der empirisch falsifizierbar ist (widerlegbar) Vermutung über Beziehung von 2 oder mehreren Variablen zueinander Verknüpfung von Definitionen “Vermutung” -> logische Ableitung aus der Literatur

Hypothesenfindung:

Literatur

Kreativität

Erfahrungen

Explorationsstudie

Moderatorvariablen:

Variablen, die Einfluss der unabhängigen Variable auf die abhängige Variable beeinflussen

Mediatorvariablen:

Unabhängige Variablen nicht direkt von abhängiger Variable beeinflusst, sondern vermittelt durch 3. Variable auf abhängige Variable einwirkt

Quantitative Variablen:

stetig (kontinuierlich) diskret (diskontinuierlich)

Stetige Variablen: innerhalb Intervall unendlich viele Merkmals- Ausprägungen

Diskrete Variablen: im (begrenzten) Intervall nur endlich viele Ausprägungen

Diskrete Variablen:

dichotom (binär): 2 Abstufungen, bspw. Männlich/weiblich polytom: mehrfach abgestuft

Latente Variablen:

Nicht direkt beobachtbar (bspw. Studierendenmotivation)

Nicht direkt empirisch zugänglich und messbar

Geeignete Merkmalsausprägung müssen gefunden werden

Manifeste Variablen:

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Direkt beobachtbar

Kovariation von Variablen:

Sagt aus, welcher Zusammenhang zwischen ihnen besteht

 

Angegeben mittels Korrelationskoeffizienten

Dieser kann zwischen -1 und +1 liegen

Sowohl negative (je größer, desto weniger

/ je kleiner, desto mehr…),

aber auch positive (je größer, desto mehr

/ je kleiner, desto weniger

)

Zusammenhänge gibt es +1 = perfekte Korrelation

Ab 0,2 -> wenig aussagekräftig

Durch Korrelation kann nicht Richtung bestimmt werden! (könnte auch umgekehrt oder 3. Variable sein)

Operationalisierung:

“messbar machen”

zur Datensammlung

beschreibt Art & Weise mit der theoretisches Konstrukt gemessen werden

soll = Übersetzungsvorgang

stellt Verbindung zwischen begrifflicher Ebene und Beobachtungsebene

dar Können anhand wichtiger Merkmale werden

Für Untersuchungen sind Merkmalsausprägungen entscheidend

Voraussetzungen für Operationalisierungen:

empirischer Bezug (=Variablen müssen für Beobachtung und Messung zugänglich sein) Begriffe präzise Variable müssen nachvollziehbar und geeignet dargestellt werden

Vorgehensweise:

1. Durch relevante Merkmale (Variable) definiert

2. In messbare Größen übersetzt (d.h. Indikatoren werden

Dimension:

gesucht)

= Zusammenfassung mehrerer Variablen

Begriff wird durch Variablen und Indikatoren operationalisiert

Indikatoren:

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Beobachtbare / messbare Sachverhalte

Auf Vorliegen eines Sachverhaltes kann somit geschlossen werden

Aus Theorien abgeleitet

Anforderungen an Indikatoren:

Eindeutig definiert Empirisch messbar Verlässlich Auswahl ist zu begründen

Arten von Hypothesen:

Allgemein

deterministisch

absolute Gesetze über Zusammenhänge (häufig in NaWi)

absolute Gesetze über Zusammenhänge (häufig in NaWi)

probabilistisch

probabilistisch

Wahrscheinlichkeitshypothesen

Wahrscheinlichkeitshypothesen

Merkmalswerte haben gewisse Wahrscheinlichkeit (SoWi)

Hinsichtlich Zusammenhang

Kausal

Relational

Ungerichtet

Abhängigkeit geklärt Folge ist von Be-dingung abhängig Ursache und Wirkung sind bestimmt Beschreiben Zusammenhang zwischen 2 oder mehr Variablen als Grund-Folge-Beziehung (Wenn A, dann B) definierte Stärke, eine bestimmte Intensität des Zusammenhangs wird angenommen

“je-desto”

 

Zusammenhang zwischen 2 oder mehr Variablen

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wird nicht näher ausgeführt

Hinsichtlich Anzahl

monokausal

multikausal

Ausprägungen der abhängigen Variablen entsteht durch Wirkung einer unabhängigen Variablen abhängige Variable wird durch 2 oder mehr unabhängige Variable beeinflusst

alle Variablen müssen empirisch überprüfbar sein

Nullhypothese (H0):

Kein Zusammenhang

Alternativhypothese (H1):

empirisch “positives” Resultat systematischer Zusammenhang wird erwartet

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Kriterien für Erstellung von Hypothesen

Hypothese:

= AUSSAGE, keine Frage oder Befehl! mindestens 2 semantisch gehaltvolle Begriffe durch Operator verbunden keine Tautologie, d.h. Begriffe nicht gleichen oder gegenseitig definieren (“Jeder Schimmel ist weiß”) nicht immer wahr widerspruchsfrei kein Werturteil

Informationsgehalt einer Hypothese:

Anzahl und Differenzierung der Objekte (“alle” ist besser als eine ganz

spezifische Gruppe) Zahl der Merkmalsausprägungen der Variablen (“sehr gut”, “gut” …)

Exaktheit der Verteilung

Genauigkeit der Rahmenbedingungen

Operationalisierungen

Aussagen über Art des Zusammenhangs

Arten von Zusammenhang:

deterministisch / statistisch:

wenn-dann

reversibel / irreversibel:

wenn A, dann B und umg ekehrt / Wenn A, dann B aber nicht umgekehrt

notwendig:

wenn A, dann und nur dann gilt B

hinreichend:

wenn A gilt, gilt immer noch B

Informationsgehalt erhöht sich, wenn 2 Hypothesen zu einer zusammengefasst werden können

Überprüfen einer Hypothese

Hypothesengenerierende Forschung:

man schließt auf theoretische Zusammenhänge (induktiv) “Prinzip der Offenheit” der qualitativen Forschung

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Hypothesenprüfende Vorgehensweise:

von theoretischen System abgeleitete Variablen werden in der Realität überprüft (deduktiv) Phänomene werden messbar gemacht und gezählt

allgemein: Theorie und Empirie können NICHT ohne einander!

Falsifizieren:

widerlegen dann entweder verwerfen, neu oder modifizieren

Verifizieren:

Hypothese gilt als vorläufig verifiziert (belegt), wenn sie Prüfung standhält nur vorläufig, da immer Möglichkeit der Falsifikation

Statistische Verfahren zur Prüfung sind induktiv (berufen auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen).

Forschungsbericht

Reihenfolge:

Quellen

1. Problem (Forschungsfragen/Hypothesen)

2. Methode

3. Ergebnisse (Prüfung)

4. Diskussion

Eigene Quellen:

Interviews

Beobachtung

Experimente

Befragung

Fremde Quellen:

Primärquellen:

als Original vorhanden

Sekundärquellen:

Zitate

Tertiärquellen:

Zitate aus Büchern, die selbst darauf zitiert haben

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Selbstständige Literatur:

Druckwerke, die als eigene Publikation erschienen sind

Monografien Sammelbände Hochschulschriften Zeitungen / Fachzeitschriften

Unselbstständige Literatur:

Texte in übergeordneten Druckwerken

Aufsätze in Zeitschriften

Aufsätze in Sammelbänden

Artikel in Referenzwerken

In wissenschaftlichen Datenbanken auffindbar

“Graue Literatur”:

= nicht allgemein zugängliche Literatur; nur in Eigenverlag

Diplomarbeit

Tagungsberichte

Arbeitspapiere

Arten wissenschaftlicher Literatur

Monographien und Sammelbände:

Monographien: 1 oder mehr Autoren, spezielles Feld

Sammelbände: Aufsätze mehrerer Autoren, jeder für seins verantwortlich, Rahmenthemen

Referenzwerke:

= Nachschlagewerke Stellen Wissen überblicksartig dar

Typen von Referenzwerken

Enzyklopädien:

Gesamtes Wissen zu einem bestimmten Thema im Überblick

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Fachlexika und Wörterbücher:

Beschränken sich auf Ausschnitt des Wissens

Handwörterbücher:

Zu bestimmten Themen

Auch längere Beiträge

Nicht alphabetisch, sondern thematisch geordnet

Bibliografien:

Sammeln Literaturhinweise

“Bücher über Bücher”

2 Arten:

Nationalbibliographie (in einem Staat erschienene Literatur)

Fachbibliographie (zu einem bestimmten Thema erschienende Literatur)

Lehr- und Studienbücher:

Grundlagen einfach erklären Im Stil einer Monographie

Periodika:

Wissenschaftliche Fachzeitschriften (mehrmals im Jahr)

Jahrbücher

Tagungs- und Forschungsbeichte (proceedings)

Tageszeitung (zwar Periodika, aber nicht wissenschaftlich, daher nur bedingt nutzbar!)

Hochschulschriften:

Diplomarbeit usw.

Quellenkritik

2 Arten von Quellen: zitierfähig, zitierwürdig

Zitierfähige Quellen: alle nötigen Angaben sind da, daher für

wissenschaftliche Arbeiten geeignet Graue Literatur nur eingeschränkt zitierfähig

Zitierwürdige Quellen: halten quellenkritischer Prüfung stand, können in wissenschaftlichen Quellen verwendet werden

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Beide Arten für jedermann zugänglich, auffindbar, überprüfbar und entsprechen wissenschaftlichen Qualitätskriterien

Indizien für zitierwürdige Quellen:

Zitierweise korrekt Quellenangaben vollständig Argumentation wissenschaftlich Empirischer Teil ist wissenschaftlich durchgeführt Arbeitsweise offen gelegt Verlag anerkannt Quellen anerkannt Wenn Artikel, dann in Sammelband enthalten und peer-review unterzogen

Quellenverzeichnis:

Alle verwendeten Quellen enthalten

Alphabetisch ordnen

Vollständiger Name der Autoren

Gelegentlich Teilung des Quellenverzeichnisses in:

Literaturquellen (Printquellen) Internetquellen

Interviews

Sonstige Quellen

Im Quellenverzeichnis grundsätzlich folgende Angaben:

Name des Autors

Titel, ggf. Untertitel Verlag und Verlagsort Erscheinungsjahr

ggf. Auflage

alle notwendigen Angaben für Monographien

Bei Sammelbänden zusätzlich folgende Angaben:

 

Bibliographische Angaben des Sammelbandes

Seitenangabe des gesamten Artikels

Wenn es sich um Beitrag in Sammelband handelt, sieht man das an “in:”

Bei Fachzeitschriften zusätzliche Angaben:

 

Name der Zeitschrift, Nummer, ggf. Jahrgang, Jahr

Seitenangabe des Artikels

Bei Internetquellen zusätzliche Angaben:

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URL Datum des Abrufs

Quellen aus dem Internet:

Sollten gesichert werden wo kein Autor steht bzw. keine Institution, nicht verwenden

Das Zitat

= direkte oder indirekte Übernahme eines Inhaltes von einem fremden

Urheber mit der Angabe der Quelle Laut Norm: Art der formalen Beschreibung eines Dokumentes oder sonstigen Werkes, die dessen unmittelbare Identifizierung und Wiederauffindung gewährleistet

Zwecke:

Man beruft sich auf Texte anderer, um eigene Position zu untermauern Dienen als Ausgangspunkt und werden weitergeführt, verglichen, kritisiert usw. Verschiedene Thesen, Positionen usw. werden zusammengestellt um Stand der Forschung darzustellen

Das Plagiat

= abschreiben ohne Quellenangabe = bewusste, absichtliche und unrechtmäßige Übernahme von fremden geistigen Eigentum Normalerweise muss man fremde geistige Schöpfungen und Ideen durch ein Zitat kenntlich machen, auch wenn bloß sinngemäß Arten:

Vollplagiat: Studierender gibt fremde Arbeit ohne Einverständnis des tatsächlichen Urhebers als eigene aus Zitat ohne Beleg: Studierender übernimmt Teile eines fremden Werkes ohne Quellenangabe

Übersetzungsplagiat: Studierender übersetzt fremdsprachige Arbeiten ohne Quellenangabe

Selbstplagiat: Studierender gibt ein und dieselbe Arbeit in mehreren LVs ab

Verbalplagiat: Übernahme einer wortwörtlichen Textpassage

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Ideenplagiat: sinngemäße Übernahme

Totalplagiat: kompletter Text übernommen

Teilplagiat: Textausschnitte übernommen

Ghostwriting = fremde Arbeit MIT Einverständnis des Urhebers

Fälschung = nicht abgeschrieben, sondern Arbeit oder Autorenschaft gefälscht, Studien oder Ergebnisse erfunden etc.

Grundregeln für wissenschaftliches Zitieren

Wissenschaftliches Zitieren:

nur einzelne Passagen zitiert

Zitate nicht aus Zusammenhang gerissen

Quelle angegeben (Quellenangabe)

Quelle auch als Werk im Literaturverzeichnis (Quellenverzeichnis

Grundlage des Zitierens: Recht der freien Werknutzung

2 Arten: kleines Zitat, großes Zitat

Kleines Zitat = kleine Ausschnitte, fallen im Verhältnis nicht auf

Großes Zitat = Übernahme von ganzen Artikel- und Buchtexten, um z.B. etwas zu analysieren (eher in Geisteswissenschaften üblich)

Quellen gelten üblicherweise für einen Absatz

Arten von Zitaten

Direkt und indirekt

Direktes Zitat: wortwörtlich übernommen

Indirektes Zitat: sinngemäß übernommen

In beiden Fällen: Angabe der Quelle (=Autor / Werk / Seitenzahl)

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Im Sinne der Überprüfbarkeit, Wiederholbarkeit und Auffindbarkeit

KEINE fremden Ideen, Inhalte, Texte usw. OHNE Quellenangabe!

Darstellung von direkten Zitaten:

“texttexttext”

Anführungszeichen im Originaltext dann als Apostroph

Können kursiv geschrieben werden

Wenn länger als 3-4 Zeilen evtl. einrücken, dann auch kleinerer

Zeilenabstand Wenn Wörter ausgelassen werden: (…) […]

Beispiel: “So … erzeugen Berühmtheiten noch mehr Berühmtheiten.”

Darstellung von indirekten Zitaten:

Nicht Anführungszeichen, sondern vor Text “vgl.”

Nicht einrücken, kein anderer Zeilenabstand

Mehrere Autoren möglich

Verwendung von Abbildungen:

Direkte und indirekte Zitierweise gilt auch für Abbildungen (Grafiken,

Tabellen…) Wenn zeichengetreu übernommen: direkte Zitierform (bspw. Kopierte

Grafiken) Wenn Veränderung: indirekte Zitierform

Besonderheiten im Originaltext:

Wenn Fehler im Originaltext, nicht verändern, sondern [!] oder [sic!] (=wirklich so!) Wenn direkte Zitate vom Verfasser ergänzt werden, dann [d. Verf.] oder [Anm. d. Verf.]

Formale Kriterien für Quellenangabe zum Zitat

In Quellenangabe in knapper Form jene Infos, damit man sie gleich wiederfinden kann (genaueres dann im Literaturverzeichnis angeben) - 3 zentrale Angaben: Autor, Erscheinungsjahr, Seiten

Zitiermethoden

= Art, wie Quellenverweise vorgenommen werden

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Fußnoten-Methode (deutsche Zitierweise):

= Nachname des Autors, Erscheinungsjahr, Seitenangabe Fußnote meist kleinere Schriftgröße, Zeilenabstand einzeilig

Beispiel:

“Die Fernsehregulierung in Österreich wurde bisher EU-konform durchgeführt.”

14

14 Brantner / Wallner, 2007: S. 224.

Harvard-Methode (amerikanische Zitierweise):

Unmittelbar nach dem zitieren Text in Klammern Nachname, Erscheinungsjahr, Seitenangabe Grundsätzlich verschiedene Interpunktionen (Beistriche usw.) möglich, dann aber einheitlich! Bei direkten Zitaten regulär mit Satzabschlusszeichen und Abführungszeichen beendet Bei indirekten Zitaten wird Quellenverzeichnis in den laufenden Satz integriert (Satzschlusszeichen nach der Klammer)

Beispiele direktes Zitat:

“Die Fernsehregulierung in Österreich wurde bisher EU-konform durchgeführt.” (Brantner / Wallner, 2007: 224)

Brantner / Wallner (2007: 224) betonen: “Die Fernsehregulierung in Österreich wurde bisher EU-konform durchgeführt”.

Beispiel indirektes Zitat:

In Österreich wurde die Regulierung des Fernsehens bis zum heutigen Datum

konform der EU-Regelungen durchgeführt. (vgl. Brantner / Wallner 2007, 224)

bei Internetquellen (lange Angaben) ausnahmsweise (!) bei amerikanischer Zitierweise möglich in Fußnote auch bei amerikanischen Zitierweise Fußnote für Anmerkungen usw. möglich

Weitere Funktionen der Fußnote:

Ermöglichen Einordnung eines im Text dargelegten Sachverhalts in die Fachdiskussion (widersprechende Positionen, weiterführende Literatur und historische Hintergründe) Können Argumentation verdeutlichen; weisen darauf hin, durch welche Personen und Werke eine bestimmte Untersuchung oder Position

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angeregt wurde Feststellungen im Text durch Beispiele ergänzen und zusätzliche Infos

Übersetzungen von fremdsprachigen Zitaten

Zitieren von Internetquellen

Verschiedene Arten:

1. Zitieren einer Website mit URL

2. Zitieren einer Subdomain

3. Zitieren einer HTML-Datei

4. Zitieren dynamischer Web-Inhalte (Foren, Blogs…)

5. Zitieren anderer Dateiformate (pdf…)

6. Zitieren aus Online-Enzyklopädien (wikipedia)

7. Zitieren multimedialer Inhalte (Videos…)

Beispiel Zitieren von HTML-Dateien:

Autor, “Titel des Dokuments” (Publikationsdatum) Medium, URL [Abrufdatum]

Hartmann, Frank: “Klasse statt Masse?” Brockhaus und Wikipedia sind eine Scheinkonfrontation im Kampf um das Wissen Online” (7.4.2008), Telepolis, http://texttext.html [Zugriff: 25.9.2008)

Zitieren dynamischer Web-Inhalte:

wenn vorhanden Permalink Nicht-öffentliche Inhalte von “Gated Communities” (Foren, Netzwerke…), wo man registriert sein muss, müssen lokal abgespeichert werden Spielen Rolle von Rohdaten (zur Analyse bspw.), nicht von Quellen!

Zitieren von multimedialen Inhalten:

Werden behandelt wie Printquellen

Das herausgebende Medium muss angegeben werden

Immer Originale suchen!

Zitatbeispiele im Anhang anschauen!!!

Häufig verwendete Abkürzungen

a.a.O.

am angegeben Ort

d.i.

das ist

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Ebd.

Ebendort, S. xx

Ed., eds.

Editor, Editors

Erw.

erweitert

Et. Al.

“und andere”

Ibid.

Ebenda

o.J.

ohne Jahresangabe

Passim

anstelle konkreten Angaben

Wissenschaftliches Lesen

Warum Lesen?

Wissenschaft arbeitet kumulativ (Wissen baut somit auf vorhandenem Wissen auf)

Arten des Lesens:

Lineares Lesen (Satz für Satz)

Selektives Lesen (“Überfliegen”)

Konsultierendes Lesen (Suchen von SPEZIELLEN Infos)

Differenzierendes Lesen (Infos werden bewusst und aufmerksam aufgenommen, bspw. Lehrbücher)

Leseplanung:

Literaturrecherche Einarbeitung in die Thematik Erarbeitung des Forschungsgegenstandes Spezifisches Lesen

Zwecke des wissenschaftlichen Lesens:

“Einlesen” - um aus vorhandener Literatur Forschungsfragen und Hypothesen zu erstellen “Literaturanalyse” - Erarbeiten des Forschungsstandes Interesse

Aussortieren - erste Prüfung der Literatur:

Zur Einschätzung Rezensionen hilfreich Gutes Kriterium: Erscheinungsdatum (neuere Werke sind älteren vorzuziehen) Publikationsort können Hinweis auf politische Bedingungen geben

Absichten von Texten:

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Folgende Textsorten werden unterschieden:

Instruierende Texte (leiten zum Handeln an, bspw. Bedienungsanleitg.)

Deskriptive Texte (beschreiben Erscheinungen, Phänomene und

Sachverhalte präzise und differenziert) Narrative Texte (vorwiegend fiktionale Texte, z.B. Forschungsberichte)

Expositorische Texte (Erklären, Darlegen, Erörtern)

Argumentative Texte (Autor setzt sich mit anderen Wissenschaftlern auseinander, prüft und wägt ab, verweist, erläutert, begründet…)

Relevanz-Prüfung von Literatur:

Leseform entspricht kursorischem Lesen

Folgende grundsätzliche Fragen zum Text sind von Interesse:

Was weiß ich schon?

Was will ich noch wissen?

Was weiß ich über den Autor?

Welches Ziel verfolge ich mit dem Lesen?

Weiß ich nach der Lektüre mehr als vorher?

Kann es zur Erweiterung meines Wissens beitragen?

Wenn Relevanzprüfung positiv ausfällt und insbesondere, wenn letzte Frage “ja” - Buch AUSFÜHRLICH lesen!

Wenn Relevanzprüfung positiv ausfällt und insbesondere, wenn letzte Frage “ja” - Buch AUSFÜHRLICH lesen!

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09 Lesen und Bearbeiten von Texten Mit Fragen an den Text

Lesen und Bearbeiten von Texten

Mit Fragen an den Text herangehen Lesen = absichtsvolles Handeln

Fragen an wissenschaftliche Texte - W-FRAGEN:

WER ist der Autor?

WANN wurde der Beitrag verfasst?

WAS ist zentrales Anliegen?

WIE kommt der Autor zu seinen Aussagen?

WESHALB wurde der Beitrag geschrieben?

WO wurde Beitrag verfasst?

WELCHE Auswirkungen hat der Beitrag?

Fragen zur Produktion:

1. Herkunft des Textes (wer hat Text geschrieben, wo zu finden, in welcher Zeit, zu welchem Anlass, unter welchen Umständen)

2. Absicht des Autors (welchen Zweck, Ziel ausdrücklich formuliert?

3. Bestimmung der Textsorte (informierend, kommentierend, appellativ? Welche inhaltliche, sprachliche, formale Kennzeichen?)

Fragen zum Inhalt:

4. Erfassung des Themas (Sachverhalt, Problem, an welcher Stelle formuliert?)

5. Untersuchung des Aufbaus (Abschnitte, Struktur, Gedankenfolge)

6. Beschreibung des Verfahrens (Tatsachen? Thesen? Fragen? Wertungen? Argumente? Deduktiv oder induktiv?)

Fragen zur Form (Sprache und Stil):

7. Semantischer Bereich (Wortschatz)

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

9. Rhetorisch-poetischer Bereich (rhetorische oder poetische Mittel?

Fragen zur Rezeption:

10. Wahl des Mediums (Buch, Zeitschrift

?

Optisch oder akustisch?)

11. Wirkung des Textes (Verstand oder Empfinden? Einsicht oder Gewissen?)

12. Bestimmung des Adressatenkreises (an welches Publikum?)

Übergeordnete Fragen:

13. Einordnung des Textes (Stellenwert?)

14. Stellungnahme zum Text

Häufige Probleme beim Lesen und Verstehen

Keine Lust Verstehen nicht, was gelesen wird Können nicht mit eigenen Worten wiedergeben, was gelesen wurde Können zentralen Aussagen nicht herausfiltern Können nicht einprägen Können keine Schlussfolgerungen ziehen

Lesegeschwindigkeit:

Bei wissenschaftlicher Fachliteratur bei 130-180 Wörtern/min

Geübter Leser 500 Wörter/min

Möglich bis 900 Wörter/min

Regression:

Rückwärtsspringen auf bereits gelesenes Grund: mangelnde Konzentration

Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur

Kursorisches Lesen:

Schnell und flüchtig Ohne tiefes Eindringen Gibt Einblick Große Aufmerksamkeit auf Autor, Titel, Inhaltsverzeichnis,

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Abstract, Zusammenfassung, Klappentext

Selektives Lesen:

Unter bestimmten Gesichtspunkten

Suche nach Teilinformationen

Nur die Infos, die der Fragestellung dienen, werden verwertet

vor allem Definitionen, quantitative Angaben, Diskussionen, Angaben zum Forschungsstand

Vergleichendes Lesen:

Gründliches Studieren einiger Kapitel verschiedener Texte, die sich gleichen Immer anhand von Fragen

Studierendes Lesen:

Inhalte möglichst gut einprägen Text als Ganzes verstehen und durcharbeiten

Lesetechniken

Erst nicht sehr intensiv lesen, sondern überblicksartig

Dann noch mal intensiv durchgehen, markieren

Exzerpieren ist wichtigste Voraussetzung, um später zitieren zu können

Die SQ3R-Methode (Robinson 1961)

survey - questions - read - recite - review

1.

survey:

Überblick verschaffen

mit Aufbau vertraut machen

2.

Questions:

Fragen an den Text stellen

3.

Read:

Textinhalt, Sinnabschnitte einteilen

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Argumentationen, Definitionen, Fremdwörter usw. usf.

4.

Recite:

= rekapitulieren, exzerpieren

Notizen über Gelesenes machen

5.

Review:

nochmals Überschriften überfliegen

versuchen, wichtigste Aussagen in Erinnerung zu rufen

Gesamtzusammenfassung schreiben

Das Exzerpt

= wörtliche oder sinngemäße Auszüge aus Texten der Fachliteratur Enthält sämtliche bibliografischen Angaben zum Text und soll grafisch übersichtlich gestaltet sein Ziel: wesentliches des Textes soll festgehalten werden Folgende Techniken: wörtliches zitieren, referieren, paraphrasieren, Schlüsselbegriffe, eigene Fragen, Bemerkungen, Querverweise

Die PQ4R-Methode

preview - question - real - reflect - recite - review

1. Preview:

Text überfliegen und vorprüfen

2. Question:

3. Read:

Fragen an den Text stellen

4. Reflect:

Durch das Lesen sollen Fragen beantwortet werden können

= nachdenken über das Gelesen

suchen nach Beispielen

Text auf vorhandenes Wissen beziehen

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

5. Recite:

6. Review:

Nach jedem Textabschnitt versuchen, Fragen zu beantworten

Text wiederholen und in Zusammenhang mit Fragen und Infos bringen

Texte bearbeiten und Gelesenes festhalten

1. Lesenotizen

2. Unterstreichen und Markieren

3. Formulieren von Randnotizen / Randbemerkungen 2 Arten von Randbemerkungen:

Inhaltliches Gliedern Logisches Gliedern

Inhaltliches Gliedern:

Seitenrand mit Begriffen versehen, dabei Kerngedanken rausgeschrieben Jeder Absatz bekommt mindestens ein inhaltliches Leitwort

Logisches (argumentatives) Gliedern:

Formale Struktur des Textes wird erschlossen

Formale Struktur umfasst Einleitung, Schluss, Kapitelanzahl, Absatzanzahl, Aufzählungen usw.

4.

Exzerpieren (können wörtlich oder paraphrasierend sein)

Wichtigste Schritte des Exzerpierens: Orientierung, Exzerpieren, anschließendes Verdichten

Orientierung: Überblick über Struktur, wichtige Aussagen und Inhalte

Exzerpieren: entweder man exzerpiert unter besonderen Fragestellungen

oder unter globalen Fragestellungen (bei letzterem sind wenig Vorkenntnisse nötig!) Verdichten: eigene Exzerpte sollen nochmals überprüft und zusammengefasst werden

Typen von wissenschaftlichen Arbeiten

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Grundsätzlich unterschieden: Literaturarbeiten und empirische Arbeiten

Theoretische Literaturarbeit: Fragen durch intensives Studium der Literatur

beantwortet Empirische Arbeit: zusätzlich (!) mit sozialwissenschaftlichen Methoden systematisch Daten erhoben, ausgewertet, analysiert und interpretiert

Dokumentation:

= umfassende, realitätsgetreue sprachliche Beschreibung eines Phänomens oder einer Theorie Keine kommentierenden Teile

Argumentation:

Sachliche Auseinandersetzung mit Gründen und Gegengründen dar

Ziel: Entscheidung für oder gegen etwas verständlich und plausibel

Geprägt von der Sicht des Autors

Systematisierung:

Gegenstand der Untersuchung in seine Teile zerlegt, analysiert und durch Ordnung der Teile erfasst

Kompilation:

= Zusammenstellung

Darstellung eines Themas durch Recherche, Erfassung und Auswertung von Daten bzw. Literatur unter Perspektive des Autors

Ablauf von wissenschaftlichem Schreiben

1. Erste Orientierung

2. Genaue Themenfindung

3. Festlegung des Forschungsdesigns

4. Konzepterstellung, Grobgliederung

5. Intensive Literaturrecherche und -auswertung

6. Datenerhebung und -auswertung

7. Texterstellung

8. Korrekturphase

Bemerkungen:

Erste Orientierung: grundlegende Vorüberlegungen

Konzepterstellung: Rohkonzept einer wissenschaftlichen Arbeit

Korrekturphase: 3 Schritte - inhaltlich, editorische, sprachliche Überarbeitung

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Inhaltliche Überarbeitung:

Geprüft, ob Aussagen korrekt, wichtige Aspekte fehlen oder überflüssige Dinge da sind

Editorische Überarbeitung:

Im Mittelpunkt: Korrektheit der Zitate und dazugehörigen Literaturangaben

Sprachliche Überarbeitung:

Rechtschreibung und Grammatik

Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit

1. Titelblatt

2. Eidesstattliche Erklärung

3. ggf. Vorwort

4. Inhaltsverzeichnis

5. ggf. Abbildungsverzeichnis

6. Einleitung

7. Hauptteil

8. Schluss

9. Quellenverzeichnis

10. ggf. Anhang

Angaben auf Titelblatt:

Titel der Arbeit Verfasser der Arbeit (Name, Vorname, Studienkennzahl, Matrikelnummer) Angaben zur LV und dem LV-Leiter Ort und Datum

Eidesstattliche Erklärung:

Bekanntgabe keine unerlaubten Hilfsmittel verwendet zu haben und nach den Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens gearbeitet zu haben Außerdem, dass man diese Arbeit noch nie zu einem anderen Zweck eingereicht hat

Vorwort:

Raum für Anmerkungen und Stellungnahmen

Vorwort ist keine Einleitung!

Im Vorwort keine Infos, die für Verstehen des Textes notwendig sind

Abbildungsverzeichnis:

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Alle Abbildungen mit Nummerierung und Titel versehen, dann im Verzeichnis aufgelistet

Einleitung:

Ziel der Arbeit soll beschrieben werden

Thema eingrenzen

Problemstellung erläutern

Richtung der Argumentation andeuten

Zentrale Fragestellungen vorstellen

Strukturierungsmöglichkeiten:

Theorievergleiche nach unterschiedlichen Ansätzen Nach thematischen Aspekten des Hauptthemas Nach Muster These - Antithese - Synthese Bei historischen Abläufen chronologisch

Hauptteil-Elemente:

Darstellung relevanter Theorien und Konzepte aus Literatur Diskussion des aktuellen Forschungsstandes Grundbegriffe Prämissen und Hauptthesen der vorgestellten Theorien und Konzepte

Inhalte bei empirischen Arbeiten:

1. Theorie, Stand der Forschung, Forschungsfragen, Hypothesen

2. Methoden

3. Auswertung und Darstellung der Resultate

4. Interpretation (FF beantworten, Daten interpretieren…)

Formale Konsistenz:

= annähernd gleiche Gliederungstiefe einzelner Teile in einer Arbeit und annähernd gleicher Umfang der Kapitel

Inhaltliche Konsistenz:

Gliederungspunkte sollen auf derselben Ebene inhaltlich denselben Rang einnehmen

Möglichkeiten der Gliederung

Chronologische Gliederung:

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

erfolgt nach zeitlichem Ablauf eines Geschehens

Gliederung nach Ursache und Wirkung (kausaler Aufbau):

Ursache und Wirkung wird untersucht und ggf. mit Modell systematisiert

Vergleichende oder gegenüberstellende (diskursive) Gliederung:

Zwei oder mehr Untersuchungsgegenstände nach verschiedenen Kriterien untersucht und miteinander verglichen

Deduktive Gliederung:

geht vom Allgemeinen zum Detail, also vom Model zu logischen Einzelaussagen

Induktiv Gliederung:

Vom Speziellen zum Allgemeinen, also vom Detail zum Modell

Aus Beobachtungen und Einzelerscheinungen werden allgemein gültige Folgerungen abgeleitet

Argumentativer Aufbau

Dient dazu, Aussagen zu verdeutlichen

Muss überschaubar, nachvollziehbar und überzeugend sein

3 Hauptschritte: These, Antithese, Synthese

Grundzüge der Argumentation

Argument besteht aus mehreren, geordneten Elementen

Exordium:

auf Bedeutung des Themas wird hingewiesen

Narratio:

Problemhintergrund wird dargstellt

Paratitio:

Ziele werden aufgezählt und Struktur aufgezeigt

Confirmatio: Gründe für Position werden dargelegt

Refutatio:

gegenteilige Meinungen werden angeführt, erklärt und dann entkräftet

Peroratio:

wichtigste Beweisgründe nochmals dargelegt

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

Einleitung: Exordium, Narratio und Partitio Hauptteil: Confirmatio, Refutatio Schluss: Peroratio

Der argumentative Text:

soll überzeugen Behauptung wird mit einer Begründung belegt, daraus ergibt sich Folgerung, daraus allgemeine Schlussfolgerungen Diese Argumentation entspricht Argumentationsschema nach Toulmin Demnach miteinander verbundene Teile:

Behauptungen Beweise (=Argumente) Schlussregeln Einschränkungen

Schlussregel = stellt Verbindung zwischen Behauptung und Beweis her

Typen von Argumenten

Berufung auf Tatsachen:

Zahlen, Daten, Fakten, Statistiken Gegenstrategie: Tatsachen widerlegen

Berufung auf Ergebnisse aus (sozialwissenschaftlichen) Untersuchungen:

Ergebnisse aus Befragungen, Inhaltsanalysen, Experimenten, Beobachtungen Gegenstrategie: Ergebnisse widerlegen, Untersuchungsdesign bezweifeln, andere Ergebnisse entgegensetzen

Berufung auf Erfahrungen:

Erfahrungen = Einzelfälle, die Zufallscharakter haben

Gegenstrategie: andere Erfahrungen dagegen setzen und mit jenen vergleichen

Berufung auf Werte, Normen, Regeln, Gesetze:

Gegenstrategie: Werte und Normen nicht anerkennen, Regeln für nicht passend oder ungültig erklären, Gesetze ausschließen

Berufung auf Autoritäten:

Bedeutende Forscher, Denker, bedeutende Schriften (sollten anerkannt

Zusammenfassung Skriptum, STEP3, Lojka/Wippersberg, WS 08/09

sein) Gegenstrategie: Autoritäten nicht anerkennen

Ablauf einer Argumentation

Möglichkeit 1: Die Dreifache Begründung

Behauptung durch mehrere Begründungen gestützt Aus verschiedenen Begründungen ergibt sich Schlussfolgerung

Möglichkeit 2: Pro und Contra

Gründe für und gegen eine These werden angeführt Dazu zunächst fremde These wiedergegeben, dann Gründe angeführt, die FÜR diese These sprechen, danach Gründe, die dagegen sprechen Zum Schluss Fazit

These - Antithese - Synthese

Ziel: Synthese aus bereits bekannten Inhalten herzustellen

Aus bekannten Einzelteilen soll Neues herausgearbeitet werden

Folgt diesem Schema:

1.

Vorstellung der Behauptung (= These), dabei Argumente anführen (Zitate, Beispiele, Datenmaterial)

2.

Anführungen sowie Argumente und Begründungen für eine Gegenmeinung (= Antithese), dabei Argumente anführen

3.

Vergleich von These und Antithese (= Synthese), man entwickelt neue Behauptung aus diesen beiden

Mögliche Elemente der Argumentation:

Erläuterungen

Begründung

Illustrationen