Sie sind auf Seite 1von 1

16 Walliser Bote

Samstag, 29. Januar 2011 WALLIS


Wanderwege | Kettenweg im Naherholungsgebiet von Brig-Glis wieder durchgehend begehbar

Brückenschlag im Grindji

«Kran der Lüfte». Ein Schwerlasthubschrauber brachte die 3,6 Passt. Geschäftsführer Roger Krummenacher überprüft die Position der Fachwerkbrücke, die zentimetergenau auf die
Tonnen schwere Brücke an ihren Bestimmungsort. FOTOS WB bestehenden Widerlager abgesetzt wurde.

BRIG-GLIS | Die Stadtge- chitekt von Brig-Glis und die für in erster Linie dem Rostschutz.
meinde Brig-Glis hat die die Infrastruktur zuständige Spezialisten waren auch
innere Holzbrücke über Stadträtin Lucia Näfen verfolg- gefragt, als es darum ging, die
die Saltina im Grindji ten gestern den spektakulären Konstruktion unbeschadet an
durch eine stählerne Brückenschlag aus nächster Nä- ihren schwer zugänglichen Be-
Fachwerkbrücke ersetzen he. Holz sei kein idealer Bau- stimmungsort zu bringen. Weil
lassen. stoff im Grindji, so Björn Wyss. die Stahlbrücke immerhin 3,6
«Das hat uns die Geschichte ge- Tonnen wiegt, setzte die Berner
Die neue Stahlbrücke ist am lehrt.» Der Stadtrat, der bereits Helikopterfirma Heliswiss ei-
Freitag mit einem speziellen im Juni 2010 grünes Licht für nen Schwerlasthubschrauber
Lastenhelikopter ins Grindji den Brückenbau gab, entschied des Typs Kamov Ka-32 ein. Mit-
transportiert und auf den beste- sich deshalb für eine Stahlkon- hilfe dieses zweimotorigen
henden Widerlagern montiert struktion. Wyss hat die Brücke Kraftprotzes (2 x 2190 PS), der
worden. Damit ist der beliebte berechnet und die Stahl- und Lasten von bis zu fünf Tonnen
Kettenweg im Naherholungsge- Metallbaufirma Krummen- hebt, konnte die Brücke denn
biet von Brig-Glis ab sofort wie- acher das Tragwerk Stück für auch zentimetergenau auf den
der durchgehend begehbar. Stück zusammengeschweisst. bestehenden Widerlagern posi-
Der bisherige Übergang In den Bädern der Galvaswiss tioniert werden. Der Brücken-
über die Saltina musste ersetzt Verzinkerei AG in Aarberg wur- bau im Grindji wird – ein-
werden, weil Feuchtigkeit und de die Fachwerkbrücke schliess- schliesslich der Demontage der
Spritzwasser dem Holz arg zu- lich feuerverzinkt. Für das Auf- Holzbrücke – insgesamt rund
gesetzt hatten. «Nachdem sich bringen des metallischen Über- 48 000 Franken kosten. Da die
die gesamte Konstruktion ver- zugs musste die 18,5 Meter lan- Brücke zum Hauptwanderweg-
zogen hatte, war die Sicherheit ge Brücke zweigeteilt werden. netz gehört, wird der Kanton 20
nicht mehr gewährleistet», be- Die widerstandsfähige Legie- Prozent der Kosten überneh-
richtet Björn Wyss. Der Stadtar- rung aus Eisen und Zink dient men. fm Profis am Werk. Flughelfer bereiten die Befestigung der Stahlbrücke am Helikopter vor.

Grosser Rat | Müssen Grossräte «artig» sein, wenn sie als Lehrer auf der Lohnliste des Kantons stehen?

Drohte Staatsrat Roch einem Grossrat?


WALLIS | Hat Staatsrat Staatsrat Claude Roch Hat Staatsrat Roch
Claude Roch einem Gross- verlangte Loyalität gedroht?
rat der SP-Linksallianz Dieser Antrag und die an sich «Die Delegation der SPO in der
gedroht? Die SP-Fraktion harmlos-humoristische Bemer- AdG-Fraktion weist diese Mass-
verlangt Klarheit. kung hatte noch einen ernsthaf- regelung von Staatsrat Claude
ten Hintergrund: Schnyder hat- Roch mit aller Schärfe zurück.
Es war im Rahmen der Detailbe- te damals festgestellt, dass das Es geht nicht an, dass Mitglie-
ratung zum Budget 2011 im Departement immer wieder ris- der des Grossen Rates unter-
Walliser Grossen Rat. Der SP- kiere, unter den Einfluss von schwellig mit beruflichen Sank-
Grossrat Reinhold Schnyder be- kleinen Randgruppen zu gera- tionen gedroht wird, wenn sie
gründete halb im Ernst und ten, die sich – wie im konkreten ihre Aufgaben und Pflichten als
halb ironisch einen Abände- Falle – gegen ein offenes Schul- Abgeordnete wahrnehmen»,
rungsantrag, der 500 Franken system und liberale Erziehung schreibt die Delegation der SP
zusätzlich im Erziehungsdepar- wendeten. Das Departement Oberwallis unter German Eyer
tement einforderte. Begrün- solle doch die Forderungen sol- nun in einem Brief an das Büro
dung: Damit man im Departe- cher Interessengruppen in Zu- des Grossen Rates. Das Büro des
ment genügend Tipp-Ex an- kunft jeweils sorgfältig prüfen. Grossen Rates solle dafür sor-
schaffen könne. Bekanntlich Im Rat wirbelte dies keinen gen, dass die demokratischen
hatte das Departement empfoh- Staub auf, verleitete Staatsrat Rechte von Abgeordneten we-
len, gewisse Stellen in einer Auf- Claude Roch aber zu einer Stel- der eingeschränkt noch be-
klärungsschrift, die konservati- lungnahme, die den Abgeord- schnitten würden. Man solle bei
ven Kreisen zu freizügig erschie- neten an seine Pflicht zur Loya- der Regierung intervenieren
nen, mit Tipp-Ex abzudecken. lität gegenüber seinem Arbeit- und eine Stellungnahme des
Dies hatte das Departement und geber erinnerte. Ansonsten er Gesamtstaatsrats erwirken.
seinen Vorsteher, Staatsrat Clau- mit Sanktionen rechnen müsse, Auch solle sich Staatsrat Claude
de Roch, dem öffentlichen Ge- sagte der Departementsvorste- Roch in einer persönlichen Er-
Parlament. Hat Staatsrat Roch dem Grossrat Reinhold Schnyder gedroht? FOTO WB spött preisgegeben. her zumindest sinngemäss. klärung äussern. lth