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Profitgier Ursache für Futter- und Nahrungsmittelskandal

Täglich kommen neue Meldungen über Gift und Schadstoffe in den Futtermitteln und in der Folge
auch in den Nahrungsmitteln! Das Dioxin-Futterfett war weitaus stärker mit Umweltgift belastet als
gesetzlich erlaubt. Ein Labor in Deutschland hat festgestellt, dass der Grenzwert sogar 77-fach
überschritten worden ist. Inzwischen sind eine Reihe von Nahrungsmitteln auch vergiftet.

Seit 25 Jahren brechen die Meldungen über Skandale nicht ab: vom Glykol und Methyl im Wein bis
zum Tiermehl in den Futtermitteln, alles wurde und wird ausprobiert. Die Technikgläubigen und
Wachstumsfetischisten müssten endlich zur Einsicht kommen, dass die Natur respektiert werden
muss. Die Bäuerinnen und Bauern sowie die GärtnerInnen, die ohne Chemie gesunde Futter- und
Nahrungsmittel herstellen, müssen für ihre Arbeit besser prämiert werden, in erster Linie über den
Auszahlungspreis im regionalen Markt. Und die hohen Fördermittel aus den Landwirtschafts-Töpfen
der EU, die vorwiegend in die Industrie und in den Handel fließen, müssen endlich gestoppt werden.

Unsere Futtermittel- und Nahrungsmittel-Importeure und -Kontrolleure versuchen, die Konsumenten


zu beruhigen. Die Ursachen der Skandale sind zu beheben. Wir brauchen weniger Berichterstattung
über die Kontrollen und weniger Werbung.

Wenn der Konsum von tierischen Produkten so hoch ist (pro Einwohner werden pro Jahr in Europa
rund 100 kg Fleisch verzehrt), wenn die Nahrungsmittel kreuz und quer durch die Welt gekarrt
werden und die Produktionskette nicht mehr zurückverfolgt werden kann, wenn bei der
Verarbeitung und beim Handel mehr Profite zu erzielen sind als bei der Produktion, wenn die
meisten Preise über die Menge und nicht über die Qualität festgelegt werden, wenn jene, die Futter-
und Lebensmittel vergiften, nur selten bestraft werden, usw., dann ist es nicht zu verwundern, dass
immer wieder neue Spitzen der giftigen Eisberge zum Vorschein kommen.

Wir KonsumentInnen haben eine große Macht. Denn wir entscheiden, wo und was und wie viel wir
einkaufen. Der Handel macht es uns allerdings nicht immer leicht, das Gute vom Schlechten zu
unterscheiden. Wenn wir uns aber Zeit nehmen, das Kleingedruckte aufmerksam zu lesen und sonst
lästig nachfragen und eventuell reklamieren, dann käme es sicher zu einer Schubumkehr.