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Übungsaufsatz Deutsch Q11 Tim Kuchler

Faust 1 ist wohl das bekannteste Stück von Johann Wolfgang von Goethe. An keinem
anderen Stück arbeitete Goethe wohl so lang und intensiv wie an diesem. Noch heute hat
dieses über 200 Jahre alte Werk Einfluss auf unsere Sprache und ist das bedeutendste und
meistzitierte Werk der deutschen Literatur. Die Geschichte dient als Vorlage für
Hollywoodproduktionen. Goethe versteht sich aufs Beste jede einzelne Szene voller
versteckter Anspielungen zu versehen. So auch in der Szene Marthens Garten, die für das
Stück sehr bedeutend ist. Darum werde ich in der folgenden literarischen Erschließung die
Szene Marthens Garten auf dramaturgische Mittel, Charakteristka und Stilmittel untersuchen.

In der Szene Marthens Garten steht die Frage Margaretes Faust ob dieser religiös sei im
Mittelpunkt. Diese Frage ist als Gretchenfrage allgemein bekannt. In dem ersten Abschnitt der
Szene stellt Margarete die Frage. Faust versucht erst sie von dem Thema abzulenken und
rechtfertigt sich, nachdem Margarete weiterfragt mit der Aussage das keiner behaupten kann,
an Gott zu glauben. Außerdem sagt er, dass es etwas Übernatürliches gibt aber, dass es keine
Rolle spielt wie man es nennt. Margarete erkennt in den weiteren Abschnitten, dass Fausts
Begleiter ungut ist und gibt zu, dass sie in dessen Gegenwart Faust nicht mehr liebt. Dieser
versucht sie zu beschwichtigen, räumt aber ein, dass sein Begleiter böse ist. Margarete
verabschiedet sich nun. Faust kann sie noch überreden ihrer Mutter einen Schlaftrunk
zugeben, damit Faust nachts zu ihr kann. Nachdem Margarete abgegangen ist, tritt
Mephistopheles auf. Dieser verhöhnt Margarete, Faust versucht zu widersprechen, aber
Mephistopheles hat schließlich das letzte Wort und freut sich, dass Faust Margarete verführt
hat.

In dieser Szene spielen die dramaturgischen Mittel eine entscheidende Rolle. Die
Dialogwechsel der beiden Protagonisten Faust und Margarete sind relativ ausgeglichen. Doch
Faust hat einmal einen längeren Monolog (vgl. V. 3432). Faust scheint durch seine Intelligenz
Margarete überlegen zu sein. Trotzdessen sieht man an dem langem Monolog Fausts, dass
dieser Schwierigkeiten hat Margarete zu antworten und immer wieder in Rechtfertigungsnot
kommt, wie an den Aussagen „Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;“ (V. 3418) klar
wird.
Auch daran, dass Margarete die Initiatorin des Gespräches ist (vgl. V. 3415) und Faust immer
nur reagiert (vgl. V. 3422; 3414), wir das Bild des überlegenen Faust abgeschwächt. Faust
nimmt das Gespräch nicht in die Hand, sondern versucht nur auszuweichen.
Da diese Szene eine wichtige Rolle in dem Werk spielt, verwendet Goethe auch absolut keine
Regieanweißungen. Dadurch steht das Gesagte im Vordergrund und keine Handlungen lenken
den Zuschauer von dem Inhalt ab.
Im zweiten Abschnitt der Szene, in der Mephistopheles mit Faust spricht, haben wir wieder
einen sehr ausgeglichenen Wortwechsel. Dadurch, dass Mephisto mit dem Satz „Hab ich
doch meine Freude dran“ (V.3542) das letzte Wort hat, wird der Inhalt des Dialogs noch
unterstrichen. Nämlich, dass Faust Mephistopheles letztendlich ausgeliefert ist.
Insgesamt lässt sich schon an den dramaturgischen Mittel sehen, dass die Gretchenfrage Faust
verunsichert da ihm klar wird wie sehr er Mephisto ausgeliefert ist.

Noch deutlich lässt sich das an einer Charakteristik der Personen in dem Abschnitt aufzeigen.
Faust ist wie wir aus den vorhergehenden Szenen wissen, ein in die Jahre gekommene
Professor, der nun seine innere Befriedigung dadurch versucht zu stillen in dem er Margarete
verführt. Auch in diesem Teil des Stückes sieht man wieder die Merkmale der Einzelnen.
Faust ist eigentlich nur an Margarete als Bettgespielin interessiert. Dies wird dadurch klar,
dass er kaum auf ihre Frage eingeht (vgl. V. 3417). Er will wie er selbst sagt endlich „Ein
Stündchen ruhig {an ihrem} Busen hängen.“ (V.3503). Eine weitere Eigenschaft Fausts ist
das sein eigentlicher Intellekt, der ihm im Vergleich zu Margarete sicherer erscheinen lassen
sollte, ihn trotzdem unsicher erscheinen lässt. Dies sieht man an Textstellen wie „Namen sind
Schall und Rauch“ (V.3457) und an den Versen 3432 ff. Auch nachdem Margarete Fausts
Begleiter als durch und durch böse entlarvt hat, versucht er mit Aussagen wie „Liebe Puppe
fürchte dich nicht“ (V. 3476), sie zu beschwichtigen gibt aber letztendlich zu, dass sein
Begleiter böse ist (vgl. V 3494). Dies lässt ihn sehr unsicher erscheinen.
Auch in dem Gespräch mit Mephisto wirk er durch seine aggressive Art (vgl. V. 3542; 3527f.;
3522) unsicher. Diese Unsicherheit Fausts lässt sich als Einsicht der Abhängigkeit von
Mephisto deuten. Margarete zeigt ihm durch ihre Gretchenfrage auf, dass er immer mehr
durch Mephistopheles beeinflusst wird.
Margarete ist in eine gestandene Persönlichkeit. Sie agiert direkt( vgl. V. 3421; V. 3426, V.
3431) und lässt sich nicht durch Fausts antworten verunsichern. Auch ihre tiefe
Verbundenheit mit dem christlichen Glauben bestärkt diesen Glauben. Margarete entdeckt
schließlich auch, dass Fausts Begleiter böse ist. „Seine Gegenwart beweg{e} {ihr} das Blut.
( vgl. V. 3477). Sie gibt sogar zu, dass sie in dessen Gegenwart Faust nicht mehr liebt. (vgl.
V. 3497). Dies alles spricht für einen gefestigten und starken Charakter. Somit erweißt sie
sich auch als größte Widersacherin Mephistopheles.
Indem sie Faust die Gretchenfrage stellt weißt sie ihm auf, ich welcher Gefahr er sich befindet
vom rechten Weg abzukommen. Doch auch sie selbst wird von der Leidenschaft und
Irrationalität Fausts mitgerissen. So überredet er sie, ihrer Mutter „Drei Tropfen“ (V. 3511)
eines Schlaftrunkes zu geben.

Zum Schluss bekräftigt Goethe seine Aussagen zudem noch mit einer Vielzahl von
rhetorischen Stilmitteln. Die Wichtigste sind wohl die rhetorischen Fragen Fausts mit der er
versucht gegenüber Margarete sicher zu wirken (vgl. V.3528, 3422). Auch durch
verschiedene Exklamationen (vgl. V3502) will Faust seine Aussagen bestärken. Er spricht
zum Teil auch sehr metaphorisch wie bei der Aussage „Name ist Schall und Rauch“ (V. 3457)
und die Akkumulation „Glück! Herz! Liebe! Gott!“(V.3453 sollen Faust sicherer wirken
lassen. Margarete hingegen spricht kurz und ihr Satzbau besteht hauptsächlich aus Parataxen
(vgl. V. 3424f.). Sie benutzt kaum rhetorische Mittel und beschränkt sich eher auf den Inhalt
ihrer Aussagen. Die alles lässt sich nun wieder so deute, dass Faust seine Unsicherheit durch
verschiedene rhetorische Möglichkeiten versucht zu vertuschen, wohingegen Margarete durch
ihren einfacheren Sprachstil sicherer, direkter und offener wirkt. Also unterstreichen die
rhetorischen Mittel die Aussage des Textes eindeutig.

Die Szene Marthens Garten ist eindeutig eine Schlüsselszene in dem Stück Faust 1. An ihr
lässt sich verfolgen wie Faust allmählich begreift was er durch den Pakt mit Mephistopheles
alles ausgelöst hat. Seine Sicherheit die er am Anfang der Gretchentragödie besaß schwindet
langsam und wandelt sich in die Erkenntnis der Abhängigkeit von Mephisto um.
Auch bei der Inszenierung im Straubinger Theater wurde diese Stelle sehr einfach gehalten
um die Aussage des Textes hervorzustellen. Man spürte förmlich die Verzweiflung Fausts die
sich ab dieser Szene immer mehr steigerte. Insgesamt kann man sagen, dass die Gretchenfrage
in der Deutschen Literatur ein geflügeltes Word ist mit dem jeder Abiturient etwas verbinden
kann.
Gliederung

1.Faust 1 als das wichtigste Werk der Deutschen Literatur

2. Erschließung des Textes Marthens Garten von Johann Wolfgang von Goethe

2.1. Gretchenfrage als zentrales Hauptmerkmal der Szene „Mathens Garten“

2.2 Dramaturgische Mittel


2.2.1. Desinteresse Faust an Margaretes Frage
2.2.2. Unsicherheit Faust durch Gretchenfrage
2.2.3. Wichtigkeit des Textes durch Weglassen von Regieanweißungen

2.3. Charakteristik von Faust und Margarete


2.3.1. Faust als frustrierter unsicherer und lebensferner Wissenschaftler
2.3.2. Margarete als gefestigte Persönlichkeit die Widersacherin Mephistos

2.4. Rhetorische Mittel


2.4.1. Gehobene Sprache Fausts
2.4.2. Einfachere Sprache Gretchens

3. Marthens Garten als Schlüsselszene des Werkes Faust.

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