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„Hopp Gspon!“
Zu Besuch bei den Höhenfußballern
im Wallis. Ein Reisebericht.

Das Wallis
Gleißende Gletscher, liebliche Täler, roman- irgendwelche Sehenswürdigkeiten?“ „ Äh ja, in
tische Weinberge und massenhaft Wanderwege gewisser Weise schon“, versuche ich die Lage zu
- so hatte ich bei der letzten Urlaubsplanung entschärfen und lenke ihren Blick auf die Hin-
vom wilden, schönen Wallis geschwärmt. Und weistafel der kommenden Höhenfußball-EM.
dabei ganz ‚vergessen‘ zu erwähnen, dass dort
die diesjährige Bergdorf-EM ausgetragen wird,
bei der höhenluftgestählte Teams aus acht euro- Extrem
päischen Ländern gegeneinander antreten.
In dem kleinen Schweizer Ort Staldenried ist Bei der ‚kleinen Schwester‘ des Fußballgroßer-
die Welt noch in Ordnung. Strahlende Sonne, die eignisses ist das Spielfeld nur zu Fuß oder per
Vögel zwitschern und Kühe genießen das saftige Seilbahn erreichbar, außerdem sorgen bren-
Alpengras. Unser Plan: Eine entspannte Wan- nende Sonne, Bodenunebenheiten und Bälle,
derung vor idyllischer Bergkulisse, ein bisschen die plötzlich im Abgrund verschwinden, für
Kraxeln und stressfreies Frischluftkontrastpro- weitere Abwechslung. Caro massiert sich die
gramm zum städtischen Alltag. Waden. „Ach so, Extremsport aus zweiter Hand?
Langsam wird mir alles klar – das hast du doch
von langer Hand geplant, oder?“ und droht mir
Nach Gspon? scherzhaft mit dem Wanderstock.

“Das sind etwa 5 Kilometer“ hatte uns die


freundliche Pensionswirtin nach dem zünftigen Wow!
Frühstück mit auf den Weg gegeben. Ausgelas-
sen hatte sie allerdings die 700 Höhenmeter Ein paar Schritte weiter ist alles vergessen – wir
Anstieg, die aus der Strecke in dünner Höhen- stehen mitten im Schnee! Der überwältigende
luft eine ordentliche Ausdauerübung machen. Panoramablick mit atemberaubender Vier-
„Ist es noch weit?“ schnauft meine Freundin tausenderkulisse entschädigt für alles. Aber wo
nach einer Stunde nicht gerade diplomatisch. soll hier ein Fußballplatz sein? „Schau mal, da
„Und wieso eigentlich Gspon? Gibt es da bewegt sich was!“

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Gefunden! Fußball-Bergdorf
Mit kaum 600 Einwohnern stellt die Gemeinde
Stalden-Gspon gleich drei Teams, unter ander-
em eine Frauen- und eine Seniorenmannschaft.
„Und was macht ihr bei schlechter Witterung?“
frage ich. „Schlechtes Wetter? Das gibt’s bei uns
doch gar nicht! Wir haben 350 Sonnentage pro
Jahr.“ Caro schaut etwas ungläubig.
Aber selbst zweifelnde Städter werden hier mit
einer einfachen Faustregel zum Hobbymeteo-
rologen: „Hat das Bietschhorn einen Hut, so wird
auch das Wetter gut!“ Tatsache: Über der Spitze
des malerischen Bergs schwebt ein einsames
Wölkchen.

Gut getarnt in blütenweißen Trainingsjacken


trainiert die A-Mannschaft des FC Gspon für Jetzt Brotzeit…
das kommende Duell der Nationalitäten. Für die
eigentliche Meisterschaft sind wir noch etwas zu
früh – das Fußballturnier auf ‚höchstem Niveau‘
findet erst vom 23.- 25. Mai statt.

„Grüetzi!“
Die Jungs freuen sich über unseren Besuch und
meistern das rutschige Match auf aufgeweich-
tem Schnee mit Bravour.
Unser Auftritt ist nicht ganz so elegant: Während
Caro beim Picknick holen einen fast lupen-
reinen Fallrückzieher auf die Piste legt, mache
ich mich als Balljunge nützlich und schlittere Wir genießen die wärmenden Strahlen in
todesmutig in die Tiefschneeverwehungen. „Ach, frischwürziger Luft, während die Mannschaft
pro Saison verlieren wir mindestens 30 Bälle …“, locker ausläuft. Sport ganz nach meinem Ge-
erklärt uns der Trainer. schmack!

Auf dem Rückweg nach Stalden können wir


unsere Waden schonen. Zurück geht’s mit der
Seilbahn. Langsam gondeln wir der Talstation
entgegen, die Sonne senkt sich über den Gip-
feln. Caro stupst mir in die Seite: „Hey, Fußball
ist doch gar nicht so schlecht! Aber nächstes Mal
trainierst du mit!“

Vielen Dank!
… an alle Mitglieder vom FC Gspon. Mehr Infos
über den FC Gspon und die Bergdorf EM 2008
gibt’s auf www.fcgspon.ch.

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