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Gemeinde Münchenstein Telefon: 061 416 11 50

Schulackerstrasse 4 Fax: 061 416 11 97
4142 Münchenstein E-Mail: bauverwaltung@muenchenstein.bl.ch

Quartierplanung Kunstfreilager, Dreispitz
Kurzbericht für die öffentliche Mitwirkung vom 13.03. bis
02.05.2008
Während der Mitwirkungsfrist können während der Schalterzeiten (10-12, 14-16 Uhr,
Mittwoch bis 18.30 Uhr) bei der Bauverwaltung, Schulackerstrasse 4 eingesehen werden:

• Entwurf Quartierplanvorschriften Kunstfreilager (Stand März 2008) bestehend aus
- QP-Reglement
- Teilplan Bebauung/Freiraum (Massstab 1:000)
- Teilplan Verkehr (Massstab 1:000)
• Umweltverträglichkeitsbericht
• Planungsbericht (Stand März 2008)
• Entwurf Quartierplan-Vertrag (Stand 11. März 2008)

Blick von Süden auf das Freilagerareal. Rot umrandet Perimeter des Quartierplans Kunstfreilager (Luftbild Dreispitz
Management AG 2005)

Hinweis
Eine umfassende Information und Erläuterung der Planung ist im Planungsbericht enthalten.
Die Entwürfe der Quartierplanvorschriften und des Qurtierplan-Vertrages sowie der
Planungsbericht sind unter www.muenchensteinplant.ch abrufbar.

\\GM002\Daten$\Bauverwaltung\04_Leistung\01_RUmw\01_RaumZonenplanung\01_Richtpl Zonplrev\Dreispitz\QP
KFL\07_BER\QPKFL_MW-Bericht_20080311.doc3
Kurzbericht für die öffentliche Mitwirkung vom
Gemeinde 13.03.bis 02.05.2008
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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einladung zur Mitwirkung und bisherige Kommunikation 3
2. Projektorganisation 3
3. Ausgangslage und Vorgehen 4
Heute gültige Planung 4
Vision Dreispitz 4
Entwicklungsplanung Dreispitz 5
Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) / Wettbewerb 5
4. Quartierplan im Kontext zur Gemeindeentwicklung 6
5. Die Quartierplanvorschriften Kunstfreilager 7
Umfang der Planung 7
Kurzüberblick QP-Vorschriften 7
Baumass 8
Bauhöhen 8
Freiräume 8
Dachbegrünung 9
Strassenareal 9
Anbindung an den öffentlichen Verkehr 9
Autoparkplätze 9
Lärmschutz / Schallschutz 9
Energie 9
Ökologischer Ausgleich 9
Geschützte Bauten 9
Erhaltenswerte Bauten 10
6. Umweltverträglichkeitsbericht / Verkehrsgutachten 10
7. Fazit 10
8. Der Quartierplanvertrag 11
9. Organisation und Ablauf 12
Planungsablauf 12
Die nächsten Planungsschritte nach der Mitwirkung 12

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Kurzbericht für die öffentliche Mitwirkung vom
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1. Einladung zur Mitwirkung und bisherige Kommunikation
Die Quartierplanung Kunstfreilager ist vom Gemeinderat im Entwurf zuhanden der Mitwir-
kung und kantonalen Vorprüfung verabschiedet worden. Die Raumplanungsgesetzgebung
sieht als nächster Schritt ein so genanntes Mitwirkungsverfahren vor, in welchem all jene, die
durch die Planung berührt sein können, zur Mitwirkung eingeladen werden. Das sind
Einwohnerinnen und Einwohner von Münchenstein, juristische Personen und
Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer. Diese können Vorschläge und Einwendungen
einreichen, die bei der weiteren Planung berücksichtigt werden, sofern sie sich als
sachdienlich erweisen. Dazu sind die Betroffenen herzlich eingeladen.

Die im Entwurf vorliegenden Orginalunterlagen werden vom 13. März bis 2. Mai 2008
öffentlich bei der Bauverwaltung aufgelegt und können während der Schalterstunden
eingesehen werden. Sie sind zudem unter www.muenchensteinplant.ch abrufbar.
Am 3. April 2008, 19.30 Uhr findet zudem für die Bevölkerung eine öffentliche Informa-
tionsveranstaltung im Freilager, Tor 13, Dreispitz, im Veranstaltungsraum "Schauplatz"
statt. Weitere Informationen können dem Wochenblatt entnommen werden.

Allfällige Einwendungen und Vorschläge sind schriftlich und begründet bis 2. Mai 2008 dem
Gemeinderat einzureichen.

Bereits vor der gesetzlich vorgeschriebenen Mitwirkung wurde die Öffentlichkeit über die
geplante Entwicklung im Perimeter des Quartierplans Kunstfreilager informiert.
Der Gemeinderat und die Grundeigentümerin haben an mehreren Informationsveranstaltun-
gen zu den Themen Nutzung/Erschliessung, Urbanes Wohnen, Finanzierung, Verkehr,
städtebaulicher Wettbewerb / Fachhochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) der Bevölke-
rung Gelegenheit gegeben, sich über die Planung ins Bild zu setzen. Im Weiteren wurde eine
Ortsbegehung und im Januar 2008 eine Ausstellung zu den Wettbewerbsergebnissen sowie
zu den im Auftrag der Christoph Merian Stiftung erstellten Visualisierungen für die Bevölke-
rung angeboten. Die Veranstaltungen wurden von der Bevölkerung rege besucht. In den
Medien wurde regelmässig über den Fortschritt der Planung informiert.

2. Projektorganisation
Die Planung Kunstfreilager ist in die übergeordnete Projektstruktur der Planungspartner zur
Entwicklung Dreispitz eingebettet. Eine fachlich und politisch zusammengesetzte Begleit-
gruppe hat zusammen mit den beauftragten Planungsfirmen Planteam S AG und Ernst
Basler & Partner AG die Planung erarbeitet. Die Begleitgruppe ist wie folgt
zusammengesetzt:
• Walter Banga, Vorsitz, Gemeindepräsident
• Lukas Lauper, Gemeinderat
• Marc Bayard, Bauverwaltung, Leiter Raum und Umwelt
• Helen Bisang, Leiterin Ortsplanung, Amt für Raumplanung Basel-Landschaft
• Roger Desvoignes, Bauverwaltung, Sachbearbeiter Baugesuchswesen
• Felix Leuppi, CMS, Grundeigentümer
• Roger Stöcklin, CMS, Grundeigentümer
• Ivan Rosenbusch ‚ Hochbau- und Planungsamt Basel-Stadt, Hauptabteilung Planung
• Axel Schubert, Hochbau- und Planungsamt Basel-Stadt, Hauptabteilung Planung
• Georg Stebler, Kreisplaner, Amt für Raumplanung Basel-Landschaft
• Elisabeth Stutz, Bauverwaltung, Sekretariat (Protokoll)
• Roger Michelon, Markus Vogt, Planteam S AG
• Wilhelm Natrup, Ernst Basler & Partner AG
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3. Ausgangslage und Vorgehen
Das Dreispitzareal entstand 1901 als ‚Öffentlicher Materiallagerplatz’ und wuchs bis in die
fünfziger Jahre auf eine Fläche von 50 ha an. Im Areal des Zollfreilagers entstanden Ge-
bäude, welche dem Warenhandel dienten. Ab den 1990-er Jahren wandelten sich die Struk-
turen und die Anforderungen an Standorte für den Warenhandel. Als Folge davon wanderten
Firmen aus dem Areal ab. Erst seit wenigen Jahren wurden Nutzungen etabliert, die eine
Öffnung des Areals einleiteten. Eine Änderung der Dreispitz-Verordnung liess
Dienstleistungsbetriebe auf dem Areal zu und löste so eine dynamische Entwicklung aus.

Abb. 1: Nutzungswechsel und bauliche Veränderung im Gebiet Dreispitz zwischen 1985 und 2007 (Darstellung der Dreispitz
Management AG)

Heute gültige Planung
In der aktuellen Fassung des Zonenplans von Münchenstein ist das Quartierplanareal der
Industriezone J2 zugeordnet. Die zulässige Gebäudehöhe beträgt in dieser Zone 20 m. In
der Industriezone J2 zugelassen sind Betriebe wie Fabriken und Industrieanlagen von denen
starke Beeinträchtigungen ausgehen dürfen. Der Lärmempfindlichkeitsstufenplan von 1995
weist das Areal der Lärmempfindlichkeitsstufe ES IV zu. Mit Ausnahme für standortgebun-
denes Personal sind Wohnnutzungen bis heute ausgeschlossen.

Vision Dreispitz
Die Christoph Merian Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin in Zusammenarbeit mit der
öffentlichen Hand (Gemeinde Münchenstein, Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt)
haben das grosse städtebauliche Entwicklungspotenzial im Dreispitz erkannt. Mit der Vision
Dreispitz 2003 des Architekturbüros Herzog & de Meuron werden Leitideen für das Drei-
spitzareal aufgezeigt und das enorme Entwicklungspotential veranschaulicht. Im Bereich des
Freilagers wird in der Vision ein ‚Campus des Bildes’, mit Schwerpunkt für Galerien und
Bildung vorgesehen. Die ehemaligen Gebäude des Zollfreilagers gelten als Zeitzeugen. Das
Areal wird als interessanter und flexibler Hochschulstandort mit Wohnnutzung qualifiziert.

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Abb. 2 links: Städtebauliche Struktur gemäss der Vision Dreispitz. Abb. 3 rechts: Campus des Bildes. (Beide Abbildungen
aus der Vision Dreispitz, Herzog & de Meuron, 2003.)

Entwicklungsplanung Dreispitz
Auf Basis der Entwicklungskonzeption Ernst Basler und Partner AG (2003) haben die
Planungspartner den Entwurf Richtplan Dreispitz (2006) erarbeitet. Gegen den Beschluss
der Gemeindeversammlung zum kommunalen Richtplan wurde in Münchenstein das
Referendum ergriffen. Am 11. März 2007 wurde der Richtplan Münchenstein vom Stimmvolk
abgelehnt. Damit wurde auch der Teil-Richtplan Dreispitz als behördenverbindliches
Instrument der Planungspartner gegenstandlos. Das erarbeitete Wissen diente somit nur
noch als Basis für den geplanten Quartierplan Kunstfreilager.

Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) / Wettbewerb
Mit dem Entscheid der vier Hochschulkantone BL, BS, AG und SO, die Hochschule für
Gestaltung und Kunst (HGK) bis 2011/12 auf dem Standort Freilager in Münchenstein zu
realisieren, gewann das erste Schlüsselprojekt im Rahmen der partnerschaftlichen Entwick-
lungsplanung Dreispitz Konturen. Die der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zuge-
hörige heute auf sechs Standorte in Basel und Aarau verteilte HGK kann auf dem rund
5,7 ha umfassenden Gelände im Osten des Dreispitz vereint werden. Dabei soll für die
Fachhochschule zur Ausübung von Lehre und Forschung Raum für 750 Studierende und
Dozenten angeboten werden.
Zur Festlegung der städtebaulichen Strukturen führte die CMS zusammen mit dem Baude-
partement BS einen zweistufigen internationalen städtebaulichen Wettbewerb im selektiven
Verfahren durch. Die Gemeinde war in der Jury als Trägerin der Planungshoheit mit zwei
Personen vertreten. Aufgabenstellung des Ende November 2007 jurierten zweistufigen
Wettbewerbs war einerseits die städtebauliche Einbindung der HGK in das Areal sowie
andererseits die funktionelle Organisation und architektonische Ausprägung der Hochschule
aufzuzeigen. Aus dem Wettbewerbsverfahren, an dem sich 25 Teams beteiligt hatten,
wurden vier Preise vergeben. Für die weitere Planung empfahl die Jury mit dem erst- sowie
mit dem zweitplatzierten Projekt weiter zu arbeiten. Die erstrangierten Basler Architekten
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Morger & Dettli sollen den Neubau für die HGK erstellen. Das zweitplatzierte Zürcher
Architekturbüro Müller Sigrist wurde für den überzeugendsten Vorschlag der Umnutzung des
schützenswerten Baus des Zollfreilagers prämiert. Sie wurden mit der Sanierung dieses
Baus für die HGK beauftragt. Vorgesehener Einzugstermin der HGK ist das Studien-
Wintersemester 2012.

Abb. 3 Foto des Modells zum Projekt "Armin", Morger& Dettli Architekten, Basel

4. Quartierplan im Kontext zur Gemeindeentwicklung
Das Dreispitzareal gehört zu den Schlüsselräumen der Gemeinde Münchenstein mit einem
beachtlichen Potential für die Gemeindeentwicklung. Die Vision Dreispitz der Architekten
Herzog & de Meuron von 2003 hat aufgezeigt, welches grosse Entwicklungspotential das
heutige Gewerbe- und Industrieareal aufweist. Mit dem Quartierplan Kunstfreilager wird die
angestrebte Entwicklung erstmals sichtbar. Aus dem geschlossenen Areal wird ein städtisch
geprägter Teil von Münchenstein entstehen können.
Der Wandel im Dreispitzareal weg vom Logistikstandort zu Dienstleistungsnutzungen findet
bereits seit einigen Jahren statt. Im Areal des einstigen Zollfreilagers besteht für die Ge-
meinde die Chance, aktiv diesen Wandel mitzugestalten und damit eine ungesteuerte Ent-
wicklung und allenfalls Industriebrachen zu vermeiden.
Die Ansiedlung der Hochschule für Gestaltung und Kunst wird zum künftigen lebendigen
Charakter des Areals wesentlich beitragen und unterstützt die Entwicklung des Kunstfrei-
lagers zu einem Ort für exklusives Wohnen und für den Kunsthandel sowie für gewerbliche
Nutzungen.
Positiv für die Entwicklung ist die verkehrstechnisch bestens erschlossene Lage, die Nähe zu
Basel sowie den Zentren Gartenstadt, St. Jakob und dem Erholungsgebiet Brüglingen. Vor-

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teilhaft für den Entwicklungsprozess ist, dass mit der CMS als alleinige Eigentümerin des
Freilagerareals ein handlungsfähiger Akteur die Entwicklung vorantreiben können wird.
Im Perimeter können ca. 480 Arbeitsplätze und Wohnraum für rund 400 Einwohner ent-
stehen. Entsprechend den Anforderungen der neuen attraktiven Arbeits- und
Ausbildungsplätze sowie exklusiven Wohnungen werden qualitätsvolle Grün- und Freiräume
und gleichzeitig ökologisch wertvolle Flächen geschaffen. Die dadurch entstehenden Kosten
werden nicht die Gemeinderechnung belasten, sondern werden vollumfänglich vom
Grundeigentümer der Christoph Merian Stiftung (CMS) getragen. Demgegenüber wird die
Gemeinde Dank den neuen Nutzungen von erheblichen, zusätzlichen Steuereinnahmen
profitieren.

Die geplanten Bauten für Hochschule, Lofts, Galerien, Gastronomiebetriebe werden gemäss
Schätzungen der CMS Investitionen von ca. Fr. 150 Millionen auslösen. Hinzu kommen die
damit verbundenen positiven volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Die Entwicklung des Kunstfreilagers ist der erste Schritt der seit über ca. 25 Jahre laufenden
Transformation und ein starker Motor für die Entwicklung im übrigen Dreispitz.

5. Die Quartierplanvorschriften Kunstfreilager
Umfang der Planung
Die Quartierplanung Kunstfreilager besteht aus folgenden verbindlichen Instrumenten:
• Quartierplanvorschriften
- Quartierplan Kunstfreilager Massstab 1 : 1'000, Teil Bebauung und Freiraum
- Quartierplan Kunstfreilager Massstab 1 : 1'000, Teil Verkehr
- Quartierplanreglement
• Umweltverträglichkeitsbericht vom 12. März 2008, Rapp Infra
inkl. Verkehrsgutachten Quartierplan Kunstfreilager vom 12. März 2008, Rapp
Trans

Weiter ist der Quartierplanvertrag Bestandteil der Quartierplanvorschriften. Der Vertrag regelt
die Rechte und Pflichten zwischen der Christoph Merian Stiftung als Grundeigentümerin und
der Gemeinde. Im Rahmen der Mitwirkung wird der Entwurf der Vollständigkeit halber zur
Kenntnisnahme vorgelegt.
Der Planung liegen im Sinne der Erläuterung und Orientierung folgende Dokumente bei:
• Planungsbericht (Stand März 2008)
• Entwurf zur Verordnung über die Anforderungen an ökologische Ausgleichsflächen

Kurzüberblick QP-Vorschriften
Die Herausforderung der Quartierplanung liegt darin, die Entwicklung aus dem Bestand zu
ermöglichen. Das Areal Kunstfreilager ist in ein bestehendes Gewerbeareal eingebettet, in
welchem teilweise Betriebe mit Baurechtsverträgen bis zum Jahre 2053 tätig sind. Die Reg-
lementbestimmungen sind so bemessen, dass der notwendige Spielraum für die Entwicklung
und die gestellten Ansprüche gegeben sind. Dies führte zu relativ umfangreichen Bestim-
mungen. Diese werden vollumfänglich von der CMS als Grundeigentümerin mitgetragen.
Insbesondere besteht Einigkeit darüber, dass die Entwicklung des Areals zukunftsweisend
und vorbildlich bezüglich Städtebau, Frei- und Grünraum, Lärmentwicklung, Luftqualität,
Ökologie und Energie sein soll.

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Abb. 4 Links: Quartierplan Kunstfreilager: Teilplan Bebauung / Freiraum und rechts: Teilplan Erschliessung

Baumass
Der Quartierplan legt die maximale Bruttogeschossfläche (BGF) bei 85'000 m2 fest und er-
möglicht damit eine bauliche Verdichtung des Areals. Mindestens 20'000 m2 davon sind für
Wohnnutzung reserviert. Diese Vorgabe sichert zusammen mit der Hochschule, die Bele-
bung des Areals. Die Verkaufsnutzungen sind aus umweltrechtlichen Gründen auf maximal
3'000 m2 BGF limitiert.

Bauhöhen
Die Gebäudehöhe wird grundsätzlich auf 20m festgelegt. Darüber hinaus sind Hochpunkte
mit dem Neubau der HGK (45m) und einem möglichen Neubau an der Helsinkistrasse (40m)
und einer möglichen Aufstockung des Transitlagers (23m) gesetzt.

Freiräume
In den Baubereichen D, E und F sind Freiräume mit einer minimalen zusammenhängenden
Fläche von 400 m2 zu realisieren. Die teilweise mit Bäumen bepflanzten „Pocket-Parks“
dienen sowohl der Durchwegung des Quartiers für Fussgänger wie auch der
Aufenthaltsqualität und dem ökologischen Ausgleich. Mit der Anordnung des Neubaus der
HGK entsteht eine gefasste Platzsituation. Der Platz ist das Herzstück des Quartiers und
wird entsprechend gestaltet. Mit der Sicherung der stillgelegten Bahnareale als Freiräume,
bleibt die für den Dreispitz typische Struktur im Grundsatz erhalten. Sie sind in Form von
Hinterhöfen mit halbprivatem Charakter zu nutzen. Die verbleibenden Schotterflächen sollen
mit standortgerechter Spontanvegetation extensiv unterhalten werden.

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Dachbegrünung
Die Dächer werden begrünt. Ziel ist es, Flächen für den ökologischen Ausgleich zu schaffen,
das Mikroklima im Areal positiv zu beeinflussen und die Dachlandschaft mit einem „grünen
Teppich“ als gestalterisches Element zu überziehen.

Strassenareal
Das Strassenareal dient der Erschliessung der Bauten mit dem motorisierten Individualver-
kehr und dem Lastwagenverkehr und funktioniert im Gegenverkehr. Die Strassen im inneren
des Quartiers dienen vorwiegend der Erschliessung für Fussgänger und Radfahrer und dem
Aufenthalt. Im Norden des Transitlagers ist eine überlagernde Zone als Zufahrt für
Lastwagen bis ins Jahr 2013 gesichert. Anschlusspunkte an das übergeordnete
Verkehrsnetz (Kantonsstrasse) befinden sich beim Tor 13 und über die Neapel-Strasse. Das
Verkehrsgutachten zum UVB weist die ausreichende Leistungsfähigkeit der Hauptzufahrt
nach. Interne Anschlusspunkte befinden sich auf der Florenzstrasse in Richtung Frankfurt-
Strasse und im Südosten des Perimeters auf der Neapel-Strasse.

Anbindung an den öffentlichen Verkehr
Das Areal ist bereits heute gut durch den öffentlichen Verkehr erschlossen. Die Tram-
haltestelle Ruchfeld liegt südlich des Areals in nächster Nähe. Die Haltestelle soll der ge-
planten Schulnutzung als bequem erreichbarer Anschluss an den öffentlichen Verkehr die-
nen. Weiter sichern S-Bahnhaltesstelle sowie Tram- und Bushaltestellen in nächster Nähe
(Linie 10 und 11, S3, Buslinien 36 und 37) eine gute Anbindung.

Autoparkplätze
Die maximal zulässige Anzahl von 471 Autoabstellplätze wurde im Rahmen des Umweltver-
träglichkeitsberichts (UVB) ermittelt. Die Berechnung der erforderlichen Abstellplätze erfolgte
nach der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV). Die Plätze sind grundsätz-
lich in Sammelanlagen zu realisieren. Bis zu 10% der Autoabstellplätze dürfen oberirdisch
als Einzelplätze angeordnet werden.

Lärmschutz / Schallschutz
Das Areal wird neu der Lärmempfindlichkeitsstufe III zugeordnet. Die Situation der Lärmbe-
lastung bildet der Umweltverträglichkeitsbericht ab. Der QP legt fest, dass bei lärmbelasteten
Fassaden keine lärmempfindlichen Räume angeordnet werden dürfen.

Energie
Neubauten für Hochschule und Wohnen sind nach dem Standard Minergie-P, die restlichen
Neubauten und die bestehenden Bauten nach Minergie zu zertifizieren. Die Vorgaben
sichern die energieeffiziente Bauweise und die Förderung von erneuerbaren Energien.

Ökologischer Ausgleich
Vorgegeben ist, dass pro 100 m2 erstmalig neu bzw. umgebauter Bruttogeschossfläche 8 m2
ökologischer Ausgleichsfläche erstellt werden muss. Der Bauherr ist frei bei der Auswahl der
Art an ökologischer Ausgleichsfläche. Eine Liste mit den möglichen Kategorien ist im
Reglement definiert. Bezogen auf die Perimeterfläche werden insgesamt ca. 10%
ökologische Ausgleichsfläche möglich.

Geschützte Bauten
Die Bauten Helsinki-Strasse 7 (Lagerhalle 1964) und Oslo- Strasse 1-7 (Freilager 1922/24)
sind in Bezug auf die industrielle Entwicklung der Region Basels kulturhistorisch von Be-
deutung. Sie wirken identitätsstiftend, sind Zeitzeugen einer Wirtschaftsepoche und reprä-
sentieren die entsprechende Architektur des frühen 20. Jahrhunderts (Freilager) und der
Nachkriegszeit (Betonbau Lagerhalle).

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Erhaltenswerte Bauten
Oslostrasse 8-14 (Freilager 1934) und der Freiraum der Gleisanlage zwischen Oslo- und
Helsinkistrasse sind auf Grund ihrer Stellung innerhalb des Areals wertvoll. Bei Umnutzun-
gen ist das Gebäudeprofil zu erhalten.

6. Umweltverträglichkeitsbericht / Verkehrsgutachten
Die Quartierplanung Kunstfreilager setzt eine Umweltverträglichkeitsprüfung voraus, da
Parkierungsanlagen von mehr als 300 Autoparkplätze geplant sind. Die
Umweltauswirkungen des Quartierplans Kunstfreilager sind im Umweltverträglichkeitsbericht
und Verkehrsgutachten beschrieben.
Das Verkehrsgutachten Quartierplan Kunstfreilager erbringt den Nachweis, dass die zu
erwartende Verkehrserzeugung der geplanten Nutzungen (inkl. Berechnung der zulässigen
Parkplatzanzahl) die umweltrechtlichen Vorgaben einhalten werden und leitet aus den
Verkehrsdaten die Lärm- und Luftschadstoffauswirkungen ab. Weiter wird der Nachweis der
Leistungsfähigkeit der Hauptzufahrt (Tor 13) in den Perimeter des QP erbracht. Das
Gutachten kommt zum Schluss, dass die Umsetzung des Quartierplans keine
Ausbaumassnahmen beim Anschluss an die Emil Frey-Strasse auslöst. Im Hinblick auf die
angestrebte Gesamtentwicklung des Dreispitzareals wird aber festgehalten, dass am Tor 13
keine weiteren Reserven mehr vorhanden sind.

7. Fazit
Die Quartierplanung Kunstfreilager erfüllt die Ziele und Grundsätze der Raumplanung:
• Das Gebiet wird baulich verdichtet und neue Nutzungen werden zulässig;
• Die Erweiterung der Nutzungsarten ermöglicht die Ansiedlung zusätzlicher Arbeitsplätze
und höherwertiger Nutzungen wie Dienstleistungen bei gleichzeitiger Berücksichtigung
und Erhaltung bestehender Nutzungen im Perimeter;
• Die Baumasse der Baubereiche A und C ermöglichen die Ansiedlung der Hochschule für
Gestaltung und Kunst;
• Die Festlegung des Mindestanteils für Wohnnutzungen führt zur Etablierung eines deut-
lichen Wohnanteils;
• Die zugelassene Nutzung ermöglicht eine Wert- und eine Qualitätssteigerung;
• Im Vergleich zum heutigen Zustand werden mehr Grün- und Freiräume von hoher Quali-
tät und hoher ökologischer Wertigkeit realisiert;
• Die Qualität der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs sowie
grundeigentümerverbindliche Verpflichtungen zur Durchführung weiterer qualitäts-
sichernder Verfahren verbunden mit der Beurteilung wichtiger städtebaulicher Fragen
durch einen Gestaltungsbeirat sichern einen hohen Standard der Umsetzungen;
• Die Bestimmungen zu den Freiräumen priorisieren den Langsamverkehr;
• Eine guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist gesichert.

Der Detaillierungsgrad der Bauvorschriften erlaubt es, die Planungsziele zu erreichen ohne
den Spielraum für Weiterentwicklungen zu stark einzuschränken.
Das Ziel einer qualitätsvollen Entwicklung, welche in hohem Masse die umweltrelevanten
Aspekte berücksichtigt, wird mit der vorliegenden Planung eingelöst.
Der Umweltverträglichkeitsbericht weist die Einhaltung der umweltrelevanten Gesetze
nach.

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8. Der Quartierplanvertrag
Der Quartierplanvertrag zwischen den Vertragspartner Gemeinde Münchenstein und der
Christoph Merian Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin regelt die privatrechtlichen Belange
der Beteiligten der Quartierplanung. Die Rechte und Pflichten sichern die ordnungsgemässe
Umsetzung und die Funktionen der Quartierplanung.

Im Wesentlichen sind dies:
• Gegenseitiges Bekenntnis zu den Zielen der Quartierplanung;
• Übertragung der Pflicht von der Gemeinde an die Christoph Merian Stiftung als Grundei-
gentümerin zur Führung eines Nutzungs- und Lärmkatasters;
• Ausschluss einer möglichen Erwartungshaltung von Investoren und Bauherren, dass die
Gemeinde im Perimeter öffentliche Infrastrukturen erstellt oder finanziert;
• Übertragung der Erstellungs-, Unterhalts- und Finanzierungspflicht der öffentlich zugäng-
lichen Freiräume und der ökologischen Ausgleichsflächen an die Christoph Merian
Stiftung als Grundeigentümerin;
• Übertragung der Pflicht an die Christoph Merian Stiftung als Grundeigentümerin zur
Durchführung von qualitativen Verfahren bei der Gestaltung der Freiräume;
• Übertragung der Erstellungs-, Unterhalts- und Finanzierungspflicht der Verkehrsflächen
an die Christoph Merian Stiftung als Grundeigentümerin;
• Pflicht der Gemeinde zur Regelung und Finanzierung des Gestaltungsbeirates.
Die Arealentwicklung und die Erstellung dazu nötiger Studien etc. deckt die Christoph Merian
Stiftung als Grundeigentümerin ab.

Die Gemeinde Münchenstein und die Christoph Merian Stiftung erarbeiten aufgrund der per
01.01.2008 erfolgten Übergabe der Aufgaben der Dreispitzverwaltung an die
Dreispitzmanagement AG (100% Tochter der CMS) betreffend Wasserversorgungs- und
Kanalisationsleitungen eine neue Regelung der Finanzierung und Kostentragung. Bisher galt
die Übereinkunft und Praxis mit der Dreispitzverwaltung, welche Leistungen für die
Erstellung und den Unterhalt des Wasserleitungs- und Kanalisationsnetz von der
Dreispitzverwaltung respektive von der Einwohnergemeinde zu erbringen waren. Mit der
Auflösung der Dreispitzverwaltung durch die Rücknahme der Baurechte durch die CMS
sowie aufgrund des geänderten Wasserreglements, soll das bis anhin geltende System
analysiert und auf eine gerechte vertragliche Grundlage gestellt werden. Im Speziellen ist zu
definieren, ob Anschlussgebühren abweichend zum Wasserreglement getroffen werden
sollen, falls die CMS die Kosten für Neuinvestitionen und Leitungsunterhalt übernehmen
würde.

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9. Organisation und Ablauf

Planungsablauf
A

Abb. 5 Vorgesehener Planungsablauf

Die nächsten Planungsschritte nach der Mitwirkung
Der die Mitwirkung abschliessende Mitwirkungsbericht wird die Vernehmlassungsergebnisse
und insbesondere die Begründungen, weshalb Einwendungen und Anregungen
berücksichtigt resp. nicht berücksichtigt worden sind, aufzeigen. Dieser Bericht wird öffentlich
aufgelegt.
Anschliessend folgt das Beschluss- und Auflageverfahren. Die Gemeindeversammlung Mün-
chenstein wird über den Quartierplan und die Quartierplanvorschriften Kunstfreilager am
18. September 2008 beschliessen. In der Folge werden die beschlossenen Pläne aufgelegt.
Innerhalb der Auflagefrist können Einsprachen erfolgen, die danach vom Gemeinderat be-
handelt werden.
Im abschliessenden Genehmigungsverfahren bedürfen die kommunalen Vorschriften der
Genehmigung durch den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft.

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