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Fight Back!

Antifaschistisches (Jugend) Info Braunschweig

Markthalle Braunschweig

Performance von

Nr. 21 August/september 2001


Seite 2 Fight Back!
Ausnahmezustand in Genua
Ein Reisebericht
Wir hatten uns entschlossen, vom Glück, dass wir bereits in Italien wa-
19.- 22. Juli in die norditalienische ren, somit den Grenzkontrollen ent-
Stadt Genua zu fahren, um den Pro- gangen und folglich auch keine Gefahr
test gegen das medienwirksame Tref- eines Ausreiseverbotes für uns be-
fen der Regierungschefs der sieben stand. Nun blieben nur noch die zu
reichsten Industriestaaten und Ruß- erwartenden Vorkontrollen in Genua
lands Präsident Putin zu beobachten selbst. Zu unser aller Überraschung
und unsere eigene Erfahrung mit der gab es, als wir in der Nacht vom 18. auf
sogenannten “Anti-Globalisierungs- den 19. Juli in Genua eintrafen, keiner-
bewegung” zu machen. Wir hatten lei Kontrollen der Polizei. In der Stadt
eine grobe Vorstellung davon, was angekommen, fuhren wir auf direktem
uns in Genua erwarten würde: über Weg zum Info- Punkt, um uns zu
20.000 Polizisten, italienisches Mili- erkundigen, wo wir die nächsten drei
tär und eine Sicherheitszone rund um Nächte schlafen könnten. Als wir den
den Tagungsort des G8- Gipfels. Nach Info- Punkt erreichten, stand gerade
den Polizeiangriffen auf verschiedene Manu Chao auf der Bühne und sorgte
Protestaktionen in Prag, Nizza, Da- für gute Stimmung bei den 20.000
vos und nicht zuletzt Göteborg, wo ein Anwesenden. Nach dem Konzert und
Polizist mit scharfer Munition auf nachdem wir uns mit aktuellen Infos
DemonstrantInnen schoß und zwei versorgt hatten, suchten wir unseren
Menschen, davon einen lebensgefähr- Schlafplatz, der etwas außerhalb des
lich, verletzte, konnten wir uns aus- Stadtzentrums lag, auf. Am darauf
malen, dass sich die Polizei auch in folgenden Tag, am 19. Juli, fand die
Genua nicht zurückhalten, sondern internationale MigrantInnen- Demon-
viel eher das Ausmaß der Brutalität stration statt. Auf dem Piazza Sarzano
gesteigert würde. und den umliegenden Straßen kamen
Am 18. Juli, einen Tag vor der ersten über 70.000 Menschen zusammen,
Demonstration, machten wir uns auf um anschließend eine Demonstration
den Weg nach Genua. Wir hatten das durch die Stadt zu machen. Zu der

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Demo mobilisierten auch Flüchtlings- schoß das erstemal mit Tränengas,
gruppen aus der BRD, die dazu aufge- blockierte den Weg zur Roten Zone
rufen hatten, die Residenzpflicht (ein und trieb den Demozug in eine Seiten-
Gesetz, das Flüchtlingen verbietet, straße. Der Demozug zog sich in die
ihren Landkreis zu verlassen) zu bre- Seitenstraße zurück und baute hinter
chen und an der Demonstration teilzu- sich brennende Barrikaden zum
nehmen. Die gesamte Demo über lies Schutz vor der Polizei. Anschließend
die Polizei sich fast gar nicht blicken ging es über 2 Stunden durch die
und alles ging ruhig und mit guter Straßen Genuas, wobei sämtliche
Stimmung zu Ende. Mit dem Ende der Banken, eine Polizeistation, Sex
Demo begann es kräftig zu regnen und Shops und einige Autos entglast bzw.
wir kamen vollkommen durchnäßt zu abgebrannt wurden. Ein Justizgebäu-
unserem Campingplatz zurück. Dort de wurde mit Steinen und Molotov-
floß das Wasser schon quer durch die Cocktails angegriffen, nach dem die
beiden Großzelte in denen unsere das Gebäude schützenden Polizisten
Schlafplätze waren. Also hieß es erst- in die Flucht geschlagen wurden. Kurz
mal das Wasser aufzuhalten, was darauf trafen wir mit dem Block auf den
sich als gar nicht so einfach erwies, “Pink- Silver Block”, den Demozug der
doch dann mit Hilfe von gebauten Däm- Pazifisten. Im nachhinein hörten wir,
men, mehr oder weniger, gelang. Am dass dieser Block es geschafft hatte,
nächsten Tag aufgewacht, schien zum direkt an den Zaun der Roten Zone zu
Glück wieder die Sonne. Der 20. Juli gelangen und kurz bevor wir auf sie
war der Tag an dem es keine gemein- trafen, von der Polizei unter Einsatz
same Demonstration gab, sondern die von Tränengas, zurückgescheucht
Belagerung der Roten Sicherheitszone wurde.
angekündigt wurde. Dies war auch der Plötzlich rückte die Polizei, nachdem
Tag an dem mit den heftigsten Ausein- sie sich zuvor nur selten hatte blicken
andersetzungen gerechnet werden lassen, an und setzte massiv
mußte. Es gab verschiedene Treff-
punkte für die unterschiedlichen Blök-
ke, wo sich nach Aktionskonzept und
politischen Gemeinsamkeiten getrof-
fen wurde. Wir gingen zu dem Treff-
punkt, wo dass meiste erwartet wer-
den konnte und die Menschen eine
radikale Kritik an den bestehenden
Verhältnissen hatten und dieses auch
zum Ausdruck bringen wollten. Als wir
eintrafen, waren gerade die ersten
Leute dabei, Barrikaden zu errichten
und die Gehwegplatten zu lockern.
Als dann die erste Bank zu Bruch
ging, rückte auch die Polizei an und
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Getümmels stand ein brennendes
Polizeifahrzeug. An einer anderen
Stelle gab es mehrere Stunden
(nur an der einen Stelle) Straßen-
schlachten mit der Polizei. Immer
wieder Tränengas und immer wie-
der Leute die, die Gaspatronen
zurück schleuderten. An dieser
Stelle versammelten sich aus So-
lidarität hinter den Menschen die
direkt in die Auseinandersetzung
verwickelt waren mehrere tausend
Menschen, von vollkommen unter-
Tränengasgeschosse ein und trieb die schiedlichen Organisationen. Nach
Menge auseinander. Überall liefen nur einigen Stunden wurden dann alle von
noch versprengte, kleinere, Gruppen der Polizei mit Hilfe von Wasserwer-
rum. Wir machten uns dann auch aus fern und nach wie vor Tränengas, in
dem Staub, da einfach zuviel Polizei Richtung eines Stadions (dem Schlaf-
umherlief und spülten erstmal, wie so platz von mehreren Tausend Demon-
oft in den Tagen, das Tränengas aus strant-Innen) geprügelt.
den Augen und dem Gesicht. Wir Wie meist in solchen Situationen, gab
mußten nicht weit gehen und sahen es leider auch in Genua wieder Leute
erneut Rauchschwaden am Himmel. die ohne einen Gedanken an Nutzen
Wieder gab es heftige Straßenschlach- oder der symbolischen Wirkung, ir-
ten mit der Polizei und inmitten des gendwelche kleinen Geschäfte, zer-
störten. Was wir al-
lerdings auch mitbe-
kamen war, dass,
sobald jemand be-
gann, auf kleine Lä-
den ein-zukloppen,
zahlreiche Leute
sagten, dass die
Person das zu un-
terlassen hätte. Die
Definition davon,
was Luxuskarossen
und was Kleinwagen
sind, schien auch
etwas auseinander
zu gehen, so wur-
den, was auch total
beschissen ist, eini-
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ge Kleinwagen abgefackelt (ja, auch
wenn sie vielleicht eine gute Barrikade
abgeben...).
Am Abend des 20. Juli gab es bereits
so viele Verletzte aufgrund der Prügel-
orgien der Polizei, dass die Kranken-
häuser überfüllt waren und die Stra-
ßen von Blutlachen gezeichnet. Zu
der Zeit erfuhren wir, dass die Polizei
das tat, was wir alle befürchteten und
sich nach Göteborg schon fast ab-
zeichnete: sie erschoß einen Demon-
stranten. Carlo Guiliani wurde am
Rande des tute bianche (Weiße Over-
alls) Blocks von der Polizei durch zwei
Kopfschüsse ermordet.
Am darauffolgenden Tag gab es eine
Massendemonstration mit über
200.000 TeilnehmerInnen. Bereits auf der Schule stark verletzt und anschlie-
dem Weg zur Demo wurde uns deut- ßend festgenommen. Viele konnten
lich, dass die Stimmung aufgrund des nicht mehr selbst gehen und mußten
polizeilichen Mordes sehr gereizt war. auf Bahren heraus getragen werden.
Als es dann am Rande der Demo, an Von den über 200 Festgenommenen
einer ziemlich dummen Stelle, zu Aus- sitzen noch immer 16 Leute im Knast
einandersetzungen mit der Polizei in Italien und sind den Peinigung und
kam, begann sie damit, die gesamte Folterung der Aufseher und Polizisten
Großdemonstration, - zum Teil aus ausgesetzt. Insgesamt gibt es 143
Hubschraubern - mit Tränengas zu Ermittlungsverfahren gegen Demon-
beschießen und von vorne auf brutal- strantInnen. Da das ganze nicht billig
ste Weise zu stürmen. Hierbei gab es war und werden wird, sind sie auf
zahlreiche, auch schwer Verletzte. unsere Solidarität angewiesen.
Es ist fast ein Wunder, dass hierbei
kein weiterer Mensch durch die ent- Spendenkonto für
standene Massenpanik ums Leben Antirepressionsarbeit:
kam. Nach diesem brutalen Polizei-
übergriff konnte die Demo nicht fortge- Rote Hilfe e.V.
setzt werden. Am Abend hörten wir Konto-Nummer 191 100 462
noch, als wir uns bereits auf dem Postbank Dortmund
Nachhauseweg befanden, im Radio, Bankleitzahl 44 010 046
dass die Polizei noch eine Schule, in Stichwort „Genua”
der circa 150 Leute einquartiert waren,
gestürmt hatte. Bei diesem Polizei-
überfall wurden fast alle Personen in
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Weg mit dem braunen Esoterik-Spuk
Antisemitische „Esoterik“- Veranstaltung verhindert
„Die neuesten Beweise der lig ausgesucht, und die Mörder wären
Reinkarnation“ (Reinkarnation = nur „Erfüllungsgehilfen eines großen
Wiedergeburt). So lautete der Titel kosmischen Plans zum karmischen
einer für den 16. August in der Ausgleich“ gewesen. Aufgrund seiner
Brunsviga angekündigten Veranstal- antisemitischen Hetzparolen ist „Trutz
tung von und mit dem Esoteriker Tom Hardos“ Buch mit dem vielsagenden
Hockemeyer, der sich „Trutz Hardo“ zynischen Titel „Jedem das Seine“* in
nennt. Nur einer von vielen Spinnern, der BRD verboten. Zustimmung und
die seit einigen Jahren leider immer Beifall bekommt „Trutz Hardo“ nicht
erfolgreicher mit irgendeinem irratio- allein von Nazi- Seite ( im faschisti-
nalen Blödsinn immer mehr Menschen schen Internet- Netzwerk „Thule-Net“
(und vor allem deren Geld) aus einer, ist er ein viel- und gern beworbener
nunmehr desillusionierten, ehemals Autor), denn selbst in der in Braun-
linken „Alternativbewegung“ beeinflus- schweig erhältlichen Esoterik-Werbe-
sen und für sich gewinnen? Mitnich- postille „Stadtmagazin `Leben und Le-
ten! Denn bei diesem „Trutz Hardo“ benskraft`“, August 2001, weis man
handelt es sich nicht um einen anson- von ihm als „aus Funk und Fernsehen
sten eher harmlosen „armen Märchen- bekannten Reinkarnationsexperten“
onkel“, vielmehr ist er ein gerichtlich nur positives zu berichten.
verurteilter antisemitischer Hetzer, der
unter anderem den Holocaust esote- Da es für Faschisten jeglicher Art in
risch zu rechtfertigen versucht. So Braunschweig und anderswo keine
bezeichnet er z. B. die Massenver- Plattform geben darf, informierten das
nichtung der Jüdinnen und Juden im Antifaschistische Plenum und die JAA
Faschismus als „notwendiges Karma“; die Öffentlichkeit über den gesamten
ihre Ermordung sei ihr vorbestimmtes Sachverhalt und organisierten, unter-
Schicksal gewesen, denn sie hätten stützt von der Frauen/Lesbengruppe
so in ihren früheren Leben begangene kahira, dem Motorradclub Kuhle Wam-
Verbrechen abgelten müssen. Im üb- pe und der Vereinigung der Verfolgten
rigen trügen nicht die Faschisten die des Naziregimes/ Bund der Antifa-
Schuld am Holocaust, sondern die schistInnen (VVN/BdA), eine Protest-
Opfer hätten sich ihr Schicksal freiwil- aktion zur Verhinderung der Veran-
staltung von
„Trutz Hardo“.
Als die Leitung
der Brunsviga
daraufhin mit-
bekam, wer da
in ihren Räu-
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men auftreten wollte, kündigten sie schließlich von Trutz Hardo und sagte
den Raumnutzungsvertrag für den den Vortrag ab.
Vortrag mit Trutz Hardo.
Und auch der Veranstalter, das Maga- (*Der Spruch „Jedem das Seine“ war
zin „Lebenskraft“, fand so schnell kei- auch über dem Lagertor des KZ Bu-
ne Ausweichräume mehr und distan- chenwald angebracht, wo Menschen,
zierte sich - wenn auch wohl eher aus die nicht in das Weltbild der Faschi-
Angst vor einem Skandal und weiteren sten passten, ermordet wurden bzw.
Protesten als aus Überzeugung - sich zu Tode schuften mußten)

Kein Tag der Rache


300 demonstrierten gegen den Nazitreff am Madamenweg
Ihren Mund hatte die Nazi-Bande des Antifaschistischen Plenums und
vom Madamenweg ja ziemlich voll- der Jugend Antifa Aktion (JAA), in
genommen: “28.8. Tag der Rache” dem dazu aufgefordert wurde, sich
drohte z.B. Timo Anand in einer E- nicht auf die Polizei zu verlassen – die
mail an das Antiaschistische Café. wieder einmal die Nazis schützte -
Selbst im Internet trommelten die Nazis sondern selbst aktiv zu werden und
für Unterstützung gegen die für den den Nazis offensiv entgegenzutreten.
28. Juni geplante Kundgebung des
Braunschweiger Bündnis gegen Und die Nazis? Die ließen sich nicht
Rechts gegen den Nazitreff am blicken und dürften recht froh darüber
Madamenweg. gewesen sein, daß sie von der Polizei
Vom “Tag der Rache” war am besag- allesamt Platzverweise erhielten oder
ten Tag dann nicht viel zu merken. gleich in das Polizeirevier in der Münz-
Lediglich ein paar selbstgemachte straße mitgenommen wurden. Zwar
Flugzettel mit der Aufschrift “Zerschlagt behaupteten sie im Nachhinein, daß
die Antifa” säumten den Gehweg vor es allein die Polizei gewesen sei, die
dem Spielplatz am Madamenweg. ihren “Tag der Rache” zerschlagen
hätte, doch dies war wohl eher der
Dafür war die antifaschistische Kund- Versuch nicht als totale Looser dazu-
gebung mit ihren 300 TeilnehmerInnen stehen. Denn trotz ihrer großspurigen
ein voller Erfolg. Recht bunt war die Drohungen dürften sie die Hosen ziem-
Mischung derjenigen, die an diesem lich gestrichen voll gehabt haben. Und
Tag deutlich machten, das sie die das auch zu recht: Wären die rund 30
Existenz eines offenen Nazitreffs nicht Nazis, die in der Gegend umherkro-
einfach so hinnehmen wollten: Antifas, chen, tatsächlich auf die Demonstrant-
Punker, jugendliche MigrantInnen und Innen gestoßen hätten sie eine ent-
AnwohnerInnen. sprechende Abreibung bekommen.
Das daraus – zum Bedauern vieler –
Beifall gab es für einen Redebeitrag nichts geworden ist, dafür können sie
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sich tatsächlich bei der Polizei bedan- Demonstration zum Frankfurter Platz
ken. zu machen. Und so hallten Parolen,
wie “Nazis raus” und “Nazis morden -
Welch Schwachsinn die Nazis in ihrer der Staat schiebt ab” durch das ganze
eingeschränkten Wahnsinnswelt so Viertel. Als die Demo am Frankfurter
glauben, zeigt ein Gerücht, welches Platz zu Ende ging, kam das Gerücht
nach der Kundgebung unter ihnen auf, die Nazis würden jetzt wieder vor
kursierte: angeblich hätten Antifas bei ihrem Haus am Madamenweg stehen.
der Kundgebung einen Molotow-Cock- Spontan zogen daraufhin noch mal
tail gegen das Haus der Nazis gewor- etliche Leute den Nazis entgegen.
fen, das Haus aber verfehlt. Der Doch leider war von denen niemand zu
Molotow-Cocktail hätten dann ein von sehen, als man am Madamenweg
einer türkischen Familie bewohntes ankam. Nur die etwas überrascht drein-
Haus getroffen. Man sieht, daß die schauende Polizei stand immer noch
Nazi-Bande vom Madamenweg offen- am Spielplatz und versperrte den Ein-
sichtlich alles dransetzt irgendwie – gang.
und sei es auch mit solch völlig blöd-
sinnigen Lügen – Stimmung gegen Alles im allen war der Tag ein Erfolg für
diejenigen zu machen, die gegen sie die Antifa und ein Desaster für die
auf die Straße gehen (Im übrigen: Nazis. Grund genug sich nun befrie-
einen Molotow-Cocktails in ein be- digt zurückzulehnen ist das jedoch
wohntes Haus zu werfen ist wohl eher noch nicht. Längst sind die Nazi wie-
eine “Spezialität” der Nazis und keine der aus ihren Löchern gekrochen und
Aktion, die von irgendwelchen Antifas fangen wieder an dreist und übermütig
durchgeführt werden würde) zu werden. Es braucht sicherlich noch
einige handfeste Lektionen, bis die
Die Stimmung unter den Menschen Nazis vom Madamenweg begreifen,
bei der Kundgebung war so gut, daß daß sie dort und anderswo nichts zu
spontan beschlossen wurde im An- suchen haben. Es gibt also noch eine
schluß an die Kundgebung noch eine Menge zu tun!
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Die wahre Opposition ...
... wär’n sie gerne, NPD und Nazi- te, soll ihm ein Braunschweiger Anti-
Kameradschaften. Doch so vollmun- faschist ins Gesicht gespuckt haben.
dig sie auch gegen den Staat tönen,
wenn’s ernst wird, sind ihnen die Rock- Am Donnerstag, den 09.08. fand nun
zipfel von Polizei und Justiz allemal in Celle der Prozess wegen “Beleidi-
lieber als der rauhe antifaschistische gung” und “Körperverletzung” gegen
Wind, der ihnen von Zeit zu Zeit ins den Antifaschisten statt. Hellmund
Gesicht bläst. hatte zunächst nur Anzeige wegen
Beleidigung erstattet. Auf die Nachfra-
So auch am 11.11.2001, als die “Bür- ge der Verteidigerin des Angeklagten,
gerinitiative gegen das Bunte Haus” warum er dann drei Tage später noch
des Nazibandenchefs Klaus Hellmund eine Anzeige wegen Körperverletzung
in Celle einen Informationstisch veran-
staltete. Gut einhundert Beamte der
Bereitschaftspolizei schirmten den
Tisch der Bürgerinitiative, die nichts
anderes ist als eine auf demokratisch
gemachte Pseudoorganisation der fa-
schistischen Celler “Kameradschaft
73”, gegen mehrere Dutzend
AntifaschistInnen ab. Nach stunden-
langem ereignisarmen Warten sorg-
ten die Nazis für etwas Stimmung, als
eine Gruppe von rund zehn Nazi-Glat-
zen versuchte, sich bewaffnet durch
die Blockade der AntifaschistInnen zu
ihren Kameraden durchzuschlagen. hinzugefügt habe, sagte er: “Die Poli-
Der Versuch endete in der Flucht, zei hat mich dazu aufgefordert.” Des-
ungehindert von der Polizei, die je- weiteren versicherten sie ihm, sie
doch einige AntifaschistInnen unter würden diese angebliche Körperver-
diversen Vorwänden fest- und mitnahm. letzung “bezeugen”. Dieses Wechsel-
Als kurz darauf Klaus Hellmund, Chef spiel zwischen Nazis, Bullen und Klas-
der Nazibande “Kameradschaft 73” - senjustiz ist typisch. Faschisten, die
die gemeinsam organisiert ist mit der sich in ihrer Propagaganda immer wie-
“Kameradschaft 77” aus Hannover der als die wahre Opposition gegen
Langenhagen, welche in jüngster Zeit diesen Staat darstellen, greifen bei
aufgrund mehrerer Überfälle bundes- jeder sich bietenden Gelegenheit auf
weit Erwähnung in den Medien fand – das Mittel der Anzeige gegen
zu einem “klärenden Gespräch” mit AntifaschistInnen zurück, um an de-
seinen Freunden und Helfern die Blok- ren Personalien zu kommen und ar-
kade der AntifaschistInnen durchquer- beiten in der Folge mit der Klassenju-
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stiz zusammen. Die Polizei stellt – hob die Verteidigung des Antifaschi-
sofern nötig – die Zeugen für die dar- sten die Rolle Hellmunds als ideologi-
aus resultierenden Verfahren. Auch scher und organisatorischer Kopf der
die Vorlage von Fotos und Videoauf- Nazibande hervor. Da dieser sich bei
nahmen ist keine Seltenheit, anhand seiner Zeugenaussage immer mehr in
derer sich die Nazis dann aussuchen Widersprüche verwickelte, wurde das
dürfen, wer sie angeblich angegriffen Verfahren schließlich gegen Auflagen
oder sonstwie geschädigt haben soll. eingestellt.
Im weiteren Verlauf des Prozesses

“Zumutbare Arbeit”
Die Hetze gegen Erwerbslose ist muss, will man nicht in die totale
in den vergangenen Wochen seitens Armut absacken, aus der es nur noch
der Politik verschärft worden. Keine einen Weg heraus gibt – in einer
Woche vergeht, in der nicht irgendein schlecht gezimmerten Holzkiste. Da-
hochgestellter Politfunktionär seine mit hat man dann auch das Ziel dieses
Meinung dazu abgibt, was von den Modells beschrieben. Es geht darum,
“Sozialschmarotzern” und “Faulen- Beschäftigungsverhältnisse zu etablie-
zern” zu halten, und wie mit diesen zu ren, die vom Lohnstandard und allen
verfahren sei. Sie alle wurden “getoppt” weiteren rechtlichen Regelungen weit
von Hessens Ministerpräsidenten Ro- unter dem liegen, was die Arbeiterbe-
land Koch (Sigmar Ga- wegung vor vielen Jahr-
briel stimmte seinen Aus- zehnten erkämpft hat.
sagen übrigens “im Prin- Tarife, Kündigungsfri-
zip” zu), der nach einem sten, Absicherungen für
Gespräch mit dem den Fall der Erwerbs-
“Sozialminister” der USA losigkeit, das und noch
vorschlug, ein Modell des viel mehr soll in vielen
US-Staates Wisconsin in Arbeitsmarktbereichen
der BRD einzuführen. fallen, man zwingt die
Das Modell enthält keine Menschen in Billiglohn-
neuen Ideen, besteht aus jobs, wollen sie nicht ein-
staatlich geförderten Integrations- fach verrecken.
versuchen Erwerbsloser in den Ar- Dieser Gedanke ist jedoch auch in der
beitsmarkt, und streicht allen, denen BRD nicht neu. Wer als Arbeitsloser
das nicht gelingt, jede weitere staatli- eine sogenannte zumutbare Arbeit
che Zuwendung. Mit anderen Worten: ablehnt, erhält vom Arbeitsamt eine
in Wisconsin gibt es keine Sozialhilfe- Sperre von 12 Wochen – sein Arbeits-
empfänger mehr. losengeld oder seine Arbeitslosenhil-
Die Folge dieses Modells ist es, dass fe wird für 12 Wochen gesperrt. Was
jeder noch so beschissene und mies “zumutbar” ist, ist im Paragraph 121
bezahlte Job angenommen werden des Sozialgesetzbuches III geregelt.
Fight Back! Seite 11
Danach ist in den ersten drei Monaten möglich und der Kanzler möchte das
der Arbeitslosigkeit eine Stelle “zu- verschärfen. Bezahlung nach Tarif wird
mutbar”, bei der bis zu 20 Prozent zum alten Plunder. Zumutbar ist jede
weniger gezahlt wird, als bei der letz- Arbeitsstelle, bei der die Fahrtzeit bis
ten Arbeitsstelle; in den folgenden zu 2,5 Stunden für Hin- und Rückweg
drei Monaten um bis zu 30 Prozent. beträgt. Wer als Arbeitsloser Anlass
Nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit gibt für die zweite 12-Wochen-Sperr-
ist jede Beschäftigung “zumutbar”, bei frist, wird beim Arbeitsamt “abge-
der das erzielbare Nettoeinkommen schossen”: er wird aus dem Bezug
höher ist als das Arbeitslosengeld. gestrichen.
Das Arbeitslosengeld beträgt (unge- Tja, und die, die nichts mehr verdienen
fähr) 60 Prozent vom letzten Netto- ... Die müssen sich nach Roland Koch
lohn; bei Personen, die ein Kind auf an “bescheidene Lebensumstände ge-
der Lohnsteuerkarte haben, sind es wöhnen”, wozu auch seine Idee ge-
67 Prozent. Lohndumping von bis zu hört, diese Menschen aus Kosten-
40 Prozent, nach einem halben Jahr gründen zu kasernieren, also in Lager
Arbeitslosigkeit, ist also heute schon zu stecken.

Was tun! gegen Nazi-Plakate


Die Kommunalwahl steht vor der Vorweg ein paar Worte zum Geleit:
Tür und damit auch die Zeit der Wahl- Erwischen lassen solltet ihr euch nicht.
werbung. Faschistische Parteien, in Dazu gehört, nicht stundenlang durch
Braunschweig das “Bündnis Rechts die Gegend zu ziehen, sondern lieber
für Braunschweig”, das “Bündnis für öfter mal losziehen und dafür nicht so
Deutschland” und die REPs bedienen lange. Es ist immer gut, wenn eineR
sich rassistischer Parolen als Schwer- die Umgebung im Auge behält, wäh-
punkt ihrer Werbung, aber auch ande- rend andere am Werk sind. Achtet
re Parteien buhlen beizeiten mit rassi- nicht nur auf die Polizei, sondern auch
stischen Argumentationsmustern um auf andere Störer, bspw. “Aktivbürger”,
die Wählergunst. die auf jeden Fall zum Telefon greifen,
Im folgenden nun ein paar Tipps & ab und an aber auch selbst Polizei
Tricks, wie Nazi-Plakate und allge- spielen. Eine andere Art Hilfspolizi-
mein Plakate mit rassistischer Hetze sten stellen Bus- und Taxifahrer dar,
angegangen werden können, was da- die zudem über Funk verfügen.
bei zu beachten ist und was man tun Es soll schon vorgekommen sein, dass
kann, wenn einer oder einem trotz die Faschisten als “Sicherung” Ra-
aller Vorsicht die Bullen etwas anhän- sierklingen an den Befestigungen der
gen wollen. Plakate angebracht haben, also Vor-
Seite 12 Fight Back!
sicht. Bevor ihr loszieht, räumt Zuhau- Hilfe eines kleinen Seitenschneiders
se alles weg, was entweder mit der (Handschuhe tragen) können diese
Aktion zu tun hat, oder die Bullen schnell durchtrennt werden und das
sonst interessieren könnte. Tragt bei Plakat wandert in den Graben oder die
der Vorbereitung Handschuhe und Büsche. Das Werkzeug ist leicht zu
auch bei der Aktion selbst, damit sich transportieren und im Ernstfall schnell
nirgendwo Fingerabdrücke von euch zu entsorgen (passt in jeden Gulli). In
finden. Passt bei Aktionsformen mit vergangenen Prozessen hat die Tat-
Farbe auf, dass ihr nicht selbst was sache, dass so nur die Drähte be-
abbekommt - wenn, dann brecht lieber schädigt werden, nicht das Plakat, zu
ab und startet ein andermal neu. Klei- Einstellungen geführt, da der Scha-
det euch unauffällig und zieht euch den sich auf ein paar Pfennige beläuft.
dort, wo euch jemand beobachten Dennoch, hier wie bei allen anderen
könnte, etwas vor’s Gesicht, z.B. ein Aktionen: Nicht erwischen lassen! Zum
Tuch und eine Kapuze. Nehmt keinen einen kann ein Gericht auch anders
unnötigen Krempel mit; was man nicht entscheiden, zum andern geben die
dabei hat, kann man nicht verlieren. Bullen die Namen oft an die entspre-
chenden Nazi-Parteien weiter.
Aktionsformen gegen Nazi-Pla- Wer einen Schritt weiter gehen will,
kate: kann die Plakate leicht durchbrechen:
Plakat auf den Boden stellen, am
WEGDREHEN
oberen Ende festhalten, Tritt in die
Am ungefährlichsten ist es sicherlich,
Mitte. (Das ist dann allerdings eine
die Plakate nicht zu zerstören oder
mit Farbe zu versehen, sondern sie
schlicht aus der Blickrichtung wegzu-
drehen. Dieses funktioniert bei den
meisten Plakaten, die an runden Ma-
sten angebracht sind, eventuell sind
eine Räuberleiter, ein langer Stock,
etwas zum Draufklettern o.ä. nötig.
Damit begeht man keine Sachbeschä-
digung, weder an den Plakaten, noch
an deren Befestigung. (Eine Begeg-
nung mit den Bullen kann trotzdem
Scherereien geben, also: Vorsicht!)

PLAKATE ENTFERNEN
Drähte durchkneifen/Plakate knik-
ken:
Ebenfalls mit geringem technischen
Aufwand ist das Durchkneifen der
Haltedrähte zu bewerkstelligen. Mit
Fight Back! Seite 13
Sachbeschädigung!) Plakate sind kaum zu übersehen
(wenn auch kaum lesbar), meist be-
Verwenden von Gartenharke/Sei- kommt jedoch auch der Laternenpfahl
len: etwas ab oder man erwischt aus Ver-
Überall dort, wo wenig auf den Stra- sehen andere Ziele. Die Stadt stellt,
ßen los ist, in Vororten, auf Dörfern wenn man erwischt wird, die Säube-
etc., kann auch mit schwererem Ge- rung der Laternen in Rechnung, und
rät gearbeitet werden, z.B. mit drei- die ist nicht billig! In jedem Fall Hand-
zackigen Gartenharken. Achtet dar- schuhe tragen, äußerste Vorsicht und
auf, stabile Harken zu benutzen. Mar- die Aktion abbrechen, wenn man selbst
ken wie Gardena haben sich als sehr Farbe abbekommen hat. Lieber ein
stabil erwiesen, weniger stabile ver- anderes Mal losgehen, als bunt wie
biegen z.T. sehr schnell. ein Osterei den Bullen in die Hände zu
Es können auch Seile verwendet wer- fallen. Für das Färben von Plakaten
den. Funktioniert, indem man das Seil haben sich zwei Methoden als prak-
über das Plakat wirft, so dass man tisch erwiesen:
beide Enden zu fassen kriegt und
damit das Plakat herunterzieht. Farbeier:
Eier ausblasen, zunächst das eine
PLAKATE FÄRBEN der beiden notwendigen Löcher mit
Am auffälligsten, jedoch auch am teu- Wachs zutropfen, dann mit einer han-
ersten, wenn man erwischt wird, ist delsüblichen Spritze (ohne Nadel)
das Färben der Plakate. Eingefärbte Farbe einfüllen. Nun auch das andere
Loch verschließen. Während der Vor-
bereitung auf jeden Fall Handschuhe
tragen! Vor der Aktion alle Utensilien
aus der Wohnung verschwinden las-
sen. Vorsicht beim Transport!

Super-Soaker:
Trotz aller Nachteile sind auch Super-
Soaker immer wieder zum Plakate-
Färben benutzt worden. Die Nachtei-
le: Die Geräte sind relativ groß und
somit auffällig. Die benutzte Voll- oder
Abtönfarbe (Lackfarbe zerstört das
Plastik) muss verdünnt werden, damit
sie die Düse nicht verstopft. Zu dünne
Farbe bringt nicht den gewünschten
Effekt. Färbt die Laterne mit ein. Ex-
perimentiert am besten vorher an si-
cheren Orten.
Seite 14 Fight Back!
Shit happens ... meprotokolle. Wenn ihr nichts unter-
auch den Besten. Was ist zu tun, schreibt, können sie nachträglich auch
wenn eineN die Polizei anhält? Zu- nicht noch etwas dazuschreiben.
nächst habt ihr hoffentlich nichts Ver-
dächtiges bei euch. Desweiteren
kommt es darauf an, dass ihr einige
sehr häufig gemachte Fehler vermei-
det:

Nichts aussagen!
Egal, was man auch sagt, ihr müsst
bei der Polizei nur folgende Angaben
machen: Name, Meldeadresse, Ge-
burtsdatum und -ort, ungefähre Be- Wendet euch an die Rote Hilfe!
rufsangabe (also: SchülerIn, Azubi Die bundesweit arbeitende Rote Hilfe
etc., nicht die Schule oder den Ausbil- kann euch in rechtlichen Fragen bera-
dungsplatz angeben), mehr nicht! Zu ten, gegebenenfalls AnwältInnen ver-
allen weiteren Sachen, Vorwürfen, Ein- mitteln und leistet finanzielle Unter-
schüchterungen usw. sagt nichts. Die stützung für Menschen, die aufgrund
Beamten werden versuchen, euch zu ihrer politischen Betätigung von der
verunsichern, einzuschüchtern oder Justiz verfolgt werden. In Braunschweig
auf nett zu machen, was alles nur dem arbeitet die Rote Hilfe zusammen mit
einen Ziel dient, euch zu irgendeiner dem Braunschweiger Rechtshilfefonds
Aussage zu bringen. Auch wenn viele und leistet Unterstützung bei politi-
denken, sie könnten sich geschickt scher Repression. Rote Hilfe und
herausreden: Vergesst es! Nichts sa- Rechtshilfefonds könnt ihr an jedem
gen, nur das ist sicher! ersten Dienstag im Monat ab 19.00
Uhr im Antifaschistischen Café,
Nichts unterschreiben! Cyriaksring 55 in Braunschweig errei-
Was auch immer sie euch vorlegen, chen. In dringenderen Fällen könnt ihr
ihr müsst nichts (!) unterschreiben, euch auch freitags ab 20.00 Uhr im
weder Aussage- noch Beschlagnah- Antifa-Café melden.

durch die Wüste


Ein Antirepressionshandbuch für die politische Praxis
Wer sich schon einmal politisch stimmte Bahnen zu lenken und be-
betätigt hat oder organisiert versucht, stimmte Gruppen oder Einzelperso-
an den herrschenden Zuständen et- nen mit den Mitteln der Repression in
was zu ändern, kann erleben, dass ihrer Politik einzuschränken oder sie
der Staat ein Interesse daran hat, dafür zu kriminalisieren. Diese Mittel
Widerstand zu überwachen, in be- reichen von konkreten Gewaltmaß-
Fight Back! Seite 15
nahmen, wie Knüppel-, Wasserwerfer geverweigerung, geben Tipps und Hin-
oder CS-Einsätze über Prozesse bis weise für die konkrete politische Pra-
hin zu ständiger Überwachung und xis, für den Umgang mit Prozessen
Ausforschung politischer Zusammen- und Ermittlungsverfahren und liefern
hänge, beispielsweise durch Telefon- allerhand Wissenswertes zum Thema
überwachung oder den Einsatz von Überwachung. Durch das Eingehen
Spitzeln oder Verfassungsschutz. auf Standardsituationen und die Aus-
Erwischen kann es eineN dabei völlig richtung des Buches gerade auf Leu-
unvermittelt: gerade noch bei einer te, die nicht schon seit Jahr und Tag
Sitzblockade, im nächsten Moment aktiv sind, ist das Buch allen zu emp-
mit Handschellen in der Polizeiwanne. fehlen, die politisch aktiv sind oder es
Oder es klingelt morgens an der Haus- werden wollen. Darüber hinaus ist es
tür und ein Rudel Beamter dringt in die ein praktisches Handbuch auch für
Wohnung ein, durchsucht deine Pri- den gewöhnlichen “Kleinkriminellen”,
vatsachen und richtet allerhand Ver- also für alle, die mit Sprühdosen han-
wüstung an. Jetzt gilt es, Ruhe zu tieren, klauen oder anderweitig organi-
bewahren und die vorhandenen Mög- sieren, kiffen oder sonstwie mit der
lichkeiten auszuschöpfen, um mit der Staatsmacht aneinandergeraten kön-
Situation möglichst gut umzugehen. nen.
Dabei ist es von Nutzen zu wissen,
was alles passieren kann und wie man Das Buch ist im Antifaschistischen
darauf am besten reagiert. Genau die- Café erhältlich, oder kann in jeder
ses Wissen zu vermitteln ist das Ziel Buchhandlung bestellt werden.
des AutorInnenkollektivs, welches die (AutorInnenkollektiv (Hrsg.): durch die
Neuauflage des mittlerweile über 15 Wüste. Ein Antirepressionshandbuch
Jahre alten Handbuchs in Angriff ge- für die politische Praxis, UNRAST-
nommen hat. Verlag Münster, 2000, ISBN 3-89771-
Die einzelnen Kapitel befassen sich 404-3, Preis: 12,- DM)
mit den Themen Repression & Aussa-
Seite 16 Fight Back!

e r m i n e :
T
3. Oktober 2001
Demonstration gegen den Abschiebeknast in Büren
Achtet auf weitere Ankündigungen

Jeden Freitag ab 20 Uhr

Antifaschistische Aktionen, Informationen, Diskussionen,


Veranstaltungen, Filme, Flugblätter, Zeitschriften, Bücher,
Plakate, Aufkleber, T-Shirts, Anstecker, Aufnäher ...

Cyriaksring 55, 38118 Braunschweig


http://www.puk.de/antifacafe