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Diplomarbeit von Martin Hanöffner

Thema:

Ein Beitrag zur Erkundung des Bodenspektrums Lorenzer Reichswaldes im Umfeld des
Schmausenbucks östlich von Nürnberg

Inhalt: Seite

1. Geographische Stellung des Arbeitsgebietes 3


2. Faktoren der Bodenbildung 5
2.1 Klima 5
2.2 Geologie 5
2.2.1 Sandsteinkeuper 6
2.2.1.1 Mittlerer Burgsandstein 7
2.2.1.2 Oberer Burgsandstein 7
2.2 Quartäre Deckschichten 7
2.2.2.1 Pleistozäner Hang- und Solifluktionsschutt 8
2.2.2.2 Pleistozäne Schwemmsande 8
2.2.2.3 Präboreale bis Boreale Flugsande und Dünen 8
2.3 Relief 9
2.4 Stauwasser 10
2.5 Menschlicher Eingriff 10
2.6 Vegetation 11
3. Geländeaufnahme und ergänzende Laboruntersuchungen 11
3.1 Geländeaufnahme 12
3.1.1 Pürckhauer Einschläge im Gelände 12
3.1.2 Profilgruben und deren Auswahl 13

1
3.2 Bodenphysikalische sowie Bodenchemische Kennwerte, und deren
Bestimmung imLabor 13
3.2.1 Auswertung der Stechzylinderproben 13
3.2.2 Untersuchungen an gestörten Proben 14
3.2.2.1 Korngrössenverhältnisse 14
3.2.2.2 Der pH- Wert, dessen Bestimmung und Bewertung 15
3.2.2.3 Potentielle Kationen Austauschkapazität und Basensättigung 17
3.2.2.4 Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt 18
3.2.2.5 Humusgehalt 20
3.3 Aufgabenstellung und Auswertung 20
3.3.1 Wasser/ Lufthaushalt 21
3.3.2 Pufferfähigkeit und Filterwirkung 24
3.3.3 Nährstoffhaushalt 25
3.3.3.1 Stickstoff 25
3.3.3.2 Kalium 27
3.3.3.3 Calcium 28
3.3.3.4 Magnesium 28
4. Die Bodenformen im Arbeitsgebiet 29
4.1 Böden über Burgsandstein 29
4.1.1 Bodeneinheit 1/ Leitprofil 2 29
4.1.2 Bodeneinheit 2 / Leitprofil 1 38
4.1.3 Bodeneinheit 3 / Leitprofil 4 46
4.1.4 Bodeneinheit 4 54
4.2 Böden über quartären Deckschichten 55
4.2.1 Bodeneinheit 5 55
4.2.2 Bodeneinheit 6 / Leitprofil 5 57
4.2.3 Bodeneinheit 7 65
4.2.4 Bodeneinheit 8 / Leitprofil 3 66
5. Schlussbetrachtung 75
6. Quellenangabe 76
Erklärung 77

2
Vorwort und Danksagung

Die hier vorgelegte Arbeit fand ihren Anfang im Herbst 2006 mit der Geländeaufnahme im
Gebiet zwischen Fischbach und Schwaig – ein, wie ich finde, sehr schönes und
erholsames Waldgebiet, in dem es sich auch gut arbeiten ließ. Danken möchte ich an
dieser Stelle Professor Reinhold Roßner für dieses interessante Thema und das mit im
Laufe meines Studiums entgegengebrachte Wohlwollen.
Die der Geländeaufnahme folgende Laborarbeit konnte dann, aus gesundheitlichen
Gründen, erst im März 2006 beginnen. Diese wäre ohne die stets freundliche Hilfe von
Frau Daniela Lutz so nicht möglich gewesen. Danken möchte ich weiterhin all denen, die
mich während meiner Arbeit in irgendeiner Form unterstützt haben, beispielsweise
Thomas Wartner, Tim Weiss und Hans Gebhardt, ohne deren formelle Hilfe die Arbeit
nicht in dieser Form entstanden wäre. Nicht zuletzt sei meinen Eltern für das Ermöglichen
meines Studiums gedankt.

1. Geographische Stellung des Arbeitsgebietes

Das Kartiergebiet liegt östlich des Stadtgebietes Nürnberg, nordwestlich von Fischbach
und südlich von Schwaig; die genaue Lage kann der folgenden Übersichtskarte
entnommen werden.
Es bildet einen Teil des Lorenzer Reichswaldes, und gehört zu den Ton- und
Sandstein-Landschaften des Mittelfränkischen Keuperbeckens, genauer gesagt zu den
Teillandschaften der Rezat-Rednitz-Senke (Wittmann 1991).

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In Abb.1 werden das Arbeitsgebiet und seine Umgebung dargestellt; es handelt sich dabei
um einen Ausschnitt aus Blatt Röthenbach 1:25000.

Bild 1

4
2. Faktoren der Bodenbildung

Die Mitteleuropäischen Böden sind das Produkt einer etwa 10.000-jährigen


Entwicklungsgeschichte seit der letzten Eiszeit. Die Natürlichen Bodenbildungsfaktoren
beeinflussen sich teilweise gegenseitig, auftretende Wechselwirkungen sind nicht
vollständig zu erfassen (Roßner 1993).

Die wichtigsten Bodenbildungsfaktoren seien im Folgenden genannt:

2.1 Klima

Der Trockenheitsindex der mit 300 bis 400 Metern Höhe als Flachland zu bezeichnenden
Rezat-Redniz-Senke, liegt zwischen 35 und 40, also mäßig trocken bis mäßig feucht. Die
mittlere Jahrestemperatur bewegt sich zwischen 7,5°C und 8°C und der mittlere
Jahresniederschlag beträgt lediglich 650 mm/a. Zum Vergleich: der Wert für
Gesamtbayern liegt bei 921 mm/a und der bundesweite Wert bei 831 mm/a.
Die Klimastation Nürnberg Flughafen, 310 m.ü.NN gelegen, misst im langjährigen
Mittel zwischen Mai bis einschließlich September 16,1°C, 38,4 Sommertage über 25°C
und 105,1 Frosttage (Brunner 2005). Es ist mit 40 bis 45 Tagen mit Schneefall und mit 20
bis 30 Eistagen, also Temperaturen unter 0°C, zu rechnen (Blatt Röthenbach).
Die geringen Niederschlagsmengen und die rasche Versickerung auf den
ausgedehnten Sandflächen des Reichswaldes führen zu einem der trockensten Gebieten
Bayerns. Im deutschlandweiten Vergleich ist es dem Rhein-Main-Becken oder der Region
Hannover gleichzustellen (Brunner 2005).
Nach Wittmann beträgt die Vegetationszeit 210 bis 220 Tage, die großklimatische
Situation des Reichswaldes ist nach Brunner als Übergang zwischen ozeanisch und
kontinental einzuordnen (Wittmann 1991, Brunner 2005).

2.2 Geologie

Im Arbeitsgebiet finden sich sowohl Mittlerer und Oberer Burgsandstein inkl. Zwischen-

5
und Basisletten als Vorkommen des sog. Sandsteinkeupers, aber auch teilweise nur ca.
10.000 a alte quartäre Sedimente.

2.2.1 Sandsteinkeuper

Der Sandsteinkeuper bildet den oberen Mittleren Keuper. Die im Folgenden kurz
geschilderten historischen Entwicklungen dieses Raumes führten zu den heute zu
findenden Sandsteinen mit Letten-Zwischenlagen.
Ein Flachmeer zog sich nach einem länger andauernden Vorstoß nach Norden
zurück, das verbleibende Becken strebte also nach Süden. Festländische und fluviatile
Sande, wie auch fluviatile Tone wurden bei stetig ariderem Klima von Süden ins Becken
geschüttet.
Südlich einer gedachten Linie Neustadt Aisch - Erlangen setzten bereits im
Blasensandstein festländische Bildungen ein, während nördlich davon bis zum unteren
Burgsandstein noch marine Verhältnisse zu erkennen sind. Verwitterungsprodukte des
Vindelizischen Festlandes wurden durch Schichtfluten und Sedimentfächer beckenwärts
verfrachtet und als gleichmäßig geschichtete, schlecht sortierte und teilweise
feldspathaltige Sandsteine abgelagert. Die zwischengelagerten Tonbildungen, welche
geringere Mächtigkeiten aufweisen, fungieren heute als Leitletten und werden somit zur
Gliederung herangezogen; diese beinhalten mit Annäherung ans Festland in
abnehmender Menge dolomitische Knollen oder Lagen, die Korngrössen und Geröllanteile
nehmen dagegen in gleicher Richtung zu.
Erst gegen Ende des Sandsteinkeupers und damit auch des Mittleren Keupers
änderte sich das Bildungsmilieu und brackisch-marine Verhältnisse führten zur
Sedimentation roter Tonsteine und Mergel, den Feuerletten (Bayerisches Geologisches
Landesamt 1981).

Folgende Keupersedimente sind im Arbeitsgebiet zu finden:

6
2.2.1.1 Mittlerer Burgsandstein

Am südöstlichen Rand des Kartiergebietes und als nordöstlichstes


Burgsandsteinvorkommen, südlich der Flug- und Schwemmsande im Arbeitsgebiet
kommen diese vor.
Der mittel- bis grobkörnige Sandstein ist teilweise intensiv rot gefärbt, vereinzelt
finden sich auch bis zu hühnereigroße Rosenquarze. Laut Erläuterung zur Geologischen
Karte Bayerns Blatt Röthenbach enthält er teilweise stark verwitterte Feldspäte und ein
kieseliges Bindemittel (Urlichs 1968).

2.2.1.2 Oberer Burgsandstein

Der obere Burgsandstein ist im Arbeitsgebiet weitaus häufiger als der mittlere, und bildet
darüber hinaus diejenige Einheit mit der größten Verbreitung. Er tritt an fast 50% des
Arbeitsgebietes zu Tage.
Die Basis des oberen Burgsandsteines bilden die roten Tone des Hauptletten.
Dieser ist wenige Meter mächtig, überwiegend aber tritt der Obere Burgsandstein als
weißer bis bräunlicher, meist grobkörniger Arkosesandstein zu Tage. Die in ihm
enthaltenen Quarze sind kleiner als die des Mittleren Burgsandsteines und nur um 5 mm
groß.

2.2.2 Quartäre Deckschichten

Die Keupervorkommen des Untersuchungsgebietes sind, vor allem im Norden, von


quartären Deckschichten nicht unerheblicher Ausbreitung und Mächtigkeit verhüllt und
haben demzufolge einen erheblichen Anteil an der Bodenbildung. Insbesondere südlich
von Schwaig sorgen die Deckschichten für ein relativ flaches und ausgeglichenes Relief.
Da Deckschichten erst ab einer gewissen Mächtigkeit als solche in den
geologischen Karten aufgenommen werden, ist im nahezu gesamten Arbeitsgebiet mit
einer Flugsandauflage geringer Mächtigkeit zu rechnen, die nicht verzeichnet wird.

7
Nach der Geologischen Karte von Bayern, Blatt Röthenbach (Ulrichs 1968) sind folgende
quartäre Sedimente im Untersuchungsgebiet zu unterscheiden:

2.2.2.1 Pleistozäner Hang und Solifluktionsschutt

Am Fuße größerer Steigungen kann dieser auch jünger bis rezent sein und besteht wohl
überwiegend aus anstehenden Keupertonen, teilweise vermengt mit Sanden.
Von den autochtonen Letten ist Solifluktionsschutt durch das stellenweise recht
häufige Vorhandensein von kohlschwarzen fossilen Pflanzenresten, welche das
unwissende Auge für Reduktionsflecken halten könnte, sowie durch die teilweise
schmutzig grüne Farbe zu unterscheiden.
Manchmal fanden sich auch Abfolgen von wenigen Zentimetern Lehm über
Sanden, welche wiederum über Lehm lagen, also eine mehrfache Sand-Lehm
Wechselfolge.

2.2.2.2 Pleistozäne Schwemmsande

Diese finden sich im Süden bei Fischbach, aber vor allem südlich von Schwaig. Die
Sande sind locker, leicht bräunlich bis fast weiß, außerdem mittel- bis grobkörnig und
gerundet.
Im Gegensatz zu den Sanden aus Burgsandsteinverwitterung ist die
Korngrößenverteilung gleichmäßiger und ist in den Schwemmsanden weit weniger Grus
enthalten, also Anteile über 2 mm Durchmesser. Dafür zeigen sich manchmal
kantengerundete Gerölle, welche eindeutig auf Schwemmsande hinweisen und sich dann
auch deutlich von den (unten bei 2.2.2.3 beschriebenen) Flugsanden abgrenzen lassen.

2.2.2.3 Präboreale bis Boreale Flugsande und Dünen

Insbesondere im mittleren und nordöstlichen Teil des Arbeitsgebiets zeigen sich einige
Dünen, welche mit ihrer West-Ost Erstreckung die Hauptwindrichtung zu Zeiten ihrer
Aktivität wiedergeben.

8
Die Sande sind ockergelblich bis weiß, fein bis mittelkörnig und zeigen eine noch
gleichmäßigere Körnung und bessere Rundung als die Schwemmsande. Eine eindeutige
Abgrenzung von diesen war, nicht zuletzt wegen Vermischungserscheinungen im
Gelände, nicht immer möglich.
Von den Keupersanden lassen sich die Flugsande durch feineres Korn, bessere
Rundung, gleichmäßigere Korngrößenverteilung und das Fehlen von Geröllen gut
unterscheiden.
2.3.Relief

Die Oberflächengestalt, also die Neigungsverhältnisse, werden durch Stoffumlagerungen


(Solifluktion und Erosion) bestimmt. Darüber hinaus beeinflusst das Relief die
hydrologischen Verhältnisse mit.
Es beeinflusste Art und Mächtigkeit quartärer Decken und die Bodenentwicklung
selbst. In Zusammenwirkung mit wasserstauenden Letten führt es zu
Stauwasserbereichen und somit zur Ausbildung von Pseudogleyen. Es beeinflusst das
Mikroklima nicht unwesentlich und bedingt so auch indirekt die Ausprägung der lokalen
Vegetation.

Der Wechsel von Tonen und Sanden bildet im Gelände Schichtstufen aus, die aber durch
den Einfluss von Deckschichten in ihrer Ausprägung gemildert sind. Insbesondere im
Norden sorgen derartige Sedimente für ein ausgeglichenes, relativ flaches Relief.
Der „Froschstein“ bildet mit 383,7 Metern den höchsten Punkt, der niedrigste Punkt
mit 326,6 Metern liegt südlich des Schneiderbaches am NW-Rand des Arbeitsgebietes,
was einen Höhenunterschied von lediglich ca. 57 Metern auf 2,7 Kilometern Weite
ausmacht.
Auf der nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung erstellten Neigungsstufenkarte
(AD-HOC-AG BODEN 2005) ist die Neigungsstufe 1 vorherschend (d.h. sehr schwach
geneigt; Neigungswinkel eins bis kleiner als zwei Grad). Sehr selten und nur kleinräumig
fand sich die Neigungsstufe vier (d.h. sehr stark geneigt; Neigungswinkel 10 bis 15 Grad).
Nach Wittmann ist damit das Arbeitsgebiet als Flachland mit nur geringfügigen
Höhenunterschieden zu klassifizieren, die horizontale Komponente ist vorherrschend
(Wittmann 1991).

9
2.4 Stauwasser

Wie bereits oben angemerkt, bildet sich über flachen und muldenartigen Strukturen,
insbesondere nach Schneeschmelze und Frühjahrsniederschlägen, über Tonen und
Letten, welche meist von Sanden verschiedener geologischen Herkunft bedeckt sind,
Stauwasser. Dadurch entstehen Pseudovergleyungen, welche in unterschiedlicher
Ausprägung weite Flächen des Untersuchungsgebietes einnehmen.
2.5 Menschlicher Eingriff

Unter den Kiefermonokulturen versauerten die Böden, was zu einer Verschlechterung der
Humusformen führte. Insbesondere bei den Böden aus quartären Sanden führte dies zu
einer großflächigen Bildung von Podsolen bzw. podsolierten Braunerden und schwächte
die Produktionskraft der Sandböden (Roßner 1990).

Die Einführung der Stallhaltung im 17. Jahrhundert, sowie der vermehrte Anbau von
Kartoffeln, Tabak und Hopfen zu Lasten des Getreidebaus führte zu einem Mangel an
Einstreu. Zur Nutzung kamen dann sowohl Herbststreu (Laub und Nadeln) als auch
Sommerstreu (Pflanzenmaterial von Heidel- und Preiselbeere, Heide, Moose und
Rohhumus).

Die Entnahme von Biomasse blieb nicht ohne Folgen:

– Humusmangel
– Steigerung der Erosionsgefahr durch verringerte Wasserhaltefähigkeit
– sommerliche und winterliche Temperaturextreme können weniger gut kompensiert
werden

Dem Lorenzer Reichswald wurden im Jahre 1830 43.190 Ster Streu entnommen, 1968
immerhin noch 5.498 Ster (Brunner 2005). Die moderne Forstwirtschaft versucht die
Schädigungen und Kalkauflösungen vergangener Zeit durch Düngung und Kalkung zu
kompensieren, was wiederum einen menschlichen Eingriff darstellt (Brunner 2005).

10
2.6 Vegetation

Die Vegetation beeinflusst die Bodenbildung, Während die vorhandenen Böden


bestimmte Pflanzengesellschaften fördern und andere wiederum am Gedeihen hindern.
Bei gegebenen Boden- und Klimaverhältnissen bildet sich, unter Fernbleiben
menschlichen Eingriffs, eine natürliche Vegetation heraus. Die meist unter wirtschaftlichen
Aspekten erfolgten menschliche Eingriffe, führten zu einer Störung eines solchen
Gleichgewichtes.
Im Reichswald bilden die ausgedehnten Kiefernmonokulturen dafür ein gutes
Beispiel. Diese führten, wie oben bereits erwähnt, zu vermehrter Versauerung, und damit
zu Podsolierung und Schädigung der Böden (Brunner 2005). Außerdem beeinflusst die
Vegetation das Mikroklima und damit indirekt die Bodenbildung.

3. Geländeaufnahme und ergänzende Laboruntersuchungen

Die Geländeaufnahme erfolgte im Herbst 2006 unter Einhaltung der Richtlinien der
Bodenkundlichen Kartieranleitung von 2005 (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005).
Der Kartiermaßstab von 1:10.000 erforderte die Bildung von
Komplexbodeneinheiten, weil sonst der oftmals kleinräumige Wechsel der Böden nicht zu
erfassen gewesen wäre.

Bei jedem Einschlag wurden u.a. folgende Parameter erfasst.


- Bodenart
- Bodentyp
-.Ausgangsgestein
– Morphologie
usw.
Die Aufnahme erfolgte unter Berücksichtigung der stratigraphischen Stellung der
Ausgangsgesteine und unter Vorbildnahme der Aufnahmen von Roßner (Roßner 1990,
Roßner 1993).

11
3.1 Geländeaufnahme

Vor der eigentlichen Geländeaufnahme wurde eine sog. Konzeptbodenkarte erstellt; dafür
wurden folgende Geländeinformationen verknüpft:
-Geologie
-Neigungsstufenkarte
-Gewässer

Bei der eigentlichen Geländeaufnahme wurden zunächst Querprofile zu den erwarteten


Grenzen abgearbeitet. Auf diese Art wurden dann im Abstand von 50 bis 100 Metern über
400 Einschläge, auf das gesamte Gebiet verteilt, protokolliert. Insbesondere die
geologischen Grenzen erwiesen sich als hilfreich, aber auch die morphologischen
Gegebenheiten halfen sehr die zu erwartenden Bodenänderungen zu erkennen.
Ergänzend zur Konzeptbodenkarte wurde auch auf Zeigerpflanzen geachtet.
Dabei wurden insbesondere Pfeiffengras und Binsen als Zeiger für Stauwasser,
Adlerfarn, Beesenheide Preisel- und Heidelbeere als Zeiger für Versauerung und damit
Podsolierung berücksichtigt. Jedoch erwiesen sich auch Brennessel, Brombeere und
Fichte als zuverlässige Zeiger, indem sie auf stickstoffreiche Bodenverhältnisse
(Lehmböden) schließen ließen.

3.1.1 Pürckhauer-Einschläge im Gelände

Die Ansprache der Böden erfolgte mittels eines Pürkhauer Bohrstocks von einem Meter
Länge; um die größtenteils filzige Humusauflage erfassen zu können, wurde bei jedem
protokollierten Einschlag außerdem mittels Klappspaten eine ausreichend tiefe Kuhle
gegraben.
Die Bodenfarbe wurde nach eigenem Urteilen, also mehr oder minder subjektiv,
bestimmt. Dafür wurden Bezeichnungen wie rotbraun, gelblich braun oder auch
vergleichende Begriffe wie rostfarben verwendet. Auch die Durchwurzelungstiefe, also die
Untergrenze des Hauptwurzelraumes wurde lediglich abgeschätzt, es wurden also keine
Feinwurzeln ausgezählt.
Mit den Erkenntnissen aus diesen Geländeaufnahmen wurde im Spätherbst unter
Festlegung von acht Komplexbodeneinheiten die endgültige Bodenkarte erstellt.

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3.1.2 Profilgruben und deren Auswahl

Nach den Gegebenheiten der Bodenkarte wurden fünf Leitprofile ausgewählt und
Profilgruben nach den Richtlinien von Schlichting angelegt (Schlichting 1995). Bei der
Auswahl ihrer Standorte wurde auf ein möglichst breites Spektrum verschiedener
Bodenformen geachtet, weniger jedoch auf die flächenmäßige Vorherrschaft der Böden.
So wurde z.B. innerhalb der flächenmäßig unterrepräsentierten Komplexbodeneinheit
„Pseudogleypelosole und Pelosolpseudogleye“ eine Profilgrube angelegt, bei den
„Podsolen und podsolierten Braunerden über Flugsanden“ dagegen nicht, weil diese
ihrem Äquivalent über Schwemmsanden doch sehr gleichen.
Ebenso wurde mit den, flächenmäßig stark vertretenen „Pseudogleyen über Letten“
verfahren, diese finden in ihrer, ebenfalls stark vertretenen, Schwester-
komplexbodeneinheit über Solifluktionsschutt ausreichend Beachtung.
Von der Profilgrube wurden je Horizont drei Stechzylinder Proben und etwa ein
Kilogramm gestörte Bodenprobe entnommen. Anschließend wurde eine passende
Profilwand abgelichtet und zur Minimierung des Flurschadens die Grube wieder verfüllt.

3.2 Bodenphysikalische sowie bodenchemische Kennwerte und deren Bestimmung


im Labor
3.2.1 Auswerung der Stechzylinderproben

Die ungestörten Proben wurden im Labor über Nacht bei 105°C getrocknet, anschließend
gewogen und so das Trockenraumgewicht bestimmt.
Unter Einbeziehung der Ergebnisse (s.u.) von Humus und Tonanteil wurden
außerdem bestimmt:
- effektive Lagerungsdichte
- Gesamtporenvolumen

Je nach Bodenart sind folgende Ergebnisse zu erwarten :

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Tockenraumgewicht effektive Lagerungsdichte Gesamtporenvolumen
3 3
(g/cm ) (g/cm ) (%)

Sandböden 1,67 – 1,19 1,75-1,2 (gering bis mittel) 37 – 55


Lehmböden 1,96 – 1,19 >1,95 – 1,4 (mittel, hoch, sehr hoch) 26 - 55
Schluffböden 1,53 – 1,19 1,75 – 1,4 (mittel) 42 – 55
Tonböden 1,32 – 0,92 > 1,95– 1,75 (mittel bis hoch) 50 – 65
organ. Böden 0,48 – 0,12 < 1,2 (sehr gering) 60 – 90

Tabelle 1 aus Roßner (1993)

3.2.2 Untersuchungen an gestörten Bodenproben

Die im Gelände gewonnenen Bodenproben wurden bei 40°C getrocknet, gewogen,


anschließend das Bodenskelett abgesiebt und die Proben abermals gewogen.
Alle weiteren Analysen erfolgten mittels dieser skelettfreien Feinerde. Auch bei der
Korngrößenanalyse blieb das Skelett außen vor und wurde getrennt vermerkt.

3.2.2.1 Korngrößenverhältnisse

Zur Bestimmung der Bodenart wurden (die humusreichen) Proben zuerst mittels H2O2 von
organischen Anteilen befreit. Anschließend wurden alle Proben dispergiert, nass gesiebt
und mittels Kühnapparat pipettiert. Unter Befolgung der Richtlinien der Bodenkundlichen
Kartieranleitung wurden dann die Bodenarten festgelegt.
Diese sind ausschlaggebend für den Luft- und Wasserhaushalt der einzelnen
Horizonte. Deren Verknüpfung mit der Lagerungsdichte und dem Humusgehalt zu den
Porengrößenverhältnissen wird unten abgehandelt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005).

14
3.2.2.2 Der pH-Wert, dessen Bestimmung und Bewertung

Die pH-Werte wurden elektrochemisch, sowohl als pH (H2O) als auch als pH (CaCl2),
bestimmt.
Die Bodenazidität ist ein wichtiges Kriterium für die Reaktivität eines Bodens. Sie
beeinflusst die chemischen, physikalischen und biologischen Bodeneigenschaften.
Da durch den Zusatz von CaCl2 die sauer wirkenden und an den Austauschern
+ +++ +++
gebundenen Ionen H , Fe und Al ausgetauscht werden und in Lösung gehen, geben
diese Werte Auskunft über die Säurebelastung der Böden, nicht jedoch über die aktuellen
pH-Werte (Roßner, 1993).

Einstufung der Böden nach CaCl2 -Werten:

Reaktionsbezeichnung pH

neutral 7,0
schwach sauer 6,9 – 6,0
mäßig sauer 5,9 – 5,0
stark sauer 4,9 – 4,0
sehr stark sauer 3,9 – 3,0
extrem sauer < 3,0

Tabelle 2 aus (Roßner 93)

Unter unseren mitteleuropäischen Verhältnissen versauern alle Böden während der


Pedogenese. Verantwortlich dafür sind sowohl natürliche Prozesse wie Wurzelatmung, als
auch menschlich bedingte Faktoren wie saurer Regen und Düngung. Böden können diese
Säurebelastung eine gewisse Zeit durch ihre Pufferfunktion ausgleichen, darüber hinaus
erfolgt eine pH-Absenkung und somit Versauerung.
Die pH(H2O)–Werte erlauben eine Bestimmung der Bodenpufferbereiche und somit
die Erkennung des Risikos einer Säurebelastung (Roßner, 1993).

15
pH Nährstoffverhältnisse

++
Carbonat-Pufferbereich Ca und HCO3 Überschuss
8,3 > pH > 6,2

Silikat-Pufferbereich wenige Basen (ausgewogenes


6, 2 > pH > 5,0 Kationen/Anionen Verhältnis)

++ ++ +
Austauscher-Pufferbereich Auswaschung von Ca ,Mg , K
5,0 > pH > 4,2 ( Kationenüberschuss)

Aluminium-Pufferbereich starke bis gänzliche Kationen-


3+
pH > 3,0 > 4,2 auswaschung (Al -Überschuss führt
zu Toxizität)

Eisen-Pufferbereich extremer Nährstoffmangel und


pH < 3,0
+++ +++
Fe , Al Toxizität
Tabelle 3 aus AD-HOC-AG Bodenkunde (2005)

Anhand der den Böden zugeordneten Pufferbereichen kann das Risiko einer
Säurebelastung für Pflanzen abgeschätzt werden; dies gilt nicht für diesbezüglich
anspruchslose Arten.
– minimal: Wurzeln im Carbonat- oder Silikat-Pufferbereich
– gering: wenn Oberboden im Austauscher-Pufferbereich, was säureintolerante Arten
beeinträchtigt
– mittel: Oberboden liegt im Aluminium-Pufferbereich und Unterboden im Silikat- oder
Austauscher-Pufferbereich, was zu einer Verdrängung säureintolleranter Arten führt
– stark: gesamter Boden liegt im Aluminium-Pufferbereich, pH im Oh > 3, die führt wegen
+++
der hohen Al -Konzentration und dem Mangel an Basen zu einer Schädigung der
Wurzeln
– sehr stark: wenn zusätzlich der pH im Oh<3
Tabelle 4 aus Makki (1999)

16
3.2.2.3 Potentielle Kationen-Austauschkapazität und Basensättigung

Die potentielle Kationen Austauschkapazität (Akt) wurde nach DIN 19684, verkürzter
Arbeitsgang nach Mehlich, bestimmt. Aus der Austauscherlösung wurde mittels ICP AES
+ ++ +++ +++
der adsorbierte Anteil an Na , K+, Ca++, Mg (Basen) und Fe , Al ermittelt.
Aus der Bariumionen-Konzentration des zweiten Filtrats wurde schließlich die Akt
bestimmt, sie kann für Waldböden folgendermaßen bewertet werden:

Akt (cmolc/Kg Boden) Bewertung

>8 sehr gering


8 – 15 gering
15 – 25 mittel
25 – 40 hoch
> 40 sehr hoch

Tabelle 5 aus Roßner (1990)

Aus dem Verhältnis von basenbelegten Austauscherplätzen zu Gesamt-


Austauscherplätzen kann die Basensättigung errechnet werden, die daraus resultierende
Elastizität wird folgendermaßen eingestuft:

Basensättigung Elastizität

<8 sehr gering


8 – 15 gering
15 – 25 mittel
25 – 40 hoch
>40 sehr hoch

Tabelle 6 aus Roßner (1990)

17
3.2.2.4 Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt

Sowohl der Gehalt an Stickstoff, als auch der Kohlenstoffgehalt wurden mittels
Elementaranalysator bestimmt.
Dafür wurden die jeweiligen Proben mit einer Kugelmühle staubfein zermahlen und durch
wiederholte Zugabe von Salzsäure entkarbonatisiert. Erwähnt werden sollte, das bei
dieser Art von Stickstoffgehalt- Bestimmung nicht nur organisch gebundener Stickstoff,
sondern auch Stickstoff in Form von Nitraten und Ammonium mitbestimmt wird, was
insbesondere bei niedrigem Kohlenstoff- und hohen Stickstoffgehalten zu Verzerrungen
führen kann. Bei den im Folgenden abgehandelten Waldböden stellt dies jedoch kein
Problem dar (Roßner 1990).
Das C/N-Verhältnis ist das entscheidende Kriterium für die mikrobielle Aktivität des
Bodens. Mit der Humifizierung der Pflanzensubstanz geht eine Anreicherung an Stickstoff
einher, das C/N-Verhältnis in den Pflanzen beträgt noch 40:1, im Humus im Idealfalle
10:1. Ein großer Teil des Stickstoffs wird in organische Bindung übergeführt, in der er
nicht pflanzenverfügbar ist. Lignin ist ein gutes Beispiel dafür. Humus befindet sich im
Boden in einem Fließgleichgewicht: einerseits wird er ständig durch neue Streu ergänzt,
andererseits wird er endoxydiert. Der Gehalt des Bodens an Humus ist um so höher, je
günstiger die Bildungsbedingungen sind und je schlechter die Zersetzung ist. Nadelstreu
liefert einen nur schwer zersetzbaren Humus (Rohhumus). In mineralarmen Böden kommt
es zu Anreicherung von Braunhuminsäuren also zu saurem Humus. Sind dagegen
ausreichend Mineralstoffe vorhanden, bilden sich mit Basen gesättigte Humuskoloide,
welche den organischen Sorbtionskomplex darstellen und sorgen zusammen mit den
Tonkoloiden für ein dem Bodenleben förderliches Ionengleichgewicht. Die Bildung eines
milden Humus führt zu einem regen Bodenleben und zügiger Mineralisation der Streu und
dadurch zu einem niedrigen C/N-Verhältnis (Schlegel, 1992).
Ab C/N < 20 wird im ausreichendem Maße organisch gebundener Stickstoff
freigesetzt, und der Bedarf ist gedeckt (Scheffer Schachtschabel 2002).

18
Die Humusqualität wird nach folgender Tabelle bewertet:

C/N Humusqualität

>25 sehr gering


25 – 20 gering
20 – 15 mittel
15 – 10 hoch
<10 sehr hoch

Tabelle 7 aus Roßner (1993)

Bei der Geländeaufnahme wurde die Humusform makroskopisch anhand der


Mächtigkeiten und Abfolgen der einzelnen Humushorizonte festgelegt (Kartieranleitung).
Die so im Gelände bestimmte Humusform lässt sich durch folgende Tabelle, in welcher
C/N-Verhältnis und Humusform korrelieren, untermauern.

Humusform C/N

Rohhumus 38 – 26
rohhumusartiger Moder 31 - 25
feinhumusreicher Moder 26 - 22
feinhumusarmer Moder 24 – 20
mullartiger Moder 20 – 17
F – Mull 17 – 14
L – Mull 14 – 10

Tabelle 8 aus Roßner (1993)

Stickstoff stellt einen wichtigen Nährstoff im Boden dar, die Bewertung des Stickstoffs als
Pflanzennährstoff erfolgt jedoch im Abschnitt „Nährstoffhaushalt“ (3.3.3).

19
3.2.2.5 Humusgehalt

Der Humusgehalt der verschiedenen Horizonte wurde aus dem Anteil organischen
Kohlenstoffs durch Multiplikation mit 1,72 bzw. 2 bei den O-Horizont bestimmt. Um eine
Verzerrung der Werte durch C aus evtl. vorhandenen Carbonaten zu unterbinden, erfolgte
die bereits oben erwähnte Behandlung mit HCl.

Die Humusgehalte von Waldböden wurden nach der folgenden Tabelle bewertet.

Bezeichnung % organische Substanz

sehr schwach humos <1


humos 2–5
stark humos 5 – 10
sehr stark humos 10 – 15
anmorig 15 – 30
Torf > 30

Tabelle 9 aus Roßner (1993)

3.3 Aufgabenstellung und Auswertung

Die Aufgabenstellung lautet folgendermaßen: „Die Ergebnisse der Laboranalytik sind zu


interpretieren und zwar hinsichtlich des Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushaltes, sowie der
Pufferfähigkeit und Filterwirkung.“

20
3.3.1 Wasser- und Lufthaushalt

Die für die Interpretation des Wasser- und Lufthaushaltes benötigten


Porengrößenverhältnisse wurden aus den Werten für Lagerungsdichte, Bodenart und
Humusgehalt nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung abgeschätzt (AD-HOC-AG
Bodenkunde 2005).
Erwähnt werden sollte, dass für das Gesamtporenvolumen die mittels
Stechzylinderproben analytisch bestimmten Werte übernommen und lediglich die
Verhältnisse der Porengrößen untereinander abgeschätzt wurden.

Tabelle10: Zusammenhänge zwischen Saugspannung, Porengrößen und die daraus


resultierenden Wasserbindungsformen aus Roßner (1993)

Totwasser:

Totwasser ist der Anteil des Bodenwassers, welches mit Adsorptionskräften an die

21
Bodenpartikel gebunden ist. Die Saugspannung ist in den betreffenden Poren mit einem
pF-Wert von > 4,2 so groß, dass es für die üblichen Pflanzen nicht mehr verfügbar ist, der
permanente Welkepunkt gilt dann als überschritten.

Feldkapazität (FK):

FK ist die Wassermenge, welche der Boden gegen die Schwerkraft zurückhalten kann.
Die Wasserspannung in den Poren muss dafür > 1,8 sein.
Die Feldkapazität kann nach folgender Tabelle bewertet werden:

2
Feldkapazität FK (in Liter/m ) Bewertung

< 13 sehr gering


13 – 26 gering
26 – 39 mittel
39 – 52 hoch
> 52 sehr hoch

Tabelle 11 aus AD-HOC-AG Bodenkunde (2005)

Nutzbare Feldkapazität:

Die nutzbare Feldkapazität ist die den Pflanzen verfügbare Wassermenge im Boden,
wobei gilt: nutzbare Feldkapazität = Feldkapazität – Totwasseranteil.

Nutzbare Feldkapazität der effektiven Wurzelraumes:

Diese ist bei grundwasserfernen Böden das wesentliche Maß für das maximal
pflanzenverfügbare Wasser. Sie errechnet sich aus der effektiven Durchwurzelungstiefe
und der nutzbaren Feldkapazität (Roßner, 1993)

22
Die Wasservoräte werden nach folgender Tabelle bewertet:

nutzbare Feldkapazität des


effektiven Wurzelraumes (mm) Bewertung

< 50 sehr gering


50 – 90 gering
90 – 140 mittel
140 – 200 hoch
>200 sehr hoch
Tabelle 12 aus AD-HOC-AG Bodenkunde (2005)

Luftkapazität:

Die Luftkapazität kennzeichnet den Porenraum, der bei Feldkapazität noch mit Luft gefüllt
ist. Sie wird aus Gesamtporenvolumen – Feldkapazität in Vol.% berechnet. Aus ihr kann
die Durchlüftung, und damit auch die Durchwurzelbarkeit des Bodens abgeleitet werden
(Roßner, 1993).

Die Luftkapazität kann nach folgender Tabelle bewertet werden:

Luftkapazität (Vol.%) Bewertung

<3 sehr gering


3–7 gering
7 – 12 mittel
12 – 18 hoch
> 18 sehr hoch

Tabelle 13 aus AD-HOC-AG Bodenkunde (2005)

23
3.3.2 Pufferfähigkeit und Filterwirkung

Die Pufferfähigkeit eines Bodens ist vom pH- Wert abhängig, und wurde in Abschnitt
3.2.2. erwähnt, die von der Basensättigung abhängige Elastizität und damit Pufferfähigkeit
gegenüber sauren Einträgen wurde ebenfalls oben bereits abgehandelt.

Nach Hennings wurde das Filtervermögen für Schwermetalle abgeschätzt, darunter


versteht man die Fähigkeit des Bodens Schwermetallionen zu binden, so das sie weder
von Pflanzen, Tieren, oder Menschen in ihnen schädlichen Konzentrationen
aufgenommen werden können. Außerdem gilt es eine nennenswerte Wirkung auf
Bodenorganismen und eine Kontamination von Grund- und Oberflächenwasser zu
vermeiden.
Für die Abschätzung dienten die Bodenart, der Humusgehalt, und der pH- Wert als
Eingangsdaten,
Der Kennwert wurde schwermetallspezifisch, und bis 1m Tiefe ermittelt.
Für folgende Schwermetalle (Cd, NI, Pb, Hg, ) wurde das Filtervermögen abgeschätzt,
und ein ordinal skalierter Kennwert von 1 bis 5 ( z.B. 4 = hoch ) ermittelt.

(Hennings 1994)

Nicht unerheblich, für die Filterwirkung , ist der sog. kf- Wert ( in cm/d) , je undurchlässiger
ein Boden ist, desto länger sind die Sickerwässer in Kontakt mit der Bodensubstanz, was
potentielle Adsorptions- und Abbauvorgänge optimal wirken lässt. (Rossner 1993)

Die kf- Werte wurden als nach den Vorgaben von Schlichting abgeschätzt, als
Eingangsgrößen dienten dabei Bodenart und effektive Lagerungsdichte.
(Schlichting 1995)

24
kf- Wert Bezeichnung kf- Stufe
(cm/d)

<1 sehr gering kf1


– 10 gering kf2
– 40 mittel kf3
– 100 hoch kf4
– 300 sehr hoch kf5
> 300 äußerst hoch kf6

Tabelle 14 aus Schlichting (1995)

3.3.3 Nährstoffhaushalt

Mit den Ergebnissen der Laboruntersuchungen können nur im begrenzten Maße


Aussagen über die Nährstoffverhältnisse getroffen werden, Aufschluss über die
Nährstoffverhältnisse sind möglich mittels den Ergebnissen das Austauscher- Versuches,
und den Stickstoffgehalten.

3.3.3.1 Stickstoff N

N nimmt eine Sonderstellung unter den Mineralstoffen ein, weil nur in Ausnahmefällen aus
im Boden vorhanden Mineralen stammend, wird aber in mineralischer Form als Ionen von
den Pflanzen aufgenommen. Er wird als aus der Luft stammender N2 dem
Stickstoffhaushalt ständig neu zugeführt. Er ist in den Pflanzen Baustein wichtiger
Verbindungen wie, Eiweißen, Enzymen, Vitamine, und Chlorophyll.
Stickstoffmangel führt in den Pflanzen zu verringertem Wachstum, vorzeitiger Blüte
und spärlicher Fruchtbildung, die Eiweißgehalte in den Pflanzenteilen sinken.
(Finck 1969)

25
Der Stickstoffgehalt im Hauptwurzelraum wird folgendermaßen bewertet:

Gesamtgehalt N (Kg/ha) Bewertung

< 1000 sehr gering


1000 – 2500 gering
2500 – 5000 mittel
5000- 10000 erhöht
Tabelle 15 aus Schlichting (1995)

Der Gesamtgehalt an Stickstoff wurde bestimmt durch Multiplikation des


Gesamtvolumens der beteiligten Bodenhorizonte mit ihrer Lagerungsdichte und dem
Stickstoffgehalt in Prozent. Für die O - Horizonte wurde mit der durchschnittlichen Dichte
von 0,2 gerechnet.

Die verfügbaren, an den Austauschern gebundenen, Nährstoff-Kationen (Ca Mg und K)


wurden mittels des S-Wertes ((Akt xBs) / 100) berechnet. Dazu wurden die S- Werte der
einzelnen Horizonte zunächst mit der Lagerungsdichte multipliziert, und dadurch
Volumenbezug hergestellt. Um der geringeren Durchwurzelung Rechnung zu tragen,
wurde ab 3 dm Tiefe nur der halbe Wert genommen, anschließend wurden die Werte der
einzelnen Horizonte bis zur Untergrenze des Wurzelraumes mit ihrer Mächtigkeit
multipliziert (Schlichting 1995).

26
Die Nährstoffkonzentrationen werden nach folgender Tabelle bewertet :

2
cmolc/m Bewertung

0–1 sehr gering


1 – 10 gering
10 – 50 mittel
50 – 200 hoch
> 200 sehr hoch

Tabelle 16 aus Schlichting (1995)

Die Anteile der einzelnen Basen daran können der entsprechenden Tabelle entnommen
werden.
Im Folgenden Abschnitt wird die Bedeutung der einzelnen Kationen kurz erläutert.

+
3.3.3.2 Kalium K

+
K wird in den Böden aus Mineralen wie z.B. Orthoklas oder Glimmern durch Verwitterung
freigesetzt, und zum überwiegenden Teil an den Austauschern sorbiert. In Tonböden sind
sehr hohe Gehalte zu erwarten, im Humus dagegen kaum vorhanden. An den
Austauschern sollte der K- Anteil mindestens 2 % sein, bei leichten Böden ist mit 5% zu
rechnen.
+
In den Pflanzen hat K unter anderem die Funktion den Quellungszustand zu
erhöhen, außerdem dient es der Aktivierung vieler Enzyme. Ein Kaliummangel führt zu
erhöhter Transpiration und Atmung, eine geringere Dürre- und Frostresistenz sind die
Folge.

27
3.3.3.3 Calcium

++
Ca wird bei der Verwitterung von z.B. Anorthit, Augit, Hornblende, Apatit, Dolomit, und
Gips in den Böden freigesetzt. Ebenso wie Kalium auch ist es im Humus kaum
vorhanden. Mit Ausnahme in saueren Böden ist ein hoher Anteil Calcium-Ionen an der
Austauschkapazität zu erwarten. In stark saueren Böden besteht die Gefahr eines
Mangels an Calcium-Ionen
Neben der allgemeinen Ionenwirkung wirkt Ca++ in Pflanzen relativ entquellend,
aktiviert Enzyme und ist Baustein wichtiger Verbindungen. Ein Calciummangel führt zu
geringerem Wachstum und Bewurzelung, sog. Säureschäden.

++
3.3.3.4 Magnesium Mg

Dunkle, basische Minerale wie Olivin oder Biotit, aber auch Minerale wie Dolomit sorgen
durch ihre Verwitterung für die Versorgung der Böden mit Magnesium- Ionen. Diese sind
überwiegend an den Austauschern sorbiert und nehmen in den Böden 2 – 20 % der
Austauscherkapazität ein. Sehr hohe Werte sind bei Kalkböden zu erwarten, unbedeutend
dagegen in den Humushorizonten. Unter sauren Verhältnissen kommt es kaum zur
Ausfällung schwerlöslicher Mg- Verbindungen, was sich unvorteilhaft auswirkt.
In Pflanzen ist es an der Aktivierung von Enzymen beteiligt und ist Baustein
wichtiger Verbindungen wie Chlorophyll. Ein Mangel führt z.B. zu verringerter
Kohlehydratproduktion (Finck 1969).

28
4. Die Bodenformen im Arbeitsgebiet

4.1 Böden über Burgsandstein.

4.1.1 Bodeneinheit 1

Braunerde- Podsol, Podsol- Braunerde, bei Laub- und Mischwäldern auch reine
Braunerden, teilweise pseudovergleyd.

Die mehr oder minder durch Kiefermonokulturen und sauren Regen, versauerten Böden
finden sich an Hängen und überwiegend trockenen Ebenen.
Das Ausgangsmaterial bildet verwitterter Burgsandstein, und teilweise auch die dazu
gehörigen Letten, welche dann von verwitterten Sandstein geringer Mächtigkeit überdeckt
sind. Die Entwicklungstiefe ist meist mittel bis gering. Die Durchwurzelungstiefe liegt in der
Größenordnung von 50cm.
Die Horizontabfolge beginnt mit einer 2 bis knapp 10 cm dicken Auflage aus
Rohhumus bis rohhumusartiger Moder über den Braunerden. Die Farbe der
Humushorizonte reicht dabei vom hellbraun der (Nadel)-Streu (Ol) bis zu dunkel
schwarzbraun des maximal 1cm mächtigen Oh.
Die mineralischen Horizonte beginnen überwiegend mit einem grauschwarzen,
meist nur wenige cm mächtigen A(e)h. Darunter folgt der graue bis aschegraue A(h)e mit
einer Dicke von 7 bis 15cm. Nun folgen ein bis zwei von den Anreicherungshorizonten in
folgender Reihenfolge: Bvs/Bsv/Bsh/Bhs, deren Farbe von orange braun über rotbraun
bis zu dunkel rostbraun reicht. Die Untergrenze dieser Horizonte liegt überwiegend bei
50cm unter GOF. Danach folgt meist noch ein rotbrauner Bv, dessen Untergrenze
maximal 90cm unter GOF liegt. Nach unten wird das Solum, bei manchen Böden schon
40 cm unter GOF, durch den hellrotbraunen Cv begrenzt. Bei den reinen Braunerden
folgen unterhalb des Ah die verbraunten Horizonte Bv und Cv, beide sind überwiegend ca.
30 cm dick.
Den kleinräumig eingeschalteten, bzw. an den Pseudogley- Bodeneinheiten
angrenzenden pseudovergleyden Formen folgen unter den A- oder unter den B-
Horizonten noch ein überwiegend rotbrauner Sw und ein rotbraun- grau gesprenkelter Sd,

29
der Stauwassereinfluss beginnt meist in einer Tiefe von ungefähr 30cm unter GOF.
Während die oben liegenden, sandigen Horizonte zur Bildung von Einzelkorngefüge
neigen, bilden die sandigen bis lehmigsandigen Sw- Horizonte Koherentgefüge, und die
lehmigen bis tonigen Sd- Horizonte Subpolyedergefüge.
Herrschen auf den Böden mit eher podsoligen Charakter Kiefermonokulturen vor,
so wachsen auf den Braunerden und staunassen Gebieten auch Bäume wie Fichte,
Buche und Eiche.
Die physikalischen, chemischen und ökologischen Eigenschaften einer Braunerde
innerhalb dieser Bodeneinheit können den Untersuchungen an Leitprofil zwei entnommen
werden.

30
Leitprofil 2
Braunerde aus oberen Buntsandstein
Bild Lp 1

Lage: 1550m ENE von „Rote Marter“, am Rande der A9

Vegetation: Mischwald

Entwicklungstiefe: mittel

Humusform: rohhumusartiger Moder

Durchwurzelungstiefe: ca. 0,5 m

31
Profilbeschreibung:

Horizont Tiefe Farbe, Gefüge

Ol +3,5cm Buchenstreu
Oh +0,5cm schwarzbraunes Feinhumusband
Ah -7cm braunschwarz, Einzelkorngefüge
Bv -27cm gelbbraun, Einzelkorngefüge
Cv -65cm hellrotbraun, Einzelkorngefüge

Tabelle 2.1 die pH- Werte, und die zugehörigen Pufferbereiche nach Bodenkundlicher
Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont pH(H2O) pH(CaCl2) Pufferbereich

O 4,2 3,0 Aluminium-Pufferbereich


Ah 4,1 2,9 Aluminium-Pufferbereich
Bv 4,0 3,2 Aluminium-Pufferbereich
Cv 4,5 3,7 Austauscher-Pufferbereich

Die pH(H2O) Werte dieser Braunerde liegt bis einschließlich des Bv- Horizonts im
Aluminium- Pufferbereich, lediglich der Cv liegt in Austauscher- Pufferbereich. Die
Bodenreaktion konnte mittels pH(CaCl2) Wert als sehr stark sauer eingestuft werden, (vgl.
Tabelle 2 und 3)
Das Risiko gegenüber Säureschäden ist nach Tabelle 4 als mittel zu bewerten.

32
Tabelle 2.2 Kohlenstoff-, Humus-, und Stickstoffgehalte in Gew%, ergänzend die
Humusstufe nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Corg Humusgehalt Humusstufe N C/N

O 20,9 41,8 H7 0,68 30,8


Ah 1,1 1,9 H2 0,05 22,0
Bv 0,3 0,5 H1 - -
Cv - - H0 - -

Dem geringen C/N- Verhältnis nach handelt es sich bei der Humusauflage um
rohhumusarigen Moder, die Humusqualität ist nur sehr gering . Der Ah ist lediglich
schwach humos, (vgl Tabelle 7 und 8).

Tabelle 2.3 Adsorptionseigenschaften und Ionenbelag, Bewertung nach Bodenkundlicher


Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Akt Basensättigung Anteil der Ionen an Akt (in %)


+ + ++ ++ +++ +++ +
(cmolc/Kg) (in%) K Na Ca Mg Al Fe H
Elastizität
Ah 9,5 (gering) 7,6 (gering) 1,42 1,4 3,88 0,86 7,1 4,84 80
Bv 6,9 (s. Gering) 4,3 (s. Gering) 0,98 0,69 2,2 0,41 11,5 6,95 77
Cv 4,3 (s. Gering) 7,2 (gering) 2,91 1,16 2,64 0,46 25,8 1,78 65

Die Tabelle 2.3 zeigt die Verhältnisse an den Austauschern. Die Austauschkapazität im
Ah kann, was den Ah betrifft,als gering bewertet werden. Sie nimmt innerhalb des Bodens
nach unten stetig ab und ist bereits im Bv nur noch sehr gering.
Die Elastizität gegenüber Säureeinträgen ist meist gering, im Bv sogar nur sehr
gering (vgl. Tabelle 5 und 6).

33
Tabelle 2.4 Nährstoffe im Wurzelraum, und deren Bewertung:
nach Schlichting (Schlichting 1995)

Element(e) Menge und Einheit Bewertung

N 1,3 t/ha gering

+ + ++ ++ 2
K + Na + Ca + Mg 2,5 cmol/m gering

Wie der Tabelle 2.4 zu entnehmen ist, ist der Vorrat an den an den Austauschern
2 ++
gebundenen Basen mit lediglich 2,5 cmol/m nur gering. vorallem Mg ist mit mit einem
Anteil von nur 0,5% an den, ohnehin zu wenigen Austauscherplätzen, in zu geringen
Mengen vorhanden. (Finck 1969)
Auch die Stickstoffvoräte sind bedingt durch das hohe C/N- Verhältniß, und den
niedrigen Humusanteil nur gering.

Tabelle 2.5 Korngrößenverhältnisse des Feinbodens (Gew%), Bodenart und


Bodenskelett (Gew%)

I Schluff I I Sand I
Horizont Ton Fein- Mittel- Grob- Fein- Mittel- Grob- Bodenart Skelett

Ah 12 1,6 5,2 4,8 30 36 10,2 Sl3 2,6


Bv 11 1,5 6,5 7,0 21 39 14,0 Sl3 3,2
Cv 12 4,8 7,4 6,5 20 40 9,3 Sl3 5,9

34
Kornverteilungssummenkurve 2
100

90

80

70

60 Ah
Bv
50 Cv

40

30

20

10

0
2µ 6,3µ 20µ 63µ 200µ 630µ 2000µ

Diagramm 2.1
Wie dem Diagramm 2.1 zu entnehmen ist, liegt das Korngrößenmaximum aller Horizonte
im Mittel- und Feinsandbereich, die Summenkurven schneiden die 50% Marke zwischen
Mittel- und Feinsand.

Tabelle 2.6 Kennwerte der Wasserbindung, nach Bodenkundlicher Kartieranleitung


abgeschätzt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Luftkapazität nutzbare Feldkapazität Feldkapazität Totwasser nutzbare


Feldk.
(Vol%) (mm/dm) (mm/dm) (mm/dm) des effektiven
Wurzelraumes
(mm)
Ah 16,6 19,7 31,2 11,5
Bv 11,0 18,7 27,5 8,8 90
Cv 9,9 16,9 24,8 7,9

35
Trockenraumgewicht und Lagerungsdichte im Leitprofil 2

Ah

Trockenraumgewicht
Lagerungsdichte
Bv

Cv

0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4 1,6 1,8 2

Diagramm 2.2

Das Gesamtporenvolumen ( Luftkapazität + Feldkapazität) sinkt von 48% im Ah auf 35%


im Cv, das Trockenraumgewicht steigt dem entsprechend von 1,37 (gering) auf 1,73
(hoch). Ebenso die kf- Werte, sie sinken von Stufe 4 (hoch durchlässig) im Ah auf 3 im Bv
und Cv (mittel durchlässig) (vgl. Tabelle 1 und 14).
Die Luftkapazität sinkt von hoch im Ah auf mittel im Bv und Cv , demnach ist im
durchwurzelten Bereich eine sehr gute Versorgung der Wurzeln mit Luft gegeben (vgl.
Tabelle 2.6 und 13)
Die Feldkapazität ist im durchwurzelten Bereich noch als mittel einzustufen,
unterhalb dessen nur noch als als gering (vgl. Tabelle 2.6 und 11).
Die Nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes liegt mit 90mm gerade
noch in dem als gering einzustufenden Bereich, mit Tendenz zu einer Einstufung als
mittel. Bei diesem Boden ist also wenigstens bei länger andauernden Trockenphasen mit
Vertrocknungsschäden an der Vegetation zu rechnen.

36
kf- Stufen im Leitprofil 2 Bindungsstärke für Schwermetalle im Leitprofil 2
4

3,5 2

1,75
3
1,5
2,5
1,25

2 1

0,75
1,5
0,5
1
0,25

0,5 0
Cd
Ni
0 Pb/Hg
Ah Bv Cv

Diagramm 2.3 Diagramm 2.4 (von 1 bis 5 ordinal skaliert)

Dem Diagramm 2.4 kann entnommen werden, das das Puffervermögen gegenüber
Schwermetallen bei diesem Boden überwiegend nur sehr gering ist . Lediglich gegenüber
Pb und Hg ist das Puffervermögen höher, aber immer noch gering.
Ursächlich für ein derart schlechtes Puffervermögen ist wohl die sehr starke
Versauerung dieses Bodens. Bei der Abschätzung des Puffervermögens war eine häufige
Unterschreitung der Grenz- Ph Werte festzustellen.

Zusammenfassung:

Der Boden des Leitprofils 2 ist sehr stark versauert, was nach makroskopischen
Gesichtspunkten nicht zu erwarten war, eine Podsolierung war auch in Ansätzen nicht zu
erkennen. Die Kationenaustauschkapazitäten und das Puffervermögen sind überwiegend
nur sehr gering, das Angebot an Stickstoff und an den Austauschern gebundenen
Nährstoffe ist klein. Auch der Wasserhaushalt ist eher als ungünstig zu zu beurteilen,
lediglich die Versorgung mit Bodenluft kann als positiv bewertet werden.
Unter Beachtung all dieser Faktoren muss von einem problematischen Boden
ausgegangen werden.

37
4.1.2 Bodeneinheit 2

Podsole, teilweise Pseudovergleyd auf Buntsandsteinverwitterung.

Böden dieser Einheit sind den vorher genannten nicht unähnlich, zeigen aber insgesamt
noch deutlichere Versauerungseirscheinungen. Die überwiegend stark gebleichten A-
Horizonte sind allermeist mächtiger als 15cm. Wie bei Einheit 1 auch besteht das
Ausgangsmaterial, von Flugsand Einwehungen abgesehen, aus verwitterten
Burgsandstein. Bei den pseudovergleyden Formen sind die Sande oberflächennah von
Letten unterlagert. Die Böden sind mittel- tiefgründig entwickelt und maximal etwa 60 cm
tief durchwurzelt.
Die Horizontabfolge beginnt mit einer 3 bis 8 cm mächtigen Rohhumusauflage,
wobei bei den Dünneren von Streunutzung vergangener Tage auszugehen ist.
Der Mineralboden beginnt mit einem wenige cm dicken und schwarzgrauen Aeh-
Horizont, gefolgt von einem (asche)grauen A(h)e, zusammen sind die beiden Horizonte
15 bis 30 cm mächtig. Unter den genannten A- Horizonten schließen sich, scharf
abgegrenzt, ein bis zwei der Anreicherungshorizonte in folgender Reihenfolge: Bs, Bhs,
Bsh an. Ihre Farbe reicht dabei von hellorangebraun, hellrostfarben über rostfarben zu
dunkelrostfarben, ihre Untergrenze von 35 bis 80cm unter GOF.Nach unten folgt dann
meist noch ein rötlich hellbrauner Cv, dessen Untergrenze 60- 90 cm unter GOF liegt.
Bei den Stauwasserböden innerhalb dieser Einheit folgen nach den A- oder B-
Horizonten noch ein lehmig- sandiger, rotbrauner Sw, und ein lehmig bis toniger, rotbraun-
grüngrau gefleckter Sd. Dieser hat subpolyedrisches Gefüge, während Sw Kohärent,- und
die übrigen mineralischen Horizonte Einzelkorngefüge besitzen.
Kiefermonokulturen, Heide, Moose und Adlerfarn sind auf diesen Böden weit
verbreitet, insbesondere auf den Staunassen Gebieten findet sich auch Fichte und
Laubhölzer wie Eiche, Buche und Birke.
Leitprofil1 liegt innerhalb dieser Komplexbodeneinheit, die physikalischen,
chemischen und ökologischen Eigenschaften eines Humus- Podsols können den
Untersuchungen an diesem Podsol entnommen werden.

38
Leitprofil 1
Podsol auf mittleren Burgsandstein
Bild Lp 1

Lage: 550 m nordöstlich von Fischbach, 900m SW von „Rote Marter“

Vegetation: Kiefermonokultur

Humusform: Rohhumus

Entwicklungstiefe: mittel
Durchwurzelungstiefe: ca. 0,6 m

39
Profilbeschreibung:

Horizont Tiefe Farbe, Gefüge

Ol +9cm Kiefernadeln
Of +8cm angewitterte Kiefernadeln
Oh +1cm Feinhumusband
Aeh -3cm grauschwarz, Einzelkorngefüge
Ahe -21cm grau, Einzelkorngefüge
Bhs -56cm orange braun, Einzelkorngefüge
Cv >56cm hellrotbraun, Einzelkorngefüge

Tabelle 1.1 die pH- Werte, und die zugehörigen Pufferbereiche nach Bodenkundlicher
Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont pH(H2O) pH(CaCl2) Pufferbereich

O 4,0 3,0 Aluminium- Pufferbereich


Aeh 3,9 2,9 Aluminium- Pufferbereich
Ahe 3,8 3,0 Aluminium- Pufferbereich
Bhs 4,2 4,1 Austauscher- Pufferbereich
Cv 4,4 4,0 Austauscher- Pufferbereich

Die aus der Tabelle 1.1 zu entnehmenden pH(H2O)-Werte zeigen durch ihre geringen
Werte eine starke Versauerung, insbesondere des Oberbodens, an. Die Horizonte
liegen, bis einschließlich des Ahe, im Aluminium- Pufferbereich. In der dadurch
hervorgerufenen Mobilisierung ist die Ursache für die Auswaschung dieser Horizonte zu
sehen. Der darunter liegende Bhs- Horizont befindet sich dagegen im Austauscher-
Pufferbereich, was zu einer Wiederausfällung des von oben nach unten verlagerten Eisen
und Huminstoffe, und damit auch zu Bildung dieses Anreicherungshorizontes führt (vgl.
Tabelle 3).

40
Betrachtet man die pH(CaCl2) Werte, so kann der Oberboden als sehr stark sauer
und die unteren Horizonte als stark sauer eingestuft werden (vgl. Tabelle 2).
Das Risiko einer Säurebelastung für Pflanzen ist nach Tabelle 4 als mittel einzustufen.

Tabelle 1.2 Kohlenstoff-, Humus-, und Stickstoffgehalte in Gew%, ergänzend die


Humusstufe nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Corg Humusgehalt Humusstufe N C/N

O 49,3 98,6 H7 1,23 40


Aeh 16,8 28,9 H6 0,45 37
Ahe 2,1 3,6 H3 0,06 -
Bhs 0,5 0,8 H1 - -
Cv <0,1 <0,16 H1 - -

Die Humusauflage wurde sowohl im Gelände, als auch im Labor durch das C/N-
Verhältnis eindeutig als Rohhumus klassifiziert. Das C/N- Verhältnis, welches aus .
Tabelle 1.2 entnommen werden kann, lässt auf eine sehr geringe Humusqualität
schließen ( vgl. Tabelle 7).

Tabelle 1.3 Adsorptionseigenschaften und Ionenbelag, Bewertung nach Bodenkundlicher


Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Akt Basensättigung Anteil der Ionen an Akt (in %)


+ + ++ ++ +++ +++ +
(cmolc/Kg) (in%) K Na Ca Mg Al Fe H
Elastizität
Aeh 21,5 (mittel) 6,9 (gering) 0,91 0,35 4,8 0,9 2,26 0,8 90
Ahe 13,8 (gering) 2,5 (s. gering) 0,57 0,41 1,0 0,5 15,2 3,64 79
Bhs 9,2(s. Gering) 4,8 (s. gering) 0,26 0,27 4,1 0,2 9,9 0,5 84
Cv 3,6 (s. Gering) 3,9 (s. gering) 0,87 0,69 2,0 0,3 15,9 1,2 79

41
Wie aus der Tabelle 1.3 zu entnehmen ist, ist die Basensättigung überwiegend als sehr
gering einzustufen, lediglich der dünne Aeh hat eine höhere, aber immer noch geringe
Basensättigung.
Auch die Austauscherkapazität ist nur im Ahe gering und darunter sehr gering, da die
wenigen vorhandenen Austauscherplätze überwiegend mit sauer wirkenden Kationen
belegt sind, ist die Elastizität dieser Böden gegen Säurebelastung als sehr gering zu
bewerten (vgl. Tabelle 5 und 6).

Tabelle 1.4 Nährstoffe im Wurzelraum, und deren Bewertung:


nach Schlichting (Schlichting 1995)

Nährstoff(e) Menge und Einheit Bewertung

N 3,9 t/ha mittel

+ + ++ ++ 2
K + Na + Ca + Mg 2,2 cmol/m gering

Der Tabelle 1.4 Tabelle kann der Vorrat der wichtigsten Nährstoffe entnommen werden.
Die Versorgung mit Stickstoff ist trotz des hohen C/N- Verhältnisses immerhin noch als
mittel zu bewerten, was wohl an dem insgesamt hohen Humusgehalt, insbesondere in
den oberen Horizonten, liegt.
2
Das Angebot an Basen dagegen ist mit 2,2 cmol/m nur gering, insbesondere an
Kalium und Magnesium besteht ein eindeutiger Mangel.
(Finck 1969)

42
Tabelle 1.5 Korngrössenverhältnisse des Feinbodens (Gew%), Bodenart und
Bodenskelett (Gew%)

I Schluff I I Sand I
Horizont Ton Fein- Mittel- Grob- Fein- Mittel- Grob- Bodenart Skelett

Aeh 10,3 2,2 5,3 3,8 6,1 30,6 41,7 St2 <1
Ahe 5,1 5,4 4,9 2,5 33 32,0 18,0 Sl2 1,8
Bhs 7,5 4,1 6,5 9,1 10,6 44,0 18,1 Sl2 2,0
Cv 7,6 5,5 8,4 2,2 8,6 36,4 31,4 Sl2 7,0
Diagramm 1.1

Kornverteilungssummenkurve 1
100

90

80

70
Aeh
60
Ahe
50 Bhs
Cv
40

30

20

10

0
2µm 6,3µm 20µm 63µm 200µm 630µm 2000µm

Wie man dem Diagramm 1.1 entnehmen kann, liegt das Maximum im Mittelsand und
Grobsand, lediglich Ahe zeigt mehr feinsandige Verhältnisse. Die Kornsummenkurven
aller Horizonte erreichen die 50% im Mittelsand.

Tabelle 1.6 Kennwerte der Wasserbindung, nach Bodenkundlicher Kartieranleitung


abgeschätzt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005).

43
Horizont Luftkapazität nutzbare Feldkapazität Feldkapazität Totwasser nutzbare
Feldk.
(Vol%) (mm/dm) (mm/dm) (mm/dm) des effektiven
Wurzelraumes
(mm)
Aeh 21,4 21,4 35,2 13,8
Ahe 22,5 21,6 31,9 10,3 120
Bhs 19,1 19,1 26,5 7,4
Cv 20,1 20,1 27,9 7,8

Trockenraumgewicht und Lagerungsdichte im Leitprofil 1

Aeh

Ahe
Trockenraumgewicht
Lagerungsdichte

Bhs

Cv

0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5

Diagramm 1.2

Das Gesamtporenvolumen (Feldkapazität + Luftkapazität), siehe Tabelle 1.6, nimmt nach


unten hin bis Cv ab, und somit das Trockenraumgewicht bis einschließlich Bh zu.
Lediglich im Cv erholt sich das Porenvolumen geringfügig, was das Trockenraumgewicht
minimal senkt. Die Verdichtung im Bh ist wohl auf die Anreicherungsvorgänge (Ortserde)
zurückzuführen. Wie man den kf- Werten (Diagramm 1.3) entnehmen kann sinkt die
Durchlässigekeit ab Bh von sehr hoch auf hoch, was die Tendenz zur Verdichtung
verdeutlicht( vgl. Tabelle14).

44
Die Luftkapazitäten (vgl. Tabelle 1.6) sind mit Werten von > 18 Vol% sehr hoch.
Die Feldkapazitäten dagegen sind nur als mittel zu bewerten. Ebenso zu bewerten ist die
nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes, sie liegt bei 120 Liter/m. was bei
längeren Trockenperioden zu Wassermangel führt (vgl. Tabelle 11 bis 13).

kf- Stufen im Leitprofil 1 Bindungsstärke für Schwermetalle im Leitprofil 1

Aeh 4

3,5

3
Ahe 2,5

1,5
Bhs
1
0,5
0
Cv Cd
Ni
Pb/Hg

0 1 2 3 4 5

Diagramm 1.3 Diagramm 1.4 (von 1 bis 5 ordinal skaliert)

Diagramm 1.4 zeigt das Puffervermögen dieses Bodens gegenüber einigen


ausgewählten Schwermetallen. Wie die niedrige Austauschkapazität bereits vermuten
lässt ist das Puffervermögen überwiegend nur gering bis sehr gering. Lediglich gegenüber
Pb und Hg ist das Puffervermögen als hoch einzustufen, was zu Zeiten verbleiten Benzins
eine wohl nicht unbedeutende Fähigkeit war.
Ursächlich für das geringe Puffervermögen sind überwiegend die geringen pH-
Werte in den Horizonten, was an den meist unterschrittene Grenz- Ph Werten bei der
Abschätzung zu erkennen war.
Die sehr hohen bis hohen Durchlässigkeitswerte (vgl. Diagramm 1.3 und Tabelle
14) führen zu einer relativ schnellen Versickerung und somit verbleiben die belasteten
Wässer nur kurz im Boden, was die eh schon bescheidenen Filterwirkungen tendenziell
nochmals verschlechtert.

45
Zusammenfassung:

Der hier untersuchte Boden ist stark versauert, nährstoffarm, und hat nur eine niedrige
Austauschkapazität und daraus resultierend ein überwiegend geringes Puffervermögen.
Die Durchlässigkeiten sind ebenso wie das Angebot an Bodenluft hoch, der Wasservorrat
dagegen ist nur mittel. Im Vergleich zu den anderen untersuchten Sandböden ist dieser
am besten zu bewerten.
Insgesamt kann von schlechten bis mittleren Bedingungen (für Pflanzen)
gesprochen werden.

4.1.3 Bodeneinheit 3

Pelosol- Pseudogley, Pseudogley- Pelosol, seltener Pelosol, über Letten.

Die Böden dieser Einheit liegen meist auf flachem, bis schwach geneigtem Gelände und
sind überwiegend Stauwasserbeeinflusst.
Kennzeichnend für diese Böden ist ihre nur geringmächtige bis (fast) gar nicht
vorhandene (Flug-) Sandauflage, die nach unten bald, über lehmige bis schluffige
Horizonte, in Tone übergeht. Ihre Entwicklungstiefe ist mittel bis gering, die
Durchwurzelungstiefe ist mit etwa 30 cm nur als gering zu bezeichnen.
Die Horizontabfolge beginnt mit einer 3 bis 6 cm mächtigen Auflage aus
Rohhumusartigen Moder bis Rohhumus.
Darunter folgt ein bis 15 cm mächtiger A(e)h- Horizont, dessen Farben von
schwarz bis grau reichen. Sie bestehen aus mehr oder weniger schluffigen bzw. lehmigen
Sand. Danach schließen sich, mit nach unten zunehmenden Tongehalt, ein oder zwei der
folgenden Horizonte an: Sw, PSw, SwP oder P. Diese sind meist 20- 40 cm mächtig,
rotbraun bis grau, und sind aus schluffig – lehmigen bis tonigen Material. Ab einer Tiefe
von 30 cm unter GOF wird das Solum von einem grau- rostbraun gesprenkelten Psd, bzw.
braunem C(v) abgeschlossen, diese bestehen aus relativ reinen Tonen, und haben
Polyedergefüge.
Auf diesen wechselfeuchten, bis wechseltrockenen, meist stickstoffreichen Böden
wachsen neben Stickstoffzeigern wie Brennessel und Brombeere auch

46
Stauwasseranzeigendes Pfeifengras auch diverse Laub- und Nadelhölzer wie Kiefer,
Fichte, Eiche, Buche, Birke bis Weide, meist als Mischwälder. Auffällig auf den flach
entwickelten Tonböden waren die zahlreichen Windwurfschäden unter den
flachwurzelnden Bäumen.
Dem Leitprofil 4 können sämtliche physikalischen, chemischen und ökologischen
Eigenschaften eines Pelosol Pseudogleys entnommen werden:

47
Leitprofil 4
Pelosol Pseudogley
Bild Lp 4

Lage: 800m SSE von „Rote Marter“

Vegetation: Mischwald (Fichte), Brombeere

Entwicklungstiefe: groß

Humusform: Rohhumus
Durchwurzelungstiefe: ca. 0,3m

48
Profilbeschreibung:

Horizont Tiefe Farbe, Gefüge

Ol +5cm Moose und Fichtennadeln


Of +4cm angewitterte Nadeln
Oh +0,5cm dunkelbraunes Feinhumusband
Ah -2,5cm grauschwarz, Subpolyedergefüge
P-Sw -22cm dunkelgelbbraun, Polyedergefüge
Sd-P >22cm hellgelbbraun, Polyedergefüge

Tabelle 4.1 die pH- Werte, und die zugehörigen Pufferbereiche nach Bodenkundlicher
Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont pH(H2O) pH(CaCl2) Pufferbereich

O 4,5 3,3 Austauscher- Pufferbereich


Ah 4,0 3,1 Aluminium- Pufferbereich
P-Sw 4,3 3,5 Austauscher- Pufferbereich
Sd-P 7,6 6,9 Carbonat- Pufferbereich

Die ph- Werte des Oberbodens liegen im Austauscher-, und Aluminium- Pufferbereich.
Ebenfalls im Austauscher- Pufferbereich befindet sich der P-Sw, der Sd-P im Carbonat-
Pufferbereich (vgl. Tabelle 3 und 4.1). Das Risiko einer Säurebelastung empfindlicher
Pflanzen ist nach Tabelle 4 als mittel zu bewerten.
Beachtet man die pH(CaCl2)- Werte, so ist zu erkennen, das fast alle Horizonte als
sehr stark sauer zu bewerten sind, lediglich der Sd-P ist nur schwach sauer bis neutral.

49
Tabelle 4.2 Kohlenstoff-, Humus-, und Stickstoffgehalte in Gew%, ergänzend die
Humusstufe nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Corg Humusgehalt Humusstufe N C/N

O 39,7 80 H7 1,1 36
Ah 10,6 18,2 H6 0,3 35
P-Sw 1,0 1,7 H2 - -
Sd-P 0,22 0,4 H1 - -

Der Humus wurde vor Ort als Moder angesprochen. Im Labor ergab sich ein unerwartet
hohes C/N- Verhältnis, welches die organische Auflage als Rohhumus charakterisiert. Der
Ah wird nach Tabelle 9 als extrem humos bewertet, was wiederum für eine Rohhumus
spricht.

Tabelle 4.3 Adsorptionseigenschaften und Ionenbelag, Bewertung nach Bodenkundlicher


Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Akt Basensättigung Anteil der Ionen an Akt (in %)


+ + ++ ++ +++ +++ +
(cmolc/Kg) (in%) K Na Ca Mg Al Fe H
(Elastizität)
Ah 18,1 (mittel) 23,6 (hoch) 1,41 0,79 11,5 9,89 6,09 8,71 61,6
P-Sw 16,9 (mittel) 13,6 (gering) 1,07 0,27 6,69 5,60 6,77 2,14 77,5
Sd-P 26,3 (hoch) 96,8 (s. hoch) 1,20 1,57 32,8 61,2 0,16 0,38 2,71

Die Austauscherkapazitäten des Oberbodens sind laut Tabelle 4.3 mittel, die des P-Sw
hoch. Die Elastizität gegenüber sauren Einträgen ist im Ah hoch, im P-Sw gering, und im
Sd-P wiederum sehr hoch. Dieser Verlauf ist durch den hohen Humsanteil im Ah, und der
tonigkeit des Sd zu erklären.

50
Tabelle 4.4 Nährstoffe im Wurzelraum, und deren Bewertung:
nach Schlichting (Schlichting 1995)

Nährstoff(e) Menge und Einheit Bewertung

N 6,7 t/ha erhöht

+ + ++ ++ 2
K + Na + Ca + Mg 30 cmol/m mittel

Nach Tabelle 4.4 ist der Vorrat an den an Austauschern gebundenen Basen im
Wurzelraum lediglich mittel, aber immerhin mehr als doppelt so hoch, als der der
Pseudogleye von Leitprofil 3, und mindestens zehnmal mehr als derjenige der
Sandböden. Die üppigen Basenvoräte des Sd sind für die Wurzeln üblicher Pflanzen nicht
zu erschließen, was an der dort ausbleibenden Durchwurzelung erkennbar ist.
Wie man der Tabelle ebenfalls entnehmen kann, sind die Stickstoffvoräte erhöht,
und mehr als doppelt so groß als jene des Leitprofils 3. Der Stickstoffreichtum äußert sich
Gelände durch das gehäufte Vorkommen von Brennesel und Brombeere.

Tabelle 4.5 die Korngrössenverhältnisse des Feinbodens (Gew%), Bodenart und


Bodenskelett (Gew%)

I Schluff I I Sand I
Horizont Ton Fein- Mittel- Grob- Fein- Mittel- Grob- Bodenart Skelett

Ah 36 8,0 19 9,5 9,8 13 4,7 Lt3 <1


P-Sw 39 2,2 22 11 10 11 4,8 Lt3 <1
Sd-P 70 12 9,5 5,1 1,5 1,3 0,6 Tt <1

51
Kornverteilungssummenkurve 4
100

90

80

70

60 Ah
P-Sw
50 Sd-P
40

30

20

10

0
2µm 6,3µm 20µm 63µm 200µm 630µm 2000µm

Diagramm 4.1

Wie man dem Diagramm 4.1 entnehmen kann, sind sowohl Ah, als auch P-Sw ein
ziemlich gleichmäßig verteiltes Gemisch aus Sand Schluff, und Ton, wobei ein Maximum
im Mittelschluff und Ton zu erkennen ist. Die Kornsummenkurve schneidet die 50% Marke
in beiden Fällen im Mittelschluff. Die Sande dürften wohl überwiegend äolischen
Ursprungs sein.
Anders sehen die Verhältnisse im Sd-P aus, dieser besteht zu 70% aus Ton, der
Rest besteht fast ausschließlich aus Schluff, Sand ist somit fast gar nicht vorhanden.

Tabelle 4.6 Kennwerte der Wasserbindung, nach Bodenkundlicher Kartieranleitung


abgeschätzt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)
Horizont Luftkapazität nutzbare Feldkapazität Feldkapazität Totwasser nutzbare
Feldk.
(Vol%) (mm/dm) (mm/dm) (mm/dm) des effektiven
Wurzelraumes
(mm)
Ah 11,6 21,2 43,8 22,6
P-Sw 6,3 14,3 43,0 28,7 40
Sd-P 3,0 12,8 42,4 29,6

52
Diagramm 4.2
Trockenraumgewicht und Lagerungsdichte im Leitprofil 4

Ah

Trockenraumgewicht
Lagerungsdichte
P-Sw

Sd-P

0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4 1,6 1,8 2 2,2

Wie der Tabelle 4.6 zu entnehmen ist, sinkt das Gesamtporenvolumen von oben nach
unten. Dementsprechend steigt das Trockenraumgewicht. Die Lagerungsdichte steigt von
gering im Ah auf sehr hoch im Sd (vgl. Diagramm 4.2, Tabelle 1).Die Luftkapazität des Ah
ist mittel, und die des Sw gering mit Tendenz zu mittel. Im Sd ist sie nur noch sehr gering,
woraus die Ausbleibende Durchwurzelung resultiert (vgl. Tabelle 13).
Die kf- Werte zeigen, das P-Sd nur eine sehr geringe Durchlässigkeit hat was die
Ausbildung des Wasserstauers im Hangenden erklärt (vgl. Diagramm 4.3 und Tabelle 14)
Die Feldkapazität ist in allen Horizonten als hoch zu bewerten. Aber durch den
hohen Totwasseranteil, und der nur geringen Durchwurzelungstiefe von etwa 0,3m, ist die
nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes lediglich sehr gering. Was wiederum
ein erhöhtes Risiko von Trockenschäden mit sich bringt (vgl. Tabelle 4.6, 11 und 12).

kf- Stufen im Leitprofil 4 Bindungsstärke für Schwermetalle im Leitprofil 4


4

3,5 4

3,5
3
3
2,5
2,5

2 2

1,5
1,5
1
1 0,5

0,5 0
Cd
Ni
0 Pb/Hg
Ah P-Sw Sd-P

Diagramm 4.3 Diagramm 4.4 (von 1 bis 5 ordinal skaliert)

53
Die Pufferwirkung gegenüber Schwermetallen ist, trotz Versauerung, hoch, gegenüber Pb
und Hg sogar sehr hoch (vgl. Diagramm 4.4).
Wie bereits erwähnt, sind die Wasserdurchlässigkeiten der Horizonte überwiegend
gering bis sehr gering, was der Pufferwirkung ebenfalls förderlich ist.

Zusammenfassung:

Trotz starker Versauerung hat dieser Boden ein mittleres Angebot an den an den
Austauschern gebundenen Nährstoffen, sowohl Puffer-, als auch Austauschvermögen
sind gut.
Lediglich die Versorgung mit Bodenluft und Wasser sind problematisch zu
bewerten.
Erwähnt werden sollten auch zahlreiche Windwurfschäden unter flachwurzelnden
Bäumen auf diesem Boden. Tiefwurzelnde Baumarten wie Erle und Weide, könnten
einerseits tief liegende Nährstoff- und Wasservorkommen erschließen, und wären
andererseits weniger windwurfgefährdet (Roßner 93).

4.1.4 Bodeneinheit 4

Pseudogleye, meist podsoliert und Podsol-Pseudogleye aus Burgsandsteinverwitterung


und quartären Sanden über Letten.

Die primären Pseudogleye liegen auf meist ebenen Gelände, bzw. über geologischen
Verhältnissen, welche Stauwasser bedingen (z.B. Mulden) und sind im Arbeitsgebiet weit
verbreitet.
Die Zweischichtböden bestehen aus einem wasserstauenden Letten- Horizont,
dem eine mehr oder minder wasserdurchlässigen Deckschicht im Hangenden folgt.
Alle Deckschichten dieser Komplexbodeneinheit liegen auf autochtonen Stauern,
Pseudogleye auf allochtonen Stauern bilden eine eigene Einheit. Das Wasser stauende
Material reicht von relativ reinen Tonen, bis sandigen Lehm, das der wasserdurchlässigen

54
Deckschicht von grusiger Burgsandstein- Verwitterung bis quartären Mittel- und
( schluffigen) Feinsanden unterschiedlicher Genese. In extremen Fällen liegt schluffiger
Feinsand über stauenden sandigen- Lehmen. Die Entwicklungstiefe dieser Böden ist
mittel bis groß, die Wurzeln reichen etwa bis zur Obergrenze der Sd- Horizonte.
Die Bodenprofile beginnt mit einer, maximal 10cm mächtigen, Auflage aus
Rohhumus bis Moder, wobei die Farben von Mittelbraun (Ol) bis Schwarzbraun (Oh)
reichen.
Der Mineralboden beginnt meist mit einem, maximal 15cm mächtigen, Ah-, Aeh-
oder Ahe- Horizont, die Farben der Horizonte reichen von schwarz bis hellgrau. Falls ein
Bleichhorizont vorhanden ist, folgt darunter meist ein rostbrauner Bhs, bzw. ein
dunkelrostbrauner Bsh. Die Untergrenze dieser Anreicherungshorizonte liegt in
Größenordnungen von 15 bis 35 cm unter GOF. Alle bisher abgehandelten Horizonte
haben Einzellkorn- Gefüge, die folgenden Subpolyeder- Gefüge.
Darunter, oder auch direkt unter den A- Horizonten, folgen dann die meist hellgelben Sw-
Horizonte. Überwiegend ab 50 cm unter GOF, in Extremfällen aber auch erst ab 90 cm,
folgen dann die rotbraunen bis braunroten Sd- Horizonte. Rostflecken, Manganflecken
und graue Bereiche sind deutlich erkennbare Hydromorphiemerkmale beider
Stauwasserhorizonte. Auf den staunassen Böden wächst Pfeifengras in üppigen Mengen,
die Bäume bilden oft Mischwälder.
Da die Durchwurzelungstiefe oftmals kaum mehr als 30cm beträgt, kommt es häufig zu
Windwurfschäden an flachwurzelnden Bäumen.

4.2 Böden über quartären Deckschichten

4.2.1 Bodeneinheit 5

Podsole, vereinzelt podsolierte Braunerden aus Flugsanden, teilweise pseudovergleyd.

Die für diese Bodeneinheit ausschlaggebenden Flugsande liegen in Mächtigkeiten von


Dezimetern bis Metern über Keupersanden, Letten und Schwemmsanden. Insbesondere
zu Letztgenannten findet ein fließender Übergang statt, manchmal liegen schluffige bis
feinsandige Horizonte mit gut gerundeten Körnern aus Flugsanden, über mittelsandigen

55
aus scharfkantigen Schwemmsanden.
Die Horizontabfolge beginnt überwiegend mit einer etwa 10 cm mächtigen Auflage
aus Rohhumus (Ol- Of- Oh). Wobei Ol und Oh meist nur etwa 1cm dick sind, der filzige Of
dagegen bringt es teilweise auf 10 cm, die Farbe der Horizonte verläuft dabei von einem
rötlichem Hellbraun (Ol) über Mittelbraun (Of) , bis zu Sw- Braun (Oh).
Darunter folgt meist ein grauer Ahe- Horizont, seltener auch ein schwarzer Ah-
Horizont , mit Mächtigkeiten von etwa 2 bis 5 cm. Bei den vorherrschenden Podsolen folgt
dann ein grauer Ae und der dunkelrostfarbene Bhs, bzw. der hellrostfarbene Bsv, bei den
podsolierten Braunerden. Die Untergrenze der Anreicherungshorizonte liegt im Bereich
von 25 bis 60 cm. Darunter folgt meist das angewitterte Ausgangsmaterial oder evtl. noch
ein wenige cm mächtiger Bv bei den podsolierten Braunerden.
Bei den überwiegend relativ kleinräumig und unvermittelt auftretenden
pseudovergleyten Böden über Letten folgen Sw- und Sd- Horizonte unter den
Anreicherungshorizonten (Podsolpseudogleye), bzw. diese folgen unmittelbar unter A(e)h
(Pseudogleye). Typischerweise besteht Sw aus gelbbraunem (lehmigen) Sand bis
(sandigen) Lehm und (P)Sd aus (im Extremfalle) rel. Reinen und roten Tonen. Diese
Stauwasser beeinflussten Horizonte haben bis zu 10% hell- bzw. dunkel- rostfarbene
(Eisen) und metallisch schwarze (Mangan) Oxydationsflecken. Ein weiteres Hydromorphie
Merkmal sind die großflächigen grauen Flecken, welche auf reduktives Mileau hinweisen.
Die Sw- Horizonte haben eine Mächtigkeit im Bereich von 10- 30 cm, die Untergrenze von
Sd lag immer tiefer als einen Meter.
Die Sande lagern immer locker, die Durchwurzelung erreichte teilweise eine Tiefe
von 70 cm. Die Böden sind mittel- bis tiefgründig.

Die Vegetation auf dem flachen Gelände ( Neigungsstufe 0 – 1) wird von typischen
Säurezeigern wie Kiefer, Preiselbeere und Besenheide dominiert, aber auch Eiche und
Fichte sind nicht wirklich selten anzutreffen.
Diese sauren Böden dürften, was ihre ökologischen und chemischen Eigenschaften
betrifft, durchaus mit denen über Schwemmsanden äquivalent sein. Von diesen wurde
Leitprofil 5 angelegt, und die einzelnen Horizonte im Labor eingehend untersucht. Die
Korngrößen- Verhältnisse entsprechen überwiegend jenen von Leitprofil drei( vor allem
dessen oberen beiden Horizonte), und sind diesem Kapitel zu entnehmen.

56
4.2.2

Bodeneinheit 6

Podsole, seltener Podsol- Braunerde, über Schwemmsanden, teilweise pseudovergleyd.

Diese Böden über Schwemmsanden gleichen jenen über Flugsanden sehr, der Übergang
ist mehr oder weniger fließend, und eine exakte Unterscheidung war im Gelände nicht
immer möglich. Schwemmsande sind grobkörniger, scharfkantiger, und beinhalten, im
Gegensatz zu Flugsanden, manchmal, gut gerundetes und bis zu Golfball- großes Geröll.
Die Neigung zu versauern, und Podsole auszubilden ist bei den lockeren und weniger
lehmigen quartären Sanden allgemein stärker, als bei jenen aus
Burgsandsteinverwitterung, reine Braunerden auf quartären Sanden fanden sich deshalb
im Arbeitsgebiet so weitaus seltener.
Die Horizontabfolge beginnt, wie bei den Flugsanden auch, mit einer 3 bis 10 cm
dicken Rohhumus- Auflage. Der folgt ein 2 bis 5 cm mächtiger, schwarzer, bis
grauschwarzer A(e)h.
Der sich nach unten anschließende Auswaschungshorizont Ae ist überwiegend 10
bis 30 cm mächtig, und aschegrau. Nun folgen ein oder zwei Anreicherungshorizonte Bhs,
Bsh, oder Bs deren Untergrenze liegt überwiegend 70cm unter GOF, und deren Farben
reichen von orangebraun bis dunkelrostfarben. Manchmal schließt sich noch ein
geringmächtiger, rotbrauner Bv an, darunter folgt schließlich das hellrotbraune,
unverwitterte, locker gelagerte Ausgangsmaterial an.
Die Böden besitzen durchgehend Einzelkorngefüge, sie sind mittel tief entwickelt,
und ebenso tief durchwurzelt. Wie bei den anderen beiden Böden über quartären Sanden,
finden sich zahlreiche Säurezeiger, und ausgedehnte Kiefermonokulturen.
Leitprofil5 wurde innerhalb den Schwemmsanden angelegt, die physikalischen,
chemischen, und ökologischen Eigenschaften eines solchen Podsols können diesem
entnommen werden.

57
Leitprofil 5
Podsol über Schwemmsand
Bild Lp 5

Laage: 1300m ENE von „Drei Hutbuchen“

Vegetation: Kiefermonokultur

Entwicklungstiefe: groß

Humusform: Rohhumus

Durchwurzelungstiefe: ca. 0,5m

58
Profilbeschreibung:

Horizont Tiefe Farbe, Gefüge

Ol +6cm Kiefernadeln
Of +5cm angewitterte Kieferstreu
Oh +0,5cm grauschwarzes Feinhumusband
Aeh -3cm gräulichschwarz, Einzelkorngefüge
Ae -17cm aschegrau, Einzelkorngefüge
Bs -40cm rotbraun, Einzelkorngefüge
Cv >40cm mittelbraun, Einzelkorngefüge

Tabelle 5.1 die pH- Werte, und der zugehörigen Pufferbereich nach Bodenkundlicher
Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont pH(H2O) pH(CaCl2) Pufferbereich

O 4,6 3,4 Austuscher- Pufferbereich


Aeh 4,1 3,1 Aluminium- Pufferbereich
Ae 4,1 3,4 Aluminium- Pufferbereich
Bs 4,4 4,0 Austauscher- Pufferbereich
Cv 4,4 4,0 Austauscher- Pufferbereich

Wie man der Tabelle 5.1 entnehmen kann befindet sich, von der Humusauflage
abgesehen, der gesamte Oberboden im Aluminium- Pufferbereich. Die Übrigen Horizonte
sind dem Austauscher- Pufferbereich zuzuordnen. Für mittlere und anspruchsvolle
Pflanzen besteht, nach Tabelle 4, ein mittleres Risiko einer Säurebelastung. Dadurch, das
Bs, im Gegensatz zum saureren, hangenden Ae, wieder im Austauscher- Pufferbereich
liegt kommt es zu einer Wiederausfällung des vom Ae ausgewaschenen Eisens.
Betrachtet man die pH (CaCl2)- Werte der einzelnen Horizonte, so kann man eine
sehr starke Versauerung im Oberboden, und eine starke ab Bs erkennen(vgl. Tabelle 2).

59
Tabelle 5.2 Kohlenstoff-, Humus-, und Stickstoffgehalte in Gew%, ergänzend die
Humusstufe nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Corg Humusgehalt Humusstufe N C/N

O 17,4 36 H7 0,48 36,2


Aeh 6,3 10,8 H5 0,15 42,0
Ae 0,5 0,9 H1 - -
Bs <0,1 <0,16 H1 - -
Cv - - H0 - -

Das der Tabelle 5.2 zu entnehmende C/N- Verhältnis lässt auf eine nur sehr geringe
Humusqualität schließen, es handelt sich um Rohhumus, wofür auch der stark bis sehr
stark humose Ah spricht (vgl. Tabelle 8 und 9).

Tabelle 5.3 Adsorptionseigenschaften und Ionenbelag, Bewertung nach Bodenkundlicher


Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Akt Basensättigung Anteil der Ionen an Akt (in %)


+ + ++ ++ +++ +++ +
(cmolc/Kg) (in%) K Na Ca Mg Al Fe H
Elastizität
Aeh 19,7 (mittel) 5,29 (s. gering) 0,40 0,28 4,14 0,47 3,91 1,81 89,0
Ae 8,2 (gering) 3,59 (s. gering) 0,35 0,41 1,64 1,09 4,89 4,21 87,4
Bs 2,9 (s. gering) 4,52 (s. gering) 0,55 0,73 2,87 0,37 23,5 2,24 69,8
Cv 1,5 (s. gering) 7,0 (gering) 0,91 0,79 4,99 0,30 37,3 3,58 52,1

60
Nach Tabelle 5.3 sinkt die Austauschkapazität von mittel im Aeh, über gering im Ae, auf
sehr gering im Bs und Cv.

Die Basensättigung, und damit die Elastizität, ist nur gering bis sehr gering, somit
sind die wenigen vorhandenen Austauscherplätze überwiegend von sauer wirkenden
Kationen belegt. Die besten Werte sind im Aeh und Cv zu finden. Was im Ersteren der
Basenzufuhr durch Streu, und im Letzteren an den nicht mehr vorhandenen Wurzeln und
der damit ausbleibender Auslaugung durch diese liegen dürfte.

Tabelle 5.4 Nährstoffe im Wurzelraum, und deren Bewertung:


nach Schlichting (Schlichting 1995)

Nährstoffe(e) Menge und Einheit Bewertung

N 1,7 t/ha gering

+ + ++ ++ 2
K + Na + Ca + Mg 1,4 cmol/m gering

Wie aus der Tabelle 5.4 ersichtlich, ist der Vorrat an den an den Austauschern
gebundenen Basen nur gering, mit einer Tendenz zu sehr gering.
+ ++-
Nach Finck sollte K mehr als 2% und Mg 2- 20% der Austauscherplätze belegen, aber
diese Werte werden an den ohnehin zu wenigen Austauscherplätzen bei weitem nicht
erreicht. An diesen Ionen herrscht also ein extremer Mangel (Finck 1969).
Ebenfalls ungünstig sind die Verhältnisse beim Stickstoff, dessen Vorrat ist nur gering.

61
Tabelle 5.5 die Korngrössenverhältnisse des Feinbodens (Gew%), Bodenart und
Bodenskelett (Gew%)

I Schluff I I Sand I
Horizont Ton Fein- Mittel- Grob- Fein- Mittel- Grob- Bodenart Skelett

Aeh 3,9 1,8 2,8 1,2 7,3 57 26 Ss 2,7


Ae 5,5 1,8 1,5 5,2 14 54 18 Ss 3,1
Bs 10 4,5 2,5 6,0 30 28 19 St2 4,8
Cv 6,6 1,0 0,8 0,3 4,3 57 30 Ss 5,3

Kornverteilungssummenkurve 5
100

90

80

70
Aeh
60
Ae
50 Bs
Cv
40

30

20

10

0
2µm 6,3µm 20µm 63µm 200µm 630µm 2000µm

Diagramm 5.1

Wie die Verteilung der Kornfraktionen im Diagramm oben zeigt, ist der Mittelsand am
stärksten vertreten, ebenfalls innerhalb diesem schneiden die Summenkurven die 50%-
Marke.
Ton und Schluff machen zusammen kaum mehr als 10% aus.

62
Tabelle 5.6 Kennwerte der Wasserbindung, nach Bodenkundlicher Kartieranleitung
abgeschätzt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Luftkapazität nutzbare Feldkapazität Feldkapazität Totwasser nutzbare


Feldk.
(Vol%) (mm/dm) (mm/dm) (mm/dm) des effektiven
Wurzelraumes
(mm)
Aeh 31,7 11,4 21,1 9,7
Ae 33,5 7,3 11,5 4,2 50
Bs 21 16,8 23,1 6,3
Cv 30,3 7,9 11,2 3,1

Trockenraumgewicht und Lagerungsdichte im Leitprofil 5

Aeh

Ae
Trockenraumgewicht
Lagerungsdichte

Bs

Cv

0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4 1,6 1,8

Diagramm 5.2
Wie man der Tabelle 5.6 entnehmen kann, sinkt das Porenvolumen (Feld- + Luftkapazität)
von 52% im Aeh bis zum Cv um etwa 10%. Dem zur Folge ist das Trockenraumgewicht
auch nur sehr gering, und steigt in den folgenden Horizonten über sehr gering auf mittel
(vgl. Tabelle 1).
Die Luftkapazität aller Horizonte ist sehr hoch, was eine ausreichende Durchlüftung
gewährleistet. Dagegen ist die Feldkapazität nur als gering bis sehr gering zu bewerten,
was eine ebenfalls sehr geringe Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes ergibt.
In Trockenperioden ist also mit einem Wassermangel zu rechnen (vgl. Tabellen 11 bis 13).

63
kf-Stufen im Leitprofil 5 Bindungsstärke für Schwermetalle im Leitprofil 5

4
Aeh
3,5

3
Ae 2,5

1,5
Bs
1
0,5
0
Cv Cd
Ni
Pb/Hg

0 1 2 3 4 5

Diagramm 5.3 Diagramm 5.4 (von 1 bis 5 ordinal skaliert)

Das Puffervermögen gegenüber Schwermetallen ist, wie man Diagramm 5.4 entnehmen
kann, nur gering bis sehr gering, lediglich Pb und Hg werden gut abgepuffert. Dies
überrascht kaum, bedenkt man die geringen Ton, und meist geringen Humusanteile, und
die daraus resultierenden wenigen Austauscherplätze im Boden.
Der hohe Versauerungsgrad leistet ein übriges für diese schlechten
Pufferverhältnisse. Ebenfalls ungünstig für die Pufferwirkung sind die hohen kf- Werte, die
Wasserdurchlässigkeit ist insgesamt hoch, Sickerwässer verbleiben also nicht lange im
Boden und werden kaum in Austauschvorgänge mit einbezogen (vgl. Diagramm 5.3 und
Tabelle 14).

Zusammenfassung:

Dieser Podsol auf Schwemmsanden ist ebenso wie jener über mittleren Burgsandstein
des Leitprofils 1 stark versauert. Das Angebot an den an den Austauschern gebundene
Nährstoffen, und die Pufferfähigkeit sind aber noch schlechter als bei jenen Sandböden
über den etwas lehmigeren Burgsandsteinverwitterungen.
Das im Wurzelraum vorhandene pflanzenverfügbare Wasser ist ebenfalls zu wenig.
Da bei den Pflanzen allgemein mit abnehmenden Nährstoffangebot der Wasserverbrauch
steigt, Kaliummangel führt darüber hinaus zu erhöhter Transpiration, ist mit akuter

64
Wasserknappheit zu rechnen. Lediglich das Angebot an Bodenluft ist, wie bei Sandböden
üblich, optimal. Dieser Boden ist im Arbeitsgebiet von allen untersuchten somit der
ungünstigste (Finck 1969).

4.2.3 Bodeneinheit 7

Pseudovergleyde Podsole, Pseudogley- Podsole und vereinzelt Podsol- Pseudogleye


über Flug- und Schwemmsanden.

Diese Bodeneinheit,die auf ein Gebiet im Nordosten beschränkt ist, stellt eine Sonderform
aus Bodeneinheit 5 und 6 dar. Sie zeichnet ein großflächig in Erscheinung tretender
Stauwassereinfluss, der aber meist erst sehr tief ( 50 cm unter GOF) einsetzt, aus.
Diese Böden, mit großer Entwicklungstiefe, bestehen aus einer Flug- bzw.
Schwemmsanddecke von 70 cm bis etwas mehr als 1 m Dicke, darunter folgt braunroter
Letten. Teilweise findet sich unter ca. einem halben Meter
Feinsand äolischer Herkunft, scharfkantiger, mittelkörniger Schwemmsand, der sich
gelegentlich durch gerundetes Geröll eindeutig als solcher zu erkennen gibt.
Die Horizontabfolge beginnt oben mit einer durchschnittlich 7 cm mächtigen
Rohhumusauflage, die unter Laubstreu- Einfluss Übergänge zu Moder zeigt, Of ist dann
weniger mächtig, und die Horizontgrenzen unschärfer.
Die Horizontfarben sind rötlich braun beim ca. 2 cm mächtigem Ol, braun beim 1- 4 cm
dicken Of, und schwarzbraun beim maximal 1 cm dünnen Oh.
Die mineralischen Horizonte beginnen meist mit einem schwarzgrauen A(h)e-
Horizont von 3 – 7 cm Mächtigkeit, darunter folgt überwiegend ein aschegrauer Ae,
welcher teilweise eine Untergrenze von bis 50cm unter GOF hat. Die weniger versauerten
Böden unter Moder- Rohhumus beginnen unter der organischen Auflage mit einem A(e)h,
gefolgt von einem unscharf angrenzenden A(h)e, die Bodenfarbe geht dabei von
grauschwarz mehr oder minder fließend zu Grau über. Unter den Bleichhorizonten folgen,
in einer Tiefe von meist einem halben Meter, ein dunkelrostbrauner Bhs, darunter
teilweise noch ein orangebrauner Bs.
Nach den Ersten 60 cm Mineralboden beginnen dann etwa die gelbbraunen
Stauwasserhorizonte, dessen Untergrenze überwiegend knapp 1m unter GOF liegt, mit

65
Abweichungen nach Oben und Unten.
Das Gefüge der genannten Horizonte ist durchgehend als Einzelkorngefüge zu
bezeichnen, das der Folgenden als Subpolyedergefüge.
Die rotbraunen Sd- Horizonte beginnen minimal 70cm unter GOF, und bestehen aus
sandigen- Lehm bis Ton.
Das ebene Gelände bildet sowohl Standort für Kiefer- Monokulturen, als auch für
ausgedehnte Mischwälder, welche neben der genannten Kiefern aus Birke, Erle , Weiden,
Buche, Eiche auch andere Baumarten beheimatet. Ausgedehnte Pfeifengras- Flächen
zeugen von Wechseltrockenen bis Wechselfeuchten Verhältnissen.

4.2.4 Bodeneinheit 8

primäre Pseudogleye aus quartären Sanden über Solifluktionsschutt.

Diese Bodeneinheit liegt auf einer größeren Fläche im Norden des Untersuchungs-
gebietes, und einer kleinen Enklave südlich davon. Die Böden liegen auf ebenen bis
schwach geneigtem Gelände, die Verflachung durfte das Resultat von Solifluktion tonigen
Materials, und anschließender Bedeckung mit Flug,- bzw. Schwemmsanden sein. Bei den
genannten Solifluktions- Ereignissen wurde Pflanzenmaterial von den Lehmen
eingebettet, welches heute in einer kohleähnlichen, schwarzen Farbe erscheint. Dadurch
lassen sich diese Pseudogleye mit allochtonen Stauern von denen über autochtonen
Letten meist gut unterscheiden. Die Entwicklungstiefe dieser Böden ist mittel bis gering,
ebenso die Durchwurzelung, welche etwa bis zur Obergrenze des Sd reicht.
Die Horizontabfolge beginnt mit einer zwei bis 8 cm mächtigen Auflage aus
moderartigem Rohhumus. Darunter folgt ein zwei 2 bis 4 cm mächtiger Ah (teilweise auch
Aeh), die A- Horizonte bestehen aus Sanden bzw. lehmigen Sanden, und haben
Einzelkorngefüge. Nun folgen ein gelbbrauner bis graubrauner Sw- Horizont, sie sind
sandig bis lehmig, und eine Untergrenze von etwa 50cm unter GOF. Vereinzelt folgt auf
den Sw ein maximal 15cm dicker, rotbrauner SdSw Übergangshorizont. Abgeschlossen
wird das Solum von den rotbraunen bis braunroten Sd-Horizonten. Sie sind aus Lehmen
bis lehmigen Ton, besitzen Subpolyedergefüge, und sind rostfarben- grau gefleckt.

66
Außerdem beinhalten diese Horizonte, teilweise zahlreich fossile, schwarze
Pflanzenreste.
Dem nun folgenden Leitprofil 3 können die physikalischen, chemischen und
ökologischen Eigenschaften einer solchen Pseudogleye entnommen werden.

67
Leitprofil 3
Pseudogleye aus Flugsanden über Solifluktionsschutt
Bild Lp 3

Lage: 700m SSW von „Drei Hutbuchen“

Vegetation: Mischwald (Buche)

Entwicklungstiefe: mittel

Humusform: feinhumusarmer Moder


Durchwurzelungstiefe: ca.0,3m

68
Profilbeschreibung:

Horizont Tiefe Farbe, Gefüge

Ol +2cm Buchenstreu
Oh +1,5 cm schwarzbraunes Feinhumusband
Ah -4 cm schwarz, Einzelkorngefüge
Sw -20 cm mittelbraun, mit rostroten und
grauen Flecken, Einzelkorngefüge
Sd -60 cm orangebraun, mit grauen Flecken,
Polyedergefüge
IIC >60 Burgsandstein

Tabelle 3.1 die pH- Werte, und die zugehörigen Pufferbereiche nach Bodenkundlicher
Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont pH(H2O) pH(CaCl2) Pufferbereich

O 4,8 4,1 Austauscher- Pufferbereich


Ah 4,9 3,7 Austauscher- Pufferbereich
Sw 4,6 3,6 Austauscher- Pufferbereich
Sd 4,9 4,1 Austauscher- Pufferbereich

Der gesamte Boden liegt, nach den pH(H2O)- Werten beurteilt, im Austauscher-
Pufferbereich. Nach Tabelle 4 besteht nur ein geringes Säurebelastungsrisiko für mittlere
und anspruchsvolle Pflanzen.
Die Reaktion des Bodens ist, nach den pH(CaCl2)- Werten und als als stark- bis
sehr stark sauer einzustufen (vgl. Tabelle 2).

69
Tabelle 3.2 Kohlenstoff-, Humus-, und Stickstoffgehalte in Gew%, ergänzend die
Humusstufe nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Corg Humusgehalt Humusstufe N C/N

O 34 68 H7 1,4 24
Ah 15,5 26,7 H6 0,44 35
Sw 0,3 0,5 H1 - -
Sd 0,1 0,16 H1 - -

Im Gelände wurde die organische Auflage als Moder angesprochen, nach dem C/N-
Verhältnis muss von einem Feinhumusarmen Moder gesprochen werden. Außerdem lässt
das C/N-Verhältniss auf eine nur geringe bis sehr geringe Humusqualität schließen. Der
Humusgehalt ist mit H6 im Ah sehr hoch (vgl. Tabelle 8 und 9).

Tabelle 3.3 Adsorptionseigenschaften und Ionenbelag, Bewertung nach Bodenkundlicher


Kartieranleitung (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Akt Basensättigung Anteil der Ionen an Akt (in %)


+ + ++ ++ +++ +++ +
(cmolc/Kg) (in%) K Na Ca Mg Al Fe H
Elastizität
Ah 20,1 (mittel) 6,29 (gering) 0,95 0,80 3,72 0,82 14,8 6,12 72,8
Sw 9,2 (gering) 7,56 (gering) 1,01 0,47 4,69 1,39 12,8 0,93 78,7
Sd 16,2 (mittel) 66,6 (s. hoch) 2,55 2,57 31,6 29,9 2,38 0,43 30,6

Wie aus der Tabelle 3.3 zu entnehmen ist, ist sowohl im Ah, als auch im Sd ist die
Austauschkapazität immerhin mittel, was im ersteren durch den relativ hohen
Humusgehalt, und im Sd durch den großen Tonanteil zu erklären ist. Dagegen ist im Sw,
welcher arm an Ton und Humus ist, die Austauschkapazität nur gering.
Basensättigung, und damit die Elastizität gegen Säureeintrag sind im Ah und Sw
nur gering, im Sd dagegen durch den großen Tonanteil sehr hoch. Die höheren pH- Werte
in diesem Horizont bestätigen dies.

70
Tabelle 3.4 Nährstoffe im Wurzelraum, und deren Bewertung:
nach Schlichting (Schlichting 1995)

Nährstoff(e) Menge und Einheit Bewertung

N 3,6 t/ha mittel

+ + ++ ++ 2
K + Na + Ca + Mg 14 cmol/m mittel

Trotz der im Wurzelraum großen Basenvorräte im Sd ist die Menge an den an den
Austauschern gebundenen Basen nach obiger Tabelle nur mittel, was daran liegt, das die
Wurzeln der meisten Pflanzen diesen Horizont nicht erreichen können, und ihnen somit
die darin gebundenen Nährstoffe verwehrt bleiben. Der Vorrat An Stickstoff ist nach selber
Tabelle ebenfalls mittel.

Tabelle 3.5 Korngrössenverhältnisse des Feinbodens (Gew%), Bodenart und


Bodenskelett (Gew%)

I Schluff I I Sand I
Horizont Ton Fein- Mittel- Grob- Fein- Mittel- Grob- Bodenart Skelett

Ah 12 8 12 9,5 24 29 5,5 Sl3 <1


Sw 12 13 7,4 6,3 25 33 3,3 Sl3 <1
Sd 40 5,4 3,4 1,1 12 38 1,1 Ts3 <1

Diagramm 3.1

71
Kornverteilungssummenkurve 3
100

90

80

70

60 Ah
Sw
50
Sd
40

30

20

10

0
2µm 6,3µm 20µm 63µm 200µm 630µm 2000µm

Den Korngrößensummenkurven kann entnommen werden, das Ah und Sw noch ziemlich


gleiche Verhältnisse aufweisen. Die stärksten Fraktionen sind mittel- und Feinsand, der
Tonananteil ist ziemlich gering und beide Korngrößensummenkurven erreichen die 50%
im Feinsandbereich
Beim Sd kann man erkennen, das er neben 40% Ton ebenfalls aus Mittel- und
Feinsand besteht, die Kornsummenkurve schneidet die 50% an der Grenze von Feinsand
zu Schluff. Die Sande aller Horizonte dürften wohl überwiegend äolischen Ursprungs sein.

Tabelle 3.6 Kennwerte der Wasserbindung, nach Bodenkundlicher Kartieranleitung


abgeschätzt (AD-HOC-AG Bodenkunde 2005)

Horizont Luftkapazität nutzbare Feldkapazität Feldkapazität Totwasser nutzb.


Feldk.
(Vol%) (mm/dm) (mm/dm) (mm/dm) des effektiven
Wurzelraumes
(mm)
Ah 23,7 32,1 49,4 19,3
Sw 11 18,7 27,5 8,8 52
Sd 5,1 11,1 32,2 21,3

72
Trockenraumgewicht und Lagerungsdichte im Leitprofil 3

Ah

Trockenraumgewicht
Lagerungsdichte
Sw

Sd

0 0,25 0,5 0,75 1 1,25 1,5 1,75 2 2,25

Diagramm 3.2

Das Gesamtporenvolumen nimmt zwischen Ah und Sw rapide ab, dementsprechend


steigt das Trockenraumgewicht auch um über 100%. Die Lagerungsdichte steigt von sehr
gering im Ah über mittel im Sw auf hoch im Sd (vgl. Tabelle 1 und 3.6). Die Werte der kf-
Stufen verdeutlichen diesen Trend sie sinken von 5 (sehr hoche Durchlässigkeit) im Ah
über 3 im Sd auf 1 (sehr geringe Durchlässigkeit) im Sd. Durch den starken Abfall der
Durchlässigkeit zwischen Sw und Sd lässt sich die Bildung von Stauwasser erklären (vgl.
Tabelle 14).
Ist die Luftkapazität im Ah noch sehr hoch, im mittel im Sw, mit Tendenz zu hoch,
so ist sie im Sd nur noch gering. Worin die Ursache für die in diesem Horizont
ausbleibende Durchwurzelung liegt (vgl. Tabelle 13).
Obwohl die Feldkapazität in den durchwurzelten Horizonten hoch (Ah) bzw. mittel
(Sw) ist, ist die nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes nur gering, was in der
geringen Durchwurzelungstiefe begründet liegt. Es besteht also ein erhöhtes Risiko
gegenüber Trockenschäden (vgl. Tabelle 3.6, 11, 12).

73
kf- Stufen im Leitprofil 3 Bindungsstärke für Schwermetalle im Leitprofil 3
5

4,5 4

4 3,5

3,5 3

3 2,5

2 Bindungsstärke
2,5

2 1,5

1
1,5
0,5
1
0
0,5 Cd
Ni
Pb/Hg
0
Ah Sw Sd

Diagramm 3.3 Diagramm 3.4 (von 1 bis 5 ordinal skaliert)

Das Filtervermögen gegenüber Schwermetallen erreicht, trotz des nicht geringen


Austauschvermögens, nur gegenüber Pb und Hg eine hohen Wert, Cd dagegen wird nur
sehr schwach gepuffert. Hauptursache dafür sind wohl wiederum die niedrigen pH- Werte,
welche eine Adsorption erschweren. Lediglich der sehr hohe kf- Wert des Sd dürfte durch
das dadurch bedingte sehr lange verbleiben der Sickerwässer im Boden und damit an den
Austauschern, eine gewisse Verbesserung bringen (vgl. Diagramm 3 und 4, Tabelle 14).

Zusammenfassung

Insgesamt handelt es sich um einen stark versauerten Boden, der dadurch auch
verminderte Filter- und Puffereigenschaften hat. Die Nährstoffvorräte sind mittelmäßig
einzustufen und der Vorrat an pflanzenverfügbarem Wasser eher gering.
Ein nicht unbedeutendes Nährstoff- und Wasserpotential liegt in einem von den
meisten Pflanzen unerreichbaren, schlecht durchlüfteten und verdichteten Bereich. Eine
Bepflanzung mit Bäumen wie Weide und Erle, welche diese Vorräte zu erschließen fähig
sind und über ihre Streu Nährstoffe auch für andere Bäume nach oben bringen könnte,
würden die Nährstoff- Verhältnisse verbessern (Roßner 1993).

74
5. Schlussbetrachtung

Genauso ausgeglichen und überwiegend flach das Relief im Arbeitsgebiet ist, so vielseitig
und abwechslungsreich sind die Böden. Wie es bereits das Deckblatt dieser Arbeit
andeutet, reicht die Skala dabei von fast schon an Heidelandschaften erinnernden, mit
Kiefern und Besenheide bewachsenen, Podsolen über quartären Sanden bis zu immerhin
stickstoffreichen, schweren Tonböden. Dabei nehmen die (Zweischicht-)Böden mit Lehm-
bis Tonanteil im Arbeitsgebiet, wie der beigefügten Karte zu entnehmen ist, eine nicht
unbedeutende Fläche ein. Von einer „Streusandbüchse des Reiches“, wie die Gegend
östlich von Nürnberg einst genannt wurde, kann also nur bei einer im wahrsten Sinne des
Wortes oberflächlichen Betrachtung der Gegebenheiten gesprochen werden.
Allen untersuchten Böden ist eine relativ starke Säurebelastung und Wasser- bzw.
Basen-Knappheit im Wurzelraum der üblichen Pflanzen gemeinsam.
Das Puffervermögen gegenüber Schwermetallen ist bei den Sandböden nur
gegenüber Pb und Hg akzeptabel. Bei den Böden mit hohem Tonanteil dagegen wurden
auch gegenüber der anderen Schwermetalle befriedigende Werte erreicht.

75
6. Quellenangabe

• AD-HOC-AG BODENKUNDE. Bodenkundliche Kartieranleitung, Bundesanstalt für


Geowissenschaften und Rohstoffe und Niedersächsisches Landesamt für
Bodenforschung (Hg.), Hannover (BGR), 5. Auflage, 2005.
• Bayerisches Geologisches Landesamt, Geologische Karte von Bayern 1:500000,
Eigenverlag, München, 4. Auflage, 1981.
• Brunner, Gerhard, Die aktuelle Vegetation des Nürnberger Reichswaldes.
Untersuchungen zur Pflanzensoziologie und Phytodiversität als Grundlage für den
Naturschutz, Eigenverlag, Roth, 2005.
• Finck, Arnold, Pflanzenernährung in Stichworten, Verlag Ferdinand Hirt, Kiel, 1969.
• Hennings, Volker, Methodendokumentation Bodenkunde. Auswertungsmethoden zur
Beurteilung der Empfindlichkeit und Belastbarkeit von Böden, Geol.Jb, F31, Hannover,
1994.
• Makki, Mohsen, Bodenkundliches Laborpraktikum (Laborheft), FAU Erlangen-
Nürnberg, Stand Sep. 1999.
• Roßner, Reinhold, Variationsbreite und ökologischer Zustand der Böden im
nordwestlichen Sebalder Reichswald, aufgezeichnet anhand eines Querschnittes
zwischen Gründlach- und Schwabachtal, Mitt.Fränk.Geogr.Ges., Erlangen, 1990.
• Roßner, Reinhold, Die Böden des Fürther und Zirndorfer Stadtwaldes sowie
angrenzender Gebiete, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Eigenverlag, Fürth, 1993.
• Scheffer, Fritz/Schachtschabel, P., Lehrbuch der Bodenkunde, Spektrum
Akademischer Verlag GmbH Heidelberg/Berlin, Heidelberg, 15. Auflage, 2002.
• Schlegel, Hans G., Allgemeine Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag Stuttgart/New York,
7. Auflage, 1992.
• Schlichting, Ernst/Blume, Hans-Peter/Stahr, Karl, Bodenkundliches Praktikum,
Blackwell Wissenschafts-Verlag Berlin/Wien (Oxford, Edinburgh, Boston, London,
Melbourne, Paris, Yokohama), 2. Auflage, 1995.
• Urlichs, Max, Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25000. Blatt Nr.
6533 Röthenbach a. d. Pegnitz, Bayerisches Geologisches Landesamt (Hg.),
Akademische Buchdruckerei F. Straub, München, 1968.
• Wittmann, Otto, Standortkundliche Landschaftsgliederung von Bayern. Übersichtskarte
1:1000000, Bayerisches Geologisches Landesamt, München, 2. Auflage, 1991.

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Erklärung:

Die vorliegende Arbeit wurde von mir Martin Hanöffner selbst erstellt. Alle verwendeten
Quellen wurden nach bestem Wissen und Gewissen angegeben. Sollte ich eine bzw.
mehrere Quellenangaben vergessen, bzw. falsch gemacht haben, so geschah dies zu
meinem Bedauern !

Erlangen den 07.08.2007

Martin Hanöffner

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