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Deutsch ABI LK eat it. Jan Oltmer 2011
Deutsch ABI LK
eat it.
Jan Oltmer
2011

Aufbau

Prosa Analyse

1) Einleitung

a. TATTZ

2) Hinleitung

a. Romankontext

b. Inhalt

c. Leitthema

3) Analyse

a. Kurzcharakteristik

i. Auffälligkeiten

b. Analyse

i.

Sinnabschnitte

ii.

Sprachliche Wirkungselemente

iii.

Personenkonstellation

iv.

Kontraste

v.

Veränderungen

vi.

Motive

vii.

Etc.

4) Was passiert dann? 5) Schluss

a. Biographische Einordnung

b. Bedeutung für das Werk

c. Bedeutung für Epoche

d. Persönliches Urteil

Bei der Epikanalyse zusätzlich Regieanweisungen sowie etwaige Requisiten, Bühnenaufbau etc. berücksichtigen.

Grundsätzlich vom Äußeren zum Inneren, vom Allgemeinen zum Speziellen.

Sachlich und im Präsens

Gedichtanalyse

Gedichtanalyse Charakterisierung

Charakterisierung

a. TATTZ 2) Charakterisierung

a. TATTZ 2) Charakterisierung 3) Fazit Bei Äußerungen anderer Figuren Subjektivität beachten. Zitieren („Direktes

3) Fazit

Bei Äußerungen anderer Figuren Subjektivität beachten.

Zitieren

(„Direktes Zitat“ Z.58) „Direktes Zitat“ (Z.58) „Direktes Zweizeilenzitat“ (Z.58f.) „Direktes Mehrzeilenzitat“ (Z.58ff.) „Direktes verkürztes Zitat kann auch mit Z indirektes Zitat (vgl. Z.58ff.) „Zitat das falsch ist“ [sic.] (Z.58)

f.

(

)

Art“ (Z.58)

Epochen:

Klassik (1786-1832):

Unruhige Zeit (Franz. Revolution) Mensch soll durch Literatur aufgeklärt werden Humanität und Toleranz Harmonie statt Egoismus Zeitlosigkeit Einheit von Natur und Geist Einsicht der Strafe Drama als wichtigstes Literarisches Werk Nationalliteratur Orientiert an Antike Zufriedenheit Charakterschönheit Harmonie von Neigung und Pflicht Dann ist er Abbild Gottes

Form

Geschlossene Dramenform (Pyramidal Schema) Stilisierte Kunstsprache

Vertreten durch:

Faust (Goethe) 1808 Don Carlos (Schiller) 1787

Sturm und Drang (1765-1785) Geniezeit Aufklärung! Freiheitswille Spontanität Emotionen Impulsiv Abseits gewohnter Formen Gegen Adel, trostloses Leben, feste Tradition Literatur als Auflehnung gegen Autorität Subjektivität

Form

Drama (Offen, geschlossen)

Vertreten durch:

Don Carlos (Friedrich Schiller) (1787) Faust (Johann W. Goethe) 1808

Poetischer Realismus (1850-1890) Ästhetisierung der Realität Geschöntes Bild des allgemeinen Lebens Charaktere meist Proletarisch, normale Bürger Revolution in Deutschland (Märzrevolution 1848) keine Besserung Hoffnung auf bessere Zukunft bei trostloser Gegenwart Wendung gegen Klassik und Romantik, Darstellung des Normalen Regionalismus In Zentrum steht das Individuum Hässliches wird weggelassen Künstlerische Beschreibung der Wirklichkeit

Form

Beliebt: Novelle Roman (Gesellschaftsroman bspw.)

Vertreten durch:

Irrungen Wirrungen (Theodor Fontane) (1888)

Vormärz, Junges Deutschland (1815-1848) Ablehnung der Restauration Freiheitsgedanke Revolutionsgedanke Revolution in Frankreich (1830) Ablehnung Adel / Militär Meinungsfreiheit „Hessischer Landbote“ Krieg den Palästen, Friede den Hütten

Vertreten durch:

Woyzeck (Georg Büchner 1834)

Expressionismus (1905-1925) Expressionismus= Ausdrücken Stilistische Vielfalt Politische Repression Großstadtproblematik Sexualität Patriarchismus Macht der Gesellschafts- und Familienstruktur Verlorenheit des Individuums Identitätsverlust Frühexpressionismus: Alltägliches Leben

Vertreten durch Das Urteil (1912) franz Kafka Die Verwandlung (1912) Franz Kafka

Form

Novelle Erzählung Surrealer Parabelcharakter

Exilliteratur / (Literatur zwischen den Weltkriegen) (1933-1945) Exilium = Verbannung Opponieren gegen Gesellschaft Unterdrückung der Massen und des Individuums Politische Verfolgung Übermächtige Gesellschaft Isolation Flucht Didaktisch

Vertreten durch Das Leben des Galilei (Bertolt Brecht) (1939)

Romantik (Lyrik) Volksliedhafte Einfachheit Höchstmaß an sprachlicher Kunst Natur- Erlebnislyrik Übersinnliches, Transzendales Todesmotiv Blaue Blume (Sehnsucht, Liebe, Wanderschaft) Mittelalter als Vorbild Verfließen der Künste, Universalpoesie Völlige Individualisierung Dunkelheit, Erotik Unabhängigkeit Leidenschaftlichkeit Sehnsuchtsmotiv Nachtmotiv (Verschmelzung von Sinneseindrücken) Spiegelmotiv (Numinoses) Doppelgängermotiv Okkultismus Flucht ins Private, dennoch beeinflusst vom Nationalismus Novalis E. T. A. Eichendorff

Autoren

Franz Kafka Prag Wollte seine Werke nicht veröffentlicht haben (Max Brod) Geniecharakter Jüdisch, nicht religiös Starb an Tuberkulose Offenbartes Vater Sohn Komplex Schwächlicher Körperbau Bindungsprobleme Unwirtschaftlich Kränklich Wirft sich Emotionale Kälte vor Tatsächliches Vater nicht so schlimm Brillanter Schwimmer (Tod durch Ertrinken das Urteil) Durchaus Frauenschwarm Geachteter Arbeiter einer Versicherungsfirma

Fazit

Gestörte Selbstwahrnehmung, Minderwertigkeitskomplexe Versagensangst

Goethe Berühmt in ganz Europa Vielseitiger Schriftsteller Begründer von Sturm und drang sowie Weimarer Klassik Repräsentant des geistigen Deutschlands Hochgebildet, höchstgeachtet, Weltliterat Wissenschaftlich aktiv Frauenproblematik (Charlotte Buff) Schriftstellerfreundschaft Schiller Im Staatsdienst Bis kurz vor dem Tode literarisch Aktiv (Diktierte Faust 2)

Schiller Bedeutender Dramatiker, Lyriker, Balladenlyrik Harte Kindheit (Militärischer Drill auf vom Herzog erzwungener Schule) Lange Bettnässer (15) Früh literarisch aktiv (13) Zarte geheime Rebellion (Tabakschnupfen, Schriften) Widersetzte sich Herzoglichen Geboten (Die Räuber) und durfte nicht weiterschreiben Flucht Politisches Asyl, schrieb weiter Kant Liebhaber

Christoph Hein DDR- *Leipzig Veröffentlichte auch in der BRD Kein Arbeiterkind Gebildet, Abitur Arbeit als freier Schriftsteller, Übersetzer Redakteur Sollte Theaterintendant des Deutschen Theaters werden -> Pressedruck Lehnte wegen des Drucks der Theaterwelt, Kritiken der Presse, ab

Christa Wolf DDR-Schriftstellerin Nach Wiedervereinigung Sündenbock Exempel für negativ geachtete DDR Literatur Überzeugte Sozialistin von Anfang an bis zum Ende Gegen Wiedervereinigung Redakteurin Stasi Spitzel Durch öffentliche Demontage schwer gezeichnet Kontroverse Aufnahme ihrer Werke Befasst sich gerne mit mythologischem

Bertolt Brecht Begründer episches Theater (Regt Rezipienten zum Nachdenken an) Überzeugter Kommunist Frauenverbrenner Unterdrückt im faschistoiden Deutschland Exil in Dänemark, Amerika Werke im Exil verfasst 1948 zurück in der Sowjetischen Besatzungszone Beobachtete DDR Sozialismus kritisch „Von oben, nicht aus dem Prol.“

Theodor Fontane Gutbetuchte Apothekerfamilie Literarischer Studentenverein Arbeit als freier Schriftsteller Problematisch Erlebte Weimarer Republik als Druck, Vertraute auf Liberalisierung Redakteur Antisemit ! Geachtet (Ehrengrab in Berlin) als Herausragender Vertreter d. Poet. Realismus

Georg Büchner Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Revolutionär Erfolgreiche Familie (progressiv denkende Geschwister und Vater) Schwere Beziehung zum napoleontreuen Vater Schätzte Naturwissenschaften „Lebendiges, was nützt der Tote Kram?“ Studierte die Geschichte der Revolution Bereits als Schüler politischer Aktivist Erlebte die Juli-Revolution in Frankreich, genoss das liberale Klima „Hessischer Landbote“ 1934, radikale linke Flugschrift Friede den Hütten, Krieg den Palästen Gesellschaftlich verfolgt, Steckbrieflich gesucht, politisches Asyl in Straßburg Fatalismus-Brief, Der Mensch als Spielball der Geschichte, als „Schaum auf der Welle

Werke

Kafka

Das Urteil 1913 Kafka Novelle, surrealistisch

Georg ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, erfolgreicher als Vater Hat einen alten Freund in Petersburg Steht vor einer heirate Will dies dem freund nicht erzählen (dieser ist erfolglos, will ihn nicht verletzen) Frau überredet ihn Er schreibt die Heiratsabsichten dem freund Konsultiert dennoch seinen Vater (Respektsperson) Dieser demontiert ihn, sagt er kenne und liebe den Freund mehr als ihn Streit Verurteilt vom Vater zum Tode Sohn bringt sich um (Brückensprung -> Kafka konnte super schwimmen!)

Vater ist erst bejammernswürdig und Georg unterlegen Georg verspricht mehr um ihn zu sorgen Vater reagiert böse darauf Alles was Georg erreicht habe habe er durch ihn erreicht Er habe kontakte zum freund Beleidigt Sohn und verlobte Georg unfähig, ängstlich Wellenbewegung von nutzlosem auflehnen

Freund ist Kafkas eigene eingebildete Persönlichkeit (erfolglos, kränklich, solo) Liebe des Vaters zum Freund drückt die Sehnsucht Kafkas nach Liebe aus

Vater Sohn Konflikt: sich abnabelnder Sohn wird wieder zum Kind demontiert Machtkampf ausgedrückt durch Bewegungen (aufstehen, niederlegen, etc.)

Georg = Kafka (silbenzahl)

Die Aneignung von Macht durch das eine Subjekt kann nur durch die Entmachtung des anderen Subjekts erfolgen.

Die Verwandlung 1912 Erzählung in novellenform

1) Metamorphose Depravation Gregors Kontrast aus ungeheuerlichem Erzähltem und nüchternem Stil Gregor muss arbeiten, da Vater schulden bei Chef hat Unüberwindbare ökonomische Abhängigkeitsverhältnisse Prokurist stellt Unterdrückung durch Gesellschaft dar Vater cholerisch

2 zusammenleben

Familie muss arbeiten Hat geheimes vermögen, Kafka nicht sauer Gregor akzeptiert Käfer Gestalt Erinnert sich aber an Menschlichkeit zurück Auflehnen wird mit Verletzung durch Vater bestraft Obwohl Gregor nur gutes möchte Vater wird als mächtig dargestellt Grete von unnütz zu brav

3 allmähliches sterben

Gregor wird vernachlässigt wenn Untermieter weg, darf er Familienleben passiv zugucken Eltern biedern sich Untermietern an Vater ist Garnichts so mächtig Eklat mit Untermietern durch auftreten Gregors Schwester wird Respektsperson (trägt Hals frei) Schwester verlangt weggehen Gregors

Dienerin als Symbol der Unterdrückung durch Gesellschaft Gregor isst fast nichts mehr stirbt jämmerlich Ausflug ins freie Schwester neue Hoffnung

Frauenbild:

Unnütz -> neue Hoffnung -> dennoch Mann suchen -> keine Mündigkeit Grob -> Haushälterin Mutterinstinkt, schwäche -> Mutter

Stil:

Kontrast aus emotionslosem schreibst und unglaublichem Inhalt Erzählperspektikve Erzähler durch Gregor reflektiert Erst nach Gregors Tod direkter Erzähler

Verwandlung:

Direkter einstieg Erst nur äußerlich Dann innerlich Wellenbewegung (Gregor Tierisch, menschlich, tierisch Im Tode Mensch ! Nur Steigerung vorhandener Verhältnisse Entmenschlichung in Menschengestalt durch Arbeitstier Charakter

)

Gesellschaft:

Ausnutzend (Familie) Eingebildet (Untermieter) Nur kurz liebevoll (Schwester) Verletzend (Vater Dienerin) Tödlich (indirekter Todes wünsch Schwester)

Motive:

Licht schlaf Selbstverleugnung Ohnmacht Straußenfeder -> Gerechtigkeit Zimmerverteilung gestörte Kommunikation Zimmer als Festung und Gefängnis Fenster -> Verbindung zur Außenwelt

Bezüge:

das urteil -> bemühter Sohn, Niedergang, Selbstmord, aufstieg Irrungen Wirrungen -> Gregor Botho -> pflichten Don Carlos -> Carlos, verweichlicht

Autobiographisch:

Mutter -> Kafkas Mutter Vater -> Kafkas Vater (nicht gescheitert) Gregor -> Kafka (Kafka nicht erfolgreich) Schwester -> ottla und elli Gregor als diskriminierter Kafka, gestörte Sexualität Kafka selbst verneint dies!

Brief an den Vater (Nie abgeschickt) Stimmt so nicht!

Vater: ungebildet, hochgearbeitet Franz: unselbständig, verweichlicht Schwestern als Emmanzen Mutter: mütterlich, dem Vater zugetan Kafka versucht sich beim Vater einzuschleimen, scheitert Verteidigungs- und Anklageschrift

In seiner frühen Kindheit ein garten 2005 Christoph Hein Roman mit Wirklichkeitsbezug

Inhalt

1) erste fünf Jahre nach Gregors Tod Zurek sichtet material schreibt an Minister wegen Ungereimtheiten er braucht Gewissheit um Sohn abzuschließen gleichzeitig dennoch Normalisierung des alltags

2) direkt danach schwere zeit Pressur durch Medien und Staat Beerdigung nach langem kämpfen (Zurückhaltung der Leiche durch Staat) Schilderung Familienbeziehungen

3) sieben Monate nach Tod Olivers Zureks Entfernung vom Staat Kontakt zum Umfeld Olivers (Katharina) akzeptiert als Schwiegertochter

4) rede Zureks in alter Schule, widerruf Amtseid, Abschluss

Frauenbilder:

Mutter: mütterlich, einsetzend Christin: gefühlskalte Beamtin Katharina: weibliche Terroristin, Weiblichkeit bewahrt trotz Terror

Gesellschaft:

Falsch Eigene Kontrollmechanismen funktionieren nicht Grenzschutz außer Rand und band Metapher Gierige presse ohne Rücksicht Kapitalistisches System (Geld Gericht, Mann Christin) Wahrheit verleugnend

Hintergrund:

GSG-9 Einsatz, Bad kleinen, RAF- Terroristentruppe

Rezension:

Enttäuscht -> eintöniger Stil Verklärung von RAF Verbrechen Kritische Auseinandersetzung mit Demokratie: positiv

Autobiographisch:

Hein als DDR Mann nimmt sich Weststoff (RAF) an Hein wird auch von der Öffentlichkeit gemobbt (Theatereklat)

Irrungen Wirrungen 1888 Roman (Berliner alltags Geschichte)

Die Sitte gilt und muss gelten, aber dass sie’s Muss, ist mitunter hart.

Berlin, 1870

Personenkonstellation

, ist mitunter hart. Berlin, 1870 Personenkonstellation Motive Standesübergreifende ehe unmöglich Gewollte

Motive

Standesübergreifende ehe unmöglich Gewollte Freiheit des Individuums Bindung Blumen (Unkraut vs. Blume, Adel vs. Proletariat, Botho vs. Lene) Fenster (Freiheit, frische Luft) Luft (Stickig -> Drückend) Alltagsleben vs. Ausbrechen

Namen Franke: der freie Lene: Maria Magdalena Botho: Gebieter (Eigentlich schwach) Käthe: rein (Hure)

Frauenbild:

Pflichtbewusste ideale Arbeiter frau Lene Huren bei Hinkels Ablage Verschwenderisch: Bothos Mutter Kinder kriegen: Wirtschafterin Jungfräulichkeit Beschränktheit: Dörr, Käthe Triebgesteuert Käthe Lene intelligenter als Botho (Sieht Ende der Bez. Hervor) Ungebildet (Lenes Rechtschreibfehler)

Gesellschaft:

Druck durch stände Erhalt des Ständegefüges steht über persönlicher Freiheit Geschwätz: Kirche Fassade Determinismus

Stil

Auktorialer Erzähler Chronologische Erzählstruktur poetischer Realismus genaue Charakterisierung der Figuren implizierte Gesellschaftskritik Ironie (Namen) Genaue Schilderung der Umgebung (Anfangsszene)

Zeitraum Regierungswechsel Preußen Nicht erfolgende Liberalisierung -> Niedergeschlagenheit Reiseliteratur als Sehnsuchtsmotiv

Bezug:

Gretchen Lene (Reinheit) Botho Gregor (Untergang in Pflicht) Käthe Gretchen (Triebe) Botho Georg (Untergang in Pflicht)

Woyzeck Dramenfragment, soziales Drama Büchner

1836/37

Inhalt

Woyzeck wird gemobbt, arbeitet sich doof, Wissenschaft nutzt ihn aus, Gesellschaft nutzt ihn aus, frau betrügt, er wird verrückt, tötet frau

Stil

Umgangssprache vs. Hochdeutsch um Stand zu verkünden Ellipsen Authentizität Sprachebenen charakterisieren Namensgebung

Anspielungen Bibel Faust (rote Schnur hals)

Motive

Eifersucht Flucht aus Gesellschaft Dummheit der Wissenschaft Feuer (Wahnsinn) Mord

Woyzeck Physisch und psychisch labil durch Doktor und Gesellschaft Unterordnung oder runterputzen Marie ist Zentrum und Lebensmittelpunkt seines Lebens Mord an Marie als Ausweg aus der Gesellschaft, Selbstzerstörung

Frauenbilder Tambourmajor reduziert Frau auf Fortpflanzung, Sex Sehnsucht nach Aufstieg (Marie erhofft sich gute Partie) Steht auf schmuck Egoistisch (Dankt Woyzeck nicht) Opfer männlicher Gewalt Unmündig

Gesellschaft:

Unterdrückt

Stellt bloß

Bezug:

Irrungen Wirrungen (Gesellschaftspressur) Faust Galilei (Wissenschaft) Hein (Gesellschaftsauflehnung)

Briefe Büchner

An die Familie (1833) Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es Gewalt Radikalsozialistische Tendenzen

An die braut 1834 Ich studierte die Geschichte der Revolution Ich gewöhne meine Augen an Blut, aber ich bin kein Guillotine Messer

An die Familie Der dramatische dichter ist Geschichtsschreiber

An Gutzkow:

Die zeit ist materiell Sie werden nie über den riss zwischen gebildeten und ungebildetem Volk herauskommen

Themen:

Der dramatische dichter: nicht als Lehrer der Moral sondern Erzähler der Geschichte Fatalismus der Geschichte: der einzelne nur Schaum auf den wellen

Der hessische Landbote Pamphlet gegen soziale Missstände der zeit

Fazit:

Radikale Stimmung Büchners als Liebhaber der Revolution bei gleichzeitiger Verachtung des deterministisch, fatalistischen Charakters der Gesellschaft wird klar

Medea Stimmen (1996) Roman mit mythologischem Bezug Christa Wolff

Stil:

Fragment artig erzählte Handlung weitab von Chronologie Verwirrung Empathisch durch erzählende Charaktere geprägt Anstrengend nachzuvollziehen

Gesellschaft Kongruenz von Kolchis (frei) und Korinth (gekünstelte Hochkultur) Jagender Mob Gerede

Frauenbilder:

Stolz (Kolchis) Unterdrückt (Korinth) Verrückt

DDR-Bezug Kolchis als matriarchisch sozialistisches System (gew. gescheiter)

Bezüge:

Frauenbilder Wissenschaft (Astrologie / Astronomie) Falschheit der Gesellschaft

Das Leben des Galilei 1939 Episches Stück / Drama Bertolt Brecht verfasste es im dänischen Exil

Inhalt:

Zeit des Umbruchs (Alte Welt / Neue Welt) Galilei entdeckt Neuheit die Kirche nicht gefällt Widerruft sie Wird am Ende doch veröffentlicht

Frauenbilder:

Nicht wissenschaftlich (Beschäftigen sich mit Haushalt / Sarti) Dumm, kann nur gut Aussehen -> Mann sieht es so (Virginia)

Gesellschaft:

Ambivalent Fortschrittsgedanke der Wirtschaft vs. Deckelung der Kirche die allmächtig ist Falschheit (Kirche nutzt Fortschritt, aber lehnt Neuerung ab) Kapitalistisch (statt Wissenschaft Geldgier)

Galilei:

Genussmensch vs. Wissenschaftler

Bezug:

Hein (Neuerung der Gesellschaft) Pressur der Gesellschaft Frauenbilder

Stil:

Soll zum Nachdenken anregen Antithetische Struktur (Kontraste werden angeführt) Bibelstellen

Wissenschaft:

Fortschritt der Welt Dennoch Mittel zum Geld verdienen und profilieren Von Kirche verdammt

Faust 1808

Goethe

Drama

Inhalt

1)

Faust in seiner Studierstube -> teuer aber schäbig Zweifel an Wissenschaft Sie erklärt nicht genug (Was die Welt im Innersten Zusammenhält) Wendet sich Magie zu Beschwört Erdgeist Merkt, wie nichtig er ist Will sich umbringen Ostergeläut rettet ihn

2)

Spaziergang in der Natur Faust liebt sie Faust geachtet -> zu unrecht Zwei Seelen Faust will reisen, erkennt Genuss des Lebens Schwarzer Pudel erscheint

3)

fauste übersetzt Bibel anders -> tat statt Wort Pudel wird durch Bibel fuchsig Mephisto erscheint

4)

Teufels Pakt Mephisto dient fauste dafür dient fauste Mephisto im jenseits, wenn dieser ihn zum ruhen bringt fauste fühlt sich überlegen -> Pentagramm, Teufel gefangen ist aber unterlegen -> Teufel befreit sich durch Schlaflied der Geister

5)

aufgelagert Mephisto schleimt sich ein produziert wein und Feuer manipuliert Menschen Teufel beherrscht Menschen

6)

fauste sieht in Hexenküche Gretchen im Spiegel jungbrunnentrank

7)

fauste trifft Gretchen auf Straße bietet arm an, wird abgelehnt fauste ist verfallen Mephisto hat aber keine Gewalt über sie -> sie ist rein, kommt vom Pfarrer fauste verlangt ein Geschenk für Gretchen

8)

Gretchen denkt über Faust nach ist angetan findet den schmuck sieht aufstieg, träumt vom höheren Stand

9)

Mephisto sauer Gretchens Mutter hat den Schmuck bei der Kirche abgeliefert (alles verschlingend) fauste instruiert ihn, über die Nachbarin Kontakt zu Gretchen herzustellen

10)

fauste besucht Gretchen bei ihrer Nachbarin Mephisto stellt gerissen kontakt her (Mann tot)

11)

fauste weigert sich, darüber Zeugnis abzulegen (hat den Toten nicht gesehen) wird aber von Mephisto überredet, fauste ist gierig auf Gretchen

12)

fauste trifft Gretchen bei der Nachbarin Gretchen wird als perfekt reines Mädchen geschildert Mephisto spielt mit der Nachbarin

13)

Techtelmechtel Faust und Gretchen Gretchen ist demütig

14)

fauste ist unglaublich glücklich in einer waldhöhle dankt der Natur, Erdgeist (Bezug Klassik!) wird von Mephisto gestört, verflucht ihn da er in ihm Begierde auf Gretchen weckt er will Gretchen, komme was wolle

15)

Gretchen hat ihre Seelenruhe verloren ihre unschuldige Welt fällt in sich zusammen

16)

Gretchenfrage (Wie hast dus mit der Religion) fauste sagt nichts direktes stellt sie aber zufrieden (naiv) Gretchen wird zum Gegenspieler Mephistos Faust gibt ihr ein tödliches Schlafmittel für Mutter

17)

Lieschen Gerücht Gretchen erkennt ihre verlorene Unschuld, Sünde

18)

Gretchen bittet die heilige Jungfrau um Beistand, scheint gläubig zu sein

19)

Faust und Mephisto kämpfen mit Valentin, Valentin findet seinen Tod durch Faust Gretchen wird öffentlich als hure dargestellt Sie hatte nur einen Wert durch ihre Unschuld

20)

Wird in der Kirche ohnmächtig durch einen bösen geist, der ihr ihre schuld aufzeigt Ist schwanger Lied vom jüngsten tag

21)

Faust Walpurgisnacht Dem Okkulten verfallen sieht Gretchen hingerichtet im Nebel

22) Theaterstück Oberon titania

23)

Faust ist böse auf Mephisto denn Mephisto ist Gretchen egal Faust verlangt daher die Rettung Gretchens

24)

Am Hexenfels tanzen die Hexen

25)

Gretchen ist im Kerker Faust will sie befreien sie erkennt ihn nicht er ist nicht der Selbe soll sein von Gretchen ermordetes Kind retten soll Grabsteine machen Gretchen geht nicht mit sie ist gerichtet vs. sie ist erlöst Gott vs. Teufel

Gretchen Tragödie Verfallen des unschuldigen Mädchens an Faust

Gelehrtentragödie Verfallen des gelehrten an den Teufel

Stil

Kunstvoller Knittelvers (wie beim historischen Faust) außer trüber tag

Historie Zeit des Umschwungs Wissenschaft war lange Schabernack (Alchemie) Ausgang mittelalter

Faust

Wissenschaftler, betont wohlwollend, redet gerne, sowohl schweigsamer wie auch neugieriger Gast/Zuschauer (Auerbachs Keller, Hexenküche) sein Ziel ist die Erfüllung der Gier nach Wissen, das Verstehen nach dem Sinn der Existenz

Mephisto Teufel, Teil des göttlichen Werkes, will das Böse aber schafft immer das Gute, Narrenrolle ermöglicht Kritik (an Uni, Kirche), Verwandlungskünstler, hat verbindende Funktion (zieht im Hintergrund die Fäden). Wichtig: Teufel = Knecht Gottes, ist nicht wirklich frei!

Gretchen Kleinbürgerlich, Idealistische Frauengestalt (Reinheit, absolute Liebe, Gläubigkeit, stark Eindringlich), realistische Eigenschaften (Lästern, träumt von Schmuck etc.), Entwicklung vom Mädchen zur Frau (leidenschaftliche Hingabe führt zu Sünde, ist aber bereit Konsequenzen zu tragen), wird zu gleichwertigen Gegnerin von Mephisto durch ihre Ideale selbst in Extremsituationen wie im Kerker.

Don Carlos, Infant von Spanien (1787) Drama / Dramatisches Gedicht Friedrich Schiller

Inhalt

1) Exposition Don Carlos offenbart Domingo, dass er unglücklich ist und ein schreckliches Geheimnis hat. Seine Beziehung zu seinem Vater wird schlecht dargestellt, er kannte ihn nur durch Bestrafungen. Sein auftretender Jugendfreund Posa versucht ihn für die Freiheit der Flandrischen Provinzen zu gewinnen. Carlos offenbart diesem seine Liebe zu seiner Stiefmutter und Posa arrangiert ein Treffen mit Elisabeth. Elisabeth teilt die aufklärerischen Gedanken des Marquis von Posa und wird in ihrer Naturverbundenheit als Idealfrau der Klassik dargestellt. Die Begegnung von Carlos und Elisabeth lässt allerdings klar werden, dass die Unglückliche Liebe nicht erfüllt werden kann, obwohl diese vor der Ehe mit dem König zusammen waren. Stattdessen solle Carlos sich dem Volk zuwenden. Das Auftreten des Königs zwingt den Kronprinzen zur Flucht, ein Treffen der Königin ist aufgrund der Hofetikette untersagt. Der König verbannt die Hofdame der Königin, da diese sie alleine gelassen hat und bezeugt damit das enge Korsett der höfischen Regeln. Außerdem stellt er seinen Willen heraus, die Welt zu missionieren und den Freiheitsgedanken in Flandern mithilfe von Alba niederzuschlagen.

2) Zuspitzung Carlos bittet seinen Vater darum, als Statthalter nach Flandern zu gehen, was allerdings abgelehnt wird. Selbst wenn der König den Infanten als weich und schwächlich betrachtet, kommt er nicht umhin, beeindruckt zu sein. Dies schwächt die Position Albas. Ein an Carlos gesendeter Brief bittet den Königssohn, in ein Zimmer der Königin zu einem Rendezvous zu kommen. Er denkt, es sei die Königin, doch die Dame entpuppt sich als Prinzessin Eboli, welche ihm ihre Liebe offenbart. Carlos verletzt mit seiner Ablehnung die Hofdame der Prinzessin, ergattert allerdings ein den König kompromittierendes Schreiben. Dieser stellte Eboli nach. Die Prinzessin erkennt, dass Carlos die Königin liebt und beschließt, dies dem König zu verraten. Sie intrigiert mit Domingo und Alba, man möchte die Sachen der Königin nach Beweisstücken durchsuchen. Der Marquis schließlich nimmt Carlos den Brief Ebolis weg und bringt den Infanten zur Vernunft.

3) Höhepunkt Der König ahnt die Affäre des Infanten mit seiner Verflossenen, doch er beschuldigt auch Alba und Domingo des Komplotts. Philipp wird klar, wie einsam er in seiner Rolle als König ist. In seiner Suche nach einer vertrauenswürdigen Person trifft er auf Posa. Posa offenbart dem König zwar seine Aufklärerischen Absichten, steigt aber dennoch in seiner Gunst und wird beauftragt, die Wahrheit über Carlos und Elisabeth herauszufinden.

4) Fallende Handlung Die Königin erzählt dem König das Aufbrechen ihrer Schatulle und den Diebstahl der Briefe und des Medaillons des Infanten. Dies stachelt die Eifersucht des Königs weiter an. Bei einem Gespräch Elisabeths und Posas kommt heraus, dass der Infant fliehen muss. Lerma warnt unterdessen Carlos, dass Posa ein Vertrauter des Königs ist, was ihn nicht davon abhält, diesem seiner Brieftasche samt Briefen zu geben. Der über alle maßen eifersüchtige König wird cholerisch, weshalb die Königin zusammenbricht. Der hinzugezogene Posa soll den Infanten wegen Auflehnens verhaften und tut dies auch. Allerdings scheitert sein höheres politisches Ziel, die protestantischen Niederlande zu befreien. Denn Alba soll als Statthalter nach Flandern. Madrid revoltiert unterdessen und fordert die Freilassung des Infanten.

5) Katastrophe Don Carlos ist im Gefängnis und geht davon aus, das Posa nun gegen ihn ist. Der Marquis erklärt sich ihm allerdings. Er hat einen ihn selbst kompromittierenden Brief hinterlassen, welcher den Verdacht auf sich lenken soll. Eine Begnadigung des Prinzen schlägt dieser aus, er wolle nur von dem König persönlich befreit werden. Posa wird hinterrücks erschossen. Der erscheinende König begnadigt Carlos, wird aber von diesem des Mordes bezichtigt. Der König durchschaut gekränkt die Absicht des Marquis und beschließt, die Menschheit dafür büßen zu lassen. Daher bespricht er sich mit dem Großinquisitor, wobei offensichtlich wird, dass die Kirche die wahre Macht innehat. Beide beschließen den Tod des Infanten. Dieser ist unterdessen durch eine List in die Gemächer der Königin eingedrungen und unterrichtet sie davon, seine Liebe von nun an der Menschheit zu schenken und vergessenes politisches Bestreben aufleben zu lassen. Für eine Flucht ist es allerdings zu spät, denn der auftretende König lässt Carlos verhaften und abführen. Dies sorgt dafür, dass die Königin zusammenbricht.

Don Carlos als geschlossenes Drama der Klassik

Einheit des Ortes: Wenige Spielorte (Spanischer Hof) Einheit der Zeit: 1 Tag (Nur wenige Tage) Einheit der Handlung: Geradlinige Handlung Ständeklausel: Alle Protagonisten Mitglieder eines hohen Standes Verssprache: Blankvers Aufbau: entspricht Freytags Pyramidalschema

Blankvers Aufbau: entspricht Freytags Pyramidalschema Geschichtlicher Hintergrund: Spanisches Reich ist im 16.

Geschichtlicher Hintergrund:

Spanisches Reich ist im 16. Jahrhundert das mächtigste Reich der Erde und geprägt von der Inquisition. Die Personen gibt es tatsächlich, ebenso wie historische Ereignisse wie der Untergang der Armada 1588. Philipp II hat in Staatsfragen allerdings versagt und hinterließ ein verschuldetes Spanien. Alba ging als Tyrann in die Geschichte ein und ließ Zehntausende von der Inquisition hinrichten. Schiller ließ sich allerdings Freiraum, was reale Daten angeht. Die Ankunft Medina-Sidonias und Abfahrt Albas liegt in Wirklichkeit Jahrzehnte auseinander.

Aufklärung in Don Carlos

Verstand, Progression, Freiheit, Toleranz, Tugend, Naturverbundenheit Diese Werte werden besonders von der Königin (Naturverbunden) und Posa verkörpert. Damit nähern sie sich ebenfalls dem Ideal des klassischen Menschen an.

Frauenfiguren Willkürherrschaft unterworfen (Hofdamen) Vollkommen in Etikette gefangen (Elisabeth) Aufklärerisch (Elisabeth) Intelligent Intrigant, rachsüchtig, reumütig (Prinzessin Eboli)

Konfliktpotential Vater-Sohn-Konflikt Mutter-Sohn-Konflikt Konflikt aus politischem Ziel und Freundschaft (Posa)

Gesellschaft Bösartig Machtgierig In Etikette gefangen Einsam (König) Inquisition als wirklicher Machthaber Keine Befreiung zulassend Unterdrückend

Stil

Hochwertiger Blankvers

So, lasst krachen, fertig