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Filmprojekt 2009

JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

III. FILMPROJEKT 2009


Jean Renoir, Une partie de campagne

1. Biographie Jean Renoir

1894: Jean Renoir wird am 15. September auf dem Montmartre in Paris geboren. Er ist der
zweite Sohn von Aline Charigot und dem berühmten Maler der Impressionisten, Pierre Auguste
Renoir (1841-1919). Sein älterer Bruder Pierre (1885-1952) wird ein bekannter Schauspieler.
Der jüngere Bruder Claude (1901-1969) arbeitet später ebenfalls in der Filmbranche.

1897: Schon früh erhält Jean prägende kulturelle Eindrücke: er verfolgt regelmäßig mit großer
Anteilnahme die Kasperpuppen (Guignol) im Kaspertheater des Tuileries-Gartens und erlebt als
Dreijähriger eine Filmprojektion in einem großen Warenhaus. Der Lärm und der Lichtstrahl des
Vorführgeräts erschrecken ihn zutiefst.

1898: Die Familie zieht in die Bourgogne, den Herkunftsort der Mutter.

1907: Die Renoirs siedeln sich in Südfrankreich bei Nizza an, wo Jean das Gymnasium und später
die Militärschule besucht.

1915 engagiert sich Jean Renoir freiwillig an der Front des ersten Weltkrieges und wird in
Belgien so schwer verletzt, dass sein Bein beinahe amputiert werden muss. An dieser Verletzung
wird er sein ganzes Leben lang leiden.

1916: Wieder in Paris besucht Jean Renoir wieder eifrig das Kino (Charlie Chaplin, David Wark
Griffith).

1919: Tod des Vaters.

1920: Jean Renoir heiratet das letzte Modell seines Vaters, Andrée (Dédée) Heuschling. Die
beiden kaufen ein Anwesen in der Nähe von Fontainebleau bei Paris, wo sie als Keramiker
arbeiten. Ein Jahr später kommt ihr Sohn Alain auf die Welt, welcher in UNE PARTIE DE
CAMPAGNE den angelnden Jungen am Anfang spielen und die Filmklappe halten wird. In der
Nachbarschaft wohnen der Maler Cézanne und andere Künstler.

1924: Mit seiner Frau in der Hauptrolle (Pseudonym: Catherine Hessling) dreht Jean Renoir
seinen ersten Film, CATHERINE OU UNE FILLE SANS JOIE, auf den bald der zweite, LA FILLE DE
L’EAU, ebenfalls mit Dédée, folgt.

1926-1929: Unter professioneller Anleitung des Produzenten Pierre Braunberger dreht Jean
Renoir noch weitere Stummfilme, darunter die Literaturverfilmung NANA nach dem
gleichnamigen Roman von Emile Zola.

1929: Der Erfolg der Filme lässt auf sich warten, so dass Jean Renoir zusammen mit Braunberger
eine Reise nach Deutschland unternimmt, wo er mehrere Theater-Aufführungen von Bertolt
Brecht sieht.

1930: Jean Renoir trennt sich von seiner Frau, die sich darüber ärgert, dass sie im geplanten
Film LA CHIENNE nicht die Hauptrolle bekommt. Er verliebt sich in die Cutterin Marguerite

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Houllé, die von da an als „Marguerite Renoir“ im Vorspann seiner Filme auftaucht. In UNE
PARTIE DE CAMPAGNE (1936/1946) spielt sie die Bedienung in der Gastwirtschaft des Wirts
„Père Poulain“, dessen Rolle Jean Renoir darin selbst übernimmt.

1931: Mit der Hilfe von Braunberger, der inzwischen die Studios in Billancourt leitet, kann Jean
Renoir seinen ersten Tonfilm nach dem Theaterstück ON PURGE BÉBÉ von Georges Feydau mit
den Schauspielern Michel Simon und Fernandel drehen. Es wird ein Erfolg.

1932-1936: Er dreht mehrere erfolgreiche Filme und bekommt dadurch immer mehr Freiheit
bei seiner Arbeit als Regisseur.

1936: Jean Renoir unterstützt die Parteiarbeit der politischen Linken, was sich thematisch in
seinen engagierten Filmen widerspiegelt (z.B. LA VIE EST A NOUS). – Im selben Jahr dreht er den
Film UNE PARTIE DE CAMPAGNE nach der Erzählung von Guy de Maupassant, der fast nur aus
Außenaufnahmen besteht und sich im Gegensatz zu den politischen Produktionen Themen wie
Natur und Liebe im Film widmet. Wetterbedingt einerseits, andererseits unter Druck durch den
Folgeauftrag der Partei LES BAS-FONDS nach dem Theaterstück von Maxime Gorki, und nicht
zuletzt auf Grund der Kriegswirren bleibt UNE PARTIE DE CAMPAGNE zehn Jahre lang liegen.

1937-1938: Jean Renoir verfolgt seine kommunistische Gesinnung weiter im Film LA


MARSEILLAISE, arbeitet bei der vom Dichter Louis Aragon geleiteten Zeitung Ce soir mit und
verfilmt erneut erfolgreich eine Vorlage von Emile Zola: LA BETE HUMAINE.

1939: Er dreht LA REGLE DU JEU, einen Film, der mit offenen und verborgenen Beziehungen
spielt und damals als „unmoralisch“ verboten wurde.

1940-1951: Während der Kriegswirren schifft sich Jean Renoir mir seiner neuen
Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, dem Skriptgirl Dido, Richtung Amerika ein, wo er elf
Jahre wohnen wird. Dort arbeitet er zeitweise mit der Twentieth Century Fox zusammen,
freundet sich mit Ingrid Bergmann an und gründet eine kleinere Produktionsgesellschaft. Doch
seine Filme haben nicht denselben Erfolg wie vorher. 1946 erhält er nach Überwachungen durch
das FBI wegen seines Nahestehens zu pro-kommunistischen Vereinigungen schließlich die
amerikanische Staatsbürgerschaft.

1950: Jean Renoir dreht seinen ersten Farbfilm, LE FLEUVE, in Indien.

1951 kehrt er mit Dido nach Europa zurück, wo LE FLEUVE in Venedig den Preis der Kritik
erhält. Von nun an pendelt das Paar zwischen Paris und Beverly Hills.

1952: Sein in der Filmstadt Cinecittà gedrehter neuer Film LE CARROSSE D’OR wird von jungen
französischen Filmregisseuren der Nouvelle Vague (Godard, Truffaut, Rivette, Rohmer)
begeistert aufgenommen und der Regisseur Renoir als Vorbild „Le Patron“ gefeiert.

1958: Der schon 1937 entstandene Film LA GRANDE ILLUSION über die Begegnung von
deutschen und französischen Offizieren im ersten Weltkrieg erlebt einen erfolgreichen Neustart.

Bis 1979 dreht Jean Renoir noch einige Filme, arbeitet als Regisseur fürs Theater und
experimentiert mit dem neuen Medium Fernsehen. Mehr und mehr widmet er sich schließlich
dem Schreiben, verfasst eine Biographie seines Vaters Pierre Auguste Renoir, Romane und seine
eigenen Memoiren.

1979: Am 12. Februar stirbt Jean Renoir in seinem Haus in Beverly Hills. Orson Welles nannte
ihn in seinem Nachruf in der Los Angeles Times „Den größten Filmregisseur aller Zeiten“.

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2. Une partie de campagne (1936/1946)

Inhalt des Films:


An einem Sommersonntag zu Ende des 19. Jahrhunderts macht der Pariser Eisenwarenhändler
Monsieur Dufour mit seiner Familie einen Ausflug aufs Land. Er kehrt mit Frau, Tochter, und
seinem Gehilfen und zukünftigen Schwiegersohn in einem Landgasthaus am Flussufer ein, wo
das Mittagessen auf Wunsch als Picknick auf der Wiese serviert wird. Zwei ledige Stammgäste
beobachten die Pariser Familie und schmieden schon bald Pläne, wie sie die beiden Frauen zum
Vergnügen erobern könnten. Listig verleihen sie ihre Angeln an Vater und Zukünftigen, welche
sich sofort begeistert dem Fischen widmen. Damit sind die Frauen von der männlichen Aufsicht
befreit. Neugierig und abenteuerlustig stimmen Mutter und Tochter dem Angebot einer
Bootspartie der Stammgäste zu und werden von ihren Verehrern in zwei Booten zu idyllischen
Schlupfwinkeln am Flussufer gerudert. Während die Verführung der Mutter fröhlich und
folgenlos bleibt, verlieben sich Tochter Henriette und Henri bei ihrer gegenseitigen Hingabe
ineinander und werden sich nie mehr vergessen. Bei einem späteren Wiedersehen im Liebesnest
trifft die inzwischen verheiratete Henriette Henri wieder. Traurig begreifen sie die
Hoffnungslosigkeit ihrer Liebe und Henriette rudert zurück.

Stab:

Regie: Jean Renoir


Drehbuch und Dialoge: Jean Renoir, nach der gleichnamigen Erzählung von Guy de
Maupassant
Assistenz / Kostüm: Jacques Becker, Henri Cartier-Bresson, Luchino Visconti
Produktion: Pierre Braunberger
Musik: Joseph Kosma
Schnitt: Marguerite Houllé-Renoir, Marinette Cadicqx, Marcel
Cravenne
Drehzeit : 27. Juni – 15. August 1936
Drehort : Gemeinde Montigny-sur-Loing, Ufer des Flusses Loing
(Frankreich)
Premiere: 18. Dezember 1946, Paris
Dauer: 40 Minuten
Darsteller: Sylvia Bataille (Henriette)
Georges Darnoux (Henri)
Jacques B. Brunius (Rodolphe)
Jane Marken (Madame Dufour)
André Gabriello (Monsieur Dufour)
Paul Temps (Anatole)
Jean Renoir (Gastwirt „Le Père Poulain“)
Marguerite Houllé-Renoir (Kellnerin)
u.a.

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Entstehung:

Vorlage:
Renoirs Film lehnt sich an die Erzählung Une partie de campagne des französischen
Schriftstellers Guy de MAUPASSANT aus dem Jahre 1881 an. Die Erzählungen MAUPASSANTS
waren damals beliebte Inspirationsquellen für Filme: allein die Erzählung Boule de suif wurde elf
Mal verfilmt. Ohne sich um detailgetreue Wiedergabe im Sinne einer strengen
Literaturverfilmung zu kümmern, bleibt Renoir der erotischen, naturverbundenen Stimmung
der Erzählung in seinem Film treu (vgl. das Interview mit Jacques Rozier in: Cavagnac, Guy, Une
partie de campagne, S. 61ff.).

Titel: Partie de campagne oder Une partie de campagne ?


Ob der Filmtitel sich nun mit oder ohne Artikel schreibt, wurde viel diskutiert. – Tatsache ist,
dass Maupassant seine Erzählung Une partie de campagne genannt hatte, dass der Filmtitel Une
partie de campagne beim Dreh auf der Filmklappe geschrieben stand (siehe die Fotos vom Dreh
im Anhang) und dass das erste Filmplakat ebenfalls Une partie de campagne ankündigte. Das
dürfte die Entscheidung für die Verwendung des Artikels ausreichend rechtfertigen: Une partie
de campagne und Eine Landpartie.

Drehzeit:
Von 1936 an war Jean Renoir äußerst umtriebig, engagierte sich in der politischen Volksfront-
Bewegung, schrieb Artikel und Pamphlete und drehte sieben Filme in nur drei Jahren, darunter
den Film seines späteren internationalen Durchbruchs La grande illusion. Meist arbeitete er an
mehreren Filmprojekten gleichzeitig. So auch während der kurzen Drehphase von 1 ½ Monaten
für Une partie de campagne.

Da dieser Film im Freien abgedreht wurde, war er außerdem stark vom Wetter abhängig. Leider
regnete es in jenem Sommer 1936 häufig, was Jean Renoir dazu bewog, das Drehbuch
umzuschreiben und aufziehendes Gewitter und verregnete Flusslandschaft in seinen Film
aufzunehmen und so die Stimmung zu dramatisieren.

Als er im August desselben Jahres die Dreharbeiten zu Les Bas-Fonds aufnahm, bedeutete dies
gleichzeitig das Ende für Une partie de campagne.

Fertigstellung des Films:


Zehn Jahre später wurde Une partie de campagne schließlich von seiner ehemaligen Frau
Marguerite, zusammen mit zwei weiteren Beteiligten montiert. Jean Renoir nahm nicht an den
Schneidearbeiten teil, da er zu dem Zeitpunkt in Amerika wohnte. Fehlende Teile wurden durch
zwei Zwischentitel ersetzt, welche beide Fehler enthalten (das Jahr der Handlung muss „1881“
und nicht „1860“ heißen, denn für letzteres wäre die Kleidung zu modern; aus dem Zeitsprung
am Ende des Films, der im Originaltext nur „ein Jahr“ dauert, werden im Zwischentitel mehrere
„Jahre trauriger Sonntage“; und die „Zwischentitel“ werden „Untertitel“, „sous-titres“ genannt).
Uraufgeführt wurde der Film schließlich am 18. Dezember 1946 in Paris.

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Kurzfilm oder Langfilm?

Über die Länge des Films gibt es unzählige Debatten: lange wurde behauptet, Renoir wollte
ursprünglich einen Langfilm drehen, wozu der Produzent Pierre Braunberger den Regisseur
auch tatsächlich vorübergehend bringen wollte (s. Jean Renoir, Entretiens et propos, S. 131ff).
Angesichts des bestellten Filmmaterials, das genau für einen mittellangen Film reichte
(zwischen 800 und 1200 Metern, was einer Länge von 30-45 Minuten entspricht; s. Cavagnac,
Une partie de campagne. Éli Lotar, photographies du tournage, S. 89-91) und der Selbstaussagen
Renoirs, wonach er lieber einen mittellangen Film mit Sorgfalt drehen als einen schnellen
Langfilm-Dreh absolvieren wollte, und dass er ein Programm mit drei vierzigminütigen Filmen
im Auge hatte (s. Bonusmaterial der Doppel-CD), kann heute ziemlich sicher behauptet werden,
dass die mittlere Länge absichtlich gewählt wurde. – Dies schließt nicht aus, dass noch einige
wenige Studioszenen geplant waren und nie gedreht wurden: der Aufbruch der Pariser Familie
vor ihrem Laden, die Fahrt aufs Land mit Übergangslandschaften zwischen Stadt und Land, ein
Gespräch zwischen Mutter und Tochter über den schrecklichen Anatole, sowie die inhaltlich
zwei Monate später stattfindende Szene, als Henri im Eisenwarenladen in der Rue des Martyrs
erfährt, dass seine Geliebte inzwischen den Gehilfen geheiratet hat. – Doch als hätte er es
gewusst, hat Jean Renoir schon bei den Außenaufnahmen die letzte Schlussszene im ehemaligen
Liebesnest so gedreht, dass sie problemlos, und auch ohne die Studioszenen, an den übrigen
Film anschließt, weshalb André Bazin von Une partie de campagne sagen kann, es sei ein perfekt
abgeschlossener Film („un film parfaitement terminé“, s. Bazin, Jean Renoir, S.47).

Das Filmteam:
Die Dreharbeiten zu Une partie de campagne sollen insgesamt sehr kreativ und lustig gewesen
sein: bei den Mitwirkenden handelte es sich um ein buntes Künstlerteam, das JR durch seinen
Blick durch die Kamera zusammenhielt (siehe Fotos der Dreharbeiten im Anhang). Die
Funktionen waren nicht so genau abgegrenzt: so soll etwa Jacques B. Brunius nicht nur den
Rodolphe gespielt haben, sondern viel bei der Regieassistenz mitgewirkt haben, letzteres an der
Seite des späteren Fotografen Henri Cartier-Bresson und des späteren Regisseurs Luchino
Visconti, welche sich übrigens neben ihrer Assistenz auch um die Requisiten und die Kostüme
kümmerten. Jean Renoir hat seine ganze Familie beim Dreh eingespannt, angefangen von seiner
damaligen Frau Marguerite, die nicht nur die Bedienung spielte, sondern sich auch um Skript
und Schnitt kümmerte bis hin zum Sohn Alain, der ebenfalls mitspielen und die Filmklappe
bedienen durfte (vgl. O. Curchod, Partie de campagne. Etude critique, S. 10ff, sowie Foto im
Anhang). Ein solches Vorgehen ließ auch Platz für Zufälle, die Jean Renoir nutzte und in seinen
Film einfließen ließ: hier angesprochen war schon das schlechte Wetter, das die Grundstimmung
des Films verdunkelte. Ein weiteres Beispiel ist die durch Improvisation zufällig entstandene
Satyrszene des Rodolphe, der in komischer Manier Flöte spielend seine Dame bezirzt. Den
Kontrast zu dieser komischen Darstellung des einen Ruderers bildet anschließend der tragisch,
oder zumindest melodramatisch dargestellte Henri mit seiner unglücklichen Liebe zu Henriette,
was anfänglich weder bei Maupassant noch im Drehbuch derartig polarisiert angelegt war.

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Weitere Schwerpunkte der Kritiken:

Impressionismus mit neuen Mitteln:


Die Wiederaufnahme bekannter impressionistischer Gemälde in Une partie de campgne ist
unübersehbar: angefangen von der vierminütigen Schaukelszene im Film, wo Henriette im
hellen Kleid stehend schaukelt, genauso wie der Vater Auguste Renoir sein Mädchen auf der
Schaukel platziert hatte (s. Gegenüberstellung Filmausschnitt und Gemälde La balançoire im
Anhang) Weitere impressionistische Gemälde, die im Film wiederaufgenommmen wurden, sind
z.B. La grenouillère, Le déjeuner des canotiers (siehe Gemälde im Anhang) und selbstverständlich
Le déjeuner sur l’herbe von Manet. – Doch als Nachfahre des Impressionismus geht Jean Renoir
mit den neuen Mitteln der Fotografie und des Films bewusst weiter: wie bei der Fotografie (und
wahrscheinlich mit Unterstützung von Cartier-Bresson) schafft er Blende und Rahmen für das
Gesehene: erst durch das Aufstoßen der Fensterläden („Blende“) werden die schaukelnden
Frauen sichtbar, anfangs kadriert vom Fensterrahmen („Sucher“). Danach kommt das filmische
Mittel der bewegten Bilder zum Tragen: durch die Schaukelbewegung flirren Licht und Schatten
auf Haut und Stoff wie in der impressionistischen Malerei suggeriert. Zusätzlich erzeugt Jean
Renoir durch wechselnde und waghalsige Kamerapositionierungen (s. W.Nitsch,
Naturschwärmerei und Lichtspielkunst, S.51-58, in: Institut français / CICIM, Jean Renoir und die
Dreißiger, sowie die Abbildung der vor Henriette mitschaukelnden Kamera im Anhang) einen
regelrechten Rausch von Bewegungen. Vergleichbaren Schwindel rief er beim Filmen der
Bootsfahrten und der Flussansichten dadurch hervor, dass er die Kamera auf Boot oder Floß
mitfahren ließ.

Die Rolle des Wassers bei Jean Renoir:


Aus psychoanalytischer Sicht wurde viel über die Rolle des Wassers in den Filmen Jean Renoirs
geschrieben. Tatsächlich kommt das Element des Wassers in der Mehrzahl seiner Filme vor und
wird ausführlich und meisterlich gefilmt. Renoir sagte selbst: „Je ne conçois pas le cinéma sans
eau“ (« Für mich ist Kino ohne Wasser undenkbar“ ; Jean Renoir, Ma vie et mes films, S. 60).
Allgemein wird auf die Verbindung von Wasser, Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Erotik
hingewiesen (s. dazu F.Curot, L’eau et la terre dans les films de Jean Renoir, dessen Ansatz
hauptsächlich auf G.Bachelard, L’eau et les rêves zurückgeht).

Das Schaukelmotiv im Film:


Mit dem Motiv der Schaukel nimmt Jean Renoir nicht nur impressionistische, sondern auch
Szenen aus Gemälden aus dem 18. Jahrhundert (z.B. von Fragonard, Watteau) auf. Damit
erweitert er die erotische Komponente, die solche Szenen in der Malerei ausdrücken konnten.

Im Übrigen sind gefilmte Schaukelszenen auch in anderen Kulturkreisen Träger erotischer


Botschaften, als Beispiel sei hier nur der asiatische Film: Chunghyang von Im Kwon-Taek,
Südkorea 2000 genannt, wo der Gouverneurssohn die Tochter einer Kurtisane beim Schaukeln
(in Farbe) erblickt und sich sofort in sie verliebt (s. Abbildung im Anhang)

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Verwendete Literatur:

BAQUET, Maurice (Hg.), RENOIR / RENOIR, Katalog zur Ausstellung vom 26.09.2005 bis
05.01.2006 anlässlich des Einzugs der Cinémathèque française in ihre neuen Räumlichkeiten,
Paris: Éditions de la Martinière 2005

BAZIN, André, Jean Renoir, Paris : Éditions Gérard Lebovici 1989

CAVAGNAC, Guy (Hg.), Une partie de campagne. Eli Lotar, photographies du tournage, Paris :
Éditions de l’œil 2007

CAVAGNAC, Guy, Jean Renoir. Le désir du monde, Paris : Société des Découvertes – Éditions Henri
Berger 1994

CURCHOD, Olivier, Partie de campagne, Jean Renoir. Étude critique, Paris : Nathan 1995, Reihe
« Synopsis »

CUROT, Frank, L’eau et la terre dans les films de Jean Renoir, Paris : Lettres modernes – Minard
1990, Reihe « Études cinématographiques

GARSON, Charlotte, Le livre Jean Renoir, Paris : Cahiers du Cinéma 2007, Reihe : « Grands
cinéastes »

Institut français de Munich / CICIM (Hg.), Jean Renoir und die Dreißiger, Soziale Utopie und
ästhetische Revolution, München 1995

MAUPASSANT, Guy de, Une partie de campagne et autres contes, Paris : Hachette 1995, Reihe
« Classiques Hachette » (Erstpublikation der Erzählung in : La Vie moderne 1881)

MAUPASSANT, Guy de, Eine Landpartie. Novellen, aus dem Französischen von Christel Gersch,
Berlin: Aufbau 1989

NZZ online, Entflieht auf leichten Kähnen. Der Fluss, Ort von Gefahr und Bewährung, von
Träumerei und Liebe – ein filmisches Element, Artikel vom 7. August 2004
(http://www.nzz.ch/2004/08/07/li/article9LNB4.html )

RENOIR, Jean, Ma vie et mes films, Paris : Flammarion 1974

RENOIR, Jean, Mein Leben und meine Filme, aus dem Französischen von Frieda Grafe und Enno
Patalas, München: Piper 1975

RENOIR, Jean, Entretiens et propos, Paris : Petite bibliothèque des cahiers du cinéma 2005

DVD :

Une partie de campagne, 2 DVD, Paris : Studio Canal Vidéo 2005

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Anhang: Fotos

- S. 28: Porträt Jean Renoir

- S. 29: Gemälde Auguste Renoir:


La balançoire
(Die Schaukel)

- S. 30: Gemälde Auguste Renoir:


Le déjeuner des canotiers
(Das Frühstück der Ruderer)

- S. 31: Film Une partie de campagne : Ausblicke aus dem Fenster

- S. 32: Film Une partie de campagne : Mutter und Tochter im Gras


Rudern zum Liebesnest

- S. 33: Film Une partie de campagne : Großaufnahme :


Idylle schlägt um in Tragödie
Tanzender Satyr

- S. 34: Dreharbeiten: Alain Renoir mit der Filmklappe

- S. 35: Dreharbeiten: Spaß der ganzen Crew

- S. 36: Dreharbeiten: Die schaukelnde Kamera

- S. 37: Film Une partie de campagne : Schaukelszene

- S. 38: Schaukelszene aus Chunhyang von Im Kwon-Taek (Südkorea 2000)

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3. DIALOGLISTE

Ce film réalisé par Jean Renoir n’a pu être, pour des raisons de force majeure,
tout à fait terminé. En l’absence de Jean Renoir, actuellement en Amérique,
soucieux de respecter son œuvre et d’en conserver le caractère, nous avons
décidé de vous le présenter tel qu’il est. Pour le rendre compréhensible, nous
y avons ajouté deux sous-titres.

Monsieur Dufour, quincailler à Paris, entouré de sa belle-mère, de sa femme,


de sa fille et de son commis Anatole qui est aussi son futur gendre et son futur
successeur, a décidé, après avoir emprunté la voiture de son voisin le laitier,
en ce dimanche de l’été 1860, d’aller se retrouver face à face avec la nature.

ANATOLE Ça mord?

MONSIEUR Y a du poisson?
DUFOUR

LE GOSSE Y en a qui disent qu’y en a pu [plus]. Y en a qui disent qu’y en a encore. Le tout
c'est de savoir les prendre.

ANATOLE M’sieur Dufour!

M. DUFOUR Non mais, mes enfants, vous savez, je crois que nous avons tapé dans le mille.

Il y là un restaurant. Ça doit être le bon coin. On va déjeuner là. Ça te va


Madame Dufour?

MADAME Ça m’va.
DUFOUR

M. DUFOUR Le chemin passe sous le pont. Il va falloir faire le tour. Hue, cocotte!

MME DUFOUR Y a de l’ombre. On sera au frais.

HENRIETTE Y a des balançoires. On va s’amuser!

ANATOLE Qu’est que nous allons prendre comme poissons !

M. DUFOUR Je crois, mes enfants, que nous allons nous offrir un de ces p'tits balthazars.
Vous m'en direz des nouvelles!

MME DUFOUR „ Restaurant Poulain, Matelotes et fritures, cabinet de société, balançoires,


repas 2 francs 50. “

Le prix est raisonnable.

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M. DUFOUR Ho! Ho! Là.

MME DUFOUR Tiens.

M. DUFOUR Merci.

MME DUFOUR Aide-moi. C’est haut.

Ah non, voulez-vous bien rester tranquille, Monsieur Dufour.

LA SERVANTE Bonjour Messieurs-dames.

ANATOLE Avez-vous des cannes à pêche?

LA SERVANTE Non, Monsieur, on n’a pas d’ça.

ANATOLE Oh, on ne pêche donc pas ici?

LA SERVANTE Si, mais les pêcheurs apportent toutes leurs affaires avec eux.

ANATOLE Dites donc, M’sieur Dufour, ils n’ont pas de cannes à pêche. Faut aller ailleurs.

MME DUFOUR Ah non, maintenant que je suis descendu, on reste ici. Fait bien trop chaud sur
la route.

M. DUFOUR Tu as raison, ma chérie.

On va déjeuner ici.

Appelez-moi votre patron, je vous prie.

LA SERVANTE Oui, Monsieur, tout de suite.

HENRIETTE Alors grand-mère, t’es contente d’être arrivée?

On va respirer le bon air. Et puis on va bien déjeuner.

LA Non, non, non, j’ai faim.


GRANDMÈRE

M. DUFOUR Bon, bon. Laisse-la dans la voiture, Henriette. On va la descendre à l’ombre


derrière la maison. Allez cocotte, viens!

RODOLPHE Dis donc, c’est des laitiers.

HENRI Qu’est-ce que tu veux que cela me fiche?

LA SERVANTE Oui, c’est des laitiers. Ils ont une voiture de laitiers.

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RODOPLPHE Quel genre de laitiers?

LA SERVANTE C’est une famille.

RODOLPHE Ah, zut alors. C’est la fin de tout. On n’a plus qu’à faire nos malles.

HENRI Oh, si ça te plaît pas, t’as qu’à rester chez toi.

RODOLPHE Si encore il y avait des femmes.

LA SERVANTE Il y en a des femmes. Il y en a trois.

RODOLPHE Il y en a trois?

HENRI Tiens, en voilà le plus beau.

LA SERVANTE Monsieur Poulain, ils veulent déjeuner.

MONSIEUR Bon, bon, on y va.


POULAIN
Monsieur Henri, il y a de l’eau fraîche pour l’Absinthe.

HENRI Merci, veuf Poulain.

MONSIEUR Dites donc, M’sieur Henri, votre pêche de ce matin, je vous en fais une friture?
POULAIN

RODOLPHE Ah non, merci. Le poisson, j’en ai soupé. T’en veux-toi, Henri?

HENRI Je trouve que depuis qu’y a la fabrique, le poisson sent le pétrole.

MONSIEUR Alors, je le donne aux chats.


POULAIN

HENRI Donnez-le aux Parisiens. Ils seront ravis.

MONSIEUR Ah, ça c’est une idée. Je vous remercie bien, M’sieur Henri.
POULAIN

LA SERVANTE Alors Monsieur Poulain, les clients vous attendent. Ça devient sérieux.

MONSIEUR Bon, bon.


POULAIN

RODOLPHE Ils vont sûrement déjeuner sur l’herbe. Les Parisiens, ça déjeune toujours sur
l’herbe. Si ça continue on sera bientôt forcé d’aller au moins jusqu’à
Cormeilles pour être tranquilles.

HENRI Eh bien, mon vieux, c’est dommage; parce qu’on était rudement bien ici; les
gens du pays étaient gentils. On était près de Paris, on pouvait faire tout ce

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que l'on voulait.

RODOLPHE Et on aurait presque pu se baigner en petit caleçon. Le père Poulain aurait


trouvé ça très bien.

LA SERVANTE Ben, et le garde-champêtre.

RODOLPHE C’est un ami, on a encore pris un canot avec lui avant-hier.

LA SERVANTE Faut pas vous y fier.

HENRI Mon vieux, les Parisiens, c’est comme les microbes. Quand il y en a un qui se
faufile quelque part, tu peux être sur que huit jours après ça pullule.

RODOLPHE Alors qu’est-ce qu’on fait aujourd’hui ?

HENRI Mon vieux, il faut fuir. On va remonter la rivière en yole. Ce soir, quand nous
reviendrons, ces laitiers seront partis.

RODOLPHE De la yole avec cette chaleur, c’est un petit peu rasoir.

Arrête malheureux. Tu ne sauras jamais faire une purée.

On regarde un peu la tête qu’ils ont ?

MADAME Ce coin est bien choisi par M. Dufour.


DUFOUR

HENRIETTE Oui Maman, c’est très joli.

MADAME Ah, est-ce qu’on pourrait avoir une friture ?


DUFOUR

MONSIEUR Ah oui, c’est justement ce qu’il vous faut.


POULAIN

MADAME Ah, quelle chance! On va avoir de la friture.


DUFOUR

MONSIEUR Ben, c’est naturel au bord de la rivière, quoi.


DUFOUR

ANATOLE J’aurais préféré l’avoir pêché moi-même.

MADAME Alors vous allez nous faire une petite friture, un bon petit lapin sauté, de la
DUFOUR salade et du dessert.

Pousse-moi fort, Cyprien!

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MONSIEUR Dites, Patron, vous mettrez deux litres de vin blanc et puis du Bordeaux rouge.
DUFOUR

HENRIETTE Dis, Papa, on déjeunera sur l’herbe?

MONSIEUR Quoi? On n’est pas à la campagne pour s’enfermer.


DUFOUR
Allez, hop là! Tiens bon, tiens bon. Allez !

MADAME Oh, non, arrête, Cyprien, arrête. J’ai le vertige. C’est trop fort.
DUFOUR

LA Si on déjeunait ici ! Mon gendre, on déjeune ici ?


GRANDMERE

MONSIEUR C’est déjà commandé.


DUFOUR

LA Ah, faut déjà s’en aller ?


GRANDMERE

MONSIEUR Non, on vous écrira.


DUFOUR

ANATOLE On va tout de même voir la rivière, Monsieur Dufour ?

MONSIEUR Mais oui, Anatole, mais oui.


DUFOUR
Il fait tellement chaud que je me déboutonne-moi, tiens. Allons-y mon vieux,
va !

LA SERVANTE Il y a du fromage de tête et du vin blanc.

Ça vous va ?

RODOLPHE Tais-toi. Ne nous dérange pas. Nous sommes extrêmement occupés.

HENRI Monsieur est en pleine conférence.

Dis-moi, il est frais ton vin argenté, parce que moi, je ne l’aime pas chaud.

LA SERVANTE Regardez, il y en avait.

RODOPLPHE Belle invention, l’escarpolette !

HENRI Un attrape-nigaud. Tu vois tout et tu vois rien du tout.

RODOLPHE Oh, c’est parce qu’elle est debout. Si elle pouvait s’asseoir, le paysage

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deviendrait beaucoup plus intéressant.

J’ai envie de leur parler.

Elles sont sûrement très flattées de faire notre connaissance.

HENRI Comme c’est malin.

Tu vas les effaroucher.

Elles vont se réfugier près de leurs hommes et tout ce que tu as à y gagner,


c’est de faire une partie de canot avec le laitier.

RODOLPHE Tu crois ?

HENRI Tout ce que je te dis, c’est pour ton bien, mon vieux.

Dans le fond, je m’en bats l’œil.

Ce genre d’aventure ne m’intéresse pas.

RODOLPHE Nous savons. T’es l’homme des liaisons éternelles.

HENRI Qu’est-ce que ça veut dire, mon petit ami ?

RODOLPHE Mais la belle Hortense, tu l’as gardé quinze mois.

HENRI C’était une belle fille.

RODOLPHE D’accord, mais quelle cruche. Au bout de huit jours, j’en aurais eu soupé.

HENRI Ce que je lui ai demandé, n’avait rien à voir avec l’intelligence.

RODOLPHE Et la grande Léa. Celle-là, si elle n’avait pas épousé ce pauvre Gustave, tu
l’aurais encore.

HENRI Mais qu’est-ce que tu veux, mon vieux. J'ai une âme de père de famille. Les
putains m’ennuient, les femmes du monde encore plus, et les autres… je
trouve ça trop dangereux.

RODOLPHE Ouais, tu as peur des maladies.

HENRI Non, des responsabilités.

Suppose que t’arrives à plaire à cette petite fille qui se balance si gentiment.
Ben, qu’est-ce que t’en fais ?

RODOLPHE Je l’inviterais à faire un tour en yole. Nous aborderions dans l’île, au-dessus du
barrage de la fabrique. Une fois là, … à moi les folles voluptés.

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HENRI Si tu lui fais un enfant.

RODOLPHE Si on devait faire un enfant à chaque fois qu’on s’amuse un peu…

La terre serait surpeuplée.

HENRI Oui, mais si elle tombe amoureuse de toi.

RODOLPHE Ben, ça prouve qu’elle a bon goût.

HENRI Fais pas l’idiot, mon vieux.

Ça n’ va pas du tout les gens dans la laiterie.

Naturellement tu ne donneras pas suite et puis de l’autre coté, tu aurais peut-


être une vie brisée, gâchée quoi, ça vaut pas la peine, mon vieux.

MME DUFOUR Descends, Henriette. Allons retrouver ton père,

HENRI Elle est gentille, après tout. Elle est gentille.

RODOLPHE Moi, je te dis qu’elle est épatante. On l’habillerait un peu, elle serait pourrie de
chic.

M. POULAIN Je vous ai fait une omelette à l’estragon.

Alors, Monsieur Henri, ça n’ vous dit plus rien le fromage de cochon.

HENRI Non, ma grosse, ni l’omelette.

M.POULAIN Dites donc, vous avez vu les Parisiens, la femme est rudement bien.

RODOLPHE Vous voulez dire la fille.

M.POULAIN Oh, la fille, je n’ai même pas regardé. Elle est trop maigre.

RODOLPHE Alors, c’est la mère qui vous intéresse.

M.POULAIN Et comment que c’est la mère. Parlez-moi d’un morceau. Avec elle au moins,
on peut s’occuper. Puis avec ça, bien mise, la finesse, l’élégance.

HENRI Vous me mettez l’eau à la bouche.

M.POULAIN Dites-donc, moi je n’ai pas le temps, mais si j’étais à votre place je sais bien ce
que ferais.

LA SERVANTE Regardez-moi ça, un veuf.

HENRI Décidément, la mère l’intéresse beaucoup, le vieux.

RODOLPHE Tu vas voir, tout va s’arranger. Moi, les responsabilités ne me font pas peur. Je

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prends la fille aves le risque de vie gâchée d’enfant naturel.

Toi, avec la mère, tes scrupules ne tiennent plus.

On va passer une bonne après-midi.

Mais, dis-moi, faut-il les aborder séparément ou en groupe ?

HENRI Ces gens-là, c’est comme les harengs, ça voyage en banc, c’est inséparable.

RODOLPHE Mets pas tant de sel, tu vas attraper la pépie.

GRAND-MÈRE Minet, oh Minet.

HENRIETTE Dis, on pourrait peut-être déjeuner ici.

MME DUFOUR Ah, oui, à l’ombre de ce petit arbre, on serait pas mal.

Tu es sûre qu’il n'y a pas de fourmis.

HENRIETTE Non, il n’y a pas de fourmis.

Dis, il y a des cerises. Tu crois qu’on pourra en manger ?

MME DUFOUR Il faudrait peut-être demander la permission, ma petite fille.

M. DUFOUR Chut! Chut ! Vous êtes fou, mon vieux quoi. Vous allez effrayer le poisson ou
quoi. Vous n’y pensez plus, non.

Vous voyez cette souche-là ?

ANATLOE Quelle souche ?

M. DUFOUR Au bout de mon doigt-là. Dessous, le trou d’ombres.

ANATOLE Oui, oui.

M.DUFOUR C’est un repère de poisson carnassier. Il y aurait là- dessous un brochet en


train de guetter sa proie, ça ne m’étonnerait pas.

ANATOLE Un brochet ?

M. DUFOUR Une bête comme ça, ça vous dévore une fois son poids de fretin tous les
jours ! Sa voracité bien connue l’a fait surnommer le requin d’eau douce. Et
avec ça, difficile à attraper. D’un seul coup de dent, ça vous cisaille un triple
crin de première qualité.

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ANATOLE Et si ça vous attrape un doigt, est- ce que ça peut le couper?

M. DUFOUR Ça peut aller au moins jusqu’à l’os. Ça a des crocs jusqu’au fond de la gueule.

ANATOLE Il y en a de drôles de choses au fond de la rivière.

M. DUFOUR N’en parlez pas mon pauvre vieux, allez. La nature n’a pas encore livrée à
l’homme tous ses secrets. Tiens, en voici un !

ANATOLE Un brochet ?

M. DUFOUR Non, un chevaine.

ANATOLE Un cheval ?

Mais non, pas un cheval. Anatole, vous êtes insupportable ! Un chevaine. Ça se


prend avec des cerises du reste.

ANATOLE Il est tout petit.

M. DUFOUR Ah, il est pas si petit que ça.

ANATOLE Et dire qu’on n’a pas de canne à pêche.

HENRIETTE Maman regarde la jolie chenille dorée.

MME DUFOUR Ne touches pas, ma petite fille, ça te donnerait des boutons.

HENRIETTE Ce n’est pas sale. Ça ne mange que de l’herbe.

Comme c’est étonnant la campagne.

Sous chaque brin d’herbe, il y a des tas de petites choses qui bougent, qui
vivent.

MME DUFOUR C’est naturel.

HENRIETTE A chaque fois qu’on pose son pied, on risque d’en écraser.

MME DUFOUR Oh, si on pensait à tout ça, on ferait plus rien.

HENRIETTE Je me demande si ces petites bêtes souffrent ou ont du plaisir comme nous.

MME DUFOUR Ah mais non, voyons, c’est pas comme des personnes.

Et puis, elles sont bien trop petites.

HENRIETTE Et pourtant, elles viennent au monde. Et elles meurent comme nous.

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MME DUFOUR Si, mais en fait je me demande comment ça fait des petits, une chenille.

HENRIETTE Ça ne fait pas des petits, celle-là grosse comme elle est et toute dorée, fera
sûrement un beau papillon.

On en voit de drôles de choses. C’est que c’est mignon tout de même.

HENRIETTE Dis-donc, Maman, quand tu étais jeune, enfin quand tu avais mon âge, est-ce
que tu venais souvent à la campagne ?

MME DUFOUR Non, pas souvent, comme toi.

HENRIETTE Est-ce que tu te sentais toute drôle comme moi aujourd’hui ?

MME DUFOUR Toute drôle ?

HENRIETTE Enfin, oui. Est-ce que tu sentais une espèce de tendresse pour tout ? Pour
l’herbe, pour l’eau, pour les arbres. Une espèce de désir vague, n’es-ce pas, ça
prend ici, ça monte, ça me donne presque envie de pleurer. Dis Maman, tu as
senti ça quand tu étais jeune ?

MME DUFOUR Mais oui, ma petite fille, je le sens encore. Seulement je suis plus raisonnable.

ANATOLE Ben, venez voir, il y a des bateaux qui sont chouettes. Des drôles de bateaux.

HENRIETTE Des bateaux, des bateaux! Viens voir Maman.

MME DUFOUR Ton chapeau, Henriette.

HENRIETTE Laisse-le là, Maman, puisqu'on déjeune là.

MME DUFOUR Oh, ma jupe, c’est salissant, la campagne.

M. DUFOUR Dites donc, mais c’est des yoles, Anatole.

Ça me connaît ces instruments-là, moi !

RODOLPHE Dis-donc, puisque tu es d’accord pour cette… heu !... partie de pêche ! Si nous
choisissons nos engins !

HENRI On pêchera au lancer. C'est le grand chic.

RODOLPHE Au lancer ! Avec un mort, avec un vif ou avec un leurre artificiel ?

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HENRI Pour les femmes, avec un leurre, parbleu.

RODOLPHE Pêcherons-nous du bord ou en bateau ?

HENRI En bateau, mon vieux. C’est plus chic.

Allez, viens mon vieux, va. Ecoute, Rodolphe, vieux.

Pour la mère, j'ai envie de choisir l'épervier.

RODOLPHE De toute façon, notre premier travail, c’est d’appâter.

HENRI Pour appâter, mon vieux, il faut un appât.

RODOLPHE L’appât, le voici.

HENRI Montre, Montre. Je la vois très bien ce matin en train d’épingler ces petites
fleurs avent de partir,

RODOLPHE Oui, oui. Allez, rends-le moi.

HENRI Pourquoi ?

RODOLPHE Tu vas voir.

HENRI Oh, si tu veux.

RODOLPHE Elle m’aime, un peu, beaucoup, passionnément, pas du tout.

HENRI Tu veux vraiment continuer cette aventure ?

On est si bien dans l’herbe à fumer son cigare.

RODOLPHE Ça va bien un quart d’heure, après ça devient rasoir.

HENRI Le vent a l’air de tourner à l’ouest. Il y a de drôles de nuages qui se courent


après.

RODOLPHE Oh, et puis, les mouches! Qu'est-ce qu'elles ont donc aujourd'hui.

HENRI Il va y avoir de l’orage.

RODOLPHE Tant mieux, ça nous calmera.

MME DUFOUR Alors, c’est ça une yole ? C’est tout pointu.

M. DUFOUR C’est à cause de la vitesse.

HENRIETTE Tu n’aimerais pas faire un tour ?

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MME DUFOUR Ah, non, voyons. J’aurais bien trop peur.

M. DUFOUR Peur ? Mais non. Une fois lancé, la vitesse maintient l’équilibre.

ANATOLE Eh bien, pour monter dans ce truc-là, il faudrait me payer cher.

HENRIETTE Moi, je n’aurais pas peur.

MME DUFOUR Non, mais il faut savoir nager d’abord.

ANATOLE Vous savez nager, Monsieur Dufour ?

M. DUFOUR Oui, oui. C'est-à-dire que j’ai su. Maintenant j’ai oublié. C’est pas le commerce,
pour ça on n’a pas le temps.

HENRIETTE Qu’est- ce que c’est ces machins-là, Papa ?

M. DUFOUR Ça, mon enfant, c’est pour maintenir les avirons. Ça s’appelle une dame. Ce qui
veut dire que les canotiers ne sortent jamais sans leur dame. Ah ! Ah ! Ah !

Eh bien, moi c’est bien simple. Avec un engin comme ça, je suis prêt à parier
que je ferais du 25 kilomètres à l’heure sans me presser.

HENRIETTE Que j’aimerais bien faire un tour. Est-ce qu’on ne pourrait pas les louer ?

M. DUFOUR Mais non, mon enfant. Des canots comme ça, ça appartient sûrement à des
clients. Et puis le temps a l’air de se gâter. Attends. Il arriverait un grain, ça ne
m’étonnerait pas.

ANATOLE Un grain ?

M. DUFOUR Mais vous ne comprenez rien, Anatole.

Un grain quoi, un orage. Dans la marine, on dit un grain.

LA SERVANTE Le déjeuner est prêt. Où faut-il que je vous serve ?

MME DUFOUR Eh bien, s’il va pleuvoir, moi j’aime mieux dedans.

HENRIETTE Oh non, Maman, laisse-nous déjeuner dehors, sous le cerisier.

MME DUFOUR Qu’est-ce que t’en penses, M. Dufour ?

M. DUFOUR Ta fille a raison, voyons. On est venu ici pour prendre un bol d’air.

Je le disais encore avant-hier à Anatole : à Paris, ce qu’il manque, c’est


l’oxygène.

ANATOLE Oh oui, c’est bien vrai.

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LA SERVANTE Alors, dedans ou dehors ?

HENRIETTE Dehors. Sous le petit cerisier ou on a coupé l’herbe.

LA SERVANTE Comme vous voudrez.

HENRIETTE C’est permis de manger des cerises ?

LA SERVANTE Mais bien sûr, pardi.

HENRIETTE Anatole ! Voulez- vous prévenir grand-mère que nous allons déjeuner ?

MME DUFOUR Et vous en profiterez pour apporter les ombrelles.

En cas de pluie, ça peut servir.

HENRIETTE Ils ont pris notre place.

M. DUFOUR Ça doit être les propriétaires des bateaux.

Qu’est-ce que tu veux, ils sont bien libres.

On n’a qu’à se mettre ailleurs.

MME DUFOUR Ailleurs, ailleurs. Où ça ?

M. DUFOUR Près de l’embarcadère par exemple.

MME DUFOUR Oh non, c’est plein d’orties.

M. DUFOUR Ah !

ANATOLE Voilà.

HENRIETTE N’importe où sur l’herbe.

M. DUFOUR Près du pont peut-être.

ANATOLE Oh oui, Près du pont, Monsieur Dufour.

HENRIETTE Je regrette le cerisier,

MME DUFOUR Mais en tout cas, va prendre ton chapeau.

HENRIETTE Bon.

RODOLPHE Vous avez perdu votre chapeau, Mademoiselle.

HENRIETTE Merci, Monsieur.

MME DUFOUR Merci, Monsieur. Vous êtes bien aimable.

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RODOLPHE Vous avez l’intention de déjeuner sur l’herbe.

HENRIETTE Oui, Monsieur.

RODOLPHE Et vous aviez choisi le cerisier à cause des cerises ?

Je vous préviens, elles ne sont pas fameuses,

De toute façon, l’endroit est à vous.

M. DUFOUR Vous êtes sûr que cela ne vous dérange pas, Monsieur ?

RODOLPHE Non, mais non, au contraire.

MME DUFOUR Vous êtes trop aimables.

RODOLPHE Je vous en prie, Madame.

M. DUFOUR Si j’accepte, vraiment, c’est pour ces dames. Merci mille fois. Vous êtes fort
aimables.

MME DUFOUR Merci beaucoup, Monsieur.

HENRIETTE Merci beaucoup, Monsieur.

M. DUFOUR Oh, on va être bien là comme ça. Tu vois, Henriette, tu l’as le cerisier, hein,
bravo !

MME DUFOUR Ces jeunes gens sont bien convenables.

Ce sont des fils de famille.

M. DUFOUR Oh, ce ne sont sûrement pas des commerçants.

Venez, grand-mère, venez là. Faites ici.

MME DUFOUR Ah !

RODOLPHE Ça s’engage bien. Mais il est trop tôt pour ferrer.

Le poisson n’a pas encore engamé l’èche.

HENRI Quoi ?

RODOLPHE Engamer l’èche, Idiot, tu ne comprends rien.

HENRI Si mon vieux, mais tu m’ennuies avec tes termes techniques, c’est tout.

RODOLPHE L'èche, l'asticot quoi.

HENRI Ecoute bien quand même. La fille là-bas. Ben. Pour une fille de boutiquier, elle

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se tient rudement bien.

Tout à l’heure, elle t'a parlé avec une aisance, ça m’a surpris.

LA Ce sont les frères Prévert ?


GRANDMÈRE

M. DUFOUR Mais non, belle-maman, ce sont des canotiers.

LA Ah, oui, oui, les frères Prévert. Je les ai connus quand ils étaient tout petits.
GRANDMÈRE
Mais je croyais que l’ainée était au petit séminaire.

M. DUFOUR Ouais, ouais, on vous écrira. Ouais, ouais.

M. DUFOUR Un peu de vin, Juliette ?

MME DUFOUR Oui, j’ai soif.

M. DUFOUR C’est du bon, celui-là. Tiens. Ah.

MME DUFOUR Merci, mon Cyprien.

M. DUFOUR Là.

MME DUFOUR T’es beau.

LA SERVANTE Je crois qu’ils vont se faire saucer, les Parisiens.

MME DUFOUR Monsieur Dufour, oh.

LA SERVANTE Vous n’avez plus besoin de rien ?

MME DUFOUR Non, non.

M. Dufour.

M. DUFOUR Heu.

MME DUFOUR Si on faisait un petit tour. Dans le bois derrière la maison.

Cyprien, tu te rappelles, l’année dernière, à Conflans Saint-Honorine. Quand


on s’est perdu dans la forêt de Saint-Germain.

M. DUFOUR Heu.

MME DUFOUR Oh ! Je suis sûre qu’il y a des fourmis ici.

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HENRIETTE Mais non, Maman, il n’y a pas de fourmis, tu te fais des idées.

MME DUFOUR Mais non, dans mon corsage. Délace-moi, oui.

Oh, qu’est-ce qu’il peut être énervant celui-là.

Oh, Anatole, assez avec ce hoquet.

Monsieur Dufour, faites taire Anatole, ou je vais avoir une crise de nerfs.

HENRIETTE Calme-toi, Maman, on va lui faire boire un verre d’eau.

M. DUFOUR Un verre d’eau, ma chérie, mais on n’a que du vin.

MME DUFOUR Oh, vous, si vous étiez un homme, vous sauriez en trouver, de l’eau.

M. DUFOUR Anatole, vous êtes ridicule.

Oh, ça vient de l’estomac.

Viens dans la cuisine.

Je m’en charge.

Où va-t-il maintenant ?

Mais, Anatole, vous êtes fou, vous allez à la rivière maintenant?

Vous allez vous noyer en plus de cela.

Il est fou celui-là. Allez, avancez.

MME DUFOUR Gratte-moi, Henriette.

HENRIETTE Comme ça, Maman ?

MME DUFOUR Ah non, pas là, un peu plus à droite. Ah, c’est ça. Oh, ça fait du bien. Ah oui.

GRAND Minet, Minet.

RODOLPHE Je crois qu’on peut ferrer.

HENRI Oh, si tu veux.

MME DUFOUR Reboutonne-moi, Henriette.

HENRIETTE Je ne peux pas, ils nous regardent.

MME DUFOUR Joli temps, Messieurs.

RODOLPHE Un peu lourd, vous ne trouvez pas ?

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MME DUFOUR Oui, vraiment, cette chaleur n’est pas naturelle.

HENRI Je crois, le temps est à l’orage.

RODOLPHE Vous permettez ?

MME DUFOUR Mais je vous en prie.

RODOLPHE La fumée ne vous dérange pas ?

MME DUFOUR Mais non, vraiment, je suis habituée. Mon mari est une vraie locomotive.

RODOLPHE Vous avez eu une bonne idée de venir ici, Mademoiselle.

MME DUFOUR Oh oui, la friture était excellente.

RODOLPHE Je veux dire, une bonne idée pour nous. Parce que chez le Père Poulain ça
manque un peu de société.

MME DUFOUR Ah oui ?

RODOLPHE Nous le constations tout à l’heure en prenant l’apéritif. Aussi, quand on nous a
annoncé la visite de jolies Parisiennes.

MME DUFOUR Oh, vraiment, Monsieur. Vous exagérez.

RODOLPHE Du tout, Madame, du tout.

Je n’ai jamais été aussi sincère.

MME DUFOUR Ah les hommes, tous les mêmes.

RODOLPHE Et ensuite, Mademoiselle, on vous a vu sur les balançoires. Quelle grâce, quel
charme ! Nous étions aux anges. Je n’aurais pas lâché ma place pour un boulet
de canon.

HENRIETTE C’est à vous, Messieurs, les jolis bateaux qui sont sous le hangar ?

HENRI Oui, Mademoiselle, c'est-à-dire, à nous deux.

RODOLPHE Vous ne voulez pas aller faire un tour ? Un tour en rivière tous les quatre, ça
serait épatant. Vous ne voulez pas ?

HENRI On pourrait aller du coté du barrage de la fabrique. Vous verrez, c’est joli.

HENRIETTE Oh oui, oh oui, dis Maman, tu veux?

MME DUFOUR Je ne sais pas si c’est bien convenable.

Mais nous risquons d’être pris par la pluie. Et surtout, il faut demander à

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Monsieur Dufour.

HENRI Le nuage est passé. En voilà le soleil.

HENRIETTE C’est vrai, il fait beau. Je peux aller demander à Papa, Maman?

MME DUFOUR Mais oui. Et si ces Messieurs veulent bien t’accompagner, ils expliqueront à
Monsieur Dufour. Ça sera plus convenable.

HENRIETTE Merci, Maman.

MME DUFOUR Oh, Henriette ! Vous permettez, Messieurs, ma fille vous rejoint.

Reboutonne – moi, Henriette. Ces jeunes gens sont parfaits. Ils ont
d’excellentes manières.

RODOLPHE Dis-donc, toi, si je comprends bien, tu braconnes dans mes eaux.

HENRI Et alors ?

RODOLPHE Bien, bien. Accompagne-la toujours jusqu’au papa.

Moi, je vais chercher des cannes à pêche.

HENRI Vous n’êtes pas bête, mon petit ami.

RODOLPHE Moins bête que tu ne crois,

HENRI On verra.

HENRI Vous venez souvent à la campagne ?

HENRIETTE Une fois par an, c’est peu. Et vous ?

HENRI Moi, je viens tous les soirs.

HENRIETTE Vous avez de la chance.

HENRI Ecoutez, il faut venir. Moi, je suis seul avec mon ami ici.

HENRIETTE Oh, c’est impossible.

HENRI Pourquoi ?

HENRIETTE Nous n’avons pas le temps d’aller nous promener comme ça.

Mes parents sont dans le commerce.

RODOLPHE En somme, les responsabilités te font de moins en moins peur.

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HENRI Je commence à m’y habituer.

HENRIETTE Vous avez des responsabilités ?

Une entreprise peut-être ?

RODOLPHE Oui, mon ami et moi, nous sommes associés.

Oh, nous ne sommes pas toujours d’accord. Nous nous tirons dans les jambes.
Mais enfin, bon an, mal an, on s'en sort quand même.

HENRIETTE Avec les associés, c’est toujours comme ça.

Papa dit qu’il préfère travailler seul.

ANATOLE Ça m’a complètement passé, le hoquet, M. Dufour.

M. DUFOUR Je vous l’avais dit, Anatole. L’eau, il y a que ça.

C’est un procédé infaillible.

HENRIETTE Dis, Papa, tu veux bien que Maman et moi, nous fassions un tour sur l’eau avec
ces messieurs ?

M. DUFOUR Sur l’eau ?

HENRIETTE Oui, un tour en yole.

M. DUFOUR En yole ?

RODOLPHE Tenez, Messieurs, si vous aimez la pêche, voilà de quoi vous amuser,

ANATOLE Oh, des cannes à pêche !

M. DUFOUR Vous nous les prêtez, Messieurs ?

Oui, bien sûr. Et puis tenez, voilà une boîte avec des asticots. Et une autre avec
du fromage pourri. Pour le chevaine, il n’y a rien de tel.

ANATOLE Qu’est-ce qu’il aime le mieux? Les cerises ou le fromage pourri ?

M. DUFOUR Vous ne comprenez rien, Anatole. Le chevaine mange de tout, mon ami.

Oh, par exemple, on peut dire qu’on en a de la chance. Pas vrai, Monsieur
Dufour ?

M. DUFOUR Je vous l’avais dit, Anatole. On rentrera à Paris avec une friture. Alors quoi !
Messieurs, vraiment, je ne sais pas comment vous remercier de votre
gentillesse et de votre amabilité. Vous êtes très aimables, et vous agissez, on

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peut le dire, comme de véritables gentlemen.

HENRIETTE Alors Papa, c’est oui ou non ?

M. DUFOUR Quoi ?

HENRIETTE On peut y aller ?

M. DUFOUR Où ça ?

HENRIETTE En yole !

M. DUFOUR Ah, avec ces messieurs ? Oh, bien sûr. Je suis tranquille avec ces Messieurs.

Vous venez, Anatole ?

ANATOLE Ouais.

M. DUFOUR Ah, j’oubliais, à propos, dites donc, quel est donc le meilleur endroit pour
pêcher ?

RODOLPHE Vous n’avez qu’à suivre la rive. Vous trouverez un vieux saule tout rabougri.
C’est là que le Père Poulain jette ses ordures. C’est le rendez-vous des
chevaines.

M. DUFOUR Eh bien, allons donc au rendez-vous. Et merci encore.

RODOLPHE C’est tout naturel.

M. DUFOUR Vous êtes bien aimables. Venez, Anatole.

RODOLPHE Et voilà.

ANATOLE Je me suis accroché avec l’hameçon.

Regardez-moi cet abruti. Regardez-moi ça. Il va m’éborgner avec ces perches.


Avancez un peu là.

RODOLPHE Allons-y. Profitons de la permission.

HENRIETTE Dépêchons-nous, il est déjà tard.

Maman, Papa veut bien.

MME DUFOUR Ah !

Oh, il faut aller plus doucement que ça avec les dames.

C'est que c’est fragile, une dame.

RODOLPHE C’est pour ça qu’on les aime.

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MME DUFOUR Oh, oh !

RODOLPHE Vous permettez, Mesdames ?

Ben alors, comment va-ton s’arranger ?

HENRI C’est tout arrangé.

RODOLPHE J’ai pensé, je prends la mère.

HENRI Merci.

RODOLPHE Allez, Madame. Vous la première.

MME DUFOUR Comprenez, comme j’ai peur. Ah, c’est pas dangereux au moins.

Vous savez, je me confie à vous les yeux fermés. Comme un petit enfant.

RODOLPHE N’ayez pas peur. Je veillerai sur vous comme sur ma propre fille.

MME DUFOUR Ah ! Oh !

RODOLPHE Dommage que ce bateau soit si étroit.

MME DUFOUR Pourquoi ?

RODOLPHE Parce que vous auriez pu venir vous asseoir à côté de moi.

On aurait ramé ensemble comme deux amoureux.

MME DUFOUR Voulez-vous bien vous taire ?

J’aurais jamais osé. Avec votre petit maillot, vous avez l’air d’être tout nu.

HENRI Alors, vous êtes dans le commerce.

HENRIETTE Oui.

HENRI Vous êtes dans quel quartier ?

HENRIETTE Rue des Martyrs.

HENRI Ah, sur la butte, c’est un joli coin et puis vous avez de l’air.

HENRIETTE Moins qu’ici.

HENRI Ecoutez, puisqu’on vous permet de vous absenter.

Venez-nous voir toute seule.

Votre Maman vous conduit à la gare et puis moi, je viens vous chercher ici.

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HENRIETTE Oh, Papa ne permettrait pas.

HENRI Eh bien, ça c’est dommage.

HENRIETTE Oh !

MME DUFOUR M. Dufour, quand revient-on ? Nous allons au barrage.

M. DUFOUR A l’heure que tu voudras. Fais ce que tu voudras, mais tais-toi.

Anatole, donnez-moi votre canne à pêche.

ANATOLE Ah non, Monsieur Dufour.

M. DUFOUR Anatole, donnez-moi votre canne à pêche.

ANATOLE Non, Monsieur Dufour.

M. DUFOUR Mais vous ne comprenez rien, Anatole.

ANATOLE Non, Monsieur Dufour.

HENRIETTE J’avais une envie folle de monter dans vos bateaux.

HENRI Vous n’êtes pas déçue.

HENRIETTE Au contraire, c’est peut-être la façon dont vous ramez.

On se sent réellement glisser.

C’est tellement calme ici.

Il semble que ce serait mal de faire du bruit, de troubler ce silence.

HENRI Ce silence... Ecoutez, les oiseaux font un vacarme.

HENRIETTE Leur chant fait partie du silence.

HENRI Vous aimez la rivière ?

HENRIETTE Oh oui.

HENRI Moi aussi. Je viens souvent.

HENRI Vous ne voulez pas la visiter ?

Pour nous dégourdir les jambes.

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HENRIETTE Monsieur Henri, j'aime mieux pas.

HENRI Pourquoi donc ?

HENRIETTE Parce qu’il est tard et Maman va s’inquiéter.

Elle a très peur de l’eau.


Elle a très certainement dû se faire raccompagner par votre ami.

HENRI Vous voulez vraiment rentrer ?

HENRIETTE Oui.

HENRI Bien. Comme vous voulez.

HENRIETTE Oui, je crois qu’il vaut mieux que je rentre.

HENRI Bon.

MME DUFOUR Hou, hou, Henriette ! J’ai plus peur du tout.

Monsieur Rodolphe est très adroit.

Je continue notre promenade jusqu’au bout.

HENRIETTE Ecoutez l’oiseau.

HENRI C’est un rossignol. Quand il chante le jour, c’est qu’une femelle couve.

HENRIETTE Un rossignol ?

HENRI Faisons pas de bruit. Nous allons descendre dans le bois, nous asseoir tout
près de lui.

Courbez-vous.

HENRIETTE Comme c’est beau.

J’en ai jamais rien vu d’aussi beau.

Et puis, c’est tout fermé comme une maison.

HENRI Moi, je viens souvent ici.

Et j’appelle ça mon cabinet particulier.

HENRIETTE Il est dans cet arbre.

RODOLPHE Et vous, chère Madame, comment vous appelez-vous ?

61
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

MME DUFOUR Oh mais, c’est indiscret.

Pourquoi vous me demandez ça ?

RODOLPHE Pour vous faire la cour.

MME DUFOUR Oh, eh bien, devinez.

RODOLPHE Je donne ma langue au chat.

MME DUFOUR Juliette.

RODOLPHE Eh bien, moi, je m’appelle Roméo.

MME DUFOUR C’est pas vrai, vous vous appelez Rodolphe.

RODOLPHE Oui, mais en ce moment, je préfère m’appeler Roméo.

MME DUFOUR Oh. Qu’il est amusant.

Où va-t-il chercher ces idées-là.

MME DUFOUR Henriette ! Henriette !

RODOLPHE Voilà !

MME DUFOUR Hou, hou, oh ! Henriette !

Des années ont passé avec des dimanches tristes comme des lundis.

Anatole a épousé Henriette et un certain dimanche que voici…

HENRI Je viens souvent ici.

Tu sais, j’y ai mes meilleurs souvenirs.

HENRIETTE Moi, j’y pense tous les soirs.

ANATOLE Henriette ! Henriette ! Henriette !

Alors ma bonne, je crois, il est temps de nous en aller.

HENRIETTE Oui, oui. Oui…

ANATOLE Et alors !

FIN

62
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

4. DIE ERSTELLUNG VON UNTERTITELN

Durch die Untertitelung wird dem Zuschauer ein uneingeschränktes Filmvergnügen ermöglicht.
Die Atmosphäre der Originalversion, zu der auch der Klang der Sprache und nicht zuletzt die
Stimme der Schauspieler ihren Teil beitragen, bleibt erhalten, ohne an Verständlichkeit einzu-
büßen. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn die Untertitel qualitativ hochwertig sind und sich
sinnvoll in das Medium Film einfügen. Um dies stets zu gewährleisten, richtet sich unsere Arbeit
nach festen sprachlichen, inhaltlichen und technischen Vorgaben. Zusätzlich wird für jeden Film
ein ‚Styleguide‘ erstellt, der eine einheitliche Formatierung der Untertitel, die Übersetzung von
Schlüsselwörtern oder –passagen, eine einheitliche Schreibweise (beispielsweise von Namen)
etc. festlegt.

Neben den allgemeinen Vorgaben und dem Styleguide für Une partie de campagne werden im
Folgenden anhand von Beispielen aus dem Projektfilm verschiedene Untertitelungstechniken
dargestellt und Probleme aufgezeigt, die beim Untertiteln auftraten. Die vollständige Liste der
Untertitel mit Timecodes zu Une partie de campagne findet sich am Ende des Kapitels.

4.1 Sprachliche, inhaltliche und technische Vorgaben


• Die Übersetzung berücksichtigt sprachliche Eigenheiten und kulturelle Nuancen und ist von
hoher Qualität.
• Es werden einfache semantische Einheiten verwendet.
• Dort, wo der Text komprimiert werden muss, bleibt der Sinnzusammenhang erhalten.
• Der UT-Text bildet von Zeile zu Zeile und von Seite zu Seite Sinneinheiten und / oder
grammatikalische Einheiten.
• Jeder UT stellt, so weit wie möglich, einen syntaktisch vollständigen Satz dar.
• Das Sprachregister der UT entspricht so weit wie möglich dem gesprochenen Text. Ausgangs-
und Zielsprache entsprechen sich so weit wie möglich.
• Alle wichtigen im Bild enthaltenen Informationen (Schilder, Aufschriften usw.) werden
übersetzt und integriert, wo immer dies möglich ist.
• Wiederholungen von Namen und allgemein verständliche Wörter müssen nicht immer
untertitelt werden.
• Die Einstiegs- und Ausstiegszeiten der UT folgen dem Sprachrhythmus der Dialoge, wobei auf
die Schnitte geachtet werden muss.
• Die UT geben Überraschung oder Spannung auf angemessene Weise wieder.
• Die Dauer, für die der UT im Bild zu sehen ist, richtet sich nach der Lesegeschwindigkeit der
Zuschauer.
• Kein UT steht weniger als 1 Sekunde und 12 Bilder oder länger als 5 Sekunden 20 Bilder. Bei
Liedern können Untertitel länger stehen bleiben. Wenn möglich, werden die UT vor jedem
Schnitt ausgeblendet.

63
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

• Notwendig ist ein Mindestabstand von 4 Bildern zwischen den UT.


• Ein UT besteht aus maximal 2 Zeilen.
• Sind die UT-Zeilen von unterschiedlicher Länge, so sollte die obere Zeile kürzer sein als die
untere.
• Der Inhalt der UT sollte mit dem Filmdialog übereinstimmen.
• Die Dauer des Filmdialogs stimmt so weit wie möglich mit der Dauer des Untertitels
übereinstimmen. Immer wenn gesprochen wird, muss ein UT auf dem Bildschirm erscheinen.

4.2 Styleguide
A INHALT

1. Anredeformen

• Duzen:
- Mutter und Tochter
- Henri und Rodolphe

• Siezen:
- Wirt und (Stamm)gäste
- Anatole

• Wechsel von Siezen und Duzen:


- Bedeutungsreich zw. den Liebenden: sie siezen sich im ersten Teil, und duzen sich
nach dem Zeitsprung am Ende

2. Dialekte und Slang / Sprachniveau

- Alle sprechen pariserisch, d.h. verschlucken manche „e“s wie in „c(e)rise"


(Kirschen); das kann im Deutschen nicht wiedergegeben werden.
- Die nicht sonderlich gepflegte Sprache des Händlerehepaars Dufour weist auf das
Milieu der Parvenüs hin (bei Madame Dufour wird dies noch durch ihr Kreischen
verstärkt, - im Gegensatz zum Bild der „Dame“, die sie geben will).
- Der Gehilfe Anatole steht sprachlich unter den anderen, auch seine Sprache
kennzeichnet den Trottel (identisch mit Bild)

64
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

3. Schlüsselwörter und ihre Übersetzung

• Zweideutige Wörter aus dem Bereich „angeln, fischen“ möglichst ebenso zweideutig
wiedergeben:
z.B. „leurre“ (Köder, Lockmittel: für Fische und Frauen) „appâter" (ködern)
„Partie de pêche“ (Fischzug: hier Strategie, um Frauen zu verführen)
"aborder les femmes" (die Frauen anlaufen wie ein Schiff einen Hafen)

4. Gedichte / Liedtexte

Hier: Abzählreim, volkstümliches Spiel mit Pflanzen:


„Elle m’aime, un peu, beaucoup, passionnément, pas du tout“
Hat Entsprechung im Deutschen:
„Sie/er liebt mich von Herzen, mit Schmerzen, über alle Maßen, kann nicht von mir lassen, klein
wenig, gar nicht.“ – Im UT gekürzt, aber erkennbar. UT 182.

B FORM

1. Schreibweise

• Anredeformen:
- Monsieur Dufour/ Madame Dufour / Mademoiselle (ausschreiben und ohne
Familiennamen)

• Währung
- „Franc(s)“ ; kommt auf dem Schild vor, der Kontext ist klar, also wird Währung
weggelassen: „2,50“ [UT 21]

• Ortsnamen
- Cormeilles , Conflans-Sainte-Honorine (weniger bekannt, also wegkürzen)
- Saint-Germain (bekannter Vorort von Paris, also nennen)
- Rue des Martyrs (typische Straße auf dem Pariser Montmartre, - für Pariskenner
nennen)

• Zahlen
- Ausschreiben bis 12

• Schluss
- „e“ bei konjugierten Verben: einheitlich nie wegfallen lassen: ich habe, ich sehe
(nicht: ich hab, ich seh)

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2. Formatierung

• Aufschriften auf Tafeln und Schildern


- Normalerweise in Großbuchstaben, aber da hier von Figur vorgelesen, wie in den
anderen Dialogen

• Erzähler
- Kursiv (h: keiner)

• Gedichte / Liedtexte
- Kursiv (h: keine)

3. Satzzeichen

• Dialogstriche
- Pro Sprecher eine Zeile, maximal 2 Sprecher pro UT, auch bei sehr schnellen
Dialogen.
- Linksbündig
- Bindestrich plus Leerzeichen

• Auslassungspunkte (…)
- Davor kein Leerzeichen
- Danach Leerzeichen

• Ausrufezeichen
- Nur bei Ausruf, nicht bei Betonung
- generell damit sparen.

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4.3 Elemente der Untertitelungstechnik

Auslassung / Sinneinheiten / Ellipse / K ürzung / Stilistische Elemente /


Vereinfachung de s Satzbau s / Umschrei bung

TECHNIK ORIGINALDIALO G 1. FASSUNG


2. FASSUNG
DEFINIT IVER UNTER TITEL

Auslassung -Ah, faut dé jà s ’en -Was, wir müssen schon gehen?


aller? -Nein, wir werde n Ih nen
-Non, on vous écrira*. schreiben.
-Was, schon gehe n?
[*be deutet hier nur, -Nein, wir schreibe n Ihnen.
dass die Großmutter
-Was, schon gehe n?
nicht ernstge nommen
-Aber nein.
wird]
[UT 77]
Auslassung -Mais je cro yais que -Aber ich dachte, das s der Älte re
l’ainé était au petit aufs Priesterseminar geht.
séminaire. -Ja, ja, wir werde n Ih nen
-Ouais, ouais, on vou s schreiben.
écrira. Ouais, ouais.
-Ich dachte, de r Ältere wird
Priester.
-Ja, ja, so wird's sein.
[UT 241]
Sinneinheiten Moi, les Verantwortung macht mir keine
responsabilités ne me Angst. Ich nehme das Mädchen
font pas peu r. Je zusammen mit dem Risiko eines
prends la fi lle a vec le verpfuschten Lebe ns wege n eines
risque de vie gâchée unehelichen Ki ndes.
d’enf ant na turel.
Ich habe keine Angst vor d er
Verantwortung. Ich nehme das
Mädchen mit dem Ris iko eines
unehelichen Ki ndes.
Ich nehme das Mädchen
trotz der Verantwortung
für eine n Bastard.
[UT 120+121]
Kürzung Eh bien, mon vieu x, Das ist schade, mein Lieber, de nn
c’est dommage ; parce wir habe n u ns hier so wohlgefühlt;
qu’o n était ru dement die Leute wa ren ne tt, wir ware n

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JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

bien ici; les gens du nahe a n Paris, wi r ko nnte n tun,


pays é taient gentils. was uns gefiel.
On é tait près d e Paris,
Wie schade, hier fühlten wir u ns
on pou vait faire tout
wohl, die Leu te ware n nett, wir
ce qu’o n voulait.
waren nahe an Pa ris und konnten
[5 Seku nde n]
alles tu n.
Schade. Hier ist es ne tt, ma n ist
nah a n Paris und so f rei.
[UT 54]
Ellipse -Il est tout petit. -Er ist ganz klei n.
-Ah, il [n’]est pas si -Ach, so klei n ist er a uch wieder
petit que ça. nicht.
-Wie klein!
-So klein auch wiede r nicht.
- Wie niedlich!
- Von we ge n.
[UT 144]
Vereinfachung Oh, si on pe nsait à Wenn ma n a n a ll d as denke n
des Satzbaus tout ça, on [ne] ferait würde, würde man ü berhaupt
plus rien. nichts mehr tu n.
Dächte man an all da s, täte man
nichts mehr.
Man kann nicht immer aufpassen.
[UT 151]
Umsch reibung Pour les femmes, ave c Für die Frauen mit ei nem Köder.
un leurre.
Zum Frauen ködern.
Anbeißen solle n sie.
[UT 177]
Stilistische Vous êtes très Sie sind sehr f reund lich und Sie
Elemente aimables, et vous handeln wie echte Ge ntlemänner.
agissez, on peut le
Sie sind sehr f reund lich und
dire, comme de
handeln wie ein echter Ge ntlema n.
vérita bles gentlemen.
Sie sind sehr f reund lich
und ha ndeln wie echte Kava liere.
[UT 322]
Stilistische C’est le re ndez-vous Dort ha ben die Dö bel ihr Re ndez-
Elemente des chevaisnes. vous.
Dort treffen sich die Karpfen.
Dort ist das Stelldichein der
Karpfen.
[UT 329]

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JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

4.4 Probleme bei der Untertitelung

UT Originaltext Problem Untertitelversi onen


Nr.
T: Technik
Endgültiger Untertit el
I: Inhalt
S: Sp rache
Kommentar

140,
(Monsieur Dufour :) T/I -Die Natur verrä t nicht
141
N’en parlez pas mon Zu viel Te xt i n ei ner alle Geheimnisse. Da !
pauvre vieu x, a llez. Zeile. (46 Zeichen pro Zeile )
La nature n’a pas -Ein Hecht?
encore li vrée à Zu viel Te xt i n
-Wie wahr.
l’homme tous ses einem UT.
Die Natur ist
secrets. Tiens, e n ò
geheimnisvoll. Da!
voici un! Erste Zeile auf 2
-Ein Hecht?
(Ana tole :) Zeilen ve rteile n.
Un brochet? Allen Text auf zwei Wie wahr.
UT verteile n. Die Natur ist
geheimnisvoll.

(neuer UT: )
-Da!
-Ein Hecht?
17
(Monsieur Dufour:) T Der Weg führt unter die
Le chemin passe Brücke, aber wir müssen
sous le po nt. Il va Zu we nig Zeit. einen Umwe g fah ren. Hü,
falloir faire le tour. Textve rteilung auf 2 Pferdchen!
Hue, cocotte. Zeilen schwierig.
Der Weg führt unter die
ò
Brücke. Abe r wir müssen
Kürzen
außenrum. Hü, Pfe rd chen.
Der Weg führt unter die
Brücke.
Aber wir müssen
außenrum. Hü !
102,
01:08:2 4:18 T/I -Wenn du ihr ei n Ki nd
103
(Henri :) machst?
Si tu lui fais un Dialog ü ber einen -Wenn man jedes Ma l ein
enfant? Schnitt: Pro blem Kind machen würde, wenn
[Schnitt: der Au fteilung: man sich ein weni g

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JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

01:08:2 5:24 ] Erste Re plik steht amüsiert... da nn wäre die


(Rodolphe : ) zu kurz für 1 UT, Erde ü berbe völkert.
Si on de vait faire un der 4 Bilde r vor
-Wenn sie ei n Kind kriegt?
enfant à chaque fois Schnitt e nden
-Würde das jedes M al
qu'on s'amuse u n müsste.
passieren... wäre die Erde
peu... La terre serait ò
überbe völkert.
surpeuplée. Über de n Schnitt
[Schnitt: gehen und mind. 1 -Wenn sie ei n Kind kriegt?
01:08:3 2:17 ] Sekunde blei ben. -Würde das jedes M al
Die Antwort auf passieren...
zwei UT verteilen.
(neuer UT )
Wäre die E rde
überbe völkert.
234
(Rodolphe :) S Ein guter Anfang, abe r der
Ca s’enga ge bien. Angelhake n stec kt no ch
Mais il est trop tô t Fachvoka bular vom nicht.
pour ferrer. Le Angeln.
Ein guter Anfang, abe r der
poisson n’a pas ò
Drillingsha ken steckt noch
encore e ngamé Muss als Fachbe griff
nicht.
l’èche. [... ] zum Bereich
„Angeln“ Ein guter Anfang, abe r der
(Henri :) passen und gerade Blinke r steckt noch nicht.
Tu m’ennuies avec noch ve rständ lich
tes termes sein. [...]
techniques. Du und deine Fachwö rter.

70
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

4.5 Liste der Untertitel mit Timecode

0001 01:01:12:00 01:01:14:02


Dieser Film von Jean Renoir
0012 01:02:08:20 01:02:11:03
- Angebissen!
0002 01:01:14:06 01:01:19:06
- Gibt's hier Fische?
konnte aus Gründen höherer Gewalt
nicht fertiggestellt werden.
0013 01:02:11:09 01:02:15:03
Ja und nein:
0003 01:01:19:10 01:01:22:01
Erwischen muss man sie.
Renoir lebt derzeit in Amerika.
0014 01:02:15:07 01:02:18:13
0004 01:01:22:05 01:01:24:09
- Monsieur Dufour!
Aus Respekt vor seinem Werk
- Hier sind wir richtig.

0005 01:01:24:13 01:01:27:14


0015 01:02:18:20 01:02:22:12
zeigen wir den Film
Dort ist ein Gasthof.
in dieser Fassung.
Da werden wir speisen.

0006 01:01:27:18 01:01:32:24


0016 01:02:22:16 01:02:24:11
Zum besseren Verständnis
- Was meinst du?
wurden zwei Zwischentitel eingefügt.
- Schön.

0007 01:01:33:14 01:01:35:14


0017 01:02:24:15 01:02:29:12
Ein Sonntag im Jahre 1860.
Der Weg führt unter die Brücke.
Aber wir müssen außenrum. Hü!
0008 01:01:35:18 01:01:38:10
Der Pariser Eisenwarenhändler Dufour
0018 01:02:31:19 01:02:35:10
- Es gibt Schatten.
0009 01:01:38:14 01:01:41:13
- Und Schaukeln. Wie lustig!
fährt in Nachbars Milchkutsche
aufs Land.
0019 01:02:35:14 01:02:37:11
Wir werden Fisch essen.
0010 01:01:41:17 01:01:46:05
Mit von der Partie sind Frau,
0020 01:02:37:24 01:02:42:22
Tochter und Schwiegermutter
Wir lassen es uns gutgehen.
Ihr werdet staunen.
0011 01:01:46:09 01:01:50:04
sowie sein Gehilfe
0021 01:02:43:01 01:02:47:23
und künftiger Schwiegersohn.
"Restaurant Poulain,
Fischgerichte, Zimmer, Schaukeln."

71
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JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0022 01:02:48:02 01:02:50:20 0034 01:03:30:21 01:03:33:02


"Mittagessen 2,50." Großmutter, wir sind da!
Ein guter Preis.
0035 01:03:33:06 01:03:37:03
0023 01:02:52:11 01:02:54:06 Wir gehen spazieren
Halt! und dann essen wir zu Mittag.

0024 01:02:59:06 01:03:00:18 0036 01:03:37:09 01:03:39:04


- Nimm! Nein, ich habe Hunger.
- Danke.
0037 01:03:39:08 01:03:43:18
0025 01:03:02:11 01:03:04:06 Lass sie im Wagen, Henriette.
Hilf mir. Wir fahren in den Schatten.

0026 01:03:06:20 01:03:09:22 0038 01:03:44:00 01:03:45:15


Nicht so stürmisch, Monsieur Dufour. Hü, Pferdchen.

0027 01:03:10:02 01:03:12:09 0039 01:03:46:05 01:03:48:20


- Guten Tag. - Es sind Milchhändler.
- Haben Sie Angeln? - Na und?

0028 01:03:12:13 01:03:14:15 0040 01:03:48:24 01:03:50:17


- Nein. Ja, eine Milchkutsche.
- Schade.
0041 01:03:50:21 01:03:53:01
0029 01:03:14:24 01:03:18:10 - Und die Leute?
- Angeln geht nicht? - Eine Familie.
- Nur mit eigenen Angeln.
0042 01:03:53:05 01:03:56:21
0030 01:03:18:14 01:03:22:00 - Auch das noch.
Es gibt keine Angeln. - Dann bleib doch zu Hause.
Wir müssen weiter.
0043 01:03:57:00 01:04:00:00
0031 01:03:22:06 01:03:25:16 - Und keine Frauen.
Nein, jetzt bleiben wir hier. - Doch, drei.
Es ist so heiß.
0044 01:04:00:04 01:04:03:21
0032 01:03:25:20 01:03:28:05 - Da kommt er.
Du hast recht, wir essen hier. - Monsieur Poulain, die Gäste warten.

0033 01:03:28:09 01:03:30:17 0045 01:04:04:05 01:04:07:05


- Rufen Sie den Wirt. - Das Wasser für den Absinth.
- Gerne. - Danke.

72
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0046 01:04:07:16 01:04:10:19 0058 01:04:50:10 01:04:53:08


Soll ich Ihren Fisch braten? Erst einer,
und schon wimmelt es von ihnen.
0047 01:04:11:01 01:04:13:01
Nein, bloß keinen Fisch. 0059 01:04:53:12 01:04:55:07
Was machen wir heute?
0048 01:04:13:05 01:04:16:04
- Du, Henri? 0060 01:04:55:18 01:04:58:02
- Der Fisch riecht nach Benzin. Abhauen! Immer flussaufwärts.

0049 01:04:16:11 01:04:19:11 0061 01:04:58:18 01:05:00:13


- Dann kriegen ihn die Katzen. Am Abend sind die weg.
- Oder die Pariser?
0062 01:05:00:17 01:05:02:13
0050 01:04:19:15 01:04:22:14 Rudern bei der Hitze!
Das ist eine gute Idee. Danke!
0063 01:05:02:21 01:05:05:01
0051 01:04:22:18 01:04:26:21 Halt, du machst das falsch.
- Die Gäste warten.
- Schon gut. 0064 01:05:09:10 01:05:10:22
Gucken wir raus?
0052 01:04:27:15 01:04:29:22
Die essen bestimmt im Freien. 0065 01:05:12:14 01:05:16:10
- Wir haben es hier gut getroffen.
0053 01:04:30:01 01:04:33:24 - Ja, Maman.
Bald müssen wir
vor den Parisern fliehen. 0066 01:05:20:08 01:05:24:12
- Gibt's gebackenen Fisch?
0054 01:04:34:03 01:04:39:07 - Ja, speziell für Sie.
Schade. Hier ist es nett,
man ist nah an Paris und so frei. 0067 01:05:24:16 01:05:28:04
- Wir haben Glück.
0055 01:04:39:20 01:04:44:02 - Hier ist das normal.
- Wir hätten in Unterhosen gebadet.
- Aber der Gendarm... 0068 01:05:28:08 01:05:30:04
Selber angeln ist besser.
0056 01:04:44:06 01:04:47:13
- Der ist mein Freund. 0069 01:05:30:15 01:05:35:14
- Das bezweifle ich. Dann also gebackenen Fisch,
Kaninchen, Salat und Dessert.
0057 01:04:47:20 01:04:50:06
Die Pariser sind wie Parasiten. 0070 01:05:36:07 01:05:37:19
Schieb an, Cyprien.

73
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0071 01:05:38:00 01:05:41:01 0084 01:06:58:12 01:07:00:08


Dazu Weißwein und roten Bordeaux. Sie schaukelt im Stehen.

0072 01:05:41:09 01:05:45:09 0085 01:07:00:12 01:07:03:12


- Papa, essen wir draußen? Sitzend
- Wo sonst? wäre der Anblick viel hübscher.

0073 01:05:45:20 01:05:48:03 0086 01:07:28:14 01:07:33:12


Vorsicht, halt dich fest! Ich spreche sie an.
Sicher wollen sie uns kennen lernen.
0074 01:05:51:23 01:05:56:08
Halt, Cyprien. Mir ist schwindlig. 0087 01:07:33:23 01:07:37:20
Wie raffiniert,
0075 01:05:57:07 01:06:01:04 damit wirst du sie verscheuchen.
Sag, Schwiegersohn,
wir könnten doch hier essen. 0088 01:07:37:24 01:07:41:16
- Und du sitzt mit dem Alten da.
0076 01:06:01:08 01:06:02:20 - Glaubst du?
Schon bestellt.
0089 01:07:41:20 01:07:45:11
0077 01:06:03:00 01:06:05:22 Ist nur ein Rat.
- Was, schon gehen? Ich suche keine Abenteuer.
- Aber nein.
0090 01:07:45:19 01:07:48:06
0078 01:06:06:19 01:06:10:19 Klar, du bist ja ein ganz Treuer.
- Gehen wir noch zum Fluss?
- Aber ja, bei der Hitze. 0091 01:07:48:14 01:07:50:01
Wie bitte?
0079 01:06:41:17 01:06:43:10
Hier kommt das Essen. 0092 01:07:50:05 01:07:53:04
- 15 Monate mit Hortense.
0080 01:06:43:14 01:06:47:00 - Eine Schönheit!
Ruhe, wir sind sehr beschäftigt.
0093 01:07:53:08 01:07:55:13
0081 01:06:47:04 01:06:50:19 Schon, aber so dumm.
Der Herr ist beschäftigt.
Ist der Wein kühl? 0094 01:07:55:17 01:07:58:14
- Darum ging es doch nicht.
0082 01:06:50:23 01:06:52:10 - Und Léa?
Ja, sicher.
0095 01:07:58:18 01:08:01:00
0083 01:06:54:15 01:06:58:04 Die hat Gustave geheiratet.
- Schaukeln sind nett.
- Aber man sieht nichts.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0096 01:08:01:11 01:08:03:17 0108 01:08:49:16 01:08:51:13


Bin eben ein Familienmensch. Komm runter, Henriette.

0097 01:08:03:21 01:08:07:07 0109 01:08:53:00 01:08:55:17


Mit Nutten ist es trist, Sie ist doch nett.
mit den anderen riskant.
0110 01:08:56:04 01:08:59:10
0098 01:08:07:15 01:08:09:11 Anders gekleidet
Angst vor Krankheiten? wäre sie richtig kess.

0099 01:08:09:22 01:08:15:14 0111 01:09:00:13 01:09:02:15


Nein, vor der Verantwortung. Ihr Estragon-Omelette.
Was tun mit so einem netten Mädchen?
0112 01:09:03:09 01:09:06:17
0100 01:08:16:05 01:08:20:11 - Fertig mit der Sülze?
Ich würde mit ihr im Boot - Ja, mein Dickerchen.
bis zur Insel fahren.
0113 01:09:06:23 01:09:09:17
0101 01:08:21:03 01:08:24:10 Die Pariserin ist gut gebaut.
Und dann...
gehören ihre Reize mir allein. 0114 01:09:09:22 01:09:13:15
- Sie meinen das Mädchen?
0102 01:08:24:18 01:08:28:19 - Nein, die ist zu dünn.
- Wenn sie ein Kind kriegt?
- Würde das jedes Mal passieren... 0115 01:09:14:02 01:09:17:20
- Dann also die Mutter.
0103 01:08:30:21 01:08:32:13 - Na klar! Ein Prachtstück.
wäre die Erde überbevölkert.
0116 01:09:18:09 01:09:22:23
0104 01:08:32:22 01:08:34:09 Da gibt's was zum Anfassen.
Wenn sie sich verliebt? Elegant ist sie obendrein.

0105 01:08:34:24 01:08:37:21 0117 01:09:23:09 01:09:28:02


Dann... hätte sie Geschmack. - Ich kriege Appetit.
- Also ich wüsste, was ich täte.
0106 01:08:38:09 01:08:41:11
Sei nicht blöd. 0118 01:09:28:08 01:09:29:20
Milchhändler sind fade. Unser Witwer...

0107 01:08:42:06 01:08:48:01 0119 01:09:30:19 01:09:35:12


Du würdest sie fallenlassen, - Der Alte fliegt auf die Mutter.
oder dein Leben wäre zerstört. - Wir arrangieren das so:

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0120 01:09:35:22 01:09:38:00 0132 01:10:25:24 01:10:28:21


Ich nehme das Mädchen - Den Schatten unter dem Stamm.
- Ja, ja.
0121 01:09:38:04 01:09:41:08
trotz der Verantwortung 0133 01:10:30:00 01:10:35:20
für einen Bastard. Das ist ein Versteck für Raubfische.
Vielleicht ist da ein Hecht drunter.
0122 01:09:42:00 01:09:46:04
Du nimmst die Mutter. 0134 01:10:35:24 01:10:40:21
Das wird ein netter Nachmittag! - Ein Hecht?
- So ein Brocken frisst Unmengen.
0123 01:09:47:18 01:09:50:02
Laufen wir sie einzeln an? 0135 01:10:41:00 01:10:44:07
Deshalb heißt er Süßwasserhai.
0124 01:09:50:14 01:09:54:00
Die sind untrennbar 0136 01:10:44:11 01:10:46:19
wie ein Schwarm Heringe. Er ist sehr schwer zu fangen.

0125 01:09:55:02 01:09:56:24 0137 01:10:47:03 01:10:50:21


Zu viel Salz macht Durst. Er zerbeißt die stärkste Angelschnur.

0126 01:09:58:18 01:10:02:03 0138 01:10:51:04 01:10:56:08


Kätzchen, mein Kätzchen. - Kann er einem den Finger abbeißen?
- Nein, aber es kann weh tun.
0127 01:10:02:24 01:10:06:24
- Wir könnten hier essen. 0139 01:10:56:18 01:10:59:04
- Ja, es ist schön schattig. Seltsame Dinge gibt's im Fluss.

0128 01:10:07:15 01:10:11:12 0140 01:10:59:08 01:11:02:19


- Gibt's da keine Ameisen? Wie wahr.
- Nein, aber Kirschen. Die Natur ist geheimnisvoll.

0129 01:10:12:02 01:10:15:06 0141 01:11:03:02 01:11:04:02


- Darf man die essen? - Da!
- Wir sollten fragen. - Ein Hecht?

0130 01:10:18:07 01:10:22:21 0142 01:11:04:06 01:11:05:14


Sie sind wohl verrückt. - Karpfen!
Sie vertreiben alle Fische. - Krapfen?

0131 01:10:24:08 01:10:25:20 0143 01:11:05:18 01:11:09:23


- Sehen Sie? Anatole, ich bitte Sie.
- Was? Karpfen! Die mögen Kirschen.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0144 01:11:10:06 01:11:12:18 0156 01:11:58:18 01:12:04:01


- Wie niedlich! Sie kriegt keine Jungen,
- Von wegen. sondern wird ein Schmetterling.

0145 01:11:14:10 01:11:16:12 0157 01:12:04:11 01:12:07:13


Und es gibt keine Angeln... Wie sonderbar.
Aber niedlich zugleich.
0146 01:11:18:03 01:11:20:00
Sieh nur, die Raupe. 0158 01:12:09:01 01:12:10:13
Sag mal, früher...
0147 01:11:20:10 01:11:24:05
- Nicht anfassen. 0159 01:12:10:17 01:12:15:18
- Sie ist doch nicht schmutzig. Als du so alt warst wie ich,
bist du da oft aufs Land gefahren?
0148 01:11:26:22 01:11:29:07
Die Natur ist schon seltsam. 0160 01:12:15:22 01:12:17:13
Nicht öfter als du.
0149 01:11:29:13 01:11:34:20
- Unter jedem Halm bewegt sich etwas. 0161 01:12:18:13 01:12:22:00
- So ist die Natur eben. War dir da auch so sonderbar zumute?

0150 01:11:35:14 01:11:37:18 0162 01:12:22:22 01:12:24:06


Ein Tritt zerstört alles. Sonderbar?

0151 01:11:38:05 01:11:40:17 0163 01:12:25:18 01:12:30:14


Man kann nicht immer aufpassen. Ja, hattest du auch
so ein zärtliches Gefühl für alles?
0152 01:11:41:12 01:11:44:20
Lieben und leiden die Tiere 0164 01:12:31:09 01:12:36:20
so wie wir? Für Gras, Wasser und Bäume.
So ein unbestimmtes Verlangen.
0153 01:11:45:03 01:11:49:23
Aber nein, nicht wie die Menschen. 0165 01:12:37:16 01:12:40:23
Dafür sind sie zu klein. Das fängt hier an, steigt hoch...

0154 01:11:50:07 01:11:53:21 0166 01:12:43:12 01:12:44:24


Doch sie werden geboren und fast weine ich.
und sterben wie wir.
0167 01:12:47:14 01:12:50:18
0155 01:11:54:04 01:11:58:12 Sag, Maman, hast du das auch gefühlt?
Wie kriegt eigentlich
eine Raupe ihre Jungen? 0168 01:12:51:00 01:12:55:19
Ich fühle es noch.
Nur bin ich jetzt vernünftiger.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0169 01:12:57:03 01:13:01:19 0181 01:13:55:15 01:13:57:13


Kommen Sie mal, - Da ist der Köder.
hier gibt es ganz seltsame Boote. - Zeig.

0170 01:13:01:23 01:13:04:18 0182 01:13:58:11 01:14:03:05


Boote! Komm schnell, Maman. - Wie sie ihn geschmückt hat.
- Gib ihn mir wieder.
0171 01:13:04:22 01:13:07:17
- Dein Hut! 0183 01:14:03:22 01:14:05:09
- Lass ihn liegen. - Warum?
- Wart's ab.
0172 01:13:08:09 01:13:12:08
Mein Rock ist schmutzig geworden. 0184 01:14:05:20 01:14:07:07
Wie du willst.
0173 01:13:12:16 01:13:17:05
Das sind Ruderjollen, Anatole. 0185 01:14:17:03 01:14:22:03
Damit kenne ich mich aus. Sie liebt mich von Herzen,
mit Schmerzen, klein wenig, gar nicht.
0174 01:13:18:21 01:13:23:06
Sag, bist du mit unserem... 0186 01:14:22:10 01:14:26:10
Fischzug einverstanden? Lassen wir's.
Im Gras zu liegen ist auch gemütlich.
0175 01:13:23:14 01:13:27:03
- Wie machen wir's? 0187 01:14:26:21 01:14:28:19
- Wir werfen die Angel aus. Nur schnell langweilig.

0176 01:13:28:00 01:13:32:19 0188 01:14:29:19 01:14:33:03


Und der Köder? Der Wind dreht.
Tot, lebendig oder künstlich? Seltsame Wolken jagen sich.

0177 01:13:32:23 01:13:34:15 0189 01:14:33:14 01:14:35:08


Anbeißen sollen sie. Und die Mücken!

0178 01:13:34:22 01:13:37:19 0190 01:14:35:14 01:14:38:01


- Vom Ufer aus? - Es gibt ein Gewitter.
- Ein Boot ist schicker. - Endlich.

0179 01:13:41:17 01:13:47:00 0191 01:14:38:09 01:14:42:06


Komm, Rodolphe. Für die Mutter - Wie spitz es ist!
nehme ich das Wurfnetz. - Deshalb ist es schnell.

0180 01:13:48:10 01:13:53:05 0192 01:14:42:10 01:14:46:00


- Zuerst muss man sie anlocken. - Fahren wir damit raus?
- Dazu brauchen wir einen Köder. - Ich habe zu viel Angst.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0193 01:14:46:04 01:14:49:12 0205 01:15:30:23 01:15:33:19


Die Bewegung - Da kommt ein Schauer.
hält es im Gleichgewicht. - Ein Schauer?

0194 01:14:49:16 01:14:51:20 0206 01:15:34:05 01:15:38:15


Da würde ich nie mitfahren. Aber Anatole! Ein Schauer,
so nennt man hier ein Gewitter.
0195 01:14:52:00 01:14:54:23
- Ich schon. 0207 01:15:38:22 01:15:42:19
- Man muss schwimmen können. - Wo soll ich servieren?
- Falls es regnet, drinnen.
0196 01:14:55:02 01:14:59:22
- Können Sie schwimmen? 0208 01:15:42:24 01:15:45:20
- Ja, das heißt, ich konnte es. Nein, draußen unter dem Kirschbaum.

0197 01:15:00:01 01:15:04:04 0209 01:15:46:01 01:15:50:24


- Was ist das, Papa? - Was meinst du?
- Das hält die Ruder fest. - Sie hat recht. Frische Luft tut gut.

0198 01:15:04:16 01:15:06:19 0210 01:15:51:06 01:15:56:08


Man nennt es auch "Dame". - In Paris fehlt uns der Sauerstoff.
- Wie wahr.
0199 01:15:06:23 01:15:11:19
Das bedeutet, dass die Ruderer 0211 01:16:01:08 01:16:05:16
nie ohne ihre "Dame" rudern. - Drinnen oder draußen?
- Draußen, unter dem Kirschbaum.
0200 01:15:11:23 01:15:13:13
Also, ich sehe das so: 0212 01:16:05:22 01:16:08:02
- Darf man sie pflücken?
0201 01:15:13:24 01:15:19:15 - Ja.
Wetten, dass ich mit so einem Ding
bequem 25 km pro Stunde schaffe? 0213 01:16:08:15 01:16:10:02
Anatole!
0202 01:15:19:23 01:15:22:09
Können wir damit rausfahren? 0214 01:16:11:05 01:16:17:00
- Sagen Sie Großmutter, wir essen.
0203 01:15:22:14 01:15:25:24 - Und bringen Sie die Schirme mit.
Nein, die gehören bestimmt jemandem.
0215 01:16:21:24 01:16:25:05
0204 01:15:26:17 01:15:29:17 - Die sind auf unserem Platz.
Das Wetter scheint umzuschlagen. - Die Ruderer?

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0216 01:16:25:17 01:16:29:24 0227 01:17:17:21 01:17:23:08


Das ist ihr gutes Recht. - Bitte sehr.
Wir suchen uns eben einen anderen. - Danke, wir nehmen Ihr Angebot an.

0217 01:16:30:04 01:16:33:04 0228 01:17:23:17 01:17:25:13


- Wo denn? Vielen Dank, Monsieur.
- An der Anlegestelle.
0229 01:17:34:09 01:17:35:21
0218 01:16:33:10 01:16:37:07 Danke, Monsieur.
- Aber da sind Brennnesseln.
- Dann eben auf der Wiese. 0230 01:17:42:11 01:17:46:20
Hier ist es schön.
0219 01:16:37:22 01:16:40:19 Und du hast deinen Kirschbaum.
- Bei der Brücke.
- Oh ja, bei der Brücke. 0231 01:17:47:12 01:17:50:13
Die jungen Herren sind gut erzogen.
0220 01:16:41:05 01:16:44:23
- Schade um den Baum. 0232 01:17:50:17 01:17:52:24
- Hol wenigstens deinen Hut. Es sind sicher keine Händler.

0221 01:16:56:23 01:16:59:09 0233 01:17:53:16 01:17:58:01


- Hier ist Ihr Hut. Kommen Sie, Großmutter.
- Danke. Setzen Sie sich hier hin.

0222 01:17:00:00 01:17:01:16 0234 01:18:02:09 01:18:06:23


Wie aufmerksam! Ein guter Anfang,
aber der Blinker steckt noch nicht.
0223 01:17:04:18 01:17:07:00
- Sie wollen picknicken? 0235 01:18:07:12 01:18:11:11
- Ja. - Was?
- Nicht angebissen, du Idiot.
0224 01:17:07:04 01:17:10:20
Unter dem Baum? 0236 01:18:11:19 01:18:15:11
Die Kirschen sind leider sauer. - Du und deine Fachwörter!
- Ich meine den Köder.
0225 01:17:11:01 01:17:14:02
- Der Platz gehört Ihnen. 0237 01:18:16:23 01:18:22:13
- Wirklich? Für eine Händlerstochter
hat die Kleine äußerst gute Manieren.
0226 01:17:14:06 01:17:17:17
- Aber sicher. 0238 01:18:23:06 01:18:25:08
- Wie nett von Ihnen. Sie drückt sich gewandt aus.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0239 01:18:25:24 01:18:30:05 0250 01:20:36:08 01:20:40:12


- Sind das die Prévert-Brüder? - Hier sind bestimmt Ameisen.
- Nein, Ruderer sind das. - Nein, das denkst du nur.

0240 01:18:30:09 01:18:34:09 0251 01:20:40:16 01:20:43:18


Die Prévert-Brüder Doch, in meinem Korsett.
kenne ich noch von früher. Schnür's auf.

0241 01:18:34:18 01:18:39:20 0252 01:20:45:10 01:20:47:11


- Ich dachte, der Ältere wird Priester. Der ist aber lästig.
- Ja, ja, so wird's sein.
0253 01:20:48:12 01:20:50:08
0242 01:18:41:15 01:18:43:06 Schluss damit!
- Wein, Juliette?
- Gern. 0254 01:20:53:24 01:20:57:09
Tu was dagegen!
0243 01:18:43:10 01:18:47:20 Meine Nerven!
- Das ist ein guter Tropfen.
- Danke, mein Lieber. 0255 01:20:58:03 01:21:00:05
Er soll Wasser trinken.
0244 01:19:11:05 01:19:13:13
Die Pariser werden wohl nass. 0256 01:21:00:13 01:21:02:22
Wasser? Wir haben nur Wein.
0245 01:19:18:23 01:19:20:17
Monsieur Dufour... 0257 01:21:03:05 01:21:06:17
Ein richtiger Mann
0246 01:19:22:22 01:19:25:18 könnte Wasser besorgen.
- Haben Sie noch einen Wunsch?
- Nein. 0258 01:21:12:21 01:21:17:01
Sie sind lächerlich.
0247 01:19:56:13 01:20:01:18 Das kommt aus dem Magen.
Machen wir einen Spaziergang
ins Wäldchen hinter dem Haus? 0259 01:21:17:23 01:21:19:22
Gehen wir in die Küche.
0248 01:20:06:05 01:20:10:21
Cyprien, 0260 01:21:22:20 01:21:25:07
erinnerst du dich an letztes Jahr? Halt, wohin? Sind Sie verrückt?

0249 01:20:11:21 01:20:16:22 0261 01:21:25:12 01:21:29:09


Als wir uns bei Saint-Germain Sie ertrinken uns noch im Fluss.
im Wald verirrt haben? Hier geht's lang.

81
Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0262 01:21:32:13 01:21:34:10 0274 01:22:24:15 01:22:28:13


- Kratz mich. Ich meinte, gut für uns.
- So, Maman? Hier ist es sonst zu ruhig.

0263 01:21:34:17 01:21:37:02 0275 01:22:28:19 01:22:31:10


Nicht da, weiter rechts. - Ach?
- Wir sprachen eben davon.
0264 01:21:38:00 01:21:41:04
Ja, da. Das tut gut. 0276 01:22:31:14 01:22:34:24
Aber nun gibt's ja schöne Pariserinnen.
0265 01:21:44:05 01:21:48:07
Kätzchen, Kätzchen. 0277 01:22:36:01 01:22:39:09
- Sie übertreiben.
0266 01:21:49:19 01:21:52:05 - Ich mein's ernst.
- Leinen los!
- Wenn du willst. 0278 01:22:39:13 01:22:43:00
- Männer!
0267 01:21:57:01 01:21:59:09 - Wir haben Sie schaukeln sehen.
- Knöpf's zu.
- Die sehen uns. 0279 01:22:43:07 01:22:46:03
Wie graziös!
0268 01:22:03:14 01:22:06:09 Ein himmlischer Anblick.
- Schön heute.
- Etwas schwül, oder? 0280 01:22:46:07 01:22:49:04
Ich hatte den besten Platz.
0269 01:22:07:00 01:22:10:11
- Eine unnatürliche Hitze. 0281 01:22:49:09 01:22:51:14
- Es gibt ein Gewitter. Gehören die Boote Ihnen?

0270 01:22:10:15 01:22:13:04 0282 01:22:51:22 01:22:53:18


- Sie gestatten? Sie gehören uns beiden.
- Mit Vergnügen.
0283 01:22:54:01 01:22:58:06
0271 01:22:14:04 01:22:15:19 Was halten Sie von einer Bootstour
Stört Sie der Rauch? zu viert auf dem Fluss?

0272 01:22:15:23 01:22:19:22 0284 01:22:59:12 01:23:01:22


Ich bin daran gewöhnt, Wir könnten zur Fabrik rudern.
mein Mann raucht wie ein Schlot.
0285 01:23:02:05 01:23:04:04
0273 01:22:20:01 01:22:24:11 Einverstanden, Maman?
- Eine gute Idee herzukommen.
- Ja, der Fisch war köstlich. 0286 01:23:05:00 01:23:06:20
Schickt sich das?

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0287 01:23:07:13 01:23:11:08 0299 01:23:51:13 01:23:53:24


Es wird regnen. - Sind Sie oft hier?
Außerdem müssen wir erst fragen. - Nein, Sie?

0288 01:23:11:14 01:23:13:09 0300 01:23:54:03 01:23:56:08


Da kommt die Sonne. - Jeden Abend.
- So ein Glück.
0289 01:23:13:13 01:23:17:03
- Stimmt. Kann ich Papa fragen? 0301 01:23:56:12 01:23:59:17
- Ja. - Kommen Sie doch öfter.
- Das geht nicht.
0290 01:23:17:18 01:23:22:11
- Die Herren können dich begleiten. 0302 01:24:00:07 01:24:04:01
- Danke, Maman. - Warum?
- Keine Zeit, wir haben einen Laden.
0291 01:23:23:01 01:23:25:21
Meine Tochter ist gleich wieder da. 0303 01:24:04:16 01:24:08:09
- Keine Angst mehr vor Verantwortung?
0292 01:23:26:23 01:23:28:18 - So ist es.
Mach schnell.
0304 01:24:08:15 01:24:11:03
0293 01:23:29:18 01:23:32:24 Verantwortung? Für eine Firma?
Die jungen Leute haben gute Manieren.
0305 01:24:11:08 01:24:12:24
0294 01:23:33:14 01:23:37:01 Er ist mein Sozius.
Sag mal,
fischst du in meinen Gewässern? 0306 01:24:13:06 01:24:15:24
Wir sind uns nicht immer einig.
0295 01:23:37:11 01:23:41:13
- Na und? 0307 01:24:16:03 01:24:18:00
- Dann begleite sie doch zum Papa. Aber es geht schon.

0296 01:23:42:02 01:23:44:00 0308 01:24:18:04 01:24:21:21


Ich hole die Angeln. So sind Firmen eben.
Papa arbeitet lieber allein.
0297 01:23:44:16 01:23:47:05
- Du bist nicht blöd. 0309 01:24:25:17 01:24:28:04
- Stimmt! Mein Schluckauf ist weg.

0298 01:23:47:14 01:23:49:03 0310 01:24:28:08 01:24:32:15


Wir werden ja sehen. Es geht doch nichts über Wasser.
Das hilft immer.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0311 01:24:32:20 01:24:36:17 0323 01:25:14:07 01:25:15:23


- Können wir mit den Herren rausfahren? - Ja oder nein?
- Aufs Wasser? - Was?

0312 01:24:36:21 01:24:39:14 0324 01:25:16:02 01:25:17:14


- Ja. - Dürfen wir?
- Mit dem Boot? - Was?

0313 01:24:39:18 01:24:42:04 0325 01:25:17:18 01:25:21:16


Für Sie, falls Sie gerne angeln. - Die Bootstour.
- Sicher, ich vertraue den Herren.
0314 01:24:42:12 01:24:45:02
Sie haben Angeln! 0326 01:25:22:10 01:25:23:22
- Kommen Sie?
0315 01:24:45:17 01:24:48:19 - Ja.
- Verleihen Sie die?
- Ja, und eine Dose Maden. 0327 01:25:25:01 01:25:28:14
Bevor ich's vergesse:
0316 01:24:48:23 01:24:51:14 Wo angelt man am besten?
Dazu alten Käse für die Karpfen.
0328 01:25:28:22 01:25:31:23
0317 01:24:51:18 01:24:54:03 Immer am Ufer entlang
Mögen die Käse oder Kirschen? bis zur alten Weide.

0318 01:24:54:07 01:24:56:21 0329 01:25:32:02 01:25:35:13


Der Karpfen frisst alles. Dort ist das Stelldichein der Karpfen.

0319 01:24:57:00 01:25:01:06 0330 01:25:35:17 01:25:38:06


Was haben wir doch für ein Glück! Nichts wie los. Danke nochmals.

0320 01:25:01:10 01:25:04:15 0331 01:25:38:10 01:25:39:22


Wir werden Fisch Mit Vergnügen.
mit nach Paris bringen.
0332 01:25:42:00 01:25:43:12
0321 01:25:05:11 01:25:09:02 Das hätten wir.
Ich weiß nicht,
wie ich Ihnen danken soll. 0333 01:25:43:16 01:25:48:03
- Ich hänge fest.
0322 01:25:09:14 01:25:14:03 - Der sticht mir noch die Augen aus.
Sie sind sehr freundlich
und handeln wie echte Kavaliere. 0334 01:25:49:07 01:25:52:07
- Nichts wie los.
- Ja, es ist schon spät.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0335 01:25:58:12 01:26:00:09 0347 01:26:52:11 01:26:54:23


Papa ist einverstanden. Außerdem haben Sie kaum was an.

0336 01:26:07:11 01:26:11:08 0348 01:26:56:19 01:26:58:12


Damen sind zart. Haben Sie einen Laden?
Man muss sachte mit ihnen umgehen.
0349 01:26:58:16 01:27:00:10
0337 01:26:11:12 01:26:15:04 - Wo?
Darum lieben wir sie. - Rue des Martyrs.
Sie erlauben?
0350 01:27:00:20 01:27:04:04
0338 01:26:17:23 01:26:21:00 - Da gibt's frische Luft.
- Wie machen wir's jetzt? - Weniger als hier.
- Wie geplant.
0351 01:27:04:10 01:27:07:03
0339 01:26:22:02 01:26:24:16 Kommen Sie doch mal alleine her.
- Ich nehme die Mutter.
- Danke. 0352 01:27:07:17 01:27:10:02
Mit dem Zug. Ich hole Sie ab.
0340 01:26:24:24 01:26:26:11
Sie zuerst. 0353 01:27:10:23 01:27:13:18
- Papa erlaubt es nicht.
0341 01:26:28:04 01:26:31:21 - Schade.
Ich habe Angst.
Es ist doch nicht gefährlich? 0354 01:27:17:11 01:27:20:03
Bis wann dürfen wir?
0342 01:26:33:09 01:26:36:23 Es geht zum Wehr.
Ich vertraue mich Ihnen an
wie ein Kind. 0355 01:27:21:09 01:27:24:02
So lang ihr wollt, aber sei still.
0343 01:26:37:08 01:26:40:03
Ich behüte Sie wie mein eigenes Kind. 0356 01:27:28:07 01:27:31:24
- Anatole, geben Sie mir Ihre Angel.
0344 01:26:42:02 01:26:44:04 - Nein.
- Es ist leider eng.
- Wieso? 0357 01:27:32:03 01:27:34:10
- Geben Sie sie mir.
0345 01:26:44:08 01:26:48:23 - Nein.
Wir hätten wie zwei Verliebte
nebeneinander sitzen können. 0358 01:27:34:14 01:27:37:05
- Sie begreifen gar nichts!
0346 01:26:49:03 01:26:51:23 - Nein.
Nicht doch, das hätte ich nie gewagt.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0359 01:27:55:01 01:27:57:19 0372 01:29:40:11 01:29:43:06


Ich hatte solche Lust auf Ihr Boot. Sie hat große Angst vor dem Wasser.

0360 01:27:57:23 01:28:00:02 0373 01:29:44:05 01:29:47:04


- Enttäuscht? - Wollen Sie wirklich zurück?
- Keineswegs. - Ja.

0361 01:28:00:06 01:28:03:21 0374 01:29:48:01 01:29:49:13


Sie rudern so gut, Na schön.
dass man übers Wasser gleitet.
0375 01:29:50:05 01:29:51:17
0362 01:28:05:09 01:28:06:21 Wie Sie wollen.
Wie still es ist.
0376 01:29:53:04 01:29:55:21
0363 01:28:08:01 01:28:10:11 Ja, ich glaube, ich muss zurück.
Man darf keinen Lärm machen.
0377 01:29:56:12 01:29:57:24
0364 01:28:11:21 01:28:13:11 Na gut.
Das stört die Stille.
0378 01:30:03:20 01:30:05:07
0365 01:28:13:19 01:28:18:03 Henriette!
- Aber die Vögel machen Lärm.
- Ihr Lied gehört zur Stille. 0379 01:30:05:16 01:30:10:00
Ich habe keine Angst mehr.
0366 01:28:20:03 01:28:22:03 Rodolphe rudert so geschickt.
- Mögen Sie den Fluss?
- Ja. 0380 01:30:10:04 01:30:12:04
Wir fahren bis zum Ende.
0367 01:28:23:22 01:28:25:23
Wie ich. Ich bin oft hier. 0381 01:30:32:04 01:30:34:14
- Hören Sie?
0368 01:29:18:23 01:29:20:10 - Eine Nachtigall.
Legen wir an?
0382 01:30:34:18 01:30:36:11
0369 01:29:26:04 01:29:28:04 Das Weibchen brütet.
Für einen Spaziergang?
0383 01:30:36:15 01:30:40:05
0370 01:29:32:09 01:29:35:16 - Eine Nachtigall?
Monsieur Henri... lieber nicht. - Setzen wir uns leise zu ihr.

0371 01:29:36:14 01:29:39:02 0384 01:30:50:09 01:30:52:09


- Warum? Ducken Sie sich.
- Maman macht sich Sorgen.

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Filmprojekt 2009
JEAN RENOIR – UNE PARTIE DE CAMPAGNE

0385 01:30:53:21 01:30:56:23 0398 01:32:31:19 01:32:35:03


So was Schönes Henriette!
habe ich noch nie gesehen.
0399 01:32:35:07 01:32:36:19
0386 01:31:01:17 01:31:03:09 Hier!
Es ist wie ein Haus.
0400 01:32:50:02 01:32:51:14
0387 01:31:07:05 01:31:10:14 Henriette!
Ich komme oft her.
Ich nenne es meine Kammer. 0401 01:34:26:03 01:34:28:20
Viele traurige Sonntage vergingen.
0388 01:31:22:20 01:31:24:07
Sie sitzt da oben. 0402 01:34:29:00 01:34:33:11
Anatole hat Henriette geheiratet,
0389 01:31:46:24 01:31:48:20 und eines Sonntags...
Wie heißen Sie, Madame?
0403 01:36:12:16 01:36:14:03
0390 01:31:49:20 01:31:52:16 Ich komme oft her.
Wie indiskret. Warum fragen Sie?
0404 01:36:14:16 01:36:17:11
0391 01:31:53:04 01:31:58:02 Weißt du,
- Um Sie zu hofieren. es ist die schönste Erinnerung.
- Dann... raten Sie mal.
0405 01:36:18:00 01:36:21:05
0392 01:31:58:23 01:32:00:10 Ich denke jeden Abend daran.
Ich geb's auf.
0406 01:36:34:01 01:36:35:13
0393 01:32:02:13 01:32:04:00 Henriette!
Juliette.
0407 01:36:55:02 01:36:57:12
0394 01:32:04:09 01:32:05:21 Es ist Zeit, zu gehen.
Ich heiße Romeo.
0408 01:37:00:00 01:37:01:12
0395 01:32:06:10 01:32:07:22 Ja, ja.
Nein, Rodolphe.
0409 01:37:18:09 01:37:19:21
0396 01:32:08:01 01:32:09:14 Mach schon.
Heute lieber Romeo.
0410 01:38:37:06 01:38:40:21
0397 01:32:09:18 01:32:13:16 SDI - Sprachen und Kommunikation
Wie lustig er ist. München, 2009
Wo nimmt er bloß diese Ideen her?
0411 01:38:41:01 01:38:43:16
Untertitel: Birgit Leib

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