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Newsletter Januar 2011

Ausgabe 70

Liebe Leserinnen und Leser,

heute wollen wir Sie sehr herzlich zur Multivisionsshow „Arktis - Schatzkammer des Nor-
dens“ am kommenden Dienstag in den Kulturspeicher einladen und über einige Aktionen
der letzten Monate informieren.

► Multivisionsshow „Arktis – Schatzkammer des Nordens“


► Montagsmärsche gegen das AKW Isar 1
► Erfolg in Finnland
► Rückblick Boreale Wälder (Russland, Finnland, Kanada)
► Kultureller Abend im Leeren Beutel am 15.11.2010
► Castor-Demo im Wendland

Multivisionsshow „Arktis – Schatzkammer des Nordens“


Es ist das einmalige Licht, die Weite,
die Klarheit, die Kargheit der Land-
schaft und natürlich die einzigartige
Tierwelt, die den Fotografen Bernd
Römmelt faszinieren. Der Norden ist
seine große Liebe und diese will er
während seiner Vortragsreise durch
Bayern mit seiner Multivisionsshow mit
den Zuschauern teilen. Seit 4 Jahren
ist der studierte Ethnologe mit seiner
Kamera im Auftrag von Greenpeace im
Norden unterwegs, um das Naturpara-
dies Arktis zu dokumentieren, bevor es
aufgrund des Klimawandels vollkom-
men verloren geht. Bernd Römmelt un-
terstützt die Arbeit von Greenpeace,
die die letzten Naturparadiese dieser
Erde für kommende Generationen be-
wahren will.

Am Dienstag, den 18.01.2011 kommt Bernd Römmelt mit der Multivisionsshow „Arktis“
auch in den Kulturspeicher in Regensburg (Bruderwöhrdstraße 15). Der Vortrag beginnt
um 20 Uhr, Einlass ist um 19:30 Uhr. Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei.

Im Mittelpunkt stehen einmalige Naturaufnahmen der Arktis und fotografische Highlights


wie Nordlichter, Tieraufnahmen von Eisbären, Karibus, Moschusochsen sowie Eindrücke
aus dem Leben der Inuit und Samen. In kurzen Anekdoten erzählt der Vortragende, was
er in der Arktis erlebt und welche Veränderungen er gesehen hat. Dabei geht es nicht nur
um die eintönige, aber faszinierende weiße Eiswüste. In dem Vortrag erleben die Zu-
schauer auch „die andere" Arktis: grüne Taigawälder, rote Tundra, wilde Berglandschaf-
ten usw.

Insgesamt 15 Reisen in den hohen Norden waren notwendig, um sämtliche Anrainerstaa-


ten der Arktis USA, Kanada, Grönland, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Russland
zu besuchen und im Vortrag zu berücksichtigen - ein einmaliges Erlebnis, erstmalig im
deutschsprachigen Raum.

Wir laden Sie sehr herzlich zu dieser Veranstaltung ein!

JF

Montagsmärsche gegen das AKW Isar 1


Der jeden Montagabend stattfinden-
den Protestaktion gegen das „AKW
Isar 1“ habe ich mich in den letzten
Wochen nun schon mehrfach ange-
schlossen. Bei den Besuchen fiel mir
jedes Mal die große Begeisterung
aller teilnehmenden Gruppen auf -
egal ob es sich nun um rein politi-
sche Parteigruppen oder um Um-
weltschutzgruppen handelte. Es
herrschte eine fröhliche, ausgelas-
sene Stimmung die sich auf alle be-
teiligten Menschen jeglichen Alters
übertrug. Die Aktion begann jedes
Mal mit dem Sammeln aller De-
monstranten auf einem Parkplatz in
einiger Entfernung einer der AKW-
Nebenzufahrten. Von dort aus mar-
schierten wir singend und unter dem skandieren von Anti-AKW Parolen in Richtung Isar
1. Das AKW wies uns sozusagen den Weg, da schon von weitem der AKW-Kühlturm und
die von ihm ausströmenden Rauchschwaden gut zu erkennen waren. Je näher wir Isar 1
kamen, desto bedrohlicher begann das AKW jedoch durch seine sichtbare Größe und sei-
ne unsichtbare Gefahr auf mich zu wirken. Wäre ich diesen Weg alleine gegangen, so
hätte das Gefühl der Hilflosigkeit
und Gefahr - in Angesicht dieses
AKW-Ungeheuers - sicherlich blei-
benden Eindruck hinterlassen. Doch
diesen Weg gingen mit mir über
300 Menschen, und wie es mir er-
schien, kamen sie aus allen Gesell-
schaftsschichten.
Der Weg zum Nebentor dauerte ca.
15 Minuten. Es ist dort eine kleine
Bühne aufgebaut, vor der der Pro-
testmarsch endet. Die grellen
Scheinwerfer des AKW-Tores be-
leuchten die bunte Ansammlung der
Demonstranten und geben so der
Aktion etwas Gottesdienstähnliches,
wobei die Stimmung der Leute in
keiner Weise einem Gottesdienst entspricht. Es herrscht Partylaune. So ist es auch nicht
verwunderlich dass als erstes von der Bühne herunter zum „Tanz gegen Atomkraft“ auf-
gefordert wird. Verschiedene Musikstile erklingen und das Tanzbein wird ausgelassen ge-
schwungen. So erklang feinste Walzermusik und die Szenerie hatte Ähnlichkeit mit einem
Ballsaal mitten im Wald. Nach dem Tanz sprachen jeweils Politiker auf der Bühne. Das
einmal war es Florian Pronold (SPD) und ein anderes mal eine Landtagsabgeordnete der
GRÜNEN. Schöne Worte sprachen beide und sie wurden auch beide beklatscht. Danach
folgten noch kürzere Reden von anderen Aktivisten, so auch von Greenpeace.
Nach einem weiteren Anti-Atomtanz begann dann der Rückmarsch. Wir wurden von ei-
nem Shuttlebus zum Bahnhof Landshut zurückgebracht und fuhren per Bahn wieder nach
Regensburg zurück, wo wir gegen 21 Uhr ankamen.
Die Verbundenheit, Entschlossenheit und Solidarität der Protestteilnehmer vor dem Gam-
melmeiler Isar 1 stellt eine gesellschaftliche Kraft dar, die der Macht der Atomlobby und
ihren Erfüllungsgehilfen von der CDU/FDP Paroli bietet. Es wäre zu hoffen dass sich der
Protest in den nächsten Monaten noch ausweiten wird so das vor sämtlichen Toren von
Isar 1 Demonstrationen möglich werden.
Alle Newsletter-Leser sind herzlich eingeladen, an den Montagsdemonstrationen teilzu-
nehmen. Treffpunkt ist Montags um 16:30 Uhr am Regensburger Hauptbahnhof. Infor-
mationen gibt es unter mahnwache@greenpeace-regensburg.de . Weitere Eindrücke
gibt es auch auf unserer Homepage.

AZ

Erfolg in Finnland
In Nordfinnland sind seit Dezember 2010 für 20 Jahre 1500 Quadratkilometer Urwald vor
den Kettensägen der Papierindustrie geschützt, eine Fläche von der sechsfachen Größe
des Bayerischen Waldes. Das ist ein riesiger Erfolg für die Umwelt!
Der Vertrag ist in Helsinki vom
finnischen Forstamt und den
Ureinwohnern der Region, den
Saami, unterzeichnet worden.
Greenpeace und große deutsche
Zeitungs- und Zeitschriftenverla-
ge haben sich seit zehn Jahren
für ein Schutzgebiet eingesetzt.
Deutsche Verlage sind Finnlands
wichtigste Papierkunden.
Von den geschützten Wäldern
profitieren vor allem die traditio-
nellen Rentierzüchter der Saami.
Die Züchter brauchen die Urwäl-
der, um im Winter ausreichend
Nahrung für ihre Tiere zu finden.
Der Vertrag sichert einen seit 2005 bestehenden Stopp der Waldzerstörung jetzt rechtlich
ab. Damals hatten die finnischen Behörden nach Protesten von Verlagen, Umweltschüt-
zern und der UNO das Fällen von Bäumen in einigen Gebieten der Saami vorübergehend
eingestellt.
Für den deutschen Markt sind knapp 20 Prozent des Papiers und ein Drittel der finnischen
Zellstoffexporten für den deutschen Markt bestimmt.

GK

Rückblick Boreale Wälder (Russland, Finnland, Kanada)


Das Hauptproblem ist die Papierproduktion!

– 2008 scheiterten Gespräche mit größtem kanadischem Papierhersteller


– 2009 war die Kampagne gegen den großen Papierhersteller Cleanex erfolgreich:
Es wurde erstmals eine Einkaufspolitik eingeführt.
Beginn eines Bewusstseinswandels in
kanadischer/amerikanischer Papier-
Branche

– 2010 Vertrag mit 9 NGOs und 21


Firmen in Kanada:
Einschlag-Moratorium für besonders
sensible Waldgebiete von 30 Mio.
Hektar. Dafür gibt es solange keine
Kampagne gegen mitmachende Un-
ternehmen. Jetzt startet ein Ver-
handlungsmarathon über nachhaltige
Waldwirtschaft und das systemati-
sche Anlegen von Schutzgebieten in
kanadischen Wäldern.
Ein Teil des Vertrages lautet, sich an die Ergebnisse der jetzt gemeinsam engagierten
Wissenschaftler zu halten! Parallel dazu werden Kampagnen/Aktionen gegen nicht betei-
ligte Firmen unternommen, die frei werdende Marktanteile erobern wollen mit NICHT
nachhaltiger Waldwirtschaft.

GK

Kultureller Abend im Leeren Beutel am 16.11.2010


Unter dem Thema „Streitgespräch Energiepo-
litik“ wurde der kulturelle Abend vom Stadt-
jugendring und der Greenpeace-Jugendgrup-
pe Regensburg schon zuvor durch auffallend
bunte Plakate und Flyer angekündigt. So er-
schienen am Abend ca. 135 Interessierte im
leeren Beutel um der anfänglichen Podiums-
diskussion und dem folgenden Auftritt der
Band „Ohrange“ beizuwohnen.
Auf dem Podium saßen Sebastian Körber
(FDP), Werner Schieder (SPD), Phillip Graf
v.u.z. Lerchenfeld (CSU), Eva Bulling-Schrö-
ter (Die Linke) und Michael Capota von
Greenpeace München, die schon sehr bald die
wichtigsten Streitpunkte der Energiepolitik
aufgriffen. Hauptthema war neben den
Möglichkeiten der Senkung des Energiever-
brauchs und den Erzeugungs- und Trans-
portmitteln erneuerbarer Energien die
Atompolitik. Während die CSU- und FDP-
Politiker das Energiekonzept der Bundesre-
gierung verteidigten, sprachen die Vertre-
ter der SPD, der Linken und von Greenpe-
ace u.a. die Probleme Endlagerung und de-
ren Kosten, Störfälle, Schutz vor Terroran-
griffen auf Atomkraftwerke, erneut auf-
kommender großer Protest an und erklär-
ten das Potential der Erneuerbaren Energi-
en. Das Publikum sympathisierte mehrheit-
lich mit jenen die anti Atomkraft argumen-
tierten und ergänzte das Gespräch mit
zahlreichen Wortmeldungen.
Als klar wurde, dass ein sinnvoller Kompro-
miss der gegenläufigen Meinungen der Partei-
angehörigen nicht in Sicht ist, nahmen sich
einige hoffentlich eine Aussage von Eva Bul-
ling-Schröter zu Herzen, nach der sich jeder
selbst entscheiden kann, Ökostrom zu bezie-
hen und sein Haus zu isolieren, um so kleine
aber wichtige Beiträge zur Lösung des Ener-
gieproblems zu leisten.
Trotz größerer Widersprüche und womöglich
auch Verärgerungen über einzelne Aussagen
während der Diskussion war die Stimmung im
darauffolgenden Konzert fröhlich - passend
zur Musik der Band.

LR

Castor-Demo im Wendland
Mit der Großdemo gegen den
Castor-Transport von La
Hague nach Gorleben und
den Blockaden des Trans-
ports erreichten die Anit-A-
tom-Proteste eine neue Di-
mension. Sowohl bei der
Demo mit 50.000 Teilneh-
merInnen als auch bei ein-
zelnen Blockaden waren
Greenpeace-Mitglieder aus
Regensburg dabei.

KB

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Erscheinungstermin dieser Ausgabe: 15. Januar 2011

Verantwortlich für die einzelnen Beiträge sind die jeweils mit Namenskürzel (z.B. JF) ge-
nannten Autoren.

Gesamtproduktion: Jürgen Friedmann (JF)

Über Anregungen freuen wir uns unter newsletter@greenpeace-regensburg.de

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Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Friedmann
Greenpeace-Gruppe Regensburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Greenpeace-Gruppe Regensburg - Taubengäßchen 1 - 93047 Regensburg – 0941/51998