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Unterlagen für die Lehrkraft


Abiturprüfung 2010
Mathematik, Leistungskurs

1. Aufgabenart
Analysis

2. Aufgabenstellung
siehe Prüfungsaufgabe

3. Materialgrundlage
 entfällt

4. Bezüge zu den Vorgaben 2010


1. Inhaltliche Schwerpunkte
 Untersuchung von ganzrationalen Funktionen einschließlich Funktionenscharen,
Exponentialfunktionen und Logarithmusfunktionen mit Ableitungsregeln (Produkt-
regel, Quotientenregel, Kettenregel) in Sachzusammenhängen auch unter Einbezie-
hung gebrochen-rationaler Funktionen
 Untersuchungen von Wirkungen (Änderungsrate)
 Flächenberechnung durch Integration

2. Medien/Materialien
 entfällt

5. Zugelassene Hilfsmittel
 Wissenschaftlicher Taschenrechner (ohne oder mit Grafikfähigkeit)
 Mathematische Formelsammlung
 Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung
 Muttersprachliches Wörterbuch für Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist

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6. Vorgaben für die Bewertung der Schülerleistungen


6.1 Modelllösungen
Modelllösung a)
(1) Der Graph ist streng monoton fallend und linkgekrümmt: Die Temperatur des Körpers
nimmt ausgehend von T0  100 °C ständig ab. Die Temperaturabnahme [pro Sekunde]
wird mit zunehmender Zeit [bzw. abnehmender Temperatur] immer geringer.
(2) Einsetzen ergibt: T (120)  20  (100  20)  e 0,01120  44,1 [°C].
Der Körper ist auf etwa 44,1 °C abgekühlt.
(3) Die Temperatur nähert sich für wachsendes t asymptotisch der Raumtemperatur
TR  20 °C : lim T (t )  lim  20  80  e 0,01t   20 [°C].
t  t 

In der Praxis nimmt der Körper nach endlicher Zeit die Raumtemperatur an.

Modelllösung b)
t t
1 1
   20  80  e 0,01t  dt
2 2

(1)   T (t )dt 
(t2  t1 ) t1 (t2  t1 ) t1

1  t2 t2

    20dt   80  e 0,01t dt 
(t2  t1 )  t1 t1


1 t2
  20  t  8000  e 0,01t 
( t 2  t1 ) t1

1
   20  t2  8000  e 0,01t2  20  t1  8000  e 0,01t1 ) 
( t 2  t1 )
1
   20  (t2  t1 )  8000  ( e 0,01t2  e 0,01t1 ) 
( t 2  t1 )
[Alternativ:
1
(t2  t1 )

 20  (t2  t1 )  8000  (e 0,01t2  e 0,01t1 ) 
1 t2
  20  t  8000  e 0,01t  .
(t2  t1 ) t1

 20  t  8000  e 0,01t
  20  80  e 0,01t
 T (t ) .
t
1 1
  20  (t2  t1 )  8000  ( e 0,01t2  e 0,01t1 )  .]
2

Damit ist gezeigt:   T (t )dt 


t2  t1 t1 ( t 2  t1 )

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(2) Einsetzen von t1  0 und t2  120 ergibt:


1
120
 
 20  120  8000   e 1,2  1   66,6 .

Die mittlere Temperatur beträgt ungefähr 66,6 °C.


(3) Der Graph von T ist im Intervall [t1 ; t2 ] , 0  t1  t2 , linksgekrümmt (vgl. Teilaufgabe
a) (1)). Er verläuft daher unterhalb der Intervallsekante. Das in diesem Intervall zwi-
schen ihm und der t -Achse liegende Flächenstück hat somit einen kleineren Flächen-
inhalt als das Trapez mit den Eckpunkten  t1 | 0  ,  t2 | 0  ,  t1 | T (t1 )  ,  t2 | T (t2 )  :
t2 t
T ( t1 )  T ( t 2 ) 1 2
T ( t1 )  T ( t 2 )
 T (t )dt    t 2  t1     T (t )dt  .
t1
2 t2  t1 t1 2

Modelllösung c)
(1) T (t )  TR  (T0  TR )  e  kt  (T0  TR )  e  kt  T (t )  TR . Mit T (t )   k  (T0  TR )  e  kt
folgt T (t )   k  (T (t )  TR ) , also die gesuchte Proportionalität.
(2) Zu Beginn des Abkühlungsprozesses (t  0) ist der Betrag der Abkühlungsgeschwin-
digkeit am größten.
(3) Die mittlere Abkühlungsgeschwindigkeit des Körpers K1 im Zeitintervall [0;120] ist
T (120)  T (0) 20  80  e 1,2  100
  0, 466 [°C/s] .
120  0 120
(4) Die mittlere Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit des Körpers K1 im Zeit-
intervall [0;120] beträgt
T (120)  T (0) 0,01  80  e 1,2  0,01  80  e 0
  0,00466 [°C/s2 ] .
120  0 120
(5) Die momentane Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit ist die Ableitung
T  der Funktion T  mit der Gleichung T (t )  k 2  (T0  TR )  e  kt , t  0 . Für den Körper

K1 gilt: T (t )  0,008  e 0,01t .


Der gesuchte Zeitpunkt t ergibt sich aus dem Ansatz T (t )  0,00466 :

0,008  e 0,01t  0,00466  e 0,01t  0,5825


 0,01  t  ln 0,5825
 t  54,04
Nach ungefähr 54 s ist die momentane Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit
des Körpers K1 genau so groß wie die mittlere Änderungsrate seiner Abkühlungsge-
schwindigkeit innerhalb der ersten 120 Sekunden des Abkühlungsvorgangs.

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Modelllösung d)
(1) Die gesuchte Temperatur des Körpers K2 nach einer Abkühlungszeit von 120 s ist
T2 (120)  20  80  e 0,006120  20  80  e 0,72  58,9 [°C] .
(2) Sei nun t  0 .
Die Temperatur des Körpers K2 kann beschrieben werden durch die Funktion T2 mit

der Gleichung T2 (t )  20  80  e 0,006(t 120) , die Temperatur des Körpers K1 wie bisher

durch die Funktion T mit der Gleichung T (t )  20  80  e 0,01t .

T2 (t )  T (t )  20  80  e 0,006(t 120)  20  80  e 0,01t


 0,006  (t  120)  0,01  t
 t  180
Drei Minuten nachdem K1 bzw. fünf Minuten nachdem K2 beginnt sich abzukühlen,
haben die beiden Körper die gleiche Temperatur.
[Es kann auch mit dem Ansatz 20  (59  20)  e 0,006t  20  80  e 0,01t auf der Basis des
Kontrollergebnisses gearbeitet werden.]
Begründung der Existenz des gesuchten Zeitpunkts:
Der Körper K2 hat eine kleinere Abkühlungskonstante und zum Zeitpunkt t  0 eine
geringere Temperatur [ T2 (0)  59 °C ] als der Körper K1 [ T (0)  100 °C ].

6.2 Teilleistungen – Kriterien


Teilaufgabe a)
Anforderungen maximal
erreichbare
Punktzahl
Der Prüfling (AFB)1

1 (1) beschreibt den Verlauf des Graphen im Sachzusammenhang. 3 (I)


2 (2) berechnet die Temperatur nach 120 s. 2 (I)
3 (3) untersucht die Entwicklung der Temperatur des Körpers K1 für große t. 3 (II)
Der gewählte Lösungsansatz und -weg muss nicht identisch mit dem der Modelllösung sein.
Sachlich richtige Alternativen werden an dieser Stelle mit entsprechender Punktzahl bewertet.

1
AFB = Anforderungsbereich

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Teilaufgabe b)
Anforderungen maximal
erreichbare
Punktzahl
Der Prüfling (AFB)

1 (1) weist nach, dass die mittlere Temperatur des Körpers K1 im Zeitintervall [t1 ; t2 ] 6 (II)
durch den angegebenen Term berechnet werden kann.
2 (2) berechnet die mittlere Temperatur von K1 innerhalb der ersten 120 Sekunden. 2 (I)
3 (3) begründet, dass für jedes Zeitintervall [t1 ; t2 ] , 0  t1  t 2 , die mittlere Tempera- 5 (III)
tur des Körpers K1 kleiner ist als das arithmetische Mittel der Temperaturen T (t1 )
und T (t 2 ) .
Der gewählte Lösungsansatz und -weg muss nicht identisch mit dem der Modelllösung sein.
Sachlich richtige Alternativen werden an dieser Stelle mit entsprechender Punktzahl bewertet.

Teilaufgabe c)
Anforderungen maximal
erreichbare
Punktzahl
Der Prüfling (AFB)

1 (1) zeigt, dass die behauptete Proportionalität gilt. 3 (II)


2 (2) gibt an, zu welchem Zeitpunkt der Betrag der Abkühlungsgeschwindigkeit am 2 (I)
größten ist.
3 (3) ermittelt die mittlere Abkühlungsgeschwindigkeit des Körpers K1 während der 4 (II)
ersten 120 Sekunden des Abkühlungsvorgangs.
4 (4) bestimmt die mittlere Änderungsrate der Abkühlungsgeschwindigkeit des Kör- 5 (II)
pers K1 während der ersten 120 Sekunden des Abkühlungsvorgangs.
5 (5) ermittelt den gesuchten Zeitpunkt. 6 (II)
Der gewählte Lösungsansatz und -weg muss nicht identisch mit dem der Modelllösung sein.
Sachlich richtige Alternativen werden an dieser Stelle mit entsprechender Punktzahl bewertet.

Teilaufgabe d)
Anforderungen maximal
erreichbare
Punktzahl
Der Prüfling (AFB)

1 (1) bestimmt die Temperatur, die der Körper K2 zum Zeitpunkt t  0 hat. 2 (II)
2 (2) bestimmt den Zeitpunkt t  0 , zu dem K1 und K2 dieselbe Temperatur haben. 4 (II)
3 (2) begründet die Existenz des gesuchten Zeitpunkts. 3 (II)
Der gewählte Lösungsansatz und -weg muss nicht identisch mit dem der Modelllösung sein.
Sachlich richtige Alternativen werden an dieser Stelle mit entsprechender Punktzahl bewertet.

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7. Bewertungsbogen zur Prüfungsarbeit


Name des Prüflings:____________________________________ Kursbezeichnung:____________

Schule: _____________________________________________

Teilaufgabe a)
Anforderungen Lösungsqualität
Der Prüfling maximal
erreichbare
EK2 ZK DK
Punktzahl
(AFB)

1 (1) beschreibt den Verlauf … 3 (I)


2 (2) berechnet die Temperatur … 2 (I)
3 (3) untersucht die Entwicklung … 3 (II)
sachlich richtige Alternativen: (8)
…………………………………………………………………….
…………………………………………………………………….
Summe Teilaufgabe a) 8

Teilaufgabe b)
Anforderungen Lösungsqualität
maximal
Der Prüfling erreichbare
EK ZK DK
Punktzahl
(AFB)

1 (1) weist nach, dass … 6 (II)


2 (2) berechnet die mittlere … 2 (I)
3 (3) begründet, dass für … 5 (III)
sachlich richtige Alternativen: (13)
…………………………………………………………………….
…………………………………………………………………….
Summe Teilaufgabe b) 13

2
EK = Erstkorrektur; ZK = Zweitkorrektur; DK = Drittkorrektur

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Teilaufgabe c)
Anforderungen Lösungsqualität
maximal
Der Prüfling erreichbare
EK ZK DK
Punktzahl
(AFB)

1 (1) zeigt, dass die … 3 (II)


2 (2) gibt an, zu … 2 (I)
3 (3) ermittelt die mittlere … 4 (II)
4 (4) bestimmt den mittlere … 5 (II)
5 (5) ermittelt den gesuchten … 6 (II)
sachlich richtige Alternativen: (20)
…………………………………………………………………….
…………………………………………………………………….
Summe Teilaufgabe c) 20

Teilaufgabe d)
Anforderungen Lösungsqualität
maximal
Der Prüfling erreichbare
EK ZK DK
Punktzahl
(AFB)

1 (1) bestimmt die Temperatur … 2 (II)


2 (2) bestimmt den Zeitpunkt … 4 (II)
3 (2) begründet die Existenz … 3 (II)
sachlich richtige Alternativen: (9)
…………………………………………………………………….
…………………………………………………………………….
Summe Teilaufgabe d) 9

Summe insgesamt 50

Die Festlegung der Gesamtnote der Prüfungsleistung erfolgt auf dem Bewertungsbogen
einer Aufgabe aus der Aufgabengruppe 2.

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