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George Herbert Mead (USA 1863-1931) Modell symbolisch-sprachlicher Kommunikation und Interaktion

George Herbert Mead (1863 – 1931), Hauptwerk: "Mind, Self and Society from the Standpoint of a Social Behaviorist" („Geist, Identität und Gesellschaft“). Mead geht es um die Frage, wie die menschliche Identität zustande kommt und welchen Einfluss darauf die Gesellschaft, aber auch das Denken und der Geist des einzelnen Menschen, haben.

Zeichen, Gesten und Symbolen

-Leitgedanke Meads: Der Mensch erschließt sich seine Umwelt über symbolische Bedeutungen

- er unterscheidet Zeichen, Gesten und Symbole:

- Zeichen sind Sinnesreize, die instinktive Reaktionen auslösen

- bestimmte Zeichen, die in der zwischenmenschlichen Kommunikation zum Ausdruck

gebracht werden und welche eine Reaktion in Form von konkretem Verhalten hervorrufen, nennt Mead Gesten. Bei Gesten überlegt der Mensch erst, was sie in der konkreten Situation bedeuten könnten und entscheidet sich dann für ein bestimmtes Verhalten. Somit ist der Mensch in der Lage seine Reaktion, durch den Prozess des Denkens, zu verzögern.

- Symbole sind Gesten oder Zeichen mit allgemeinem Sinn, die über die konkrete Situation hinausweisen

- Lösen ein Zeichen oder eine Geste beim allen Individuen dieselbe Vorstellung über die

dahinterliegende Bedeutung und damit die gleiche Reaktion hervor, spricht man von einem signifikanten Symbol

- Gesten, Symbole und Signifikante Symbole sind erste Voraussetzungen für Kommunikation zwischen Individuen

- Kommunikation ist eine Form der Verständigung über den Sinn einer konkreten Situation

und erfolgt im Wesentlichen über Sprache, welche als das wichtigste System signifikanter Symbole verstanden wird

- Sprache ist folglich die Voraussetzung für Denken

- Denken bedeutet, dass man mittels Sprachsymbolen jederzeit über Eindrücke, Erfahrungen und Erwartungen verfügen kann

- da wir in der Sprache die gleichen Symbole verwenden, können wir uns in den Anderen hineinversetzen

das Verhalten wird antizipiert ( etwas erkennen, bevor es eingetreten ist; vorwegnehmen), da

„Ego“ sich in die Rolle des „Alter“ versetzen kann, und umgekehrt

- die Fähigkeit, von der Position des Anderen aus zu denken nennt Mead „Rollenübernahme“ ( role-taking Empathie)

Dadurch dass ich das Verhalten des Anderen vorweg denken kann, kann ich auch mein eigenes Verhalten in einer bestimmten Weise verändern, um bestimmte Reaktionen zu provozieren (role-making)

Die Handlungsbeteiligten können sich in ihren Haltungen und Perspektiven wechselseitig verschränken

Play and Game

Die Entwicklung der Identität lässt sich in zwei soziale Phasen teilen:

Play

Das Kind gewinnt seine Identität, indem es wichtige Repräsentanten der Gesellschaft nachahmt. Das Play ist das Rollenspiel des Kindes.

-

Das Kind spielt also wichtige Bezugspersonen nach und handelt und denkt von ihrem Standpunkt aus.

-

Diese Bezugspersonen bezeichnet Mead als signifikante Andere.

-

Das Kind wechselt ständig zwischen der eigenen Rolle und jener des signifikanten Anderen und entwickelt auf diese Weise ein Gefühl dafür, sich in andere hineinzuversetzen. Es fühlt sich in die eigene, wie auch in die andere Rolle ein.

-

Es entwickelt sich eine organisierte Struktur.

während der ersten Phase, dem Play, können nur einzelne Rollen übernommen werden, und diese auch nur nacheinander und nicht gleichzeitig. Das Play orientiert sich am signifikanten Anderen (den Bezugspersonen).

Game

Mead bezeichnet Game als organisiertes, geregeltes Gruppenspiel mit organisierten Rollen.

- Beim Game muss das Kind mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen können.

- Es muss imstande sein, die Konsequenzen des eigenen Handelns und die damit verbundenen Folgen für die „Gruppe“ zu bedenken.

- Außerdem muss es das Verhalten der Anderen berücksichtigen können (Das Kind unterliegt hier, im Gegensatz zum Play, allgemein abgemachten Regeln, die es zu befolgen gilt)

- Das Kind muss sich mit dem Gruppenziel identifizieren und sein eigenes Handeln so koordinieren, das es dieses Ziel auch erreicht

- Das Kind merkt, dass sein Handeln einerseits von den Anderen abhängt und andererseits das Handeln der Anderen auch beeinflusst

- Die gemeinschaftliche Gruppe bezeichnet Mead als das verallgemeinerte Andere

Die Endstufe ist erreicht, wenn das Individuum den Standpunkt einer Institution wie Staat, Gesetz oder Gemeinschaft einnehmen kann.

Play und Game stellen wesentliche Schritte zur Erlangung von Selbstbewusstsein dar

I and Me

Leitfrage: Warum agieren die Menschen, trotz der Rollenübernahme des generalisierten Anderen, unterschiedlich?

- 2 korrespondierende Seiten des „Ich“ : „I“ und „Me“

„I“: interpretiert die Sicht der anderen auf Ego in eigener Weise und setzt sie zu einem individuellen Bild zusammen = das impulsive Ich

• es ist vorsozial und unbewusst

• sinnliche und körperliche Bedürfnisse kommen spontan in ihm zum Ausdruck

• es ist nie vollständig sozialisierbar

„Me“: die von der Gesellschaft geprägte Seite der Persönlichkeit (vgl. Freuds „Über-Ich“) = das reflektierte Ich

• es ist eine zugewiesene Identität

• es spiegelt das Bild wieder, dass sich andere von einem gemacht haben

Im reflektierte Ich („Me“) kommt die Kontrolle des generalisierten Anderen zum Ausdruck

Das „I“ reagiert auf die vielen „Me“ widerständig und verändernd

„Me“ ist die permanente soziale Kontrolle des „I“

durch die Differenz von „I“ und „Me“ entwickelt sich ein reflexives Bewusstsein wenn beide Seiten des Ichs in einer gleichwertigen Spannung zueinander stehen, kommt es zur gelungenen Identität, Identität im Sinne von Selbstsein und Selbstempfinden („Self“)

im Sinne von Selbstsein und Selbstempfinden („ Self “) In der Theorie von Mead dient Sozialisation

In der Theorie von Mead dient Sozialisation dazu, dass das Individuum lernt, den Erwartungen des anderen gerecht zu werden; dieser "andere" wird im Laufe der Entwicklung zunehmend verallgemeinert zur Gesellschaft insgesamt.

Kritische Bewertung:

Entstehun g s z eit berücksichtigen: generelle Theorie,

historische n, ökono mis c h e n und sozialen Verhältnisse.

Fa milien heute verän d e r t – keine sinkt und damit

Bezu g s p e r s o n e n

Vorbereitun g z.B. Erzieh er

Andere“ müssen den veränderten Möglichkeiten

tragen und ihnen nicht nur gesellsch aftlich e Anpa s s u n g

von Sozialarbeitern/ Psych ologe n in die Schule.

ohne Berücksichtigung der jeweiligen

Mehr - Gen er ati o n e n f a m i li e n mehr >> Anz a hl familiär er

auch die Anza hl

der „signifika nte n Andere n“, d.h. wenig

auf die Erwartun g e n der „verallge m ei n erte n Anderen“. Frage daher: Müsse n im Kiga diese Rolle mit einne h m e

und

n ? Erzie h e r und Lehr er als “verallge m e i n e r t e

Fähigkeiten von Kindern Rechnu n g e n abverlan g e n Abhilfe durch Einbe z u g

Keine kritische Hinterfragu n g gesellschaftlicher Ungleichh eit, gesellschaftskritisches Denken und Handel n lässt sich nur schw er aus seiner Theorie ableiten.

Bezüge zu: Erziehung im Nationalsozialismus Grenzen systemischer Sicht