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SCHÜLERRECHTE IM ÜBERBLICK

Wer kennt das leidige Thema Schulrecht nicht. Für viele Schülervertreter ist Schulrecht eines
der wohl langweiligsten Themen überhaupt. Insofern sehr verständlich, kaum jemand mag es,
sich unbeholfen durch den Paragraphendschungel der Österreichischen Schulgesetze
schlagen zu müssen.

Es wäre wohl Nonsens von dir zu verlangen, dass du alle Paragraphen bis ins Detail kennst.
Wichtig ist nur zu wissen, wo du dich weiter informieren kannst. Auf den folgenden Seiten
findest du deswegen die wichtigsten Infos (auch diese sind schon recht umfangreich).

Solltest du trotzdem noch Fragen haben, kein Problem. Anruf oder eMail genügt:

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uhs@uhs.at

Relevante Schulgesetze…

SchUG – Schulunterrichtsgesetz
LB-VO – Leistungsbeurteilungsverordnung
SchVV – Schulveranstaltungsverordnung
Schulordnung – Verordnung zur Schulordnung
SchBG – Schülerbeihilfengesetz
SchVG – Schülervertretungengesetz (nur für überschulische SV)
SchZG – Schulzeitgesetz

Wo kann ich das alles eigentlich nachschlagen?

www.ris.bka.gv.at Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes


www.bmukk.gv.at Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
www.uhs.at Union Höherer Schüler Oberösterreich
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Rechte der Schüler… §57 a SchUG

o Beteiligung an der Gestaltung des Unterrichts


o Beteiligung an der Wahl der Unterrichtsmittel
o Anhörung
o Abgabe von Vorschlägen und Stellungnahmen
o Information über den aktuellen Notenstand (§11 (3) lit. a LBVO)
o Wahl einer eigenen Vertretung (§§ 58 und 59a )

Pflichten der Schüler… § 43 SchUG / § 4 Schulordnung

o Pünktlicher und regelmäßiger Besuch des Unterrichts (auch der Freigegenstände und
des Förderunterrichts wenn man sich dazu angemeldet hat)
o Teilnahme an Schulveranstaltungen
o Befolgung der Hausordnung
o Der Schüler muss durch seine Mitarbeit den Unterricht fördern (auch durch die
pünktliche und ordentliche Erledigung diverser Hausaufgaben)
o Die notwendigen Unterrichtsmittel müssen zum Unterricht mitgebracht werden

Alkohol und Zigaretten… §9 Schulordnung

o Der Genuss von alkoholischen Getränken in der Schule, an sonstigen


Unterrichtsorten und Schulveranstaltungen ist verboten.
o Im Schulgebäude gilt für alle Schulpartner absolutes Rauchverbot. Lehrer/innen
dürfen, sofern die Hausordnung nichts anderes besagt, am Schulgelände rauchen,
Schüler/innen nicht!

Leistungsbeurteilung… §43 SchUG und Leistungsbeurteilungsverordnung

Der Lehrer muss alle erbrachten Leistungen (Schularbeiten, Tests, mündliche bzw.
schriftliche Prüfungen, Mitarbeit,…) eines Schuljahres in die Beurteilung einbeziehen, wobei
zuletzt erbrachte Leistungen wichtiger sind als solche, die schon länger zurückliegen. Das
Verhalten des Schülers sowie Leistungen, die vor dem betreffenden Unterrichtsjahr erbracht
wurden, sind für die Benotung irrelevant.
Die Benotung darf nur auf den Leistungen des Schülers basieren. (z.B.: Eine schlechtere
Note mit der Begründung, dass diese den Schüler im zweiten Semester zu besseren
Leistungen motivieren wird, ist natürlich nicht gerechtfertigt)

Lernzielkontrollen… §1 (2) LBVO:

Eine Lernzielkontrolle dient einzig und alleine der Information des Lehrers über den
Leistungsstand der Klasse. Somit darf sie zwar benotet werden, aber nicht in die Jahres-
/Semesternote mit einfließen.
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Grundsätze der Leistungsbeurteilung… §11 LBVO

o Deine Leistungen müssen sachlich und gerecht beurteilt werden.


o Dein Verhalten in der Öffentlichkeit oder in der Schule ist für die Note irrelevant.
o Sachlich vertretbare Meinungsäußerungen haben die Note niemals zu beeinflussen.
o In Zeichnen, Turnen, Musik und Werken ist bei Mangelnden Fähigkeiten der
Leistungswille zu Gunsten des Schülers zu werten.

Mitarbeit… §4 LB-VO

Mitarbeit ist grundsätzlich alles was du im Unterricht, aber auch zu Hause machst.

o Mündliche, schriftliche und graphische Leistungen


o Erarbeitung neuer Lehrstoffe
o Erfassen und Verstehen von Themen im Unterricht
o Leistungen in Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und
anzuwenden
o Leistungen die du in Alleinarbeit, aber auch in Gruppenarbeit erbringst.

Dein Lehrer hat eine kontinuierliche Aufzeichnung über deine Mitarbeit zu führen, das heißt,
dass du nicht aufgrund von 3 Mitarbeitsmini eine schlechtere Note bekommen kannst. Die
Mitarbeit ist jedoch ein für Lehrer sehr dehnbares Thema, weil sie eigentlich alles und nichts
bewerten können. Akzeptiere es aber nicht, wenn Lehrer nur schlechte Mitarbeit bewerten,
gute jedoch voraussetzen und somit nicht einschreiben. Vereinbare am Jahresanfang mit
jedem Lehrer wie wichtig Mitarbeit ist, und welchen Einfluss sie auf die Note hat.

Schularbeiten… §7 LBVO

Der Schularbeitenstoff muss mindestens eine Woche vor dem Termin der Schularbeit
bekannt gegeben werden. (In lehrgangsmäßigen Berufsschulen mindestens zwei
Unterrichtstage vor der Schularbeit)
Sollte in den letzten beiden Tagen vor der Schularbeit noch neuer Stoff durchgemacht
werden, darf dieser nicht mehr bei der Schularbeit geprüft werden. (Bei Berufsschulen zählt
nur der letzte Unterrichtstag vor der Schularbeit)
Außer an ganzjährigen Berufsschulen dürfen Schularbeiten an einem Tag nicht abgehalten
werden, wenn dieser unmittelbar auf drei schulfreie Tage oder auf eine drei oder mehr als
dreitägige Schulveranstaltung folgt.
Wird mehr als die Hälfte aller Schularbeiten einer Klasse mit „Nicht genügend“ beurteilt, ist
diese binnen zwei Wochen zu wiederholen. Es zählt von den beiden Schularbeiten nur jene,
auf die der Schüler die bessere Note geschrieben hat.
Ein AHS-Schüler darf maximal eine Schularbeit pro Tag und zwei pro Woche schreiben.
Ein BMHS und BAKIP-Schüler darf an einem Tag nur eine Schularbeit und pro Woche
maximal drei Schularbeiten schreiben.

An Berufsschulen dürfen an einem Schultag nicht mehr als zwei Schularbeiten und in
lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche nicht mehr als drei Schularbeiten
stattfinden.
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Schriftliche Überprüfungen (Tests und Diktate)… §8 LBVO

o umfassen ein kleineres, in sich abgeschlossenes Stoffkapitel. Zum Beispiel zwei bis
drei Units in Englisch.
o An AHS und Berufsschulen sind sie in Schularbeitengegenständen unzulässig.
o An BMHS dürfen sie nur in Gegenständen durchgeführt werden, in denen es nicht
mehr als eine Schularbeit pro Semester gibt.
o Sind mindestens zwei Unterrichtstage vorher bekannt zu geben. An ganzjährigen
oder saisonmäßigen Berufsschulen spätestens am letzten Tag der vorangegangenen
Unterrichtswoche.
o Direkt nach mehr als drei schulfreien Tagen und nach einer mehr als dreitägigen
Schulveranstaltung darf kein Test abgehalten werden. Ganzjährige BS sind aus
dieser Regelung ausgenommen.
o Dürfen nicht an einem Schultag stattfinden, an dem schon eine andere schriftliche
Überprüfung oder Schularbeit ist. (An Berufsschulen dürfen jedoch zwei schriftliche
Leistungsfeststellungen pro Tag durchgeführt werden)

Maximale Testdauer:
AHS Unterstufe und Pflichtschulen Max. 15 Minuten
AHS Oberstufe Max. 20 Minuten
Sonstige Schulen Max. 25 Minuten

Gesamte Testdauer pro Gegenstand und Semester


Pflichtschule Max. 30 Minuten
AHS Unterstufe Max. 30 Minuten
AHS Oberstufe Max. 50 Minuten
BAKIP Max. 50 Minuten
Berufsschule Max. 50 Minuten
BMHS Max. 80 Minuten

In diesen Fächern dürfen keine Tests & Diktate abgehalten werden:


Volksschule BE, LÜ, Werken, GZ
Hauptschule BE, GZ, LÜ, Werken
Polytechnische Schule LÜ, techn. Zeichnen, Werken
AHS bis 5. Klasse DG, Fremdsprachliche Konversation, LÜ,
GZ, Werken, BE
AHS ab 6. Klasse DG, Fremdsprachliche Konversation, LÜ,
GZ, Werken
Berufsschule LÜ, Praktische Arbeit
BMHS LÜ

Wenn mehr als die Hälfte aller Arbeiten negativ ist, sollte der Test wiederholt werden, sofern
das möglich ist. Wurde er wiederholt, zählt jeweils nur die bessere Note.
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Mündliche Prüfung… §5 LBVO

o besteht aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Fragen.


o Wird durch einen begangenen Fehler die Aufgabe unlösbar, bzw. sehr schwer lösbar
hat der Lehrer diesen Fehler sofort aufzuzeigen.
o Die Prüfungsdauer darf an der AHS Unterstufe und der Berufsschule 10 Minuten,
ansonsten 15 Minuten nicht überschreiten.
o Der Prüfungstermin muss vom Lehrer mindestens zwei Unterrichtstage vorher
bekannt gegeben werden. (An ganzjährigen oder saisonmäßigen Berufsschulen am
letzten Tag der vorangegangenen Woche)
o Jeder Schüler hat das Recht auf eine Prüfung pro Semester.
o Wünscht der Schüler eine Prüfung hat er dem Lehrer den Wunschtermin zeitgerecht
bekannt zu geben. (zwei Wochen sind auf jeden Fall zeitgerecht)

Hier darf es keine mündlichen Prüfungen geben:


Volksschule 1.-4.Klasse In allen Gegenständen
Volksschule 5.-8. Klasse BE, LÜ, Werken, GZ
Hauptschule BE, Schreiben, GZ, LÜ, Werken,
Maschinenschreiben, Kurzschrift
Polytechnische Schule LÜ, Techn. Zeichnen, Werken, Steno,
Maschinenschreiben, Kurzschrift
AHS Unterstufe GZ, LÜ, Werken, BE, Kurzschrift,
Maschinenschreiben, Bildnerisches Gestalten,
AHS GZ, LÜ, Werken,
BMHS LÜ
BAKIP Hort- und Heimpraxis

Übrigens: Es gibt KEINE Entscheidungsprüfung zwischen zwei Noten. Die Leistung auf
eine mündliche Prüfung ist nur eine unter vielen Noten.

Schummeln… §11 Abs 4 LBVO

Wirst du beim Schummeln erwischt, so ist die betroffene Leistungsfeststellung NICHT zu


beurteilen. Eine nicht beurteilte Schularbeit/ Test/… ist genau so viel wert, als wenn du an
der betroffenen Arbeit nicht teilgenommen hättest. Es ist nicht zulässig, dass du dafür ein
„Nicht genügend“ erhältst.

Übrigens: Der Schummelzettel muss dir nach der Leistungsfeststellung wieder


zurückgegeben werden!

Bestrafung… §47 SchUG

Dieser Paragraph ist besonders interessant, und er wird auch sehr oft missachtet.
Grundsätzlich sollte man Schüler eher loben als schimpfen, legitime Mittel sind Lob,
Anerkennung und Zurechtweisung. Erscheint es dem Schulleiter sinnvoll, kannst du in eine
Parallelklasse versetzt werden.
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Nicht erlaubt ist:


o Körperliche Züchtigung: alle Formen von Schlägen, Ohrfeigen, ....
o Beschimpfung
o Kollektivstrafen: z.B.: ein Lehrer droht der gesamten Klasse mit einer Betragensnote,
falls niemand zugibt, dass er/sie „schuldig“ ist.
o Nachsitzen und Karzer

Fernbleiben vom Unterricht und Entschuldigungen… § 45 SchUG

Aus folgenden Gründen darf ein Schüler dem Unterricht fernbleiben:


o Bei gerechtfertigter Verhinderung (zum Beispiel: Krankheit, außergewöhnliche
Ereignisse im Leben des Schülers oder in der Familie des Schülers, Ungangbarkeit
des Schulweges,…)
o Bei Erlaubnis zum Fernbleiben. Auf Ansuchen des Schülers kann der
Klassenvorstand für einzelne Stunden bis zu einem Tag, darüber hinaus der
Schulleiter – bzw. der Abteilungsvorstand – die Erlaubnis zum Fernbleiben aus
wichtigen Gründen erteilen. Als wichtige Gründe sind auf jeden Fall Tätigkeiten im
Rahmen der Schülervertretung zu verstehen.
o Bei Befreiung von der Teilnahme an einzelnen Unterrichtsgegenständen

Dein Klassenvorstand, Direktor bzw. Abteilungsvorstand kann dir jedoch die Erlaubnis den
Unterricht wegen deiner Tätigkeit als Schülervertreter zu verlassen verweigern. Dafür muss
ein guter Grund vorhanden sein und du kannst gegen diesen Entscheid keine Berufung
einlegen.

Berufung…

Du kannst gegen folgende Entscheidungen berufen:


o Negatives Ergebnis der Einstufungs-, Aufnahms- oder Eignungsprüfung;
o keine Berechtigung zum Aufsteigen;
o letzte Stufe der besuchten Schulart nicht erfolgreich abgeschlossen;
o Reife-, Befähigungs-, Abschluss-, Zusatz- oder Externistenprüfung nicht bestanden.

Deine Berufung muss innerhalb von fünf Tagen nach der mündlichen Mitteilung der
Entscheidung bzw. fünf Tage nach dem Erhalt der schriftlichen Mitteilung in deiner Schule
eingebracht werden. Wichtig ist, dass die Berufung schriftlich ausgeführt sein muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Du kannst nur gegen ein „Nicht Genügend“ berufen…