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NOTWENDIGKEIT EINER 24-STUNDEN-BETRIEBSERLAUBNIS

VON LOGISTIKIMMOBILIEN
Zusammenfassung zur Untersuchung der
ELLWANGER & GEIGER Privatbankiers, April 2011

ELLWANGER & GEIGER Privatbankiers hat in diesem Jahr ANALYSE DER ERGEBNISSE
erstmalig eine Untersuchung unter führenden Logistik- Die Nutzung der Immobilie über 24 Stunden ist in der
dienstleistern in der Region Stuttgart durchgeführt. Das Logistikbranche weit verbreitet. 2/3 der befragten Logistik-
Hauptaugenmerk der Untersuchung lag in der Überprü- unternehmen gaben an, dass an ihren Standorten im
fung der These, dass für den Betrieb einer Logistikimmo- 3-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. Lediglich 1/3 der Unter-
bilie eine 24-Stunden-Nutzung zwingend gegeben sein nehmen gab an, dass derzeit nur in zwei Schichten zwi-
muss. Diese Fragestellung ist vor allem für den Stuttgarter schen 6:00 und 22:00 Uhr abgewickelt wird.
Logistikimmobilienmarkt von entscheidender Bedeutung,
da das Angebot an geeigneten GI-Flächen und der damit 24-STUNDEN-NUTZUNG
verbundenen Erlaubnis der 24-Stunden-Nutzung in der
Region Stuttgart stetig abnimmt.

Nein
Für die Untersuchung wurden insgesamt 59 führende Lo- 33 %

gistiker aus der Region befragt, von welchen sich 21 zu Ja


67 %
einer Teilnahme an der Umfrage bereit erklärten. Hierbei
sind folgende Themenbereiche beleuchtet worden:

❚ Findet derzeit eine 24-Stunden-Nutzung


überhaupt statt?
❚ Wie hoch ist der prozentuale Anteil der
Nachtverkehre am Gesamtumsatz? Nicht erstaunlich bei diesem Ergebnis ist somit, dass sich die
❚ Welchen prozentualen Anteil hat das GE-Geschäft 24-Stunden-Nutzung auf alle Geschäftsfelder der Logis-
am Gesamtumsatz? tiker verteilt. Die Notwendigkeit der 24-Stunden-Nutzung
❚ Welche Art von Geschäft wird abgewickelt? im Geschäftsfeld der KEP-Logistiker oder im Bereich
❚ Wäre eine Auslagerung des GE-Geschäftes Frischdienst/Nahversorgung ergibt sich aus dem Geschäfts-
grundsätzlich denkbar? modell und ist der breiten Öffentlichkeit bekannt. Der hohe
❚ Trend zum Outsourcing? Anteil des Nachtgeschäfts in der Kontraktlogistik hat seine
❚ Regionallager vs. Hubs? Ursache in der engen Verzahnung der Wertschöpfungs-
ketten zwischen Logistik sowie Industrie/Handel.
In den nachfolgenden Abschnitten sollen die Ergebnisse
der Umfrage präsentiert und analysiert werden. Ziel ist Relativiert wird dieses Ergebnis durch die Aussage von fast
es, einen langfristigen Trend zu erfassen, um aus diesem 60 Prozent der befragten Unternehmen, dass die Nacht-
Entwicklungen für den Logistikmarkt der Region Stuttgart verkehre einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz
abzuleiten. nicht überschreiten. Gleichzeitig wird der Löwenanteil des
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Gesamtumsatzes in den beiden Hauptschichten zwischen MÖGLICHKEIT EINER AUSLAGERUNG DES GE-ANTEILS
6:00 und 22:00 Uhr erwirtschaftet. Dies ist daran zu er-
kennen, dass der Anteil des GE-Umsatzes am Gesamt-
Ja
umsatz der Logistiker nur bei 21 Prozent der befragten k. A.
21 %
26 %
Unternehmen einen Anteil von 20 Prozent unterschreitet.

WELCHES GESCHÄFT WIRD IN DER NACHT ABGEWICKELT? Nein


53 %

k. A.
14 %
Stückgut/
Sammelgut
47 % Kontraktlogistik
39 % Ein weiteres Ziel der Logistikerumfrage war es, den Trend
bezüglich einer Abkehr von großen Hubs zu einer Rückkehr
von Regionallagern zu untersuchen. Unter den Logistikern
ist hier ein klarer Trend hin zu einer Wiederbelebung der
Regionallager zu beobachten. 24 Prozent der befragten
Unternehmen gaben an, dass sie von einem Trend zurück
In der Region Stuttgart stehen die Logistiker vor der beson- zu den Regionallagern ausgehen. Gerade einmal 6 Prozent
deren Herausforderung, dass in den letzten zehn Jahren der Logistiker sehen in der Zukunft eine weitere Stärkung
kaum neue GI-Flächen ausgewiesen wurden. Diese Tatsache sogenannter Hubs. Gleichzeitig gaben 29 Prozent der
führt zu einer immer weiter zunehmenden Verknappung untersuchten Logistiker an, dass man sich in der Zukunft
geeigneter Logistikflächen, auf welchen eine 24-Stunden- verstärkt am Kunden orientieren will und somit die Wahl
Betriebserlaubnis dargestellt werden kann. Bisher ist nicht zwischen einem Hub und kleineren Regionallagern maß-
zu erkennen, wie die Logistikdienstleister in der Zukunft geblich von den Bedürfnissen der jeweiligen Kunden ab-
auf die Verknappung der GI-Flächen reagieren werden. hängt.
Eine mögliche Auslagerung des GE-Anteils in neue Flächen
in GE-Gebieten stellt für über 53 Prozent der befragten TREND REGIONALLAGER VS. HUB
Unternehmen keine Lösung dar. 21 Prozent der Unter-
nehmen könnten sich hingegen eine Auslagerung des
GE-Anteils in GE-Gebiete vorstellen. Bei 26 Prozent der Regionallager
kundenabhängig
24 %
befragten Logistiker haben noch keine Überlegungen 29 %
Hubs
über diesen Themenbereich stattgefunden. Dieses Ergebnis 6%
stellt insofern eine Überraschung dar, da der Löwenanteil k. A.
41 %
der Umsätze in den zwei Hauptschichten zwischen 6:00
und 22:00 Uhr erwirtschaftet wird. Der Umgang mit der
zunehmenden Verknappung geeigneter GI-Flächen wird
in den nächsten Jahren ein entscheidender Erfolgsfaktor
der Logistikbranche in der Region Stuttgart sein. Zweifels-
ohne muss hier ein Umdenken innerhalb der verschiedenen Der Trend zum Outsourcing wird nach Ansicht der Logistik-
Betriebsabläufe stattfinden. Schon heute haben einige dienstleister auch in den nächsten Jahren weiter anhalten
Unternehmen, vor allem im Bereich der Kontraktlogistik, und sich sogar weiter verstärken. Dies widerspricht den
damit begonnen, ihre Betriebsabläufe so abzuändern, Ergebnissen einer Studie zum Thema Outsourcingpoten-
dass eine wirtschaftliche Abwicklung auch in GE-Gebieten ziale, welche ebenfalls von ELLWANGER & GEIGER Privat-
möglich ist. bankiers durchgeführt wurde. Die Zukunft wird zeigen,
in welche Richtung sich der Trend des Outsourcings be-
wegen wird.